Warum Purelei bis heute den Gründern gehört

mit Alisa und Frederik Jahnke, Mitgründerin und CEO sowie Mitgründer von Purelei

16. Oktober 2026 · 134 Min

Zusammenfassung

Alisa und Frederik Jahnke erzählen, wie Purelei mit 500 Euro gestartet ist, dieses Jahr 70 Millionen Umsatz anpeilt, warum unter 5 Prozent EBIT die Todeszone ist und warum die drei Gründer trotz vieler Angebote nie verkauft haben.

Frederik Jahnke im Gespräch im Founder-Mode-Studio

Alisa und Frederik Jahnke sitzen zum ersten Mal gemeinsam in einem Podcast. Die beiden sind verheiratet und haben 2016 mit Etienne die Schmuckmarke Purelei in Mannheim gegründet. Alisa fing als Verpackerin im Handyhüllen-Shop der beiden an, erzählte beim Packen ständig von Hawaii und bekam eine Testphase: 75.000 Euro Umsatz in drei Monaten sollten den Product-Market-Fit beweisen, 65.000 wurden es. Mit 500 Euro Startkapital kaufte sie die ersten Produkte, fuhr mit dem Fahrrad von Boutique zu Boutique und verkaufte Starterpakete für 350 Euro. Nach ein, zwei Jahren hatte Purelei 250 Verkaufsstellen, dann stoppten die Gründer den Einzelhandel komplett und gingen voll auf E-Commerce.

Heute will Purelei 70 Millionen Euro Umsatz machen, ohne je einen Investor gehabt zu haben. Seit 2023 steuern die Gründer hart nach Contribution Margin 3: Unter 5 Prozent EBIT ist für sie die Todeszone, das Ziel liegt Richtung 10 Prozent. Die Kehrseite: Events, die die Marke früher groß gemacht haben, wurden zusammengestrichen. Frederik erklärt, wie die eigenen Stores in München, Köln und Palma funktionieren, warum in Palma jeden Tag Samstag ist, der Warenkorb dort rund 5 Euro höher liegt und die Payback-Zeit unter einem Jahr bleibt. Standorte werden über Frequenzdaten und die Nähe zu Zara und anderen Inditex-Filialen ausgewählt, für den ersten Store in München haben sie sich eineinhalb Jahre Zeit gelassen.

Ein roter Faden der Folge ist Kill your Darlings. Kosmetik wurde nach sechs Monaten gestoppt, Bikinis floppten, Frankreich und Italien wurden 2022 trotz mehrerer Millionen Umsatz und eines siebenstelligen Deals mit Chiara Ferragni eingestellt. Gleichzeitig entstanden aus dem BHAG der wiederkehrenden Kundinnen die Wachstumsmotoren: das Schmuck-Abo seit 2018 und der Adventskalender, von dem 2019 3.500 Stück in zwölf Stunden ausverkauft waren und der heute modular aus acht Blüten-Modulen besteht. Dazu kommen Creator-Häuser auf Hawaii und Mallorca, die rund 40.000 bis 50.000 Euro im Monat kosten, und eine Logistik, die Purelei bewusst selbst betreibt, bis zu 8.000 Sendungen am Tag.

Zum Schluss geht es um die Gründerbeziehung und das Eigentum. Trotz vieler Gespräche in den Jahren 2020 und 2021 haben die drei nie verkauft, weil sie jede Entscheidung zu dritt am Tisch treffen wollen und die Büchse der Pandora fürchten. Seit 2018 führen sie die Firma mit Scaling Up und Coach Markus Brela: Scorecards für jede Rolle, Quarterlies mit Rocks, Daily Huddles. Frederik hat angestoßen, dass Alisa nach drei Jahren mit Etienne als CEO seit Ende Juni wieder die Führung übernimmt, No-Ego-Mentalität nennt er das. Und Alisa erzählt vom Black Friday 2019, als Zehntausende Null-Euro-Bestellungen reinkamen und sie die härtesten Kritiker persönlich anrief, bis sie zu Fans wurden.

Worüber am meisten gesprochen wurde

Anteil an der Gesprächszeit, berechnet aus den Kapitel-Längen (ohne Intro).
Gründerteam, Vision & Eigentum
32 % · 41 Min
Internationalisierung
23 % · 30 Min
Produkt & Marketing
15 % · 19 Min
Profitabilität & Bootstrapping
11 % · 14 Min
Krisenmanagement
8 % · 10 Min
Gründung & Vertrieb
7 % · 9 Min
Eigene Stores
5 % · 6 Min
Gesprächsverlauf

Kapitel

  1. 00:00Trailer & IntroIntro
  2. 04:26Zehn Jahre Purelei: Warum die Firma jetzt 100 Jahre alt werden sollGründerteam, Vision & Eigentum
  3. 08:09Von der Aushilfe beim Verpacken zur Gründerin: 65.000 Euro Umsatz in drei MonatenGründung & Vertrieb
  4. 10:57Mit dem Fahrrad von Boutique zu Boutique: 250 Verkaufsstellen in den ersten zwei JahrenGründung & Vertrieb
  5. 16:45Der erste Store im Ausland: Warum in Palma jeden Tag Samstag istEigene Stores
  6. 23:08Ziel 70 Millionen Umsatz ohne Investor: Warum unter 5% EBIT die Todeszone istProfitabilität & Bootstrapping
  7. 37:33Kosmetik nach sechs Monaten gestoppt: Wann das Bauchgefühl falsch lagProdukt & Marketing
  8. 45:31Der erste Adventskalender: 3.500 Stück, in zwölf Stunden ausverkauftProdukt & Marketing
  9. 56:52Frankreich und Italien: Siebenstellig für eine Influencerin, dann den Markt gestopptInternationalisierung
  10. 01:27:10Gespräche über einen Verkauf: Warum Purelei bis heute den drei Gründern gehörtGründerteam, Vision & Eigentum
  11. 01:51:09Der CEO-Wechsel: Warum Alisa nach drei Jahren von Etienne übernimmtGründerteam, Vision & Eigentum
  12. 02:04:23Black Friday 2019: Zehntausende Bestellungen für 0 EuroKrisenmanagement

Key Learnings

  1. 1

    Setz früh auf mehrere Kanäle, aber trau dich, einen zu stoppen

    Purelei hat von Anfang an Influencer, Meta, CRM und Einzelhandel parallel bespielt und so in den ersten ein, zwei Jahren 250 Verkaufsstellen aufgebaut. Alisa fuhr dafür mit dem Fahrrad durch Mannheim, Frederik und Etienne schraubten die Aufsteller zusammen. Als der E-Commerce so stark wuchs, dass das Team die Boutiquen und Kampagnen nicht mehr stemmen konnte, stoppten sie den Einzelhandel komplett. Alisas Rat: Schau, wo deine Kunden sind, und sei dort physisch präsent, auch wenn es dich Zeit kostet.

    10:57 · Mit dem Fahrrad von Boutique zu Boutique: 250 Verkaufsstellen in den ersten zwei Jahren
  2. 2

    Wähle Store-Standorte über Frequenzdaten und den Sweetspot aus Miete und Traffic

    Frederik sucht nicht die Top-Top-Lage, sondern den Punkt, an dem Traffic hoch und Miete so günstig wie möglich ist, sonst geht die Rechnung nicht auf. Dafür nutzt Purelei Frequenzdaten und schaut, wo Zara und andere Inditex-Filialen sitzen, denn dort hat jemand die Standortanalyse schon gemacht. Für den ersten Store in München haben sich die Gründer eineinhalb Jahre Zeit gelassen, ein Umbau kostet ordentlich sechsstellig. In Palma liegt der Warenkorb rund 5 Euro höher, die Payback-Zeit inklusive Umbau unter einem Jahr.

    16:45 · Der erste Store im Ausland: Warum in Palma jeden Tag Samstag ist
  3. 3

    Definier deine Todeszone, wenn du keinen Investor hast

    Weil kein Investor eine Geldspritze mitbringen kann, haben die drei Gründer Zonen festgelegt: Unter 5 Prozent EBIT am Jahresende ist die Todeszone, das Ziel liegt Richtung 10 Prozent. Seit 2023 steuert Purelei nach Contribution Margin 3 und ist viel datengetriebener geworden. Die Jahre davor fanden sie sich selbst teilweise in der Todeszone wieder, weil keiner der drei einen starken Finance-Background hatte. Die Schattenseite: Events und Lounges, die die Marke bekannt gemacht hatten, wurden immer kleiner gemacht.

    23:08 · Ziel 70 Millionen Umsatz ohne Investor: Warum unter 5% EBIT die Todeszone ist
  4. 4

    Stopp eine neue Kategorie, wenn das Ziel nach sechs Monaten nicht erreicht ist

    Purelei hat Kosmetik getestet, weil Beauty auf den Zweitkauf einzahlen sollte. Nach sechs Monaten war das Umsatzziel nicht erreicht, die Vermarktung zäh und Expertenwissen entscheidend. Frederiks Regel: Entweder ein Experte kommt an Bord oder man lässt es sein. Die Kundinnen hatten ohnehin klar gesagt, dass sie neuen Schmuck wollen und nicht, dass sich die Marke verzettelt. Auch Bikinis haben nicht funktioniert.

    37:33 · Kosmetik nach sechs Monaten gestoppt: Wann das Bauchgefühl falsch lag
  5. 5

    Leite Produkte aus deinem BHAG ab

    Das große Ziel von Purelei sind wiederkehrende Kundinnen. Daraus entstand 2018 das Schmuck-Abo, als die Rasier-Abos aus den USA gerade durch die Decke gingen und alle fragten, wie das bei Schmuck gehen soll. 2019 folgte der Adventskalender: 3.500 Stück bestellt, in zwölf Stunden ausverkauft, die Website war gar nicht auf Ausverkauf ausgelegt. Heute ist der Kalender modular aus acht Blüten-Modulen, kostet 169 bis 219 Euro, ist als Schmuckaufbewahrung gestaltet und das Produkt, das Männer am häufigsten kaufen. Neu einsteigen würde Alisa heute niemandem mehr raten.

    45:31 · Der erste Adventskalender: 3.500 Stück, in zwölf Stunden ausverkauft
  6. 6

    Du musst verkaufen wollen, bevor du Performance-Marketing schaltest

    Frederiks wichtigstes Puzzleteil für neue Gründer: Bist du vom Typ her jemand, der verkaufen will? Alisa war das von Tag 1 und lief in die Boutiquen. Sein Playbook mit kleinem Budget: erst Product-Market-Fit, dann organisch in Zielgruppen und Communities gehen, Feedback einholen, vielleicht einen Pop-up-Store aufmachen und daraus Content für die eigenen Kanäle machen. Performance-Marketing kommt erst danach. Wer sich hinter dem Rechner versteckt und bei einem ROAS unter 1 aufgibt, hat es noch nicht richtig probiert.

    56:52 · Frankreich und Italien: Siebenstellig für eine Influencerin, dann den Markt gestoppt
  7. 7

    Führ ein System ein und halte es acht Jahre lang durch

    Seit 2018 arbeitet Purelei mit Scaling Up und Coach Markus Brela. Jede Rolle hat eine Scorecard mit Job Results und KPIs, keine Stelle wird ohne ausgeschrieben, und jeden Monat gibt es ein Coaching-Gespräch mit dem Lead. Das BHAG wird in Dreijahres- und Einjahresprioritäten heruntergebrochen, pro Quartal werden Rocks definiert, die neben dem Sand des Tagesgeschäfts etwas Neues schaffen. In acht Jahren ist kein Quarterly und kein Daily Huddle ausgefallen. Das Tool Cash Flow Story zeigt, welche Stellschraube den größten Hebel hat, etwa ein Prozent Preiserhöhung für zehn Prozent mehr Profit.

    01:27:10 · Gespräche über einen Verkauf: Warum Purelei bis heute den drei Gründern gehört
  8. 8

    Ruf in der Krise zuerst die lautesten Kritiker an

    Am Black Friday 2019 gingen nach einem Newsletter Produkte für 0 Euro live, Zehntausende Bestellungen mussten storniert werden, der Anbieter des neuen Systems reiste aus UK ins Lager, und alle drei Gründer saßen zwei Monate bis nachts im Kundenservice. Alisa nahm ein Entschuldigungsvideo auf, schrieb den Leuten mit den schlechtesten Kommentaren und rief sie an, um ihre Beweggründe zu verstehen. Genau diese Personen wurden zu Fans und halfen, die Lage auf Social Media zu moderieren. Seitdem gilt bei Purelei: Wenn etwas schiefläuft, erst anrufen, Gespräche führen, dann gemeinsam Lösungen finden.

    02:04:23 · Black Friday 2019: Zehntausende Bestellungen für 0 Euro

Zahlen aus der Folge

500 €
Startkapital, mit dem Alisa die ersten Produkte kaufte
65.000 €
Umsatz in der dreimonatigen Testphase (Ziel: 75.000 €)
250
Verkaufsstellen in den ersten ein, zwei Jahren
70 Mio. €
Umsatzziel von Purelei für dieses Jahr
unter 5 % EBIT
die Todeszone, Ziel Richtung 10 %
ca. 5 €
höherer Warenkorb im Store in Palma, etwa 10 %
3.500
Adventskalender 2019, in zwölf Stunden ausverkauft
8.000
Sendungen pro Tag aus der eigenen Logistik in Peakzeiten

Zitate

Alisa Jahnke lacht
„… selbst nach zehn Jahren, ich hänge so an dieser Vision, ich stehe da so dahinter, hinter allem, was wir tun, und das wird jetzt 100.“
Alisa Jahnke
„… weil wir eben niemanden, keinen Investor dabei haben, der da mal eine Geldspritze mit reinbringen kann. Deswegen haben wir gesagt, wir müssen da wirklich knallhart sein mit uns.“
Frederik Jahnke
„Das Handwerk ist sich trauen und rausgehen, wie ich es damals gemacht habe mit dem Fahrrad.“
Alisa Jahnke
„… öfter Nein sagen, das ist eine Disziplin, die man in den Tag legen muss, um oben zu bleiben.“
Frederik Jahnke
„Schlussendlich habe ich es geschafft durch diese Anrufe. … Die Personen, die eigentlich am negativsten gesprochen haben, wirklich zu einem Fan zu machen.“
Alisa Jahnke

Über den Gast

Alisa und Frederik Jahnke

Alisa und Frederik Jahnke

Mitgründerin und CEO sowie Mitgründer von Purelei · Purelei

Alisa und Frederik Jahnke sind Ehepaar und zugleich Mitgründer der Mannheimer Schmuckmarke Purelei, die sie 2016 gemeinsam mit Etienne gegründet haben. Alisa hat 2012 nach dem Abitur Hawaii für sich entdeckt und war mit 24 selbst Kernkundin, als sie bei Frederik und Etienne zunächst als Verpackerin in deren E-Commerce-Store anfing. Der Name Purelei kommt von der hawaiianischen Blumenkette Lei. Mit 500 Euro Startkapital ist die Firma von Tag 1 aus dem eigenen Cashflow gewachsen, ohne Investor, und will 2026 rund 70 Millionen Euro Umsatz machen. Purelei verkauft wasserfesten Edelstahlschmuck online, über ein Schmuck-Abo, einen Adventskalender und eigene Stores in München, Köln und Palma. Alisa ist seit Ende Juni 2026 wieder CEO, nachdem Etienne die Rolle ab 2023 übernommen hatte. Frederik verantwortet den Innovationsbereich und die Stores; er und Etienne hatten vor Purelei den Handyhüllen-Shop Mr. Straps aufgebaut und zum 31.12.2017 eingestellt, um voll auf Purelei zu setzen. Die beiden haben zwei Kinder.

Häufige Fragen

Was ist Purelei?

Purelei ist eine Schmuckmarke aus Mannheim, die Alisa und Frederik Jahnke 2016 zusammen mit Etienne gegründet haben. Der Name kommt von der Lei, der hawaiianischen Blumenkette, und die Marke will das Aloha-Lebensgefühl in die Welt bringen. Purelei verkauft wasserfesten Edelstahlschmuck online, über ein Schmuck-Abo, einen jährlichen Adventskalender und eigene Stores in München, Köln und Palma. Mannheim und Münster sollen als nächste Standorte folgen.

Wie viel Umsatz macht Purelei und wer hat investiert?

In der Folge sagt Alisa, dass Purelei dieses Jahr 70 Millionen Euro Umsatz machen will. Investiert hat niemand: Die Firma wurde mit 500 Euro Stammkapital gegründet und ist von Tag 1 aus dem eigenen Cashflow gewachsen. Alle drei Gründer halten die Anteile bis heute selbst.

Was meint Purelei mit der EBIT-Todeszone?

Frederik beschreibt Zonen, die sich die Gründer gesetzt haben: Unter 5 Prozent EBIT am Jahresende ist die Todeszone, in die sie sich nicht begeben wollen, das Ziel liegt Richtung 10 Prozent. Weil kein Investor Geld nachschießen kann, müssen sie knallhart mit sich sein. Seit 2023 steuert Purelei deshalb nach Contribution Margin 3, hat dafür aber auch Events und andere Markenmaßnahmen zurückgefahren.

Warum haben die Purelei-Gründer nie verkauft?

Gespräche gab es vor allem 2020 und 2021, als viele Deals liefen. Am Ende saßen die drei jedes Mal zusammen am Tisch und fragten sich, was der Wert eines Verkaufs wäre, wenn sie jede Entscheidung ohnehin selbst und unabhängig treffen können. Sie fürchteten, mit einem Partner die Büchse der Pandora zu öffnen. Frederik ergänzt, dass die Firma ihnen Struktur und Freiheit gibt, etwa mehr Zeit für die Kinder, und dass viele Gründer nach einem Exit in ein Loch fallen. Ausgeschlossen ist für die Zukunft aber nichts.

Warum ist Alisa Jahnke wieder CEO von Purelei?

Alle drei Gründer sind seit Anfang an Geschäftsführer und hatten die Bereiche aufgeteilt. 2023 brauchte das Team eine Person, bei der klar ist, wo Entscheidungen getroffen werden. Etienne übernahm als CEO und holte Purelei mit seinem Blick auf die Zahlen aus dem Blindflug in der EBIT-Todeszone. Vor rund einem halben Jahr stieß Frederik den Wechsel an, Alisa und Etienne machten es unter sich aus, Ende Juni wurde es im Team verkündet. Alisa bringt die Vision und eine intrinsische Motivation für die Marke mit, Frederik nennt es No-Ego-Mentalität.

Was ist am Black Friday 2019 bei Purelei passiert?

Kurz vor dem Black Friday hatte Purelei ein neues System eingeführt. Nach einem Newsletter standen Produkte für 0 Euro im Shop, Codes wurden über Deal-Seiten geleakt und Zehntausende Bestellungen mussten storniert werden. Der Geschäftsführer des Anbieters reiste aus UK ins Lager, Etienne übernachtete fast im Container, und alle drei saßen zwei Monate bis nachts im Kundenservice. Alisa veröffentlichte ein Entschuldigungsvideo mit drei Lösungsoptionen und rief die schärfsten Kritiker persönlich an, die daraufhin zu Fans wurden und halfen, die Diskussion auf Social Media zu moderieren.

Erwähnt in der Folge

Firmen, Personen und Produkte aus dem Gespräch
  • EtiennePersonDritter Mitgründer von Purelei, Datenspezialist und bester Freund der beiden; war von 2023 bis Juni 2026 CEO.
  • Mr. StrapsFirmaHandyhüllen-Shop von Frederik und Etienne mit rund 2 Millionen Euro Umsatz, in dem Alisa als Verpackerin anfing; zum 31.12.2017 eingestellt, um voll auf Purelei zu setzen.
  • SchwarzkopfFirmaEiner der größten B2B-Kunden in Pureleis Anfangszeit, kaufte personalisierte Produkte.
  • Chiara FerragniPersonItalienische Influencerin mit über 20 Millionen Followern, die Purelei siebenstellig für den Markteintritt in Italien und Frankreich buchte; Alisas mutigste Entscheidung.
  • Scaling UpBuchFramework von Verne Harnish (People, Strategy, Execution, Cash), nach dem Purelei seit 2018 geführt wird: BHAG, Scorecards, Quarterlies mit Rocks, Daily Huddles.
  • Markus BrelaPersonScaling-Up-Coach, der 2018 im Anzug und mit Rollkoffer ins Lager kam und laut den Gründern das fehlende Puzzleteil war.
  • Cash Flow StoryToolTool aus der Scaling-Up-Methode, in das Purelei Buchhaltungsdaten einpflegt, um zu sehen, welche Stellschraube den größten Hebel hat.
  • hystreetToolFrequenzdaten-Tool (im Gespräch „High Street“ genannt), mit dem Purelei Passantenfrequenzen in deutschen Städten für die Standortwahl auswertet.
  • Zara / InditexFirmaOrientierungspunkt bei der Standortsuche: Wo Zara und andere Inditex-Filialen sitzen, ist die Frequenz hoch.
  • SnocksFirmaMannheimer E-Commerce-Marke von Johannes Kliesch, zur selben Zeit wie Purelei gegründet; reger Austausch in der Mannheimer D2C-Szene.
  • AnkerkrautFirmaGewürzmarke, deren Gründer ihr Unternehmen nach dem Verkauf zurückgekauft haben; für die Jahnkes ein Beispiel dafür, warum sie nicht verkaufen.
  • Bears with BenefitsFirmaMarke von Lena, der Feliks die Frage „Wer bist du ohne deine Firma?“ gestellt hatte; außerdem als Beispiel für eine Marke, die auf Amazon groß geworden ist.
  • AmorelieFirmaDeren Adventskalender war 2019 schon ein Thema und gehörte zur Inspiration für den ersten Purelei-Schmuckadventskalender.
  • Sustainable Coastlines HawaiʻiFirmaUmweltorganisation auf Hawaii, bei der Purelei dieses Jahr Premium-Sponsor ist; es gibt Beach-Clean-ups im Namen von Purelei.
  • OMRSendungAuf einem OMR-Vortrag 2023 sagte Alisa erstmals, dass alle über Umsatz reden, aber keiner fragt, was hängen bleibt.

Transkript

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00:00 Trailer & Intro

00:00 Feliks Eyser: Ihr habt die Firma mit 500 Euro Stammkapital gegründet.

00:02 Alisa Jahnke: 500 Euro, da habe ich die ersten Produkte mit gekauft. Dieses Jahr 70 Millionen Umsatz.

00:07 Frederik Jahnke: Unter 5% EBIT am Ende des Jahres ist für uns die Todeszone.

00:11 Feliks Eyser: Das ist so geil, dass ihr sagt Todeszone. Weißt du, diese Berliner Startups? Minus 100% EBIT, kein Problem Ich habe ja Venture Capital.

00:16 Frederik Jahnke: Gegen alle anderen E-Commercler, die Logistik outgesourced haben, haben wir das bei uns behalten. Wir sind trotzdem in der Lage , 8. 000 Sendungen am Tag rauszuschicken.

00:26 Alisa Jahnke: 2018 und 2019 gab es noch keinen Schmuck-Adventskalender auf dem Markt. Wir testen es jetzt einfach mal aus. Schlussendlich wurde der uns in zwölf Stunden aus den Händen gerissen. Die Website war gar nicht darauf ausgedacht, dass das ausverkauft ist oder mit unserem Abo-Modell. Jeder hat uns so angeschaut, der Schmuck-Abo, aber das verbraucht sich doch nicht.

00:42 Feliks Eyser: Über 10. 000 Kunden habe ich gesehen.

00:45 Frederik Jahnke: Der Weg im E-Commerce sich hinter seinem Rechner zu verstecken und über Performance-Ads jetzt zu versuchen, sein Produkt zu verkaufen. Und das ist es jetzt und danach funktioniert es nicht, weil der Rohas ist unter 1. Dann hast du es noch nicht richtig probiert. Dann bist du halt den einfachen Weg gegangen bislang.

01:00 Alisa Jahnke: Wir sind jetzt zehn Jahre geworden, was soll jetzt passieren? Und dann habe ich zu Freddy und Jen gesagt: Okay, das wird jetzt 100. Das wird mich jetzt überleben. Dass wir Menschen zusammenbringen, die eine tolle Zeit haben. Und es bleibt. Das wird 100. Safe.

01:12 Frederik Jahnke: Das ist eine Disziplin, die man den Tag lebt.

01:21 Feliks Eyser: Die heutige Folge wird präsentiert von Qonto, dem Geschäftskonto, auf dem ich alle meine Firmen laufen lasse. Und jetzt zur Show. Aloha.

01:30 Alisa Jahnke: Aloha.

01:31 Frederik Jahnke: Aloha.

01:31 Feliks Eyser: Schön, dass ihr da seid. Freddy, du wolltest eigentlich nur Taxifahrer spielen? Das bist du hier im Studio, du wolltest Alisa hierher bringen.

01:36 Frederik Jahnke: Richtig, richtig.

01:37 Feliks Eyser: Hast du erfolgreich gemacht? Ihr seid ja auch nicht nur Lebenspartner. Verheiratet, sondern auch Co-Founder.

01:44 Frederik Jahnke: Korrekt.

01:44 Feliks Eyser: Deswegen ist es ja super, dass ihr beide hier seid.

01:46 Frederik Jahnke: Danke, dass wir hier sein dürfen.

01:47 Alisa Jahnke: Ja, Premiere, wir zwei im Podcast.

01:49 Feliks Eyser: Habt ihr noch nie zu zweit gemacht? Nein. Geil. Ja, super, freut mich umso mehr. Und sag mal Aloha, wir haben im Vorfeld geschrieben und alle deine E-Mails gingen mit Aloha los. Habt ihr da so eine Corporate Policy? Müssen das alle bei euch im Unternehmen so machen?

01:59 Alisa Jahnke: Also es gibt keine festgeschriebene Corporate Policy, aber was. Passiert ist einfach, wir als Team Purelei, wir machen das intrinsisch. Also auch ich, ich kann gar nicht mehr Hi und Hallo schreiben. Ich glaube, wenn ich das schreiben würde, war wahrscheinlich irgendwas komisch. Das kommt einfach, ja Aus unserer Story und wir wollen das Aloha-Lebensgefühl in die Welt tragen. Und deswegen ist die erste Begrüßung bei Pille immer Aloha.

02:21 Feliks Eyser: Aloha. Und es kommt von Hawaii. Erzähl mir von Hawaii. Ich war noch nie da. Was ist die Magie von Hawaii?

02:26 Alisa Jahnke: Ja, also ich war 2012 nach meinem ABIS Essen mal auf Hawaii gewesen und war damals 19 Jahre alt. Erstens Geld selbst verdient, dass ich mir das leisten kann. Und ich habe mich einfach so in diese Inseln verliebt, in diese Natur. Also es gibt für mich nichts, was mehr Energie bringt, als dort in der Natur zu sein. Und bin dann 2013 wieder für mein Auslandssemester dorthin. Und dann eigentlich jedes Jahr wieder, weil ich dann bei meiner besten Freundin da einfach for free wohnen konnte, nur den Flug zahlen musste. Und ja, das Lebensgefühl, was man dort einfach erfährt. Pferd, das habe ich an keinem anderen Ort so erfahren wie dort. Und es hat mich einfach als Mensch auch sehr geprägt. Und deswegen wollen wir mit Purelei das halloa Lebensgefühl in die Welt bringen.

03:07 Feliks Eyser: Was für dich, die Magie? Ihr habt ja auch geheiratet

03:09 Frederik Jahnke: Genau, ja, richtig.

03:10 Feliks Eyser: Mit Blumenketten?

03:11 Frederik Jahnke: Ja, genau, also mit einer Lei, genau. Also ich hatte eine Lei an und du hattest eben auch eine Lei an. Und Lei sind diese Ketten, die man kennt. Typische hawaianische Blumenkette, die man kennt, nennt man Lei und steckt eben auch jetzt in unserem Markennamen, Purelei. Und was ist für mich die Magie auf Hawaii? Ja, ich glaube, dieses Lebensgefühl, was Alisa angesprochen hat Das spürt man mit dem ersten Schritt auf diese Inseln. Wenn man aus dem Flugzeug rauskommt, das Klima einerseits natürlich, aber auch die Menschen. Also man sieht viele Hawaiihemden, man sieht viel gut gelaunte höfliche Menschen. Und ja, das schwingt die ganze Zeit mit dieses Gefühl, was man so nicht beschreiben kann. Ich würde sagen Vielleicht am ehesten noch vergleichbar jetzt in Europa, wo man das so ein bisschen spürt, ist auch Ibiza, finde ich. Das ist auch so, hat seinen eigenen Vibe, wenn man einen Vergleich schaffen will. Auf Hawaii ist es eben nochmal. Ja, ein bisschen anders. Ich würde sagen, intensiver noch, dass man das spürt, dass da etwas anderes noch mitschwingt.

04:13 Feliks Eyser: Ich finde es auf Bali auch ein bisschen so, also merkst du. Im Vergleich zu anderen indonesischen Inseln, die Leute sind da irgendwie besser drauf. Du hast ja dieses Buddhismus-Ding da, die lächeln, die sind irgendwie entspannt.

04:22 Frederik Jahnke: Richtig.

04:23 Feliks Eyser: Da ist ein anderer Vibe. Ja, ist an anderen Orten.

04:25 Alisa Jahnke: Total.

04:26 Zehn Jahre Purelei: Warum die Firma jetzt 100 Jahre alt werden soll

04:26 Feliks Eyser: In zehn Jahre ist sie fünf alt. Ihr habt ein Geschäftstunnell draus gemacht. Schmuck. Was war das Coolste an der Geburtstagsparty?

04:33 Alisa Jahnke: Cool ist an der Geburtstagsparty. Wow. Das ist. Ich muss sagen, dieser Moment, ich habe mir den so, der hat sich so festgesetzt bei mir, weil ich gesagt habe, ich mache das jetzt. 10 Jahre, seit 10 Jahren denke ich mehrmals am Tag daran, da ging so viel Energie, Lebenszeit, Begeisterung für alles, was ich tue. Dieser Moment, der wird besonders. Und ich habe es auch wirklich geschafft, weil häufig ist es so, man geht irgendwo nach außen, man zeigt es auch mit der Marke und oft muss man ja auch irgendwie eine Rolle spielen und ist vielleicht auch ein bisschen gestresst. Ich habe gesagt, nein, das lasse ich alles hinter mir an dem Tag. Ich genieße den, weil das muss man erst mal schaffen, dass man zehn Jahre da überlebt als Unternehmen und als Marke. Und das war für mich einfach der krasseste Moment, dass ich gemerkt habe, ich schaffe das Und gleichzeitig kam bei mir einfach danach so der Gedanke auf, okay, wir sind jetzt zehn Jahre geworden, was soll jetzt passieren? Und dann habe ich zwei Tage später zu Freddy und Netten gesagt, okay, und das. This will leave. This bleibt. And by this event wusste ich, this is Purelei, this is the emotion, this is this, what we asked. wollen. Das ist das, dass wir Menschen zusammenbringen, die eine tolle Zeit haben und es bleibt. Das wird 100 safe. Und das ist jetzt so mein Ansporn, den ich wirklich habe. Und es gibt mir auch so Energie, dieses diese Vision jetzt zu haben, weil das hatte ich vor dem Zehnjährigen nicht. Also ganz ehrlich, weil da mussten wir erstmal vielleicht so diese 10 schaffen, jetzt ist es für mich die 100. Und es hilft Mir gerade als Co-Fraunerin so stark, dass ich einfach weiß, selbst nach zehn Jahren, ich hänge so an dieser Vision, ich stehe da so dahinter, hinter allem, was wir tun, und das wird jetzt 100.

06:06 Feliks Eyser: Das ist ja interessant. Und das ist ja auch ein ganz anderer Planungshorizont rein praktisch. Also, wenn du dir das im Kopf hast, zu sagen, okay, wenn ich eine 100 Jahre alte Firma bauen will, dann treffe ich vielleicht die Entscheidung anders. Hat sich das im Alltag schon irgendwie gezeigt?

06:18 Alisa Jahnke: Ja, also die Erkenntnis habe ich jetzt so seit zwei Wochen. Also am ersten Nacht war unser Event, aber ich merke schon, ich probiere einfach, mich in sämtlichen Opportunitäten nicht so zu verlieren, sondern einfach zu sagen, okay, was ist das, was. Pölet differenziert, was macht uns besonders. Und daran müssen wir festhalten. Und ich finde, das ist halt in der heutigen Zeit, wo so viele Opportunitäten so schnell kommen, ist das so eine Du musst so eine Disziplin an den Tag legen, dass du eigentlich an dem festhältst, was dich differenziert, was dich besonders macht. Und da habe ich jetzt schon einfach die letzten zwei, drei Wochen gemerkt. Meine Standhaftigkeit und da, wo ich Püller hinbringen möchte, kann ich schon klarer auch formulieren.

06:56 Feliks Eyser: Was hat das mit dir gemacht? Als Alice um die Ecke kam gesagt hat, das Ding gut ist 100?

07:02 Frederik Jahnke: Es hat bei mir ein gutes Gefühl ausgelöst. Ich glaube, Alisa, die das ja auch mit der Vision damals gestartet hat und auf uns, also auf mich und Etienne, den dritten Co-Founder zugekommen ist. Und Pure Lai präsentiert hat quasi, dass sie jetzt sagen kann nach zehn Jahren, das Ding wird 100 , ja, das löst. Euphorie aus und gleichzeitig auch Antrieb, wo man sagt, okay, ich will damit anpacken, das ist richtig cool. Und auf die nächsten 90 Jahre.

07:30 Feliks Eyser: Hat euch das auch ein bisschen Angst? Also im Sinne von, oh cool, jetzt dürfen sie aber auch nicht verkacken. Jetzt, wo zehn Jahre so gut gelaufen sind.

07:36 Frederik Jahnke: Nee, Angst hatte ich nicht. Kein Mal dabei, als ich darüber nachgedacht habe. Nein.

07:41 Feliks Eyser: Erzählt mal, erzählt mal vom Geschäftsmodell. Wenn ich mir noch nicht von. . Könner gehört hat.

07:45 Alisa Jahnke: Absolut.

07:46 Feliks Eyser: Eine sehr männliche Audience, muss er sagen. Eure Kundinnen sind zu 95% weiblich.

07:50 Alisa Jahnke: Ja, aber das ändert sich so ein bisschen im Schmuck mal. Freddy, du bist halt gut. Ja, sehr gut. Schau mal. Viel Schmuck an.

07:57 Feliks Eyser: Also wieder so ein Hinweis auf YouTube zu gehen und das Video anzugucken. So Freddy ist nicht nur gut aussehen, sondern auch noch. Richtig gut geschmückt hier.

08:03 Frederik Jahnke: Genau, ich schick dir mal den Link danach oder die Links und dann starten wir dich aus.

08:08 Feliks Eyser: Okay, sehr gut.

08:09 Von der Aushilfe beim Verpacken zur Gründerin: 65.000 Euro Umsatz in drei Monaten

08:09 Alisa Jahnke: Ja, also Geschäft. Wir haben zu 16 gestartet, sind jetzt zehn Jahre. Weil von Anfang an wir mit Purelei bringen das Alua-Feeling in die Welt. Purelei, der Name. Freddy hat es eben schon gesagt, Lei ist die hawaiianische Blumenkette und genauso soll es auch mit unserem Schmuck sein. Die Lei in der hawaiianischen Kultur ist das Größymbol für Liebe und Wertschätzung. Und so ist es auch mit Schmuck. Entweder Du kaufst dir das selbst und schenkst dir das selbst und das ist ein Symbol von, hey, ich bin wundervoll, ich bin selbstsicher ohne Schmuck, ganz ehrlich, also bei mir sowieso mein Auto Ist nie komplett und so ist es einfach bei Frauen. Das gehört dazu, dass man sich auch empowered fühlt. Und gleichzeitig ist Schmuck eines der wichtigsten und schönsten Geschenkartikel. Das heißt, wenn ich etwas geschenkt bekomme an Schmuck, trage ich eigentlich nichts näher an meinem Körper als Schmuck. Das heißt, die Symbolhaftigkeit dahinter ist einfach super wichtig. Und was wir dann gemacht haben , Immer super viel Schmuck natürlich von herbeigetragen. Ich habe dann Freddy und Ten kennengelernt, die hatten schon einen richtig gut laufenden E-Commerce-Store. Ich habe damals als Verpackerin gestartet.

09:09 Feliks Eyser: Die Tenjungen verkauft, oder?

09:11 Alisa Jahnke: Richtig, ja. Ja, ja, genau. Es hieß dann, du studierst doch noch, du hast doch Zahnfragen. Hi, come it's forbidden, we brauch, so feel bestelling, we must unpack. And then I so off nervous undergrad, God, when you just falsely Hat aber alles gut geklappt, aber das hat natürlich dazu geführt, dass wir super viel Zeit auch zu Tritt verbracht haben. Und ich habe halt immer von Hawaii erzählt und Wir saßen eines Nachmittags zusammen und haben gesagt, Herr Lisa, du trägst so viel Schmuck von Hawaii, die Storys lässt sich nicht los, lass uns was zweiter starten. Und ich so, ja, okay. Das heißt Purelei. Lei ist die Blumenkette, wie eben schon erklärt, und wir verkaufen Schmuck. Und dann ging es los. Dann haben wir eine Testphase festgelegt von drei Monaten, haben gesagt, okay, wenn es funktioniert, wenn wir. 75. 000 Euro Umsatz sollte ich machen, um zu zeigen, dass da ein Produkt Market Fit da ist. Ja, wir sind so bei 65. 000 rausgekommen in den ersten drei Monaten und haben sie gesagt, Alice Du hast da richtig Gas gegeben, komm, wir gründen jetzt eine zweite Firma, da ist was da. Und so haben wir wirklich mit einem. Direkt mit Schmuck gestartet, aber zu einem geringeren Preisniveau. Wir waren da so bei 11 , 15 Euro und konnten da gut in den Markt einsteigen, haben direkt mit Influencer Marketing gestartet, Meta natürlich, haben aber auch schon CRM aufgebaut und ich glaube, der Unterschied, den wir gefahren sind zu vielen anderen Marken, die da zu 2016, zu 17 gestartet haben, wir haben schon immer auf mehrere Channels gesetzt. Also wir haben uns nicht abhängig gemacht, nur von einem Kanal, sondern Wir sind in Retail gegangen, hatten da eigentlich in den ersten ein, zwei Jahren schon 250 POS-Stationen. Ich habe super viel B2B-Marketing gemacht. Schwarzkopf war einer der größten Kunden, die personalisierte Produkte gekauft haben. Und so haben wir es wirklich geschafft, aus dem Cashflow immer zu wachsen und immer mit Schmuck. Also wir haben immer mal was Neues auch ausprobiert und haben dann gemerkt, hey, Schmuck ist einfach das, was Purelei. besonders macht.

10:57 Mit dem Fahrrad von Boutique zu Boutique: 250 Verkaufsstellen in den ersten zwei Jahren

10:57 Frederik Jahnke: Du hast es jetzt so in so einem Nebensatz erwähnt: 250 POS, aber das aber in einer Geschwindigkeit akquiriert. Was glaube ich auch zum Erfolg da in der Anfangsphase zu beigetragen hat, dass das Ganze profitabel von Tag 1 gewachsen ist.

11:15 Feliks Eyser: Stimmt das, dass du da mit Fahrrad in Mannheim von Boutique zu Boutique gefahren bist?

11:19 Alisa Jahnke: Klar?

11:20 Frederik Jahnke: Ja, das war. .

11:21 Alisa Jahnke: Ich habe verkauft. Die

11:22 Frederik Jahnke: Tienne und ich haben Aufsteller zusammengebaut und geschraubt und Alisa hat dann die. . Ganzen Aufsteller mit voll mit Schmuckbehang an die einzelnen Boutiqu verkauft in der Region rund um Mannheim. Und wir waren in der Testphase, glaube ich, schon bei 50 Boutiquen. So roundabout. Also es war crazy.

11:45 Feliks Eyser: Werbung. Johannes Kliesch von Snocks war neulich bei uns im Podcast. Und da gab es einen Moment, da haben dem 800. 000 Euro gefehlt. Nicht in der Kasse, sondern bei den Belegen. Und zwar bei Rechnungen und Bestellungen falsch gebucht waren. Snocks verkauft über Shopify, Amazon, About You, Zalando, ganz viele Marktplätze und am Ende läuft alles in Shopify zusammen. Und dabei war eine Liste von offenen Posten entstanden, die mehrere hundert Seiten lang war. Unter der Last ist das bestehende Rechnungstool zusammengebrochen. Dann kam unser Werbepartner Pathway ins Spiel, die automatisiert Buchungen aus Shopify und Stripe. In Datev richtig ablegen und richtig verarbeiten. Der erste Blocker war noch 24 Stunden gelöst und zwei Wochen später liefen 100. 000 Buchungen sauber durch Pathway und korrekt in die Buchhaltung rein. Die 800. 000 Euro waren zurück. Und Johannes konnte sich Zeit nehmen, zu mir in Foundermode-Podcast zu kommen. Er sagt, Pathway hat ihm den Arsch gerettet. Wenn euer Business auf Shopify oder Stripe aufsetzt, dann nutzt Pathway. Meldet euch bei denen, sagt ihr, dass ihr über Fauna Mode gekommen seid. Dann erlassen die euch die Einrichtungsgebühr, die sonst bis zu 1000 Euro sein kann.

12:46 Speaker 4: Werbung Ende.

12:47 Feliks Eyser: Und würde dir das anderen Faulon empfehlen, die neu anfangen in einer beliebigen Kategorie zu sagen, ich setze von Anfang an auf mehrere Kanäle, mehrere Marketingmaßnahmen? Auf der anderen Seite kann man sagen, es gibt auch die Schule, die sagt, hey, mach deine erste Million Umsatz mal mit einem Produkt über einen Kanal an eine Zielgruppe, so sehr fokussiert, wo steht ihr da?

13:03 Alisa Jahnke: Also ich würde sagen ja, aber einfach aus dem, was ich gelernt habe. Und zwar habe ich halt, das Gute ist ja, ich war damals 24, ich war absolut selbst Kernkundin von Purelei. Das heißt, ich wusste, wo wir sein müssen. Es kam einfach intrinsisch. Und Ich habe einfach gemerkt, umso mehr Touchpoints man auch zu Beginn hat, umso ganz kann man das Ganze eben einfach effizienter aussteuern. Und deswegen habe ich aktuell nicht die Erfahrung gemacht, um mit einem Kanal zu wachsen. Deswegen würde ich mir das auch nicht rausnehmen, zu sagen, hey, das ist der richtige Weg. Ich würde eher sagen, schau, was du in deinem Netzwerk hast. Hast in deinem Umfeld, wenn du, egal in welcher Stadt du bist, du hast Café, du hast Orte, wo Menschen hingehen, schau, dass da dein Produkt präsent ist, das kostet dann deine Zeit, da vielleicht hinzugehen. Aber das, was da kreiert, dass die Marke direkt physisch auch offline erlebbar wird. Das war, glaube ich, bei uns ein Riesenvorteil, weil Schmuck ist auch gerne was, was die Leute anfassen. Damals hatten wir einen direkten Artikel, der stand neben der Kasse, der wurde einfach mitgenommen. Also mein Raschak wäre auf jeden Fall, dass man Schauen muss, okay, wo sind meine Kunden aktiv und wo muss ich sein, dass ich sie auch oder mein Produkt eben vor die Augen der Kunden und Kundinnen bekomme.

14:08 Feliks Eyser: Und es kann ja auch beides wahr sein, gell? So oft ist ja auch dann so ein 80-20-Ding und es stellt sich heraus, dass ein Kanal dann 80% des Umsatzes bringt. Das Problem ist aber, man weiß ja nicht, welcher das ist. Also es kann ja Retail sein, es kann D2C sein, es kann Amazon sein. Wir hatten den da von Bears with Benefits gerade hier, die sind auf Amazon groß geworden. Und dafür musst du diese Sachen halt auch ausprobieren. Ich glaube, dass wir Fauna immer Gut zu sagen, es gibt diese Experimentphase, da bin ich im Labor und da probiere ich viele Sachen an die Wand zu werfen und gucke, was hängen bleibt, und habe dann irgendwann die Erkenntnis zu sagen: Ja, es ist entweder Retail oder es ist D2C, Direct-to-Consumer. Und dann gehe ich aber auch wieder all innen und fokussiere mich. Und das eine muss das andere nicht ausschließen.

14:42 Alisa Jahnke: Ja, so haben wir es dann auch gemacht. Also wir haben dann, wir sind dann im E-Commerce so stark gewachsen, dass wir gemerkt haben, nach Nach zwei Jahren, hey, wir können die ganzen Boutiquen einzeln handeln, wir kommen gar nicht hinterher. Das passt nicht zu unserer Strategie. Das heißt, wir haben alles gestoppt und sind dann mit Fokus voll auf E-Commerce gegangen. Und das waren halt auch die ersten vier, fünf Jahre, wo wir wirklich enorm gewachsen sind. Aber auch da, genau wie du gesagt hast, dieser Fokus ist so wichtig und halt an auch zu gewissen Dingen auch mal Stop zu sagen. Und es waren auch schwere Entscheidungen, aber wir hätten uns da sonst verzettelt.

15:12 Feliks Eyser: Wie gehst du dann so eine Entscheidung ran, die schwer ist, also was abzustellen, was ja erstmal funktioniert? Wenn du sagst, okay, ich sehe da im Umsatz, ich mache da irgendwie 100. 000 im Monat oder was auch immer, dann zu sagen, nee, ich depriorisiere das, ist ja auch schmerzhaft.

15:25 Alisa Jahnke: Ja, das kann schmerzhaft sein. Also für mich war das damals sehr schmerzhaft, weil ich habe das mit so viel Leidenschaft auch aufgebaut. Ich habe nur einfach gesehen, wir bekommen es nicht gestemmt. Erstens von der Teamkapazität Und zweitens auch mit unserer ganzen Kampagnenstruktur. Die Einzelhändler konnten wir gar nicht auf diese ganzen Kampagnen mit draufnehmen. Und wir haben da so viel online gemacht, dass dann eher so eine Diskrepanz da war und einfach gesagt wurde, hey Und da habe ich gemeint, okay, that it 's another side kommen. Und da glaube ich halt immer daran, dass Vielleicht für den Zeitpunkt war es nicht das Richtige und jetzt sind wir gerade total in der Offline -Expansion mit unseren eigenen Stores. Und da sehe ich halt, okay, es war für damals nicht der richtige Zeitpunkt, und jetzt aber so Acht Jahre Purelei, da haben wir unseren ersten Story in München aufgemacht. Jetzt machen wir das selbst und nehmen das selbst in die Hand und kreieren dann unseren eigenen Touchpoint. Und das ist halt Manchmal muss man dann kurzfristig auf was verzichten, aber ich wusste, Purelei muss offline sein. Wir müssen die physische. Mein Traum bei Start war immer. einen Beach Store zu öffnen und einen Beach Store zu haben, weil ich wusste, diese Marke wird nicht nur digital funktionieren. Das will ich auch gar nicht, weil ich will, dass Leute und unsere Community, unsere Kunden reinlaufen und das fühlen, was wir mit der Marke erleben wollen. Und jetzt ja, seit zwei Jahren sind wir da in der Expansion mit unseren Stores. Und deswegen war es ein kurzzeitiger Verzicht, aber jetzt ist daraus eigentlich noch was Größeres entstanden.

16:45 Der erste Store im Ausland: Warum in Palma jeden Tag Samstag ist

16:45 Feliks Eyser: Ich habe gerade hier auf Mallorca einen Store aufgemacht.

16:49 Frederik Jahnke: Sieht super

16:49 Feliks Eyser: aus. Habt ihr gerade vor drei Monaten oder so eröffnet? Ja. War ich hier dabei? Du warst in Charge?

16:54 Frederik Jahnke: Ja. Genau, also das ist auch ein Testprojekt gewesen, weil wir gesagt haben, wie funktioniert eigentlich, also Alice hat es angesprochen, wir haben den ersten Store in München aufgemacht, danach hat Köln gefolgt. Das ist ja der erste Store nicht-Deutschland, im Ausland. Und wir haben uns Palma ausgewählt dafür. Einerseits, weil wir sagen, die Zielgruppe ist natürlich auch viel hier vertreten. Jetzt

17:21 Feliks Eyser: immer nur so halbdeutsch. Genau. In der Altstadt in Weimar.

17:24 Frederik Jahnke: Genau, richtig. Und andererseits, weil wir gesagt haben, wir wollen das einfach testen, wie funktionieren eigene Stores im Ausland für uns? Also kann das auch ein Wachstumstreiber für die Internationalisierung sein. Die Anfangsphase, die wir jetzt, also die ersten drei Monate seit Start, sind sehr gut. Wir haben Viele Learnings generiert schon jetzt in den ersten drei Monaten. Also unter anderem, dass es viel konstanter ist in den Umsätzen als jetzt in Deutschland. Also in Deutschland klassisch. Der Samstag ist der stärkste Tag unter der Woche immer eher schwieriger.

17:58 Feliks Eyser: Hier ist jeden Tag Samstag.

18:00 Frederik Jahnke: Hier ist jeden Tag Samstag, ja, tatsächlich. Und du kannst die Öffnungszeiten hier auch selbst gestalten. Also, du kannst hier sagen, ich will auch bis abend um 10 Uhr offen haben. Das ist in Deutschland auch ein bisschen anders.

18:10 Feliks Eyser: Und ihr schreibt auch rein, ihr merkt, der Geldbeutel sitzt ein bisschen lockerer im Urlaub-Setting, hast du dein Instagram vorst geschrieben?

18:15 Frederik Jahnke: Genau, richtig. Also Was wir merken, ist, dass der AOV höher ist im Palma Store. circa 5 Euro höher, weil wir einfach merken, okay, die Leute sind hier im Urlaubslaune und da sitzt der Geldbeutel etwas lockerer.

18:32 Feliks Eyser: Und 5 Euro klingt jetzt irgendwie ein paar Euro, ja, aber sind dann schon 10, 20 Prozent wahrscheinlich von dem, was sonst. Zum Jahr.

18:39 Frederik Jahnke: Ja, genau, also um die 10% circa. Und es macht sich dann schon bemerkbar, klar.

18:44 Feliks Eyser: Ich habe es auch so gesehen, ich bin da durchgelaufen, gegenüber ist ein Spielwarenladen, da war ich drin auf dem Parkhaus. Gekauft. Und schau da raus und denkst, so, das ist ja witzig. Den Laden habe ich noch nicht gesehen. Und dann meinem Kumpel Chris Zöller geschrieben, gesagt, hier connect mich mal mit Alisa und ich habe mich handeln schon. Also, jetzt haben wir darüber wieder zusammengefunden, siehst du. Also. Der PR-Wert von so einem Store ist ja fast schon unbezahlbar.

19:05 Frederik Jahnke: Genau, richtig. Also man muss auch sagen, wir wurden auf keinen Store so häufig angesprochen wie auf diesen Store. Wo wir Nachrichten in WhatsApp oder Instagram bekommen haben, hey, ich war hier gerade an eurem Store. Also alleine von der Reichweite her. Hat sich das schon gelohnt.

19:22 Feliks Eyser: Gibt es da Do's und Don'ts? Was habt ihr da gelernt? Ihr habt jetzt mehrere Stores aufgemacht. Ihr habt jetzt drei Stores?

19:26 Frederik Jahnke: Ja.

19:27 Feliks Eyser: Und wenn ihr den vierten, fünften, zehnten aufmacht, wie ändert sich die Blaupause im Vergleich zum ersten?

19:33 Frederik Jahnke: Gute Frage. Also ich glaube, wo man immer viel lernt, ist gerade bei dem Ausbau von so einem Store. Da lässt sich vieles einerseits natürlich auch in Umbau, Budgets einsparen. Aber wir sind auch viel besser geworden darin, zu verstehen, was brauchen wir wirklich in einem Store und was ist nice to have Aber jetzt auch ein Learning, klar in Spanien, die Gewerke sind ganz anders unterwegs als in Deutschland, also so wie man sich das klassisch vorstellt. Also es wurden Budgets natürlich überschritten und Timelines nicht eingehalten. wie wir das aus Deutschland kennen, und da mussten wir uns auch erstmal dran gewöhnen, dass das einfach ein bisschen anders läuft.

20:09 Feliks Eyser: Das muss ich mir vorstellen. Und so Stichwort Location, Location, Location, also das ist das Wichtigste. Ausbau und so weiter kriegt man irgendwie hin, aber wenn das Ding einmal da steht, dann kriegst du das nicht mehr weg. Was habt ihr darüber gelernt und wie wählt man so eine Location überhaupt aus? Muss man sagen, die ist super gelegen, die ist dann so ein Nadel quasi, wo jeder durch muss.

20:25 Frederik Jahnke: Genau, also hier muss man sagen, da haben wir danach gesucht. Auch. Also es war nicht so, dass die zufällig uns in den Schoß gefallen ist. Wir haben wirklich aktiv danach gesucht, weil wir gesagt haben, Palma ist ein Standort, den ich testen will. Und dann haben wir uns auf die Suche gemacht. Und ja, dann über Umwege sind wir an diese Fläche gekommen. Grundsätzlich in Deutschland kann man sagen, ja, ist, denke ich, auch naheliegend, da wo der Traffic ist, da will man sein, aber natürlich will man auch den Sweet Spot aus zu hohen Mieten und hohem Traffic. Also der muss so günstig sein wie möglich, sonst geht die Rechnung nicht auf von so einem Store. Also es bringt nichts, in der Top-Top-Lage zu sein.

21:10 Feliks Eyser: Dann gibt es da Tools oder so, um solche Frequenzmessungen zu machen? Wie geht man da überhaupt ran? Man kann sich da hinstellen und irgendwie die Leute zählen.

21:17 Frederik Jahnke: Ja, also es gibt Tools. Es gibt zum Beispiel ein Tool, High Street, was Frequenzdaten misst. Also die, äh, da werden wirklich Frequenzdaten gezählt in den Städten in Deutschland. Daran kann man sich sehr gut orientieren, um zu sagen, ist der Standort jetzt spannend, aber andererseits natürlich guckt man auch, wo sind die großen Player, wie ein Zara. und die andere Inditex Unternehmen, weil da natürlich auch die Frequenz hoch ist.

21:44 Feliks Eyser: Ist das so, dass man früher gesagt hat, okay, der Lidl ist immer zum Aldi gegangen und der Burger King zu McDonalds und ihr sagt, okay, wir gehen zu Zara oder zu HM?

21:51 Frederik Jahnke: Genau, also es gibt da für uns auf jeden Fall Indikatoren, wo wir drauf schauen und es ist auch, welche Stores sind da in der Region vertreten.

22:00 Feliks Eyser: Da gibt es diesen Joke übrigens von McDonalds, das ist funny, dass sie sagen, da bei McDonalds sind irgendwie 200 Leute angestellt, die den ganzen Tag quasi nur Storocations analysieren und das krasseste Datenteam der Welt haben und AI und was. Was auch immer. Und bei Burger Kings sind zwei Leute angestellt. Die machen die Leiden einfach da auf und McDonalds aufgemacht. Also das ist alles.

22:16 Frederik Jahnke: Genau, die Arbeit hat vorher schon jemand anders gemacht und du setzt sich so ein bisschen, hängst dich ein bisschen dran und kannst daraus schließen, okay, da wird die Frog. Frequenz jetzt schon gut sein. Und wenn du dann aus der Frequenz, aus den Frequenzdaten dir dann einen Umsatz prognostizierst, dann kannst du schon relativ gut sagen, okay, wird diese Fläche profitabel am Ende oder nicht?

22:35 Feliks Eyser: Und ist sie jetzt schon profitabel oder wie misst man das?

22:37 Frederik Jahnke: Also das kommt darauf an, wenn wir jetzt das Umbaubudget mit einplanen, dann nicht. Also da haben wir eine längere Payback-Time, bis wir das drin haben. Die ist unter einem Jahr auf jeden Fall. Ach

22:46 Feliks Eyser: krass, okay.

22:47 Frederik Jahnke: Aber unterm Strich, wenn wir das jetzt mal mit Abschreibungen etc. herausrechnen, ja, das wird eine profitable Fläche werden, ist dies heute. Kommt drauf an, ob man die Payback-Time mit reinrechnet oder nicht.

22:57 Feliks Eyser: Okay, aber sagen Ausbau und so weiter, klar schreibst du eine gewisse Zeit ab, aber quasi jetzt die Leute, die im Store stehen und Elektrizität und die Kaffeemaschine und was auch immer und die Personalkosten, so, das ist alles gecovert jetzt schon von den Sales.

23:06 Frederik Jahnke: Genau, ja.

23:08 Ziel 70 Millionen Umsatz ohne Investor: Warum unter 5% EBIT die Todeszone ist

23:08 Feliks Eyser: Wie groß ist das Purelei? Insgesamt.

23:11 Alisa Jahnke: Ja, dieses Ja wollen wir 70 Millionen umsetzen.

23:14 Feliks Eyser: 70 Millionen?

23:15 Alisa Jahnke: Ja.

23:15 Feliks Eyser: Geil.

23:16 Alisa Jahnke: Ja.

23:16 Feliks Eyser: Congrats. Und Fully Bootstrap, muss man auch sagen. Haben wir eingangs nicht erwähnt, aber das ist ja auch Extrem beeindruckend, dass ihr sagt, ihr habt die Firma mit 500 Euro Stammkapital quasi gegründet und habt euch immer von euren eigenen Umsätzen weiterentwickelt.

23:32 Alisa Jahnke: Von Tag 1, ja. 500 Euro, da habe ich die ersten Produkte mitgekauft, ja. Und dann ging es los.

23:38 Feliks Eyser: Und du hast mal gesagt, die Leute reden über Umsatz, aber was bleibt eigentlich hängen? Die Frage wird dich so oft gestellt.

23:43 Alisa Jahnke: Das gab für mich da so eine Kehrtwende oder auch wenn Ten jetzt hier sitzen würde, das war stark zu 23. Also ich war ja auch, ich bin ja viel auf Speaking-Events unterwegs und natürlich Du wirst immer nach dem Umsatz gefragt und das Wachstum. Es hat sich jetzt die letzten drei Jahre ein bisschen geändert, aber davor ging es eigentlich nur darum, wie viel Wachstum machst du? Und ich meine, hat mir gesagt, okay, es interessiert wohl keinen, ob das Nicht ein profitables Unternehmen ist, weil die Basis möchte man ja eigentlich aufbauen, dass da eine gewisse Sicherheit auch besteht. Das hat sich jetzt die letzten drei Jahre, würde ich sagen, komplett geändert. Also da wird viel mehr drauf geschaut und auch nachgefragt, bleibt da denn wirklich was hängen? Deswegen die Aussage habe ich so 2023. Es war auch glaube ich auf dem OMR-Vortrag, wo ich das genannt hatte. Genau, auch für uns nehmen, ja. Also wir sind, wir haben vielmehren den Blick seit 2023 wie ich auf die C3. Also wirklich, wie effizient steuern wir unser Marketing an?

24:39 Feliks Eyser: C3 heißt Contribution Margin Margin Bye, also quasi nach Personalkosten am Marketing nach Warneinsatz und so weiter.

24:46 Alisa Jahnke: Genau, Personalkosten kommen nochmal unten. Also die sind da nochmal weg. Das heißt, wir sind seit 2023 auch mit dem Blick Auf unsere Zahlen viel datengetriebener geworden. Und natürlich hat es auch so ein bisschen zur Folge, so die Jahre davor. Wir alle drei haben jetzt eigentlich nicht so den starken Finance-Background gehabt. Also eher so mehr nach vorne, mehr Wachstum, mehr Tun, mehr coole Ideen. Einfach machen, einfach umsetzen, haben da auch wirklich ein paar wilde Entscheidungen getroffen gehabt, die aber am Ende des Tages gut aufgegangen sind Sind aber seit 2023 einfach viel mehr auf den Blick C3 und haben das viel besser unter Kontrolle, wie wir aussteuern. Aber das mussten wir natürlich auch irgendwann werden.

25:30 Feliks Eyser: Was hat sich geändert in 2023 von eurem Mindset her?

25:34 Alisa Jahnke: Von unserem Mindset her, ich glaube, wir haben dann schon angefangen, Dinge, die uns auch mögliche effiziente Aufmerksamkeit bringen, ebenfalls zu hinterfragen und wirklich zu challengen. Deswegen auch so ein bisschen, glaube ich, fluch und singen zugleich. Bessere Datenqualität, effizienteres Marketing, aber vielleicht auch Opportunitäten ausgelassen, wo wir hätten stärker rausgehen können nochmal mit Purelei und mehr die Bekanntheit steigern können, vielleicht auch international. Würdest du das auch so

26:01 Frederik Jahnke: Ja, genau. Also ich glaube grundsätzlich wir haben für uns so die so ein paar Zonen definiert. Also unter 5% E-Bit am Ende des Jahres ist für uns die Todeszone. Und da haben wir gesagt. In die wollen wir uns nicht begeben. Deswegen haben wir geschaut, dass wir immer Richtung 10 Prozent und das ist so unsere Schwelle, wo wir sagen, da wollen wir hin.

26:20 Feliks Eyser: Und irgendwo dazwischenseite jetzt auch, wenn ihr sagt, 70 Millionen Euro.

26:22 Frederik Jahnke: Mal so, mal das, genau.

26:24 Feliks Eyser: Wir können da auch drei, vier, fünf, sechs, sieben Ja, und sieben, wenn es gut läuft, hängen bleiben.

26:28 Frederik Jahnke: So das Ziel. Und ich glaube, die Jahre davor war es halt so, dass wir uns teilweise auch in der In der Todeszone gefunden haben, die wir für uns dann so als Todeszone definiert haben.

26:40 Feliks Eyser: Du weißt ja, diese Berliner Startups so sagen, kein Problem. Minus 100% EBIT, minus 200%. Warum nicht? Ich habe ja Venture Capital. Genau, richtig. Jetzt wäre nur 5% Engine. No way, dann gehen die Alarmglocken überall an. Geil, aber es ist ja genau das Mindset of the World. Also und deswegen seid ihr unabhängig.

26:55 Frederik Jahnke: Mega geil. Also genau das, weil wir eben niemanden, keinen Investor dabei haben, der da mal eine Geldspritze mit reinbringen kann. Deswegen haben wir gesagt, wir müssen da wirklich knallhart sein mit uns. Und zu dem anderen, du hattest eben noch gesagt, wir haben weniger effiziente Aufmerksamkeit betrieben dadurch. Ich glaube, das ist richtig und durch diesen Blick hart auf die Zahlen und auch auf CM3 und EBIT ist die Folge daraus, dass man oftmals auch Dinge weglässt, die man vorher eben aus Mit reinem Blick auf Wachstum und Brandgedanken gemacht hat.

27:31 Feliks Eyser: Was habt ihr weggelassen, zum Beispiel?

27:35 Frederik Jahnke: Also, ich glaube, eventseitig haben wir viel weggelassen. Es gab die ganzen Jahre zuvor, wo Events ein großer Bestandteil waren unseres Brandwachstums und wo wir oft darauf angesprochen wurden. Ich glaube auch im Markt , wenn man vielleicht auch mit Influencern spricht, wurde Purelei als die Brand wahrgenommen, die vielleicht auch Vorreiter in diesem Event-Themen war und Launches groß gefeiert hat, auch Sales groß gefeiert hat. Wir haben Black Friday Events gemacht. Und irgendwann, wenn man sich den Blick auf die Zahlen sich ganz genau anschaut, dann kann man hinterfragen, lohnt sich das? Lohnt sich das rein auf Zahlen basiert? Und wir haben es dann runtergeschraubt und haben das immer kleiner gemacht, aber die Folge ist auch eine andere, dass man halt eben Stück für Stück Dinge weglässt, die. . die Marke eben auch bekannt machen.

28:24 Feliks Eyser: Also so unter reinen Performance-Aspekten, so kann man sagen, gut, kann ich es tracken, wie viel mehr Ketten ich verkauft durch ein Event, vielleicht schwierig. Auf der anderen Seite Hat es da euren Brand-Charakter auch definiert damals? Das war wahrscheinlich in der Anfangszeit genau das Richtige, deswegen auch diese Brand einmal so zu positionieren.

28:39 Frederik Jahnke: Ja. Aber

28:40 Feliks Eyser: auf dieser Wellenbewegung, das machen wir.

28:42 Frederik Jahnke: Genau, richtig. Also ja Der Blick auf den EBIT, der hat auch eine Schattenseite, sagen wir es so.

28:51 Feliks Eyser: Was war für euch da das Schwierigste in diesen Entscheidungen, dann zu sagen, du sitzt dann da nichts Achar?

28:56 Alisa Jahnke: Das war das Schwierigste. Ja, also wir sind schon sehr datengetrieben mit unseren Entscheidungen, aber so wie Purelei eigentlich entstanden ist und gewachsen ist, kam da halt sehr viel auch aus dem Bauch raus. Und ich sag mal, diese Kombination, da den Sweet Spot zu finden, das würde ich jetzt sagen, das ist dann schon das Schwierigste, weil man kann nicht alles belegen. Also die Wilden Ideen, die wir häufiger auch im Kopf haben, die kannst du halt nicht alle belegen und du weißt halt auch nicht, kommt da wirklich jetzt was bei rum? Oder halt auch nicht. Was ich nur gemerkt habe, so die Jahre, deswegen war das Palma Store Opening Projekt auch so Geil für mich, weil ich da gedacht habe, okay, wir wagen was, wir machen was, was so selbst bei mir Excement auslöst. Und wenn ich jetzt an die nächsten 90 Jahre mit Purelei denke, da müssen da immer Dinge kommen, die vielleicht so unerwartet sind, die Excitement auslösen, die vielleicht auch im ersten Moment nicht immer belegbar sind, dass da wirklich was hängen bleibt. Aber die braucht es auch, weil genau so Momente, wie ich da stehe, und konnte es eigentlich nicht glauben, dass wir jetzt ein Palma ins Store haben. Die brauche ich, weil die motivieren mich. Und deswegen werden da wahrscheinlich die nächsten Jahre auch einige wildere Dinge vielleicht mal noch kommen.

30:01 Feliks Eyser: Das ist so interessant, dass du das auch verbindest mit der 100-Jahre-Vision, weil du sagst, ja klar. Die hundertjährige Firma Purelei, natürlich hat die einen Store auf Palma. Die hat auch einen in Miami und in Haut.

30:10 Alisa Jahnke: Die hat auch einen auf Hawaii Hawaii.

30:12 Feliks Eyser: Genau, auf Hawaii natürlich und wahrscheinlich in Tulum und in Saint-Tropez und wo auch immer. Berlin, vielleicht auch, let's see. Aber das ist ja interessant, von dem Framing her, da rückwärts zu denken und zu sagen, natürlich, also dann aber es gleichzeitig damit zu verbinden, zu sagen, ja gut, trotzdem habe ich meine 5% Todeszone und ich fange jetzt nicht an, 100 Stores gleichzeitig aufzumachen, weil da übernehme ich mich vielleicht.

30:31 Alisa Jahnke: Ja. Genau. Das ist eigentlich sehr gut beschrieben, so wie wir ticken, auch gerade mit diesen Hundert-Stores gleichzeitig. Also man sieht ja viele Unternehmen, wo wir jetzt auch nach und nach immer Flächenangeboten bekommen haben, die machen so in Deutschland, dann gehen direkt 30 live. Und wir haben uns gefragt, wie schaffen die das denn? Also so ein Umbau kostet ordentlich sechsstellig. Wie funktioniert das Ganze? Und auch für den München-Store, wir haben uns eineinhalb Jahre Zeit genommen, bis wir die perfekte Location hatten, weil wir wussten, wenn wir den ersten Store, When der nicht trifft und wenn wir da eine Fehlentscheidung, wir wussten eigentlich Purelei, Schmuck offline verkaufen ist jetzt kein Also, das ist eigentlich No-Brainer, dass das funktioniert. Aber so, dass es in der PL einfach aufgeht, wussten wir, diese Standort-Location ist super wichtig. Und wir waren so kurz davor, immer zu sagen, oh, machen wir jetzt doch schnell die und wir, Freddy und ich auch viel in Gesprächen. Nee, das muss sitzen. Da dürfen wir uns jetzt nicht verrennen. Und schlussendlich hat er gesessen und eigentlich so den ganzen Grundbaustein. Also wir werden dieses Jahr noch zwei weitere Stores eröffnen, Mannheim wird eröffnet, Münster wird eröffnet. Genau, und nächstes Jahr sind wir da auch. Soll das auf jeden Fall so weitergehen und einfach auch, weil wir uns nicht verrennen und auch Zeit nehmen in die Analysen und keine Schnellschlüsse auch treffen. Auch wenn es manchmal vielleicht in den Fingern krippelt. Aber wird es auch sagen.

31:48 Feliks Eyser: Wie geht ihr damit um, mit dieser unternehmerischen Ambition zu sagen, hey, ich will hier Gas geben, ich will was bauen? Und auf der anderen Seite so mit diesem Bauchgefühl, was dann vielleicht sagt, ah Vielleicht doch nicht overpacen.

31:59 Alisa Jahnke: Schwer, ne?

32:01 Frederik Jahnke: Ja, also ich glaube , wie geht man damit um?

32:06 Alisa Jahnke: Also gerade bei dir muss man immer sagen, du bist irgendwo, du schaust dir eine Fläche an und du hast direkt ein Bauchgefühl, ob das funktioniert oder nicht. Und da einfach zu lernen, man muss da auch drauf hören, klar hat man dann noch die Daten, die das vielleicht auch irgendwie belegen, aber dein Bauchgefühl, muss ich sagen, also in den zehn Jahren, wie ich sage, aber Freddy ist unser Orakel. Freddy kann die nächsten zwei, drei Jahre auf wundersame Weise vorhersehen. Also das ist wirklich verrückt. Nee, das tust du manchmal auch immer so ab. Das ist wirklich verrückt. Und wenn du irgendwo bist, du merkst sofort, ob das Potenzial hat oder nicht.

32:42 Feliks Eyser: Wieso bist du ein Orakel?

32:45 Frederik Jahnke: Ich würde sagen, ich bin grundsätzlich jetzt im Business-Kontext jemand, der Ich habe so einen generalistischen Blick auf mehrere Dinge gleichzeitig. Ich kann schnell aus Gesprächen mir die wichtigsten Informationen ziehen und daraus Schlüsse fassen. Und ich glaube, das hilft dabei, um ja. Für uns auch da Rauschlüsse zu ziehen und den nächsten Schritt zu machen. Ich bin niemand, der sich in einer PNL. . Genau, das gucke ich mir auf der groben Ebene natürlich an und es ist für mich auch wichtig, dass der Store am Ende profitabel ist. Aber für mich geht es da viel auch um Emotionen. Also wo soll die Brand stattfinden? Es sind hier die Leute, die auch unsere Kunden sind, die Bock darauf haben, dass wir hier einen Standort haben. Ja, ich glaube, dafür habe ich ein gutes Gespür und ich kann das sehr schnell rauskristallisieren, passt es oder nicht.

33:45 Speaker 4: Werbung. Alisa

33:46 Feliks Eyser: und Frederik haben es vorhin gesagt, unter 5% E-Bit ist bei denen die Todeszone. Und um so zu steuern, musst du jederzeit wissen, was reinkommt und was übrig bleibt. Und das ist eine Sache, die sehe ich bei fast jeder E-Com-Firma, die wir bei uns im Podcast haben. Das Geld kommt von überall. Ein Teil über den eigenen Shop, ein Teil über den Marktplatz. Die Retouren gehen wieder raus und die Werbekosten. Da verliert man schnell den Überblick darüber, was tatsächlich reinkommt und vor allem was hängen bleibt. Und genau dabei hilft Konto. Das digitale Geschäftskonto bringt ein Cashflow-Dashboard mit, in dem du die Einnahmen und Ausgaben in einem Ort siehst. So behältst du die Zahlungsströme aus den verschiedenen Verkaufskanälen zentral im Blick. Und mit den erwarteten Transaktionen siehst du nicht nur, was bereits passiert ist, sondern auch, welche Rechnungen demnächst abgehen und welche Einnahmen noch ausstehen. Auch die Buchhaltung wird einfacher, Belege lassen sich direkt den passenden Transaktionen zuordnen und die relevanten Daten über Date, FlexWare und andere Integrationen synchronisieren. Also Weniger zusammensuchen, mehr Klarheit zu deinem Cashflow. Wenn du wissen willst, wie sich das für deinen Shop anfühlt, geh auf konto. com, Konto mit Q und nutz den Code FounderMode, um das Ganze sechs Monate lang kostenlos zu testen. Konto. com und jetzt zurück zur Show mit Alisa und Frederik.

34:58 Speaker 4: Werbung Ende.

34:59 Feliks Eyser: Was habt ihr darüber gelernt, eurem Bauchgefühl zu vertrauen? Weil das für viele Frauen ja so ein Struggle ist. Beim Hiring, bei Partnerschaften, bei Produkten, bei Marketingkanälen und so weiter, du hast immer so die Sache, wenn es super gut funktioniert, dann ist klar, was du machst. Wenn es überhaupt nicht funktioniert, ist auch sehr klar. Die meisten Entscheidungen sind ja irgendwo in der Mitte. Also meine Erfahrung ist 80 Prozent So der Bewerbungsgespräche, so gehst du raus und denkst so, ja, kann klappen, muss nicht klappen, weiß ich nicht. Da kann man sagen: gut, hör auf dein Bauchgefühl, das sagen gefahrene Unternehmer sehr oft, aber den Mut den es erfordert, das wirklich zu tun, haben gar nicht so viele. Was habt ihr darüber gelernt?

35:32 Alisa Jahnke: Das ist ja auch langsam, jetzt in zehn Jahren ist das ja auch so ein bisschen Heritage. Das heißt, man hat ja auch wirklich viele Beweise, wo man selbst sagen kann, hey, da habe ich auf mein Bauchgefühl gehört und da nicht. Also, das ist ja wie so ein Bauchgefühlst-Track-Record, der sich da so auch ein bisschen aufbauen kann. Und mittlerweile muss ich sagen, mein Bauchgefühl zu Purelei Nicht zu allem anderen, aber das zu Purelei, da bin ich so confident mit. Also, das ist wirklich was. Und klar, es gibt so ein tolles Buch, das heißt, oben bleiben immer Und da ist das Wichtigste datenbasierte Entscheidungen. Und da stehe ich auch komplett dahinter. Aber dieses Bauchgefühl, was man selbst zur eigenen Marke, ich bin ja nicht irgendein. Oder eine CEO, wo man mich wo draufgesetzt hat. Ich mache das ja für mein eigenes Unternehmen, was ich aufgebaut habe. Deswegen sage ich da mein Bauchgefühl, dem traue ich da eigentlich immer zu 100 Prozent. Und es ist manchmal schwer, sich da einfach auch nicht abbringen zu lassen. Weil das ist halt dieses, wie belegst du das dann? Wie kannst du dein Team damit nehmen? Vertrauen aufbauen, wo ich einfach sagen würde, da haben wir unser Team, auch gerade wie wir ticken und wieder unsere Kultur ist, immer gut hinter uns und ich merke einfach, es geht Häufig um die richtige Art und Weise, wie schaffst du das zu transportieren? Und was ich halt merke, was ich gut schaffe im Team, ist halt, wenn ich sie auf so eine Reise mitnehme und einfach sage, hey, von da kommen wir und da wollen wir hin. Und das ist die Vision, das ist die Gedanken, umso besser man es schafft, so zu verbildlichen, ein Bild aufzubauen, wie jetzt mit diesen 100 Jahren. Du hast sofort in Bildern gedacht, wo brauchen wir überall ins Tor? Und das ist ja genau das, was entstehen muss. Das glaube ich, das schaffen wir mittlerweile eigentlich ganz gut, weil das Team schon verstanden hat, auch gerade unser Exec-Team. wenn von uns drei da irgendwie so ein Bauchgefühl kommt, was ich auch ganz ehrlich, ich sage das ganz ehrlich und offen. Ich tue da nicht irgendwie probieren, so irgendwie mir irgendwelche Daten da aus dem irgendwo herzuziehen. Natürlich braucht es die vielleicht, um noch An der anderen Stelle es gern zu stützen zu können. Aber ich kann es offen und ehrlich sagen, kann sagen, mein Bauchgefühl, Leute, ist gerade, dass das hier in die falsche Richtung geht.

37:33 Kosmetik nach sechs Monaten gestoppt: Wann das Bauchgefühl falsch lag

37:33 Alisa Jahnke: Und da bin ich einfach sehr confident geworden. Wo

37:37 Feliks Eyser: lag euer Bauchgefühl mal falsch?

37:41 Alisa Jahnke: Vielleicht so rund um neue Produktkategorien. Also, ich habe von Anfang an super viel getestet. Also, ich hatte das Bild von dem Beachstore. Beziehungsweise ich habe es auch immer noch und im Beachstore, da ist eben nicht nur Schmuck, da sind Strandtaschen, da sind Sonnenbrillen, da sind Strandtücher, da habe ich auch Beauty, da habe ich. Themen drin, ja, die mich, deswegen passen wir hier auch nach Palma so gut. Da funktionieren tatsächlich auch Sonnenbrüllen und Handtaschen, Strandtaschen ganz gut, weil es hier direkt gebraucht wird. Aber da dachte ich, da war mein Bauchgefühl, hey, unter dem Marktnamen Purelei und mit einem Aloha-Feeling, das ist so neue Produktkategorien, hätte viel eher Hätte ich erwartet, dass das eher funktioniert. Wir haben auch Bikinis probiert, und da würde ich jetzt sagen, da war mein Bauchgefühl wahrscheinlich eher falsch. Hätten wir vielleicht mehr Marketingspend draufgegeben, nochmal länger daran festgehalten und hätte es vielleicht funktioniert, aber mein Bauchgefühl war, mit der Markenstory müssten wir das doch eigentlich alles gut verkaufen können.

38:37 Feliks Eyser: Ihr habt doch mal Kosmetik gemacht, oder? Und wieder eingestellt?

38:39 Frederik Jahnke: Ja. Genau, also ich bin für den Innovations-Bereich verantwortlich und das heißt, wir probieren da immer wieder neue Sachen. Vielleicht zum Hintergrund dazu, also wir haben bei Purelei. uns ein BHAG-Ziel gesetzt.

38:55 Feliks Eyser: Ein Big Harry Audacious Goal. Egal. Müssen wir gleich mal über Scaling absprechen, wo das herkommt. Das stellen wir mal zurück, aber sehr gut. Okay, großes Ziel.

39:03 Frederik Jahnke: Genau, ja. Da geht es um wiederkehrende Kunden und natürlich eine große Menge an wiederkehrenden Kunden. Und das heißt, mit diesem Blick auf diese Zahl an wiederkehrenden Kunden, die wir vor Augen haben, ähm, Ist für uns ehrlich gesagt der Zweitkauf immer der Entscheidende. Und was eignet sich da eben an Produkten natürlich auch? Und da kommt Beauty natürlich sehr nah dazu, dass das etwas ist, was darauf einzahlt. Deswegen ist damals die Aktion oder deswegen haben wir gesagt, wir testen das. Und auch hier war meine Annahme, dass. Die Purelei-Kundin, ja, ich sag mal, offener ist dafür, diese Kategorie auch auszuprobieren. Und ja, da mehr ein Sog entsteht für dieses neue, diese neue Produktkategorie. Und da habe ich relativ schnell gemerkt, okay, wir müssen da ganz schön pushen, um diese Produkte überhaupt auch an die Kundin und aber auch an. Neukunden zu bekommen. Und deswegen haben wir das, was wir uns am Anfang als Innovations-Team als Ziel gesetzt haben, nicht erreicht und dann Muss man aber auch knallhart sagen, wenn man das eben nicht erreicht, dann muss man da auch stoppen. Und das haben wir getan, ja, nach sechs Monaten.

40:17 Feliks Eyser: Was war das Meeting, nämlich mit dem Raum, wo ihr die Entscheidung getroffen habt, den Stecker zu ziehen? Gab es eine Kennzahl, die ausschlaggebend war, oder war es auch wieder ein Bauchgefühl?

40:26 Frederik Jahnke: Es war so ein Mix aus beidem, würde ich sagen. Also wir haben uns ein Umsatzzziel gesetzt, was wir nicht erreicht haben. Und gleichzeitig habe ich auch gesagt, ich merke, dass es sehr zäh ist, dieses Produkt wirklich auch zu vermarkten. Gleichzeitig bin ich kein Experte auf dem Gebiet. Und ich merke auch, dass im Markt gerade für Beauty das Expertenwissens entscheidend ist. Und dann haben wir oder habe ich auch nahegelegt und habe gesagt, entweder wir kriegen hier einen Experten mit an Bord. Oder wir lassen es sein. Und wir haben dann gesagt, wir wollen es sein lassen, uns eher auf den Kern wieder fokussieren, nämlich Schmuck.

41:11 Feliks Eyser: Leute, ich muss euch um Gefallen bitten, weil wir in den Zahlen sehen, dass über 70% von euch noch gar nicht abonniert sind und wir geben sehr viel Mühe mit dem Podcast, holen coole Gäste rein, und je mehr Abus wir haben, desto mehr Reichweite haben die folgenden, desto bessere Gäste können wir reinholen. die ihre Erfahrungen mit euch teilen. Also wenn ihr uns einen kleinen Gefallen tun wollt, dann drückt abonnieren. Danke. Und was habt ihr gelernt? Wovon andere Fauna profitieren können zum Thema Category Expansion. Weil ihr sagt, okay, wir sind in einer Kategorie drin, wir kennen uns da aus, Leute assoziieren uns mit Schmuck, wir probieren in eine andere reinzugehen, hat in dem Fall nicht geklappt. Strandtaschen ist wahrscheinlich irgendwo dazwischen so, ist jetzt keine Hautcreben, aber auch nicht ganz schmuck, aber zumindest näher dran. Also, was ist mittlerweile euer geupdatetes mentales Modell dazu,

41:55 Alisa Jahnke: wir sind jetzt super nah an unseren Kundinnen dran. Also wie viel Dialog Da passiert zwischen unseren Kunden und unserem Team, ist wirklich enorm. Das heißt, wir wissen eigentlich sehr, sehr viel darüber. Und immer wenn wir was Neues quasi gelauncht haben, war so der Tino, ach Pjulley, ich liebe einfach euren Schmuck und bitte macht doch da neue Dinge, die wir vielleicht noch nicht kennen, bevor ihr euch jetzt irgendwo drin verliert. Das waren wirklich die klaren Aussagen. Das heißt, ja, das war sehr deutlich, weil ich glaube, das kommt aber auch daher, weil, wie ich es zu Beginn auch beschrieben habe. Schmuck ist einfach so was Emotionales und so ein Artikel, wo du so viel mit verbindest. Und das Ganze könnte auch verwässern, wenn da auf einmal andere Themen dabei sind. Weil ich habe wirklich Kunnen vor mir sitzen, die sagen, oh, die zwei Ketten, die ziehe ich niemals aus. Die eine habe ich von meiner Mutter zum Abschluss bekommen, die andere von meinem Freund. Und die haben so einen Wert für mich. Und sobald da halt sonstiges vielleicht noch ins Sortiment kommt, Tust du vielleicht auch diese Symbolhaftigkeit von diesem Schmuck so ein bisschen verbessern? Also, das ist das einfach, was ich rausgehört habe, wenn ich mit Kunden spreche. Gleichzeitig glaube ich. Gibt es immer Opportunities. Und es wird auch immer. Ich weiß, dass irgendwann was kommen wird, was nicht nur Schmuck ist, aber vielleicht ist es eine Kombination. Zum Beispiel, so war es ja auch mit unserem Adventskalender. Es gab 2019, 2018, 2019 gab es noch keinen Schmuck-Adventskalender auf dem Markt. Und da habe ich auch gedacht, okay, wir testen Sie jetzt einfach mal aus, ob das funktioniert, ob das was ist. Oder mit unserem Abo -Modell. Die Idee hatten wir so ein bisschen aus unserem BHAG raus, wiederkehrende Kunden, Kundinnen.

43:28 Feliks Eyser: Das ist interessant. Ihr habt quasi dieses Retention-Ziel, ich spreche viel über Retention, habt ihr an die oberste Stelle gesagt, gesagt, wir wollen, dass die Kunde nicht nur einmal sich Ohrringe bestellt, sondern dass sie wiederkommt und habt daraus abgeleitet, was muss denn passieren.

43:39 Alisa Jahnke: Ja, und damals 2018 haben wir dann in den USA rüber geschaut, da gab es den Million-Dollar Shave Club, der einfach diese Sag dir vielleicht auch was. Ja, das war einfach genau. Da dachte ich mir so: What? Also, so ein Ressort. Das ging ja so durch die Decke, haben wir gedacht, okay, mit unserem BHAG zu 18, was wir eben mit Scale Up festgelegt hatten, wir probieren uns einfach ein Abo und jeder hat uns so angeschaut, der Schmuck, Abo, aber das verbraucht sich doch nicht. Schlussendlich ist es site, so 18 Weg, eine sehr wichtige und tragende Säule und wir haben einfach auch jeden Monat den Touchpoint Zu der Kunden.

44:12 Feliks Eyser: Kennbar, wie das funktioniert. Jeden Monat kriegt die ein Paket und das ist eine Überraschung drin, oder genau suche ich mir das aus?

44:17 Alisa Jahnke: Ja, ist eine Überraschung. Also wir werden da jetzt auch noch mal ein bisschen was ändern, dass man auch mehr in die Selection gehen kann, aber schlussendlich die letzten Jahre, was eben immer Die Mahina Club Subscription, der Glücksmoment, der einfach nach Hause kommt, wo die Kunde sich selbst was beschenken kann, oder es wird auch häufiger verschenkt, die Subscription und es passt halt auch immer saisonal. Das ist eben ein Thema. Ja, es ist auch nicht mehr wegzudenken aus unserem Bund. Über 10.

44:41 Feliks Eyser: 000 Kindern habe ich gesehen.

44:43 Alisa Jahnke: Also, wenn man überlegt über diese Jahre, wie viele Personen da schon Teil von unserem Abo waren, das ist wirklich verrückt. Also Und auch da wieder, da wurde am Anfang gesagt, wie soll das denn funktionieren? Aber es kam halt aus diesem Gedanken, der über allem liegt, was wir tun, aus unser BHAG, aus der Strategie. Und das ist auch was für mich aktuell. Daran festzuhalten und wir halten da Zeit 2018 fest, das ist einer der Erfolgsfaktoren. Und gleichzeitig denke ich mir so: Ach, wir lassen da immer noch ein bisschen was liegen, da könnte eigentlich noch so viel mehr gehen. Aber das macht es ja immer entspannt, weil Aktuell ist es so, das habe ich vorhin auch schon gesagt, es gibt so viele Opportunities im Markt und sich daran wirklich festzuhalten, was das, was wirklich für die Marke, für das Unternehmen zählt und mit den BHAG-Gedanken Überall, dann werden auch Dinge schon wieder ein bisschen eingegrenzt, die man vielleicht in der Zukunft machen wird.

45:31 Der erste Adventskalender: 3.500 Stück, in zwölf Stunden ausverkauft

45:31 Feliks Eyser: Okay, wir müssen gleich nochmal über Scale Up und BHAG sprechen. Aber erkläre mir davon nochmal ganz kurz die Economics von so einem Adventskalender-Geschäft, ist ja super interessant. Und es scheint ja auch so eine Art Inflation gegeben zu haben. Ich habe letztes oder. Ich habe glaube ich vor zwei, drei Jahren oder so, den ersten so hochwertigen Adventskalender da gekauft. Und dann kommst du bei Instagram und das Targeting rein und dann sehe ich mal, da gibt es 20 Anbieter, also 20 reicht da gar nicht wahrscheinlich, aber jede Brand launcht ihren Adventskalender. Ihr wart da früh dabei. Wie baut man erfolgreichen Adventskalender? Als DPC-Brand.

45:58 Alisa Jahnke: Ja, ich muss sagen, das ist wirklich eine geile Reise gewesen, muss ich sagen. Also es war 2019, weiß ich noch, ich habe den mit unserer Produktdesign, wir hatten damals eine Produktdesignerin im Team, ich so Also ich spüre da, was da kommt, was irgendwie, da war ja damals auch so Amorelie, Adventskalender und so. Das war damals schon so ein Thema. Ich so, okay, wir probieren das jetzt mit Schmuck. Und ich habe so im September einfach geschaut, was haben wir da, was können wir da reinpacken. Wir haben den dann, das war dann quasi in unseren Flitterwochen, die wir gemacht haben. So waren dann die Flitterwochen. Wir haben damals.

46:32 Feliks Eyser: Habt ihr mit den Suppliern gesprochen?

46:34 Alisa Jahnke: Also, das war so wild, damit hätte ich nie gerechnet. Ich weiß nicht, ich hatte damals 3500 Stück. bestellt. Ich sage musste, das war schon eine bolde Sache, also mal so viel dir dann aufs Lager zu legen, ohne zu wissen, ob da überhaupt was geht. Schlussendlich wurde der uns in zwölf Stunden aus den Händen gerissen. Die Website war gar nicht darauf ausgedacht, dass das ausverkauft ist, nirgendwo stand, aber es gab Überverkäufe, Es war wie ich ein Kuddelmuddel , weiß ich noch, saß ich da in Shopify in Griechenland und habe da probiert, irgendwas zu managen. Natürlich an einem Sonntag auch noch. Ja, aber da hat er so ein bisschen die Reise gestartet und Für mich, ich habe einfach gemerkt, das ist so ein geiles Produkt auch für die Marke, weil du schaffst es halt wirklich vor Weihnachten. Jeden Tag diesen Touchpoint zu haben. Und bei uns ist ja natürlich auch das Weihnachtsgeschäft super stark. Das heißt, Geschenke etc. Das steht zu Hause. Du stehst erstmal wirklich, du hast ja Real Estate quasi im Wohnzimmer oder im Schlafzimmer oder wo auch immer. Wenn es toll aussieht, dann steht das auch danach noch. Wir haben die auch immer so designt, die verändert. Verpackung zu neuzeit noch nicht, aber danach, dass es eine Schmuckaufbewahrung ist. Also, dass das wirklich was ist, was Best Case danach bei den Kunden einfach zu Hause entspannt.

47:37 Feliks Eyser: Die stehen auch noch alle Partnerin, die will den Alle stehen, lassen drei von diesen Dingern, diese Häuser und in irgendwelche Welten immer im Keller stehen. Also das ist ja geil, wenn man dann bleibt. Sozusagen. Okay, das heißt, ihr macht da eine Ausbewahrungsbox draus.

47:51 Alisa Jahnke: Genau. Letztes Jahr hatten wir da so Bücher, dieses Jahr haben wir so Blumen. Also es ist wirklich, und jedes hat denke ich so, wie sollen wir es jetzt noch toppen? Bislang schaffen wir es immer, weil dies sehr haben wir es erstmal einen modularen Adventskalender rausgebracht. Für die Logistik echt ein Pain und das Team muss da auch echt da ordentlich Gas geben, dass wir es hinbekommen. Aber du kannst dir dies ja selbst zusammenstellen. Also wir haben acht verschiedene Module, das sind Blüten. Bei Purelei Lei ist die harmanische Blumenkette, deswegen ist bei uns einfach wie Ownen das Thema Blumen auch so ein bisschen im Markt. Und es heißt, die Kunden hat jetzt wirklich den USP, sich ihnen selbst zusammenzustellen. und bekommt es dann einer hochwertigen Verpackung, weil da muss man halt jenes Jahr auch eine Schippe drauflegen, weil wie du gesagt hast, der Markt ist so Exponentiell gewachsen und es ist ja immer auch ein Jahr, wo wirklich sehr, sehr viel passiert und man musste immer mit irgendwas Neuem kommen, weil sonst funktioniert das Game auch nicht. Hier wird es auch niemandem mehr raten. Adventskalender. Neu reinzugehen.

48:45 Frederik Jahnke: Ja, neu reingehen, schwierig.

48:46 Feliks Eyser: Zug ist abgefahren?

48:47 Frederik Jahnke: Ja, ist schon.

48:48 Feliks Eyser: Was kostet Euro, wenn man den konfiguriert? Was ist von bis?

48:52 Alisa Jahnke: Von bis, so bei 169, glaube ich, bis 219.

48:57 Feliks Eyser: Okay. Das geht ja noch im Vergleich zu, also man sieht ja teilweise Dinge, die kosten also 800 Euro oder so. Von irgendwelchen Warenhäusern aus England oder so oder irgendwelchen Also nicht Brands.

49:06 Frederik Jahnke: Ja, also man kann da von bis ausgeben, sag ich mal.

49:09 Feliks Eyser: Aber für Leute, die zuhören, hier ist gut, gutes Weihnachtsgeschenk. Das ist eher gutes Weihnachtsgeschenk. Aber unsere Audience ist ja eher männlich als weiblich. Das heißt, wenn ihr da noch versucht, dann geht man auf Purelei. Frau und meinem Partner

49:22 Frederik Jahnke: was Guteskalender. Genau, ist tatsächlich auch das Produkt, was am häufigsten von Männern gekauft wird bei Purelei

49:28 Alisa Jahnke: in der Adventskalender. Gut, dass wir es platziert haben.

49:34 Feliks Eyser: Erzählt mal von Creatorhäusern.

49:37 Frederik Jahnke: Ihr habt

49:37 Feliks Eyser: erzählt, ihr habt viele Events gemacht und ich habe gesehen, ihr habt das auf die Spitze getrieben und habt diese Häuser angemietet.

49:43 Alisa Jahnke: Ja, das war auch eine wilde Sache.

49:44 Feliks Eyser: Es gab das Haus auf Hawaii, also das war das Erste, dann habt ihr eins auf Mallorca.

49:48 Alisa Jahnke: Genau, das haben wir gerade noch. Also da ist es gerade jetzt noch bis Ende August läuft die Aktion. Genau, zu 23. Das war wirklich auch eines der Themen, die so am meisten effiziente Aufmerksamkeit erzeugt hat. Unser Haus auf Hawaii. War auch eine wilde Nummer, hat aber ich war selbst vor Ort dann auch, es war einfach ja marktechnisch. Wir haben den Adventskalender Kampagne da aufgenommen, Lei Workshop gemacht, in dem Garten hier sind Blumen Maria-Bäume, da saßen wir mit der Community, die haben sich Lei dort selbst geflechtet. Das war bevor wir quasi unser Lei-Produkt auf den Markt gebracht haben. Jetzt haben wir gerade hier auf Mallorca ein UTC-Haus

50:27 Feliks Eyser: User-Generated Content. Da ladet ihr Creator ein.

50:31 Alisa Jahnke: Genau, es sind kleine Creator, die sich was aufbauen möchten, auch Community-Members, einfach Personen, die auf Social Media gerne aktiv sind. Wo wir die organische Reichweite einfach nutzen und eben nicht Paid Content einkaufen, sondern wie ich gesagt habe: hey, das Haus ist direkt am Strand, du hast da das Aloha-Feeling. Also wenn ich dort am Strand bin, wenn ich da, ich war selbst auch im Haus Da denkst du, genau das ist das, was wir mit Pûlay möchten.

50:53 Feliks Eyser: Und du musst nicht mal 24 Stunden im Flugzeug setzen, oder?

50:58 Alisa Jahnke: Die Kehrseite. Und was mich jetzt so freut, ist einfach, also wir bei Purelei, wir stehen auch für Connections, einer unserer Brennfeld ist, wir wollen Menschen zusammenbringen, weil wir drei Funde haben auch gesagt. . . In unserem Leben ist uns nichts wichtiger als die Connection zu unseren Familien und zu unseren Freunden. Und wenn Purelei dazu beitragen kann, Verbindungen zwischen Menschen aufzubauen oder die zu stärken, dann ist das genau, was uns antreibt. Und in dem Haus, was da jetzt passiert ist, wir haben jetzt jede Woche kamen zehn, zwölf Frauen zusammen, neue Frauen, die sich auch nicht getan haben. Kannt hatten und was da entstanden ist, also gerade Janina, unsere CBO, hat letztes Wohl gesagt, Alisa.

51:34 Feliks Eyser: CBO, was heißt das?

51:35 Alisa Jahnke: CBO, also Chief Brand Officer. Genau, sie hat gesagt, Alisa, das ist genau, was da passiert. Das, was Pille ausmacht. Menschen kommen zusammen, die lernen sich kennen, die weinen, wenn sie sich verabschieden. Also da sind so viele schöne Verbindungen entstanden. Und gleich Gleichzeitig natürlich auch Content auf Social Media, der genau die Marke spielt, also der unsere Produkte am Strand zeigt, der das Aloa-Feeling ausstrahlt. Die haben schöne Momente zusammen, die lernen sich kennen, die erzählen was. Und natürlich haben wir jetzt, wir haben zehn Jahre coolen Sale bei Pure A Life gehabt. Das heißt, das Ganze wurde da natürlich auch performance-seitig noch unterstützt. Wir haben sehr viel Content bekommen und es war ist einfach für uns solche Aktionen, das sind wirklich so Win-Win Aktionen, weil für alle Ja, einmal für die Performance bringt was für die Marke, für die Markenbekanntheit und auch noch das, unser why eigentlich, dass wir wirklich Connections.

52:26 Feliks Eyser: Und würde ich sagen, Creatorhäuser ist noch ein Ding, das auf dem aufsteigenden Ast ist, wenn ihr sagt, nee, Adventskalender ist eigentlich durch, aber ist das Creator House der Adventskalender von 2026 quasi? Weil ich die Wahrnehmung habe, also ich habe das Wort Bretterhaus wahrscheinlich vor ein, zwei Jahren zum ersten Mal gehört, da ist er das ja abgefahren, aber auch smart, gell? Weil in Zeiten von Social Media die ganzen Ticket TikTok Leute und so weiter an einen Ort zu bringen, die auch nicht weg können und nur Content machen, ist ja erstmal smart.

52:51 Frederik Jahnke: Genau, also ich glaube 2023 muss man sich nochmal da reinversetzen, es war Corona. Wir hatten also 2022 gerade, es wurde wieder. . möglich zu verreisen. Und wir bieten als Marke an, hey, du kannst jetzt nach Hawaii. Komm und melde dich an fürs Creator House auf Hawaii. Und es war halt ein Riesending von der Aufmerksamkeit. Und Creatorhäuser sind danach auch von anderen Brands entstanden, auf jeden Fall. Aber ich glaube, es ist nach wie vor immer noch ein Ding und es wird sich auch weiterentwickeln. Also wir hatten es gerade gestern davon, je mehr AI und die Technologie sich weiterentwickelt, aber sich auf so ein bisschen persönliche Connections entfernt dadurch, umso wichtiger wird auf der anderen Seite dieser Community-Aspekt und das Zusammenkommen. Ich bin leidenschaftlicher Padel -Spieler. Und ja, wenn ich merke, dass ich mich jetzt einfach selbst in eine Gruppe mit fremden Leuten einbuche über die App, was ich vor drei, vier, fünf Jahren niemals gemacht hätte. Da merkt man schon, okay, dieses persönliche Zusammenkommen ist halt einfach nicht wegzudenken. Das brauchen wir und das brauchen wir auch als Marke. Deswegen diese Creator-Häuser. Die bringen genau sowas und ich glaube aber auch, dass sich das weiterentwickeln wird. Und bei uns wird sich das auf jeden Fall auf die nächste Ebene bringen, die ich jetzt noch nicht sagen kann, was das sein wird, aber das wird sich weiterentwickeln, ja. Was

54:21 Feliks Eyser: kostet so ein Crater House zu organisieren? Ich sehe, dass ihr sagt, das ist direkt am Strand, das sieht jetzt auch nicht ganz so schlecht aus. Was für ein Budget nimmt man da in die Hand, um sowas für eine Saison zu betreiben?

54:30 Alisa Jahnke: Das war jetzt ein Monat bei uns, ich sage mal, sollte man schon mit 40. 000 bis 50. 000 Euro rechnen. Und ist es all-in

54:38 Feliks Eyser: oder ist es nur fürs Haus? Oder muss man dann noch Catering machen und irgendwie. .

54:41 Alisa Jahnke: Nee, da ist es wirklich so, wir haben das auch sehr offen gehalten diesmal. Also wir haben einfach gesagt, hey, wir laden euch ein. kommt, ihr habt die Unterkommt for free, aber schlussendlich könnt ihr am Tag machen, was ihr möchtet. Also es gibt bei uns verschiedene, zum Beispiel waren wir auch in Sri Lanka und haben da ein Greater House gemacht, da war das nochmal alles mehr geführt. Das war jetzt wirklich so ein Test, wo wir das ein bisschen offener gehalten haben, weil wir einfach schauen, okay, wie können wir das skalieren? Wenn du es immer perfekt planst und auch ein Programm dahinter, dann ist das nicht skalierbar. Und das war wirklich ein Test. Das sind immer zwei Purelei-Team-Members vor Ort, die das Ganze auch mit organisieren und steuern, aber es ist mehr frei gehalten. Trotzdem kommen die Menschen im Rahmen von Purelei zusammen. Das heißt, so die 40, 50k in dem Case, die sind schon all in, ja.

55:26 Feliks Eyser: Und wenn du über Skalierbarkeit bei Events nachdenkst. Was ist insgesamt der Bottleneck für die Firma? Ihr macht 70 Millionen Umsatz, mega geil, ihr wollt 100 Jahre bestehen. Was muss passieren, um auf 500 Millionen, um auf eine Milliarde Umsatz zu kommen? Was ist gerade das größte Bottleneck bei euch im Geschäftshandel insgesamt?

55:46 Alisa Jahnke: Größte Bottleneck, aber gleichzeitig auch einfach geile Herausforderung. Purelei muss in neue Märkte. Also wir brauchen neue potenzielle Kundinnen. Jede zweite Frau in Deutschland kennt uns. Also wir sind da schon einfach auf einem hohen Level unterwegs. Und das jetzt einfach die nächsten Jahre zu schaffen, da wirklich international, weil ich habe von Anfang an gesagt, wir bringen das Aloha-Feeling in die Welt. Ich habe nicht gesagt, wir bringen es nur nach Deutschland, Österreich und Schweiz.

56:14 Feliks Eyser: Die hundertjährige Firma, die ist global.

56:15 Alisa Jahnke: Genau. Und das ist, ich glaube, deswegen ist nicht ganz bottleneck. Gleichzeitig müssen wir schon das Team und die Ressourcen, die wir haben und wie wir das Ganze steuern, auch sehr effizient gestalten, weil du hast uns jetzt kennengelernt. Wir ticken einfach so, wir haben mit 500 Euro gestartet und wollen das auch einfach profitabel weiter wachsen lassen und da den Sweetspot zu finden, wie kannst du effizient einen neuen Markt eröffnen mit neuen Dingen, die halt so, man eröffnet keinen neuen Markt mehr, indem man das gleiche macht wie vor zehn Jahren in dem Markt. Das ist die coolste Herausforderung eigentlich auch gerade, die wir haben.

56:52 Frankreich und Italien: Siebenstellig für eine Influencerin, dann den Markt gestoppt

56:52 Feliks Eyser: Habt ihr die Anläufe schon gestartet?

56:54 Alisa Jahnke: Ja, also wir haben, wir waren 2020 bis 2022 waren wir wirklich stark in Frankreich und Italien unterwegs. Also wir haben da auch schon mehrere Millionen Umsatz gemacht. Wir haben es nicht geschafft. Es in der Zeit, die wir uns vorgenommen haben, das Ganze profitabel gemacht. Auszusteuern. Deswegen sind wir dann auch, man muss ja sagen, so 2022 war so das Thema, es war bei uns noch Verhalten, aber wir hatten es schon auch Da war ja das Thema, überall sind die Lager voll. Also man hat so viel eingekauft, einfach durch den E-Commerce-Boom, Lager ist voll. Das Thema hatten wir auch, nicht ganz so schlimm, aber dann haben wir einfach gesagt, okay, was stoppen wir? Weil da auch mehr, wir müssen uns fokussieren. Also es war einfach so ein wichtiger Wendepunkt auch. Wir haben dann Frankreich und Italien eingestellt. Das ist wirklich eine harte Entscheidung, warum ich sagen. Ich war auf, wir haben Launch-Events gemacht mit ganz tollen Creatern, wo ich selbst in Mailand bin. War, wo wir die Marke da vorgestellt haben. Wow, dachte ich, wie geil ist das denn? Also es hat mich auch so happy gemacht. Weil ich genau dieses Hey Purelei bringt Saloa Feel in die Welt, habe ich damals gesehen. Schwere Entscheidung, das zu stoppen.

57:58 Feliks Eyser: Wie war der Moment, diese E-Mail zu schreiben, zu sagen, wir sind jetzt weg?

58:01 Alisa Jahnke: Das war schon, das war schon scheiße, muss ich echt sagen, weil ich habe da was gesehen. Wir hatten auch damals so 20, wir haben Chiara Ferragni gebucht. Die erste Influencerin, die waren Boulder Move, also wir haben da echt siebenstellig investiert. Eine Person.

58:19 Frederik Jahnke: Ja, Kerafarani, die hat jetzt

58:21 Feliks Eyser: finde ich

58:23 Frederik Jahnke: Es wäre

58:23 Alisa Jahnke: vielleicht für die Audience, ja, die erste Influencerin. Also sie hat das ganze Influencer. Sie haben über 20 Millionen Follower worldwide. Es

58:32 Frederik Jahnke: ist die bekannteste Influencerin in Europa, würde ich sagen, immer noch und mit der größten Reichweite. Wenn man jetzt nur davon ausgeht, ihr Business ist Influencer sein, also Creator sein, ohne dass sie jetzt Musikerin ist oder sonst nichts.

58:48 Alisa Jahnke: Genau, sie ist eben aus Italien. Also sie ist Italienerin. Das heißt, wir haben da schon richtig investiert. Also wir haben da, es hat natürlich auch Strahleffekte auf Deutschland und auf Frankreich gehabt. Aber wir sind da schon bold reingegangen und das im Nachhinein muss ich sagen, einfach war cool. Also war richtig cool, umso härter war es natürlich dann zu sagen, okay, wir stoppen es. Aber Ich glaube, es war damals richtig, dass wir uns wieder fokussiert haben, dass wir da auch einfach effizient in unserem Kernmarkt und im Dachmarkt vorangeschritten sind. Das war absolut richtig. Gleichzeitig hat es wehgetan. Und wir werden da jetzt auch nächstes Jahr wieder Anläufe starten. Ich glaube, da auch wieder, wir hatten jemand das Thema AI und Community, wir wissen, wie wir uns als Marke, glaube ich, da was wir im echten und physischen Leben tun müssten, um eine Marke aufzubauen. Und gleichzeitig kann man jetzt so viel spannender und effizienter auch neue Märkte starten. Damals, wir hatten ja, mussten ja alles noch übersetzen und mit Übersetzungsagenturen arbeiten, also so viele Themen. Die man jetzt ja viel leichter lösen kann. Deswegen, ähm, ja, nochmal zu deiner Frage, nicht ganz bottleneck. Wir müssen schauen, dass wir die Strukturen dahinter schaffen, dass wir das erreichen können, aber große Challenge, weil um unser BHAG zu erreichen, brauchen wir Weitere Märkte.

1:00:05 Feliks Eyser: Was macht ihr da jetzt anders mit dem Wissen, was ihr heute habt? AI ist ein Thema der Zeit, mega, dass es diese Chancen jetzt gibt und gleichzeitig so diesen Taste, dieses Gefühl, die französische Kundin, die britische Kundin zu verstehen. So ist wahrscheinlich schwieriger aus der deutschen Perspektive. Was mit den Learnings hier gemacht habt? Was gebt die anderen Foundern mit, die zum ersten Mal internationalisieren wollen, wo ihr sagt, guck mal, das würden wir heute anders machen?

1:00:26 Frederik Jahnke: Also ich glaube, mit unseren Learnings, die wir jetzt auch, also als ich sag mal, etablierte Marke im deutschsprachigen Raum, gehen wir eher mit einem Omnichannel-Ansatz rein. Das heißt. . . Plattform ist für uns ein wichtigeres Thema.

1:00:40 Feliks Eyser: Was heißt das?

1:00:41 Frederik Jahnke: Amazon, hier ist es bei uns auch ein About You oder Zalando beispielsweise, die für uns gut funktionieren. Das andere ist aber auch, dass die Stores für uns sehr gut funktionieren und eben schnell profitabel sind. Und ich glaube, in der Kombination dann mit dem Performance-Ansatz, Performance Marketing und den Creatern, also das so Das Setup, was wir jetzt starten würden, aber auch schon als etabliertere Marke mit einem gewissen Budgetopf würden wir so in den Markt reingehen.

1:01:11 Feliks Eyser: Was sollt ihr denn machen, wenn ihr Cash-Constrained wärt, wenn ihr jetzt nicht die Ressourcen hättet, die ihr habt, wenn jemand sagt, ja, ich würde gerne nach Italien, aber ich habe ja 100. 000 dich ausgeben kann, würde ich sagen, lass es sein. Oder gibt es Sachen, die man mit wenig Budget sinnvoll machen kann?

1:01:24 Alisa Jahnke: Es gibt immer, also meiner Meinung nach, so sind wir ja gewachsen. Also oh Gott, ich habe aus einer Mücke einen Elefanten gemacht. Ich hatte kein Budget. Also ich musste ja alles nutzen, was ich hatte.

1:01:35 Frederik Jahnke: Ich glaube, Product Market Fit ist so wichtig wie noch nie, weil einfach das Angebot so groß ist wie noch nie, egal in welchem Bereich, ob Supplements, ob Fashion oder Schmuck ist egal. Das Angebot ist sehr breit und ich glaube, je differenzierter für deine Zielgruppe spezifisch dein Produkt ist, desto einfacher hast du es in der Vermarktung dann auch. Deswegen, ich würde immer schauen, ist das Produkt ready? Und wenn das Produkt da ist, dann würde ich auch sagen, setz diese 100. 000 Euro, die du jetzt als Beispiel genannt hast, ein. Um ich würde auf jeden Fall schauen, dass man organisch in diese Zielgruppen und Communities reinkommt. Also auch wirklich das Wichtigste ist, und das vergesst man manchmal da auch zu sagen an der Stelle, ist, dass man auch verkaufen will als Person. Also Ist man vom Typ her jemand, der verkaufen will? Und das war Alisa von Tag 1. Die ist in die Boutiquen reingelaufen und hat dieses Mindset mitgebracht: ich will die Ware verkaufen. Und ich lerne immer wieder Gründer kennen, wo ich schon direkt spüre, boah, ich glaube, das ist ein Puzzleteil, das dir vielleicht fehlt. Und das ist ein sehr wichtiges Puzzleteil. Dieses Verkaufen wollen. Ich will diese Ware an den Mann oder an die Frau bringen. Ja, ich glaube, mit dem Mindset im Gepäck, dann in die Communities reinzugehen und auch mal organisch versuchen, hey, was sagen die zu dem Produkt? Wie finden ihnen das? und direktes Feedback einzuholen und dann eventuell auch mit einer mit einem neuen Produkt, was man upgedatet hat, auf das Feedback der Community zu sagen, ey, okay, ich bin jetzt ready und jetzt Verkaufe ich das auch wirklich mal? Also auch vielleicht mal physisch da sein und vielleicht auch mal einen Pop-Up-Store aufmachen und einfach mal das Ding, die Sachen verkaufen. Und daraus dann wiederum Content generieren, den man über seinen eigenen Online-Channel, Social Media Channel spielen kann. Und ja, Präsenz zeigen und dann im nächsten Schritt folgt dann Performance Marketing und die anderen Channels. Aber ich finde, dieses im ersten Schritt.

1:03:35 Frederik Jahnke: Zu sagen, ich will verkaufen und ich kann verkaufen, ich will das Produkt verkaufen, ich bin davon überzeugt, wird oft unterschätzt.

1:03:43 Feliks Eyser: Alisa, wie werde ich ein besserer Verkäufer? Oder eine bessere Verkäuferin? Was ist die drei Minuten Masterclass?

1:03:49 Alisa Jahnke: Nee, was ich gemerkt habe, auch jetzt rund um das Zehnjährige, ich hätte immer gefragt, okay, macht es denn noch Spaß? Man ist der beste oder die beste Verkäufer, wenn man es von Herzen kommt, wenn man 100% dahinter steht. Wenn man sagt, hey, das ist ein geiles Produkt. Und wir haben ja auch den. wasserfesten Edelstahlschmuck in Deutschland platziert und ich fand es einfach so geil, diesen USP und mit der Story dahinter. Und deswegen hatte man Wenn man mich von vor Purelei kennt, ich war sehr introvertiert, eher schüchtern, zurückhaltend, dass ich mir irgendwann einen Hörer gegriffen habe, den man angerufen hat, oh, das hat mich schon so gestresst. Aber mit diesem, dass ich das selbst wusste, das ist jetzt so meine Chance, wie ich meine Story auch irgendwie die Welt tragen kann, mit geilen Produkten, die was für Frauen einfach sehr, sehr, sehr wertvoll sind. Das ist das, was mich gespürt hat. Ich glaube, das heißt, es muss schon. Entweder man kann einfach gut verkaufen. Ich glaube, es gibt Menschen, die können alles super gut verkaufen, aber bei mir ist es so. Wenn ich 100% dahinter stehe, dann kann ich es. Richtig. Und dann bin ich da auch die Beste darin. Dann kann mir das auch niemand nehmen. Deswegen so und so. Also, du müsstest eigentlich was finden, wo du sagst, ey, das ist so geil, es macht so Spaß. Und dann läuft es von alleine.

1:05:05 Feliks Eyser: Das ist das Feuer. Was ist das Handwerk?

1:05:07 Alisa Jahnke: Das Handwerk ist sich trauen und rausgehen, wie ich es damals gemacht habe mit dem Fahrrad. Ich bin in die Boutiquen rein und habe gesagt, hey, ich habe da was Cooles für euch. 350 Euro Starterpaket könnt ihr euch hier an den Dresen stellen, kostet 11,90 Euro im VK, ist ein Mitnahmeartikel und dann haben sie gesagt: Oh cool, genau sowas habe ich gebraucht. Das heißt, ich habe halt auch gesehen, dass da Nied für da war. Und schlussendlich ist das Handwerk, dass man sich aber auch traut, es zu tun. Und das ist eigentlich das, was Freddy auch sagt. Viele tolle Menschen kennen, die auch tolle Ideen haben, aber wirklich dann rauszugehen und zu sagen: Ja, hast du es mal jemandem gezeigt? Bist du mal wo reingegangen? Hast du mal probiert, es da irgendwo zu platzieren? Ja, nee, es ist noch nicht perfekt. Nee, also das Perfekte kommt dann auch auf der Reise, aber dieses rauszugehen, zu fragen und sich zu trauen, mit Menschen zu sprechen.

1:06:00 Feliks Eyser: Das ist so ein deutsches Mindset, gell? So dieses so perfektionistische Produkt muss echt super sein, es gibt tausend Gründe, es nicht zu verkaufen. Verkaufen ist eh unangenehm, ist ja oft so assoziiert.

1:06:10 Alisa Jahnke: Ich habe ja auch meine Story so ein bisschen verkauft. Also da kam ja immer, ja, was heißt denn Purelei, was ist denn die Marke dahinter? Und ich hatte natürlich da immer schon direkt auch von mir einen emotionalen Ankerpunkt, den ich teilen konnte, wo ich Leute mit auf eine Reise nehmen konnte. Das heißt Ich könnte jetzt nie klassisch irgendwas. Ich brauche die Emotionalität dahinter. Und dann kann ich auch die beste Verkäuferin sein, um es mal so zu sagen. Das war so mein Handwerk dahinter.

1:06:38 Frederik Jahnke: Ja, ich finde auch der Weg, E-Commerce, ich sage mal, sich hinter sein, also an den Schreibtisch zu setzen und hinter seinem Rechner zu verstecken und über Performance-Ads jetzt zu versuchen, sein Produkt zu verkaufen und das ist es jetzt und danach funktioniert es nicht, weil der ROAS ist unter 1 und ach, ich krieg's einfach nicht mehr. Dann hast du es noch nicht richtig probiert. Dann bist du halt den einfachen Weg gegangen.

1:07:03 Feliks Eyser: Das ist auch interessant, ich sehe das oft bei Frauen und das ist ja auch so eine Art von Prokrastination. Das ist eine sehr schlaue Art von Prokrastination, aber zu sagen. Ja, ich verkaufe an, weiß ich nicht, Software an Autohäuser oder so. Und dann fängt man erstmal an, mit irgendwelchen Tools, irgendwelche komplizierten Listen aufzusetzen und E-Mails so und eine Drip. Campaign und keine Ahnung, dann ist man nach zwei Wochen da und sagt so, okay, was ist jetzt? Und andersrum diejenigen, die einfach den Telefonhörer in die Hand genommen haben und gesagt haben komm, ich rufe jetzt halt mal 50 von denen an. So, und 49 von denen werden sagen, hau ab und geh zum nächsten. So, um das auszuhalten zum einen, aber dann auch mit dem einen, der sagt, ja, interessiert mich. Den Termin zu machen und so weiter, so das sehe ich oft sind die erfolgreicheren Fauna, nicht die quasi so intellektuell sich da irgendwelche komischen Systeme aufbauen und verleitet AI ja auch ein Stück, weil zu sagen, nicht braucht jetzt erstmal ein super Framework mit irgendwie N8N und da da und der einfache Weg wäre zu sagen, nee, steig aufs Fahrrad. Wir fahren halt hin.

1:07:53 Alisa Jahnke: Manchmal ist es sehr pragmatisch.

1:07:55 Frederik Jahnke: Und du kriegst ehrliches Feedback zu deinem Produkt, zu deiner Dienstleistung.

1:08:00 Feliks Eyser: Was war das Härteste am Aufbau vom QA für euch beide?

1:08:05 Frederik Jahnke: Ich meine, das ist das Härteste. Aber ich glaube, ein Kompromiss, sagen wir es mal so. Ich meine, wir sind Founder und aber auch Couple.

1:08:13 Feliks Eyser: Und der dritte im Bund ist euer bester Freund?

1:08:15 Frederik Jahnke: Genau. Ich glaube, jetzt diese Dynamik auch zu dritt, dass die über zehn Jahre, ich sag mal, so bestehen bleibt, ohne dass wir uns verstritten haben oder böses Blut irgendwie vergossen ist und wir schlecht übereinander reden. Finde ich schon mal, also bin ich mega stolz auf uns drei. Und dann ist aber auch natürlich noch die private Situation, dass wir halt auch noch ein paar sind und man trägt halt oft auch das Business mit in ins Private mit rein, ist natürlich eine Herausforderung, wo man dann in der Freizeit, wo andere halt ihren Urlaub machen oder ihre Flitterwochen und wir verkaufen halt einen Advent. Und ich glaube, das ist Eine Herausforderung. Aber das macht auch gleichzeitig Spaß. Also, weil man halt mit jemandem an seiner Seite hat, wo man immer wieder darüber wäre. Also man hat was, woran man gemeinsam wächst und gemeinsam arbeiten kann. Was

1:09:10 Feliks Eyser: sind der Beziehungen, die ihr da zu dritt habt? Was waren da die Momente, die am krassesten waren, wo ihr dachtet, das kann jetzt irgendwie auch schief gehen? Oder da gibt es jetzt in einem alternativen Universum eine Abbiegung, wo das irgendwie vor die Hunde geht?

1:09:22 Frederik Jahnke: Ich glaube, ein Punkt, der mir spontan einfällt, ist, was du vorhin angesprochen hast, Opportunities. Jeder von uns drei hat auf dem Weg. jede Menge Opportunities vor die Nase gehalten bekommen, um, ich sag mal, als Ablenkung, wo man sagen könnte, okay, also das würde ich eigentlich auch noch gerne machen. Nur haben wir drei uns Immer wieder gesagt, wir wollen uns auf die eine Sache committen und fokussieren. Und wir haben nie, also Keiner von uns hat noch eine andere Company gerade auf der anderen Seite und werkelt noch irgendwann was anderes rum, sondern wir sind alle drei auf die eine Sache committed. Und ich glaube, das verbindet uns sehr, dass wir drei Ja, da einfach Disziplinen bewahren und immer an Purelei zusammenarbeiten. Ja, und die da aber standhaft zu bleiben und sich nicht verlocken zu lassen von vermeintlichen finanziellen Chancen. Ja, es ist schon auch manchmal tough.

1:10:19 Feliks Eyser: Was sagst du? Alice, da frei dich immer weg, aber was ist dann dieser. Ehemann slash Co-Founder Beziehung das Schwierigste. Was ist nerviger? Dass dein Ehemann in deine Firma abhängt oder dein Co-Founder bei dir in der Küche? Oh

1:10:34 Alisa Jahnke: Mann. Wo

1:10:35 Frederik Jahnke: bin ich besser?

1:10:38 Alisa Jahnke: Das ist schwierig. Also erstmal, ich kenne es ja auch nicht anders. Manchmal ist halt schon, also ich habe dich ja vorhin schon so als unser Orakel auch betitelt, ne? Und ich würde sagen, ich bin, ich habe da auch vielen Dingen einen guten Riecher oder ein gutes Bauchgefühl. Aber du bist halt, du siehst Dinge, bevor sie halt wirklich auch mal herausfordernd oder scheiße sind, kann man ganz ehrlich so sagen. Und das halt manchmal im Privaten auch so auszuhalten, dass du halt sagst, ey, da läuft gerade richtig was in die falsche Richtung. Weil bei mir kannst du es ja halt nochmal anders ehrlicher, ungefilterter platzieren. Ich glaube, das ist aber schon auch das, was mich halt dann die letzten Jahre auch sehr entwickeln hat lassen. Aber es war auch schon häufiger einfach auch ein Stressthema bei uns. Weil die unangenehmen Dinge, die passieren ja dann häufiger nicht im Alltag. Im Businessaltag, da hat man seine Termine, läuft alles irgendwie geregelt ab. Aber die Gespräche, die halt häufiger dann auch mal zu Hause noch abends stattfinden, wo man vielleicht auch sehr, auch sehr erschöpft sind. Das ist halt schon das, was manchmal auch anstrengend werden kann. Aber durch die Kinder, also wir sind jetzt seit sechs Jahren auch älter, ist da auch nochmal eine ganz andere Dynamik reingekommen, weil wir uns dann aktiv Zeit für die Kids nehmen, als Familie und das hat uns, glaube ich, auch eine gute Balance gegeben. Trotzdem, ich habe das jetzt vielleicht ein bisschen so negativ dargestellt, wollte ich aber gar nicht. Geht eher darum, dass es halt uns beiden häufiger noch mal mehr abverlangt, glaube ich, als als anderen, die vielleicht zu Hause ein Familien-Setup haben, was sie erstmal ablenkt. Wir sind da ja schon dann auch stark drin. Und manchmal denke ich so, oh Freddy, komm, ich will es jetzt gerade gar nicht hören. Und gleichzeitig weiß ich mal, Scheiße, er hat immer recht.

1:12:28 Feliks Eyser: Habt ihr da so Regeln für euch definiert oder gibt es da irgendwie so businessfreie Zeit oder so? Ich denke mir, ich habe auch zwei Kitzen. Abends, also ich bin ja, wir sind ja alle braindead. Vor allem wenn die Kinder klein sind, du bist ja völlig durch den Fleischwolf gedreht abends. Und wenn ich dann denke, fuck. Jetzt müsste ich und meiner Partnerin noch die PL durchgehen oder die Retention oder so, also da gebe ich mir die Kugel. Habt ihr die für euch irgendwas definiert, um das

1:12:52 Frederik Jahnke: Also das hat sich so etabliert, dass wir nach der Arbeit auch Full Focus Zeit für die Kids haben. Und das jeden Tag. Klar hat man in den Anfangsjahren am Wochenende, also einen Samstag hatten wir nicht, wir am Samstag saßen wir auch teilweise im Office und haben noch Ja, alles, was man auch an einem anderen Wochentag gemacht hat, haben wir auch am Samstag gemacht und teilweise auch an einem Sonntag. Das ist auch die Wahrheit am Gründen, dass man halt keine Fünf-Tage-Woche so hat. Das hat sich jetzt so mehr und mehr etabliert, dass wir an den Wochenenden halt auch mehr Zeit mit den Kids verbringen. Und dann, ja, die Arbeit kommt, würde ich sagen, danach. Also, wenn wir dann noch Zeit haben, was zu tun.

1:13:38 Feliks Eyser: Wann hat sich das gedreht?

1:13:40 Frederik Jahnke: Bei mir hat es lang gedauert, muss ich sagen. Also es war nicht von Tag 1 so. Für mich war das, ich würde sagen, wo unser älterer drei Jahre alt wurde, dann hat das bei mir irgendwann auch so Klick gemacht, wo Und Etienne und Alisa, die waren da schon viel schneller drin in diesem Modus. Ich habe mich da so ein bisschen schwer getan in diesen, ich muss jetzt abschalten und für die Kinder da sein. Und ich war mit dem Kopf sehr lange immer noch bei der Arbeit.

1:14:04 Feliks Eyser: Was musste bei dir passieren oder was hat dir geholfen, diesem Switch?

1:14:08 Frederik Jahnke: zu machen.

1:14:08 Feliks Eyser: Bei mir geht es auch so. Ich kann den Schalter nicht so einfach drücken. Wenn ich irgendein Thema habe, das beschäftigt mich auch auf dem Spielplatz.

1:14:17 Frederik Jahnke: Ich glaube, was ich geschafft habe, ist, dass durch unsere Planung in der Woche, dass jeder seine verantwortlichen Zeiten auch weiß. Also ich habe zum Beispiel. Der Mittwoch ist jetzt nachmittags, zum Beispiel mein Tag, wo ich auch.

1:14:32 Alisa Jahnke: Donnerstag.

1:14:34 Frederik Jahnke: Donnerstag, Mittwoch ist allein. Donnerstag ist mein Tag. Das ist mein fester Tag, wo ich halt dann auch ab. nachmittags voll und ganz verantwortlich. Ich bin also auch vom Kindergarten abholen und so weiter. Und da fahre ich dann auch im Auto und sage mir dann selber, Okay, und jetzt legst du das mal gedanklich beiseite. Du machst

1:14:56 Feliks Eyser: diese räumliche Strecke natürlich, weil du fährst von A nach B und du hast aber auch mental, dass du sagst, okay, ich check jetzt aus, ich check jetzt aus.

1:15:01 Frederik Jahnke: Genau, und ich kann nicht im Homeoffice so gut arbeiten, muss ich auch sagen. Also ich kann das kaum trennen. Wenn Kinder und Business in einem Haus sind, das ist für mich super schwer zu trennen. Du kommst aus dem Call und sollst danach irgendwie auf die Kinder fokussieren. Geht bei mir nicht. Deswegen, ich arbeite super gerne aus dem Office. Ich bin jeden Tag im Office, wenn wir in Mannheim sind und das hilft mir, dass ich doch diesen Weg nach Hause habe, um mal zu sagen, okay, und jetzt schiebst du es zur Seite.

1:15:30 Feliks Eyser: An oder aus, ich denke mir das oft so, diese flickernde Lampe, die willst du nicht sein. Du bist entweder an sein oder aus, gell? Für beide Themen, für Family und für Business. Aber mir fällt es total schwer. Ich hab mich oft im Alltag, dass ich so Flickering.

1:15:43 Alisa Jahnke: Ja, aber das ist für mich ist das das, was eigentlich einen Stress auslöst. Also ich muss sagen, ich glaube, ich kann es mittlerweile schon deutlich besser, dass ich einfach so umswitchen kann und auch sagen kann. Nee, du bist jetzt in dem Moment und du bist in dem Moment. Gleichzeitig weiß, egal in welchem Moment ich bin, will ich einfach immer das Gefühl haben, dass ich gerade mein Bestes gebe. Und da war das auch ein Prozess. Aber ich kriege das immer mehr hin und gerade auch, weil die Kinder immer älter sind und du auch ab dem Moment, wo du eigentlich willst, Konversationen mit ihnen führen kannst und sowas, ist es auch ganz anders, als wenn du halt erstmal nur ein Baby irgendwie rumschiebst, wo du schneller mal verleitet wirst, noch irgendwie was nebenbei zu tun. Und ich will mir einfach sagen, weil mein Credo ist, weil ich stehe ja auch dafür, gerade als Frau so Familie und Karriere auch zu verbinden. Und ich habe euch von Anfang gesagt, ich will niemals irgendwann das Gefühl haben, dass ich irgendwas verpasst habe. Weil das ist so rückblickend, wenn man dann denkt, oh, habe ich da vielleicht zu wenig gegeben, habe ich zu wenig gemacht. Ich habe mir immer vorgestellt, wie es ist, wenn ich mal auf meine Enkelkinder vielleicht auch schaue und dann irgendwie so denke, habe ich da jetzt was aufzuholen und so. Nein, ich will zu jedem Zeitpunkt das Gefühl haben. Dass ich die Zeit, die ich habe, super wertvoll mit meinen Kindern verbringe und dass ich trotz Purelei, dass die niemals zu kurz kommen werden, weil das Gefühl will ich mir irgendwann nicht selbst geben müssen. Und seit ich das so vor Augen habe ich sein, bin ich viel konfidenter geworden und kann auch viel besser abschalten. weil ja, das ist schlussendlich mein Leben und die Kinder werden immer die erste Priorität haben, meine Familie, und Ich gebe mein Bestes und gleichzeitig habe ich immer auch da wieder eigentlich so ein hundertjähriges Bild vor Augen, dass wenn ich zurückschaue, dich immer wissen, du hast genau richtig so gemacht und da auch hinter jeder Entscheidung steht.

1:17:27 Feliks Eyser: Das ist spannend bei euch, das hundertjährige Bild und das Big Harriet Versus Goal und quasi von ihr Reverse-Engineert viel quasi.

1:17:34 Frederik Jahnke: Also, sie.

1:17:37 Feliks Eyser: Du musst einfach gucken, dass du am Donnerstag die Kinder abholst.

1:17:42 Frederik Jahnke: Ich habe das nicht so, aber es ist inspirierend auch für mich, sagen wir es so.

1:17:46 Alisa Jahnke: Ja, das gehen wir zusammen.

1:17:48 Frederik Jahnke: Genau.

1:17:49 Feliks Eyser: Was habt ihr durch euren Erfolg verloren?

1:17:52 Frederik Jahnke: Also ich glaube gerade so in der Anfangsphase, die ersten vier, fünf Jahre. Da haben schon Freundschaften drunter gelitten, muss ich sagen. Also auch die ja zeitlich einfach. Ich habe viel weniger Zeit in Freunde, Freundschaften investiert als in das eigene Business. Und es war aber notwendig, wenn man es so sehen will, um Purelei dahin zu bringen, wo es heute ist. Also das ist halt immer ein Trade-off. Und Aber das würde ich schon sagen. Also das wurde mir auch zurückgespiegelt, auch aus Freundschaften und wirklich guten Freundschaften, dass da zu wenig Zeit investiert wurde. Der Freundeskreis hat sich auch deutlich verkleinert, also wo man wirklich sagt, auf die legt man wirklich den Fokus, die engen Freundschaften. Das hat schon auch stattgefunden. Und natürlich, so das Wochenendprogramm und Party machen und dies und das Ja, da muss ich sagen, das war dann auch durch mit der Gründung und den ersten Jahren dann hat man sowas hinein angestellt, wo andere dann irgendwie feiern waren oder das, ja. Aber ich habe jetzt nicht das Gefühl, dass ich was verpasst habe dadurch.

1:19:13 Alisa Jahnke: Nee, bei mir auch nicht. Also das, was du gerade angesprochen hast, da kann ich sehr gut resonieren. Wenn ich mir vorstelle, so im Nachhinein, so die ersten vier Jahre, ich bin so dankbar über meine guten Freunde, dass sie das mitgemacht haben. Ich glaube, ich habe nur über Purelei gesprochen. Ich glaube, über alles, was ich erzählt habe, war Irgendwie nur über Purelei und jetzt ist es so, ich merke schon so richtig, wenn ich jetzt mich mit Freunden treffe und das Thema kommt irgendwie auf, ich will gar nicht, dass sie so viel Raum einnimmt, weil ich glaube, ich habe Da am Anfang so viel drüber gesprochen, weil auch Geistung, das war ja auch mein ganzer Lebensinhalt, den ich damals irgendwie hatte. Und da bin ich im Nachhinein so dankbar, dass da Viele dabei geblieben sind und es auch irgendwie mitgemacht haben. Gleichzeitig merke ich jetzt, wenn man so im Privaten ist, ich will gar nicht mehr, dass das so viel Raum einnimmt, gerade unter Front. Ich weiß nicht, ob man das da irgendwie nachwürzigen kann.

1:20:01 Feliks Eyser: Was war da der Switch bei dir?

1:20:05 Alisa Jahnke: Also irgendwann habe ich einfach mal gedacht, okay, du redest nur noch darüber. Das kann doch nicht sein. Also, du bist ja auch noch Alice, irgendwie, nicht nur Alisa Kofanorin von Purelei. Was hast du denn noch, deinen Freunden auch irgendwie zu geben? Anstatt nur, dass du darüber sprichst. Ich glaube, ich weiß gar nicht, wann das so kam, aber ich glaube tatsächlich auch so muss auch so rum Geburt vom ersten Kind sein, wo ich einfach gemerkt habe, okay, jetzt bin ich auch noch Mutter. Jetzt habe ich auch, ne, und Freundinnen von mir, die waren auch schon Mutter, jetzt gibt es auch vielleicht nochmal andere Themen, wo ich wieder mit an den Tisch bringen kann und wo ich Vielleicht auch irgendeinen Mehrwert als Freundin geben kann. Ich glaube, da rum um die Geburten, da hat sich schon viel auch nochmal getan, weil man sich da auch einfach mal stark weiterentwickelt.

1:20:48 Feliks Eyser: Was würdest du heute sagen? Wer? Wer bist du ohne dein Unternehmen? Das war eine Frage, die ich Lena von Bears With Benefits gestellt hatte, weil sie selber darüber einen LinkedIn-Posts geschrieben hat. Und das hat mit vielen Leuten sehr resoniert, diese Frage. Wer bist du ohne deine Firma?

1:21:01 Alisa Jahnke: Also ich bin Alisa, ich hab zwei Kinder, Freddy ist mein Mann, ich Pereise super gerne. Also, meine, deswegen, bei mir steckt ja auch viel von meiner eigenen Story auch in Purelei mit Hawaii. Hawaii ist immer noch der Ort, wo ich sage. Ich tagge da so viel Energie und er inspiriert mich total. Ich bin total gerne auf Inseln unterwegs. Ich bin super gerne in der Natur. Ich habe. ein eigenes Gemüsebeet, hätte ich mich noch mehr Zeit, würde ich mich vielmehr mit noch gesunder Ernährung selbst anbauen und da weiterentwickeln beschäftigen. Ich liebe es wirklich, Mutter zu sein und da auch die Höhen und Tiefen mitzuerleben. Und ja, also ich merke immer mehr, und das ist auch so die letzte Jahre gekommen. Wir schaffen es, dass wir noch neben uns. . Also ich bin nicht nur mit Purelei gekoppelt, sondern mich gibt es auch. Als Mensch losgelöst von vielleicht. Aber das ist auch eine Erkenntnis. Ja, muss man auch genau wissen. Wirklich. Das ist am Anfang nicht möglich gewesen. Es war nicht da, es gab nur mich so. Und das beruhigt mich aber auch irgendwo.

1:22:13 Frederik Jahnke: Ja, also ich glaube, was man von mir bekommt, ist Loyalität. Ich würde sagen, ich bin sehr kreativ. Ich liebe es zu malen. Ich male sehr gerne meiner Freizeit. Ich mache super gerne Sport. Also Sport ist ein unglaublich wichtiger Teil in meinem Leben. Ich habe damals Étienne beim Basketball kennengelernt. Also wir sind beide Leistungssport gewesen und heute läuft Étienne. Iron Man und ist immer noch auf Hawaii. Das ist so das Ziel.

1:22:48 Alisa Jahnke: Unser Ziel, sage ich schon so.

1:22:53 Feliks Eyser: Ist mir alles zu verrückt.

1:22:54 Frederik Jahnke: Genau, also Sport ist auch ein wichtiger Teil in meinem Leben. Ich habe vorhin gesagt, Paddlen, das macht mir unheimlich viel Spaß, aber auch allgemein fit zu sein, brauche ich, um auch wirklich so meine Energie auch anderen geben zu können, um vital fit zu sein in der Birne. Und sonst, ähm, ja, ich liebe es. In Visionen zu denken. Ich würde sagen, ich bin sehr visionär. Ich kann und würde sagen, gleichzeitig macht mir das sogar viel Spaß, vielleicht sogar mehr Spaß, über Visionen anderer nachzudenken als über die eigene. Also wenn es darum geht, zu brainstormen oder mit Freunden am Tisch zu sitzen und die haben eine Idee, dann könnte ich mich darin verlieren und Es fällt mir sehr leicht, auch da, was Alisa vorhin gesagt hatte, Orakel und so ein bisschen, ne? Ich kann Dinge hervorsehen. Nein, also ich glaube, ich kann ganz gut. die Zusammenhänge sehen oder ja Zusammenhänge auch bilden und Mir macht es unheimlich viel Spaß, das für andere auch zu machen und dann eben Tipps auch zu geben.

1:24:05 Feliks Eyser: Kommen viele Founder zu euch und fragen, hey, wie würdet ihr es machen?

1:24:09 Frederik Jahnke: Nehmen wir mal wieder eure Erfahrungen. Also ich glaube auch ein enger, reger Austausch ist zwischen uns und Johannes Kliesch von Snocks zum Beispiel.

1:24:17 Feliks Eyser: Ja, sag mal, was geht da eigentlich in Mannheim ab? Guck mal hier, ich habe ein Foto von euch eingesehen. Ihr wart gerade hier bei der Geburtstagsparty von Snoks. B und Flo sind auch drauf von B-Drop. Schöne Grüße soll ich euch ausrichten. Also reger Austausch in der Mannheimer D2C und E-Commerce Community, oder wie?

1:24:35 Frederik Jahnke: Genau, ja, das ist, glaube ich, auch ein. Also, das ist, muss man sagen, in Mannheim, da ist E-Commerce wirklich groß geschrieben.

1:24:44 Feliks Eyser: Was ist eure Theorie? Warum war? Ist da irgendwas im Trinkwasser oder in der Luft?

1:24:49 Frederik Jahnke: Ich glaube einerseits Mannheim, da ist die Uni, da sind viele smarte Leute auch unterwegs, dass das eine und auf der anderen Seite ist. Mannheim ist jetzt nicht der schönste Fleck Deutschlands. Muss man auch sagen. Es ist eine Industriestadt, da ist es sehr rough. Und wir haben so ein bisschen die Vermutung, dass es In der Kombination, da sind wirklich ambitionierte junge Menschen, die was erreichen wollen. Mit dem Blick, aber ey, ich muss auch was erreichen, um so ein bisschen hier Die schönere Seite des Lebens zu entdecken, ist so die Kombination dieses Erfolgs und Ablenkommen. Ich wollte es insgesamt.

1:25:32 Alisa Jahnke: Ablenkung da ist, weil es gab ja nicht so viele Partymöglichkeiten, es gab nicht so viele Netzwerk-Events und Ich würde jetzt mal sagen, wenn du vielleicht in Berlin oder München irgendwo er bist, du kannst ja immer rausgehen, da ist ja immer was zu erleben. In Mannheim ist nichts. Also da hat man lieber. Samstag und Sonntag auch wichtig, aber hat wirklich einfach nur stur seinen Fokus da verfolgt und man hatte gar nicht so viele Ablenkung. Genau. Das war meine Vermutung, die man auch aufgeschrieben hat.

1:25:55 Feliks Eyser: Wieso der Hilfe noch genau? Weil da können auch alle sagen: Okay, dann bringe ich jetzt eine App raus oder ich baue Waschstraßen oder ich kaufe mittelständische Unternehmen oder was auch. immer wie so sind die alle wieso baut ihr alle produkte

1:26:05 Frederik Jahnke: gute frage also ich glaube jetzt auch johannes mit snox und wir mit piolet wir haben zur selben ze gegründet wir saßen damals zusammen im Wir haben uns damals schon ausgetauscht und haben viel Wissen geteilt. Ich glaube schon, dass das, also ich nehme an, dass das auch ein

1:26:26 Feliks Eyser: Hoffentlich, dass es einen so ein Vorbild gibt, denn ihr seid in dem Fall auch ein Vorbild.

1:26:29 Frederik Jahnke: Danach sind sehr viele andere, die jetzt auch sehr erfolgreich sind, sind aus Mannheim. Ich weiß jetzt nicht, ob das was mit uns zu tun hat, aber ich glaube, wie du sagst, einer macht vielleicht so ein bisschen einen Schritt nach vorne und dann folgen vielleicht auch andere und sind davon inspiriert.

1:26:43 Feliks Eyser: Ja, und dann hast du die Leute, die da im Marketing arbeiten, vielleicht gehen die da irgendwann raus und sagen: hey, ich mache meine eigene Firma, so, weil ich habe mal von ihnen gesehen, wie sowas aussehen kann.

1:26:50 Frederik Jahnke: Genau, und auch vorzuzeigen, dass es funktionieren kann. Also dass das auch finanziell funktionieren kann, was ich vorhin gesagt habe. Also so ein bisschen dieser Traum von sich selbstständig machen und mit smarten Leuten da um sich rum und dann aber auch zu sagen, okay, wir machen das jetzt groß, das ist in Mannheim schon sehr. Omnipräsent.

01:27:10 Gespräche über einen Verkauf: Warum Purelei bis heute den drei Gründern gehört

1:27:10 Feliks Eyser: Auf dem Foto, dem ihre Firmen verkauft an Private Equities, teilweise ganz, teilweise in der Mehrheit. Ihr nicht, ihr seid immer noch zu dritt, komplette Eigentümer. Warum?

1:27:20 Alisa Jahnke: Warum? Ja, also das ist ja auch immer eine Reise gewesen. Also auch gerade da, wann waren denn die ganzen Deals? So 2020, 2021.

1:27:30 Feliks Eyser: Viel Geld, Covid-Hype.

1:27:32 Alisa Jahnke: Ja, und natürlich saßen wir zu dritt auch da und haben überlegt, ist das so der Weg für uns? Und wir waren immer mal so, hm, haben wir gedacht, okay, machen wir den Schritt. Und dann haben wir gedacht, oh Eigentlich, komm mal, wir sitzen hier zu dritt hier am Tisch zusammen, wir können jede Entscheidung ad hoc selbst treffen. Wir sind komplett unabhängig. Wieso? Also, was ist der Wert dahinter? Und solche Gespräche gab es schon einige, weil natürlich kommst du immer in Situationen, wo du vielleicht auch mal Gespräche angeboten bekommst, wo man. Personen, inspirierende Personen um sich rum hat, die den Weg gegangen sind, die auch happy damit sind. Und es war aber immer, am Ende des Tages haben wir immer zu dritt am Tisch gesessen, haben uns angeschaut und haben gesagt Machen wir das jetzt. Weil für uns war doch immer so ein bisschen dadurch, dass Freddy hat es vorhin betont: zehn Jahre, wir schaffen es wirklich mit der Connection unter uns drei, das Ganze weiter mit Spaß. Zu wachsen zu bringen. Und dieser Wert, der dahinter steckt, der ist für uns drei sehr, sehr, sehr groß. Also wirklich. Unglaublich groß. Es gab einfach immer Bedenken, okay, wenn wir den Schritt mal gehen würden, öffnen wir irgendwie so die Büchse der Pandora. Also ist da irgendwas. dann da Personen, die mit uns hier am Tisch sitzen, die uns das alles kaputt machen konnten. Also das war wirklich häufiger auch unser Gedanke. Also wirklich , hatte einfach enormen Respekt auch davor, wo wir einfach in den zehn Jahren Sämtlichen Situationen immer gesagt, nein, das ist für Purelei aktuell nicht der richtige Weg. Und wie das in der Zukunft, wie sich diese 100 Jahre beschreiben, was da vielleicht auf uns zukommt, was wir vielleicht auch mal An Themen da auch annehmen mit Partnern, die uns vielleicht in der Internationalisierung supporten oder was da alles kommen kann. Ich glaube, da ist nie was ausgeschlossen, aber bislang saßen wir immer zu dritt am Tischler und gesagt können wir uns gerade zum jetzigen Zeitpunkt nicht vorstellen.

1:29:32 Frederik Jahnke: Man muss dazu auch sagen, wir sind Also ich bin mit 29 Papa geworden zum ersten Mal. Und ich glaube, dadurch verändert sich auch so ein bisschen die Sichtweise, weil man halt sagt. . Ich will genug Zeit haben für die Kinder, was wir vorhin auch darüber hatten. Und ich will jetzt nicht noch mehr Kopfschmerzen haben auf der Arbeit. in Balance halten. Und das war schon immer so ein bisschen unser Gedanke davon. Wir haben es ja nie in der Praxis wirklich ausprobiert. Dass wir gesagt haben. Das soll so bleiben, wie es ist, dass wir es uns selbst die Freiheit haben, zu sagen, jetzt mache ich gerade, muss ich mehr auf der Arbeit geben. Es ist aber auch okay, wenn ich jetzt mehr Fokus auf die Kinder setze und dass wir diesen Freiraum noch haben. Und ja, eine andere Sache ist, glaube ich, noch, die dazugekommen ist. Ich glaube, du hast auch schon das ein oder andere Mal im Podcast als Thema gehabt, dass man jetzt auch mit der 30, man wird vielleicht auch ein bisschen weiser

1:30:34 Feliks Eyser: Hoffentlich auch jedes Jahr bei mir. I don't know, obvious.

1:30:38 Frederik Jahnke: Was man ja immer wieder mitbekommt, also es prallt ja auch an uns nicht ab, die Das, was andere Gründer berichten, wenn sie einen Exit gemacht haben, was da, was danach passiert. Und ich glaube, auch in dem Podcast mit Ankerkraut war das ja auch Thema, die jetzt ja wieder zurückgekommen sind in ihr Unternehmen. wo man ja schon merkt, okay, wir brauchen irgendwie diese Challenge, diese Aufgabe an etwas zu arbeiten. Und wenn, solange die noch Spaß macht, solange die unseren Lebensstil, unsere Lebensträume, die man so hat, auch noch finanzieren kann. Also wieso soll ich dann das Risiko eingehen, dass jemand anderes dazukommt und das so ein bisschen darin rebelliert? Und ich glaube, mit dem Wissen. Und den Erfahrungen, so ist das gerade der Stand, warum wir das nicht gemacht haben.

1:31:28 Feliks Eyser: Ja, ich glaube, das ist ja wirklich eine Frage, über die sich Viele nicht intensiv genug Gedanken machen, mich eingeschlossen. Ich habe meine Firma verkauft und dachte mir, das ist das Endgoal so, und dann habe ich da irgendwie Geld und kann machen, was ich will. Aber die Frage ist ja nie, was mache ich denn dann? Das ist so ein bisschen wie dieser Cartoon von dem Hund, der das Postauto verfolgt. Der macht ja auch keine Gedanken, wer macht der, wenn er es kriegt? Jetzt spreche ich hier mit vielen Faundern, die es gemacht haben, gesagt haben, boah, da wäre erstmal Lehre, da war er erstmal irgendwie Vorstufe von Depression und so weiter. Ich wusste nicht und so. Und deswegen kann man auch sagen, ja gut, wenn ich das Ding habe. Was mir total Spaß macht und was mein Leben auch noch unterstützt und ich die Firma habe, die ich so shapen kann, wie sie mein Lifestyle supportet. Wieso soll ich das denn aufgeben? Und klar, du hast im Zweifel eine große Summe auf dem Konto, aber was machst du denn damit? So ist ja auch nicht so, du kaufst ja auch nicht keine zehn Häuser, das hast du auch wieder.

1:32:19 Alisa Jahnke: Ja, ich glaube, man muss sich bewusst sein, so was ist so der eigene Purpose, den man auch verfolgen möchte. Was ist so das, was mich jeden Tag antreibt? Und ich habe es auch im Zehnjährigen in meiner Rede ganz offen gesagt Wäre es so, dass ich keinen Spaß mehr hätte bei Purelei und wäre es so, dass ich da keine Ambitionen, Motivation mehr reinbringen kann, dann müsste ich Purelei auch verlassen. Und dann wäre das vielleicht auch ein Case. Aber solange ich das habe Weiß ich, dass ich aktuell nichts anderes finden würde, was mich so antreibt und so glücklich macht, wie auch daran zu arbeiten.

1:32:53 Feliks Eyser: Und siehe, die Ankerkraut-Geschichte, die erwähnt habt. Die haben das Unternehmen zurückgekauft, die saßen halt genau hier.

1:32:57 Alisa Jahnke: Mich hat das so gecatcht, weil ich dachte, ich kann mir halt auch ein Leben ohne Pure auch nicht mehr vorstellen. Also ich weiß, dass ich da immer irgendwie ein Teil von sein möchte, wie auch immer, wie das aussieht, wenn ich dann mal. 50 oder 60 bin, I don't know. Aber es wird immer ein wichtiger Teil von meinem Leben sein.

1:33:14 Frederik Jahnke: Ich hatte so einen ganz prägendes Gespräch mit einem Freund von mir, der auch verkauft hatte damals und der hatte großen Exit. Und für ihn war das so, also diese, das, was er beschrieben hat, wie es sich für ihn danach angefühlt hat und erstmal, es ist Montagmorgens. Du hast keine Termine mehr im Kalender, aber es hat auch keiner Zeit, weil alle arbeiten. Alle sind arbeiten, du willst irgendwie was machen, schreibst, aber keiner hat irgendwie Zeit für dich. Und du bist so auf dich alleine gestellt. Also ich stelle mir das auch sehr schwierig vor und irgendwie merke ich so, dass Pure Lame ja auch eine gewisse Struktur und Halt in meinem Leben gibt. Ja, es ist auch eine gewisse Sicherheit, so für mich persönlich.

1:34:01 Feliks Eyser: Und auch da wieder, die hundertjährige Firma ist wahrscheinlich noch irgendwie kontrolliert durch euch. Also da kann es vielleicht irgendwelche Partner geben oder wie auch immer, aber man denkt so, okay. Andersrum, die Chance, dass es nicht 100 Jahre alt wird, so dass es irgendwie kaputt geht auf dem Weg, ist wahrscheinlich höher, wenn andere gegen die Wand fahren, als ihr dies aufgebaut habt.

1:34:19 Frederik Jahnke: Hast du es mal geteilt, wie es für dich war nach deinem Exit?

1:34:23 Feliks Eyser: Also erstmal schön und schwierig. Bei mir war das eine graduelle Phase über ein paar Jahre. Ich hatte ersten Teil verkauft, hatte dann finanziell eine gewisse Unabhängigkeit und dann bin ich operativ ausgestiegen und das war auf jeden Fall das härtere. Also quasi Ein Teil der Anteile zu verkaufen und in der Firma drin zu bleiben, auch CEO zu sein. Das war super. Ich hätte dann mehr Ressourcen, so das war zwar Teil von dem Konzern, aber ich konnte im Grunde immer noch machen, was ich wollte. Die Position war super. Als ich operativ rausgegangen bin. Wusste ich auch nicht so richtig, was ich mache. Ich habe mir erstmal eine Pause verordnet quasi. Das war ein Tipp, den ich auch von einem befreundeten Fauna hatte. Der sagte: Ja, so du kannst ja tausend Sachen machen, Beratungsprojekte, neue Firma gründen, aber so die Zeit, sich mal zu nehmen, hat ja auch einen Wert. Quasi eine Jahrpause gemacht und mir ein bisschen sperrer auferlegt. Das war auch gut. Aber die Zeit danach war dann irgendwie schwierig. Dann habe ich ein paar Beteiligungen gemacht und man hält sich dann ja busy. Also man kriegt den Kalender ja mit irgendwas voll. Und hilft anderen Fauna, macht irgendein Angel Investment, hostet vielleicht ein Event und so, aber was mir auf jeden Fall lange gefehlt hat, womit ich auch gestruggelt habe, war dieses eine Ding wieder zu haben, worauf ich mich konzentrieren kann, was so das kleine Baby ist, die kleine Pflanze im Gemüsegarten mein Beet, was ich so baue, was ich mit einem kleinen Rechen irgendwie Pflege und das hat sich jetzt erst in den letzten ein, zwei Jahren wieder eingestellt, muss ich sagen. Also durch den Podcast und dadurch, dass wir auch quasi Investments jetzt verbinden mit dem Podcast. Wenn ich eine Firma habe, so die heißt es Founder Mode GmbH, aber auch das ist. ein paar Monate alt erst. Und so jetzt sage ich, okay, das ist jetzt mein Purpose. So, ich will Unternehmertum promoten, so das hat mein Leben positiv verändert. Meine Freunde sind alle Unternehmer. Ich bin dadurch natürlich irgendwie finanziell unabhängig geworden, aber auch persönlich extrem gewachsen. Ich habe einfach extrem viel gelernt. Und ich glaube, Unternehmertum ist einfach so eine Kraft, die auf der individuellen Ebene ganz viel Wachstum bringt, aber auch natürlich auf der gesellschaftlichen. Ihr habt da 170-180 Arbeitsplätze geschaffen, so jetzt halt Steuern. Also so, das ist ja auch eine positive Kraftunternehmertum, deswegen würde ich das promoten. Das ist mein Business

1:36:10 Frederik Jahnke: Ja, cool.

1:36:15 Feliks Eyser: Es hat fünf, sechs Jahre gedauert, mich da jetzt wieder aufzusetzen. Jetzt habe ich das Gefühl, ich bin jetzt wieder auf so Gleiseln und habe da so meinen Weg und weiß, was ich machen muss. Aber dazwischen war auch so ein bisschen Irrungen, Wirrungen. Und eine Makrowdung kann.

1:36:26 Frederik Jahnke: Ich stelle mir das so vor, also weil ich vorhin gesagt habe, Sport ist ein wichtiger Teil. Von mir. Oder ja, in meinem Leben, Basketball habe ich sehr ambitioniert gespielt bis 2022 und habe das, zwar mein Leben. Also ich wollte, ich wollte Profi werden.

1:36:41 Feliks Eyser: In die NBA.

1:36:42 Frederik Jahnke: Ja, so das habe ich mir immer als Jugendlicher gesagt. Und das war so meine Vision, sollte es mal. Und nachdem ich dann irgendwann realisiert habe: okay, du schaffst das nicht und du hast nicht die körperlichen Voraussetzungen, etc. und ich das gestoppt habe bin ich auch erstmal in so ein Loch gefallen. Und für mich war es super schwer, obwohl Sport meine Identität war Wieder eine andere Sportart zu finden, wo ich sage, für die brenne ich genauso, wie ich damals für Basketball gebrannte. Und so stelle ich mir das auch mit dem Business vor. Du baust etwas auf, du opferst da deine Lebenszeit. Ich glaube Du hast alleine gegründet damals. Das ist ja nochmal, also du hast ja noch ganz andere Challenges, als wenn man einen Co-Founder hat. Und dann macht man da diesen Cut und du musst dir dann wieder was finden. Du musst ja wieder was finden, wo du diesen Purpose aufbringen kannst. Also das stelle ich mir auch sehr herausfordernd vor, ja.

1:37:34 Feliks Eyser: Und dann findest du den vielleicht, dann im Zweifel bist du halt aber auch genau wieder da, wo du aufgehört hast. Also sagen, hey, ich habe Dr. Saloha-Gefühl in die Welt zu tragen. Denkst du ja, kann ich jetzt schon? Ja, ja, genau. Jetzt habe ich ja deutlich mehr Ressourcen und also, wieso soll ich das jetzt wieder neu starten? Gibt es oft diese Storys? Erinnert ihr euch noch an OpenClaw, dieses AI-Framework, was Anfang des Jahres gerade gegangen ist? So der Typ hat auch so eine Geschichte. Der hatte da vorne eine Firma gemacht. So ein PDF-Framework, also ein Techie-Ding hat er verkauft, hat selber irgendwie 50, 100 Millionen mitgenommen oder so, also war schon finanziell unabhängig und war dann, das beschreibt er in so einem Blogpost. Lost, ist durch die Welt gereist, hat Party gemacht, aber nichts hat ihn erfüllt, bis er angefangen hat, halt wieder so Indie-Hacker-Projekte umzusetzen und selber zu programmieren. Also wieder dahin zurückzugehen, was ihn am Anfang offensichtlich erfolgreich gemacht hat. Und diese Geschichten, die gibt es ja noch in Nöcher.

1:38:17 Alisa Jahnke: Ja, und ich merke es auch bei mir jetzt mal schon, wenn wir im Urlaub sind, sind irgendwo am Strand, dann habe ich da gerade mal meinen Laptop nicht und habe nichts zu tun. Und dann fange ich auf einmal an, das zu machen, was ich am Anfang gemacht habe. Dann mache ich Content. Dann ziehe ich den Schmuck an, dann mache ich wieder Bilder von dem Schmuck. Also es geht immer irgendwie wieder zu dem zurück, was man irgendwie am Anfang gemacht hat. Und ja, solange sich das nicht ändert und man diese Ambition hat und das auch gut mit der Familie kombinieren kann, ja, fragt man sich halt why.

1:38:45 Feliks Eyser: Ich habe noch eine Zuschauerfrage für dich, Alisa. Von Freddy.

1:38:48 Alisa Jahnke: Ja.

1:38:50 Feliks Eyser: Weil ich im Vorfeld gefragt hat, da noch nicht klar war, dass er hier sitzt. Er hat gefragt, Fragdi, lese doch mal. Was war die mutigste Entscheidung, die du im Business getroffen hast? Das kannst du direkt beantworten.

1:39:01 Frederik Jahnke: Genau, das wollte ich dich mal fragen.

1:39:03 Alisa Jahnke: Ja, dann fände ich es auch nochmal spannend, was du sagen würdest. Die mutigste Entscheidung. Ich glaube, das, äh, was ich vorhin, das habe ich jetzt vorhin schon angesprochen, mit dieser, mit diesem Vertrag mit der italienischen Ich glaube, das war damals zu dem Zeitpunkt, da gab es Pille gerade vier Jahre und wir haben da einen Bolden Move hingelegt. Also das war schon so, da hat jeder in der Branche drüber gesprochen, da wurde ich überall drüber angesprochen und das war halt schon. Ja, das war schon da musste man schon sehr mutig sein. Also, weil das waren halt Summen, die waren halt Outstanding. Ich habe das euch dann gepitcht. Ihr habt gesagt, okay, Alisa, wenn du sagst, dass das jetzt der Move ist, dann do it. Aber ich habe nicht einmal dran gezweifelt. Also, ich war da so on fire zu der Sache. Am Nachhinein denke ich so, Okay, das war echt mutig. Also, das war wirklich mutig. Ich glaube auch hier unser Hawaii-Haus tatsächlich das zu machen, weil es ist so weit weg. Da einen Mietvertrag abzuschließen, die Dinge, die dazu.

1:40:13 Frederik Jahnke: Tatsächlich.

1:40:15 Alisa Jahnke: Ja , ein bisschen ins Risiko gegangen, aber ich wusste, da habe ich auch keinen Moment dran gezweifelt. Es waren schon immer Dinge, wo wir dann auch viel darauf angesprochen worden sind, wo ich sage, wo ich sehr, sehr mutig sein musste. Ohne am Anfang, was mir jetzt da auch gerade nochmal im Kopf kam, das Gute war halt, ich habe damals als 2024 mit Purelei gestartet. Ich hatte nichts zu verlieren. Also ich war Studentin gewesen, ich habe dann meinen Master noch angefangen, weil ich eigentlich nach Australien nochmals ausmacht zu messen. Wollte, aber das erste Jahr oder die ersten anderthalb Jahre habt ihr zwar noch euren anderen Shop vorangetrieben. Und ich war immer so, ja, Pjulet ist auch noch da und hallo und Ja, vielleicht brauche ich da mal Support, aber ich musste immer alleine voranschreiten. Und ich glaube da in vielen Situationen auch sehr mutig sein, von wirklichen Hörer in die Hand nehmen, verkaufen, Dinge. Also Ich habe so das erste, die ersten eineinhalb Jahre, wo ich wirklich dafür einstehen musste, auch um eure Aufmerksamkeit da irgendwo kämpfen musste, weil natürlich hat das erste Business von den beiden mehr Umsatz da auch gemacht und war zu dem Zeitpunkt auch relevanter. Und ich musste aber immer mutig sein und sagen, stopp, hier, hallo, da ist auch noch und könnte das mal mitdenken. Und es hat mich auch sehr viel Überwindung gekostet.

1:41:29 Feliks Eyser: Mich da durchzusetzen. Wenn es ein anderes Ding gibt, was auch relevant ist, genau,

1:41:33 Alisa Jahnke: weil ich vom Typ her niemand bin, der gerne anderen Leuten so auf den Füßen steht. Aber ich wusste halt, ich habe da so dran geglaubt, dass ich mich wirklich überwunden habe, das zu tun.

1:41:41 Feliks Eyser: Wie hast du das gelernt?

1:41:43 Alisa Jahnke: Ja, ich dachte, ich habe das einfach gespürt, dass da was Geiles draus werden kann. Ich habe ja auch das direkte Feedback von unseren Kundinnen gehabt. Ich bin jede Woche live gegangen. Ich habe immer den Austausch gesucht und den beiden dann aber wirklich so auf den Füßen zu stehen. Es hat mich Überwindung gekostet. Aber ich habe gemickt, dass was passiert. Und dann habe ich es gemacht.

1:42:02 Feliks Eyser: Was war der Moment bei dir, als du Realisiert hast, oh shit, was die, was die hier macht. Purelei, kann zehnmal so groß werden wie meine Handyhüllen.

1:42:12 Frederik Jahnke: Der Moment würde ich sagen, der war auch mutig, muss man sagen, von Letiende und mir dann zu sagen, okay, wir cutten dieses E-Commerce-Business das erste. Also wir hatten, das hieß Mr. Straps, wir haben da Handyzubehör und Handycases, wir haben die am Ende selber bedruckt. Wir hatten einen großen Drucker bestellt, haben da immer wieder die ganzen Handyhöhlen bedruckt. Und dann zu sagen: Okay, die Story, die Alisa mitbringt, und das Also wir wollten im Prinzip auf dieser Welle mitreiten und haben dann gesagt, okay, wir cutten das andere Business und haben zum 31. 12. 2017 gesagt, okay, wir verkaufen die komplette Ware weg. Wir haben natürlich für ein Appel und ein Ei haben wir alles wegverkauft.

1:42:54 Feliks Eyser: Und am Ende noch den Drucker.

1:42:55 Frederik Jahnke: Genau, und haben den Drucker auch noch verkauft. Und haben danach gesagt, okay, wir schließen da das Business. Und wir haben es nicht verkauft. Wir hätten es verkaufen können, aber wir haben trotzdem gesagt, Der Weg, jetzt das zu verkaufen, und das war, wir waren bei einem Umsatz von zwei Millionen oder sowas, das jetzt zu verkaufen.

1:43:13 Feliks Eyser: Vielleicht ein, zwei Millionen dafür kriegen können.

1:43:14 Frederik Jahnke: Und trotzdem haben wir gesagt, nee. Wir schieben das zur Seite, weil das andere, ähm, da ist die, äh, da ist die Opportunity. Also da ist das, was viel mehr Strahlkraft hat, nach außen, aber auch business -wise. So, und dann haben wir die Entscheidung getroffen Ende Dezember 2017.

1:43:35 Feliks Eyser: Aber es scheint auch ein Thema bei euch zu sein oder eine Sache, die sich durchzieht, Kill Your Darlings. Also dass ihr auch bereit seid. Wieder einen Schritt zurückzugehen und dann wieder drei nach vorne zu machen, zu sagen, nee, wir machen Italien doch zu, nee, wir stellen Kosmetik ein, nee, mein Business fahre ich runter und framst den Drucker.

1:43:49 Frederik Jahnke: Genau, also ich glaube, öfter Nein sagen, das ist eine Disziplin, die man in den Tag legen muss, um oben zu bleiben. Also ja, nicht zu allem Ja zu sagen. Genau. Mötigste Entscheidungen oder was war die Frage, die ich dir gestellt habe? Ja, die mutigste Entscheidung. Ich würde sagen Das ist jetzt nicht nur meine persönliche, mutige Entscheidung, aber eine, die Purelei getroffen hat, war von Tag 1 die Logistik selbst zu machen. Also wir haben heute noch. Und das ist gegen alle anderen E-Commercer, die da draußen sind, die immer Logistik outgesourced haben, haben wir das bei uns behalten. Und das ist mit dem vorherigen Business entstanden und gewachsen. Und auf dem haben wir aufgebaut und haben das dann für Purelei optimiert. sodass wir heute ein Team dastehen haben. Wir benchmarken das jedes Jahr, wieder die Preise, wieder Geschwindigkeit etc. wir besser sind, als wenn wir es auslagern, günstiger sind, als wenn wir es auslagern. und wir trotzdem in der Lage sind, ich sag mal, 8000 Sendungen am Tag da rauszuschicken in Peakzeiten. Also

1:44:57 Feliks Eyser: Und auch dadurch in der Lage seid, solche Geschichten wie so einen modularen Adventskalender zu machen. Wenn ich stell mir vor, wenn ihr da den Supplier anruft in einem Warehouse, was ausgesourced ist und ihr sagt, ihr müsst jetzt irgendwas zusammenstecken. Dann sagen die U, kann das an schief gehen wahrscheinlich.

1:45:10 Frederik Jahnke: Ja, und da muss man sagen, da hat das Team vor Ort im Lager einen Wahnsinnsjob, also ein System aufgebaut. Was wirklich gut funktioniert für uns.

1:45:21 Feliks Eyser: Stichwort System. Das ist ein guter Loop, den wir nochmal schließen können, nämlich zurück zu Scaling Up. So haben wir vorhin drüber geredet. Müssen wir auch nochmal angehen. Das Buch oder das Framework, wo sowas wie BHA, Big Harry, Auditious Goal. herkommt, geschrieben von einem Typen, der heißt Verne Harnish, der hatte mal EO, die Entrepreneurs Organization, mitgegründet, Ende der 80er in USA und ist im Grunde so ein Unternehmerberater so und hilft quasi. Firmen eine Struktur reinzubringen. Was habt ihr von Scaling ab mitgenommen? Setzt ihr das noch aktiv ein?

1:45:47 Alisa Jahnke: Ja, seit 2018.

1:45:48 Frederik Jahnke: Seit 2018, ja. Also schon echt lange sind wir nutzen wir die Methode für uns und Star Marx genau mit Markus und seinem Coach zusammen und Warum? Wir sind damals exponentiell gewachsen. Wir hatten in der Größenordnung keine Erfahrungen bis dahin und haben gesagt, wir müssen hier irgendwie ein System reinbringen. Wir müssen irgendwie In dem Wachstum auch gerade in den People-Themen viel besser werden.

1:46:16 Feliks Eyser: Was war der Moment? Wo ihr realisiert habt, das geht jetzt nicht mehr. Du hast von Kudelmuddel gesagt, so ein geiles Wort, oder? Wir müssen jetzt ein System bauen.

1:46:25 Frederik Jahnke: Der eine Moment Ich glaube, das war mehr dadurch, dass ich Gespräche nach außen auch geführt habe mit anderen Gründern und ich gemerkt habe dass sie gerade mit KPIs, OKRs schon viel mehr arbeiten und viel mehr Erfahrung haben als wir und wir haben das noch gar nicht.

1:46:42 Feliks Eyser: Object ist ein Key Results und Zielsystem.

1:46:44 Frederik Jahnke: Genau, und wir haben das noch gar nicht wirklich bei uns etabliert gehabt und dann habe ich Einerseits guckt, okay, kriegen wir das jetzt selber hin und dann bin ich auch über Kontakte wieder zur Scale abgekommen Das war ganz lustig. Wir waren damals, ähm, hatten wir unser Office in unserem Lager drin und wir waren halt ja mit unseren Wirkenstock-Schuhen im Lager immer und wie halt, wie halt so Gründer sind. Und dann Kam Markus dazu im Anzug um Rollkoffer.

1:47:13 Feliks Eyser: Wirklich?

1:47:14 Frederik Jahnke: Ja. Und wir haben erst gedacht: Oh Gott, wie soll das denn passen? Und im Nachhinein muss man sagen, es war genau das fehlende Puzzleteil, was uns zu dem Zeitpunkt gefehlt hat, nämlich ja, er ist sehr strukturiert, hat einen starken Blick auf die Zahlen gehabt und hat uns da Sehr geholfen, da eine Kultur auch wirklich zu

1:47:34 Alisa Jahnke: richtigen Fragen stellen

1:47:35 Frederik Jahnke: zu bringen.

1:47:36 Feliks Eyser: Was sind die Systembausteine? Wenn das Purelei ein Lego-Set wäre, was sind die wichtigsten?

1:47:41 Alisa Jahnke: Ja, also es geht ja People Strategy Execution Cache, also das ist ja so das Scale-Up-Framework und dann gibt es ja für jedes Framework verschiedene Tools, die man nutzen kann. Zum Beispiel People Was wir am Anfang direkt eingeführt haben, ist, dass jeder im Team eine Scorecard hat. Also was sind wirklich die Top Results und was sind die KPIs dahinter? Und das ist auch sowas, das führten wir seit acht Jahren so konsequent durch. Sie sind niemals eine Rolle bei Purelei irgendwie ausgeschrieben, wenn das nicht da ist. Und das war ein Game Changer, dass jeder weiß, hey, für was bin ich verantwortlich, für was muss ich auch irgendwie einstehen als Ownership. Die Coaching-Gespräche bei Purelei gibt es jeden Monat ein Coaching-Gespräch mit dem Lead. Das dient dazu, die Person immer ein Stückchen besser zu machen, immer die richtige Richtung zu rücken, mit Core Values und mit den Performance-KPIs. Also das sind So auf der People-Seite würde ich sagen, so die wichtigsten Themen. Vielleicht nochmal zur Strategy. Also wir haben wirklich unser BHAG. Das ist Big Carrier Dashes Goal, wie derkehrende KundInnen. Und es wird runtergebrochen in Dreijahresprioritäten und Einjahresprioritäten. Dann haben wir einfach seit acht Jahren jetzt jedes Jahr unseren Jahresplanungsworkshop, wo dann Die verschiedenen Einjahres- und Dreijahres-Prioritäten neu besprochen werden und neu definiert werden. Dann haben wir unsere Quarterleys. Dann gibt es einmal ein Quartal, wo wir unsere Rocks definieren. Was ist das, was wir an Rocks vorantreiben? Das ist quasi was Neues, also dass was Neues entsteht.

1:49:03 Frederik Jahnke: Meilensteine in dem Quartal Die danach aber auch wirklich bleiben, also die jetzt nicht nur einmalig umgesetzt werden, sondern die dann entstehen sollen. Also kann auch ein System sein, was wir einführen, was danach aber auch Verwendung hat.

1:49:16 Alisa Jahnke: Genau, weil Sand ist quasi, wir sagen, Sand ist so das, was im Daily Doing ist. Und dann müssen aber Rocks dazukommen, dass sie wirklich was Neues auch erschaffen.

1:49:23 Feliks Eyser: Dieses Bild, dass du den Eimer hast und überlegst, wenn ich den mit Sand voll mache, dann passt danach nichts mehr rein. Aber wenn ich die Rocks zuerst rein tue und die wichtigen Themen priorisiere , Dann ist danach zwischen den Steinen erstaunlicherweise immer noch Platz für den Sand.

1:49:35 Alisa Jahnke: Genau, und das führen wir halt alle seit Achter mit einer Disziplin. Also, das gab kein Quartal, wo es kein Quarterly gab.

1:49:42 Frederik Jahnke: Das wird dann ein Teamforschung, wo wir kein

1:49:45 Alisa Jahnke: Daily Huddle. Also, wir haben die ganze Meetingstruktur übernommen. Also, wir sind da einfach sehr diszipliniert, auch mit dem, was wir da voranbringen. Es hat uns eine enorme Struktur gegeben. Und natürlich auch den Fokus da auf Cash, weil das natürlich am Anfang war, die Finanzplanung war jetzt nicht so stark bei uns. Es gibt zum Beispiel das Tool Cash Flow Story. Da kann man seine Buchhaltungsdaten einpflegen. Man sieht welche Stellschraube. Hat zum Beispiel den größten Impact, das hat uns auch immer sehr geholfen. Da sieht man zum Beispiel immer stark gesehen, okay, wenn wir bei gleichbleibenden Kosten Wenn ich ein Prozent zum Beispiel den Preis erhöhe, dann habe ich direkt zehn Prozent mehr Profit. Also das sind, und das sind lauter so Tools eben gewesen durch die Scaling-Up-Methode, die uns immer zum richtigen Zeitpunkt auch geholfen haben. Und da lernen wir immer noch dazu. Also da gibt es immer noch Themen.

1:50:38 Feliks Eyser: Kannst du eigentlich jedes Jahr neu machen, weil selbst wenn die Methode die gleiche ist, ist das Unternehmen ja ein anderes.

1:50:42 Alisa Jahnke: Genau.

1:50:43 Feliks Eyser: Ein Jahr später.

1:50:44 Alisa Jahnke: Also, ja. Und das ist

1:50:46 Feliks Eyser: ein Buch, das kann man lesen. Ihr macht so einen Coach, Markus, wie heißt der? Tun mit dem auch noch was Gutes.

1:50:50 Alisa Jahnke: Markus Brela.

1:50:51 Feliks Eyser: Markus Brela, okay. Morkoffer und Anzug, okay. Den fragen jetzt alle an und sagen, komm mal mit deinem Rollkoffer vorbei. Ich brauche das auch, diese Rocks und diese OKAs und diese Cash und ich will aus der Todeszone raus für 5%.

1:51:05 Alisa Jahnke: Ist so, ja. Immer die richtigen Fragen zur richtigen Zeit gestellt.

01:51:09 Der CEO-Wechsel: Warum Alisa nach drei Jahren von Etienne übernimmt

1:51:09 Feliks Eyser: Ich habe noch eine Zuschauerfrage von Flo, die hier auf dem Bild ist von B-Block. Der wollte wissen, was hat es denn eigentlich mit diesem CEO-Wechsel? Auf sich gehabt. Etienne war CEO ab 2023.

1:51:20 Alisa Jahnke: Ja.

1:51:21 Feliks Eyser: Drei Jahre lang. Jetzt bist du in die CEO-Rolle zurück, Alisa.

1:51:24 Alisa Jahnke: Ja.

1:51:25 Feliks Eyser: Warum der Switch? Wie funktioniert sowas? Wann geht man raus? Wann kommt man wieder rein? Was ist die Disoriented Learnings hinter eurem CEO-Wechsel?

1:51:33 Alisa Jahnke: Ja, also vielleicht da nochmal, wir alle drei sind der Geschäftsführer von Purelei seit Anfang an und wir haben uns auch bis 2023 aufgeteilt gehabt. Also jeder hatte verschiedene Bereiche. Und dann haben wir irgendwann gemerkt, es funktioniert so nicht mehr. Es braucht eine Person, wo das Team weiß, da werden die Entscheidungen getroffen und diese Klarheit reinzubringen. Und dann 2023 haben wir gesagt, hey, Tian, ähm Du bist da zu dem Zeitpunkt, habe ich auch gerade gesagt, da haben wir mehr auf C3 geachtet, Contribution Margin 3, haben uns darauf fokussiert, mehr Daten uns angeschaut, welchen System aufgebaut Und das war zu dem Zeit sowas von relevant, weil sonst wäre es weiter ein Blindflug in der Ebe-Todeszone gewesen. Und da hat Ten uns wirklich rausgeholt mit dem klaren Blick auf Zahlen. Da hat er jeden Morgen darauf fokussiert, Dinge abgeleitet und uns da enorm vorangebracht und das war super super hilfreich, weil Ja, das war für den Zeitpunkt sehr relevant, dass wir da rauskommen. Und jetzt hatte Freddy das eigentlich so ein bisschen angestoßen vor einem halben Jahr. Ich glaube auch so rund einfach Der Phase sind ja, wie du gesagt hast, kommt ja alles immer in so einen gewissen Phasen und ähmst du ja gleich auch noch mal was dazu sagen was halt, was man oder was Purelei von mir bekommt, ist einmal die Vision und dieses, was steckt dahinter, was ist das why, wie können wir das in die Welt tragen, was sind vielleicht auch die Themen, für die Marke, die wir machen, dass wir es anders machen als jede andere Schmuckmarke, weil das lebe ich einfach sehr intrinsisch und das kann ich, glaube ich, auch dem Team sehr gut mitgeben. Einmal nach innen und aber auch nach außen. Weil ich dafür einfach stehe und das zu 100 Prozent auch so Verfolge. Und da ist es, glaube ich, einfach, oder haben wir alle drei gesagt für das nächste Nächste Jahrzehnt, mit dem Setup, was wir jetzt haben, wie wir Zahlen anschauen, wie wir da ticken, was wir aufgebaut haben, da kann ich jetzt einfach mit meiner Powerful PLA sehr gut anknüpfen und wieder neue Dinge nach vorne bringen.

1:53:39 Alisa Jahnke: Und da habe ich auch einfach gemerkt, als da auch konkreter wurde, okay, kann ich dadurch vielleicht auch mehr meine Superpower für Purelei wieder ausspielen. Und Stand heute fühlt sich so an. Also wir haben das jetzt Ende Juni announced, auch im Team. Und ich muss sagen, ich bin dadurch auch gerade nochmal für Purelei viel selbstbewusster geworden. Und auch nochmal motivierter, weil ich jetzt einfach sehe, okay, das, was ich im Kopf habe, kann ich jetzt vielleicht nochmal ein Ticken eher voranbringen. Und es war nie so gewesen, ich konnte hier in alles Pitchen, jede Idee. Wir sind immer da in Gespräche gegangen. Trotzdem fühlt es sich natürlich jetzt nochmal anders an, wenn man weiß, man kann die Dinge jetzt nochmal einfacher machen mit dem Team.

1:54:19 Feliks Eyser: Was ist deine Superpower?

1:54:21 Alisa Jahnke: Ja, ich glaube, das ist genau dieses. Also, Freddy ist unser Orakel und sieht sämtliche Opportunities, die im Markt kommen. Etienne ist absolut Datenspezialist und kann da reingehen. Ich glaube, meine Superpower ist es wirklich Dass ich so eine intrinsische Motivation und Vision für Pure habe, die, glaube ich, sonst niemand so an den Tisch bringen kann.

1:54:40 Feliks Eyser: Das ist interessant. Denn auch dann so ein Stück weit ohne Ego zu sagen: Ja, gut, das Unternehmen Braucht was anderes in der jeweiligen Phase und den Staffelstab da weiterzugeben, zu sagen: Gut, dann bist du halt mal Chef, du hast gefragt, ich habe alleine gegründet. Ich habe dann im dritten Jahr ein COO reingeholt, der war dann wie so eine Art Co-Founder. Also der hatte weniger Anteile, aber wir haben es zu zweit gemacht im Grunde und Wir haben uns auch teilweise die Bereiche dann übergeben, sodass ich meine Weilevertrieb gemacht hatte, dann habe ich es abgegeben an ihn. Und also es gab eigentlich keinen Bereich, den nicht einer von uns oder den wir beide über eine gewisse Zeit mal gemanagt haben. Ich glaube, das ist auch so ein Ding, zu sagen gut. Jeder bringt da irgendwie einen anderen Cocktail an Erfahrungen mit und es kann ja Sinn machen, einfach auf eine andere Person mal in dem Fall ans Steuer des Unternehmens zu lassen. Wenn du sagst, hier, wir wollen 100 Jahre, du baust ein Hochhaus, was 100 Stockwerke hat und ich bin jetzt gerade im Stockwerk Nummer 10 und jetzt geht es aber nicht darum, die nächsten 90 sofort zu bauen, sondern erstmal die 10 zu härten mit Stahlträgern, die das Fundament absichern und eine andere Person ist halt eher die Stahlträgerperson. Why not? Um dann wieder zurückzugehen.

1:55:39 Frederik Jahnke: Ich glaube, No-Ego -Mentalität, das ist so das Stichwort dabei. Du hast vorhin gesagt, ich hatte das so ein bisschen auch angesprochen. Klar, das ist kein einfaches Gespräch, auch der Etienne gegenüber als meinen besten Freund und Co-Founder, jetzt meine Gedanken dahin gehen zu teilen. Aber ich muss sagen, da wir alle drei sehr ego-befreit sind in der Hinsicht, hat es dann doch ganz gut geklappt. Ich konnte den Vorschlag präsentieren. Eigentlich hatte ich präsentiert. Alisa und Etienne zusammen im Tandem. Und Noego auch hier bei mir, weil ich habe mich in keiner einzigen Sekunde gesagt, ich muss da oben hin, sondern ich habe ja immer versucht. Das Beste für Purelei zu sehen und wer passt jetzt da am besten zu der aktuellen Zeit. Und dann war es eigentlich eher was zwischen euch, dass ihr ausgemacht habt, okay, Alisa, du machst das jetzt. Und der Etin hat dann gesagt, ich glaube, das ist jetzt auch der richtige Zeit.

1:56:36 Feliks Eyser: Wie habt ihr das Gespräch geführt? Wo wart ihr da?

1:56:38 Frederik Jahnke: Im Office und wir haben immer wieder auch regelmäßig Meetings zu dritt. Also das sind dann unsere, ich sag mal, Gesellschafter-Meetings aus der Position, wo wir dann eher aufs Unternehmen drauf schauen, von außen. Und eine andere Rolle nochmal einnehmen. Und da haben wir das dann besprochen.

1:56:59 Feliks Eyser: So sehen die Gesellschafter-Meetings aus, habe ich auch nochmal mitgebracht. Das seid ihr auf Mallorca, auch gepostet, so wie ihr zu dritt. sagt die Gründerbeziehung ist wie jede andere Beziehung, sie braucht Energie und Zeit, sonst verliert man sich irgendwann aus den Augen. Und da habt ihr eure Gesellschafter Versammlung in eurem Kletterhaus, glaube ich, gemacht.

1:57:16 Frederik Jahnke: Genau. Es war einen Tag nach dem Event.

1:57:19 Alisa Jahnke: Weiß nicht, ob man das sieht. Zweiter ja, Dienstag, genau, haben wir gesagt, weil wir machen auch alle zwei Wochen genau, treffen uns Quasi auch im Office zu Meetings und einmal im Jahr ist es uns einfach wichtig, dass wir ein oder zwei Tage wie ich mal rausgehen, uns woanders treffen, einfach mal ja uns And so can so a connection so long Bestehen.

1:57:45 Feliks Eyser: Was für andere Rituale habt ihr in dieser Dreierbeziehung, die die für euch gestärkt haben und wie du gesagt hast, dafür gesorgt haben, dass es nach zehn Jahren immer noch so gut funktioniert?

1:57:53 Alisa Jahnke: Ja, ich glaube, es ist eher so ein bisschen das. Verhalten auch untereinander. Also wir sind alle drei immer sehr dankbar, wenn auch mal was angesprochen wird, was vielleicht auch mal negativ ist. Also wir haben da keine scheuen Dinge anzusprechen, die vielleicht auch mal uncool finden. Also dieses Radical Cender -Prinzip, dass wir einfach sehr Ehrlich und ungefiltert auch Dinge platzieren können, ohne dass es der andere persönlich nimmt. Weil das ist ja, wie in jeder Beziehung auch, sehr häufig ein Kommunikationsthema. Und gerade bei uns drei Wir sind irgendwie untereinander beste Freunde, Ehepaar, also da ist ja so viel noch Persönliches drin. Deswegen ist es umso wichtiger, dass man da einfach gut kommunizieren kann. Und deswegen war auch, glaube ich, für Freddy Hat sie eben auch beschrieben, klar, es ist jetzt kein leichtes Gespräch. Gleichzeitig wussten wir immer, egal, es wird nie so kommen, dass da irgendwas Negatives draußen steht. Weil wir da gemeinsam eher auf die Chancen schauen. Und das ist aber auch das, wo ich sagen muss, da bin ich so dankbar für, weil man kriegt ja häufig mit, wie vielleicht auch andere Co-Founder Connections sind. Und Man verändert sich, das Leben verändert sich und wirklich da zu schauen, dass man wirklich seit zehn Jahren so auf der gleichen Spur irgendwie ist und das Gleiche irgendwie möchte, das ist ja schon eine Kunst. Also Aber genau, deswegen sind solche Offsites, was wir da auch gemacht haben, dass wir zwei Tage länger nach unserem Event auf Mallorca geblieben sind, super wichtig.

1:59:15 Feliks Eyser: Wie geht es weiter mit Purelei? Was passiert in der Zukunft? Wir wollten nochmal über die Zukunft.

1:59:19 Alisa Jahnke: Was passiert in der Zukunft?

1:59:21 Frederik Jahnke: Ja, ich glaube, eigene Stores ist einerseits wichtig. Wir haben vorhin Internationalisierung besprochen oder auch Wachstum, aber es ist auch wichtig für Purelei als Marke, also wirklich auch sich zu etablieren und als vollwertige Marke im Schmuckbereich in Deutschland wahrgenommen zu werden. Also es ist natürlich, also für mich ist es immer noch so, wenn ich die Marke auch offline sehe und auch Berührungspunkte offline mit der Marke habe, baue ich zu dieser Marke nochmal eine andere Connection auf, als wenn ich nur online die Marke bestelle. Und das ist, ähm Das ist der eine Part, was in der Zukunft noch einen hohen Stellenwert bekommen wird. Und ich glaube, du hast vorhin Internationalisierung gesagt, das ist auf jeden Fall auch ein wichtiger, großer Schritt.

2:00:15 Alisa Jahnke: Ja, ja, also in meinem Kopf ist da eigentlich von Beginn an so eine Business Bucket List. Einmal so für mich persönlich, aber auch für Purelei. Da gibt es noch ein paar Punkte, die sind.

2:00:24 Feliks Eyser: Was steht auf deiner Business Bucketlist?

2:00:26 Alisa Jahnke: Also ganz oben steht schon noch, dieser Store of Hawaii, also Purelei braucht irgendwas. In den nächsten Jahrzehnten, ne? Also, das ist nichts, was jetzt nächstes Jahr passieren muss. Aber es wird irgendwas physisch von Pelé auf Hawaii geben müssen. Also dieses Jahr zum Beispiel sind wir. Jetzt Sustainable Coastlines, ist eine der größten Organisationen dort vor Ort, die sich für die Natur und Erhaltung einsetzen. Da sind wir Premium-Sponsor, da gibt es schon Beach Clean-Ups, auch im Namen von Purelei. Es findet schon was Physisches dort vor Ort statt, aber Ich sehe, dass es da irgendwas geben muss, was einfach dauerhaft präsent ist. Was auch immer das sein kann, ob es ein Store ist oder irgendwas anderes ist, das ist noch undefiniert. Stores generell super relevant. Wenn ich an die Store-Öffnung denke, ich habe Gänsehaut. Also das ist für mich, wenn ich sehe, wir machen da die Tür auf, da laufen Menschen rein und die haben diesen Klanz und dieses Strahlen in den Augen. Das ist was, das macht mich so, so happy. Deswegen bin ich so dankbar, dass da Freddy auch so akribisch hin dran ist und dass wir weiter Öffnung haben. Das wird weitergehen und ich hoffe auch an ganz wundervollen Orten auf der Welt. Internationalisierung wird ein Thema sein. Ist auf der Business Bucket List, hatten wir jetzt auch schon heute drüber gesprochen. Das haben wir noch nicht ganz geknackt. Das ist was, das finde ich einfach aus dem Unternehmertum sehr Anspruchsvoll und auch einfach reizend, dass wir das schaffen. Und das werden wir auch schaffen, da bin ich mir sicher, da werden wir unseren Weg finden. Produkte, Purelei, Lei, Hawaiianische Blumenkette, größte Liebe und Wertschätzung. Es wird immer Produkte sein, die genau das kreieren und auslösen bei unseren Kundinnen. Da werden wir uns aber sicherlich im Schmuckbereich auch weiterentwickeln, die nächsten Jahre. Und da gibt es auch schon coole Ideen, wie wir das machen werden. Und aber trotzdem immer dem Why, was wir haben. We create a world full of aloha, love, connections, beautiful experiences, auch mehr vielleicht wieder in die Eventrichtung reingehen, schauen, wie bringen wir Menschen zusammen, wie kreieren wir Connections. Das wird immer bleiben und da gibt es dann verschiedene Art und Weisen, wie wir da einfach dauerhaft dranbleiben.

2:02:30 Feliks Eyser: Wenn ihr bei Null starten müsstet, ihr wollt es nicht, aber wenn euch jemand zwingen würde. Euer Wissen mitzunehmen, aber alles, was ihr bisher habt, die Instagram-Follower und den Umsatz und die Logistikinfrastruktur, alles liegen zu lassen. Ihr sagt, ich will jetzt eine neue Marke gründen, egal in welcher Kategorie. Was ist euer Playbook für die ersten 100 Tage?

2:02:52 Frederik Jahnke: Persönliche Reichweite, Personal Branding ist ebenfalls so wichtig wie noch nie. Ich glaube. Alisa hat es damals schon recht früh erkannt und hat da auch in der Anfangsphase direkt Social Media dafür mitgenutzt. Also ich glaube, das ist nicht von der Hand zu weisen. Da ist sehr viel entstanden, persönliche Connections, direktes Feedback, direktes Feedback zum Produkt. Live-Shoppings, die wir da, was jetzt wieder mit TikTok kommt, hatten wir während Corona und so weiter, haben wir das schon sehr erfolgreich gestartet gehabt. TikTok wird ein relevanterer Kanal und auch dort Live Shopping etc. Ist wieder voll im Kommen und ist so die nächste, die nächste Verkaufsebene wieder. Aber da haben wir schon erste Erfahrungen auf jeden Fall gesammelt. Was will ich damit sagen? Also. Also sich selbst zu vermarkten und sich selbst als Personal Brand, eine Personal Brand aufzubauen, erleichtert es ungemein den Einstieg, um etwas danach zu verkaufen. Und dann aber auch eben, was ich vorhin gesagt habe, rausgehen und das Mindset mitbringen, ich will dieses Produkt an die Frau und an den Mann bringen, ich will verkaufen. wären so für mich die zwei Dinge, die ich jetzt heute umsetzen würde, also stark an der Personal Brand arbeiten, am Produkt arbeiten und an den. . Sales Channels nach draußen, also

02:04:23 Black Friday 2019: Zehntausende Bestellungen für 0 Euro

2:04:23 Feliks Eyser: eine Geschichte zu Purelei noch nie erzählt habt.

2:04:27 Frederik Jahnke: Haben wir über den Black Friday Fuck Up? Haben wir da schon mal drüber geredet? Da

2:04:32 Alisa Jahnke: dachte ich, das Ende von Pilday hat geschlagen 2019.

2:04:36 Feliks Eyser: Okay, was ist da passiert?

2:04:39 Alisa Jahnke: Über Bestellungen. Mai Deals Newsletter da rausging, wir hatten 0-Euro-Produkte live auf unserem Shop, 10. 000 Bestellungen, die wir dann stornieren mussten, weil es null-Euro-Bestellungen waren. Es ist alles uns so um die Ohren geflogen, wir haben da zwei Monate. Alle Scherben aufhören müssen, saßen alle drei bis nachts im Kundenservice. Also man kann sich den Nachhinein nicht vorstellen. Da ging halt technisch und logistisch einiges schief und wir haben halt so eine Black Friday Party gestartet, die halt richtig Reichweite hatte und richtig effizientes Marketing.

2:05:15 Frederik Jahnke: Ich glaube, wir haben kurz davor das System. Genau, ja, und dann ging alles in unserem Lager. Und dann ging alles schief. Und es ging so schief. Und das war, glaube ich, ein Anbieter, ich weiß nicht, ob die aus UK kamen, die genau. So, das war, das ging, das war so ein Fuck ab, dass dann der, ich weiß nicht, ob es der Chefsführer, der musste dann aus UK zu uns ins Lager kommen, wir saßen da tagelang, Etienne hat glaube ich in dem Container in unserem Lager fast übernachtet Und der Geschäftsführer von dem Anbieter, von dem System war auch die ganze Zeit da und hat versucht, das Wirr wieder zu lösen. Natürlich haben wir super viele unzufriedene Kunden generiert dadurch. mussten Bestellungen stornieren, weil sie halt für 0 Euro geshoppt haben, wo über My-Deals dann auch noch irgendwelche Codes geleakt wurden und so. Also das waren Am Ende, ich weiß gar nicht, wie viele Bestellungen wir da

2:06:15 Alisa Jahnke: Zehntausende. Zehntausende Bestellungen. Also, ja, dann natürlich, das ist ja dann auch, ne? Dafür macht man das ja aber auch dann, dass man nach außen geht, sich zeigt, dass man eine nahbare Firma ist. Heißt aber gleichzeitig auch, wenn es halt mal richtig schief läuft, dann stehst du da auch. Ich denke so, ja, natürlich stelle ich mich da jetzt hin. Gab es ein Entschuldigungsvideo von mir Bieg da wirklich sehr betröppelt. Also, das musste ich noch nicht mal spielen. Das kam wirklich auch von Herzen, wie allem. Ich einfach nur dachte, oje, also jetzt entschuldige ich mich hier mal. Wir finden Natürlich haben wir Lösungen parat gehabt. Es gab drei verschiedene Optionen, die man dann ziehen konnte. Und auch da habe ich gemerkt. Und da gerade auf Instagram halt ganz viel Wirbel bekommen. Und ich habe die Personen, die uns die schlechtesten Kommentare dagelassen haben, denen habe ich aktiv geschrieben und habe gesagt, ob sie kurz mal Zeit für mich haben, dass ich sie anrufe. Und dass ich einfach frage, hey, was sind deine Beweggründe? Was können wir gerade tun? Schlussendlich habe ich es geschafft durch diese Anrufe. Die Personen, die eigentlich am negativsten gesprochen haben, wirklich zu einem Fan zu machen. Und dann haben die uns geholfen, das Ganze zu moderieren auf Social Media.

2:07:26 Feliks Eyser: Ah, krass. Bis zum

2:07:27 Alisa Jahnke: Gerät. Genau, aber ich konnte natürlich nicht alle anrufen, weil das hätte die Zeit gesprengt. Aber die Personen, die uns, wo ich gar nicht verstanden habe, warum regen die sich denn jetzt gerade so drüber auf, weil schlussendlich ist es auch dann wiederum Schmuck, der so natürlich zu einem bestimmten Lieferdatum da sein sollte, aber wenn er nicht da ist, bricht er das, also geht ja nichts ganz Schlimmes kaputt. Und dann wollte ich das einfach verstehen, was die Beweggründen und haben halt weh. Und da musste ich auch mutig sein, weil Greif mal freiwillig zum Hörer und es ist deine eigene Idee, dass du die Menschen anrufst. Aber da habe ich auch wieder gemerkt, die Kommunikation und der Dialog ist dann das, was einem hilft, weil dann habe ich gewisse Dinge verstanden und beweggründe. Hab's es geschafft, dass sie ich sie zum Fern mache und sie haben mitgeholfen, das Ganze zu bewältigen. Und dann dachte ich wirklich so: Okay, krass. Selbst aus dieser wirklich schlimmen Situation, ich weiß noch, wie schlimm sich das angefühlt hat. Als Gefühl werde ich niemals wieder loswerden, weil ich dachte, wie ist es vorbei? hat man irgendwas Positives daraus gezogen. Weil jetzt ist es bei Pure so, wenn irgendwas Negatives auftritt und wir können es vielleicht nicht ganz handeln. Das Erste, was wir machen, ist anrufen, Gespräche führen, mehr erfahren. Lösungen finden, gemeinsam mit den Kunden, die vielleicht auch betroffen sind. Schlussendlich war die Erfahrung sehr, sehr, sehr lehrreich, aber die hat auch richtig we getan.

2:08:48 Feliks Eyser: Das glaube ich. Was hat euch deine Situation geholfen oder was macht ihr heute anders in so einem Oh shit-Moment, wenn alles zusammenkommt und so einer Nahtoderfahrung ist, so klingt es ja. Und da gehen viele Founder irgendwann durch, die Kunden. drehen durch, das Konto ist leer, der Investor springt ab, das Produkt funktioniert nicht. Es gibt ja immer so diese Momente, wo du denkst, oh fuck, jetzt ist alles vorbei. Was habt ihr da mitgenommen für euch?

2:09:09 Alisa Jahnke: Also ich für mich, wie gesagt, das, was ich eben gesagt habe, mit den Personen, wo das Problem eigentlich da ist, sprechen, Dialog finden, Lösungen finden Also gemeinsam nicht irgendwie denken, ich tische den Personen, die jetzt davon betroffen sind, eine Lösung auf, sondern die Lösung gemeinsam mit ihnen arbeiten, weil dann finde man hat man auch das Richtige. Also das war das Learning Number One. Dann ja mittlerweile dadurch zehn Jahre, man ist es schon durch viele Höhen und Tiefen auch gegangen. Man schafft es eine gewisse Ruhe zu behalten und erstmal sich zu sortieren. Das muss man natürlich auch erstmal aufbauen, aber jetzt weiß ich eigentlich immer, wenn wir irgendein Problem hatten, sind wir stärker rausgegangen. Aber nur weil unser Mindset halt wirklich so ist: Okay, du gibst uns ein Problem, wir machen eine Lösung und wir nehmen die Herausforderungen an. Machen das nächste Mal einfach besser.

2:09:53 Feliks Eyser: Und das ist auch so ein Ding, was er da mitnimmt. Du kannst jetzt zumindest heute sagen, ja, wahrscheinlich wird es nicht schlimmer als 2019. Genau.

2:09:59 Alisa Jahnke: Nee, also das passiert uns, das ist uns nie wieder passiert, sowas. Nie, nie wieder. Gott, da war alles. super neat und eingeladen. Aber ich würde schon sagen, so die zwei, einmal die Haltung, wie man damit umgeht, und zweitens immer mit den Personen sprechen, wo gerade das Problem da ist. Und da darf man sich niemals zu schade sein für immer. Ihr habt

2:10:21 Feliks Eyser: ein 100-Team zusammen fünf Kinder? Ja. Ihr habt zwei, ihr Tien hat auch nochmal drei. Wenn die in 20 Jahren sagen, hey, ich habe Lust in die Firma einzusteigen. Seid ihr stolz oder besorgt?

2:10:32 Alisa Jahnke: Schönen guten Tag.

2:10:35 Frederik Jahnke: Ich fände das auch schön, den Gedanken. Also wenn die sich dafür entscheiden, ja, Teil der Reise zu sein. Man muss sagen, es wäre nicht das erste Mal, dass Familie Teil dieser Reise ist. Also auch mein Bruder hat Bis vor kurzem noch für uns gearbeitet und am Pure gearbeitet ist. Deine, also Alisas Mutter hat geholfen, Etiennes Mutter zum Beispiel auch. Also wir hatten immer viel Support auch von der Familie. Und deswegen, es wäre nicht das erste Mal, dass Familie Teil des Geschäfts ist. Aber klar, die eigenen Kinder nochmal würde mich schon stolz machen, muss ich sagen. Ja.

2:11:12 Alisa Jahnke: Also ich finde es, da habe ich mir noch nie darüber Gedanken gemacht, aber jetzt vielleicht mit dem hundertjährigen Bild kommt das auch so langsam. Genau, finde ich natürlich eine super, super schöne Vorstellung. Und gleichzeitig Sollen ja auch sie in ihrem Leben irgendwas haben, wo sie vielleicht ihre eigene Vision und was Eigenes auferleben lassen können, weil so ist, glaube ich, auch so einfach. Unsere Erziehung, dass da vielleicht auch irgendwas bei denen entsteht. Und davon wollte ich sie natürlich auch nie abhalten. Dass sie ihre eigenen Gedanken und Ideen und Kreativität nicht ausleben können und wenn du halt was übernimmst, dann musst du dich ja schon da auch stark , Irgendwo, da gibt es gewisse Leitplanken, musste ich da auch irgendwo reinsetzen. Deswegen so und so, also natürlich superschöne Vorstellungen. Und gleichzeitig denke ich so, die sollen auch den absoluten Freiraum haben, dass sie zu jeder Zeit ihre Visionen ausspielen können.

2:12:10 Feliks Eyser: Alisa, Freddy. Schön, dass ihr euch die Zeit genommen habt, dass du auch spontan nochmal Freddy reingesprungen bist. Ich finde das Gespräch massiv. Bereiche. Und cool, dass ihr das zum ersten Mal zusammen gemacht habt. Richtig cool. Vielleicht macht man 20 Jahren dann eine Wiederholung. Mal gucken. Wo finden Leute euch online? Wer soll sich melden? Wo kann man den Adventskalender bestellen?

2:12:30 Alisa Jahnke: Den kann man jetzt Ende August geht jetzt live bei uns bei Purelei. de.

2:12:34 Feliks Eyser: Wenn es ja schon live in der Podcast online geht, sehr gut. Dann kauf den mal direkt. Den Ankerkraut-Aventskalender kann man gleich mitbestellen. Oh wow. Zwei Adventskalender zu Hause. Schau dort an. An Ann und Stefan. Wo findet man euch online sonst?

2:12:48 Alisa Jahnke: Mich auf LinkedIn am besten. Oder Instagram.

2:12:52 Frederik Jahnke: Genau, mich auch. LinkedIn oder Instagram. Gerne schreiben. Ich habe es vorhin gesagt, ich arbeite gerne an Visionen. Ich helfe da auch gerne.

2:13:01 Feliks Eyser: Wer soll sich melden?

2:13:02 Alisa Jahnke: Also ich spreche super gerne mit Personen, die wirklich Markenthemen voranbringen, weil mich das immer sehr inspiriert, weil, wie man jetzt ja auch rausgehört hat, ich bin daran interessiert, dass Purelei langfristige Marke am Markt ist. Und damit vielleicht auch so der einen oder anderen Heritage Marke zu sprechen, die es einfach schon lange gibt, finde ich super spannend. Da gerne melden. Ansonsten auch Ich lerne super gerne über neue Marketing-Themen dazu. Also ich habe jetzt auch gerade viele Gespräche geführt mit Personen, die einfach da Dinge kreieren und aufbauen. Und da schreibe ich auf LinkedIn auch Nachrichten, weil ich am Esten durch den Austausch lerne und ich einfach super gerne spreche und im Dialog bin. Deswegen rund um Marke, Marketing, Wachstum.

2:13:49 Frederik Jahnke: Ja, und vielleicht noch ergänzend, ich finde alles rund um, also ich mache ja auch den Innovationsbereich bei uns, ich finde alles rund um Produkt super spannend, also jemand, wenn jemand dazu noch Input hat, der für Purelei interessant sein könnte. Super gerne melden.

2:14:05 Feliks Eyser: Schön, dass ihr da wart. Vielen Dank. Danke für eure Zeit. Danke für euch. Ein sehr schönes Gespräch. Zu dritt.

2:14:10 Frederik Jahnke: Ja.

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