So hat er 200M eingesammelt
mit Tim Stracke, Mitgründer von Chrono24 und Business Angel
Zusammenfassung

Tim Stracke und Feliks waren 2016 zusammen auf dem Kilimandscharo. Damit beginnt die Folge, und Tims Learning vom Berg ist auch sein Mantra als Gründer: Bei Chrono24 hat er sich jedes Jahr gesagt, er macht es noch mindestens drei Jahre. Daraus wurden 15. Eigentlich wollte er mit zwei Mitgründern eBay im Uhrenhandel angreifen, bis er bei der Recherche auf Chrono24 stieß. Den Namen fand er zuerst furchtbar, weil die 24 im deutschsprachigen Raum für Preisvergleich steht. In den USA und Asien lieben ihn die Kunden. Heute kommen nur noch 12 bis 13 Prozent der Nutzer aus Deutschland, die USA sind der größte Markt, und 9 bis 10 Millionen Menschen nutzen die Plattform jeden Monat.
Den Nukleus der Firma haben die Gründer gekauft. Tim rief die beiden Betreiber in Bad Homburg kalt an, bekam elf ausgedruckte Folien vorgelegt, und auf der letzten stand ein Preis, der sechs- bis siebenmal höher war als die eigene Schätzung. Einer der Verkäufer war hauptberuflich M&A-Berater. Nach neun Monaten Verhandlung zahlten sie fast den ursprünglichen Preis, rückblickend wäre auch das Doppelte okay gewesen. Danach wuchs Chrono24 jahrelang fast nur über SEO. Tim beschreibt offen, welchen Fehler das Unternehmen bei Social Media zweimal gemacht hat und warum er heute glaubt, dass fehlende Diversity im Führungsteam zu dieser Fehlentscheidung geführt hat.

Der Kern der Folge ist Tims Fundraising-Playbook. Chrono24 hat über 200 Millionen eingesammelt, obwohl die kumulierte Burn Rate unter 10 Millionen Euro liegt; mehr als die Hälfte floss in Secondaries. Seine Regeln: Nie unter Druck raisen, mit Investoren zwei bis drei Jahre vor der Runde sprechen, ohne Pitchdeck und nur mit Ist-Zahlen, die Runde über weiche Zusagen dreifach überzeichnen und nie die höchste Bewertung nehmen, sondern den Investor mit der stärksten Brand im Cap Table. 2013 kauften die Gründer sogar einen Gesellschafter über Fremdkapital heraus, danach gehörten ihnen wieder fast 90 Prozent.
Seine wichtigste Entscheidung als Gründer war ein Nein: Ein Zukauf für 300 Millionen Dollar, den Insight Partners im Board klar befürwortet hat, bei dem Tim die Due Diligence selbst machte und den er am Ende absagte. Außerdem geht es um richtig dosierte Founder-Secondaries, um den Uhrenmarkt nach Corona, als eine Patek Philippe Nautilus für rund 33.000 im Laden und bis zu 190.000 auf Chrono24 gehandelt wurde, um Verhandeln nach Matthias Schranner und um den Rat an sein 25-jähriges Ich: die Zeit vor der Gründung nutzen, die Mitgründer sorgfältig wählen und den Markt nach dem realistisch erreichbaren Teil beurteilen, nicht nach dem TAM.
Worüber am meisten gesprochen wurde
Kapitel
- 00:00Trailer & IntroIntro
- 01:24Mit Feliks auf dem Kilimandscharo und ein Mantra für 15 Jahre: „Noch mindestens drei Jahre“Gründerreise & Mindset
- 07:05Eigentlich wollte er eBay angreifen: Wie Tim auf Chrono24 stieß und warum ihn der Name erst störteMarktplatz & Geschäftsmodell
- 19:35Der Kauf von Chrono24: Elf ausgedruckte Folien, ein M&A-Berater und neun Monate VerhandlungM&A & Verhandeln
- 23:41Jahrelang nur SEO und kein anderes Marketing: Der Social-Media-Fehler, den Chrono24 zweimal gemacht hatSEO & Marketing
- 36:08Der Uhrenmarkt nach Corona: Eine Patek Philippe Nautilus für rund 33.000 im Laden und bis zu 190.000 auf Chrono24Uhrenmarkt
- 46:30Über 200 Millionen eingesammelt, unter 10 Millionen verbrannt: Mehr als die Hälfte floss in SecondariesFundraising & Investoren
- 49:26Das Fundraising-Playbook: Kein Pitchdeck, nur Ist-Zahlen und die Runde dreifach überzeichnenFundraising & Investoren
- 57:43Nimm nie die höchste Bewertung: Warum ein starker Investor im Cap Table mehr wert istFundraising & Investoren
- 01:03:22Seine wichtigste Entscheidung als Gründer: Ein 300-Millionen-Dollar-Zukauf, den er abgesagt hatM&A & Verhandeln
- 01:28:30Verhandeln nach Matthias Schranner: Fordern statt argumentierenM&A & Verhandeln
- 01:34:40Rat an sein 25-jähriges Ich: Mit wem, wo und in welchem Markt du gründen solltestGründerreise & Mindset
Key Learnings
- 1
Zähle bis zehn: „Noch mindestens drei Jahre“
Beim Gipfelaufstieg auf den Kilimandscharo hat Feliks nur die nächsten zehn Schritte gezählt. Tims Version davon bei Chrono24: Er hat sich jedes Jahr gesagt, dass er es noch mindestens drei Jahre macht, auch seiner Familie gegenüber. Am Ende wurden daraus 15 Jahre. Beim Gründen weißt du nicht, wann das Ziel erreicht ist, also brauchst du ein Mantra, das dich durch die nächste Etappe trägt, und die Hartnäckigkeit, nicht aufzugeben.
01:24 · Mit Feliks auf dem Kilimandscharo und ein Mantra für 15 Jahre: „Noch mindestens drei Jahre“ - 2
Rechne Kaufen gegen Angreifen durch, bevor dein Ego entscheidet
Tim wollte die Verkäufer von Chrono24 zuerst nicht bezahlen und lieber gegen sie antreten. Sein Mitgründer Dirk bremste ihn: Das kostet zu viel Zeit. Also modellierte Tim beide Szenarien und verglich, wo mehr Geld nötig ist, gegen die Plattform anzutreten oder den hohen Preis zu zahlen. Der Kauf war klar sinnvoller, auch weil die Konkurrenz danach vom Markt war. Rückblickend hätte er sogar das Doppelte zahlen können. Und: Kauf nie emotional von einem M&A-Berater, der dir immer wieder sagt, dann lasst es einfach.
19:35 · Der Kauf von Chrono24: Elf ausgedruckte Folien, ein M&A-Berater und neun Monate Verhandlung - 3
Rede selbst mit den Kunden, sonst übersiehst du den nächsten Kanal
Chrono24 hat jahrelang nur SEO gemacht und Social Media verschlafen, erst auf Facebook statt Instagram gesetzt und später TikTok im Leadership als Tanz-App abgetan. Tim sieht darin eine Folge fehlender Diversity an der Spitze. Sein Rat: Starke Convictions behalten und oft Nein sagen, aber dich regelmäßig in die Zielgruppe hineinversetzen. Führungskräfte sollten institutionalisiert mit Kunden sprechen oder bei Calls mithören, denn ein Meetingprotokoll vom Außenminister ersetzt das eigene Gespräch nicht.
23:41 · Jahrelang nur SEO und kein anderes Marketing: Der Social-Media-Fehler, den Chrono24 zweimal gemacht hat - 4
Always be fundraising: Zwei bis drei Jahre vorher, ohne Pitchdeck, dreifach überzeichnet
Tim hat Investoren auf Konferenzen getroffen, die erst in zwei, drei Jahren relevant wurden, und extrem niedrigschwellig gefragt, ob sie grundsätzlich Interesse hätten. Diese Gespräche liefen ohne Pitchdeck und nur mit Ist-Zahlen, damit nie überambitionierte Planzahlen gegen die Realität gemessen werden. So sehen Investoren einen Film statt eines Bildes. In späteren Phasen ließ er die Ansprache über andere Investoren laufen, die beiläufig von einer möglichen Chance erzählten. Ziel: weiche Zusagen für das Dreifache des Bedarfs, dann entsteht Fear of Missing Out und du kannst wählen.
49:26 · Das Fundraising-Playbook: Kein Pitchdeck, nur Ist-Zahlen und die Runde dreifach überzeichnen - 5
Nimm nie die höchste Bewertung, nimm die stärkste Brand
Chrono24 hatte fast immer die Wahl zwischen mehreren Investoren und hat nie auf die höchste Bewertung optimiert. Tims Argument: Operativ können Investoren nur begrenzt helfen, am Ende musst du das Business selbst führen. Was nur wenige können, ist dir mit einer starken Marke Vertrauen zu geben, vor allem für die nächsten Runden. Insight Partners aus New York war für Chrono24 so ein Qualitätsstempel. Dafür lohnt sich eine etwas niedrigere Bewertung. Nur bei der letzten Runde, wenn du profitabel bist, kannst du höher pokern.
57:43 · Nimm nie die höchste Bewertung: Warum ein starker Investor im Cap Table mehr wert ist - 6
Hör deinem Board zu, aber entscheide selbst
Insight Partners wollte, dass Chrono24 eine Firma für 300 Millionen Dollar kauft, und drängte darauf, Investmentbanken mit der Due Diligence zu beauftragen. Tim lehnte ab, weil die Banken nur bei Abschluss bezahlt worden wären, machte die Prüfung mit dem Team selbst und sagte den Deal ab: eine Betting-the-Company-Entscheidung, die er heute für seine wichtigste als Gründer hält. Auch in der Covid-Zeit ignorierte er die Empfehlung, Leute zu entlassen. Der Investor sagte ihm später, dass er genau solche CEOs sucht, die sich seiner Meinung widersetzen.
01:03:22 · Seine wichtigste Entscheidung als Gründer: Ein 300-Millionen-Dollar-Zukauf, den er abgesagt hat - 7
Dosiere Founder-Secondaries so, dass sie dir den Risikoappetit zurückgeben
Als Chrono24 früh profitabel war, merkten die Gründer, dass ihnen der Appetit auf Risiko verloren ging: Büros in Asien oder Investitionen in Content blieben liegen, weil jeden Monat der Cash-Bestand stieg. Ein überschaubarer Founder-Secondary nahm privat Risiko vom Tisch und brachte den Mut zurück, wieder Burn Rate zu akzeptieren, aber nur so viel, dass sie in drei bis sechs Monaten auf null zurück konnten. Tims Regel als Investor: Der Betrag darf nicht lebensverändernd sein, sonst verlagert sich die Energie auf Angel-Investments statt auf die eigene Firma.
01:03:22 · Seine wichtigste Entscheidung als Gründer: Ein 300-Millionen-Dollar-Zukauf, den er abgesagt hat - 8
Wähle den Markt nach dem SAM, nicht nach dem TAM
Tims erster Marktplatz drehte sich um Geschenke, ein Markt von 30 Milliarden D-Mark. Erst später merkte das Team, dass ein großer Teil davon Geldgeschenke und Blumen waren, die niemand online kauft. Der tatsächlich erreichbare Markt war klein. Sein Rat an sein 25-jähriges Ich: Geschäftsmodell und Team kannst du ändern, den Markt kaum, weil dein Netzwerk und dein Wissen dann wertlos sind. Prüfe also, ob der Markt groß, wachsend und innovativ ist und ob du Lust hast, zehn Jahre und mehr darin zu verbringen.
01:34:40 · Rat an sein 25-jähriges Ich: Mit wem, wo und in welchem Markt du gründen solltest
Meistgesehener Clip zur Folge
Im Strategie-Meeting schlug jemand TikTok vor. Seine Reaktion: Nein, das ist Tanzen. Die Aufgabe im Meeting: Ihr habt 100 Millionen Euro, wie würdet ihr Chrono24 angreifen? Davor hatten sie bei Social schon auf Facebook gesetzt statt auf Instagram. Tim Stracke im Founder Mode Podcast.
Auf Instagram ansehen ↗Zahlen aus der Folge
Zitate

„Drei Jahre will ich noch. Und das habe ich am Ende 15 Jahre lang gemacht.“„… das Wichtigste ist, dass du idealerweise das Fundraising zu einem Zeitpunkt machst, wo du nicht dringend das Geld brauchst.“„… zeigt den Investoren nicht nur ein Bild von dir, sondern zeig ihnen einen Film.“„Und das, finde ich, unterschätzen auch viele die Strahlkraft von starken Marken im Captable.“„… dass das die wichtigste und größte Entscheidung meiner Zeit als Gründer war, diese Transaktion nicht zu machen …“Über den Gast

Tim Stracke
Tim Stracke hat Chrono24 zusammen mit zwei Mitgründern aufgebaut, dem weltweit genutzten Marktplatz für Luxusuhren mit Sitz in Karlsruhe. Es war seine dritte Gründung: Die erste, ein Marktplatz für Geschenke, scheiterte, die zweite wurde verkauft. Den Nukleus von Chrono24, also Marke und Domain, kauften die Gründer zwei Betreibern aus Bad Homburg ab und machten aus dem Kleinanzeigenportal einen transaktionalen Marktplatz, der heute von 9 bis 10 Millionen Menschen im Monat genutzt wird und ein Handelsvolumen von über einer Milliarde abwickelt. Tim war 15 Jahre lang Geschäftsführer, hat alle Finanzierungsrunden selbst geführt und über 200 Millionen eingesammelt, bei einer kumulierten Burn Rate von unter 10 Millionen Euro. Heute sitzt er im Board von Chrono24, investiert als Business Angel am liebsten in Marktplätze und spricht im Podcast Tomorrow Watches etwa einmal im Monat über den Uhrenmarkt.
Häufige Fragen
Was ist Chrono24 und wie groß ist die Plattform heute?
Chrono24 ist ein globaler Marktplatz für Luxusuhren mit Sitz in Karlsruhe. In der Folge nennt Tim Stracke 9 bis 10 Millionen Unique User pro Monat, ein Transaktionsvolumen von deutlich über einer Milliarde (mit außerhalb abgewickelten Käufen über zwei Milliarden) und einen Virtual Vault, in dem wertmäßig rund 8 Prozent aller Uhren weltweit liegen, über 60 Milliarden Euro. Die USA sind der größte Markt, nur 12 bis 13 Prozent der Nutzer kommen aus Deutschland. Das Geschäftsmodell: Transaktionsgebühr plus monatliche Subscription für Händler.
Wie hat Tim Stracke Chrono24 gekauft?
Die Gründer hatten die Idee für einen Uhrenmarktplatz gegen eBay und stießen bei der Recherche auf Chrono24, das zwei Betreiber in Bad Homburg im Nebengeschäft führten. Tim rief kalt an, bekam elf ausgedruckte Folien vorgelegt, und der Preis auf der letzten Folie war sechs- bis siebenmal höher als geschätzt. Einer der Verkäufer war hauptberuflich M&A-Berater. Nach neun Monaten Verhandlung zahlten sie fast den geforderten Preis. Die Summe hat Chrono24 nie kommuniziert.
Wie viel Geld hat Chrono24 eingesammelt und wofür?
Über 200 Millionen, bei einer kumulierten Burn Rate von unter 10 Millionen Euro. Mehr als die Hälfte floss in Secondaries, also in den Kauf von Anteilen bestehender Gesellschafter. Eine größere Summe wurde für eine M&A-Strategie aufs Balance Sheet geholt, die am Ende nicht umgesetzt wurde. 2013 kauften die Gründer zudem einen Gesellschafter über Fremdkapital heraus, danach gehörten ihnen wieder fast 90 Prozent der Firma.
Was ist Tim Strackes Fundraising-Playbook?
Nie unter Druck raisen. Mit den Investoren, die in zwei bis drei Jahren relevant werden, schon heute sehr niedrigschwellig sprechen, ohne Pitchdeck und nur mit Ist-Zahlen, damit sie über die Zeit einen Film statt eines Bildes sehen. Weiche Zusagen für das Dreifache des Bedarfs sammeln, Investoren in späteren Phasen über Kontakte statt direkt ansprechen, und am Ende nicht die höchste Bewertung nehmen, sondern den Investor mit der stärksten Brand. Chrono24 hat alle Runden ohne Bank selbst gemacht.
Welchen Deal hat Tim Stracke abgesagt?
Einen Zukauf für 300 Millionen Dollar. Insight Partners, der größte Gesellschafter, befürwortete den Deal im Board klar und wollte Investmentbanken mit der Due Diligence beauftragen. Tim bestand darauf, die Prüfung selbst zu machen, und entschied sich am Ende bewusst dagegen. Er nennt das die wichtigste und größte Entscheidung seiner Zeit als Gründer, weil der Deal die Firma aufs Spiel gesetzt hätte. Um welches Unternehmen es ging, verrät die Folge nicht.
Wie hat sich der Uhrenmarkt seit Corona entwickelt?
Während Corona explodierten die Preise für ikonische Modelle von Rolex, Patek Philippe und Audemars Piguet und verdrei- bis vervierfachten sich auf dem Pre-Owned-Markt. Eine Stahl-Nautilus 5711 kostete im Laden 32.000 bis 33.000 und wurde auf Chrono24 für 190.000 gehandelt. Mit der Zinswende im April 2022 stürzten die Preise ab. Nach zwei, drei Jahren Rückgang und einer Stabilisierung sieht Tim seit sechs bis neun Monaten wieder klar steigende Preise, vor allem bei Rolex und Patek, und hält den Zeitpunkt zum Kaufen für gut.
Erwähnt in der Folge
- eBayFirmaDer Marktplatz, den Tim mit seiner Idee ursprünglich angreifen wollte; Kleinanzeigen ist inzwischen selbst transaktional geworden.
- Insight PartnersFirmaInvestor aus New York und größter Gesellschafter von Chrono24; befürwortete den abgesagten 300-Millionen-Dollar-Zukauf.
- Matthias SchrannerPersonVerhandlungstrainer, dessen Seminare Tim besucht hat; Chrono24 ließ das ganze Team nach seinem Konzept schulen.
- Sequoia CapitalFirmaAuch von Sequoia bekam Tim den Anruf, der sich wie Wertschätzung anfühlte, bis er merkte, dass dahinter ein Callcenter steckt.
- Y CombinatorFirmaBeispiel für ein Abzeichen, das Gründer im Deal-Stapel der Investoren nach oben bringt.
- Bits & PretzelsFirmaMünchner Gründerkonferenz, die Tim als eines der Top-Formate nennt, um Investoren kennenzulernen.
- Patek Philippe Nautilus 5711ProduktDie Stahl-Nautilus kostete im Laden 32.000 bis 33.000 und wurde in der Corona-Zeit für 190.000 auf Chrono24 gehandelt.
- Rolex DaytonaProduktIm Laden 12.000 bis 13.000, die teuerste wurde auf Chrono24 für 45.000 gehandelt.
- Audemars Piguet Royal OakProduktTims Lieblingsuhr, die er in der Folge trägt; die Marke brauchte nach dem Hype am längsten, um wieder zu steigen.
- Swatch × OmegaProduktDie Kollaboration brachte große Stückzahlen zwischen 300 und 1.000 Euro auf Chrono24; bei der späteren Kollab mit AP standen Leute tagelang Schlange.
- EarlybirdFirmaFeliks verweist auf die Folge mit Andre Retterath und das Deal-Sourcing-System des VCs.
- SnocksFirmaJohannes Kliesch hat dort eine eigene Rolle, die ständig neue Marketingkanäle wie TikTok Shop testet.
- ZapposFirmaFeliks' Beispiel: Jeder Mitarbeiter musste eine Woche pro Jahr Customer Service machen.
- Tomorrow WatchesSendungTims Podcast, in dem er etwa einmal im Monat über den Uhrenmarkt spricht.
Transkript
00:00 Trailer & Intro
00:00 Tim Stracke: Langfristig ist das Ziel, jeden Luxus-Uhren-Liebhaber auf der Welt zu kennen. Wir schätzen, dass mittlerweile deutlich mehr als jeder zweite die Plattform regelmäßig nutzt.
00:08 Feliks Eyser: Verhandlungen, Strategie, Taktik mit Investoren das hast du gemastert. Du hast einen Uhren-Unicorn gebaut, du hast über 200 Millionen. Was sind die Lektionen? Wenn du den TED-Talk hältst, sind meine Top 5 Fundraising-Learnings.
00:20 Tim Stracke: Man sollte nie unter Druck Fundraising machen. Das Wichtigste ist, dass du idealerweise das Fundraising zu einem Zeitpunkt machst, wo du nicht dringend das Geld brauchst.
00:28 Feliks Eyser: Die erste Stufe ist ein Druck.
00:30 Tim Stracke: Extrem niedrigschwellig, dass du ein Ja bekommst. Ja, gucke ich mir gerne mal an. Idealerweise bist du dann auch hochgradig unverbindlich deutlich oversubscribed. Also sprich, du hast die dreifachen Zusagen an Kapital dessen, was du benötigst. Haben wir dann nie auf die höchsten Bewertung optimiert, sondern immer geguckt, hey, was ist der richtige Investor für uns? Also vor allen Dingen die Strahlkraft Von starken Marken im Captable. Also wenn man sich so fragt, wo können Investoren helfen, das ist, wenn man ganz ehrlich ist, oft beschränkt. Am Ende musst du das Business leiten. Aber was nur einige können und andere überhaupt nicht können, ist einfach mit einer starken Brand dir Vertrauen zu geben.
01:08 Feliks Eyser: Wie setzt man sich gegen seine Investoren durch, wenn man andere Meinung hat? Die heutige Folge wird präsentiert von Konto, dem Geschäftskonto, auf dem ich alle meine Firmen laufen lasse. Und jetzt zur Show. Guck mal, du mich im Archiv. Ich habe im Archiv gegraben. Wir waren vor zehn Jahren, 2016, waren wir zusammen auf dem Kilimandscharo. Erinnerst du dich?
01:24 Mit Feliks auf dem Kilimandscharo und ein Mantra für 15 Jahre: „Noch mindestens drei Jahre“
01:34 Tim Stracke: Ja, erinnere ich mich gut dran.
01:36 Feliks Eyser: Was ist das eine Founder-Learning, was bei dir hängen geblieben ist von unserem 5-Tage-Aufstieg auf den Kili? Ich sag dir gleich meins.
01:45 Tim Stracke: Ähm. Also erstmal war das natürlich eine mega intensive Zeit, an die ich mich auch echt noch gut erinnern kann. Letztendlich mir gar nicht die Bilder hinlegen müssen, da wir uns ja auch richtig
01:58 Feliks Eyser: Da lernen wir sie richtig kennen, wenn man da fünf Tage im Zelt und so weiter da hochläuft und so. Wir kannten uns davor.
02:02 Tim Stracke: Ja. Also wir kannten uns, glaube ich, schon eine ganze Weile, aber einfach nicht so gut und da, das war natürlich echt mega. Also ich würde mal sagen, preparation hilft, also man sollte ein Stück weit prepared sein. Ich weiß gar nicht, wie du vorbereitet warst. Ich hab mich so zehn, zwölf Tage vorher bin ich Nachtzimmer in so einem sauerstoffreduzierten Zelt geschlafen.
02:21 Feliks Eyser: Dass du im Wohnzimmer geschlafen hast, oder? Dieses Ding auch so laut war, diese Pumpe und den Sauerstoffgehalt aus der Luft reduziert hat.
02:28 Tim Stracke: Ja. Und ich hatte schon, ich hatte ein paar Challenges bei dem letzten, diesem Summit-Push, dem letzten Tag, aber ich hatte keine Kopfschmerzen wie einige andere. Ich weiß gar nicht, wie es bei dir war. Das war völlig im Arsch. Es hatten einige ja ziemliche Kopfschmerzen, da war ich, ich weiß nicht , ob es daran lag. Aber das andere, die anderen beiden Themen, glaube ich, Hartnäckigkeit, also Don't Give Up. Und wir hatten alle unsere Challenges am letzten Tag, aber wir haben halt alle nicht aufgegeben und haben es dann alle geschafft. Ich glaube, das ist bei Unternehmertum auch echt wichtig. Es ist ja gar nicht so schwer, da hochzugehen. Es ist ja eigentlich einfach. Aber man braucht einfach die Hartnäckigkeit nicht aufzugeben. Das würde ich einfach mal sagen, ist ein Learning fürs Unternehmertum. Und das andere auch, überleg dir gut, mit wem du das machst. Also die Teamdynamik, glaube ich, auch, dass die eine große Rolle spielt, weil du einfach da. viele krasse Erlebnisse hast und es einfach nicht einfacher ist auf diese zehn Tage oder bei Unternehmertum zehn Jahre. Da musst du dir schon gut überlegen, wen denn an deiner Seite haben möchtest.
03:22 Feliks Eyser: Das war auch mein Leiding. Ich fand erstens interessant, wir waren in einer Truppe von sechs Jungs, die da hochgegangen sind, und der Nationalpark hat ja eine Vorgabe gemacht, wie viele Helfer du quasi brauchst. Und das waren ja Kann ich so 20 Leute? Oder so, das war ein riesen Team, was du irgendwo sagst, okay, what does it take, auf so einen Berg raufzukommen? Ich dachte, oh ja gut, da läuft es halt irgendwie hoch Und krägst dein Zelt. Nee, nee, da ist ja einer, da sind zwei Leute alleine, die die Küche tragen, so in etwa. Das fand ich krass. Und ich muss sagen, bei mir, diese letzte Nacht hat sich bei mir richtig eingebrannt. Also wieder oben sind ein paar hundert Meter unterm Gipfel. Übernachtet haben, du wirst ja dann um 4 Uhr morgens geweckt, das weiß ich noch, wie der Typ da mit dem Kochlaffel um 1 Uhr. Ich glaube
03:57 Tim Stracke: um 1 Uhr, wir sind das war bei mir auch ein Thema, dass wir nur so wenig geschlafen haben, weil ich auch Ich bin, äh, ja, ja, wir sind bis um ein Uhr geweckt worden und ich glaube, kurz danach auch losgelaufen.
04:06 Feliks Eyser: War das so früh? Okay, das weiß ich gar nicht.
04:07 Tim Stracke: Wir waren jetzt im Sonnenaufgang oben.
04:09 Feliks Eyser: Der war um sieben, ja, stimmt. Dann sind wir früh los.
04:11 Tim Stracke: Und wir sind bestimmt vier, fünf Stunden hochgelaufen. Und haben ja auch keine Pausen gemacht am letzten Tag, weil es hieß , in der Höhe und bei den kalten Temperaturen sind die Pausen weniger erholend als schädlich.
04:27 Feliks Eyser: Das ist eigentlich auch aus unserer Founder -Leading, einfach weitermachen. Ich erinnere mich, wir standen dann kurz da und meinte, nee, nee, wir müssen jetzt weitergehen, weil sonst werden die Muskeln kalt, sonst gewöhnst du dich da irgendwie dran und
04:38 Tim Stracke: Ich war, glaube ich, sogar derjenige, der am meisten drauf gepusht hat, weil bei mir ist die Getränkezufuhr eingefroren. Ich konnte den Ding noch nicht mehr trinken. Und ich hatte so, ich hatte keine Kopfweh, was eigentlich ja untypisch ist, aber ich hatte so Bauchthemen. Weil ich habe auch vorher so eine So eine Koffeinlösung von Marius, die hätte irgendwie so Koffeinquetschis dabei. Und ich glaube, das habe ich nicht so gut vertragen.
05:06 Feliks Eyser: Wolltest du nochmal ein bisschen Doping machen für den Gipfel? Ja krass, ich erinnere mich, meine Handschuhe waren zu eng und die haben das Blut abgeschnürt, deswegen sind meine Hände so krass kalt geworden. Aber die Handschuhe ausziehen, ist natürlich auch keine Option, so weil dann frierst du noch mehr. Und ich hatte krass Kopfschmerzen, also mir hat es das schaffen gemacht, ich habe auch kein Höhentraining oder sowas davor gemacht und muss auch komplett unterzuckert gewesen sein. Ich war einfach komplett schwach und war dann irgendwann der Letzte in der Gruppe. Und hab dann immer innerlich nur auf zehn gezählt. Das war mein Ding, zehn Schritte. Ich mache jetzt noch zehn Schritte. Wieder zehn, wieder zehn. Also ich habe immer nur die nächsten zehn Schritte gedacht. Davor waren meine Gedanken die ganze Zeit Bei meinem Bett zu Hause und wieso mache ich das eigentlich und es war irgendwie nicht so gut? Und dann dachte ich so, nee ich konzentriere mich einfach nur, ich zähle immer nur bis 10.
05:49 Tim Stracke: Ja, und was wahrscheinlich auch geholfen hat, und sonst hätte man es wahrscheinlich auch nicht geschafft und es ist wahrscheinlich auch eine Parallele, diese starke Vision, oben beim Sonnenaufgang auf dem Gipfel zu stehen. Und interessanterweise konnte man den ja auch Weil es dunkel war, wir sind in der kompletten Dunkelheit gelaufen. Man sah halt nur so ein paar Lampen vor uns von anderen. Bergsteigern ist wahrscheinlich ein bisschen übertrieben. Wanderern. Aber man konnte nicht so richtig sehen. Wann man oben ist. Und ich war dann sehr überrascht, als wir plötzlich oben waren. Also man hatte dies, ich hatte so die klare Vision, ja, man will oben sein, man will es schaffen, aber man wusste nicht so richtig, wann es soweit ist, und so lange einfach durchbeißen.
06:23 Feliks Eyser: Ja. Jetzt auch interessant bei Unternehmertum, du weißt ja nicht, wann das Ende ist. Also wenn du Marathon läufst, dann weißt du, ich gebe 42 Kilometer. Wenn ich bei Kilometer 30 bin, habe ich noch 12. Bei Unternehmer tun wir es dann nicht.
06:34 Tim Stracke: Ja, um die Brücke jetzt zu schlagen, also bei Chrono24, habe ich mir immer gesagt, ich mache es noch mindestens drei Jahre.
06:43 Feliks Eyser: Das war deine auf zehn Zählen.
06:45 Tim Stracke: Ja, das war auf zehn Zählen. Das habe ich auch in meiner Familie mal gesagt. Ja, komm, also es läuft gerade echt gut, aber wir sind einfach echt noch nicht da, wo wir sein sollten, wo wir sein können. Drei Jahre will ich noch. Und das habe ich am Ende 15 Jahre lang gemacht.
06:58 Feliks Eyser: Du hast fünfmal die drei Jahre wiederholt?
07:00 Tim Stracke: Ich hab's halt jedes Jahr gesagt. Also drei Jahre, noch mindestens drei Jahre war immer so. Noch mindestens drei Jahre.
07:05 Eigentlich wollte er eBay angreifen: Wie Tim auf Chrono24 stieß und warum ihn der Name erst störte
07:05 Feliks Eyser: Ich weiß doch, dass wir uns kennengelernt haben. Hattest Es war sogar vor Chrono24, vor der Akquisition, glaube ich. Im Grunde bist Gründer von Chrono24. Alles, was man heute sieht, so habt ihr aufgebaut. Den Nukleus habt ihr aber gekauft und in dem Zuge haben wir es ausgetauscht. Ich glaube, so ein Jahr nach dieser Akquisition waren wir bei einem Event und dann meintest du, hey, und dieses Ding gekauft von mir, das hat sich jetzt schon so gut entwickelt. Wahrscheinlich könnten wir es jetzt direkt irgendwie für das Fünffache weiterverkaufen oder so. Was dann viel kleiner gewesen wäre als das, was heute steht. Aber so bist du eingestiegen.
07:34 Tim Stracke: Genau, so sind wir eingestiegen. Also die Idee, die kam schon von uns Gründern. Also wir waren zu dritt und als ich damals die Idee hatte, hatte ich eigentlich auch vor. Gegen Ebay anzutreten und bei der Idee kannte ich Chrono24 auch gar nicht.
07:51 Feliks Eyser: Kann man researchern.
07:52 Tim Stracke: Genau, ich habe das dann global recherchiert. Ob es überhaupt eine Alternative zu Ebay gab. Damals war für mich eigentlich klar Gebraucht über den Kaufmann und Verkaufmann bei Ebay. Und das war auch so mein Antrieb: Das kann man besser machen oder das sollte man besser machen. Und ich habe dann auch einigen anderen Gründern den Tipp gegeben, sich dieses Segment mal anzuschauen, aber keiner ist so richtig drauf angesprungen und dann habe ich irgendwann nach ein, zwei Jahren gesagt, okay, jetzt versuche ich selbst. Hab da meine Mitgründer überzeugt, die hatten noch so ein paar andere Ideen. Aber ich glaube, am Ende war es ganz gut, dass wir uns dann für dieses Thema entschieden haben. Haben es dann recherchiert, waren vollkommen geschockt, als wir dann Chrono24 gesehen haben, dass das mit so einem Namen funktioniert.
08:33 Feliks Eyser: Das fattest du nicht gut daran, Frankfurt.
08:34 Tim Stracke: Nee, den fand ich überhaupt nicht gut. Hab dann aber ein interessantes Learning gemacht, dass dieses 24 ein sehr deutsches Thema ist oder ein deutschsprachiges Thema. Diese 24, die steht Halt in Deutschland und in Österreich und der Schweiz halt für Preisvergleich günstige Angebote. Und das passt natürlich überhaupt nicht zu hochwertigen Luxusuhren. Und habe dann aber sehr schnell, nachdem wir diese Marke übernommen haben, und das wäre auch das Wertvollste eigentlich, die Marke und die Domain, die Technologie, die Plattform dahinter , die war nicht besonders stark. Und hat dann aber sowohl in Asien als auch den USA sehr schnell gemerkt, wie begeistert die alle von diesem Namen waren, weil sie meinten, das passt ja perfekt zur Uhrenindustrie. Die 24, das ist ja so ein wahnsinniger Match. Und da habe ich dann immer gedacht: Dann müsste man ja eigentlich Chrono 12 nehmen. Weil es aus unserer Sicht ein völlig absurder Name wäre. Aber aus deren Sicht wäre es wahrscheinlich noch treffender gewesen, weil diese 24 in diesen Ländern einfach überhaupt nicht etabliert ist. Und gerade im asiatischen Bereich sind Namen mit Zahlen drin sowieso sehr beliebt und auch teilweise glücksbringend. Naja, und dann haben wir gedacht, naja, der Name muss ja zum Kunden passen. Die Kunden müssen ihn gut finden.
09:44 Feliks Eyser: Die Köder muss dem Fisch schmecken, nicht dem Anlass.
09:47 Tim Stracke: Ganz genau. Und der deutschsprachige Markt war damals schon, als wir das gestartet haben, gar nicht So relevant und heute sind es vielleicht noch 12, 13 Prozent der Nutzer, die aus Deutschland kommen.
09:58 Feliks Eyser: Was ist der größte Teil?
09:59 Tim Stracke: USA. Sowohl Buyside als auch Saleside. Und in den letzten Jahren auch auf jeden Fall die Wachstumsengine, interessanterweise trotz Irgendwie hochgradig adverser geo makroökonomischer Bedingungen funktioniert dieses Segment gerade extrem gut.
10:19 Feliks Eyser: Was ist der Markt, wo Buyside und Saleside am meisten auseinander liegen? Also die entweder Netto-Exporteur oder Importeur sind?
10:25 Tim Stracke: Japan.
10:25 Feliks Eyser: Okay.
10:26 Tim Stracke: Ganz klar. Also Japan ist Saleside Nummer 2 oder Nummer 3.
10:31 Feliks Eyser: Okay.
10:32 Tim Stracke: Was sicherlich auch daran liegt, dass der Yen es extrem attraktiv macht, für Käufer außerhalb Japans zu kaufen. Also gerade für Amerikaner und Europäer ist es super attraktiv, aus Japan zu kaufen. Auch die Qualität von gebrauchten Uhren ist in Japan sicherlich am höchsten, weil man
10:51 Feliks Eyser: Die passen halt auf ihre Sachen auf, oder?
10:53 Tim Stracke: Genau das wollte ich gerade sagen. Also, wenn man die Kultur so ein bisschen kennt, ich war auch nur einmal in meinem Leben dort, aber man merkt sehr schnell, die passen auf ihre Sachen auf. Wenn die
11:00 Feliks Eyser: im Fußballstadion am Ende ihren Müll wegräumen, dann wird die Uhr abends auch sauber verstaut.
11:05 Tim Stracke: Ganz genau, ganz genau. Und auf der anderen Seite sind die Nutzer aber auch sehr, sehr loyal. Das heißt, es ist eine ganze Menge Arbeit, die die Konsumenten in Japan auch von ihrem bestehenden Plattformen und Händlern wegzulocken. Insofern haben wir da sicherlich so das größte Gap.
11:28 Feliks Eyser: Gibt es sonst Märkte, die interessant sind aus irgendeiner Dimension? Du sagst, das ist ja interessant, also Geografien Die ein spezielles Verhalten haben, was woanders nicht so ist?
11:35 Tim Stracke: Naja, China ist total spannend, ist aber auch Aus unserer Sicht der Markt, der sicherlich noch die größte Herausforderung darstellt, aus verschiedensten Gründen, weil es steuerlich nicht so ganz trivial ist, Uhren da reinzubringen, auch Uhren rauszuverkaufen. Es ist aber auch so, dass weltweit wahrscheinlich da auch so ein großes Trust-Problem ist. Wenn man das lösen könnte. Hätte man da sicherlich auch nochmal eine große Chance. Also wenn man sozusagen die Vertrauensmechanismen einbaut und sagt, hey, der Kauf ist sicher.
12:09 Feliks Eyser: Die Uhr ist wirklich echt.
12:10 Tim Stracke: Die Uhr ist wirklich echt. Dann ist da einfach ein riesiges Volumen. Da sind gerade in den letzten 20, 30 Jahren extrem große Volumen an Uhren in den Markt reinverkauft worden, die jetzt auch langsam wieder weiterverkauft werden. Aber die steuerlichen Herausforderungen sind schon einfach sehr, sehr groß und die Regierung hilft dann natürlich auch nicht. Das ist ja tendenziell eher eine Tendenz zur Abschottung. Aber ich glaube Dass so ein Marktplatz wie Chrono24 einer der wenigen Tech-Unternehmen ist, die auch eine Chance haben, in China erfolgreich zu sein. Also sehr, sehr viele sind da ja gescheitert, auch wirklich große Namen sind da fulminant gescheitert, aber aufgrund der Tatsache, dass der Uhrenmarkt eben kein lokaler Markt ist, sondern ein wirklich globaler Markt. Gibt es ja sicherlich auch Argumente, warum es in dem Fall hinhauen kann und sicherlich mittelfristig auch wird.
12:55 Speaker 3: Werbung.
12:56 Feliks Eyser: Die meisten Founder, die ich kenne, die gründen, weil sie eine gute Idee umsetzen wollen und nicht, weil sie Lust auf Papierkram haben. Und darauf hätte ich auch keinen Bock. Die Vorstellung von irgendeinem Amt, einem Steuerformular, eine Wartenummer ziehen. Aber all das brauchst du auch gar nicht, wenn du nebenher starten willst und vielleicht erstmal einen Kunden in eine Rechnung stellen willst. Genau dafür gibt es bei Konto das Startpaket für Einzelunternehmen. Gewerbeanmeldung, Steuernummer und digitales Geschäftskonto kommen alles aus einer Hand. Ohne Papierkram. Und wenn du direkt mit einer GmbH oder UG starten willst, begleite dich beim Gründungsservice ein persönlicher Ansprechpartner bis zum Handelsregistereintrag. So musst du dir die einzelnen Schritte nicht selber beibringen oder mühsam irgendwo zusammensuchen und kannst dich schneller um das kümmern, worauf es eigentlich ankommt, dein Geschäft. Über 250. 000 Unternehmen in Europa Sind über diesen Gründungsservice entstanden. Die Idee musst du zwar selber haben, aber den Papierkram nimm Konto dir ab. Wenn du deine Firma mit Konto gründen willst, geht es schnell und einfach unter konto. com, Konto mit Q und mit dem Code FounderMode kannst du das Produkt auch noch sechs Monate kostenlos nutzen.
13:55 Speaker 3: Werbung Ende.
13:56 Feliks Eyser: Musst du das mit dem Partner machen? Oder kannst du da als deutsches Unternehmen Fuß fassen alleine
14:03 Tim Stracke: Also du brauchst auf jeden Fall erstmal ganz unabhängig von rechtlichen Herausforderungen ein lokales Team, was den Markt versteht. Und wie man das dann ganz genau rechtlich aufsetzt, das ist ja auch dann immer so ein bisschen die Frage, wo wird die Transaktion jetzt abgewickelt? Wird es in Europa technologisch abgewickelt? Ist das wahrscheinlich schon auch machbar, ohne dass man jetzt irgendwie komplizierte Joint-Venture-Strukturen braucht, aber man braucht auf jeden Fall ein Team, das muss natürlich auch irgendwie inzentiviert werden. So tief sind wir auch noch nicht reingegangen, um das jetzt final zu entscheiden. Aber dadurch, dass wir keine lokale Produktion vor Ort haben und auch keine Lok oder hätten, auch keine Distribution, ist das sicherlich Auf von der Seite leichter machbar.
14:46 Feliks Eyser: Gib mal kurz einen Snapshot, wo Chrono24 steht als Business. Was sind die wichtigsten Kennzahlen, auf die ihr schaut?
14:52 Tim Stracke: Also langfristig ist es Ziel halt, jeden Luxus Uhrenliebhaber auf der Welt zu kennen. Und wir schätzen, dass mittlerweile deutlich mehr als jeder zweite die Plattform regelmäßig nutzt. Es sind so wahrscheinlich so neun bis zehn Millionen Unique-User monatlich auf der Plattform. Und langfristig wollen wir eben auch jede Uhr kennen. Und wir haben da so ein Feature, da kannst du ein Foto deiner Uhr machen und wir erkennen dann die Uhr. Da werden mittlerweile wahrscheinlich so knapp 30. 000 unterschiedliche Modelle erkannt und die kannst du dann mit einem Klick in so ein Virtual Vault legen, das ist eine virtuelle Uhrenkollektion und kannst täglich dann den Wert deiner Uhren tracken. Und da liegen mittlerweile circa 8% aller weltweit existierenden Uhren drin.
15:44 Feliks Eyser: Echt?
15:45 Tim Stracke: Also wertmäßig. Also der Gesamtwert, der liegt so über 60 Milliarden Euro. Und inklusive Kaufzeitpunkt, Kaufpreis, Bilder, ist also alles vorne. Die Uhren sind nicht zum Verkauf angeboten. Wir wollen aber nur Kontakt haben zu den ganzen Uhren. Und da natürlich dann darüber dann die Plattform of Choice zu sein, die dann die Transaktion abwickelt, das Transaktionsvolumen. Das liegt deutlich über eine Milliarde mittlerweile. Und wenn man so die Transaktionen noch dazu rechnet, die über die Plattform initiiert werden, aber noch außerhalb der Plattform abgewickelt werden, ist immer noch passiert. klassisches Marktplatzthema, Leakage genannt, dann ist man deutlich über zwei Milliarden. Und das
16:35 Feliks Eyser: ist ein Problem, wenn eine Task habt und sagt, wie können wir Leakage reduzieren oder sagst du, nee, ist einfach in das Geschäftsmodell so eingebaut und wir wissen, dass das so ist, aber wir freuen uns über alle Transaktionen, die on -Plattform sind.
16:45 Tim Stracke: Also das Geschäftsmodell von Chrono24 ist, dass man zum einen eine Transaktionsgebühr nimmt und da ist natürlich das Ziel, die Transaktion über die Plattform abwickeln zu können. Dann zahlen Händler darüber hinaus aber auch eine monatliche Subscription und die deckt das auch ein Stück weit ab. Aber natürlich ist es das Ziel, Transaktionen komplett über die Plattform abzuwickeln. Es sind in der Regel auch die sehr teuren Uhren, die außerhalb der Transaktionen außerhalb der Plattformen gekauft werden. Und da arbeiten wir natürlich auch dran, Services und Dienstleistungen an Insbesondere dem Käufer anzubieten, um den Kauf noch einfacher zu machen, teilweise auch über Concierges, wo man dann auch eine klare Rechtfertigung hat, zu sagen, okay, da würden wir jetzt auch gerne ein bisschen dran verdienen. Also gerade wenn Uhren And Noch echte Menschen involviert.
17:40 Feliks Eyser: Ihr habt da so ein Qualitätsteam, oder? Also die sich das dann auch wirklich physisch anschauen.
17:43 Tim Stracke: Das ist erstmal ein Team, was die Kunden begleitet, so ein VIP-Team. Und wenn du von privaten Personen kaufst, dann kannst du die Uhr auch über uns authentifizieren lassen. Gegen eine kleine Gebühr wird das dann nochmal, wird die Uhr nochmal gecheckt. Ansonsten Bei Händlern ist es so, dass die Finanztransaktion über die Plattform läuft und wenn du in irgendeiner Weise mit der Uni nicht zufrieden sein solltest, kriegst du halt für uns das Geld zurück. Also du musst dich nicht mit irgendeinem unbekannten Händler oder Privatpersonen rumschlagen, sondern das wird bei uns gemacht. Wir
18:15 Feliks Eyser: hat sich das Geschäftsmodell geändert in den letzten ein, zwei Jahren? Gibt es Neuerungen?
18:20 Tim Stracke: Nee, in den letzten ein, zwei Jahren Das Geschäftsmodell hat sich nicht mehr geändert. Also die große fulminante Änderung war, als wie die Plattformen gestartet haben und dann die Marke Chrono24 übernommen haben, war das im Prinzip ein Classified, also eine Art Kleinanzeigenmodell.
18:34 Feliks Eyser: Wo Leute Listinggebühren bezahlt haben.
18:36 Tim Stracke: Wo Leute ausschließlich Listinggebühren bezahlt haben, Privatpersonen haben gar nichts bezahlt und den damaligen Eigentümern, die das ein Stück weit auch im Nebengeschäft betrieben haben, war überhaupt nicht bewusst, wie groß das Transaktionsvolumen war. Das wussten wir damals bei dem. Also wir hatten das relativ gut abgeschätzt und uns war relativ bewusst, gut bekannt, wie groß das Transaktionsvolumen war. Und unsere damalige Vision war es, dann aus diesem Kleinanzeigenmarkt einen transaktionalen Marktplatz zu machen. Und das hat damals nie funktioniert. Also als wir damals mit den Investoren gesprochen haben, haben alle mal gesagt, das hat bisher noch keiner geschafft. Mittlerweile gibt es ja sehr viele Beispiele, das haben eigentlich alle Großen mittlerweile hingekriegt, selbst eBay Kleiner zeigen. ist ja jetzt, oder heißt nicht mehr Ebay Kleinanzeigen, Kleinanzeigen, ist ja mittlerweile transaktional geworden. Und das war so der große Schritt Auch mit einem großen Fragezeichen verbunden, haut das hin und haut das nicht hin. Und zum Glück hat es sehr gut funktioniert. Aber auch nicht im ersten Ansatz. Also da haben wir auch verschiedene Dinge ausprobieren müssen.
19:35 Der Kauf von Chrono24: Elf ausgedruckte Folien, ein M&A-Berater und neun Monate Verhandlung
19:35 Feliks Eyser: Was musst du in die Hand nehmen, um das zu kaufen , diese erste Transaktion zu machen?
19:40 Tim Stracke: Die Summe, die haben wir nie kommuniziert. Es war aber das Sechs, siebenfache dessen, was wir geschätzt haben. Jetzt muss man auch sagen, wir haben
19:52 Feliks Eyser: geschätzt oder
19:53 Tim Stracke: wir haben einen relativ niedrigen Betrag erstmal geschätzt und haben dann, ich weiß nicht, was ich da angerufen habe. Das war lustigerweise, sie haben das global recherchiert und die saßen 30 Autominuten entfernt von mir.
20:06 Feliks Eyser: Du warst in Frankfurt, oder? Die waren irgendwie in der Jacke.
20:08 Tim Stracke: Genau. Die waren in Bad Homburg, hab angerufen und dann haben die Sofa am Telefon gesagt: Ja, können wir uns vorstellen. Aber wir haben kein Interesse am Investment, entweder kauft das oder lasst es.
20:17 Feliks Eyser: Du hast sie kalt angerufen. Im Impressum die Telefonnummer rausgesucht oder wie?
20:20 Tim Stracke: Ja, kalt angerufen. Und dann sind wir hingefahren. Und dann hatte der eine kleine PowerPoint vorbereitet. Elf Folien ausgedruckt. Ich saß ihm gegenüber, wir waren zu zweit. Und hat mir diese elf Folien hingelegt. Und auf jeder Folie habe ich gedacht, wow, die Zahlen sehen deutlich besser aus, als ich gedacht habe. In die Plattform sind circa sechs Mann-Wochen Arbeit reingesteckt und genau so sah sie auch aus. Also heute hätte man das wahrscheinlich einem Nachmittag komplett mit gewibecodet. So sah es aus, und deswegen sind wir eben auch davon ausgegangen, dass das nicht so riesig groß sein kann. Und auf der elften Folie stand dann der Kaufpreis, den sie sich vorgestellt haben und der hat uns umgehauen. Und das Problem bei einer von den beiden. . . Die das gemacht haben, war halt M&A-Berater in seinem Hauptjob. Oh. Und der wusste natürlich, dass die Bereich
21:13 Feliks Eyser: Homburg ist eigentlich das günstigste Pflaster.
21:15 Tim Stracke: Genau, und das ist natürlich der Worst Case, eine Company von einem M&A-Berater abzukaufen. Und ich habe früher, das war meine dritte Gründung, Und auch da, die erste, es war ein Misserfolg, die zweite haben wir so mit Ach und Krach über die Ziellinie gebracht, aber haben die am Ende dann auch für einen relevanten Geldbetrag verkauft. Und ich kann mich noch an diese Kaufverhandlungen erinnern. Da habe ich mir gedacht, wie frustrierend ist es hier so, ich will unbedingt verkaufen und wie entspannt ist das auf der anderen Seite. Die können einfach ganz entspannt dafür handeln und wenn man sich nicht einigt, einigt man sich halt nicht.
21:47 Feliks Eyser: Da hast du gemerkt, oh nee.
21:48 Tim Stracke: Und dann habe ich gesagt, nee, auf der anderen Seite ist es auch schwierig. Wenn du es unbedingt haben willst. Und die haben halt immer gesagt, Jungs. Wenn ihr es nicht bezahlen wollt, dann lasst es einfach. Und diesen Satz haben wir immer wieder gehört. Wir haben neun Monate am Ende verhandelt. Am Ende haben wir mehr oder weniger den Preis bezahlt, den sie ursprünglich haben wollten. Ich muss ganz ehrlich sagen, ich hätte es nicht gemacht. Ich war im Camp betreten gegen die an. Ich war irgendwann auch emotional. Ziemlich aufgeladen durch diese Verhandlung. Ich habe die Verhandlung damals geführt und wollte meine Gründer dann davon überzeugen, ey, da ist nicht viel hinter, das kriegen wir schnell nachprogrammiert und wir werden gegen die gewinnen. Und mein Co-Founder Dirk, der sagte, ey, seien wir ehrlich, das kostet uns so viel Zeit. Lass uns das jetzt machen. Und dann sind wir auch nochmal tief in uns gegangen und ich habe damals das dann so modelliert. Und habe mal die beiden Szenarien gegeneinander gestellt. Wo braucht man mehr Geld gegen die Antreten und den hohen Preis zu bezahlen? Und diese beiden Modelle, die ich dann geäxelt habe, da war es dann relativ klar, dass es auf jeden Fall sinnvoller war, die zu kaufen. Und weil die dann nicht mehr auf dem Markt gewesen wären. Und wahrscheinlich hätte man auch den doppelten Preis zahlen können, rückweckend. Das sage ich jetzt zum ersten Mal. Ich hoffe, die damaligen Verkäufer hören es nicht. Aber was natürlich an Aminder daraus geworden ist, ist natürlich der Kaufpreis eh nahezu irrelevant. Aber das war damals auch so noch nicht absehbar.
23:21 Feliks Eyser: Heute habt ihr eine Milliardenbewertung. Das heißt, wenn ihr damals selbst ein paar Millionen gezahlt habt für in sechs Wochen Side Hustle, etwas viele Momente, aber jetzt in der Rückschau trotzdem, glaube ich, ein guter Deal. Für beide Seiten.
23:35 Tim Stracke: Ja, ja, es war, ich meine, es war sechs Wochen Programmierarbeit, aber die haben das natürlich sieben Jahre auch geführt.
23:41 Jahrelang nur SEO und kein anderes Marketing: Der Social-Media-Fehler, den Chrono24 zweimal gemacht hat
23:41 Feliks Eyser: Waren die SEO-Rankings relevant? Ich meine, das war eine Zeit, die auch sehr SEO-getrieben war. Du wolltest bei Google-ranken.
23:47 Tim Stracke: Wir haben über viele, viele Jahre außerhalb von SEO überhaupt. Kein Marketing gemacht.
23:51 Feliks Eyser: Da haben wir drüber geredet. Wir haben gesagt, hey, meine Annahme war, ihr steckt da richtig viel in Google Ads, hab dich irgendwann gefragt, dann hast du gesagt, nee, mach mir null. Du hast mir damals gesagt, wenn wir das machen, dann richtig, dann stecken wir da irgendwie 300. 000 im Monat rein, sonst fangen wir gar nicht erst an. Jetzt ist voller Fokus auf SEO.
24:07 Tim Stracke: Genau, das haben wir auch über viele, viele Jahre gemacht und ich würde auch sagen, dass wir da richtig, richtig stark geworden sind. Also insbesondere auch globales SEO zu betreiben. In jedem Land. Die Plattform entsprechend hoch zu ranken. Als wir die übernommen haben, war das auch eine einfache, einzelne Domain. Das war chrono24. com. Wir haben dann die globalen Domains zusammengekauft. und haben dann das Schritt für Schritt, also wirklich wie eine chirurgische Operation, die einzelnen Domains dann da rausgezogen und separat wieder gerankt. Und das ist uns davon sehr, sehr gut gelungen. Da hatten wir einen guten Berater. Die uns geholfen haben, auch einen sehr starken CTO, unser technischer Mitgründer, der das auch sehr stark forciert hat. Und das ist uns einfach auch gut gelungen. Und deswegen haben wir uns da über Jahre darauf fokussiert. Und haben dann viel später erst angefangen, auch andere Marketingkanäle in Angriff zu nehmen.
25:05 Speaker 3: Werbung.
25:06 Feliks Eyser: Bei meinem Kumpel Marco kam neulich die Steuerprüfung. Kein angenehmes Thema, weil er hatte einen Shopify-Store und da fehlten die Rechnungen, die Zahlungen ließen sich nicht zuordnen, Gutscheine und Retouren waren nicht richtig abgebildet. Der Steuerberater war auch überfordert, Riesenchaos. Dann hat er sich bei Shopify beschwert und gefragt, wieso gibt es denn hier keine Datev-Anbindung? Dann sagen die Können wir selber nicht bauen, aber hier gibt es einen Typen, der arbeitet auch schon an so einem Produkt und das ist der Ludwig, der später sein Co-Founder wurde. Die beiden haben Pathway gegründet, eine Software, um Shopify-Buchungen. Richtig in Dartiv abzulegen und sauber aufzubereiten. Heute löst das Tool genau das Problem, was Marco damals hatte, für über 4000 Kunden und zwar nicht nur Shop-Betreiber, sondern auch Softwareunternehmen, die das gleiche Problem mit Stripe haben. Also wenn dein Unternehmen im E-Commerce-Bereich mit Shopify arbeitet oder als Saat-Unternehmen mit Stripe, ist Pathway die Lösung, die bei dir verhindert, dass die Steuerprüfung Probleme macht, weil damit ist alles sauber abgedeckt.
26:05 Speaker 3: Werbung Ende.
26:06 Feliks Eyser: Es ist eine spannende Frage, was ist dein mentales Modell dazu heute? Also wenn ein Founder kommt und sagt, guck mal, ich habe jetzt hier fünf verschiedene Kanäle, ich kann Meta-Ads machen, ich kann auf Messen gehen, ich kann irgendwie Direct Outreach machen oder wie auch immer, versus, ich finde diese eine Sache Und geh da all in. Was ist deine Lektion?
26:25 Tim Stracke: Also ich glaube, es ist schon wichtig, dass man sie alle mal durchprobiert. Und auch versteht. Ich würde auch heute sagen, dass es ein Fehler war, Social nicht richtig anzugehen. Denn als wir es angegangen haben, haben wir auf den falschen Kanal gesetzt. Also das war auch so ein bisschen. Wir haben auf Facebook gesetzt.
26:42 Feliks Eyser: Und er hätte Instagram machen sollen.
26:45 Tim Stracke: Also, das war ein sehr großer Fehler. Und wir haben den dann später auch nochmal gemacht. Ich kann mich gut an ein Strategie-Meeting erinnern. Wo wir so ein Format gemacht haben, wo wir gesagt haben, ihr hättet 100 Millionen Euro zur Verfügung, wie würdet ihr Chrono24 angreifen? Und da haben wir das im erweiterten Leadership-Team. Haben wir erstmal versucht.
27:06 Feliks Eyser: Das ist ja nicht spannend.
27:08 Tim Stracke: Das haben wir jedes Jahr gemacht. Irgendwann haben wir es sein gelassen, weil irgendwann gemerkt haben: so jetzt schafft man es nicht mehr. Irgendwann waren die Motes halt einfach relativ hoch. Und da erinnere ich mich noch sehr gut an einen Satz, wo jemand gesagt hat, ich würde auf TikTok setzen. Und da habe ich gesagt, TikTok. Nein, also das ist Tanzen.
27:31 Feliks Eyser: Und das ist genau der Fehler. Und
27:33 Tim Stracke: da haben wir den Fehler einfach nochmal gemacht. Und da sieht man auch wirklich wie fehlende Diversity in Teams zu Fehlentscheidungen führt.
27:42 Feliks Eyser: Ist es die Diversity in Teams oder dein eigenes Vermögen zu sagen , Ich nutze es zwar nicht selber, aber ich glaube dir, dass es relevant werden kann. Weil am Ende, selbst wenn da jetzt irgendwie.
27:52 Tim Stracke: Naja, beides, aber wir waren in dem großen Team hatten wir ja sozusagen die Diversity, der Vorschlag war ja da. Aber in dem engeren, also in der Geschäftsführung, war für uns TikTok einfach ein Jugendkanal. Und ich glaube, wenn wir die Diversity in der obersten Ebene des Unternehmens gehabt hätten Dann hätten wir sicherlich da auch andere Entscheidungen gefällt. Und das Gleiche ist auch, dass Chrono24 extrem männerlastig ist, Von der Userbase. Und ich denke auch, dass es damit zusammenhängt, dass wir in dem Kernführungsteam immer sehr, sehr männlich aufgestellt werden. Wir hatten eine sehr gute Diversity im Gesamteam, wir waren immer so 50 Prozent Männer, Frauen. Ich glaube, das war für uns auch sehr gut. Aber je weiter es nach oben ging, desto stärker war es dann auch männlich dominiert. Und das ist sicherlich auch mit ein Grund, warum wir einen Auftritt haben, der für Männer deutlich attraktiver ist und nicht die Emotionalität hat, die vielleicht für Frauen ansprechender gewesen wäre. Und
28:53 Feliks Eyser: aber dadurch auch das Risiko mitbringt, den Kanal zu übersehen, der vielleicht zu dem Zeitpunkt richtig gewesen wäre.
28:59 Tim Stracke: Richtig.
29:00 Feliks Eyser: Was gibst du heute, Founder mit, die den Fehler nicht machen wollen?
29:03 Tim Stracke: Also erstmal glaube ich sehr stark daran, dass Founder einfach starke Convictions haben sollten und auch sich nicht von jeder Idee halt anstecken lassen, weil das Wichtigste bei vorne hat, finde ich, ist immer Fokus und Nein sagen. mentale Stärke, sich eben nicht auf alles einzulassen und sagen, nein, nein, nein, wir gehen hier meinen Weg, da bin ich voll überzeugt. Und da muss man natürlich auch in Kauf nehmen, dass man da Fehler macht. Aber am Ende glaube ich, dass man langfristig schon sehr stark davon profitiert, wenn man eine starke Conviction hat, den Weg auch zu gehen. Nächstdestotrotz glaube ich, es ist einfach wichtig, sich intensiv auch. mit der Zielgruppe zu beschäftigen und sich sehr stark in Kunden reinzuversetzen. Und ich glaube, wenn wir das getan hätten, und ich werfe mir gar nicht so viel vor. diesen, hey, wir sollten TikTok machen, dass wir da gesagt haben, nee, machen wir nicht. Weil es kommen tausend andere Vorschläge, wo wir auch gesagt haben, machen wir nicht. Und ich glaube, da war es richtig, sie nicht zu machen. Jetzt kann man nicht immer einen rauspicken, aber ich glaube, wenn man sich sehr intensiv mit der Zielgruppe beschäftigt, und vielleicht haben wir das nicht genug getan, dann hätten wir es gemerkt, wenn man von vielen Kunden gespürt und gehört hätte. Dann hätten wir da vielleicht auch unsere Conviction geändert. Und insofern glaube ich, dass das noch wichtiger ist, sich wirklich in den Kunden reinzuversetzen. Und ich glaube, dass das viele. nicht gut oder nicht gut noch tun, zu verstehen, wie sind die Kunden. Also gerade wenn dann die Founder anfangen, Vertriebsleute einzustellen, dann kriegen sie das vielleicht von den Vertriebsleuten erzählt. Aber ich finde, es ist auch oft viel wichtiger, das selbst zu spüren. Also ich war bei uns auch so der Außenminister und habe sehr viele Dialoge auch mit Händlern, mit Kunden oder mit Investoren geführt. Und habe das immer sehr stark transportiert. Also ich hatte immer, wenn ich so externe Meetings hatte, habe ich danach so Meetingprotokolle geschrieben und habe die immer ins erweiterte Führungsteam geschickt. Sozusagen an meiner Außenministerrolle, die ich halt sehr stark ausgefüllt habe, auch mit partizipieren könnte.
31:11 Tim Stracke: Ich glaube, das ist ein sehr starkes Tool. Aber man muss sich nichts vormachen: es ersetzt nicht das persönliche Gespräch. Und das, glaube ich, haben wir nicht so gut gemacht. Da wäre es wahrscheinlich viel sinnvoller gewesen, regelmäßig auch Führungskräfte mitzunehmen und sagen, nee, lies dir nicht die Mails von mir durch. Komm mal mit zu den Meetings oder mach die Meetings mal selbst.
31:28 Feliks Eyser: Dieses Prinzip von Zappos damals in den USA, die gesagt haben, jeder Mitarbeiter muss einmal, muss eine Woche pro Jahr Customer Service machen, egal was seine normale Rolle ist. Weil über die Tickets, über die Anrufe kriegst du ein echtes Bild, verstehst du die Anekdoten. Oder es gibt die Story von dem Gründer von Southwest Airlines, glaube ich. Der CEO von Airline sollen, da hätte dann durchaus immer Business Class fliegen können, hat er nicht gemacht, sondern sich hinten reingesetzt, in die Eco auf dem Mittelsitz, weil er sagt, dann habe ich links und rechts einen Rückstrafe. und hat mit denen geredet und ich glaube, das ist ein wichtiges Prinzip. Und ich sehe viele Gründer, die machen das am Anfang, die überlegen sich eine Idee, reden mit vielen Kunden, machen ihre Discovery -Calls. Manche machen das Aus meiner Sicht eher um so eine Checkbox abzutiken, sagen, ja, ich habe mit 50 Leuten geredet. Manche machen es sehr intensiv und das ist, glaube ich, das Gute. Viele hören dann aber auf und ich glaube, diese Regelmäßigkeit ist so.
32:18 Tim Stracke: Genau sowas bei uns auch. Wir haben dann. Also auf der Geschäftsführungsebene das gemacht. Also wir waren ja zwei Geschäftsführer und ich habe die Gespräche sowieso. Regelmäßig geführt, weil ich halt viel draußen war. Mein Mitgeschäftsführer, der hat sich regelmäßig in diese Calls gesetzt. Und das war auch echt sehr, sehr, sehr wertvoll und hilfreich. Aber die Ebene darunter, die hat es halt nicht getan. Die ist weder rausgegangen und hat meines Erachtens nach zu wenig Zeit mit diesen Gesprächen verbracht. Und da glaube ich, hätten wir sicherlich an manchen Stellen auch noch besser auf den Kunden eingehen können, wenn wir da einen engeren Dialog gehabt hätten zu den Kunden. Also ich glaube, das unterschätzt man massiv, wie wichtig es ist, mit den Kunden zu reden.
33:02 Feliks Eyser: Und darüber kriegt man ein Gefühl, welche Marketingkanäle. Relevant sein könnte und ich glaube, dann kann ein interessantes mentales Modell sein. So, es gibt diese zwei Welten. Es gibt so die Serienproduktion, wo ich mega fokussiert eine Sache machen muss, wie SEO zum Beispiel international ausrollen. Und es gibt Für mich so den Laborbetrieb, wo man Experimente macht und sich neue Themen anschaut, um rauszufinden, kann das der nächste große Kanal sein. Ich hatte gestern mit Johannes Kliesch gesprochen von Snocks und der hat einen Typen bei sich. Das ist quasi der Underprise Attention Manager, so ist es genannt, sein Profil ist irgendwie ein Growth Marketer oder so, aber der Job von dem ist, den ganzen Tag zu überlegen, was könnten neue Themen sein, TikTok Shop. YouTube -Ads für E-Commerce. Geo, also wie werde ich in Chat-GPT gefunden? Der ist jetzt nicht einem Kanal zugeordnet, sondern der managt wahrscheinlich zehn verschiedene Sachen. Um das nächste Golden Nugget zu finden, um zu sagen, okay, ich komme aus dem Laborbetrieb raus. Ich habe es hier rausgefunden, TikTok Shop ist irgendwie ein Ding, um das dann in die Serienproduktion zu überführen. Das fand ich interessant, dieses Modell als eigene Rolle zu verankern.
33:56 Tim Stracke: Absolut. Aber ich glaube, es ist noch wichtiger, dass dass man die Führungskräfte dazu bringt, und zwar auch der erweiterte Führungskreis. diese Gespräche direkt zu führen. Weil es von jemandem zu hören ist immer, also zu lesen, von einem so Manager ist Trotzdem was anderes, als es selbst zu spüren.
34:17 Feliks Eyser: Und wie würdest du das verankern, ganz konkret? Was wäre dein Ratschlag an jemand das ist?
34:21 Tim Stracke: Ich bin ja wieder besprochen, aber irgendwie haben wir, um ganz ehrlich zu sein, das nicht so richtig professionell umgesetzt. Ich glaube, es ist, wenn Es ist schon sehr viel gewonnen, wenn du regelmäßig Calls mit deinem erweiterten Führungsteam institutionalisierst, dass sie mit Kunden sprechen. Entweder mithören, Bei Endkunden ist es wahrscheinlich das Mithören. Und wenn du halt einige wenige Geschäftskunden hast oder bei uns waren das dann die Uhrenhändler. Einfach mit denen mal Gespräche zu führen. Hey, erzähl mal, wie ist es denn so mit Zusammenhöhten mit Chrono24? Was machen wir gut? Was machen wir nicht gut? Da ist natürlich auch immer wichtig, dass man da auch sehr stark filtern muss. Die haben natürlich immer, also gerade bei uns war das so, dass die Uhrenhändler eine sehr starke eigene Agenda haben. Jeder hatte da eigene Themen und konnte die auch sehr überzeugend drüberbringen und dass nach den Gesprächen immer sofort gedacht, okay, genau das müssen wir jetzt tun. Aber da muss man natürlich auch immer Zuschauern, dass man ein Big Picture kriegt. Also da reicht dann auch nicht ein Gespräch, das lenktest ja auch in die falsche Richtung, sondern dass du mehrere hören musst, um dann irgendwann auch so rauszufiltern, okay Das höre ich jetzt häufiger, das scheint wirklich wichtig zu sein.
35:27 Feliks Eyser: Das kann ja, aber ich meine das ist ja auch so ein AI-Thema, wo man sagt, das kann man heute wunderbar abbilden, zu sagen, komm, ich schreibe in die Zielvereinbarung rein, in die Quartalziele, du musst mit zehn Kunden gesprochen haben, 20 Kunden, wie auch immer. Du musst es mitgeschnitten haben mit irgendeinem Note-Taker, legst in Google Drive und zeig mir am Ende des Quartals, dass du es gemacht hast und was die Learnings waren aus jedem Gespräch. Kannst du auch noch runterschreiben. Also es ist ja relativ easy zu implementieren und auch zu überwachen, dass es wirklich gemacht wird. Dann kannst du sagen, gut, dann hängen halt da 2000 Euro Bonus dran oder so, dann weißt du, jedes Gespräch sind irgendwie 100 Euro, dann werden es die Leute schon machen.
35:55 Tim Stracke: Also, wir waren nie ein großer Fan von variablen Vergütungen. Insofern über das Thema Könnten wir auch noch mal lange diskutieren , aber das Ziel, diese Gespräche zu führen, glaube ich total dran.
36:08 Der Uhrenmarkt nach Corona: Eine Patek Philippe Nautilus für rund 33.000 im Laden und bis zu 190.000 auf Chrono24
36:08 Feliks Eyser: Was passiert sonst im Uhrenmarkt, gerade wenn wir ein bisschen rauszoomen von euch, was siehst du, was um interessante Themen, die gerade im Uhrenmarkt insgesamt passieren? Was reißt du für eine Uhr?
36:15 Tim Stracke: Zeig mal. Ich frage eine Royal Oak.
36:18 Feliks Eyser: Royal Oak von Audemars Piguet, okay, nicht von Swatch, muss man sagen, das musst du gleich mal erklären. Ich habe dich gerade gefragt, ob der Akku aufhält bei deiner Uhr und mich als Uhren Newbie geben. Auto, die haben ein Apple Watch ist gleich leer. Das ist bei mir das höchste Gefühl. Ich hatte eine IWC Uhr, die wurde geklaut. Ich erzähle dich ständig von Sachen, die geklaut wurden, dadurch, dass wir in Berlin waren. Hat die Uhr irgendwann erweckt? Das war mein letzter Ausflug in die klassische Uhrenwelt.
36:47 Tim Stracke: Ja, ach du, man kann ja auch ein Leben ohne mechanische Uhren führen. Aber wenn Uhr und das, was du trägst, die Apple Watch, das Zählen wir gar nicht so richtig als Uhr. Das ist ja eigentlich ein Computer im Handgelenk, der ab seine Berechtigung gab. Ja, nicht nur spielst du ja auch ein Health-Device. Aber hier geht es ja um was anderes. Das ist ja. Handwerkskunst, das ist Mechanik, das ist Werterhalt, da geht es ja auch um was anderes. Du trägst die Uhr ja auch nicht, um die genaue Zeit zu sehen. Die wird im Zweifelsfall bei dir genauer sein.
37:20 Feliks Eyser: Die Reisklasse, in der du unterwegs bist, sind schon 40, 50, 60. 000 oder so?
37:24 Tim Stracke: Ja, da rede ich nicht so gerne drüber, aber das kann man bei Chrono24 natürlich nachschauen. Die Bandbreite bei den Roll Oaks, aber das ist jetzt eine ganz einfache Dreizeiger-Uhr, 41 mm. Also man kann für einen Rollk auch gut sechsstellig und auch hochsechsstellig bezahlen. Das muss man muss man hier zum Glück nicht.
37:45 Feliks Eyser: Warum bist du die ausgewählt?
37:48 Tim Stracke: Ich muss ganz ehrlich sagen, ich habe, es ist eine meiner Lieblingsuhren und ich habe jetzt im Sommer , weil wir einfach viel auf dem Wasser waren im Urlaub. Ein paar Wochen keine Uhr getragen. Ich habe wirklich, glaube ich, zwei, drei Wochen keine Uhr am Handgelenk gehabt. Sehr untypisch für mich. Und heute zum ersten Mal wieder. Ich meine, wir haben noch Sommerferien, aber sie neigen sich dem Ende. Und dann habe ich dadurch zu meiner Lieblingsuhr gegriffen und das ist halt die hier. Aber ich habe heute Morgen schon so überlegt, hm, welche ist es denn? Die andere, die ich überlegt hatte, war meine IWC, das war nämlich meine erste Uhr.
38:20 Feliks Eyser: Ah ja.
38:20 Tim Stracke: Und da wir natürlich auch hier weit zurückgehen, dass ich so hätte, das hätte das auch ganz gut gepasst. Hat mich dann aber beide so in der Hand. Nehme ich jetzt mal die Royal Oak. Aber zu deiner Frage, was geht dem Burenmarkt ab? Spannende Phase. In Corona, das haben alle, die sich so ein bisschen für Uhr interessieren, sicherlich mitbekommen, war ja eine Wahnsinns-Shortage, weil alle plötzlich keine Reisen machen konnten, keine Restaurantbesuche und viel Zeit hatten. Und einen Access an Zeit und Geld und so ein bisschen Interesse an Uhren und vielleicht auch etwas zu viel Zeit auf Social Media, wo Uhren ja auch gerade in Corona nochmal eine wahnsinnige Popularität bekommen haben. haben halt die Leute angefangen, extrem viele Uhren zu kaufen und die Preise sind da explodiert. Das waren also bitcoineske Zustände. Also gerade so von den drei großen Marken, Rolex, Patek Philippe und AP sind so jeweils insbesondere die ikonischen Modelle von diesen drei Marken, da sind die Preise explodiert. Ich glaube, die haben sich dann während der Corona-Zeit verdrei bis vervierfacht auf dem auf dem Pre-Owned-Markt. Und gegipfelt ist das dann so im April 2022, als dann die Zinswende kamen, sind dann auch die Preise abgestürzt.
39:32 Feliks Eyser: Also über viele anderen Assets auch. Bitcoin hast du angesprochen, Aktien sind darunter.
39:36 Tim Stracke: Genau. Die Daytona, die Rolex Daytona, ich glaube die teuerste, die bei uns wirklich über die Plattform. gehandelt wurde, die kostete damals so im Laden so 12. 000, 13. 000. Ich glaube, die teuerste wurde mit 45. Die Patek Philippe Nautilus, so die ganz einfache Stahl-Nautilus, die 5711. Im Laden 32. 000, 33. 000 damals, da wurde die 30, glaube ich, für 190. 000 bei uns gehandelt. Also wirklich Wahnsinnsaufschläge. Und dann ging es halt auch steil bergab, was dann auch dazu geführt hat, dass auch auf der Käuferseite erstmal eine Zurückhaltung kam. Da versteht man auch plötzlich Kritischen Elemente einer Deflation?
40:16 Feliks Eyser: Korreliert Handelsvolumen da relativ stark mit Preisniveau bei euch?
40:21 Tim Stracke: Also, die Anzahl der, wenn man jetzt allein die Anzahl der Uhren nimmt, das ist eine relativ stabile Wachstumskurve gewesen, aber dadurch, dass die Preise dann so stark zurückgegangen sind und insbesondere diese ganz teuren Uhren dann eine Zeit lang nicht gekauft wurden. Ist das Handelsvolumen, also Stückzahlen mal Durchschnittspreis, auch zurückgegangen in der Zeit?
40:40 Feliks Eyser: Interessant, aber dass die Stückzahlen trotzdem konstant bleiben, dass man nicht sagt, es gibt insgesamt weniger Transaktionen, sondern
40:45 Tim Stracke: Ja, das lässt sich nicht so ganz stabil sagen, weil in der Phase auch Uhren in den Markt kamen. Also da war die erste große Kollap von Swatch mit Omega. Wo halt extrem große Stückzahlen über unsere Plattform gehandelt wurden, im Preisvolumen zwischen 300 und 1000 Euro.
41:05 Feliks Eyser: Okay.
41:05 Tim Stracke: Das heißt, das hat die Stückzahlen auch nochmal so ein bisschen angetrieben, diese Kollaps, die auch social media-seitig ziemlich stark gepusht wurden und vor ein paar Monaten ist das ja nochmal. Richtig durch die Medien gegangen mit der Collap von der Royal Oak von AP mit Swatch.
41:20 Feliks Eyser: Stimmt es, dass da die Läden geschlossen werden mussten, weil die Leute sich geprügelt haben auf der Straße?
41:24 Tim Stracke: Ja. Das war richtig krass. Ich habe mir das auch selbst haut noch angeschaut, weil ich meinen Sohn mitgefühlt meinen Sohn so ein bisschen nutschen , sich in die Schlange zu stellen. Also samstagsmorgens ging die. kamen die auf den Markt und die haben ab Mittwoch schon angefangen, sich anzustellen. Und zwar rund um die Uhr. Also in New York haben die Leute schon ab Mittwoch gestanden. Ich glaube in München So ab Donnerstag, ich bin dann freitag so 16, 17 Uhr, mal hingegangen, habe mir das mal angeschaut. Da war schon in der Schlange so 150 Personen. Und das Wetter war auch so suboptimal. Und ich hatte auch nicht das Gefühl, dass das so richtig klassische Uhrenliebhaber waren, die in sein Schlange standen, sondern eher.
42:08 Feliks Eyser: Ist das Händler oder
42:10 Tim Stracke: ich glaube, das waren eher Glücksritter, die eine Chance gesehen haben, damit Geld zu verdienen. Und war mir dann auch nicht so sicher, ob ich meinen Sohn da jetzt in diese Schlange stellen will. Dann haben wir es auch kurz vor sich abgeblasen. Naja, aber nochmal zu dem Uhrenmarkt zurück. Nachdem der sich dann so zwei, drei Jahre lang Erst stark gefallen ist und dann sich die letzten zwölf, achtzehn Monate stabilisiert hat, sieht man so in den letzten sechs, sieben Monaten Eine klare Talsohle und gerade bei Rolex und auch bei Patek wieder steigende Preise und auch bei einigen anderen Marken. AP ist wahrscheinlich so die Marke, die so am längsten noch gebraucht hat, um auch wieder klar Zu zeigen, die Preise steigen wieder.
42:55 Feliks Eyser: Warum ist es so?
42:57 Tim Stracke: Die haben auch den Hype am Anfang am stärksten mitgemacht und deswegen war da die Korrekturphase auch am größten. Aber jetzt merkt man so in den letzten sechs, neun Monaten, dass das wieder deutlich anzieht. Wir sehen das auch in den Zahlen bei Chrono24. Die Nachfrage und das Handelsvolumen ist enorm gestiegen in der letzten Zeit. Und ich kann wirklich auch, also ich habe so in den letzten zwei, drei Jahren schon immer in der öffentlichen Meinung gesagt, hey, ist ein guter Zeitpunkt, jetzt wieder einzusteigen. Im privaten Umfeld habe ich dann immer noch so einen kleinen Disclaimer dran gehängt: schaust dir vielleicht noch mal zwei, drei Monate an, wie stabil dieser Trend ist, ob du wirklich jetzt das Investment machen möchtest.
43:37 Feliks Eyser: Jetzt sagst du
43:38 Tim Stracke: dir. Jetzt sage ich selber auch also erstmal mein eigenes Verhalten, ich schau gerade wieder und Auch im engsten Umfeld empfehle ich jetzt, wenn du nur Interesse in der Uhr hast, dann kannst du jetzt kaufen. Also die Wahrscheinlichkeit, dass da diese Preise jetzt nochmal nachgeben, ist relativ gering, würde ich sagen, sondern ich glaube, dass jetzt eher Ein starker Trend ist, der auch eine ganze Weile jetzt anhalten wird. Weil eben auch das ganze Kaufvolumen, was die letzten zwei, drei Jahre nicht stattgefunden hat. sich aufgestautert und jemals nach und nach auch der Demand in den Markt kommt. Insofern glaube ich, ist das gerade eine relativ gute Zeit, jetzt wieder zu kaufen. Und man sieht, dass gerade in Amerika sind, sind die Wachstumszahlen enorm.
44:23 Feliks Eyser: Keine PR-Interviews, sondern richtige Storys, echte Gespräche und spannende Learnings aus dem Alltag von erfolgreichen Foundern Das wollen wir bei Founder Mode uncovern und ihr helft uns damit, indem ihr den Channel abonniert. Dauert eine Sekunde, ist kostenlos und hilft uns dabei, immer spannendere Gäste einzuladen, von denen ihr lernen könnt. Danke. Was sind coole Brands, die man vielleicht noch gar nicht auf dem Schirm hat? Neben den Großen, was sind so die Startups, was sind die Rising Stars quasi, die noch nicht so bekannt sind wie Rolex und Patek?
44:53 Tim Stracke: Das Traurige ist, dass das im Uhrenbereich gibt es viele so Independent Brands, die sich ja bei allen enorm schwer tun und in der Regel auch extrem teuer sind. Also wenn man sich jetzt irgendwie so Marken, so MB&F sich anschaut oder Urwerk oder so. Extrem teure Uhren. Und was die Wertstabilität angeht, muss man ganz offen sagen, ist man am Ende dann mit einer Rolex, mit einer Patek Philippe oder mit einer AP dann doch In der Regel besser aufgestellt. Also weil
45:21 Feliks Eyser: du chance, weil du weißt, die Chance ist auch hoch in 10 Jahren, in 20 Jahren, in 30 Jahren, ist es immer noch eine
45:26 Tim Stracke: Ja, die spielen, die Uhrenmarken spielen halt diese Legacy einfach extrem gut, weil sie natürlich auch wissen, dass es da keinen Shortcut gibt. Also wenn du sagst, naja, uns gibt es schon seit 20 Jahren.
45:40 Feliks Eyser: Das willst du halt nicht.
45:41 Tim Stracke: Und sagt, naja, 20 Jahren, uns gibt es seit 150 Jahren und wir garantieren dir, dass wir die Uhren immer noch reparieren können, dass wir die Ersatzteile haben. Wer garantiert denn, dass es dich noch in In 20, 30, 40, 50 Jahren gibt. Und 20 Jahre ist ja schon lang. Aber wenn du da natürlich sehr stark drauf aufbaust und da gibt es einfach keinen Shortcut. Also das würde ich als renommierte UN-Marke eben halt ganz genauso machen. Und deswegen ist es für die Newcomer auch schwierig. Es gibt sie natürlich. Und unter den Uhren Kennern werden diese Marken auch zunehmend gekauft. Ich begrüße das auch sehr Aber wenn man einsteigt, muss man ganz ehrlich sagen, ist man halt bei den Klassikern und den Uhrenschlagern sozusagen immer noch am besten aufgehoben.
46:30 Über 200 Millionen eingesammelt, unter 10 Millionen verbrannt: Mehr als die Hälfte floss in Secondaries
46:30 Feliks Eyser: Lass mal über Fundraising sprechen. Ich habe viel von dir gelernt im Fundraising. Leute um dich rum, inklusive mir, sagen: hey, wenn ich Tim zum Thema anrufe, dann ist es oft Verhandlung, Strategie. Taktik mit Investoren in Fundraising-Prozessen. Also, ich glaube, das hast du gemastert. Ihr habt selber über 200 Millionen gerased, obwohl ihr gar nicht so viel Geld gebraucht habt.
46:51 Tim Stracke: Wir haben es nicht gebraucht, also ein sehr großer Teil Dieses Geld ist entweder sogar noch auf dem Konto. Also Chrono24 hat, glaube ich, die kumulierte Burnrate unter 10 Millionen Euro. Also wir haben das Unternehmen sehr schnell profitabel gemacht und es auch die meiste Zeit profitabel gehalten. Auch nochmal eine interessante Diskussion, ob das richtig war oder nicht. Da können wir gleich auch drüber sprechen. Aber wir haben halt ein paar Mal. Auch unseren Gesellschaften dann Secondary Opportunities geboten.
47:22 Feliks Eyser: Wie viele von den 200 Millionen sind in Secondaries geflossen? Also Anteilsabkäufe von den bestehenden Gesellschafter?
47:28 Tim Stracke: Ich würde mal sagen, über die Hälfte.
47:30 Feliks Eyser: Über 100 Millionen.
47:32 Tim Stracke: Ja, weil immer wieder auch dann Gesellschafter raus wollten. Ich hab's nicht so ganz genau im Koffer, bis ungefähr oder würde ich mal sagen, hält sich so ein Stück weit die Waage. Und wir haben einmal auch eine größere Summe dann aufs Balance Sheet geraced, weil wir eine M&A-Strategie vorhatten, die wir am Ende aber zum Glück nicht umgesetzt haben und deswegen ist das Geld am Ende dann doch nicht ausgegeben worden.
47:50 Feliks Eyser: Ja, Geld Race in die Firma rein ist auf Firmenkonten gegangen, ihr wolltet damit Firmen kaufen.
47:54 Tim Stracke: Genau. Haben das dann ursprünglich hatten wir ein paar sehr, sehr große und sehr teure Targets. und haben dann mit zwei kleineren einfach mal gesagt, hey, wir machen das jetzt erstmal in einem kleineren Maßstab, um auch zu lernen, weil wir gesagt haben, wenn es schief geht, dann wollen wir nicht die Company aufs Spiel setzen. Und es ist beide Male nicht so ausgegangen, wie wir uns das gewünscht hätten und waren dann auch froh, dass wir die großen Summen nicht ausgegeben haben. Genau, aber das waren so die Motivationen auch, dass wir uns immer sehr viel Gedanken gemacht haben, was ist für uns der richtige Captable, also wen wollen wir dabei haben und das ist uns auch relativ gut gelungen. Und da haben wir sehr früh auch mitgearbeitet. Übrigens auch in beide Richtungen. Also wir haben auch 2013 einmal einen Gesellschafter rausgekauft. Und haben die Company hoch verschuldet, weil wir der Meinung waren, dass der eine gute Unterstützung zum Beginn war, aber zu dem, was zum damaligen Zeitpunkt dann vor uns lag. nicht nicht unbedingt der richtige ist. Und da haben wir dann auch mal sozusagen Fundraising in andere Richtungen gemacht, haben einen Gesellschafter rausgekauft, einen größeren, der uns damals bei der Akquisition geholfen hat, der auch offen dafür war , die Gewinne damals vom Tisch zu nehmen und dann haben wir gesagt, okay, dann leveragen wir jetzt die Company. Und konnten dann auch das zu einer Situation führen, wo uns dann nachher wieder fast 90% der Company gehörten, was für uns natürlich auch attraktiv war.
49:26 Das Fundraising-Playbook: Kein Pitchdeck, nur Ist-Zahlen und die Runde dreifach überzeichnen
49:26 Feliks Eyser: Krass, okay. Okay, was sind die Lektionen? Du hast ein Uhren-Unicorn gebaut, du hast über 200 Millionen geratet, wenn du den TED-Talk hältst. Hier meine Top 5 Fundraising Learnings, was sind die Überschriften?
49:38 Tim Stracke: Also ich glaube, das Wichtigste ist, dass du idealerweise das Fundraising zu einem Zeitpunkt machst, wo du nicht dringend das Geld brauchst. Das sagt sich jetzt natürlich leicht. Wir waren immer in einer Situation, wo wir es in den Runden nie brauchten. Und deswegen war das natürlich auch relativ leicht, das so zu kommunizieren. Das ist natürlich nicht immer gegeben, manchmal brauchst du das Geld einfach. Aber man kann natürlich auch so früh dann in die Gespräche gehen, sodass man da mit einer großen Entspannung. . diese Gespräche führen kann.
50:09 Feliks Eyser: Und wie viele Monate Geld muss ich auf dem Konto haben, bis es zu spät wird? Wie viel Vorlauf würdest du dir selber nehmen, wenn ich eine Burnrate habe?
50:17 Tim Stracke: Ich würde das so früh wie möglich machen und gar nicht so an einem Zeitpunkt. Also einfach so ein Stück bei so Always Be Fundraising. Also wir haben versucht. So diese großen Konferenzen zu nutzen, um sehr regelmäßig die Investoren zu treffen und denen das auch immer zu signalisieren. Mag sein, dass es in einiger Zeit eine Möglichkeit gibt, bei uns zu investieren. Bist du offen dafür? So ohne so, hey, wir brauchen jetzt dringend Geld, sondern hättest du grundsätzlich ein Interesse.
50:44 Feliks Eyser: Ohne Pitchdeck, ohne Businessplanung?
50:46 Tim Stracke: Wir haben diese Gespräche meistens ohne Pitchdeck. geführt, haben auch nur über Ist-Zahlen gesprochen, um nie in so eine Situation zu kommen, dass man irgendwelche überambitionierten Zahlen plötzlich gegen die Realität Messen musste.
51:01 Feliks Eyser: Das ist auch ein Nugget, was ich von dir mitgenommen habe, nie die Zahlen nach vorne zu liefern, zumindest am Anfang von so einem Prozess, weil du weißt ganz genau, die landen irgendeinem CRM, die werden irgendwo abgelegt und im Zweifel kursieren dann auch verschiedene Planungen irgendwann im Markt, auch nicht gut. Du musst dich vielleicht daran messen lassen.
51:16 Tim Stracke: Genau, das haben wir immer für mich. In einem engeren Kreis musst du natürlich die Zahlen offenlegen, das haben wir dann natürlich auch getan, aber erst in einem späteren Zeitraum. Sondern in diesen lockeren Konversationen haben wir das immer versucht. über unsere Ist-Zahlen zu sprechen. Und so das Bild, was ich da hatte, war, zeigt den Investoren nicht nur ein Bild von dir, sondern zeig ihnen einen Film. Also, sprich, einmal im Jahr, zweimal im Jahr, kurzes Gespräch, über die Entwicklung gesprochen, sodass sie einen Film sehen. Das baut natürlich sehr viel Vertrauen auf. Da
51:46 Feliks Eyser: gibt es dieses Prinzip Trust mit Investoren. Entsteht nicht über Punkte, sondern über eine Linie.
51:53 Tim Stracke: Genau. Und das haben wir eben versucht, da eine Linie zu machen. Aber wenn man jetzt, das ist natürlich auch vielleicht für diejenigen, die kurz vor der Gründung stehen, auch so die Frage, wie haben wir es Ganze am Anfang gemacht, auch da Kann man natürlich eine gewisse Entspannung reinbringen. Ich bin gerade dabei zu gründen. Kann gut sein, dass wir in den nächsten Monaten mit der ersten Fundraising-Runde beginnen. Hättest du grundsätzlich Interesse, dir das mal anzuschauen? Also ich habe immer versucht, einen sehr, sehr, sehr weichen eine Möglichkeit für einen, hey, ja klar, habe ich Interesse.
52:27 Feliks Eyser: Die erste Stufe ist niedrigschwellig.
52:29 Tim Stracke: Extrem niedrigschwellig. So dass du dass du idealerweise ein Ja bekommst. So und ja, gucke ich mir gerne mal an. Und wenn du dann, selbst wenn es sehr unverbindlich ist, und weil es eben sehr niederschwellig war, aber idealerweise bist du dann Auch hochgradig unverbindlich, deutlich oversubscribed. Also sprich, du hast idealerweise die dreifachen Zusagen an Kapital dessen, was du benötigst. Woher
52:56 Feliks Eyser: weißt du, wie viel Kapital die investieren, fragst du sie? Nach einer Durchschnittsticketgröße oder woher weißt du, wie viel die gerne machen würden?
53:03 Tim Stracke: Naja, das habe ich schon immer mit abgefragt. Ich habe schon immer versucht, herauszufinden, passen die zu uns in den einzelnen Phasen. Also ich habe auch in jeden Phasen Also, ich habe diese Gespräche an den Konferenzen immer versucht, mit denjenigen zu sprechen, die so in zwei, drei Jahren für uns relevant waren. So dass man da zwei, drei Jahre vorher in den Dialog geht. Klar, in der ersten Runde. Hast du das natürlich nicht. Da stehst du ja wenige Monate davor. Aber auch da habe ich erstmal versucht, sehr niederschwellig, wie ich das gerade gesagt habe, die Gespräche zu führen. Und auch einfach sehr früh. So, und dann hat man idealerweise eine Situation, wo du zwei bis dreimal oversubscribed bist. Du bist natürlich nicht wirklich subscribed, weil das eine sehr, sehr unverbindliche Zusage war.
53:46 Feliks Eyser: Okay, sagen wir, du willst eine 10-Millionen-Runde machen. Du machst die Coffeemeetings, du sagst denen hey, vielleicht wollen wir Raising, vielleicht nicht. Interessiert sich generell. Falls es sich interessiert, was machst du denn üblicherweise in der Phase für Tickets? Dann sagt der eine. 5 Millionen, der Nächste sagt irgendwie, weiß ich nicht, 10 Millionen. Und dieses Spiel machst du so lange, bis du zum Beispiel bei 30 bist.
54:05 Tim Stracke: Genau, und auch in der Unfälle. In der Angel-Runde auch da. Gar nicht so, was machst du typischerweise für Tickets, sondern wie viel kannst du dir vorstellen, hier zu investieren? Oder hättest du konkret Interesse, dir das weiterhin anzuschauen? Ja, hätte ich. Wie viel könntest du dir vorstellen zu investieren? Summe X? Okay, die schreibt man dann auf. So, und dann hat man eine Range, sehr unverbindlich. Aber idealerweise auch eine große Liste. Und dann bin ich auf die Leute zurückgegangen und habe gesagt: So, wir haben jetzt Interessensbekundung für die dreifache Menge. Wir müssen jetzt auswählen. So dass dann am Anfang und auch da so eine Fear of Missing Out kommt. Und ich glaube, dass das immer sehr, sehr wichtig ist. Ich habe auch immer versucht, gerade in den späteren Phasen, die nicht direkt anzusprechen, die Investoren, sondern immer über Kontakte zu gehen. Seitdem ich kannte die halt sehr, sehr gut, aber Wir haben das auch so gemacht, dass wir die Gespräche mit den Investoren haben dann oft andere Investoren von uns geführt. Haben die Gespräche Nicht über Chrono24 geführt, sondern über andere Themen. Und dann am Ende, ach übrigens. Es kann sein, dass es bei Chrono24 eine Chance gibt zu investieren. Würde dich das interessieren?
55:34 Feliks Eyser: Okay, du hast deine bestehenden Gesellschafter, die Investoren gebrieft, zu sagen, guck mal, ich will eine
55:39 Tim Stracke: gebrieft oder andere Kontakte. Und die sind dann auch nicht hingegangen, hey, wir suchen Geld bei Chrono24, möchte es investieren, sondern die haben ein ganz entspanntes Gespräch geführt über andere Dinge. Und dann Haben Sie es entweder selbst angesprochen? Oft kommt dann auch die Frage, sag mal, seht ihr irgendwelche Möglichkeiten, wo kann man das hier? Da kann man sich ziemlich drauf verlassen, dass die Frage kommt. Und dann, ja, es kann sein, Chrono24 gibt es gerade Überlegungen , wenn du da Interesse hast, dann kann ich das Team mal kontaktieren, könnte dich mal ansprechen. Ja, sodass sie auch so ein bisschen so ein Gefühl bekommen, dass es vielleicht eine Chance gibt, so eine Runde zu preempten, also sozusagen zu vorab. zu investieren, bevor alle anderen angesprochen werden. Denen ist natürlich schon klar, dass sie nicht der Einzige sind, aber man kann trotzdem ein Gefühl von Exklusivität erzeugen. Und es ist natürlich auch nicht gelogen, weil es natürlich auch eine gewisse Exklusivität ist. Weil man auch nicht tausende von Leuten anspricht. Naja, und wenn man dann gewisse Soft Commitments hat Fühlt man sich auch entspannter. Ich glaube, dass man das auch nur begrenzt spielen kann. Wenn du nur ein Termsheet oder nur eine Zusage hast, dann verhältst du dich natürlich auch anders. Denn das zerstört das natürlich auch. Ja, die sind besser als wir. Deswegen fand ich für mich immer sehr, sehr wichtig, dass wir möglichst viele Zusagen haben, egal wie weich sie sind. Und sodass man dann sagen kann, wir haben jetzt einfach eine ganze Reihe an Zusagen. Wie sieht es denn aus? Besteht bei dir noch Interesse? Und wenn natürlich viele Zusagen da sind, ist es natürlich schnell auch gesagt, dass da ein größeres Interesse besteht. Und dann können wir jetzt auch mal unsere Planzahlen offenlegen, können auch eine Präsentation mal machen. Und da muss man sich natürlich genau überlegen, wie viel will man machen, um auch eine gewisse Executivität noch zu halten, um dann am Ende idealerweise auch eine Wahl zu haben zwischen mehreren Investoren. Die hatten wir.
57:43 Nimm nie die höchste Bewertung: Warum ein starker Investor im Cap Table mehr wert ist
57:43 Tim Stracke: Eigentlich immer, so dass wir uns immer dann auch entscheiden konnten, mit wem wollen wir das jetzt machen. Und da haben wir dann nie auf die höchste Bewertung optimiert, sondern immer geguckt, hey, was ist der richtige Investor für uns? Also vor allen Dingen. Und das, finde ich, unterschätzen auch viele die Strahlkraft von starken Marken im Captable. Also wenn man sich so fragt, wo können Investoren helfen? Das ist, wenn man ganz ehrlich ist, oft beschränkt, ja. Am Ende musst du das Business leiten. Du musst die Company aufbauen. Die können dir Intros machen, das machen sie auch. Aber das. An viele Leute kommt man schon irgendwie ran. Aber was nur einige können und andere überhaupt nicht können, ist einfach mit einer starken Brand dir Vertrauen zu geben. Und deswegen haben wir uns ganz bewusst für Investoren entschieden, die uns, wo wir nicht nur das Gefühl hatten, das passt kulturell ganz gut, sondern insbesondere eine starke Brand zu haben. Brand ist
58:43 Feliks Eyser: Investor. Das hilft bei der nächsten Finanzierungsrunde natürlich, aber auch bei Recruiting zum Beispiel.
58:49 Tim Stracke: Ja, aber insbesondere bei den weiteren Finanzierungsrunden. Also wenn du da einen starken Namen hast. Das ist so unglaublich viel wert. Die können natürlich dann auch wieder Investoren ansprechen. Und und hinter einem renommierten Investor, bei uns waren das damals Insight Partners
59:08 Feliks Eyser: aus New York
59:09 Tim Stracke: aus New York, die einfach einen extrem guten Ruf hatten. Und auch heute noch haben. Sie sind heute wahrscheinlich ein bisschen verwässert, weil sie mittlerweile deutlich aggressiver investieren, weil sie einfach deutlich mehr Kapital zur Verfügung haben. Das war damals noch nicht der Fall, aber das ist noch ein bisschen exklusiver. Aber das hat uns unglaublich geholfen. Ah, Insight hat da investiert, die werden sich das gut überlegt haben, die haben sich das auch gut überlegt. Und das ist schon ein. . Im Qualitätsstempel, den man dann sozusagen bekommt.
59:38 Feliks Eyser: Dann muss man sagen, aus der Investorenperspektive, ich meine, die sehen halt, ein typischer VC fand sie 1000 von Deals pro Jahr, 2, 3, 4, 5. 000, jetzt in der AI-Zeit vielleicht sogar 10. 000 plus und da gibt es ja auch viel Mustererkennung im Sinne von, ah, okay. Der Gründer war in Harvard, das gucke ich mir mal in R an. Ach, der wurde finanziert von XYZ-Investor, Insight zum Beispiel. Dann muss es ja gut sein. Also Das ist natürlich so ein bisschen die traurige Wahrheit auch ein Stück weit, so dass diese Brands oder diese Abzeichen, die man sich einsammelt, Y Combinator war früher so zum Beispiel mittlerweile auch wahrscheinlich eher verwässert, aber dass diese Abzeichen einen starken Effekt darüber haben, wo liege ich im Stapel der Prioritäten bei dem. Komme ich ganz unten rein, weil ich bin unbekannter Gründer, dann kann ich mich immer noch durchsetzen, aber muss es irgendwie anders hinkriegen? Oder merke ich, okay, ich bin ein heißer Deal, weil ich habe das YC-Abzeichen, das Insight-Abzeichen. Und dadurch komme ich einfach höher auf seinen Stapel.
1:00:28 Tim Stracke: Genau. Und darauf haben wir optimiert. Und ich glaube, dass das auch sich oft lohnt, dann lieber eine etwas niedrige Bewertung zu akzeptieren. Als jetzt auf die Bewertung zu optimieren, aber dann einen etwas weniger bekannten Investor zu haben.
1:00:44 Feliks Eyser: Wie siehst du den anderen Aspekt bei? Also der Vorteil von einer niedrigeren Bewertung ist ja auch, es ist einfacher, da reinzuwachsen. Andersrum, wenn die Bewertung super aggressiv ist. Schließen sich ja auch viele Optionen in Zukunft. Kann man sagen, gut, dann habe ich heute ein bisschen weniger Verwässerung, okay. Aber wenn ich weiß, ich muss erstmal zehnmal so groß werden, wie ich heute bin, habe ich ja auch einen enormen Druck. Und kann in eine Situation kommen, dass ich am Ende vielleicht nur fünfmal so groß werde, wie jetzt was immer noch gut ist, operativ, aber unter den Erwartungen liege, die damals die Investoren unterschrieben haben. Was ja in vielen Fällen auch so ein Covid-Problem war. 2020, 2021, die Bewertungen waren super hoch. Und viele von den Unternehmen haben dann später gestruggelt, weil sie nicht mehr in der Lage waren, Geld zu raisen, weil es für die Investoren von damals eben ein Downround gewesen wäre und die Bewertung gesunken wäre. Siehst du den Aspekt auch oder sagst du?
1:01:27 Tim Stracke: Den sehe ich absolut. Bei Chrono24 war das ein Stück weit weniger der Fall, weil wir halt die Company immer profitabel geführt haben. Oder so, dass wir innerhalb von wenigen Monaten hätten profitabel sein können. Und wenn man sich halt das zutraut, dass man es halt schafft, schnell profitabel zu sein und nicht auf eine weitere Runde angewiesen zu sein, dann kann man da vielleicht doch ein bisschen höher pokern. Gerade wenn man vielleicht doch denkt, das ist die letzte Runde, da kann man dann ja irgendwann auch schon mal auf Bewertung optimieren. Das haben wir am Ende dann auch gemacht. Ich glaube, die letzte Runde haben wir auch ambitioniert gepriced, aber auch da haben wir nicht das Termsheet gewählt mit dem höchsten. Company Value.
1:02:04 Feliks Eyser: Und das Interessante ist, die hinteren Runden, die führen ja auch zu weniger Verbesserungen in der Regel. Also wenn du anfängst, so eine Preceed-Seed, so ist ja meistens eine Verbesserung von 20, 25 Prozent oder so. Series A ist meistens so. 20%, vielleicht 15, wenn es richtig gut läuft. Und die späten Runden, die gehen ja dann runter für eine Verwässerung. Das heißt, er macht dann auch nicht mehr so viel aus.
1:02:23 Tim Stracke: Ja, wobei mit dem Argument könnte man ja auch sagen, man müsste es eher am Anfang optimieren.
1:02:28 Feliks Eyser: Wenn du nur Verwässerung optimierst, ja.
1:02:29 Tim Stracke: Genau, weil es da halt dann sozusagen teurer ist. Wir haben uns das einfach immer sehr, sehr genau überlegt. Wir sind in der ersten Runde vielleicht, also im Zuge dieser Akquisition der Marke und der Plattform, haben wir ungefähr 30 Prozent verwässert. Und haben das halt wieder rückgängig gemacht nach drei Jahren, indem wir die Company geleveraged haben. Auch das, finde ich, muss man sich gut überlegen, ob es auch Momente gibt, wo Debt ist ein Finanzierungsinstrument ist, das ist natürlich auch nur dann sinnvoll, wenn du einen stabilen Cashflow hast. Sonst ist das ein sehr, sehr riskantes Instrument, aber wir hatten halt sehr stabile Cashflows und konnten das dann riskieren. Und haben die Verbesserungen dann im Prinzip wieder rückgängig machen können?
1:03:16 Feliks Eyser: Das ist ein krasser Move. Also vor allem die frühe Verwässerung ein Stück weit rückgängig machen, weil wie du sagst, ist das natürlich die teuerste.
01:03:22 Seine wichtigste Entscheidung als Gründer: Ein 300-Millionen-Dollar-Zukauf, den er abgesagt hat
1:03:22 Tim Stracke: Genau, war natürlich auch eine glückliche Situation, dass wir es konnten. Aber man muss natürlich auch sagen, dass die. strategische Entscheidungen, die Company profitabel zu führen, auch dazu geführt hat, dass wir weniger schnell gewachsen sind, als wir hätten wachsen können. Also Das kann man jetzt schön erzählen. Hey, wir haben eine super niedrige Burnrate und eine sehr, sehr niedrige Verwässerung über die ganzen Jahre gehabt. War bei uns auch so. Aber wie es anders gewesen wäre, wissen wir natürlich nicht. Wenn wir aggressiver gewachsen wären, mehr Geld ausgegeben hätten. Es war ganz lustig, dass in dem. . Als das Investment, als Insight investiert hat, habe ich dann mich mit dem damaligen Investmentmanager zusammengesetzt und er sagte, hey, was ich an euch schätze, ist einfach diese DNA eures Teams, dass ihr Geld verdienen wollt.
1:04:18 Feliks Eyser: Der nächste Satz.
1:04:21 Tim Stracke: Und der nächste Satz, der dann aber erst nach der Unterschrift kam, war: Hey, wie können wir schneller wachsen? Wie können wir mehr Geld ausgeben? Und das war so richtig stereotypisch. In jedem Board-Meeting war das die Diskussion. Dann kam Covid und dann kam auch sofort der Anruf: alles stoppen. Hiring Freeze und überlegt euch, wie viele Leute ihr rausnehmen wollt.
1:04:48 Feliks Eyser: Gut Tanz Over, Memo.
1:04:49 Tim Stracke: Ja, genau. Genau diese Mail kam dann auch, die ja viele in der Zeit bekommen haben. Und dann wir, Moment, Moment
1:04:57 Feliks Eyser: Wir sind auch schon da.
1:04:58 Tim Stracke: Wir haben über Jahre jetzt darüber diskutiert, wie wir schneller wachsen können. Jetzt haben wir die ganzen Leute und jetzt sollen wir sie alle wieder rausschmeißen. Das haben wir nicht getan. Und da haben wir uns dann auch entgegen der Empfehlung in Bord gestellt. Wir haben einen Hiring Freeze gemacht, weil wir natürlich auch nicht wussten, was jetzt kommt. Und dann kam es ja auch genau anders. Es waren dann acht schmerzhafte Wochen und danach ging die Party dann so richtig los. Wir waren froh, dass wir die Leute hatten. Also da haben wir uns auch Immer und das halte ich auch für sehr, sehr wichtig, dass man sich die Meinungen im Bord von seinen Investoren anhört. Und die Pattern Recognition ist super. Und ich war auch immer sehr, sehr dankbar über das Feedback, was da gekommen ist. Aber wir haben es oft doch nicht umgesetzt. Das finde ich auch echt wichtig. Und lustigerweise hat mir das dann derjenige von Insight auch mal gesagt, dass er das auch bei uns schätzt, dass wir. Also dass er gerne in CEOs investiert, die sich auch seiner Meinung widersetzen. Und gerade die Meinung von dieser Person war schon stark. Das
1:06:03 Feliks Eyser: glaube ich.
1:06:04 Tim Stracke: Und wir haben uns bei ein paar Stellen wirklich fundamental anders aufgestellt und gesagt: Nee, wir sind überzeugt, das nicht zu tun. Und da war auch mal eine ganz große Entscheidung. Wir wollten einmal eine sehr große M&A-Transaktion machen, die hätte uns 300 Millionen Dollar gekostet. Und da war eine starke Meinung im Board, insbesondere bei den größten Gesellschaften, also bei Insights. Das zu tun. Der kannte die Company auch gut, hatte damals auch so, kannte den CEO auch sogar persönlich, hat es dann ein Connect gegeben, die kannten sich persönlich und er hatte eine sehr starke Meinung, dass wir das machen sollen. Wir haben die Due Diligence auch komplett durchgeführt. Und da gab er schon der erste große Streitpunkt, dass das Insight die Meinung hatte, ihr müsst jetzt eine große M&A-Bank und Investmentbank und Berater engagieren, lasst die das machen. Und move on, kümmere dich ums nächste Thema. Nein, mache ich nicht. Wir machen die Due Diligence selbst. Was? Ihr wollt die selbst machen? Das könnt ihr nicht bei so einer Transaktion, ihr müsst das. Jemand anders machen lassen. Ihr verschwendet da so viel Zeit. Und dann, ne, ich will, wir wollen es spüren. Wir wollen selbst sicher sein, dass es die richtige Entscheidung ist. Und dann haben wir keine, also er hat uns an die ganzen Kontakte gelegt, er hat ja mit den ganzen Banken gesprochen, die auch teilweise spezialisiert waren, auf so M&A-Transaktionen, die abzuwickeln. Und was mich schon gestört hat, dass die rein erfolgsabhängig kompensiert worden wären. Die haben ja überhaupt kein Incentive, uns zu raten, die Transaktion nicht zu machen. Doch, haben die. Wir haben so ein Vertrauensverhältnis, die würden für uns ja nie wieder ein Mandat kriegen. Wenn die da eine falsche Empfehlung abgeben würden, wir haben die nicht mandatiert, wir haben gesagt, wir machen das selbst, wir haben die Diligence selbst durchgeführt. Und haben uns am Ende dann ganz bewusst gegen diesen Deal entschieden. Und ich würde auch sagen, dass das die wichtigste und größte Entscheidung meiner Zeit als Gründer war, diese Transaktion nicht zu machen, weil die wäre, die wäre nicht richtig gewesen. Und das war eine Betting the Company Entscheidung. Also da hätte man das Unternehmen durchaus aufs Spiel gesetzt.
1:08:00 Feliks Eyser: Wie setzt man sich gegen seine Investoren durch, wenn man andere Meinung hat?
1:08:04 Tim Stracke: Ich glaube, es ist einfach wichtig, dass man sich durchsetzt. Und das Interessante ist, dass die Investoren das im Moment natürlich nicht gut finden, wenn die Entscheidung nicht befolgt wird. Aber in der großen Perspektive wollen sie genau Gründer, die das tun. Und das hat er Vinte auch mal gesagt. Ich erlebe das selbst auch als Investor. Ich hatte mal eine Company, die ich auch mitgegründet habe, wo ich einen Gründer hatte, der alles gemacht hat, was ich gesagt habe. Das hat sich in dem Moment natürlich immer gut angefühlt. Aber am Ende mussten wir uns von ihm trennen, weil er nicht die eigene Stärke und Entscheidungskraft hatte. Man kennst du ja sicherlich auch aus deinem Besten, was du willst. Gründer mit eigenen Überzeugungen Die auch Dinge tun, die du für nicht richtig hältst.
1:08:56 Feliks Eyser: 100%. Und ich glaube, aus der Investor, aus der Investorenperspektive ist es auch ein gutes mentales Modell zu sagen, hey. Ich biete hier meine Erfahrungen an, wie so eine Art Buffet. Und mein Anspruch ist doch, dass der V nur zuhört. Das ist das Einzige, was ich will. Dass man sagt: Komm, wir setzen uns da hin und ich erkläre dir, was meine Denkweise ist. Aber am Ende muss er oder sie die Entscheidung treffen, weil. Die Datenlage bei der Person ja wahrscheinlich auch deutlich besser ist als bei mir.
1:09:19 Tim Stracke: Ja, man muss natürlich fairerweise sagen, die Datenlage ist besser und natürlich auch eine eigene Vision, wo der V natürlich auch hinter stehen muss. Aber was man schon auch akzeptieren muss, finde ich, dass die Pattern Recognition gerade von erfahrenen Investoren und Derjenige war ein erfahrener Investor und dessen Pattern Recognition ich extrem hoch eingeschätzt habe. Also für mich war das schon mehr als ein Buffet und ich höre mir das jetzt mal an. Sondern ich habe das schon sehr ernst genommen. Aber eine Sache, die man natürlich auch berücksichtigen ist, dass man unter Umständen andere Chancen-Risikoprofile hat als die Investoren. Für die Investoren ist es durchaus auch verkraftbar. einen Deal mal zu verlieren. Wenn man auch die Chance hat, das im Rest-Bit nochmal zu verfünffachen, kann man auch riskieren, es komplett zu verlieren. Diese Risikobereitschaft hatte ich nicht. Also im Gegenteil, wir sind sogar, und das fand ich für mich auch eine sehr interessante Erfahrung, als wir die Company gestartet haben und sehr schnell profitabel waren. Das war ein Gefühl, was ich zehn Jahre davor bei meinen beiden vorherigen Gründungen nicht hatte. Und plötzlich profitabel zu sein, über Dividendenausschüttungen nachzudenken, war ein sehr geiles Gefühl. Aber wir haben dann auch sehr schnell gemerkt, dass uns der Appetit fürs Risiko verloren gegangen ist. Wir haben dann oft in Strategie-Meetings gesessen und gesagt, man müsste ja eigentlich mal richtig in Content investieren, wir müssten jetzt eigentlich Büros in Asien und Amerika aufmachen. Und das sind alles Dinge, die wir nicht gemacht haben, weil wir eben diese Profitabilität auch sehr geschätzt haben. Jeden Monat ist der Cash-Bestand hochgegangen. Und das war dann der Punkt, wo wir dann auch den Investor reingeholt haben, haben einen überschaubaren Secondary gemacht. Wir als Founder. Das ist schon sehr, sehr lange, da war die Campaign noch klein, das waren auch noch. weit entfernt von den heutigen Bewertungen. Und aus heutiger Sicht könnte man das als einen Fehler ansehen, aber ich glaube, es war genau richtig, weil es unseren Risikoappetit wieder richtig hochgefahren hat. Weil wir privat ein Stück weit das Risiko rausgenommen haben und dann auch wieder angefangen haben, richtig zu investieren. Da sind wir dann auch in Phasen reingegangen, wo wir wieder Burnrate akzeptiert haben. Aber auch immer in einem Maße, wo wir sie innerhalb von drei bis sechs Monaten sicher auf Null bringen konnten.
1:11:35 Tim Stracke: Da gibt es natürlich auch Gründer, die da andere Risiken fahren. Wer weiß, was besser gewesen wäre, vielleicht hätte es uns sogar gut getan, da aggressiver zu sein. Aber rückblickend hat das halt gut funktioniert.
1:11:48 Feliks Eyser: Eine Burn Rate zu akzeptieren, aber sich klar zu sein über den Bremsweg. Zu sagen, okay, ich kann es wieder umdrehen. Und zwar nicht in 12, 18 Monaten, sondern in drei bis sechs Monaten.
1:11:56 Tim Stracke: Ja, das war bei uns in erster Linie, waren das halt. Marketingausgaben, die du halt sehr schnell zurückfahren konntest. Ein Stück weit war das Team, das konntest du natürlich nicht so schnell wieder korrigieren. Marketing geht ja innerhalb von Wochen. Du kannst es ja teilweise runterfahren und die Company eine Profitabilität führen. Aber wir wollten halt nie in den Druck kommen. Eine Finanzierungsrunde machen zu müssen. Und das hat auch gut funktioniert.
1:12:26 Feliks Eyser: Prinzip. Also ich fasse mal zusammen, die Fundraising Learnings, was du gesagt hast. Erstens kein Geld brauchen, wenn es geht.
1:12:31 Tim Stracke: Naja, genau, oder so früh sein, dass man noch viel Zeit hat. Also man sollte nie unter Druck Fundraising machen.
1:12:40 Feliks Eyser: Keine Planung nach vorne liefern, erst ganz am Ende vom Prozess und die Ist-Zahlen auch erstmal unter Verschluss halten und im kleinen Kreis zu gehen.
1:12:46 Tim Stracke: Auch damit baut man natürlich eine gewisse Exklusivität auf, wenn man es nicht jedem zeigt und sagt: hey Wenn wir jetzt ein Stück weit ein härteres Commitment von dir haben, vielleicht ein unterschriebenes Termsheet, was ja auch non-binding ist, also nicht verpflichtend. Aber dann können wir auch über etwas konkretere Planungen reden. Das macht dich natürlich auch interessant. Ja, da das und diese
1:13:06 Feliks Eyser: nicht gleich die Hose runterzulassen, sondern sagen, da gibt es noch was. Wenn du es sehen willst, dann musst du auch einen Schritt weiter. Die Runde dreimal oversubscriben in Coffee-Chat quasi, also sagen wir informelles Fundraising, Leute treffen auf Konferenzen oder über die eigenen Investoren, also selber machen oder Oder andere vorschicken, die sagen, hey, by the way, da könnte es was geben und bestenfalls sehr lose Commitments einsammeln, aber wissen, okay, ich habe eine Pipeline, die schon so dick ist, dass ich die Runde oversubscriben könnte. Und dann irgendwann den Knopf drücken und sagen, jetzt sind wir wirklich im Fundraising, aber wir sind hier eigentlich schon über dem, was wir haben wollen. Um vom Morgen.
1:13:41 Tim Stracke: Und diese Gespräche. Idealerweise zwei, drei Jahre vorher schon beginnen. Also man sollte mit den Investoren reden, die man in zwei, drei Jahren braucht. Sodass man denen eben, wie du sagtest, die Linie zeigen kann und nicht eine Punkte.
1:13:56 Feliks Eyser: Nicht nur auf Bewertung optimieren, sondern auf Brand?
1:14:00 Tim Stracke: Ja, Brand und sagen wir insgesamt den Input, den man da bekommt. Und Brand halte ich da für einen enorm wertvollen. Der vielleicht oft am ehesten unterschätzt wird.
1:14:13 Feliks Eyser: Was gibt es noch zu Fundraising, worüber wir bisher nicht gesprochen haben? In deinem TED-Talk. Ich finde das schon sehr gut bisher.
1:14:20 Tim Stracke: Ja, ich glaube, das waren schon sehr wesentliche Punkte. Ich glaube. Ein Punkt ist noch, und das ist wahrscheinlich eher so die Zusammenarbeit mit Investoren , dass man wirklich versuchen sollte. Gemeinsam in einem Boot zu sitzen und nicht so du sitzt draußen und wir erzählen dir, wie toll alles läuft. Und wenn man das von Anfang an versucht zu etablieren, das ist auch etwas, was ich als Investor sehr schätze, wenn ich mit meinen Companies ein Verhältnis habe, wo ich nicht nur die guten Nachrichten bekomme, Und dann irgendwann vielleicht mal eine ganz schlechte. Sondern wenn man sehr frühzeitig das Gefühl hat, wir reden über die Dinge, die wirklich wichtig sind. Weil auch nur dann kann man natürlich wirklich unterstützen. Und da gibt es, finde ich, schon so zwei Gründertypen, die einen, die dir in jedem Reporting gefühlt was verkaufen wollen.
1:15:16 Feliks Eyser: Die immer im Sales-Modus sind?
1:15:17 Tim Stracke: Die sind immer im Sales-Modus. Und diejenigen, die eben versuchen, mit dir auf Augenhöhe die Company zu entwickeln.
1:15:26 Feliks Eyser: Ja.
1:15:27 Tim Stracke: Und da. Hatten wir so ein Team auch teilweise etwas unterschiedliche Vorstellungen, aber da war ich schon immer so Air-M-Camp: so, hey, lass uns da ganz offen drüber reden. Und wenn man das von Anfang an tut, dann wird es einem auch meines Erachtens nach nicht als Schwäche ausgelegt. Wenn du erst immer versuchst, im Sales-Modus zu sein und dann hast du plötzlich Probleme. Und kommunizierst die, dann ist natürlich auch sofort eine gewisse Panik da. Aber wenn du das von Anfang an etablierst, ich finde, dann hat man da auch eine sehr gute Gründerinvestor-Beziehung.
1:16:01 Feliks Eyser: Ich glaube, es zahlt in diese Trust Battery ein. Das ist so ein Konzept von Tobi Lütke von Shopify, der sagt , Trust ist eine Batterie. Und wenn man sich neu kennenlernt. . Dann ist diese Batterie ja nicht voll, die ist irgendwo in der Mitte. Also die ist auch nicht ganz leer, weil es gibt einen gewissen Vorschussvertrag.
1:16:15 Tim Stracke: Vor allem, wenn du zwei, drei Jahre vorher anfängst, baut man schon auf.
1:16:18 Feliks Eyser: Dann ist sie schon voll.
1:16:19 Tim Stracke: Das war ja auch immer so, dass das Ziel, dass man idealerweise Die nicht bei null startet.
1:16:25 Feliks Eyser: Ja. Und ich glaube, dann liegt es daran, diese Batterie zu füllen. Und genauso wie du wie du es beschrieben hast, gerade durch negative Updates, kann man sagen, guck mal, hier ist der Fuck ab, hier ist das schief gegangen und so weiter. Hat man ja zwei Vorteile. Einmal kann man Input kriegen von der Person, vielleicht hat die sowas ähnliches an einer anderen Stelle schon mal gesehen und kann tatsächlich helfen. Oder zumindest ist es so, dass sie weiß, ich teile auch negative News und Ich bin eine vertrauenswürdige Person und da wird es wenig Überraschungen geben in Zukunft. Ich bin damit auch immer gut gefahren. Meine Investoren-Updates, die Boardmeetings waren immer so im PowerPoint in der Mitte. Links war gut, rechts war schlecht. Ich habe immer darauf geachtet, dass. Dass links wahrscheinlich eher so zwei Drittel war und rechts ein Drittel. Also dass es jetzt auch nicht zu negativ klingt. Das hat mir auch mal jemand gesagt, da machen nur negative Punkte drauf. Ich glaube, als Founder kann man sich ja auch ein bisschen aussuchen. Wenn ich meine Company nur negativ sehen will, dann werde ich genug Sachen finden, die scheiße sind. Wenn ich selber nur positiv sehen will, Dann kriege ich das auch irgendwie hin. Also meine Ratio war immer so zwei Drittel, ein Drittel. Und dann bin ich im Gut Fahren.
1:17:20 Tim Stracke: Ja, so eine Diskussion, die wir dann auch früher hatten, sollte man dann auch immer gleichzeitig die Lösung präsent haben und sagen, ey, okay, ja, ist schlecht, aber hier, das ist meine Empfehlung.
1:17:30 Feliks Eyser: So habe ich es gemacht.
1:17:31 Tim Stracke: Um eine gewisse Handlungsstärke dann auch zu zeigen. Aber selbst da würde ich sagen, wenn man mal ehrlich ist, ist das dann auch keine negative Nachricht mehr.
1:17:44 Feliks Eyser: Wenn es die nicht gibt, die Handlung zum Fehler.
1:17:46 Tim Stracke: Also wenn du sofort die Lösung schon hast, dann ist es ja eigentlich auch nicht mehr eine wirklich schlechte Nachricht, sondern es ist eigentlich so, hey, der und der hat gekündigt. Was würdet ihr denn empfehlen? Und ich habe immer versucht, da auch möglichst früh Da noch Meinungen zu hören, weil nur dann hast du natürlich auch einen wirklichen Sparingspartner, wenn du es nicht eigentlich schon im Kopf entschieden hast.
1:18:10 Feliks Eyser: Good Paul.
1:18:11 Tim Stracke: Ja, aber. Da waren wir auch uns nicht immer ganz einig, da gibt es die und die Philosophie. Funktioniert wahrscheinlich beides. Aber ich war da schon auch in dem Camp so, hey, lass uns doch mal ganz früh deren Meinungen hören. Aber ich war dann auch jemand, der offen war, die Meinung nicht umzusetzen. Wenn man natürlich so das Gefühl hat, okay, dann muss ich es halt auch umsetzen. dann ist es vielleicht auch besser, wenn man selbst im Driver's Seat sitzen bleiben möchte, den Vorschlag zu machen, hey, und so sollte es weitergehen.
1:18:38 Feliks Eyser: Stichwort Founder Secondaries, haben wir gerade drüber gesprochen, hat dich ein Stück weit befreit, weil privat abgesichert. Wird sich deine Meinung da vielleicht geändert? Wie viel von den 100 Millionen Secondaries sind an die Founder geflossen?
1:18:54 Tim Stracke: Ich glaube, das ist wichtig, dass das gut dosiert wird. Das darf nicht zu viel sein. Also wenn ich auf der anderen Seite bin und da auch mit Foundern darüber spreche, das muss schon gut dosiert sein. Es darf auf keinen Fall eine Größenordnung haben. die dann auch dazu führt, dass die mehr Geld, mehr Zeit damit verbringen, ihr Geld anzulegen und vielleicht irgendwie so das Gefühl haben, sie können mehr rausholen, wenn sie Business Angel Investments am laufenden Band machen. Gerade wenn dann so eine Phase ist, wo die Conviction für die eigene Company fehlt oder oder runtergeht. Dass man da natürlich dann , wenn man da auch ein großes anderes Spielfeld hat, wo man sich betätigen kann, was vielleicht auch in dem Moment mehr rewarding ist, als sich mit seinen Mitarbeitern zu beschäftigen und zu diskutieren. Warum man jetzt wieder den Umsatz verfehlt hat, ist es vielleicht auch ein bisschen entspannter, auf eine Konferenz zu gehen und sich von jungen Gründern Gründern zu umgeben, die die Geld von einem wollen und man kann sich da dann als Investor präsentieren. Ich glaube, das kann man, glaube ich, auch pauschal nicht sagen, was die richtige Summe ist, weil das natürlich auch so ein bisschen von dem Lebensmodell abhängt. Wenn ich 23 Oder bin ich 33, habe ich 43? Habe ich schon ein Haus gebaut, habe ich eine Familie oder lebe ich noch in der Studenten-WG? Da sind natürlich auch andere Summen in anderer Art und Weise lebensverändert. Also Antwort auf die Frage kriegst du nicht. Aber wir haben es damals, glaube ich. Richtig dosiert. Und da haben auch wir Gründer nicht immer gleich entschieden. Ich habe in zwei Secondaries auch gekauft.
1:20:34 Feliks Eyser: Nachdem du davor auch verkauft hattest?
1:20:37 Tim Stracke: Ja, also beim ersten Mal habe ich verkauft.
1:20:40 Feliks Eyser: Wieso würde man das machen?
1:20:42 Tim Stracke: Und der Preis zu niedrig war. Also wenn ich der Meinung war, der Preis ist zu niedrig , dann habe ich auch, also ich habe zweimal.
1:20:49 Feliks Eyser: Aber der Preis war höher als der, für den du damals hast.
1:20:51 Tim Stracke: Ja, der Preis ist kontinuierlich hochgegangen, aber ich komme in unterschiedlichen Geschwindigkeiten. Und da hat es zweimal auch Phasen gegeben, wo ich dann meine Prorata -Rechte ausgeübt habe.
1:21:03 Feliks Eyser: Prorata, heißt, du darfst selber mit investieren und hast das auch gemacht.
1:21:05 Tim Stracke: Und ich habe dann einfach einen Teil dieser Dieser Secondary Share ist auch gekauft.
1:21:11 Feliks Eyser: Das ist interessant, mit Geld, was du wahrscheinlich gemacht hast, indem du vor welche verkauft hast. Wann ist zu früh Secondaries zu machen, beziehungsweise ab wann hältst du es für okay, aus der Investorperspektive? War
1:21:26 Tim Stracke: es eine interessante Frage. Das dauert eine ganze Weile und man muss das wahrscheinlich sogar im Einzelfall betrachten. Tut es dem Gründer zu dem Zeitpunkt gut, ein bisschen Risiko vom Tisch zu nehmen, weil man merkt, er hat nicht mehr den Risikoappetit. Also ich glaube definitiv, wenn eine Company profitabel ist, ist sicherlich ein Zeitpunkt, aber ich würde auch schon sagen, dass es Zeitpunkte davor gibt, aber das ist eine interessante Frage. Wie guckst du drauf?
1:21:52 Feliks Eyser: Also aus vorneperspektive würde ich es immer probieren, also um eine persönliche Absicherung zu erreichen, vor allem aber auch aus dem Grund, den du gesagt hast, um mich persönlich ein bisschen freier zu machen, auch mehr Risiko eingehen zu können, weil er immer entweder 100% des Vermögens oder 99 Prozent in der Company liegen in der frühen Phase. Wir hatten gerade einen Fall, war eine Company, die eine Seed-Runde gemacht hat, hat was geracet im hohen siebenstelligen Bereich. Runde war oversubscribed und da kam dann diese Frage auf, so will jemand verkaufen, lieber nicht verkaufen? Dann haben die Founder gesagt, hey, wie wäre das denn? Und zu dem Zeitpunkt waren die Founder, muss man sagen, aber auch schon fast drei Jahre dabei, Pivots gemacht am Anfang und so weiter, also wenig Gehalt ausbezahlt, also haben da schon auch Eine Phase gehabt, die nicht so leicht war und die haben dann jeweils, ich glaube , 100. 050. 000 oder sowas Anteile verkauft. Was für sie persönlich einen großen Unterschied gemacht hat, weil 150. 000 auf dem Konto versus im Grunde null macht halt einen Unterschied. Fühle aber auch dazu, dass du dann halt vielleicht nicht drüber nachdenkst, das Taxi zu nehmen oder nicht und also quasi auf der persönlichen Ebene halt ein Stück weit weniger Einschränkungen hast und dich deswegen ein bisschen mehr auf die Company konzentrieren kannst oder ein höheres Risikoprofil haben kannst. Also da würde ich jetzt im Nachhinein sagen, von der Phase her eigentlich relativ früh, Seed-Runde, gleichzeitig aber Historie der Founder und dem, was sie da gemacht haben, rechtfertigt es für mich. Und es ist jetzt auch kein Betrag, wo ich das Gefühl habe, da dreht irgendjemand durch oder macht jetzt Angel-Investments.
1:23:14 Tim Stracke: Ich glaube wirklich, dass man das sehr individuell betrachten muss. Also erstmal, was du gerade angesprochen hast, Gehalt des Gründers ist auch nochmal ein Punkt. Also zahlen die sich hohe Gehälter aus, zahlen sich niedrige Gehälter aus. Also wenn jemand. . niedrige Gelder bezahlt, was ich immer sehr befürworte, was ja auch ein Statement ist, dann ist man sicherlich auch eher bereit, diesen Schritt zu gehen. Wie groß ist die Summe, die rauskommt, wenn die Im Rahmen eines Vielfachen, eines überschaubaren Vielfaches, eines Jahresgehalts ist, dann ist das sicherlich auch noch okay. Es soll halt nicht lebensverändert sein, meines Erachtens nach. Und lebensverändert ist natürlich.
1:23:47 Feliks Eyser: Wo fängt es an?
1:23:48 Tim Stracke: Ja, wo fängt es an? Bei 150. 000 Euro wahrscheinlich bei den allermeisten Gründern noch nicht.
1:23:54 Feliks Eyser: Aber bei einer Million oder zwei wahrscheinlich schon.
1:23:56 Tim Stracke: Ja. Also wenn plötzlich dann die Gedanken eher um ganz andere Themen plötzlich gehen, kaufe ich mir eine Immobilie irgendwie im Ausland, dann hat man wahrscheinlich was falsch gemacht.
1:24:10 Feliks Eyser: Okay. Erklär mir nochmal ganz kurz, wie ich Investoren kennenlerne, wenn ich noch keine kenne. Du hast dich da in die Champions League reingenetworkt, so Insight Partners Fifth Avenue, New York, so das ist so as high as it gets. Aber was mache ich, wenn ich ganz am Anfang stehe und die Leute noch nicht kenne? Was hat dir da geholfen?
1:24:27 Tim Stracke: Also, Insight ist auf uns zugekommen, interessanterweise. Und die haben mal gesagt, dass sie 70%, das ist eine Zahl, die relativ alt ist, aber die mich damals schon sehr beeindruckt hat, dass in 70 Prozent der Fälle Sie die Erstansprache machen. Das glaube ich
1:24:43 Feliks Eyser: sofort, ich meine, du hast an dem Büro und ich war da auch und ich dachte am Anfang, ich habe im Aufzug einen falschen Knopf gedrückt. Und bin im Call Center rausgekommen.
1:24:51 Tim Stracke: Und ich erinnere mich noch sehr gut an diese E-Mail und das Telefonat, wo ich mich unglaublich gewertschätzt gefühlt habe. Bis mir später dann rauskam , ich herausgefunden habe, das war ein Callcenter. Und das haben die alle. Also, ich habe auch den Sequoia-Anruf bekommen und da habe ich mich noch besser gefühlt, aber die haben auch ein Call Center. Und mittlerweile ist es wahrscheinlich der KI-Agent.
1:25:12 Feliks Eyser: Genau. Wahrscheinlich ist das Stockwerk mittlerweile leer. Die E-Mails gehen fast ihm aus.
1:25:17 Tim Stracke: Also, wenn du wirklich gut bist, finden die dich auch. Indem du natürlich auch ein bisschen auch wahrscheinlich auf dich aufmerksam machen musst.
1:25:25 Feliks Eyser: Wahrscheinlich heute auch mehr als früher, muss man auch sagen. Also die haben ja alle ihre Screening-Tools, bauen teilweise eigene Sachen. Ich habe einen André von Earlybird neulich einen Podcast gemacht, der hat dieses. . Eagle-Eye-System haben die das, glaube ich, genannt. Also quasi eine eigene Software, die die gebaut haben, um Deals zu sourcen. Und irgendeine Form davon haben die meisten Misses.
1:25:40 Tim Stracke: Ja, den habe ich von uns gehört. Fand ich sehr hörenswert. Vielleicht eine sehr gute Folge, also Kompliment dazu. Ansonsten, Investoren sind halt sehr, sehr, sehr gut untereinander vernetzt. Das heißt, du brauchst gar nicht so viele. Aber muss natürlich die Investoren dann auch nutzen, dass sie ihre Netzwerke ein Stück weit auch damit einbringen und die zur Verfügung stellen.
1:26:03 Feliks Eyser: Und das ist ja das, was sie wirklich auch gut können.
1:26:05 Tim Stracke: Das können sie gut. Ansonsten die großen Veranstaltungen, die man so kennt, damals war das die NOR, gezollte nicht mehr in dem Sinne, aber Das war da schon sehr, sehr niederschwellig, diese Kontakte zu bekommen.
1:26:21 Feliks Eyser: Deutsche vielleicht die Bits & Pretzels. Hosten wir eine Stage hier in München.
1:26:25 Tim Stracke: Ist da sicherlich hier eine der auch eine der Top-Formate. um Investoren kennenzulernen. Und je nachdem, wenn du weiter bist, dann wird das ja auch zunehmend auch so über die Investmentbanken echt professionell organisiert.
1:26:40 Feliks Eyser: Wann habt ihr Banken eingesetzt?
1:26:42 Tim Stracke: Wir haben nie Banken mandatiert, wir haben auch alle Fundraising-Runden selbst gemacht, aber natürlich sind die Banken irgendwann auf uns zugekommen und haben uns auf diese Veranstaltung eingeladen. wo du halt wirklich at scale Investoren kennenlernst. Da sitzt du in einem Hotelzimmer, ich habe das so drei, vier Mal gemacht, einen ganzen Tag. Du musst dich auch um keine Termine mehr kümmern, hast dann im 30-Minuten-Slot Termine.
1:27:07 Feliks Eyser: Speed Dating.
1:27:08 Tim Stracke: Speed Dating. Married. Zehn hintereinander. Das ist brutal anstrengend, weil du irgendwer noch gar nicht mehr weißt, was habe ich dem jetzt erzählt, was habe ich noch nicht erzählt. Wiederhole ich mich jetzt oder lasse ich jetzt gerade was aus? Aber es ist natürlich hochgradig effizient. Teilweise sitzt du da eins zu eins, teilweise sitzen dann fünf Investoren in einem Termin. Und du kannst allen immer in sehr kleiner Runde sehr individualisiert die Story erzählen. Bekommst hinterher auch konsolidiertes Feedback. Die kriegen alle, die müssen diese Service ausfüllen. Das stellen sie dann zur Verfügung. Also ab einer gewissen Scale läuft das dann sehr, sehr professionell und automatisiert. Aber auch im Early-Stage-Bereich gibt es ja diese Formate. Und ich glaube schon, dass wenn man der Typ ist und eine gewisse Extroversion hat, dann kommt man da halt schon hin. Und wenn man sich da sehr schwer tut, dann hat man, glaube ich, generell ein Problem.
1:28:02 Feliks Eyser: Ich glaube, man muss irgendwie Bock drauf haben und es auch als Disziplin sehen. Es gibt viele andere Disziplinen wie Marketing und Sales und Produktbauen. Da ist sich jeder klar drüber, ja, da muss man irgendwie gut drin sein, aber. Viele sehen Fundraising gar nicht als eigene Disziplin. Die es gibt, wenn der ich gut habe.
1:28:15 Tim Stracke: Das halte ich für die allermeisten Geschäftsmodelle als super wichtig. Ist halt ein Teil des Vertriebs. Und dieses Storytelling, das muss man dann schon können. Und wenn man das nicht kann und nicht will , Da muss man sich auch überlegen, ob dich vielleicht eine Kompetenz im Gründerteam fehlt.
01:28:30 Verhandeln nach Matthias Schranner: Fordern statt argumentieren
1:28:30 Feliks Eyser: Welche Fähigkeiten hast du dir über die Zeit angeeignet, die du am Anfang deiner Gründerreise nicht hattest, die sich im Nachhinein das sehr wichtig rausgestellt haben?
1:28:40 Tim Stracke: Ja, ich glaube, Storytelling, die Relevanz war mir am Anfang nicht so klar.
1:28:46 Feliks Eyser: Wie bist du darin besser geworden?
1:28:49 Tim Stracke: Wir kennen uns ja ein Stück weit auch über IO. Da habe ich ein paar Mal auch Seminare mitgemacht, habe es einfach selbst auch erlebt, gerade auch so TED-Talks. wenn du das halt selbst erlebst, wie gut es funktioniert. Ein anderes Thema, wo ich mir halt auch viel Gedanken gemacht habe, was mir auch einfach auch Spaß gemacht hat, ist generell das ganze Thema Verhandeln. Das ist auch so ein Thema, wo ich spüre, dass es Unternehmer gibt, denen das Spaß macht, die das auch als eine sportliche Disziplin ansehen. In dem Camp war ich auf jeden Fall. Und einige, die das halt als unangenehm empfinden und einfach gar nicht verhandeln wollen. Und ich glaube, so dieses verhandeln wollen und auch Spaß daran zu haben und das Ganze auch aus einer, sagen wir mal, spielerischen oder sportlichen Perspektive zu betrachten. Also spielerisch meine ich jetzt, das ist ein Stück weit auch ein Game, trifft es hier vielleicht sogar besser. dann ist das, glaube ich, gar nicht schlecht, wenn man da auch Lust drauf hat. Und da habe ich auch viel versucht zu lernen, wie das funktioniert, sodass es auch Dass man zu guten, fairen Ergebnissen kommt.
1:30:00 Feliks Eyser: Was war die letzte Verhandlung, die relevant war, die du geführt hast?
1:30:03 Tim Stracke: Wahrscheinlich mit meinen Kindern.
1:30:08 Feliks Eyser: Ich auch.
1:30:11 Tim Stracke: Deine sind aber noch in einem Alter, wo sie allein mit Schreien wahrscheinlich oder einfach mit Dem Nervfaktor sich durchsetzen können, oder?
1:30:21 Feliks Eyser: Ja, ja, aber damit drohen die dann auch. Es gibt ja, ich meine, wir kennen ja beide Matthias Schranner, den Verhandlungstrainer, und der hatte sein eigenes Seminar, das heißt Verhandeln mit Kindern, das ist was er auch schon macht. geil ist, bei seinen Events, die er hostet, gibt es dann den Side-Track. Und ich muss da so oft dran denken, weil mein Dreijähriger sein neues Ding, seine neue Waffe ist, ich will jetzt das und das haben. Sonst mache ich alle Schubladen auf. Dann gebt mir ihm das nicht, dann rennt er durch die Wohnung. Und dann ist jede Einzelschublade danach offen. Und
1:30:49 Tim Stracke: ist dann wahrscheinlich ganz frustriert, wenn er irgendwann merkt, den Papa stört das gar nicht.
1:30:53 Feliks Eyser: Ja, genau. Aber es ist nicht so, dass sich sein Verhalten ändert. Das sind die Verhandlungen, das sind die Verhandlungen, die ich gerade verstehe.
1:31:00 Tim Stracke: Das muss ich auch mal probieren, alle Schubladen aufzumachen.
1:31:02 Feliks Eyser: Ja, wir machst das mal.
1:31:02 Tim Stracke: Bei meiner Freude ist vielleicht sogar Chance.
1:31:05 Feliks Eyser: Okay, mit deinen Kindern hast du verhandelt. Aus deinen, sagen wir Fundraising Business Erfahrungen, wo du heute stehst, was hättest du gerne früher gewusst?
1:31:18 Tim Stracke: Also die Learnings aus den Schranner-Seminaren Die hätte ich gern schon fünf, sechs, sieben Jahre vorher gehabt.
1:31:24 Feliks Eyser: Hast du die Seminare gemacht bei ihm?
1:31:25 Tim Stracke: Ja.
1:31:25 Feliks Eyser: Alle? Oder es gibt so mehrere. Ich habe eins gemacht.
1:31:28 Tim Stracke: Nee, ich weiß gar nicht, zwei oder drei. Aber auch ein. Es ist gerade ein neues Buch rausgekommen. Das habe ich mir fürs Wochenende vorgenommen. Ja, das sind ja eigentlich ganz sehr, sehr grundlegende Prinzipien. Also Dieses, es ist erstmal erstmal generell diese Einstellung, es ist okay zu verhandeln. Und dass es
1:31:49 Feliks Eyser: unangenehm.
1:31:49 Tim Stracke: Dass es nicht unangenehm ist und das Ganze spielerisch anzusehen. Forderung zu stellen, wenig zu argumentieren, sondern eher zu fordern.
1:32:01 Feliks Eyser: Das ist eine der Sachen, die bei mir auch hängen geblieben ist, von Schranner, der sagt immer, der macht das ja auch sehr international. Der sagt, die Deutschen sind die Weltmeister darin zu argumentieren. Die wollen ihm erklären, warum sie Recht haben. Die wollen Recht haben, die wollen nicht die Verhandlung gewinnen.
1:32:12 Tim Stracke: Genau. Es geht nicht ums Recht haben, es geht darum, um die Verhandlung zu gewinnen. Die große Bedeutung des Gesichtsfälles. Am Ende wollen doch alle nur ihr Gesicht bewahren und für sich eine faire Lösung finden. Oder fair ist, glaube ich, ein Begriff, den er gar nicht so richtig schätzt. Aber einfach eine Verhandlung, die für beide funktioniert und es geht nicht darum, Recht zu haben. Da sind wir, glaube ich, in der Tat hier kulturell ganz anders verankert.
1:32:40 Feliks Eyser: Wie hast du das konkret eingesetzt bei einer von deinen Verhandlungen?
1:32:43 Tim Stracke: Also eine intensivste Verhandlungen, die ich geführt habe, war damals der Rückkauf der Anteile. Und das war auch gerade da, wo ich den Schranner kennengelernt habe. Und das hat extrem gut funktioniert. Und interessanterweise, wenn man anderen Leuten davon erzählt, dann denken die ja immer, man lernt da fiese Tricks Und das ist ja genau das Gegenteil. Es ist ja sehr geradlinig, sehr ehrlich, extrem freundlich, extrem klar. Und das habe ich da schon das erste Mal ausprobiert und das hat einfach gut funktioniert. Und es war einfach auch so, dass man sich danach guten Gewissens morgens zum Spiegel sehen konnte. Ich habe da nirgendwas Falsches versprochen. mich nie unprofessionell verhalten. Und das ist ja viele was oder etwas, was viele mit Verhandeln verbinden, dass man halt mit fiesen Tricks arbeitet. Nee, gar nicht.
1:33:33 Feliks Eyser: Wie der Pate oder so Druck machst oder wie auch immer.
1:33:36 Tim Stracke: Gar nicht. Es ist genau das Gegenteil. Aber man folgt halt einer Strategie, die man sich vorher überlegt hat. Und ich glaube, dass das auch etwas ist, was vielen Gründern guttun würde, sich mit dem Thema verhandeln Intensiv zu beschäftigen. Also wir haben damals bei Chrono24 irgendwann noch unser komplettes Team schulen lassen nach dem Schranner-Konzept. Also nicht von ihm selbst, weil das ein bisschen teuer war. Aber von Mitarbeitern oder von Partnern aus seinem Team.
1:34:03 Feliks Eyser: Der ist übrigens sehr teuer und der verhandelt auch nie selber. Das ist auch interessant. Mit dem verhandelst du ja nicht. Ist auch einer seiner Takeaways zu sagen, so Die erste Frage, die du dir stellen musst, ist, muss ich das eigentlich selber verhandeln? Und da auch ist natürlich sowas wie ein Banker zum Beispiel bei einem Fundraise gut, der kann ja auch im Zweifel. . Ein bisschen aggressiver sein als du selber, der natürlich die Beziehung wahren will. Also mit Schranner wirst du wahrscheinlich nicht in eine Preisverhandlung gehen, sondern mit irgendeinem Typen, der für ihn arbeitet.
1:34:27 Tim Stracke: Und der sich kein Stück bewegt.
1:34:29 Feliks Eyser: Ja. Was sind andere Dinge, die du gerne früher gewusst hättest? Du bist jetzt 52 Jahre alt.
1:34:38 Tim Stracke: Geh das mal rum, das sieht besser aus.
01:34:40 Rat an sein 25-jähriges Ich: Mit wem, wo und in welchem Markt du gründen solltest
1:34:40 Feliks Eyser: Wollte ich gerade machen. Was gibst du deinem 25-jährigen Ich mit auf den Weg? Dinge aus deiner unternehmerischen Erfahrung, wo du sagst, davon hätte ich profitiert, das hätte ich gerne früher gewusst. Das
1:34:58 Tim Stracke: ist natürlich viel. Ich sage einfach mal so ein paar Dinge, die vielleicht auch nicht so ganz Offensichtlich sind. Also ich glaube, ich würde mir auf jeden Fall empfehlen , die Zeit in diesen jungen Jahren nochmal sehr intensiv zu nutzen. Weil in dem Moment, wo man in diese Gründerreise einsteigt, das ist schon intensiv und lang. Also Chrono24, das habe ich, ich bin ja operativ vor zwei rausgegangen, aber das habe ich. 15, 16 Jahre lang gemacht. Und da bleibt dann noch nicht so viel Zeit für andere Dinge. Und das hat so Dinge wie Reisen und auch vielleicht nochmal ganz andere Erfahrungen sammeln. Das halt vorher zu machen, also ich glaube, gerade die Ausbildung im Studium ist eine Zeit, wo man Sehr viele coole andere Dinge tun kann. Man ist ungebunden, man kann auch mit sehr, sehr wenig Geld leben und coole Dinge mit wenig Geld machen. Und da würde ich sagen, dass ich das noch stärker nutzen sollte. Ich habe nach meinem ersten Exit eine Auszeit genommen und habe dann eine Weltreise gemacht. Und das war cool, aber das wäre wahrscheinlich zehn Jahre vorher noch cooler gewesen. Selbst wenn die Gründung dann irgendwie ein Jahr oder ein halbes Jahr hätte warten müssen. Aber da habe ich damals auch irgendwie so auf ziemlich heißen Kohlen gesessen. Das ist so ein Thema, also nutze die Zeit. Dann die extrem große Bedeutung, mit wem du gründest und sich das wirklich genau zu überlegen. Ich glaube, das ist Das hat bei Chrono24 war das ein absolutes Top-Setup. Wir waren zwei Gründer mit einem Technical Co-Founder, also zu dritt. Und wenn wir zwei uns mal nicht einig waren, war es immer sehr hilfreich, einen dritten dabei zu haben, der uns ja noch geholfen hat, eine Entscheidung zum Kippen zu bringen. Wir haben aber auch nicht immer alles in einem Dreier-Team entscheiden müssen.
1:37:07 Tim Stracke: Wir waren sehr, sehr unterschiedlich. Was
1:37:10 Feliks Eyser: hat euch für ein?
1:37:10 Tim Stracke: Aber hatten ein sehr großes Vertrauen untereinander. Und ich glaube, das war einfach wahnsinnig wertvoll. Und ich, ich Ich sehe es schon häufiger, dass sich Gründer sehr ähnlich sind und dann sehr ähnliche Skills und Kompetenzen zusammenbringen, weil man sich natürlich auch näher ist. Und bei uns war es halt so, wir waren sehr unterschiedlich und mussten und hatten auch sehr unterschiedliche Kernkompetenzen. und haben ganz, ganz wenig Termine zusammen machen müssen. Also wir hatten natürlich intern unsere Abstimmung zusammen, aber die ganzen externen Termine oder Termine mit Mitarbeitern Die konnte dann immer einer machen und wusste genau, hey, der macht das richtig und wenn es eine gewisse Relevanz hat, dann werden wir auch drüber sprechen. Aber wir müssen nicht jede Kleinigkeit besprechen. Dadurch hatten wir eine unglaubliche Geschwindigkeit und Effizienz, weil wir eben nicht alles immer zurückmachen mussten. Also beispielsweise diese großen Fundraising-Runde, die große Runde mit Insight, die habe ich fast komplett alleine gemacht. Ich würde mal vermuten, dass er Dirk am Ende nicht meinen Vertrag gelesen hat, bevor er unterschrieben hat, weil er wusste, Zimmer den dreimal gelesen und habe ich auch und habe alles intensiv durchdacht, auch für uns. Und er konnte sich in der Zeit eben mit anderen Dingen beschäftigen und dafür sorgen, dass das Geschäft in der Zeit gut lief. Gleichzeitig hat er mit vielen Mitarbeitern gesprochen und auch Leute eingestellt. Die ich vielleicht gar nicht vorher sehen musste, weil ich genau wusste, er hat dann Wahnsinnzähnchen für, er sucht die richtigen Leute aus, er sorgt dafür, dass wir das richtige kulturelle Setup haben.
1:38:36 Feliks Eyser: Und das Witzige ist, das steht im Kontrast zu deiner Gründung davor, wo ihr fünf Co-Founder wart und den Spitznamen hattet, war der Karlsruhe Debattierklub zu einer anderen Stelle gesagt, weil ihr alles im Plenum diskutieren müsst.
1:38:48 Tim Stracke: Da wurde alles im Plenum diskutiert. Und das war wahrscheinlich für mich auch eine der Erfahrungen, die dazu geführt haben, nee, genauso sollte es nicht sein.
1:38:58 Feliks Eyser: Über die Zeit, die Zeit gesprochen, das wann und die Frage mit wem stellt sich die Frage wo. Das finde ich auch interessant. Ihr habt Chrono24 in Karlsruhe gegründet. Das ist nicht San Francisco, ist nicht Berlin, ist nicht München.
1:39:08 Tim Stracke: Ja, wir haben schon auch das strategisch überlegt. Wir haben über Berlin nachgedacht, wir haben auch über die Schweiz nachgedacht, als Uhren Companies natürlich die Schweiz auch relativ naheliegen, weil ein Großteil der Uhrenindustrie dort sitzt. Das war ein bisschen auch aus einer privaten Situation. Also der Dirk hatte da gelebt, ich habe zu dem Zeitpunkt in Frankfurt gelebt. Um ganz ehrlich zu sein, unsere Frauen hatten damals nicht so Lust auf Berlin. Sonst wären wir vielleicht sogar zusammen nach Berlin gegangen. Wir beiden waren schon auch offen für einen Umzug nach Berlin. Ich glaube, dass Karlsruhe ein super Standort für die ersten zehn Jahre war. Aber wir haben auch gemerkt, dass es irgendwann zunehmend schwierig wurde , erfahrene Führungskräfte dahin zu kriegen. Also solange man klein genug war. in dem etwas kleineren Teich dort zu fischen. Und wir waren da sicherlich der größte und erfolgreichste Angler. Wir haben da auch eine sehr, sehr starke Corporate-Brand. Und das war super. Und das hätten wir wahrscheinlich auch in Berlin und München nicht so leicht gehabt. Aber wenn du irgendwann dann ganz große Fische angeln musst, also ich spreche jetzt vom Recruiting. . Dann haben wir auch gemerkt, dass der Standort da irgendwann auch zu einem Nachteil wurde. Insofern hat alles gut funktioniert , Aber wir haben wahrscheinlich auch das Thema weitere Standorte zu spät dann angegangen. Was ich sonst noch auch Gründern mit auf den Weg geben würde, ist. . So meinem 25-Jährigen ich, ist die Frage, in welchen Markt geht man rein? Also mein erster Startup war auch ein Marktplatz. Marktplätze hat mich schon immer fasziniert. Ich finde Marktplätze auch wirklich sehr, sehr spannende Geschäftsmodelle. Weil der erste Marktplatz war ein Marktplatz für Geschenke und ich glaube, wir haben uns zu wenig Gedanken gemacht, wie groß ist denn der Markt, wächst der Markt, wie innovativ ist der Markt und und Das spielt schon eine sehr, sehr große Rolle. Und glaube ich auch, was viele Gründer unterschätzen und auch ich damals unterschätzt habe, welche Bedeutung hat der Markt?
1:41:09 Tim Stracke: Weil du kannst viele Dinge ändern. Du kannst dein Geschäftsmodell ändern. Das ist noch vergleichsweise einfach. Du kannst dein Teams-Setup ändern, schon ein Stück was schwieriger, ist aber auch noch hinkriegbar. Den Markt zu verändern, also in einen anderen Markt reinzugehen, das ist schwierig. Weil da fängst du ein Stück weit von vorne an, weil dein Netzwerk nicht mehr, was du da vielleicht schon aufgebaut hast, deine ganzen Kontakte, die sind dann alle nichts mehr wert. Auch das, was du über den Markt gelernt hast, kannst du nicht wechseln, wenn du den Markt wechselst. Und das ist etwas, sich darüber Gedanken zu machen, in welchen Markt gehst du rein. Und das vielleicht sogar auch sich strategisch zu überlegen. Ist der Markt groß? Ist er wachsend? Ist er innovativ? Oder im Extremfall ist er klein, ist er schrumpfend und wenig innovativ.
1:41:53 Feliks Eyser: Bei den ganzen Pitchstacks, die du siehst, die du als Angel auf den Tisch kriegst, wenn du auf die Markt slide. Gehst, welche Fragen stellst du dir zuerst? Weil meine Erfahrung ist, man kann auch jeden Markt groß darstellen, so, je nachdem, wenn du sagst, wahrscheinlich hättest du Geschenke so auch als, weiß ich nicht, hunderte von Milliarden darstellen können, wenn du Quasi nicht in das eine Segment reingezoomt hättest, aber was ist der echte Markt und wie beurteilst du das heute aus der Business Angel Perspektive?
1:42:19 Tim Stracke: Ja, das ist genau die Frage. Was ist nicht der Total Addressable Market, der TAM? Sondern was ist der realistische Serviceable Addressable Markt? Also, wen kann ich wirklich erreichen? Also, Beispiel Geschenke, ja, er war groß. 30 Milliarden D-Mark damals noch. Das erschien uns groß. Aber wir haben erst später gemerkt, dass ein sehr substanzieller Teil dieses Geschenkemarktes eben Geldgeschenke sind. Und Geldgeschenke musst du nicht im Internet kaufen. Ein zweiter großer Teil sind Blumen. Da gibt es natürlich mittlerweile auch Online-Versender, aber das war natürlich auch nicht unser Business. Am Ende haben wir dann festgestellt. Dass unser Markt, der serviceable Markt, waren eben nur die Fälle, wo man keine Ideen hatte, was gar nicht so viele waren, und dass dann noch online abgewickelt werden musste. Und das war dann vergleichsweise klein. Insbesondere damals, zum damaligen Zeitpunkt. Das hat ja auch nach wie vor gibt es ja keinen wirklichen Geschenkemarktplatz, wenn man ehrlich ist. Das hat sich auch heute keiner durchgesetzt. Also es war nicht nur so, dass wir es nicht geschafft haben, es hat ja niemand anderes auch geschafft.
1:43:22 Feliks Eyser: So eine Zahl, wenn du sagst, okay, was ist groß, was ist klein, ist es X Milliarden? Ist es eine Anzahl Kunden? Was ist die KPS?
1:43:30 Tim Stracke: Ich glaube, das kann man gar nicht so pauschal sagen. Ich glaube, man sollte sich selbst schon überlegen, die Frage ist ja meine, wie groß kann die Company darin werden? Und da glaube ich schon, dass es zumindest wenn alles gut läuft und wenn man erfolgreich ist, dass man die Chance haben sollte, auch ein Unternehmen aufzubauen. was dann wirklich vielleicht sagen wir mal eine Milliarde wert ist. Es gibt tausend Fälle und Punkte, wo es dann doch nicht klappt. Also der Spruch so uh shoot for the moon, and even if you miss it, you're still among the stars. Also self when it klapped Und viel schief geht, solltest du immer noch die Chance haben, etwas Wertvolles aufzubauen. Wobei das auch im individuellen Fall natürlich sehr individuell betrachtet werden muss. Das muss ja auch nicht, man muss ja auch gar nicht immer das Ziel haben, so riesig groß zu werden. Es gibt ja auch viele Gründungen, die bewusst klein sind und dann auch auch erfolgreich sein. Also Chrono24 war ja so ein Fall. Wir wollten es, nachdem wir zweimal nicht so erfolgreich waren, wir wollten, haben wir auch nach ganz anderen Maßstäben ja optimiert. Wir wollten ja etwas machen, was uns 15 Jahre lang Spaß macht und gar nicht notwendigerweise wirtschaftlich erfolgreich ist. Und das finde ich ist auch noch etwas. Wo man sich bewusst sein sollte, das ist eine echt lange Reise. Und ich meine, du hast ja auch eine lange Reise gemacht, die ja auch wahrscheinlich sehr, sehr anstrengend war mit Regiohelden, vermutlich mal das.
1:44:56 Feliks Eyser: Ja, zehn Jahre auch. Nicht so lange wie du, aber
1:45:00 Tim Stracke: Und mir haben diese 15 Jahre lang extrem viel Spaß gemacht. Und wenn ich da irgendwo gelandet wäre, wo mir das nicht so viel Spaß gemacht hätte, hätte ich vielleicht nach fünf Jahren schon aufgehört.
1:45:11 Feliks Eyser: Und ich finde es auch eine wichtige Frage. Viele reden über Product Market Fit, aber es gibt ja auch Founder, Customer Fit. Also habe ich Lust, mit diesen Leuten Zeit zu verbringen? In deinem Fall mit jubilieren, Uhrenhändlern auf der einen Seite oder Leuten, die Uhren kaufen. Also auf der anderen Seite ist es der Vibe. Den ich haben will. Bei mir war es so, diese Small Business Owner bei Regiohelden, ich finde die mega geil. Weißt du, diese Elektriker und Steuerberater und Anwälte, die ihr Business machen. Ich finde das cool, weil ich Unternehmertum cool finde, auch in dieser Weise. Hätte ich ein Enterprise-Software-Thema gemacht und einen Anzug tragen müssen, hätte ich keinen Bock gehabt. Also, das ist einfach nicht in meiner DNA drin. Deswegen, bis heute mache ich ja viele Investments, auch in dem Bereich, wo es darum geht, Small Businesses zu digitalisieren. So, weil ich irgendwie das Gefühl habe. Ich kann mit denen, die können mit mir, und ich glaube, das ist eine wichtige Frage, die man sich stellen kann.
1:45:54 Tim Stracke: Genau, und da muss man wirklich auch lange Zeiträume vorstellen können. Habe ich Lust, das zehn Jahre plus zu machen? Und wenn man das hat, ich glaube, dann hat man auch die Chance, was Großes da zu bauen. Ist
1:46:10 Feliks Eyser: ja auch meistens so, wenn ich eine Company zehn Jahre mache, dann hat sie danach eine gewisse Größe. Ist meistens wert entstanden.
1:46:18 Tim Stracke: Und gerade die ersten Jahre, die können ja auch mal sehr frustrierend sein, und es kann auch sein, dass es mal zwei, drei, vier Jahre lang holprig ist und man nicht richtig vorankommt. Aber wenn man dann den Product Market fit hat, dann kann es auch manchmal ganz schön schnell gehen. Und dann lohnt es sich auch dann noch lange dabei zu bleiben, um was wirklich Großes aufzubauen. Es ist oft auch ein Fehler, dann zu früh rauszugehen.
1:46:40 Feliks Eyser: Ich denke mir das auch bei dem Podcast, du es vorhin im Vorgespräch hast gefragt, wie machst du das eigentlich so sinngemäß? Und ich sage , das kann ich die nächsten zehn Jahre machen, auch die nächsten 20 Jahre. So, es fasziniert mich einfach, mit interessanten Leuten zu sprechen. Diese Learnings zu verstehen, das Wissen auch so ein bisschen in die Welt zu tragen. So, das entspricht meiner Persönlichkeit. Ich teile gerne in dem Fall auch Wissen und diese Geschichten, die werden auch nie ausgehen, glaube ich. Und Das führt ja auch dazu, dass so eine Durststrecke, ich habe ja neulich mal die Statistiken gezeigt, so die ersten anderthalb Jahre oder so, hat da keiner zugehört, so wie es immer ist. Und Wenn so ein Podcast nach anderthalb Jahren groß wird, das ist ja schon die absolute Ausnahme, muss man auch sagen. Wenn man diese Storys sich anhört von irgendwie Diary of a CEO oder Chris Williamson und so weiter, das ist alles so Im vierten Jahr, im fünften Jahr, im sechsten Jahr. Also so, du musst diese Ausdauer mitbringen, irgendwas zu machen, worauf du Bock hast, auch wenn du nicht bezahlt wirst, wenn es kein Geschäftsmodell ist, so sinngemäß. um so durchhalten zu können. Ich glaube, das ist eine wichtige Frage, die man sich stellen kann.
1:47:37 Tim Stracke: Ja, finde ich auch eine der wichtigsten Erfolgsfaktoren für Unternehmer. Also So einigermaßen clever sein, gut verdrahtet im Kopf, intelligent zu sein, ist sicher das eine. Das andere ist einfach ehrgeizig zu haben und lange durchhalten. Dann wird irgendwann was Gutes raus. Wenn man also die. die mentale Fitness hat und den Ehrgeiz, also verbunden auch mit Fleiß, Durchhaltevermögen, dann kommt was Gutes dabei raus. Kann halt ein bisschen dauern, aber dessen muss man sich bewusst sein. Die allermeisten Gründungen sind nicht über Nacht erfolgreich geworden. Man kennt halt die Geschichten immer nur, wenn sie dann schon erfolgreich waren. Aber die harten Durchstrecken davor, die haben halt einfach viele.
1:48:19 Feliks Eyser: Da muss man weiterlaufen. Nochmal bis zehn Zellen. Nochmal drei Jahre. Nochmal drei Jahre dranhängen und irgendwann. Steht nur um 7 Uhr morgens vielleicht. Beim Sonnenaufheim auf dem Kilimandscharo. Schön, dass du da warst, Tim. Wo finden Leute dich online? Wer soll sich bei dir melden?
1:48:37 Tim Stracke: Also man findet mich auf LinkedIn, schreibe ich viel über Uhren und insbesondere das Uhren Business, aber auch einen Podcast. Mit Tom Microsoft zusammen. Genau. Unregelmäßig so einmal im Monat über den Uhrenmarkt sprechen, alles was so da abgeht.
1:48:53 Feliks Eyser: Kann man direkt reinhören? Tomorrow heißt der Podcast.
1:48:56 Tim Stracke: Genau, Tomorrow Watches.
1:48:57 Feliks Eyser: Tomorrow Watches
1:48:58 Tim Stracke: musst du. Genau Und ich investiere gerne in am liebsten natürlich in Marktplätze. Das ist so das, wo ich mich sehr zu Hause fühle, was so Neben Uhren und Unternehmertum ist eine meiner Passions. Und ja, LinkedIn ist wahrscheinlich der beste Kanal.
1:49:15 Feliks Eyser: Schön, dass du da warst. Danke für deine Zeit.
1:49:17 Tim Stracke: Danke, dass ich hier sein durfte. Hat Spaß gemacht.


