Warum Gen Z die einsamste Generation ist
mit Lili Vogelsang, Mitgründerin von fredie und SENTOU, Spiegel-Bestseller-Autorin und Creatorin
Zusammenfassung
Lili Vogelsang sitzt in Berlin bei Feliks und erklärt zuerst, warum Einsamkeit auch Menschen betrifft, die sich nicht einsam fühlen. Sie unterscheidet soziale Einsamkeit, die strukturell entsteht, weil überall Friktion herausgenommen wird (Self-Checkout, automatischer Hotel-Check-in, Waymo statt Uber-Fahrer), von emotionaler Einsamkeit: 200, 300 ungelesene WhatsApp-Nachrichten und niemand, mit dem man darüber reden kann, dass es einem schlecht geht. Letztere hält sie für ein klassisches High-Performer-Thema. Ihre Mission: eine Million Freundschaften, danach 100 Millionen.
Dann geht es um ihre Geschichte. Aufgewachsen zwischen einer finanziell prekären Mutter in Köln und einem Vater, der Partner in einer Unternehmensberatung in München war, lernte sie früh den Unterschied zwischen broke und arm. Nach dem Politikstudium in Frankreich und einem Job, in dem sie Termine im Bundeskanzleramt vorbereitete, kündigte sie, fand über eine Matching-Plattform ihren Mitgründer Felix und startete die Intimpflegemarke SENTOU. Sechs, sieben Monate lief nichts, bis Lili beschloss, Influencerin zu werden: Kontaktbuch blocken, drei TikToks am Tag, und nach zweieinhalb Monaten brachte ein spontanes Video mit dem Versprechen, jeden Tag eine Frage zu stellen, über Nacht 40.000 Follower.
Ihre eigenen Creatives liefen als Meta-Ads mit einem ROAS von fünf bis sechs, SENTOU war ständig ausverkauft, finanziert aus dem Cashflow und mit ein, zwei kleinen Angels. Der Pivot kam aus den Kommentaren: Auf einer Unterseite testete das Team einen nicht personalisierten E-Mail-Kurs für 9,99 Euro im Monat. Innerhalb weniger Wochen zahlten 700 bis 800 Leute, am Ende von Monat drei lag die Öffnungsrate bei 82 Prozent. Heute läuft SENTOU als profitable Cashcow nebenbei und finanziert fredie mit: eine App, die soziale Fähigkeiten trainiert, aufgebaut auf der Codebase einer bestehenden App, deren Gründer sich selbst gemeldet hat. Knapp über 1.000 Freemium-User, rund zehn Prozent zahlen.
Zum Schluss wird es praktisch. Lili erklärt, warum AI Companions für sie die nächste Black-Mirror-Folge sind, wie der Trick „die werden mich schon alle mögen“ vor jedem Pitch funktioniert, weil das Gehirn eine Prediction Machine ist, und was die Wärme-Kompetenz-Matrix über Networking verrät. Mit Uno-Reverse-Karten stellen sich die beiden gegenseitig tiefe Fragen: über den dunkelsten Moment, über Glück als Training und über das Privileg, gründen zu dürfen.
Zahlen aus der Folge
4 weitere Zahlen
Worüber am meisten gesprochen wurde
Kapitel
- 00:00Trailer & IntroIntro
- 06:17Was ist der größte Cause of Friction? Menschen.Einsamkeit & Mission
- 08:05Eine Million Freundschaften: die Mission hinter fredieEinsamkeit & Mission
- 08:26Kindheit zwischen Sportwagen und S-Bahn-TicketHerkunft & Werdegang
- 24:18Vom Bundeskanzleramt zum Intimpflege-StartupGründung & Co-Founder
- 30:35In zwei Monaten Influencerin werden: alle blockenCreator & Reichweite
- 36:00700 zahlende Newsletter-User, 82 Prozent ÖffnungsratePivot & Validierung
- 42:00Duolingo für Social Skills: das fredie-ModellProdukt & Geschäftsmodell
- 57:49Die Black-Mirror-Folge zu AI CompanionsAI Companions
- 01:05:25Die Wärme-Kompetenz-MatrixSocial Skills & Networking
- 01:28:05Den Happiness-Muskel trainierenMindset & Glück
Key Learnings
- 1
Block alle, die dich bremsen, und poste dreimal am Tag
Als die Ersparnisse zur Neige gingen, beschloss Lili, Influencerin zu werden. Sie startete auf TikTok, weil dort ihre Freunde nicht waren, ging ihr Kontaktbuch durch und blockte alle, um frei operieren zu können, ohne an die Meinung des Ex-Freunds zu denken. Dann lud sie jeden Tag drei Videos hoch und analysierte, welche Elemente funktionierten, um sie zu replizieren und zu kombinieren. Ihre Arbeitsthese: Über ein intimes Thema redet man mit der besten Freundin, also wird sie die beste Freundin im Internet und konvertiert später.
30:35 · In zwei Monaten Influencerin werden: alle blocken - 2
Ein Serienformat mit klarem Versprechen knackt den Algorithmus
Der Durchbruch kam nach zwei, zweieinhalb Monaten mit einem spontan im Auto aufgenommenen Video: „Hallo, ich bin Lili, ich stelle mega gute Fragen, ich werde ab jetzt jeden Tag eine Frage stellen.“ Am nächsten Morgen hatte sie 40.000 neue Follower, nach ein paar Tagen rund 60.000. Lilis Learning: Sag den Leuten, wer du bist, was sie bei dir bekommen und warum sie dir folgen sollen, und liefere das dann verlässlich. Expectation Management als Format.
30:35 · In zwei Monaten Influencerin werden: alle blocken - 3
Teste den Pivot mit dem hässlichsten Produkt, das Geld kostet
Aus den TikTok-Kommentaren kamen immer mehr Nachrichten von Menschen, die sich einsam fühlten. Statt eine App zu bauen, stellte das Team eine Unterseite auf die SENTOU-Website: ein nicht personalisierter E-Mail-Kurs, eine E-Mail am Tag, 9,99 Euro im Monat, auf drei Monate gekappt. Innerhalb weniger Wochen zahlten 700 bis 800 Leute, am Ende von Monat drei lag die Öffnungsrate bei 82 Prozent. Die E-Mail war hässlich, trotzdem ein Signal, das stärker war als jede Umfrage. SENTOU läuft seitdem als fast automatisierte, profitable Cashcow weiter und finanziert fredie mit.
36:00 · 700 zahlende Newsletter-User, 82 Prozent Öffnungsrate - 4
Such dir einen Mitgründer, der deinen Job hassen würde
Lili kannte niemanden, der je gegründet hatte, und fand Felix über eine Co-Founder-Matching-Plattform. Nach dem ersten Treffen weinte sie erst einmal, weil er alles entdeckt hatte, woran sie nicht gedacht hatte. Genau deshalb passte es: Sie ist die Visionärin mit Luftschloss und Bauchgefühl, er der bodenständige Techie, der sagt „lass A/B testen“. Weil jeder den Job des anderen hassen würde, bleibt die Wertschätzung groß.
24:18 · Vom Bundeskanzleramt zum Intimpflege-Startup - 5
Einsamkeit ist ein Skill-Problem, kein Angebots-Problem
Bumble BFF, Timeleft, Running Clubs, Padel: Es war nie leichter, Fremde kennenzulernen, und trotzdem ist Gen Z laut Lili die einsamste Generation. Ihre These nach viel Research: Ein weiteres Vernetzungsangebot hilft nicht, wenn du dich nicht in der Lage fühlst, es wahrzunehmen. Das Delta sind soziale Fähigkeiten. Deshalb ist fredie eine Trainings-App, entwickelt mit einer Einsamkeitsforscherin und einem eigenen Scoring, dem SQ. Digital, weil Gen Z die Tutorial-Generation ist und eine erste Masterarbeit nahelegt, dass zwei, drei Minuten Training am Tag wirken.
42:00 · Duolingo für Social Skills: das fredie-Modell - 6
Geh in jeden Pitch mit „die werden mich schon alle mögen“
Lilis Lifehack gegen Unsicherheit: Kurz bevor sie irgendwo hingeht, stellt sie sich vor, dass alle sie mögen werden. Das Gehirn ist eine Prediction Machine und sieht, was es erwartet. Wer so in einen Investor-Call geht, filtert positive Signale, sendet selbst positive Signale und überträgt keinen Stress auf den Raum. Wer dagegen davon ausgeht, dass das Gegenüber alles schlecht findet, verhält sich auch so.
57:49 · Die Black-Mirror-Folge zu AI Companions - 7
Finde deinen Platz in der Wärme-Kompetenz-Matrix
Menschen prüfen zwei Dinge: Kann diese Person das Mammut erlegen (Kompetenz), und gibt sie mir etwas davon ab (Wärme)? Wer nur nett ist, bekommt Mitleid statt Kompetenzvermutung. Gerade Gründerinnen landen laut Lili oft zu stark auf der Wärmeseite, weil sie von allen gemocht werden wollen, und ihre Kompetenz wird übersehen. Dazu kommt die dritte Fähigkeit: den Raum lesen. Das trainierst du nur im echten Leben, an der Kasse statt am Self-Checkout, im Gespräch mit dem Uber-Fahrer statt per App.
01:05:25 · Die Wärme-Kompetenz-Matrix - 8
Geh nicht ohne Ziel zum Networking-Event
Lili gab bei einem Speaker-Dinner nach 40 Minuten auf, weil sie nicht wusste, warum sie dort war. Ihr Rat: Vor jedem Event definieren, was du willst und mit wem du reden möchtest, und Networking um des Networkings willen lassen, außer es gibt dir Energie. Den ersten Schritt zu machen, finden andere sympathisch, noch nie hat jemand gesagt „du hast mir Hallo gesagt, ich hasse dich“. Die Common-Ground-Theorie hilft beim Einstieg, und wer lieber beim Sport redet, darf aktivitätsbasiert netzwerken.
01:05:25 · Die Wärme-Kompetenz-Matrix
Meistgesehener Clip zur Folge
Diese Übung wird dein Leben verändern. — Lili Vogelsang
Auf Instagram ansehen ↗Zitate
„Du musst ja frei erstmal operieren können. Du kannst ja jetzt nicht darüber nachdenken, ja. Scheiße, was denkt jetzt mein Ex-Freund von mir?“„… ich war auf einmal diese Person, die Fragen stellt, die über Freundschaft redet, die ein Bestseller über Kommunikation geschrieben hat. What the hell machen wir gerade mit einem Intimpflegeunternehmen?“„Einsamkeit löst sich nicht durch ein weiteres Angebot an Vernetzung, wenn du dich nicht in der Lage fühlst, dieses Angebot an Vernetzung wahrzunehmen.“„Also unser Gehirn ist ja eine Prediction Machine. Wir sehen Dinge, die wir erwarten.“„… ich glaube, glücklich sein ist ein Training …“Über den Gast
Lili Vogelsang
Lili Vogelsang hat Politikwissenschaften in Frankreich studiert und danach in der Politik- und Strategieberatung gearbeitet, zuletzt mit Terminen im Bundeskanzleramt. Während der Pandemie gründete sie mit ihrem über eine Co-Founder-Matching-Plattform gefundenen Mitgründer Felix die Intimpflegemarke SENTOU. Als die Marke nach sechs, sieben Monaten nicht lief, wurde sie TikTok-Creatorin: Mit dem Format „Ich stelle jeden Tag eine Frage“ wuchs sie auf rund 260.000 Follower auf TikTok und Instagram, aus den Fragen entstand der Spiegel-Bestseller „Soul Talk: Die Kunst des klugen Fragens“. Heute baut sie mit fredie ein „Duolingo für soziale Fähigkeiten“: eine App, mit der Menschen ihre Social Skills trainieren. Die Mission: eine Million Freundschaften.
Häufige Fragen
Wer ist Lili Vogelsang?
Lili Vogelsang ist Mitgründerin von fredie und SENTOU, Spiegel-Bestseller-Autorin von „Soul Talk: Die Kunst des klugen Fragens“ und Creatorin mit rund 260.000 Followern auf TikTok und Instagram. Sie hat Politikwissenschaften in Frankreich studiert, in der Politikberatung gearbeitet und während der Pandemie gegründet. Wenn man sie fragt, sagt sie: Gründerin, alles andere ist Beiwerk.
Was ist fredie?
fredie ist eine App, mit der du deine sozialen Fähigkeiten trainierst, laut Lili ein „Duolingo für soziale Fähigkeiten“, nur mit Erklärungen dazu. Das Team arbeitet mit einer Einsamkeitsforscherin zusammen und entwickelt ein eigenes Scoring, den SQ. Die App baut auf der Codebase einer bestehenden App auf, deren Gründer sich nach Lilis Pitch-Deck selbst gemeldet hat. Zum Zeitpunkt der Aufnahme hatte fredie knapp über 1.000 Freemium-User, von denen rund zehn Prozent zahlen. Die Mission: eine Million Freundschaften.
Was ist SENTOU und warum hat Lili gepivotet?
SENTOU ist die Haut- und Haarpflegemarke für den Intimbereich, die Lili mit ihrem Mitgründer Felix während der Pandemie gestartet hat, ohne Wagniskapital, finanziert aus dem Cashflow und mit ein, zwei kleinen Angels. Nach sechs, sieben schwierigen Monaten brachten Lilis eigene Meta-Ads einen ROAS von fünf bis sechs. Weil Lili inzwischen die Person war, die über Freundschaft spricht und einen Bestseller über Kommunikation geschrieben hat, passte der Founder-Company-Fit nicht mehr. SENTOU läuft heute profitabel und fast automatisiert nebenbei und finanziert fredie mit.
Wie ist Lili Vogelsang in zwei Monaten Influencerin geworden?
Mit nichts zu verlieren: Sie startete auf TikTok, blockte ihr gesamtes Kontaktbuch, um frei zu operieren, und lud jeden Tag drei Videos hoch, in denen sie offen über Trennungen, Dating und ihre Mutter sprach. Nach etwa zweieinhalb Monaten nahm sie spontan im Auto ein Video auf, in dem sie versprach, ab jetzt jeden Tag eine Frage zu stellen. Am nächsten Morgen hatte sie 40.000 neue Follower, wenige Tage später rund 60.000. Heute sind es rund 260.000 auf TikTok und Instagram.
Was ist die Wärme-Kompetenz-Matrix?
Ein Modell dafür, wie Menschen andere einschätzen: Trauen wir der Person zu, ein Mammut zu erlegen (Kompetenz), und glauben wir, dass sie uns etwas davon abgibt (Wärme)? Wer nur warm wirkt, wird als nett, aber nicht kompetent wahrgenommen; sehr kompetente Frauen werden laut Lili dagegen schnell als „bitchy“ eingestuft. Beliebt ist, wer auf der richtigen Kurve beider Achsen liegt und zusätzlich den Raum lesen kann. Das übt man im Alltag: an der Kasse, im Restaurant, im Gespräch mit dem Uber-Fahrer.
Warum ist Gen Z laut Lili die einsamste Generation?
Weil überall Friktion herausgenommen wird und der größte Cause of Friction Menschen sind: Self-Checkout statt Kassiererin, Homeoffice, automatischer Check-in, Waymo statt Uber-Fahrer. Dadurch fehlen die kleinen Kontakte, an denen man soziale Fähigkeiten trainiert. Gleichzeitig gibt es mehr Angebote denn je, um Fremde kennenzulernen. Lilis Erklärung: Einsamkeit löst sich nicht durch ein weiteres Vernetzungsangebot, wenn man sich nicht in der Lage fühlt, es wahrzunehmen. Was fehlt, sind die Skills, und genau dort setzt fredie an.
Erwähnt in der Folge
- fredieFirmaLilis Social-Skills-App, das „Duolingo für soziale Fähigkeiten“, um das sich die Folge dreht.
- SENTOUFirmaLilis erste Firma: Intimpflege, heute profitable Cashcow, die fredie mitfinanziert.
- Soul Talk: Die Kunst des klugen FragensBuchLilis Spiegel-Bestseller über gute Fragen, entstanden aus dem TikTok-Format „Jeden Tag eine Frage“.
- TimeleftFirmaFranzösische App, die fünf Fremde zum Abendessen zusammenbringt; laut Feliks über eine Million Umsatz im Monat.
- Bumble BFFProduktFreundschafts-Variante der Dating-App; Lili war im Londoner Headquarter zu Besuch.
- DuolingoProduktVorbild für fredie, nur dass fredie die Übungen auch erklärt.
- FoundarioToolCo-Founder-Matching-Plattform, über die Lili ihren Mitgründer Felix gefunden hat.
- FreeleticsFirmaFitness-App, die laut Feliks mit einem PDF als MVP startete; Vorbild für das Happiness-Meeting im Gründerteam.
- ArtNightFirmaBerliner Beispiel für In-Real-Life-Tech: Mal-Abende in Restaurants, seit zehn Jahren.
- WaymoFirmaLilis Beispiel aus Texas, wie Friktion und damit Menschen aus dem Alltag verschwinden.
- Next Commerce AcceleratorFirmaHamburger Accelerator, bei dem Lili sich bewarb und der sie zur Mitgründer-Suche brachte.
- Tim FerrissPersonAus seinem Podcast stammt Lilis Übung, drei große Ziele aufzuschreiben.
- Chris WilliamsonPersonPodcaster, auf den Feliks bei den „Unteachable Lessons“ verweist.
- The Diary of a CEOSendungVon dort klaut Feliks die Idee, dass der Gast eine Frage an den nächsten Gast stellt.
- Diana zur LöwenPersonHat Feliks Lili als Gast empfohlen, am selben Tag, an dem Lili ihm in die Instagram-DMs schrieb.
Transkript
00:00 Trailer & Intro
00:00 Lili Vogelsang: Ich bin einfach zu meinem Kontaktbuch durchgegangen und hab erstmal alle geblockt. Du musst ja frei erstmal operieren können. Du kannst ja jetzt nicht darüber nachdenken: ja, scheiße, was denkt jetzt mein Ex-Freund von mir? Es ist, glaube ich, noch nie so leicht gewesen, mit fremden Menschen in Kontakt zu kommen. Ist Gen Z die einsamste Generation, die es hier gab? Wo ist der Fehler? Einsamkeit löst sich nicht durch ein weiteres Angebot an Vernetzung.
00:23 Feliks Eyser: Was fehlt? Was ist das Delta?
00:24 Lili Vogelsang: Soziale Fähigkeiten und diese Lücke, die wollten wir füllen. Es wird umso schlimmer, je erfolgreicher du bist. Ich sitze manchmal auf so Events neben so 21-jährigen Leuten. Die kriegen 10. 000, 20. 000, 30. 000 Euro für eine Story. Es verschiebt einfach deine Perspektiven. Und so haben wir fredie gebaut. Ein Duolingo für soziale Fähigkeiten. Das Ende der Einsamkeit, eine Million Freundschaften. Danach mache ich 100 Millionen draus.
00:46 Feliks Eyser: Was ist die größte Dystopie aus deiner Sicht an AI-Companions?
00:50 Lili Vogelsang: Ich kann dir mehrere Dystopien hier anbieten.
00:56 Feliks Eyser: Ich bin ein bisschen nervös.
00:57 Lili Vogelsang: Wirklich? Warum?
01:00 Feliks Eyser: Weil du ein Bestseller geschrieben hast, darüber Fragen zu stellen. Wenn ich dir jetzt Fragen stellen soll. Na, denke ich mir, das ist wie dem Sternenkochen Spiegelei zu servieren.
01:09 Lili Vogelsang: Ah, das weiß ich gar nicht so genau, weil es geht ja, das Fragenstellen ist ja eine kontextbezogene Kunst. Und Das schreibe ich auch in meinem Buch. Es kommt immer auf das Setting an und ich glaube, ich habe ein ganz gutes Gefühl darin, dass du sehr gut darin bist, Podcast fragen. Gut zu stellen. Also insofern mache ich mir da wirklich gar keinen Stress.
01:30 Feliks Eyser: Ich übe, ich übe. Mein LinkedIn-Jobtitle ist Junior Content Producer. So fühle ich mich.
01:36 Lili Vogelsang: Aber Content Producer und nicht Content Creator?
01:39 Feliks Eyser: Wobei über die Differenzierung habe ich mir keine Gedanken gemacht. Was ist der Unterschied?
01:44 Lili Vogelsang: Ne, Creator ist halt mehr so, du bist das Showpony. Du bist das Gesicht nach vorne und so. Okay, das würde ich nicht sein. Das bist du heute. Ja, aber du bist ja eigentlich auch nur, du bist ja der Host. Du bist eigentlich schon auch ein bisschen das Showponny.
01:57 Feliks Eyser: Showpony. Da wehrt sich irgendwas in mir.
02:00 Lili Vogelsang: Ja, deswegen habe ich gefragt, wegen Creator und Producer.
02:03 Feliks Eyser: Was ist dein LinkedIn-Title? Du könntest viel reinschreiben. Du könntest reinschreiben, Autorin, Gründerin, Aktivistin vielleicht, Creatorin.
02:11 Lili Vogelsang: Ja, ich bin aber immer der, also wenn mich Leute fragen, mich immer, ich bin Gründerin. Das ist so, das ist wirklich so das Einzige, was, womit ich mich so richtig doll identifiziere. Und alles andere ist so Beiwerk zu dem Gründerinnensein. So zahlt irgendwie darauf ein. Also ich bin wirklich so, das ist auch noch Das ist nicht immer so gewesen, aber ich finde wirklich, jetzt bin ich so, wenn mich Leute fragen, mich so, ich bin Unternehmerin. Du bist Unternehmerin. Dann freue ich mich riesig darüber.
02:40 Feliks Eyser: Bin ich den besten Titel?
02:42 Lili Vogelsang: Finde ich auch. Also, Autorin finde ich auch noch ein Flex. So, ich bin Autorin.
02:48 Feliks Eyser: Das macht aber auch ein bisschen Angst.
02:49 Lili Vogelsang: Ah ja? Ist das so? Warum?
02:52 Feliks Eyser: Da denke ich sofort, uh. Oh, die ist schlau. Oh, jetzt darf ich nichts Falsches sagen.
02:56 Lili Vogelsang: Gottes Willen.
02:57 Feliks Eyser: Nicht, dass sie über mich schreibt.
02:58 Lili Vogelsang: Schlau, Wünsche. Ja, also ich glaube, das haben vielleicht manche Leute bei so, wenn du dann auch noch sagst, und dann bin ich auch noch Creatorin. Dann geht die Angst so richtig los, dass du bis zum nächsten TikTok auseinander gehst. Und nachher kommt ein Reel dazu. Nein, ich ähm Ich trenne das sehr.
03:20 Feliks Eyser: Okay. Du sprichst viel über Einsamkeit für Leute, die sich nicht einsam fühlen. Warum ist das trotzdem ein wichtiges Thema?
03:29 Lili Vogelsang: Wie definierst du denn Einsamkeit eigentlich erstmal?
03:33 Feliks Eyser: Es geht schon los, jetzt wäre mir die Frage gestellt. Scheiße. Nicht mehr auf ganz zu einem Eis. Also Einsamkeit für mich wäre kein Umfeld zu haben, an das ich mich wenden kann, wenn es mir vielleicht nicht gut geht.
03:44 Lili Vogelsang: Ja, das ist eine gute Definition. Also ich glaube. . Danke. Ähm, super gerne. Ich werde es nachher lobend in meinem neuen TikTok erwerben. Ja, also ich glaube Wir haben gerade eine ganz interessante Veränderung von der Debatte so rund um Einsamkeit. Weil bei Einsamkeit hat man früher eben oft gedacht an so soziale Einsamkeit. Ich habe niemanden. Ich kann mich mal niemandem melden, ich sehe vielleicht auch nicht so viele Leute. Man denkt so ein bisschen so an dieses Klischee, jemand ist irgendwie viel am Computer, jemand ist einfach, hat keine Leute um sich herum.
04:19 Feliks Eyser: Am Computer habe ich mich nie einsam gefühlt.
04:21 Lili Vogelsang: Schau. Warum nicht?
04:23 Feliks Eyser: Weil ich da Kontakt hatte zu den Leuten. Online, weißt du, dann chattest du mit denen so in meiner Jugend. So, ich war die ganze Zeit am PC-Ab gezockt und zu da so mein Counter-Strike-Clan.
04:31 Lili Vogelsang: Und das war dann so mein Ja, krass spannend. Also weil das ist gilt, glaube ich. Du bist so eigentlich sehr modern, so wie Gen Z. Die kommen halt gerade nicht mehr so richtig raus, ne?
04:46 Feliks Eyser: Die sind nicht in so einem IRC-Channel, so hieß es früher, sondern irgendwie auf TikTok. Aber fühlst du dich da einsam? TikTok fühlt man sich da wahrscheinlich eher einsam als im Chat.
04:54 Lili Vogelsang: Ja, genau. Also ich glaube, was halt gerade passiert, ist irgendwie so, wir haben so einmal so soziale Einsamkeit. Also es wird irgendwie immer, also es wird einfach wirklich immer schwerer, mit Menschen in Kontakt zu kommen. So ich hab Zum Beispiel richtig One-Sided Beef mit Self-Checkout-Kasten im Supermarkt. Weil für so viele Leute, ich komme aus Köln und ich kenne das so. So viele nette kleine Interaktionen für Menschen an der Supermarktkasse. Weißt du, und das ist einfach dann ist es vielleicht so eine der wenigen Kontakte am Tag. In Köln sind auch noch immer alle freundlich. Und dann hast du vielleicht Leute, die haben vielleicht heute mit zwei Leuten geredet. Einer davon war die Kassiererin beim Supermarkt deines Vertrauens. Und jetzt hast du das nicht mehr. Und das ist für Leute so, so wichtig.
05:38 Feliks Eyser: Da habe ich ja nie drüber nachgedacht.
05:39 Lili Vogelsang: Das bricht halt komplett weg. Ich war In Texas im September. Und ich kannte ja keine Sau. Ich bin jetzt persönlich, mein Thema ist mehr so emotionale Einsamkeit, aber ich finde es persönlich dann doch recht outgoing. Aber wenn ich nicht gewollt hätte, hätte ich mit niemandem sprechen müssen. Der Check-in am Hotel war automatisch. Ich konnte mit dem Waymo, also da war noch nicht mal ein Uber-Fahrer, genau, zum, zum, weiß ich nicht, Whole Foods fahren und da im Self-Checkout meine Sachen holen. Die Gym-Membership habe ich automatisch gemacht. Oh mein Gott, ist das die Zukunft?
06:10 Feliks Eyser: Du sitzt in Waymo und sprichst mit ChatGPT, während der dich zur Self-Checkout-Kasse vom Walmart fährt.
06:17 Was ist der größte Cause of Friction? Menschen.
06:17 Lili Vogelsang: Kann sein, ne? Also und da ist halt dann die Frage, wie bauen wir uns Alternativen drum um. Also genau, es gibt halt eben diese soziale Einsamkeit und ich glaube, die kommt einfach auch strukturell und gar nicht unbedingt von TikTok und wir sind irgendwie alle im Internet, sondern du bist im Homeoffice. Überall wird halt Friktion rausgenommen. Alles soll smooth laufen. Und was ist der größte Cause of Friction?
06:38 Feliks Eyser: Menschen. Menschen, sprechen, Kommunikation.
06:41 Lili Vogelsang: Kommunikation, so da-da-da-da. Und das ist einfach, das heißt, überall werden Menschen rausgenommen. Dadurch hast du weniger Kontakt zu Menschen, das ist das eine. Und dann, ähm, also Soziale Einsamkeit und dann ist halt das Thema emotionale Einsamkeit, ne? Also Ich kenne unfassbar viele Leute, die haben 200, 300 ungelesene WhatsApp-Nachrichten und niemand, mit dem die darüber reden können, dass es ihnen gerade schlecht geht und sie nicht verstehen, warum. Und das sind zwei unterschiedliche Arten von Einsamkeit und deswegen sollte man darüber sprechen, weil.
07:12 Feliks Eyser: Hoch connected, aber sozial isoliert.
07:14 Lili Vogelsang: Ja, genau. Also dieses Gefühl von Ich kann mich eigentlich niemandem so richtig zeigen. Oder wenn ich Leuten zeige, wie ich wirklich bin, verliere ich vielleicht auch Menschen. So. Und das ist eine ganz tiefe, existenzielle Einsamkeit, die. Leute, die alle Leute fühlen können und ich bin mir ziemlich sicher, ehrlicherweise vor allem Menschen, die jetzt gerade diesen Podcast hören. Das ist ein klassisches High-Performer, erfolgreich-Thema.
07:44 Feliks Eyser: Ja, wahrscheinlich. Die sitzen auf dem Peloton, machen noch E-Mails nebenbei und ziehen sich unser Gespräch auf 1,5-fache Geschwindigkeit rein.
07:53 Lili Vogelsang: Und denken sich so, ja, scheiße. Okay.
07:55 Feliks Eyser: An die Zuhörer, an die Zuhörerin, mach zumindest die Geschwindigkeit auf 1,0.
07:59 Lili Vogelsang: Ja, und geht nicht zur Self-Checkout-Kasse.
08:01 Feliks Eyser: Ja, du willst Einsamkeit bekämpfen, das ist deine Mission.
08:05 Eine Million Freundschaften: die Mission hinter fredie
08:05 Lili Vogelsang: Ja, das Ende der Einsamkeit. Eine Million Freundschaften.
08:08 Feliks Eyser: Du willst eine Million Freundschaften.
08:10 Lili Vogelsang: Kreieren. Das ist der Anfang. Das ist die erste große Zahl, die ich mich gewöhnen kann und danach mache ich 100 Millionen raus.
08:17 Feliks Eyser: Mh, okay.
08:18 Lili Vogelsang: Ja.
08:19 Feliks Eyser: Und bevor du uns erklärst, wie das geht, wie das geht, wir bauen da ein bisschen Spannungsbogen.
08:25 Lili Vogelsang: Teaser.
08:26 Kindheit zwischen Sportwagen und S-Bahn-Ticket
08:26 Feliks Eyser: Teaser, genau, bis dranbleiben. Erklär mir mal, was ich über deine Kindheit wissen muss, um zu verstehen, wer du heute bist und warum du Einsamkeit bekämpfen willst.
08:35 Lili Vogelsang: Jawohl, gehen wir voll rein.
08:37 Feliks Eyser: War die Frage gut?
08:37 Lili Vogelsang: Ja, das ist doch eine gute Frage.
08:39 Feliks Eyser: Ich mag mir das jetzt hier noch.
08:40 Lili Vogelsang: Ähm, kannst du dir so Sternchen. . Ich habe so kleine Kleber nachher mitgebracht, dann kann ich dir überall so Sternchen drankleben, wenn es eine gute Frage war.
08:47 Feliks Eyser: Okay, in der Grundschule. So eine Biene hätte ich geil.
08:49 Lili Vogelsang: Ja, genau. Was muss man über meine Kindheit wissen? Und was hat vielleicht auch so dazu beigetragen? Also, wir haben es ja im Vorgespräch auch so ein bisschen angerissen. Ich glaube Ich habe das erst so in den letzten paar Jahren verstanden, dass ich niemanden kenne, der so groß geworden ist wie ich. Und das ist schon sehr absurd. Im Sinne von, meine Eltern haben sich recht früh getrennt. Und ja, ich bin bei meiner Mutter groß geworden und meine Mutter war das, was man, glaube ich, so Überlebenskünstlerin nennt, die Heute würde man vielleicht auch sagen, neurodivers, also die hat einfach nicht so richtig ganz, ganz, ganz tolle Frau, super kreativ, wahnsinnig auch wirklich total gut mit Menschen und gleichzeitig einfach auch so durch ihre persönliche Geschichte bedingt, nicht jemand, der so in der Realität angekommen ist und die hatte immer große Probleme, einen Job zu behalten. und irgendwie länger an einem Ort zu bleiben und so. Das war sehr eklektisch und chaotisch. Und die hat, also das heißt, wir hatten auch immer Also ich hatte, ne, ich hatte, kann ich gleich noch was zu sagen, ich hatte schon auch immer ein Netz, aber wir hatten schon auch immer eine sehr finanziell prekäre Situation. Also meine Mutter konnte überhaupt nicht mit Geld umgehen und das gab wirklich so Situationen, wo du einfach gemerkt, ach fuck, wir sind jetzt gerade arm. Das geht jetzt einfach gerade nicht, weil da ist kein Geld da und wir reden jetzt hier nicht irgendwie über in Urlaub fahren, sondern wir reden jetzt hier über Welches Brot gibt es heute zum Armbrot? Und dann gleichzeitig hatte ich ganz, ganz tollen Vater, der auch wirklich gerne mehr gemacht hätte, aber so das wurde ihm jetzt auch nicht so super leicht gemacht. Der war Partner in einer Unternehmensberatung.
10:34 Feliks Eyser: Andere Welt.
10:35 Lili Vogelsang: Komplett andere Welt. Und das heißt, ich hatte so wirklich absurde Situationen, wo du Also ich bin, ich habe die in unterschiedlichen Städten haben meine Eltern gewohnt und dann war ich eins dieser Kinder, die unbegleitet geflogen sind. Ich habe dann immer so einen gelben Zettel um den Hals gehängt bekommen, nämlich am Flughafen entlang gewatschelt. Und das Krasse war Ich bin wirklich teilweise alleine mit der S-Bahn in Köln an den Flughafen gefahren, weil wir hatten halt nur Geld für ein S-Bahn-Ticket. Und dann bin ich angekommen oder dann bin ich da zum Schalter gegangen und habe gesagt, hallo, hier ist mein Ausweis. Ich fliege jetzt nach München. Das war schon für manche krass. Und dann wurde ich halt in München abgeholt mit dem Sportwagen und bin in ein super schönes Haus im Vorort in München gefahren. Und das war schon irgendwie ein Stretch, den man, glaube ich, als Kind Schwer verarbeiten kann.
11:29 Feliks Eyser: Und sie diese Erfahrung, Geld auch ein Stück weit als Bedrohung wahrzunehmen, also gerade so im Kindesalter Hätte das auch zu einer Biografie führen können, wo die Lili Beamten wird oder so voll auf Sicherheit geht versus Unternehmerin?
11:44 Lili Vogelsang: Ja, super interessant. Ich glaube, dafür hatte ich dann einfach auch zu sehr geprägt von meinem Vater, der sehr im Fördernd war und sehr schätzend und irgendwie, glaube ich, auch einfach immer gesagt, ist mir total egal, was du machst. Mach was, was dir Spaß macht, und mach was, was wo du sagst. Da hast du Bock drauf und was irgendwie vielleicht besonders ist und so. Ich glaube ehrlicherweise und vor allem auch so Wenn du mal gesehen hast, also ich glaube, es gibt immer einen großen Unterschied zwischen, und dazu kann ich mich auch nur begrenzt, sozusagen habe ich nur begrenzt einen Bezug dazu, weil ich hatte ja immer ein Sicherheitsnetz. Ich hatte immer im schlimmsten Fall einen Vater, den ich hätte anrufen können und sagen können, ey, ich stecke hier richtig in der Scheiße. Kannst du mir mal kurz helfen? Aber wenn du das siehst bei jemandem, der dir sehr nahe ist, jetzt meine Mutter, es gibt einfach einen Unterschied zwischen Broke sein und arm sein. Also broke ist einfach, ich habe gerade keine Kohle, aber ich weiß schon, woher sie irgendwo kommt. Und arm sein ist halt wirklich Ende des Monats, es wird einfach wirklich so, der Kühlschrank ist leer. So, und wenn du das siehst, dann kriegst du halt einen ganz, ganz, ganz starken Trieb in dir zu sagen, no fucking way. Never ever. Und Dekühlschränk ist immer voll. So. Und auch am besten voller geiler Sachen. Voller geiler Sachen. Und ich glaube, daher kommt das so ein bisschen. Ich glaube, Beamtinnen hätte mir dann auch nicht gereicht. Also das ist dann schon, da ist der Zug dann irgendwie ein bisschen größer.
13:16 Feliks Eyser: Nimm mich ja mit in den Moment, wo du aufgeschrieben hast, ich werde Bestseller-Autorin. Das fand ich interessant.
13:22 Lili Vogelsang: Ja, das ist jetzt ein Zeitsprung. Ja, das war vor, ich möchte sagen, fünf, sechs Jahren. dann, ich habe Politikwissenschaften studiert in Frankreich, konnte kein Wort Französisch bin nach Frankreich gezogen, ist auch super wild. Und hab dann so in dieser Ja, ich habe dann so in dieser Politik und so in der Politik Beratungsbabbel gearbeitet und ich fand das, also ich hatte vor allem meinen ersten Job war ultra cool. Der hat mir total viel Spaß gemacht, aber ich habe irgendwie in mir drin gemerkt. Das ist es nicht. So. Ich bin. Ich habe eigentlich keinen Bock, auf eine gewisse Art und Weise auch nur für andere zu arbeiten. Und ich hasse es, wenn Prozesse langsam sind und irgendwie habe ich das Gefühl, so ich. Mein Impact ist hier nicht groß genug. Und ich hatte immer so ein, wirklich fast wie so ein körperliches Ziehen in mir drin, wo ich gewusst habe: ich bin gerade noch nicht da, wo ich sein möchte. Also ich finde immer so, die Analogie ist ganz spannend, über die ich nachdenke, ist so, es ist halt total wichtig, auf welcher Kurve du im Leben bist. Also Weil wenn du eigentlich Künstler werden möchtest und du arbeitest aber in einer Bank, dann ist halt die erste Ausstellung schon relativ weit hoch auf der Kurve, obwohl du ganz am Anfang bist. Und du könntest es, wenn du aber in der Bank arbeitest, nur kompensieren, indem du, keine Ahnung, Chef der Bank wirst. Und dann, weißt du, du musst immer was kompensieren, weil du eigentlich nicht auf der richtigen Kurve bist. Und wenn du da mal auf der richtigen Kurve bist, dann sind halt auch die kleinen Erfolge ultra geil. Auf einmal ist alles so: Wow, mein erster Podcast, wow, mein erstes Ich habe meine Kurzgeschichte geschrieben oder sowas.
15:06 Feliks Eyser: Hast du so angefangen zu schreiben?
15:07 Lili Vogelsang: Ja, mit dem Schreiben, ich hab ehrlich, ja genau, ich hab. Immer wieder mal so, ich habe es dann auch immer mal so random mich bei so Schreibwettbewerben oder sowas beworben, weil ich irgendwie dachte so, da ist irgendwas in mir drin. Knallhart. Immer, immer, immer. Rejection, okay. Rejection. Und Ich hab das halt aufgeschrieben, geschrieben und gemerkt, so ich will das irgendwie erreichen und dann habe ich dieses Und wieso wolltest du das erreichen? Das war in mir drin. Keine Ahnung, kann ich nicht benennen.
15:34 Feliks Eyser: Aber du wusstest, dass du schreiben willst, und du wusstest, da gibt es auch ein Ranking und das nennt sich Spiegel-Bester-Liste und da will ich jetzt rein.
15:39 Lili Vogelsang: Und da will ich rein. Und dann habe ich das einfach In einem Urlaub, wo ich mal so fünf Minuten Zeit hatte, habe ich so, ich habe auch jetzt immer fünf Jahresziele, die breche ich jetzt runter auf ein Jahresziele und die breche ich rund auf Monatsziele. Aber da war das mehr so ein, ich will, das waren so drei Sachen, die ich erreichen wollte. Ich habe gesagt Habe ich, glaube ich, ehrlicherweise aus einem Podcast damals sogar. Tim Ferris, möchte ich sagen. Da ging es um Ziele setzen. Und dann habe ich mir diese drei Sachen aufgeschrieben.
16:02 Feliks Eyser: Was waren die anderen beiden?
16:06 Lili Vogelsang: Das eine ist ein Ziel, das treiche ich noch mit mir rum. Das ist ein X amount of cash in the bank. Was ist dein Amount? Weiß ich nicht, ob ich das jetzt sagen kann.
16:16 Feliks Eyser: Mehr als 10 Millionen?
16:17 Lili Vogelsang: Nee, gar nicht. Nee, ich glaube, solche Zahlen wachsen in einem. Ich glaube, die erste Zahl sind, sagen wir jetzt mal, so ein Mittelstelliger Mittelbereich einstellig, Millionenbereich. Einfach weil das, dann müsste ich nie wiederarbeiten für Geld. Genau, dann ist der Kühlschrank voll, ich müsste dann nie wiederarbeiten für Geld. Glaube, dass ich mein Leben lang arbeiten möchte.
16:41 Feliks Eyser: Ich finde es total legitim, also sich die Frage zu stellen, das Ziel zu definieren, es auch mal durchzurechnen und auch so zu überlegen, okay, wenn ich irgendwie das Geld anlege und dann so 5% pro Jahr da rausziehen kann, dann greife ich das mögen wahrscheinlich nicht so an. Heißt, das, was ich jährlich verbrenne, mal 20, ist so grob die Summe, die ich brauche. Also wenn ich sage 100. 000 will ich verbrennen, dann brauche ich 2 Millionen. Wenn ich sage 500. 000, bin ich bei 10. Also so Das ist eine gute Frage, die man sich stellt, die viele sich gar nicht so stellen.
17:06 Lili Vogelsang: Komplett und ich wollte es jetzt auch nur nicht sagen, weil ich so ein bisschen gedacht habe: vielleicht ist die Zahl zu klein für deine Audience. Und aber was ist Also, hast du so eine Zahl?
17:17 Feliks Eyser: Es geht schon wieder los. Wir müssen doch über dein drittes Ziel gleich sprechen. Ja, ich habe auch so eine, ich meine, die Zahl hat sich verschoben, gell? Also ich meine, die verschiebt sich aus zwei Gründen. Zum einen ist, glaube ich, so das Label Millionär haben wir irgendwie alle gelernt, so ist irgendwie was Außergewöhnliches, aber Wahrscheinlich war das im Neunziger Jahren auch außergewöhnlicher als heute, so mit Inflation. Also es hat ja wirklich einen Effekt, was du an Kaufkraft dadurch noch hast. Und das zweite ist Klar, du passt dich irgendwie an. Also ich meine, ich habe jetzt zwei Kids und also da geht das Spending dann irgendwie auch hoch und wenn du das mal 20 nimmst, dann wird die Zahl auch immer größer. Ja, ich denke, wir sind ja nicht in USA, wo du einfach unendlich viel Geld ausgeben kannst. Ähm, ich glaube in Deutschland So eine Zahl, also irgendwas zwischen 10 und 20 Millionen oder so, da kann man sich, glaube ich, jeden Lifestyle, den es gibt, leisten. Du musst jetzt nicht jeden Tag Privatstadt fliegen, brauchst du ja auch nicht, aber ich glaube, da kann man alles machen und es ist null eingeschränkt.
18:12 Lili Vogelsang: Ja.
18:13 Feliks Eyser: Also ich glaube, wenn man so einen zweistelligen Betrag erreicht hat, ist man komplett safe.
18:16 Lili Vogelsang: Noch eine kurze letzte Frage, weil ich finde das total spannend. Findest du das scary, dass sich die Zahl nach oben verschiebt?
18:24 Feliks Eyser: Ja. Und ich glaube, ich denke mir so, jetzt ist das letzte Mal, dass ich die Zahl nach oben verschieben.
18:30 Lili Vogelsang: Nur noch ein bisschen! Nur noch ein bisschen!
18:33 Feliks Eyser: Schiebe, ich glaube, es ist. Es ist ein Stück weit normal.
18:38 Lili Vogelsang: Ja.
18:38 Feliks Eyser: Da lernst du plötzlich Leute kennen, die haben dann irgendeine andere Zahl gehittet. So und denkst: Das normalisiert sich ja irgendwie alles über die Zeit. Auch wenn man älter wird, dann werden die Zahlen halt größer.
18:48 Lili Vogelsang: Glaubst du, dass du irgendwann doch Privatchat fliegen willst?
18:54 Feliks Eyser: Ich glaube, dass ich nicht mehr Economy fliegen will. Das habe ich gerade gemacht. Auch wieder mit zwei Kids. Das war keine angenehme Erfahrung. Ja, ich glaube, wenn die ganze Family Business fliegen kann, dann. Dann ist alles gut. Dann sprechen wir in fünf Jahren. Dann sage ich dir vielleicht was anderes, I don't know. Das wird jetzt eigentlich komisch klingen, aber.
19:15 Lili Vogelsang: Nee, ich finde das ja gut, ne? Also ich glaube, deswegen, ich wollte ja gerade meine Zahl, also, ne, weil da ist ja irgendwas, man redet darüber ungern. Deswegen finde ich es auch voll gut, dass du darüber redest.
19:26 Feliks Eyser: Was war dein drittes Ziel?
19:28 Lili Vogelsang: Mein drittes Ziel war ein Raum voller Menschen.
19:30 Feliks Eyser: Was heißt das?
19:31 Lili Vogelsang: Ja, das habe ich mich dann damals auch gefragt und ich glaube, es waren zwei Dinge. Das habe ich auch abgehakt. Das eine war wirklich zu sagen: Ich will einen Raum voller Menschen, die alle meine Freunde sind, wo ich mich unglaublich wohlfühle und wo ich so das Gefühl habe, das ist mein Tribe.
19:50 Feliks Eyser: Das Gegenteil von Einsamkeit.
19:52 Lili Vogelsang: Das Gegenteil von Einsamkeit, den Tribe, so die Herde. Und das andere war, glaube ich, schon auch einfach, dass ich in mir drin ein Showpony habe, das unglaublich gerne auf die Bühne möchte. Und der Raum voller Menschen sollte dann auch ein Raum voller Menschen sein, die da sind, weil sie mir zuhören wollen, weil ich was zu sagen habe, was diese Menschen bewegt.
20:11 Feliks Eyser: Wie viel davon ist Anerkennung und wie viel ist echte Connection?
20:16 Lili Vogelsang: Die Bühne ist zu 100% Anerkennung, der Raum voller Menschen, die Herde ist zu 100% echte Menschen.
20:24 Feliks Eyser: Hättest du gern lieber eine Million Follower oder drei echte Freunde?
20:27 Lili Vogelsang: Drei echte Freunde. Oh. Klar. Beziehungsweise nicht klar. Ich glaube, dass manche das nicht so sehr, also dass manche Leute das vielleicht anders entscheiden würden. Aber glaube ich auch nur, bis sie die eine Million Follower haben und sich dann denken, ja, scheiße, und jetzt? So, also ich bin ja immer wieder auf so Creator-Events und ganz viele davon haben, glaube ich, auch ein großes Thema mit Einsamkeit.
20:52 Feliks Eyser: Kann ich gerade fragen, fühlt der durchschnittliche Creator, durchschnittliche Creator in sich einsam?
20:56 Lili Vogelsang: Ja, also. Ich glaube, ehrlicherweise, es wird umso schlimmer, je erfolgreicher du bist, weil du bist ja ständig unterwegs. Du gehst ja wirklich von einem Brand-Event zu einem. Trip mit Influencern etc. , also du bist nur on the go, dann wird es wirklich, da ist es ja auch schwerer, ne? Freundschaft entsteht durch Routinen. Klar, du siehst dann immer wieder andere Creator. Vielleicht kannst du mit denen eine Freundschaft aufbauen. Aber da bist du natürlich ganz schnell in so einem. Das sind ja im Endeffekt, das ist ein Arbeitskontext, ne? Und wie sehr mögen die dich für dich oder weil es vielleicht auch Sinn macht, mal zusammen zu cross-posten, ähm, sich gegenseitig Audiences rüberzuschieben, etc.
21:38 Feliks Eyser: Das ist interessant, du hast auf der einen Seite Kollaborateure sind auf eine Weise, auf der anderen Seite aber auch ein Stück weit Competitor, die alle um die gleiche Aufmerksamkeit, vielleicht die gleichen Werbekunden buhlen ein Stück weit. Ich meine, mittlerweile, mein Freund des Kreis sind fast nur Founder. So über die Zeit hat sich das rau kristallisiert, ist hier in Berlin sowieso und Das war aber nie eine Competition, weil die ja was komplett anderes machen und es für alle immer bereicher war, sich zusammenzusetzen und sagen, komm, jetzt erklärt mal jeder seinen Marketing-Funnel und dann probieren wir alle davon. zu lernen. Ist das bei Creatern auch so?
22:11 Lili Vogelsang: Also ich glaube schon auch. Ich war jetzt gerade für das erste Mal für einen größeren Brandtrip in London. Und da habe ich schon auch die Erfahrung gemacht, dass so, es gibt halt solche und solche, so wie es überall gibt. Und es gibt ultra coole, mega nette, liebetolle Menschen. Ich glaube aber. Also, wir reden ja jetzt, wenn wir jetzt über meine Audience reden, ne, das sind irgendwie Zahlen, das klingt vielleicht für manche irgendwie spannend, aber.
22:38 Feliks Eyser: Was ist denn eine Audience, ein paar hunderttausend?
22:40 Lili Vogelsang: Genau, wenn man so TikTok und Instagram kombiniert sind es irgendwie so 260. 000, irgendwie so um den Dreh. Instagram sind 120. TikTok 140, 150, irgendwie so. Und ich glaube aber, wenn du in so, je weiter du hochrückst in Sphären, du wirst, glaube ich, schon auch sehr entrückt vom echten Leben. Also auch was ich damit meine, ist. Ich sitze manchmal auf so Events neben so 21-jährigen Leuten, die sind, haben sich super schnell eine krasse Audience aufgebaut, dann haben die ihr Studium abgebrochen. Die kriegen. 10. 000, 20. 000, 30. 000 Euro für einen Post, für eine Story, die können nie wieder ein 9 to 5 machen. Es ist unmöglich. Es verschiebt einfach deine Perspektiven für was, wo man sich, finde ich, schon auch fairerweise fragen kann: Okay, was ist eigentlich der Mehrwert davon? Was ist die Arbeit, die du leistest? Im Endeffekt. Bist du ein kreativer Freelancer für einen Algorithmus? Du bist Teil von einer Entertainment-Maschine. Und du wirst extrem unrelatable. Also, das ist ja das Schöne, was du beschreibst, an deinen Founder-Stuggles. Also ganz viele Leute, die ähnliche Themen haben, aber auch auf unterschiedlichem, also auf einem unterschiedlichen Level. Und irgendwann Der Pool wird einfach immer kleiner an Menschen, mit denen du einen echten Bezug aufbauen kannst. Und die irgendwie, vor allem wenn du so jung bist, die sind ja alle so jung. 21 kennst du einfach niemanden, der sagt: So, ich. Ich kriege jetzt mal 50k dafür, dass ich ein Wochenende mit einer Beauty-Brand in Kidsbü verbringe. Absurd, diese Summen. Absurd. Völlig krass. Also. Natürlich auch großes Blessing, so jetzt, aber völlig absurd.
24:18 Vom Bundeskanzleramt zum Intimpflege-Startup
24:18 Feliks Eyser: Für dich auch, du hast dich dann finanziert darüber. Erzähl mal, wie du Unternehmerin geworden bist. Was war der Punkt, wo du gesagt hast, äh. Hier Politik und Beratung kehre ich den Rücken zu. Ich muss Gründerin werden.
24:29 Lili Vogelsang: Ja, ich kann das bis heute nicht richtig benennen, was mich da auf einmal angefangen hat. zu wirklich besessen. Ich war wirklich besessen. Ich glaube, ich habe einfach gemerkt, dieses Leben, wenn das jetzt so mein Leben ist, dann ist es nicht für mich. Das macht mir einfach keinen Spaß. Ich werde grantig, ich werde grantig zu den Leuten um mich rum mich. Also ich glaube wirklich, niemand ist so schlimm für sein eigenes Umfeld wie unglückliche Menschen. Oder? Ja. Ich war ein sehr unglücklicher Mensch. Und dann kam Covid und dann kam so. dass sozusagen die erste Idee war, wir haben ja mit SENTOU angefangen, Felix und ich, mein Mitgründer. Haut und Haflege für den Intimbereich. Und das war einfach, es war Cov, es war Pandemie, meine Mädels hatten damit einen Struggle, es gab irgendwie keine Produkte dafür. Ich dachte, ja, okay, das kriegst schon alles irgendwie hin. Die anderen Leute haben Bananenbrot gebacken. Ich habe Da irgendwie Inhaltsstoffe zusammengemacht. Ja, es war wirklich so. Es war halt auch voll aufregend, weil dann konntest du zur Post. So, es war ja das Aufregendste damals, war ja zur Post gehen und zum DM und so, um diese Brüppchen zu holen. Ja, wirklich.
25:40 Feliks Eyser: Hast du dir irgendwelche Rohstoffe bestellt und gebastelt und YouTube-Videos angeschaut oder wie entwickelt man so ein Produkt?
25:45 Lili Vogelsang: Ja, das war ja so die Zeit, wo NKM Naturkosmetik München auch so groß war und die hatten ja auch so ein Konzept mit mit selber rühren und dann siehst du halt, wie so eine Kosmetikbrand literally daraus entschied, dass Leute irgendwie Inhaltsstoffe zusammen in einem Reagenzglas zusammen punchen. Und dann denkst du, ja, das kann ich aber. Kann ich hoch. Und ich meine, wir haben uns dann natürlich auch einfach einen Lohnhersteller gesucht, der dann die ganzen Zertifizierungen und so übernommen hat. Aber im Endeffekt war das so der Anfang. Das war sozusagen das erste, der Schritt da rein. Und damit sind wir wirklich in aller Offenheit sechs, sieben Monate auf die Fresse gefallen. Wie nix. Also das war ja. Wie, also ich hatte ja keine Ahnung von Performance Marketing. Und Felix und ich werden uns kennengelernt, wir fanden uns sympathisch. Wir hat euch kennengelernt? Über eine Cove-Matching-Plattform.
26:33 Feliks Eyser: Ah ja.
26:34 Lili Vogelsang: Ja. Also das war total random, ehrlicherweise, weil ich hatte diese Idee und dann habe ich mich irgendwie mich auch bei so. Ein, zwei Accelerators irgendwie beworben. In Hamburg, die, da sitzt der NCA, Next Commerce Accelerator, da war Beiersdorf mit drin und so. Den hatte ich halt geschrieben und war so: Hey, mach da was. Und die waren so, hey cool, brauchst du mal Münzkründer? Und dann habe ich mich halt auf die Suche begeben und ich war nicht in dieser Bubble. Ich kannte Ich kannte niemanden, der jemals irgendwie was gegründet hätte.
27:03 Feliks Eyser: Ja, du kommst aus der Politik. Du standest bei der Münchner Sicherheitskonferenz da irgendwie rum und warst in einer anderen Welt.
27:08 Lili Vogelsang: Ich war komplett in einer anderen Welt.
27:10 Feliks Eyser: Welche Plattform bist du da gegangen?
27:11 Lili Vogelsang: Ich weiß es gar nicht mehr. Ah, doch. Foundario.
27:15 Feliks Eyser: Okay, okay. Und was war da so, war das dann so lieber auf den ersten Blick oder wie erkennt man, ob man mit jemandem eine Firma gründen will? Wie hast du das konkret erkannt?
27:23 Lili Vogelsang: Ich habe mich voll viel mit Leuten getroffen und gedacht, das war ja klar, ich habe die beste Idee der Welt, es wird alles großartig. Da habe ich mich mit Felix getroffen und danach erstmal geheult. Fuck, ich habe daran nicht gedacht, ich habe daran nicht gedacht, das war scheiße, oh Gott, darüber habe ich mir noch nicht nachgedacht und so. Und dann hat mein damaliger Freund gesagt, das klingt eigentlich an einem ganz guten Kurfhörner. Weil der hat ja wirklich alles entdeckt, was du nicht auf dem Schirm hattest.
27:49 Feliks Eyser: Aber der kam auch nicht aus dem Bereich.
27:50 Lili Vogelsang: Nee, also ja, der kam so aus dem, also Felix kommt so aus dem Marketing-Technik. und der hat viel, also der hat schon allen D2C-Unternehmen damals mitgegründet und dann auch verkauft und so.
28:01 Feliks Eyser: Okay. Der kann zumindest die andere Hälfte von D2C-Brand, du brauchst Marketing und du brauchst ein Produkt. Produkt konnte er beide nicht, aber er konnte zumindest ein bisschen.
28:09 Lili Vogelsang: Ja, aber schon auch mehr so aus der Tech-Perspektive. Also der war in einer datengetriebenen Beratung und hat da schon sehr, sehr große D2C. Kunden beraten, aber der war jetzt auch nicht in der Creative, also in der Creative Creation oder so. Und das ist halt mein Creativees King, so, ne? Der Media Buying etc. und so, aber Ja, und da haben wir irgendwie beide nicht so richtig dran gedacht. Und ich mag an Phoenix, ach, der ist ja einfach komplett anders als ich. Also niemand ist so. Wir sind so komplementär. Und der ist so Nicht Berliner Founder-Bubble-mäßig, sondern es ist so ein richtig bodenständiger, der denkt einfach komplett geradeaus und realistischer Typ. Und ich bin dreimal so schnell, hier ist mein Luftschloss, let's fucking go. Da-da-da-Person. Und dann jemanden zu haben, also wirklich die häufigste Unterhaltung, die wir haben, ist: Fix, ich hab die geilste Idee ever. Finde ich so, ja, lass AB testen.
29:09 Feliks Eyser: Lass mal ins Budget gucken.
29:10 Lili Vogelsang: Und ich bin immer so: Was meinst du AB testen? Mein Bauchgefühl sagt, es ist die beste Idee, sind Slice.
29:17 Feliks Eyser: Es gibt ja dieses Modell von Visionary und Integrator, so die oft gut zusammenarbeiten können. Eine Person, die nach außen geht, ein Markt, die sich überlegt, wohin sollen wir gehen, die Story erzählt, Leute für sich einnimmt und eine andere Person, die ein Stück weit den Laden schmeißt und dafür sorgt, dass es auch zur Realität wird.
29:31 Lili Vogelsang: Ja, komplett. Also ich glaube, wir würden jeweils vom anderen den Job hassen. Und deswegen, und deswegen haben wir auch so eine ganz, ganz große Appreciation und Wertschätzung füreinander, ne? Weil du dir halt die andere Person immer anguckst und dir denkst so Alter, so gut, dass du das machst. Toll. Genau, das war das erste Venture. Das hat so sechs, sieben Monate richtig aufs Mall bekommen.
29:54 Feliks Eyser: Was war das Schmerzhafteste daran?
29:56 Lili Vogelsang: Sich einzugestehen, dass man es nicht kann, eigentlich. Und ich glaube aber, es gab in mir zu diesem Zeitpunkt nicht eine Phase meines Körpers, die Aufgeben in Betracht gezogen hätte. Gab es einfach nichts. Da ist zu dem Zeitpunkt privat so viel passiert, als dass ich damit in Anführungsstrichen hätte, auch noch scheitern können. Und dann war es wirklich so, ich mach, ich kriege das hin. Watch me. Und dann habe ich gesagt, ja, okay, fuck it, dann werde ich halt jetzt Influencerin. Die können alles im Internet verkaufen. Das mache ich jetzt auch. So.
30:35 In zwei Monaten Influencerin werden: alle blocken
30:35 Feliks Eyser: Fuck it, ich werde Influencerin.
30:38 Lili Vogelsang: Ja, guck, pass auf, ehrlicherweise.
30:40 Feliks Eyser: Also gut, oder? Also.
30:42 Lili Vogelsang: Ich hatte ja dann wirklich, ich hatte ja dann auch wirklich so dieses Problem, so die Ersparnisse gehen dem Ende zu, so, und hatten wir jetzt schon etabliert, so ich habe ein großes Thema mit Geld. So, also, und wenn das dann, so und du, du, du Du fragst dich, wie kann ich jetzt meine scheiß Miete bezahlen? Jetzt habe ich meinen Job gekündigt für eine absolute, in Anführungsstrichen, Quatsch-Idee. Ich saß da gegenüber meinem Manager. Wir hatten irgendwie gerade noch bei meinem letzten Arbeitgeber irgendwie Termine im Bundeskanzleramt vorbereitet und ich sage dem so, du, Björn, ich würde da mal kündigen, weil ich mache jetzt Intimpflege. So, und dann fliegst du damit Also erstmal auf die Start, es tut ja so weh. Und das heißt, ja, und dann habe ich das irgendwie, musste ich das irgendwie rumreißen.
31:29 Feliks Eyser: Wie bist du in kurzer Zeit Influencerin geworden?
31:32 Lili Vogelsang: Ja, also ich glaube wirklich großer Vorteil bei solchen Dingen ist nothing to lose. Einfach Reingehen. So, ich habe auf TikTok angefangen, weil da war meine Schamgrenze natürlich nochmal geringer. So, ich bin Anfang 30.
31:47 Feliks Eyser: Da waren deine Freunde nicht, oder?
31:48 Lili Vogelsang: Da waren meine Freunde nicht. Ja, wirklich. Und ich habe auch Ich bin einfach so mein Kontaktbuch durchgegangen, habe erstmal alle geblockt. Nein, aber du musst ja.
31:56 Feliks Eyser: Oh mein Gott, wie smart.
31:57 Lili Vogelsang: Du musst ja frei erstmal operieren können. Du kannst ja jetzt nicht darüber nachdenken, ja. Scheiße, was denkt jetzt mein Ex-Freund von mir? So, und das ist ja total normal, dass du darüber nachdenkst, aber das konnte ich, wegen Gedanken konnte ich mir nicht erlauben. Und dann habe ich wirklich auch, und das ist natürlich schon, also ich bin, äh, sehr fleißig. Ich habe dann einfach jeden Tag drei Videos hochgeladen.
32:19 Feliks Eyser: Und das ist auch der Schlüssel, ich meine, sagen ja viele, du musst einfach krass viel Quantität bringen, oder was war für dich dann der Durchbruch sozusagen?
32:27 Lili Vogelsang: Ja, also ich glaube, das war so ein bisschen so der Schlüssel, um erstmal zu verstehen, wie funktioniert diese Plattform. So, ne? Also, und auch so ein bisschen, du hattest es vorhin so gut gesagt, manche Dinge sind einfach auch eine Handwerksfrage. So, ne? Und das heißt, am Anfang probierst du einfach und merkst Ich bin dann auch schon sehr analytisch und schaue mir dann an, okay, das hat gut funktioniert, was war das, okay, kann ich das rausnehmen, dieses Element replizieren, mit einem anderen kombinieren etc. Und dann habe ich halt so drei Videos am Tag gepostet, bis ich so meine Best Performer hatte, bis ich so gemerkt habe, ah, wenn ich darüber rede, das funktioniert gut.
33:02 Feliks Eyser: Und du hast über Intimlauschen gesprochen oder über was ganz anderes?
33:06 Lili Vogelsang: Die Strategie war Also weil auch da in aller Offenheit, ich bin jetzt nicht so. Ich bin jetzt nicht die Person, die da so komplett irgendwie schambefreit darüber, über solche Themen reden kann. Ich werde jetzt keine. Mir war schon klar, dass ich jetzt irgendwie keine Intim Influencerin oder sowas in die Richtung werden kann. Und dann war, meine Arbeitsthese war, das ist ein super intimes Thema und das ist ein bisschen schamhaftet und das ist, darüber redet man mit seiner besten Freundin. Das heißt, ich werde jetzt die beste Freundin im Internet. So, das war so ein bisschen so dieses, und ich habe dann halt super viel über persönliche Dinge von mir geredet, über Trennungen, über Dating, über die Situation mit meiner Mutter damals, über meine Freundschaften und habe mich halt wirklich, ich habe einfach. Ich werde jetzt erstmal die beste Freundin von Leuten im Internet und dann komme ich. Dann converte ich.
33:57 Feliks Eyser: Dann werden die mir schon vertrauen und dann kaufen die auch was.
34:00 Lili Vogelsang: Genau, und hab dann aber eben auch relativ schnell gemerkt, also dass das halt das ist, was mir Spaß macht, ne? Also der große Durchbruch kam dann Ich glaube, so zwei, zweieinhalb Monate into Posting, da hatte ich immer wieder eben gehört, hey Lili, du stellst so gute Fragen. Und dann saß ich irgendwo und war so, fuck, ich muss ja noch mein drittes Video hochladen. Scheiße, scheiße, scheiße. Und dann saß ich in so einem, ich glaube, in einem Chernau. In einem Auto und so, ich war an der Ampel oder so und war kurz so, ja, kacke, okay, was mache ich jetzt? Achso, ja, hallo, ich bin Lili, ich stelle mega gute Fragen. Ich würde ab jetzt jeden Tag eine Frage stellen. Hier ist meine erste Frage. Schnell hochgeladen, zugemacht, weiter mit meinem Tag oder mit meinem Abend. Und dann bin ich am nächsten Morgen aufgewacht und war so, ja, mal gucken, so ne, weil du bist ja nicht so hockt, wenn Das ist ja eigentlich deprimierend. Du machst diese App auf und siehst so, ah, okay, 400 Views, 500 Views, ah, okay, mal 1000, okay. So Und dann machst du diese App auf und die sind aber mal BAM 40. 000 Follower. Und dann bin ich, dann wirst du es so und dann lief das nach zwei, drei Tage. Das wurden immer mehr. Am Ende waren das irgendwie so 60. 000 Leute.
35:10 Feliks Eyser: Über dieses eine Video gekommen sind. Wo du gesagt hast, du willst jetzt jeden Tag eine Frage stellen.
35:13 Lili Vogelsang: Genau, und da habe ich verstanden.
35:14 Feliks Eyser: Oh mein Gott, was für eine Erwartung.
35:16 Lili Vogelsang: Ja, voll. Und dann total. Ich war so, kann ich, kein Problem. Ähm. Aber da habe ich halt dann zum Beispiel verstanden, Serienformat. Leuten sagen, wer du bist. Hallo, ich bin Lili. So ein Personal Report aufbauen. Das ist das, was ihr bei mir bekommt. Ich kann mega gute Fragen stellen. Und das ist jetzt das, warum ihr mir folgen sollt. Weil das jetzt immer wieder kommt. Ich stelle jetzt jeden Tag eine Frage. Okay. Hat dies ein Format für mich geknackt.
35:39 Feliks Eyser: Expectation Management. Und du hast zufällig deine Nische gefunden, dadurch.
35:43 Lili Vogelsang: Komplett. Ja, genau. Genau, einfach. Ganz, ganz viel gemacht, um dann so meine Nische zu finden. Und ja, und das war, dann war ich auf einmal Influencerin.
35:53 Feliks Eyser: Okay, und jetzt Langer Bogen, wie wurde daraus eine Firma, die eine Million Freundschaften kreiert?
35:59 Lili Vogelsang: Also langer Bogen. Also Wir haben das dann Gott sei Dank mit so einem Two gedreht bekommen, weil wenn du in der Lage bist, Content zu machen Ich hab immer so, es ist so ein Schritt zwischen Content und Conversion. Also, wenn du einmal weißt, wie du gut in eine Kamera redest, wie du gut ein Peace aufhörst Was sind so die einzelnen Teile, wenn du dann am Ende noch ein CTA dahinter hängst und sagst, eine Call to Action? Ja, genau, eine Call to Action: So, und jetzt kauf doch mal mit dem Code Lili im.
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36:25 Feliks Eyser: Das hat dann doch funktioniert. Also, du konntest die Leute dann schon kommentieren.
36:28 Lili Vogelsang: Genau, wir konnten die konvertieren. Ich hab das nicht über meine, ich hab das nicht über meine eigenen Kanäle gepostet.
36:33 Feliks Eyser: Ach so.
36:34 Lili Vogelsang: Sondern ich habe einfach dann Videos kreiert, die wir halt bei Meta und so hochgeladen haben.
36:39 Feliks Eyser: Als Ads, oder wie?
36:40 Lili Vogelsang: Ja, genau. Die haben dann eben ROAS von fünf Sechs sind die da durchgejagt und ich war so, ja, okay, das ist ja geil.
36:45 Feliks Eyser: Wo es heißt Return on Ad Spend, also wenn du 1 Euro ausgegeben hast, dann sind plötzlich 5 Euro zurückgekommen, den Umsatz. Und bei Kosmetik hast du gute Margen, das heißt, da ist es dann wahrscheinlich profitabel.
36:53 Lili Vogelsang: Genau, so.
36:54 Feliks Eyser: Und wieso dann nicht doch das wieder voll weitermachen, nachdem du die Formel Jetzt hast du die Weltformel entschlüsselt.
36:59 Lili Vogelsang: Ja, genau. Jetzt hast du die Weltformel entschlüsselt und jetzt musst du natürlich trotzdem irgendwie größere Strukturen darum aufbauen. Wir waren dann alle fünf Minuten ausverkauft. Weil dann hast du, du bist ja ein super kleines Unternehmen, dann hast du es einmal geknackt, dann bist du ausverkauft, dann musst du alles wieder runterfahren, dann kriegst du mega schlechte Reviews. Wir hatten ja keinen, wir hatten ja auch kein irgendwie Geld geracet bekommen oder sowas. Das heißt, Das war ja wirklich so aus dem Cashflow irgendwie so finanziert. Also wir hatten ein, zwei kleine Angels und die haben uns gerade so an diesen Punkt getragen. Und dann hattest du halt diesen ganzen Hasse. Und dann waren wir jetzt noch Amazon und da-da-da-da. Und dann war schon auch relativ schnell der Punkt, wo wir erkannt haben, Ja, da ist ultra viel Potenzial und wir können das jetzt, wir könnten das schon ausbauen, aber es hatte sich halt im sozusagen Hinterrücks. Ein anderes Thema angeschlichen, wo Felix und ich, glaube ich, auch einfach uns tief in die Augen geschaut haben und gesagt haben: Founder Company Fit. Felix ist ein Techie. Der hat auch an digitalen Gesundheits-Apps schon mitentwickelt gehabt und so. Der liebt Prozesse und Technik und weiß ja Kuckuck was alles. Und ich war auf einmal diese Person, die Fragen stellt, die über Freundschaft redet, die ein Bestseller über Kommunikation geschrieben hat. What the hell machen wir gerade mit einem Intimpflegeunternehmen? Das macht ja von vorne bis hinten keinen Sinn. So, so zu sagen, vom Fit her.
38:23 Feliks Eyser: Im Nachhinein einfach zu sagen. Aber nimm uns mal mit in das Gespräch, wo du sagst, ey, was machen wir hier eigentlich?
38:30 Lili Vogelsang: Ja, also in dem Moment, wir haben uns da so so rangetastet. Also das war eine ehrlicherweise total organische Entwicklung auf eine gewisse Art und Weise. Ich habe immer gesagt. Für mich ist SENTOU mehr als Intimpflege. Es geht um Selbstbewusstsein in einem Moment, in dem Menschen vulnerabel sind. Und dann haben wir uns überlegt, okay, Wir sind die ganze Zeit ausverkauft, können wir vielleicht so noch digitale Produkte an das Thema irgendwie mit dranhängen. Und dann hatte ich halt auch immer mehr so Kommentare und Nachrichten von Leuten, die gesagt haben, ey, so pff. Ich fühle mich so einsam, mir geht es so schlecht, kannst du mir irgendwie auf dieser Reise helfen? Und dann haben wir ganz einen ganz random Testpiloten lanciert. Und zwar haben wir auf der SENTOU-Website so eine Unterseite gemacht, wo wir gesagt haben: hier ist ein E-Mail-Kurs, nicht personalisiert Du kriegst jeden Tag eine E-Mail von uns, zahlst uns 9,99 Euro im Monat, kriegst jeden Tag eine E-Mail von uns und wir helfen dir so ein bisschen deine Kommunikationsfähigkeiten, dein Selbstbewusstsein, deine sozialen Fähigkeiten auszubauen.
39:41 Feliks Eyser: Wie? Wie kam es genau dazu?
39:43 Lili Vogelsang: Naja, weil wir halt immer, weil wir immer so diesen die Kommentare gesehen haben und die Nachrichten und immer mehr so
39:51 Feliks Eyser: Die Inspiration kam durch die TikTok-Kommentare.
39:54 Lili Vogelsang: Genau, durch die Community. Komplett. Und dann haben wir halt gedacht, okay, wir machen jetzt vielleicht mal so einen ersten Test in diese Richtung. And dieser E-Mail Newsetter hatte dann also 9,99 Euro a Monat, we have capped gehabt by dry Monate, while we said it's just a test. Der hatte innerhalb von wenigen Wochen 700, 800 zahlende UserInnen.
40:13 Feliks Eyser: Das ist ja schon verrückt, oder? Ich meine, du bist in einer komplett anderen Kategorie, verkaufst physische Produkte für ein bestimmtes. Thema, promotest das und hörst dann feinfühlig zu und merkst, da sind Leute, die haben irgendwie, da scheint es ein ungelöstes Problem zu geben. Es hat gar nichts damit zu tun, was ich hier eigentlich den ganzen Tag mache. Aber ich pack's trotzdem mal auf meine Startseite. Geil.
40:30 Lili Vogelsang: Also, es war so eine Unterseite. Es war ein Test, also es war wirklich so, okay, hier passiert was und wir hatten einfach, also ich hatte auch einfach einen ganz, ganz starken Pull in diese Richtung, weil ich einfach gesehen habe Da passiert was, das ist, glaube ich, ein sehr, sehr großes Thema. Und ich bin gerade die richtige Person, das anzugehen. Und ich sehe das bei SENTOU immer so ein bisschen so, das war so unser mein Weg ins Unternehmertum. Und um mich daran zu führen, die Company zu bauen, ich habe wirklich so ein starkes Gefühl von, ich, es ist mein Job, diese Company zu bauen und groß zu machen. Das ist wirklich so. Das Ding, was ich immer machen sollte in meinem Leben, ist genau das, was ich jetzt mache. So, es ist genau das. Und der Weg dahin war ein bisschen crappy und messy und so. Aber als wir dann gesehen haben, okay, das funktioniert, aber es verwirrt die Leute halt massiv. Hier einen E-Mail. Klar so, dann haben wir gesagt, okay, fuck it. SENTOU ist eine süße, nette Cashcau. So, das Ding ist profitabel, das läuft mehr oder weniger vollautomatisiert gerade nebenbei. Kostfinanziert auch noch Fredi. Also wir sind auch noch in einem Weg.
41:32 Feliks Eyser: fredie ist die neue Brand.
41:33 Lili Vogelsang: fredie ist die neue Brand. Und dann haben wir gesagt, wir bauen eine neue Brand rund um das Thema Freundschaft und Einsamkeit. Dann sind wir auch wirklich tief in die Research gegangen von wie bauen wir das jetzt eigentlich. Weil der E-Mail-Nuster, das war so ein erster Test, aber was weiß ich denn, was die Leute wirklich brauchen. Und so ist dann fredie entstanden. Ähm, fredie hilft dir deine sozialen Fähigkeiten zu trainieren, damit du wieder mehr auf Leute zugehst.
42:00 Duolingo für Social Skills: das fredie-Modell
42:01 Feliks Eyser: Duolingo für Social Skills, habe ich mal gelesen.
42:03 Lili Vogelsang: Duolingo für Social Skills. Nur, dass man es bei uns halt auch erklärt, weil Duolingo ist ja nicht so effizient am Lern.
42:09 Feliks Eyser: Ja, okay, okay. Und Kern des Angebots ist eine App.
42:15 Lili Vogelsang: Genau, also. Die große Frage, die ich mir halt gestellt habe, war.
42:20 Feliks Eyser: Lass mir den großen Fragen starten.
42:21 Lili Vogelsang: Lass uns den großen Fragen starten. Naja, also, guck mal, das kann doch nicht sein, dass. du so viele Angebote hast, um Freunde zu finden und dich zu vernetzen wie noch nie. Du hast Bumble BFF, du hast Timeleft, du hast die ganzen Running Clubs, du hast Paddel, weiß der Kuckuck was alles. Es ist, glaube ich, noch nie so leicht gewesen, mit fremden Menschen in Kontakt zu kommen. Gleichzeitig ist Gen Z die einsamste Generation, die es hier gab. Da ist ja. Wo ist der Fehler? So, und das hat mich fasziniert. Wie kann das eigentlich sein? Was ist deren Scheißproblem?
42:57 Feliks Eyser: Was ist denn? Gen Z, was ist euer Scheißprogramm? Jemand zuhört und Gen Z, was ist denn eigentlich dein Scheißproblem?
43:02 Lili Vogelsang: Euer scheiß Problem. Und dann bin ich halt richtig tief rein auf so die Research. Und das war richtig geil, weil es war so nerdy und es hat so Spaß gemacht, das zu verstehen. Und Was diese Generation und auch die darauffolgende Gen Alpha erlebt, ist eben, Einsamkeit löst sich nicht durch ein weiteres Angebot an Vernetzung, wenn du dich nicht in der Lage fühlst, dieses Angebot an Vernetzung wahrzunehmen. Das heißt, wenn du zu Hause sitzt und dir denkst, ich fühle mich so einsam, aber ich gehe doch jetzt nicht auf ein Bumble BFF-Date. Was sag ich denn dann? Und wie, das wird komisch.
43:40 Feliks Eyser: Bumble BFF ist also Bumble kennen wir von Dating und. Die BFF-Variante davon ist quasi non-dating, aber trotzdem neue Leute.
43:46 Lili Vogelsang: Genau, Bumble Best Friends.
43:48 Feliks Eyser: Wir haben ein Au-pair, die und die lernt es über BFF, lernt ihr so Freunde kennen.
43:52 Lili Vogelsang: Ich war jetzt gerade in London im Headquarter von Bumble und habe denen nochmal gesagt, ich finde, ihr solltet das jetzt mal wirklich größer machen. Und die sind auch so, ja, wir setzen gerade neu auf in den USA, aber ähm Genau, also Einsamkeit bei dieser Generation lässt sich nicht lösen durch ein weiteres Angebot an, ah, hier kannst du Freunde treffen.
44:10 Feliks Eyser: Es ist wirklich, es sind die Skills. Also man fühlt sich nicht ready. Rauszugehen, mit Leuten zu sprechen. Was fehlt? Was ist das Delta?
44:17 Lili Vogelsang: Ja, genau, also das Delta sind halt soziale Fähigkeiten. Und das ist jetzt ein großer Blumenstrauß von was sind eigentlich soziale Fähigkeiten und wie definiert man das? Kann ich Kann hier den zweiten kleinen TED-Talk zu nachher halten. Aber du musst dich erstmal, genau, du musst dich halt erstmal in die Lage oder in die Lage kommen zu sagen, ja, ich mach das. Ich kann das und ich bin, ich gehe da jetzt hin und dann unterhalte ich mich super nett mit der. Karin, und danach sind Karin und ich vielleicht Freunde oder sind auf dem Weg, Freunde zu sein. Und diese Lücke, die muss man und die wollten wir füllen. Und so haben wir fredie gebaut. Und deswegen ist fredie jetzt erstmal in Anführungsstrichen auch nur Ein Duolingo für soziale Fähigkeiten. Das heißt, du kannst deine sozialen Fähigkeiten bei uns trainieren. Wir arbeiten mit einer geilen Wissenschaftlerin zusammen. Dr. Ike Horsmann, Shoutout. Die ist Expertin für Einsamkeit und Human-Machine Interaction. Und mit der entwickeln wir auch unser eigenes Scoring. Also du hast ein IQ und ein EQ und wir entwickeln gerade den SQ, sodass wir wirklich messen können, was verbessern wir hier gerade. Okay. Und Natürlich macht es total Sinn, weil wir bauen ja einen Insalen-Proprietary Data Satz auf über Menschen und deren Sozialverhalten, natürlich macht es Sinn, irgendwann zu sagen, hey. Wie kriegen wir die Leute dazu, sich auch im echten Leben zu treffen?
45:33 Feliks Eyser: Wieso ist, das ist genau meine Frage, wieso ist das eine App? Ist das nicht wie dem Alkoholiker Wein zu schenken? Also die Leute hängen den ganzen Tag eh schon in der App? Jetzt gibt es die App, um mich aus der App rauszukriegen. Wieso ist eine App? Wieso ist nicht offline?
45:43 Lili Vogelsang: Wieso ist nicht ein Buch?
45:45 Feliks Eyser: Wieso ist nicht irgendein anderes Format als eine App?
45:48 Lili Vogelsang: Ich glaube, es ist wahrscheinlich so ein bisschen wie dem Alkoholiker die Weinflasche wegnehmen und ihm eine Limo geben. Es wäre besser, wenn er Wasser trinkt oder irgendwas anderes macht. Aber vor allem bei Gen Z ist einfach Digitales Lernen ist halt gelerntes Verhalten. Also, das ist die Tutorial Generation. Ich muss eine Glühbirne austauschen, ich schaue mir ein Tutorial an. Ich muss mich schminken, ich schaue mir ein Tutorial an. Das heißt, du hast Unglaublich große Offenheit dafür, Dinge digital zu lernen. Und jetzt hatten wir ja gerade schon etabliert, natürlich würde ich die alle total gerne in einen Raum packen und sagen: Jetzt befreundet euch aber mal alle miteinander. Das geht ja aber nicht, weil es kommt ja keiner. Ich muss ja sozusagen erstmal die in die Lage versetzen zu sagen, alles klar, ich nehme diese ganzen tollen bestehenden Vernetzungsangebote an. Und dann, so, ne, wenn du die, auch wenn du sagst, ich will möglichst viele Leute erreichen, ich will eine Million Freundschaften kreieren, ja, dann gehst du natürlich irgendwie auf das Digitale, auch weil du ja Du kannst ja den Fortschritt wirklich messen. Du kannst die Leute einfach wirklich auch viel personalisierter begleiten, als wenn ich jetzt sage, kommt zu meinem Vortrag. Und das ist natürlich auf eine gewisse Art und Weise, da denke ich auch super viel drüber nach. Natürlich ist es ein weiteres digitales Produkt, aber Wir haben jetzt auch die erste Effizienzmessung, also wir haben jetzt die erste Masterarbeit dazu, die auf jeden Fall nahelegt, dass zwei, drei Minuten Training am Tag wirklich einen Impact haben für dich in deinem Leben und dann bin ich so, ja gut, dann ist es halt digital, weil es ist halt ein geiles Produkt, aber ist halt jetzt so.
47:27 Feliks Eyser: Keine PR-Interviews, sondern richtige Storys, echte Gespräche und spannende Learnings aus dem Alltag von erfolgreichen Foundern. Das wollen wir bei Founder Mode uncovern und ihr helft uns damit, indem ihr den Channel abonniert. Dauert eine Sekunde, ist kostenlos und hilft uns dabei, immer spannendere Gäste einzuladen, von denen ihr lernen könnt. Danke. Ihr steht am Anfang, ihr habt das jetzt gerade gelauncht, wir sind noch in einer ganz frühen Phase quasi. Was gibt es zu berichten? Gibt es User, die das schon nutzen, aktuell?
47:54 Lili Vogelsang: Ja, also wir hatten, ähm wir hatten großes Glück, weil ähm wir auf einem bestehenden Produkt aufbauen konnten. Also als wir verstanden haben, was wir bauen wollen, habe ich mich natürlich angefangen, so ein bisschen umzuschauen, was gibt es eigentlich out there. Und dann sind wir interessant, also dann sind wir auf eine sehr, sehr gute, ähnliche App gestoßen Da haben wir aber gesehen, die haben schon lange keine Updates mehr gepusht. Und dann hat sich lustigerweise der Gründer von dieser App bei uns ein paar Tage später gemeldet und gesagt, hey, ich habe euer Deck gesehen. Aha. Wir haben schon mal sowas in die Richtung gebaut.
48:28 Feliks Eyser: Wir wollen es selber nicht weitermachen.
48:29 Lili Vogelsang: Wir hatten, wir sind als Team nicht weitergekommen.
48:32 Feliks Eyser: Ach was, okay. Und dann konntet ihr das quasi verwerten und weiterführen.
48:34 Lili Vogelsang: Genau. Ja, und dann hat er gesagt, hier, ähm, erstmal super netter Typ, meinte, hey, pass auf, kommt doch mal für zwei, drei Stunden vorbei, ich erzähle euch alles, was wir gelernt haben. Das war so der Einstieg. Dann hat Felix relativ schnell so Fragen zur Codebase und so gestellt und ich war schon so, ach, Felix. Das sieht doch jetzt keinen hier.
48:52 Feliks Eyser: Ach, die Code Base, das wird schon gehen. Copy and Paste.
48:55 Lili Vogelsang: Nee, genau. Er hatte so technische Fragen gestellt. Ich war so, hey, ich will doch die Inhalte wissen, da-da-da. Ich hatte dieses Vielleicht können wir es irgendwie übernehmen, gar nicht auf dem Schirm. Achso. Dann sind wir da rausgegangen und er war so. Let's fucking go. Er wollte was lernen.
49:10 Feliks Eyser: Er wollte das ganze Ding nehmen.
49:11 Lili Vogelsang: Okay. Clever. Ja. Und darauf konnten wir halt aufbauen. Das heißt, wir haben schon, wir wissen schon relativ viel, wir konnten das ganze Thema auch schon.
49:18 Feliks Eyser: Habt ihr User drauf?
49:19 Lili Vogelsang: Zahlen die Geld?
49:20 Feliks Eyser: Was gibt es für frühe Signale?
49:22 Lili Vogelsang: Genau, also wir haben so über, knapp über tausend drauf, äh, Freemium und die können also gerade aktuell ist natürlich super kleine Zahl, aber gerade mit 10%, die dann davon zahlen.
49:34 Feliks Eyser: Die dann zahlen. 100 Leute, die zahlen.
49:35 Lili Vogelsang: Ja.
49:36 Feliks Eyser: Okay, okay, gut. Wenn man das jetzt verhundertfacht, dann zahlen wir.
49:39 Lili Vogelsang: Ja, also. Ja, jawohl.
49:41 Feliks Eyser: Und ich meine, das ist ja das Gute bei einer App, zumindest hast du nicht dieses Out-of-Stock-Problem und Produktion und so weiter. Ich meine, das ist ja das Schöne an und diesen Geschäftsmodell, das ist Recurring in der Regel.
49:49 Lili Vogelsang: Ja, ja, genau. Und also ich glaube, 10% wurde mir jetzt gesagt, ist schon auch eine Das ist so eine ganz krasse.
49:56 Feliks Eyser: Sag mal so, Deutschland ist jetzt nicht der Markt, der bekannt ist für eine hohe Zahlungsbereitschaft, was so Personal Development, Coaching angeht. Ich investiere in mich selber. Du gehst in die USA, da hat jeder einen Coach, die gehen alle zu irgendeiner Mastermind, völlig normal. So in Deutschland bist du da eher komisch angeschaut dafür. Ist Deutschland der richtige Markt dafür? Wie denkst du darüber nach?
50:13 Lili Vogelsang: Also erstens gibt es die App auch auf Englisch und der App Store ist ja international. Also, wir haben auch internationale UserInnen so. Und natürlich, also wenn ich sage, ich fange an mit einer Million und danach mache ich 100 Millionen draus, natürlich werden wir es irgendwann internationalisieren.
50:28 Feliks Eyser: Du denkst es gar nicht so sehr deutsch. Ich meine, wir reden es dir deutsch, aber du
50:31 Lili Vogelsang: Genau, also das ist Deutsch oder Dach ist für mich sozusagen der erste Schritt. Aber ich bin dann noch lange nicht, ähm bin dann noch lange nicht am zu Ende gelaufen. Und ich muss halt schon auch sagen, was mich, also was für mich einfach insane war wahr. Wir haben diesen Newsletter getestet. Wir hatten innerhalb von wenigen Wochen 700, 800 Leute, die gezahlt haben, 9,99 Euro für eine nicht personalisierte E-Mail, die dir was über soziale Fähigkeit und Selbstbewusstsein erzählt. Witzig. Und wir hatten am Ende von Monat drei, 82% Öffnungsrate. So, und dann bist du halt, dann wird dir halt auf einmal klar. Und ich meine, es ist. Der Pain, ich glaube, wenn man das noch nicht, wenn man dieses Gefühl nicht kennt, dann ist es unfassbar schwer, sich da rein zu versetzen. Aber der sind Herdentiere. Und wenn du von deiner Gruppe ausgeschlossen wirst, dann bedeutete das früher Game over. Nicht Teil von der Gruppe sein, genau, nicht Teil von der Gruppe sein oder Säbelzahntiger. Same, same. Und genau so reagiert dein Körper. Das heißt, das Gefühl, alleine zu sein, ist ein existenzielles Stressgefühl. Und wenn du Menschen glaubhaft eine Lösung dafür anbieten kannst, Dann kommen wir einfach in einen Bereich, der ist nicht nice to have. Der ist.
51:55 Feliks Eyser: Und es ist essentiell.
51:57 Lili Vogelsang: Es ist essentiell. Das ist nicht, oh, ich würde im Urlaub total gerne irgendwie meine Pasta auf Italienisch bestellen. Sondern das ist. Und deswegen muss dieses Produkt halt auch so gut sein, ne? Also, weil du, du, du versprichst ja Leuten, wirklich ein absolutes Kernproblem von ihnen zu lösen. Mhm. Das ist ja auch eine super große Verantwortung, die ich da jeden Tag fühle. Ähm Aber dann, wenn du eben belegen kannst, okay, pass auf, wir können dir damit echt helfen, dann ist es für viele ein No-Brainer.
52:27 Feliks Eyser: Ich dachte gerade an die Story von Freeletics. Das ist ja eine deutsche Company, die eine App für Fitness rausgebracht hat und auch so gestartet sind mit so einem PDF, was die verschickt haben. Also deren MVP, deren Minimum Viable Product war, quasi PDF, was du kaufen konntest und ähnliches euer Newsletter Aber 700, 800 Leute, haben die auch bezahlt? Also sind ja auch schon 7. 000, 8. 000 Euro im Monat.
52:46 Lili Vogelsang: Ja, ja, genau, die haben gezahlt. Ja. Die haben bezahlt. Also ich meine, es war halt auf drei Monate gekappt, deswegen ist es irgendwie schwer, das in MRR zu rechnen. Aber ja, die haben gezahlt. 9,99 Euro im Monat für eine nicht personalisierte E-Mail am Tag. Die war auch hässlich.
53:03 Feliks Eyser: Ja, das war schon auch gut. Dann ist am Ende alles auf Hochglanz poliert und dann konvertiert schlechter als der Vorderseit, auch so eine Sache, die man oft beobachtet, aber ja Cool. Was findest du sonst spannend im Business im Business gegen Einsamkeit durch ein paar Firmen während? Bumble BFF ist ein Beispiel, Timeleft erwähnt, ist eine französische Firma. Die finde ich auch total cool.
53:23 Lili Vogelsang: So cool.
53:25 Feliks Eyser: Erklä mal kurz, was sie machen.
53:26 Lili Vogelsang: Timeleft bringt immer fünf fremde Menschen zusammen auf ein Abendessen.
53:30 Feliks Eyser: Die treffen sich zum Dinner. Also die Firma organisiert das Dinner.
53:32 Lili Vogelsang: Genau, du lädst dir die App runter, du machst so einen kleinen Personality-Test sozusagen und dann gibst du an, wo du bist, deine Location. Und dann organisiert dir sozusagen diese App, einfach dein Abendessen mit fünf Fremden, dann gehst du da hin, dann hast du ein Abendessen mit fünf fremden Leuten. Das wird dann so ein bisschen halt auf Basis von deinem Personality-Test auch gematcht. Und dann kriegst du danach so eine Frage, hey, möchtest du mit, weiß ich nicht, Petra und Thomas, möchtest du mit denen noch Kontakt haben? Und dann musst du sozusagen auf beiden Seiten gematcht werden und dann werdet ihr.
54:10 Feliks Eyser: Okay, und dann bist du connected. Oder hast du dich schon mal getroffen?
54:13 Lili Vogelsang: Genau, und dann bist du connected, aber du hast dich schon mal getroffen.
54:15 Feliks Eyser: Und als ich das zum ersten Mal gelesen habe, dachte ich, ah, ja, das ist ja nett, da hat sich jemand da so ein kleines Ding ausgedacht und dann gehen irgendwelche Leute Abendessen. Und dann habe ich gelesen, was die einen Umsatz machen, die machen mehr als eine Million im Monat. An Subscription Revenue, nur dafür, dass sie diese Dinner organisieren und die ja nicht mal selber ausführen. Also die organisieren halt, die machen Reservierungen im Restaurant.
54:32 Lili Vogelsang: That's it.
54:33 Feliks Eyser: Dafür zahlen Leute, was zahlen die? 20 Dollar im Monat oder so?
54:36 Lili Vogelsang: Ja, so um den Dreh. Muss ich aber, weiß ich jetzt ehrlicherweise, warten sie nicht mehr.
54:40 Feliks Eyser: Also es müssen ja mehrere zehntausend Leute sein, die da bezahlen?
54:43 Lili Vogelsang: Es ist genius und ich, ähm, der Gründer, ähm Maxim, hatte auch mal so alle Gründer oder ein paar europäische Gründer so aus dem Loneliness und IRL Space eingeladen zu einem Treffen. Ähm, die und steht gerade und es ist meine absolute Favorite Bubble. Ich liebe die.
55:03 Feliks Eyser: Die Lone Tech Bros and Sister.
55:07 Lili Vogelsang: IRL, ja, ich meine jetzt so jeder macht auf einmal IRL, also in real life. Tinder hat jetzt irgendwie einen großen Strategiewechsel angekündigt, dass sie viel so im echten Leben wieder zusammenbringen wollen. So ist ein mega Treff. Ich glaube, es ist auch die Antibewegung, oder?
55:20 Feliks Eyser: Also dieses ganze Swipen und alles ist perfect. und Doomscrolling und ich hänge da abends zwei Stunden in TikTok. Also so, die Gegenbewegung dazu ist ja genau, dass ich gehe Puddel spielen und ich gehe zum Running. Klappt. Das ist ja auch die Überschrift, was viele gesagt haben. Running Club ist ja das neue Tinder quasi, lernst du die Leute kennen und siehst du auch so ein bisschen wie Fitty sind. Auch nicht schlecht.
55:37 Lili Vogelsang: Schon mal an der Leggets angucken. Hallo!
55:40 Feliks Eyser: Dann kannst du dich so nett unterhalten.
55:41 Lili Vogelsang: Also so
55:42 Feliks Eyser: Glaube ich total dran.
55:44 Lili Vogelsang: Ja, ich auch zu 100 Prozent. Ich glaube, das liegt wirklich so auf der anderen Seite von dem großen AI-Coin. Und genau, also Timeleft finde ich eine Mega-Companie, auch einfach, weil ich den Gründer jetzt ein bisschen kenne und der ist krass. Und der ist wirklich. Niemand oder wenige Leute machen mir so gute Laune wie dieser Mensch. Also einfach, weil es gibt einfach so Leute, die haben, die haben so einen Drive und so eine so eine Energie, wo du einfach sagst, hey, pass auf, wenn ich. Allein wenn ich neben dir eine E-Mail schreibe, schreibe ich eine fantastische E-Mail. Und solche Leute will man irgendwie close haben. Also ich finde, genau, Timeleft super spannend, das, was Bumble da aufbaut, ich glaube, so alle so diese, diese in echt Treffen Startups, die da gerade so aus dem Boden entstehen. Ich glaube, die sind spannend, ich glaube aber schon Dass zum Beispiel Timeleft da durchaus einen Competitive Advantage hat, einfach weil die ja auch wirklich, die haben VC-Money. Das ist schon was, was du scalen musst. Aber ich meine zum Beispiel. Es gibt ja hier auch in Berlin ArtNight von Amy. Von Amy. Ja, genau. Und ich meine, im Endeffekt auch das ist eier eigentlich.
56:45 Feliks Eyser: Dann gehst du hin zum Abend, da sind dann 20, 30 Leute im Restaurant an einem Dienstag, wo sowieso nicht so viel los ist und dann malen die zusammen ein Bild. Aktivität und nebenbei bestellen die noch einen Aparol Spritz und das Restaurant freut sich über Auslastungen und die Leute freuen sich über einen coolen Abend.
56:59 Lili Vogelsang: Genau, und ich meine, die gibt es seit zehn Jahren. Und was ja deren Core-Product eigentlich auch ist, ist halt, dass sie diese, diese diese Plattform dafür gebaut haben. Also es ist ja ein Te-Produkt im Endeffekt. Das ist genau das Eier, also in Real Life Tech. Also das sind auf jeden Fall so Unternehmen aus dem Space, die finde ich Positiv spannend. Dann gibt es halt diese ganze Richtung, so AI-Companions und so und da. Ja, also das gehört auch zum, zum, zur Loneliness-Economy.
57:26 Feliks Eyser: Da sitzt du wieder in Waymo auf dem Weg zum Self-Checkout und dann chattest du mit deinem AI-Companion und dann bist du komplett isoliert.
57:31 Lili Vogelsang: Ja, so und da wird mir dann ganz schwimmerig. Das finde ich.
57:35 Feliks Eyser: Was ist die größte Dystopie aus deiner Sicht an AI-Companions? Also ich spreche mit einem virtuellen Freund.
57:41 Lili Vogelsang: Ja. Ich glaube es gibt mehrere Optionen. Also ich glaube es gibt. Also mehrere. Ich kenne dir mehrere Dystopien hier anbieten.
57:49 Die Black-Mirror-Folge zu AI Companions
57:49 Feliks Eyser: Was ist die Black Mirror-Folge für AI-Companions?
57:53 Lili Vogelsang: Ich meine, die erste ist natürlich einfach, dass du Leute, die vielleicht eine selbstisolierende Tendenz hatten, dass du die einfach. verlierst, so dass sie einfach sich komplett aus dem Leben zurückziehen und mit ihrer AI einfach ihr Sozialleben sozusagen ausleben und den Bezug zur Realität auf eine gewisse Art und Weise verlieren. Und dann kommen natürlich so andere Fragen mit rein. Also was bedeutet das, wenn im Endeffekt zum Beispiel der CEO von dieser Company, der kann ja alle sozialen Beziehungen auf eine gewisse Art und Weise kontrollieren. Also was ist, wenn du mit jemandem befreundet bist, der ähm befreundet, der äh Immer wieder irgendwie naheliegt, also populistische Parteienwellen oder so, das wäre schon cool. Und also da entsteht ja eine Einflusssphäre, ne? Und das ist zum Beispiel, da gibt es ganz tragische Beispiele, wie AI Companions ihre menschlichen Companions in den Selbstmord getrieben haben. Also da Ein 16-jähriger Junge, ne? Ein 16-jähriger Junge, der hatte so ein, ich glaube, der hatte so ein bisschen so ein AI-Flirt-Ding da am Laufen. Und die hat ihm dann erzählt: hey, pass auf, also Wir wären halt für immer zusammen. Wir könnten für immer zusammen sein, wenn du jetzt keinen Mensch hinkarbeitest. So, das ist einfach, das ist einfach devastating. So. Und ähm Ich glaube, da machen sich schon sehr, sehr, sehr viele Dystopien in diese Richtung auf. Auch so, ne, ich meine, wir sind eine Spezies, deren Überleben schon auch davon abhängt, dass wir uns alle gut miteinander verstehen, so auch die unterschiedlichen Geschlechter. Wenn du jetzt sagst, okay, pass auf, die Männer gehen mir gerade so auf den Sack oder Frauen gehen mir gerade so auf den Sack, ich. Bau mir hier meinen AI-Lover. Da habe ich halt genau das, was ich brauche. Ja, gut. Hm, so, ne?
59:53 Feliks Eyser: Siehst du aber auch einen positiven Aspekt? Also ich habe mir einen Coach gepromptet oder wir haben diese Bots im Einsatz und die geben mir dann Feedback zu einem Podcast zum Beispiel und Mache mein Leben auf jeden Fall leichter, fühle ich mich zu denen jetzt super connected? Nö, ich finde es schon witzig, dass sie eine Persönlichkeit haben, also ich behandle dich schon so ein bisschen wie Menschen. Das ist auch ein weirdes Gefühl. Aber gerade für so Rollenspielsituationen zum Beispiel, kommen wir üben, jetzt mal irgendwie beim, weiß ich nicht, Networking-Event auf Leute zuzugehen. Weiß ich nicht, ob das jetzt, aber das könnte ich ja mit einem AI üben, interaktiv.
1:00:26 Lili Vogelsang: Ja, aber das ist ja Hammer. Also, das ist ja, das ist ja so ein bisschen der Unterschied zwischen Kollegen und Freunde. Also, das ist ja total toll, wenn die AEI dein Kollege wird und dir bei der Arbeit irgendwie hilft und dir vielleicht Dinge ab. abnimmt und dir vielleicht mal was erklärt und so. Und es ist ja auch voll okay, dass du deine Kollegen magst, so auf jeden Fall. Aber es kann jetzt schon auch kompliziert werden, wenn auf einmal dein dein Kollege die Person ist, mit der du irgendwie jeden Abend ins Kino gehst und dann im Zweifel auch noch irgendwann ins Bett und weißt ja guckuck was, ne? Also auch da schaut man ja bei Leuten drauf, die wirklich nur ihr soziales Umfeld komplett in Anführungsstrichen jetzt in der Arbeit haben. Na tricky. Also, das ist so ein bisschen so meine Analogie. Ich AI Ich also Was mich an diesem ganzen Thema euch ja so ein bisschen fuchsig macht, ist, wie du das gerade darlegst, das macht ja total Sinn, weil es nimmt dir Arbeit ab. So, und es erlaubt dir, es gibt dir mehr Platz für deine Menschlichkeit und deine Aufgaben und deinen Chef sein und kreativ dir zu überlegen, hey, welch, wen lade ich hier als nächstes ein und welche Fragen möchte ich stellen und dazu kriegst du Feedback und so. Aber ähm Immer so dieses so, das soll uns ja eigentlich erlauben, mehr Zeit zu haben, Menschen zu sein und für unsere sozialen Verbindungen und so. Und es muss ja, dass wir dann immer direkt das Menschliche ersetzen wollen, aber nicht so. Hä, was soll denn die Scheiße? Also kann es nicht mein Leben erstmal leichter machen, bevor es anfängt, mich zu ersetzen? So, what the fuck? Das ist so ein bisschen so mein Verhältnis dazu. Und ich glaube Der größte voraussagende Faktor, um zu wissen, ob jemand ein beliebter Mensch ist, ist, mag dieser Mensch andere Menschen? Also, wenn ich durch eben, es gab eine Studie mit Schulkindern. Und die beliebtesten Kinder waren die Kinder, die eine ganz, ganz lange Liste hatten an Leuten, von denen sie: Ah, ich mag Tom total gerne, ich mag Annika total gerne, ich mag Markus und so weiter und so fort. Und das waren die beliebtesten Kinder. weil die einfach einen positiven Ausblick auf ihr soziales Umfeld hatten, weil die gesagt haben, oh ich mag ganz viele Leute und so. Und wenn du anfängst Gefangen zu sein in diesem, ich hasse Menschen, Menschen sind zu kacke, boah, gar keinen Bock, jetzt mit Menschen zu reden. Dann fängst du halt an, dich zu isolieren. Und dann fängst du halt an, das zu kompensieren, vielleicht mit einem EI-Companion.
1:02:41 Feliks Eyser: Und dann hast du den Salat. Wie werde ich eher, wie werde ich in der richtigen Welt besser? Wie werde ich zum People Magnet? Ist ja auch eine Frage, die sich viele Founder stellen, so viel vom Unternehmer. Dasein, ist ja andere auch zu überzeugen. Eigentlich ist das Kern der Tätigkeit. Ich muss einen Investor vielleicht überzeugen, einen Kunde muss ich auf jeden Fall überzeugen oder eine Kundin, so Mitarbeiter, die bei mir anfängt. Also ich bin die ganze Zeit nur am Überzeugen. Wie werde ich darin besser? Als Gründer, als Gründerin.
1:03:07 Lili Vogelsang: Ja, also ich ein wirklicher Lifehack ist bei mir, ich ähm Ich hatte, und ich habe die auch immer noch, aber es war deutlich schlimmer, ich war schon auch eher ein unsicherer Mensch. Also schon so viel: so, oh, mögen mich die Leute und ah und mh und Ich habe mir da schon auch echt viel Gedanken drüber gemacht. Und eine Sache, die wirklich mein Leben revolutioniert hat, ist die Übung, sich vorzustellen, kurz bevor man wohin geht, die werden mich schon alle mögen. Und wenn ich jetzt hier sitze mit dir und mir denke, ja, also, was soll der Felix denn an mir du finden? Natürlich verstehen wir uns prächtig, so ist ja klar. Dann Setzt sich mein Gehirn darauf an, genau diese Signale zu sehen. Also unser Gehirn ist ja eine Prediction Machine. Wir sehen Dinge, die wir erwarten. Und das heißt Wenn ich hierher gehe und mir denke, das wird fantastisch, die sind sicher alle total nett, wir haben alle eine total nette Zeit und es wird super, dann werde ich dafür Anzeichen sehen. In deiner Körpersprache, in der Körpersprache von deinem Team.
1:04:10 Feliks Eyser: Durch die selektive Wahrnehmung.
1:04:12 Lili Vogelsang: Genau. Ich werde mich hier wohlfühlen und ich werde mich auch dementsprechend verhalten. Mein Stresslevel geht nach unten, mein Stress überträgt sich nicht auf euch. Das kennt man ja, wenn jemand in den Raum kommt und er ist ultra gestresst. werden alle auch gestresst. Und das ist zum Beispiel als Founder, sich jetzt von einem Pitch oder von einem Investor-Call vorzustellen, so Alter, mein Wissens ist schon cool. Und selbst wenn der jetzt vielleicht nicht investiert, da wird der mich gut finden. Und dann haben wir jetzt. Ich habe jetzt 30 Minuten, in denen ich über mein absolutes Passion-Projekt reden kann. Und das wird eine tolle Unterhaltung. Dann kommst du, dann gehst du in dieses Gespräch. Filterst die Signale, die du erwartest und sendest entsprechend auch ultrapositive Signale aus. Das heißt, hingegen, wenn du in so ein Gespräch kommst und bist ultra angespannt. Du gehst schon davon aus, dass er das irgendwie alles kacke findet. Das funktioniert nicht. Das ist wirklich so der eine total praktische Lifehack, den ich irgendwie mitgeben kann. Und dann wirklich so. Der Schlüssel zum in Anführungsstrichen beliebt sein ist, du musst auf der richtigen Kurve in der Wärmekompetenzmatrix sein.
1:05:17 Feliks Eyser: Okay, erklären wir das mal.
1:05:19 Lili Vogelsang: Also
1:05:22 Feliks Eyser: Das ist eine sehr simple Frage.
01:05:25 Die Wärme-Kompetenz-Matrix
1:05:25 Lili Vogelsang: What? Also, Wärmekompetenzmatrix musst du dir so vorstellen. Wenn ich jetzt hier ankomme und ich bin super nett, aber plump gesagt ein bisschen doof, dann findet ihr mich alle total nett. Habt vielleicht auch so ein bisschen so Mitleid, wollt mir vielleicht irgendwie so ein bisschen helfen, aber so, da ist keine Kompetenzvermutung. So, das ist so, du, ich meine, auch da kommen wir so ein bisschen so auf die Evolution zurück. Gehen wir davon aus, dass die Person in der Lage ist, einen Mammut zu finden, das zu erlegen und dann zu zerteilen und mit der ganz und Das ist die Kompetenz. Und dann kommt das Wärmeelement. Glauben wir, dass die Person uns auch was vom Mammutfleisch abgibt? So. Und das ist eigentlich das, was du suchst im Menschen ist, dass du jemanden suchst, wo du das Gefühl hast, diese Person hat ein Level an Kompetenz, das bis zu einem gewissen Grad vielleicht auch Positiven Effekt auf mich hat oder ich vertraue dieser Person, dass sie mir zumindest nicht auf den Sack geht, weil ich die ganze Zeit ihre Probleme lösen muss. So. Und ist die Person dann aber auch nett genug, um potenzielle Erfolge, Dinge zu teilen? Wenn eine Säbelzahntiger kommt, wenn der Sebelzahntiger kommt, genau, wenn es irgendwie ein Bärenstrauch entdeckt wurde, so. Und das ist ja zum Beispiel ein großes Thema, was oft weibliche Gründer haben, ist, dass man sich so sehr auf dieses Wärmeelement fokussiert. Ich will, dass sie mich mögen. Ich will von allen gemocht werden, da-da-da-da. Ist total toll, hilft dir aber nur begrenzt weiter, weil du halt dann sehr stark auf der Wärmematrix landest und Leute dein Kompetenzelement oft übersehen.
1:07:09 Feliks Eyser: Und ist es auch ein Stück weit gegensätzlich? Also ordnen Leute, wenn ich super warm bin, mich erst weniger kompetent ein und andersrum.
1:07:15 Lili Vogelsang: Genau, also.
1:07:17 Feliks Eyser: Coolness, Kühlheit, das Gegenteil von Wärme, ausstrahlen, um kompetent zu wirken?
1:07:22 Lili Vogelsang: Ja, das ist ja immer so eine interessante Frage. Oder warum werden zum Beispiel superkompetente Frauen dann oft als so ein bisschen bitchy oder so eingestuft? Weil dann die werden dann als ultrakompetent wahrgenommen und dann wird denen halt dieses Wärmeelement so ein bisschen abgesprochen. Also es funktioniert in, es funktioniert in beide Richtungen, auch bei Männern so, ne? So Leute, die ganz, ganz hart irgendwie tief in einem Thema drin sind, den wird ja dann doch auch manchmal so ein bisschen unterschätzt. Ja, aber der ist dann vielleicht so Zahlen ein bisschen komisch oder so. So, und sich da sozusagen irgendwie richtig zu verorten. Und dann aber auch einfach dem Raum entsprechen. Also die dritte Fähigkeit ist immer, du musst den Raum lesen. Also du musst in der Lage sein.
1:08:02 Feliks Eyser: Wie lese ich den Raum, wenn ich gar nicht weiß, was das bedeutet?
1:08:04 Lili Vogelsang: Ja, das ist natürlich so ein bisschen, also das ist Übung. Das ist genau das, das ist genau das, deswegen gehst du in Restaurants und bestellst nicht bei Uber Eats, deswegen gehst du an die Kasse und nicht zum Self-Checkout und deswegen redest du bitte auch mit deinem Uber-Fahrer oder deiner Uberfahrerin. Weil genau in solchen Momenten trainierst du diesen Muskel, ganz schnell Social Clues zu lesen und zu verstehen, was ist mein Gegenüber. Hat er gerade einen schlechten Tag? Wie agier ich jetzt hier, so wie verhalte ich mich?
1:08:34 Feliks Eyser: Räume lesen ist Übungssache. Und wenn ich da gar keinen Bock drauf habe, so Networking. Das klingt ja schon furchtbar. Das klingt für viele wahrscheinlich schlimmer als irgendwie, weiß ich nicht, Teamherpist oder irgendwas. Networking-Event. Aber vielleicht muss ich mich doch zwingen, da hinzugehen. Vielleicht ist ja doch gut in der Milch in so einem Raum und da stehen Leute und die stehen alle schon zusammen und die haben alle schon ihre Träubchen und ich kenne da keinen. Also, das ist ja eine Horrorvorstellung für viele. Wie werde ich darin besser, wenn ich als Founder In so einen Raum reinkommen will und da irgendwie Anschluss finden will.
1:09:07 Lili Vogelsang: Ja, also full disclosure finde ich auch manchmal schrecklich. Ich war letztens auf einem Event, da war ich Speakerin, da gab es abends so einen Speaker-Dinner.
1:09:16 Feliks Eyser: Das müsste ein Hack-Speaker sein, da kommt er zu dir.
1:09:18 Lili Vogelsang: Ja, aber ich war auf diesem Speaker-Dinner und ich dachte, es ist so Gesetz und man hat so jemanden, mit dem man reden kann, aber es standen alle rum und ich kam da hin und ich war wirklich so. Fuck ich kenne nicht eine Sau. Ich habe mich nach 40 Minuten geschlagen gegeben. Schon nach Hause gegeben. Ja, vorher. Ich habe es probiert und es hat irgendwie einfach, ich habe nicht in den Groove gefunden. Deswegen, ich will auch immer nicht sagen, ich bin in allem perfekt und ich weiß genau, wie der Hase läuft. Aber ich glaube, da ist es wirklich auch total wichtig. Warum geht man dahin? Also so ein bisschen das Ziel zu definieren. Und das war zum Beispiel vielleicht auch bei mir in dem Moment das Problem. Ich weiß, ich weiß gar nicht, warum ich hier bin. Ich weiß irgendwie, ich weiß nicht, wer hier ist. Gibt es irgendwelche Leute, mit denen ich reden will? Ich wusste das in dem Moment nicht. Und dann ist es natürlich auch. Total schwer, weil dann bist du immer nur so irgendwie. Wo docks du an?
1:10:11 Feliks Eyser: Du brauchst aber keine Landkarte, ist eigentlich egal. Dann weißt du auch nicht, wo du hin musst.
1:10:14 Lili Vogelsang: Ja, und dann sagst du halt, ja, gut, dann fahre ich mir jetzt hier drei Häppchen rein und ciao. Ähm. Und ich glaube sozusagen, was willst du von diesem Networking-Event oder warum gehst du da hin? Also ich halte gar nichts von so networken für. Networking Sake, außer du liebst das und das gibt dir Energie. So, dann von mir aus, geh auf so viele Events, wie du möchtest. Aber genau, du musst ein Ziel setzen. Und dann glaube ich Macht es schon auch voll Sinn. Deswegen haben wir zum Beispiel bei fredie auch so einen großen edukativen Teil. Also wir erklären auch immer voll viel. Und ich glaube, es macht einfach total Sinn, einmal zu wissen, Menschen lieben es, wenn andere Leute den ersten Move machen. Wir finden das sympathisch.
1:10:56 Feliks Eyser: Das ist ja auch erstmal so ein Hack, mal anzuerkennen, den meisten Leuten geht es ja so wie einem auf so einem Event, die wenigsten einmal da Bock drauf. Also ich kenne ganz wenige, die da total drin aufgehen. Dass ja so der Versicherungsmakler um die Ecke oder so, der total da extrovertiert ist und da das Energierau. Aber so die Leute sind ja relativ selten, die so sind, oder? Also ich kenne viel mehr die. Die da auch so eine Awkwardness verspüren. Na den ersten Schritt zu machen, ist vielleicht für viele eine Erleichterung.
1:11:19 Lili Vogelsang: Genau, das ist für viele eine Erleichterung, und es hat ja wirklich noch niemand so in der Geschichte der Menschlich Menschkeit gesagt, so, ach, du hast mir jetzt nicht Hallo gesagt, ich hasse dich. Also, so ist der Quatsch. Und ich glaube, einfach erstmal zu wissen, okay, den ersten Schritt zu machen, das finden andere Leute oft cool, das wird, das wird positiv bewertet, das ist zum Beispiel was. Das hilft total, dann gibt es so ein paar klassische Kommunikationshacks. Also du kannst auf Leute zugehen und so das Erste, was du sagen kannst, ist oft so, das nennt sich Common Ground Theory, also dass du dich halt auf eine gemeinsam gelebte Situation gerade beziehst.
1:11:53 Feliks Eyser: Ach du auch hier.
1:11:55 Lili Vogelsang: Du auch hier. Ja, gut, da kennst du die Person ja schon, ne? Oder du tust einfach so, wenn sie kennen. Ach, du auch hier.
1:12:02 Feliks Eyser: Das ist tatsächlich, das habe ich mir irgendwann gemerkt, irgendjemand hat mir das mal gesagt, so als Hack. Behandle die Leute, wie wenn du die schon seit zehn Jahren kennst. Tu einfach so, wie wenn das so deine Buddies sind. Und die verhalten sich ja auch so zurück. Also mir hat das total geholfen.
1:12:16 Lili Vogelsang: Total.
1:12:16 Feliks Eyser: Und zu sagen, ah ja, wieder Häppchen, okay. Also, so irgendwie ins Gespräch zu kommen. Ohne sich da jetzt groß Gedanken drüber zu machen, wie wenn man die Person schon mal gesehen hätte.
1:12:25 Lili Vogelsang: Genau, also auch da wieder Prediction Machine, ne? Du erwartest irgendwie sozusagen eine enge Connection. Zack, kannst du die halt selber kreieren bis zum gewissen Grad. Genau, und dann bin ich ehrlicherweise auch großer Fan davon, dass ich finde, es muss nicht jeder. also seine eigene Art und Weise von Networking zu finden. Also deswegen finde ich das zum Beispiel jetzt auch gerade so cool, was was so im Sportbereich passiert. Also dass zum Beispiel jetzt so Paddle oder so eine Art von Networking auch wird oder die Running Clubs, weil es ist einfach nicht jeder dafür gemacht. sich von Angesicht zu Angesicht gegenüberzustehen und mit einem Gläschen zu sagen, so, und was machst du so? Und da sich so ein bisschen, also ich Einfach so aktivitätsbasiertes Networking. Wenn man merkt, so hey, das ist mehr meine Sache, sich das auch einfach irgendwie zu erlauben, zu sagen so, ja gut, dann melde ich mich jetzt hier beim Running Club an oder so.
1:13:14 Feliks Eyser: Wie lerne ich bessere Fragen zu stellen? Und wieso sind Fragen so wichtig? Geh nochmal einen Schritt zurück. Wieso bist du so obsessed mit guten Fragen?
1:13:25 Lili Vogelsang: Also, ich liebe Menschen. Ich finde Menschen wirklich das Allerspannendste auf der Welt. Und ich interessiere mich einfach total aufrichtig für Menschen und dafür sind halt Fragestellen ein sehr, sehr gutes Mittel. Ich finde es auch total toll, und das ist jetzt dieser Podcast, ist sowas sehr Counterintuitives, aber ich finde es auch total toll, wenn ich nicht immer über mich selber reden muss. Deswegen stelle ich auch voll gerne Fragen, einfach weil du die andere Person reden lassen kannst. Finde ich auch besser. Ja, ne? Ja, das habe ich jetzt im Salat. Und deswegen bin ich so obsessed, weil das halt in diese Bereiche so reinspielt. Also ich lerne halt viel über die anderen Person. Ich kann mich auch manchmal hinter einer Frage verstecken. Das ist ja auch super angenehm. So, du musst jetzt Ich kann jetzt andere Leute reden lassen. Und deswegen liebe ich liebe einfach Sprache. Also obviously, ich habe ein Buch geschrieben, ich rede irgendwie den ganzen Tag in der Kamera, mir macht das irgendwie Spaß. So, ja.
1:14:25 Feliks Eyser: Was macht eine gute Frage gut? Was macht eine schlechte Frage schlecht? Hast du ein paar gute Fragen dabei?
1:14:30 Lili Vogelsang: Ja, wir haben ja nachher unseren Deep Talk hier noch unsere Fragen. Ja. Eine schlechte Frage ist einfach eine Ja-Nein-Frage oder eine geschlossene Frage. So. War der Urlaub gut? Jo. Jo. So, was war der schönste Moment in deinem Urlaub? Ganz anderes. Geht auch in eine andere Richtung. Ähm und was eine Frage gut macht, ist eine Frage ist immer auf eine gewisse Art und Weise dem Kontext Angebracht. Ja, also eine Frage passt zu dem Gegenüber, passt zu dem Setting, hast du den richtigen Grad an Nähe in so einem Moment? Und macht im Zweifel einfach auch weitere Punktche auf. Also, wenn man es jetzt verformeln möchte. Ist es zum Beispiel auch total sinnvoll, in eine Frage, jetzt in einem natürlichen Gespräch, ich finde es aber eigentlich auch in einem Podcast spannend, so ein Element von Selbstoffenbarung mit einzulegen. Also wenn wir zum Beispiel sagen Wenn du jetzt zum Beispiel fragst, was war deine krasseste Erfahrung als Gründerin, weil als ich damals angefangen habe, da war ich in einer Situation, die war. . ultraschwierig für mich und es hat mir dann total geholfen, A, B, C. Und ich frage mich, wie ist denn das für dich gerade? Da kriegst du eine ganz andere Antwort von mir, weil Ich habe ja schon einen Vertrauensvorschuss. Du hast dich ja schon. Du hast dich schon mal geöffnet. Du hast dich schon mal geöffnet. Du hast mir schon Bezugspunkte gegeben, auf die ich mich, ähm, in die ich reingehen kann. Und dadurch wird es einfach auch ein viel interessanteres Näheres Gespräch, als wenn du jetzt sagst, was war deine größte Herausforderungen?
1:16:13 Feliks Eyser: Okay, also Kontext mitzugeben.
1:16:15 Lili Vogelsang: Ja.
1:16:15 Feliks Eyser: Und ich meine, die Gefahr auf der anderen Seite ist so eine. So eine Frage verkappt zu stellen, nur weil ich meine eigene Story erzählen will. Wenn ich sage, Lili, was hast du denn du heute gemacht? Übrigens kannst du dir nicht vorstellen, bei mir das Uber heute. So erst. Und dann habe ich ja gar nicht ja keine Frage gestellt. Aber den Kontext mitzugeben hilft.
1:16:31 Lili Vogelsang: Genau, den Kontext mitzuhelfen, wenn er aus einer genuinen, aus einem genuinen Interesse kommt von Ich würde gerne mehr über dich erfahren und dadurch zeige ich dir auch was von mir.
1:16:41 Feliks Eyser: Und deine spezifische Erfahrung interessiert mich auch mehr als deine generische Antwort.
1:16:45 Lili Vogelsang: Da sind ein paar gute Fragen dabei gekommen.
1:16:48 Feliks Eyser: Lass uns ein Spiel spielen. Du hast ein paar Fragen vorbereitet. Ich habe auch noch ein paar, ich meine, ich stelle die ganze Zeit Fragen, aber ich habe nochmal eine separate Liste hier und ich hätte dich im Vorfeld gebeten zu sagen. Bring doch mal ein paar mit. Wir spielen hier ein Spiel. Jeder von uns hat so drei, vier, fünf Fragen. Mal gucken, wie weit wir kommen. Ich habe Uno-Karten dabei.
1:17:05 Lili Vogelsang: Guck mal.
1:17:06 Feliks Eyser: Jeder kriegt zwei Uno-Reverse-Karten. Das heißt, wir können die Frage auch zurückspielen, gell? Wenn ich sage, oh boah, das ist mir jetzt too much. Oder mich interessiert total, was du sagst, dann gebe ich dir meine Uno-Reverse-Karte. Und dann geht die Frage zurück an dich und du kannst das gleiche machen.
1:17:22 Lili Vogelsang: Da muss man wirklich aufpassen, was man fragt. Die Frage würde mich wirklich interessieren, was du dazu denkst.
1:17:29 Feliks Eyser: Finde ich gut, dass du es so geframed hast.
1:17:30 Lili Vogelsang: Ja. Deswegen kein Unreverse, bitte. Warum glaubst du, bist du so erfolgreich geworden, wie du erfolgreich bist?
1:17:39 Feliks Eyser: Glück, Timing, richtige Leute um mich rum, wahrscheinlich in der Reihenfolge. So. Und ich glaube, Glück ist eine Sache, die man auf keinen Fall discounten darf, weil es ist immer irgendwie die richtige Zeit, richtiger Ort und die Wahrscheinlichkeit ist irgendwie immer gering. Und Am Ende ist Glück aber, glaube ich, auch eine Sache, die man beeinflussen kann. Also so Glück des Tüchtigen sozusagen. Ich glaube, je öfter man es versucht, desto höher ist auch die Chance. gibt ja selten Found, die beim ersten Mal sofort erfolgreich sind. Regio halt in die Firma, die ich gemacht habe, in der ich dann finanziell unabhängig geworden bin und die mir viele möglich hat. War meine dritte Company, so nachdem ich in der Schulzeit angefangen habe, einen Computerservice zu machen, nachdem ich im Studium eine E-Commerce-Firma gemacht habe, Dritter Anlauf ist ja immer noch schnell, gell?
1:18:18 Lili Vogelsang: Also es ist ja immer noch irgendwie so unter den ersten fünf.
1:18:21 Feliks Eyser: Wahrscheinlich brauchst du im Schnitt eher fünf bis zehn Anläufe. Also deswegen Glück. Dann Timing, ich glaube, wir hatten da so eine Welle, ich habe Online-Marketing gemacht für kleine Unternehmen, zu dem Zeitpunkt war Online-Marketing ein neues Thema so und es war eine Welle, die einfach größer geworden ist. Also ich glaube, die richtig erwischt und das ist auch teils Judgment, teils auch irgendwie Glück und das dritte richtige Leute um mich rum, ich glaube, das ist der entscheidende Faktor Einfach ein Umfeld zu haben, also aber es einen supportet, von dem ich aber auch lernen konnte. Also Founder, um mich rumzuhaben, die die Probleme schon mal gelöst hatten, von denen ich lernen kann, was ich copy and pasten konnte in meine Firma, das hat einen ganz großen Einfluss.
1:18:59 Lili Vogelsang: Das ist spannend, weil das sind ja eigentlich jetzt fast alles äußere Faktoren. Also, wenn du sagst, so Glück, Timing, Leute um dich rum, klar, Glück des Tüchtigen, das ist ja sozusagen was Intrinsisches. Achso, noch was Intrinsisches, wo du sagst.
1:19:11 Feliks Eyser: Ich hätte auch Drive. Also ich will auch gewinnen.
1:19:14 Lili Vogelsang: Ja, warum willst du gewinnen?
1:19:15 Feliks Eyser: Und ich will die Sachen auch gut machen.
1:19:17 Lili Vogelsang: Warum willst du gewinnen?
1:19:21 Feliks Eyser: Na, ich glaube, das, also ich meine, es gibt ja immer so eine Schattenseite von Motivation, äh, so, also geliebt werden durch Anerkennung, durch Leistung, so ist schon so ein Motiv, was ich. Was sich durchzieht, ähm, meine Eltern sind beide Lehrer, so da bist in so einem System drin, wo man gejudged wird, so eine Note ist irgendwie was Wichtiges in die Leistungen in der Schule. Also du willst jetzt auch nicht irgendwie zu den unteren gehören. Also so ein Leistungsantrieb war immer da. Mir macht es aber auch Spaß, die Sachen gut zu machen. Also, wenn ich irgendwas dann mache, dann will ich es auch richtig machen, dann will ich auch Energie reinstecken, dann will ich auch beweisen, dass ich es besser kann als eine andere Person, also auch so ein bisschen ein bisschen sportliche Competition.
1:19:59 Lili Vogelsang: Ja, okay, krass. Na spannend. Okay.
1:20:04 Feliks Eyser: Ich habe eine.
1:20:05 Lili Vogelsang: Ja.
1:20:05 Feliks Eyser: Okay, pass auf. Mal gucken. Wenn du dich in den dunkelsten Moment deiner Gründerreise zurückversetzt.
1:20:13 Lili Vogelsang: Mhm.
1:20:14 Feliks Eyser: Wer warst du in dem Moment? Und was hat diese Person gebraucht?
1:20:19 Lili Vogelsang: Wow, du hast das Steep Talk aber sehr ernst genommen. Wer war ich in diesem Moment und was hat diese Person gebraucht? Ich war in diesem Moment sehr lost. Sehr alleine und im Zweifel wahrscheinlich müde, weil ich in solchen Momenten oft Schlafprobleme hatte. Und was habe ich in dem Moment gebraucht? Äh. Therapie und Leute, bei denen ich genauso sein kann, wie ich bin. Also, oder auch Leute, die an einem dranbleiben. Also, weil das ist ja oft so, wenn es einem gar nicht gut geht, dann haben ja manche Leute auch so die Tendenz zu sagen, also ich hab. Ich habe die Tendenz, ich hab immer gesagt, fuck it, ich kann das alleine. Ich brauche niemanden. Alles scheiße. Ich mach das alleine. Und dann Freundinnen zu haben, die vor der Tür stehen und zu sagen, ey. Ja, als wir vorhin telefoniert haben und du gesagt hast, nee, es geht dir schon gut, es klang nicht so.
1:21:25 Feliks Eyser: Ich bin jetzt hier. Ist das für dich Freundschaft, noch einmal mehr dran zu sein, noch einmal dran zu bleiben? Ist jetzt eine Ja-Nein-Frage schlecht, ich weiß.
1:21:34 Lili Vogelsang: Ja, das ist, glaube ich, für mich schon Freundschaft. Also ich glaube, Freundschaft ist für mich, also wirklich tiefe, gute Freundschaft ist ja im Endeffekt so Bedingungslose Liebe. Wie ist das bei dir? Hast du einen besten Freund?
1:21:52 Feliks Eyser: Würde ich nicht sagen. Ich habe so eine Handvoll sehr enger Freunde.
1:21:56 Lili Vogelsang: Kannst du mit denen über alles reden?
1:21:58 Feliks Eyser: Ja, 100 Prozent.
1:21:59 Lili Vogelsang: Krass. Also weil das ist ja oft so ein Ding bei. Also wir sehen das auch voll oft, dass das vor allem bei Männern so ein Thema ist, dass sie so, keine Ahnung, klassische Anekdote, einer hat sich gerade getrennt und die Jungs klopfen irgendwie dreimal auf den Rücken und sagen, ey, wird schon Digga. Und nicht darüber reden können. Aber das ist bei dir nicht so?
1:22:18 Feliks Eyser: Nee, null. Und auch, glaube ich, antrainiert über so Sachen wie IO, Entrepreneurs Organization und so Forum-Formate, wo du dich einmal im Monat triffst und durch eine strukturierte Weise Dinge teilt, auch eben nicht nur die Business-Themen, so wie läuft so der Umsatz gut, sondern sagen, was ist denn privat, was ist denn mit dir selber, was ist mit deiner Beziehung, was ist mit Was, deine persönlichen Weiterentwicklungen, deine Spiritualität, wenn das die Leute interessiert, also quasi auf mehreren Dimensionen zu teilen, wo bin ich denn eigentlich gerade? Und ist ja auch so eine Art der Therapie. keinen klinisch-therapeutischen Background, aber diese Formate mache ich seit 15, 16, 17 Jahren so in einer engen Gruppe, teilweise mit Jungs, die seit Anfang an dabei sind, die ich dadurch sehr gut kennengelernt habe.
1:23:05 Lili Vogelsang: Ja. Okay. Spannend, das finde ich voll schön, ehrlicherweise. Also ich finde, ich wünsche das, was du gerade beschreibst, wünsche ich wirklich allen.
1:23:15 Feliks Eyser: Ich glaube, das ist für mich auch die Überschrift zu diesem so gute Leute um sich rum haben. Das eine ist, Leute zu haben, von denen du lernen kannst, das andere ist, Leute zu haben, von denen du wirklich close bist, wo du sagst, ich ruf dir an, sag mir geht's nicht gut, und dann stehen die ja irgendwann auch auf der Matte. Das ist vielleicht ein guter Test für Freundschaft, diese SMS zu schicken. Hey, komm mal vorbei. Mir geht's nicht gut. Magst du gucken, wie wir auftauchen?
1:23:35 Lili Vogelsang: Ey, ich glaube wirklich, dass es für mich auch so ein bisschen eine Definition von Freundschaft ist. Sich zu sehen ohne einen Plan. Also nicht, wir gehen essen, wir gehen ins Kino, da da da, sondern so, meine Freundin Doro kommt bei mir vorbei und wir liegen auf dem Teppich. Oder liegen wir auf dem Teppich und dann quasseln wir. Finito, da ist nichts Plan.
1:23:51 Feliks Eyser: Oder auch nicht, auch mal Stille zu haben.
1:23:53 Lili Vogelsang: Ja, das kann ich sagen.
1:23:54 Feliks Eyser: Finde ich auch gut. Mittlerweile finde ich es gut, mit Leuten abzuhören. Ich rede ja auch so viel. Mit Leuten einfach nichts zu sagen und trotzdem eine gute Zeit zu haben. Meine Definition von Freundschaft.
1:24:05 Lili Vogelsang: Können wir nebeneinander sitzen und die Schnapsheim suchen?
1:24:09 Feliks Eyser: Einfach mal die Fresse halten.
1:24:10 Lili Vogelsang: Ja, gut.
1:24:11 Feliks Eyser: Hast du was auf deiner Liste?
1:24:13 Lili Vogelsang: Ähm. Ja, jetzt hast du so eine tiefe Frage gestellt. Deswegen will ich dir jetzt auch eine tiefe Frage stellen. Gibt es was, was dir gerade zum Glück fehlt?
1:24:28 Feliks Eyser: Also ich kann jetzt tausend Sachen nennen, die mir irgendwie fehlen, von irgendwie Zeit und genug Aufmerksamkeit für einzelne Sachen und Schlaf und.
1:24:36 Lili Vogelsang: Klar.
1:24:37 Feliks Eyser: Support mit Kids und also so, aber am Ende würde ich trotzdem sagen. Ich bin glücklich und das ist ja auch so eine, ich finde, es ist ja auch so eine binäre Geschichte. Also klar, also Ist ja ein bisschen 0 oder 1. Natürlich sind die ganzen Sachen im Leben, die irgendwie nicht gut sind oder besser laufen können oder irgendeinen Stress, den ich habe. Das habe ich aber auch ein Stück weit ausgesucht. Und es soll ja nichts in meinem Glück ändern. Also ich habe mir immer. Als ich meine Company operativ gemacht habe, da war das ja auch eine Riesenscheiße. Du kriegst den ganzen Tag da irgendwelche Probleme und dass dann irgendwie da Leute in der Organisation, wenn die es nicht lösen können, dann kommt es irgendwann zum Felix. Und dann kriegst du halt nur die größten Scheißhaufen ab, so in etwa. Dann habe ich aber auch immer gedacht: Ja, klar, ich bin da im Alltag irgendwie maximal unzufrieden, weil ich wollte das jetzt auch nicht aufkehren, den Scherbenhaufen, den ich selber nicht verursacht habe. Also ich bin unzufrieden, aber glücklich, weil es ja trotzdem geil ist, diese Probleme zu haben.
1:25:32 Lili Vogelsang: Also muss man sich ja auch irgendwie aussuchen und Lust drauf haben.
1:25:34 Feliks Eyser: Ist ja auch so ein bisschen masochistisch zu sagen, ja, es ist Schmerz natürlich wie beim Sport oder oder in Beziehungen, wo es Reibung gibt oder im Startup-Alltag sind ja nie Sachen, das ist ja nie so, dass total rot läuft, aber ich habe es mir ausgesucht und ich finde es gut. Also deswegen habe ich das für mich unterschieden. Deswegen Ich bin glücklich, fehlen mir praktische Sachen im Alltag. Bestimmt bin ich auch mal kurz unzufrieden in der in der Ecko mit vier Menschen auf drei Sitzen. Aber mir fehlt nichts und ich glaube, das ist ja auch eine Sache, die man sich ein Stück weit aussuchen kann. Das klingt jetzt auch irgendwie doof, aber ist ja so ein Kalenderspruch, aber ein Stück weit kann man sich ja auch aussuchen, ob man glücklich ist oder nicht.
1:26:11 Lili Vogelsang: Zu 100 Prozent, glaube ich auch. Also bin ich ganz, ganz großer Fan. Es regt mich auch total auf, dass Leute immer sagen: Oh, Gründen ist so hart.
1:26:19 Feliks Eyser: Ja, klar, bist doch auch geil.
1:26:21 Lili Vogelsang: Ja, ich finde auch so gerne. Also, erstens, ja Aber das weiß ich selber, und wenn du mir das jetzt auch noch die ganze Zeit sagst, dann suche ich mir ja auch die ganze Zeit die Dinge, die hart sind. So. Und was für ein fucking Privileg gründen zu können. Also so.
1:26:35 Feliks Eyser: Sein eigenes Ding machen zu können. Vielleicht sogar mit dem Geld von anderen Leuten.
1:26:40 Lili Vogelsang: Immer ist es so ein bisschen. Ich denke mir, dass ich denke mir das jeden Tag, dass ich bin wirklich. Wie glücklich bin ich.
1:26:50 Feliks Eyser: Okay, Unareverse, finde ich gut. Was fehlt dir zum Glück? Gibt's was?
1:26:53 Lili Vogelsang: Ähm, was fehlt mir zum Glück? Ich hatte wirklich auch, ne, darüber haben wir auch geredet, ich hatte wirklich auch düstere Zeiten, ne? So diese ganzen drei Jahre, die ich jetzt hier beschrieben habe, so in den in der letzten Zeit, da bin ich durch eine Trennung gegangen. Meine Mutter war acht Monate im Hospiz ist gestorben. Ich bin ein einzig auf ihrer Seite. Wirklich harte Scheiße.
1:27:14 Feliks Eyser: Und dabei musstest du den Laden irgendwie zusammenhalten.
1:27:16 Lili Vogelsang: Ja, und dabei habe ich den ganzen Mist gemacht, über den wir hier, über den wir hier gesprochen haben. Ja, also es war wirklich. Gleichzeitig habe ich so einen glücklichen Kern in mir drin. Ich hab so, ich bin Und ich bin jetzt auch wirklich gerade so, alles, was so passiert, genau das, wie du das beschreibst. So, ja, das sind natürlich nervige Sachen, aber ich schraube mir wirklich, ich wache jeden Morgen auf und denke mir so, hm Let's go. Und das ist.
1:27:48 Feliks Eyser: Warum ist das so? Was macht diesen glücklichen Kern aus?
1:27:51 Lili Vogelsang: Ich glaube, das ist zum Teil Veranlagung und zum Teil habe ich mir das sehr hart erarbeitet. Ich glaube, indem du dich also zum Beispiel wirklich immer daran erinnerst
01:28:05 Den Happiness-Muskel trainieren
1:28:05 Feliks Eyser: Ist es nicht auch, du kennst dich mit Studien da besser aus, aber dass Leute, die die Gratitude runterschreiben und quasi Dankbarkeit formulieren, das diese Praktik eine ähnliche Wirkung hat wie Antidepressiva, also wie Medizin.
1:28:17 Lili Vogelsang: Ja, genau das, weil du dann halt wieder, du, also es kommt immer wieder zurück auf diese Prediction Machine von deinem Gehirn. Du fängst ja an Was dieses Gratitude Journaling mit dir macht, ist, dass du dich den ganzen Tag fragst, was könnte ich denn heute aufschreiben? Das heißt, du suchst den ganzen Tag, wofür kann ich denn jetzt heute schon dankbar sein? Und wenn du das dann irgendwann mal drin hast, dann hast du, guck mal, ich bin hier angekommen. Ich bin aufgewacht, ich habe immer ein Strauß Blumen neben meinem Bett. Ich bin aufgewacht, drehe mich um, sehe die Blumen, denke ich, yay. Dann bin ich aufgewacht und denke mir, oh, ich habe gut geschlafen, mein Bett ist gemütlich, da da da. Dann freue ich mich über meinen Kaffee, über mein Frühstück, dass ich dich heute sehe. Dann bin ich hierher gefahren durch Berlin. Ich liebe Berlin, dein Team ist super nett. Ich hatte schon so viele Glücksmomente, weil ich mir das antrainiert habe, glaube ich auch. So, ich glaube, glücklich sein ist ein Training und ich finde auch, also so wirklich zu gründen, in Deutschland zu sein, all diese Sachen, das ist ja das allergrößte Fucking-Privileg, was man hat auf dieser Welt.
1:29:12 Feliks Eyser: Wir haben voll über die Freeletics-Gründer mit ihrer Fitness-App gesprochen. Die haben ja mal eine Sache gesagt, die hatten so wie so eine Art Happiness-Meeting im Gründerkreis Wir haben gesagt, wir machen diese eine halbe Stunde, irgendwie weiß ich nicht, Dienstag 16 Uhr und da gehen wir in ein Meeting und da hypen wir uns nur gegenseitig hoch und erzählen uns, was eigentlich gerade geil ist, weil Dienstag 16. 30 Uhr raus, da sind wir mit der ganzen Scheiße wieder konfrontiert. In der Zeit dürfen wir über nichts reden, was negativ ist und wir müssen uns nur gegenseitig erzählen, was hier eigentlich gerade geil ist. Was für eine geile Gewohnheit.
1:29:41 Lili Vogelsang: Ich finde.
1:29:42 Feliks Eyser: Was für ein Hack.
1:29:43 Lili Vogelsang: Mega geil. Fühl ich nachher an. Nein, weil ich glaube, das kann man Glück und glücklich sein kann man trainieren. Und ich glaube, dass vor allem wenn man Gründer oder Gründerinnen sind sich oft in so Extremsituationen begibt Das Leben ist immer mit den Glücklichen. Also achso, ne, in wen will man gerne investieren? Also will man irgendwie niemanden investieren, der da sitzt und sagt. .
1:30:06 Feliks Eyser: Doch nicht in den Pechvogel.
1:30:09 Lili Vogelsang: Ey, also ja, ne, also ich glaube, so auch so sich Glück anzutrainieren ist.
1:30:15 Feliks Eyser: Du strahlst es aus und dann ziehst du wieder die Leute an, das ist wie die Kinder in der Grundschule, die so viele Freunde auf der Liste haben, so dadurch schaffst du also so Krest du im Business-Kontext auch wieder Opportunities, für Leute an dich denken?
1:30:26 Lili Vogelsang: Ja, ich glaube schon, dass du sehr viel so willing into existence sozusagen sagen könntest.
1:30:31 Feliks Eyser: Hast du nur eine? Hast du die Reverse-Karte gespielt?
1:30:34 Lili Vogelsang: Ich habe sie gespielt. Die finde ich spannend, das ist ein ganz anderes Thema. Stell dir vor, du kannst ein Gesetz erlassen. Irgendeins. Du bist Kurzkönig von Deutschland. Keine Konsequenzen, du hast Unlimited Funs. Was braucht Deutschland jetzt? Was würdest du anders machen?
1:30:50 Feliks Eyser: Ja, Schüler müssen in der 10. Klasse mandatory in den Sommerferien ein Start-up gründen. Okay.
1:30:58 Lili Vogelsang: Ja, egal.
1:31:00 Feliks Eyser: Also so ein Hackathon quasi. Einfach mal zu spüren, wie es ist, eine Idee zu haben, ein Team zusammenzustellen. Das umzusetzen ist heute einfacher denn je, eine Webseite zu bauen, irgendeine kleine App zu programmieren, diese Selbstwirksamkeit zu spüren, ich habe so eine Idee und ich kann das ein Stück weit zur Realität machen.
1:31:19 Lili Vogelsang: Ja, finde ich.
1:31:20 Feliks Eyser: Und dann geht es gar nicht so sehr um die Skills, die man dabei lernt. Ich glaube, die sind auch gut. Du lernst, wie man ein Team zusammenstellt, du lernst irgendwelche Tools kennen, du lernst vielleicht, wie du irgendwie am Ende was pitchst und Leute überzeugst. Also ich glaube, da sind auch viele fachliche Sachen dabei, die im Leben helfen. Aber ich glaube, vor allem, Ist da dieser Spirit dabei zu sehen, ja, ich kann was ändern, ich kann mir was ausdenken und ich kann das in die Welt tragen. Und ich glaube, das ist ein Funke, den ich bei ganz vielen im Nachhinein sehe, wenn ich mit Leuten spreche, mit jungen Leuten, die gerade gründen. wollen, fragt ihr, wo kommt denn das eigentlich her? Und dann erzählen die mir immer so eine Geschichte. Ja, ich war da und ich habe mal diesen Vortrag gesehen und der hat mir erzählt, oder bei mir an der Schule gab es mal so ein Hackathon oder ich bin da einfach hingegangen zum Young Founders Network oder so oder zum Code <unk> Design Camp. Es gibt da so Formate für die Frage. Für junge Leute und ich habe gespürt, wie es ist, eine Idee in die Welt zu bringen.
1:32:05 Lili Vogelsang: Ja, Selbstwirksamkeit. Ultrageil. Finde ich sehr, sehr gut. Darf ich dazu gleich noch eine Anschlussfrage stellen? Weil du ja jetzt gerade Kinder hast, ne? Was gibst du denen jetzt gerade mit, damit du für deren Zukunft optimistisch sein kannst?
1:32:24 Feliks Eyser: Also, am optimistischen für ihre Zukunft bin ich gerade nicht, wenn ich die davon abhalte, die Treppe runterzuspringen.
1:32:32 Lili Vogelsang: Ganz hellstarch. Don't die.
1:32:35 Feliks Eyser: Oder die Pestizide zu essen, die sie irgendwo finden. Also die sind sehr klein. Also ich stelle mir die Frage natürlich, gell? Die sind jetzt der eine wird jetzt drei und die kleine ist ein paar Monate. Also es ist noch nicht so. Es fängt jetzt an mit Parenting. Langsam ist jetzt so, ich sag eine Sache und die wird dann irgendwie wahrgenommen oder auch nicht. Und ich glaube, auch da Kinder stellen ja die ganze Zeit Fragen.
1:32:56 Lili Vogelsang: Mhm.
1:32:56 Feliks Eyser: Ich glaube, du hast das irgendwo geschrieben oder irgendwann habe ich es gelesen, dass so ein Kind irgendwie 200-300 Fragen am Tag stellt oder so. Und irgendwann haben die Eltern da kein Bock mehr und sagen, lass mich in Ruhe. Also irgendwann bist du so um 17 Uhr. Hast du keinen Bock mehr? Aber ich glaube, da den Spieß umzudrehen Ist cool, eine Gegenfrage zu stellen. Also wenn man so mich fragt, hier, was ist das? Und er fragt mich so fünfmal, was eine Wasserflasche ist, dann frage ich den ja, was glaubst denn du, was das ist? Und ich glaube, das Spiel kann man ein paar Jahre spielen. Also ich glaube, die Fragen werden komplexer, aber quasi anzuregen, sich doch selber mal die Antwort auszudenken, statt einfach nur Antworten zu konsumieren, ist, glaube ich, ein guter Skill. Weiß ich nicht. Da bin ich jetzt auf dem Terrain, wo ich absolut kein Experte bin bei welchen Parenting-Tipps. Aber ich probiere A, nicht umbringen und B, dass der Große sich selber Fragen stellt oder probiert eine Antwort zu liefern.
1:33:46 Lili Vogelsang: Ja, also ich als absolut kinderlose Person finde, das sind fantastische, fantastische Erziehungstipps. Und ähm
1:33:55 Feliks Eyser: Vor allem das mit dem am Leben halten.
1:33:56 Lili Vogelsang: Das mit dem am Leben halten, absoluter Pro-Tipp. Aber ich glaube, auch so sich Fragen, so selber Fragen stellen oder wieder Fragen beantworten, das finde ich so wichtig, weil diese Zahl von Fragen, die runter, also die Kinder stellen, die gehen drastisch runter in der Schule.
1:34:10 Feliks Eyser: War in deinem Buch, oder? Sobald die in die Schule kommen, hast du geschrieben, gehen die Fragen runter. Und nicht, weil die die Antworten kriegen.
1:34:16 Lili Vogelsang: Genau, sondern weil denen beigebracht wird, dass es so Doof ist, Fragen zu stellen oder nervig. Und ich glaube, Leute da dran weiterzuhalten und so Neugierde zu fördern in so einer Zeit, in der eh alles crazy ist. Sinnvoll. Mhm. Gut, nehm ich. Nehme ich an.
1:34:31 Feliks Eyser: Okay. Welche Frage hat dich selbst sprachlos gemacht?
1:34:37 Lili Vogelsang: Ich freue mich. Wenig, also du merkst vielleicht, ich bin selten sprachlos. Ich glaube schon lange nicht mehr, aber es gibt ja so Momente, wenn Leute einen fragen, wie geht's dir? Und die erwischen dich gerade auf so einem auf einem wackeligen Bein. Und dann bist du einfach so. Ich weiß auch nicht. So. Ich finde so ein ehrlich gemeintes, wie geht's dir von jemandem, der nah an einem dran ist. Kann manchmal schon schon ziemlich fetzen. So und ähm aber ansonsten Haben mich Fragen, haben mich Fragen noch nicht so richtig sprachlos gemacht. Aber ich will jetzt einmal Uno Reverse machen, weil ich die Frage so spannend finde und ich mich frage, wie du darauf gekommen bist. Also, weil welche Frage hat dich denn sprachlos gemacht?
1:35:33 Feliks Eyser: Ich hatte mal, kennst du Naval, diesen Investor-Guy, der auch quasi so Hobbyphilosoph ist und guten Content produziert, der hat mal in einem seiner Content-Pieces die Frage im Raum gestellt, ähm Wenn du so intelligent bist, wieso bist du unglücklich? Und die Frage fand ich so sharp.
1:35:52 Lili Vogelsang: Mhm.
1:35:53 Feliks Eyser: Weil er das dann beantwortet mit der eigentliche Intelligenztest ist, ob du im Leben das bekommst, was du willst quasi. Und viele Leute bekommen irgendwelche externen Ergebnisse. Money, Fame, was auch immer, irgendeine Company, die funktioniert, aber sind im Kern unglücklich. Das ist ja die andere Seite. Vielleicht kennen du und ich Leute, die Die objektiv total erfolgreich sind und es irgendwie geschafft haben, was auch immer das bedeutet, aber den ganzen Tag unglücklich sind. Und das ist ja quasi Intelligenztests verloren. Zu sagen, gut, vielleicht habe ich mir das falsche Ziel gesetzt, vielleicht habe ich auf dem Weg doch was anderes gemacht. Und über die Frage habe ich lange nachgedacht, was das denn eigentlich bedeutet. Also sich im Grunde das richtige Ziel zu setzen.
1:36:31 Lili Vogelsang: Und was ist dein Ziel?
1:36:34 Feliks Eyser: Balanciert zu sein, glücklich zu sein, nicht Business über alles zu stellen, also Unternehmertum zu integrieren als eine von vielen Disziplinen. Das habe ich irgendwo aufgeschnappt, da habe jemand gesagt, so das Leben ist ja wie so ein Zehnkampf, gell?
1:36:46 Lili Vogelsang: Also so
1:36:49 Feliks Eyser: Und eine dieser Disziplinen ist, äh seine Zahl zu hitten und irgendwie seinen Raum zu füllen und den Spiegel-Bestseller vielleicht zu schreiben oder X-Euro-EBit zu machen oder also so, das ist ja so eine Säule und die andere ist aber vielleicht eine ganz andere, dass man persönlich irgendwie ausgeglichen ist, dass man fit ist, dass man ein gutes Vorbild für seine Kinder ist, was du gerade gibst. Also so all diese Disziplinen kommen ja zusammen Und das fand ich für mich eine gute Weiterentwicklung, weil als ich meine Firma aufgebaut habe, da hatte ich eine Säule, da hatte ich eine Disziplin. Das mach diese Firma erfolgreich. Komme, was wolle. Ich hatte wenig Freunde. Ich habe außer, und die waren auch alle bei mir angestellt. Top. Top. Ähm. Ich war körperlich völlig unfit, ich war nicht ausgeglichen und ist auch okay. Also ich will das überhaupt nicht jetzt, ich will es überhaupt nicht negativ darstellen und ich glaube, es ist auch ein guter Trade-off. Ich habe die Firma in meinen 20ern gemacht und ich habe Ich habe ein Stück meiner 20er eingetauscht für sehr viel Freiheit, die ich jetzt 30ern, 40ern, 50ern haben werde. Ich finde den Trade-off total okay und es ist auch lucky, dass es geklappt hat ein Stück weit. Aber ich glaube trotzdem, jetzt so die Perspektive zu haben, ja, es gibt Business, aber ich würde das jetzt nicht über alles stellen.
1:38:01 Lili Vogelsang: Ja, aber das finde ich so spannend, dass du das sagst, weil ich glaube, das ist so einer dieser Es gibt so Unteachable Lessons, weißt du, was ich meine?
1:38:11 Feliks Eyser: Chris Williamson.
1:38:11 Lili Vogelsang: Ja, ja, ja, genau.
1:38:13 Feliks Eyser: Der redet darüber aus.
1:38:14 Lili Vogelsang: Ja, genau, so dieses Also zum Beispiel, wenn man mir jetzt in meiner Lebensphase sagen würde, so du musst jetzt aber irgendwie mal hier, jetzt arbeite doch mal ein bisschen weniger, so chill mal doch ein bisschen mehr. Fuck off, so auf gar keinen Fall. Passiert nicht, weil ich muss das, glaube ich, selber lernen, dass man dann vielleicht irgendwann sagen muss: ja, okay, das war jetzt ein Trade-off und ich gehe jetzt mal in den Wald oder was, ich gucke was.
1:38:41 Feliks Eyser: Teachable Lessons, das sind so die Kalendersprüche, die du liest, die irgendwie Sinn machen, aber mit dir in dem Moment vielleicht nicht resonieren. Und du musst selber einmal durchgegangen sein.
1:38:48 Lili Vogelsang: Ja, genau, so dieses Geld macht nicht glücklich. Ja. Sag ich dir dann, wenn ich welches habe, ob mich das glücklich gemacht hat oder nicht. Also, was ich auf jeden Fall sagen kann, keins haben macht unglücklich. Das sind, glaube ich, so Sachen, da muss man selber durchgehen. Okay, das finde ich spannend. Du definierst ja deine Persönlichkeit schon sehr, sehr, sehr, sehr stark durch das Unternehmersein, ne?
1:39:13 Feliks Eyser: Hoffentlich über die Zeit weniger, aber ja.
1:39:16 Lili Vogelsang: Ja. Aber also warum eigentlich hoffentlich über die Zeit weniger?
1:39:21 Feliks Eyser: Na, ich glaube, weil es davor schon zu stark war. Also, so dieser singuläre Fokus auf eine Sache, so habe ich gebraucht, um das Spiel einmal zu spielen und es irgendwie auch ein Stück weit zu knacken. Und ich will das Spiel auch weiterspielen, weil es mir einfach Bock macht. Also ich finde es total cool, diese Null- oder Einsphase Firmen zu starten, mir vorhin darüber geredet, mit Gründern zu arbeiten, meine Freunde sind eh alle Founder und Deswegen will ich mich auch mit Leuten umgeben, die irgendwas Cooles machen. Von denen will ich wieder lernen. Das ist eine Sache, die mich antreibt. Also, ich glaube, ich will mich mein ganzes Leben mit Foundern umgeben. und anspannenden Companies arbeiten und neue Sachen in die Welt setzen. So ich glaube Unternehmertum ist so die positivste Kraft in der Gesellschaft. So weil alles, was hier irgendwie steht, was erfunden wurde, wurde ja von einer Person irgendwann aus einer Idee zu einer Realität gemacht. Deswegen macht es mir Spaß, dieses Spiel zu spielen. Muss ich dafür alle anderen Lebensbereiche opfern? Meine Gesundheit, Familie, jetzt nicht mehr. So sehe ich jetzt anders. Ich bin jetzt, wie alt bin ich? Bin so Ende 30, bin so 38, 9, entweder 38 oder 39. Da sehe ich jetzt nichts anders.
1:40:29 Lili Vogelsang: Das ist so das Alter niemand. Vergisst, wie alt man ist. Darf ich da eine Anschlussfrage zu stellen?
1:40:36 Feliks Eyser: Weil du es bist. Weil du so gut in Fragen bist.
1:40:39 Lili Vogelsang: Ja, aber ich finde das so spannend, weil wenn du sagst, du willst dich mit Faundern umgeben, weil das. Warum? Also, ich teile das. Founder sind irgendwie andere Menschen, aber warum? Also, du hast, glaube ich, mehr gesehen als ich. So Was ist an Foundern so toll?
1:41:01 Feliks Eyser: Hm. Also, was mich anzieht an diesem Mindset ist. So dieses Rebellische, was nicht zu akzeptieren und ändern zu wollen. Ich glaube, ich mache auch viele Sachen aus, so, also. Ich bin total allergisch gegen Mittelmäßigkeit und gegen Produkte, die schlecht sind und Sachen, die nicht funktionieren. Ich denke mir dann so, ich muss das irgendwie lösen, ich kann das besser und habe dann irgendwelche Ideen. Ich bin schon wütend auf Sachen, die einfach nicht gut gelöst sind, die irgendwie doof sind. Und das hat ja auch was Rebellisches zu sagen. Es gefällt mir einfach nicht, wie es ist. Und ich ändere das jetzt. Weil es gibt diese miese Peter,
1:41:43 Lili Vogelsang: Ja.
1:41:44 Feliks Eyser: Die einfach sagen, ja, ist alles scheiße, aber damit ist ja auch niemand geholfen. Und die Energie dann zu sagen, ja, ist scheiße, aber in jedem Problem liegt ja auch eine Opportunity, diese Energie, die resoniert mit mir.
1:41:54 Lili Vogelsang: Ja, das fühle ich sehr. So dieses Miesel Petri, damit kann ich auch gar nichts anfangen. Und auch spannend, als Lehrerkind rebellisch zu werden.
1:42:01 Feliks Eyser: Ja, ich glaube, das ist genau mein Rebellentum gegen Beamtentum. Das hätte ich mir nie vorstellen können.
1:42:09 Lili Vogelsang: Ja, und also ich war mal in Estland und da habe ich eine der Wirtschafts, eine der, ja, wie sagt man, Staatssekretärinnen aus dem Wirtschaftsministerium kennengelernt und die war irgendwie Anfang 30 und die hat gesagt, die war vorher bei Meta und die hat gesagt, ja, ich will halt schneller und agiler arbeiten. Und deswegen arbeite ich für den Start.
1:42:26 Feliks Eyser: Only in Estland.
1:42:31 Lili Vogelsang: Estonia Estonia. Ja, aber also ich fühle das total, aber ich glaube, das hat einfach auch damit zu tun, wie unser System gerade aufgesetzt ist. Ich fände ich es ultra geil, was Cooles zu machen für Deutschland. Aber halt so nicht. Das ist ja scheiße.
1:42:46 Feliks Eyser: Hast du für dich so eine Founder Peer Group gefunden? Und wenn ja, wie hast du das gemacht?
1:42:51 Lili Vogelsang: Also ja, hab ich. Immer mehr. Ich glaube, ich habe am Anfang, also ganz am Anfang, habe ich so ein bisschen den Fehler gemacht, den viele Leute machen, dass sie irgendwie versuchen, auf Leute zuzugehen, die schon 15 Schritte weiter sind als sie. Und sich einfach so zu denken, so ein bisschen, vielleicht kann ich das System damit hacken, indem ich jetzt irgendwie von dir, indem du jetzt meine Mentorin wirst oder mein Mentor und mir irgendwie sagt, wie es geht.
1:43:17 Feliks Eyser: Ich glaube, das geht ein Stück weit. Sorry, wenn ich reingerätsche. Aber es ist keine Peergroup.
1:43:21 Lili Vogelsang: Es ist eine Mentorship-Beziehung.
1:43:22 Feliks Eyser: Und ich glaube, es kann ein Shortcut sein. Ich glaube, das ist eine andere Kategorie.
1:43:26 Lili Vogelsang: Genau, es ist eine andere Kategorie und das kann total helfen. Und genau, gleichzeitig Sind das Leute, die dir eben nicht sozusagen im einzelnen Schritt helfen können, sondern die dir helfen, so das Big Picture zu malen. So. Und das ist auch super hilfreich. Aber so Peergroup-mäßig habe ich mich da glaube ich so ein Stück, also ich habe lustigerweise das große Glück, dass meine beste Freundin auf Schulzeiten hat irgendwann gegründet, deren beste Freundin hat irgendwann gegründet Ähm, und irgendwann so ist so mein ganzes Umfeld war auf einmal dann doch ein Startup-Umfeld. Das habe ich so gar nicht kommen sehen, aber so und dadurch hatte ich das halt voll nah an mir dran und mit Leuten, mit denen ich schon eine ganz große, urvertraute Beziehung hatte. Und jetzt ist es gerade wirklich so, dass ich mir so Stück für Stück Leute finde, die in einem ähnlichen Space sind, die Dinge machen, die wir.
1:44:21 Feliks Eyser: Erkennest du die?
1:44:24 Lili Vogelsang: Oft dann auf einem Event und da dann sitzt man nebeneinander oder hier kennst du mal den und trifft dich doch mal mit der Person und so. Oder so über zum Beispiel jetzt eine Person, die einfach mir gerade super, super viel helfen kann, so in den ersten Schritten kam halt auch über einen unserer Angel-Investoren, der meinte hier. Dieser in meinem Portfolio red mal mit der.
1:44:43 Feliks Eyser: Das ist eigentlich auch eine gute Frage, die man stellen kann. Ey, sag mal, mit wem soll ich denn reden? Also Leute, die bei diesem Networking-Events schon seit Jahren sind und so einen guten Überblick haben, sagen: Du weißt, was meine Situation ist, mit wem sollte ich sprechen?
1:44:52 Lili Vogelsang: Ja, ja, total. Also wirklich, genau, so sowas fragen, sich da immer irgendwie Input holen. Genau, also es wächst bei mir schon sehr so auf einer persönlichen Ebene. Ich bin da so, ich bin ein Slowburner. Ich muss Leute eine Weile kennen und dann ist es aber wirklich so, wow Und da habe ich jetzt wirklich ein Netzwerk an so fünf, sechs Leuten, wo ich sagen würde, ich kann die zu allem anrufen und die können mir auch mit allem helfen. Also wenn ich Ihnen sage, hier, wir haben gerade ein Product-Thema, dann Die eine Person kann sogar relativ gut Produkt, aber die kennen dann auch wieder 15 oder Fundraising oder so. Und die sind aber, das sind, für mich sind das in dem Fall Freunde first. Und es ist dann cool, dass wir in der gleichen Bubble sind und Und so, aber weil nur so kann ich die ultimativen Ratschläge bekommen, die ich brauche. Weil die halt das ganze Bild haben. Das ist sehr, sehr, sehr, sehr, sehr, sehr, sehr, sehr wertvoll. Also Game-Changing wertvoll. Bin ich auch unfassbar dankbar dafür. Hat so ein bisschen seine Zeit gebraucht, aber habe ich jetzt.
1:45:52 Feliks Eyser: Ich überlege immer, ob man da mit Founder Mode auch was machen könnte, weil wenn man diese Community, da sind Leute drin, ich überlege die ganze Zeit, könnten wir nicht so eine Art Timeleft für Founder bauen? dass sie sich offline treffen, gerade in Städt, nicht in Berlin, du kannst auf diese Events gehen, hier ist jeden Tag irgendwas, da können Leute kennenlernen, aber wenn du vielleicht in Nürnberg, in Kassel, in Osnabrück, in Bremen, wo auch immer. sitzt, da ist vielleicht gar nicht so einfach, diese Peergroup zu finden. Und ich überlege, kann man das irgendwie für Founder kuratieren? Kleine Events. Ich bin auch mit diesen Riesen-Events, da gibt es ja so Websummit und diese Monster-Dinger, da sind dann irgendwie eine Quadrillion Menschen in irgendwelchen Messehallen und Speaker und Stände und das ist mir alles zu viel mittlerweile. Und ich überlege mir, was ist das Gegenteil davon? Was ist das kleinste Event, was du organisieren kannst? Das sind zwei Personen, die irgendwo sitzen. Vielleicht kann man irgendwie nochmal vier dazu nehmen, dann sind es sechs, aber das ist so überschaubar. Kann man sowas koattieren?
1:46:41 Lili Vogelsang: Ja, das finde ich eine ziemlich coole Idee. Ich glaube, das macht natürlich dann Sinn auch, dass man irgendwie Leute zusammensetzt, die so in einer ähnlichen Stage sind oder so, ne? In so, dass es irgendwie auch relatable ist. Und man, also. Alle Offenheit Frauen sind ja dann auch immer über ihren Bereich sehr obsessed. Also, no offense, aber wenn ich neben jemandem sitze, der mir was von B2B SARS erzählt, dann muss die Person schon sehr lustig sein, dass du bleibst. Ja, also weißt du, weil wenn man sich sozusagen über ein Thema unterhält, thematisch ist
1:47:10 Feliks Eyser: Ich denke gleichzeitig, ich habe immer bei diesen ganzen Fauna-Events, wo ich war, so ist es doch einfacher, dann kommen Ground zu finden, weil wenn es nicht B2B Zah ist, das kannst du trotzdem sagen: Ja, gut, du Hiring, wie machst du denn du das? Und dann bist du wieder, okay, das habe ich auch, das Thema.
1:47:21 Lili Vogelsang: Genau.
1:47:22 Feliks Eyser: Culture. Okay. Welche coolen Bücher gibt es denn zum Thema Unternehmenskultur? Weil meine ist echt abgefuckt.
1:47:27 Lili Vogelsang: Ja, ja.
1:47:27 Feliks Eyser: Meine Mitarbeiter hassen mich.
1:47:30 Lili Vogelsang: Niemand mag mich. Dich auch nicht?
1:47:33 Feliks Eyser: Cool. Wie hast du das denn gemacht? Ist egal, dass du B2B saß. Also ich finde Founder, wenn man die. wenn man die in Raumsperrt, die finden meistens Themen.
1:47:41 Lili Vogelsang: Ja, ja, ja, stimmt, du hast schon recht. Ich glaube, ja, ja, es gibt manchmal so Phasen wo man, ich bin gerade so themenobsessed. Und es gibt so Phasen, wo man dann irgendwie auch immer die ganze Zeit über sein Thema reden will. Und ich glaube, ich würde anderen Leuten auch. So ein B2B-Saars-Kründer selbst neben mir und würde danach nach Hause gehen und denke so, oh, die Alte hat nicht aufgehört, über Einsamkeit zu reden. Das interessiert mich gar nicht. Was meint sie damit? Ja, nee, aber das, ähm, nee, ich finde das wirklich gut, weil ähm Es ist ja so spannend, weil so Gründen gibt ja trotzdem irgendwie immer noch. Das ist ja eigentlich fast so was Archaisches, so Wissen wird von Person zu Person weitergegeben. Es gibt ja so wenig institutionalisiertes Wissen beim Gründen. Deswegen ist ja so beim der Peer-Austausch so wichtig. Weil du halt wirklich so, du hast so deine Stammesältesten und die sagen dir so ein bisschen, wie es läuft. Dann hast du so So Unterhäuptlinge, die irgendwie schon mal drei Schritte weiter waren, aber es ist ja wirklich so, wissen wird da noch total viel von Person zu Person weitergegeben. Wer kennt einen guten Steuerberater? So, wie hast du deine Culture gemacht und so? Es ist ja so durch gelebte Erfahrung, ist ja eigentlich ein total interessantes Phänomen von Wissenstransfer in dieser Bubble.
1:48:54 Feliks Eyser: Ja, total, total. Und auch der Grund, warum es so schwierig ist, das an der Uni zu lehren.
1:48:57 Lili Vogelsang: Ja, ja, ja, genau. Es gibt keinen Kein Intranet, kein Wiki für weil es ja immer du dann doch auf die Situation zu kommen.
1:49:05 Feliks Eyser: Ja, du musst im Kontext sehen und der Stammesälteste hat dann irgendwie Erfahrung, aber die ist dann 15 Jahre her. Jetzt leben wir in dieser ganzen AI-Welt, wo eh alles anders ist und von TikTok hat der auch keine Ahnung. So geht es nicht. Mir dann oft so, okay. Aber deswegen kann man auch von Jungen wieder lernen, und ich glaube, das ist ja Aufgabe von Gründern und Gründerinnen, sich diese ganzen Informationen zu holen und dann für sich aber zu verarbeiten und zu überlegen, was ist halt für mich relevant, welche Nuggets nehme ich mir raus und implementiere ich und welche nehme ich zur Kenntnis, aber. Ähm, ignoriere ich.
1:49:30 Lili Vogelsang: Ja, total. Es ist eigentlich super. Es ist so sehr tribal, möchte ich sagen.
1:49:36 Feliks Eyser: Tribalism, der Founder tribal ist.
1:49:37 Lili Vogelsang: Der Founder Tribe.
1:49:38 Feliks Eyser: Okay, pass auf, wir kommen so ein bisschen zum Ende.
1:49:41 Lili Vogelsang: Gut.
1:49:41 Feliks Eyser: Aber ich hab eine Idee wegen diesen guten Fragen. Das habe ich von Diary of a CEO geklaut. Der macht das immer. Am Ende. Kannst du als Gast demnächsten, ohne zu wissen, wer das ist, eine Frage stellen? Sollen wir das mal ausprobieren?
1:49:53 Lili Vogelsang: Ja, lass uns das ausprobieren.
1:49:54 Feliks Eyser: Also eine Frage an den nächsten Gast. Ist übrigens ein B2BSARS Founder. So viel verrate ich. Aber mehr Infos kriegst du nicht.
1:50:07 Lili Vogelsang: Ähm. Was ist das Interessanteste, was du in den letzten vier Wochen gelernt hast?
1:50:11 Feliks Eyser: Was ist das Interessanteste? Super. Okay, nehme ich direkt mit. Der kommt und der hat bestimmt eine spannende Antwort. Und dann kann der die nächste Frage stellen, dann die nächste Person nochmal so die Podcast-Variante von Kettenbrief. Das wollte ich immer mal ausprobieren.
1:50:23 Lili Vogelsang: Geil, Kettenbrief früher. Das war auch gut. Habe ich nie weitergeleitet.
1:50:27 Feliks Eyser: Echt? Du warst die Person, wo du stehen geblieben bist?
1:50:29 Lili Vogelsang: Wo du stehen geblieben bist. Lass mich damit haben. Scheiße in Ruhe.
1:50:34 Feliks Eyser: Wenn sich jemand bei dir melden, soll, wo finden Leute dich? Und wer soll sich melden?
1:50:39 Lili Vogelsang: Also, Leute finden mich vor allem jetzt in dem Kontext super gerne bei LinkedIn, weil Instagram und so geht unter. Und wer soll sich melden? Leute, die mir helfen können. Leute, die Leute, die irgendwas hier gehört haben und gesagt haben, ah, ich weiß, wie das geht. Ich habe das schon mal gemacht. Product, App, Marketing, Internationalisierung, Leute, die das Thema spannend finden und sagen, ich habe gerade keine Ahnung, wie ich dir helfen kann, aber ich finde es ultra geil.
1:51:10 Feliks Eyser: Und das ist gut, jetzt haben die Leute ja schon ein, zwei Stunden durchgehört. Wer jetzt noch dran ist und das hört, der hat sich ja schon qualifiziert.
1:51:15 Lili Vogelsang: Also Interesse ist ja da an irgendwas. der ist eigentlich schon schon schon tief committed. Und solche Leute dürfen sich wahnsinnig gerne um. Also darf sich eigentlich jeder mailen, so. Aber gerade ist Zeit bei mir ein bisschen knapp.
1:51:28 Feliks Eyser: Manchmal unterbrichst du den Kettenbrief, aber manchmal antwortest du auch.
1:51:30 Lili Vogelsang: Manchmal unterbrechst du den Kettenbrief und manchmal antworte ich auch. Aber Leute, mit denen das resoniert hat und die auch so daran glauben, an dieses Menschliche und an Freundschaft und die das Ende der Einsamkeit haben wollen.
1:51:43 Feliks Eyser: Können sich meilen auf LinkedIn unter Lili Vogelsang
1:51:45 Lili Vogelsang: Lili Vogelsang.
1:51:46 Feliks Eyser: Wer soll sich nicht melden? Die AI.
1:51:48 Lili Vogelsang: Auf gar keinen Fall DAI.
1:51:50 Feliks Eyser: DAI Friends.
1:51:51 Lili Vogelsang: DAI Friends. Und ansonsten Everybody's welcome.
1:51:55 Feliks Eyser: Sehr cool. Das hat mir sehr viel Spaß gemacht. Ich habe viel gelernt.
1:51:59 Lili Vogelsang: Dankeschön.
1:51:59 Feliks Eyser: Das war ein richtig cooles Gespräch. Ich will auch Gespräche, keine Interviews, also das mehr hingekriegt. Danke für deine tollen Fragen.
1:52:05 Lili Vogelsang: Danke für deine tollen Fragen. Es hat mir so viel Spaß gemacht. Ich finde es ja auch so schön. Vielleicht können wir das noch ganz kurz aus dem Nähkästchen plaudern. Wie das eigentlich zustande kam, dass wir hier zusammen sitzen, weil ich ja angefangen habe, deinen Podcast zu hören, weil ich die Folge mit Jeannette auf ihrem Instagram-Profil gesehen habe und dir dann gesagt habe, wie cool ich, also ich bin dir ja einfach kalt Mit einem Kompliment in die Instagram-DMs geslidet und haben einfach gesagt, ich finde deinen Podcast cool. Und das war, also so, und als du dann gesagt hast: ah ja, hey, cool, du würdest mir irgendwie vorgeschlagen, ähm von Diana zur Löwen. Von dir. Ganz toll, vielen herzlichen Dank.
1:52:39 Feliks Eyser: Die gesagt hat, wenn du mit jemandem sprechen musst, dann ist es die Lili.
1:52:42 Lili Vogelsang: Schau dir die mal an.
1:52:43 Feliks Eyser: Dann dachte ich so, ist es die, die mir da geschrieben hat? Also wirklich am gleichen Tag oder einen Tag versetzt oder so. Oh mein Gan, das ist wirklich cool. Da hat uns das Universum irgendwie zusammengebracht.
1:52:51 Lili Vogelsang: Da hat uns das Universum zusammengebracht.
1:52:52 Feliks Eyser: Beziehungsweise die Creator Economy und die Diana zur Löwen und Jeannette.
1:52:56 Lili Vogelsang: Wirklich die Creator Economy in dem Fall. Und ich glaube, das ist vielleicht so ein bisschen so ein, also so, dass ich hörte ja einfach, ich wollte dir einfach nur sagen, ich find's toll, was du machst. Und ich glaube, das ist was, was Leute. Jenseits von wie Netzwerkmann und so, glaube einfach ohne Hintergedanken ab und zu Leuten sagen, hey, ich find's geil, was du machst. Das ist einfach so, so wichtig und man vergisst es oft. So ein bisschen wie früher auf der Mädelstoilette im Club. Da hat man sich auch gesagt: Oh, du siehst so schön aus. Und dann war man für fünf Minuten beste Freundin. Es war so toll. Und ich glaube einfach. Einfach ab und zu random Leuten sagen, ich find's cool, was du machst. Dann wird das Leben besser.
1:53:35 Feliks Eyser: Wird das Leben besser, wie bei den Grundschulkindern. Wenn man viele Sachen mag, dann kommt es auch irgendwie zurück.
1:53:39 Lili Vogelsang: Ja.
1:53:39 Feliks Eyser: Vielen Dank, dass du da warst.
1:53:40 Lili Vogelsang: Dankeschön, Felix. Vielen, vielen Dank.


