Vom Finanzminister zum Autohändler: Neuanfang, Startup-Investments & die KI-Zukunft des Verkaufens
mit Christian Lindner, Ex-Bundesfinanzminister, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Autoland AG und Angel-Investor
Zusammenfassung

Deutschlands bekanntester Ex-Finanzminister sitzt bei Feliks und spricht fast nur über Autos. Christian Lindner ist stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Autoland AG, gegründet 1978 von Wilfried Wilhelm Anklam. Statt Aufsichtsratsmandaten, Beratung und Speaker-Engagements wollte er etwas Operatives mit echter unternehmerischer Verantwortung, bei dem es um Wirkung geht und nicht um Deutung. Autoland peilt in diesem Jahr 1,2 Milliarden Euro Umsatz an, mit einer Umsatzrendite von fast 10 Prozent in einer Branche, die sonst mit 1 bis 2 Prozent rechnet.
Lindner erklärt, wie Autoland wächst: horizontal über neue Niederlassungen (37 heute, über 40 noch in diesem Jahr, 120 in knapp zehn Jahren), vertikal über Bestandskunden und CRM, den Schatz im Datensilo, und digital über die Konzerntochter auto.de. 15.000 Fahrzeuge aller Marken stehen sofort verfügbar, eingekauft über ein europaweites Netz von Einkäufern. Ein Operations-Handbuch regelt in allen Autohäusern dieselben Standards, bis zum Nummernschild: Der Gründer fährt die 500, Lindner die 502. Das Handbuch wird gerade in ein Dashboard für Verkäufer und Niederlassungsleiter überführt.
Der Kern der Folge ist Vertrieb als Handwerk. Mit 18 verkaufte Lindner mit einem Mitschüler Stromverträge an der Haustür und lernte dabei, die Schamgrenze zu überwinden, Frustration auszuhalten und einfach weiterzuklingeln. Heute hat er für die Telefonverkäufer von Autoland das Skript selbst geschrieben, inklusive Einwandbehandlung für den Satz: Mein Auto fährt ja noch. Der Telefonvertrieb und eine eigene Akademie sollen Cost per Lead und Cost per Sale deutlich senken, weil Leads aus dem eigenen Datenbestand günstiger sind als über Google, AutoScout24 und mobile.de.
Zum Schluss geht es um KI und Investments. Lindner hat sein eigenes Auto über ChatGPT ausgesucht und beschreibt eine Zeitachse von KI-gestütztem Performance-Marketing bis zu Agentic Commerce, bei dem Agenten mit Agenten verhandeln und Werbung sich an Agenten richtet. Sein Buch über Avatare aus dem Jahr 2001 hatte die richtige Idee, 25 Jahre zu früh. Als Angel ist er mit kleinen Tickets an rund zehn Startups beteiligt, darunter Merlin, das KI für Kommunalverwaltungen baut. Seine Motivation: von Gründerinnen und Gründern lernen und frisch bleiben.
Zahlen aus der Folge
4 weitere Zahlen
Worüber am meisten gesprochen wurde
Kapitel
- 00:00Trailer & IntroIntro
- 01:54Warum Lindner nach der Politik Autohändler wurde und nicht Tech-Startup-ChefNeuanfang nach der Politik
- 03:391,2 Milliarden Umsatz, fast 10% Marge: Die Zahlen hinter AutolandAutoland: Zahlen & Wachstum
- 08:32Gleiche Regeln in allen 37 Autohäusern: Das Handbuch und die Nummernschilder der ChefsAutoland: Zahlen & Wachstum
- 12:08Mit 18 Stromverträge an der Haustür verkauft: Lindners erste VertriebserfahrungVertrieb & Verkaufen
- 15:40Verkaufen am Telefon: Das Skript, das Lindner für seine Verkäufer selbst geschrieben hatVertrieb & Verkaufen
- 21:59KI im Autokauf: Wann KI-Assistenten für uns Autos aussuchen und verhandelnKI & Agentic Commerce
- 25:37Sein KI-Buch aus dem Jahr 2001: Die richtige Idee, 25 Jahre zu frühKI & Agentic Commerce
- 31:14Zehn Startup-Beteiligungen: Wie Lindner heute als Investor unterwegs istAngel Investing
Key Learnings
- 1
Wähle Wirkung statt Deutung
Nach der Politik hatte Lindner die Wahl zwischen einer Karriere aus Aufsichtsratsmandaten, Beratung, Dealmaking, Speaker-Engagements und Buch oder etwas echt Operativem. Er entschied sich für Autoland, weil dort echte unternehmerische Mitverantwortung in einer komplexen, volatilen Branche wartet: Konsolidierung, Lieferketten, Zölle, Überkapazitäten, Zinsen. Wenn du dich neu erfindest, frag dich, wo du Wirkung erzielst und nicht nur Deutung.
01:54 · Warum Lindner nach der Politik Autohändler wurde und nicht Tech-Startup-Chef - 2
Wachse in drei Dimensionen
Autoland wächst horizontal über neue Niederlassungen, vertikal über tiefere Marktdurchdringung und Bestandskunden, und digital über die Konzerntochter auto.de. Die vertikale Dimension hat Lindner neu eingebracht: Der Datenbestand an Bestandskunden ist ein Schatz im Datensilo, den ein funktionierendes CRM in einen Kundenkreislauf verwandelt. Prüf bei deinem Geschäft, welche der drei Dimensionen du bisher vernachlässigst.
03:39 · 1,2 Milliarden Umsatz, fast 10% Marge: Die Zahlen hinter Autoland - 3
Schreib Standards auf und bring sie dann in Software
Bei Autoland regelt ein Handbuch, wann und wie Kunden begrüßt werden: kein Counter, keine Wartezeit, Kunden werden direkt angesprochen. Lindner überführt dieses Handbuch jetzt in eine IT-Lösung. Verkäufer und Niederlassungsleiter bekommen ein Dashboard mit Tagesaufgaben, Terminen und Lead-Eingängen, damit sie weniger Administration machen und die Software sie zu den Dingen führt, die Ertrag bringen.
08:32 · Gleiche Regeln in allen 37 Autohäusern: Das Handbuch und die Nummernschilder der Chefs - 4
Überwinde die Schamgrenze im Vertrieb
Als Schüler verkaufte Lindner Stromverträge an der Haustür und erlebte, wie peinlich es sich anfühlt, Leuten etwas aufzuquatschen. Sein Learning: Von alleine kommen keine Abschlüsse. Du musst die Peinlichkeit aushalten, die Frustration nach dem nächsten Nein wegstecken und nochmal klingeln oder nochmal anrufen. Keine Drückerkolonne, aber regulärer Vertrieb heißt, die Schamgrenze zu überwinden.
12:08 · Mit 18 Stromverträge an der Haustür verkauft: Lindners erste Vertriebserfahrung - 5
Vertrieb ist Technik: Arbeite mit Skript und Einwandbehandlung
Lindner hat das Telefonskript für die Autoland-Verkäufer selbst geschrieben. Ein Skript führt durch Weichen: Sagt der Kunde Nein, gehst du zurück zur Einwandbehandlung. Sein Lieblingseinwand ist, dass das Auto ja noch fährt. Seine Antwort: Genau jetzt gibt es bei der Inzahlungnahme noch richtig gutes Geld dafür, nicht erst, wenn die Kiste abgerockt ist. Leads aus dem eigenen Bestand senken außerdem Cost per Lead und Cost per Sale, weil du Google, AutoScout24 und mobile.de nicht bezahlen musst.
15:40 · Verkaufen am Telefon: Das Skript, das Lindner für seine Verkäufer selbst geschrieben hat - 6
Bereite dich auf Werbung für Agenten vor
Lindner beschreibt eine Zeitachse: Heute optimiert KI Performance-Marketing und qualifiziert Leads vor. Dann bearbeitet sie Leads selbstständig, auch am Telefon, erst inbound, dann outbound. Bald ist KI für die Lead-Generierung so wichtig wie Suchmaschine und Autobörse. Am Ende steht Agentic Commerce: Agenten sprechen mit Agenten. Dann machst du nicht nur SEO, sondern LLM-Optimierung und Kampagnen, die sich an Agenten richten. 2030 ist das aus seiner Sicht ein signifikanter Teil des Geschäfts.
21:59 · KI im Autokauf: Wann KI-Assistenten für uns Autos aussuchen und verhandeln - 7
AI-Wrapper funktionieren nur mit Prozesskompetenz im Vertical
Der Markt wird von Startups geschwemmt, die Chat- und Voice-Agents anbieten. Lindner hat nichts gegen AI-Wrapper ohne eigenes Modell, aber dann musst du dich so auf ein Vertical konzentrieren, dass du die Prozesse der Branche wirklich kennst. Auch wenn Claude den Source Code in fünf Monaten nachbauen kann, bleibt die Prozesskompetenz dein Vorteil. Sein Beispiel ist Merlin, das genau versteht, was Kommunalverwaltungen brauchen.
25:37 · Sein KI-Buch aus dem Jahr 2001: Die richtige Idee, 25 Jahre zu früh - 8
Biete als Angel ein Paket aus Kapital und Sparring
Lindner investiert kleine Tickets in rund zehn Startups und bietet dazu Coaching, Sparring, Networking und Rat bei Finanzierungs- und Vertriebsfragen, etwa wie man im öffentlichen Sektor verkauft und auf welche Kongresse man gehen sollte. Die wirtschaftliche Komponente sollte man nicht überschätzen. Sein Antrieb ist, von Gründerinnen und Gründern zu lernen, mit Leuten Mitte 20 zu arbeiten und frisch zu bleiben.
31:14 · Zehn Startup-Beteiligungen: Wie Lindner heute als Investor unterwegs ist
Meistgesehener Clip zur Folge
.. So redet dir ein Profi ein neues Auto ein.
Auf Instagram ansehen ↗Zitate

„Einfach weiterzumachen und auch diese Peinlichkeitsgrenze, diese Schamgrenze zu überwinden.“„Also, ich bin nicht zu Autoland gekommen, um zu sagen, ich erkläre euch mal Automobilhandel. Das können die schon 47 Jahre.“„Also ich glaube, dass Agentic Commerce Ende des Jahrzehnts eine große Rolle spielen wird.“„… es geht alles enorm schnell, wenn du mit KI-Koden kannst.“„Naja, es ist das ausgelagerte Labor für unser Land. Wo sollen die Zukunftsarbeitsplätze herkommen?“Über den Gast

Christian Lindner
Christian Lindner, geboren 1979 in Wuppertal, war von 2021 bis 2024 Bundesminister der Finanzen und führte die FDP von 2013 bis 2025 als Bundesvorsitzender. Vor der Politik gründete er eine Werbeagentur und war an einem Startup für Avatare und Chatbots beteiligt, über die er 2001 auch ein Buch schrieb. Seit seinem Ausstieg aus der Politik ist er stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Autoland AG, dem nach eigenen Angaben ertragsstärksten Automobilhandelskonzern Deutschlands, und verantwortet dort Vertrieb, Marketing, Digitalisierung und IT. Über seine Beteiligungsgesellschaft ist er außerdem an rund zehn Startups beteiligt, darunter Merlin, das KI-Lösungen für Kommunalverwaltungen baut.
Häufige Fragen
Was macht Christian Lindner heute beruflich?
Christian Lindner ist stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Autoland AG und verantwortet dort Vertrieb, Marketing, Digitalisierung und IT. Daneben investiert er über eine Beteiligungsgesellschaft als Angel in rund zehn Startups. Den Weg über Aufsichtsratsmandate, Beratung und Speaker-Engagements hat er bewusst nicht als Hauptrolle gewählt, weil er etwas Operatives mit echter unternehmerischer Verantwortung wollte.
Was ist die Autoland AG?
Die Autoland AG ist ein markenunabhängiger Automobilhändler, den Wilfried Wilhelm Anklam 1978 in Hannover gründete und der nach der Wende vor allem in Ostdeutschland groß wurde. Das Unternehmen hat 37 Niederlassungen, will noch in diesem Jahr über 40 haben und verkauft Neuwagen, Jahreswagen und Gebrauchtwagen aller Marken, 15.000 Fahrzeuge sofort verfügbar. Zur Gruppe gehört auch die Online-Plattform auto.de. In der Folge nennt Lindner ein Umsatzziel von 1,2 Milliarden Euro bei fast 10 Prozent Umsatzrendite.
Wie hat Christian Lindner Verkaufen gelernt?
Mit 18 gründete er mit einem Mitschüler einen Strompool, eine Einkaufsgemeinschaft nach der Liberalisierung des Strommarkts, und verkaufte die Verträge per Flyer und an der Haustür. Dabei lernte er, die Schamgrenze zu überwinden, Frustration auszuhalten und weiterzumachen. Später gründete er eine Werbeagentur. Heute schreibt er das Telefonskript für die Autoland-Verkäufer selbst, inklusive Einwandbehandlung.
Wann werden KI-Agenten Autos kaufen?
Lindner beschreibt eine Zeitachse: Zuerst optimiert KI Performance-Marketing und qualifiziert Leads vor, dann bearbeitet sie Leads selbstständig, auch am Telefon. Danach wird KI für die Lead-Generierung so wichtig wie Suchmaschinen und Autobörsen. Am Ende steht Agentic Commerce, bei dem dein Agent bei Händlern anfragt, verhandelt und dir nur noch den Abschluss zum Klicken vorlegt. 2030 ist das aus seiner Sicht ein signifikanter Teil des Geschäfts.
In welche Startups investiert Christian Lindner?
Nach dem Ausscheiden aus der Regierung hat er eine Beteiligungsgesellschaft gegründet und ist inzwischen mit kleinen Tickets an rund zehn Startups beteiligt. Genannt wird in der Folge Merlin, das KI-Lösungen für Kommunalverwaltungen baut und an dem auch Feliks beteiligt ist. Neben Kapital bietet Lindner Sparring, Networking und Rat zu Finanzierung und Vertrieb. Melden sollen sich Teams mit Ambition und Idee in ganz früher Phase, aber keine Sales-Leute und keine reinen ChatGPT-Pitchdecks.
Was können Startups laut Lindner für Deutschland tun?
Lindner nennt Startups das ausgelagerte Labor für das Land. Deutschland habe mit Mittelstand und Industrie einen fruchtbaren Boden, auf dem durch KI etwas Neues wachsen kann. Das Problem sei weniger fehlende Innovation als die Innovations-Absorptionskompetenz, also die Fähigkeit etablierter Unternehmen, Innovationen aufzunehmen. Startups seien dafür der Katalysator.
Erwähnt in der Folge
- Autoland AGFirmaDer Automobilhändler, bei dem Lindner stellvertretender Vorstandsvorsitzender ist.
- auto.deFirmaKonzerntochter von Autoland für digitales Wachstum, seit 1. Juni mit neuem Backend wieder live.
- Wilfried Wilhelm AnklamPersonGründer und Eigentümer von Autoland, gründete 1978 in Hannover; fährt das Nummernschild 500.
- MerlinFirmaKI-Startup für Kommunalverwaltungen, an dem Lindner und Feliks gemeinsam beteiligt sind.
- SuperchatFirmaVon Feliks mitgegründet; Chat- und Voice-Agents für Autohäuser und Friseure.
- Auto1FirmaFeliks' Gegenbeispiel: Warum Autoland statt Auto1 oder ein Tech-Startup?
- Sebastian KurzPersonEx-Kanzler Österreichs, laut Feliks mit einer Cyber-Security-Firma bei 3 Milliarden Bewertung.
- ChatGPTToolLindner hat sich beim Autokauf von ChatGPT beraten lassen.
- ClaudeToolLindners Beispiel dafür, dass KI Source Code in Monaten nachbauen kann.
- mobile.deProduktAutobörse, die hohe Cost per Lead verursacht, wenn du dafür zahlen musst.
- AutoScout24ProduktZweite Autobörse neben mobile.de als bezahlte Lead-Quelle.
- GründerszeneFirmaBerichtete über Lindners Beteiligungsgesellschaft, nachdem er sie bei der Bundesregierung angezeigt hatte.
- Avatare: Digitale Sprecher für Business und MarketingBuchLindners Buch aus dem Jahr 2001, Nebeneffekt seiner Beteiligung an einem Avatar-Startup.
- Automotive Inventory AdsProduktMeta-Anzeigenformat, mit dem Autoland jetzt Leads generiert.
- Deutsche WelleSendungSender des Videos mit dem 18-jährigen Lindner, das Feliks am Ende zitiert.
Transkript
00:00 Trailer & Intro
00:00 Feliks Eyser: Autoland ist eine krasse Firma, muss man sagen. Ihr macht eine Milliarde Umsatz.
00:03 Christian Lindner: Dieses Jahr streben wir 1,2 Milliarden Euro an mit einer Umsatzrendite von fast 10 Prozent.
00:07 Feliks Eyser: Im Automobilhandel rechnet es ja eher mit so 1-2%.
00:10 Christian Lindner: Vertrieb ist eine Technik. Alle wollen ihr was verkaufen. Permanent, LinkedIn, E-Mail-Eing. Papierpost. Von alleine kommen keine Abschlüsse. Klingel. Die Frustration zu erleben. Was wollt ihr denn? Nee, da ist nichts für mich. Kinder, geht mal spielen. Wir kaufen nichts, bumm, führt zu. Dann zu sagen, okay, weitermachen. Nochmal klingeln. Mal telefonieren. Das ist Handwerk. Ich habe jetzt zehn Engagements. Meine Motivation ist, ich lerne was von Gründerinnen und Gründern. Das heißt, im Grunde ist das auch ein Geben und Nehmen, was Wissen angeht. Wo sollen die Zukunftsarbeitsplätze herkommen? Ich bin davon überzeugt, dass Deutschland eine gute wirtschaftliche Perspektive hat, da spielen Start-ups eine entscheidende Rolle.
00:56 Feliks Eyser: Christian, du bist Autohändler.
00:58 Christian Lindner: Das stimmt. Du sagst das so überrascht.
01:01 Feliks Eyser: Ja, hast du noch nicht im Podcast gesagt. Sehr klar. Ja klar. Ein Satz ist mir hängen geblieben aus dem anderen Podcast und das ist die letzte politische Frage. Und dann reden wir über Autos. Ist die letzte politische Frage? Okay, gerne. Schieß los. Jedes von mir verkaufte Auto Ist ein kleiner Teil meiner Rache an den Grünen.
01:19 Christian Lindner: Das ist ein Witz. Spitze Rhetorik, wie man es kennt von dir? Ja. Nein, das ist natürlich insofern ein Witz. Mit einem ernsten Kern, dass ich glaube, dass individuelle Mobilität für die Leute ein Grundbedürfnis ist. Im ländlichen Raum gibt es oft auch keine Alternative und bis l also bisweilen ist die die politische Kommunikation der Grünen so, als würde sie ausschließlich aus Berlin-Mitte, für Berlin-Mitte oder andere urbane Räume erfolgen. Und das habe ich da aufgespitzt, genau.
01:54 Warum Lindner nach der Politik Autohändler wurde und nicht Tech-Startup-Chef
01:54 Feliks Eyser: Wieso Autoland und nicht Auto 1 oder ein Text Startup? Sebastian Kurz, Cyber Security Company, heute Geld gerast bei einer 3-Milliarden-Bewertung. Ist das so Shiny Object? Warum bist du im Mittelstand?
02:05 Christian Lindner: Also ich hatte unterschiedliche Optionen und auch unterschiedliche Angebote innerhalb der Optionen. Mache ich also eine Karriere. Nur mit Aufsichtsratsmandaten und Beratung und vielleicht ein bisschen Dealmaking, Private Equity und Speaker Engagements und ein Buch und so weiter. Oder mache ich etwas, was echt operativ ist, was Nichts mit dem öffentlichen Sektor zu tun hat und wo eine echte unternehmerische Verantwortung da ist, wo es nicht um Deutung geht, sondern um Wirkung. Und da gab es zwei Angebote und das hier bei der Autoland-AG von unserem Eigentümer und Gründer Wilfried Wilhelm Anklam war im Paket das attraktivste Unternehmerische. Mitverantwortung in einer der spannendsten Branchen, die wir haben, Automobilhandel, unglaubliche Konsolidierung, die da abläuft. unglaubliche Transformation, extrem volatil, weil die geopolitischen Einflüsse unmittelbar in den Handel durchschlagen. Lieferkette, Zoll. Überkapazitäten in Europa, in China, Zinsen wirkt sich sofort auf Finanzierungsfragen aus. Also es ist sehr komplex, sehr wettbewerblich, hohe unternehmerische Mitverantwortung und dann für ein Produkt Was ja kein Geheimnis ist, dem ich traditionell sehr nahestehe, nämlich dem Auto.
03:39 1,2 Milliarden Umsatz, fast 10% Marge: Die Zahlen hinter Autoland
03:39 Feliks Eyser: Und Autoland ist eine krasse Firma, muss man sagen. Also gegründet ist erzählt von Wilfried Wilhelm. Anklam, WWA genannt, habe ich gelernt, hat in den 70er Jahren 1978 gegründet, in Hannover, VW Käfer gepflückt, war Polizist davor, hat gemerkt, ey, Autohandel ist irgendwie eine coole Sache und vor allem dann groß geworden Ab 1990, weil er nach der Wende nach Osthal gegangen ist und ich darf ja auch den größten Fußabdruck. Heute immer noch.
04:03 Christian Lindner: Er macht eine Milliarde Umsatz. Ja, über. Dieses Jahr streben wir 1,2 Milliarden Euro an. Das heißt, das Unternehmen wächst. Und man kann sagen, dass die Autoland-AG der ertragsstärkste Automobilhandelskonzern in Deutschland ist, mit einer Umsatzrendite von fast zehn Prozent andere.
04:22 Feliks Eyser: Und es klingt jetzt ähnlich, bleiben 10% hängen, aber im Automobilhandel rechnest du eher mit so ein, zwei Prozent oder so.
04:29 Christian Lindner: Genau, das ist leider die Entwicklung der letzten Jahre. Das Unternehmen wächst und deshalb wird ja das Management auch verbreitert mit mir als jetzt einem neuen Vorstand. Ich verantworte da Vertrieb, Marketing, Digitalisierung und IT. Wir wachsen in drei Dimensionen. Erste Dimension horizontal, das heißt, wir eröffnen neue Niederlassungen. Jetzt demnächst im Laufe dieses Jahres in Jena, das wird die allernächste sein, aber im nächsten Jahr Dann beispielsweise auch in Nordrhein-Westfalen. Also wir werden noch in diesem Jahr über 40 Niederlassungen haben, gegenwärtig sind 37. Erste Wachstumsquelle. Das ist traditionell auch das Wachstum von Autoland. Jetzt kommt eine neue zweite Quelle von Wachstum. Das ist eine, die ich mit einbringe. Vertikales Wachstum. Damit meine ich Da, wo wir sind, tiefere Marktdurchdringung. Mit vertikalem Wachstum meine ich auch die Bestandskunden, die wir haben, also den Schatz im Datensilo. stärker zu nutzen, um einen Kundenkreislauf zu bekommen, immer wieder an Bestandskundenautos zu veräußern. Da waren wir. Customer Relationship Management noch nicht so gut und das ist jetzt eines der prioritäten Themen bei dem, was ich vertikales Wachstum nenne. Und dann gibt es Digitales Wachstum. Das ist unsere Konzerntochter auto.de. Die ihr gekauft habt, die ihr integriert habt. Genau, die ist im vergangenen Jahr von unserem Eigentümer gekauft worden. Meine Verantwortung eben Digitalisierung des Geschäftsmodells ist auto.de, ist in meinem Konzernressort. Und seit 1. Juni ist die wieder live, nutzen wir sie. Wir haben also das Backend neu gemacht. Wir haben Sind dabei ein Touch-Up auch fürs Frontend zu machen. Wir haben neue Prozesse gebaut und seit 1. Juni verkaufen wir da bundesweit wieder Autos. Also die drei Dimensionen unseres Wachstums.
06:38 Feliks Eyser: Plan 1,2 Milliarden Umsatz, hast du gesagt, dieses Jahr. Und insgesamt wollt ihr in zehn Jahren, knapp zehn Jahren, 120 Niederlassungen aufbauen. Richtig. Also sprich Expansion deutschlandweit.
06:47 Christian Lindner: Bundesweit, genau. Der einzige bundesweit vertretende Multi-Brand Automobilhandel sein. Das ist ja das Besondere bei Autoland. Wir haben Neuwagen, es ist nicht ein Gebrauchtwagenhändler. Wir haben Neuwagen, wir haben Jahreswagen, wir haben Gebrauchtwagen durch einen sehr günstigen, professionellen, europaweiten Einkauf. haben wir da die attraktivsten Konditionen für die Kundinnen und Kunden und eine Riesenauswahl. 15. 000 Fahrzeuge aller Marken sofort verfügbar. Das heißt, bei uns konfigurierst du den Neuwagen nicht, sondern du kaufst den Neuwagen so wie er da steht. Aber wir haben eben eine Riesenauswahl unterschiedlicher Fahrzeuge, sodass, wenn du jetzt nicht total ausgefallene Wünsche hast, wie dein Golf aussehen soll. können wir den aus dem Bestand bedienen.
07:34 Feliks Eyser: Was ist der Hack im Sourcing? Wie findet ihr die günstigen Autos europaweit und immer wieder betont, dass ihr die wahrscheinlich nicht in Deutschland ankauft, sondern woanders? Wie funktioniert das?
07:41 Christian Lindner: Nun, das ist jetzt Teil des Geschäftsgeheimnisses, aber wir haben überall in Europa Dependancen und Einkäufer vor Ort, pflegen die teilweise sehr intensiven Handelsbeziehungen sehr lang. Wir sind schnell am Privatkunden. Wenn wir also sehen, ein Fahrzeug wird angeboten, dann sind wir auch sehr schnell und machen ein gutes Angebot, schnell ein Auto reinzunehmen. Außerdem nehmen wir gerne Fahrzeuge in Zahlung. Und das in Zahlung genommene Fahrzeug ist ja gleich dann schon wieder ein noch günstigeres Angebot für den nächsten Kunden. Wir machen die dann schick. sorgen dafür, dass die technisch top sind. Also Top-Qualität gibt es bei uns. Also wir sind nicht so ein Fähnchenhändler auf dem Kiesplatz, wo du irgendwie so halb veräppelt wirst, wenn du nicht unten drunter geschaut hast, weil der Ausbruch verrostet ist. Bei uns gibt es immer Top-Qualität, auch bei den sehr günstigen Fahrzeugen.
08:32 Gleiche Regeln in allen 37 Autohäusern: Das Handbuch und die Nummernschilder der Chefs
08:32 Feliks Eyser: Wie schaffst du es so eine Qualität nicht nur im Produkt, sondern in den Prozessen durchzusetzen? Ich habe gelesen, ihr habt Operations-Handbücher, da ist haargenau geregelt. Wie sieht der Schreibtisch aus? Wie sind die Leute angezogen? Wie hieß das Nummernschild am Auto des Verkäufers? Was ist dein Nummernschild? AL502. Okay, und der Gründer hat 501, oder?
08:52 Christian Lindner: 500. Die 501 ist nicht besetzt.
08:54 Feliks Eyser: Okay, machst du dir Sorgen dafür nochmal?
08:56 Christian Lindner: Nee, die 501. Die wäre für den Angestelltenvorstandsvorsitzenden, weil der Eigentümer ist die 500 und die 501 wäre der angestellte Vorstandsvorsitzende. Und ich bin ja der stellvertretende Vorstandsvorsitzende, deshalb die 502.
09:12 Feliks Eyser: Kriegst du irgendwann die 501 ist im Gespräch gerade, oder?
09:14 Christian Lindner: Also, Herr Anklam hat öffentlich gesagt, dass er der einst ähm An mich den Vorstandsvorsitz abgeben will, er hat gesagt im nächsten Jahr. Aber ich bin mit meiner jetzigen Aufgabe ausgesprochen zufrieden. Ich habe ganz viele Projekte und Themen, die ich mir vorgenommen habe. Ich habe gerade die Wachstumsdimensionen beschrieben, aber es ist auch die E-Mobilitäts-Readiness ein Thema. Ich will die aktive Marktbearbeitung, also auch Telefonakquise stärken. Wir sind jetzt gerade in diesem Sommer, startet das dabei. unsere Verkäuferinnen und Verkäufer stärker und besser noch zu schulen im Produkt und im Vertrieb. Da brauchen wir mit Kooperationspartnern jetzt eine eigene Akademie auf. Das heißt also, ich habe Ganz viele Projekte und Themen in meiner jetzigen Rolle. Wenn der Eigentümer sagt, er traut mir mehr zu. Freut mich das natürlich, aber ich nehme da in Demut einfach mal eine gegenwärtige Rolle an.
10:18 Feliks Eyser: Und erzähl nochmal zur Standardisierung zu dem Handbuch. Was steht da noch drin? Das finde ich ja total geil, wenn ihr das so quasi ausrollt über diese Filialen und da alles Gleiches.
10:25 Christian Lindner: Also, das Handbuch ist die Legacy. Da sind die Standards Wann und wie werden Kundinnen und Kunden begrüßt, sind da dokumentiert. Also anders als in anderen Autohäusern gibt es bei uns nicht irgendwie einen Counter, wo du hinkommst und eine Assistentin oder ein Assistent. Sagt dann, send, nehmen Sie mal Platz, vielleicht kommt gleich jemand zu Ihnen, sind gerade alle im Gespräch. Das gibt es bei uns nicht, heute werden direkt angesprochen. Das Handbuch ist die Legacy, sagte ich schon, und ich bin jetzt dabei, das in eine IT-gestützte Lösung zu überführen. Das heißt Unser gesamtes Reporting wird IT-basiert. Die Verkäuferinnen und Verkäufer, auch die Niederlassungsleiter, die bekommen ein Dashboard. Mit ihren Tagesaufgaben, Terminen, mit den Lead-Eingängen, um die stärker zu entlasten von Administration, dadurch, dass wir sie über die IT Zu den wichtigen Dingen führen, die für den Ertrag wichtig sind.
11:26 Feliks Eyser: Und die Lerninhalte, wie kann ich mir das vorstellen, wenn da steht hier, so und so werden die Kunden begrüßt, was ist für ein Legacy das Handbuch ist, die die Version 2. 0 darf.
11:34 Christian Lindner: Naja, das ist die jetzt die Akademie. Was wir neu schulen, ist beispielsweise der Telefonvertrieb. Wie gehst du mit deinen Bestandskunden um, wenn du sie anrufst? Wie machst du am Telefon Einwandbehandlung? Was ist das Ziel eines Telefonats? Und das haben wir bis dato nicht gemacht. Das ist was ganz Neues für Autoland und ich sehe da ein Riesenpotenzial, unsere Cost per Lead und Cost per Sale deutlich zu reduzieren.
12:06 Feliks Eyser: Den aktiven Vertrieb und durch CRM die Kunden anzuschauen.
12:08 Mit 18 Stromverträge an der Haustür verkauft: Lindners erste Vertriebserfahrung
12:08 Christian Lindner: Genau, weil du hast hohe Kost per Lead und Sale, wenn du Google und Autoscout und mobile. de bezahlen musst. wenn du über die eigene Webseite und erst recht, wenn du aus deinem eigenen vorhandenen Datenbestand Erträge erzielst, Verkäufe erzielst, reduzierst du natürlich massiv die Vertriebskosten. Was hast du für dich selber gelernt, dass du Stromverträge dort und dort verkauft hast? Oh, ja, das war allerdings mein aller aller allererstes Geschäft, wenn ich mich richtig erinnere. Das war noch bevor ich Werbung gemacht habe. Also kurz zur Erläuterung, damals wurde der Strommarkt liberalisiert. Die Jüngeren wissen das nicht. Früher konnte man sich nicht seinen Energieversorger aussuchen, sondern du warst bei dem vor Ort und plötzlich Ende der 90er Jahre wurde das liberalisiert. Die Idee war damals, ein Pool zu machen. Das heißt also, wenn viele Stromkunden sich zusammentun, Und gemeinsam auf einen Energieversorger zugehend bekommen sie einen besseren Tarif. Eine Einkaufgemeinschaft gegeben. Eine Einkaufsgemeinschaft, genau. Und da haben wir Ich und ein Mitschüler, Bergstrom versucht PR zu machen, also über die Tageszeitung. Schüler gründen jetzt Strompool. Dann haben wir Flyer in Briefkästen gesteckt. Wir haben an Türen geklingelt. Guten Tag, mein Name ist Christian Lindner. Sie zahlen auch zu viel für die Stromrechnung, richtig? So, und dann also, ah, darf ich das mal notieren? Okay, sind Sie ja auch einverstanden damit das ich und so weiter und so fort. Das war Vertrieb. Was hast du über dich gelernt dabei? Muss ja schon so eine Schamüberwindung sein. Das genau ist der Punkt. Nimmst du es schon vorweg, was ich sagen will. Was habe ich gelernt? In bestimmten Vertriebsformen, Türklingel, aber auch Telefon, haben viele und ich auch eine gewisse Charme. Und es ist so irgendwie peinlich. Ich quatsch den Leuten was auf. Ich falle denen lästig. Niemand will lästig fallen. Und das für sich selber zu lernen. Oh, das ist mir peinlich. Ich bin stolz, das ist mir peinlich. Und dann zu sagen, ja, aber von alleine kommen keine Abschlüsse. Klingel. Und dann die Frustration zu erleben, was wollt ihr denn? Nee, komm, also da ist nichts für mich, Kinder, geht mal spielen. Oder nee, wir kaufen nichts, bum, Tür zu. Dann zu sagen, okay, weitermachen. Nochmal klingeln. Nochmal telefonieren und abheben. Also der Umgang mit Frustration und sich zu motivieren und die Überwindung so dieser Peinlichkeit. im Vertrieb.
14:54 Feliks Eyser: Und einfach weiterzumachen.
14:55 Christian Lindner: Einfach weiterzumachen und auch diese Peinlichkeitsgrenze, diese Schamgrenze zu überwinden. Wie gesagt, nicht den Leuten lästig fallen, keine Drückerkolonne, man ist kein Hausierer, wenn man irgendwie betrügerisch die Leute da. hinters Licht führen will, das meine ich nicht. Das würde ich nicht machen, das wäre auch peinlich. Aber schon der reguläre Vertrieb hängt damit zusammen, dass du sagst, okay. Ich rufe an, überwine die Schamgrenze, habe meine Techniken übrigens. Das Dritte, was du lernst, Vertrieb ist eine Technik, du hast ein Skript. Nun, du hast ein Skript, das arbeitest du ab und da kommst du an Weichen, ja-nein, sagt der potenzielle Kunde, okay, jetzt gehe ich die Jahrstraße. Jetzt hat er Nein gesagt. Jetzt muss ich nochmal zurück nach oben zur Einwandbehandlung. Zurück, weil da ist irgendwie ein Problem passiert. Das ist Handwerk.
15:40 Verkaufen am Telefon: Das Skript, das Lindner für seine Verkäufer selbst geschrieben hat
15:40 Feliks Eyser: Das ist für eure Telefonverkäufe bei Autoland hast du das Skript selber geschrieben.
15:43 Christian Lindner: Da habe ich das Skript selber geschrieben, genau.
15:44 Feliks Eyser: Was ist deine Lieblingseinwandbehandlung?
15:49 Christian Lindner: Darüber, also nein, also darüber denke ich gar nicht nach, weil das Auto fährt ja noch. Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, über ein neues Auto nachzudenken. Wenn das Auto jetzt noch fährt und Sie keine Reparaturen haben, kriegen Sie doch noch richtig gutes Geld dafür bei der Inzahlungnahme. Wenn Sie erst warten, bis die Kiste abgerockt ist, kriegen Sie auch nichts mehr dafür. Kommen Sie einfach in die Niederlassung. Wir prüfen einfach mal ganz ergebnisoffen, ob jetzt nicht ein neues Auto für Sie die wirtschaftlich vernünftigste Wahl ist.
16:16 Feliks Eyser: Wie bringst du diesen Spirit in eure Vertriebsorganisation?
16:20 Christian Lindner: Die Vertriebsorganisation ist gut. Also, ich bin nicht zu Autoland gekommen, um zu sagen, ich erkläre euch mal Automobilhandel. Das können die schon 47 Jahre. Ich komme um zusätzliche Methoden, zusätzliche Standards, Prozesse da reinzubringen. Nicht um zu sagen. . . Hallo, guten Tag. Mein Name ist Christian Lindner. Ich war 25 Jahre überwiegend im öffentlichen Sektor und ich werde euch jetzt erklären, wie ihr das alles besser macht. Das wäre erstens falsch. Zweitens nicht glaubwürdig und im Ergebnis nicht erfolgreich. Und deshalb, ich bringe neue Dinge rein, also Ein gewisses Tempo bei der Implementierung von KI-Tools, eben neue Vertriebsformen, über die wir gerade gesprochen haben, wie CRM. Und damit will ich das Unternehmen noch erfolgreicher durch zusätzliches machen. In dem Kernbereich ist es schon super stark.
17:15 Feliks Eyser: Auf dem Foto ist die eure quasi Versammlung der 37.
17:20 Christian Lindner: Das war auch so eine Tag. Genau, das ist auch so eine Initiative von mir gewesen, zu sagen, wir holen mal alle unsere Führungskräfte aus den 37 Niederlassungen zusammen und aus den Zentralen Services in Brehna, wo die Konzernzentrale ist. Gab es davor gar nicht, die zusammenzuholen? Ich glaube 2018 das letzte Mal und da war es viel kleiner, weil es viel weniger Niederlassungen gab. Und für mich war das wichtig als Kick-Off für ein paar Vorhaben, die wir haben und um die interne Vernetzung zu stärken. Als kleiner Beante habe ich mir hier so dieses Geschwindigkeitsbegrenzung aufgehoben, Schild genommen. Genau das gefällt mir.
18:02 Feliks Eyser: Kein Tempolimit, das habe ich mitgenommen aus der Politik. Was hast du für Werkzeuge aus der Politik mitgenommen, die dir helfen, so ein Offside-Würde-Sader-Kunder sagen, zu machen? Also quasi die Mannschaft einmal einzuschwören. Also machen ja viele vorne und nehmen ihr ganzes Team mit. wollen am Ende rausgehen und sagen, alle ziehen am gleichen Strang, sind motiviert, welches Werkzeug aus der Politik.
18:21 Christian Lindner: Zur politischen Rhetorik gehört ja ein Dreiklang. Delektare, Dozere, Movere, sagt man im Lateinischen. Also die klassische Rhetorik sagt, du musst erfreuen, du musst also erfreuen unterhalten. Du musst lehren, interessant sein, guten Content haben, Dutzare und Movero. Du musst Leute bewegen. Call to action. Also, das glaube ich, habe ich schon in der Politik gezeigt, dass ich über die Fertigkeiten verfüge. Wenngleich in unserem Unternehmen, in meiner jetzigen Rolle, ich jetzt nicht der Hauptmotivations-Coach bin, das macht der Eigentümer. Das ist der ist der, der überträgt seine Gründerenergie auf das Team. Das ist jetzt nicht meine Hauptrolle, die ich habe, weil, wie gesagt, ich bin Angestellter-Manag. beherrscht das Repertoire, aber gegenwärtig habe ich eine andere Aufgabe. Und ansonsten habe ich mich in der Politik auch eigentlich immer als Unternehmer verstanden. Da gab es auch Vertriebstechniken. Da gab es auch Markenführung und Marketing. Da waren die Zielgruppen Mitglieder, Spender. Und Wähler, Stakeholder wie Journalisten noch dazwischen. Genau, da gibt es auch Key Accounts, da gibt es Markenführung, das nennt man Wahlkampf. Und also jenseits der politischen Inhalte. habe ich mich immer auch dann im Politikmanagement wohl und zu Hause gefühlt und glaube da ein paar Techniken aus der Wirtschaft in politische Organisationen übernommen zu haben, die eigentlich von woanders kamen.
20:08 Feliks Eyser: Funktioniert es? Sind die Leute gut drauf?
20:10 Christian Lindner: Ja, wir haben gesagt, wir haben gerade einen super, super Juni. Macht Freude.
20:19 Feliks Eyser: Wir wollen Founder Mode gemeinsam zum besten Entrepreneurship Podcast in Deutschland machen. Und ihr könnt uns helfen, indem ihr den Channel abonniert und eine Bewertung abgebt. Das hilft uns ungemein, weil die Episoden dadurch häufiger ausgespielt werden und wir noch spannendere Gäste einladen können. Danke euch und viel Spaß. Neben Vertrieb verantwortest du auch Marketing, also die Leads erstmal zu generieren, erstmal Awareness zu schaffen, die Leute reinzuholen. Was sind neue Themen, die du da reinbringst? Ich kann mir vorstellen, dass es gelerntes Verhalten hatte.
20:48 Christian Lindner: Also, wir haben erstmal Social Media begonnen. Das gab es so vorher nicht. Wir gehen jetzt sehr viel stärker. bei Google und bei Automotive Inventory Ads bei Meta vor, um Leads zu generieren. Und wir werden neben diesem Performance Marketing, das ich sehr schätze, weil es messbar ist, du kannst messen, wie viel Euro, wie viel Leads und kannst so justieren, dass Kost per Lead möglichst effektiv ist. Machen wir jetzt auch Markenführung für Autoland. Wir haben bislang Produktkommunikation gemacht in Print und Performance Marketing spielt jetzt eine größere Rolle. Und in Print Machen wir jetzt stärker Markenkommunikation. Ich bin gerade dabei abzuschließen, dass wir eine. . Ich glaube, der spannendsten Kreativagenturen gewinnen, die für uns da unsere Markenhandschrift Nochmal präzisiert und eine andere Sprache für Autoland auch mit uns gemeinsam entwickelt.
21:59 KI im Autokauf: Wann KI-Assistenten für uns Autos aussuchen und verhandeln
21:59 Feliks Eyser: Was bedeutet für dich KI-Marketing? Denkst du zum Beispiel darüber nach? In ChatGPT und Co. gefunden zu werden, also Geo, auch neue Disziplinen.
22:07 Christian Lindner: Ich habe ein Auto über ChatGPT gekauft quasi. Ich habe mich da beraten lassen. Ich mache mal so auf der Zeitachse. Jetzt KI, Optimierung von Performance Marketing, Optimierung des Datenbestandes. Jetzt KI bereits Vor Qualifizierung, Einordnung von Leeds. Morgen KI, die selbstständig Leads bearbeitet, beantwortet, auch am Telefon, umbound. Morgen Abend KI kann Outbound Telefonie im Vertrieb. Ende der Woche KI ist für die Lead-Generierung mindestens so wichtig wie Suchmaschine und Autobörse. Und ich würde sagen, nächsten Monat Agentic Commerce. Agenten sprechen mit deinen Agenten und möglicherweise bieten die den Kunden und Nutzern dann einfach out of the blue an, du, hör mal, ich habe mal gesehen, dein Auto ist so und so alt, die Finanzierung läuft aus. Und dann habe ich gedacht, naja, jetzt sind die Kinder auch größer, deshalb habe ich als dein Agent mal überlegt, eigentlich bräuchtest du eine andere Fahrzeugklasse. Ich habe gesehen, bei deinen Einkäufen bei der Kleidung, du hast auch irgendwie deinen Farbgeschmack verändert. Also habe ich mit dem neuen Farbgeschmack und der neuen Farbklasse, mal ähnzeugklasse, mal fünf Anfragen bei örtlichen Händlern gestellt. Und da habe ich tatsächlich 3000 Euro günstigeren Deal ausgehandelt und folgende Inzahlungnahme für dein bestehendes Auto. Du musst nur hier klicken, dann können wir es abschließen. Ich glaube, das ist alles nett. 2030 würde ich sagen, ist ein signifikanter Teil.
23:57 Feliks Eyser: Ich habe neulich einen Autoaustermin habe ich mein Agent machen lassen. Ich gesagt habe, bevor ich da jetzt anfange, irgendwelche E-Mails hinter den Herz zu schreiben, habe ich gesagt, hier macht's. Dann hat er gesagt, fotografiere mal kurz den Kilometerstand ab und den Fahrzeug scheinen. Dann ist er losgelaufen und hat Termine vereinbart. So ist es.
24:09 Christian Lindner: Also ich glaube, dass Agentic Commerce Ende des Jahrzehnts eine große Rolle spielen wird. Und das ändert Marketing, das ändert übrigens auch Werbung, weil du machst dann nicht nur Kampagnen für Menschen, du machst nicht nur Search Engine Optimizing, sondern du machst dann auch LLM-Optimizing und dann machst du Kampagnen, die sie an Agenten richten. Werbung für Agenten. Und das wird nochmal ein ganz neues Spielfeld in Professional Services wie Werbung und Marketing sein. Super spannend.
24:45 Feliks Eyser: Was ist die letzte App, die du gevibe-coded hast?
24:48 Christian Lindner: Wir haben ein neues Tool, mit dem wir die unterschiedlichen Finanzierungsoptionen für die Kundinnen und Kunden so darstellen können, dass es einfach einen großen Nutzen darstellt.
25:01 Feliks Eyser: Das sind diese typischen Sachen, die will man immer mal machen. IT ist überlastet, immer andere Themen, die wichtiger sind, gerade in so geil. Es kann ein pfiffiger Vertriebler sagen, komm, ich mach's mal selber. Ich weiß ja, was die Kunden haben wollen.
25:11 Christian Lindner: Ja, genau. Und ich weiß, was benötigt wird in der Praxis. In dem gerade geschilderten Fall ist das jetzt eine neue Funktion in unserer eigenen IT, keine App, sondern in unserer Standardsoftware, die eine eigene Entwicklung ist, integriert. Aber genau wie du sagst, es geht alles enorm schnell, wenn du mit KI-Koden kannst.
25:37 Sein KI-Buch aus dem Jahr 2001: Die richtige Idee, 25 Jahre zu früh
25:37 Feliks Eyser: Digitale Verkäufer, finde ich auch spannend, was du angesprochen hast. Da schließt sich so ein bisschen der Kreis. Du hast mein Buch geschrieben, ist so geil, heißt Avatare, digitale Sprecher für Business und Marketing. Ja, 2001. Genau, vor 25 Jahren. Richtiges Thema, war es ein bisschen früh. Aber im Grunde ist es ja möglich, dass du sagst, dass jetzt.
25:52 Christian Lindner: Absolut, das war genau diese Chatbot-Zeit, genau das, was man Also jetzt mit Agentenmacht, natürlich in jeder Hinsicht zu früh und auch natürlich technisch damals gar nicht umsetzbar. Ja, das Buch war sozusagen ein Nebeneffekt des Startups, an dem ich damals beteiligt war. Ich habe ja was mit Strompool erzählt. Dann war ich sehr erfolgreich in der Werbung, habe für Telekommunikationsunternehmen und für Sparkassen gearbeitet. Und das war so mein Core-Business, einige Jahre großer Erfolg. Strompool war so eine Einmalmaßnahme. Einmal Pool, einmal verkauft, Auto gekauft, mein erstes. Dann Werbung, Kommunikation, mehrere Jahre, gibt es den berühmten Kukrawattenfilm, mit dem ich Werbung in eigener Sache für uns gemacht habe. Du musst ja irgendwie Trommel rühren, es kommen ja zu 18-Jährigen nicht Kunden, also sind wir selber auch durchaus ein bisschen, wie soll ich sagen, Frivol in die Medien gegangen und haben uns erstmal selber verkauft, damit dann Aufträge kamen, hat funktioniert und dann Um das Jahr 2000, 2001 war ich beteiligt, am Ende glaube ich mit zehn Prozent oder so, an einem Startup, das genau das gemacht hat. Avatare, Chatbots und so weiter. Und Das war nichts. Also die Dotcom-Blase ist geplatzt und dann gab es keine Kunden mehr. Die hatten sich dann irgendwann aufgelöst. Und auch für uns gab es keine Finanzierungsoption mehr und dann war das beendet.
27:29 Feliks Eyser: Aber es hätte sie Zeit dafür. Wir haben eine Firma gegründet vor fünf, sechs Jahren. Superchat heißt, sie machen Chat-Agents und WhatsApp, also quasi das WhatsApp selber Fragen beantwortet für Autohäuser, Friseure und so weiter. Und die bieten jetzt auch Voice an. Im Grunde, dass du. Quasi auch telefonieren kannst und rufst du an, außerhalb der Geschäftszeiten, am Wochenende und so weiter, und kannst dann schon anlegen, ob es funktioniert.
27:47 Christian Lindner: Gibt es viele Anbieter, die das gegenwärtig machen. Also der, ich habe das Gefühl Der Markt wird extrem geschwemmt von Unternehmen, die das anbieten, Startups, die diese Idee verfolgen. Und ich finde, die Spreu vom Weizen kann man nur trennen, wenn man überlegt, okay. Also ich habe nichts geben gegen AI-Wrapper, die nicht ein eigenes System haben, sondern nur auf der Basis eines anderen arbeiten. Dann aber musst du dich auf ein Vertical so konzentrieren, dass du weißt, okay, in der Branche kenne ich die Prozesse und ich mache mit KI die Lösung, auch wenn es jetzt Leicht zu coden ist und Claude vielleicht in in fünf Monaten den ganzen Source Code nachbauen kann. Ich habe die Prozesskompetenz, ich kenne das Vertical und kann deshalb Mehrwert bieten. Also Zum Beispiel unser gemeinsames Engagement bei Merlin ist ja sowas. Die Jungs verstehen genau. Was braucht die Kommunalverwaltung? Wie ticken die und bieten dann eine KI-Lösung für den Kunden bzw. Bürgerkontakt unter anderem? Und da würde ich sagen, okay, das ist ne? Durch die Spezialisierung auf den Bereich hat das eine echte Perspektive, wie man ja auch an den Erfolgen und der Traktion sieht.
29:12 Feliks Eyser: Ja, können wir gleich schon drüber sprechen, was du dazu für Beteiligungen machst. Was würdest du sagen aus der Autoland-Perspektive, um das abzuschließen, was muss ein Founder starten und bei dir anrufen, damit du zuhörst? Also, was fehlt sozusagen noch aus deiner Operator-Perspektive an KI-Startups für den Autohandel?
29:26 Christian Lindner: Naja, sehr viel ist im Bereich CRM. Interessanterweise ist der Bereich Logistik und Sortimentssteuerung von den Dienstleistern gegenwärtig noch nicht so abgebildet. Das bauen wir jetzt selbst. gibt es vielleicht auch nicht so viele, die den Bedarf haben, weil als OEM, also als Franchise, als markengebundener Händler, so, da hast du in der Regel dann Neuwagen und deine paar Gebrauchtwagen vor Ort vielleicht. Und ansonsten hast du es bei VTI auf der großen Volkswagenplattform. Zum Beispiel oder Drehscheibe bei Mercedes. Aber wir eben 15. 000 Fahrzeuge im Bestand, die zwischen 37 Niederlassungen hin und her geschoben werden müssen. Regionale Unterschiede in den Präferenzen und Wünschen, welches Auto Hamburg mehr E-Mobilität als andere Standorte zum Beispiel. Das kannst du mit KI steuern. Und das ist eine Sache, die gehen wir jetzt selbst an. Aber das wäre auch natürlich etwas, wo man sagt, okay, nicht Bild, sondern bei. Jetzt bitte nicht wieder zehn Sales-E-Mails schreiben.
30:28 Feliks Eyser: Ja, das könsieren.
30:31 Christian Lindner: Das ist so. Also es ist unglaublich, das war auch, wenn ich so sage, was hat dich am meisten überrascht nach deinem Wechsel in die Wirtschaft?
30:40 Feliks Eyser: Es ist gut, dass du selber die Fragen stellst.
30:42 Christian Lindner: Sie werde ich auch schon ersetzt. Ist jetzt so halb Spaß, aber Alle wollen dir was verkaufen. Permanent. LinkedIn, E-Mail-Eingang, Post, Papierpost. Und das hast du davor. Alle so?
30:55 Feliks Eyser: Alle wollen dich von irgendwas überzeugen?
30:57 Christian Lindner: Ja, gut, in der Politik, alle wollen dich überzeugen von ihrem Thema, sie kommen auf dich zu mit einem Problem, klar. Aber jetzt ist eben unglaublich viel, wo Leute sagen: ja, ich habe jetzt folgende Dienstleistungen, sie müssen dies noch das machen und wir sind eine So- und so-Agentur. Unglaublich viel.
31:14 Zehn Startup-Beteiligungen: Wie Lindner heute als Investor unterwegs ist
31:14 Feliks Eyser: Und Startups, die zu dir kommen für Funding, du hast Merlin angesprochen. Das ist eine witzige Story, weil du hast irgendwann auf Instagram gepostet, so sinngemäß. I'm open for business als Angel. Ich habe Lust, mich bei Companies zu beteiligen. Und sag doch mal, was es da so interessant gibt. Also, du hast ja quasi so eine Art Aufruf gestartet. Ja, ich
31:32 Christian Lindner: weiß gar nicht mehr wie das wie das genau formuliert war ich glaube es war so dass ich bei der Bundesregierung angemeldet habe, das musste ich ja damals während der Karenzzeit noch, so war es, glaube ich. Genau, du bist da frei quasi. Genau, ich habe bei der Bundesregierung angemeldet. Angezeigt, dass also in den 18 Monaten nach dem Ausscheiden aus einem Regierungsamt muss man das machen. Ich habe bei der Bundesregierung angezeigt, dass ich eine Beteiligungsgesellschaft gegründet habe und Angel Investments mache. Und darüber wurde das bekannt. So war das. Ich glaube, ich habe keinen Aufruf gemacht, sondern darüber Berichtet dann dann irgendwie, was weiß ich. Dann stand es gleich in Gründerszene. Genau, du stand es in Gründerszene und so weiter und so fort. Und ja, die Beteiligungsgesellschaft hatte ich gegründet, weil ich schon aus meinem Netzwerk zwei Ideen hatte, wo ich mitmachen sollte, konnte, wollte. Und deshalb die Beteiligungsgesellschaft. Und ja, das hat so ein bisschen Fahrt aufgenommen. Ich habe jetzt, glaube ich, irgendwie zehn Engagements. Wirklich, zehn Startups. Das sind ja kleine Engagements. Also ich sage ja nicht so, jetzt mache ich ja aber mal drei Millionen.
32:43 Feliks Eyser: Was investierst du da so?
32:45 Christian Lindner: Wie ist dein Investmentansatz der General? Also, ich habe kleine Tickets. Oder dass ich jetzt die Zahl genau nennen will. Und neben dem kleinen Ticket biete ich natürlich an Sparing, dass ich mal einen Kontakt herstelle. So, das ist so ein Paket aus bisschen Kapital und meinen Beiträgen, die ich da leisten kann. Coaching, Sparing, Networking, Ratschläge bei Finanzierungsfragen oder Vertriebsfragen.
33:24 Feliks Eyser: Also man diskutiert es aus fauna Perspektive immer und sagt, ah, okay, da ist jetzt jemand und so, der investiert in die Firma, aber gleichzeitig kriegt der vielleicht auch noch Advisory Shares, so das ist ja meistens dann so Art von Deal. Ich finde es aber ein Win-Win, weil sagst du, also erstmal bezahlt dich ja jemand dafür, dass er quasi für dich arbeiten kann. Ein Stück weit, du investierst da Geld und Zeit. Also erstmal ein gutes Setting, du hast Skin in the Game. Und dann kann man sagen. Es ist ja oft so, dass so ein Angel dann 0,x Prozent hält, sagen wir ein halbes Prozent an so eine Firma hat für sein finanzielles Ticket, dann vielleicht nochmal das gleiche an Advisory Shares kriegt, sprich für dich als Angel ein guter Deal, weil halbe Wertung. Für einen Founder tut es aber fairerweise auch nicht so weh. Ob du jetzt ein halbes Prozent oder ein Prozent abgibst, so wenn du der Überzeugung bist, Christian kann helfen.
34:04 Christian Lindner: Da ist ein Mehrwert. Genau, da ist ein Mehrwert. Mir macht das unglaublich viel Spaß. Also die wirtschaftliche Komponente muss man jetzt nicht überschätzen. Also wenn du mit kleinem Ticket reingehst und ein paar Advisor wie Shares bekommst, die ja dann auch noch der einst irgendwann der Einkommensteuer unterliegen und insofern nochmal weniger attraktiv sind. Ja, an mir liegt es nicht. Ich habe bei den Stock Options ja in meiner aktiven Zeit als Finanzminister schon mal einen Riesenschritt gemacht. der gerne jetzt noch ausgedehnt werden kann, da bin ich ganz bei dir. Mein wesentlicher Antrieb, meine Motivation ist. Ich lerne was von Gründerinnen und Gründern über deren Themen, über deren Methode. Das heißt, im Grunde ist das auch ein Geben und Nehmen, was jetzt Wissen angeht. Was hat dich überrascht, was du da gelernt hast? bestimmte Fragen der Agilität oder wie die ihre Präsentationen aufbauen oder was sie in bestimmten Geschäftsmodellen, in denen ich tätig bin, einfach technologisch drauf haben, aha, so geht das, so macht ihr das. Also ein Geben und Nehmen, Inspiration auch für mich. Und dann habe ich auch Ich bin erst 47, nicht zu alt klug anhören. Aber ich habe auch Freude, dann mit denen, die eine Generation jünger sind als ich, in der Regel ja so Mitte 20, mit denen was zu machen. Weil irgendwie. Also ich fühle mich nicht alt und deshalb freue ich mich auch dann, wenn ich nicht nur mit 60-Jährigen zu tun habe, wie früher in der Politik, sondern Da auch noch irgendwie noch einen ganz anderen, wie soll ich sagen, kulturell ästhetischen Impuls auch aufnehme.
35:54 Feliks Eyser: Ich bin für mich alt, das kann ich dir sagen. Ich bin Ende 30, aber dann hänge ich für diesen 22-jährigen Kids ab. Die komplett AI native sind, alles nur noch Prompten in fünf Fenstern und ich denke, Alter, was ist mit der Welt passiert? Also, das Gefühl immer schon.
36:04 Christian Lindner: Aber dann hält sie auch nicht. Du hast ja dieselbe Erfahrung wie ich dann. Genau das ist es. Das hält hält dich einfach frisch und in der Gegenwart. Also insofern, das ist so ein Paket aus, es ist wirtschaftlich ein, soll ich sagen, ein Diversifikation. von Aktivitäten. Es ist Inspiration und es macht Spaß. Die drei Gründe.
36:32 Feliks Eyser: Ja. Für die Frauen macht es auch Spaß. Köchte von Trubi, einen schönen Gruß sagen von Marian. Der freut sich immer, weil die verkaufen AI-Agen an Behörden, hast du gesagt. Also geht es darum, den Oberbürgermeister kennenzulernen, den Digitalisierungsexperten. Kennenzulernen und so weiter. Und da hilft es natürlich, eine warme Intro zu kriegen.
36:47 Christian Lindner: Da hilft es eine warme Intro, da hilft auch mal eine Überlegung, wie kannst du Vertrieb im öffentlichen Sektor machen bei Städten und Gemeinden. Wo gehst du hin, zu welchen Kongressen, um dich als Unternehmen auch zu zeigen? Das ist ja nicht immer nur die warme Intro. Ich kann jetzt nicht auch noch für die Startups, in denen ich engagiert bin, systematisch regelmäßig was weiß ich, jede Woche zwei Stunden Vertriebskontakte machen. Das kriege ich nicht hin. Oder du kannst eben sagen, hey, da gibt es den und den Kongress, da musst du hin oder den und den Verband, wenn du den hast, das ist ein Key-Account. Und ja, so versuche ich bei Merlin, sprechen wir gerade drüber, versuche ich da einen kleinen Beitrag zu leisten, aber der ist natürlich klein. Alle Credits zu den Gründern.
37:31 Feliks Eyser: Was war für dich der größte Struggle, deine Karriere zu pivotten? So Startup Founder pivotten, legen ein Geschäftstell beiseite, machen es andere, du startest quasi bei null, du hast super viel Erfahrung in einem Segment. Guter Manager, kannst du Leute mitnehmen, aber startest ja sozusagen nochmal bei Null. Was ist für dich als Investor, als Mitunternehmer bei Autoland, aber auch quasi jetzt als Investor in der Wirtschaft generell in deiner neuen Rolle voll in der Privatwirtschaft?
37:54 Christian Lindner: Ich empfinde es nicht als so schwer. Ich glaube, mir fällt es deshalb nicht so schwer, weil ich einfach mit großer Dankbarkeit und Zufriedenheit die alte Rolle. hinter mir gelassen habe und ich wiederhole mich, ich habe mich auch in der Politik irgendwo als Manager gesehen Sowohl als Minister hatte ich meine Projekte und Themen, als Parteivorsitzender hatte ich meine Kampagnen und meine Organisationsentwicklungen. Fundraising war mir immer wichtig, damit die parteiwirtschaftlich gesund ist. Also insofern, ich sage es mal so, das Klischee des Politikers, die quatschen ja nur und machen ja nichts und hängen nur irgendwo ab. Das würde ich für mich nicht gelten lassen für meine aktive Zeit in der Politik. Und deshalb ist die Veränderung jetzt für mich nicht so ein Kulturschock.
38:44 Feliks Eyser: Du hast mit vielen Gründern gesprochen, deine Rolle als Politiker, immer viele Forderungen, es gibt Sachen, die man ändern kann, Stock Options und tausend andere Sachen. Was glaubst du andersrum, was können Founder für Deutschland tun?
38:55 Christian Lindner: Naja, es ist das ausgelagerte Labor für unser Land. Wo sollen die Zukunftsarbeitsplätze herkommen? Und mehr noch, also ich bin davon überzeugt, dass Deutschland eine gute wirtschaftliche Perspektive hat, Mittelstand und Industrie, Wenn wir Innovation aufnehmen und wenn wir Produktivitätswachstum auch durch neue Technologie und im Besonderen durch KI bekommen. Das sind vielleicht nicht die lautesten Start-ups und Anwendungen, die hier in Deutschland entstehen, aber die tiefe Integration in die Industrie, die ganzen Prozesse, die wir haben. Wir haben schon traditionell viel Automatisierung. Also ich glaube, dass wir einen unglaublich fruchtbaren Boden haben. auf dem jetzt durch KI was Neues, Starkes wachsen kann. Und da spielen Start-ups als als Katalysator dieser Entwicklungen eine Echt bedeutsame, vielleicht sogar entscheidende Rolle, weil ich sage das mit aller Höflichkeit: die Innovations-Absorptionskompetenz. Die Fähigkeit, Innovationen aufzunehmen als etabliertes Unternehmen mit einem Legacy-Geschäftsmodell. Das nenne ich jetzt mal Innovations-Absorptionskompetenz, um nicht höflich auszudrücken. Die ist in Deutschland noch optimierbar.
40:18 Feliks Eyser: Ich hält es in Grenzen, ne?
40:19 Christian Lindner: In Teilen von Handwerk, Mittelstand und Industrie scheint es so zu sein. Sonst hätten wir ja Produktivitätswachstum, denn Produktivitätswachstum entsteht nicht nur durch die allseits erforderlichen und geforderten strukturellen Wirtschaftsreformen entsteht auch durch Einfallsreichtum, Risikobereitschaft, Investitionsbereitschaft in der Wirtschaft selbst.
40:42 Feliks Eyser: Jetzt bist du Ende 40. Was gibst du dem 18-jährigen Christian Mitt? Das Video kennen wir von der Deutschen Welle. Du sagst, Probleme sind ordnige Chancen, das hat jeder gehört. Es gibt übrigens ein anderes geiles Zitat, das vielleicht nicht so viele Leute kennen, du hast auch gesagt. Von Dante? Der eine wartet, dass die Zeit sich wandelt, der andere packt sie an und handelt. Bisschen verloren gegangen, das ist da. Fand ich aber auch sehr geil im Video. Was gibst du aus deiner heutigen Position, dem 18-jährigen Unternehmer, Christian, mit?
41:10 Christian Lindner: Eigentlich haben meine Eltern das ganz gut gemacht. Meine Eltern haben das nämlich insofern super gemacht. Und so würde ich es gegenüber dem 18-Jährigen halten oder auch jetzt gegenüber meiner Tochter. Die haben einfach mich machen lassen. Die haben mir das Gefühl gegeben, wenn irgendwas nicht klappt, Hier ist Family, Familie, kannst immer zurückkommen, wir lassen dich nicht fallen, aber wenn du dich irgendwie auch austoben willst, Es war jetzt bei mir jetzt kein schlimmes Austoben, sondern ich habe mich selbstständig gemacht und mich politisch engagiert und einen Wagen auf der Love Parade gemacht und so weiter, solche Dinge. Also ist ja nichts Schlimmes, aber eben ungewöhnlich, sage ich mal. Und die haben mich machen lassen. Und deshalb, ich würde den 18-jährigen Christinnen auch machen lassen. Ich wüsste heute fünf Dinge, wo ich sage: oh, mach das doch anders. Oder pass doch mal auf da und verzettel dich nicht. Und ähm. Aber ich würde es dem 18-jährigen Christian Lindner nicht sagen, sondern der soll machen. Du musst halt deine eigenen Erfahrungen machen. Christian, schön, dass du da warst. Wofür liegen dich online? Wer soll sich melden?
42:15 Feliks Eyser: Wer soll sich nicht melden? Die Sales-Leute weniger, habe ich verstanden?
42:18 Christian Lindner: Sales-Leute weniger, Leute, die eine interessante Idee haben. und allerdings schon ein qualifiziertes Team sind, also wo schon was zu sehen ist, also ganz, ganz frühe Phase. von Leuten, die es zum allerallerersten Mal machen und auch noch keine Ausbildung haben, also noch nichts nachweisen können, außer einer Idee, die die mit ChatGPT in eine PDF gepackt ist. Also Pitchtacks, wo man sieht, okay, noch nie was gemacht, mit ChatGPT ein Pitchsteck gebaut. Das ist nicht so interessant, aber Leute, die eine Ambition und eine Idee haben, da bin ich immer via LinkedIn oder über E-Mail auf meiner Webseite erreichbar.
43:04 Feliks Eyser: Ja, sehr gut. Vielleicht schaffen wir noch Investment zusammen. Eins haben wir mit Merlin, zweites mit Legal auch, AI Compliance.
43:11 Speaker 3: Schön, dass du da warst, Christian. Ich danke dir.


