2,3 Milliarden für Drohnen eingesammelt

mit Florian Seibel, Mitgründer und Co-CEO von Quantum Systems, Gründer von Stark

18. September 2026 · 74 Min

Zusammenfassung

Florian Seibel wollte nie ein Unicorn bauen, jetzt hat er zwei: Quantum Systems mit über 700 Millionen Umsatz und 1.900 Mitarbeitern, Stark als Spin-off für Waffen, rund zehn Zukäufe und LinkedIn-Leaks als Strategie.

Florian Seibel im Gespräch im Founder-Mode-Studio

Florian Seibel kommt frisch von einer 1,2-Milliarden-Runde bei 8 Milliarden Bewertung ins Studio, und das Erste, was Quantum Systems davon gekauft hat, ist ein Hubschrauber. Er erklärt, warum: Der Hubschrauber ist die letzte Domäne, in der noch ein Pilot fliegt, und künftig sollen Drohnen von dort aus abgesetzt werden. Statt auf einen Slot bei der Bundeswehr zu warten, testet Quantum das zusammen mit Airbus Helicopters selbst. Dann geht es zurück zum Anfang: 15 Jahre Bundeswehr, verfallende Kasernen, und eine Gründung, die nie als Unicorn geplant war. Bis 2018/19 hieß das Ziel schlicht 100 Mitarbeiter und sich selbst finanzieren können.

Der Krieg in der Ukraine hat alles beschleunigt, und Florian nennt das offen einen emotional schwierigen Punkt: Quantum hat von einem Konflikt, in dem Menschen sterben, wirtschaftlich massiv profitiert. Gleichzeitig ist die Firma ohne Investitionsschutz des Finanzministeriums all in gegangen und beschäftigt heute rund 800 Menschen im Land. Sein Satz dazu: Wer nicht in der Ukraine ist, existiert als Hersteller nicht, weil nur im echten Einsatz der Feedback-Loop entsteht. Mit Feliks diskutiert er, was autonome Systeme heute wirklich entscheiden, und warum eine Drohne mit Bordcomputer einen Angriff eher abbrechen kann als ein Artilleriegeschoss, das zweieinhalb Minuten unterwegs ist.

Danach wird es unternehmerisch konkret. Die frühen Investoren von Quantum hatten über ihre LPs Waffen ausgeschlossen (Sex, Drugs, Rock'n'Roll and Weapons), also gründete Florian Stark als Spin-off ohne Quantum-IP und holte Uwe Horstmann von Project A als CEO. Stark hat in derselben Woche 500 Millionen bei 3 Milliarden Bewertung geraised. Florian rechnet vor, warum eine Firma, die solche Summen braucht, ihre Bewertung zwangsläufig mitziehen muss, damit Gründer nicht wegverwässert werden, und ärgert sich darüber, dass Deutschland Schlüsselfirmen wie KUKA oder ebm-papst ins Ausland verkauft.

Zum Schluss das Playbook für rund zehn Zukäufe: Der Gründer fährt selbst zu jedem Target, auch wenn es nur fünf Leute hat, und jede übernommene Firma hat seine Handynummer. Dazu seine LinkedIn-Strategie mit getimten Leaks vor Wettbewerber-Events, der Post nach dem Vorfall am Leipziger Flughafen mit über 100.000 Views und die absurde Frage, wer zuständig ist, wenn eine Drohne über den Flughafenzaun fliegt. Am Ende geht es um den Preis des Wachstums: 100 Einstellungen im Monat, ein aufgegebener Polaroid-Stapel mit Namen, zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen und die Frage nach der Angst.

Worüber am meisten gesprochen wurde

Anteil an der Gesprächszeit, berechnet aus den Kapitel-Längen (ohne Intro).
Ukraine & Einsatz
19 % · 13 Min
Founder-Leben
17 % · 12 Min
Deutschland & Politik
13 % · 9 Min
Gründung & Wachstum
11 % · 8 Min
LinkedIn & Kommunikation
11 % · 8 Min
Fundraising & Bewertung
11 % · 8 Min
Produkt & Technologie
10 % · 7 Min
M&A & Zukäufe
9 % · 6 Min
Gesprächsverlauf

Kapitel

  1. 00:00Trailer & IntroIntro
  2. 02:05Warum ein Drohnenhersteller einen Hubschrauber kauftProdukt & Technologie
  3. 09:05Ziel 100 Mitarbeiter: Nie als Unicorn geplantGründung & Wachstum
  4. 17:10Warum es ohne Ukraine keinen ernsthaften Hersteller gibtUkraine & Einsatz
  5. 28:06Drohne gegen Panzerhaubitze: Wer den Angriff noch abbrechen kannUkraine & Einsatz
  6. 30:30Keine Waffen erlaubt: Warum er Stark gegründet hatFundraising & Bewertung
  7. 36:06500 Millionen, zwei Bewertungen: Was das für Gründer heißtFundraising & Bewertung
  8. 38:23Warum Deutschland seine Schlüsseltechnologie verkauftDeutschland & Politik
  9. 41:57Rund zehn Zukäufe: Warum er selbst zu jedem Termin fährtM&A & Zukäufe
  10. 48:16LinkedIn statt Pressestelle: Leaks als StrategieLinkedIn & Kommunikation
  11. 56:15Drohnenabwehr am Flughafen: Wer ist eigentlich zuständig?Deutschland & Politik
  12. 01:01:46100 Einstellungen im Monat: Warum er nicht mehr jeden kenntFounder-Leben

Key Learnings

  1. 1

    Als Gründer entscheidest du anders als ein angestellter CEO

    Als Quantum in die Ukraine ging, gab es keinen Investitionsschutz vom Finanzministerium, weil es ein Kriegsgebiet ist. Florian musste als Unternehmer entscheiden, ob er es trotzdem tut. Sein Punkt: Ein Gründer entscheidet in so einer Lage anders als der Hired CEO eines DAX-Konzerns. Rheinmetall hat laut Florian bis heute kein Munitionswerk dort gebaut, Quantum hat inzwischen vier oder fünf Standorte im Land.

    09:05 · Ziel 100 Mitarbeiter: Nie als Unicorn geplant
  2. 2

    Teil dir die Rolle mit einem Co-CEO, der das Operative nimmt

    Florian und sein Co-CEO Sven haben die Firma aufgeteilt: Sven macht Operations, Sales, IT, Infrastruktur und HR, Florian ist für Produkt, Technologie und Strategie zuständig. Bei 95 Prozent sind sie sich einig, bei den restlichen 5 Prozent gewinnt das bessere Argument. Manchmal reicht ein Trust me. Erst durch diese Aufteilung hat Florian wieder Ressourcen für Dinge wie Fliegen, bei denen er abschalten kann.

    41:57 · Rund zehn Zukäufe: Warum er selbst zu jedem Termin fährt
  3. 3

    Ohne Einsatz vor Ort existierst du als Hersteller nicht

    In der Ukraine lernt Quantum, was unter widrigsten Bedingungen funktioniert: schlechtes Wetter, kein GPS für die Navigation, keine regulären Wartungsintervalle. Diesen Feedback-Loop gibt es auf dem Truppenübungsplatz nicht. Wer zu lange gezögert oder nach einem Jahr auf ein baldiges Ende gesetzt hat, ist heute nicht dabei. Florian nennt es Profit in beide Richtungen: Quantum hilft und lernt gleichzeitig.

    17:10 · Warum es ohne Ukraine keinen ernsthaften Hersteller gibt
  4. 4

    Prüfe, was die LP-Auflagen deiner Investoren ausschließen

    Die frühen Investoren von Quantum hatten über ihre LPs bestimmte Dinge ausgeschlossen: Sex, Drugs, Rock'n'Roll und Waffen, in derselben Kategorie wie Glücksspiel. Deshalb konnte Quantum keine Waffen bauen, und Florian gründete Stark als Spin-off ohne Quantum-IP. Die Investoren herauszukaufen hätte zu viel Zeit gekostet. In der letzten Runde hat Quantum darauf geachtet, keinerlei Beschränkungen mehr zu bekommen.

    30:30 · Keine Waffen erlaubt: Warum er Stark gegründet hat
  5. 5

    Wer große Summen braucht, muss die Bewertung mitziehen

    Ob du 500 Millionen auf 500 Millionen oder auf 3 Milliarden Bewertung raist, du hast danach gleich viel Geld in der Firma. Aber wenn die Bewertung bei weiteren großen Runden stehen bleibt, hat der Gründer irgendwann keine relevanten Anteile mehr. Deshalb muss eine Firma, die solche Summen einsammelt, bei stimmenden Metriken auch die Bewertung steigern. Florian legt Wert darauf, dass dahinter Substanz steht: Quantum ist seit drei, vier Jahren profitabel.

    36:06 · 500 Millionen, zwei Bewertungen: Was das für Gründer heißt
  6. 6

    Fahr als Gründer selbst zu jedem Zukauf

    Florian sieht in Europa viele Gold Nuggets, die man nur finden muss. Bei Übernahmen fährt er selbst hin, auch wenn die Firma nur fünf Leute hat, statt ein Strategy Committee zu schicken. Alle übernommenen Gründer haben seine Handynummer, denn sie wollen ihr Baby in guten Händen wissen. Das ist ihnen oft mehr wert als der letzte Euro Bewertung. Deshalb hat Quantum jeden Deal geclosed, den es wollte, rund zehn bisher. Neue Targets dürfen frühere Gründer als Background-Check anrufen.

    41:57 · Rund zehn Zukäufe: Warum er selbst zu jedem Termin fährt
  7. 7

    Nutze LinkedIn als strategisches Werkzeug, nicht als Pressestelle

    Florian leakt auf LinkedIn nicht zufällig. Er überlegt, welches Event am nächsten Tag ansteht oder was ein Mitbewerber übermorgen vorhat, und nimmt ihm vorher den Wind aus den Segeln. Je emotionaler und ehrlicher ein Post, desto besser funktioniert er. Kritiker, die unter einem Post klugscheißern, erhöhen nur die Reichweite. Und Entscheider im Beschaffungssystem lesen mit, was Teil seines Educational-Auftrags ist.

    48:16 · LinkedIn statt Pressestelle: Leaks als Strategie
  8. 8

    Akzeptiere den Preis des Wachstums

    Mit fast 2.000 Mitarbeitern und 100 Einstellungen im Monat kennt Florian nicht mehr jeden mit Namen. Er hat HR eine Zeit lang gebeten, von jedem neuen Mitarbeiter ein Polaroid mit Namen zu machen, und den Stapel irgendwann aufgegeben. Das findet er schade, aber er kann das Wachstum dem nicht unterordnen. Dazu kommen Sicherheitsmaßnahmen, weil die Firma klar Position bezieht. Angst hat er trotzdem keine, nur Vorsicht.

    01:01:46 · 100 Einstellungen im Monat: Warum er nicht mehr jeden kennt

Meistgesehener Clip zur Folge

Von jedem neuen Mitarbeiter ließ er ein Polaroid machen, den Namen mit Edding auf der Rückseite. Irgendwann hat er aufgegeben. Quantum Systems stellt jeden Monat 100 Leute ein. Manchmal fühlt es sich für ihn nicht mehr wie seine Firma an. Florian Seibel im Founder Mode Podcast.

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Zahlen aus der Folge

1,2 Mrd.
Finanzierungsrunde von Quantum Systems bei 8 Mrd. Bewertung
500 Mio.
Runde von Stark bei 3 Mrd. Bewertung
über 700 Mio.
Umsatz von Quantum Systems
1.900
Mitarbeiter, davon rund 800 in der Ukraine
95 %
Themen, bei denen sich Florian und Co-CEO Sven einig sind
ca. 10
Übernahmen von Quantum Systems, zwei bis drei weitere unangekündigt
über 100.000 Views
LinkedIn-Post zur Drohnenabwehr nach dem Vorfall am Leipziger Flughafen
100
Einstellungen pro Monat bei Quantum Systems

Zitate

Florian Seibel lächelt
„Wir haben nie die Absicht gehabt, ein großes Unternehmen, geschweige denn einen Unicorn zu bauen …“
Florian Seibel
„… if you're not in Ukraine, you do not exist as a manufacturer.“
Florian Seibel
„Also Sex, Drugs, and Rock'n'Roll, and Weapons gingen nicht.“
Florian Seibel
„… Teil der Secret Sauce ist, da muss der Gründer hin. Das hilft nichts, wenn er da irgendwie ein Strategy Committee hat.“
Florian Seibel
„Ich habe keine Angst. Ich glaube, Angst ist immer ein schlechter Ratgeber. Ich bin vorsichtig. Überlege viel, aber Angst habe ich keine.“
Florian Seibel

Über den Gast

Florian Seibel

Florian Seibel

Mitgründer und Co-CEO von Quantum Systems, Gründer von Stark · Quantum Systems, Stark

Florian Seibel ist in Freiburg aufgewachsen, war 15 Jahre bei der Bundeswehr, unter anderem als Hubschrauberpilot, und hat dort studiert. Mit Quantum Systems hat er einen Drohnenhersteller aufgebaut, der heute über 700 Millionen Umsatz macht, rund 1.900 Menschen beschäftigt, davon etwa 800 in der Ukraine, seit drei, vier Jahren profitabel ist und gerade 1,2 Milliarden bei 8 Milliarden Bewertung eingesammelt hat. Weil die frühen Investoren Waffen vertraglich ausgeschlossen hatten, gründete er mit Stark eine zweite Firma für Loitering Munition, die Uwe Horstmann von Project A als CEO führt und die parallel 500 Millionen bei 3 Milliarden Bewertung geraised hat. Als Co-CEO verantwortet er Produkt, Technologie und Strategie, sein Co-CEO Sven das operative Geschäft.

Häufige Fragen

Wer ist Florian Seibel?

Florian Seibel ist Mitgründer und Co-CEO von Quantum Systems und hat mit Stark eine zweite Drohnenfirma gegründet. Er ist in Freiburg aufgewachsen, war 15 Jahre bei der Bundeswehr, unter anderem als Hubschrauberpilot, und hat dort studiert. Bei Quantum verantwortet er Produkt, Technologie und Strategie, sein Co-CEO Sven das operative Geschäft.

Wie groß ist Quantum Systems?

In der Folge nennt Florian über 700 Millionen Umsatz, rund 1.900 Mitarbeiter, davon etwa 800 in der Ukraine, und 100 Einstellungen pro Monat. Die Firma ist seit drei, vier Jahren profitabel und hat rund zehn Firmen übernommen. Der Großteil des Umsatzes kommt aus dem Bereich Luft, dazu kommen erste Aufträge für Fahrzeuge, Drohnenabwehr und die Software MOSAIC.

Wie viel Geld haben Quantum Systems und Stark eingesammelt?

Quantum Systems hat laut der Folge 1,2 Milliarden bei einer Bewertung von 8 Milliarden eingesammelt. Stark hat gefühlt in derselben Woche 500 Millionen bei 3 Milliarden Bewertung geraised. Florian erklärt, dass eine Firma, die solche Summen braucht, ihre Bewertung mitziehen muss, damit die Gründer nicht wegverwässert werden.

Warum hat Florian Seibel Stark gegründet?

Die frühen Investoren von Quantum Systems hatten über ihre LPs Waffen vertraglich ausgeschlossen, in derselben Kategorie wie Glücksspiel. Loitering Munition war aus Quantum heraus deshalb nicht möglich. Florian gründete Stark als Spin-off ohne Quantum-IP und holte Uwe Horstmann von Project A als CEO. In der letzten Runde hat Quantum sich alle Beschränkungen streichen lassen, weshalb es heute Überschneidungen zwischen beiden Firmen gibt.

Wie läuft eine Übernahme bei Quantum Systems ab?

Florian fährt selbst zu jedem Target, auch wenn die Firma nur fünf Leute hat, statt ein Strategy Committee zu schicken. Alle übernommenen Gründer haben seine Handynummer und können ihn direkt anrufen. Neue Targets dürfen bei früher übernommenen Gründern ihren eigenen Background-Check machen. So hat Quantum jeden gewollten Deal geclosed, rund zehn bisher, zwei bis drei weitere sind noch nicht angekündigt.

Warum ist Quantum Systems in der Ukraine?

Florians Satz dazu: Wer nicht in der Ukraine ist, existiert als Hersteller nicht. Nur im echten Einsatz entsteht der Feedback-Loop, was bei schlechtem Wetter, ohne GPS oder ohne reguläre Wartung funktioniert. Quantum ist ohne Investitionsschutz des Finanzministeriums all in gegangen und hat heute rund 800 Mitarbeiter an vier oder fünf Standorten im Land. Florian sagt offen, dass es emotional schwierig ist, von einem Krieg wirtschaftlich zu profitieren.

Erwähnt in der Folge

Firmen, Personen und Produkte aus dem Gespräch
  • Airbus HelicoptersFirmaPartner beim Hubschrauber-Projekt, aus dem Drohnen abgesetzt werden sollen
  • BundeswehrFirmaFlorians frühere Laufbahn: 15 Jahre, Hubschrauberpilot und Studium
  • RheinmetallFirmaDer Konzern, den Florian angreifen will; hat laut ihm bis heute kein Munitionswerk in der Ukraine gebaut
  • Uwe HorstmannPersonPartner bei Project A und CEO von Stark, Reserveoffizier
  • Project AFirmaFrüher Investor von Quantum Systems, der 2020/2021 den Rücken gestärkt hat
  • Sven, Co-CEO von Quantum SystemsPersonVerantwortet Operations, Sales, IT, Infrastruktur und HR; in 5 Prozent der Fälle gewinnt das bessere Argument
  • Friedrich MerzPersonFlorian hat ihm bei den Startup-Awards die Schallplatte Imagine a Moonshot überreicht und fordert, keinen Millimeter zurückzurudern
  • Imagine a MoonshotProduktSong, den Florian in Auftrag gegeben und als Schallplatte an den Bundeskanzler übergeben hat
  • KUKAFirmaAugsburger Roboterhersteller, laut Florian für 7 Milliarden nach China verkauft
  • ebm-papstFirmaWeltmarktführer für Lüfter, laut Florian für 5 Milliarden in die USA verkauft; Backbone jedes Rechenzentrums
  • AndurilFirmaUS-Defense-Firma, bei der Founders-Fund-Partner Trae Stephens im Hintergrund mit am Ruder ist
  • Founders FundFirmaBeispiel dafür, dass VC-Partner in den USA parallel Firmen gründen dürfen
  • HelsingFirmaFeliks zitiert einen Podcast mit Helsing-Gründer Torsten über Überlebenszeiten in der Killzone
  • MOSAICProduktSoftware von Quantum Systems, mit der es erste Verträge gibt; Teil der Multidomain-Strategie
  • KununuToolArbeitgeber-Bewertungen, in denen ein Mitarbeiter das Führungsteam mit der Bundeswehr verglich

Transkript

Automatisch erstellt und nur leicht korrigiert, kann einzelne Fehler enthalten.
00:00 Trailer & Intro

00:00 Florian Seibel: Es ist ein schwieriger Punkt für mich, auch emotional zu sagen, wir haben von einem Krieg, wo Menschen sterben, wirtschaftlich massiv profitiert.

00:07 Feliks Eyser: Du bist früher geflogen bei der Bundeswehr, du warst Pilot, du hast einen Helikopter gekauft.

00:10 Florian Seibel: Ja, ich glaube, Hubschrauber ist so die letzte Domäne, wo der Pilot rausfliegt. Aber der muss sich künftig ganz anders schützen. Und dazu gehören auch Drohnen. Und die Drohnen müssen vom Hubschrauber auch abgesetzt werden. Von daher ist es eine Investition in Future Topics. Aber macht natürlich auch Spaß.

00:23 Feliks Eyser: Die Drohnen habt ihr selber entwickelt, da hast du ein Background, bist du Ingenieur, kennst du da aus. Viele von den anderen Sachen habt ihr zugekauft oder wie baust du so ein Produktportfolio auf?

00:30 Florian Seibel: Wir haben in Europa echt viele Gold Nuggets, die muss man nur finden. Und es ist Teil der Secret Sauce. Da muss der Gründer hin, das hilft nichts. wenn er da irgendwie ein Strategy Committee hat. Der Gründer will, dass der Gründer da hinkommt. Auch wenn die andere Firma vielleicht nur fünf Mann hat. Und alle Acquisitions, die wir haben, haben auch meine Handynummer. Das ist mir ganz wichtig. Ihr hattet ein C und ich habe eins. Ihr könnt mich genau deswegen auch anrufen. Das ist die gleiche Ebene. Und das ist den Gründern fast, würde ich sagen, noch mehr wert als vielleicht der letzte Euro in der Bewertung. Und deswegen haben wir jeden Deal geclosed, den wir haben wollten. Wenn du in Europa eine 100 Milliarden Firma bauen willst, dann musst du...

01:12 Feliks Eyser: Die heutige Folge wird präsentiert von Qonto, dem Geschäftskonto, auf dem ich alle meine Firmen laufen lasse. Und jetzt zur Folge mit Florian Seibel von Quantum Systems. Geiles T-Shirt. Aber ein Fuchs, kein Dackel.

01:24 Florian Seibel: Ein Fuchs, ne? Ja. 8 Euro aus Vietnam. Das ist eine französische Nobel-Edelmarke. Die hat einen Fuchs. Als Logo, genau dieser Fuchs. Die haben die halt einfach mal unter den Goffischutz zu hintergehen, haben die den Doppelfuchs da drauf gestickt. Ich wurde jetzt schon ein paar Mal gefragt, ist das eine Special Edition von dieser? Da kostet so ein T-Shirt 200 Euro. Ich so, nee, das kostet 8 Euro. Und die haben halt zwei drauf.

01:49 Feliks Eyser: Dafür kriegst du sogar noch zwei Füchse fürs Geld. Genau. Für ein Zehntel vom Preis kriege ich zwei Füchse. Geil. Glückwunsch zum Fundraiser. 1,2 Milliarden ist der Gerase, bei 8 Milliarden Bewertung. Holy shit. Andere Founder gehen ein schönes Büro, stellen viele Mitarbeiter ein, du hast einen Helikopter gekauft.

02:05 Warum ein Drohnenhersteller einen Hubschrauber kauft

02:05 Florian Seibel: Das stimmt, das ist korrekt, aber den habe ich ja auch nicht nur gekauft, sondern wir haben das ja aufgegleist als Projekt mit Airbus Defense und Space oder in dem Fall Airbus Helicopters. weil wir glauben, dass ein Großteil der Missionen, die mit Hubschraubern künftig noch erledigt werden, weil ich glaube, Hubschrauber ist so die letzte Domäne, wo der Pilot rausfliegt. Aber der muss sich künftig ganz anders schützen und auch ganz anders taktisch einsetzen. Und dazu gehören auch Drohnen. Und die Drohnen müssen, dürfen, sollen vom Hubschrauber auch abgesetzt, abgeschossen werden. Und ja, dazu muss man das natürlich testen und integrieren und ja, und um da einfach schneller zu sein, als sich jetzt vielleicht nur auf Bundeswehrhubschrauber oder Programme zu verlassen, wo man dann vielleicht mal ein Slot zugeteilt bekommt, haben wir gesagt, wir kaufen selber ein. Und von daher ist das eine Investition in Future Topics. Aber macht natürlich auch Spaß. Ja.

03:03 Feliks Eyser: Wie war es für dich? Du bist früher geflogen bei der Bundeswehr? Du warst Soldat, war Hubschrauber-Pilot.

03:06 Florian Seibel: Das hast du ein paar Jahre Pause gemacht. Jetzt habe ich zehn Jahre Pause gemacht, aber es ist tatsächlich wie Fahrradfahren, man verlernt es nicht. Man kann jetzt dann vielleicht nicht bei der Tour de France gleich wieder mitfahren, aber man kann fahren, ohne sich zu blamieren und sowas dann auch. auch mit den ersten Stunden jetzt wieder auf dem neuen Hubschrauber. Wir haben da auch Testpiloten, die dann die ganzen Programme wirklich sauber abfliegen. Auch da gibt es ja verschiedene. Ausbildungsniveaus, und da bin ich sicherlich mit meinem Erfahrungshorizont eher am unteren Ende. Aber ich glaube einfach, dass es auch eine gewisse Credibility gibt für das, was wir mit Quantum oder ich da tun, bauen. Das ist nicht nur, sag ich mal, ja, Anzug und Krawatte und und und We Do Defense, sondern ich glaube, man, man muss Defense heute anders gestalten und aufbauen. Und von daher, wenn dann einer der CEOs dann auch mal selber im Hubschrauber sitzt, dann ist das, glaube ich, auch ein gutes Signal-Ling. In Bergen warst du unterwegs neulich. War das auch mit dem Hubschrauber? Nee, das war ein anderer, aber gleicher Typ. In den Bergen fliegen es nochmal besonders anspruchsvoll und von daher macht es auch Sinn, dass man da das dann auch mal übt. da vielleicht die ein oder andere Flugstunde auch in den Bergen macht. Einfach so ein bisschen so die Grenzwerte auch von so einem Hubschrauber, wie leistungsfähig ist, der in dünner Luft, bei viel Wind, bei Turbulenzen. Und das geht nirgendwo besser als eben in den Bergen. Und genau, und damit es dann eben auch sicher ist , dann macht man halt auch mal ein Fahrsicherheitstraining und das würde ich sagen, kann man so ein bisschen mit Alpenbergflug vergleichen.

04:30 Feliks Eyser: Und ist so ein Hubschrauber, den du jetzt neu kaufst, komplett anders als die, mit denen du damals bei der Bundeswehr geflogen bist? Kann man sich vorstellen, wenn ich heute in Tesla steige, ist das anders, als wenn ich vor 15 Jahren in normales Auto gestiegen bin oder das ist ja nicht mehr.

04:40 Florian Seibel: Ja, aber ich glaube, es macht Sinn, dass man vielleicht auf so einem Golf 3 auch fahren gelernt hat. Also ich glaube, dass der Tesla oder jetzt vielleicht der neue Hubschrauber da viele Sicherheitssysteme mitbringen und auch Ja, einiges digitaler ist, wo du früher, wenn du so ein Triebwerk startest, irgendwie drei Schalter, zwei Spritpumpen manuell bedienen musst, dann irgendwie gucken, laufen die Temperaturen hoch, steigt der Druck, bricht die Spannung der Bordbatterie ein. Das ist natürlich jetzt FADEC, Full Digital Engine Control. Da drückst du einen Startknopf und dann macht der Hubschrauber das. Aber ich glaube, so Verständnis ist es trotzdem nicht schlecht zu wissen, was da eigentlich hinten dran passiert. Autohover sind solche Features. Also wenn man sagt, Hubschrauber fliegen ist anspruchsvoll, mit einem alten Hubschrauber ist es so. Einen neuen Hubschrauber, den kannst du an die Felswand parken. Und die Hände vom Knüppel nehmen. Der bleibt da stehen. Und zwar auf, nicht sagen Millimeter, aber auf ein paar Zentimeter, genau. Man muss trotzdem wissen, was man da tut, weil die Fallwinde und die dünne Luft und so, das weiß der Hubschrauber zwar auch, wie hoch er ist und wie kalt es draußen ist, aber ich glaube, so für einen. Aber wir wollen ja, glaube ich, keinen Podcast über Hubschrauberfliegerfreude machen. Ich finde es interessant. Euch auch, ich könnte erst schon lange drüber reden, aber. Ich hätte nicht gedacht, dass ich, nachdem ich die Bundeswehrlaufbahn dann nach 15 Jahren beendet habe, dass ich nochmal irgendwann beruflich vielleicht wieder in einem Hubschrauber sitze oder den sogar kaufe mit meiner eigenen Firma. Aber wir haben da auch nicht ganz oben ins Regal gegriffen, sondern sage ich mal sehr, sehr bodenständig. Im unteren Segment Weil wir damit das Gleiche zeigen können. Vielleicht hätte in anderer Form da weiter oben dann die Ledersitze und Klimaanlage, die wählen, das sind wir nicht. Das ist eine Basic-Austattung.

06:26 Feliks Eyser: Du bist in Freiburg aufgewachsen, bist RC-Flugzeuge geflogen, also fliegen wir über ein Thema. Was muss ich noch über deine Kindheit wissen, um zu verstehen, was für ein Founder du heute bist?

06:36 Florian Seibel: Gut, da könnte man jetzt auch wieder stundenlang drüber reden, so wie jeder von uns natürlich eine Kindheit hat, die nicht in einen Satz passt, aber ich würde sagen, die war sehr behütet und sehr stark davon geprägt, Dinge auszuprobieren, mich ausprobieren zu dürfen. Meine Eltern haben mich eigentlich in allem, was ich so tue, größtenteils unterstützt. Ich musste auch ein Instrument spielen, was ich nicht so wollte. In der Zeit hätte ich vielleicht lieber besser programmieren gelernt.

06:58 Feliks Eyser: Ich hatte immer den Deal, ich durfte immer so viel am Computer, wie ich Klavier gespielt habe. Ich durfte 30 Minuten. Klavier eintauschen gegen die Computerzeit. Ja, und

07:08 Florian Seibel: genau, also da ist nichts grob falsch gelaufen in meiner Jugend, würde ich sagen. Abitur gemacht und dann bin ich zur Bundeswehr. Aus heutiger Sicht alles richtig gemacht. Während der Bundeswehrzeit muss ich schon sagen, da habe ich schon ein paar Mal an mir, an dem System gezweifelt. An was genau? Naja, an diesem, du bist da eine Nummer, du läufst da durch verschiedene Ausbildungsabschnitte durch. Du hast natürlich schon auch viel Misswirtschaft und viel. Also, diese Friedensdividende, ne, es hat an allem gemangelt. Kasernen, die wirklich im Verfallen waren, ja, das ist in den letzten Jahren nicht besser geworden. Und das macht schon auch, das ist auch ein Gefühl, dass ich kann das sogar mit Gerüchen verbinden. Also irgendwie diese alte Linoleumböden, die da noch immer ihre Chemikalien ausdunsten. Heizungsventile, die seit 25 Jahren nicht mehr geschlossen sind und im Sommer auf voller Pulle laufen und damit es in der Toilette nicht zu heiß ist, in die Fenster gekippt. Aber Keiner repariert die Heizung. Also, da hast du schon gemerkt, dieses System ist völlig im Arsch. Und Und trotzdem habe ich da viel mitgenommen, eine Top-Ausbildung, ein Top-Studium. Und dafür bin ich sehr dankbar. Nur wenn du in der Situation selber bist, dann fragst du dich schon so, boah. Mein Leben zieht irgendwie an mir hier vorbei und was machst du hier eigentlich? Weil es war ja nicht absehbar, dass diese Armee aus einem Hindukusch irgendwo mal vielleicht noch eingesetzt wird. Und selbst da haben wir uns schwer getan. Aus 20. 000, 200. 000 Mann Irgendwie 5000 in den Auslandseinsatz zu schicken. Das sind zweieinhalb Prozent. Die Amerikaner haben, glaube ich, zu jedem Zeitpunkt 40 Prozent ihrer Streitmacht irgendwie verteilt auf dem Globus. Und wir kommen an die Leistungsgrenze, weil wir zweieinhalb Prozent irgendwo im Ausland haben.

08:58 Feliks Eyser: Du warst Soldat, Hubschrauber, Pilot, Ingenieur. Und wann war der Punkt, dass du gesagt hast, ich werde Unternehmer?

09:05 Ziel 100 Mitarbeiter: Nie als Unicorn geplant

09:05 Florian Seibel: Also wäre jetzt gelogen, wenn wir uns dann hingesetzt hätten und gesagt hätten, ja, jetzt machen wir hier so ein Unternehmertum, Entrepreneurship-Programm und iterieren irgendwie so einen Funnel runter auf Das ist die Idee und das Funding und Team wird gebaut und hier ist das erste Investment. Ich glaube Persone , Idee an dem Hanno müssen wir vielleicht nochmal recherchieren, aber nicht Unrecht tun, aber ich glaube. . Das ist so ein bisschen wie so aus einer Retorte raus. Wenn ich nur lang genug nachdenke, welches Problem habe ich noch, dann finde ich vielleicht irgendwas und dann lässt sich da mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit. 9 von 10, 99 von 100 scheitern, ein Unternehmen bauen. Das war bei Quantum nicht der Fall. Wir haben nie die Absicht gehabt, ein großes Unternehmen, geschweige denn einen Unicorn zu bauen, sondern es war immer die Idee , Also bis zum bis zum Jahr 2018, 19, also drei, vier Jahre Into Founding, war eigentlich immer so, ja, wenn wir mal 100 Mitarbeiter haben und uns selber finanzieren können, dann ist es der Erfolg und was anderes will ich auch gar nicht im Leben. Also Geld motiviert mich nur bedingt, sondern mich motiviert halt die Dinge zu tun, die ich tun kann. um kreativ sein zu dürfen und wenn das if this pays my bills, so dann war die Idee, dann das ist die das war das Rational behind Our founding, ja, und dass dann ein Ukraine-Konflikt und so natürlich das alles massiv beschleunigt haben und uns haben größer denken lassen. Das gehört wirklich zur Wahrheit dazu, dass wir da auch jetzt, das ist ein schwieriger Punkt für mich, auch irgendwo so ein bisschen emotional zu sagen, wir haben von einem Krieg, von einem Konflikt, wo Menschen sterben, ökonomisch, wirtschaftlich massiv profitiert. Ja, wir haben unsere Hausaufgaben gemacht, wir sind auch ins Risiko gegangen, wir haben mittlerweile 800, 900 Mitarbeiter in der Ukraine. 800 in der Ukraine leider insgesamt 1900 jetzt. Also wir tun da auch was dafür. Also es ist nicht nur Glück fällt auf uns und Geldregen kam. Nein, also wir reinvestieren da jeden Euro. Wir sind dankbar für die Aufträge, die wir bekommen. Wir glauben auch, dass wir das, was wir tun Dass das wichtig ist für dieses Land, dass sich daraus auch hoffentlich irgendwann, wenn diese Konflikte mal vorbei sind, auch ganz andere Technologien dann ab Ableiten lassen und im Defense-Bereich ist schon immer viel entstanden, dann was dann in den Zwiebereich wieder eingesetzt.

11:26 Florian Seibel: Triebwerke, Teflonpfanne, äh, Konserve, das Internet, also Satelliten, GPS. Ja, ich glaube, das ist vielen gar nicht so bewusst. So Defense ist böse. Nee, ich glaube, wir haben Defense viele Jahre verteufelt und Defense ist aber auch immer eine Schrittmacher. Das ganze Silicon Valley ist aus Defense raus entstanden. Und ich glaube Wenn wir jetzt vielleicht ein bisschen nach vorne spulen oder vielleicht zum Ende des Podcasts, so was ist das Fazit? Ich glaube, das Fazit ist, wir können da ganz viel mitnehmen als Deutschland. Ich glaube, dass wir auf ganz schwierige Zeiten zusteuern. Wir sehen noch. gar nicht, wie schwierig es eigentlich werden wird. VW und was da so alles am Horizont erscheint. Ich glaube, das ist erstmal die Spitze des Eisbergs. Und es wird noch viel schlimmer, bevor es wieder gut wird. Aber ich glaube, wir haben auch Tiefe wurzeln in diesem Land, Bildung ist grundsätzlich noch in Ordnung, wir haben Geld ist noch da, die Infrastruktur Auch wenn wir jammern, die Brücken halten noch alle und super Talent. Wir sind ja in Süddeutschland Universitäten und so. Wir haben es noch in der Hand, das Ruder rumzureißen, aber Herr Merz muss jetzt abliefern. Die Sommerpause ist jetzt rum und am besten keinen Millimeter mehr zurückrudern, was er vor der Pause angegriffen hat. sondern jetzt wirklich konsequent alles davon zu 100% und vielleicht noch ein bisschen mehr auch wirklich umsetzen.

12:43 Feliks Eyser: Werbung. Viele der besten Founder, die ich kenne, lösen ein Problem, was sie selber hatten. Und so ist auch Qonto entstanden. Die Founder haben da vorne andere Firma gemacht und alles rund ums Geschäftskonto war nervig, manuell und hat Papierkram erfordert. Das digitale Tool, was Sie erwartet haben, gab es nicht. Also haben sie es gegründet. Und ich finde, genau das merkt man. Ich nutze Qonto seit vielen Jahren und habe das Gefühl, das Produkt ist von Tech-Leuten gebaut und für Founder gemacht und nicht von Bankern aus den 90ern entwickelt für die Compliance-Abteilung. Ich erstelle Rechnungen zum Beispiel direkt über die App. SEPA-Zahlungen sind in Sekunden da. Die Belege ordne ich den einzelnen Transaktionen zu, braucht man kein zweites Tool. Und der Steuerberater holt sich alle Daten sauber über die Dateschnittstelle. Ich selbst nutze Qonto für meine private Holding, für die Founder Mode GmbH, für alle Companies, die wir neu aufsetzen. Und wenn du das für deine Firma auch machen willst, dann geh auf konto. com, Qonto mit Q und nutze den Code FounderMode, um das Produkt sechs Monate kostenlos zu nutzen. Werbung Ende. Und wie war für dich dieser Ukraine-Moment, wo du auf der einen Seite sagst, okay, das ist wirtschaftlich ein krasser Rückwind für das, was ich hier baue, die Produkte so und gleichzeitig moralisch schwierig oder emotional schwierig hast du gesagt, wie war dieser Konflikt für dich? Na

13:55 Florian Seibel: gut, also man lebt und lernt ja da auch darin und ist noch nicht jeder Tag gleich oder jeder Monat oder jedes Jahr. Auch der Weg der Ukraine hat sich ja verändert, auch unsere Wahrnehmung als am Anfang sind alle darüber gegangen, dann gab es viele Schwierigkeiten, so in der Supply Chain, im Land zu sein, war alles nicht so einfach, das zu organisieren, deine Mitarbeiter auch. So zu schützen, dass die nicht eingezogen werden können, weil dann sonst baust du da was auf und dann werden die gedraftet, das hilft dir dann auch nicht. So, da haben wir viel auch lernen müssen und waren aber auch bereit, es zu lernen, wo andere dann erst gar nicht hin sind oder dann relativ schnell die Nerven verloren haben und wieder raus sind.

14:31 Feliks Eyser: Du hast gesagt, wir sind all in gegangen, keine, ihr habt nicht gezögert, wir haben unser eigenes Geld investiert. Ja,

14:36 Florian Seibel: Rheinmetall hat bis heute noch kein Munitionswerk dort gebracht. Obwohl Herr Papperger, ich glaube, an Tag 3 nach dem Einfall gesagt hat, wir stehen neben der Ukraine und wir werden unsere Produktionskapitäten im Country, also im Land, ausweiten. Ja, wir haben halt mittlerweile vier oder fünf Orte, die das auch alles disluziert, um es einfach auch zu schützen und nicht alles dann an einem Standort zu haben, aber Ich glaube, viele haben da bis heute einfach halt auch viel Propaganda nur gemacht und wohlwollend von der Seitenlinie kommentiert. Wo wir halt gesagt haben, mit All-in meinen wir halt auch All-in. Wir hatten keinen Investitionsschutzmechanismus vom Finanzministerium, wenn, was weiß ich, irgendeine Garantie im Ausland was schief geht, dann haftet er normalerweise. Dann auch das Finanzministerium für sowas. Die haben dann gesagt, naja, können wir nicht, das ist ein Kriegsgebiet, das verstehe ich ja auch. Ja, aber dann muss ich halt als Unternehmer entscheiden, tue ich es trotzdem oder tue ich es nicht. Und ich glaube, als Gründer entscheidest du dann wahrscheinlich anders, als wenn du eben ein Hired CEO von einem DAX-Konzern bist. Wann warst du zum letzten Mal da? Ich war vor der Sommerpause. Also Sven, wir teilen uns das ja auch auf. Co-CEO, genau. Also er hat ja auch mittlerweile. . Er war auch der, der so massiv auch zu seiner, ähm, zu for his credit, der, der, ich habe da eher gezögert am Anfang. Ich war da ein bisschen zögerlicher als er, aber er ist da. Ganz klar, all in und es sind auch gute Dialoge und Diskurse, die ich da mit ihm habe. Es gewinnt immer das bessere Argument. Bei 95 Prozent sind wir uns einig, was wir tun, und in 5 Prozent gewinnt dann das bessere Argument. Was war das Argument in dem Fall? Naja, das war einfach, da braucht es gar nicht viel. Manchmal ist das Argument einfach nur, glaub mir, trust me, Flo. I know it. Und wenn ich sage, ey Sven, wir müssen jetzt einen Hubschrauber kaufen oder wir müssen. MOSAIC oder wir müssen Maritime oder Multidomain gehen, oder wir fliegen zum Mars, dann sagt er auch, I trust you. Also müssen wir gesagt, wir fliegen zum Mars Nee, aber wir kaufen Hubschrauber und wir machen Multidomain und wir bauen Boote und Fahrzeuge und schauen uns Space an.

16:47 Florian Seibel: Das habe ich ihm gesagt und da sagt er mach, ja, weil ja, es ist einfach, also da habe ich ein wirklich außergewöhnliches Glück auch gehabt so jemanden zu finden, mit dem ich so harmoniere. Zwei Alpha-Tiere, die sicher auf eine unterschiedliche Art beide sind, aber dass wir da koexistieren können. Also da Hätte ich nicht besser treffen können.

17:10 Warum es ohne Ukraine keinen ernsthaften Hersteller gibt

17:10 Feliks Eyser: Und du hast gesagt, wenn man nicht in der Ukraine vor Ort ist, existiert man als Hersteller nicht. Was bedeutet das?

17:16 Florian Seibel: Naja, im Prinzip so, if you're not in Ukraine, you do not exist as a manufacturer. Das ist eigentlich genau das. Die Ukraine zeigt ja, wie schnell sich Dinge weiterentwickeln. wie dieser Feedback Loop von was funktioniert im echten Einsatz unter widrigsten Umständen. Das können Wetterbedingungen sein, das kann GPS, was nicht da ist, was ich für Navigation nutzen kann. Ich kann vielleicht nicht reguläre Wartungsintervalle einhalten. All das lerne ich nur, wenn ich im Einsatz bin. Und das lerne ich auch nicht unbedingt auf dem Truppenübungsplatz. und man lernt dort eben sehr, sehr schnell. Und die Ukrainer, dadurch, dass wir da eben vor Ort sind, die haben da auch noch mal ein noch, würde ich sagen, ein krasseres Mindset als jetzt unsere eigenen Mitarbeiter hier in Deutschland. Die sind schon top, top, top und auch und auch motiviert, aber du kannst natürlich nicht. ein Unternehmen in Deutschland über fünf Jahre so führen, jeden Tag, jedes Wochenende, jeder Monat ist Krieg. Nein. Also, ne, also Menschen haben natürlich, da Auch wenn ich das Wort nicht mag, eine gewisse Work-Life-Balance, musst du natürlich schon auch, weil das ist ein Marathon, ja. Aber in der Ukraine laufen die halt gerade ein Marathon im Sprintstempo, ja. Und das Kannst du nur durchhalten natürlich, wenn auch wieder dieser Constant Threat da ist. Und von daher bin ich da auch natürlich irgendwo sehr ähm Ja, dankbar aber auch irgendwo demütig, dass wir diese Erfahrungen alle da auch mit den Ukrainern machen dürfen, aber gleichzeitig auch helfen können. Also es ist so ein Profit in both directions. Und ja, der Satz ist komplett richtig. Diejenigen, die das nicht erkannt haben, weil sie zu lange gezögert haben oder weil sie vielleicht nach einem Jahr gesagt haben, naja, jetzt ist dann wirklich bald zu Ende. Und im Jahr drei hat man dann vielleicht gesagt, naja, jetzt vielleicht noch ein halbes Jahr, jetzt lohnt sich es auch nicht mehr. Jetzt sind wir dann im Jahr fünf. Mit dem gleichen Argument könnte ich natürlich jetzt auch wieder sagen, naja, das wird sich doch irgendwann mal Jetzt haben sie ja dann bald nichts mehr, die Ukraine. Und trotzdem haben sie sich immer wieder neu erfunden.

19:18 Florian Seibel: Und die werden sich auch weiter neu erfinden. Russland wird und kann diesen Krieg nicht gewinnen. Und die Ukraine kann ihnen aber auch nicht. gewinnen. Im Sinne von Ukraine hat das Territorium und die Krim nachher wieder. Also da das kann Putin nicht zulassen. Vorher wird er wird er Atomwaffen einsetzen. Also das bedeutet seine eigene Existenz vernichtend, wenn er sich von der Krim zurückziehen müsste. Dann, dann, das ist sein eigenes Todesurteil, würde ich sagen. Und von daher wird er da, wird er das, das kann er nicht zulassen, und wird er nicht zulassen, unter keinen Umständen. Und das muss man natürlich aber auch anerkennen. Was heißt jetzt gewinnen? Also wahrscheinlich so lange weitermachen, bis ihm wirklich die Puste ausgeht. Und dann vielleicht akzeptieren, ja, dass ein Teil des Sombers und die Krim erstmal vielleicht noch für ein, zwei, drei Jahrzehnte russisch sind und dann vielleicht in einer zweiten Phase, ähnlich wie vielleicht dann nach der Teilung Deutschlands in Ost und West. war ja auch immer die Hoffnung, dass man das wieder vereinen kann. Und ich glaube, ein ähnliches, ähnlich Weg könnte dann die Ukraine vielleicht gehen. dass sie irgendwann wieder vereint wird, ja. Weil, weil mit ein bisschen Abstand auch den Russen vielleicht selber irgendwann klar war wird, wenn da vielleicht andere Elite, ein anderes, wenn sie vielleicht auch am Boden aufgeschlagen sind, unten ökonomisch im Nichts enden, ähm, Dass sie sich dann vielleicht wieder besinnen und sagen: naja, um jetzt wirklich wieder auf die Weltbühne zu können, zu dürfen, müssen wir das vielleicht dann auch wieder zurückdrehen.

20:56 Feliks Eyser: Werbung. Johannes Kliesch von Snocks war neulich bei uns im Podcast und da gab es einen Moment, da haben dem 800. 000 Euro gefehlt. Nicht in der Kasse, sondern bei den Belegen. Und zwar bei Rechnungen und Bestellungen falsch gebucht waren. Snocks verkauft über Shopify, Amazon, About You, Zalando, ganz viele Marktplätze und am Ende läuft alles in Shopify zusammen. Und dabei war eine Liste von offenen Posten entstanden, die mehrere hundert Seiten lang war. Unter der Last ist das bestehende Rechnungstool zusammengebrochen. Dann kam unser Werbepartner Pathway ins Spiel, die automatisiert Buchungen aus Shopify und Stripe. In Datev richtig ablegen und richtig verarbeiten. Der erste Blocker war noch 24 Stunden gelöst und zwei Wochen später liefen 100. 000 Buchungen sauber durch Pathway und korrekt in die Buchhaltung rein. Die 800. 000 Euro waren zurück. Und Johannes konnte sich Zeit nehmen, zu mir einen Phone -Podcast zu kommen. Er sagt, Pathway hat ihm den Arsch gerettet. Wenn euer Business auf Shopify oder Stripe aufsetzt, dann nutzt Pathway. Meldet euch bei denen, sagt ihr, dass ihr über Phone gekommen seid. Dann erlassen die euch die Einrichtungsgebühr, die sonst bis zu 1000 Euro sein kann. Werbung Ende. Wie sieht es da geradeaus in der Ukraine und was hat sich da auch geändert die letzten 18, 24 Monate?

22:04 Florian Seibel: Oder die haben sich beide immer mehr eingebuddelt. Die Ukraine ist da natürlich im Vorteil. Der Verteidiger hat immer irgendwo so ein 4 zu 1, 6 zu 1, 8 zu 1 Kräfteverhältnis, was er aufwenden muss. Naja, weil er seine Stellungen hat, wo er sich eingräbt, sag ich mal, oder die ausbaut und befestigt und dann auch hinten dran 500 Meter, einen Kilometer, 5 Kilometer eine Rückzugsstellung hat. Und der Angreifer muss ja aus der Deckung raus. Und das ist natürlich immer schwieriger aus der Deckung raus müssen, dagegen anrennen. Insbesondere wenn dann das ein hochtechnologisches, digitales, gläserndes Gefechtsfeld ist. Jede Bewegung wird im Prinzip mit einem Drohnenschlag bestraft. Und deswegen ist es auch für Russland ein hoher Blutzeuger, den die da gehen. Jeden Monat 30. 000, 35. 000 Verwundete oder Tote. Ich habe

22:57 Feliks Eyser: einen Podcast gehört von Thorsten, von Helsing, der sagte, dass die Durchschnittszeit, den russischer Soldat in der Killzone an der Frontlinie gerade überlebt, 20 bis 30 Minuten ist.

23:08 Florian Seibel: Keine Ahnung, ich kenne die Zahl nicht. Könnte stimmen. Also sehr verrückt ist. Und wenn du aber als Soldat das tust. . dann machst du das ja auch nicht freiwillig. Dann brauchst du natürlich auch Machtstrukturen im Hintergrund, wo der Einzelne, wo das Individuum nichts bedeutet, das Leben nichts wert ist. Und du dich entscheiden kannst zwischen ich renne nach vorne und überlebe mit einer kleinen Wahrscheinlichkeit vielleicht. Versus ich lauf nach hinten oder lauf nicht und dann bin ich zu 100% auch tot. Weil eben dieses Weil der Druck dann eben, ja, also Fahnenflucht oder Befehlsverweigerung wird da halt sofort dann mit dem Tod bestraft.

23:52 Feliks Eyser: Und du hast gesagt, transparente Warzone, das ist, glaube ich, ein wichtiges Stichwort. Jede Bewegung wird erkannt.

23:57 Florian Seibel: Ja,

23:58 Feliks Eyser: alles ist

24:00 Florian Seibel: überwacht. Und das ist eigentlich, wenn man das jetzt mal vielleicht so nach vorne denkt, wo entwickelt sich das hin? Wenn man sagt, Krieg war immer Innovationstreiber, dann geht die Ukraine natürlich aus der Not raus, sie hat weniger Personal. ist diesen Weg über Automatisierung, über Technik, über Drohnen. Erst zur Luft, See sind sie auch sehr stark und dann jetzt Land, Robotik. Dann glaube ich tatsächlich, dass wir da eine noch weitere Automatisierung dann sehen werden. Vielleicht gegen Ende dieses Konflikts oder auch künftig dann, dass daraus eigentlich dann Ja, vielleicht was, kann man sagen, Gutes entsteht, dass wir irgendwann sagen, naja, wir haben es geschafft durch diese technologischen Entwicklungen. das, was früher Menschen gemacht haben und wo sie ihr Leib und Leben dann einsetzen mussten, dass wir das künftig Maschinen überlassen können. Und ich habe mal, kann man vielleicht auch googeln, vor fünf Jahren glaube ich, gesagt, if we do not want Chinese War Robots to kill our children and grandchildren, we need to start acting. Also wenn man sieht, wie China jetzt da in die Humanoiden reingeht, in Robotik reingeht. dann wird es auch da, glaube ich, für uns höchste Eisenbahn, uns mit diesen Themen zu beschäftigen und zu sagen, also was kann vielleicht auch ein Humanoider in so einem Konflikteinsatz? Das ist eine dystopische Vorstellung. Da sind wir irgendwo so bei Terminator, aber eigentlich ist es doch was um was was vielleicht, erstrebenswerte sind schon, immer ein schlicht ist, jedes Wort ist eigentlich schlecht hier, aber ist das doch was, was ja vielleicht dazu führt, dass da weniger Casualties sind und dass ein Krieg künftig eben nicht durch Erster Weltkrieg war dann ganz grausam und diese Grabenkämpfe und Gas und und Massenvernichtungswaffen und so. Und dann will ich nicht sagen, das Krieg irgendwann okay ist oder ohne Leid und Elend. und traumata ist, aber ich glaube, man kann es, man kann es stark reduzieren, wenn man das vielleicht technologisiert.

26:19 Florian Seibel: Dann ist es ein technologischer Technology War über wer hat die Ressourcen. Da ist China leider, oder muss man einfach dann auch sagen, sehr gut wieder aufgestellt. Technologisch sind wir, glaube ich, sehr gut, können wir mithalten. Momentan sind wir, glaube ich, so gelähmt in unserem eigenen System aus Verwaltung und und und dass eine Politik mit all den Problemen, die wir gerade im Land haben, einer möglichen Regulierung von solchen Robotik- oder Autonomiethemen. Vielleicht kann man sagen, Gott sei Dank momentan gar nicht hinterherkommt oder das auf der Agenda hat, sodass jetzt die Industrie zumindest da ein gewisses Tempo gehen kann und mitgehen kann. Aber ich glaube, wir müssen uns diesen Fragen von was ist Autonomie und was darf so ein System selber entscheiden, die werden wir uns schon irgendwann stellen müssen. Und das sollen auch Politiker und Ethiker dann auch mitentscheiden und bestimmen, was da richtig ist. Aber die Industrie muss natürlich an diesen Themen arbeiten können, weil wie will ich diese Themen bewerten? Und ich glaube, da liegt auch eine Chance jetzt für uns drin. Durch diese, sag ich mal, vielleicht etwas unregulierte Situation in der Ukraine da mit dabei sein zu können. Weil ansonsten, glaube ich, wäre der typisch deutsche Weg erstmal Erstmal regulieren und und und und anschauen und ein Gesetz dafür machen und dann forschen. Den hast du kennengelernt bei deiner eigenen Bundeswehrkarriere, das Ergebnis

27:42 Feliks Eyser: vom Deutschen Weg.

27:43 Florian Seibel: Ja, also und Und da kann ja auch nachher rauskommen, nein, wir wollen das nicht einsetzen und nein, das ist schlecht. Aber vielleicht kommt da auch raus, nee, so eine Autonomie hat Vorteile, sie trifft bessere Entscheidungen, sie trifft zuverlässigere Entscheidungen, sie trifft, macht weniger Fehlentscheidungen. Das kann ja auch ein Ergebnis sein. Und da komme ich aber gar nicht hin, wenn ich mich nicht mit diesem Thema beschäftige.

28:06 Drohne gegen Panzerhaubitze: Wer den Angriff noch abbrechen kann

28:06 Feliks Eyser: Sind in der Ukraine Systeme im Einsatz, die diese Entscheidungen schon treffen? Mein Verständnis ist, sie sind da eingegraben und viele der

28:14 Florian Seibel: Also ich würde sagen, das ist eher so Terminal Guidance. Also das Ziel wird noch ausgewählt von Personen, von Menschen oder vorgeschlagen, dann wird es confirmed und dann Schaltet jetzt vielleicht die Drohne oder der Marschflugkörper oder auf dieses System auf und vielleicht reißt auch in den letzten Sekunden oder Minuten die Funkverbindung ab. Weil das gejampt ist. Weil es gechämt ist, weil das Kabel reißt, was weiß ich, aber dann hat das System trotzdem noch die Fähigkeit, dieses Ziel zu bekämpfen. Und an der Stelle muss man jetzt aber mal ehrlich sein. Und da hilft es auch nicht zu sagen, das ist jetzt alles böse, weil ich tatsächlich glaube, so ein System kann, auch wenn die Verbindung unterbrochen ist, selber auch noch dann vielleicht den Strike abwenden oder oder oder oder nicht durchführen, wenn es erkennt. Da passiert jetzt gerade was. Ähm, was weiß ich, die hissen die, heben die weiße Fahne. So, dann gibt es Rules of Engagement, nach denen Genfer Konvention sagt: so, wenn sich jemand ergibt, dann muss ich das anerkennen und kann dann nicht. Muss den Einsatz abbrechen oder die Waffenwirkung. Und eine Artillerie-Panzerhaubitze, die irgendwie halt vor zehn Jahren oder auch heute noch in der Ukraine schießt, da ist das Geschoss irgendwie zweieinhalb Minuten unterwegs, da kann ich gar nichts mehr abbrechen. brechen. Und das ist die Stelle, die ärgert mich dann, ja, wenn dann irgendwelche Neunmal Klugen meinen, jetzt dann uns zu erklären dass ein System, was ein Onboard-Computer und Processing dabei hat, dann auf einmal böse ist oder oder oder Teufelszeug ist. Ja, und ich sage nicht, ich will den Outcome bestimmen oder das festlegen, das sollen andere tun, aber wofür ich schon plädiere, ist, dass das eine ehrliche, offene Diskussion ist. Und man nicht sagt, nur weil das Ding Drohne heißt, ist es dann schlecht. Also auch ein Kampfchat, wo jemand drin sitzt, wirft Waffen ab, ja, die dann ihren Weg irgendwo ins Ziel finden und da ist auch nicht bis zur letzten Millisekunde einer dann noch da, der das verhindert. Da hat sich eigentlich gar nicht so viel verändert. Aber politisch und in der Presse macht das natürlich dann was her, wenn man da irgendwie was draus machen kann.

30:28 Florian Seibel: Und das hilft aber der Sache nicht.

30:30 Keine Waffen erlaubt: Warum er Stark gegründet hat

30:30 Feliks Eyser: Und was macht das mit dir, persönlich so diese Fragen zu kriegen? Du bist ja da exposed auf eine Weise, du kannst diese Entscheidung treffen mit deiner Firma und du hast ganz am Anfang Drohnen produziert für Agrarüberwachung quasi, also wie viel Dünger auf dem Feld ist quasi. Dann bist du in den militärischen Bereich gegangen, hast Überwachungsdrohnen, ISA -Drohnen gemacht, die Bilder liefern, aufklären, als dann für identifizieren. Intelligence, Surveillance, Reconnaissance, genau, also dass du quasi erkennst, was da los ist. Und seit diesem Jahr macht ihr selber auch bewaffnete Systeme? Und wie war die Änderung bei dir persönlich, dass du sagst, okay, jetzt.

31:08 Florian Seibel: Ist der Switch zwischen Aufklärung zu Engagement? Also jetzt Loitering Munition, dafür haben wir dann die Firma Stark gegründet, weil das aus Quantum raus nicht möglich war oder wie auch immer gesagt haben, Quantum macht keine Waffen. Ist das doch? Das war vor zweieinhalb Jahren so. Natürlich war das alles auch so unter der Maßgabe, vielleicht ist das dann der Weg, den Stark geht und Quantum kann auf seinem Weg bleiben. Wir müssen halt auch anerkennen, dass sich in den letzten zweieinhalb Jahren die Situation sich ja nicht beruhigt hat. Im Gegenteil. Wir sitzen heute hier und hatten, glaube ich, in den letzten fünf Tagen fünf Anschläge in Deutschland von Hochspannungsleitungen über Flughäfen, über Brand. Sätze, die gestern Nacht bei Rot und Schwarz explodiert sind. Das ist ja auch Teil der neuen Realität. Und natürlich. Verändert sich da auch was im eigenen Denken nochmal und auch bei den Mitarbeitern, dass wir sagen, diese Grenzen von was ist eine Waffe und was ist Aufklärung, das, das, das, das verschwimmt immer mehr, ja. Und Das ist jetzt keine Rechtfertigung irgendwie dafür zu sagen, man verschiebt eine rote Linie, sondern das ist einfach die neue Realität zu sagen. Drohnenabwehrsystem, wenn das von der Bundesregierung als Waffe, was es übrigens nicht wurde, jetzt klassifiziert wird, dann Dann kann Quantum das mit den neuen Investoren insbesondere in der letzten Investmentrunde haben wir da Wert drauf gelegt, dass wir da keinerlei Beschränkungen mehr bekommen. Das war die Historie.

32:36 Feliks Eyser: Ihr habt angefangen, hattet Gesellschafter drin, die haben wieder gewisse Auflagen. Was sind die Gottes?

32:39 Florian Seibel: Die haben eigenen LPs, genau was geht. Also Sex, Drugs, and Rock'n'Roll, and Weapons gingen nicht. Das ist interessant, das sind die gleiche Kategorie, ist wie Glücksspiel und Horografie, aber ist so, ja. Sicherheit ist die gleiche Kategorie, genau. Und ja, die hatten wir, und deswegen ging es halt nicht letztlich, weil Nur mit viel Aufwand oder viel weiteren Zeitverlusten, man hätte das vielleicht dann lösen können, indem man die rausgekauft hätte und so, aber da hat ja auch die Zeit gebrannt. Ja, und deswegen, glaube ich, macht Quantum heute Dinge wie mit dem Drohnenabwehr. was vielleicht irgendwann mal als Waffentechnologie klassifiziert wird, was vor zweieinhalb Jahren nicht gegangen wäre. Und Und da gibt es sicher ein Overlap mit Stark und dann müssen auch diese zwei Firmen das anerkennen. Und da glaube ich einfach auch immer, dass Competition builds better products. Und wer da zum Schluss profitiert, ist der Kunde. Und so soll es auch eigentlich sein.

33:35 Feliks Eyser: Die Gründungsgeschichte von Stark Uwe Horstmann, der davor bei Project A war, also

33:40 Florian Seibel: bei Quantum Investor ist. Project A ist ja immer noch unser Investor. Da hat sich dann einfach in diesem Lauf dieses, wir können es nicht innerhalb der Quantum machen, außerhalb neu als Spin. Off, nicht out, sondern mit neuem Technologie-Stack. Wir haben kein IP von Quantum mitgenommen, konnten wir auch nicht mitnehmen. Ihr habt gesagt, ihr gründet eine neue Firma. Dann sitzt du ja da und überlegst, oh, wer ist der, wer Who could be the right CEO? Und dann war ich schnell bei Uwe Horstmann, weil er schon auch der war, der mir bei Quantum ja schon früh 2020, 2021 den Rücken gestärkt hat und gesagt hat, wir machen ein Investment in eine Company, die jetzt auch in Richtung Defense gehen und da war ja Aufklärung schon Hot Topic, ja, oder Difficult Topic, ja. Also da selbst da wurde, äh, wurden Investment Committees abgebrochen und vertagt, weil ist Aufklärung nicht auch schon Too much. Und Uwe war da aber damals schon eben sehr klar auch, und ich glaube auch auf seinem Historie ist er auch Reserveoffizier und so. Und ja, und dann habe ich gesagt, Uh, ich glaube, du wärst der Richtige. Und er hat ja auch gesagt, ja Für diesen Purpose und für dieses Thema macht er das.

34:53 Feliks Eyser: Interessant, also ich meine generell einfach ein VC-Partner, der hat die Firma mitgegründet, so Project A läuft gut, so der ist da hoch bezahlt, hat da irgendwie einen sinnvollen Job und offensichtlich hat er doch gut gemacht. Und dann zu sagen, ich starte jetzt eine komplett neue Karriere, Founder in dem Bereich.

35:07 Florian Seibel: Da war ja dann auch mal zwischendrin so ein Hiccup , wo er dann sich erklären musste, warum kann er denn beides parallel und so, aber auch das hat er ausgehalten. Und auch da müssen wir diese ganzen Hater, die sind einem alle in den Schnabel halten. Das ist in den USA total üblich, dass irgendwelche Partner, LPs oder Partner in Fonds oder auch Mitarbeiter aus Fonds aus Venture Capital dann noch eine Firma gründen, ja, und weiter aber im Fonds drinbleiben. Das sind auch die guten Partner, das sind auch die guten Partner, Trae Stephens, Founders Fund oder so, ja, sensationelles Beispiel. Den würde keiner angreifen, weil er bei Anduril mit am Ruder ist im Hintergrund. Und von daher finde ich, da hat er viele Prügel bezogen. und hat es aber auch ausgehalten. Und das zeichnet dann, glaube ich, schon auch Menschen aus, die was ändern und bewegen und halt den Status quo hinterfragen. Mal ganz ehrlich, ist es doch auch absurd zu sagen, warum soll er kein guter Partner mehr bei Project A sein, nur weil er noch in einer Firma involviert ist.

36:06 500 Millionen, zwei Bewertungen: Was das für Gründer heißt

36:06 Feliks Eyser: Ich glaube, gefühlt in der gleichen Woche, als ihr auch 1,2 Milliarden Runden angekündigt oder kommuniziert habt, hat Stark 500 Millionen geracet bei einer 3 Milliarden Bewertung im dritten Jahr, zweiten, dritten Jahr. Ja, nicht schlecht. Ging schlecht, ging schlecht.

36:20 Florian Seibel: Ja, das klingt alles, das klingt auch alles gut und es braucht auch diese Bewertungen, gar nicht so sehr die Bewertung, aber mit der Bewertung ist natürlich auch eine eine Summe an Kapital verbunden. Also ich kann natürlich 500 Millionen auf eine 500er Bewertung raisen oder ich kann 500 Millionen auf eine 3 Milliarden Bewertung raisen. Ich habe genau gleich viel Geld danach in der Firma und das zu tun, was ich möchte. Nur irgendwann, wenn ich natürlich bei diesen Bewertungen 500 bleiben würde, aber trotzdem für den Aufbau dieser Firma andere Summen brauche. Ja, irgendwann habe ich halt als Gründer keine relevanten Stakes mehr, weil ich da einfach so weit runterverwässert werde. Von daher muss eine Firma, die solche Summen einsammelt, zwangsläufig. Dann müssen natürlich die Metriken in Ordnung sein, aber sie muss dann auch die Bewertung steigern, wenn sie die Summen erhöht, die sie braucht. um da hinzukommen, wo sie hin möchten, weil ansonsten nachher eigentlich de facto dann sonst auch nichts mehr übrig bleibt für die Investoren oder für die frühen Investoren oder für die Gründer. Das ist zwangsläufig so, dass die Bewertung dann auch hochgeht. Aber man muss die Bewertung natürlich dann auch aushalten und auch rechtfertigen und irgendwann ist dann auch Payday. Und ich glaube, da haben wir mit Quantum und Stark einfach zwei Firmen auch gebaut, die anders sind als vielleicht andere Firmen in dem Umfeld. die einfach wirklich durch Umsatz auch dann zeigen können, dass da ein Market Demand und Need da ist im Fall von Quantum dann auch So profitabel sogar, ja, über drei, vier Jahre jetzt schon. Und das ist mir eigentlich schon wichtig, auch, dass man da nicht nur die Bewertung hochtreibt, sondern dass man dann auch was aufbaut, was dann auch Substanz hat. Weil nur das zu bauen, um zu raisen und das Geld auszugeben, wäre für mich nicht befriedigend, sondern ich muss ja auch hinterher was gebaut haben. wovon Deutschland, wovon ja wir alle als Land dann auch hoffentlich irgendwann profitieren können und sagen, da ist ein Weltkonzern entstanden. Wir haben halt nicht Bei uns sprudeln halt kein Öl aus der Erde, sondern ich muss halt IP aufbauen, eine Firma aufbauen, die irgendwas produziert, was wir ins Ausland verkaufen können. Das ist schon immer die deutsche Geschichte. Genau, und derzeit ist gut so.

38:23 Warum Deutschland seine Schlüsseltechnologie verkauft

38:23 Florian Seibel: Und da sollten wir uns jetzt aber halt überlegen, wie schreiben wir die fort, weil Die Automobilindustrie wird es nicht mehr machen, wahrscheinlich, mit hoher Wahrscheinlichkeit. Da haben wir aber noch Player wie eine Borschnisse Siemens und so. Also Robotik und so sind Themen, glaube ich, wo wir jetzt schleunigst drauf sollten. Solar haben wir außer Landes gegeben, KUKA-Robotik, so ein bisschen auch. Was ist das? KUKA war der aus Augsburg, diesen orangenen Montageroboter für BMW und so. Für sieben Milliarden nach China verkauft worden, vor zehn Jahren oder so. Ich dachte, ey, wie kann man das bitte nach China verkaufen? Für 7 Milliarden. Die Chinesen lachen sich heute noch tot. Oder auch jetzt wieder, dieser Lüfterhersteller ebm-papst oder so, die jetzt für 5 Milliarden nach USA verkauft wurden. Das ist das Backbone von jedem fucking amerikanischen Rechenzentrum. Das ist eine Firma aus Deutschland, die der Weltmarktführer für Lüfter sind. Wie kann man das für 5 Milliarden bitte passieren lassen, dass die ins Ausland verkauft werden? Also, ich verstehe das nicht, wo da im Wirtschaftsministerium, wo die da schlafen, wenn es so ein Deal über die Bühne geht. Kann man jetzt sagen, hier sind doch nur Lüfter, ja, es ist irgendwie eine Spule und ein paar Magnete und ein Spritzgussteil, was sich im Kreis dreht und kühle Luft auf die Chips bläst, ja, aber Das ist doch ein strategisches Asset, wenn du Ressenzent treiben willst, in großer Menge früh willst. Ja. Und offensichtlich haben die Amerikaner quasi klug genug zu sagen That that's a strategic asset, we're gonna buy them, yeah. Und dann kommt halt irgendein Private Equity Fonds, der irgendwie 1,5 Trillionen hat und legt 5 Milliarden auf den Tisch in Deutschland. Freut sich eine Familie, was ich verstehen kann, es ist ein Familienunternehmen. Aber das hilft halt Deutschland nicht weiter, wenn das jetzt in amerikanischer Hand liegt.

40:16 Feliks Eyser: Ihr macht über 700 Millionen Umsatz? Ja. Wie setzt sich das grob zusammen? Wie kann man sich das vorstellen, wenn das ein Kuchendiagramm wäre über die Produkte?

40:23 Florian Seibel: Also das ist natürlich ein Großteil ist da Air Domain, also da wo wir herkommen ursprünglich, aus dem Bereich Luft. Wir haben jetzt letztes Jahr dann oder Anfang dieses Jahres erste Aufträge im Land-Bereich bekommen. Als Fahrzeuge, genau, haben wir jetzt die ersten 2000 unter Contract Mantrill und haben jetzt 30 Millionen auf Im Bereich Counter-UXS im Middle East. Das sind Abfang, Drohnen und Abwehr, genau. Würden wir in Deutschland auch gerne zur Verfügung stellen, aber da findet man sich noch, wie man das künftig abwehren möchte. Ja, also das ist schon noch Luft-Heavy, aber das Ziel ist natürlich Multidomain, mit Software MOSAIC haben wir erste Verträge, dass sich dieses Portfolio irgendwann einfach auf diese fünf Säulen Airlands-C -Software Space. dann aufstützt. Und im Idealfall sind die alle gleich groß oder relevant. Ja, und dann glauben wir, dass ein weiterer Grosser Mark, then einfach auch commercial use cases irgendwann sind where we diese dronen in boxen haben, drawn in a box. Für Überwachung von kritischer Infrastruktur, Oil and Gas, Powerlines, Polizeieinsätze , genau, also First Responder , DFR Drone, First Responder, genau. Ja, und so, glaube ich, muss man aber auch immer am Ball bleiben, weil das einfach eine sehr schnelle Welt geworden ist, wenn du da drei, vier Jahre nicht mit agierst. Und das ist halt wie immer halt der Vorteil der jungen Wilden, der Startups Ja, dass man halt die großen, langsamen Tanker mit so einem Speedboat halt relativ gut ausmanövrieren kann.

41:57 Rund zehn Zukäufe: Warum er selbst zu jedem Termin fährt

41:57 Feliks Eyser: Wie baust du in so kurzer Zeit so ein Produktportfolio auf? Drohnen habt ihr selber entwickelt, da hast du ein Background, bisschen schöner, kennst du dich da aus. Viele von den anderen Sachen Hat ihr zugekauft teilweise, in-house entwickelt? Wie macht man sowas? Also wie baust du so ein Produktportfolio

42:10 Florian Seibel: auf? Ich glaube, das ist viel Intuition. Das ist nichts, was du vielleicht so an der Uni lernen kannst. Ich glaube, das ist einfach wirklich so ein mittlerweile doch ja schon über 40 Jahre Einfach sich für Technik begeistern, zu verstehen, physikalische Zusammenhänge, kombiniert aber auch mit einem wissenschaftlichen Studium, mit einer fliegerischen Ausbildung, auch einem Laufbahn im Militär. Um so ein Gesamtgefühl zu kriegen, was könnte denn funktionieren, wie kann so dieses Big Picture aussehen. Ob das nachher aufgeht, ob wir wirklich der Multidomain. Hersteller werden, Airland, C-Space, Software. Oder ob wir irgendwo struggeln, weil die Domäne doch so komplex ist oder oder oder ähm Let's see, können wir es mal in fünf Jahren nochmal Rückblick halten. Aber bisher hatte ich da relativ zielsicher und ja Und habe die Targets identifiziert. Ich sage immer, wir haben in Europa echt viele Gold Nuggets oder Rohdiamanten. Die muss man nur finden. Und da ist es, glaube ich, wirklich wichtig. Und das ist, wer bis hierhin mitgehört hat, auch Teil der Secret Sauce ist, da muss der Gründer hin. Das hilft nichts, wenn er da irgendwie ein Strategy Committee hat. wie ein Teil unserer Mitbewerber, wo dann irgendwie halt die dritte Führungsebene, so strategische Der Gründer will, dass der Gründer da hinkommt, auch wenn die andere Firma vielleicht nur fünf Mann hat. Dann kann ich nicht irgendwie da eine Attitüde an den Tag legen und sagen, da schicke ich irgendjemanden, sondern Ich glaube, dass es wichtig ist, dass und alle Gründer, alle Acquisitions, die wir haben, die haben auch meine Handynummer, ja. Ich sage, das ist mir ganz wichtig. Ihr seid, ihr hattet ein C und ich habe eins. Ihr könnt mich genau deswegen auch anrufen. Das ist die gleiche Ebene. Und das ist den Gründern fast, würde ich sagen, noch mehr wert. Oder es ist denen mehr wert, als vielleicht der letzte Euro in der Bewertung oder irgendwas. Weil sie einfach ihr eigenes Baby da dann auch in guten Händen wissen wollen. Und nur wenn sie dieses Gefühl haben.

44:20 Florian Seibel: Dass es in guten Händen ist, dann sind sie auch bereit, sich auf einen Deal einzulassen. Und deswegen haben wir eigentlich auch jeden Deal geclosed, den wir haben wollten. Wie viel habt ihr gemacht? Das müssten jetzt so zehn Acquisitions gewesen sein. Wir haben auch noch nicht alle announced. Zwei, drei werden auch noch kommen in den nächsten Monaten und ja, und deswegen funktioniert es dann auch. Ich sagte Ihnen auch, Sie können alle, die wir vorher schon acquired haben, auch anrufen. ihren eigenen Background-Check machen, so erzählt er, ich weiß, dass sie sich einnehmend sein kann und auch Leute begeistern kann. Das ist auch Teil, musst du auch können, um so eine Firma aufzubauen. Und deswegen ist es auch, glaube ich, wichtig, dass die sich dann mal untereinander austauschen und sagen, ja, wie ist es denn dann, ihre eigene mit Florian wirklich dann zusammenzuarbeiten? Offensichtlich, wenn man da ehrlich ist und dann kommt man immer an beides.

45:17 Feliks Eyser: Wenn ihr den Abonnieren-Button drückt, dann werden unsere Videos mehr Leuten ausgespielt, was dazu führt, dass wir noch spannendere Gäste einladen können. Und von deren Erfahrungen lernen können. Wie fühlst du dich dann mittlerweile mehr als Investor, slash Akquisiteur, der dir diese Deals macht und sich überlegt, was sind die Targets?

45:38 Florian Seibel: Ja, es ist schon mehr strategisch. G jetzt, ne? Also deswegen haben wir ja auch das aufgetrennt, Sven macht die ganze Operation, Sales, IT, Infrastructure, HR. Und ich bin für den Bereich Produkt, Technologie, Strategie zuständig. Und das ist auch mein Sweet Spot, würde ich sagen. Also ich drehe durch in so einem Weekly C-Level-Meeting mit Reportings und KPIs und so. Kannst mich jagen, ne? Wo gehst du auf? Ja, ich gehe auf, wenn ich abends vorm Einschlafen noch eine Stunde in mein Hack. Freundin sagt dann auf LinkedIn rum Dattel. Aber das ist halt Arbeiten für mich, einfach zu sehen, was machen die anderen, was ist da so los und Ja, und dann rattert es halt über Nacht oder wann auch immer in meinem Hirn und dann, ja, manchmal habe ich dann halt eine gute Idee. Lest da viel. Schau mir viel an, reise viel durch Europa , telefoniere oft mit Gründern, kriege viele gute Intros auch von von Investoren von uns, die natürlich auch viel sehen, sagen, schau dir das mal an, schau dir das mal an, schau dir das mal an. Wenn du Top-Investoren hast, dann siehst du natürlich auch Top-Firmen. Ein, zwei konnten wir jetzt auch schon mal dann Ja, was soll ich sagen? Nicht wegschnappen, bevor sie dann selber groß geworden sind. Aber ich glaube schon, dass ein Teil des Erfolges sich dann künftig einstellen wird, wenn wir es schaffen, jetzt über die Größe, die wir heute haben, vielleicht eine noch kritischere Masse zu bekommen, weil tatsächlich ist es nachher auch ein Numbers Game. Wenn du in Europa eine 100 Milliarden Firma bauen willst, dann musst du viele Technologien haben, Multidomain sein, Multi-Country. Und wenn du eine Rheinmetall attackieren willst, dann geht es eben auch nur durch anorganisches Wachstum. Und dann von daher sind wir da mutig, wo eine Rheinmetall vielleicht dann Träge ist oder auch teilweise, wenn du siehst, was die für Firmen kaufen, da kannst du dich nur fragen, wer hat denn das entschieden? Aber es ist ja gut, dass sie es tun.

47:41 Florian Seibel: Und wir kaufen andere Firmen, weil ich da andere Dinge sehe, als jetzt vielleicht ein Konzern. Und wenn du halt selber Gründer bist, dann ist das halt ein Asset. was du hast und das und das hat halt einen, wenn es bei Rheinmetall bleibt, ein Papaga hat es halt nicht, weil er halt nie Gründer war. Müssen wir jetzt vielleicht nochmal googeln, ob es stimmt, aber ich glaube, er hat nie wirklich eine Firma von null auf x tausend Mitarbeiter. Und das, was er macht, das macht er ja gut, ne? Er führt aber einen Konzern und er ist aber in der Defensive und wir sind halt in der Offensive. Und das können wir, glaube ich, ganz gut. Wie funktioniert denn Vertrieb? Also das ist. Ja, Vertrieb ist, da habe ich mal immer meinen Marketingleuten gesagt, als es noch unter mir war, aber ich kräsche auch immer wieder rein, wenn mir Sachen zu langsam gehen und ich bin auch deswegen auf LinkedIn immer wieder auch. so dass dann hinterher mein unser Marketingteam kommt und sagt, boah, da hat er jetzt wieder was geleakt und so. Ich bin ja nicht blöd, ne? Ich leak ja nicht irgendwas, weil ich gerade denke, jetzt musste mal wieder was leaken, weil du jetzt schon eine Woche nichts geschrieben hast. sondern ich überlege mir schon sehr genau, was ist am nächsten Tag vielleicht irgendwo für ein Event. Ich habe vielleicht auch gehört, dass ein Mitbewerber von uns übermorgen Folgendes macht. Dann kannst du denen ja schon mal den Wind aus den Segel nehmen, indem du irgendwas liegst, oder sagst du, haben wir ja schon lange besetzt, oder Und das ist eigentlich schon auch Teil meiner Strategie durch eine ganz offensive Kommunikation und keine große Geheimniskrämerei Da kannst du die anderen schon ganz schön unterzugreifen.

48:16 LinkedIn statt Pressestelle: Leaks als Strategie

49:12 Feliks Eyser: Du bist ja sehr direkt, du postest viel auf LinkedIn, so wir haben geschrieben, da war jetzt keine Pressestelle dazwischen oder so, du hast sofort geantwortet. Also du wirkst in der Kommunikation da. Ungefiltert im positiven Sinne.

49:21 Florian Seibel: Genau, und das ist auch, glaube ich, das, warum es funktioniert. Also auch wenn mir mein Presseteam einen Post schreibt oder so. Ist leider so, aber da gibt es, wir wissen natürlich genau, welcher Post wie ankommt und so. Je emotionaler das ist oder je ehrlicher das ist, Das mögen Menschen. Und das ist ja auch gut so, dass offensichtlich Menschen für Menschen Dinge schreiben und nicht Algorithmen. Noch nicht, Gott sei Dank.

49:51 Feliks Eyser: Und das heißt, du brauchst diese, also ich sag mal, Content Marketing, diese Präsenz und dieses strategische Taktieren , welche Info gebe ich jetzt raus und welche Nachbarn.

49:58 Florian Seibel: Und da merkst du ja auch an der Reaktion auf so ein Thema, auf einen Lounge, auf ein Detail Manche checken gar nicht, was ich eigentlich gar nicht. Also, das kann ich auch gar keinem erklären, muss ich auch gar nicht. Aber ich habe da eine hidden Agenda hinter einem Post manchmal. Ich kriege da auf einer ganz anderen Ebene ein Feedback. Als was unsere Mitbewerber meinen, was ich da gerade

50:21 Feliks Eyser: kommunizierst du was, aber dann ruft jemand aus dem Verteidigungsministerium an und kauft 100 Millionen dann ihr ein Abwehrsystem.

50:29 Florian Seibel: Aber die lesen das alle mit. Und das ist auch gut so, weil bisher, und das ist ja auch ein Teil des Educational -Auftrags, den ich der Meinung bin, haben wir. Weil dieses System ändert sich ja nicht, wenn nur innovative Firmen wie Quantum und Stark da agieren, sondern ich muss ja auch das Beschaffungssystem, den Endkunden , in diese neuen Zyklen und Dynamiken reinbekommen, wenn der gar nicht weiß. Dann können wir gegen eine Wand rennen jeden Tag, ja. Die Kugel den Berg hochrollen und dann rollt sie wieder runter. Die müssen ja auch wissen. Und das funktioniert aber mittlerweile relativ gut, dass du auch direkte Entscheider, Nutzer dich ansprechen und sagen, hey, hast du daran gedacht? Und das hat auch nichts mit Lobbyismus oder Küngeln oder so zu tun. Ich kann das nicht hören, sondern es ist wirklich, es geht doch darum, die besten Produkte für unsere Soldaten zu bauen. Für das kleinstmögliche Geld.

51:27 Feliks Eyser: Nimmst du denn so eine Zeitenwende im Einkauf wahr, also dass sie auch ihre Systeme umstellen? Publikumsfrage von Flo Einemann, den habe ich im Vorfeld gesprochen. Frag den Flo doch mal, ob er diese Zeitenwende wirklich sieht.

51:37 Florian Seibel: Ja, also wäre jetzt unfair, wenn man sagt, da passiert nichts. Aber Das System ist träge und groß und um so einen großen Tanker abzubremsen oder so ein, ja, dann ist einfach. . Trägemasse, die dann einfach halt weiterfährt. Auch wenn vielleicht die Schiffsschraube schon steht oder sogar rückwärts trägt, dann fährt der Tanker erstmal noch ein paar Kilometer. Ist wirklich so in echt, so ein kleiner Schiff anhält. Zehn Kilometer oder so. Und so ein bisschen ist es auch so, ja. Oder Kurs ändern. Das ist halt nicht wie so ein Speedboat, dass du da Wasserski fahren kannst mit so einem Tanker. Und das ist aber auch teilweise der Frust. Und das ist auch das, was mir immer wieder dann auch so ein bisschen negativ dann, die haben sich dann auch oft angegriffen, gefühlt, die Beschaffer oder die, die Nutzer. Zählt er uns denn da jetzt immer an und ist er immer unzufrieden oder frustriert oder so? Ja, schon, aber nicht über die Personen oder so, sondern weil halt, weil ich das System eigentlich gesehen habe, dass wir es ändern müssen, und das war halt eher der Frust über dieses nicht ändern können. Jeder Einzelne, mit dem du da sprich, ist klug und will und so super motivierte, top Leute und so. Aber dieses, dieser Apparat chick, der da drum herum gebaut wurde , Der verhindert es dann halt, ne? Dass es dann irgendwie doch geht. Und da fragst du dich halt schon: Was braucht es eigentlich? Das gilt ja jetzt nicht nur für Rüstung, das gilt ja für alles, für Bildung, für Finanz, für Behörden, für Verwaltung. Ähm Ja, manchmal habe ich so das Gefühl, wir müssten halt wie so, wenn du fünfmal was mit dem Füller hingeschrieben hast und wieder durchgestrichen und gekillert und dann hilft halt manchmal nur noch zusammenknüllen und wegschmeißen und neu machen, neues Blatt nehmen. So fühlt es sich für mich so ein bisschen an, als ob unsere Bundesregierung noch nicht wahrhaben will, dass sie jetzt vielleicht doch mal ein paar Blätter zusammenknüllen muss und nochmal neu machen.

53:29 Feliks Eyser: Du hast einen Song in Auftrag gegeben. Der heißt Imagine a Moonshot. Du hast den Friedrich Merz übergeben, tatsächlich, in Form einer Schallplatte bei

53:40 Florian Seibel: den Startup-Awards? Ja. Also er hat sie dann weitergegeben. Ich weiß nicht, ob sie dann wieder bei ihm gelandet ist dann abends. Aber ich gehe davon aus, dass er das mal gehört hat. Und ja, ich ermutige ihn und ich Also ich habe ihm auch gesagt, kann er jetzt vielleicht drauf pfeifen, wenn der Herr Seibel ihm sagt, I got your back, aber das meine ich so. Ich habe ihn ermutigt, mutig zu sein. Der hat ja alles schon erreicht in seinem Leben. Es ist auch noch Bundeskanzler geworden. Nochmal wird er nicht Bundeskanzler werden wollen, wahrscheinlich. Aber er hat doch jetzt jede Möglichkeit Alles umzusetzen, was dieses Land braucht. Nur dem Land zu dienen, nicht der Partei, nichts, nur das Richtige zu tun. Und da ist er aber momentan natürlich mit der SPD in einer schwierigen Lage, die ihn eigentlich in der Geiselhaft hält, bei vielen Themen, die er gerne umsetzen würde. Kann er nicht, weil halt er letztlich sich dann auch irgendwo erpressbar gemacht hat, indem er einfach so diese Brandmauer so einfach weggewischt hat. Ich glaube, das war unklug. von vornherein auszuschließen, dass er mit der AfD gar nicht spricht. Weil ich glaube, das hat ihn in eine Position gebracht, dass die SPD trotz ihres miserablen Ergebniss Stärker geworden ist in ihrer Verhandlungsposition ihm gegenüber, weil er gar keine Alternative hatte, als mit der SPD seine Themen abzuarbeiten. Das heißt nicht, dass ich das gut und richtig finde, was die AfD macht, aber ich glaube, dass es von ihm unklug war, sich da so zu positionieren, so eindeutig vorher. Und seine Reaktion auf deinen Song? Da gab es ja, glaube ich, mal eine Reaktion aus dem Kanzleramt. Ja,

55:23 Feliks Eyser: er hat ja so sinngemäß gesagt, wir finden es schön, dass es das gibt und wir sind ja auch allein und wollen weniger Bürokratie und so weiter. Rambo Zambo war auch.

55:31 Florian Seibel: Also das ist ein feiner Kerl, also der will ja wirklich, aber auch der ist natürlich in einem System gefangen. Ja, wo er halt viele Leute auch um sich mit sich braucht, die er gar nicht da eingestellt hat, so ein Ministerium und davon hat er mehrere unter sich. Da sind dann jeweils zwei parlamentarische und zwei vier Staatssekretäre. Das ist ein Also ich wollte nicht mit ihm tauschen. Nicht euch, gar keinen Fall. Weil ich wüsste auch nicht, wie man es anders machen kann. Ich habe manchmal so das Gefühl. Wir haben uns da schon ziemlich eine Sackgasse begeben, die wir nicht einfach so umdrehen können morgen.

56:15 Drohnenabwehr am Flughafen: Wer ist eigentlich zuständig?

56:15 Feliks Eyser: Wir haben über Ukraine gesprochen, wir können aber über Deutschland sprechen, das ist angerissen. Brandanschläge drohen, Leipziger Flughafen ist ein Thema. Erklär mir den LinkedIn-Post vor drei Wochen. That's pretty much all it takes to protect an airport. Das sind

56:30 Florian Seibel: Abwehrdrohnen von euch. Ja, das war im Prinzip nach dem Leipzig-Anschlag oder dem missglückten Versuch dort eine Transportmaschine. Zu sabotieren. Wie wert man Drohnen ab? Der Post ist natürlich, das ist zum Beispiel so ein Post, da haben dann natürlich Leute unten drunter geschrieben, ja, du machst es dir ein bisschen einfach, da braucht man auch noch Radargeräte und ein Command-and-Control-System und bla bla bla. Ich bin ja nicht. blöd, natürlich weiß ich das, aber ich habe jetzt halt kein Bild gehabt, wo jetzt noch irgendwie ein Command und Control-System und noch Laserwaffen und vielleicht Fangnetze und Das ist ja eine plakative Aussage. Plakative Aussage, ja, aber jeder, der da drunter postet und meint, er ist klüger als ich, der erhöht ja die Reichweite in dieses Spiel. Post. Also das ist zum Beispiel eins dieser Beispiele, dass mir jeder, der da irgend, auch wenn es Quatsch ist, drunter schreibt, der eigentlich hilft. Und aber hat eigentlich das Ich könnte jetzt mal in meinen Statistiken nachschauen. Das muss super viral sein. Du hast ja 1700 Likes. Genau, du hast 1700 Likes auf LinkedIn. Das muss hunderttausende von Views haben. Genau, das hat über 100. 000 Views, auf jeden Fall. Auf Instagram habe ich übrigens keinen Account. Könntest du jetzt, glaube ich, mit 1000 Likes kein Blumentopf gewinnen, aber auf LinkedIn sind über 1000 Likes. Kannst du davon ausgehen, dass das alle relevanten Leute in Deutschland gesehen haben?

57:46 Feliks Eyser: Und was war die Reaktion darauf? Also was sagen Leute, wenn sie sagen, das trifft ja ein Nerv im Sinne von, sind sich alle klar darüber, wenn es so einen Anschlag gibt wie in Leipzig, da muss man irgendwas.

57:55 Florian Seibel: Machen. Wir sind im Gespräch mit Behörden, aber auch da, ne? Da braucht es eine Beschaffung, einen Prozess, eine Auswahl. Ja, das ist halt jetzt nicht so, dass dann Herr Dobrindt morgen bei uns oder bei jemand anderem einkaufen gehen kann, sondern der gibt es in sein Apparat und sein Apparat verarbeitet es und verdaut es und Und da muss man mehr als auch nur ein paar Drohnen einkaufen oder Radargeräte, sondern da geht es dann auch um Fragestellungen. Wer haftet denn, wenn dann so eine Drohne runterfällt und was kaputt macht, sind wir wieder bei Staatshaftung. Innerhalb des Flughafengeländes ist die Bundespolizei zuständig, außerhalb des Geländes die Landespolizei. Wie übergebe ich die Verantwortung in dem Moment, wo die Drohne Den Zaun überfliegt. Das ist absurd, ja. Also, aber

58:48 Feliks Eyser: was ist technisch der beste Weg, diese kleinen Drohnen abzuwehren?

58:53 Florian Seibel: Abschießen. Ja, auch wenn sie dann runterfallen, ja, aber ein Polizeiauto, und das ist wieder das, was ich meine mit so einer ehrlichen Diskussion, ein Polizeiauto, was unter Blaulichteinsatz über eine Kreuzung fährt. Ist auch geschützt davor, der Polizist, der dieses Fahrzeug fährt, dass er in, der muss sich dann natürlich verantworten und sagen, warum es okay war, da mit 70 drüber zu fahren und nicht mit 45. Aber letztlich, wenn er das verantwortungsvoll tut und dann alle Einsatzregeln beachtet hat, dann ist er geschützt, auch wenn da vielleicht ein unschuldiger Passant Auch das passiert leider jedes Jahr, dass bei Blaulichteinsatz Menschen zu Schaden kommen. Und genau so muss ich halt auch sagen: naja, aber wenn ich eine anfliegende Passagiermaschine Schütze, die dann nicht abstört, das wiegt doch stärker als eine potenzielle Gefahr, dass irgendwo im Dunkeln im Hinterland von Freising vielleicht so ein Ding irgendwo runterfällt. Aber das ist wieder halt so unser Staats, unser Apparat von Perfektionismus, falscher Perfektionismus, zu meinen, es gibt die perfekte Lösung. Die gibt es halt nicht. Ob da will keiner eine Entscheidung treffen und sagen: So, machen wir es jetzt. Glaubst du, das wird sich ändern? Ich glaube, das wird sich erst dann ändern, wenn wirklich was passiert. Noch ist ja nichts passiert.

1:00:16 Feliks Eyser: Das ist eigentlich verwunderlich, im positiven Sinne, dass es da noch kein Event gab. Auch von dem Hintergrund, dass die Drohnen.

1:00:20 Florian Seibel: Das ist jetzt einfach nur noch Zeit und Statistik. Schwieriger Gedanke. Eigentlich traurig, weil wir es eigentlich alle besser wissen, aber trotzdem nicht in der Lage sind zu handeln.

1:00:31 Feliks Eyser: Siehst du das in anderen Ländern anders, wenn du Deutschland vergleichst mit deinen anderen Kunden, verkaufst du in alle Länder?

1:00:37 Florian Seibel: Ja, also ich würde mal sagen, jetzt Vereinigten Arabischen Emirate. und so, die sind da ein bisschen robuster. Das hat mich ja auch mal zu so einer Aussage bewogen, ja, ob jetzt Demokratie gegenüber einer Diktatur vielleicht auch Nachteile in der Staatsform hat. Kam nicht so gut an, die Aussage? Kam nicht so gut an, aber wobei ich muss sagen, also ich gehe ja da immer all in, auch dann im Sinne von Ich lasse es dann auch nicht zu, dass man mich außerhalb, aus dem Kontext des rausreißt, sondern ich habe das ja genau erklärt, was ich damit meine. Und was ich meinte, ist, dass jetzt ein Vereinigten Arabischen Emirate oder Saudi-Arabien Da sind die Entscheidungswege einfach schneller. Und das rechtfertigt nicht, dass vieles da ganz schlecht ist in diesen Ländern. Ich habe nur gesagt: Wir müssen schneller werden in unseren Entscheidungen. Und da ist eine Diktatur im Vorteil. Oder ein amerikanischer Präsident, der eine Executive Power hat. Das ist ja so eine Art, sage ich wieder was, Provokatives, so eine Art Mini-Diktatur. Der kann erstmal machen. Und entscheiden und muss sich dann hinterher dafür verantworten. Ist auch richtig so, aber erstmal ist er handlungsfähig.

01:01:46 100 Einstellungen im Monat: Warum er nicht mehr jeden kennt

1:01:46 Feliks Eyser: Was ist für dich persönlich, so unternehmerisch, das Härteste daran, so ein Defenseunternehmen aufzubauen? Was ist der größte Struggle?

1:01:54 Florian Seibel: Also es gibt zwei Dinge. Das eine ist jetzt die Größe, die wir haben, mit dann fast 2000 Mitarbeitern. Manchmal habe ich das Gefühl, das ist nicht meine Firma mehr. Ja, ich kenne leider nicht mehr jeden Mitnamen. Und ähm Ich habe mal eine Zeit lang meinen HR-Leuten gesagt, bitte immer von jedem neuen Mitarbeiter, wenn er anfängt, ein Polaroid-Bild machen, hinten mit Adding den Namen draufschreiben und ich habe dann so einen Stapel Polaroid-Bilder und versucht mir die Namen. Zu merken, das habe ich halt irgendwann aufgegeben, weil der Stapel jeden Monat größer wurde und ich auch wieder Namen vergessen habe. Und es geht einfach nicht. Also wir haben jeden Monat 100 Einstellungen. Dann bist du mal einen Monat nicht da oder unterwegs, dann kommst du zurück und sollst dir 200 neue Namen merken. Das geht leider nicht mehr. Und viele kennen mich ja dann gar nicht. So meine ersten 100, 200 Mitarbeiter, die wissen Wer ist der Flo und wie habe ich den manchmal zu nehmen und wenn er grumpy ist und so. Die ganze Stirn. Was immer klar ist, ist die Firma weiß, wie es mir geht. Das ist immer noch so. Das Founder stehst du immer auf der Bühne. Du hast eigentlich immer ein Megafon vor dir. Das wissen halt nicht mehr alle. wie er eigentlich ist, was es bedeutet, oder warum ist er jetzt vielleicht gerade so. Und das finde ich schade. Aber das geht halt nicht. Und aber ich kann jetzt auch nicht das Wachstum dem unterordnen und sagen, wir wachsen nicht weiter, weil der Floh nicht mehr jeden persönlich kennt. Das finde ich schade, aber das ist the price to pay, wenn du wächst. Ja, und dann gibt es halt eine zweite Komponente, das ist natürlich dann jetzt so Sicherheit. Weil wir natürlich schon da auch klar Stellung und Position beziehen , in unseren Äußerungen, aber auch in unserem Handeln und Ja, und am anderen Ende natürlich Leute sitzen, die unsere Art zu leben halt stört und das verhindern wollen. Wie denkst du darüber nach? Ja, das habe ich jetzt in den letzten Monaten, also jetzt wirklich so ganz persönlicher Einblick, immer so Kopfschmerzen gehabt und Nacken, Kieferverspannungen.

1:03:56 Florian Seibel: Ich habe mir mal jemanden gesagt, sag mal, kann das sein, dass das was mit deiner Anspannung vor einer möglichen vielleicht auch Gefahr oder Angst zu tun hat? Und fand ich eigentlich dann schon, wahrscheinlich war es das auch, ne? Ähm Ja, und aber mittlerweile habe ich mich auch damit abgefunden, dass es halt das jetzt heißt, andere Sicherheitsmaßnahmen als früher oder Zusätzliche oder Dinge nicht mehr tun oder nicht mehr alleine tun. Und das ist aber auch halt a price to pay. Aber Das ist dann kein LinkedIn-Thema, ne? Das ist halt, da geht es dann wirklich ans Eingemachte des menschlichen Seins und was sind Ängste und und so und Ja, aber das gehört alles mit dazu.

1:04:44 Feliks Eyser: Wird sich deine Beziehung zu Angst geändert?

1:04:46 Florian Seibel: Ich habe keine Angst. Ich glaube, Angst ist immer ein schlechter Ratgeber. Ich bin vorsichtig. Überlege viel, aber Angst habe ich keine.

1:04:59 Feliks Eyser: Geht deine Bundeswehrkarriere als Pilot dich auf das Founder -Leben vorbereitet?

1:05:05 Florian Seibel: Glaube ich nicht. Also ich glaube, ich konnte Hubschrauberpilot werden, weil ich es so war, wie ich war und diese Tests bestanden habe. Also das Hubschrauberfliegen hat mich nicht verändert als Mensch, sondern ich war, glaube ich. So geeignet in meiner Auffassungsgabe, Reaktions-, Multitasking , dass ich dann auch diese Pilotenausbildung machen konnte. Ich glaube, was mich am meisten auf dieses Founder So, also wenn du mich nach meiner Superpower fragst, das ist so ein bisschen eingangs, wie war deine Kindheit? Ich glaube, so dieses Kreative. Ich war Die ersten Jahre im Kindergarten und die ersten Schuljahre in der Waldhofschule und ähm bis zur vierten Klasse und Und ich glaube, dass das schon tatsächlich was ist, was mich sehr geprägt hat. So dieses, da spielst du nicht mit Lego oder Playmobil, da spielst du, wobei Lego finde ich grundsätzlich auch noch was, was anregt zum Kreativwerden. Playmobil vielleicht nicht so sehr, aber da spielst du mit Hölzchen und Stöckchen und Steinen und Wasser und Erde. Und das reicht aber auch für ein Kind. Und ich glaube, dass das schon maßgeblich für ein auch für so Kreativität und Out of the Box und erstmal vielleicht auch so ein bisschen anti-autoritäre Erziehung. Ist da auch Teil dieses steinerschen Konzepts, dass es positive Dinge waren, die ich da mitbekommen habe Deswegen war es dann aber vielleicht auch schwierig, mich dann in der Bundeswehr erstmal so zurechtzufinden, weil da ist dann auf einmal Law and Order, Fehl und Gehorsam. Aber ich glaube, ich kann halt diese Spannbreite von, ich kann das eine, ich kann aber auch ein bisschen als Werkzeug zu haben. Also hat auch mal jemand irgendwann irgendwann ein bisschen in dem Modus, dass du dann mal anfängst, Kununu-Bewertungen zu lesen und so und dann persönlich enttäuscht bist, weil irgendein Mitarbeiter da was schreibt oder so. der gesagt hat, so ja, das ist da so ein bisschen wie hier bei der Bundeswehr hier im Führungsteam.

1:07:11 Florian Seibel: Ja, gut. Bis auf beim Defense Unternehmen. Genau, ja, so ja, ach wirklich, aber erst habe ich so überlegt So, boah, schade, scheiße, was haben wir falsch gemacht? Müssen wir, ich will es diese Vogue und diverse und so. Nein, das Ja, das ist so. Bei uns ist Ansage umsetzen , weil das ist halt so. Und das ist auch gut so, weil Armeen funktionieren so, dass du dich auf das, was gesagt wird und auch keinen rumgeeiert hat er so gemeint oder so gemeint hast. Das bringt ja Geschwindigkeit. Das bringt auch Geschwindigkeit. Und trotzdem habe ich halt, wie du gerade gesagt hast, auch diese andere Bandbreite von sehr, ich kann sehr emotional sein, ich kann sehr kreativ sein. Ich habe das größte Herz, ja, wenn ich weiß, dass jemand ehrlich ist und Fehler passieren und so. Was ich halt auf den Tod hasse, ist halt Unehrlichkeit oder Bullshitting oder Ja, ich glaube , diese Spannbreite von Waldorf-Schüler bis Offizier die zu bespielen und zu wissen, dass man das auch alles im Repertoire hat, ist glaube ich eine Power. Was machst du Kreatives außerhalb ein bisschen? Also ich spiele kein Instrument mehr. Ich mache viel Sport. Hunde, Tiere sind ein guter Ausgleich für mich. Natur. Fliegen, Segelfliegen, Gleitschirm fliegen. Kannst du da abschalten? Ist das so ein Moment, wo du. . Ja, schon. Gab mal eine Zeit, da konnte ich nicht abschalten vor zwei, drei Jahren. Beim Fliegen, dann habe ich es auch sein lassen, weil dann wird es gefährlich. Mhm. Aber so seit ein, zwei Jahren, durch diese Rollenaufteilung auch mit Sven, wo ich ihm wirklich glaube, kam vorhin mehr als zum Ausdruck sehr dankbar dafür bin, dass er den Teil von mir nehmen konnte oder übernehmen konnte, habe ich da wieder mehr Freude und Ressourcen auch dafür. Wenn jemand in 20 Jahren den

1:09:11 Feliks Eyser: Wikipedia-Artikel aufmacht über Quantum

1:09:15 Florian Seibel: Und oben die Summarelease, was wünschst du dir, was da drin steht? Also erstmal, dass Quantum unter dem Namen oder in irgendwas aufgegangen ist oder vielleicht gemerkt wurde, also noch quasi existiert. Und Und dass wir es, 100 ist eine Zahl, aber dass wir es geschafft haben, einen substanziell großen Beitrag zur Technologie. 100 wähle hundert Milliarden. Genau, Führerschaft, Erhalt von Schlüsseltechnologien in Deutschland, in Europa. Ja, dass wir das mitnehmen und umsetzen konnten in eine relevante Größe, in ein relevantes Unternehmen, wo über Generationen Wachstum und Beschäftigungen und einfach Dinge entstehen, die dieses Land weiterbringen. Weil das, was wir haben, das ist einzigartig und schützenswert hier in Europa, in Deutschland. Für die 100 Milliarden macht es so Sinn mit Stark zu merchen, dein Spin-Out? Gut, das habe ich auch schon mal beantwortet. Ich wäre jetzt doof, wie Herr Merz irgendwelche Optionen vom Tisch zu nehmen. Also, wenn es Sinn macht, machen wir das. Wenn es keinen Sinn macht, machen wir es nicht. Also das ich Und Und Stark ist auf einer super Trajektorie und wird wahrscheinlich auch nochmal raisen und wir auch und ob dann irgendwann dieser Zeitpunkt kommt oder nicht. Viel wichtiger, als diese zwei Firmen vielleicht getrennt erfolgreich oder vereint erfolgreich zu haben, ist für mich, dass sie erfolgreich sind, dass sie weiter existieren. dass sie nicht nur gegründet wurden, um gegründet worden zu sein und der Ukraine zu helfen, auch, aber dass sie eben auch gegründet wurden und dann es geschafft haben, dann über lange Zeit dann auch am Markt zu existieren mit Produkten, die so gut sind, dass es Kunden dafür gibt.

1:11:15 Feliks Eyser: Wie stellst du in dem Fall sicher, dass du nicht selber zu dem alten grauen Herren wirst, das ist mal an anderer Stelle über die klassischen Defense-Unternehmen gesagt?

1:11:23 Florian Seibel: Ich glaube, das ist irgendwann das Schicksal. Und ich glaube, wenn du eine hundert Milliarden Firma bist, dann geht es nur mit noch mehr Mitarbeitern auch und natürlich kommt dann auch Langsamkeit. Aber ich glaube, das ist jetzt vielleicht dann eine Philosophisches, ja, vielleicht schon fast ein Schlusswort. Ich glaube, das ist dann auch einfach der Kreislauf des Lebens, ja, dass man halt für eine gewisse Zeit, Jahre, Jahrzehnte und dann irgendwann ist Zeit für Ja, auch dann wieder.

1:11:52 Feliks Eyser: Die Firmen waren auch mal jung, die waren auch mal, ja genau.

1:11:55 Florian Seibel: Ja, und auch Firmen, große Weltkonzerne, die sich nicht neu erfunden haben, gibt es halt nicht mehr. Und die machen Platz für neue und für Neues. Vielleicht werden auch wir irgendwann disruptiert, aber das ist dann hoffentlich erst in 50 oder in 100 Jahren der Fall. Im Zweifel beteiligst du dich davor bei den Founder. Genau, das ist natürlich was, was du als Founder mitbekommst. Ja, dass halt eben so schlafen und meinen, dass man immer vorne mit dabei ist, das ist, glaube ich, der Kardinalfehler der Großen. Weil die geben dann irgendwann aus einer Not heraus unverhältnismäßig viel Geld für unverhältnismäßig wenig aus. Und das funktioniert dann oft auch nicht. Also immer demütig auch bleiben für Neues, für andere Firmen, für Startups. Man kann nicht alles selber besser, sondern einfach, ja, auch wir müssen das leben. Und deswegen investiere ich ja auch privat viel in dieses Ökosystem, weil ich halt glaube, dass da auch Chancen entstehen. Vielleicht kann daraus mal ein Merger werden, vielleicht eine Kooperation. Vielleicht kann auch diese Firma eigenständig groß werden, aber es sorgt auf jeden Fall immer dafür, dass dieses Ökosystem wächst. Und da ist, glaube ich, eine Chance drin für Deutschland. Flo, schön, dass du da warst.

1:13:11 Feliks Eyser: Vielen herzlichen Dank. Danke, dass du das machst. Also, es ist ein Struggle, es ist ein krasses Thema. Du gehst in persönliches Risiko ein, muss man auch sagen, was du da tust.

1:13:22 Florian Seibel: Respekt. Das ist ja auch viel Freude dabei und viel Erfolg und viel Schönes. Und das passt schon.

1:13:29 Feliks Eyser: Wo findet man dich online? Wer soll sich bei dir melden? LinkedIn ist der richtige Weg.

1:13:34 Florian Seibel: Da passiert auch tatsächlich relativ viel. Da lesen auch welche mit, also Heiratsantrag vielleicht nicht über LinkedIn. Über LinkedIn. Wenn die Freundin zuhört, ich bin ja nicht über LinkedIn. Die liest ja nicht mit, aber mein Team liest mit. Die bitte auch keine Handshaben. Genau, dann ist das the place to be. Sehr schön.

1:13:56 Speaker 3: Schön, dass du da warst. Vielen Dank. Danke. Ciao. Ciao.

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