Eine Milliarde Views: Kunst trifft Business
mit Tim Bengel, Künstler, Unternehmer und Kunstsammler
Zusammenfassung

Feliks Eyser und Co-Host Moritz Blees sprechen mit Tim Bengel, Künstler aus der Region Stuttgart. Es beginnt mit einer Anekdote aus New York: Tims Plan, den deutschen Konsul zu überzeugen, dem MoMA im Namen Deutschlands ein Bild von ihm zu schenken. Dann geht es zurück in Tims Kindheit. Mit 7 oder 8 Jahren stand er in der Staatsgalerie Stuttgart vor einem orangenen Fleck und wollte wissen, was Kunst eigentlich ist. Er malte Imitate und schickte sie an Museen, bis er beschloss, niemanden mehr zu imitieren. Daraus entstand seine Technik aus Klebstoff, Sand und Blattgold.
Der Durchbruch kam über Social Media. Ein Artikel in der Stuttgarter Zeitung brachte nur eine Handvoll Anfragen, also drehte Tim Videos im Kinderzimmer, in denen man sieht, wie der Sand abfällt und das Motiv erscheint. Business Insider in New York teilte ein Video, das in einer Woche 18 Millionen Aufrufe hatte. Über die Jahre wurden es knapp eine Milliarde Views und 500.000 Follower auf Facebook, ohne einen Euro für Werbung. Als er später mit professionellen Videografen arbeitete, gingen die Videos nicht mehr viral.
„Dann dann gucken die Leute es eine Sekunde an und denken OK es ist irgendwas kommerzielles dahinter und scrollen weiter.“
Danach geht es ums Geschäft. Die Preise stiegen, weil Galerien und Messen Mindestpreise verlangten, ein Bild wurde bereits im sechsstelligen Dollarbereich verkauft. Tim erzählt von seinen Projekten jenseits der Leinwand: einem Friedhof mit 100 Marmorplatten und 10.000 Blumen in Berlin, einem Avocado-Bagel aus 7 oder 8 Kilo massivem Gold, dem Superkraut-Festival für das Filderkraut mit Edelstahlskulptur, VfB-Trikot und einem 24-Stunden-Drop. Mit Galerien arbeitet er nur noch projektweise, ohne Exklusivvertrag.
Zum Schluss geht es um Tims unternehmerische Seite: ein veganes Restaurant in Stuttgart, ein Investment in einen Venture-Capital-Fonds und seine Kunstsammlung, für die er junge Künstler wie Startups auswählt. Die drei sammeln Ideen, wie mehr Menschen Kunst kaufen könnten, etwa zur Geburt, zum ersten Haus oder zum Exit. Am Ende stellt Tim drei Geschäftsideen vor: ein Gesundheits-Abo mit Bluttest und Supplements, ein Geschäftsmodell für Biodiversität und bessere Gyms in Boutique-Hotels.
Zahlen aus der Folge
4 weitere Zahlen
Worüber am meisten gesprochen wurde
Kapitel
- 00:00Tims Weg zur KunstWerdegang & Technik
- 07:33Sand, Gold und der DurchbruchWerdegang & Technik
- 15:35Virale Kunst und ReichweiteSocial Media & Reichweite
- 18:11Kunstpreise und NachfrageKunstmarkt & Preise
- 29:45Der goldene Avocado-BagelKunstprojekte & Vermarktung
- 34:42Das Filderkraut-FestivalKunstprojekte & Vermarktung
- 44:46Galerien und der KunstmarktKunstmarkt & Preise
- 50:02Unternehmertum neben der KunstUnternehmertum & Investments
- 01:05:22Business-Ideen für die ZukunftBusiness-Ideen
Key Learnings
- 1
Zeig den Prozess, nicht nur das Ergebnis
Auf Fotos seiner fertigen Bilder verstand niemand, dass sie aufwendig aus Sand und Gold entstehen. Erst Videos aus dem Atelier, in denen man Klebstoff, Sand und am Ende das abfallende Material sieht, machten den Aufwand sichtbar. Der Moment, in dem das Motiv erscheint, wurde zum Haken, der Millionen Menschen ins Video zog.
07:33 · Sand, Gold und der Durchbruch - 2
Echt schlägt Hochglanz
Die ersten Videos drehte ein Kumpel mit dem Handy im Kinderzimmer. Als Tim später professionelle Videografen mit Color Grading, perfektem Schnitt und Musik engagierte, gingen die Videos nicht mehr viral. Seine Erklärung: Die Leute erkennen nach einer Sekunde etwas Kommerzielles und scrollen weiter.
15:35 · Virale Kunst und Reichweite - 3
Lass dich vom Markt nach oben ziehen
Tims Preise starteten bei wenigen tausend Euro. Gestiegen sind sie, weil Partner Mindestpreise verlangten: Eine Kunstmesse in Malaysia wollte mindestens 20.000 Dollar pro Bild, ein Galerist in New York sagte, unter 40.000 lohne sich eine Ausstellung nicht. Tim hat die Preise jeweils angepasst.
18:11 · Kunstpreise und Nachfrage - 4
Reichweite gehört zum Werk
Tim hat erst die Idee und überlegt im zweiten Schritt, wie er sie kommuniziert. Ein Kunstwerk, das niemand sieht, erreicht nichts. Gleichzeitig warnt er davor, das Pendel zu weit ausschlagen zu lassen: Es gibt schlechte Kunst mit Millionen Followern und tolle Künstler mit 500.
29:45 · Der goldene Avocado-Bagel - 5
Bau eine Geschichte, bei der andere mitmachen
Beim Filderkraut kam alles zusammen: ein vergessenes Gemüse, das zurück auf die königliche Bühne soll, ein Festival im alten Stadtpalast, 15 weitere Künstlerinnen und Künstler, Köche wie Johann Lafer, eine Skulptur, die bleibt, und ein Trikot mit dem VfB Stuttgart. Tim redet offen über seine Ideen, bis Partner sagen: Lass uns was zusammen machen.
34:42 · Das Filderkraut-Festival - 6
Teste die Nachfrage mit einem kurzen Drop
Viele fragten, ob sie den Krautkopf für zu Hause kaufen können. Tim bot eine 40 Zentimeter große Version 24 Stunden lang für 5.000 Euro an, obwohl allein die Herstellung knapp 3.000 Euro kostete. Er hoffte auf mindestens zehn Verkäufe, am Ende waren es 30.
34:42 · Das Filderkraut-Festival - 7
Arbeite mit Galerien projektweise
Galerien bleiben wichtig, weil nur sie Künstler auf Kunstmessen bringen. Exklusivverträge, die zum Teil zehn Jahre binden, hält Tim aber nicht mehr für zeitgemäß. Er sucht sich für jede Ausstellung die passende Galerie und entscheidet danach neu.
44:46 · Galerien und der Kunstmarkt - 8
Schau auf die Qualität der Follower
Wenn Tim in junge Künstler investiert, achtet er zuerst auf eine eigene Handschrift. Auf Instagram zählt für ihn nicht die Zahl der Follower, sondern wer folgt: Folgen wichtige Gatekeeper der Kunstwelt einem Künstler mit 1.000 Followern, ist das aussagekräftiger als Millionen Follower ohne gemeinsame Kontakte.
50:02 · Unternehmertum neben der Kunst
Zitate

„ich habe dafür 0€ bezahlt, muss man überlegen, was man irgendwie für eine Milliarde Views zahlen müsste, wenn man das als ad schalten würde“„Dann dann gucken die Leute es eine Sekunde an und denken OK es ist irgendwas kommerzielles dahinter und scrollen weiter.“„Jeder Mensch hat von einem neuen Projekt immer auch Angst.“„wenn ich ein Kunstwerk mach und es wird von 0 Leuten gesehen, dann dann kann es das beste Kunstwerk der Welt sein. Aber ja, es erreicht einfach nichts.“„Also ich schaue eigentlich nicht auf die Anzahl der Follower. Sondern wenn, dann auf die Qualität.“Über den Gast

Tim Bengel
Tim Bengel ist Künstler aus der Region Stuttgart und arbeitet in Esslingen. Bekannt wurde er mit einer eigenen Technik aus Klebstoff, schwarzem und weißem Sand und Blattgold, an der er seit seiner Schulzeit gefeilt hat. Videos, in denen er überschüssigen Sand von seinen Bildern kippt und das Motiv enthüllt, haben über die Jahre knapp eine Milliarde Views gesammelt. Danach folgten Projekte außerhalb der Leinwand: ein Friedhof mit 100 Marmorplatten in Berlin, ein Avocado-Bagel aus massivem Gold, das Superkraut-Festival mit einer Edelstahlskulptur fürs Filderkraut und ein Trikot für den VfB Stuttgart. Nebenbei sammelt er Kunst, ist Mitgründer eines veganen Restaurants in Stuttgart und in einen Stuttgarter Venture-Capital-Fonds investiert.
Häufige Fragen
Wer ist Tim Bengel?
Tim Bengel ist ein Künstler aus der Region Stuttgart, der mit Bildern aus schwarzem und weißem Sand und Blattgold bekannt wurde. Er arbeitet in Esslingen, macht inzwischen auch Skulpturen und Installationen, sammelt Kunst und ist nebenbei unternehmerisch aktiv, etwa mit einem veganen Restaurant in Stuttgart.
Wie ist Tim Bengel bekannt geworden?
Über Videos auf Facebook, in denen man sieht, wie er den überschüssigen Sand von einem Bild kippt und das Motiv erscheint. Business Insider in New York teilte eines dieser Videos, das dann in einer Woche 18 Millionen Aufrufe hatte. Über die Jahre kamen laut Tim knapp eine Milliarde Views und 500.000 Facebook-Follower zusammen.
Was kostet ein Bild von Tim Bengel?
Am Anfang lagen seine Preise bei wenigen tausend Euro, etwa ab 2.000 bis 5.000 Euro. Später stiegen sie, weil eine Messe in Malaysia mindestens 20.000 Dollar und ein New Yorker Galerist mindestens 40.000 pro Bild verlangten. Ein Bild wurde laut Tim bereits im sechsstelligen Dollarbereich verkauft.
Was ist der goldene Avocado-Bagel?
Eine Skulptur, mit der Tim die Avocado als Statussymbol aufs Korn nimmt. Er ließ einen echten Avocado-Bagel 3D-scannen, eine Negativform anfertigen und 7 oder 8 Kilo massives Gold hineingießen. Poliert hat ihn die Firma Kussmaul, der Bagel besteht aus 27 Teilen und wurde unter anderem während der Berlin Art Week in einem gemieteten Avocado-Restaurant ausgestellt.
Was ist das Superkraut-Festival?
Ein Festival, mit dem Tim das Filderkraut feiern wollte, laut ihm den größten Spitzkohl der Welt mit bis zu 15 Kilo. Zusammen mit dem StadtPalais Stuttgart zeigte er Werke von 15 Künstlerinnen und Künstlern, Köche wie Johann Lafer kochten mit Kraut. Geblieben sind eine Edelstahlskulptur in Form eines Krautkopfs und ein Trikot mit dem VfB Stuttgart.
Braucht ein Künstler heute noch Galerien?
Laut Tim ja, aber anders als früher. Ohne Galerie kommst du nicht auf Kunstmessen wie die Art Basel. Exklusivverträge lehnt er ab und arbeitet stattdessen projektweise mit der Galerie zusammen, die zu einer Ausstellung passt.
Erwähnt in der Folge
- Staatsgalerie StuttgartFirmaHier stand Tim als Kind vor einem orangenen Fleck und fragte sich, was Kunst ist.
- MoMAFirmaTims Ziel in New York, der Plan mit dem Konsul hat nicht funktioniert.
- Business InsiderFirmaTeilte Tims Video, das in einer Woche 18 Millionen Aufrufe bekam.
- FacebookProduktPlattform seines Durchbruchs, dort hat Tim bis heute mehr Follower als auf Instagram.
- Factory BerlinFirmaOrt seiner Friedhof-Installation mit 100 Marmorplatten.
- KussmaulFirmaManufaktur, die den goldenen Avocado-Bagel poliert hat.
- StadtPalais StuttgartFirmaMuseum für Stadtgeschichte, Partner des Superkraut-Festivals.
- VfB StuttgartFirmaBrachte mit Tim ein Trikot mit Krautmaserung heraus.
- Johann LaferPersonKochte beim Superkraut-Festival und machte ein Dessert mit Kraut.
- Chloe WisePersonMalte für das Festival ein Selbstporträt mit Grünkohl.
- Anish KapoorPersonSeine Edelstahl-Bohne in Chicago inspirierte Tims Skulptur.
- Andy WarholPersonBeispiel dafür, wie zögerlich Sammler in junge Künstler investieren.
- Match VCFirmaStuttgarter Venture-Capital-Fonds, in den Tim investiert ist.
- LykonFirmaBluttests für zu Hause, aber ohne Rundum-Lösung, wie Tim sie sich wünscht.
- Nala EarthFirmaFirma von Anna Alex, die Biodiversität messbar machen will.
Transkript
00:00 Tims Weg zur Kunst
00:00 Tim Bengel: Das erste Video hatte dann trotzdem auf meinem Account schon irgendwie 50000 Views und das würde ich halt am Ende nie sagen wollen, dass ich sage okay diesen einen Traum habe ich nie probiert, weil ich Angst hatte und dann haben wir uns irgendwann gesagt, ja, wir wollen noch was schaffen, das bleibt, weil dieses Festival, diese Ausstellung ist ja irgendwann vorbei, wir machen das eine Hommage als Public Skulpture für das Filderkraut meine Galeristen sind immer noch wichtig, also du kommst zum Beispiel ohne eine Galerie nicht auf eine Kunstmesse.
00:27 Feliks Eyser: Willkommen bei Founder Mode, dem Entrepreneurship Podcast, bei dem Sand zu Gold wird heute zu Gast Tim Bengel. Einem Künstler, der Früh gelernt hat, wie er Aufmerksamkeit über Instagram und verschiedene andere Kanäle für seine Kunst akquirieren und dann am Ende auch monetarisieren kann. Er arbeitet mit Sand und Gold, er macht Skulpturen aus Edelstahl und sogar aus purem, Gegossenem Gold. Und warum er seit Jahren nicht hinterher kommt, eigentlich all die Nachfrage, die er kreiert, zu befriedigen. Viel Spaß dabei. Viel Spaß, cool, Tim, schön, dass du da bist. Du bist Künstler, du bist Unternehmer, du bist auch Kunstinvestor darüber wollen wir heute sprechen und verstehen, wie der Kunstmarkt funktioniert, wie du bekannt geworden bist, wie man mit Kunst Geld verdienen kann oder auch nicht, was du sonst unternehmerisch gerade machst. Also glaube ich alles spannende Stories, die wir von dir heute. Hören wollen. Ich erinnere mich, wir haben uns beide in Stuttgart kennengelernt, wir kommen ja beide aus Stuttgart und dann hast du mich gefragt, nachdem wir uns gar nicht so lange kannten, hast gesagt, Ey, ich hab da diese Tour und geh nach New York und San Francisco und mach da so meine meine Art Tour willst du mitkommen und ich hatte zu dem Zeitpunkt, ich hatte da meine Firma verkauft, hatte ein bisschen Zeit und dachte mir, OK, das klingt auf jeden Fall wie ein gutes Abenteuer. Mit dem mit dem Shootingstar der Kunstszene in die USA zu gehen. Dann sind wir da Hingeflogen, gelandet und nach New York und sind dann Mittagessen gegangen und das werde ich nicht vergessen, wie wir da saßen mit dem wie hieß er, dem wir da saßen.
01:54 Tim Bengel: Mit dem Jens.
01:55 Feliks Eyser: Mit dem Jens Ja, der deutsche Konsul, oder?
01:58 Tim Bengel: Nee, genau das war der deutsche Konsul in New York. Cooler Typ auf jeden Fall.
02:02 Feliks Eyser: Cooler Typ und wir sind Mittagessen gegangen in so n französisches Bistro und deine Mission bestand darin. Ihn zu überzeugen, Dich ins Museum zu bringen. Du hast gesagt, hey, ich bin junger Künstler und wie wird n Künstler bekannt und relevant, indem er im Museum hängt? Also jetzt haben die Museen stellen normalerweise eher tote Künstler aus, so kann man gleich drüber sprechen, wie man sonst im Museum kommt, aber du hast dir überlegt, hey ich will ins Museum und dann aber auch nicht in irgendein Museum, sondern ins MoMA. Dann hast du. Überlegt, wie kommt man ins MoMA? So, da stehen jetzt wahrscheinlich viele Schlange, die ihre Kunst da da aushängen wollen, aber das MoMA entscheidet selber. Deine Idee fand ich fand ich sehr kreativ, du hast gesagt zum Jens, lieber Konsul, wenn die deutsche Regierung. dem MoMA ein Kunstwerk schenkt, dann müssen die das ja annehmen. Das ist ja besser, als wenn ich als Tim da ankomme und denen das Bild schenke, lieber Jens, willst du nicht, ich gebe dir ein Bild von mir und du schenkst es dem MoMA offiziell im Namen von Deutschland und dann hängen die das auf und haben wir beide was davon und ich dachte, so Alter, das kann jetzt nicht sein, dass das der Plan ist mit dem ihr. Nach dem
03:08 Moritz Blees: also wenn es funktioniert, ist es mega und.
03:10 Feliks Eyser: Das hat am Ende nicht funktioniert, muss man vorab sagen. Aber danach?
03:14 Tim Bengel: Fand ich erstmal sehr gut, fand ich erstmal eine sehr gute Idee und ja, man muss halt auch mal ein bisschen kreativ um die Ecke denken, dachte ich mir, weil sonst ist der Weg ins MoMA wirklich sehr steinig bis fast unmöglich und ja, so ein bisschen out of the Box denken. Der hat halt drüber nachgedacht.
03:33 Feliks Eyser: Ja, manchmal. Und er saß dann da, da hat er überlegt, ja, was können wir machen und ah Mama, da kenne ich, aber im anderen Museum, da kenne ich auch noch eine Person, also er hat dann angefangen, darüber nachzudenken, wie man dich da bekannt machen kann, was ist draus geworden, bist du mit dem Jens dort in?
03:46 Tim Bengel: Kontakt ja, der musste dann leider aus New-York-Weg, weil die müssen ja alle 4 Jahre in eine neue Stadt und der ist dann nach Honduras gegangen. Und ja, da hast du. Jetzt noch Honduras in einem Museum.
03:58 Feliks Eyser: Bist du jetzt da im Nationalmuseum?
04:02 Tim Bengel: Nee, deswegen ist der Kontakt da jetzt ein bisschen bisschen abgebrochen nach New York. Aber so ist es halt in der Kunstwelt. Also es läuft halt so viel über, über Kontakte, über Vitamin B, das ist auch nicht so, dass man sagen kann, das Beste, die beste Kunst hängt in MoMA oder in den großen Museen, sondern das sind auch alles Künstlerinnen und Künstler, die da durch irgendwelche Kontakte halt platziert wurden.
04:23 Feliks Eyser: Wie bist du denn Künstler geworden? Gib uns mal den Download, die die 34 wichtigsten Bullet points. Was bisher geschah, wie du zur Kunst gekommen bist, was?
04:31 Tim Bengel: Bisher geschah also, ausgelöst wurde sozusagen mein Interesse an Kunst, wirklich schon als in der Kindheit, da war ich mal mit 7 oder 8 Jahren hier bei uns in der Staatsgalerie in Stuttgart warst du bestimmt auch schon mal. Felix, war ich auch schon, damals hingen wirklich so halb abstrakte bis abstrakte Kunstwerke von Kandinsky, Ich glaube, Cy Twombly hatte da mehrere Werke hängen. Und im Endeffekt waren das so 3 * 3 Meter große Bilder, wo ein orangener Fleck drauf war und ich stand da halt als kleiner Junge davor und konnte überhaupt nicht fassen, warum die Erwachsenen das so toll und außergewöhnlich fanden und warum die Staunen vor so einem orangenen Fleck wir standen und den untersucht haben. Und da habe ich dann halt meine Mutter gefragt, meine Kunstlehre so was ist denn überhaupt Kunst und wie, wieso hängt jetzt genau dieser orangene Fleck im Museum und was ich halt total interessant fand. Ist, dass jeder Erwachsene mir eine andere Antwort gegeben hat. Und das ist ja im Unterschied zu einem mathematischen Problem, da kannst du jeden Erwachsenen fragen, was ist 2 + 2 sagt dir jeder das gleiche, aber auf die Frage, was ist Kunst und wie kommt man ins Museum und wie wird man Künstler, sagt Dir jeder Erwachsene was anderes und das hat es damals für mich schon total spannend gemacht, mir diese theoretischen Fragen zu stellen und ich habe dann erst mal probiert als kleiner Junge selber ins Museum zu kommen, habe gedacht okay.
05:52 Feliks Eyser: Wenn ich selber schon immer dein Ding in die Museen zu bekommen. In die Museen zu kommen.
05:56 Tim Bengel: Also ich fand das ja einfach interessant mal, ich dachte, wenn ich halt irgendwann mal im Museum hänge, dann werde ich ja wohl wissen, was Kunst ist, weil ich ja Kunst gemacht habe, die im Museum hängt.
06:06 Feliks Eyser: Was war damals dein Hack?
06:07 Tim Bengel: Damals war mein mein Hack einfach das, was da hängt, zu imitieren, weil ich dachte, sozusagen OK, Museen zeigen halt gerne Bilder mit Flecken drauf. Jetzt mache ich selber Bilder mit Flecken drauf. Und habe sozusagen meine eigenen Kandinskys und Cy Twomblys gemacht, die eigentlich sehr gute Imitate waren, und habe die in Museen geschickt, Staatsgalerie ans Kunstmuseum, ans Ritter Sportmuseum, das ist auch hier Museum für moderne Kunst. Und die haben tatsächlich die einzigste, die einzigste Rückmeldung mir gegeben, haben zwar gesagt, wir können es leider nicht ausstellen, aber hier als Dankeschön habe ich 5 Kilo Schokolade. Das war, das war immerhin noch noch was nettes und mit der Zeit bin ich dann hab ich dann immer weiter drüber nachgedacht, ich mein, da war ich 8 Jahre alt und dann irgendwann halt während dem Abi hab ich gedacht, OK, die Künstler, die ja heute in den Museen hängen, die haben ja damals niemanden imitiert, sondern es waren Künstler, die sind halt neue Wege gegangen, und die wurden damals oft halt ja schräg angeguckt bis sogar verachtet, also die Impressionisten, die wurden damals von der. Vom Free Thor als geisteskranke Strömung bezeichnet und heute hängen die in den Museen und deswegen, wenn man wirklich so einen Anspruch hat, dann darf man heute auch niemand imitieren und die Sachen, die gut laufen nachmachen, sondern man muss ja sich einen sich einen eigenen Weg suchen.
07:33 Sand, Gold und der Durchbruch
07:33 Feliks Eyser: Ging dein eigener Weg los?
07:35 Tim Bengel: Erstmal eben mit der These, dass ich gesagt habe, OK, ich will was, was unices schaffen, eine eigene Handschrift entwickeln. Oder vielleicht sogar eine eigene Technik? Und habe dann ja, während denn eigentlich so in der in der Oberstufe irgendwie damit angefangen, so nebenher immer das zu machen und habe da wirklich lange gebraucht, bis ich dann auf diese Technik gekommen bin, mit der ich jetzt auch erfolgreich bin, mit Sand und Gold. Also ich nehme Klebstoff, Sand und Gold und verklebt es so, ja eine Art Collage, wo dann am Anfang viele Porträts entstanden sind dann. Von Portraits bin ich dann Richtung Architektur und das hat sich dann immer weiterentwickelt. So auch mal ein bisschen ins Organische, ins Abstrakte rein. Jetzt bin ich gerade an neuen, dann eher so Fantasiewelten dran, aber immer in der gleichen Technik, schwarzer Sand, weißer Sand und Blattgold wird kombiniert und dann sind die, die die Kunstwerke halt sehr sehr also hohen Kontrast haben, die natürlich und sind sehr minimalistisch, also es sind eben nicht wie jetzt. Oft Gemälde, die ja irgendwie leuchtende Farben verwenden oder so, sondern schwarz, weiß, Gold passt auch zu mir persönlich. Ehrlich gesagt, ich bin jetzt auch nicht so der bunte Vogel und ich glaube da, das ist auch noch mal was, wo zur Authentizität dazu gehört, dass was, also dass die Kunst zum Künstler passt. Also man merkt irgendwie, es kommt es aus einem raus, und bei dem bei dieser Technik, das war das erste Mal, wo ich gefühlt habe, hey das, das passt auch zu mir. Und ja, das war so 2015 ungefähr, wo ich das erste Bild in dieser Technik vollendet habe, damals noch ohne Gold, weil ich mir da gar kein Gold leisten konnte. Nur Sand. Nur Sand genau, und da habe ich dann auch gemerkt, da fehlt noch so ein bisschen das i Tüpfelchen das, wo dann nachher das das Blattgold wurde und ja dann stand ich da, hatte erstmal ein gutes Ergebnis und. Und musste dann halt gucken. OK, wie bringe ich, wie bringe ich diese Nachricht in die Welt?
09:38 Moritz Blees: Also weil ich hab dich ja nicht kennengelernt in Stuttgart und bin mit dir erstmal zum Konsul geflogen, sondern ich hab dich in in Köln kennenlernen dürfen auf einem Event, den Tim da ach Felix damals organisiert hat und da hast du darüber geredet, wie es eigentlich ist. Seine Kunst. Direkt zu vermarkten beziehungsweise Content zu produzieren, der von sich aus irgendwie dazu führt, dass die Menschen sich mit dieser Kunst beschäftigen. Und das fand ich eigentlich das Spannendste an dem Ganzen. Nicht weil, weil ich war zu dem Zeitpunkt ja noch irgendwie so in so einer d to C Welt drin bedeutet, früher gab es ja auch irgendwie NN Mode, ne Modemarke, die Halt gesagt hat, sie macht ne Kollektion und dann geht sie auf die Partner zu, in deinem Fall wären es jetzt Galeristen, da wären es jetzt Modehäuser gewesen. Die muss man bezirzen und die helfen einem, das dann zu verkaufen. Und dann ging man in die Welt, dass man gesagt hat, na ja, man schafft eigene Reichweite und man verkauft es direkt an die Kunden und an die an die Endkonsumenten. Und mein Verständnis war und jetzt berichtige ich mich, wenn ich falsch liege, dass du n ähnlichen weggegangen bist, dass du quasi. Jetzt Galeristen gar nicht so unbedingt brauchtest um dich als Tim Bengel bekannt zu machen durch die Art, wie du da Inhalte geschaffen hast. Und da wäre jetzt meine Frage A, ist das so und b was für Inhalte waren das?
10:57 Tim Bengel: Denn ja, also man muss vielleicht erst mal sagen, ich komme nicht aus einer Künstlerfamilie oder aus irgendeinem künstlerischen Umfeld, also ich wusste nicht mal, wie das hätte laufen sollen und im Endeffekt habe ich sozusagen aus versucht, aus den wenigen Mitteln, die ich hatte, sozusagen das Beste zu machen und. Und war am Anfang auch erstmal viel Klinken putzen, also ganz ja dann ganz am Anfang habe ich einfach irgendwelchen Journalisten vielleicht mal geschrieben, hey, wollt ihr mal einen Artikel über über meine Sachen schreiben und dann musst du halt ein paar Klinken putzen und irgendeiner sagt dann halt ja und dann war dann echt so ich glaube 2015 ein Artikel in der Stuttgarter Zeitung, auf den haben sich dann schon Leute gemeldet, also dann. Gab es so. Ich glaube 23 Leute auch so von killesberg, die dann gemeint haben, Hey Tim, wir haben da den Artikel gelesen, kannst du nicht mal bei uns unser Wohnzimmer angucken, wir brauchen dafür auch noch ein Bild und dann habe ich halt gedacht OK komm die Stuttgarter Zeitung, die wird von was auch immer 50000 Leuten gelesen und darauf melden sich 2 Leute. Wenn ich jetzt aber 500000 Leute erreich, dann melden sich halt umso mehr Leute und dann habe ich überlegt OK ich habe zwar kein Geld aber wie erreiche ich vielleicht trotzdem mehr Menschen? Und dann ist es ja einfach eine Korrelationssache, dass sich dann noch mehr Leute bei mir melden und damals so 2015 16, da war Instagram noch nicht so groß, aber auf Facebook, da waren eigentlich alle auf Facebook und ich habe dann einfach angefangen, erstmal Fotos hochzuladen von fertigen Kunstwerken und habe dann aber schnell gemerkt, dass die Leute gar nicht so richtig verstehen, wenn du jetzt nur ein Foto von meinen Kunstwerken siehst, dann verstehst du nicht, dass die zum Beispiel aufwendig aus Sand und Gold hergestellt sind und habe dann. Überlegt, wie kann ich das besser kommunizieren? Habe dann Videos gedreht aus dem Ja aus dem Atelier, wie man halt sieht, wie ich da erstmal den Klebstoffauftrag wie ich ein bisschen Sand in die Hand nehme, wo man einfach dann merkt, OK, da wird was, da entsteht gerade was und dann haben halt meine meine Bilder noch den diesen coolen Moment, wenn man halt diesen überschüssigen Sand runter kippt nach nach der ganzen getanen Arbeit, dann sieht man am Ende zum ersten Mal das das Motiv in voller Pracht sozusagen.
13:09 Tim Bengel: Und dieser Überraschungsmoment, der hat halt richtig gut funktioniert auf Social Media und wurde selbst auf meinem Mini Facebook Account, was ich damals hatte, also so über Klinkenputzen habe ich mir da echt so vielleicht 2000 Follower erarbeitet und das erste Video hatte dann trotzdem auf meinem Account schon irgendwie 50000 Views, also so eine Reichweite wie die Stuttgarter Zeitung sage ich jetzt einfach mal ne und. Und unter diesen Leuten, die das geguckt haben, war zum Glück auch ein Redakteur oder eine Redakteurin von Business Insider Magazine New York, die mir da eine E Mail geschrieben haben und so gemeint können wir dein können wir dein Video verwenden. Wir würden das gerne reposten oder wir würden das noch mal Aufbearbeiten mit ein bisschen mehr Text und ein bisschen mehr ja, damit das Storytelling da ein bisschen besser klappt. Und haben dann einen Artikel drüber geschrieben inklusive dem Video und das Video. Das hat er halt innerhalb von einer Woche 18000000 Aufrufe und ich habe den ja auch alle alles gestartet, habe gesagt Macht macht was ihr wollt mit dem Video, Hauptsache ihr taggt mich, also verlinkt meine meine Page, das haben die dann auch. Gemacht. Genau meine Facebook Page und die hat ich glaube. Also ich habe auf Facebook immer noch mehr Follow wie auf Instagram. Einfach von diesem. Viralen Hit von damals, weil das ging damals eben los mit diesen 18000000 in der einen Woche, aber ich glaube ja über über die, die Jahre danach sind es, glaube ich, knapp eine Milliarde Views gewesen, die verschiedene Plattformen mit meinen Videos generiert haben, leider auch. Nicht alle Views. Ja, also nicht auf meiner Seite, aber eben auf anderen Seiten. Diesen viralen Content eben teilen, leider auch oft dann ohne diesen Tag. Ich meine, das wäre dann noch mal, wenn sie wirklich ja jeder getaggt hätte, wäre es natürlich noch mal krasser gewesen, aber irgendwie als bildender Künstler, 500000 Follower auf Facebook zu haben, das ist auch nicht alltäglich tatsächlich. Und ich meine, ich habe dafür 0€ bezahlt, muss man überlegen, was man irgendwie für eine Milliarde Views zahlen müsste, wenn man das als ad schalten würde, ja. Und dadurch kamen dann sehr viele Leute natürlich auf mich zu, also Galeristen, Kunsthändler, Kaufinteressenten, andere Medien, Leute vom ZDF heute Journal.
15:30 Tim Bengel: Also dann kamen sozusagen in der Welle die, die auch die ganzen klassisch.
15:35 Virale Kunst und Reichweite
15:35 Feliks Eyser: Die Lawine dann ging die Lawine los, und wenn wir mal doppelklicken auf diesen Moment, wo du viral gegangen bist, jetzt im Nachhinein. Was glaubst du warum haben deine Videos so gut funktioniert? Jetzt kann man sagen das war eine Plattform die noch up and coming war vor 10 Jahren Facebook, dann war es ein Format was Up and Coming war Video wahrscheinlich heute wie linkedin Video zum Beispiel ist noch neu, wird von der Plattform gepusht und dann würde ich sagen wird es auch ein sehr gutes Talent das Video so zu designen, dass die Leute über diese Hook sehr gut reingezogen werden, würde man heute wahrscheinlich sagen, guter Hook quasi der Moment wo du das Bild Aufklappst der Sand fällt runter so das ist dein dein Signature Moment den dann. Hunderte von Millionen, vielleicht Milliarden Leute gesehen haben. Was würdest du sagen, was sind sonst Faktoren, die dazu geführt haben, dass das damals so gut funktioniert hat?
16:20 Tim Bengel: Also das eine ist, dass es wirklich selfmade awesome, also gerade die ersten Videos, die waren halt wir hatten da keine professionelle Kamera oder so und ich glaube da gab es das auch keine, weiß nicht, wir haben halt irgendeine Handykamera oder so genommen und und haben dann einfach wirklich so ein Kumpel von mir damals, der Micky hat das erste Video. Gemacht noch wo er selber so eine Intro spricht und so. Hey Leute, ich bin der Micky, ich bin hier gerade bei meinem Kumpel Zimmer im Atelier komm wir gucken dem Mal über die Schulter und dein.
16:49 Feliks Eyser: Atelier war quasi das Kinderzimmer oder ich hatte.
16:51 Tim Bengel: Nämlich immer damals noch das Kinderzimmer. Ja, also ich habe da noch zu Hause gewohnt, 2. Ja, da war ich so Anfang 20 irgendwie oder mein Studienzimmer, wie auch immer, und dann habe ich halt da das so ein Bild enthüllt oder fertiggestellt und das hat halt der The Viewer überhaupt natürlich nicht erwartet, also der denkt immer, OK, irgendjemand erzählt mir da jetzt eine Geschichte. Und dann kommt da so ein 2 Meter Kunstwerk dabei raus und das passiert halt alles innerhalb von 15 Sekunden und.
17:17 Feliks Eyser: Der Überraschungsmoment.
17:18 Tim Bengel: Genau dieser Überraschungsmoment. Deswegen hat das halt gut funktioniert und da muss ich sagen, da bin ich selber auch eine Falle getappt. Tatsächlich, weil irgendwann habe ich ein bisschen mehr Geld verdient und habe mir dann auch richtig professionelle Videografen an die Seite gestellt und so weiter und dann sind meine Videos nicht mehr viral gegangen, weil ich bald dann halt so. So ein Video Perfect Color Gegraded ist und perfekter Schnitt hat und so weiter und dann auch super mit Musik unterlegt ist. Dann dann gucken die Leute es eine Sekunde an und denken OK es ist irgendwas kommerzielles dahinter und scrollen weiter.
17:54 Moritz Blees: Das bedeutet, Tim, du dir ist aufgefallen in der Content Produktion. Du willst diesen backstage Moment würde ich jetzt mal nennen haben ne, also du willst dieses Gefühl du bist gerade mit dem Künstler im Atelier und gerade wird das erste Mal ein neues Kunstwerk revealed.
18:08 Tim Bengel: Genau, man ist einfach authentisch bei diesem Moment dabei.
18:11 Kunstpreise und Nachfrage
18:11 Moritz Blees: Na krass. Und du hast eben geredet von wirklich wahnsinnigen Reichweiten, die du hattest. Jetzt hatten wir hier im Podcast auch schon mal das Thema von der Dubai Schokolade, die ja auch brutale Reichweiten hatte, aber gar nicht das Inventar um das irgendwie bedienen zu können. Und wie komme ich jetzt von dem Moment, also ich mein, du bist jetzt freischaffender Künstler aus, alle Leute sehen dir dazu zu, wie du ein Bild revealst zu wie verkaufe ich denn jetzt eigentlich Bilder und wie stelle ich die Geschwindigkeit eigentlich her?
18:35 Feliks Eyser: Und vielleicht mal kurz zum Einordnen. Für was verkaufst du denn ein Bild damals und heute? Also was musst du da, was musst du da auf den Tisch legen aktuell?
18:43 Tim Bengel: Damals, also damals, waren es vielleicht wenige 1000€, also vielleicht so ab 2000,00€ 5000€ so, wo das da damals losging. Das ist eigentlich gab es ein paar paar Meilensteine, sage ich mal, wo die Preise dann gestiegen sind. Also es kam dann wirklich an einem Tag, ich habe da noch einen Tag in Erinnerung, da kamen 600 e Mails in mein Postfach, also mit Kaufanfragen, mit Interviewanfragen und so weiter und ich als ordentlicher Schwabe, ich will ja immer Inbox Zero, ich versuche, die alle zu beantworten. Also wirklich. Und dann habe ich halt. Wirklich so? Bei jeder e Mail, bei jeder e Mail mal 1000€ mehr,
19:23 Feliks Eyser: mal gucken ob die auf antworten so.
19:26 Tim Bengel: Kann man es natürlich machen, aber irgendwann habe ich halt gemerkt, ja, ich sitze hier wochenlang am E. Mails beantworten, ich komme gar nicht mehr zum Kunstmachen. Also ich muss jetzt irgendwie auch das bisschen ignorieren, auch wenn das für mich auch unhöflich, also keine Ahnung auf eine E Mail nicht zurückschreiben ist für mich
19:44 Feliks Eyser: ja auch ein bisschen unhöflich damals gewesen, aber.
19:47 Tim Bengel: Aber es geht dann halt einfach irgendwann nicht mehr und es waren dann halt ein paar Paar Anfragen, die ich mir rausgepickt habe. So eine Ausstellung in Asien, die haben dann aber zum Beispiel gemeint, Hey Tim, wenn wir deine Bilder jetzt auf einer, ich glaube, das hieß Art Art Kuala Lumpur oder so eine Kunstmesse in Malaysia, wenn wir die da ausstellen, dann muss dein Bild aber mindestens $20000 kosten, weil sonst lohnt sich das für uns nicht, der ganze Shipping, der Aufwand und so weiter und.
20:17 Feliks Eyser: Dann hast du gesagt, Ey, ihr habt Glück. Mein Bild kostet genau $20000 oder wie bist du vorgegangen? Preise?
20:23 Tim Bengel: Ja, dann haben wir die Preise dahinter angepasst und das Gleiche ist dann noch mal so ein Jahr später oder 2 Jahre später passiert, wo ich dann eben die Anfrage aus New York hatte, da eine Ausstellung zu machen. New York ist dann noch mal teurer und da sagen die Halt, oder da hat der Galerus damals gemeint unter 40000€ oder Dollar pro Bild lohnt sich das für ihn nicht eine Ausstellung zu machen. Und dann hast du gesagt, Mal 40000.
20:47 Feliks Eyser: Heutzutage würdest du auch sagen, also auf jeden Fall mehrere 10000€ pro Bild. Hast du schon mal 1 im sechsstelligen Bereich verkauft?
20:55 Tim Bengel: Ja, ein Bild wurde auch schon im sechsstelligen Dollarbereich verkauft.
20:59 Feliks Eyser: Ja, krass hört man ja auch, dass es Künstlern schwer fällt, wenn die einmal krass gehyped sind und dann plötzlich sechsstellig pro Bild sind und dann mal kurz die Nachfrage runter geht, die echt ein Problem kriegen. Und Künstler deswegen oft probieren oder Galerien den Preis niedrig zu halten. Dass die oft gar kein Interesse haben, dass es ein Sekundärmarkt gibt von super teuren Bildern, weil die das eher unter Kontrolle kriegen wollen und ein langsameres, nachhaltigeres Wachstum im Preis erreichen wollen, habe ich mal von einem Galeristen gehört.
21:27 Tim Bengel: Und ja, da gibt es Geschichten, also dass da von von einem Künstler, den habe ich auch mal kennengelernt, der war zwischen, ich glaube, in den in den Zehner Jahren oder so, so als Super Star, neuer Basquiat und so weiter schon. Verschrien. Und dann hat am optionsmarkt, Ich glaube, sein Rekord war 300 $400000 Pro pro Bild und ist dann wieder richtig gedroppt, also auf unter $10000 so niedrig das halt auch nie, also niedriger als seine Preise in der Galerie, und das ist natürlich voll schade für den Künstler, weil der Künstler im Endeffekt, der sitzt halt im Atelier und malt seine Bilder und die die Marktmechanismen, die drehen halt irgendwie crazy und. Duschen den hoch und lassen den wieder fallen. Und irgendwann sitzt er halt im Atelier und kriegt dann nicht mal mehr für $5000 sein sein Kunstwerk los und der hatte da wirklich psychische, auch Probleme damit, obwohl er gar nichts dafür konnte. Das war einfach so eine externe Marktmächte, das ist ein bisschen bisschen schade, naja, deswegen aber gut, da habe ich dann damals bin ich dann nach Asien gegangen, man muss auch ehrlich sagen, dass in den ersten Jahren ich in Deutschland. Nicht so wirklich ernst genommen wurde oder nicht für so interessant befunden wurde. Da habe ich mir echt so Sprüche anhören müssen, wieso ein echter Künstler der malt mit Öl ein echter Künstler, der ist nicht auf Instagram und so weiter also der war richtig oldschool und man wollte von allem neuen überhaupt nichts wissen, da waren einfach so Märkte in Asien und in den ja in den USA, die waren da voll offen dafür. Ja und deswegen bin ich auch. Ist dann 2017 schon nach New York gegangen und hatte da meine eigentlich meine erste große Ausstellung, also eine Soloshow, wo dann, ich glaube so 1011 Bilder von mir hing.
23:17 Feliks Eyser: Auch von Galeristen, der dich angeschrieben hat über die Presse das mitbekommen hat, gesagt hat, Hey, komm was.
23:22 Tim Bengel: Vorbeibekommen es war, glaube ich, ja 2017 und 2017 wurde ich auch von Instagram eingeladen, nach San Francisco ins ins Headquarter, weil anscheinend mein Video glaube ich. 2016 oder 17 das Drittmeist Geguckte Video war auf der Plattform Holy Shit, also auf Facebook, damals noch, naja, das war schon ganz gut und dann hatte ich halt, war das auch eine gute Show damals 2000 im September 17, da kamen auch Leute zum Teil aus Südamerika nach New York eingeflogen, weil Social Media kennt ja keine Grenzen, also das war wirklich, ja, Leute aus der aus der ganzen Welt, wirklich dann dann da und. Und auch Menschen, die davor noch nie in der Galerie waren, die haben gemeint, Hey, sie haben sonst diese, diese, diese Angst über diese Türschwelle so zu zu schreiten, weil viele Menschen, die denken dann, sie kennen sich nicht gut genug mit Kunst aus, und da sind dann diese böse guckenden Galeristen drin, und die urteilen dann immer.
24:26 Feliks Eyser: Da stehen keine Preise. Du traust dich nicht.
24:28 Tim Bengel: Genau da stehen keine Preise dran und so. Also das ist. Also du bist überhaupt nicht niedrigschwellig dieses dieser Kunstmarkt. Und da haben dann viele gesagt, Hey Tim, dank dir, weil du das so offen kommunizierst. Auf Social Media habe ich mich jetzt zum ersten Mal in meinem Leben in eine Galerie Reingetraut krass, und das ist war auch, war auch ganz schön und.
24:48 Feliks Eyser: Jetzt hast du diese ganze Nachfrage. Millionen von Leuten die dich sehen, Presseartikel, Leute fliegen nach New York um deine Bilder zu sehen, aber du kannst nur eine Handvoll produzieren. Wie hast du damals drüber nachgedacht und auch weitere, ich sag mal Produktkategorien dir zu überlegen.
25:07 Tim Bengel: Ja, also ich wusste eigentlich von Anfang an, dass ich halt diese Sand und Gold arbeiten nur selber machen möchte. Also da will ich jetzt nicht wie manche Künste, die machen sich halt dann irgendwann so eine Werkstatt. Auch gab es ja schon vor vor ein paar 100 Jahren das so ein Rembrandt, so ein Rubens, die hatten dann halt wirklich viele Angestellte. Und haben dann nur noch die Konzepte entwickelt und die, die die Schüler haben das dann im Endeffekt gemalt. Na ja, es kam dann also, weil ich halt sehr in diese Sand und Goldschublade so ein bisschen drin gesteckt bin, habe ich gesagt, OK, ich will da ein bisschen raus, habe dann da bei der Factory Berlin ja diesen Friedhof aufgebaut, vielleicht haben der ein oder andere den gesehen, also da ging es dann eher um das, also die Frage, die ich mir gestellt habe, wie schaffe ich so meinen eigenen Lebensweg zu hinterfragen, und da gibt es eben so ein philosophisches Gedankenexperiment. Wo man sich in seinen eigenen Tod reindenkt oder im Buddhismus sogar auch rein meditiert. Schon in seinen verwesenen Körper und dann auf sein Leben zurückguckt und guckt, wie will ich eben meinen aktuellen Lebensweg vielleicht ändern oder weiter behalten, damit ich am Ende, wenn ich gehe, zufrieden damit bin und meine Überlegung, wie ich das am besten Visualisiere, aber eben einen Friedhof nach Berlin Mitte zu bauen, wo dann 100 verschiedene ja sozusagen. Mögliche Fazits liegen, wieso ein Lebensweg gelaufen sein könnte und man konnte da wirklich drüber laufen vor jedem Grabstein oder vor jeder Marmorplatte kurz vorbei und überlegen liege ich da drunter oder nicht und da mein Lieblingsstein ist i was of Ray to create also ich hatte Angst Dinge zu erschaffen und das ist für mich halt so voll das schöne Mahnmal, weil ich mein auch als Unternehmer oder als Künstler oder eigentlich. Ja, wahrscheinlich. Jeder Mensch hat von einem neuen Projekt immer auch Angst. Angst, dass es sich nicht rechnet, Angst, dass es vielleicht die Presse schlecht darüber schreibt oder irgendwas schief geht, einfach, und das würde ich halt am Ende nie sagen wollen, dass ich sage, OK, diesen einen Traum habe ich nie probiert, weil ich Angst hatte, und da gibt es, ich glaube.
27:14 Feliks Eyser: Das war einer der Sprüche. Und es gab noch mal 99 andere. Genau. Und die hat wirklich in einer, in einer Nacht und Nebelaktion. Ich erinnere mich, war auch in Berlin, hab dir diesen Friedhof gebaut und hab da jede Blume eingepflanzt nachts mit so. Ja, das war voll Flamme.
27:28 Tim Bengel: 10000 Blumen, die ich gekauft hab, um diesen Friedhof anzulegen, wo zwischendrin diese 100 Marmorsteine waren. Es war erstmal auch.
27:36 Feliks Eyser: Spezielle Blumen, du bist ja da auch sehr detailorientiert. Dann gab es die Blumen irgendwie nicht, dann musstest du also, wie war die Geschichte?
27:41 Tim Bengel: Das waren so Erikablumen, also typische, ja friedhofsblumen, die man so kennt. Und ich hab gedacht, OK, die gibt es 2 dreifarbig und eigentlich dachte ich, wenn ich 10000 Stück hab kann ich die ja wie Pixel verwenden und hab dann 2 Farben bestellt und die so angeordnet, dass man wenn man von oben auf den Friedhof guckt, dann war das halt ein riesiger Totenkopf und das war. Also du hast das schon wieder, ich, ich. Ich hab das Gefühl, du hast das auch
28:06 Feliks Eyser: schon wieder aus dem Video heraus gedacht, also wie sieht der der Droneshot aus?
28:11 Moritz Blees: Wollte ich auch gerade sagen, das ist doch schon wieder viral Content.
28:16 Tim Bengel: Ja, ist auch viral gegangen. Also es haben auch auf der ganzen Welt Magazine darüber berichtet, waren viele Leute vor Ort und die Leute vor Ort haben sich um den Friedhof tatsächlich gut gekümmert. Also ich dachte eher, da ist mitten in Berlin vandalismusgefahr, aber es ging so weit, dass die die Anwohner sogar das Laubwerk gemacht haben, also ohne dass ich das mit denen abgesprochen hätte, aber die fanden es dann auch so gut und ich habe am Anfang. Ja, auch gar nicht mein Name an diese, an diese Installation geschrieben, weil ich wollte, dass das mal für sich wirkt und weil mit diesen Sachen davor, da gab es einfach viele Leute, die fanden mich gut, paar Leute, die fanden mich einfach einfach ja per se schon mal schlecht und ich wollte, dass jeder mit frischen Augen sozusagen auf dieses Kunstwerk guckt, und dann konnte ich mich wirklich daneben in die Factory, auch in das café reinsetzen und den Leuten so zuhören, was sagen die über das Kunstwerk und? Manche haben gemeint, das ist so ein riesiger QR Code, den muss man mit der Drohne abscannen und dann ist man auf irgendeinem Rätsel Programmierer. Ja genau, andere haben gemeint, das ist irgendwie eine Marketingaktion von der Berlin Art Me, die auch parallel stattgefunden hat und so daran gedacht für eine.
29:27 Feliks Eyser: Relation vom vom lokalen Bestattungsunternehmen.
29:30 Tim Bengel: Ja, vielleicht auch das. Also es gab danach auch Bestattungsunternehmen, die ja ein paar Grabsteine in ihren Showrooms aufgehängt hatten. Weil die das auch gut fanden, dass man mal irgendwie über das Thema Tod offen spricht oder da zumindest drüber nachdenkt.
29:45 Der goldene Avocado-Bagel
29:45 Feliks Eyser: OK und heißt in der Produktreise große Bilder. Das waren die erste Formate, Sand und Gold, 2.2. Medium, Grabsteine, Grabsteine auf Marmor wie ging es weiter? Wie ging es weiter?
29:59 Tim Bengel: Also ja, stimmt, danach kam eigentlich ja, wollte ich mich mehr mit dem Thema auseinandersetzen und ich. Interessiere mich ja schon auch für Gesundheit. Für Ernährung können wir später vielleicht noch mal drüber reden, aber was mich auch interessiert hat, war dieser Hype um die Avocado, weil die Avocado, die war halt auf einmal überall und als ich ein Kind war, kannte ich noch überhaupt gar keine Avocado. Also und heute ist halt in keinem Hipster café noch die Avocado wegzudenken und irgendwie Avocado Toast, was auch immer 12000000 Beiträge ist halt wieso ein Statussymbol geworden. Da habe ich dann, dachte ich, okay auf dieses Statussymbol setze ich noch mal einen drauf und mache den teuersten Avocadobagel der Welt. Habe mir einen echten Avocadobagel zusammengestellt und den 3 d gescannt und dann wieder eine Negativform anfertigen lassen und da einfach Gold reingegossen im Endeffekt, ich glaube 7 oder 8 Kilo massivgold und alles haben wir dann polieren lassen von. Von von der Firma Kussmaul die macht eigentlich für Rolls Royce diese Kühlerfiguren, diese Emelies, also da auch wirklich ihr bestes Handwerk drin. Dann haben wir jetzt so ein totalen, funkelnden, 78 Kilo schweren Avocado Bagel aus 27 teilen, also man kann den immer frisch belegen.
31:20 Feliks Eyser: Was für eine Versicherung brauchst du, um mit dem Ding unterwegs zu sein? Wenn es 78 Kilo Gold sind und was für ein Security Konzept und mit wieviel Bewaffneten ist ist Secret Service Agents? Bist du da?
31:30 Tim Bengel: Ja, das ist das. Hauptproblem bei dieser ganzen Geschichte also der wurde bisher zweimal ausgestellt, einmal in Berlin während der Art Week, da hatten wir gedacht, OK, ich stell den jetzt nicht langweilig in irgendeine Galerie, sondern wir haben das Avocado, wie hieß es noch mal? Avocado Show, Cardo Club, Avocado Club, Avocado, so ein Restaurant, das eben nur Avocado Gerichte hat, also total auf dieser Hipsterwelle schwimmt, das hatten wir komplett gemietet für eine Woche und da dann einfach diese. Eine Vitrine anfertigen lassen von den Leuten, die eigentlich für die Kronjuwelen die Vitrinen bauen und haben da den Avocadobagel reingestellt und da gab es dann halt jeden Tag konnte man den besuchen, abends gab es Events mit irgendwie echten Avocadobagels und da hatten wir auch schon, also das war auch schon nicht ohne, also da war da waren anscheinend auch so Speer da vom Remo Clan oder von irgendeinem.
32:23 Feliks Eyser: Klar, Fragen hattest du da Angst, dass da irgendwie so n paar schwere Jungs aus Neukölln mal anrücken und sagen, Hey, den Bagel, den hätte ich jetzt aber mal gerne.
32:29 Tim Bengel: Ja, da waren mit da waren welche da. Also wir hatten Security da und es kam dann ja 22 Männer rein, die sich wirklich mehr für die Sicherheit der Vitrine interessiert haben als für den für den Bagel. Die haben wirklich gefragt, ja wie ist denn das gesichert, kommt der Alarm wenn man jetzt dagegen kommt und so weiter und irgendwann sind die rausgegangen und. Unsere Security hat die dann bisschen verfolgt, die sind dann so eine um eine Ecke weiter und die sind dann so eine in so eine schwarze Limousine mit mit Google Scheiben Scheiben eingestiegen und weggefahren, aber ist da nichts passiert. Aber ich hier noch mal kurz für für mich als als als Marketing ne.
33:06 Moritz Blees: Also ich habe das jetzt eben mal parallel gegoogelt, ein 7 Kilo Goldbagel beim aktuellen Goldpreis kostet 720000€ Materialwert. Und ich könnte mir vorstellen, dass auch hier das Medienecho natürlich gewaltig war. Ne, wenn jemand so ne Aktion macht und das ist ja quasi die dritte Aktion, die schon irgendwie auf den Medienimpact. Und auf die, die auf das, was es so medial mit der Welt machen wird, optimiert war, könnte man jetzt Böserweise sagen. Hast du auch so gedacht oder ist es für dich auch mittlerweile einfach Teil deiner Kunst, das Medienecho mitzudenken?
33:44 Tim Bengel: Na ja, eigentlich ist es eher so, dass ich erst mal die Idee an sich hab und dann im zweiten Schritt überlege, OK, wie kann man das gut kommunizieren, weil ich mein, wenn ich ein Kunstwerk mach und es wird von 0 Leuten gesehen, dann dann kann es das beste Kunstwerk der Welt sein. Aber ja, es erreicht einfach nichts.
34:03 Feliks Eyser: Gehört für dich die Reichweite zur Kunst? Ist die Reichweite ein Teil Teil des Werks?
34:07 Tim Bengel: Naja, in gewisser Weise muss es auf jeden Fall wahrgenommen werden, das das Werk, man muss da ja man muss da irgendwie eine Mitte finden, weil es gibt auf der anderen Seite auch auf Instagram schon wirklich schlechte Sachen, die Millionen von Leuten erreichen, weil die einfach ja gut dargestellt werden, was aber keine hohe Kunst ist. Und auf der anderen Seite gibt es wirklich tolle Künstler, die Wissen nicht wie. Wie sie sich richtig auf Social Media präsentieren und haben irgendwie 500 Follower. Und da darf das Pendel, glaube ich, jetzt in keine Richtung zu stark ausschlagen.
34:42 Das Filderkraut-Festival
34:42 Feliks Eyser: Genau um es produktseitig noch zu Ende zu bringen, erzähl noch mal von Deiner von deiner anderen Skulptur.
34:49 Tim Bengel: Ja, es ging dann eigentlich schon während dem während ich den Avocadobagel gemacht habe. Habe ich mir überlegt, warum wir als Gesellschaft so starkes Spotlight auf diese Superfoods, auf diese tropischen Superfrüchte legen? Avocado, goji, Beeren, Chiasamen und so weiter wenn wir auch so tolle, ja heimische Gemüse, Obstsorten, ja Samen so was wie Leinsamen und so weiter haben und habe gesagt okay das nächste als nächstes Highlight ein lokales Superfood und habe mich da halt auf Kraut festgelegt. In Stuttgart oder um Stuttgart rum wächst halt Filderkraut. Das ist der der größte Spitzkohl der Welt. Kann ich glaub so bis zu 15 Kilo wiegen und der wurde hier von anscheinend von Mönchen vor 400 Jahren kultiviert. Die Filderebene wo ich eben bin ist halt sehr fruchtbarer. Boden deswegen konnte der Krautkopf überhaupt zu groß werden. 15 Kilo und es war bis zu den Weltkriegen eine richtige Spezialität. Also es gab eine eigene Eisenbahnlinie von den Fildern nach Stuttgart Mitte, um einfach dieses Wort genau den Krautfrisch in die Stadt zu bringen. Es ging bis bis nach Paris, als Delikatesse wurde Filderkraut verkauft und auch der König Wilhelm, der Ich glaube, der zweite hatte einen eigenen Hoflieferanten nur für Filderkraut. Also es war richtig, ein richtig krasses Ding, bis Kraut, dann ein bisschen rufschädigend, ja eine Rufschädigung hatte, weil nach den Weltkriegen das das einzigste Essen war, dass sich die Leute noch leisten konnten. Also es war dann so das arme Leute essen und wo die Leute dann wieder Geld hatten wollte natürlich keiner mehr arme Leute essen haben und jetzt kommt so ein bisschen wieder mit ja weil alle auf ihr Mikrobiom achten und dann natürlich gerne Kimchi und Sauerkraut Essen und. Und ich wollte einfach ja Kraut wieder eine Bühne geben. Hab dann mich mit dem mit dem StadtPalais, das ist so das Museum für Stadtgeschichte in Stuttgart zusammengetan, und wir haben das Superkraut Festival ins Leben gerufen und ich hab bei.
36:52 Feliks Eyser: Superkraut Festival Du hast gesagt, wir müssen das jetzt zurückholen aus der Versenkung das Kraut, wir müssen uns wieder an die königliche Position bringen, wo es mal war, und das ist ein Festival veranstaltet zu ehren. Vom vom Kraut.
37:03 Tim Bengel: Genau in die königliche Position. Das fand in dem Alten, in dem alten Haus vom König statt. Also das StadtPalais ist das alte Stadtresidenz vom König Wilhelm dann also ich habe dann 15 Künstlerinnen und Künstler eingeladen, also wirklich auch große Namen dabei, wir haben alle extra für dieses Superkraut Festival Kunstwerke erschaffen, nicht alle zum Thema Filderkraut, sondern. Manche zum Thema Rosenkohl oder Brokkoli oder Chloe weiß hat ein Selbstportrait mit Grünkohl gemalt und da gab es dann eben eine Kunstausstellung, da wurde jeden Tag frisch gekocht, also da war dann von Ricky Sovert der erste vegane Sternekoch Europas, hat einen Tag gekocht oder Johann Lafer hat einen anderen Tag gekocht. Es war auch der einzige, der einen Nachtisch mit Kraut hingekriegt hat, der hat so eine Art Blumenkohl Eiscreme gemacht und. Ja, vor dem im Museumsgarten haben wir also, der ist ja mitten in Stuttgart, haben wir ein Spitzkohlfeld gepflanzt, zusammen mit Gemüsering, die die Ausstellung gesponsert haben, und dann haben wir wirklich gute Fildererde genommen, so eine Art Hochbeet, angelegt in den Museumsgarten und haben da so bestimmt, so 200 Krautköpfe gepflanzt, zusammen mit Schulklassen, und dann haben wir uns irgendwann gesagt, ja, wir wollen noch was schaffen, das bleibt, weil dieses Festival, diese Ausstellung ist ja irgendwann vorbei und. Wir machen das eine Hommage als Public Skulpture für das Filderkraut und da habe ich mich dann mit verschiedenen Materialien auseinandergesetzt und mich dann im Endeffekt für Edelstahl entschieden, weil Edelstahl klar, das ist erst mal wetterfest, das rostet dir nicht weg und wenn du das halt richtig polierst und schleifst, dann hat es halt eine total schöne Oberfläche, wo sich halt die Architektur. Der Himmel, die Menschen, alle spiegeln sich darin halt wider.
38:50 Feliks Eyser: Wir blenden es ein. Für die für die Zuhörer kommt ein Stream auf youtube oder schaut es euch auf Spotify an. Tim kann das mal einblenden, das Kunstwerk, dann kann man es hier.
38:57 Tim Bengel: Sehen genau. Und weil ich mir dachte so, es gibt so viel Kunst im öffentlichen Raum, die überhaupt nicht wahrgenommen wird, da hab ich gedacht, nee, wenn ich Kunst im öffentlichen Raum stelle, dann mach ich das ja für die Menschen auch gewisser Weise für den Platz, für die für die Stadt, und hab mir da eher dann ein bisschen geguckt. Weil dieses Edelstahl war in Deutschland nicht so wirklich verbreitet. Das ist eher eine eine amerikanische Sache, da gibt es ja von Anish Kapoor in Chicago zum Beispiel diese, diese Riesenbohne, und die hat ja total was mit der Stadt gemacht, und da sind, wenn du die Rokasa sich.
39:29 Feliks Eyser: Spiegeln in der Oberfläche thalbohne.
39:30 Tim Bengel: Und wenn du da die, wenn du keine Ahnung mit Chicago Googelst, dann kommen wahrscheinlich 50% der Fotos hin wahrscheinlich diese Bohne zu sehen und deswegen habe ich da das auch Edelstahl als Material genommen, eben im. Form von dieser, von diesem Spitzkraut. Was aber so abstrahiert ist, es kann halt auch ein Tropfen sein oder eine Träne. Also das ist einfach auch eine schöne geometrische Form.
39:53 Feliks Eyser: Und also jetzt so aus der Marketing Perspektive ist ja so Storytelling und Vermarktung schon wieder 10 von 10 du sagst erstens so Underdog, Underdog Story, Wir nehmen das Kraut, das ist da nach dem Krieg PR mäßig unter die Räder gekommen wir wir heben das jetzt wieder. In den alten Ruhm hoch findet erstmal jeder gut, dann veranstaltest du das Festival, wie jeder sagt, Okay ist er verrückt. Nachwuchskünstler startet Superkraut Festival, dann holst Du die ganzen anderen Künstler dazu, was ja noch mal die Legitimität unterstreicht. Noch mehr Reichweite bringt, noch mehr PR bringt, weil 15 Künstler werden wahrscheinlich mehr gecovert als einer so in etwa macht es ja auch ein bisschen unabhängiger von dir und sagst dann am Ende, hey wir brauchen noch was was bleibt und das ist meine Skulptur und damit zelebrieren wir das ganze Ding, also phänomenal Und i Tüpfelchen war noch das das Trikot.
40:43 Tim Bengel: Also ich habe mir überlegt wie kann. Man es über. Die, wie kann man noch mehr Leute mit dem Thema Kunst beziehungsweise Kraut erreichen und habe mich dann mit dem VfB Stuttgart zusammengetan und wir haben diesen, das kennt vielleicht jeder, wenn er so ein Rotkraut in der Mitte durchschneidet, dann sieht man am besten diese wirklich schönen Strukturen, diese. Weltmaserung so. So eine Maserung genau und wir haben diese Krautmaserung eben auf ein Bundesligatrikot gebracht. Aber in meinen Farben, also wie ich meine Kunstwerke mache, in Schwarz, Weiß und Gold, haben dann noch mit einem goldenen VfB Wappen und goldenen Punkten, also eben diese 3 Farben sehr edles Trikot gemacht.
41:22 Feliks Eyser: Wenn du erzählst, ja, dann bin ich zum VfB gelaufen und haben uns das überlegt.
41:26 Moritz Blees: Wie also wie machst du das denn?
41:28 Feliks Eyser: Rufst du da bei der Hotline an, stehst du da vor der Tür, sagst.
41:31 Moritz Blees: Also genau weil also Tim, das klingt bei dir ja alles immer so so so einfach ne, aber du hast in den letzten 30 Minuten hast du ja hier quasi von 3 Virals erzählt, wo du 5 verschiedene Stakeholder aus 3 verschiedenen Kontinenten zur Aktion gebracht hast. Ne? Also wie wie machst du das?
41:48 Tim Bengel: Ja, also ich versuch einfach offen. Also ich rede auch dann immer offen über meine Ideen, also ich. Keine Ahnung, wenn ich da jemanden von VfB kennenlerne, dann rede ich halt über über Superkraut und dann irgendwann sagen die halt ja, lass doch mal was zusammen machen und dann dann ergibt sich das und das war auf jeden Fall krass. Also ich hätte, ich hätte das nie nie gedacht, da waren insgesamt wir haben das Trikot, ging dann irgendwann online, da waren dann 100000 Leute in der online Warteschlange für knapp 2000 Trikots die es gab und es war irgendwie nach 10 Minuten nach online. Shop Eröffnung war es für einen dreifachen Preis auf Ebay schon wieder. Also da gab es dann irgendwie diese Flipper, was nicht so cool ist, aber da hat man einfach gesehen, dass es dann doch so ein so ein Thema ganz gut ankommen kann. Und ja, das war jetzt so noch eine Geschichte zum Thema Kraut, irgendwie. Ah ja, es gab da noch eine kleine Limited Edition, es haben echt viele Leute gefragt, Tim, kann ich diesen diesen Krautkopf auf zu Hause bestellen und da habe ich dann. Diese, so n, das hab ich dann zum ersten Mal gemacht, so n 24 Stunden Drop. Wo ist die erste Uhr gemacht?
42:59 Feliks Eyser: Die Skulptur ist, wie groß ist die irgendwie 23 Meter hoch wahrscheinlich. Hier die ist so zweieinhalb Meter. Und die dann Limited Edition Drop für zu Hause.
43:06 Tim Bengel: Das war ja so 40 Zentimeter groß.
43:09 Feliks Eyser: OK, im Grunde die gleiche Skulptur fürs Wohnzimmer.
43:13 Moritz Blees: Ja, dann aber industriell gefertigt quasi.
43:15 Tim Bengel: Na, das war der gleiche Hersteller, also die, die steckt halt sehr viel Handarbeit in so einer Skulptur. Die ist zwar erst mal der Rohling, ist 3 d gedruckt aus Edelstahl, da hast du diese, diese Schweißraupen sozusagen, und die muss man alle von Hand abtragen, ja schleifen und polieren und es braucht bei so einem selbst bei so einem Kleinen braucht es ungefähr 2 komplette Arbeitstage von ja von so einem Experten. Was schon die Herstellung, ich glaube, das waren knapp 3000€, was so ein kleiner Krautkopf in der Herstellung gekostet hat. Und da habe ich mir natürlich überlegt, okay, ist das überhaupt ein Artikel, den man online droppen kann und ich habe es dann einfach mal gemacht und es lief besser als gedacht, tatsächlich.
44:00 Feliks Eyser: Was heißt?
44:02 Tim Bengel: Das ich hatte ja gar keine Erfahrungswerte. Ich dachte so okay. Mindestens will ich 10 verkaufen, weil einstellig. Wird irgendwie peinlich. Also ich habe es dann. Für 5000 retailpreis 5000€ ich habe für. 5000€ angeboten dachte 10 unter 10 wird peinlich 20 wäre schon mal ganz cool und sind am Ende 30 geworden und ich hatte den Onlineshop ja nur 24 Stunden offen und habe 30 Exemplare verkauft und das sind ja auch. Also ich denke dann auch das sind also sind sehr interessante Menschen. Unter den unter den Käufern nicht nur Schwaben, sondern auch eine Amerikanerin, eine Französin, Berliner, auch Leute aus Hamburg. Und das ist dann auch gut, die persönlich kennenzulernen.
44:46 Galerien und der Kunstmarkt
44:46 Moritz Blees: Sehr geil. Also ich bin immer noch so ein bisschen, also bisschen baff, einmal im Sinne von, also mein Verständnis ist wie früher Kunst funktioniert hat. Dass der Galerist sowohl quasi die Aufmerksamkeit für den Künstler schafft als auch quasi die Nachfrage bedient, also wirklich das Produkt handelt. Und jetzt ist es ja so, dass du die Aufmerksamkeit für dich und deine Kunst ja selber generierst und das auch besser als die meisten Galeristen das vermutlich könnten über soziale Medien. Insofern würde mich jetzt mal interessieren in dieser Wertschöpfungskette, welche Rolle nehmen denn für dich noch Galeristen ein, weil du hast vorhin gesagt, du arbeitest ja noch mit Galerist. Ja genau, also.
45:27 Tim Bengel: Ich meine, Galeristen sind immer noch wichtig. Also du kommst zum Beispiel ohne eine Galerie nicht auf eine Kunstmesse, das wissen vielleicht auch manche Leute nicht auf so eine weiß ich nicht auf so eine Kia in Korea oder eine Art Miami oder eine Art Baselregal, welche Kunstmesse da bewirkt sich nie der der Künstler, sondern immer die Galerie und die Galerie bestimmt dann, welche Künstler sie mitnimmt.
45:46 Feliks Eyser: Warum ist es wichtig, da zu sein?
45:48 Tim Bengel: Ja, also das kann ich, das stelle ich auch in Frage, ehrlich gesagt, ob man da da sein muss, das ist einfach so ein. Das ist so ein Zirkus, der zieht halt von Stadt zu Stadt. Und da treffen sich halt die Leute zum Champagnertrinken und werden. Sicherlich ihren Käufern.
46:03 Feliks Eyser: Valerien bringt die Käufer mit und die Sammel Leute, die sehen wahrscheinlich.
46:06 Tim Bengel: Partieze gemacht und gesehen und gesehen werden, das ist halt ja, das ist im Endeffekt auch wahrscheinlich ein Marketingtool und natürlich auch Prestige, also die Messen haben verschiedene Prestige Level, wo man sagt Okay die Art Basel ist ganz oben. Hat das größte Prestige. Danach kommt vielleicht die Frieze, dann die Kiaf und so weiter also da gibt es dann und dann gibt es auf den Messen selber auch wieder, wer hat welchen Platz, also bist du eher im Center der Messe, bist du eher eine Randposition? Ja, das ist so irgendwie so Codes die es da gibt.
46:43 Feliks Eyser: Dafür arbeitest du mit Galerien noch zusammen oder wie? Wo arbeitest du mit Galerien zusammen, wo nicht? Wenn.
46:48 Tim Bengel: Ja, ich mache das Projekt abhängig. Also es gibt Künstler, die geben sozusagen eine Galerie mehr oder weniger eine Vollmacht oder eben eine Exklusivität, wo man sagt, OK, alle meine Bilder könnt ihr nur über Galerie XY kaufen und das ist für mich halt irgendwie nicht mehr so zeitgemäß, weil das ist halt auch ein Risiko. Was mache ich, wenn die Galerie XY nicht funktioniert oder was ist, wenn auch, es sind ja auch nur Menschen, was ist, wenn die Persönliche eine Depression haben oder was auch immer und? Und dann gibt es da Verträge, wo du da zum Teil 10 Jahre gebunden bist, wo man sich den Rausklagen muss und so weiter deswegen finde ich es für mich charmanter zu sagen, OK, ich habe zum Beispiel Lust, eine Ausstellung wo auch immer zu machen. Dann gucke ich, gibt es da eine Galerie, mit der ich gern zusammenarbeiten würde, dann machen wir eine Show zusammen und und dann gucken wir weiter und so ergeben sich halt. Ja, dann Partnerschaften.
47:40 Feliks Eyser: Du bist jetzt einen ungewöhnlichen weggegangen oder einen neuen Weg als Künstler. Was würdest du sagen, was waren auf deinem Weg die größten Hürden und auch die größten Rückschläge, die du bekommen musstest? Und was hast du daraus gelernt?
47:54 Tim Bengel: Na ja, das habe ich vorher schon angesprochen, dass ich gerade in Deutschland erstmal wirklich einen schwierigen Start hatte, weil da dieses klassische Modell noch viel mehr verbreitet ist, habe ich das Gefühl, als jetzt in in anderen Ländern, wo man dann wirklich. Also wo man dann wirklich vor dem Hallo noch gefragt wird, wo hast denn du eigentlich studiert und von welcher Galerie wirst du denn eigentlich vertreten? Und so weiter und die Fragen werden zum Teil gestellt, bevor die überhaupt einmal dein Kunstwerk angeschaut haben und das ja, das hat mir noch noch nie gefallen. Also ich sammle ja selber auch Kunst. Ich habe, ich habe keine Ahnung, wer hat da wo studiert, also ich gucke die Kunstwerke an und entweder die überzeugen mich und die Person dahinter oder halt nicht oder? Bis heute habe ich so ein bisschen das Gefühl, dass sich jetzt die.
48:41 Feliks Eyser: Etablierte Welt da drauf schaut und sagt, da hat sich jemand irgendwie auf einem auf einem Weg geschafft, der uns gar nicht, der uns gar nicht so gefällt, weil wir den vielleicht gar nicht so kontrollieren können.
48:49 Tim Bengel: Ja genau und kritisch sieht ne.
48:51 Feliks Eyser: Also, oder? So ein bisschen abdrücken. Vielleicht.
48:53 Tim Bengel: Bisschen bin ich auch bei der deutschen Presse, so werde ich so ein bisschen geghostet, habe ich das Gefühl, also der zum Beispiel der Avocadobagel, der hat wirklich. Der war in der New York Post. Der war auf Hypebeast, der war eigentlich überall. Also es hat keine einzige Deutsche Zeitung da drüber geschrieben.
49:11 Feliks Eyser: Außer der außer der Stuttgarter Zeitung.
49:13 Tim Bengel: Ja, die bestimmt. Meine Mum, die schickt mir hier so alle.
49:16 Feliks Eyser: Jedes Quartal schickt die mir schickt die mir einen Artikel von von Tim von Tim Bengel in der Stuttgarter.
49:20 Tim Bengel: Zeitung, aber ich, mein Guck mal, da macht ein deutscher Künstler ein Kunstwerk, das sogar in US Fernsehen läuft und in Deutschland juckt es halt niemand, weil das sozusagen nicht aus dieser elitären Kunstbubble raus. Entstanden ist.
49:32 Feliks Eyser: Ich hab überlegt in die USA zu gehen. Was ist was ist der Vorteil für Süddeutschland von Süddeutschland für dich oder was wäre hier Location für dich?
49:40 Tim Bengel: Na ja, ich hab halt hier gerade meine Ruhe, das finde ich halt ganz schön, weil wie gesagt, ich brauch halt sehr lange für ein Kunstwerk und wenn wenn ich da auf zu viele Events rumhüpfe dann dann dann habe ich ja noch weniger Zeit im Atelier und kann noch weniger Kunst machen und ja deswegen. Habe ich, bin ich gerade eher so ein bisschen auf dem auf dem Dorftrip.
50:02 Unternehmertum neben der Kunst
50:02 Feliks Eyser: Ruhe ist das eine, aber wenn man mal rauszoomt und man sagt, Tim Benger als Unternehmer, da passieren ja noch ganz viele andere Sachen, erzähl mal von deinen anderen Unternehmungen. Ich habe abgespeichert, du sammelst selber Kunst, du investierst in Kunst, du hast eine Kunstgalerie, du betreibst ein Restaurant, also es gibt ganz viele Aktivitäten, die andere. An der Kunst dran liegen aber nicht ganz Kunst sind. Gib uns mal Überblick über deine deine unternehmerischen Aktivitäten.
50:29 Tim Bengel: Ja, also es hat vielleicht damit zu tun, weil mich einfach so viele Sachen interessieren und ich habe mich da jetzt auch letztes Jahr gesagt, ich muss mich da jetzt ein bisschen bremsen, weil es sind auch einfach alle Sachen brauchen, immer so ein bisschen Aufmerksamkeit auch im Hinterkopf, und das nimmt mir dann Kapazitäten von der Kunst weg. Deswegen habe ich mit den meisten Sachen jetzt eher ein bisschen zurückgeschraubt, aber gut, mit dem Restaurant, das haben wir vor 3 Jahren gegründet, alle. Also mit dem Timo Hildebrand zusammen und mit noch einem noch einem anderen gastronomischen Partner, weil wir gesagt haben, hey, es gibt kein. Timo, ehemaliger TVB. VfB Legende. Torwart, Torwart, Nationalmannschaft. Und wie gesagt, es gibt kein Gutes. Es gibt, es gibt nicht mal ein einziges veganes Restaurant in Stuttgart Mitte, Timo hat hat gemeint, dass da eh so ein Traum von ihm und ich habe gemeint hat absolut recht und dann haben wir da halt ein Konzept entwickelt. Wir haben ein Restaurant aufgemacht und das ist halt eine coole Reise. Ich meine, ihr kennt das ja mal, wenn man da von der Idee mit der Idee anfängt, dann geht mal auf Locationsuche, dann überlegt man sich eine Speisekarte, macht ein Instagram Account auf und hat dann das erste Probeessen und so weiter also so in so einem Gründer Modus zu sein ist ja schon eine spaßige Sache.
51:44 Feliks Eyser: Das fand ich halt auch mal ein Restaurant und die Phase fand ich am besten und ab da ging es bergab. Dass du wie ein Boot kaufen, da freust du dich am Tag wo du es kaufen, wenn du es wieder los wirst. Ich habe mich. Gefreut an dem Tag, als ich zum ersten Mal in dem Restaurant war und an dem Tag, als ich es wieder losgeworden bin. Aber du hast nach wie vor Spaß dran.
52:00 Tim Bengel: Oder ich hab dann auch irgendwann, ich hab also am Anfang hab ich sogar noch den Instagram Account gemacht und irgendwann hab ich gesagt ich hab dafür keine Zeit also ich kann nicht operativ in dem Restaurant irgendwas machen, ich komm da ich geh da ab und zu mal essen und wenn ich da bin dann mach ich ne Insta Story. Und nicht klar, ich halt mich so auf dem Laufenden, was da gerade passiert. Mir gibt es halt unheimlich viel, mich auch mit so innovativen Leuten zu treffen, zu unterhalten, die müssen gar nicht aus der Kunstbranche kommen, sondern vielleicht noch besser aus anderen Branchen und und da über solche Menschen lerne ich halt viel, dann gibt es jetzt so ein Venture Capital Fond Stuttgart Match VC die halt total die interessanten Leute anziehen.
52:39 Feliks Eyser: Und du hast in den Fonds investiert.
52:41 Tim Bengel: Genau da bei dem dann im Fond bin ich dabei. Da sind, da lerne ich halt dann auch die anderen Investoren kennen und auch die, die Start UPS natürlich, also die, die dabei sind.
52:54 Feliks Eyser: Bei Black Forest Labs investiert.
52:57 Tim Bengel: Genau. Großer Forest, großer Portfolio Erfolg. Da, da sind wir dabei. Da sind wir, da sind wir schon. Adrian Thoma und die anderen
53:06 Feliks Eyser: Business ist dann seine Galerie, gibt uns mal einen Überblick über das über das Bengel Imperium, was was ist da noch so drin, ne ne Kunstgalerie zum Beispiel.
53:14 Tim Bengel: Also bei der Kunstgalerie, da bin ich nicht beteiligt. Also das war eher mal, da war ich sozusagen mit im im Gründungsteam, aber da war das noch auch gar keine eigenständige Firma oder so, weil ich einfach gedacht habe, hey, es wäre voll schön für Stuttgart, dass wir mal eine richtig gute Contemporary Art Gallery haben, wo es so wirklich international angesagte Kunst auch gibt, so Kunst, die ich eigentlich auch gerne kaufen würde und das. Da habe ich aber auch relativ schnell gemerkt, ey, ich kann nicht da eine Galerie für andere sozusagen managen und nebenher meine eigene Kunst machen. Deswegen habe ich mich da auch wieder wieder, nachdem ich Starthilfe gegeben habe, habe ich mich da auch wieder rausgezogen.
53:56 Feliks Eyser: Founding foundings Reporter sehr gut und deine Kunstsammlung erzähl mal du hast betreibst da quasi wieso ein eigenes Museum finde ich auch super beeindruckend. Dein Atelier, muss man sagen, ist im Industriegebiet nicht in Stuttgart, sondern in Esslingen und nicht in Esslingen, sondern in. Berkheim und da fährt man halt ins ins Industriegebiet und macht die Halle auf und denkt, da wird jetzt irgendwie so n weiß ich nicht so n Kran kran hergestellt oder sowas aber sieht aus wie wie n modernes Museum.
54:21 Tim Bengel: Ja, also im Endeffekt hab ich eigentlich angefangen mit Kunst zu sammeln, weil ich halt auch die Kunstwelt mehr verstehen wollte. Wie funktionieren Galerien wie? Immer noch die gleichen Fragen, die ich als als Kind eigentlich hatte. Wieso kommt ein künstliches Museum und der andere, der auf den ersten Blick genauso gut ist, kommt, das schafft sie überhaupt nicht und 1. Was mich halt damals schon gibt, ja hier diese in den Achtzigern Andy Warhol, Basquiat Roy Lichtenstein, Diese New York Kunstbubble von damals, das war dann ja oft zu klicken, Andy Warhol war wahrscheinlich das Epizentrum mit seiner Factory, wo sich dann alle alle getroffen haben und. Und ich war ja nicht dabei. Aber ich denke damals, wenn man so in die Kunstwelt reingehört hat, dann wussten alle schon, wer sind die großen Superstars von morgen. Und trotzdem haben die Leute nicht die Kunstwerke gekauft. Also ich glaube, die erste Ausstellung von Andy Warhol wurde kein einziges Bild verkauft, und dann hat der Galerist alle Bilder zusammen selber gekauft, für $1000 oder so.
55:26 Moritz Blees: Das war in Deutschland, das war in den Deichtorhallen, und zwar war das ein gewisser Gunter Sachs, der. Der im Nachgang gesagt hat, dass das eines der besten Investments seines Lebens war, weil er alle alle Bilder von Andy Warhol dann am Ende selber die Punkte drauf geklickt hat. Kurze Zeit Story.
55:43 Tim Bengel: Aber da, da fragt man sich halt, OK, warum sind die Leute so zögerlich in junge Künstler zu investieren? Selbst bei einem Andy Warhol selbst, bei einem Basquiat, der irgendwie für n paar 1000, also der hat ja am Anfang gar keine Galerie gefunden, hat sich dann mehr oder weniger in einer eingenistet und hat dann halt für n paar $1000 seine Sachen verkauft. Und da gibt es dann irgendwelche Stories, das ein Bild, das damals für irgendwie 8000 $10000 verkauft wurde, 2017 wieder auf den Markt kam. Für $112000000,00 glaub ich wurde das dann krass versteigert und ich glaub man kann halt Parallelen ziehen von damals nach heute und guckt halt wer sind wer sind heute so die die jungen Künste über die die Leute reden, wie sind da?
56:28 Feliks Eyser: Beurteilst du das? Wie wie? Wir machen das Start Investments du auch über den Fonds zum Beispiel, aber da gibt es Leute, die treffen dann diese Entscheidung, die Treffen die Gründer und überlegen sich ja, da investiere ich, bei denen investiere ich nicht die die Investment Entscheidung bei der Kunst, die triffst du selber. Ich finde, da gibt es aber Parallelen im Start founder oder in junge Künstler zu investieren. Wie wählst du die Künstler aus?
56:47 Tim Bengel: Ja, also es ist schon am Anfang erstmal ein bisschen Bauchgefühl dabei, was man halt über die Jahre schon angesammelt hat. Und klar, ich guck erstmal natürlich die Kunst dann und. Und im Endeffekt das Gleiche, was ich mir auch ja vornehme, ist halt eine eigene Handschrift zu entwickeln und da sieht man halt ziemlich schnell, wenn man halt viel gesehen hat, ist es ein Künstler, der irgendjemand anders imitieren möchte oder ist es wirklich ein Künstler, den man von anderen gut unterscheiden kann, der vielleicht sogar einen eigenen, einen eigenen Stil entwickelt hat?
57:22 Feliks Eyser: Schaust du auf Follower, schaust du auf Social Media, wie die Leute das spielen.
57:25 Tim Bengel: Also ich schaue eigentlich nicht auf die Anzahl der Follower. Sondern wenn, dann auf die Qualität. Also man kann dann über Instagram ja gucken, wer folgt wem und da sieht man natürlich dann die für die Kunstwelt schon wichtig sind so verschiedene Gatekeeper. Ja, wenn die den Künstler auf dem Radar haben, dann weiß man, das passiert dann irgendwas in nächster Zeit oder könnte zumindest was passieren und wenn. Ihr habt also da da, deswegen ist es nicht. Es gibt Künstler oder zumindest Leute, die malen oder so auf Instagram, die haben paar Millionen Follower, weil die gut entertaining Content kreieren, wie sie da irgendwas zeichnen, aber wenn man mal guckt gemeinsame Follower 0 also die sind dann sozusagen in dieser Kunstbubble überhaupt nicht relevant und dann gibt es Künste, die haben 1000 Follower und da sieht man, OK der was auch immer der der Direktor von MoMA folgt denen und die 5 größten Kunstsammler der Welt haben die schon auf dem Radar. Da brauchst du nicht mehr Follower.
58:25 Feliks Eyser: Was ist so der Künstler oder
58:28 Moritz Blees: verkaufst du überhaupt Kunst, die du gekauft hast? Einmal?
58:32 Tim Bengel: Nee, also ich habe das jetzt nur in meiner privaten Sammlung. Das ist für mich auch. Es ist auch nicht in erster Linie als Investment zu sehen, sondern ich finde es einfach irgendwie spannend, so Teil von der Reise zu sein. Also ich finde dann halt eine Künstlerin, Künstlerin, die ist halt interessant, die macht, tolle Sachen, die hat aus. Verschiedenen Perspektiven halt auch noch ein großes Potenzial, weil sie in den richtigen Kreisen verkehrt, weil sie da gut connected ist. Und dann versuche ich da einfach relativ früh schon Kunstwerke zu kaufen und kann mich dann einfach mit freuen, wenn dann die nächste Ausstellung eröffnet wird, vielleicht irgendwann eine Museumsausstellung und ich bin dann bin dann Teil der Reise.
59:14 Feliks Eyser: Was war der beste Pic? Fällt dir einer ein oder eine coole Künstlerin oder ein Künstler, den du highlighten willst?
59:21 Tim Bengel: Na ja, also in in London kann man würde ich sagen, kann man schon den Oli Epp highlighten ja ein Maler auch relativ jung, ich glaube der ist jetzt 30 geworden und der strahlt für mich so ein bisschen eben diese Andy Warhol Vibes aus, im Sinne von, dass er halt wirklich so das Epizentrum in London ist. Der hat da eine coole, eine coole Wohnung in so einem Tower drin, da macht er dann immer seine Homepartys. Hat er wirklich, bringt die anderen Künstler zusammen, also die supporten sich alle gegenseitig, wenn der eine mal eine coole Ausstellung hat, dann, sagt er, kannst du nicht meinen anderen Kumpel auch noch mit ausstellen, kuratieren, zum Teil auch, also er kuratiert zum Teil auch selber Ausstellungen, wo er dann wieder andere mitzieht, und ich glaube, in so eine Richtung muss man gucken, dass man da in dieses Mal so sowieso eine Art Netzwerk so erfindet. So denkst du ja auch.
1:00:13 Feliks Eyser: Also wie, also wie kann man Netzwerke supporten auf der einen Seite, wie kann man aber auch Access kriegen zu spannenden Netzwerken wie du gesagt hast, du investierst in Venture Capital Fonds weil du weißt hey da komme ich in Kontakt mit anderen Investoren und du hast einen Künstler den du Supportest der auch umtriebig zu sein scheint, da die Partys organisiert, da lernst du wieder Leute kennen finde ich faszinierend.
1:00:32 Tim Bengel: Du musst ein bisschen vor die Tür gehen.
1:00:35 Feliks Eyser: Klingen putzen wie können wir mehr Leute dazu bringen, in Kunst zu investieren?
1:00:38 Tim Bengel: Ja, gute Frage. Ich mein Da ist mir was eingefallen, weil ich hab eure letzten Podcast folgen natürlich gehört und ihr hattet dann dieses Beispiel mit dieser Diamantenmine Diamantenhändler die dann sich den Verlobungsring ausgedacht hatten, ne. Der Bär ist ja. Und ich hab mir gedacht, kann man sowas nicht mit Kunst machen, dass man sagt, OK, wir finden jetzt ein Ereignis, das vielleicht nicht nur einmal im Leben passiert, sondern vielleicht alle 5 oder 10 Jahre. Wo man sagt, OK darf, das ist ne Pflichtanlassung dafür n Kunstwerk zu kaufen oder vielleicht zu verschenken. OK Moritz go ich, ich hab jetzt 2.
1:01:13 Moritz Blees: Ideen, du könntest wahrscheinlich mit einer was wären so die ersten Sachen die mir einfallen. Du könntest relativ oben in der in der Bildungselite anfangen und sagen zu Promotion könnte man sowas machen, dann sucht man sich irgendwelche Royal Academies auf irgendwas und dann muss man sich halt gegenseitig. So n Kunstwerk, also alles, wozu man heutzutage so nen so nen Mont Blanc geschenkt bekommt, das wär auch was wo man theoretisch halt auch irgendwie n echtes Kunstwerk schenken könnte so oder?
1:01:44 Feliks Eyser: Einen Eintritt statt Rolex gibt es.
1:01:47 Moritz Blees: Ja oder oder zur zur. Also es gibt ja die, was sind die klassischen Geschenke für einen Mann, um zu zeigen wieviel toll viel er erreicht hat. Das ist irgendwie so ne was die goldene Uhr. Und komme ich gleich zu und der der Mont Blanc und ich glaube, dieses Thema Status signalisieren durch Kunst kaufen. Ich hab die Leute, die Kunst kaufen im großen Stil immer als die Menschen, die ganz ganz oben an der Maslowschen bedürfnispyramide sind, wahrgenommen, also das ist quasi Postmaterialistisch für ganz viel Geld und. Da erlebe ich eher Männer, die du damit triggern könntest. Ich wüsste nicht, ob man Frauen genauso kitzeln kann mit Kunst kaufen, wie man Männer kaufen könnte. Das ist aber gerade, vielleicht fällt euch aber auch was Besseres ein als mir. Ich bin jetzt gerade im, was haben wir gemacht bei einem Kumpel, der
1:02:43 Feliks Eyser: ein Kind gekriegt hat, haben wir alle zusammengelegt und haben dem ein Kunstwerk zur Geburt gekauft, also quasi dem Kind, das finde ich, das finde ich einen guten. Guten Ritus quasi, weil sonst machst du diese Babyshows und dann machen alle eine Liste und dann bringt da einer irgendwie weiß ich nicht, ein Fieberthermometer und ein Windeleimer oder irgendwie eine Milchpumpe, keine Ahnung, so technisches Zeug kann man sagen, komm wir legen alle zusammen und kaufen dem dem Kind aus dem Geburtsjahr 2025 ein schönes Bild und das freut sich dann auch, wenn es 18 ist, dass dann noch 2025 drauf steht, das wäre mein Vorschlag für für kulturelles Marketing.
1:03:15 Moritz Blees: Und dann könnte man es wahrscheinlich noch customizen ne. Also ich zum Beispiel habe so nen Geburts Teller und Tassen Set so da ist irgendwie ist unten mein Name noch eingraviert und mein Geburtsgewicht und Datum und dann hab ich irgendwie von so einer von so einer pottery Künstlerin da irgendwie aus dem Rheinland so n Teller und ne Tasse ja ich find es und ja.
1:03:38 Feliks Eyser: Begleitetes Leben, das ist so n bisschen Zeitgeist, weil es kommt ja aus der Zeit, wo du geboren bist. Du fängst ja den Moment ein, aber halt auf ne. Weise die, die irgendwie andauert, und das wirst du auch nie. Verkaufen ja, was dir gefällt mir gut.
1:03:51 Tim Bengel: Meine Erste, meine erste Idee wäre jetzt zum wenn man umzieht oder auszieht. Wenn jetzt die 18 jährige Tochter zieht aus und kriegt dazu ein Kunstwerk geschenkt um sich in ihrer ersten Wohnung schon mal heimisch zu fühlen.
1:04:05 Feliks Eyser: Hatte ich auch überlegt, ich würde es noch upgraden, sagen nicht bei jedem Umzug, weil dann zieht man zehnmal um, dann ist es irgendwie inflationär, sondern nur wenn du zum ersten Mal ein Haus ziehst. Jeder, der in ein Haus kommt, ein Haus, Haus ist gleich Kunst. Ne Familie so die zum also.
1:04:20 Tim Bengel: Da gibt es auch keine Ausrede, dass man nicht genug Wandfläche. Hat genau da gibt es nämlich dann. In ein Haus, ja.
1:04:27 Moritz Blees: Also in meiner ersten Studentenwohnung hatte ich wirklich ganz andere Probleme, als mir ein Bild an die Wand zu hängen. Geschenkt. Ja OK, aber da hätte ich mich von meinen Eltern eher gefreut, wenn sie mir das Geld für den Packschrank geschenkt hätten. Da hätte ich mehr Spaß dran gehabt. Also ich glaube schon, dass es etwas ist, was entweder Großeltern schenken, wie eben so bei der bei der Geburt oder so an einem späteren arrivierteren Punkt im Leben, also zum ersten eigenen Haus finde ich es auch ganz spannend.
1:04:56 Tim Bengel: Oder hier Felix, wenn oder in eurer Eurobubble, könnte man sagen, zu jedem Exit.
1:05:01 Moritz Blees: Gute Idee, gute Idee.
1:05:03 Feliks Eyser: Das ja gut, OK also.
1:05:04 Moritz Blees: Das, so sind wir wieder bei dem bei dem Statusthema ne so alles wo sich die wo sich der heutige Atze Halt ne Rolex kauft so ne und dann wird halt weniger Rolex verkauft und dafür mehr Kunst. Würde der Welt glaube ich gut tun.
1:05:20 Feliks Eyser: Denke ich auch. OK, letzter Punkt businessideen wir sprechen ja gerne über Businessmodelle, die wir gerne umsetzen würden und du bist ja ein umtriebiger Typ als Künstler, auch als Unternehmer. Hast du ein paar Business Models dabei für die nächste Generation an Künstlern, foundern, unternehmern, Unternehmerinnen? Was würdest du, wenn du mehr Zeit hättest? Was würdest du, was würdest du morgen gründen?
01:05:22 Business-Ideen für die Zukunft
1:05:42 Tim Bengel: Na ja, also was ich gerne hätte, vielleicht gibt es, vielleicht gibt es auch schon, aber ich hab es noch nicht gefunden, wäre so eine Komplettlösung für meine Gesundheit. Wenn ich so sage, OK, ich gehe jedes Vierteljahr, gehe ich irgendwo eine Blutprobe abgeben und dann schicken die mir einfach alle Supplements zu, mit einem Arzt abgesprochen, die ich brauche mein Vitamin D, mein Eisen, mein auch was auch immer mit Long chevity mein NRD plus oder was auch immer ist da, da kommen wir ja gar nicht hinterher sich da über alles einzulesen und brauche ich jetzt NMN oder NRD plus oder also und da sollte es einfach ein Unternehmen geben. Die alles in einer Hand machen, weil es gibt jetzt so was wie Lykon zum Beispiel, die machen so Bluttest für zu Hause, aber die schicken dir dann einfach nur die Auswertung und da musst du selber gucken, musst du selber interpretieren, musst damit zu dem Arzt gehen, der muss dann sagen, was der muss sich vielleicht noch so beschreiben, sozusagen, also sehr viel, ja. Gefummel da irgendwie ne halbwegs gute Lösung für sich hinzukriegen find ich.
1:06:44 Feliks Eyser: Cool find ich gut, es gibt ich hab auch Lykon mal gemacht, dann so n Test konnte überhaupt nichts damit anfangen. Es gibt hier in Berlin aware glaub ich die machen so präventive Medizin und machen n Bluttest. Ich weiß nur nicht wie das dann weitergeht, könnt ihr auch mal rausfinden aware Punkt App aber ansonsten ich glaub alles was präventive Medizin das macht erstmal total viel Sinn den Leuten zu helfen bevor sie krank werden cool. Nee, oder?
1:07:06 Tim Bengel: Und ich meine, wieviel Leute müssen wir mal gucken? Wieviel Leute haben Vitamin D Mangel? Ich glaube das sind 90% oder so oder so.
1:07:11 Moritz Blees: Je nachdem, wann im Jahr. Alle.
1:07:13 Tim Bengel: Und Eisen ist ja auch total Mangelware und die Leute laufen jahrelang mit diesen Mangelzuständen rum. Ja und deswegen da eine ein Abo, ein Abomodell eigentlich.
1:07:28 Feliks Eyser: Abo ist gut, das gefällt uns als Investoren auch immer. Okay was sollten? Wir noch gründen?
1:07:35 Tim Bengel: Ja, ich. Überleg halt dieses dieses Thema Biodiversität, das soll ja mindestens genauso wichtig sein wie jetzt die Klimakrise an sich, wie wir die die Vielzahl an Artenreichtum sozusagen schützen können. Und es gibt erstmal, es ist schwierig zu quantifizieren, was ist Biodiversität überhaupt, man kann es jetzt nicht messen wie ein CO 2 Gehalt. Da gibt es aber so Firmen wie Nala Earth zum Beispiel, die entwickeln da gerade eine Lösung, wie die so Monitoring machen in deinem Waldgebiet zum Beispiel und geben dir dann so eine Art Score, wie gut wie Beauty wäre es ist dein dein Wald oder deine Sumpf oder was auch immer, aber was machst du dann mit diesem Wert und ich überlege mir, wie könnte man daraus ein Business Modell machen, das im Endeffekt wenn ich nachher ein Stück Wald habe in in Brasilien. Dass ich mehr Geld daran verdiene, diese Biodiversität zu schützen, als einfach den Holz, also den Wald, abzuholzen und dann das Holz zu verkaufen als Rohstoff, weil im Endeffekt die meisten Leute werden einfach sich für den Weg während des größeren Profits entscheiden und deswegen würde ich halt gerne eine Lösung finden, dass die die richtige Lösung oder die richtige Entscheidung ist, die wo mehr Biodiversität geschützt wird.
1:08:57 Feliks Eyser: Gibt es da für einen Markt? Gibt es so einen Markt für Biodiversitätszertifikate, also wie Carbon Zertifikate?
1:09:02 Tim Bengel: Na, den müsste man halt kreieren.
1:09:04 Moritz Blees: Stand jetzt nach meinem Verständnis noch nicht ne.
1:09:07 Tim Bengel: Den gibt es, aber deswegen glaube ich noch nicht, weil du Biodiversität halt nicht gut messen kannst aktuell. Aber daran wird ja eben unter anderem durch Nala Earth irgendwie geforscht und wenn die halt soweit sind, dann braucht man halt eben dann doch ja ne Überlegung, was macht man, kann man das? Wie kann man das Handeln? Kann man darauf irgendwie n Coin drauflegen, also.
1:09:30 Feliks Eyser: Ja, super, ich mein Biodiversität generell glaub ich super wichtiges und super sinnvolles und auch n Stück weit gehyptes Thema glaub ich die Anna Alex Berliner Unternehmerin Nala macht ja ne neue Firma in dem Bereich Nala Earth genau ist glaub ich so ne Messungsplattform das Unternehmen Biodiversität überhaupt mal messbar machen können mit. Genau dem Hintergrund, was du gesagt hast, wenn es nicht messbar ist, dann kann es auch nicht, dann kann es auch nicht optimiert werden und dann meinte auch mal Biodiversität ist das neue Carbon Offsetting so sinngemäß, also er sagt es wird den Stellenwert einnehmen den CO 2 Ausstoß vielleicht schon eingenommen hat.
1:10:07 Tim Bengel: Ja, da gibt es ja auch schon. Ich glaube, diese European Green Deal, der hat das auch schon vorgesehen, dass Großunternehmen irgendwie ab 5000 Mitarbeitern, die müssen belegen anscheinend, dass sie ja Biodiversität schützen, aber. Es ist halt auch für die Unternehmen schwierig, das überhaupt darzulegen, wenn es gar keine richtigen.
1:10:27 Feliks Eyser: Ich glaube, das macht die die anderen und ihr Team cool. Hast du noch einen?
1:10:32 Tim Bengel: Das finde ich gut. Und dann das vielleicht was für Felix. Vielleicht gibt es da auch schon was irgendwie in der Boutique Hotelkette, die gute Gyms haben, weil wir haben ja. Schon drüber geredet. Habt ihr schon drüber geredet, weil.
1:10:44 Feliks Eyser: Ich, nee, nicht nicht, nicht speziell über Gyms, aber erzähl mal was du.
1:10:48 Tim Bengel: Naja, also wirklich die meisten. Die meisten Hotels die haben verstehen unter Gym halt so 3 laufbänder und so einen Crosstrainer und dann haben die noch so Alibimäßig so eine kleine Gewichtspyramide die so von 1 bis 5 Kilo oder so geht, aber damit kann man ja nicht, da kann man nur Cardio Training damit machen und ja da frage ich mich warum kannst du nicht einfach da eine Langhantel reinstellen, vielleicht ein paar Geräte? Ja, irgendwie eine Bank oder irgendwie eine Stange zum Klimmzüge machen und so weiter und ich?
1:11:21 Feliks Eyser: Finde das ist eine gute Beobachtung, weil selbst die selbst in teuren Hotels sind die Gyms einfach oft scheiße. Richtig kann man neues Hotel gründen und das gut machen OK oder man könnte vielleicht überlegen den den Inneneinrichter für Premium Gyms in in guten Hotels zu starten oder sowas.
1:11:36 Tim Bengel: Ja, und die Art des Urlaubs machen verändert sich doch auch ein bisschen, oder man geht doch nicht, wenn nur noch ein Urlaub zum zum. Zum Trinken, zum Wein trinken, sondern man will ja auch im Urlaub sich wirklich erholen und dazu gehört ja Sport schon auch mit dazu, finde ich, und da braucht man einfach eine gute Gelegenheit, Sport zu machen.
1:11:55 Feliks Eyser: Moritz, was sagst du?
1:11:57 Moritz Blees: Ist natürlich ein Real Estate Spiel. Ich glaube was man leicht schaffen könnte. Es gibt ja Anbieter wie ein ClassPass oder ein ein ein Urban Sports Club, die in vielen Ländern und vielen Städten verfügbar sind. Du könntest ja quasi mit deinem Einchecken im Hotel. Da so ne Karte haben wo du halt bei den Sachen im ein Kilometer Umkreis überall da reinlaufen könntest. Ne das wär so ne einfache Art das zu lösen. So könnte man das wahrscheinlich machen. Schöner wär es, du machst es vor Ort, meine Beobachtung ist alle Gyms, also alle Hotels haben Gyms die so klassische Beraterhotels sind, so Sheraton oder irgendwie sowas wo die halt so so businesshotels sind wo unser 1 halt nicht so gern hingeht, weil ist halt voll lame da und alles was ein bisschen netter ist. Also Boutique Hotels haben eigentlich nie gyms.
1:12:46 Tim Bengel: Ja, das ist die Marktlücke, weil ich will es halt schön haben, aber trotzdem Sport machen.
1:12:52 Feliks Eyser: Ja, ja.
1:12:53 Moritz Blees: Also falls jemand zuhört und uns erklären kann, warum das so ist. Wir freuen uns auf Nachrichten dazu. Uns ist es nicht bewusst.
1:13:03 Tim Bengel: Und das Ding ist ja nicht ein Platzproblem, weil oft haben die ja fitnessräume, wo halt einfach voll attackert sind mit mit Laufbändern so die keiner benutzt.
1:13:11 Feliks Eyser: Vielleicht können wir auch ein anderes Modell machen und sagen, Hey Liebes Hotel, wir mieten das Gym von Dir und machen unser eigenes Gym und die Leute müssen bezahlen und es gibt vielleicht ein Membership, aber also wärst du bereit 15€ zu zahlen dafür, dass da alles richtig geil ist und top zu deinem Hotel. Vielleicht könnte man das Business umdrehen und den Hotels das Problem abnehmen, weil die scheinen ja irgendwie das nicht so super hoch zu priorisieren, weil es wahrscheinlich jetzt auch nicht so ein mega Setting Point ist und auf der anderen Seite könnte man es könnte man es vielleicht monetarisieren und dann halt auch richtig gut machen. Mit Paletten, Bikes, mit Egim Equipment, mit was auch immer. Ja, muss, muss, soll mal jemand machen.
1:13:43 Tim Bengel: Ja, soll ich machen, ich mach es nicht, aber ich ich nutze es dann.
1:13:46 Feliks Eyser: Wir freuen uns. Gut, Tim war schön, dass du da warst.
1:13:50 Moritz Blees: Vielen Dank auch.
1:13:51 Feliks Eyser: Viel gelernt, schön von der von der Kunstwelt, dem Kunstmarkt, dem Filderkraut. Über deine Sneakermarke haben wir nicht gesprochen, das müssen wir fürs nächste Mal aufheben, sag ich mal. Findet man dich und wie kann man to date bleiben, was Ausstellungen und und Public Events und so weiter angeht.
1:14:07 Tim Bengel: Also am besten über Instagram.
1:14:08 Feliks Eyser: Perfekt verlinken wir bis dann super.


