20 Millionen Umsatz mit WhatsApp

mit Yilmaz Köknar, Co-Founder und CEO von Superchat

4. September 2026 · 117 Min

Zusammenfassung

Yilmaz Köknar hat Superchat sechs Jahre lang ohne Presse und Bühne auf 20 Millionen ARR gebaut. Sein Go-to-Market-Playbook: Google Maps und 100 bis 150 Anrufe am Tag, 15-Sekunden-Ads mit Wischmopp-Mikrofon, Leads unter 15 Euro und 30 Prozent Close-Rate aus der Demo.

Yilmaz Köknar im Gespräch im Founder-Mode-Studio

Yilmaz Köknar gibt bei Feliks sein erstes Longform-Interview, sechs Jahre nach der Gründung von Superchat. Die Folge startet mit einem Foto: Yilmaz in einem leeren Büro, ein auseinandergebrochener Wischmopp mit angeklebtem Mikrofon in der Hand. So haben er und sein Head of Growth fast jeden Samstag 15-Sekunden-Ads gedreht, mit kurzer Hook, Problem, Lösung und Klick-Aufforderung. Darüber kam mehr als die erste Million ARR rein. Yilmaz beschreibt sich als 90 Prozent Street Smart: Sales, Performance-Marketing und Unternehmertum lernt man nicht an der Uni, sondern indem man Geld in Ads steckt und Kunden anruft.

Dann geht es um die Vorgeschichte. Mit seinem Co-Founder Mika hat Yilmaz an der Code University erst eine User-Research-Plattform gebaut, ein gutes Produkt, aber ohne Kunden. Das Learning für Superchat: diesmal nichts bauen, sondern mit Sales starten. Google Maps mit Phantom Buster scrapen, 100 bis 150 Anrufe am Tag, LOIs sammeln. Aus diesen Gesprächen kam die Hook, die das gesamte spätere Marketing getragen hat: WhatsApp Business, datenschutzkonform, mit mehreren Usern. Heute hat Superchat 20 Millionen ARR, rund 10.000 Kunden und verarbeitet über eine Million Nachrichten pro Tag; das Ziel bleiben 100 Millionen ARR.

Feliks Eyser lacht im Gespräch mit Yilmaz Köknar

Der Kern der Folge ist die Go-to-Market-Masterclass in drei Stufen. Die ersten 100 Kunden: brute force telefonieren, kein Pricing, kein CRM. Von 100 auf 1.000: Meta-Lead-Ads unter 15 Euro pro Lead, am Wochenende gelauncht, montags abtelefoniert, eine One-Stop-Demo von 45 Minuten mit 30 Tagen Geld-zurück-Garantie und rund 30 Prozent Close-Rate; der schnellste Deal dauerte neun Minuten. Ab 1.000 Kunden wird es ein reines People-Game aus Hiring, Onboarding und Incentives. Dazu kommt das Fundraising: In der Angel-Runde hat Yilmaz nach dem Eminem-Prinzip alle Schwächen selbst vorweggenommen, die Series A kam nach zwei Kaffees mit einem Investor von Blossom Capital, der den Markt aus den USA kannte.

Im zweiten Teil zieht Feliks Karten mit Themen für den Yilmaz von 2023: Ad Spend, der zwei Jahre aus Angst bei 50.000 Euro im Monat eingefroren war und heute bei einer halben Million liegt, Internationalisierung mit komplett anderen Dynamiken in Dubai und Brasilien, der Coffee Walk mit Mika jeden Freitag um 16 Uhr, eine Kultur wie eine Sportmannschaft, Pricing ab 89 Euro und die 15-Minuten-Regel für den Produktfokus. Zum Schluss erzählt Yilmaz, wie er als Bottleneck losgelassen hat, wie ein wichtiger Partner die Preise verzehnfachen wollte und warum er sich beim Kennenlernen meist nur als Sales-Mitarbeiter von Superchat vorstellt.

Worüber am meisten gesprochen wurde

Anteil an der Gesprächszeit, berechnet aus den Kapitel-Längen (ohne Intro).
Führung & Team
33 % · 39 Min
Vertrieb & Go-to-Market
19 % · 22 Min
Pricing & Produkt
13 % · 15 Min
Fundraising
11 % · 13 Min
Co-Founder & Kultur
8 % · 10 Min
Gründer-Mindset
8 % · 9 Min
Performance-Marketing & Ads
7 % · 8 Min
Gesprächsverlauf

Kapitel

  1. 00:00Trailer & IntroIntro
  2. 01:00Vom Wischmopp zur ersten Million ARR: die ersten Superchat-AdsPerformance-Marketing & Ads
  3. 09:27Vom gescheiterten ersten Startup zu 20 Millionen ARR: erst verkaufen, dann bauenVertrieb & Go-to-Market
  4. 24:53Von 100 auf 10.000 Kunden: Yilmaz' Go-to-Market-MasterclassVertrieb & Go-to-Market
  5. 31:55Fundraising ohne Abschluss: der Eminem-Move und die Series A nach zwei KaffeesFundraising
  6. 45:03Wenn wichtige Mitarbeiter kündigen: Wie Gründer wieder handlungsfähig werdenFührung & Team
  7. 01:05:52Co-Founder, Coffee Walk und Unternehmenskultur bei SuperchatCo-Founder & Kultur
  8. 01:15:37Pricing und Produktfokus: die 15-Minuten-Regel für neue FunktionenPricing & Produkt
  9. 01:30:28Lernen ohne Bücher, Fokus ohne Öffentlichkeit und Yilmaz' erstes Longform-InterviewGründer-Mindset
  10. 01:39:30Vom Gründer als Bottleneck zur Krise mit einem wichtigen PartnerFührung & Team

Key Learnings

  1. 1

    Verkaufe, bevor du baust

    Das erste Startup von Yilmaz und Mika war ein gutes Produkt ohne Kunden. Bei Superchat haben sie es umgedreht: Google Maps gescrapt, eine Excel-Liste statt CRM, 100 bis 150 Anrufe am Tag und 10 LOIs eingesammelt, bevor es ein Produkt gab. Die LOIs haben nicht nur den Markt getestet, sondern auch das eigene Selbstbewusstsein aufgebaut, dass es funktionieren kann.

    09:27 · Vom gescheiterten ersten Startup zu 20 Millionen ARR: erst verkaufen, dann bauen
  2. 2

    Deine Hook kommt aus den Kundengesprächen

    Beim Telefonieren hat Yilmaz gelernt, dass niemand SMS wollte, sondern WhatsApp, dass Datenschutz das Problem war und dass im Unternehmen nur eine Person das WhatsApp-Handy bedienen konnte. Daraus wurde die eine Hook für alle Ads: WhatsApp Business, datenschutzkonform, mit mehreren Usern. Die Leads kamen dadurch schon tief im Problem an, was die Close-Rate von rund 30 Prozent erklärt.

    24:53 · Von 100 auf 10.000 Kunden: Yilmaz' Go-to-Market-Masterclass
  3. 3

    Dreh Ads quick and dirty und launche sie am Wochenende

    Superchat hat 15-Sekunden-Videos mit Handy und Wischmopp-Mikrofon gedreht: Hook, Problem, Lösung, hier klicken, dann rufen wir dich an. Die Ads liefen über Meta-Lead-Forms mit dem Ziel unter 15 Euro pro Lead. Gelauncht wurde am Wochenende, weil da auf Meta am meisten los war, und montags hat das Team alle Leads abtelefoniert.

    01:00 · Vom Wischmopp zur ersten Million ARR: die ersten Superchat-Ads
  4. 4

    Baue eine One-Stop-Demo mit Geld-zurück-Garantie

    Jeder Lead wurde angerufen, bekam eine 45-minütige Demo zu seinem Problem und direkt ein Angebot: 30 Tage Geld-zurück-Garantie, sonst 12-Monats-Vertrag, plus Onboarding-Termin beim Customer Success am selben Tag. Rund 30 Prozent der Demos wurden geclosed, der schnellste Deal in neun Minuten. Wöchentliche Challenges wie der größte oder schnellste Deal hielten das Team heiß.

    24:53 · Von 100 auf 10.000 Kunden: Yilmaz' Go-to-Market-Masterclass
  5. 5

    Nimm deine Schwächen im Pitch selbst vorweg

    Ohne Abschluss und ohne Track Record sind Yilmaz und Mika in die Angel-Runde gegangen wie Eminem im Rap-Battle in 8 Mile: alle Schwächen selbst aussprechen, dann mit Traction überzeugen. Das Mindset dahinter: Es kann uns niemand outworken. Die Series A kam später nach zwei Kaffees mit einem Investor, der den Markt aus den USA kannte.

    31:55 · Fundraising ohne Abschluss: der Eminem-Move und die Series A nach zwei Kaffees
  6. 6

    Good enough reicht, um zu verzehnfachen

    Zwei Jahre lang blieb der Ad Spend bei 50.000 Euro im Monat eingefroren, weil Yilmaz Angst hatte, dass der Prozess bricht. Der Unlock war die Erkenntnis, dass ein Prozess nie perfekt wird und man pushen muss, um die nächsten Probleme zu finden. Heute gibt Superchat rund eine halbe Million pro Monat aus. Wenn ein Funnel funktioniert, geh so aggressiv wie möglich rein, bevor Meta den Algorithmus ändert.

    45:03 · Wenn wichtige Mitarbeiter kündigen: Wie Gründer wieder handlungsfähig werden
  7. 7

    Mach einen festen Coffee Walk mit deinem Co-Founder

    Yilmaz und Mika haben ihre Bereiche klar getrennt: er Go-to-Market, Sales, Marketing und Fundraising, Mika Produkt, Design und Engineering. Jeden Freitag um 16 Uhr verlassen sie gemeinsam das Office, holen Kaffee und reden unstrukturiert über alles, was in der Woche unausgesprochen blieb. Für sich selbst macht Yilmaz sonntags vier bis fünf Stunden denselben Spaziergang, um den Kopf aufzuräumen und Situationen mental durchzuspielen.

    01:05:52 · Co-Founder, Coffee Walk und Unternehmenskultur bei Superchat
  8. 8

    Die 15-Minuten-Regel für Produktfokus

    Wann sind zu viele Produkte zu viel? Für Yilmaz dann, wenn du das Produkt in einer Demo nicht mehr in 15 Minuten erklären kannst. Die Demo zeigt kurz ein Problem und dann die Lösung; wenn es nur noch Sprünge zwischen Features gibt, fehlt der rote Faden. Superchat ist deshalb vom Core Kommunikation aus gewachsen: Inbox, Newsletter, Workflows, Agents.

    01:15:37 · Pricing und Produktfokus: die 15-Minuten-Regel für neue Funktionen

Meistgesehener Clip zur Folge

Kein Hiring-Prozess, zu viele Leads, der Sales Manager muss morgen anfangen.

212.887 Aufrufe auf Instagram · Stand 22.10.2026Auf Instagram ansehen ↗

Zahlen aus der Folge

20 Mio. € ARR
wiederkehrender Jahresumsatz von Superchat, erstmals öffentlich
ca. 10.000
Kunden von Superchat
100 bis 150
Cold Calls pro Tag in der Anfangsphase
unter 15 €
Zielkosten pro Lead über Meta-Lead-Forms
ca. 30 %
Close-Rate aus der Demo
9 Minuten
schnellster Deal von Lead bis Zahlungsmethode
50k → 500k €
Ad Spend pro Monat, zwei Jahre lang eingefroren und dann verzehnfacht
89 €
kleinstes Superchat-Paket pro Monat, ab 149 € mit AI-Agent

Zitate

Yilmaz Köknar lächelt
„Wir hatten kein Pricing, keine Pakete, gar nichts. … Nur Google Maps und ein Telefon.“
Yilmaz Köknar
„Deswegen mussten wir halt mit Traction überzeugen. Nicht mit Lebenslauf, sondern nur mit Traction.“
Yilmaz Köknar
„Ich glaube auch bis heute so, weißt du, es kann uns niemand outworken.“
Yilmaz Köknar
„Es wird nie 100% perfekt sein, sondern du musst halt einfach pushen, um halt dann wieder neue Probleme zu finden, die du halt solven kannst.“
Yilmaz Köknar
„… am Ende ist es schlimmer, die Entscheidung nicht zu treffen, wie sie halt zu treffen.“
Yilmaz Köknar

Über den Gast

Yilmaz Köknar

Yilmaz Köknar

Co-Founder und CEO von Superchat · Superchat

Yilmaz Köknar hat 2020 zusammen mit Mika Hally in Berlin Superchat gegründet, eine Kommunikationsplattform für kleine und mittelständische Unternehmen: WhatsApp und andere Kanäle in einer Inbox, DSGVO-konform, heute mit KI-Agenten für Chat und Telefon. Vorher hat er an der Code University in Berlin Product Management studiert (ohne Abschluss) und mit Mika ein erstes Startup gebaut, das am fehlenden Vertrieb scheiterte. Bei Superchat verantwortet er Go-to-Market, Sales, Marketing und Fundraising. Das Unternehmen hat laut eigener Website 500.000 Euro Pre-Seed, 2,8 Millionen Euro Seed (2021) und 14 Millionen Euro Series A (2022) eingesammelt, unter anderem von Blossom Capital, und zählt über 10.000 Kunden. Feliks ist seit der Angel-Runde selbst Shareholder.

Häufige Fragen

Was ist Superchat?

Superchat ist eine Kommunikationsplattform für kleine und mittelständische Unternehmen. Kunden schreiben per WhatsApp, das Unternehmen antwortet aus einer professionellen Inbox, in der mehrere Mitarbeiter arbeiten können, DSGVO-konform über die offizielle WhatsApp-API mit Servern in Deutschland. Inzwischen kommen KI-Agenten auf allen Kanälen dazu, auch am Telefon, die zum Beispiel Termine für eine Zahnarztpraxis buchen. Gegründet wurde Superchat 2020 in Berlin von Yilmaz Köknar und Mika Hally.

Wie viel Umsatz macht Superchat?

In der Folge sagt Yilmaz zum ersten Mal öffentlich, dass Superchat 20 Millionen Euro ARR geknackt hat, also wiederkehrenden Jahresumsatz. Das Unternehmen hat rund 10.000 Kunden, davon 8.000 bis 9.000 in der DACH-Region, und verarbeitet knapp über eine Million Nachrichten pro Tag. Sein Ziel seit dem Studentenwohnheim: eine 100-Millionen-ARR-Company.

Wie hat Superchat seine ersten Kunden gewonnen?

Die ersten 100 Kunden kamen per Telefon: Yilmaz hat Google Maps mit Phantom Buster gescrapt, Steuerberater, Elektriker und Autohäuser angerufen und mit der Hook 'wir sind ein paar Studenten aus Berlin und sammeln Feedback' 100 bis 150 Calls am Tag gemacht. Von 100 auf 1.000 Kunden ging es über 15-Sekunden-Ads auf Meta mit Leads unter 15 Euro, einer One-Stop-Demo und 30 Tagen Geld-zurück-Garantie. Ab 1.000 Kunden war es ein People-Game: Sales-Team heiern, onboarden und motivieren.

Was kostet Superchat?

Laut Yilmaz kostet das kleinste Paket 89 Euro im Monat mit einer Nummer und drei Usern. Ab 149 Euro im Monat ist der AI-Agent dabei, darüber gibt es größere Pakete mit Integrationen. Dazu kommen variable Kosten für weitere Nummern und User, Credits für Automations und WhatsApp-Gebühren. Die Basis-Pakete hat Superchat seit fünf Jahren nicht geändert, aktuell läuft ein großes Pricing-Projekt.

Was ist der Coffee Walk bei Superchat?

Seit es Superchat gibt, verlassen Yilmaz und sein Co-Founder Mika jeden Freitag um 16 Uhr gemeinsam das Office, holen sich Kaffee in der Kollwitzstraße und reden unstrukturiert über die Woche: was gut lief, was schlecht lief, welche Sorgen es gibt. Der Sinn ist, dass nichts Unausgesprochenes zwischen den beiden stehen bleibt. Dazu macht Yilmaz jeden Sonntag denselben vier- bis fünfstündigen Spaziergang vom Prenzlauer Berg bis zum Schloss Bellevue, um die Woche zu reflektieren.

Warum gibt Yilmaz Köknar erst jetzt ein Longform-Interview?

Yilmaz sagt, Bühnen, Presse und Podcasts hätten ihm nie etwas gegeben; es war für die Company wichtiger, im Office zu sein und Kunden zu closen. Statt auf die OMR ging Superchat lieber auf eine Apotheker-Messe, wo niemand zuschaut, aber Kunden abgeschlossen werden. Die Folge bei Founder Mode ist sein erstes Longform-Interview, auch weil er Feliks seit der Angel-Runde kennt.

Erwähnt in der Folge

Firmen, Personen und Produkte aus dem Gespräch
  • Mika HallyPersonCo-Founder und CPO von Superchat, verantwortet Produkt, Design und Engineering
  • Code University of Applied SciencesFirmaTech-Hochschule in Berlin, an der Yilmaz Product Management studiert hat
  • Roland FassauerPersonBusiness Angel, Professor an der Code und Mitgründer von Intershop; ließ Studenten mit seiner Kreditkarte Ads schalten
  • Blossom CapitalFirmaLondoner VC, der die Series A von Superchat nach zwei Kaffees geführt hat
  • APXFirmaBerliner Early-Stage-Investor, der das erste Startup von Yilmaz und Mika mit 50.000 Euro finanzierte
  • Phantom BusterToolScraping-Tool, mit dem Yilmaz Google Maps nach Telefonnummern durchsucht hat
  • Meta Lead AdsProduktLead-Formulare auf Facebook und Instagram, über die Superchat Leads unter 15 Euro generierte
  • KomboFirmaBerliner Startup aus der Code-Kohorte, Beispiel für die 'Code-Mafia'
  • Prime IntellectFirmaAI-Startup aus der Code-Kohorte, das laut Feliks gerade über 100 Millionen geraised hat
  • 8 MileSendungEminem-Film; das Rap-Battle, in dem Eminem seine Schwächen selbst vorwegnimmt, ist Vorbild für den Angel-Pitch
  • MoneyballSendungBaseball-Film, den Feliks als Beispiel für das Sportmannschafts-Prinzip nennt
  • Netflix Culture DeckBuchQuelle für das Bild 'Sportmannschaft statt Familie'
  • Five ElephantsFirmaCafé in der Kollwitzstraße, Station des Freitags-Coffee-Walks
  • OMRSendungMarketing-Festival in Hamburg, auf dem Yilmaz dieses Jahr zum ersten Mal für eine Stunde war
  • Meta Ray-BanProduktBrille mit Kamera, für die Yilmaz über Weihnachten seine eigene Jarvis-App gebaut hat

Transkript

Automatisch erstellt und nur leicht korrigiert, kann einzelne Fehler enthalten.
00:00 Trailer & Intro

00:00 Yilmaz Köknar: Wir haben gerade 20 Millionen ARR geknackt.

00:02 Feliks Eyser: Gib mir eine Masterclass zu Go to Market. Die ersten 100 Kunden, die ersten 1000, die ersten 10. 000, die du jetzt hast.

00:08 Yilmaz Köknar: Die ersten 100 Kunden war einfach anrufen, Leute sprechen, LOIs heinen, Kunden onboarden, wir haben alles. Das hat immer sehr brute Force gemacht. Wir hatten kein Pricing, keine Pakete, gar nichts. Nur Google Maps und ein Telefon. 100 bis 1000 Kunden dann, hast du 15 Sekunden. Und darüber haben wir mehr als die erste Mio ARR reingeholt.

00:27 Feliks Eyser: Okay, der Weg zu den 10. 000 Kunden.

00:32 Yilmaz Köknar: Es wird nie 100% perfekt sein, sondern du musst halt einfach pushen, um halt dann wieder neue Probleme zu finden, die du halt sorgen kannst. Das, was am Ende skaliert, ist, wenn du gute Leute um dich rum hast, der Key danach war einfach...

00:50 Feliks Eyser: Die heutige Folge wird präsentiert von Qonto, dem Geschäftskonto, auf dem ich alle meine Firmen laufen lasse. Und jetzt zur Folge mit Yilmaz von Superchat. Alright, Yilmaz. Ich will heute mal ausfinden, ob die Street Smartness den Business School MBA schlägt. Und haben dafür als erstes schon mal ein Foto mitgebracht. Ein Foto. Pass mal auf. Ah, krass. Jetzt ein Foto von dir. Wenn wir es nur zuhören, müssen wir es einmal kurz beschreiben, du stehst hier in einem Büro, das relativ leer ist, du hast so eine Art Wischmop in der Mitte auseinandergebrochen. Und oben mit Tape ein Mikrofon dran geklebt. Und jetzt ist meine Frage, wie hat dieser Wischmob zu einer Million neuem wiederkehrenden Jahresumsatz geführt?

01:00 Vom Wischmopp zur ersten Million ARR: die ersten Superchat-Ads

01:33 Yilmaz Köknar: Geiles Bild. Ich glaube, die Story dazu ist so ein bisschen, wir haben irgendwann gecheckt, dass Performance Marketing oder in dem Markt, wo wir unterwegs sind. einfach Performance Marketing Keiki ist und so eine so eine B2B, aber eigentlich eine D2C-Motion gebaut, wo wir einfach sehr kurze Ads hatten, die dann halt auf eine Landing-Seite Page gegangen sind oder halt in Meta-Lead-Forms und wir darüber halt extrem viele Leads generiert haben, vor allem am Anfang. Und dann dachten wir uns so, okay, wie kriegen wir quick and dirty einfach viele Creatives immer raus? und haben dann angefangen einfach so 15 Sekunden Videos zu drehen. Damals mit Jonas, unserem Head of Growth. Und waren immer jedes Wochenende, das war glaube ich fast jeden Samstag, sah das so aus. Davor haben wir fairerweise immer eine Stunde lang das Mikrofon gesucht. Und haben dann immer so 15 Sekunden kurze Videos gedreht. Immer ganz kurze Hook am Anfang, Problem, Lösung, hier klick da unten, sign dich ab, dann rufen wir dich an und dann verkaufen wir die Superchat sozusagen. Aber wir haben alles immer sehr brute force gemacht. Das heißt, wir haben irgendwann gecheckt, so, ah, okay, nur mit Handy funktioniert nicht. Mikrofon anstecken sieht nicht cool aus. Irgendwie so ein Mikrostab hatten wir auch nicht und dann war die Wischmop-Stange leider so unser Workaround. Aber es hat extrem gut funktioniert. Das war die Mikrostange, du hast ein Mikro dann quasi ins Bild reingehalten oder über das Bild oder wie? Ja, genau. Er hat das Handy in der einen Hand, dann die Stange in der anderen Hand, haben es immer so versucht zu balancieren, damit es nicht im Bild drin ist. Ich glaube, ein paar Ads ist sie sogar im Bild drinnen, aber es ist uns auch egal. Und haben dann da halt einfach immer vor den Fernseher gestellt, weil das war immer so unser Go-To. Rechts eine Person, Fernseher daneben mir und dann irgendwie ein Bild vom Produkt und dann einfach 15 Sekunden Ads gedreht Und darüber haben wir, ich denke mal, mehr als die erste Mio ARA reingeholt am Anfang.

03:19 Feliks Eyser: Annual Recurring Revenue, die erste Millionen wiederkehrender Jahresumsatz. Geil? Du sagst, du hast dein Unternehmer ein bisschen auf der Straße eingesammelt. Was heißt das?

03:29 Yilmaz Köknar: Ich sage es immer zum Spaß, weil ich glaube immer, es gibt so Street Smartness und Book Smartness. Und beides glaube ich sehr gut, aber ich würde sagen, ich bin so 90% Street Smart und 10% Book Smart, weil ich einfach alles, was ich gelernt habe, immer so Learning by doing war immer so mein Mindset, immer einfach irgendwie quick and dirty was raushauen und dann extrem schnell iterieren und halt hyper selbstreflektiert sein. Dazu kann ich vielleicht später noch ein bisschen was erzählen, wie ich das mache, aber das war immer so, ich habe immer gesagt, du kannst einfach so Sales, Unternehmertum, Performance Marketing einfach nicht in der Uni lernen. Du musst um Performance Marketing zu checken, musst du mal 100K spenden, ne? Sehen, was funktioniert, was nicht funktioniert oder halt ein 50 Euro am Tag spenden oder halt einfach viel ausprobieren, um halt zu sehen, was klappt und was nicht klappt. Sales genauso mit Kunden sprechen, verkaufen und so weiter. Funktioniert nicht, dass du das halt nur in einem Entrepreneurship-Studium lernst, weil das ist alles sehr theoretisch und in der Praxis sieht es meistens dann immer sehr anders aus.

04:34 Feliks Eyser: Und du hast trotzdem studiert? Du kommst von der Code University hier in Berlin, Tech-Hochschule, das Product studiert. Und du gehörst zu dieser Code-Mafia an Startups, die da rausgekommen sind. Vielleicht gibt es irgendwann wie die Paypal-Mafia, so eine Code-Mafia, aber Companies wie. Kombo zum Beispiel hier aus Berlin, super erfolgreich. Langdog, einer der größten deutschen AI-Erfolge wahrscheinlich, Prime Intellect, hat gerade über 100 Millionen gerast. Alles so deine Kohorte an Studis hier aus der Code. University Cam. Was mischen die da ins Leitungswasser, glaubst du, dass da solche Leute rauskommen und so eine Mafia entstanden ist?

05:04 Yilmaz Köknar: Ja, ein Moment, der glaube ich sehr prägend war, so oder vielleicht nochmal ein Step Back, so ich habe kurz angefangen an der Tung zu studieren, hab's dann da abgebrochen und bin dann an die Code gegangen. Warum? Ich glaube, das kann man so sehr krasser Kontrast. So Tom, hast du halt deine Skripte bekommen, auswendig gelernt, Multiple Choice-Klausuren, warst du eine Nummer unter 700 Leuten im Jahrgang. Ich habe da wirklich sehr wenig gelernt, leider im Studium. Ich habe ein paar coole Leute kennengelernt, aber so im Studium. Dann habe ich Tom kennengelernt an der Code-and-Design Initiative in München. Er meinte, hey, komm doch nach Berlin, erste Korte von der Code. Und du hattest einfach so Eine Gruppe von, ich glaube, 88 Studenten in der ersten Kohorte, die sehr risikobereit waren, weil es war keine Uni zu diesem Zeitpunkt. Es gab keine Vorlesungen.

05:49 Feliks Eyser: Wir waren in einem nicht beheizten Space, an der Factory, die man sich eröffnet hatte, der allererste Jagd von der Code.

05:55 Yilmaz Köknar: Aber du tust halt 88 Leute mit einem sehr ähnlichen Mindset, die bereit waren, Risiko zu nehmen, Sachen zu bauen. Und dann werde ich nie vergessen, Roland, einer unserer Angels und auch Professor an der Code, ist so in die Marketingvorlesung reingekommen. Da saßen zehn Leute, war ein sehr kleiner Jahrgang, ein kleiner Kurs, Kurs, Marketingvorlesung. Roland kommt rein und sagt: Hey. Wir starten jetzt und lernen was über Performance Marketing. Wie machen wir das? Jeder von euch erstellt sich jetzt ein Google Ads-Account, ein Facebook Ads Account und hier ist meine Kreditkarte. reicht die einmal rum, hinterlegt die als Payment-Methode und dann schalten wir jetzt ein paar Ads. Hat er wirklich gemacht? Hat er wirklich gemacht. Ich glaube, er macht es immer noch. Aber das ist so der Moment, wo ich mir dachte, what the fuck? Also, was geht denn jetzt? Und dann das Lustigste war einfach noch, er hat das gemacht, da sollten wir eine Domain kaufen, muss ja eine Website, Landingpage, ist er immer neben uns gekommen, dann meinte ich so, Herr Roland, welche Domain? Ich fand nur. . Alle arme Studenten, die da in diesem Raum saßen, meinten so, hä, die kostet 5 Euro, die kostet 89 Euro, aber die ist glaube ich besser, weil die klingt einfach besser. Also hä? Kauft natürlich die. Tippt da wieder seine Kreditkarte ein, Domain gekauft, Landingpage gelauncht. Zwei Wochen nach, das lief dann so drei, vier Wochen, zwei Wochen danach kam er irgendwann in die Vorlesung und meinte so, hey Leute, ich habe ja gesagt, ich weiß nicht mehr, was sein Budget war. Ich glaube 50 oder 100 Euro am Tag meint er, sollen wir spenden. Und dann kam er so rein und meinte, so, hey Google hat mich gerade angerufen und hat gefragt, ob in den Kampagnen alles gut läuft. Und er meinte, so normalerweise rufen die nur an, wenn das. Budget zu hoch ist oder irgendwas da nicht ist, könnt ihr bitte mal alle in die Admanager reingehen und schauen, wo das Budget ist. Und es war sich einfach so komplett egal, aber er war einfach so in der Lage, weil er davor auch was erfolgreich gegründet hat und er wusste einfach Bevor ich den jetzt hier irgendwie erkläre, wie so eine Kampagne funktioniert, Ads schalten, bla bla bla. Macht einfach mal. Einfach machen. Und es ist ein Mind-blowing-Moment im ersten Jahrgang, glaube ich, so erster, zweiter Kurs, den ich da besucht habe an der Code.

07:44 Feliks Eyser: Okay, schau dort an Roland Fassauer. Hunablo-Unternehmer, hat mein Intershop mitgegründet, cooler Business Angel, hat offensichtlich die Kreditkarte ohne Limit.

07:54 Yilmaz Köknar: Oder mit Limit. Aber das war, glaube ich, so zur Code noch, so wir waren in einem sehr geschützten Rahmen. Du hattest drei Jahre, wo du deinen Bachelor machen konntest, den wir dann am Ende leider auch nie fertig gemacht haben. Aber du hast drei Jahre Zeit, deinen Bachelor zu machen. Und hat halt coole Leute von den You Land Kontest. Roland hat so viel Feedback gegeben auf, glaube ich, keine Ahnung, 30 Pitchdecks, die wir mal gebaut haben. So Tom, konntest du immer approachable duo? Weißt du, du hast einfach so ein sehr geschützten Rahmen, konntest machen, was du willst, an Projekten arbeiten und hast sehr erfahrene Leute, die du, die halt immer hyper approachable waren und die einfach so die Shortcuts geliefert haben. Und ich würde sagen, das ist so Das große Geheimnis, das große Anfärd warnt, einfach von der Kurze.

08:35 Feliks Eyser: Werbung. Ich glaube, Unternehmertum ist die Kraft, die die Welt Am meisten voranbringt. Deswegen wollen wir bei Founder Mode Unternehmertum feiern und noch mehr Leute dazu bringen, eine Firma zu gründen. Wenn du bei der Folge zuhörst und sagst, ich kann nicht stillsitzen, ich muss jetzt ein Startup gründen, dann mach das am besten von Anfang an. auf Basis von Qonto, dem digitalen Geschäftskonto. Alle Firmen, die wir als Founding-Investoren neu gründen, setzen Konto ein. Und das ist super einfach. Es gibt eine eigene IBAN, wo das Stammkapital eingezahlt wird. Unsere Notarin kriegt automatisch eine E-Mail, wenn die Gesellschafter einbezahlt haben. Reicht zum Handelsregister ein und die letzten Gründungen, die wir so gemacht haben, haben weniger als zwei Wochen gedauert. Mit Qonto kannst du dein Unternehmen schnell und einfach gründen. Konto übernimmt die Koordination für dich und du musst keinen Papierkram ausfüllen. Geh auf konto. com, konto mit Q und nutze den Code FounderMode, um das Produkt sechs Monate kostenlos zu testen. Und jetzt zurück zur Show mit Yilmaz Köknar. Werbung Ende. Du hast verschiedene Projekte durchgetestet. Du warst eine Weile in den USA, also zurückgekommen, bist du am Jungs dann kennengelernt, vor sechs Jahren. Die Sachen haben nicht funktioniert. Was war dein innerer Dialog zu der Zeit, zu sagen, ich mache trotzdem immer weiter, ich probiere so lange Projekte aus, bis was klappt. Was hast du dir selber erzählt? Ja, es hat mir einfach immer sehr viel Spaß gemacht, Sachen zu bauen und dann halt so zu sehen, wie so ein Produkt entsteht.

09:27 Vom gescheiterten ersten Startup zu 20 Millionen ARR: erst verkaufen, dann bauen

09:53 Yilmaz Köknar: Und ich glaube, das war auch so am Anfang so der größte Fehler, in Anführungsstrichen, den wir gemacht haben. Wir haben mit Mika davor zusammen eine andere Company gegründet. Mika ist mein Co-Founder jetzt. Genau, Mika ist mein Co-Founder. Und dann haben wir Kita. gegründet. Das war so eine User-Research Plattform, wenn wir eine Code gelernt haben, redet mit Kunden und mit potenziellen Usern und Kunden, haben das gebaut, haben echt ein sehr cooles Produkt gebaut, haben sogar. . So als Studenten im dritten, vierten Semester von APX damals so 50K bekommen, hatten dann auf einmal ein Büro da mitten in Berlin. War alles irgendwie sehr crazy. Aber wir haben einfach sehr lange ein cooles Produkt gebaut und dann als es darum ging zu launchen und halt Kunden ranzuholen, waren wir so, okay, what the fuck, was machen wir jetzt? und waren zu dem Zeitpunkt dann kurz in Amerika auch und wurden da nochmal komplett auseinandergenommen und waren dann aber, als sie zurückkommen, sind einfach burnt. waren so, ach okay, wir haben jetzt dieses geile Produkt gebaut, ich dachten, jetzt rennen uns die Leute hier die Bude ein. Wir haben gelernt, so Produkt muss geil sein, dann kommen die Kunden von alleine. Ist ja nicht passiert. Ähm Und dann dachten wir uns so, okay, krass, wie machen wir es einfach beim nächsten Mal komplett anders? Und ich glaube, das war so das Key Learning. So das Bauen ist schon das Coole, das macht am meisten Spaß und du kannst dich da so hundertprozentig drin verlieren, drei Webseiten launchen. Produkt achtmal umbauen, bevor du einen Kunden drauf hast, so, aber so am Ende so Sales und go to market ist dann so Worauf es dann ankommt, um halt eine Real Company aus so einem Hobby dann zu machen.

11:19 Feliks Eyser: Ja, ja, und ich ja nämlich gut. Ich meine, wir hatten es in der Zeit kennengelernt, so verschiedene Sachen. gesprochen und bevor die Superchat gestartet hat, hat er erstmal angefangen, diese ganzen Immobilienmakler und Elektriker und Autohäuser und so anzurufen. Das war, glaube ich, genau das richtige Vorgehen zu sagen, komm, wir verkaufen das Produkt zuerst, bevor es bevor es es überhaupt gibt und probieren den Markt zu testen, rauszufinden, ob man da überhaupt ein Problem löst und ob es aber auch eine Zahlungsbereitschaft gibt dafür. Ich erinnere mich, du kamst dann irgendwann an und hast diese ganzen LOEs, diese Letters of Intent, was ich so geil fand zu sagen Du rufst da so einen Immobilienmakler an oder ein Autohaus und erklärst du, du willst jetzt ein LOI sein. Das Wort hat er ja noch nie gehört. Ein Letter of Intent, eine unverbindliche Bekundung, dass er das Produkt gerne nutzen würde. Und du hast sie quasi eingesammelt, hast dann irgendwie 10, 15 von diesen Dingern. Das war quasi der Markttest.

12:04 Yilmaz Köknar: Ich glaube, das war so einfach so Key Learning, so okay, diesmal bauen wir nichts, sondern starten halt einfach mit Sales, in Anführungsstrichen, ne? Und da haben wir halt, als wir dann einen Superchat oder halt Die Idee validieren wollte, hat mich ein Lightning Patch gebaut, und ich habe einfach Google Maps gescrapt Damals noch mit Phantom Buster. Das war so ein Tool, oder? Und habe damals Google Maps gescrapt, CSV-Dateien, auch so. Es gab ja kein CRM, gar nichts, einfach eine Excel-Sheet. Und haben die einfach alle angerufen, Wörter bei Wörter.

12:36 Feliks Eyser: Und ich erinnere mich gut dran, weil das auch so ein Moment ist, wo viele Faune sagen, ah, was mache ich jetzt? Ich mache jetzt eine komplizierte Outreach-Kampagne mit Lemlist oder was weiß ich und verschiedene E-Mails und reiche ja die Leads davor an mit Clay oder irgendeinem Tool oder so. Es gibt ja Leute, die. Die prokrastinieren, dadurch, dass sie dann irgendwie da probieren, irgendeinen Sophisticated Workflow zu bauen und du hast, Stichwort Street Smart, einfach gesagt, fuck it, komm, ich ruf die halt an. Und ich glaube, das war genau der richtige Ansatz.

12:58 Yilmaz Köknar: Ich glaube, das häuft am Ende alle Probleme. Einfach eine Hörer in die Hand nehmen und dann Google Maps. Ja, keine Ahnung, findest ja alle Telefonnummer mittlerweile online, kannst sie irgendwie oder die E-Mail-Adressen, irgendwie die Telefonnummer raus oder durchtelefonieren zu der richtigen Person. und einfach mal kurz so ein initiales Feedback bekommen, was die Leute davon halten. Ich weiß auch noch am Anfang, so als hätten wir dann ein Vertical bei Vertical mit einem Steuerberater angefangen, Elektriker. Und so weit habt ihr einfach alle angerufen, weißt du, wenn du einfach nett bist am Telefon. Und wir haben immer fairerweise auch die Hook verwendet: hey, wir sind ein paar Studenten aus Berlin und sammeln so ein bisschen Feedback für unser Produkt. War jetzt auch nicht gelogen? War auch nicht gelogen. Es hat extrem gut funktioniert einfach. Du musst halt dich durchbeißen, ne? Manche Leute sind einfach einfach nicht nett, aber da haben am Tag einfach 100, 150 Calls gemacht und einfach sehr viel darüber gelernt. was so der Markt will, was du die Leute davon halten, LOIs gesignt und das ist auch nur so, die LOI ist auch gesignt, um halt so ein bisschen selber Selbstbewusstsein aufzubauen, dass es halt funktionieren kann.

14:00 Feliks Eyser: Mich jetzt überzeugt, ich habe damals investiert, muss man auch disclosen, bin bis heute dankbarer Shareholder, dass ich Teil der Reise sein darf. Erklär mal allen Superchat wie einem 10-Jährigen, was macht das Produkt heute?

14:12 Yilmaz Köknar: Wir bauen eine Kommunikationsplattform für kleine und mittelständische Unternehmen. Ganz einfach gesagt, so, weißt du, privat schreiben wir mit unseren Freunden und Familien per WhatsApp. Und wir ermöglichen es halt sozusagen den Unternehmen ein professionelles Tool zu haben, damit du, ich jetzt auch unserem Zahnarzt einfach per WhatsApp schreiben können. Und die aber auf der anderen Seite nicht den ganzen Tag am Handy sitzen müssen und tippen müssen. Damit sind wir gestartet. auch so die ersten Jahre sehr, sehr erfolgreich gemacht. Und mittlerweile bauen wir sozusagen die Evolution aus dem, ist dann sozusagen KI-Argentene. auf allen Kanälen mittlerweile auch Voice, nicht nur Chat, integriert halt in deine Systeme, damit du auch nicht mehr manuell schreiben musst auf der anderen Seite, sondern einen KI-Agenten hast, der als Alles beantwortet automatisiert.

14:52 Feliks Eyser: Okay, irgend heißt, ich habe jetzt eine Zahnarztpraxis und früher habe ich da selber die Termine manuell vereinbart. Heute macht das ein Agent, weil der Zugriff hat auf den Kalender. Und wenn du sagst Voice, bedeutet das, dass früher das alles text-based war und WhatsApp zum Beispiel abgelaufen ist, aber heute auch übers Telefon stattfinden kann. Also ihr könnt auch anrufen mit AI.

15:07 Yilmaz Köknar: Genau, genau. Praxis, gutes Beispiel, du rufst bei der Zahnarztpraxis an, sagst, hey, ich würde gerne einen Termin für morgen machen. die versucht dir schon am Telefon zu helfen, also der Agent versucht dir am Telefon zu helfen und dann sagt er, hey, kann ich dir per WhatsApp noch einen Follow-up schicken mit einem Link? Du kannst da direkt einen Termin buchen, ist einfacher, dann musst du deine Daten nicht am Telefon aufnehmen. Und es ist sozusagen ein Agent auf allen Kanälen, der dem folgen kann. Kontext immer hat für halt unterschiedliche Use Cases. Okay, dann gib mir mal ein kleines Shareholder-Update. Wie sind die Zahlen?

15:36 Feliks Eyser: Was sind die wichtigsten KPIs?

15:38 Yilmaz Köknar: Leute, sehr gut. Wir haben gerade, ich glaube das ist auch das erste Mal, dass ich das ausspreche, 20 Millionen ERA geknackt. Also 20 Millionen. 20 Millionen. Well, Congrats. Danke. Major Announcement hier. 20 Minuten ist echt eine Großzahl. Ich denke mir immer so. Also mein Number One Goal war es immer am Anfang, so eine 100 Millionen ARA-Company zu bauen. Auch als ich nach Berlin gekommen bin, eingezogen bin in meinen Studentenwohner mit 11 Quadratmetern. Habe ich da so 100 Millionen an die an das Whiteboard geschrieben und so eingerahmt und meinte so, ich verlasse diese Stadt nicht, bevor ich eine 100 Millionen Ajahr komme in die Geburt. Und jetzt ist so. 20 Millionen geknackt, ich habe immer dann so Multiples gedacht, so wie lange brauchen wir, um da hinzukommen. Und jetzt ist halt nur noch so eine Hand. Weißt du, es ist einfach nur noch so ein 5x. Und mit jedem, mit jeder Million ARA und mit jedem Happy Kunden, den wir da so adden, wird halt die, es ist halt einfach so. Reachable. Weißt du, der Path ist da. Und es ist nicht mehr so, ah, okay, du bist jetzt bei, keine Ahnung, das ist jetzt zehn Kunden, die es cool finden, das ist fast unmöglich. Aber jetzt so, okay, 20 Millionen, 10. 000 Kunden. Um auf 100 Millionen ER zu kommen, brauchen wir halt ein paar Me, aber es ist auf jeden Fall, der Weg ist auf jeden Fall da.

16:51 Feliks Eyser: Der Weg ist da. Wie denkst du darüber nach? Wie fühlt sich das an über so eine Zahl? Hated?

16:57 Yilmaz Köknar: Ich glaube, für mich ist es einfach so, das zeigt einfach so ein bisschen so, wie krass viel Value man auf der anderen Seite geschaffen hatte. Es geht ja einfach so viel, die Leute bezahlen nicht dafür, dass sie dein Produkt nutzen können. Du schaffst ja unglaublich viel Wert auch für die Kunden einfach. Und ich glaube, das ist auch das, was mir so viel Spaß macht. Wenn du durch unsere Kundenbasis gehst, so 10. 000 Kunden, da ist halt alles dabei. Du hast eine Insel im Norden. die halt zweimal am Tag ein Update schickt, ob heute die Fähre fährt. Du hast irgendwie einen Schäfer, der zweimal im Jahr ein Newsletter verschickt, um seine Wolle zu verkaufen. Du hast aber auf der anderen Seite eine Apothekenkette mit 140 Standorten, die halt das für Support nutzt. Du hast so Unternehmen wie Auto 1, NPAL, die halt das auch für Support nutzen. Schon einfach sehr cool zu sehen, was aus so einem So eine Idee, die wir da mal hatten, vor sechs Jahren, jetzt am Ende entstanden ist. Ja, 100 Prozent. Ich glaube auch so meine Rolle hat sich einfach über die Zeit extrem geändert. Am Anfang warst du einfach den ganzen Tag da sitzen, Sales machen, Kundenclosen, verstehen, was sie wollen, warum sie es wollen. Und jetzt ist so viel so, ah okay, krass, jetzt hast du da so Wenn jetzt Superchat morgen down ist, dann processen am Tag gerade so knapp über eine Million Nachrichten, die über Superchat rausgehen. Dann spielen wir das auf jeden Fall. Also wenn Superchat so fünf Minuten down ist, weil keine Ahnung irgendwas passiert ist, so haben wir in die nächsten Zehn Minuten auf jeden Fall, keine Ahnung, 100 Nachrichten. Ich krieg ja selbst schon welche.

18:31 Feliks Eyser: Wenn Leute wissen, dass ich irgendwie da involviert bin und euch kenne und da fragen die teilweise irgendwelche Supportfälle oder so. Probiere ich natürlich zu helfen, kann ich nicht so gut. Aber ihr seid das schon ein Stück weit, also kritische Infrastruktur für die Kunden zum einen und für die Mitarbeiter natürlich.

18:48 Yilmaz Köknar: Ja, man merkt schon aber sehr viel passiert im Hintergrund. So eine große Verantwortung ist auch einfach zu sehen, so als Apotheke Zahnärzte, Ärzte sind auf Superchat, Anwältsteuerberater und wenn es halt einmal nicht funktioniert, dann funktioniert halt deren Core-Kommunikation mit den Kunden, kurz mal nicht. Deswegen muss schon immer alles sehr gut funktionieren. Es funktioniert auch immer alles sehr gut.

19:10 Feliks Eyser: Was sind coole Use Cases? Du hast gerade ein paar erwähnt, der Schäfer verschickt sein Newsletter. Was sind andere Use Cases, die man vielleicht gar nicht so auf dem Schirm hat, aber die dich fasziniert haben? Boah, ich glaube, Use Cases, die extrem gut funktionieren.

19:22 Yilmaz Köknar: Ich habe nicht so gedacht, es sind halt alles so sehr sales-nahe Use Cases. Zum Beispiel haben wir einen Versicherungsmakler, der halt einen sehr geilen Funny gibt, aber der ist sehr spezialisiert auf Tierversicherungen. Bequalifiziert halt seine kompletten Leads über einen KI-Agenten von Superchat halt durch. Friegt dich dann her, wie heiß dein Hund, wie alt ist dein Hund, welche Rasse hat dein Hund und da kriegst du am Ende deine Personalized Versicherung komplett automatisiert bei WhatsApp. schon insane crazy, weil das wie so eine Maschinerie ist im Hintergrund, die halt einfach läuft. Facebook Ads in einen WhatsApp-Funnel und dann laufen darüber halt Sales. Und eine Automatisierung, die auch extrem gut funktioniert, ist so Geburtstagsreminder. komplett automatisiert verschicken da ganz viele Unternehmen per WhatsApp an ihre Kunden gerade einfach Geburtstagsreminder und auf der anderen ist halt eine Win-Win-Situation für beide. Weißt du, deine, keine Ahnung, deine. Makler, deine Fahrschule schickt den Geburtstagsreminder, ihr kommt wieder ins Gespräch und dann darüber baut sich wieder so eine Beziehung auf Sind schon immer sehr coole Use Cases.

20:21 Feliks Eyser: Das ist interessant, das klingt so ein bisschen nach so Underpriced Attention. Du suchst ja im Marketing immer nach Kanälen, die gerade noch unterbepreist sind, weil es noch nicht so viele verstanden haben. Wenn du mir sagst, hey Dein Autor ist gratuliert zum Geburtstag. Solche Messages habe ich jetzt noch nie bekommen. Also so das WhatsApp ist ja noch sehr privat bei uns. Vielleicht ändert sich sie in den nächsten Jahren, aber das spricht für mich dafür. Dass da gerade ein Stück weit Underpriced Attention ist, dass die ersten Unternehmen, die das gut machen, entsprechend auch einen Vorteil haben gegenüber vielleicht in zehn Jahren, wenn das jede Company macht.

20:49 Yilmaz Köknar: Ja, 100 Prozent. Wir sagen auch immer so, weißt du, der Diese Stelle im Kontaktbuch von dem Kunden ist halt so unglaublich viel wert. Also nehmen wir mal ein einfaches Beispiel, du hast eine Katze und orderst jetzt irgendwo Katzenfutter. And we have one that of WhatsApp approachable is orders. But you are so in the telephone movement wird die ganze Zeit geschrieben, hey, ich würde hätte gerne nochmal mein Katzenfutter nächste Woche und so weiter. Und dieser Platz da drin ist so unglaublich, du wirst jetzt nicht fünf irgendwie Commerce-Stores haben, die halt Katzenfutter machen. sondern du bist halt so direkt neben der Mama, dem Bruder und so weiter im Telefonbuch in WhatsApp und hast da halt sozusagen diese Attention von dem Kunden. Und vor allem aber auch diese Bindung. Weil das ist so das Krasse, du baust so eine deutlich andere Bindung zu deinen Kunden auf, wenn du halt per WhatsApp personal mit denen schreibst. Ich sage auch immer, wir haben jetzt mittlerweile 8000, 9000 Kunden in Dach, also in Deutschland, Österreich, Schweiz. Aber wie oft habe ich persönlich mit einem Unternehmen per WhatsApp geschrieben? Leider noch nicht so oft. Ja, ist krass. Daran merkt man aber einfach, wie gigantisch groß dieser Markt ist. Es gibt drei Millionen SMBs in der Dachregion. Und wir sind halt nur so ein kleiner Tropfen im ganz großen Ozean, aber die, die es halt früher kennen, haben dann halt so ein Unfair advantage, halt hinten raus.

22:04 Feliks Eyser: Yeah. Und ich finde es auch spannend im Kontext von AI. Ich meine, du hast ja Agents erwähnt und die ganzen Daten, wenn die über WhatsApp laufen, sind sie natürlich auch einfacher auszuwerten. Ich habe gerade mit einem Buddy gesprochen, der einen Resort betreibt in Indonesien. Und sein ganzes Betriebssystem ist WhatsApp, also die Steuerung der Mitarbeiter, aber natürlich auch die Kommunikation mit den Gästen. Und er meinte, jetzt ist es ganz interessant, dass er jetzt mit AI und Cloud Code da sitzt. Und halt den ganzen Tag die Gästekommunikation auswertet und halt ganz genau erfährt, wo ist gerade ein Issue, wo ist irgendwie eine Wasserleitung kaputt, wo muss man nochmal drauf schauen. Also der nutzt es eben auch als Puls für sein Business quasi. Ja, inzenn, ja, ja.

22:38 Yilmaz Köknar: Du hast halt so viele Daten einfach und jede Interaktion mit dem Kunden ist ja was wert. Und du hast sie halt einfach so hyper-personalized in WhatsApp drinnen und kannst damit inzählen viel. Sachen machen.

22:49 Feliks Eyser: Sowas in Deutschland auch möglich oder sagen da alle, ah, Datenschutz ist schwierig und da? Ich kann mir vorstellen, in Indonesien ist das wahrscheinlich ein bisschen einfacher als hier. Wie habt ihr das gelöst?

22:57 Yilmaz Köknar: Nee, da haben wir schon immer von Anfang an sehr viel Wert drauf gelegt. Wir nutzen halt die offizielle WhatsApp-API, wo alles sehr shieldet ist, alle Server von uns sind in Deutschland. Mit allen großen Providern haben wir Contracts und so weiter. Also wir haben immer sehr viel Wert auf DSGVO-konform gelegt.

23:12 Feliks Eyser: Und es funktioniert auch sehr, sehr gut. Wie geht's weiter? What's next? Was sind spannende Themen für die Zukunft? Ihr macht immer so geile Jahresrückblicke, da gibt es dann immer so eine Page. In der letzten wart ihr quasi wie so McDonald's Owner dargestellt und dann gab es dann das Burger-Update von Superchat. Geil Design, ich glaube, Nika macht es. Was steht im Jahresrückblick 2027? Wir recorden jetzt in 2026, also in 18 Monaten, wenn wir zurückschauen, was ist passiert?

23:36 Yilmaz Köknar: Naja, wir expandieren gerade in weitere Länder. Das heißt, das ist so sehr, sehr spannend gerade. Wir gehen eigentlich so, ähm, UK war so das erste Land nach ähm Nach Dach, so jetzt sind wir Italien, Spanien, als nächstes kommen noch ein paar Länder dazu und ich glaube unser großes Goal ist gerade so einfach sehr, sehr stark in Europa zu sein. Dann ist einfach so, wir wollen so Vertical by Vertical einfach so den Markt nochmal sehr stark dominieren. Das heißt, wir haben so ein paar coole Verticals, die jetzt sehr gut funktionieren und da gehen wir halt sehr, sehr tief rein. Was sind Beispiele, die gut funktionieren? Versicherungsmakler, Reisebüros, Autohäuser, das sind so unsere Top-Top-Verticals.

24:12 Feliks Eyser: Und wenn du sagst tief integrieren, dann bedeutet das wie bei dem Hundeversicherungstypen zum Beispiel, dass sie auch probiert, einen Teil der Business-Logik. zu integrieren.

24:19 Yilmaz Köknar: Ja, ja, ja. Wir schauen uns gerade echt Sachen an, wo wir noch tiefer in der Customer Journey von diesen von dem Autohaus gehen, einfach so. Dann noch das Signing, das Payment, aber auch vorne rum einfach so Top of Funnel Marketing und so weiter. Immer mit dem Core halt Kommunikation, aber halt noch weiter ausbreiten entlang der ganzen Journey.

24:39 Feliks Eyser: Okay. Ich bleibe dran. Wir beobachten das. Stichwort Go to Market. Also, du hast jetzt gesagt, am Anfang habe ich einfach diese Autohäuser angerufen. Das war Brute Force, so hast du es genannt. Gib mir eine Masterclass zu Go to Market und lass uns das ein bisschen segmentieren. Und zwar die ersten 100 Kunden, die ersten 1000, die ersten 10. 000, die du jetzt hast. So, was war der Unterschied im Herangehen von dir selber als Founder, aber auch vom System, was du bauen musstest. Lass uns mal mit den ersten 100 Kunden anfangen.

24:53 Von 100 auf 10.000 Kunden: Yilmaz' Go-to-Market-Masterclass

25:10 Yilmaz Köknar: Ja, ich glaube, in den ersten 100 Kunden, ne. ist alles egal. Also da ist glaube ich so das Wichtigste, dass man sich nicht irgendwie darin versteift. Also bei uns war das zumindest so. Krasse Prozesse zu bauen, irgendwie ein ausgeklügeltes System, Crazy CRM, bla bla bla. Wir haben einfach gesagt, okay. Wie sprechen wir jetzt einfach möglichst schnell mit möglichst vielen Leuten und Closed die? Wir hatten kein Pricing, keine Pakete, gar nichts. Wir hatten eigentlich. Nur Google Maps und ein Telefon. Und ein Wish Mob. Und ein Wish Mob. Aber das war, würde ich sogar sagen, so die ersten 100 Kunden hatten wir das nicht mal so. Das kam dann, würde ich sagen, bei den ersten 1000 Kunden dazu. Erste hundert Kunden war einfach Blue Force anrufen, Leute sprechen, ne, Llois sign, Kunden onboard, ne, ich hab Ich habe Leute von damals noch, die mich immer noch anrufen, weil wir einfach so eine Personal-Beziehung aufgebaut haben. Zahnart zum Beispiel, der mich wirklich jedes halbe Jahr immer noch anruft und sagt: Hey, irgendwas, was geht, erzähl mir mal, was Neues bei Superchat dazugekommen ist. Einfach Brutekors, Brute Force telefoniert, Hörer in die Hand nehmen oder vorbeigehen und mit den Leuten sprechen. ersten tausend Kunden würde ich mal sagen, und da war so dann so das ganze Performance Marketing Game dazugekommen. Da haben wir dann versucht, so eine sehr low-touch Motion und einen Prozess aufzubauen, wo wir einfach gesagt haben: Okay, was bedeutet das? Wir haben einfach Leads, die reinkommen über Performance Marketing. Wir haben es sehr darauf optimiert, dass es auch so eine One-Stop-Demo ist danach. Also du hast einen Lead, der kommt rein, der hat theoretisch erstmal nur ein Grundinteresse für das Thema. Der sieht irgendwo, und es wird immer nur eine Hook. Das war WhatsApp-Business, datenschutzkonform mit halt Multiple Usern, dass du im Team darin arbeiten kannst. Wie habt ihr das herausgefunden, dass das die Hook ist, die funktioniert? Über Telefonieren. Wir haben einmal die ersten 100 Leute telefoniert und meinten so, hey, wir bauen eine Kommunikationsplattform, du kannst mit deinen Kunden chatten, findest du das spannend? Dann meinten die so, ja, aber nicht per SMS, weil das nutze. Wir dachten am Anfang auch nur SMS. Nicht per SMS, weil das nutzt ja keiner.

27:14 Yilmaz Köknar: Ich würde gerne per WhatsApp mit denen reden. Aber da ist das Problem ja Datenschutz und ich kann nur mit einer Person da drin arbeiten und dann werde ich halt die ganze Zeit ausgelockt auf dem anderen Gerät. Dann dachte ich mir so, ah, spannend, Datenschutzproblem und ausgelockt auf dem gewitten Personen, die teilweise ein WhatsApp-Handy im Unternehmen hat, ne? Da ist die Person in Urlaub gegangen und mussten die, keine Ahnung, sich in der Mitte von Deutschland treffen, weil die eine saß im Norden, die andere im Süden, haben das WhatsApp-Handy übergeben. Ist dein Ernst? Und dann halt für zwei Wochen hat die andere Person da WhatsApp gehandelt. Und das waren so Learnings, die wir gemacht haben, weil wir halt. Call-Calls gemacht haben den ganzen Tag, weil wir den Leuten geredet haben. Und da haben wir diese Hook herausgefunden, datenschutzkonform Multiple User, also im Team arbeiten. Daraus haben wir dann Ads gemacht. Dann war einfach so: Hey, du willst in deinem Unternehmen, WhatsApp-Business, Datenschutzkonform mit Multiple-Usern nutzen, SuperChat ist die Lösung dafür. Hier unten klicken und eintragen. Da rufen wir dich an. Das waren dann die 15 Sekunden Ads, das waren dann die nächsten, das waren so 100 bis 1000 Kunden dann. Da haben wir die alle angerufen, one-stop-Demo. Das heißt, wir haben die immer angerufen, Demo geschedult, 45 Minuten mit denen geredet, über deren Problem, unsere Lösung präsentiert und dann gesagt, so wäre Superchat ein Shortcut für euch. Und wenn die spannend finden, haben wir dann gesagt, okay, du hast 30 Teil Geld zurückgarantie. Das mussten wir damals noch machen. 30 Teil Geld zurückgarantie, sonst 12 Monate Vertrag. Und hier ist ein Onboarding-Termin für dich, hast du Lust. Und dann rüber an CS, die haben die geonboardet und zwar alles dann immer an dem Tag fast.

28:42 Feliks Eyser: CS heißt Customer Success, also die, die dann die Kunden quasi übernehmen. Und erzähl mal nochmal dieser Inbound-Funnel. Was hat es da gekostet, ein Lied zu generieren? Wie viele konntet ihr kommentieren? Wie kann man sich die Mechanik am Anfang vorstellen, von 100 auf 1000 Kunden? Die leads waren am Anfang, faire Weise schon sehr, sehr, sehr günstig. War auch eine gute Zeit damals 2020 2021. Da hat jetzt noch nicht jedes Softwareunternehmen über Facebook Leads eingekauft. Da hat es gerade angefangen, dass das ein Ding geworden ist. Ich glaube, wir hatten damals immer so eine Benchmark.

29:11 Yilmaz Köknar: Wir haben immer Ads gelauncht. Und dann wollten wir so am ersten Tag, halt so kurz nachdem wir die Dinger gelauncht haben, schon so die ersten Leads drin haben. Dann war so gut, ah okay, es funktioniert. Und wir haben die auch immer am Wochenende gelauncht, weil am Wochenende war auf Meta halt am meisten los. Das heißt, wir haben die meisten Leads eigentlich am Wochenende generiert über diese Meta-Lead-Forms. Unser Ziel war es immer so, ich glaube, es sei sogar unter 15 Euro. pro Lied. Und darüber haben wir dann echt sehr viele Leads am Wochenende generiert und haben uns immer am Montag hingesetzt, alle abtelefoniert. Und da ist schon ordentlich was bei rumgekommen.

29:46 Feliks Eyser: Hast du da eine gute Conversion rate, wenn dann ein Lied reinkommt zu den Closes, die dann so einen Zwölf-Monats-Vertrag mit Geld zurückgarantie machen?

29:51 Yilmaz Köknar: Wir hatten immer so knapp, ähm, am Anfang waren es so knapp 30 Prozent. Die konnten wir tatsächlich gerade auch immer noch halten. Also wenn die in eine Demo reinkommen, dann wurden davon so 30% geklost. Insane hoch. Ja. Woran lag das? Ich glaube, es war einfach sehr, sehr straightforward. Weißt du, wir haben die Ads, die wir am Anfang gemacht haben, waren so bottom of the funnel, muss man fairerweise schon sagen. Die Leute waren kurz vor Abschluss oder die wollten es wirklich kaufen. Sorry, die waren halt sehr tief schon im Problem drinnen. Weißt du, die haben davor schon mal WhatsApp Business wahrscheinlich auf dem Handy genutzt, mit den Kunden gechattet und dann sind die auf dieses Problem gestoßen, dass sie nicht im Team damit arbeiten konnten und halt, dass es nicht datenschutzkonform war. Und dann sind die halt, haben die unsere Ad gesehen, sind halt zu uns gekommen und wir haben teilweise wirklich, wir haben jede Woche so Challenges gemacht. Das war teilweise einfach so, okay, wer kann den größten Deal closen oder wer kann den schnellsten Deal closen? Ich glaube, der schnellste Deal der geclosed wurde, warm entweder von mir oder von jemand anderem, ähnliche Zeit waren neun Minuten. Also neun Minuten von Lied kommt rein. Ich rufe den an, wir erklären ihm das Problem, er sagt, ja, will ich haben und dann Zahlungsmethode drin und weiter geht sozusagen jetzt auch. Was hast du über dich gelernt in dieser Phase? 100 bis 1000 Kunden? Ja, unterschiedliche Seiten. Ich glaube, ich habe einfach gelernt, dass mit Sales extrem viel Spaß macht. Und dass am Ende musst du einfach ein Problem lösen und halt begeistert sein von deinem Produkt. Weil ich glaube, diese Begeisterung, also dieses Storytelling mit halt einer extrem guten Lösung, das hat mir aber extrem viel Spaß gemacht. Ich kam ja davor, habe ich Product Management studiert, habe auch selber Sachen gebaut und so weiter. Und irgendwann habe ich gecheckt, so, ah, okay. Sales it is. Und ich liebe Sales. Ich würde auch immer noch sagen, Sales ist einer der Core-Skills, die man braucht. Nicht, weil man irgendwelchen Leuten irgendwas aufschwatzen muss oder so, sondern es ist einfach so, muss einfach Begeisterung auslösen können, so ein bisschen. Und ich glaube, damit. Funktioniert sehr viel.

31:48 Feliks Eyser: Wie hast du diesen Muskel trainiert, Begeisterung in anderen auszulösen? Also, wie hast du diesen Skill angeeignet? Du hast keinen CS-Background.

31:55 Fundraising ohne Abschluss: der Eminem-Move und die Series A nach zwei Kaffees

31:55 Yilmaz Köknar: Wie hast du das gelernt? Ich glaube, Storytelling. Ich glaube, eine Sache, ich weiß gar nicht, ob du das weißt, aber ich weiß nur noch, als wir in dem ersten Office haben wir gemeinsam für Fundraising eine Storyline ausgedacht. Ähm, in der Seed-Runde war das, glaube ich, noch. Ähm. Und da, ich glaube, zwei Sachen. Ich glaube, wir hatten einmal diesen Eminem-Moment. Da hast du, glaube ich, auch mal im Blogpost darüber geschrieben. Das war sogar noch davor, das war so in der Pre-Seed-Runde, so in der Angel-Runde. Aber dann in der VC-Runde, in der Seed-Runde, die wir dann gemacht haben, kurz danach. Saßen wir beide in dem Raum, als wir entschieden haben, so okay, dazu, dann war so dein Ding: so, okay, was ist die Story? Und dann dachte ich mir so, ah, okay, krass, was ist die Story? Und dann haben wir uns so gemeinsam so eine Storyline ausgedacht. wie ich mich vorstelle, wie ich Superchat pitche und so weiter. Und fairerweise muss man sagen, es hat so extrem gut funktioniert, dass in der Zeit, weil das war so mein Ziel damals, dass niemand hinterfragt, was wir so gerade machen, weil wir Studenten, Kein Abschluss gemacht, gar nichts. Eigentlich so theoretisch nichts vorzuweisen. Deswegen mussten wir halt mit Traction überzeugen. Nicht mit Lebenslauf, sondern nur mit Traction. Und dann haben wir uns gemeinsam so eine geile Story ausgegeben.

33:02 Feliks Eyser: Es hat so eine Begeisterung auf der anderen Seite verursacht, die ganze Zeit, in der Zeit, dass ich einfach gemerkt habe: krass. Das ist ja auch die Frage, die anderen sich stellen, also gerade Business Angels sind ja auch ein Stück weit entscheidender, emotionaler als jetzt ein Fund, der in eine CDC investiert. So die gucken sich die Zahlen an. Die Angels stellen sich im Grunde die Frage Glaube ich, dass die Person es gerissen kriegt. Also glaube ich, dass die Person es drauf hat. Also glaubt am Ende merken wir uns immer nur die Story und weniger die Fakten.

33:29 Yilmaz Köknar: Ja, und es hat extrem gut funktioniert. Die Series A haben wir dann nur mit einer Story gerast. Was war die Story? Einfach, dass wir, also zu dem Zeitpunkt von der Series A hatten wir einfach schon so valide Numbers, dass das halt funktioniert. Und dann war die Story in der Seed-Runde, schau mal, die Jungs haben geproved, dass sie das halt können. In der Series A war einfach so, hey, wir haben das geproved, dass wir das halt können und wir haben den Markt verstanden. Dieser Markt ist gigantisch groß und ich kann dir alles über diesen SMB-Markt erklären. Und dann hatten wir zum Glück mit Alex damals jemanden an Bord, der halt gesehen hat, so okay. . Das hat in Amerika schon mal funktioniert. Er hat in zwei Companies da investiert, die in den ähnlichen Markt reingehen. Und dann hat er einfach mit mir zweimal Kaffee getrunken, hat gecheckt, okay, der Typ ist Sales Driven und er hat den Markt verstanden. Dann haben wir halt unsere Series A nach zwei Kaffees geklappt.

34:15 Feliks Eyser: Vom Blossom Capital aus London. So da hat Alex davor gearbeitet. Jetzt ist er mittlerweile woanders, aber ist natürlich auch wieder gutes Learning. Oder mein Learning daraus war, einen Investor zu treffen, der an diesem Case schon glaubt, aus einer anderen Geografie, das erleichtert natürlich 90 Prozent der Reise. So, weil er die Mechanik verstanden hat und so, der kennt das Problem der Kunden und so weiter, der weiß, dass es Zahlungsbereitschaft gibt. Also, das war natürlich super

34:35 Yilmaz Köknar: Ja, 100%. Der wusste, er kannte den Markt, er kannte, wusste so ähnlich, was, also wusste, was das Produkt kann. Am Ende war einfach nur so die, dachte er sich, glaube ich, so ist der Typ. verrückt genug, dass ich ihm abkaufe, dass er das halt verkauft bekommt in diesem Markt. Checkt er, was da so, also wie dieser Markt funktioniert. Und ich glaube, da dachte er sich so, ja. Okay, jetzt haben die Kollegen.

34:56 Feliks Eyser: Bevor wir zu 10. 000 Kunden kommen, nochmal kurz zum Open Loop zurück zu Eminem. Erzähl erklärt nochmal die Eminem-Geschichte, die wir angerissen haben.

35:02 Yilmaz Köknar: Weil die Eminem, Eminem-Geschichte war so ein bisschen, ich weiß ja noch nicht, dass ich euch 100% auch zusammenkomme, aber von 8 Miles, wo er dieses Rap-Battle macht. Und dann so seine Strategie, glaube ich, war, er sagt direkt am Anfang alle seine Schwächen. Er haut die einfach selber raus.

35:18 Feliks Eyser: Ja, ich lebe im Trailerpark, meine Mom hat keinen Job, ja, ich bin ein White Boy und ihr seid alle irgendwie äh, äh. schwarz und nimmt quasi die ganzen Argumente vorweg.

35:28 Yilmaz Köknar: Ja genau. Und er ist also nach dem Motto so, okay, dieses Rapper. Und danach hatte der Typ einfach so keine Argumente in diesem Battle, ne? Um ihm halt noch so zu front. Und das war so am Anfang, so glaube ich, so, das war sogar noch vor der Citrone. Da hatten wir wirklich noch nicht mal Kunden, gar nichts. Und dann in unsere Strategien, diese Meetings reinzugehen, einfach zu sagen, so ja, wir sind Studenten, ja, wir haben, keine Ahnung, keinen Bachelor, wir haben davor noch nie was gegründet und so weiter. Aber. Schaut mal, wir waren in der Lage, in sehr kurzer Zeit 10 LOIs zu signen, hier ein geiles Produkt hinzulegen, zu validieren, dass dieser Markt funktioniert und wir können das Ding bauen. Wir sind in der Lage, dieses Produkt zu bauen, wir sind in der Lage, Sales zu machen. Werd ihr bereit, uns, ich glaube die Angel-Runde waren so 500k, halt da jeweils 50K zu geben? Ja.

36:12 Feliks Eyser: Und ich finde das geile Learning dabei, es suggeriert ja mehrere Sachen. Also Arme ist authentisch und ein Stück weit reflektiert, so ja, ich weiß, ich bin jetzt irgendwie jung und kein Serial Founder mit irgendwie 100 Exits. Und ich weiß, was meine Limitationen sind, aber ich habe drauf eine Antwort. Also ich habe diesen Drive. Also es zeigt ja zwei Sachen quasi. So eine gewisse Humbleness und Reflexion, aber auch den Drive zu sagen: Ja, okay, ich weiß, dass wir das zum ersten Mal machen, aber deswegen werde ich fünfmal so hart arbeiten wie jeder andere. So und quasi aus dieser vermeintlichen Schwäche eine Stärke gemacht.

36:37 Yilmaz Köknar: Ich glaube auch bis heute so, weißt du, es kann uns niemand outworken. Und es war auch immer so unser Mindset von Anfang an. Wir sind einfach so Hyper-Underdogs, die einfach so unterm Radar fliegen. Und es war auch immer so mein Mindset. Ich fand es immer spannend, wenn Leute mich oder uns so unterschätzt haben, einfach so gesagt haben, so Accra, ja, let's see, let's see, und dann boom, sechs Wochen danach haben wir es halt gemacht. Oder es sei halt immer so das Ding, so auch als wir die Seedrunde geredet haben. Immer so gesagt haben, so hey, wir schicken euch updates, so das ist der Plan für die nächsten vier Wochen. Und dann haben wir halt overdelivered auf diesen Gold, so weil wir halt einfach gesagt haben: es kann uns einfach niemand outworken. Und wir machen es halt einfach. Weißt du, egal ob die anderen, es gab ja Companies zu einem Zeitpunkt, ein ähnlicher Space Doppelt so viel Geld gerast, hatten nur erfahrene Gründer, erfahrene Leute, Ex-Berater, doppelt so viele Leute und so weiter. Ich glaube, wir sind, keine Ahnung, sehr, sehr, sehr viel größer als die jetzt. Einfach nur, weil wir sehr humble, sehr authentisch und halt sehr underdog mentality an die Sache rangegangen sind, hyper aggressive Sales gemacht haben mit dem besten Produkt da draußen.

37:43 Feliks Eyser: Was ging dir als Founder damals durch den Kopf, wenn du siehst, ah, da ist ein Competitor mehr geraced und super erfahren und tausend Leute von mir Kinse und whatever? So wie ist dein innerer Dialog, wenn du da abends alleine im Bett liegst und drüber nachdenkst?

37:53 Yilmaz Köknar: Es hat mich schon immer schon eingeschüchtert, weil ich mir dachte, krass, jetzt wird es gefährlich. Ich weiß auch noch, ich weiß gar nicht mehr, wie die Company hieß. Es war mal geil, aber du hast mir zwar auch mal irgendjemanden geschickt und dann meinst du, hey, die haben gerade eine Runde geraced, das ist jetzt euer Endgegner. Und da dachte ich mir so, ja, das ist unser Endgegner. Egal, dass du nicht mehr weißt, wäre das, ich weiß auch nicht, weil das war schon.

38:17 Feliks Eyser: Scheint ja ein Zwischengegner gewesen zu sein.

38:19 Yilmaz Köknar: Ja, und die waren, haben auch einfach zum gleichen Zeit zur gleichen Story irgendwas geraced, aber dann alles einfach so, ah, wie krass, so ist der Kriegen wir hin. Zu einem müssen jetzt einfach nur härte Arbeit sein.

38:30 Feliks Eyser: Hätte ich angespornt.

38:31 Yilmaz Köknar: Es soll mich immer sehr hart angespornt.

38:36 Feliks Eyser: Wir wollen Founder Mode gemeinsam zum besten Entrepreneurship Podcast in Deutschland machen. Und ihr könnt uns helfen, indem ihr den Channel abonniert und eine Bewertung abgebt. Das hilft uns ungemein, weil die Episoden dadurch häufiger ausgespielt werden und wir noch spannendere Gäste einladen können. Danke euch und viel Spaß. Okay, der Weg zu den 10. 000 Kunden. Was musste sich ändern für dich als. Founder. Auf 1000 Kunden habe ich verstanden, Storytelling lernen als Skill, Performance Marketing als Kanal und dieser gestreamlinete Prozess. Aber was ist jetzt der Unterschied zu tausend Kunden?

39:07 Yilmaz Köknar: Ich glaube der nächste Step war einfach zu checken, dass nicht nur, aber am Anfang haben wir ja nur selber gesellt und dann vielleicht so ein bisschen Support gehabt Und dann so die den Prozess gebaut und am Ende ist ja das, was am Ende skaliert ist, wenn du gute Leute um dich drum um dich rum hast, so ein Sales-Team, den du halt beibringen kannst, wie man Kundenclose, wie du onboardest und so weiter. Ich glaube, so der Kiki danach war einfach Hiring, plus halt die Leute gut zu onboarden, zu motivieren, Incentives zu schaffen und so weiter. Danach war es einfach, glaube ich, nur noch ein reines People-Game. Weil Prozess stand und wir mussten einfach nur herausfinden, wie bringen wir den Leuten, finden coole Leute und bringen den Leuten diesen Prozess bei und halten die halt einfach motiviert. Und das ist, glaube ich, jetzt gerade auch so die größte Challenge. Einfach sehr Coole Leute heieren, cooles Team haben, aber die gleichzeitig motiviert haben, performen lassen.

39:57 Feliks Eyser: Was musstest du, welche Gewohnheit oder welche Eigenschaft musstest du abgeben, um von Founderlet Sales Ein System zu bauen, was auch ein Stück weit ohne dich funktioniert.

40:10 Yilmaz Köknar: Ja, ich glaube, du musst einfach akzeptieren, dass du einfach nicht alles kontrollieren kannst. Du musst einfach loslassen, ne? Was mir teilweise immer noch schwerfällt, würde ich sagen, aber man muss, glaube ich, einfach loslassen. Und wenn du halt gute Leute um dich herum hast, denen halt so hundertprozentiverst, die sehr klare Ziele haben. dann machen die das am Ende auch teilweise besser als du. Weißt du, weil ich bin in so vielen Themen gleichzeitig drin, so viele Eindrücke, alle zehn Minuten sehe ich irgendwas Neues, fällt mir irgendwas Neues ein und dann ist immer gut, so wenn so das Core-Business einfach nicht jeden Tag von mir monitord werden musste, aber ich immer noch meine Ideen reinbringen kann. Aber das war, glaube ich, so für mich so das Schwierigste, weil ich immer so sehr viel Mache, mache, reingehe, Leute motivieren möchte, sehr ambitioniert bin, immer dann da dabei bin. Und dann einfach zu sagen, so okay Ihr macht es schon. Also weißt du, das läuft einfach gut auch ohne mich und es läuft auch einfach sehr gut ohne mich. Oder halt in den einzelnen Departments, dann kann ich mich wieder auf andere Sachen fokussieren.

41:06 Feliks Eyser: Einfach Sachen abgeben. Du hast vorhin gesagt, ein wichtiges Element ist so dieses Feuer bei dir selber zu entfachen und auf andere zu übertragen. Jetzt bist du der Founder der Company, klar, du brennst für das Thema, also du hast dir das ja ausgesucht. Wie schaffst du das, dass dieses Feuer in einer Organisation übergeht?

41:20 Yilmaz Köknar: Ich glaube, eine Sache, vor der ich am Anfang sehr viel Angst hatte, war auch so, ich glaube am Anfang ist man einfach so unkomfortabel in so Situationen, wo du halt vor vielen Menschen reden musst. Aber am Ende habe ich dann irgendwann verstanden, dass das so der Moment ist, wo du ja am meisten bewegen kannst, weil du sitzt da, alles so one-too-many. Alle sitzen da, du stehst da und hast so die Chance, einfach so eine halbe Stunde was zu sagen und es beeinflusst. Am Ende bewegst du, er sagt ich was und er verursacht so ganz viele Sachen im Hintergrund. Und wir haben halt einmal im Monat so einen Demo-Day, nennen wir das, wo wir halt einfach so ein Company-Update machen, sagen, was gerade gut läuft, was schlecht läuft, die Numbers und so weiter. Und das versuche ich mittlerweile, und ich versuche da auch immer besser zu werden. Ich glaube, es ist auch noch nicht perfekt. Es wird einfach immer besser, besser, hoffentlich jeden Monat. Versuche ich einfach zu nutzen, um so ein bisschen zu sagen, so okay, das läuft gut, das läuft schlecht, und dann aber auch so ein Outlook in die Zukunft zu haben und zu sagen, so okay Leute, das ist der Plan, die Leute so ein bisschen zu motivieren, einzuschwören und so und zu sagen so: Okay, das machen wir jetzt und es funktioniert, glaube ich, schon cool. Und ich glaube, das darf man nicht unterschätzen. Das habe ich auch viel zu spät erkannt, zu sagen, okay, wir haben ein Allhands, da geht es eigentlich mehr darum, so die Leute zu motivieren, alle abzuholen und zu sagen, so go time. Das ist, glaube ich, so schon ein sehr wichtiger Hebel immer. Wie nutzt du Storytelling bei diesen All Hands-Meetings? Ja, ist, glaube ich, immer unterschiedlich, so Case by Case. So, jetzt ein sehr konkretes Beispiel war Als wir Voice gelauncht haben, war so, haben wir die Leute auch davor einfach so ein bisschen da, also ich sag mal, angezündet. Auf den Launchin, dass sie gesagt haben, so okay Leute, it's coming, jetzt wird das ganze Ding rund so, das ist das perfekte Feature einfach als Edition zu unserem Produkt. So, wir gehen da rein, wir gehen da rein, um den Markt zu übernehmen, nicht um einfach so ein Feature zu launchen. Ist einfach ein sehr großer Markt und so weiter. Haben da Cases aufgezeigt, wo es jetzt schon gut funktioniert hat in der Kundenbasis und so. Das nochmal ein geiles Feature ist, auch für das Sales-Team zu salen und so weiter. Einfach die Leute auf das Feature heiß zu machen und auf den Launch.

43:30 Yilmaz Köknar: Das war zum Beispiel jetzt sehr konkret.

43:32 Feliks Eyser: Bei mir war es so mein Learning war, ich habe in diesen Allens-Meetings dann immer überlegt, ja, was sind die Ziele der Company und dann wollen wir da 10 Millionen Umsatz hitten oder 20 Millionen oder wie auch immer. Und irgendwann haben die Leute auch gesagt, Das interessiert uns alles nicht. Also, ich habe irgendwann realisiert: fuck, diese Zahlen, die interessieren mich. Ich finde es geil, wenn die Company 10 Millionen Umsatz macht. So, für die Vertriebsleute oder die Customer Success Leute heißt es eigentlich nur mehr Arbeit und irgendwie nicht umgehen. Also so Ja, die Company geht voran, es gibt mehr Möglichkeiten, sich zu entwickeln und so weiter. Das hängt da dran, aber es hat mich immer mehr gekickt als die Leute. Ich habe es dann irgendwann umgedreht und gesagt: Nee, komm, von diesem ganz großen Ziel brechen wir es jetzt runter auf ganz kleinen. Wir reden nur über einen einzelnen Kunde. Das war bei uns der Frank, das war der allererste Kunde, den wir über Regel gehörten hatten, bei meiner Company, aber auch SMBs als Kunden. Der Typ hat so ein Event-Technik-Unternehmen, hat die Schule abgebrochen, um das zu betreiben, seinen eigenen Namen darauf geschrieben. Und ich habe die Geschichte von diesem Typen erzählt, so wie der in der Garage von seinen Eltern angefangen hat. einem Privatkredit und so weiter und jetzt halt diese LKWs mit irgendwelchen Bühnentechnik durch die Gegend gefert und so. Und das fanden die Leute geil. Das ist wieder eine persönliche Geschichte, die halt super relatable ist. Dann haben wir den eingeladen ins Büro. Also dann war der halt auch präsent. Und Diese Geschichte hat viel mehr verfangen als jede OKR-Session und jedes Umsatzziel und jede KPI. Am Ende ging es halt um diesen Typen, um den Frank. Für den stehen wir morgens auf und sorgen dafür, dass der halt Kunden kriegt. Das war unser Geschäftsmodell, Performance Marketing. Und das hat über Jahre gezogen. Interessanterweise war alles andere, haben die meisten wieder vergessen, als das Meeting vorbei war wahrscheinlich.

44:53 Yilmaz Köknar: Ja, krass. Ja, weil es so sehr emotional ist einfach.

44:56 Feliks Eyser: Weißt du, du hilfst ihm einfach so sein Daily Business zu machen. Ja. Und das ist eine gute Übung für Fauna zu überlegen, wie soll ich denn die Company eigentlich gegründet sind? Problem, was ich für die Kunden lösen will, weil alles, was du im Service für andere machst, ist ja erstmal ein besseres Ziel, als ja, ich will es hier irgendwie in Unicorn gründen und reich werden. Ja, maybe es ist für einen Founder was Tolles, aber die Frage ist ja, wieso existiert die Firma? Was war der schmerzhafteste Rückschlag im Aufbau der Go-to-Market-Funktion?

45:03 Wenn wichtige Mitarbeiter kündigen: Wie Gründer wieder handlungsfähig werden

45:22 Yilmaz Köknar: War immer unterschiedliche Sachen, glaube ich. Ein paar Monate wird ja irgendwas an den Algorithmen geändert, dann gehen Leute, weißt du, sind auch schon Key-Personen einfach gegangen. Weil sie dann was eigenes gründen wollen, nochmal in eine andere Company reinwollen und so weiter. Ich glaube, das war immer schon so das Schmerzhafteste, wenn so Leu, äh, Personen, mit denen ich sehr eng zusammengearbeitet habe, einfach gegangen sind, immer mit sehr guten Gründen.

45:46 Feliks Eyser: Was ist dein innerer Dialog an der Stelle, wenn du sagst, ja, ich verstehe, wenn du dein eigenes Ding machen willst, zum Beispiel so, aber es ist halt mega painful, dass du jetzt hier gehst. Ja, es war schon, ich sag dir echt, es war schon pure Verzweiflung.

45:56 Yilmaz Köknar: Ich glaube, es ist das erste Mal, als das passiert ist Da war ich auch noch, bin ich nach Hause gekommen zu meiner Freundin Inky und habe ihr dann auch noch gesagt, okay, krass, was machen wir jetzt? und sie ist dann schon immer so sehr eine gute Stütze und sagt, jetzt kriegen wir alles hin, alles gut, alles gut, es geht weiter. Aber es war schon war schon krass. Das war so sehr die erste Key-Person, die gegangen ist, da war ich, glaube ich, schon sehr, sehr traurig auch einfach. Personal, Person, mit der ich sehr lange zusammengehalt habe und die halt einfach diese Company mit mir die ersten drei Jahre gebaut hat. Dann habe ich aber irgendwann gedacht, okay, das ist auch crazy, du musst eigentlich jeden Skill selber zu einem gewissen Grad können, um das halt abfangen zu können. Und dann war so, glaube ich, so der Moment für mich, so okay, krass, jetzt arbeite ich mich da einfach rein. Und ich bin einfach so wie so ein Schwamm da hingegangen. Mein Ziel war einfach so. jegliche Informationen über diesen Space, über Performance Marketing, über Meta-Ads aufzusaugen und dann halt danach wieder auszuschütten an alle anderen, die wir halt danach heiren. Wir haben danach einen sehr guten Head of Marketing geheilt, der das dann alles noch geiler, größer gemacht hat. Aber es war schon sehr hart und deswegen würde ich auch immer allen sagen, ich komme es schon gut, so von allen Core-Themen am Anfang vor allem sehr tief drin zu sein und auch selber zu verstehen, dass du im Notfall halt die Sachen abfangen kannst. Aber es war schon war schon krass. Und ich würde auch sagen: Ich glaube, dieses People-Game ist eine Sache, die man halt, wenn du mit sehr coolen Leuten, sehr guten Leuten zusammenarbeitest, dann war das immer so für mich so das Schwierigste, wenn die halt. Weitergezogen sind. Ich habe mich immer sehr für die gefreut, aber es ist schon auch immer sehr traurig gewesen.

47:30 Feliks Eyser: Und wie bist du persönlich mit dieser Verzweiflung umgegangen? Das Gefühl haben wir viele, ich kenne das so zu gut, ich hatte genau das gleiche, ich habe eine Runde geraced und die wichtigste Person, die von Anfang an dabei war nach der ersten Finanzierungsrunde hat gekündigt, ist gegangen. Ich dachte, fuck, da bricht eine Welt zusammen. Ich weiß heute noch, das geht, keine Ahnung, zwölf, wie viele, 15 Jahre ist das her. Oh Gott. Also lange her. Und dann bin ich in Stuttgart über den Wilhelmsplatz gelaufen und war den Tränen nahe, weil ich dachte, fuck, alles, was ich aufgebaut habe, das geht jetzt hier den Bach runter. Und hab mich persönlich. . Auch verraten gefühlt quasi. Also viele Faune sind ja in so einer Situation. Wie bist du damit persönlich umgegangen? Ja, echt, deine Freundin mal eine Stütze. Was gab es noch?

48:06 Yilmaz Köknar: Ja, du hast einfach, ich glaube, du hast einfach viel Angst in dem Moment, weil du dir halt einfach denkst, okay, krass, jetzt ist so schon ein wichtiger Core-Bestandteil dieser Company. was passiert jetzt? Ich habe eigentlich keinen Plan von dem Bereich, so was passiert jetzt. Und da habe ich einfach so versucht, so Step by Step irgendwie Sicherheit aufzubauen. Ich glaube, mein Unfall, Umfeld, meine Freundin war sehr wichtig, so auf Personal Level, so wenn ich dann abends da war und Verzweifelt war einfach so kurz, mich da aufzufangen und dann halt aber trotzdem im Business dann halt zu sagen, okay, wie baue ich da Sicherheit auf? Ich arbeite mich in die Themen ein, ich schaue mir halt Leute, also Wir schreiben Stelle aus, heiren Leute, sprichst mit Leuten, merkst du, ah okay, das Wissen ist auch noch bei anderen Leuten und so weiter und dann holst du gute Leute rein und dann. . Beim ersten Mal war es wirklich sehr dramatisch. Und dann beim zweiten und dritten Mal war ich so: Ah, okay, jetzt Gameplan, wir bauen Sicherheit auf, versuchen Risiko rauszunehmen, aber es ist schon immer so auf People-Level schon sehr traurig dann.

49:00 Feliks Eyser: Das ist traurig und gleichzeitig ist es dann aber irgendwann auch, ist halt wieder so eine Situation, die man auch gelöst kriegt. Ich erinnere mich auch genau, bei mir auch diese zweite Person, wir haben da ein Replacement geheiert, die war dann irgendwie ein, zwei Jahre da, die Person. hat dann gekündigt, gleiche Situation und ich war in Asien bei irgendeiner Konferenz mit anderen Foundern unterwegs und kriegte diese Nachricht. Und ich weiß noch, dass ich am Tag davor in der Bar war mit diesen Unternehmern und meine Sonnenbrille da vergessen habe. So und dachte, fuck, ich habe zwei Probleme. Ich meine, eine Sonnenbrille muss ich irgendwie recovern und dieser Typ hat gekündigt und es war so So equal, wo ich auch genau wusste, beim ersten Mal, da hätte ich die Sonnenbrille, wäre mir scheißegal gewesen. Aber da habe ich gemerkt, okay, wenn das zum zweiten, dritten Mal passiert, gewinnst du ja einen gewissen Abstand. Und heute, witzigerweise, ich habe gerade vor zwei Wochen mit der Company gesprochen, mit dem Founder, die durch diese Situation durchgegangen sind. Vertriebsperson geheiert, die allererste Person, hat gekündigt, Founder mega heartbroken. Also, und ich sage mir, Alter, das wird in der Karriere noch so oft passieren. Entspann dich. Also, das ist auch interessant, quasi, ich glaube, zum einen zu verstehen Das wird immer wieder passieren und beim ersten Mal fühlt es sich halt einfach zehnmal so schmerzhaft an wie danach und sich dann Leute im Umfeld zu suchen, die das halt schon durchlaufen sind. Und einem so ein bisschen Stabilität geben.

50:06 Yilmaz Köknar: Ich glaube, es ist auch so einer meiner Key Learnings. Es passieren sehr verrückte Sachen immer, aber ich glaube, so mein Ding ist so, ich bin ein sehr ruhiger Mensch. Ich versuche in so sehr stressigen Situationen auch einfach sehr ruhig zu hintieren und ich glaube, diese Ruhe kommt einfach darüber, dass man auch einfach irgendwann sehr viel gesehen hat. So wie bei dir, einfach alles mal gesehen, so da dreht jemand durch, da passiert irgendwas, da kündigt jemand, da geht irgendwas kaputt und so weiter, aber du kannst halt am Ende auch nur so viel tun und dann halt sehr strukturiert, sehr dedicated Problem solven und nicht in so einer puren Verzweiflung sein. Das war glaube ich schon immer mein Core-Skill, einfach sehr ruhig zu bleiben in den Situationen.

50:44 Feliks Eyser: Wie hast du den entwickelt? Zuschauer Frage von Maury, von deinem Head of Pack Customer Success. Under habe ich gestern gesprochen, und der meinte auch so, Alter, was bei uns da abgeht, so wie ich denke, mein eigener Stress sagt er quasi aus der Mitarbeiter- und Teamleiter-Perspektive. So, er kann sich gar nicht vorstellen, wie das bei dir eigentlich ist. Wie kriegst du das hin? Mit diesem Stress und diesem Druck umzugehen und trotzdem ruhig zu bleiben?

51:03 Yilmaz Köknar: Boah, ich weiß gar nicht. Ich glaube, ich könnte jetzt hier irgendwie sagen, ich so mein Mental Model oder so dafür, aber ich glaube, ich bin einfach vom Wesen her schon immer sehr, sehr ruhig gewesen. und hat hab halt immer so, glaube ich, so ein, zwei Plan B, Plan Cs in meinem Kopf gehabt für das, wenn was passieren könnte Auf der anderen Seite ist, glaube ich, so, ich versuche immer so hyper zu reflektieren. Also ich versuche immer so herauszufinden, was habe ich falsch gemacht. Also immer den Fehler auch bei mir selber zu suchen und dann halt immer nur meine eigenen Taten zu ändern. Weil ich denke mir immer so, okay, da ist jetzt irgendwas. Geputt gegangen, sowas hätte ich anders machen können. Ich glaube, eine Sache, die habe ich glaube ich schon ein paar Mal gesagt, ist so, dass ich mache jeden Sonntag einen sehr langen Sonntagsspaziergang. Das mache ich, glaube ich, seitdem ich in Berlin bin. Jeden Sonntag den gleichen Spaziergang immer vom Prenzlauer Berg oben, Kantian-Stadion, runter bis zum Schloss Bellevue an der Sprüe entlang und dann wieder zurück. Ich höre da immer einen Podcast, hin höre ich immer einen Podcast, zurück nur Musik. Und sitze immer auf der gleichen Bank, gehe immer zum gleichen Kaffee, hole mir einen Kaffee und versuche da einfach, wirklich sehr crazy zu reflektieren, was die Woche passiert ist. Alles aufzuräumen, damit ich halt montag sehr clean ins Office komme, so die nächste Woche zu planen, einfach so alles in meinem Kopf einmal aufzuräumen. Damit ich halt einfach am Montag wieder neue Challenges tackeln kann, so aber damit nicht so einfach so im Kopf bleibt und du dir so konstant Gedanken darüber machst, so Das ist, glaube ich, so immer das Gefährlichste. Und dann hast du halt einfach so eine gewisse Ruhe. Ich glaube, nach so einem Sonntagspaziergang, ich sag immer auch so, wenn ich so diesen Spaziergang mal so drei, vier Wochen nicht mache, dann merkt, also dann Sieht man das? Bei mir, so dass da unaufgeräumte Sachen bei mir existieren. Und deswegen ist es immer so sehr wichtig, da einfach kurz einmal alles aufzuräumen, dann wieder die Ruhe reinzubekommen.

52:49 Feliks Eyser: Das ist ein geiles Golden Nugget. Der Sonntagsspaziergang, um den Kopf einmal auszuräumen und die Woche hinter sich zu lassen.

52:56 Yilmaz Köknar: Ja, und ich glaube, ja, ich glaube über diesen Sonntagsspaziergang, ich glaube. Viel vom Erfolg von Superchat ist von diesem Sonntagsschütz. Oder viele der Ideen, die da entstanden sind. Ich sitze da wie ich mit meinen Apple-Notes dann Schreib da alles runter, was mir einfällt, was will ich eigentlich verändert, sitzt da an der Sprahe mit einem Kaffee, lauft da rum und so. Einfach so eine gewisse Ruhe, die so einfach so komplett da nur entsteht, finde ich.

53:22 Feliks Eyser: Ist es die Ruhe? Was ist der Mechanismus, der da vonstatten geht? Ist es der Abstand, dass du nicht im Büro sitzt? Was glaubst du, was dazu führt, dass da gute Ideen kommen?

53:33 Yilmaz Köknar: Ruhe und ich glaube, ich bin einfach so sehr, ich bin so ein sehr bildlicher Mensch. Ich stelle mir Sachen vor, ich denke so in Bildern und so weiter, denke so auch so in so Situationen. Das heißt, ich versuche schon mal so eine Situation zu spüren, bevor sie überhaupt eingetreten ist. Es heißt so auch so meinen mentalen State darauf vorzubereiten, was würde passieren, wenn das jetzt passiert, was würde passieren, wenn das jetzt passiert, wie würde ich mich fühlen und so weiter. Das heißt, ich Ich weiß nicht, ob manifestieren das richtige Wort, aber so ich stelle mir Situationen bei diesem Spaziergang vor, geh sie durch, geh sie mental durch, gehe Meetings durch, gehe Verhandlungsstrategien durch, gehe Gespräche durch und so weiter, aber ich. Fühle sie dann tatsächlich so, als würde ich sie, als wären sie wirklich real. Und das geht, glaube ich, nur, wenn du halt einfach so, ja, ich gehe da halt vier bis fünf Stunden spazieren. Und da geht halt in meinem Kopf dann einfach alles einmal durch. Und dann finde ich es so das Gefühl, du bist halt auf alles prepped. Du hast so jede Situation einmal durchdacht, du hast jedes Gefühl, was du in der Situation haben könntest, auch schon mal durchdacht. jede Unterhaltung, die du führen könntest, auch mal durchdacht. Aber auch so das Gefühl schon mal gehabt, so okay, was würde jetzt passieren? Keine Ahnung, wenn wir jetzt. . Wenn jetzt morgen das passieren würde bei Superchat, wir raisen jetzt wieder eine Runde, wie fühle ich mich da, welche Situationen passieren und so weiter. Das räumt viel auf, finde ich.

54:52 Feliks Eyser: Super faszinierend. Leistungssportler setzen das ja oft ein, so Visualisierung zu sagen, wenn ich die Skipiste runterfahre, so stellen sich das ja genau vor und gehen das durch und du machst das ähnlich für die Business-Situation. Und ich glaube Das entkräftet ja auch diese Angst. Du hast ja gesagt, so viel hat mit Angst zu tun. Und Angst ist ja meistens nur im Wagen. Also viele Leute sagen: Ich habe Angst, wenn meine Firma failt oder wenn die Person geht oder so. Aber Sobald du ins Spezifische gehst zu sagen, was genau passiert denn dann? Okay, also okay, da legt mir die Kündigung jetzt auf den Tisch. Was ist der Worst Case? Ich mache es halt selber eine Weile, ich suche ein Replacement, jemand anderes aus dem Team übernimmt es. Also da merkt man relativ schnell, Dass dann auch konkrete Lösungen da sind. Also ich glaube, die Angst kann man ein Stück weit entschärfen, wenn man es spezifisch runterbricht.

55:37 Yilmaz Köknar: Ja, 100%. Ich glaube, diese Frage, was ist der Worst Case? Ist, glaube ich, extrem wichtig. Weißt du, dass du da halt immer so, und das ist, glaube ich, auch so viel, worüber ich nachdenke, so im Positiven und im Negativen, so, weißt du, was ist der Worst Case, wenn das eintritt, was mache ich dann, wie fühle ich mich dabei und so weiter, einfach so diesen Fahrplan durchgehen. Ja, und ich glaube, so eine gesunde Naivität mit so einem gesunden Paranoia. Was bedeutet das? Gesunde Naivität ist für mich einfach so Alles ist möglich. Wenn wir morgen irgendeine verrückte Sales-Idee haben, lass mal, keine Ahnung, da weiß ich nicht, Plakate drucken, sonst irgendwas, lass einmal ausprobieren. Lass alles mal ausprobieren. Morgen irgendwie dem schreiben, dem schreiben, Cold Calls machen, Outreach-Wreck. Machen, das, das, das. Lass alles mal ausprobieren. Ich glaube, du brauchst so eine gesunde Naivität, dass halt so keine Idee zu verrückt ist. Und auf der anderen Seite ist so dieses gesunde Paranoidsein, was sich, glaube ich, so einfach so am Laufen hält oder mich so. Weil ich dann immer denke, so, okay, ja. Irgendwie morgen könnte wieder alles vorbei sein, irgendjemand könnte es dir wegnehmen, irgendwie muss immer hart arbeiten, dranbleiben, Performance, so nichts ist givende.

56:45 Feliks Eyser: Wie findet dieser innere Dialog so zwischen Englischen und Teufelchen bei dir statt?

56:50 Yilmaz Köknar: Das ist, glaube ich, phasenweise immer unterschiedlich. Je nachdem, was gerade so passiert, versuche ich halt immer so herauszufinden, so okay, jetzt kommt da wieder ein Player ins Game so und dann ist so, oh geil, was machen wir da jetzt? So dieses gesunde Paranoia. Und auf der anderen Seite denke ich mir so, was ich immer im Team sage, ist so, wir haben jetzt validiert, dass das funktioniert. Wir haben 10. 000 Kunden, 20 Millionen ARA. Es gibt einfach keinen Grund, weshalb wir nicht irgendwie. morgen oder in einem halben Jahr 100. 000 Kunden haben könnten. Ist einfach nur Zeit. Weißt du, auf diese 100 Millionen RA zu hitten, ist einfach nur noch Zeit. Weil es funktioniert, das Produkt ist da, das Team ist da, der Prozess funktioniert, ist einfach Zeit. Unsere Number One-Aufgabe ist einfach nur herauszufinden, wie verkürzen wir diese Zeit. Was sind Initiativen, die jetzt diese Zeit einfach verkürzen, was sind verrückte Ideen? Wie erklären wir mehr Leuten Superchat und so weiter? Und das einfach so diese gesunde Naivität ist, diese Ideen zu finden, um diese Zeit zu verkürzen und gleichzeitig halt hart zu arbeiten und dieses gesunde Paranoia zu haben, halt einfach. .

57:55 Feliks Eyser: Gas zu geben. Was ist der limitierende Faktor? Elon Musk spricht über limitierende Faktoren, wenn du Interviews und dem hörst. Jeder zweite Satz beginnt mit the limiting factor, da da da. muss sehr stark bei dem verdrahtet sein und es gibt ja immer den einen limitierenden Faktor. Also was ist der limitierende Faktor? Also der wechselt natürlich dann über die Zeit, aber was glaubst du, was er ist, um auf 100. 000 Kunden zu kommen?

58:14 Yilmaz Köknar: Boah, ich glaube, gerade ist der limitierende Faktor herauszufinden, wie wir Superchat noch vor mehr Gesichter bekommen. Also mehr Leute einfach zeigen, was wir können. Meistens ist schon einfach ein wirklich No-Brainer. Man wird mit deinen Kunden kommunizieren über die Kanäle, die sie ja privat nutzen, brauchst ein Tool dafür, Superchat. Und jetzt ist unsere Challenge so, okay, wie transportieren wir diese Message halt vor die richtigen Leute, erklären es denen gut und so weiter. Und da arbeiten wir gerade sehr viel dran. Ad Spend skalieren, Ideen für gute Educational Content und so weiter. Das ist gerade so der limitierende Faktor.

58:50 Feliks Eyser: Zu Adspend habe ich was dabei. Dein LinkedIn Post von vor einer Woche. Wir haben uns in Ad-Sband eingefroren bei 50k im Monat. Zwei Jahre lang, weil ich Angst hatte. Dass, wenn ich zu viel pushe, dass was kaputt geht. Jetzt geben wir mittlerweile eine halbe Million pro Monat aus. Wenn ich zur 2023 Version von Yilmaz. Sprechen könnte, würde ich ihm Folgendes sagen. Und dann erklärst du, was du ihm sagst. Da war fairerweise ich der limitierende Faktor.

59:23 Yilmaz Köknar: weil ich noch nicht die nötige Confidence einfach hatte. Ich wusste, okay, die Kunden kommen rein, das Produkt funktioniert, aber es gab halt an jeder Stelle Friction. Weißt du, da der Handover zu CS hat nicht so gut funktioniert, Sales hat ein paar Sachen gemacht, dann mussten wir die onboarden, sind ein paar Leute rausgedroppt und so weiter. Aber dann halt zu verstehen, dass du halt einfach so, das ist der Prozess. Es wird nie 100% perfekt sein, sondern du musst halt einfach pushen, um halt dann wieder neue Probleme zu finden, die du halt solven kannst. Und das habe ich dann irgendwann, glaube ich, verstanden, dass wir gesagt haben: so der Prozess ist so, so wie er gerade ist, ist perfekt genug um da das nochmal zu ten ex, ne? Und das war, glaube ich, so ein Massive Unlock auch für uns. Fairerweise haben wir dann noch andere Kanäle noch gefunden. besser so das Onboarding und den Closing-Prozess gemacht, besseren Handover. Und dann hatte ich einfach mehr Confidence darin, dass wir halt sagen können: so, ah, okay, das funktioniert, wir können da jetzt einfach mehr Gas geben. Aber da war zum Beispiel echt der limitierende Faktor.

1:00:25 Feliks Eyser: Was ist die Lektion bei diesem Trade-off zwischen Speed, Brute Force, ich gebe einfach Gas und auf der anderen Seite Ein Perfektionismus, und man will, dass der Prozess gut ist, man will, dass Produkt gut ist, man weiß, das eine Feature muss noch gebaut werden. Das strugglen ja viele Founder, damit zu sagen: Ja, wenn ich das habe, dann kann ich ihn bei GoToMarket aufs Gas drücken. Also, wie gehst du mit diesem Konflikt um? Und Auch der Erkenntnis zu sagen, ja, good enough is good enough.

1:00:49 Yilmaz Köknar: Ja, ja, es hat schon ein bisschen gedauert, weil wir hatten nie dieses Problem, dass wir gesagt haben, so okay, nächstes Feature und dann drücken wir aufs Gas, wir haben einfach von Anfang an immer Sales gemacht. Vier Wochen nachdem wir gegründet haben oder sechs Wochen, nachdem wir gegründet haben, hatten wir zwei Engineers und zwei Sales Manager. Ich habe Sales gemacht, Mika hat Produkt gebaut, so ist ja von Anfang an so. Aber wir haben immer halt gesagt, so, ah, okay, also es war am Anfang, glaube ich, auch einfach so eine gewisse Unsicherheit in dem, was wir machen. Und das baust du, glaube ich, nur über Zeit und über halt so Confidence in dein Team, Confidence in dein Produkt auch. Und ich würde im Nachhinein immer sagen: Dieses Mentality von Move Fast and Break Things funktioniert schon. Weißt du, weil dann bist du so, du bist halt so konstant in so einem Modus, wo du halt versuchst, So eine Rakete zum Mond zu bringen und gleichzeitig halt die Rakete zu fixen oder zu bauen. Ich glaube, das ist schon das Mindset, was du halt haben musst, um halt so eine Hyper-Growth Company zu bauen. Ich glaube, du musst einfach akzeptieren. dass halt on the way Sachen kaputt gehen. Und ich habe irgendwann dieses Akzeptieren, dass halt on the way Sachen kaputt gehen, habe ich halt irgendwie ein bisschen zu spät gemacht. Und da muss man halt fairerweise sagen, ist glaube ich auch einfach so dann Erfahrung. Du lernst halt mit den Monaten und den Jahren, dass halt dann, ah okay, es gehen halt Sachen kaputt und man muss die halt fixen, so wie das Problem von jemand kündigt und dann muss halt jemanden replacen.

1:02:10 Feliks Eyser: Hast du gelernt, da wegzuschauen, ein Stück weit zu sagen, ja, okay, wenn es nicht der limitierende Faktor ist, dann ist egal, wenn es nicht perfekt ist oder wie bist du damit umgegangen?

1:02:16 Yilmaz Köknar: Ja, wegschauen und aber auch einfach den Leuten so, weißt du, wenn du es halt, wenn du halt so gute Leute um dich herum hast. und einfach den Leuten vertrauen, du ist halt part of the game. Die fixen jeder, jeder ist so wie an so einem gut fein getunten Band am bei BMW. Jeder kümmert sich um seinen Teil und jeder macht seinen Teil extrem, extrem gut. Und wir machen das schon einfach zusammen. Das war dann so einfach wegschauen, aber auch einfach vertrauen, dass so it's part of the game und jeder löst halt seine Probleme in dem Prozess selber.

1:02:48 Feliks Eyser: Ich fand die Überschrift von dem LinkedIn Post so gut, so was würde ich dem 2023 Yilmaz sagen. Der war ja genau auf der Hälfte von heute Untergründung. 2020 hast du angefangen, jetzt sechs Jahre später, warst du quasi da genau bei der Hälfte bei dem Struggle, ich habe mir überlegt. Lass ein kleines Game spielen. Ich habe ein paar Karten hier dabei für verschiedene Disziplinen. Was würdest du 2023 hier mal sagen? Nicht der, der ganz am Anfang stand, so, sondern der, der genau in der Mitte war, der vielleicht schon 1000 Kunden hatte, der vielleicht schon 30, 40 Mitarbeiter hatte oder so. Was würdest du dem sagen? Willst du eine Karte aussuchen? Ja. Geografische Expansion. Ja, ja, ja. Was sagst du 2023 hier, Mars?

1:03:25 Yilmaz Köknar: dass dass es anders ist überall. Ich glaube, sonst am Anfang dachten wir so, ah okay, unsere Motion funktioniert im Dach sehr gut. Lass sie nach England bringen, nach Italien, nach Spanien.

1:03:38 Feliks Eyser: Emotional heißt der Vertriebsprozess im Grunde, also so die Weise, wie du Leads generierst und die Demos machst und so weiter.

1:03:43 Yilmaz Köknar: Genau, genau. Das funktioniert da sehr gut. Lass einfach genau das Gleiche überall machen. Und am Ende funktioniert es auch überall gleich, aber so die Details sind komplett anders. Und es hat sehr lange gedauert, bis wir das verstanden haben. Beispiel zum Beispiel: Wir haben mal Ads in Dubai gelauncht. Da war so, ah okay, krass, die Ads sind sehr günstig, also das Marketing ist sehr günstig, die Leute kommen aber einfach nicht in die Termine rein. Also die kommen nicht in die Termine rein, die sagen dir, hey so, lass morgen Abend hier treffen, was essen gehen. Ist mir auch echt sehr komplett egal, was es kostet. 10k im Monat ist kein Problem, löst dieses Problem einfach für mich, finde ich geil, was ihr macht. Lass morgen Abend hier einmal treffen und essen gehen. Das geht halt nicht. Wir sitzen halt in Berlin. Wie sollen wir das denn jetzt machen? Wir wollen ja auch jetzt kein Office in Dubai aufmachen und so weiter gerade. Funktioniert nicht. Auf der anderen Seite haben wir dann Brasilien gelauncht. Da war so, keiner ist auch in die Termine reingekommen, niemand. Die Demos wurden gebucht, No-Shows am Fließband. Aber die waren so, hey, ich will auch gar nicht mit euch reden, ne? Schickt mir einfach ein Video. Ich kenne diesen Space schon, wir kennen ja je, alles auf WhatsApp im Brasilien, alles läuft auf WhatsApp in Brasilien. Ich will einfach nur das und das Problem gelöst haben, schickt mir ein Video, ich onbote mich selber, aber es muss ja günstiger sein. Und es waren so komplett unterschiedliche Dynamiken. In Deutschland ist es ganz anders. In Deutschland, fünf Minuten bevor die Demo anfängt, sitzt da schon jemand im Meeting. fully prepped, perfekt, du gehst diese Punkte mit ihm durch, schickst in die Checkliste, Checkliste ist auch da, eine Meeting, so und diese Cultural Differences in diesen einzelnen Ländern herauszuarbeiten und die Motion, also die Vertriebsprozess darauf anzupassen, Hat ein bisschen gedauert, bis wir das gecheckt haben. Und da, 2023, waren wir gerade in der Phase, aber wir haben es ein bisschen zu sehr auf Brute Force probiert und dachten uns, es muss funktionieren so wie hier. Und jetzt ist so das Mindset, okay, wir müssen halt pro Land immer adaptieren, vor allem Leute heiren, die ja nur dieses eine Land bespielen, aus dem Land kommen, die Sprachen. native speaker sind und so weiter. Aber in Berlin sitzen. Aber in Berlin sitzen und halt so diese Cultural Differences, die es ja überall gibt, einfach besser verstehen und besser mit den mit dem Prozess umgehen können.

01:05:52 Co-Founder, Coffee Walk und Unternehmenskultur bei Superchat

1:05:52 Feliks Eyser: Okay, ich zieh mal eine Karte. Was sagst du dem 2023 jemals zur Co-Founder Relationship? Ähm, genauso weitermachen.

1:06:04 Yilmaz Köknar: Was macht eure Relation gut zwischen Mika und dir? Wir sind einfach sehr gut befreundet. Wir machen auch außerhalb von Superchat Film. Da haben schon schon viel gereist zusammen immer. Und da auch, ich glaube, wir haben irgendwann gecheckt, so ganz am Anfang, was wir davor gemacht haben, haben wir einfach beide das Gleiche, wollten wir beide das Gleiche machen. Wir kamen beide aus dem Produkt, wir dachten uns so, lass beide. Produkt machen so und das hat immer das hat zu Konflikten gefühlt. Weil dann war so, ah, okay, wer macht jetzt was, warum machen wir das und so weiter. Und bei Superchat haben wir dann verstanden, so, okay, wir splitten unseren Aufgabenbereich sehr krass. Ich mache alles, was mit GoToMarket zu tun hat, Fundraising zu tun hat, Sales, Marketing, da liegt alles bei mir. Mika macht Produkt, Design und Engineering. Und das funktioniert extrem gut, weil wir haben einfach Hyper-Ownership auf diesen beiden großen Topics und jeder führt einfach seine Reporting-Line sehr gut. Und gleichzeitig haben wir auch ein Ritual da. Freitags 16 Uhr verlassen wir gemeinsam das Office. Coffee Walk. Genau, machen einmal. Berüchtigter Superchat. Coffee Walk, erzähl mal. Ja, wir machen ein Coffee Walk, auch seitdem es Superchat gibt, 16 Uhr jeden Freitag. Verlassenes Office ist es wirklich so hyper unstructured. We go raus and then steigen wir in den Aufzug und dann sagt einer von uns so und what's geht? Und dann erzählen wir einfach, was so the wohl passiert ist, was lief gut, was lief schlecht, wo haben wir gerade sorgen, Ängste, Bedenken und so weiter. Wir holen uns immer bei five elephants in der Colby. Kolwitzstraße, Kaffee, laufen bis einmal die Kolwitzstraße durch und dann wieder zurück und reden einfach sehr unstruktur, um einfach um so ein bisschen Gefühl für den anderen zu bekommen, wie gerade der Vibe ist und so weiter. Und vor allem so alles Unausgesproche der Woche, einmal kurz auszusprechen. Ich glaube, das ist so sehr gefährlich. Es bauen sich dann, glaube ich, immer so Sachen auf, so sehr viel unausgesprochen und zu viel. und so weiter. Das gibt es bei uns halt nicht, weil wir halt einfach jeden Freitag 16 Uhr versuchen, unser komplettes Herz einmal auszuschütten. Und das ist, glaube ich, sehr wichtig. Und das machen wir seitdem. Und deswegen würde ich sagen, Co-Fourner Relationship ist bei uns sehr, sehr gut. Was glaubst du auf Serie passiert, wenn ihr dieses Ritual nicht etabliert hättet?

1:08:08 Yilmaz Köknar: Ja, ist wäre einfach, glaube ich, schwierig gewesen, weil du hast immer so, es gibt ja immer Friction. Points, so also Sales oder auf GoToMarket-Seite, wir brauchen das Feature, dann sagen die halt so, ah, Sales oder Marketing muss halt das pushen und so weiter. Und du sprichst dann aber nicht aus, weißt du, du gehst halt dann in dein Department, redest dann darüber und so weiter. Und ich glaube, das Gefährlichste, was passieren kann, ist, du wirkst diese unausgesprochene Unzufriedenheit bei irgendwem. Und deswegen war es schon, es ist wie so ein Katalysator, weißt du, du lässt einfach einmal alles raus, so ob gut oder schlecht, und dann steht einfach nichts mehr zwischen dir.

1:08:44 Feliks Eyser: Und ich glaube, das ist einfach sehr wichtig. Interessant, und du machst es einmal auf der sozusagen der kollektiven Ebene im Co-Found und machst es für dich separat nochmal zwei Tage später am Sonntag in deinem anderen Walk? Rituale, Rituale. Unicorn by Walking Habits. Okay, was haben wir in der Karte? Culture, Unternehmenskultur.

1:09:05 Yilmaz Köknar: Ja, ja, ja. Auch extrem wichtig, würde ich sagen. Was ich da im Jummer von 2023 sagen würde, wäre, glaube ich, so ein bisschen. Weißt du, ich glaube, irgendwann verstehst du, dass du halt nicht mit allen Menschen befreundet sein kannst. Ich glaube, so der Core Superchat, so ist eine sehr eingeschworene, sehr coole Truppe. Das ist auch der Grund, weshalb wir, glaube ich, so hart. pushen können, so, so Maury, Inka, alle Mika, Henrik, so alle Leute, die halt so sehr early dabei waren, so. Und dann halt den Kreis weitergemacht haben, so mit Max, Sarah und so weiter, ist so eine sehr coole Leadership-Truppe. Und es ist auch ein sehr close, also sehr gute, also wir sind auch alle miteinander befreundet, würde ich sagen. Aber irgendwann musst du diesen Switch hinbekommen, so zu, ähm, okay, man ist sehr cool miteinander, aber auf der anderen Seite gibt es halt harte Goals. Performance, vor allem mit Sales und wenn die halt nicht gehittet werden, dann gibt es halt einen Performance Improvement Plan oder halt in eine andere Richtung bist du ultra gut, dann wirst du halt schneller befördert und so weiter. Und diese Personal Bond Ist dann teilweise ein bisschen schwierig. Und deswegen war ich am Anfang immer sehr distanziert. Es haben auch immer alle zu mir gesagt, du hast eine sehr krasse Distanz, weil ich halt immer Angst davor hatte. dass so halt, wenn ich zu personal bin mit den Leuten, dass ich dann nicht mich in ein Meeting reinsetzen kann mit dem und sagen so, hey, das ist nicht gut gelaufen, das ist nicht gut gelaufen, wir müssen uns jetzt leider trennen. Aber irgendwann habe ich gecheckt und das ist glaube ich so, das ist glaube ich so dann diese Coach-Mentality, dass du halt schon beides machen kannst. Und ich sehe das wie so ein Fußballtrainer, die sagst du ja auch manchmal, du bist so der Trainer, der halt so mit seinen Leuten cool sein muss, weißt du, die Mannschaft, die du auf den Platz stellst, muss halt einfach die beste Mannschaft sein. Aber die Leute müssen halt einfach auch verstehen, wenn sie gerade nicht ihre beste Performance haben. Dann wächst du sie halt auch einfach manchmal aus. Oder du musst halt so mit den. Du arbeitest daran, dass sie ja besser werden, aber du willst denen ja nichts Böses. Aber du bist trotzdem eine sehr eingeschworene, gute Truppe und ich glaube, das ist hyper wichtig. Ich würde sagen, genau so weitermachen, aber trotzdem halt so. Guard Rates implementieren, Goals implementieren, Ziele implementieren, Konsequenzen implementieren und das halt so ein bisschen früher, damit halt auch so alles ein bisschen klarer ist auf der Ebene.

1:11:20 Feliks Eyser: Ich finde es ein gutes Bild, get to sagen, then ein Startup Team ist a Sportmann, kommt von Netflix aus dem Culture Handput von Netflix. Die sagen so, wir sind keine Familie Wir sind kein Freundeskreis, so weil eine Familie hat ja keinen Zweck im Sinne von, wir wollen ein Ziel erreichen. Eine Sportmannschaft hat ein Ziel. Wir wollen hier gewinnen, sonst treten wir nicht an und jeder leistet dann natürlich einen Beitrag. Und wenn du den Beitrag nicht leistest, dann bist du irgendwann nicht mehr Teil der Mannschaft. Es gibt diesen Film. Moneyball? Ist das der über Baseball? Und dann gibt es doch diese Szene, wo dieser Junior irgendwann plötzlich einen der Spieler rausschmeißen. Muss, ist das dieser Film oder ich bring's durcheinander? Auf jeden Fall schwitzt er sich einen ab und muss quasi den Spieler feuern, weil er halt einfach nicht mehr seine Zahlen bringt. Und dann geht er da hin und sagt ihm, ey, nachdem er sich irgendwie zwei Stunden erstmal überwinden musste, und sagt ihm so, hey, you're fired. Und der Spieler sagt einfach nur Okay. Weil der natürlich auch versteht, dass wenn die Zahlen nicht stimmen, dass er woanders hin muss. Das ist ja in einem Team total klar. Also, das wird es im familiären Umfeld nicht machen. Dein Onkel, der sich zweimal schlecht benommen hat bei der Weihnachtsfeier, den schmeißt er nicht aus der Familie raus. Deswegen, so dieses Bild, wir sind eine große Familie, ist vielleicht schwieriger, als das zu sagen: Nee, wir sind ein Sportsteam. Ja, hundertprozentig.

1:12:28 Yilmaz Köknar: Ich glaube, genauso funktioniert es. Aber weißt du, da hast du so auch so, weißt du, du spielst dann mal ein Turnier, das ist dann mal so ein Feature Launch, alle Baller, also alle sind so dabei, da hast du so ein Goal, wo du hinarbeitest, aber dann ist wieder so, weißt du, du hast so Okay, wie werden wir zusammen besser? Und vor allem auch so diese Dynamik zwischen Trainern und Spielern oder halt so allgemein ist ja immer noch sehr friendly, hart, aber fair. Dass man halt sagt, wir sind eine coole eingesprochen. Ich glaube, bei uns sind die Hierarchien extrem flach. Also jeder ist sehr hyper-approachable, du kannst von jedem innerhalb der Company was lernen, aber es ist trotzdem immer noch so eine High-Performance Culture. Bist du hart, aber fair? Ja, ja, ja. Ich würde sagen, ich bin sehr, sehr, sehr fair. Und auf der anderen Seite bin ich auch Manchmal sehr, sehr, sehr hart. Und ich glaube, eine Sache, die ich auch gelernt habe, ist, man muss schon immer so das Warum mitgeben. Weißt du, ich glaube, so das, was so, da wenn du sehr fair bist und sehr hart, ist, glaube ich, auch immer wichtig zu checken. was so deine Gedanken dahinter sind, das versuche ich dann schon immer den Kontext immer mitzugeben. Gib mir ein Beispiel Boah, ein sehr konkretes Beispiel für euch. Wir haben gerade einfach nochmal so innerhalb unseres Save-Teams ein paar Sachen umstrukturiert. Wo wir einfach nochmal so sehr klare KPIs haben auf unterschiedlichen Ebenen, dann sehr klare Quotas, Konsequenzen und so weiter. Am Ende ist ja mein Ziel, dass es der Company gut geht. Der Company geht es ja gut, wenn die Sales Manager möglichst viel closen. und die Sales Manager möglichst viel Geld verdienen. Weißt du? Also unsere Incentives sind da 100% allein. Ich will, dass du so viel Geld wie möglich verdienst, weil dann geht es der Company am allerbesten. Mir geht's gut, allen geht's gut so. Aber wir brauchen auf der anderen Seite trotzdem Strukturen und halt Konsequenzen. Wenn man halt sozusagen zum Beispiel Leads nicht sauber handelt oder halt irgendwas im Prozess untergeht und so weiter, dann muss trotzdem das System. . funktionieren.

1:14:28 Yilmaz Köknar: Und wir haben halt in den letzten Monaten sehr viel am System gearbeitet, was hart war. Aber auf der anderen Seite bin ich auch sehr fair, dass ich halt immer sage, so, hey, my number one goal ist hier nicht irgendwie. . dich abzufacken oder sonst irgendwas. Mein Number One Goal ist, dass du mehr Geld verdienst und dass wir halt einfach und du weißt, dass du mehr Geld verdienen möchtest so und ich gebe dir einfach nur die Mittel dafür. Und ich gebe dir das Handwerk und die Werkzeuge dafür und die Regeln und die Struktur dafür, dass du halt mehr Geld verdienen kannst, dass es dir besser geht, der Company besser geht und wir halt einfach ein sehr gutes Miteinander haben. Und es ist am Anfang immer sehr hart. Aber ich glaube, die Leute checken es dann hinten raus und dann schaffen wir aber auch so Upside. Weißt du, dass wir halt sagen so, hey, die Top 3 diesen Monat kriegen halt nochmal 5% mehr Provi und so weiter. Weißt du, in beide Seiten, in beide Richtungen halt. Man stößt manchmal schon auf Widerstand, aber am Ende mag man sich trotzdem und geht trotzdem mit einer Lunche oder macht trotzdem Sommerparty und so weiter. Also man muss das Grundverständnis dafür, warum wir das machen, ist schon immer da und muss man nicht mehr sehen. mit Leuten auch immer mitgibt.

1:15:29 Feliks Eyser: Hat auch was Street Smartes zu sagen, gut, es gibt dir ein System. Ich mag dich trotzdem. Geil. Was für eine Karte willst du nehmen? Pricing. Pricing, mein Lieblingsthema. Was hast du über Pricing gelernt in den letzten drei Jahren?

01:15:37 Pricing und Produktfokus: die 15-Minuten-Regel für neue Funktionen

1:15:45 Yilmaz Köknar: Dass es sehr wichtig ist und wir zu wenig im Bereich Pricing machen, leider. Wir haben immer unser, gerade ein großes Pricing-Projekt, wo wir unser gesamtes Pricing nochmal anschauen, weil über Zeit ja einfach viel dazugekommen ist. Weißt du, am Anfang sind wir einfach gestartet, wir haben unser Core-Pricing fairerweise auch nie geändert. Also die einzelnen Pakete kosten genau nachdem wir herausgefunden haben, wie viel dafür Charge man kosten immer noch genauso viel wie vor fünf Jahren. Wie habt ihr das herausgefunden? Ich glaube, zwei Sachen haben wir gemacht. Wir haben einfach geschaut, was für andere saß, also was für andere Tools kosteten, haben das so ein bisschen gebenchmarkt und dann haben wir einfach getestet. Wir hatten mal eine Woche, wo wir einfach gesagt haben, okay, das sind jetzt die Pakete, nächste Woche sind das die Pakete und haben einfach geschaut, wo ist so die Hürde zwischen, ah, okay, die Leute sind bereit, es zu zahlen, aber es ist immer noch so on the edge einfach so. Und das hat sich dann irgendwann eingependelt. Aber ich würde sagen, viel Benchmarking. Also wir haben viel einfach geschaut, was so andere Tools in dem Bereich kosten. Die Base-Pakete haben wir dann tatsächlich auch nie geändert, was weiß ich nicht, ob es ein Fehler ist oder halt nicht, aber das schauen wir uns gerade nochmal an. Was kostet Superchat für eine Referenz, wenn es jemand interessiert? Das kleinste Paket kostet 89 Euro.

1:16:58 Feliks Eyser: Monat.

1:16:59 Yilmaz Köknar: Da hast du halt eine Nummer, drei User, kannst schon gut damit arbeiten. Ab 149 Euro im Monat hast du dann sozusagen noch den AI-Agent dabei und dann kommen. . größere Pakete mit Integrations und so weiter. Und dann kommt halt der variable Faktor, Usage-Base, wo du halt sagen kannst, okay, ich will jetzt für meinen nächsten Standort noch eine weitere Nummer adden, weitere User adnen, mittlerweile kommen Credits für Automations, dann noch ähm WhatsApp-Kosten und so weiter dazu ist halt einfach sehr viel organisch dazu gewachsen. Und jetzt sind wir so in dem Modus, wo wir sagen, okay, lasst uns das Ganze nochmal anschauen, vereinfachen, ne? Ja, in dem Bereich sind wir gedacht.

1:17:35 Feliks Eyser: Was ist dein mentales Modell im Pricing zwischen Bundling und Usage-Base? Also quasi eine Flatrate kannst du alles nutzen, versus Jede Nummer kostet mehr oder jeder Credit oder wenn der Agent da irgendwie den Arzttermin bucht, so dann kostet es irgendwie X. Also quasi Unbundling versus Bundling.

1:17:50 Yilmaz Köknar: Ja, ja, auch wir versuchen immer zu schauen, okay, was ist so der Value Driver? Bei uns ist halt das Problem, oder nicht das Problem, auch so zweistelig schwert, aber du hast halt einfach, wir haben einfach eine sehr breite Masse an Companies da drin. und sehr unterschiedliche Use Cases. Weißt du, du hast Sales Support Recruiting für einen Makler ist nochmal anders wie jetzt für irgendwie eine keine Ahnung, einen Spa. Das heißt, die Value-Drivers sind immer unterschiedlich. Und wir haben da immer geschaut, so ich glaube, jetzt dieses Credit-System funktioniert extrem gut. Weil da ist einfach sehr viel involviert, also du kannst halt einfach Automations darüber abrechnen und so weiter. Und dann spürst du halt den Value und kriegst dann eine Notification von, hey, du bist bei 80% von deinen Credits, jetzt nochmal Top-Ups und Pausen die Automations und so weiter. Das funktioniert extrem gut. Und in dem Bereich, da wollen wir halt einfach tiefer rein. Dass wir jetzt sagen so, ah, okay, krass, wir müssen einfach so sehr credit-based, sehr US-based das machen, aber es geht auch nicht nur. Weil du brauchst schon einfach so, dass du jetzt sagst, okay, wie viele User sind in dem Paket enthaltene, welches Paket möchtest du haben? Diese Pakete machen es sehr einfach. Und dieses Usage-Base macht es halt auch so sehr value-driven. Um am Anfang transparent zu haben, brauchst du halt, glaube ich, schon Pakete.

1:18:59 Feliks Eyser: Das ist unser Mindset dafür. Der Einstieg einfach, aber wenn die Leute dann quasi komplizierte Sachen damit bauen und du merkst, okay, du wirst zur kritischen Infrastruktur. und du schaffst einen massiven Wert in Unternehmen, kannst du User Space auch mehr. Ist ein neuer Trend, muss man auch sagen, durch die ganzen AI-Themen, dass du das Token-Preise hast und so weiter und alle jetzt wieder okay damit sind, dass du quasi ein Guthaben auflädst und das verbrauchst, du hast eine SARS-Fälle. Lange nicht so. Es war ja immer Seed Pricing. Du hast pro User bezahlt. Wenn du irgendwie HubSpot oder ein CRM oder Pipedrive oder so immer gekauft hast, die Logik war ja immer, pro Person, die es benutzt, zahlst du 3x. Und jetzt in der AI-Welt Hat sich sehr geändert. Es gibt den Developer, der zahlt 10. 000 Euro im Monat an Tokens. Und es gibt irgendwie einen Customer Support Menschen, der hat für 39 Euro ein Tool.

1:19:38 Yilmaz Köknar: Safe in der Transition, so gerade sind wir, glaube ich, mittendrin. Und versuchen, so ein bisschen herauszufinden, wie spielen wir das Game. Weil ich glaube, am Ende willst du einfach, dass das Pricing so einfach wie möglich für den Kunden zu verstehen ist, aber auch auf der anderen Seite transparent und planbar ist. Weißt du, und diese Transparenz schaffst du schon über diese Pakete, Planbarkeit schaffst du schon auch über diese Pakete. Aber es ist halt teilweise nicht einfach, weil du musst dann immer noch so Sachen dazu basteln. Und wenn du es nur Usage-Base machst, ist es zwar auch. Planbar und transparent ist dann halt so ein bisschen schwierig manchmal. Und diese zwei Welten versuchen wir gerade zusammenzuführen.

1:20:16 Feliks Eyser: Okay, ich nehme nochmal eine Karte. Product Expansion. 2023 Hilmars. Der hat im Grunde eine Multi-User WhatsApp-In-Box angeboten. Ja. Heute hast du Agents, Voice.

1:20:28 Yilmaz Köknar: Da würde ich auch sagen, ich glaube, unser Core Skill war einfach immer sehr schnell zu iterieren. Das heißt, wir sind ja wirklich einfach mit einer GDPR-Compliant Inbox gestartet. Dann haben wir so Newsletter geedit, so ähnlich wie Mailchimp, Mailjet, dann Workflows wie Klaviyo und jetzt halt Agents. Wir haben es eigentlich so über Zeit immer neu erfunden. Das würde ich auf jeden Fall beibehalten. Und halt, teilweise würde ich, glaube ich, aber immer noch schauen, okay, was können wir für die einzelnen Verticals? Das haben wir jetzt auch im. im auf GoToMarketse erst relativ spät gemacht, sowas können wir noch für die einzelnen Verticals an Tiefe schaffen. So sehr horizontal, aber dann halt zu sagen, so okay. Was ist so das ERP-CRM-System in dem einen Vertical und lass da rein integrieren?

1:21:13 Feliks Eyser: Beispiel wäre, wenn du Reisebüros zum Beispiel hast und die haben ihre eigene Branchensoftware und dann kannst du überlegen, okay, mit wem muss ich dann eine Partnerschaft eingehen. Damit, wenn da eine Anfrage eingeht und jemand seine Karibikreise über WhatsApp buchen will, hoffentlich in Zukunft, dass es dann direkt in das Reisebüro CRM oder ERP reingeht. Wann sind zu viele Produkte zu viel? Fokus versus Diversifikation.

1:21:32 Yilmaz Köknar: Ich glaube, wenn du halt nicht mehr so in, sagen wir mal, 15 Minuten in einer Demo den Leuten das Produkt erklären kannst, interessant, dann wird's schwierig.

1:21:42 Feliks Eyser: Okay, du Reverse engineerst quasi von der Demo, dem Magic Moment, wo du dem Kunde zeigst, hey, guck mal, das kann das Tool und du überlegst, was passt da rein. Und wenn ich merke, okay, das wird irgendwann zu kompliziert, ich biete auch Payments und Mitarbeitermanagement und was weiß ich an, dann merkst du, okay. Es ist nicht mehr so einfach rüberzubringen.

1:21:57 Yilmaz Köknar: Ja, und dann versuchst du, glaube ich, einfach zu viele Probleme zu lösen und verzettelst sich da so ein bisschen. Bei uns war immer so, finde ich, erstmal so ganz kurz ein Problem in der Demo, das sie haben, und dann zeigt ihnen halt die Lösung dafür. Aber wenn halt dann nur halt jumps, jumps, jumps, dann ist der nicht so der rote Faden da. Das heißt, bei uns ist immer so versuch, einfach in 15 Minuten musst du alles erklären können, was der Kunde braucht.

1:22:21 Feliks Eyser: Ich habe nochmal die Karte mit Ad Spend Increasen. Haben wir schon darüber gesprochen. Hast du noch ein Learning für den 2023er, Ilmas, was die Marketing-Ausgaben angeht?

1:22:30 Yilmaz Köknar: Ich würde einfach sagen, wenn du halt verstanden hast, dass was funktioniert, dann halt all in. Wird halt habe ich. Also, das war Im Nachhinein weiß ich nicht, wieder da. Ich glaube, wir hatten einfach so zu viel Angst und Unsicherheit zu dem Zeitpunkt, was auch ein bisschen mit der Erfahrung da halt war. Also weil wir halt einfach noch nicht wussten, wie das ganze Ding funktioniert. Aber jetzt, weil wenn man so einen Funnel hat, der sehr gut funktioniert, dann muss man glaube ich so aggressiv wie möglich da reingehen. im Positiven und es halt ausschöpfen, so gut es funktioniert. Weil, keine Ahnung, Meta ändert was an der Algorithmen, irgendwas funktioniert dann nicht mehr, irgendwas drei Monate später sieht alles wieder anders aus. Deswegen würde ich schon immer so versuchen, bis ans absolute Limit das zu pushen. Und dann halt schnell zu iterieren. Aber dann halt in der Zeit auch einfach zu sagen: Okay, was ist die nächste Welle, die wir reiten.

1:23:23 Feliks Eyser: Ich finde, es passt auch gut in unsere Überschrift, Street Smart vs. Book Smart. So BookSmart kannst du immer alles analysieren, kannst dir tausend Gründe irgendwie ausdenken, warum was irgendwie nicht geht oder nochmal irgendwie. Weitere Pfade aufzeigen, aber am Ende muss man sagen, gut, wenn eine Sache klappt, dann halt auch aggressiv reingehen und sich den Mut aneignen, da all in zu gehen.

1:23:39 Yilmaz Köknar: Ja, ja, ja. Und du hast ja am Ende nichts zu verlieren. Du hast so sehr wenig, die Downside ist einfach sehr klein. Ja, wenn sie einfach aggressiver im positiven Sinne reingeht.

1:23:51 Feliks Eyser: Okay, was haben wir noch? Hiring. Hast du wirklich mal eine Person eingestellt, weil sie eine Smartwatch getragen hat im Werbungsgespräch?

1:23:59 Yilmaz Köknar: Ja, habe ich gehört von einem Freund. Der ist auch immer noch Erik. Erik, Erik Durso, unser legendärer Sales Manager. Freut sich auf bestimmt. Grüße gehen raus.

1:24:08 Feliks Eyser: Grüße an euch.

1:24:11 Yilmaz Köknar: Das ist auch lustig im Jonas, unser Head of erster Head of Growth. Ich saß in dem Raum und dann war so, okay, wir brauchen einen Sales Manager. Wir beide haben zu dem Zeitpunkt Sales gemacht. Haben wir einen Sales Manager gebraucht. Und aber sagten uns so, wir brauchen jetzt irgendeinen Shortcut. Wir können jetzt nicht irgendwie Hiring-Prozess starten, wir brauchen den eigentlich morgen, wir haben einfach zu viele Leads gerade. Und da haben wir in der Company rumgefragt, hat einer von unseren Engineers gesagt: Hey, ich habe einen Kumpel von meinem Papa, der sucht gerade was. Max war der Engineer. Max, ja, schaut an. Believat auch ein Start-up. Und der hat dann uns Erik vorgestellt und dann habe ich mit Erik telefoniert. Und ich weiß noch, der erste Satz war. Wenn man Erik kennt, weiß man, versteht man das auch alles so. Sein erster Satz war so ein bisschen, so Ich kann jetzt meinen Lebenslauf schicken, aber der ist vier Seiten lang. Aber er kann auch einfach kurz reden. Haben wir telefoniert und ich habe schon gemerkt, okay, weißt du, der hat was. Der hat so dieses ultracharismatische. Doch so 99,9% Street Smartness. Der hat auf jeden Fall eingeladen am nächsten Tag ins Office. Es war noch in der Uranienburger Straße, da direkt am hackischen Markt. stand da am Fenster, haben ihn gesehen, wer reingekommen ist. Erik ist, muss man auch. Erik ist Mindset der jüngste Mensch, den wir haben, so auch der immer noch der größte, also Sehr positiv. Im biologischen Alter war er aber locker mal irgendwie 20 Jahre älter als du. Er ist jetzt, glaube ich, 54, also knapp über 50, aber sehr viel älter als wir. Hat sich dann da hingesetzt. Und dann hat er Erik gemacht. Er saß dann da, Tschakeraka, hat sehr authentisch, sehr charismatisch mit Jonas und mir geredet. Und Jonas und ich waren ja auch schon immer so sehr safe-stream. Wir haben uns dann so gegenseitig hochgeschaukelt und dann ist irgendwann in diesem Bewerbungsgespräch zu dritt so eine. wirklich krasse Dynamik entstanden, so von let's go, geil, bla bla bla. Und dann ist irgendwann Erik rausgegangen und ich weiß noch wirklich, wir standen da an diesem Fenster, haben ihn angeschaut, wer so runtergelaufen ist im Office. Und da habe ich Jonas angeschaut und meinte so, was machen wir da?

1:26:15 Yilmaz Köknar: Ich meinte, so ich weiß nicht, ob er die Text-Skills hat, jetzt halt da über Zoom Demos zu machen, weil hat er davor noch nicht gemacht, aber er hat den. Restaurant auf Costa Rica, war der Manager von Sarah Connor, hat bei Radiosendern gearbeitet, hat Blumen auf der Straße weg, auf alles gemacht in seinem Leben wie ich alles. Wenn Erik Storys erzählt, sind es die verrücktesten Storys, aber der hatte so dieses gewisse etwas. Dann hat glaube ich Jonas gesagt, er meinte so, Herr, aber man hat doch einen Smartwatch an. So eine Galaxy, sagen wir so eine Smartwatch. Ich glaube, der kann das schon. Wenn er jetzt in dem Alter noch eine Smartwatch, das ist auch so dumm im Nachhinein, Smartwatch trägt, dann wird er das schon hinbekommen. Wenn wir mit den Lachflächen und so hilfsüber sagen, komm, lass ihn heiern, der kriegt dich schon hinterher eine Smartwatch an und seitdem Erik. Top Closer hat wirklich alles abgerissen, sehr viel Revenue reingeholt, sehr viel Geld verdient.

1:27:05 Feliks Eyser: Jonas gibt dir übrigens Credits für die hier ist für die Smartwatch Entscheidung. Wir würden hier erfahren, wie es wirklich abgelaufen ist. Aber wer hat sagt Jelmastan gesagt? Aber geil, also manchmal kann man, also manchmal sind Entscheidungen halt auch irgendwie kompliziert, weil so viele Faktoren drin sind. Dann kann man sie auf eine einfache Sache runterbrechen. Das ist so das, was ich mitnehme.

1:27:21 Yilmaz Köknar: Ich glaube am Ende, weißt du, zu Hiring, das ist echt, das ist so ein krasses Topic. Am Ende hat es glaube ich niemand so richtig gesolft, weil das ja so menschenbezogen ist. Die krassesten Leute, die wir gehirt haben, die jetzt einfach so Superchat auch driven, so Maury, Inka, Sa, weißt du so. einfach so Henrik und die haben da vorher nie was gemacht in dem Bereich. Also die sind teilweise als Interns gestartet. und haben sich so einfach so earned their badges, so einfach so ihre Wins innerhalb von Superchat gehabt, Departments aufgebaut, Teams aufgebaut und so weiter und alles so on the job halt gelernt. Ich glaube, es ist schon beides möglich, auch Erfahrung reinzuheilen. Das machen wir gerade zum Beispiel. Wir heilen gerade zwei, drei Personen in unser Leadership-Team rein und mit sehr viel Erfahrung. Und du merkst einfach sehr schnell, ich glaube, das ist so sehr abhängig vom Charakter der Leute, wie humble sind die, wie gerne wollen die noch was lernen und so weiter. Und davon hängt es, glaube ich, sehr viel ab. Und du merkst, glaube ich, innerhalb so der ersten zwei Monate, ob das funktioniert oder nicht.

1:28:21 Feliks Eyser: Was sagst du 2023 Jilmers über Bauchgefühl? Weil viele Frauen in der Situation sind und sagen, ja, ich heire da Leute und ich habe da ein gewisses Bauchgefühl. Aber wie kann ich denn meinem Bauchgefühl vertrauen? Weil ich habe auch noch nicht 100 Leute geheiert. Wenn du die dritte Person da heirst, ist das Bauchgefühl auch vielleicht. Off, Huhn aus. Was sagst du dem jemals von vor drei Jahren dazu?

1:28:40 Yilmaz Köknar: Ich würde schon sagen, vertraue auf dein Bauchgefühl. Weil ich glaube da so, wir haben auch ein, zwei, nicht so gute Hiring Decisions gemacht und es war dann schon immer so, wie ich auch davor Bauchschmerzen hatte tatsächlich. Und man dachte so, ah, weiß ich nicht, ob das jetzt funktioniert. Und zwar immer so, ah, okay, aber on paper sieht es wirklich sehr, also der Lebenslauf sieht wirklich sehr gut aus, es muss funktionieren. Und es hat dann immer. nicht so gut funktioniert, weil es glaube ich so auf so People-Ebene nicht so gut funktioniert hat. Weil die Leute dann halt reingekommen sind, sehr von oben herab. Sehr ego-getrieben, dann halt versucht, Sachen umzuschmeißen und dann ist das immer sehr schwierig, dann auch für die Teams, die sie dann halt geführt haben. Und die Menschen, die halt am besten einfach performt haben, am Weg so immer so Humble Learner, die jetzt sehr viel lernen wollten, sehr wissbegierig waren, davor schon Sachen ausprobiert haben und so weiter. Ja, das war schon vertrauft dein Bauchgefühl, aber halt so, mach auch so deine Hausaufgaben. Ich glaube, so Reference-Checks ist immer sehr, sehr wichtig. Das haben wir auch sehr spät immer angefangen dann zu machen, so Frag einfach mal so, hey, wie waren so die Leute? Es muss ja nicht so dein letzter Arbeitgeber sein, aber so, keine Ahnung. Wie lief dein letztes Projekt? Kannst du mir da mal zwei Leute vorstellen, mit denen da zusammengearbeitet hast? Wie warst du mit ihm zu arbeiten und so weiter? Das in Kombination mit Bauchgefühl und so die Core Values einfach trotzdem abchecken.

1:30:01 Feliks Eyser: Es gibt diesen Satz: Higher for attitude, train for skills. Also in der frühen Phase zu sagen, hol Leute aufgrund der Einstellung, die sie haben und nicht aufgrund der Vorerfahrung. Und das hört man immer wieder bei Faunern, dass sie sagen, ja gerade in der frühen Phase ist es viel wichtiger, was du gesagt hast, humbless, learning, drive, stellen die richtigen Fragen. Zwei Karten haben wir noch. Self-development als Founder. Das Wachstum des Founders ist oft der limitierende Faktor für das Wachstum der Company. Wie bist du über dich hinausgewachsen? Und was gibst du dem jemals von vor drei Jahren dazu mit?

01:30:28 Lernen ohne Bücher, Fokus ohne Öffentlichkeit und Yilmaz' erstes Longform-Interview

1:30:33 Yilmaz Köknar: Boah, ich hab meine Key Learning, ich hab einfach immer sehr viel, das ist auch sehr Dinge, aber ich mag es einfach nicht zu lesen. Also Bücher lesen war nie so mein Ding. Ich bin da immer eingeschlafen und halt einfach viel zu ungeduldig, mir Sachen durchzulesen und irgendwie aus Büchern zu lernen. Ich habe einfach extrem viele Podcasts gehört. und YouTube-Videos mir angeschaut. Und ich glaube, so dieses ganze Wissen ist da draußen. Dann habe ich sehr viele YouTube-Videos angeschaut, sehr viele Podcasts gehört und einfach sehr oft nach Hilfe gefragt. Weißt du, wenn ich irgendwas nicht wusste, so Keine Ahnung, es gab immer Leute, Mentoren, ich war mir nie zu schade oder ich weiß nicht, dieses Ego-Game gab es einfach und ich dachte immer so, ja, ich frage einfach mal nach Hilfe. So dich, Roland, Tom, alle unsere Angels, Kai, Fabi und so weiter, die habe ich einfach immer noch Hilfe gefunden. fragen und das Schöne daran ist ja, so bin ich gerade auch, ich liebe es einfach einfach auch, Leuten zu helfen, macht mir einfach Spaß. Und die meisten geben ja auch einfach sehr gerne ihr Wissen einfach weiter. Also ich war schon immer so, ich habe immer von anderen Leuten versucht zu lernen. Sehr viel aufgesaugt, sehr viel Learning, sehr viel nach Hilfe gefragt und aus YouTube-Videos und Podcasten.

1:31:50 Feliks Eyser: Da warst du einer der ersten Fauna, an denen ich gearbeitet habe. Und mir gesagt hat, als erstes so habe ich mir irgendwie so das SDR-Framework, also so quasi die Sales Development Representatives Playbook, irgendwie aus den USA angeschaut im YouTube-Video. Von dem Hubspot Head of Sales oder whatever. Und so das fand ich faszinierend. Jetzt ja auch wieder ein Stück weit normaler, gell? Aber so Business Education war ein Thema Was andere damals anders gemacht haben.

1:32:14 Yilmaz Köknar: Ja, und ich glaube, man muss sich auch einfach schon sehr oft eingestehen, dass man einfach von meinen Seiten keine Ahnung hat. Und dann so auf aggressive, nur weil man halt die Rolle irgendwie Titel hat oder sonst irgendwas zu versuchen, so, okay, das funktioniert. Wir haben einfach von vielen Sachen, keine Ahnung. Und da halt dann rauszugehen, zu sagen, so geht, ich habe jetzt einen Podcast dazu an, ich habe YouTube-Videos darüber an, spreche vor allem, das ist schon cool immer. so in dem Netzwerk, in dem wir hier in Berlin unterwegs sind, so spreche mit einfach sehr vielen anderen Leuten, gehe lunchen, frag nach Hilfe, versuch so ein bisschen wie so ein Schwamm alles aufzusaugen. Und dann. . . eine Entscheidung zu treffen. Ich glaube, das war auch immer so wichtig. Einfach mal so eine Entscheidung treffen, egal ob sie gut oder schlecht ist. Wenn sie schlecht ist, dann wird sie on the way eh wieder korrigiert. Wenn sie gut ist, dann Glück gehabt. oder halt aus deinen ganzen Eindrücken die gute Entscheidung getroffen. Es war viel mit Entscheidung. Ich glaube, Learning hat schon viel mit Entscheidung treffen zu tun und nicht Angst davor haben.

1:33:12 Feliks Eyser: Und auch da kann Book Smart an natürlich im Weg stehen, wenn man so einen Background hat und irgendwie zwei Master und ein PhD an der Whatever Business School machst und so ein bisschen aus so einem Umfeld kommt und bei irgendeiner großen Beratung war und denkst so, ja, ich bin ja derjenige, der alles weiß, kann man sich vielleicht im Weg stehen. Bei genau der Frage, ja gut, ich habe auch noch keinen Sales-Prozess irgendwie so im Detail aufgebaut oder das Incentive-Scheme für irgendwie das Customer Success Team gebaut, dann frage ich doch mal lieber jemanden.

1:33:37 Yilmaz Köknar: Ja, ich finde das ein geiles Beispiel, weil immer so Ich fand immer die Leute von irgendwelchen Business-Unis und so weiter, also ich fand es auch, das war auch bei uns die schlimmste Phase, aber so, wenn ich dann immer so höre, so ja, okay, wir machen jetzt ein Jahr Ideation, da dachte ich mir immer so, boah. es ist eine tough zeit leute dann denken so okay kommt ihr zusammen schaut euch unterschiedliche märkte an zerlegt jeden Markt, jede Idee ist nicht gut genug und dann da ist wieder, weißt du, du hast so einen Bereich, der eigentlich spannend ist und dann schaust du das drei Tage an. nimmst den komplett auseinander und findest es nicht spannend, das aus den und den Gründen. Es gibt zu jeder Sache oder da sind zu viele Competitor drin, das, das nicht, das, das nicht. Denke ich mir so, Leute. Also ich glaube so wird es halt, also es gibt ja Leute, die Ideaten dann zwei Jahre und gründen dann nichts. Na denke ich mir, Ein Unfair Knowledge hast über irgendwas oder einfach irgendeinen Bereich spannend findest so. weiß ich nicht, Steuerberatersoftware, so, so das sehe ich gerade bei uns, ist irgendwie ein Problem so, aber ich habe ja auch keine Ahnung dafür. Wenn ich einfach mal 100 Steuerberater anrufe, ne? So am morgen und mal herausfinden, so was belastet die denn gerade. Oder einfach mal Ads schalten, ne? Wo einfach nur auf der Edge steht, so hey, wir bauen Software für Steuerberater, hier Termin buchen, wir lösen halt das und das Problem. Einmal mal sprechen, dann findest du on the way schon genug Probleme raus, die sie haben, die du solfen kannst. Wir jetzt dann halt versuchen, aus irgendwelchen Studies, Research Papern, sonst irgendwas diese eigenen Probleme zu spinnen, von denen du am Ende ja. auch keine Ahnung hast. Und dann zerlegst du die immer. Da waren wir auch mal kurz, diese gefährliche Dynamik von nichts ist gut genug. Du zerlegst jede Idee, jedes Problem, passt nicht und so weiter. Und da hast du immer so

1:35:22 Feliks Eyser: Einfach mal iterieren, rausgehen. Rausgehen, mit Leuten sprechen. Das ist der street smarte Weg. Vor allem heute in AI-Zeiten. Du kannst ja mit Claude und so weiter bis den ganzen Tag am Analysieren, kannst du jeden Markt und jeden Competitor und kriegst da tausend Sachen und hast ja dann das Gefühl, A, du bist gut informiert und B, es gibt ja alles irgendwie schon und Du hast dadurch dann so ein Confirmation Bias, dass deine anderen dann da auch bestätigt werden, so du kriegst die AI immer dazu, dir irgendwie zuzustimmen auf die eine Weise, aber gleichzeitig mit Leuten zu sprechen, ersetzt es halt nicht. Ja, hundertprozentig. Okay, letzte Karte. Steht drauf. Fokus. Hat mir einer deiner frühen Wegbegleiter gesagt. Wenn ihr dieses Hype-Meeting habt und sagt: Ja, wir schaffen das, habt ihr euch 20 Initiativen überlegt und davon auch 19 umgesetzt. Hat mir der Jonas mit auf den Weg gegeben.

1:36:03 Yilmaz Köknar: Ich habe ey lustigerweise habe ich immer zu Jonas gesagt, Fokus, Fokus, Fokus. Ich glaube, wenn er jetzt immer so, wenn er darüber reden, dann war immer so hyperfokus das Goal. Das ist schwierig, aber das ist extrem wichtig, würde ich sagen. Also, ich glaube, das ist auch so ein Ding, Was einfach so, du wirst halt den ganzen Tag von so neuen Eindrücken hin und her gezogen. Und dann halt aber trotzdem so zu 90 Prozent Nein zu sagen, ist, glaube ich, so das Schwierigste, was du machen kannst. Wie bist du jetzt besser geworden in den letzten drei Jahren darin? Ich glaube, mittlerweile denke ich einfach so immer so ans Endgoal und an den Plan. Ich denke mir immer so, alles, was gerade halt Also nicht in dem Plan, den wir uns geschmiedet haben, enthalten war, hat schon irgendeinen Grund. Und wir versuchen einfach den Plan jetzt zu execute. Weil da wissen wir zu 90 Prozent, dass er halt funktioniert. Aber das kam halt, glaube ich, auch über Zeit. Am Anfang waren wir schon wie so ein Flummi. der halt da mal hin, da mal hin, wenn wir da Traction gesehen haben, wenn sie da reingejumped, da reingejumpft, was glaube ich auch wichtig war, aber auch Sachen verlangsamt hat und verkompliziert hat. Und ich würde jetzt sagen, so ist einfach so hyperfokus, das Ding. Ich glaube, eine Sache, die wir schon sehr krass gemacht haben, wir waren immer sehr locked in, was ich immer gesagt habe: wir haben sehr viel Zeit im Office verbracht, wir waren einfach so nicht auf irgendwelchen Konferenzen, nicht in irgendwelchen Ja, sind einfach nicht rumgelaufen und haben das versucht, einfach sehr locked in, fokussiert im Office und haben da versucht, unser Ding zu machen. Aber haben uns auch viel ablenken lassen am Anfang. Und jetzt ist einfach immer so stick to the plan. Lass einfach so den Plan execute, indem wir uns geschmiedet haben, weil da wissen wir, dass der funktioniert.

1:37:39 Feliks Eyser: Das finde ich faszinierend bei dir, dass du diesen Fokus immer hattest, gerade bei Events, gell? Da kann man sich ja in Berlin da jede Woche irgendwie ablenken lassen von irgendwas, auf jede Bühne irgendwie oder bei jedem Networking-Ding und so weiter und du hast alles abgesackt. Ich count nur nie Presse gemacht. Also es gibt ja heute auch so dieses Modell, so Build in Public erzählt jeden Tag da deine Geschichte und so, du bist für mich das Anti-Beispiel im positiven Sinne dazu. Ja, ich weiß nicht, es hat mir irgendwie nie was gegeben.

1:38:01 Yilmaz Köknar: Wir haben immer gesagt, ich glaube, so einer meiner Core-Beliefs im Leben ist schon so Humbleness. Es wäre einfach so sehr. Easygoing, humble, einfach die Sache mal. Es hat nicht so mein Ego gefuelt, da jetzt auf irgendwelchen Bühnen zu stehen, irgendwie in den Podcast reinzugehen und so weiter. Hier macht es Spaß, weil jetzt einfach mal mit dir, wir kennen schon so lange, einfach mal die Story zu erzählen. Erster Longform-Podcast. Mega. Sechs Jahren, geil. Es fühlt sich an wie eine natürliche Unterhaltung, weil wir uns auch einfach schon so, so oft unterhalten haben. Aber es hat nicht so mein Ego gefühlt, weißt du? Und dann dachte ich mir, so ist einfach. Für die Company wichtiger, im Office zu sein, Kunden zu closen, Kunden zu betreuen und so weiter, wie halt jetzt da für mein eigenes Ego rauszugehen. Ich glaube, manchmal macht es schon Sinn. Wenn du halt wirklich darüber Kundenklossen soll hast, deswegen haben wir auch immer gesagt, wir gehen nicht auf irgendwie, ich war dieses Jahr das erste Mal auf der OMR für eine Stunde, aber nur weil wir in Hamburg einen Kunden besucht haben, per Zufall. Da war so, wir gehen lieber auf eine Apotheker-Messe, wo wir zu einem Zeitpunkt halt Apotheken geklossen haben, wo es halt niemand sieht, aber reden halt mit vielen Apotheken und closen die, wie jetzt halt dann auf die OMR zu gehen. Und es war, glaube ich, auch schon wichtig. Wir sind einfach immer sehr. Locked in, fokussiert, am arbeiten, im Office, sehr unterm Radar geflogen, weil wir auch immer gesagt haben: Okay, warum? Warum sollen wir das eigentlich mal machen? So lass einfach ein geiles Business bauen. Das macht am Ende mehr Spaß. Es hat mir einfach nichts gegeben und deswegen habe ich es einfach nicht gemacht.

01:39:30 Vom Gründer als Bottleneck zur Krise mit einem wichtigen Partner

1:39:30 Feliks Eyser: Auf deinem Weg vom Produkt, Studie, Dropout. Zum CEO mit über 100 Leuten, du zast, welche Gewohnheit musstest du dir am schmerzhaftesten abtrainieren? Abtrainieren?

1:39:45 Yilmaz Köknar: Ich glaube, am Ende ist wirklich so Loslassen das Wichtigste. Weißt du, wenn du jetzt so, ich kann nicht mehr in jedes Meeting, in jeder Entscheidung involviert sein, Und das musste ich mir schon sehr hart abtrainieren. Irgendwann war ich einfach so das Bottleneck, weißt du, weil alles auf Go-to-Market-Seite durch mich durch, als die Entscheidung getroffen werden musste. Und jetzt haben wir einfach ein sehr gutes Leadership-Team, die halt sehr krass enabled sind. Und da auch immer, ich sage immer so, lass einfach eine Entscheidung treffen. Treff einfach die Entscheidung. Weil am Ende ist es schlimmer, die Entscheidung nicht zu treffen, wie sie halt zu treffen. Und wenn wir die falsche Entscheidung getroffen haben, wenn sie halt nicht unser gesamtes Business riskiert, so. Wenn du jetzt nicht morgen entscheidest, Chartspiel zu löschen, dann ist die Entscheidung auch gar nicht so. Und am Anfang war ich immer so, okay, ich muss jede Entscheidung treffen. Und ich muss halt sehr viel von dem halt machen. Ja, und das muss ich mir schon hart abtrainieren. Einfach zu sagen, so, hey, ich habe die besten Leute um mich herum, die kennen mein Mindset, die wissen, was unser Ziel ist. Und so, ich enable die Entscheidungen zu treffen. Und wenn die halt eine schlechte Entscheidung treffne, dann ist auch kein Drama. Dann setzen wir uns hin, sagen so, hey, okay, warum war die Entscheidung jetzt nicht so gut? Und wie machen wir es halt beim nächsten Mal besser? Und einfach so über diese Iterationen von Entscheidungen treffne. Mittlerweile treffen die die Entscheidungen besser als ich, weil die einfach mehr Kontext in dem Bereich haben, viel mehr Wissen. Und lieber, ich lasse auch mittlerweile einfach die Entscheidungen in manchen Bereichen einfach, muss ich selber nicht mehr treffen, weil es. Ich habe den nicht den größten Kontext in dem Department.

1:41:23 Feliks Eyser: Hol gute Leute und lass sie machen, das eine Ende vom Spektrum, das andere ist full-on-founder-Mode, geh in die Details rein, beschäftig dich damit, geh in den Facebook Ad Manager und dann guck dir jede Zahl an, sozusagen. Sei der Micromanager und also ist ein Spektrum und für mich sind es beide so Werkzeuge, die gleichen Werkzeugkasten. Also mal ist das eine sinnvoll, mal ist das andere sinnvoll. Du hast beides schon gemacht. Wie wälfst du heute aus, welches Werkzeug du rausholst?

1:41:46 Yilmaz Köknar: Ich glaube, das ist immer sehr phasenweise und sehr projektbasiert. Es gibt auch so Zeiten, da gehe ich wirklich auch in den Admanager rein, schaue mir an, keine Ahnung, Mieter hat der Algorithmus geändert. Wir müssen jetzt kurz checken, was da passiert. Jetzt so müssen wir mehr Creatives pushen, Kampagne anders aufsetzen, Adsets anders aufsetzen. Weißt du, was ist so jetzt gerade das Unpferd Vantage? So. Und da liebe ich es aber auch so reinzugehen, in die Details reinzugehen, mir alles anzuschauen, zu experimentieren und so weiter. Aber dann, wenn wir es halt gemeinsam verstanden haben, auch immer so Peer Learning, dann halt die anderen wieder machen lassen, weil dann wird's auch bisschen anstrengend für die, wenn ich halt die ganze Zeit involviert bin. Ähm Und halt so Wartime Projects. Weißt du, so wir hatten so, keine Ahnung, wir hatten einen Partner, der wollte von heute auf morgen irgendwie so die Preise verzehnfachen. Aber der war ein sehr wichtiger Partner für uns. Und dann war sie, okay, was machen wir jetzt? Und dann haben wir halt so eine sehr gute Strategie ausgearbeitet, gesagt, okay, da gehen wir jetzt sehr tief rein. executiuten wir end-to-end und ich habe halt so dieses ganze Team halt so mitgeleadet auf diesem Weg, dass wir halt da durchkommen. Es hat auch am Ende gut funktioniert so

1:42:51 Feliks Eyser: Aber da war ich sehr tief involviert in diesem einen Projekt, nämlich wirklich in so eine Warroom-Situation. Wie sieht es aus? Klebst du da ein Schild dran? Wer sitzt da im Raum? Und wie ist so ein Tag strukturiert, wenn gerade Wartime ist? Boah, ich glaube, da können wir jetzt echt sehr ins Teil.

1:43:06 Yilmaz Köknar: Aber es war lustig, weil es war einfach so, Freitag 16 Uhr kam der Partner zu uns und meinte so, hey, wir verzehnfachen jetzt die Preise. Und du wolltest gerade deinen Coffeewalk machen. Das war aber lustigerweise, das war glaube ich sogar danach, vielleicht war es um 17 Uhr, es war danach, es war echt spät am Freitag. Und wir haben freitags immer Pizza bestellt, angefangen zu trinken, Spaß gehabt, Woche gerecapt. Und dann kam so die Nachricht rein und dann dachte ich mir so, fuck. Wir haben jetzt hier alle unsere Konten, alle unsere Businesses laufen durch diesen Account. Und wir müssen irgendwas machen, weil es fährt zehnfach von euch von irgendwie. Keine Ahnung, 20k im Monat geht es jetzt ab in drei Monaten auf 200k hoch. Und die machen das ehrlich gesagt nicht aus einem guten Willen, sondern so ein bisschen, weil die gecheckt haben, dass wir zu groß werden und die wollen so ein bisschen Machtdynamiken checken nochmal. Und dann war so Hyper Focus wieder, weißt du, so da müssen sie auf einmal so on und dann war so, okay, was machen wir jetzt? Dann haben wir erstmal denen einfach ein paar Wochen nicht geantwortet. Damit die einfach denken, damit die auch so ein bisschen im Ungewissen sind. Und man kann auch, glaube ich, manchmal so einfach so einen Deal, so eine Aussage einfach auf den Tisch lassen. Die wussten einfach nicht, hey. Haben diese Nachricht bekommen oder nicht so? War das jetzt so Panikmoment? Bei uns war halt so im Hintergrund theoretisch Panikmoment. Aber wir haben einfach so alles auf den Tisch gelassen, so im Ungewissen und haben im Hintergrund den Plan geschmiedet. Und dann war ganz wichtig, wir haben dem Projekt einen Namen gegeben. Den Namen kann ich jetzt nicht sagen, sonst kann man ein bisschen auf den Partner zurückführen und das ist jetzt auch im Nachhinein, egal. Wir haben dem Projekt einen Namen gegeben und dann hieß es so: Wir haben drei Monate Zeit. Das ist der Name. Das war wie so ein. Wieso, wir haben die Leute dann da gegathered, wir haben Leute gehiiert, nur auf dieses Projekt. Wir wussten einfach so, wir müssen jetzt migrieren, irgendwie hat das Projekt geleadet. Wir wussten so, okay, das machen wir jetzt so, das ist der Plan, Check-in, Check-Out. Und am Ende Sind wir stärker aus der Sache rausgegangen, weil wir haben alle Accounts, 6000 Unternehmen, rüber migriert zu uns halt in einer sehr, sehr kurzen Zeit und sind halt dadurch nochmal Geld gespart. freier geworden. Am Ende war es gut, aber es war ein Dangerous Project zu dem Zeitpunkt. Und da war ich aber sehr, sehr tief drinnen und habe Playbook geschrieben, was wir jetzt machen, die Leute enabelt, der Sachen im Namen gegeben, jeden Tag reingegangen, gepusht, dass wir da Gas geben und so weiter.

1:45:18 Yilmaz Köknar: Was hast du über dich als Person gelernt in der Zeit? Ruhe. Einfach diese Ruhe. Ruhe hat, glaube ich, die andere Seite sehr krass verunsichert und uns halt einfach Zeit erkauft. Und gleichzeitig einfach so dem Team auch, glaube ich, so gesagt, so, hey, alles wird gut, so. Wir kriegen es auf jeden Fall hin und lass uns das mal lieber als als Challenge, als Opportunity sehen, so die wir hier gemeinsam einmal meistern und zu einem sehr geilen Team zusammenwachsen. Am Ende hat das schon sehr viel Positives verursacht, aber ich, wenn ich abends da saß, so War auch im Panikmode. Wir werden kriegen das nicht hin. Warum machen die das? Und so weiter, aber dann wieder Sonntag spazieren gegangen, aufgeräumt, jede Situation durchdacht, jedes Gespräch einmal durchdacht und dann geht's weiter.

1:46:10 Feliks Eyser: Interessant. Die Ruhe auch nach außen als Zeichen der Stärke. Ist auch so ein bisschen Street Smart. So der Pate, der schreit ja nicht rum. Du weißt, dass der gefährlich ist, weil der wenig sagt. Oh mein Gott. Man kann sagen, du bist erfolgreich. Was hast du durch deinen Erfolg verloren?

1:46:31 Yilmaz Köknar: Aber ich glaube, es ist immer unterschiedlich so ein bisschen. Ich würde von mir selber, glaube ich, nie sagen, dass ich erfolgreich bin. Ich glaube, es ist immer noch so, der Weg ist das Ziel gerade. Ich habe immer noch meinen gleichen Lifestyle, wie ich ihn gelebt habe, als ich an der Coach studiert habe. Den Lifestyle nehme ich immer noch. Nicht mehr so der Hirmer, sondern es ist halt so immer so, ah okay, Superchat, man kennt Superchat, bla bla bla und dann ist schon so voreingenommen oder diese ganze Dynamik, wie du Leute kennenlernst, manchmal ein bisschen schwierig. Wie äußert sich das? Ich glaube einfach so teilweise das Verhalten positiv und negativ. Deswegen, manchmal finde ich auch so lustige Nürnberg, ich sage auch manchmal gar nicht, meistens sage ich einfach so, wenn die mich nicht wirklich kennen, dann sage ich einfach immer so, ich mache Sales bei Superchat. Es stimmt auch. Einfach nur, damit wir dieses Gesprächstheber jetzt nicht darauf lenken, dass die Company gegründet hat und so weiter. Ich finde es dann, also ich erzähle, ich bin auch stolz noch und ich erzähle es auch gerne, aber ich finde manchmal verursacht das so ein Ungleichgewicht einfach in der Kommunikation oder in dem Kennenlernen einfach. Und sonst ist, glaube ich, einfach harter Hassel. Ich glaube, so, ich habe halt nie irgendwie mal ein Ja im Ausland verbracht oder sonst irgendwas gemacht. Aus der Uni bis jetzt ersten vier Jahre, sieben Tage die Woche gearbeitet, würde ich sagen, und jetzt halt so von Montag bis Freitag, aber halt auch hart. Und man denkt, man ist so frei. Aber man ist eigentlich gar nicht. Du bist schon viel am Machen am Tun, jeden Tag von neun bis neun im Office, so auch manchmal länger, wenn es halt drauf ankommt und es dann schon ähm Aber es macht auch Spaß. Also ich glaube, du schränkst dich halt bewusst selber, weil du es halt möchtest ein, aber du bist auch schon sehr eingeschränkt.

1:48:30 Feliks Eyser: Vermisst du was durch den Trade, dass du deine 20er quasi eingetauscht hast für Startup und Business-Erfolg?

1:48:37 Yilmaz Köknar: Boah, ich glaube, irgendwann hätte ich schon nochmal Bock, einfach mal so ein Jahr rauszugehen und einfach mal alle drei Monate in einer anderen Region zu leben. Ich finde auch einfach, es gibt so viel auf diesem Planeten, was man noch entdecken kann. Wir wollten eigentlich nach China, dann ging es mit der ganzen Situation gerade nicht. Einfach mal so zu sehen, was so in China passiert, weißt du, wo wie weit die sind, was die da so für Daily Technologies nutzen, finde ich einfach ultra spannend. Oder mal Brasilien, Lateinamerika anzuschauen und einfach so mit so neuen Eindrücken und Ideen zurückkommen. Also ich glaube, ich werde immer was bauen und immer was machen. Aber nochmal so ein Jahr inspiration würde ich auf jeden Fall gerne schon nochmal machen. Wieso inspiration? Ich glaube, ich finde es einfach cool, so dann, weißt du, wenn ich im Urlaub bin, wir liegen dann am Strand und dann lese ich mir halt so, keine Ahnung, auf Twitter Sachen und das beruhigt mich. Weißt du, das ist so meine Art. Von Entspannung es einfach mal so neue Sachen herauszufinden. Haben wir zu Weihnachten von Inki die Metaray-Bands bekommen Die Brille mit der Kamera. Die Brille mit der Kamera, ich dachte mir what the fuck, also, was ist das für eine. Also die Software leider nicht so geil. Aber ich dachte mir so, was ist das für eine geile Hardware? So es war nach dem iPhone so das erste Mal, wo ich mir dachte: So, Alter, krass Und dann habe ich halt angefangen, meinen eigenen Jarvis zu bauen über Weihnachten, weil da hatte ich mal so Zeit. Die Welt steht still und du kannst halt so Vibecoden, hab angefangen, meinen eigenen Jarvis-App zu bauen zu halt den Meta-Ray-Bands.

1:50:08 Feliks Eyser: Und das war meine eigene Brillen-Software gebaut. Es gibt halt die offizielle App von Meta, du hast gesagt, die Kacke, ich baue mir meine eigene, hast du mir erzählt. Und das, äh, ja, habt ihr dann End-to-End gebaut?

1:50:17 Yilmaz Köknar: Einfach mal rumexperiment. Das ist aber dann für mich so Entspannung. Lerne ich wieder neue Sachen, schaue mir Sachen an, ähm, ja, chill nebenbei mit der Familie den ganzen Tag und so weiter. Und das ist schon, also so einfach mal so ein Year of Learning, Inspiration und so weiter, würde ich gerne schon irgendwann mal machen. Ähm.

1:50:36 Feliks Eyser: Ja. Wovor hast du heute mehr Angst als in 2023?

1:50:43 Yilmaz Köknar: Boah, ich glaube, das hat gar nichts so mit dem Business zu tun. Sondern eher so private. Weißt du so, ich glaube, die Zeit verstreicht einfach so schnell. Das ist einfach insane. Ich bin jetzt schon so. Also, nächstes Jahr bin ich einfach zehn Jahre in Berlin. Ich bin nach Berlin gekommen, da habe ich mein Studium angefangen. Ich habe da mit meinem Bruder letztens drüber geredet und mit Freunden und meinte so, Alter, ich bin jetzt schon seit zehn Jahren in Berlin und die meinen auch so. . Verrückt. Es kommt uns so vor, als wärst du gestern so, als wärst du gerade aus München weggezogen. Und jetzt halt zu sehen, so wie alle in meinem Umfeld einfach so älter werden. Meine Eltern, meine Großeltern, so mein Bruder hat jetzt seine Tochter bekommen. Jedes Mal, wenn ich da bin, sieht es einfach, sieht sie komplett anders aus. Weil da merkst du einfach so, wie sie die Zeit verstreicht. Und jetzt einfach so, ich glaube so die nächste Herausforderung ist einfach so, weißt du, so Business aufbauen, aber auch gleichzeitig so live aufbauen. Weißt du, ich habe einfach mit Inky. tolle Freundin, wir heiraten nächstes Jahr, holen uns einen Hund, einen Dackel und einfach so, einfach auch so live zu priorisieren, eine Family zu gründen irgendwann und so weiter. Es ist keine Angst, aber ich denke mir so oft, okay, die Zeit verfliegt einfach so schnell. Man muss auch ein bisschen so Family und Eltern und so weiter. Davor habe ich manchmal, ich finde nicht Angst, aber es schockiert mich manchmal. Wenn ich dann nach München komme und dann sagen sie so, ah, okay, krass, ich war jetzt wieder ein halbes Jahr nicht da oder so. Oder ich bin jetzt schon in zehn Jahren in Berlin, was hier alles passiert ist, ist crazy.

1:52:20 Feliks Eyser: Und ich glaube, es ist ja auch eine Entwicklung über die Zeit, so dass das Leben als Founder bewusst ja auch Sehr single-minded ist, auf ein Thema bezogen. Ich erinnere mich bei mir. Meine Freundinnen waren ja nur noch Founder irgendwann. Ich habe nur über Business nachgedacht. Wenn irgendjemand was anderes mit mir besprechen wollte, ich hätte keine Ahnung, ich habe keinen Fernsehen geschaut, ich war nicht unterwegs, ich habe nur über Startup. Nachgedacht. So, das war komplett mein Leben. Und dann irgendwann zu sagen, naja, es gibt ja noch ein paar andere Facetten. Neulich hat mir jemand gesagt, so das Leben ist ja irgendwie ein Zehnkampf. Das macht für mich total Sinn. Ja, Business ist so eine Säule, die ist irgendwie wichtig, aber es gibt auch noch Viele andere, so. Ich habe jetzt Kids und so weiter. Fitness ist ein Thema, irgendwie Reisend, Inspiration, Spiritualität bei vielen. Also, es gibt halt auch diese anderen Disziplinen. Und ich glaube, gut in einer Disziplin sehr gut zu werden im Business, aber irgendwann auch zu realisieren, ja. Für mich war es dann so die Erkenntnis zu sagen, das Business soll ja meinem Leben dienen, nicht mein Leben dem Business. Mein Leben ist ja dann am Ende auch mehr als. nur die Firma und dann bin ich aber trotzdem total happy, dass ich meine 20er da investiert habe dafür und nichts anderes gemacht habe, sonst hätte es auch nicht funktioniert. Und jetzt denke ich mir, gut, du musst halt irgendwie gucken, dass man auch andere Sachen unter den Hut kriegt.

1:53:25 Yilmaz Köknar: Ja, ich bin auch sehr, sehr happy. Ich fand immer das Spannendste, immer wenn wir nach München gehen. Da ist es so, alle meine Freunde aus der Kindheit sind noch da, mein Bruder, meine Eltern und so weiter. Und da ist das so gar nicht Thema. Weißt du, da, also mein Vater findet es spannend, so findet Superchat spannend, freut mich immer so und viel läuft, aber auch immer nur so sehr Soft, so meine Mama ist so, dafür liebe ich sie auch einfach. Die ist einfach so. Die juckt es theoretisch nicht. Weißt du, die sagt, die denkt sich halt immer so, ah, geht's mal so gut, macht er seinen Bachelor fertig und so weiter. Und da ist so, das Verrückt ist einfach, die hat auch nie gefragt, aber nicht auf so einer Böswegen-Situation noch, sondern sie denkt sich immer nur, so geht's hier gut, bla bla bla. Und das krasse war, wir waren dann irgendwann mal, ich glaube, im TechCrunch-Artikel nach der Series A oder so. And bei Forbes 3030 und dann ist es so rausgekommen, da haben ihre Freundinnen sie darauf angesprochen. Und da war so für sie auch, glaube ich, so der erste Moment: Irgendjemand hat halt gesehen, in München hat seine Eltern erzählt, die sind alle da sehr connected, hat da meine Mama drauf angenommen, dann hat sie mich so angerufen und meinte so, hä? Ich weiß, es interessiert mich auch nicht so, es ist einfach sehr cool, was du da machst. Aber jetzt ist ein bisschen komisch geworden, weil jetzt erklären die mir, was du machst. Erzähl mir doch mal ganz kurz, was hier so abgeht, was so, wie es so läuft, da stehen so große Zahlen, so 15 Millionen Series A, was bedeutet das, bla bla bla. Und das war so der Moment, aber dafür finde ich das auch immer sehr wertvoll. Weißt du, dass du dann so komplett raus aus dieser Bubble bist in Berlin? Wollt alles nur Fundraising, AAA, bla bla bla. Und dann bist du so in München bei deinen Eltern zu Hause. Da geht es rum, so okay, haben wir. Ernähren wir uns gut? Willst du irgendwann mal nochmal einen Bachelor zu Ende machen? Bitte macht es doch. Was geht? Was ist der Plan für die nächsten Jahre? Auch mit meinen Freunden immer, okay, lass irgendwas Cooles machen, das ist so gar nicht Thema. Und das tut auch schon immer gut.

1:55:18 Feliks Eyser: Sind deine Eltern stolz auf dich? Ich denke schon, ja. Können sie sein. Und ich hab dir damals gesagt, als wir angefangen haben, so Ich sehe das meine persönliche Verantwortung gegenüber deinen Eltern dafür zu sorgen, dass du deinen Bachelor irgendwann machst. Ich habe das zwei, dreimal gesagt, weil es fehlt ja nur die Abschlussarbeit, oder? Du hast ja alles gemacht. Ich glaube, du hättest die These irgendwann schreiben. müssen. Und jetzt sechs Jahre später muss ich sagen, ich habe die Hoffnung aufgegeben, aber es ist ja trotzdem gut gelaufen. Also an die Eltern die Message, so ich glaube, ist okay. Um den Bub muss man sich keine Sorgen mehr machen.

1:55:49 Yilmaz Köknar: Ich habe eigentlich noch versprochen, dass ich es dieses Jahr oder nächstes Jahr fertig mache. Einfach nur, ich habe auch mit Tom und Reimer noch gesprochen. Von der Code Universität. Irgendwann mache ich das Ding noch schnell.

1:55:59 Feliks Eyser: Vielleicht ist doch über deinen Jarvis, über deine Meta-Brille. Ja, sehr. Jemals, es war meine Freude.

1:56:06 Yilmaz Köknar: Dass es dein allererster Longform-Podcast war. Es war auch alles dabei. Ich komme mit einem Business, Private. Die Story? Tja, ihr habt noch nie so viele Sachen irgendwo erzählt.

1:56:19 Feliks Eyser: Sogar der Dackelkampf vor. Wenn du die Hundeversicherung machen willst, dann weißt du, wem du im WhatsApp schreiben musst. Wo findet man dich online?

1:56:29 Yilmaz Köknar: Wer soll sich bei dir melden? Gerne bei LinkedIn. Find's immer sehr cool, mit anderen jungen Gründern zu reden.

1:56:35 Feliks Eyser: Und du bist ja sehr hilfsbereit. So das kann ich sagen. So, wenn du eine Sache machst, du gehst auf keine Konferenz, du hast kein Mediachip auf keine Bühne, aber wenn Leute was wissen wollen zu Entrepreneurship, da hängst du dich rein. Das kann ich aus der Beobachtung bestätigen.

1:56:48 Yilmaz Köknar: Ja, safe. Also gerne bei LinkedInMelden, das macht auch ultra Spaß. Ich helfe auch immer gerne Lass es gerne zusammen mal lunchen gehen, irgendwo in Berlin.

1:56:57 Feliks Eyser: Machen wir mal Lunch gemeinsam, lappet ein paar Fauna ein. Meldet euch bei den Kommentaren, wenn ihr Bock habt auf den Lunch. Achso, dann machen wir das zusammen. Dann laden wir mal irgendwie zehn Leute ein. Ja, nice. Ins Borchiat. Oder auch ins, weiß ich nicht, zur Stadtsalat. Umami, Mami. Auch gut. Schön, dass du da warst, Jimas. Danke dir.

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