Auf hunderte Millionen verzichtet, 250 Mio. Bäume & der KI-Kampf gegen Google

mit Christian Kroll, Gründer und CEO von Ecosia

28. Juli 2026 · 96 Min

Zusammenfassung

Christian Kroll erklärt, warum ihm an Ecosia faktisch nichts mehr gehört, wie 4,4 Millionen Euro Monatseinnahmen in Bäume und Klimaschutz fließen und wie ein kleines europäisches Team im KI-Rennen gegen Google bestehen will.

Christian Kroll im Gespräch im Founder-Mode-Studio

Christian Kroll wollte nach dem BWL-Studium Investmentbanker werden. Dann reiste er anderthalb Jahre, lebte ein halbes Jahr in Nepal und fast ein Jahr in Südamerika und sah dort, wie Regenwald für Viehweiden und Sojaanbau verschwindet. Weil er nie um Spenden bitten wollte, suchte er ein Geschäftsmodell. Bei seiner ersten Website, einem einfachen Finanzvergleich, hatte er die Hälfte seines Umsatzes an Google gezahlt und dabei verstanden, wie gut das Suchmaschinen-Geschäft funktioniert. Daraus wurden erst Forestle und im Dezember 2009 Ecosia.

Heute hat Ecosia 250 Millionen Bäume gepflanzt und veröffentlicht seine Finanzberichte. Im März 2026 lagen die Einnahmen bei 4,4 Millionen Euro. Gezählt werden nur Bäume, die überleben, die Quote liegt laut Kroll bei etwa 80 Prozent. Mit fast 100 Partnerorganisationen fährt Ecosia einen Portfolio-Ansatz und prüft per Satellit und vor Ort. Das größte Wachstumshindernis ist nicht das Produkt, sondern die Voreinstellung: Google ist überall vorinstalliert, und ein einziges Firefox-Update hat Ecosia einmal über Nacht 30 Prozent der Suchanfragen gekostet.

Im Kern geht es um Verantwortungseigentum. Als Ecosia auf dem Radar von Microsoft auftauchte, fragten Mitarbeitende, was das Versprechen „Ecosia wird nicht verkauft“ rechtlich wert ist. Kroll machte es verbindlich: 99,6 Prozent der Anteile liegen bei der Purpose-Stiftung, er und Tim Schumacher halten nur Stimmrechte. Damit verzichteten beide auf ein mögliches Vermögen von mehreren hundert Millionen Euro. Kroll erklärt, warum er „erst reich werden, dann spenden“ für ein Pflaster hält und warum ein Leuchtturm-Unternehmen mehr verändert als ein paar hundert Millionen Bäume extra.

Danach geht es um die Zukunft: Ecosia wird von der Suchmaschine zur KI-App, läuft großteils auf Mistral und zum Teil auf selbst gehosteten Open-Source-Modellen und setzt auf Werbung und bald auch Abos. Kroll beschreibt die Kulturkrise des letzten Jahres, sein „faster than by the book“ und die Frage, für welche Geschäftsmodelle sich das Purpose-Modell eignet. Zum Schluss spricht er über seinen Sohn, die Sorge vor drei Grad Erwärmung und die Frage, wann Geld genug ist.

Worüber am meisten gesprochen wurde

Anteil an der Gesprächszeit, berechnet aus den Kapitel-Längen (ohne Intro).
Verantwortungseigentum
21 % · 18 Min
KI-Strategie
20 % · 18 Min
Big Tech & Wettbewerb
19 % · 17 Min
Purpose-Geschäftsmodelle
13 % · 12 Min
Persönliches
11 % · 10 Min
Herkunft & Gründung
10 % · 9 Min
Zahlen & Impact
6 % · 5 Min
Gesprächsverlauf

Kapitel

  1. 00:00Trailer & IntroIntro
  2. 06:37Die Weltreise, die aus dem BWL-Studenten einen Klimagründer machteHerkunft & Gründung
  3. 15:53Ecosias Zahlen: 4,4 Millionen Euro Einnahmen im MonatZahlen & Impact
  4. 21:11Die Macht der Voreinstellung: Warum Produktqualität fast egal istBig Tech & Wettbewerb
  5. 26:50Ein Firefox-Update kostet über Nacht 30 Prozent der NutzerBig Tech & Wettbewerb
  6. 37:47Verantwortungseigentum: Warum selbst Google Ecosia nicht kaufen könnteVerantwortungseigentum
  7. 44:37Erst reich werden, dann spenden? Warum Kroll auf hunderte Millionen verzichtetVerantwortungseigentum
  8. 56:09Von der Suchmaschine zur KI-App: Ecosia gegen OpenAI und GoogleKI-Strategie
  9. 01:13:55Purpose-Geschäftsmodelle: Der Test mit den KlimaleugnernPurpose-Geschäftsmodelle
  10. 01:25:45Vaterschaft, Zeitmangel und die Frage: Wann ist genug?Persönliches

Key Learnings

  1. 1

    Bau Impact auf ein Geschäftsmodell, nicht auf Spenden

    Kroll wollte nie Leute um Spenden bitten. Bei seiner ersten Website, einem einfachen Finanzvergleich, zahlte er die Hälfte seines Umsatzes an Google, um Traffic zu kaufen, und sah dabei, wie stark das Geschäftsmodell Suche ist. Die erste Version von Ecosia war deshalb eine Suche mit Werbeanzeigen, gebaut mit wenig Technik, einigen Freelancern und Freunden. Der Impact hängt am Umsatz, nicht am guten Willen von Spendern.

    06:37 · Die Weltreise, die aus dem BWL-Studenten einen Klimagründer machte
  2. 2

    Miss deinen Impact ehrlich

    Ecosia zählt nur Bäume, die überleben, laut Kroll etwa 80 Prozent. Mit fast 100 Partnerorganisationen arbeitet Ecosia wie ein Portfolio: kleine Beträge geben, Ergebnisse per Satellit und Fotos vor Ort prüfen, dann skalieren, was funktioniert. Und Bäume müssen den Menschen vor Ort einen Wert stiften, etwa als Feuerholz oder Einkommen, sonst sind sie bald wieder weg.

    15:53 · Ecosias Zahlen: 4,4 Millionen Euro Einnahmen im Monat
  3. 3

    Verteilung schlägt Produktqualität

    Viele Menschen würden laut Kroll eine Suchmaschine wählen, die ihre Gewinne für Bäume ausgibt. Sie werden nur nie gefragt, weil Google voreingestellt ist. Sein Beleg: Bing hat auf dem Desktop etwa 10 Prozent Marktanteil, weil es dort im Edge-Browser voreingestellt ist, auf Smartphones nur null Komma irgendwas, bei gleicher Qualität. Die US-Suchmaschine Neeva hat trotz eines Ex-Googlers als Gründer nach drei Jahren aufgegeben.

    21:11 · Die Macht der Voreinstellung: Warum Produktqualität fast egal ist
  4. 4

    Rechne mit Plattformrisiken

    Ein Großteil der Ecosia-Nutzer war einmal auf Firefox. Dann stellte ein Update die Ecosia-Nutzer versehentlich auf Google zurück, und über Nacht waren 30 Prozent der Suchanfragen weg, die Gewinnmarge fast komplett. Statt teurer Klagen gegen Big Tech teilt Ecosia seine Erfahrungen mit den europäischen und deutschen Wettbewerbsbehörden. Ohne sie wäre Ecosia laut Kroll vielleicht schon plattgemacht worden.

    26:50 · Ein Firefox-Update kostet über Nacht 30 Prozent der Nutzer
  5. 5

    Sag klar, wie es laufen soll, und geh in den Konflikt

    Für das KI-Rennen wollte Kroll zurück in den Startup-Modus, aber nicht alle wollten mit. Er sagte im All-Hands mehrmals offen, wer Stabilität sucht, ist woanders besser aufgehoben. Einige gingen freiwillig, einigen hat er gekündigt, es gab schlechte Glassdoor-Bewertungen und ein paar Monate miese Stimmung. Seine Lektion als harmoniesuchender Mensch: Ehrlich sein und den Mut haben, denn der Harmoniemodus ist auf lange Sicht nur Leiden für beide Seiten.

    26:50 · Ein Firefox-Update kostet über Nacht 30 Prozent der Nutzer
  6. 6

    Mach dein Versprechen rechtlich verbindlich

    Kroll hatte von Anfang an versprochen, dass Ecosia nicht verkauft wird. Als Mitarbeitende fragten, wo das eigentlich steht, merkte er, dass es nirgends stand. Heute liegen 99,6 Prozent der Anteile bei der Purpose-Stiftung, die Verkauf und Dividenden ausschließt. Kroll und Tim Schumacher halten nur Stimmrechtsanteile, führen also weiter wie Unternehmer, aber ohne Exit. Das Modell funktioniert auch für ganz normale Firmen, Kroll nennt einen Fensterbauer als Beispiel.

    37:47 · Verantwortungseigentum: Warum selbst Google Ecosia nicht kaufen könnte
  7. 7

    Gewinn mit Kopf statt Kapital

    Ecosia kann nicht so viel Geld ausgeben wie die US-AI-Labs und sagt deshalb bewusst Nein: kein Deep Research, keine Videogenerierung, eher schmale, effiziente Modelle, großteils auf Mistral. Kroll nennt sein Prinzip „faster than by the book“, also bewusst Schritte überspringen, um schneller zu sein. Für Aufmerksamkeit setzt er auf asymmetrische Wetten wie die Idee eines Klima-Nobelpreises, angelehnt an Günter Faltins Buch „Kopf schlägt Kapital“.

    56:09 · Von der Suchmaschine zur KI-App: Ecosia gegen OpenAI und Google
  8. 8

    Purpose ersetzt kein gutes Produkt

    Nur zu sagen, dass man etwas mit Bäumen macht, reicht laut Kroll nicht. Ein Purpose-Modell funktioniert, wenn es Kunden genug wert ist und genug Marge drin ist, wie bei share, dem Mobilfunker WEtell oder der Tomorrow Bank. Am stärksten ist ein Produkt, das auch Klimaleugner überzeugt, weil es einfach besser oder günstiger ist, wie heute Elektroautos und Wärmepumpen. Patagonia zeigt, wie Purpose das Angebot rund macht, etwa mit kostenlosen Reparaturen.

    01:13:55 · Purpose-Geschäftsmodelle: Der Test mit den Klimaleugnern

Meistgesehener Clip zur Folge

Wer Stabilität will und wissen muss, was in drei Monaten passiert, ist hier falsch.

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Zahlen aus der Folge

4,4 Mio. €
Einnahmen von Ecosia im März 2026
250 Mio.
von Ecosia gepflanzte Bäume, gezählt werden nur überlebende
ca. 80 %
Überlebensrate der gepflanzten Bäume
fast 100
Partnerorganisationen für Baumpflanzprojekte
ca. 10 %
Marktanteil von Bing auf dem Desktop, auf Smartphones nur null Komma irgendwas
30 %
der Suchanfragen, die ein Firefox-Update über Nacht gekostet hat
99,6 %
der Anteile, die bei der Purpose-Stiftung liegen
ca. 3 Grad
Erwärmungspfad, auf dem die Welt laut Kroll gerade ist

Zitate

Christian Kroll lächelt
„Das Problem ist nur, du wirst nie gefragt als Nutzer. Da ist Google voreingestellt, du denkst nie darüber nach.“
Christian Kroll
„… selbst wenn morgen Microsoft oder Google kommen würde und sagen würde, hey hier, wir geben euch ein paar Milliarden, verkauft uns mal eure Suchmaschine. Dann wäre das rechtlich nicht möglich …“
Christian Kroll
„Also wir machen ja auch eigentlich Shareholder-Value-Maximierung, aber unser Shareholder ist … unser Planet oder unser Klima.“
Christian Kroll
„… nur zu sagen, ah ja, wir machen irgendwas mit Bäumen, ist glaube ich nicht genug.“
Christian Kroll
„Es macht sogar irgendwann vielleicht unglücklicher, viel Geld zu haben.“
Christian Kroll

Über den Gast

Christian Kroll

Christian Kroll

Gründer und CEO von Ecosia · Ecosia, World Fund

Christian Kroll ist in Wittenberg aufgewachsen, war als Jugendlicher Leistungsschwimmer und hat in Nürnberg BWL mit Schwerpunkt Finanzwesen studiert, eigentlich mit dem Ziel Investmentbanking. Auf einer anderthalbjährigen Reise, davon ein halbes Jahr in Nepal und fast ein Jahr in Südamerika, sah er Armut und Abholzung aus der Nähe. Nach einem ersten Versuch namens Forestle gründete er im Dezember 2009 die Suchmaschine Ecosia, die ihre Gewinne für Baumpflanzprojekte und Klimaschutz einsetzt. Ecosia hat inzwischen 250 Millionen Bäume gepflanzt. Die Kapitalanteile liegen zu 99,6 Prozent bei der Purpose-Stiftung, Kroll und Mitgesellschafter Tim Schumacher halten nur noch Stimmrechte. Zusammen mit Tim hat er außerdem den Klima-VC World Fund mit ins Leben gerufen.

Häufige Fragen

Wem gehört Ecosia?

99,6 Prozent der Kapitalanteile liegen bei der Purpose-Stiftung, einer gemeinnützigen Stiftung, die dafür sorgt, dass die Anteile nicht verkauft und keine Dividenden ausgezahlt werden können. Christian Kroll und Tim Schumacher halten je 0,2 Prozent als reine Stimmrechtsanteile. Sie führen das Unternehmen also weiter, können aber nicht an einem Verkauf verdienen. Dieses Modell heißt Verantwortungseigentum.

Wie viel Geld macht Ecosia und wohin fließt es?

Laut dem Finanzbericht, den Feliks in der Folge zitiert, hatte Ecosia im März 2026 Einnahmen von 4,4 Millionen Euro, davon gingen rund 1,7 Millionen in Bäume. Die operativen Kosten liegen bei etwa einem Viertel des Umsatzes. Ziel ist laut Kroll, dass mindestens die Hälfte direkten Klimaimpact hat und, mit Steuern und dem eigenen Suchindex, etwa drei Viertel einem guten Zweck dienen.

Warum nutzen nicht mehr Menschen Ecosia?

Laut Kroll liegt es vor allem an Voreinstellungen. Google ist auf den meisten Geräten und Browsern Standard, Apple hat eine große Partnerschaft mit Google, Android gehört zu Google. Nutzer werden nie gefragt. Wie stark das wirkt, zeigt Bing: etwa 10 Prozent Marktanteil auf dem Desktop, auf Smartphones fast nichts, bei gleicher Produktqualität. Ecosia kommt auf 1 bis 2 Prozent Marktanteil.

Wie will Ecosia im KI-Rennen bestehen?

Ecosia entwickelt sich von der Suchmaschine zur KI-App, die du ähnlich wie ChatGPT oder Gemini nutzen kannst. Der Hauptteil läuft auf Mistral, dazu kommen selbst gehostete Open-Source-Modelle, ein eigener Suchindex und ein Cluster im Rechenzentrum eines Partners. KI-Anfragen sind laut Kroll kaum noch teurer als klassische Suchen. Finanziert wird über Werbung und bald auch Abos, teure Funktionen wie Videogenerierung lässt Ecosia bewusst weg.

Kann ich Verantwortungseigentum auch nur teilweise umsetzen?

Ja. Kroll nennt Zwischenformen: Du kannst dir im Modell etwa die ersten fünf Millionen auszahlen lassen, eine Sperrminorität halten, Anteile an eine Stiftung übertragen oder dich über den Founders Pledge verpflichten, einen Teil eines späteren Exits zu spenden. Er sieht aber selten, dass halbe Lösungen langfristig halten, weil bei einem Exit an große Konzerne am Ende wieder die Rendite zählt.

Hat Christian Kroll wirklich auf hunderte Millionen verzichtet?

Feliks schätzt, dass Kroll als klassisches For-Profit-Unternehmen privat auf ein paar hundert Millionen Euro Vermögen verzichtet hat, und Kroll bestätigt das. Er sagt, er hätte viele Millionen ohnehin nur zur Lösung der Klimakrise verwendet, und das könne er auch mit Ecosia. Ein Exit wäre aus seiner Sicht eine verpasste, einmalige Gelegenheit, ein relevantes Unternehmen mit anderem Wirtschaftsmodell zu bauen.

Erwähnt in der Folge

Firmen, Personen und Produkte aus dem Gespräch
  • Tim SchumacherPersonMitgesellschafter von Ecosia, der wie Kroll auf seine Kapitalrechte verzichtet hat; mit ihm hat Kroll auch den World Fund mit ins Leben gerufen.
  • GoogleFirmaHauptkonkurrent: auf fast allen Geräten als Suchmaschine voreingestellt; stellte am Anfang auch die Suchergebnisse für Forestle.
  • BingProduktSuchmaschine von Microsoft, Krolls Beispiel für die Macht der Voreinstellung: etwa 10 Prozent auf dem Desktop, fast nichts auf Smartphones.
  • FirefoxProduktBrowser, über den einst ein Großteil der Ecosia-Nutzer suchte, bis ein Update sie versehentlich auf Google zurückstellte.
  • NeevaFirmaUS-Suchmaschine eines Ex-Googlers mit viel Venture Capital, die laut Kroll nach drei Jahren aufgab, weil sie nicht in den Markt kam.
  • Mistral AIFirmaFranzösischer KI-Anbieter, auf dessen Modellen der Großteil der Ecosia-KI aktuell läuft.
  • OmioFirmaReiseplattform, die Ecosias KI etwa für Zugverbindungen abfragt.
  • World FundFirmaEuropäischer Climate-Tech-VC, den Kroll mit Tim Schumacher mit ins Leben gerufen hat, ein klassischer Venture-Capital-Fonds.
  • Founders PledgeFirmaInitiative, bei der sich Gründer verpflichten, einen Teil ihres späteren Exits zu spenden; für Kroll ein eher weiches Commitment.
  • shareFirmaKonsumgütermarke aus Bahnhof und Drogerie, die laut Kroll Marketing im Regal durch glaubwürdigen Purpose ersetzt.
  • Viva con AguaFirmaVon Feliks genanntes Beispiel für Purpose in einer Kategorie, in der Leute sowieso Geld ausgeben: Wasser.
  • WEtellFirmaMobilfunkanbieter in Verantwortungseigentum, den Ecosia unterstützt hat und den Kroll selbst nutzt.
  • Tomorrow BankFirmaNachhaltige Bank, Krolls Beispiel für ein Produkt, bei dem du ähnlich viel zahlst, aber zum Wechsel etwas Gutes bewirkst.
  • PatagoniaFirmaOutdoor-Marke in einer Art Verantwortungseigentum; für Kroll ein Vorbild, auch wegen der kostenlosen Reparaturen.
  • Kopf schlägt KapitalBuchBuch von Günter Faltin, das Kroll für seinen Ansatz zitiert: kreative Ideen statt großer Budgets.

Transkript

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00:00 Trailer & Intro

00:00 Christian Kroll: Stell dir mal vor, alle Unternehmen auf der Welt würden nach demselben System funktionieren wie Ecosia. Wir hätten Klima, Hunger, Ungerechtigkeiten, ich glaube, alle Probleme gelöst.

00:08 Feliks Eyser: Du hast ja privat vielleicht auf ein paar hundert Millionen Euro Vermögen verzichtet.

00:12 Christian Kroll: Ich hatte das ja ganz am Anfang versprochen, Ecosia wird nicht Verkauf, es geht nicht um persönliche Bereicherung.

00:17 Feliks Eyser: In Summe 250 Millionen Bäume gepflanzt, im März 2026. 4,4 Millionen Euro an Einnahmen. Brutal.

00:24 Christian Kroll: Also nur zu sagen, ah ja, wir machen irgendwas mit Bäumen, ist nicht genug. Bei Ecosia ist die Story ja eigentlich größer. Wir versuchen, Kapitalismus so zu drehen, dass es wieder der Gesellschaft dient, Zweck ist die Lösung der Klimakrise und alle Gewinne werden dann halt dafür verwendet. Mal diesen klassischen Venture Capital Modus zu hinterfragen, wann ist denn eigentlich genug für mich? Die vielen Millionen. Es macht sogar irgendwann vielleicht Unglück. Wir sind in diesem AI-Race mit dabei und wir sind der krasse Außenseiter, aber ich habe das Gefühl, hey, eventuell könnte ich ja was gehen. Das ist einfach eine einmalige Gelegenheit. Wir brauchen nur noch einen, so ein P, um wirklich in einer Liga mitzuspielen, in der sonst US-Spieler.

01:04 Feliks Eyser: Let's go! Schön, dass du da bist. Europas größte Suchmaschine. Vielleicht bald Europas größtes AI-Unternehmen. Müssen wir drüber reden? Wer weiß. Auf dem Weg 250 Millionen Bäume gepflanzt und an deiner Firma gehört dir nichts mehr.

01:18 Christian Kroll: Richtig.

01:20 Feliks Eyser: Aber die Entscheidung war bei Design, sozusagen. Da können wir drüber reden.

01:25 Christian Kroll: Ja, also tatsächlich, es gibt viele Themen, ich freue mich drauf. Und tatsächlich sind wir, glaube ich, mit Ecosia gerade in so einer richtig spannenden Lage, wo so viele Der relevanten Themen dieser Welt irgendwie zusammentreffen und ja. AI, Europa, Klimaschutz

01:44 Feliks Eyser: Alles relevante Themen. Ja, Big Tech. Kurz einen Schritt zurück in deine Kindheit, mir hat jemand zugeflüstert, dein Partner Tim, dass du mal Leistungsschwimmer warst in deiner Jugend.

01:54 Christian Kroll: Ja, das stimmt tatsächlich. Ich hab ich glaube, mit sechs Jahren angefangen zu schwimmen und dann komme jetzt aus keinem großen Verein, sondern irgendwie aber für unseren regionalen Verein dann relativ gute Leistung, irgendwie mehrmals Landesmeister und so weiter. Und dann auch bei deutschen Meisterschaften teilgenommen und so weiter. Nie auf dem Punkt, dass ich jetzt irgendwie zu Olympia fahren könnte oder sowas, aber schon kompetitiv und Ich glaube auch, also ich bin nicht der Größte, das heißt, gerade für meine Größe auch irgendwie auf einem Niveau, was schon ganz gut war Und ich denke da nämlich auch noch mit dieses, uh, dieses etwas Kompetitive. Aber auch schon damals, ich war eigentlich nie der, der am meisten trainiert hat. Das heißt, das war eher so mit einem, wie kann ich irgendwie mit der richtigen Technik schnell genug werden, um dann irgendwie trotzdem mit den anderen mitzuhalten. Ich glaube, das ist auch so ein Teil meiner DNA. Also ich will schon irgendwie vorne mit dabei sein, aber jetzt nicht bin ich der, der irgendwie am allerhärtesten arbeitet.

02:49 Feliks Eyser: Zehn Stunden am Tag im Pool ist. Was sind sonst Life-Lessons oder. Entrepreneurship Lessons aus dem Schwimm. Sport ist ein spezieller Sport. Du bist alleine, du bist im Wasser, einem anderen Element, meditativ, muss immer das Gleiche, kein Team, also hast du ein Team, aber. Bist jetzt nicht mit denen zusammen da immer unterwegs?

03:04 Christian Kroll: Ja, tatsächlich ist, also du bist im Team und das war mir auch wichtig, irgendwie mit, also ganz tolle Leute und so weiter, das war wirklich eine schöne Erfahrung. Aber letztendlich kommt es eben darauf an, inwiefern bist du normalerweise alleine in der Lage, deine Leistung abzurufen im richtigen Moment. Und das ist in der Businesswelt eigentlich auch so. Hast zwar Leute um dich herum, aber musst auch irgendwie alleine gut abliefern. Wir hätten gerade die Möcke hier, wir waren in der gemeinsamen Lunchen gerade und der meinte auch, wenn du CEO bist, bist du einsam. Ja, ja, ich bin also ne ja auch zum großen Teil irgendwie, ich weiß nicht, das war jetzt nicht unbedingt mir ausgesucht, aber eben auch zum großen Teil alleine verantwortlich für den Erfolg von Ecosia. Ich fände es, glaube ich, also ich mag es auch in Teams zu arbeiten und bin dann auch total happy damit, wenn andere irgendwie besser sind oder die Führung übernehmen und so weiter. Aber mir ist schon wichtig, dass das mit der Leistung stimmt. Also dann, ne, wenn nicht, dann wäre ich unruhig. Du bist in Wittenberg aufgewachsen. Kurz nach der Wende wird dich das geprägt? Ja, also ne, Wittenberg war damals eigentlich so eine typische DDR-Stadt. Wir hatten viel Industrie. die dann auch irgendwie ein großer Teil davon niedergegangen ist. Das heißt wirklich so, ne, viele, ich glaube aus meinem Abi-Jahrgang sind, glaube ich, 95 Prozent der Leute einfach weggegangen. Also wirklich ganz, ganz krass diese Flucht aus den damals wirtschaftlich dann teilweise abgehängten DDR-Städten. Ich glaube, wie hat mich das geprägt? Das ist immer schwer, also das sieht man erst so nach Jahrzehnten, glaube ich, aber ich glaube so ein bisschen dieses, dass mir Dass Reichsein nicht ganz so wichtig war, das ist vielleicht nur so ein bisschen DDR-Ding, sondern ein bisschen kollektiveres Denken oder auch nicht, Man hatte halt diese Statussymbole gar nicht so sehr. Das heißt, diesen Einfluss noch nicht so sehr, wie das jetzt ist. Also so, dass Leute irgendwie mit Markenklamotten oder solchen Sachen, das gab es dann schon so, ne? Wir waren ja dann schon eine Weile irgendwie auch Teil der Bundesrepublik, aber In den ersten Jahren gab es halt sowas nicht. Das war eher so ein kollektives Denken und vielleicht ist es auch Teil der DNA geworden. Und tatsächlich, vielleicht auch dieses Unternehmertum. Meine Eltern haben beide sich selbstständig gemacht, als es klar war, dass ihre Arbeitgeber irgendwie Zusammenbrechen würden.

05:11 Christian Kroll: Ja, krass. Und das finde ich, also, das muss man sich erstmal trauen. Das Selbstständig machen gab es ja gar nicht so als Konzept.

05:17 Feliks Eyser: Nichtsum ist ja kein Konzept in der DDR.

05:19 Christian Kroll: Ja, ja, genau. Das also dann zu sagen, hm. Ich werde wahrscheinlich arbeitslos. Ich gründe mal so in einer in einem System, was ganz, ganz anders tickt. Dann auch mit viel Arbeitseinsatz, ne, das hat man natürlich auch mitbekommen. Das Die dann auch oft irgendwie früh morgens ins Büro und erst spätabends zurück und am Wochenende auch noch und so weiter. Das fand ich sehr cool, weil es ist halt viel Freiheit für mich gewesen. Aber das schwingt dann schon auch irgendwie so mit. Und dann Vielleicht kommt das auch so ein bisschen daher, dass es für mich eigentlich ein relativ natürlicher Weg war, auch zu sagen, ich will irgendwie mal selber ein Unternehmen haben und nicht irgendwo angestellt sein. Ah, interessant, Unternehmertum, aber ohne Statussymbole. Also, ne, das ist jetzt, vielleicht ist es auch ein bisschen idealisiert, aber ich glaube, das ist schon so teilweise diese DNA. Ist schon auch noch da. Und dieses vielleicht auch ein bisschen Antisystemdenken, wenn du weißt, dass so ein System komplett zusammenbrechen kann Das mal erlebt zu haben und den Aftermath gesehen zu haben, wenn sowas voll. Dann hast du vielleicht auch die Hoffnung, dass das mit dem Kapitalismus auch passieren kann oder zumindest ein Mit dem Turbokapitalismus, den wir gerade haben. Und dass die Welt sich einfach ändern kann. Das kann von einem Tag auf den anderen irgendwas kommen. Und das kann gut sein oder schlecht sein, aber so gewisse Dinge einfach hinterfragen. Und wenn man das nicht gut findet, eben auch einen anderen Weg gehen.

06:37 Die Weltreise, die aus dem BWL-Studenten einen Klimagründer machte

06:37 Feliks Eyser: Dich hättest du auch in die Welt gezogen, du hast eine Weltreise gemacht, Abholzung erlebt. Wie war der Moment, wo. . der Funken entstanden ist, zu sagen, hey, ich will dagegen was machen und ich will aber auch ein Stück weit dieses kapitalistische System Dafür nutzen.

06:53 Christian Kroll: Ja, also bei mir war das so, ich habe nach der Schule dann BWL studiert. Ich dachte, ich will irgendwie so Investmentbanker werden. So, hab dann Finanzwesen in Nürnberg, also BWL mit Fokus auf Finanzwesen in Nürnberg studiert. Und habe dann gemerkt, das ist zwar ganz interessant, aber eigentlich nicht das, was mich wirklich bewegt. Und bin dann schon während des Studiums, aber insbesondere nach dem Studium, viel gereist und Also ich hatte eine sehr gute Note, war auch irgendwie zwei Semester früher fertig als Durchschnittsstudienzeit oder so, mussten jetzt deswegen keine Sorgen um einen Job machen. Und dachte, okay, dann gucke ich jetzt mal, was ich wirklich will und bin halt. Also ich habe gesagt, ein halbes Jahr nehme ich mal mir so ein bisschen Auszeit, guck mal, reise mal ein bisschen und war dann letztendlich aber anderthalb Jahre. Was im Studium eingespart hast, kann ich mehr verfassen. war dann anderthalb Jahre weg tatsächlich und habe ein halbes Jahr in Nepal gelebt. Also Nepal ist ja eins der wirtschaftlich ärmsten Länder der Welt und halt da tatsächlich auch gesehen, wow, krass, also Ich bin schon relativ privilegiert aufgewachsen. Also, ne, das ist jetzt irgendwie, so beschreibe ich das jetzt. Damals habe ich mir gedacht. Die Menschen, die hier sind, die sind irgendwie, also die arbeiten härter als ich, die sind wahrscheinlich auch zum Teil schlauer als ich, aber die werden halt nie auf denselben Lebensstandard kommen wie ich, einfach weil sie in Nepal geboren sind und eben nicht in Deutschland. Das war so die erste Einsicht, so dann irgendwie dieses tiefe Gefühl, naja, wenn ich dieses Privileg habe, muss ich nicht dann auch irgendwie zurückgeben und dafür sorgen, dass andere Menschen, die dieses Privileg nicht haben. . Irgendwie bessere Chancen kriegen. Das war so die erste Komponente und dann die zweite Komponente. Da bin ich dann weiter nach Südamerika, habe da fast ein Jahr gelebt und habe eben auch diese massive Zerstörung von unserem Planeten gesehen. Also so Abholzung von Flächen, die so groß sind wie bei uns ganze Bundesländern. Und dann, wo vorher Regenwald war, dass da eben entweder Riesenviehweiden oder Sojanbau oder so. Dinge, die, wo du merkst, wow, hier lebt kein, man hört keinen Vogel mehr. Es ist zehn Grad heißer als im, irgendwie, als es gerade eben noch im Wald war oder 20 Grad. Und wenn man das mal weiterdenkt, dann zerstören wir als Menschheit gerade eigentlich wirklich die Grundlage von unserem Planeten. So, das war so die, das Gefühl mit eigenen Augen erleben.

09:06 Christian Kroll: Und dann kam noch das Intellektuelle, das ich dann damals, das war Ich glaube im Jahr 2007 oder sowas habe ich das erste Mal von der Klimakrise gehört und so, ach, was ist das denn? Das muss man doch lösen, warum hat mir davon in der Uni keiner erzählt? Und bin dann habe ich mehr über das Thema informiert und bin da ganz pragmatisch rangegangen, irgendwie so, naja, Klimakrise, CO2, Bäume nehmen CO2 aus der Atmosphäre, müssen wir einfach nur ganz viele Bäume pflanzen und dann ist das Problem gelöst. Und ich hatte aber auch schon diesen Ansatz, ich will das unternehmerisch machen. Also wo das wahrscheinlich kam, dass dann sogar aus der Richtung, ich will von keinem abhängig sein. und von meinen Eltern irgendwie ein Unternehmen gründen, ist irgendwie auch cool. Und tatsächlich hatte ich während des Studiums schon so eine erste Webseite gegründet. Das war so eine Art Finanzvergleich, Finanzcheck, aber eine ganz, ganz einfache Version. Das heißt, du hast einfach so ein paar Finanzdienstleister gehabt, mit habe ich in der Tabelle die Konditionen aufgelistet und wenn du dich dann irgendwie für einen dieser Finanzdienstleister über meine Webseite registriert hast, dann habe ich eine Kommission verdient. Hat ein bisschen Geld in die Kasse gespült, sodam ich meine Reise finanzieren konnte. Aber insbesondere habe ich die Hälfte von meinem Umsatz eigentlich direkt wieder an Google gezahlt, weil ich Traffic brauchte auf meiner Seite. Und da habe ich gemerkt, Mensch, Google scheint echt ein cleveres Geschäftsmodell zu haben. Und das ist jetzt natürlich, also, ne? Offensichtlich, weil es eine Riesengelddruckmaschine war, aber im Jahr 2005, 2006 war Google gerade erst so am Abheben.

10:31 Feliks Eyser: Am Anfang 2005, 6. 2005, 6, ja. Dann musst du zu den ersten Werbetreibenden gehört haben. Google Ads wurde, glaube ich, erst 2. 4 oder 2. 5 oder so überhaupt gelauncht.

10:42 Christian Kroll: Also, das war so ein bisschen die goldene Zeit, wo das dann auch funktioniert hat. Aber ich habe gemerkt, also das funktioniert irgendwie immer schlechter, weil immer mehr Werbekunden kommen und ich eben rausgedrückt wurde aus dem Markt. Und ich habe halt auch gesehen, Moment, Google hat diese riesen Reichweite und kann eigentlich entscheiden, wer im Internet sichtbar ist und wer nicht. Das ist zum einen ein sehr cleveres Geschäftsmodell und zum anderen auch eine krasse Möglichkeit, einfach zu entscheiden oder zu beeinflussen, was die Leute sehen. Was letztendlich auch die Menschheit irgendwie zu beeinflussen. Zu steuern ein Stück weiter, na klar. Und so kam dann irgendwie so dieses, ich will Menschen helfen, ich will irgendwie verhindern, dass unsere Natur zerstört wird. Und ich brauche aber ein Businessmodell, weil ich nicht nach Spenden fragen möchte und das kam dann irgendwie zusammen in der Suchmaschine.

11:30 Feliks Eyser: Hätte es diesem Pfad gegeben, dass du sagst, es könnte auch ein Non-Profit-Unternehmen sein können, irgendeine Art von NGO oder irgendein Verein? Viele sagen ja, okay, ich will Impact haben, ich sehe ein Problem. Ich will es quasi auf eine Non-Profit-Weise lösen.

11:44 Christian Kroll: Das war irgendwie, also diese Idee kam ja nie, irgendwie so Spenden einzusammeln oder sowas. Das ist nicht. weiß nicht, zum einen bin ich dafür, glaube ich, nicht der richtige Mensch. Irgendwie habe keine Lust, Leute anzuquatschen. Und zum anderen Irgendwie, ich will, ja, habe halt diesen Instinkt, ich will das mit einem unternehmerischen Ansatz lösen.

12:06 Feliks Eyser: Was war deine Grundgedanke fürs Geschäftsmodell von Ecosia? Was war das MVP? Was war die erste Version?

12:11 Christian Kroll: Also man konnte damals relativ leicht sich einfach bei, damals, also ganz am Anfang bei Google anmelden und sagen, ich möchte mehr da wieder eine Kopierte Version von Google, die stelle ich dann bei mir auf die Webseite und dann kann ich Suchergebnisse anzeigen und wenn Leute auf Werbeanzeigen klicken, verdiene ich Geld. So, das war, da konnte mehr oder weniger Mit ein paar Klicks und ein bisschen grundsätzlichem Programmierwissen, was mir dann auch angelernt habt, konntest du so eine erste Version online stellen. Geht heute wahrscheinlich nicht mehr. Wahrscheinlich gibt es dieses Programm nicht mehr oder gibt es. Nee, geht tatsächlich nicht mehr so einfach. Das habe ich dann gemacht, dann relativ schnell bin ich dann bei Google wieder rausgeflogen und dann konnte man aber auch relativ leicht das dann damals mit Yahoo machen. Also damals gab es noch Yahoo und war noch relevant. Das heißt, das ging mit relativ wenig technischem Aufwand. Ich hatte also nicht wirklich Programmierwissen, aber ich habe schon noch so ein bisschen irgendwie, ne, so ein also teilweise den Code auch mitgeschrieben und war dann, hab dann mehr der Menge auch Produktmanagement gemacht, so viele Sachen und hatte dann halt hier und da so ein paar Freelancer, die mitgeholfen haben in der ersten Zeit. Also eigentlich alle, die nicht, auch auf meinem Freundeskreis, alle, die nicht schnell genug weglaufen konnten, mussten irgendwelche Musik mitmachen. So, das war das war so die Anfangsphase. Tatsächlich mit relativ wenig Aufwand, schon nach ein paar Monaten stand da was und Dann habe ich gedacht, okay, wie mache ich das jetzt irgendwie bekannt? Dann habe ich halt so ein paar Journalisten angeschrieben. Und so kam dann, war dann die erste Version live. Das hieß damals sogar noch Forestle. Also das war das noch Forest und Google, habe ich dann zusammengetan. Und dann hieß das eben Forestle. Aber dann, als die Google-Partnerschaft nicht mehr war, dann und die haben euch gekündigt. Äh, tatsächlich. Aber das war auch. Warum? Sag mal, war so ein bisschen Grauzone, ist das jetzt, was ich da mache mitten in den Programmrichtlinien von Google überhaupt erlaubt, weil da steht drin, dass du normalerweise keine. keine Inzentivierung anbieten solltest, dass Leute auf Werbung klicken. Finde ich, haben wir auch nicht gemacht, aber in der Interpretation von Google war das eben, ja, wenn Leute einen guten Zweck unterstützen, dann klicken sie auf Werbung und deswegen müssen wir es vielleicht.

14:15 Feliks Eyser: Also was bei den Leuten im Kopf war, war, ich benutze es, ich Wenn ich auf Werbung klicke, dann entstehen Umsätze und die werden genutzt, um Bäume zu pflanzen im Grunde.

14:22 Christian Kroll: Ja, genau. Und dann ist das halt zusammengefallen, dann muss man halt gucken, okay, wie kann man das mit Yahoo aufbauen? Das war dann schon ein bisschen komplizierter. Und also ich würde sagen, Ecosia war lange dann eigentlich, also das ne, die zweite Iteration war dann Ecosia, als dann Fauschtle, der Schwäbische Faustlippe. Das ist sehr sympathisch für mich in Stuttgart. Ja, genau. Als das dann irgendwie weg war, dann der zweite Versuch und dann im Jahr 2009, im Dezember, dann Ecosia gegründet. Und dann auch irgendwie, als ich gemerkt habe, ah, okay, da ist was, irgendwie Leute sind interessiert, habe ich auch gedacht, okay, das mache ich jetzt mal. Ich versuche das jetzt mal richtig und habe dann auch ein Unternehmen, also eigentlich eine GmbH gegründet, damit das auch irgendwie einen rechtlichen Rahmen hat und so weiter. Am Ende war das aber lange eher so ein, ich würde fast sagen, ein Hobbyprojekt. Also damals konnte man sehr günstig in Berlin irgendwie, ich bin dann zurück nach Berlin gekommen. Da konnte man sehr günstig leben und irgendwie nebenbei habe ich halt das Unternehmen so ein bisschen geführt und aufgebaut. Und die Nutzerzahlen wuchsen so langsam, aber wir waren noch lange nicht an einem Punkt, an dem wir wirklich Geld da zahlen konnten. Also das war die ersten paar Jahre. So lief das so vor sich hin.

15:25 Feliks Eyser: Heute könnt ihr das, also fast forward, jetzt sind wir fast 17 Jahre später, 16 Jahre später Ich habe auch 2009 gegründet, fällt mir gerade ein. Das ist der gleiche Time. 16, 17, ja, gutes Jahr, genau. Ja, nach so einer Wirtschaftskrise, da war der Lehman Brothers 2008 und so weiter. Also, ich glaube, in der Asche von so einem Tee von So ein Event kann man auf jeden Fall auch gute Filme gründen. Aber jetzt, äh, heute habt ihr in Summe 250 Millionen Bäume gepflanzt und ihr veröffentlicht eure Finanzberichte. Ich habe ja euren Finanzbericht mal ausgedruckt. März 2026 habt ihr 4,4 Millionen Euro an Einnahmen. Brutal. Also ihr seid auf einer Runrate von 50 Millionen Umsatz, mehr. Und die schlüsselt es auf. Bäume, die wie gepflanzt haben, da gehen 1,7 Millionen rein, etwa andere Klimamaßnahmen, 600. 000, Vielfalt in der Internetsuche. Also kann man alles hier recht transparent sich angucken. Operative Kosten, da sind die Mitarbeiter drin, heute kannst du die bezahlen. Aber die operativen Kosten sind so roundabout ein Viertel von dem, was ihr einen Umsatz macht.

15:53 Ecosias Zahlen: 4,4 Millionen Euro Einnahmen im Monat

16:25 Christian Kroll: Ja, Wahnsinn. Genau. Und der Rest geht, also ne, wir zahlen auch Steuern, das sieht man da auch, finde ich auch wichtig.

16:29 Feliks Eyser: Also, das ist genießt eigentlich auch Impact.

16:33 Christian Kroll: Da steht noch Vielfalt der Internetsuche. Wir bauen unseren eigenen Webindex auf. Das kostet auch Geld. Also unseren eigenen Suchindex, das kostet auch Geld. Das sind so, also eigentlich tatsächlich Ich würde sagen, so unser Ziel ist, wir wollen mindestens mal die Hälfte irgendwie direkten Klimaimpact haben, aber eigentlich drei Viertel irgendwie, also wenn du Steuern mitzählst und eben auch noch was wir so für Digitale Souveränität machen, dann eigentlich Dreiviertel gehen irgendwie an einem guten Zweck. Genau, ja, jetzt haben wir ein Volumen. Deutlich mehr Nutzer ein Volumen, wo sich das durchaus rechnet und wo wir tatsächlich auch einfach faire Marktgelder zahlen können.

17:07 Feliks Eyser: Wahnsinn. Und 250 Millionen Bäume, wie kann man sich das vorstellen? Das ist eine unheimlich große Zahl. Wie kann man das in Kontext setzen? Ich hätte gelesen, im Jahr werden. 10, 15 Milliarden Bäume abgeholzt? Also auch eine Riesenzahl. Wie siehst du das? Das ist ein Mega-Impact, was ihr habt, aber ist das ein Tropfen auf einen heißen Stein? Wie ordnest du das ein im Kontext?

17:26 Christian Kroll: Also ne, tatsächlich ist es eine krasse Zahl. Wir hatten ja neulich die 250 Millionen Bäume und habe ich mal geguckt, was wäre denn, wenn wir die alle zwei Meter irgendwie pflanzen würden, wie lang wäre diese Strecke? Und dann kämen wir tatsächlich zwölfmal um den Planeten rum. Also ja, ziemlich viel. Aber verglichen mit dem, was kaputt gemacht wird, leider immer noch ziemlich wenig. Dazu muss man auch sagen, also oft pflanzen wir ja nicht Bäume irgendwie nur Um einfach so Bäume zu pflanzen, sondern um tatsächlich auch den Menschen vor Ort eine Alternative zu geben zum Abholzen von Bäumen. Also nehmen wir mal an, Leute brauchen Feuerholz. Und indem du Bäume pflanzt, von denen sie auch irgendwie die Äste wieder ernten können oder sowas, oder auch andere Einkommen generieren können. müssen sie halt nicht bestehende Wälder abholzen. Das heißt, dieses, also wir haben so dieses Doppelziel, durch das Pflanzen von Bäumen verhindern, dass auch Wälder weiter abgeholzt werden. Ja, also es ist schon mehr als ein Tropfen auf dem heißen Stein, aber wir sind noch weit fern von der Lösung. Aber was wir machen, wir haben, ich glaube, fast 100 verschiedene Partnerorganisationen, mit denen wir irgendwie zusammengearbeitet haben im Baumpflanzbereich. Und gucken halt da mit so einer Portfolioansicht drauf, was funktioniert und was nicht, in welcher Region, in welcher Klimazone und so weiter muss Aufforstung wie passieren und wie ist das wirklich effizient. Und wo sind dann, bei welchem Partner sind dann die Bäume auch noch zehn Jahre, 20 Jahre später da? Das heißt, diesen Ansatz fährt keiner so, wie wir das tun.

18:50 Feliks Eyser: Bist du doch so eine Art Investmentbanker geworden, aber für Impact und du wählst die Projekte aus und guckst dir die KPIs an. Ist das schwer, das auszuwählen? Also, wie machst du eine Due Diligence auf so einen Partner, ob der einen guten Job macht oder nicht?

19:00 Christian Kroll: Ja, also wir haben tatsächlich einen Chief Tree Planting Officer, der sich da umkühlt. Und CTPO. Ja, genau. Es ist ein geiler Job. Also, eigentlich hätte ich den Job gern gehabt, aber ich war nicht qualifiziert genug. Aber das, äh, also tatsächlich, das ist ein wichtiger Teil unserer Arbeit, also das Geld einfach richtig einzusetzen. Ist so ein klassisches Portfolio. Du guckst, gibst eine Organisation ein bisschen Geld, guckst, ob das, ob die gut abliefern, ob irgendwie die Ergebnisse stimmen, wir messen nach. Entweder durch aus einer Kombination von Satelliten oder auch, dass wir eben manchmal vor Ort hingehen, Fotos machen lassen und so weiter, ob das eben auch, ne, ob die Bäume auch wirklich da sind. Wir wissen von allen unseren Bäumen den genauen Standort. Und wir haben nicht nur 250 Millionen gepflanzt, wir haben tatsächlich deutlich mehr gepflanzt, wir zählen aber nur die Bäume, die auch überleben. Ich glaube, wir sind so bei 80 Prozent. Okay. Doch, Überlebensrate. Dann ist eben, äh, also, ne, unser Ziel ist ja nicht nur einfach Bäume zu pflanzen, sondern langfristig einen positiven Impact zu haben. Also positiven Impact für CO2, für Biodiversität und tatsächlich auch für die Menschen vor Ort. Weil Wenn du Bäume pflanzt und die nicht irgendwie einen Wert stiften für die Leute, die dort leben, dann sind die Bäume wahrscheinlich wieder weg. Das heißt, dass das einfach klug zu designen. Und auch zu gucken, okay, warum sind denn die Bäume überhaupt verschwunden? Also warum hat jemand vorher irgendwie abgeholzt? Und können Sinn? Also macht es Sinn, dass wir hier pflanzen oder macht es vielleicht keinen Sinn? Also das wirklich ehrlich zu fragen, ehrlich auszuwerten, das machen wir, also mit diesem Portfolioansatz sind wir die einzige Organisation, die das in dieser Größe macht, weltweit. Was schade ist, aber wenn die Menschheit irgendwann mal aufwacht und denkt, ah, das Klimathema, jetzt versuchen wir mal wirklich irgendwie das zu lösen, dann ist Bäumepflanzen halt eines der effektivsten Dinge, die man tun kann. Und wir sind dann Eigentlich eine der wenigen Organisationen, die sagen können, okay, hier könnten wir ein paar Millionen reinstecken oder Milliarden reinstecken, hier, hier und hier. Und wir haben die historischen Daten dazu, um zu zeigen, dass das auf funktioniert.

20:56 Feliks Eyser: Das heißt, wenn jemand sagt, ihr macht jetzt 4 Millionen Umsatz im Monat, aber es könnte jemand auch sagen, guck mal, verwaltet mal 20 Millionen aus irgendeinem Grund oder 100 Millionen, dann seid ihr in einer Organisation, die in der Lage wäre. . Das richtig einzusetzen?

21:07 Christian Kroll: Also braucht natürlich Zeit, um das dann hochzufahren, aber zumindest könnte man sagen, da, da und da macht Sinn zu investieren.

21:11 Die Macht der Voreinstellung: Warum Produktqualität fast egal ist

21:11 Feliks Eyser: Okay, interessant. Und wir haben gesagt, Europas größte Suchmaschine liegt auch teilweise daran, dass es einfach keinen anderen gibt. Euer Marktanteil ist trotzdem nur in Anführungszeichen 1-2%, so weil es natürlich stark dominiert ist von Google. Die Menschen sind der Gewohnheit, Thiere in Stück weit. So ist es schwer, gegen diese Gewohnheit anzukämpfen, dass Google irgendwie vorinstalliert ist. Was würdest du sagen Warum nutzen Leute euch noch nicht? Und wie überzeugst du die, das zu tun? Oder an welche Grenzen stoßt ihr da auch in der Überzeugung der Leute? Weil von außen ist ja No-Brainer zu sagen, oh cool, ich suche, ich kann bei euch suchen, wird gut genug sein für mich und ich tue was Gutes, wieso machen das Leute nicht?

21:45 Christian Kroll: Ja, also tatsächlich, also da bin ich auch naiv rangegangen. Ich dachte mir, hey, sowas benutzt doch dann jeder. Und dann habe ich irgendwie, als ich gegründet habe, habe ich gesagt, naja, Das wollen bestimmt 5% der Menschen irgendwie weltweit nutzen und dann nach fünf Jahren habe ich eine Milliarde Bäume gepflanzt und so weiter. Die Realität ist aber eine andere. Ja, es stimmt. Viele Menschen, denen Klima, Biodiversität oder auch Menschen wichtig sind, bevorzugen eine Suchmaschine, die all ihre Gewinne für Baumpflanzprojekte gibt, verglichen mit einer Suchmaschine, die all ihre Gewinne an Aktionäre gibt. Und würden uns auswählen. Das Problem ist nur, du wirst nie gefragt als Nutzer. Da ist Google voreingestellt, du denkst nie darüber nach. Also, das ist tatsächlich unser großes Problem. Wir kommen nicht rein, die Leute kommen gar nicht zu dieser Entscheidung. Und ich gebe mal ein anderes Beispiel, also um zu zeigen, wie entscheidend das letztendlich ist. Die Suchmaschine von Microsoft, Bing, die haben auf Desktop, also auf Desktop-Computern Ein Marktanteil von etwa 10 Prozent. Auf Smartphones haben sie einen Marktanteil von 0, irgendwas Prozent. Bing ist auf Desktop und auf Smartphones genauso gut. Also es gibt keinen Unterschied in der Qualität des Produkts. Der Unterschied ist nur, dass sie auf Desktop eben Windows haben und damit den Edge-Browser und da ist Bing voreingestellt. Und Mobile hast du entweder Apple, die eine große Partnerschaft haben mit Google oder Android, die zu Google gehören. Deswegen haben sie keine Chance. Also, ne, das ist dieses Es ist eigentlich fast egal, wie gut deine Suchmaschine ist, und fast auch eigentlich egal, wie gut dein Marketing ist.

23:15 Feliks Eyser: Wieso wechseln die Leute nicht? Es ist ja auch nur drei Klicks entfernt. Also, wenn du es weißt, du kannst in die Einstellung gehen, du kannst es machen.

23:20 Christian Kroll: Es ist ja schon, wir haben ja am Ende irgendwie ein, zwei Prozent Marktanteil heißt, dass bestimmt 5% der Menschen oder vielleicht sogar 10% der Menschen irgendwie schon mal von uns gehört haben und das vielleicht sogar schon mal ausprobiert haben, weil dann Dann hast du einen neuen Computer und dann ist plötzlich wieder auf Ecosia, auf Google umgestellt und dann hast du es irgendwie vergessen, wieder zurückzustellen, das passiert dann auch. Das heißt, es gibt schon viele Menschen, die das machen, aber solange diese Voreinstellung irgendwie auf Google ist und solange auch diese dominante Position einfach in den Köpfen der Leute drin ist, die wir sagen, ja googeln, geh mal, keine Ahnung, google das mal oder wie auch immer. ist es einfach schwer, als neuer Player da irgendwie in den Markt reinzukommen. Und es gibt also ganz andere, die das versucht haben mit Budgets, die viel, viel höher sind als unsere und die das einfach nicht geschafft haben. Es gab eine Suchmaschine in den USA, Neeva hießen die. Die wurden von einem Ex-Googler gegründet, der also, glaube ich, auch irgendwie einer der ersten 20 Leute war oder sowas bei Google. Also wirklich jemand, der weiß, wie man eine Suchmaschine baut. der das ganze Business kennt, die hatten glaube ich auch hunderte Millionen Venture Capital. Von richtig guten VCs Und die haben nach drei Jahren wieder zugemacht, weil sie gesagt haben, wir haben keine Chance, wir können eine gute Suchmaschine bauen, aber wir haben keine Chance, in den Markt reinzukommen. Die hatten dann irgendwie so ein paar tausend Nutzer bezahlende Nutzer und das war es dann. Also, das ist das echte Problem. Das Problem, die anderen Probleme lassen sich lösen.

24:45 Feliks Eyser: Es ist ja dodge. Gibt es sonst, was ist sonst? Das Schwierigste daran, so eine Art von Firma aufzubauen.

24:52 Christian Kroll: Also generell dieser Wettbewerb mit Big Tech, das habe ich am Anfang sehr unterschätzt, wie oft wir eigentlich so in Wettbewerbsthemen reinkommen. Also, äh Das sind letztendlich für uns die entscheidenden Themen. Also, inwiefern sind gewisse große Spieler irgendwie, ist das erlaubt, was sie da tun? Also es gab jetzt auch diesen Fall mit Safari. Ist das denn erlaubt, dass Safari Google als Standardsuchmaschine einstellt? Und dafür bezahlt wird und ich als Nutzer wäre dann nicht mal darüber informiert. Wenn das nicht erlaubt wäre, hätten wir wahrscheinlich auch deutlich mehr Marktanteil. Also tatsächlich, solche Themen, die treffen uns immer sehr. Ich habe das auch am Anfang irgendwie einfach so als gegeben hingenommen, aber es ist halt eigentlich nicht okay. Oft sind das eben Verstöße gegen Wettbewerbsrecht, die Die dafür sorgen, dass diese Monopolstrukturen eben bestehen bleiben.

25:41 Feliks Eyser: Und seid ihr da ständig in den Gerichtsverfahren und klagt da auf EU-Ebene und so weiter? Oder wie kann man sich sozusagen Vorstellen, wie ihr das managt.

25:49 Christian Kroll: Also Gerichtsverfahren vermeiden war eigentlich normalerweise, weil die Kosten haufen Geld und du hast auf der auf der Gegenseite hast du halt Big Tech-Unternehmen, die einfach bereit sind, die haben einfach Ressourcen, die so mehr der Venue ernittlich sind. Das heißt, hätten wir keine Chance Was wir machen, wir teilen halt unsere Erfahrungen mit den Wettbewerbsbehörden, den europäischen, den Deutschen. Und die sind da auch interessiert daran, weil es gibt ja außer uns eigentlich nicht wirklich einen nennenswert Wettbewerb zu diesen Unternehmen. Teilweise haben wir da Verständnis, auch Unterstützung. Ich würde auch sagen, ohne Wettbewerbsbehörden wären wir vielleicht auch schon gar nicht mehr da, weil wir dann plattgemacht worden wären. Aber teilweise fehlt halt auch einfach die Zeit, um sich den Themen anzunehmen oder der Mut, weil natürlich Donald Trump auf der anderen Seite sitzt und sagt, ihr reguliert meine Big Tech-Unternehmen nicht, sonst gibt es Ärger. Also trauen sich auch gerade auf europäischer Ebene. Trauen sich auch die Behörden gerade nicht so viel zu. Was schade ist, weil eigentlich bräuchte man das.

26:50 Ein Firefox-Update kostet über Nacht 30 Prozent der Nutzer

26:50 Feliks Eyser: Gab es für dich einen Moment so im Auftakt? von Ecosia, der so Rockbottom war, wo du gesagt hast, fuck, ich bin kurz davor hinzuschmeißen, ich weiß nicht, was mache ich hier eigentlich. So gab es gab es dieses Tal der Tränen.

26:59 Christian Kroll: Also es gab immer wieder so So fuck Momente. Also ein Moment einen symbolisiert vielleicht, wie sehr wir abhängig sind von anderen. Wir waren Also ne Firefox war ja mal ein großer Browser, bevor Chrome Firefox kaputt gemacht hat. Da hatten wir einen Großteil unserer Nutzer auf Firefox und dann gab es. . ein Update im Firefox und die haben dann aus Versehen die Ecosia-Nutzer gelöscht. So, also dann alle Ecosia-Nutzer wieder auf Google umgestellt. Und Schwupp hatten wir irgendwie. Und zwar aus Versehen. Musst du die Leute von Firefox fragen, aber was man auch dazu wissen muss, Firefox hat halt einen Vertrag mit Google und Google ist der größte Geldgeber. Oh oh, liebe Firefox Leute, was war da los? Ja, also das hat von einem Tag auf den anderen irgendwie 30% unserer Suchanfragen reduziert. Wir waren gerade so irgendwie hatten einen guten Lauf und dann, naja, irgendwie sowas nervt, was ja dann natürlich auch, das ist ja nicht nur 30 Prozent Umsatz, sondern eine Gewinnmarge ist dann fast komplett weggebrochen. Solche Dinge passieren immer wieder und dann, naja, ansonsten hast du natürlich auch als Unternehmen, was jetzt irgendwie, also ne, wir sind ja Nicht so ein klassisches Unternehmen, aber wir haben natürlich auch die Herausforderung, dass irgendwie menschlich mal irgendwas doof läuft oder so. Also diese ganzen Geschichten haben wir auch. Das letzte Jahr war zum Beispiel relativ herausfordernd, weil wir so ein bisschen eine Krise im Unternehmen hatten. Was war los? Was war los? Es ist gut, jetzt mit ein bisschen Perspektive mal zusammenzufassen. Also ich glaube, wir haben ja diese extremen, wir sind in einer Situation, in der wir uns als Suchmaschine neu erfinden müssen. Genauso wie Google. ChatGPT oder KI als großes Thema greift unser Geschäftsmodell an und wir müssen uns einfach extrem schnell daran anpassen. Im letzten Jahr habe ich halt gemerkt, wir sind als Unternehmen aktuell gerade nicht extrem schnell. Wir sind irgendwie so ein bisschen, nach 15 Jahren, irgendwie vielleicht so ein bisschen bequem geworden, haben so eingespielte Prozesse und so weiter.

29:00 Christian Kroll: Und wir müssen eigentlich zurück ins Startup-Modus. Zurück in Founder-Modus. Ja. Und ich habe aber gemerkt, nicht jeder hat da Lust drauf. Und dann habe ich das Habe ich das halt angesprochen und hab gesagt, dass auch, wenn ihr da keine Lust drauf habt, es ist okay, aber lasst uns nicht irgendwie drum streiten. Also dann finden wir eine Lösung, ne? Bitte, bitte wählt. Also wollt ihr, wollt ihr Also wenn ihr Stabilität wollt und irgendwie genau wisst, was wissen wollt, was in drei Monaten passiert, und ne, dann gibt es bestimmt Unternehmen, die das euch bieten können. Ecosia ist es nicht. Hier gibt es jetzt. Chaos, Found Startup-Mode und ja, wahrscheinlich auch nicht immer die 35-Stunden-Woche oder 40-Stunden-Woche oder wie auch immer. Das hast du adressiert in einem All-Hands-Meeting, hast du eine große Mail geschrieben? Ja, in einem All-Hands-Meeting auch dann, also mehrmals gesagt und hab dann halt auch gemerkt, okay. Es gibt viele Leute, die sich da, also ne, die das gut finden, die auch Lust drauf haben. Aber es gibt auch einen relevanten Teil im Unternehmen, die sagen, hast du irgendwie eine Macke, ich will Wir machen das weiter so, wie wir es jetzt bisher hatten. Und gerade, also die Ansprüche gegenüber Ecosia auch von Mitarbeitern sind halt so Wir müssen das doch anders machen. Wir müssen doch irgendwie Startup-Mode und keine Ahnung, mehr als 40 Stunden arbeiten kannst du doch bei so einem Unternehmen, was irgendwie so für Impact steht, darf es doch sowas gar nicht geben. Und da habe ich gemerkt, da hatten wir einfach so einen kulturellen Konflikt. Und am Ende sind ein paar Leute, glaube ich, freiwillig gegangen. Ich habe auch ein paar Leute dann rausgenommen. Hat auch nicht immer Spaß gemacht und hat auch zu ein paar schlechten Reviews auf Glassdoor geführt am Ende, weil wir, aber ich glaube, wir brauchten diesen kulturellen Wandel. Und das war tatsächlich auch Also da waren ein paar Monate lang miese Stimmung, aber jetzt sind wir in einer Situation, wo ich das Gefühl habe, ja, wir sind gut aufgestellt. Wir sind wieder wirklich so ein Unternehmen, was Also wir sind ja eines der wenigen Unternehmen, die überhaupt an diesem KI-Rennen gerade teilnehmen können. In Europa vielleicht eines der wenigen, also nicht mal eine Handvoll haben wir in Europa, die da überhaupt teilnehmen können.

31:03 Christian Kroll: Und wir sind glaube ich jetzt echt ein gutes, also nicht nur ein gutes Impact-Startup oder sowas, wir sind glaube ich ein richtig, richtig gutes Unternehmen, was in der Produktentwicklung in vielen Bereichen extrem effizient aufgestellt ist. Und ich glaube, wir haben eine Chance. Also, wir starten natürlich als kompletter Außenseiter von ganz, ganz hinten. Aber ich glaube, wir haben eine Chance, dazu mindest mal, also nicht nur größter in Europa zu sein, weil das wäre nicht der Anspruch, das ist halt immer noch viel zu wenig. Sondern irgendwie relevant mitzuspielen und wirklich eine relevante Alternative zu den US-Big Tech oder chinesischen Big Tech-Anbietern zu werden. Und das ist super spannend. Und jetzt haben wir mehr so eine Dynamik, dass da die Leute auch wirklich Lust haben bei uns im Unternehmen drauf und jeder auch irgendwie bereit ist. Es geht nicht mal darum, jetzt irgendwie 80 Stunden in der Woche zu arbeiten oder sowas, aber mit so einem Mindset zu kommen. Okay, wir machen das zusammen, kriegen das irgendwie hin. Eher auch so ein pragmatisches Denken und irgendwie Lust auf Deadlines und so weiter, so dieses, ne, also was ich auch Das gibt mir auch viel mehr Energie als Gründer. Was hast du über dich gelernt aus dieser Krise heraus, persönlich als Founder? Ich muss ganz klar sein, also ich habe irgendwie viele Dinge so einfach laufen lassen, aber ich muss, glaube ich, ganz klar sein, wie will ich, dass das hier läuft in dem Unternehmen. Und dann, wenn ich sehe, das passt nicht, dann auch wirklich in den Konflikt gehen und sagen, pass auf, ich glaube, du musst gehen. Und wie gesagt, ich bin, glaube ich, eher so ein harmoniesuchender, konfliktvermeidender Mensch gewesen. Und jetzt merke ich, dass ich mit so einem Ansatz halt meinem Unternehmen mehr schade, als es ihm letztendlich wirklich nützt. Was gibst du Frauen und mit, die ähnlich ticken?

32:39 Feliks Eyser: Gibt da viele, die eher auf der Harmonieseite sind. Die wenigsten, die ich kenne, sind so Agro-Typen.

32:44 Christian Kroll: Aber oft muss man sich überwinden.

32:45 Feliks Eyser: Was ist die Lektion?

32:46 Christian Kroll: Also, ich glaube, letztendlich ist es, ich bin auch kein, also ich bin jetzt auch jetzt kein Agrotyp, es ist halt nur. Ehrlich sein und dann wirklich auch den Mut haben, ne? Also, weil dieser Harmoniemodus ist einfach nur so ein Leiden auf lange Sicht. Es passt ja am Ende nicht und es kann auch nicht funktionieren. Und letztendlich leiden dann aber beide irgendwie im schlimmsten Fall jahrelang. Also beide Seiten im schlimmsten Fall. Ich bin unzufrieden, weil das irgendwie so läuft und die Mitarbeitenden sind unzufrieden, weil sie es auch irgendwie anders haben wollen und wir reiben uns nun gegenseitig auf. Und die können die Potenzial woanders im besten Wahrscheinlich. Es gibt viele Unternehmen, die ganz anders ticken und die dann wahrscheinlich auch für die Leute besser passen. Ja, also das sind unangenehme Gespräche. Ich habe immer noch keine Lust auf diese Gespräche, wenn sowas mal kommen sollte. Aber ich bin extrem zufrieden, gerade wie wir es geschafft haben, irgendwie die Kurve zu kriegen. Wie bist du darin besser geworden in diesen Gesprächen? Ich glaube, indem ich es einfach ein paar Mal gemacht habe. Und dann merkst du halt, ja, ist doof, aber am Ende fühlt es sich besser an.

33:48 Feliks Eyser: Kriegt ihr eigentlich auch. . Kritik für sozusagen diesen Non-Profit-Aspekt. Ich finde es interessant, weil For-Profit-Unternehmen, die werden auch kritisiert für Sachen, die sie machen, aber ich hätte über Mr. Beast witzigerweise mitgeschnitten, so dieser YouTuber, wenn der irgendwas macht, was so philanthropisch ist, irgendwas spendet oder so. Dann kriegt er eine massive Kritik, weil alle sagen, das ist alles Heuchelei und hier, das ist falsch und dies. Und er meinte, ist total interessant, er kann Videos machen, wo er Leute in einen Kreis stellt, in der 100 Tage drinbleiben und irgendwie alles witzig und keiner kritisiert es, aber sobald er irgendwie eine Tonne Hundefutter an ein Tierheim spendet, gehen die Kommentare hoch und alle sagen, was bist du für ein Was bist denn du für ein Typ? Also interessant, dass sozusagen Philanthropie oft kritisiert wird. Geht es euch auch so? Also kriegt ihr Kritik von außen?

34:28 Christian Kroll: Ja, also ich glaube Da gibt es zwei Aspekte, dass wir tatsächlich irgendwie mit einer anderen Messlatte gemessen werden. Einfach weil wir irgendwie was Gutes tun, müssen wir dann irgendwie immer alles gut machen. und oder perfekt machen. Und das ist halt kein, also oft kein realistischer Anspruch. Du kannst halt nicht in allem perfekt machen. Du machst dich kaputt, wenn er das das haben möchtest. Also das ist so eine, ne, so ein, wir lassen Ölfirmen irgendwie die schlimmsten Sachen durchgehen, aber sobald irgendwie, also Unternehmen wie Ecosia oder sowas auch nur eine kleine Sache hat, dann springen da alle drauf und kritisieren die. Ist ja genauso auch bei Trump. Wenn Trump kann sich hier einen Schrott erlauben, inzwischen, wenn der Ruf einmal ruiniert ist, aber wenn so ein, sag mal, ein ernstzunehmender Politiker in Deutschland Keine Ahnung, eine kleine Sache dann irgendwie, ne, dann werden die Leute halt attackiert und angegriffen. Das heißt Klar, wir wollen ja auch, dass die Leute irgendwie sehen, wir haben höhere Standards und sind auch, ne? Ähm, möchten auch glaubwürdig sein in dem Aber eigentlich sollte die Aufmerksamkeit auf die gelenkt sein, die ja wirklich Schlechtes tun. Also nicht nur. Aber du hast schon das Gefühl, ihr seid da so ein bisschen unter so einer Lupe und Leute gucken da ganz genau in jeder Ecke. Ich denke auch zu Recht, weil es gibt eben auch viele Beispiele, in denen Unternehmen nehmen wir das Thema Bäumepflanzen eigentlich nur machen, um so als Marketinggag. Und das ist halt bei uns fundamental anders. Wir sind ein Unternehmen Das rechtlich dazu verpflichtet ist, immer 100% der Gewinne für Klimaprojekte zu geben. Es ist kein Marketing-Gag, es gibt keine Möglichkeit daraus, wir können das nicht ändern. Das heißt Also es gibt viele Unternehmen, die das dann auch irgendwie so, ne, guck mal, wie wir irgendwie hintenrum irgendwie Planeten kaputt machen, aber vorne rum dann irgendwie so ein paar schöne Vorzeige. Projekte haben und ich glaube, da ist es auch, da macht es Sinn, auch wirklich nachzufragen und zu attackieren und auch zu zeigen. Also ich fahre auf dem Weg zum Büro, fahre ich immer bei Bayer vorbei. Und also da haben ein Wedding bei uns hier.

36:33 Christian Kroll: Und die haben da so eine schöne Blühwiese vor ihrem Büro. Und ich denke mir immer, da steht halt irgendwie noch so ein kleines Schild, Blühwiese für Insekten und so weiter. Dann denke ich mir. Ja, ist ja nett, aber ihr verkauft auch Glyphosat und seid damit der größte Biodiversitätsvernichter auf der ganzen Welt.

36:50 Feliks Eyser: Slow-business-mäßig nicht so gut gegangen für sie.

36:52 Christian Kroll: Ja, genau. Also mal abgesehen davon, dass das wirtschaftlich sehr doof war, dieses Unternehmen, also Monsanto zu kaufen. Aber das ist halt irgendwie dieses, ne, da finde ich es auch Man sollte dann auch wirklich die negativen Sachen aber in Proportion eben dann auch wirklich kritisieren. Ja, wir kriegen da, werden mit anderen Standards gemessen, zu einem gewissen Grad ist es, glaube ich, auch okay, aber gesellschaftlich müssen wir, glaube ich, gucken. Also die Diskussion im Rahmen halten. Lass uns mal gucken, wer wirklich unseren Planeten zerstört und lasst uns irgendwie gegen die kämpfen, statt irgendwie zwischen den guten und sehr guten Optionen sich gegenseitig zu zerfleischen. So das, ähm. Das merke ich irgendwie, das ist auch so ein bisschen generell in der, sagen wir, in der grünen Bubble. Irgendwie so, ne, sobald du dann irgendwie nicht vegan bist, wirst du halt attackiert, statt irgendwie zusammen an dem großen Thema zu arbeiten, was eben die Transformation unserer Wirtschaft ist.

37:47 Verantwortungseigentum: Warum selbst Google Ecosia nicht kaufen könnte

37:47 Feliks Eyser: Und transformiert hast du auch deine Company, du hast angesprochen, ihr könnt die nicht verkaufen. Du hast als GmbH gestartet, kein Non-Profit-Unternehmen von Beginn an, aber du hast es transformiert und ich habe im Handelsregister geschaut, wie das eigentlich funktioniert. Eure Gesellschafter, ihr habt noch Gesellschafter, du hast noch 0,2 Prozent, den Schumacher hat auch 0,2 Prozent, also ihr habt noch irgendwie da so 50 Euro Stammanteile. Und der Rest, 99,6 Prozent, liegen bei der Purpose-Stiftung GmbH.

38:16 Christian Kroll: Erkläre mal, was das für ein Modell ist. Also genau, ja, also ne, die, also alle Kapitalanteile. liegen bei der Purpose-Stiftung. Das ist eine Stiftung, die die, also eine gemeinnützige Stiftung, die die Aufgabe hat, einfach dafür zu sorgen, dass diese Anteile nicht verkauft werden können und dass keine Dividenden ausgezahlt werden können. Also diese beiden Versprechen, Ecosia wird nicht verkauft und keine, äh, es wird kein Geld abgezogen. Dafür gibt es noch keine Rechtsform, da kämpfen wir übrigens auch gerade dafür, steht auch im Koalitionsvertrag, dass es dann mal so eine Rechtsform gibt, damit wir nicht so komische Konstrukte da machen müssen. Aktuell stellt die Stiftung einfach sicher, dass das eben nicht passieren kann. Also selbst wenn morgen Microsoft oder Google kommen würde und sagen würde, hey hier, wir geben euch ein paar Milliarden, verkauft uns mal eure Suchmaschine. Dann wäre das rechtlich nicht möglich, weil die Stiftung eben in Ersatzung verpflichtet ist, die Anteile zu halten. Und dann haben, also Tim und ich, wir haben noch Anteile, die eigentlich nur Stimmrechtsanteile sind. Das heißt. Wir haben weiter die Kontrolle über das Unternehmen. Wir können handeln wie Unternehmer. Wir sind auch kein gemeinnütziges Unternehmen. Wir können Investitionen machen, wir können Risiken eingehen. Und Haben auch die Verantwortung für den Erfolg des Unternehmens. Deswegen heißt diese Art auch, also versuchen es den richtigen Namen zu geben, aber diese Art, diese Lösung heißt auch Verantwortungseigentum, weil du hältst halt nur die Verantwortung. Du hältst nicht die Kapitalrechte.

39:38 Feliks Eyser: Das heißt, wenn Gewinne stattfinden, muss das Geld in der Firma bleiben und von da kann es investiert werden, also durch eure Mechanismus, zum Beispiel in Klimaprojekte.

39:46 Christian Kroll: Genau, ja. Also bei uns ist unser Zweck ist halt mehr oder weniger die Lösung der Klimakrise und alle Gewinne werden dann halt dafür verwendet.

39:53 Feliks Eyser: Und ein anderes Unternehmen könnte sagen, ich mache das auch, aber mein Zweck ist irgendwie Bildung in irgendeinem Land oder so.

39:59 Christian Kroll: Ja, es muss nicht mal ein gemeinnütziger Zweck sein. Es gibt auch Fensterbauer zum Beispiel, die diese Lösung haben. Das heißt, der Zweck des Unternehmens ist es, Fenster zu bauen. Und wenn ich zu viel Gewinn generieren sollte, kann ich entweder meine Mitarbeiter besser bezahlen oder die Preise reduzieren. oder keine Ahnung in meiner Wertschöpfungskette irgendwie dafür sorgen, dass mein Holz nachhaltiger produziert wird oder sowas. Aber ich kann keine Dividenden rausziehen. Das ist ein echtes Beispiel, den Fensterbauer gibt es oder wie? Ja, ja. Oder Bosch ist ja auch in einer ähnlichen Situation, da ist es ein bisschen komplexer, aber es ist ja auch ein Unternehmen, was einer Stiftung gehört. Die haben halt das Ziel, keine Ahnung, Elektromotoren zu bauen oder sowas. Und es werden einfach keine Dividenden gezahlt. Das heißt, diese, also diese Art von Unternehmen ist zwar so eine Nische, aber ich finde, passt trotzdem gut zum Unternehmertum, weil du hast halt trotzdem noch all diese Freiheiten. Du hast halt irgendwie, du kannst nicht zahlst dir halt nur am Ende ein normales Gehalt und nicht irgendwie, es gibt diesen Exit nicht. Das ist eigentlich der wesentliche Unterschied.

41:06 Feliks Eyser: Unsere Mission mehr Founder Mode ist den positiven Impact von Unternehmertum zu zeigen. Wenn ihr dabei helfen wollt Drückt den Abonnieren-Button, weil je mehr Abos wir haben, desto öfter werden die Videos ausgespielt und desto mehr Leute erreichen wir mit den positiven Geschichten. Also unterstützt Founder Mode und Unternehmertum. Abonniert den Channel. Du hast ja privat potenziell, wenn du einfach ein For-Profit-Unternehmen gewesen wäre, hast du privat vielleicht auf ein paar hundert Millionen Euro an Vermögen verzichtet.

41:34 Christian Kroll: Ja, ja. Ich hatte das ja ganz am Anfang versprochen, Ecosia wird nicht verkauft, es geht nicht um persönliche Bereicherung. Das ist auch einfach zu versprechen, wenn das Unternehmen noch nichts wert ist. Aber das war tatsächlich auch meine Überzeugung. Das wurde dann erst relevant, als wir so die ersten paar Millionen Nutzer gewonnen haben und dann plötzlich auch irgendwie auf dem Radar auftauchten, als dann plötzlich irgendwie. Ich erinnere mich noch, wie dann irgendwie so hohe Tiere von Microsoft irgendwie zu uns kamen ins Büro und dann ganz irgendwie so rumgeguckt haben, was ist denn das für ein Laden hier? Aber wenn du dann so ein Prozent Marktanteil im Suchmaschinenbereich hast, teilweise mehr als Bing in einigen Ländern Dann tauchst du plötzlich eben auf gewissen Radaren auf. Ja, da wurde dann halt auch tatsächlich von Mitarbeitern auch nochmal die Frage aufgeworfen, was ist denn Eigentlich mit diesem Versprechen, dass Ecosia nicht verkauft werden kann. Wie, ne, also ich sehe hier Ecosia ist eine GmbH. Da steht nichts dazu, dass das nicht verkauft werden kann. Und dann, also ne, fühlte ich mich erstmal angegriffen. Ich habe doch versprochen, dass das nicht verkauft werden kann. Also was willst du von mir? Aber dann habe ich gemerkt, ja, tatsächlich, also selbst wenn. . Also, ich glaube mir, aber was ist, wenn mir was zustößt? Ja, und dass sich der Kontext ändert, im Leben gibt tausend Sachen. Genau, ja. Und tatsächlich habe ich dann gemerkt: Nee, ich muss dieses Versprechen irgendwie rechtlich verbindlich machen. Und dann sind wir halt auf diese Lösung da gestoßen. Und ich habe mich mit Tim abgesprochen. Lustigerweise, als Tim bei Ecosia eingestiegen ist, so einige Jahre vorher, also ganz am Anfang hatte meine Schwester noch Anteile, die hat dann Tim übernommen. Hat auch ein kleines bisschen Geld investiert, aber jetzt keine Riesensumme. Und mit Tim hatte ich mündlich vereinbart. Hey, pass auf, bei Ecosia geht es nicht um Exit. Ich will das nicht verkaufen, ich will auch nicht, dass wir uns da bereichern und so weiter. Und Tim meinte, ja, finde ich gut. Aber das stand nirgends in unseren Verträgen drin. Das heißt, Tim hat auch auf diese vielen Millionen verzichtet. Und

43:32 Feliks Eyser: Und ich habe ihn angerufen, also er war ja auch im Podcast im Schuhmacher, kann man nochmal nachhören, Folge war auch super. Und er hat gesagt, ja klar mache ich das sofort, aber Er sagt halt, ist halt auch total krass, so weil Tim aus seiner Perspektive hat halt auch verschiedene andere Unternehmen, hat halt den Adblocker, mit dem er viel Geld macht. VC Fun, Kauft Softwarefirmen, also er hat da viele kleine Motoren, die viel Geld in sein Ökosystem reinspülen. Der macht ja auch viele nachhaltige Sachen damit, aber für ihn war das halt eine Beteiligung von mehreren. Bei dir ist es Dein eines Ding, dein eines Essen. Sagt er auch, das ist schon krass, was der Christian da gemacht hat. Ja.

44:07 Christian Kroll: Also ich finde es krass, was Tim gemacht hat, weil für ihn. Wenn du da mit so einem Investoransatz, er war durch nichts dazu gezwungen, weißt du? Also außer so eine mündliche Verabredung, aber das hätte. . Am Ende ist das nichts wert. Und dass er dann halt trotzdem mitgezogen ist und diesen Schritt mitgegangen ist. Also für mich ist das, macht das total Sinn für die Geschichte von Ecosia. Für mich, ich selbst, habe kein großes, wenn ich viele Millionen auf dem Konto hätte, ich würde es eh nur verwenden, um die Klimakrise zu lösen. Das kann ich auch mit Ecosia machen.

44:37 Erst reich werden, dann spenden? Warum Kroll auf hunderte Millionen verzichtet

44:37 Feliks Eyser: Und das finde ich interessant, lass da mal rein doppelklicken, weil viele ja sagen. Jetzt werde ich erstmal reich im Kapitalismus, ich mache da meinen Börsengang, ich mache dies, das, verkaufe die Firma ab 100 Millionen auf ein Konto, dann kann ich doch anfangen zu spenden, Nachhaltigkeit zu machen und möglichen Impact zu haben. Ist das ein total blödes mentales Modell?

45:00 Christian Kroll: Ich glaube, das kann man schon machen. Es gibt ja, also ne, das ist, glaube ich, auch der Standardweg und viele tatsächlich, die jetzt irgendwie Geld für Philanthropische Sachen zur Verfügung stellen, kommen halt, diese Vermögen kommen daher. Ich glaube halt, also zumindest für die Gelegenheit, die wir hatten, wir haben es durch harte Arbeit und vielleicht auch Glück geschafft. Zumindest mal so einen kleinen Spieler in diesem echt krass kompetitiven Markt aufzubauen. Und wir brauchen nur noch einen oder. Also so ein, so ein 10X oder sowas, um wirklich in einer Liga mitzuspielen, in der sonst eigentlich, also diese Elite-Liga von US-Big Tech, dass wir da zumindest mal dran kratzen. Und das ist einfach eine einmalige Gelegenheit. Das kommt nicht wieder. Wenn ich das jetzt verkaufen würde, ist es sehr unwahrscheinlich, dass wir nochmal eine Firma aufbauen könnten, die wirklich systematisch irgendwie unser aktuell weltweit geltendes Wirtschaftssystem verändern kann. Und also was könnte der größte Impact von Ecosia sein? Klar kann man irgendwie ein paar Milliarden Bäume pflanzen, vielleicht wenn wir es verkauft hätten, hätten wir gleich ein paar Milliarden Bäume pflanzen können und dann Wir haben ja vielleicht sogar schon weiter, was die Bäume angeht. Aber was ich ja mit Ecosia erreichen will, ist wirklich, dass wir wegkommen von dieser destruktiven Art zu wirtschaften aus unserem Planeten und vielen Menschen auf diesem Planeten jedes Jahr schlechter geht, hin zu einem regenerativen Wirtschaften, in dem Unternehmen wirklich Verantwortung übernehmen und sagen, ich sorge dafür, dass es irgendwie bergauf geht hier. Also das Wälder wieder wieder entstehen und dass wir eben nicht mehr dieses extrahierende Modell haben. Und das, ich glaube, dieses, okay, dann spende ich Geld, das ist halt nur, du klebst immer wieder ein Pflaster an der anderen Ecke irgendwie auf und gibst ein bisschen, das ist auch gut und wichtig, aber es ist halt nicht wirklich Die Lösung des eigentlichen Problems. Die Lösung des eigentlichen Problems ist, dass wir Unternehmen erlauben, unseren Planeten kaputt zu machen. Da werden Gewinne dann generiert und dann Diese Gewinne werden teilweise verwendet, um dann irgendwie ein bisschen den Schaden zu begrenzen. Aber was wir eigentlich bräuchten, wäre ein Wirtschaftssystem, in dem prinzipiell wirklich nur für, also wenn man alles mitrechnet, wirklich nur was Positives rauskommen darf. Also das heißt eben, dass eben nicht Menschen leiden, dass nicht der Planet leidet, dass man solche Kosten alle mitrechnet.

47:22 Christian Kroll: Und wenn wir das machen würden, dann Gäbe es ja auch keine Ölunternehmen oder sowas in der Form, wie es sie gerade gibt. Wenn die wirklich den Preis dafür zahlen müssten, für das, was sie gerade zerstören Oder es wäre für uns alle teurer, das Fahren zu fliegen, Plastik zu nutzen. Genau, ja. Und da, also ich glaube da einfach. Für mich diese Möglichkeit, ich könnte irgendwie zeigen, dass es mit Ecosia auch anders geht, dass ein Unternehmen wirklich relativ viel Sichtbarkeit hat global, vielleicht sogar in diesen, in diesen Elite-Club der Big Tech-Spieler mit, mit äh, mit reinkommt Aber mit einem Geschäftsmodell, wo alle Gewinne verwendet werden, um wieder unseren Planeten zu reparieren. Und was das für eine Signalwirkung hätte, so ein Leuchtturm. Das ist, glaube ich, tausendmal mehr als die paar hundert Millionen Extra Bäume, die wir hätten pflanzen können mit einem Exit. Zu zeigen, dass es funktioniert, dass man einen relevanten Player in so einer Weise bauen kann. Genau, ja. Und dass Unternehmen einfach anders funktionieren können. Und wir haben also tatsächlich auch, wenn man Heute BWL studiert, an vielen Universitäten, wird dieses Modell, was wir da haben, dieses Purpose-Modell, wird als eine der Optionen gelehrt. Also es gibt nicht nur diesen Keine Ahnung, Venture Capital-Ansatz oder ja, also Börsengang muss nicht das Endziel des Unternehmens sein, sondern es gibt auch andere Möglichkeiten. Und es gibt auch nicht nur diesen gemeinnützigen Pfad, sondern es gibt was dazwischen. Und es gibt tatsächlich viele Unternehmen, die jetzt in dieser Form gegründet haben und die auch Ecosia so ein bisschen als Vorbild sehen. Ob die erfolgreich werden und ne, ob das dann jetzt irgendwie zur Weiterentwicklung der sozialen Marktwirtschaft beiträgt, werden wir sehen. Aber das ist, also das ist der wirklich große Hebel, den ich sehe. Und auch interessant, wenn Nehmen wir an, wir würden wirklich weiter Marktanteil gewinnen, irgendwann 10, 20 Prozent Marktanteil haben. Das bringt ja auch einen riesend Druck auf die anderen Big Tech-Konzerne. Da fragt man ja, warum verwendet ihr eigentlich eure Gewinne nicht, um irgendeinen guten Zweck zu verwirklichen. Was ist eigentlich, also ne, dieser, wir haben ja einen eigentlich unersetzbaren Wettbewerbsvorteil. Also du, das kann Google, Microsoft oder wer auch immer, die können das nie auf dieselbe Art und Weise tun wie wir, weil sie halt Die Shareholder-Value-Verpflichtungen oder Shareholder Value-Maximierung als also steht ja immer Unternehmensmission oder Unternehmensvision, steht ja immer irgendwie, keine Ahnung, alle Daten universell verfügbar machen oder sowas bei Google.

49:44 Christian Kroll: Aber wenn du guckst, am Ende ist es eben bei all diesen Unternehmen Shareholder Value maximieren. Das ist die Unternehmensvision, nur das Geschäftsmodell ist immer ein anderes. Und bei Ecosia ist es halt fundamental anders. Es geht nicht um Shareholder Value maximieren, sondern um so viel wie möglich Kapital für die Klimakrise zu generieren.

50:01 Feliks Eyser: Und wenn es jemand sagt, ich finde es euch total nachvollziehen, mir ist es aber zu krass, da hätte so all-in zu gehen und mein ganzes Unternehmen da da reinzuwerfen, sozusagen.

50:09 Christian Kroll: Kann ich das auch nur so ein bisschen machen? Also, ich glaube, ja, wir haben tatsächlich einen sehr extremen Ansatz mit Ecosia. Und ich bin, also ich denke, für uns war das genau der richtige Weg. Mal gucken, was am Ende rauskommt.

50:18 Feliks Eyser: 25 Prozent da rein kippen, 40 Prozent, 60%, also so ist das ein Schieneregler, wo ich sage, okay. Ein Teil des Unternehmens will ich einsetzen, aber ich will trotzdem für meine Familie vorsorgen und im Exit ein paar Millionen mitnehmen.

50:29 Christian Kroll: Also, dieses Modell ist tatsächlich so in der Hinsicht flexibel, dass du sagen kannst: ich will irgendwie aber ein paar Millionen ausgezahlt bekommen oder sowas. Haben wir jetzt nicht gemacht, aber könntest du machen, dass du. Du könntest sagen: Okay, die ersten fünf Millionen gemacht. Gehen an mich. Oder die zweiten oder so. Genau, ja, kannst du machen. Das wäre dann aber immer noch dieses relativ extreme Modell, das Unternehmen gehört sich selbst. Und dann gibt es ja auch, dazwischen gibt es ja Lösungen, indem du sagst, okay, man hat noch eine Sperrminorität oder sowas. Das ist Aber letztendlich die Frage ist ja immer, was passiert mit den Anteilen, was passiert mit dem Unternehmen langfristig. Und wenn du es irgendwie in diesen Markt reinwirfst von entweder Venture Capital oder letztendlich dem Aktienmarkt. dann wird das eine Richtung nehmen, die immer mehr Richtung Shareholder Value Optimization geht.

51:13 Feliks Eyser: Du sagst, es geht nicht nur um die wirtschaftliche Upside, sondern es geht schon auch um den Einfluss sozusagen und die Governance und die Entscheidungen, die getroffen werden.

51:20 Christian Kroll: Also ne, irgendwann sitzen dann halt mehrheitlich Leute, die auf Shareholder Value-Maximierung fokussiert sind und die sagen dann, ja, lass mal diese Nachhaltigkeitsprojekte, die sind irgendwie Wir machen ja irgendwie das noch, das ist gut für Marketing, aber die anderen Sachen, die legen wir jetzt mal still und das kriegt man nicht gleichgeschaltet.

51:35 Feliks Eyser: Also wenn man sagt, es ist 50 Prozent gehört das Unternehmen der Nachhaltigkeit. So in jedem Exit-Fall, die Hälfte geht in Klima, was auch immer, und die andere Hälfte geht zu den Shareholders. Und dann ist das Shareholder Value-Maximierung wieder gut, zu sagen, gut, je mehr da rauskommt, desto mehr Nachhaltigkeit mache ich auch.

51:48 Christian Kroll: Also wir machen ja auch eigentlich Shareholder-Value-Maximierung, aber unser Shareholder ist mehr der wenig unser Planet oder unser Klima. Also wir versuchen ja. Also du kannst das Ich sehe selten irgendwie, ich glaube, wenn du nicht diesen extremen Fall hast, sehe ich selten, dass das dann irgendwie so wirklich langfristig klappt. Also ne wenn was gibt es noch für andere Unternehmen, die ich so als Vorbild sehe, würde ich sagen Patagonia oder sowas, ne? Aber ich sehe auch viele Unternehmen Wo das so halb gelöst wurde und dann, naja, dann gibt es dann irgendwie dann doch den Exit an Unilever oder Nestle oder sowas und dann, naja, dann wird halt in der Na in der In der Wertschöpfungskette dann doch nicht mehr so genau hingeguckt und so weiter. Und dann muss dann doch wieder die Rendite rauskommen. Das heißt. Dann muss uns das Unternehmen zurückkaufen, wie die Anker Crowdfounder von Leslie.

52:32 Feliks Eyser: Erst wenn die verkauft, jetzt haben sie es wieder.

52:34 Christian Kroll: Die Folge kommt morgen raus. Ja, ja, bin ich, also bin ich sehr gespannt. Das ist ja auch. Ich meine, oft haben diese Kapitaleigner ja eben auch nicht dasselbe Verantwortungsbewusstsein. Also deswegen heißt diese Eigentumsform ja auch Verantwortungseigentum, weil du Es geht dir eben nicht nur um die Rendite, sondern du willst eben auch wirklich, dass das Unternehmen sich auf eine Art und Weise verhält, dass du da irgendwie mit einem guten gewissen Abend ins Bett gehen kannst.

53:00 Feliks Eyser: Ja, interessant. Ich frage mich immer noch, wie kann man sich da so langsam rantasten, äh, so weil ich sag auch, ja, sollte weniger Fleisch essen, aber zu sagen, okay, ich werde das full on veganer und lasse alles weg und dann fühle ich mich nicht wohl damit, mir geht es dann irgendwie eine schlechte Woche und dann lasse ich es wieder ganz sein quasi. Also was ist die Brücke, die man sozusagen bauen kann, wenn man nicht

53:16 Christian Kroll: von Anfang an all-in gehen kann. Also es gibt viele so dazwischenmöglichkeiten. Ich glaube nur, die Zwischenmöglichkeiten sind halt nicht die, also die haben Nachteile gegenüber der reinen Form, würde ich sagen. Und Zwischenmöglichkeiten können, also es gibt zum Beispiel Founders Pledge, weiß nicht, ob du das kennst, wenn du gegründet hast. Sagst immer, man verpflichtet sich quasi im zukünftigen Exit einen Teil davon zum Beispiel zu spielen. Dann hast du halt einen Teil, also zumindest gesicherten Teil, der dann eben an gute Zwecke geht. Das ist ein relativ softes Commitment.

53:44 Feliks Eyser: Man verpflichtet sich da irgendwie, aber es ist jetzt nicht hart irgendwie im Cap-Table-Handelsregister. Drin. Das fände ich schon eine interessante Frage. Also, wenn du sozusagen sagst, man macht das schon ein bisschen ernsthafter und ich hole meinen 20% Purpose-Gesellschafter da rein und den kann ich auch nicht mehr rauskaufen oder so. Also so Dann habe ich die 20% schon mal eingeloggt. Ist auf jeden Fall mehr als ein unverbindliches Blatt Papier, was ich unterschiede.

54:05 Christian Kroll: Genau, also du könntest das lösen, indem du, keine Ahnung, Anteile in der Stiftung übergibst oder sowas und das dann, ja, sind jetzt gerade noch nichts wert, aber bei einem Exit-Event Verwendet ihr halt das Kapital, damit es mehr einlogst. Aber also für mich ist das, ich finde die Lösung auch alle okay. Für mich persönlich, für Ecosia war es nur dieses andere Was könnten wir für einen Impact haben, wenn, also stell dir mal vor, alle Unternehmen auf der Welt würden irgendwie nach demselben System funktionieren wie Ecosia. Wir hätten, glaube, alle Probleme. Also so, wie viel Kapital dafür da wäre, also alles, was so gerade an Shareholder Value rausgeht, selbst wenn es nur die Big Tech-Unternehmen werden, all die Gewinne, die dort generiert werden. Nehmen wir an, wir könnten die für Klima, Hunger, alle anderen Ungerechtigkeiten verwenden. Also viele Probleme werden sofort gelöst. Und das, also einfach die Hoffnung, die Illusion, die Naivität, vielleicht dass das möglich ist, war halt das, was mich angetrieben hat. Und ich sage aber auch nicht, dass das jetzt irgendwie, dass das jeder so machen muss oder sowas. Ich bin Also wir sind ja auch mit Tim zusammen den World Fund mit ins Leben gerufen und das ist ein klassischer Venture Capital Fund.

55:13 Feliks Eyser: Der einfach kapitalistisch Geld sammelt, investiert in Unternehmen, die einen Impact haben sollen, aber das durch Technologie, durch Innovation erreichen.

55:21 Christian Kroll: Genau, ja. Also, ich hab nichts dagegen, jeder kann so wählen. Mich stört so ein bisschen, wenn dann irgendwie so, naja, wenn es dann nur so ein Marketinggrünen anmalen ist. Letztendlich für die Nutzerinnen und Nutzerinnen oft schwer zu sehen, die verstehen nicht den Unterschied zwischen 1% des Gewinns wird an CO2-Zertifikate gegeben oder sowas. So einem sauberen Modell wie unserem, 100% der Gewinne gehen an Klimaprojekte. Das ist irgendwie, ne, für leider ist das irgendwie, sind wir Menschen nicht gut darin, solche Dinge zu unterscheiden. Und dieses grüne Anmalen reicht halt in vielen Fällen um sich irgendwie so aus der Aus der Affäre zu ziehen.

55:59 Feliks Eyser: Okay, aber lass mal gleich überlegen, was für andere Businessmodelle man auf die Weise umsetzen kann. Das finde ich auch super spannend. Aber davor sagt mir nochmal, bei euch die Zukunft, bei Ecosia, AI, großes Thema. Wie geht ihr das an? Was ist die Diskussion? bei euch im Ecosia Boardroom, wie wird über AI gesprochen?

56:09 Von der Suchmaschine zur KI-App: Ecosia gegen OpenAI und Google

56:13 Christian Kroll: Ja, also ich meine, wir sehen das ja mit Google, wie krass das einfach jetzt das gesamte Geschäftsmodell und das gesamte Produktangebot irgendwie verändert. Also diese, diese Transformation ist für uns entscheidend und wir sind jetzt gerade auf dem Weg weg von einer reinen Suchmaschine hin zu einer mehr oder weniger einer KI-App, die du genauso, also als Stadt Gemini oder Stadt ChatGPT benutzen kannst. Und ein großer Teil unserer Entwicklungsarbeit geht eigentlich in diese Richtung. Also diese, ne, diese Reine Verbesserung der alten Suchmaschine kriegt kaum noch Aufmerksamkeit, sondern tatsächlich, wie können wir es schaffen, dass wenn du komplexere Anfragen stellst, dass wir die gut beantworten? Und wir sind da schon relativ weit. Also ich würde sagen, wir sind jetzt in vielen Aspekten schon echt als Alternative nutzbar. Wie baust du das produktseitig und kommerziell? Aber erzähl erstmal das Produkt, wie funktioniert das? Ja, also du kannst dir eigentlich so vorstellen wie ChatGPT. Du stellst längere, komplexe Fragen, dann holen wir, also lass mal ein Sprachmodell, diese Frage beantworten. starten teilweise noch Tools im Hintergrund, wie zum Beispiel eine Internetsuche oder gewisse Abfragen von, zum Beispiel, wenn du fragst, ich möchte, von Barcelona nach Paris mit dem Zug oder sowas. Dann machen wir halt eine Anfrage bei Omio zum Beispiel, um zu gucken, okay, welche Verbindungen gibt es da, um das dann zu beantworten. Also verschiedene Tools, verschiedene Quellen. Noch mit an das Sprachmodell andocken. Was findest du für Modelle, die ihr da nutzt? Also gerade, also nächste Woche gebe ich dir vielleicht schon wieder eine andere Antwort. Gerade laufen wir auf dem Mistral im Hintergrund. Und wir haben aber auch teilweise Modelle, die wir selber hosten. Wir haben auch teilweise noch Sachen, die noch bei OpenAI liegen. Aber also immer mehr tatsächlich In der eigenen Wertschöpfung und in der tatsächlichen europäischen Wertschöpfung. Wenn ihr selber was hostet, sind das Open-Source-Modelle. Genau, ja, ja. Also die, das ist auch tatsächlich deutlich greif, also deutlich einfacher als es noch vor vielen oder vor zwei, drei Jahren war, weil ich dachte immer, oh fuck, wir Wir werden es mit Ecosia einfach nicht schaffen, irgendwie mit diesen großen KI-Firmen im Wettbewerb zu stehen, weil wir einfach nicht diesen Zugriff auf den Modellen haben. Aber das ist gar nicht mehr so sehr das Problem.

58:25 Feliks Eyser: Okay, wie konkurriert ihr mit diesen amerikanischen Tech-Unternehmen Die haben hunderte von Milliarden an Funding, die haben Datencenter teilweise eigene Chips, müssen nicht profitabel laufen, kannst du dir nicht leisten.

58:39 Christian Kroll: Ja, also tatsächlich, ähm Da kamen so ein paar Sachen zusammen in den letzten paar Monaten, die das erst wirklich möglich gemacht haben. Also tatsächlich diese Sprachmodelle werden ja immer günstiger und wir sind inzwischen an einem Punkt. . Wo wir, es ist nicht deutlich teurer für uns eine Suchanfrage, eine normale klassische Suchanfrage zu beantworten. Also, nee, es ist nicht deutlich teurer. Eine AI-Suchanfrage zu beantworten, als eine klassische Suchanfrage. Das heißt, die Sprachmodelle sind so effizient geworden und man muss natürlich auch dann die effizienten Modelle wählen, aber dass wir das mit relativ wenig Kosten hinbekommen. Was wir aber auch noch machen müssen, wir müssen das ja auch irgendwie monetarisieren. Das heißt, da arbeiten wir auch dran, haben teilweise Werbung jetzt auch mit eingebunden, erstmal noch so grobe Tests, aber es sieht so aus, als könnten wir das auch einigermaßen monetarisieren. Und was wir eben nicht machen können, sind diese extrem kostenintensiven Sachen, die, die sich die amerikanischen AI-Labs so leisten. Also tatsächlich Wir haben jetzt kein Deep Research oder Video generieren oder sowas, das machen wir halt nicht und haben tatsächlich auch eher schmalere Modelle. Aber das passt eigentlich auch gut zu unserem Ansatz, weil wir wollen ja nicht irgendwie einen Haufen Energie verbrauchen, sondern. Ja, wir wollen dir diese Technologie zur Verfügung stellen, aber irgendwie im Rahmen, der jetzt nicht zu sehr unsere Umwelt- und Stromverbrauch belastet. Wo kauft ihr diese Inferenz ein? Das ist in die Berechnung. Also die, wie gesagt, läuft immer auf unterschiedlichen Modellen aktuell. Der Hauptteil läuft auf Mistral, aber wir haben auch Sachen, die wir intern machen. Also wahrscheinlich in ein paar Monaten sieht das wieder ganz anders aus. Kannst du dir vorstellen, dass ihr eigene Datacenter betreibt? Ja, also wir bauen ja auch unseren eigenen Suchindex und da haben wir tatsächlich auch, also zusammen mit unserem Partner, aber da haben wir tatsächlich eigene Also der hat ein eigenes Datenzentrum, wir haben ein Cluster da drin. Und ich glaube, das wird für uns immer, also tatsächlich diese tiefe Integration.

1:00:41 Christian Kroll: ist was, das forcieren wir seit ein, zwei Jahren und wird immer realistischer, dass wir tatsächlich auch näher daran kommen, den wirklich den ganzen Stack zu haben. Also nicht eigene Chips, aber immerhin mal In einem Datencenter, was wir kontrollieren, eigene Sprachmodelle, einen eigenen Suchendex, dann das auf der eigenen Webseite darstellen, dann haben wir auch unseren eigenen Browser und das Ganze ist irgendwie Du hast halt sonst keine Chance, mit diesen Big Tech-Firmen gerade mit Google zu konkurrieren, wenn du nicht so ein bisschen ein Produktökosystem hast, was das Ganze auch in einer ähnlichen Form bereitstellen kann.

1:01:14 Feliks Eyser: Weil irgendwann ist es ja ein Ressourcengame. Also in den US-Companys merkst du, die sind ja nicht unbedingt an der Nachfrage limitiert. So siehst du an Claude, wie schnell das wächst. Gerade die sind ja physikalisch limitiert, in den Rechenzentren, in der Stromkapazität, die sie haben. Also ist ja auch eine spannende Frage in Europa, wo kriegt man überhaupt genug Kapazität her?

1:01:32 Christian Kroll: Ja. Ja, die machen halt aber auch einfach krasse Sachen teilweise. Also so, wir, wir müssen das halt alles relativ schmal machen. Passt, glaube ich, auch zur Also dieses ne mit weniger Ressourcen, relativ pragmatisch und so weiter, dass wir das irgendwie versuchen hinzukriegen. Und ich glaube, es ist gar nicht mal so schlecht, dass wir mit Ecosia irgendwie versuchen. In diesem Bereich eine Lösung zu finden, die jetzt nicht massiv Geld verbrennt. Weil, um ehrlich zu sein, ich weiß nicht, wie OpenAI irgendwann mal in der Lage sein will, das ganze Geld zurückzuzahlen, was sie da gerade so an Schulden machen. In der Lage möchte ich nicht sein. Ähnlich bei anderen Firmen, die einfach sehr, sehr viel Venture Capital aufgenommen haben, irgendwann wollen die Investoren das Geld zurück und wenn dann jetzt nicht wie versprochen im nächsten Jahr irgendwie Superintelligence erreicht wird, dann werden Investoren auch irgendwann unruhig und dann glaube ich stehen wir einfach mit einem, ich würde mal sagen, etwas so ein. . Klassisch mittelständischen deutschen Ansatz, wo du willst halt irgendwie nicht zu viel Geld verbrennen, willst ein Bin's bisschen investieren, aber jetzt auch nicht verrückte Sachen machen. Stehen wir vielleicht gar nicht so schlecht da. Und siehst du auch eine Monetarisierung durch Subscriptions? Das kommt tatsächlich auch noch wahrscheinlich Ende des Sommers, dass wir auch das anbieten. Bei so ein paar Features willst du als Nutzer vielleicht haben. Kosten aber mehr, als wir durch Werbeumsatz generieren können und dann geben wir diese Möglichkeit auch. Wie das angenommen wird, werden wir sehen, aber das wird auch so, also ist halt so Inzwischen essentieller Bestandteil von so einem Produktökosystem, wenn du eine KI-App haben möchtest. Mhm.

1:02:58 Feliks Eyser: Kann ja auch eine spannende Positionierung sein, zu sagen, ich bin so eine Art Middleware, da sind Modelle dahinter, ich kann mir ausfällen, ob ich Mistral oder ein chinesisches Open Source Modell nutzen will oder was auch immer. Ich zahle meine Subscription. Da ist eine gewisse Anzahl an Token drin. Ich bin ein Stück weit frei in der Entscheidung und bevor ich es irgendwie OpenAI gebe, wenn ich überzeugt bin, es lieber euch zu geben, kann ich das da machen.

1:03:16 Christian Kroll: Ja, genau, auch. Also Leuten einfach eine Alternative zu diesen Big Tech-Unternehmen zu geben, weil es ist nicht nur nicht nur eine Frage, okay, wo kriege ich denn jetzt irgendwie den günstigsten Preis, sondern es ist ja auch eine Frage, mit wem möchte ich denn diese teilweise sehr, sehr persönliche Information teilen? Traue ich denen. Das ist eine spannende Frage, gell? ChatGPT kennt uns alle sehr gut. Ja, ja, genau. Und damit eben auch Donald Trump, ne? Also die sind, also oder die US-Regierung und die Institutionen dahinter, die natürlich die vollen Zugriffsrechte auf diese ganzen Daten haben. Und möchte ich das als Nutzer. Und es gibt halt ein paar Alternativen. Wir sind eine von denen und es ist vielen Menschen inzwischen sehr wichtig, dass man eben nicht diese System von Big Tech mit Autokratie kombiniert weiterfüttert, sondern dass man anfängt, sich auch umzuschauen, ob man das nicht auch anders machen kann.

1:04:02 Feliks Eyser: Und wie kannst du jetzt zu einer wirklich relevanten AI-Kompanie in dem Bereich werden? Weil die wollen keine eigenen Modelle entwickeln, nehme ich mal an.

1:04:09 Christian Kroll: Ja, also es ist tatsächlich haben wir den Vorteil, wir haben ja schon eine Suchmaschine und eine Browser-App mit mehreren Millionen Nutzern. Also wir sind schon die größte Suchmaschine und der größte Browseranbieter in Europa. Das heißt, wir können das damit einbauen und tatsächlich laufen diese Sachen ja immer mehr zusammen. Also wenn man sich anguckt, was Google macht, ne. Es wird immer mehr von Gemini in die Google-Suche integriert oder in Chrome oder dann auch in YouTube rein und so weiter. Und das läuft immer mehr auf so eine, also OpenAI, dass sie wollen, diese universelle, super App sein, die sich irgendwie über viele andere Apps drüber legt. Und wir haben den Vorteil, dass wir das irgendwie, wir haben halt schon Millionen Nutzer. Das heißt, wir können das einfach so einbauen in unsere in unsere bestehenden Dienste und Ich hoffe, dass wir dann damit tatsächlich auch mehr und mehr von diesen Suchanfragen kriegen, die aktuell zu Gemini oder ChatGPT gehen. Und aktuell, also das Feedback ist bisher sehr gut, die Leute warten, glaube ich, tatsächlich auch auf so ein bisschen eine Alternative, weil viel von dem, was Google oder OpenAI macht oder auch andere Firmen machen, eben auch sehr, sehr kritisch gesehen wird.

1:05:16 Feliks Eyser: Und das Modell bleibt aber das gleiche, es gibt Werbeeinnahmen dahinter und was übrig bleibt.

1:05:21 Christian Kroll: Genau. Wir sind halt dann auch die einzige echte Non-Profit-Firma. Also OpenAI ist ja kein Non-Profit. Willst du das, also KI wird immer wichtiger, die Firmen die dort Marktführer sind, werden immer zu wirklich gesellschaftlich relevanten Akteuren für unsere ganze Welt. Und will ich als Nutzer, dass das irgendwie eine For-Profit maximierende Firma ist oder will ich, dass das eher so ein Non-Profit ist, was ich schon irgendwie die Interessen der Menschheit auch irgendwie zuerst priorisiert und dann guckt, dass es einigermaßen Gewinne macht, aber eben nicht andersrum, also wo Gewinne an erster Stelle stehen.

1:06:03 Feliks Eyser: Wie navigierst du diese AI-Transformation als Founder? Du steckst mittendrin, viele andere stecken auch drin, aber man kann, okay, krass, ich muss jetzt was machen, es hat verschiedene Ausprägungen. Du steckst da mittendrin, wie gehst du damit um?

1:06:15 Christian Kroll: Also ich glaube, das war also auch bei uns im Unternehmen, da einfach zu sagen, wir gehen, also all in, mehr oder weniger, wir nehmen uns dieses Themas an und versuchen nicht, das auszusetzen oder irgendwie mal gucken, wie lange wir noch aushalten oder sowas. Und dadurch entstand auch irgendwie so ein gewisser Enthusiasmus, der sich dann auch selbst befüttert. Also wir haben da irgendwie alle Lust drauf und sehen auch die ganzen Möglichkeiten, die wir haben, einfach unseren Nutzern bessere Erfahrung zu liefern. Und ich glaube, es gibt halt einen gigantischen Vorteil, den wir als kleines Unternehmen haben. Und der ist, dass man Durch diese AI-Tools inzwischen als eine Person teilweise die Arbeit von ganzen Entwicklungsteams machen kann inzwischen. Das heißt, ich glaube, dieser krasse Ressourcennnachteil, also Google hat ja mehr als tausendmal mehr Ressourcen, Mitarbeiter, wie auch immer, dass dieser krasse Ressourcennnachteil, den wir gerade haben. sich eventuell sogar so ein bisschen wandeln könnte, dass kleine Unternehmen einfach extrem viel machen können, aber weniger dieses, dieses Naja, dieses Chaos haben oder dieses Bedürfnis, dass man sich irgendwie untereinander koordinieren muss, was du in so einem großen Konzern hast. Das heißt, du kannst wie ein Startup operieren, kannst aber so viel Arbeit machen Wie normalerweise ein großer Konzern. Aber es gilt für die Konzerne auch, oder?

1:07:36 Feliks Eyser: Also wenn ihr 100 Leute habt und die 50. 000 und jeder fünfmal so produktiv wird, dann haben die eine.

1:07:40 Christian Kroll: Ja, aber ich glaube, wenn du irgendwann irgendwann treten sich die Leute dann gegenseitig auf den Füßen rum. Wenn du sagst, die Koordination frisst dann wieder ein Stück der Produktivität auf. Außer man kriegt den Teil auch gelöst. Also ich hab, wenn du dir zum Beispiel die, die die jährliche Keynote von Google anguckst, Google I/O. Ist gerade, oder? Die war vor ein paar Tagen, genau. Und du siehst, wow, was haben die jetzt alles irgendwie in ihrem Produktökosystem alles? Also ich hätte echt als CEO von Google, glaube ich, Probleme, da einfach einen Überblick zu behalten. Und dafür zu sorgen, dass, also ich weiß nicht, wie Sie es machen, dass die Dinge irgendwie alle einigermaßen zusammenpassen, das ist ein riesiger Koordinationsaufwand. Vielleicht kann man den Teil irgendwann, also vielleicht kann man den CEO dann auch durch einen AI-Service ersetzen, damit also diese Komplexität dann irgendwie verarbeitet wird. Kennst du das neueste Ding?

1:08:30 Feliks Eyser: Viktor aus Polen? Irgendwie da jemand zugerufen, so eine AI-Agent polnische Company, die nach irgendwie zehn Wochen auf 15 Millionen AAA gewachsen ist, wo du denkst, okay, krass, eine von diesen Storys, so Hyper-Gross. Und das ist wie so ein Slack-Mitarbeiter, der ist in deinem Chat quasi drin und der verfolgt dann, was die Leute so schreiben und hält dann Aufgaben nach. Sagt, wenn die Susanne sagt zum Sebastian, hier ich. . Macht ihr das Design fertig bis Donnerstag und da nichts kommt? Dann fragt der Bot, hey Susanne, was ist los? Und also quasi ein Manager im Slack und scheint irgendwie krass abzugehen. Gerade.

1:08:59 Christian Kroll: Riesenrunde gerade geracet aus Polen. Finde ich, also ich glaube auch in diesem, also mein Job ist halt auch nicht unersetzbar. Also am Ende, ich mache ja wirklich so eine, zum großen Teil, okay, Entscheidungen treffen, koordinieren und so weiter, aber es ist halt eigentlich auch was, was ein eine KI auch gut übernehmen kann. Und vielleicht kriegt man dann diese, dieses, also ne, irgendwann ist ja die, die, die Kapazität, mehrere Sachen gleichzeitig zu koordinieren, einfach weg. So, das heißt, du kannst eben Selbst wenn du mehr Fähigkeiten hättest, irgendwie Dinge umzusetzen, du kannst nicht zu viele Sachen gleichzeitig machen. Und deswegen denke ich aktuell, dass wir als kleines Unternehmen Wo wir sowieso nicht so viel machen können, vielleicht einen Vorteil haben, weil wir weniger Koordinationsaufwand haben. Aber wenn so eine Firma wie Google vielleicht dann den CEO oder wirklich die Führungskräfte auch noch durch KI ersetzt. Dass das Problem auch noch gelöst wird, dann werden die auch nochmal schneller und dann weiß ich nicht, ob wir dann noch mithalten können.

1:09:52 Feliks Eyser: Und auch die Coding-Modelle selber entwickeln. Ich meine, hat ja auch einen Grund, dass Anthropic und so weiter so all-in gegangen sind auf Coding-Modelle, um zu sagen: gut, wenn wir die kontrollieren oder wenn wir Da die schnellsten sind, dann bauen wir ein System, was sich halt selber verbessert, sozusagen. Und das ist ja auch so eine Art Wettrüsten.

1:10:10 Christian Kroll: Also wir sind in diesem AI-Race mit dabei und wir sind, wie gesagt, der krasse Außenseiter, aber ich habe das Gefühl, hey, eventuell könnte hier was gehen. Und das wäre halt, also, ne, vielleicht ist das so eines der wichtigsten Rennen, die überhaupt jetzt passieren. Und das ist also, ich meine, unsere Wettbewerber sind halt auch ganz weit vorne Google. Dann hast du aber auch, also Apple will halt auch irgendwie noch mitspielen, ChatGPT oder OpenAI auch mit dabei, Anthropic vielleicht ein bisschen weniger, weil sie mehr B2B sind inzwischen. Aber Meta verspricht auch immer Sachen, dass sie da irgendwie mitmachen wollen. Wir haben halt echt krasse Wettbewerber, die echt krasse Plattformen auch teilweise besitzen. Und trotzdem habe ich das Gefühl, dass wir das hinkriegen könnten. Also einfach, weil wir eben irgendwie von so einem anderen Ansatz kommen. Ich glaube auch gerade, weil wir klein sind als Unternehmen. Habe ich das Gefühl, dass wir das irgendwie schaffen könnten?

1:11:01 Feliks Eyser: Was macht es mit dir als Mensch, so dieser Kampf gegen diese Giganten, die tausend, zehntausend Mal so viele Ressourcen haben?

1:11:08 Christian Kroll: Du musst halt irgendwie clevere Lösungen finden, um da irgendwie so dich durchzuwursteln. Also ich würde es jetzt mal Pragmatismus nennen. Das ist auch für mich eine Vokabel, die ich oft im Unternehmen verwende. Hey, wie können wir hier eine pragmatische Lösung finden? Und tatsächlich, als wir diese kulturelle Transformation im letzten Jahr bei Ecosia haben, habe ich auch gesagt, ich weiß, dass normalerweise Unternehmen irgendwie den Entwicklungsprozess so machen und dass man normalerweise in einem Unternehmen wird immer gesagt, man muss OKRs verwenden oder sowas, damit man eine gute Zielplanung hat. Aber ich habe im Gefühl, dass man das einfach noch schneller machen könnte. Also, ich nenne das so faster than by the book. Also, ich weiß, dass man es eigentlich so machen sollte. Ich weiß aber auch, dass man ein paar Schritte überspringen kann, um dann einfach schneller zu sein. Und das fordere ich tatsächlich noch mehr ein. Weil wir einfach, wenn wir nach Spielregeln, nach den normalen Spielregeln spielen, nie eine Chance haben werden gegen diese Konzerne, die einfach, die auch nach diesen Spielregeln spielen, aber mit eben viel, viel mehr Kapazität. Und dann gibt auch ein Buch von Günter Faltin, das heißt Kopf schlägt Kapital. Ich glaube, du musst halt irgendwie diese kreativen Ideen haben. Irgendwie anders. Wir haben halt nicht das Marketingbudget, was steht hier irgendwie. 100. 000 im Monat ist halt einfach ein. Ein Bruchteil von dem. Das heißt, wir müssen irgendwie versuchen, anders Aufmerksamkeit zu generieren. Und da haben wir zum Beispiel, also ein Beispiel zu nennen. Haben wir gesagt, hey, was wäre denn, wenn es einen Klima- und Nobelpreis gäbe? Lass uns doch mal einen Klima-Nobelpreis ins Leben rufen. So eine Idee kannst du, also ich weiß nicht, ob es klappt, aber wenn es klappt, dann kriegen wir davon gigantische Aufmerksamkeit und das kannst du nicht bezahlen. Auch so eine Idee musst du irgendwie kommen und kannst den Weltpreis kreieren, wie ist das geschützt? Da gibt es dann wahrscheinlich noch eine Familie oder so, eine Stimme. Also ist auch tatsächlich komplizierter zu dummen, deswegen weiß ich. Das ist nicht immer zu Oma erwähnt im Podcast. Ja, mal gucken, ob es klappt. Aber ich, also, ähm Man musste eine ganze Menge Leute überzeugen, dass das tatsächlich passiert. Und mal gucken, mal gucken, ob es am Ende hinhaut.

1:13:08 Christian Kroll: Aber wenn das klappen würde, wäre das halt irgendwie so ein gigantisches Ding. Und wir haben halt mehrere solche Kampagnen die dann auch viral gehen, die halt, wenn du diese Aufmerksamkeit irgendwie mit normalen Marketingbudget bezahlen müsstest, kämmst du da.

1:13:21 Feliks Eyser: Das sind sozusagen die asymmetrischen Wetten, die du eingehst, dass du sagst, okay, es gibt diese Moonshot-Geschichten, so kleine Probability, aber wenn es klappt, dann hat es ein Riesen. Impact und ich schicke viele von diesen Wetten ins Rennen in der Hoffnung, dass ein, zwei klappen.

1:13:34 Christian Kroll: Ja, und genau das ist eigentlich auch bei der Produktentwicklung auch ähnlich. Also was sind die paar Dinge, die wir machen müssen? Krasser Fokus und dann eben auch sehr oft Nein sagen zu. Dinge, die andere machen. Also wir werden keine Videos generieren, zumindest jetzt nicht in den nächsten ein oder zwei Jahren, mit unseren KI-Assistenten. So, weil kostet einfach zu viel. Ist schwer zu bauen, machen wir nicht.

01:13:55 Purpose-Geschäftsmodelle: Der Test mit den Klimaleugnern

1:13:55 Feliks Eyser: Es gibt so andere, die super spezialisiert nur darauf sind. Lass mal überlegen, andere Purpose-Business-Modelle. Also wie kann man das Ecosia-Modell nutzen und für ein komplett anderes Geschäftsmodell machen und ein bisschen Brainstormen? Du hast auch ein paar Punkte mitgebracht gebracht, also Ecosia für X sozusagen. Wenn man sagt, ich bin da überzeugt, was sollte ich gründen nach der Weise?

1:14:16 Christian Kroll: Also ich glaube tatsächlich, das ist nicht also Es ist eigentlich fast ein Wunder, dass das mit Ecosia geklappt hat, weil du hast schon einige Nachteile, wenn du dieses 100-%-Modell fährst, wie wir das fahren, hast du schon einige Nachteile, dass du eben nicht so leicht das Kapital bekommst am Anfang. Es ist auch, ähm, ich glaube, es wird von den Kunden nicht unbedingt so sehr geschätzt, wie es idealerweise geschätzt werden sollte. Das heißt, ähm, Also oft unsere Nutzer wissen gar nicht, dass wir eben eine sich selbst gehörende Firma sind. Die sehen halt irgendwie, ah ja, ihr pflanzt Bäume und sehen im Zweifel auch gar nicht den Unterschied zwischen irgendeiner anderen Firma, die auch ein paar Bäume pflanzt oder sowas. Also das heißt Diese Wahrnehmungsverzerrung ist ein bisschen ein Problem, weil du kannst diesen eigentlichen Wettbewerbsvorteil nicht so gut kapitalisieren. Das heißt, oft ist es, glaube ich, nicht so einfach, aber es gibt so ein paar Bereiche, wo das, glaube ich, auch echt möglich ist. Und letztendlich sind das die Bereiche, wenn es deinen Kunden irgendwie wertvoll genug ist. Dass du auf irgendeine Art und Weise einen positiven Impact hast und du genug Marge hast, um das auch wirklich zu tun.

1:15:28 Feliks Eyser: Okay, hau mal raus, was sind konkrete Sachen? Hier hören Leute zu, die sagen, hey, ich will jetzt morgen. eine Company gründen.

1:15:33 Christian Kroll: Also vielleicht fangen wir mal an mit den Dingen, die schon existieren. Die, ich weiß nicht, ob du kennst, share. Sieht man oft in der Deutschen Bahn oder bei DM oder sowas. Es machen verschiedene Produkte von Müsliriegeln über Wasser, glaube ich. Genau, ja. Und ähm, Die sagen sich halt, wir geben kein Geld für Marketing aus, sondern wir machen eben unser Marketing im Regal dann und dann siehst du, ah, okay, da wird jetzt irgendwie ein Teil des Des Kaufpreises ist nicht teurer als die anderen Marken, aber ein Teil des Kaufpreises geht irgendwie für einen guten Zweck. Ich glaube, da ist tatsächlich, ich weiß nicht, wie viel vom Umsatz Vielleicht so zehn Prozent, aber ne, das ist das ist jetzt nicht dieses reine Modell, weil das ist, glaube ich, auch für GmbH, die auch Venture Capital haben und so weiter. Aber da merkst du halt, du kannst teilweise Marketingausgaben ersetzen durch einfach glaubwürdigen Purpose.

1:16:22 Feliks Eyser: Wenn du in Kategorien bist, wo die Leute sowieso Ausgabentätigen und sagen, ich trinke sowieso Wasser, hier haben wir Viva con Agua ist auch ein Beispiel. Schau das an. Micha und Caro und Benni und die sagen, gut, wenn ich sowieso Wasser trinke, dann kann ich es auch von denen kaufen.

1:16:34 Christian Kroll: Ja, ja. Und ja, ansonsten in anderen Bereichen, wir haben zum Beispiel auch eine Firma unterstützt, WEtell heißen die, die ähm Es ist ein Telekom, also Mobilfunkanbieter, mein Mobilfunkanbieter tatsächlich auch. Da ist halt auch Marge drin. Und ich bin bereit. Das ist eigentlich ein normaler Preis, einen normalen Preis zu zahlen, aber wenn ich dann das Gefühl habe, okay, ich bin also mit einem Unternehmen, was für mich auf der Wertebasis irgendwie Gut zu mir passt, dann ist auch ein Purpose-Unternehmen tatsächlich, die haben diesen 100-%-Weg gemacht. Und das ist auch ein Beispiel, so eine Art Commodity-Produkt.

1:17:11 Feliks Eyser: Mir ist egal, wo meine Daten herkommen, solange es funktioniert und schnell genug ist. Ich werde nicht anfangen, mein eigenes Mobilfunknetz aufzubauen, ist klar, aber ich bin dann sozusagen virtueller Betreiber. So ähnlich wie ihr am Anfang auf Google aufgesetzt habt, setzen die White-Label-mäßig auf die Infrastruktur, die es schon gibt, und sind Reseller und spenden quasi die Gewinne.

1:17:28 Christian Kroll: Ja, also da hast du auch noch so ein besseres Privatsphärenversprechen, du weißt, es geht mehr Geld in erneuerbare Energien und so weiter. Also, das ist es mir als Kunde wert. Ich glaube, das sind so die Bereiche, in denen, weiß nicht, ob du noch andere Bereiche irgendwie im Kopf hast, aber da gibt es auch schon, oder auch im Banking, du hast die Tomorrow Bank. Ja, good point. auch Venture Capital finanziert, aber wenn du gut drüber gut rüberbringen kannst, dass das irgendwie nicht so ein Standardprodukt ist, sondern dass du tatsächlich Auch hilfst du die Welt irgendwie ein Stück besser zu machen, indem du auf dieses Produkt rüberwechselst und ansonsten aber mehr oder weniger das gleiche bekommst. Nicht wirklich deutlich mehr bezahlst, sondern mehr oder weniger das gleiche bekommst. Man muss doch ein Edge haben auf der Produktseite. Ich denke ja, dann ist es richtig gut. Also wenn du, wenn du Klimaleugner überzeugen kannst, dann hast es, glaube ich, oder generell Leugner von diesem Impact, die das überhaupt nicht interessiert, aber du hast ein Produkt, was irgendwie dann trotzdem einfach besser ist als die anderen. Was also ne, Elektroautos. Sind einfach jetzt inzwischen die besseren und günstigeren Autos. Und die kaufen halt auch. Oder auch eine interessante Story: Wärmepumpen sind inzwischen die bevorzugten Heizungen von AfD-Wählern. Einfach weil sie die günstigsten sind. Wirklich?

1:18:46 Feliks Eyser: Von AfD, okay. Dann sprechen aber auch von CDU, SPD und FDP-Wählern, von allen, weil sie einfach die günstigsten Heizungen sind.

1:18:53 Christian Kroll: Also das ist Ist egal, ob du im Klimawandel glaubst oder wie auch immer, wenn du das geschafft hast, dann setzt sich eine Technologie durch. Und da idealerweise willst du ein Unternehmen haben, und da sind wir bei Ecosia noch nicht mal ganz, weil wir eben schon noch irgendwie so auf den sag mal, das darauf bauen, dass Leute auch irgendwie an was Besseres glauben. Also dass sie denken, hey, das muss doch irgendwie. Keine Ahnung, ich bin frustriert in der. Es gibt so viele Sachen, die bergab gehen, wo es sehe, dass unser Planet zerstört wird, dass Menschen leiden. Ich will irgendwie eine Hoffnung haben und da sind wir eine echte Ja, für viele Leute eine echte, eine echte Problemlösung. Ich würde mir wünschen, wir hätten in unserem Produktökosystem noch mehr, was wirklich, also was uns einfach Besser macht als Google und Co. Und das ist nicht so einfach in diesem Bereich, weil die natürlich auch alle sehr, sehr gute Unternehmen sind.

1:19:47 Feliks Eyser: Aber heißt, das Modell ist dann auch wieder zu sagen, nicht überleg dir, wie du sozusagen dieses Geschäftsmodell auf ein bestimmtes Produkt anwenden kannst, sondern eher, wie kannst du ein richtig gutes Produkt, einen richtig guten Service bauen, der in irgendeiner Weise. superior ist zu dem, was es schon gibt, um dann anschließend zu sagen, okay, wie kann ich die Cashflows, die daraus entstehen, komplett oder teilweise in Impact investieren?

1:20:09 Christian Kroll: Ja, also ich glaube, also nur zu sagen, ah ja, wir machen irgendwas mit Bäumen, ist glaube ich nicht genug. Du musst schon Du musst schon auch, du brauchst noch ein bisschen mehr. Und ich glaube, also für Ecosia wäre dieses Versprechen auch nicht genug. Wir müssen auch trotzdem irgendwie ein gutes Unternehmen sein. Also, ne, das ist Es ist jetzt nicht das Allzweckmittel, was irgendwie dein, keine Ahnung, dein Wachstumsproblem löst oder sowas als Unternehmen. Es kann Für in dem richtigen Kontext was sein, was das Versprechen von deinem Unternehmen einfach rund macht. Und bei Patagonia zum Beispiel, Patagonia ist ja auch eine Firma, die jetzt auch in so einer Art Verantwortungseigentum ist Das macht es für mich als Kunden, macht es einfach rund. Ich weiß, ich hab der Firma einfach mehr vertrauen, als sich anderen.

1:20:57 Feliks Eyser: Firmen vertrauen kann. Und sie machen auch viele Sachen gut. Ich meine, die Produkte sind gut, aber sie haben zum Beispiel auch diesen Service, was du hingehen kannst, wenn irgendwas kaputt ist, die das einfach reparieren in den Stores und so weiter. Also es gibt da so ein paar Sachen, die auch speziell sind am Offering.

1:21:08 Christian Kroll: Ja, genau. Und idealerweise willst du sowas, weißt du? Also wo die Purpose-Firma es erlaubt, dass eben auch nicht Gewinne maximiert werden, sondern dass man dann sagt, hey, wir reparieren das, kostenlos sogar. Und das wäre bei einer vielleicht klassischen For-Profitsmaximierenden Firma, wäre das Die wollen, dass du eine neue Jacke kaufen und nicht die alte lange trägst. Ja, genau. Und so entsteht dann vielleicht auch eine langfristige Kundenbindung. Die du eben nicht haben könntest, wenn du einfach nur, also ein, keine Ahnung, ja, irgendeine klassische Modefirma bist.

1:21:40 Feliks Eyser: Auch cooles Buch übrigens von dem Founder, oder? Hast du bestimmt gelesen? Let My People Go Surfing, heißt das so? Ja, ja. Von Yvon Chouinard also.

1:21:51 Christian Kroll: Ist schon lange her, aber ja, war auch so eins, eins der Bücher, die die mich inspiriert haben. Ja, tatsächlich haben wir aber mit Ecosia diesen Umstieg zur Purpose-Firma vor Patagonia gemacht. Also tatsächlich, da war ja auch lange noch das so ein bisschen in der Schwebe. Wie lösen die das tatsächlich? Da stand nur das Versprechen vom Gründer, ich werde nicht verkaufen und so weiter, aber diese wirklich rechtlich verbindliche Umsetzung kam jetzt erst vor ein paar Jahren. Und dann habe ich also, ne, ich bin natürlich auch viel mehr in den Details da drin, aber das war für mich wirklich der Haken: Ah, okay, ich kann Patagonia trauen als Firma. Was sind für dich sonst Vorbilder in dieser Kategorie?

1:22:27 Feliks Eyser: Du hast Robert Bosch angesprochen mit dem Stiftungskonstrukt Patagonia.

1:22:31 Christian Kroll: Ja, also ich überlege, ich glaube, ich suche mir so ein bisschen selektiv raus, weil wirklich die krassesten Unternehmer sind wahrscheinlich auch Unternehmer, die eigentlich eher so in dieser klassischen, sag mal, Shareholder Value Venture Capital Welt sind. Ich habe auch die Bücher von, also die, die Biografien von Steve Jobs, Elon Musk und also so den üblichen Verdächtigen, Richard Branson und so weiter, die habe ich auch alle gelesen, weil das, glaube ich, auch einfach gute Unternehmer sind und das war auch für mich so ein bisschen Ah, krass, da kann ich unternehmerisch einfach noch einiges lernen. Und dann diese, sagen wir mal, was die Ausrichtung meines Wertekompasses angeht. Da finde ich eigentlich, also ich, ähm, also lese zum Beispiel Bücher vom Dalai Lama. Und da einfach dann, das bringt gewisse Prioritäten oder gewisse Glaubenssätze, die man dann mit dem Unternehmertum vereinen muss. Was hast du von deiner Lama gelernt, was dich zum besseren Founder gemacht hat? Na, ich glaube einfach, das eigene Ego nicht so wichtig zu nehmen. Also genau so eine Entscheidung. Ja, ich könnte 100 Millionen haben, aber das vergrößert nur mein Ego. Und was braucht die Welt eigentlich von mir und wäre es nicht für die Welt eigentlich viel besser, wenn ich diesen anderen Pfad gehen würde? Und dann auch die, sagen wir, den Mut zu haben, den eigentlich richtigen Weg zu gehen Und vielleicht auch zu erkennen, dass das am Ende das ist, was uns wirklich glücklicher macht.

1:24:06 Feliks Eyser: Was machst für dich ein erfolgreiches Leben aus?

1:24:08 Christian Kroll: Also ich glaube dieses Gefühl, ja, ich habe irgendwie möglichst viel beigetragen, dass unserem Planeten besser geht. Das ist für mich Also ich glaube klar, so ein paar Grundbedürfnisse müssen abgedeckt sein, aber dieses irgendwie, ich will jetzt irgendwie zig Millionen, 100 Millionen und so weiter, das Spiel hat mich noch nie interessiert. Aber ich will echt einen großen Beitrag leisten, dass am Ende wir möglichst die Klimakrise und noch viele andere Probleme auf unserem Planeten gelöst kriegen. Und Hab die große Hoffnung, dass wir das als Gesellschaft irgendwie gewuppt kriegen im 21. Jahrhundert. Also unsere Fähigkeiten als Menschheit steigen immer mehr. Die Werkzeuge, die wir haben mit, keine Ahnung, Atombomben oder KI oder wie auch immer, die werden immer mächtiger, aber wir haben als Menschheit es noch nicht geschafft. wirklich als globale Spezies zusammenzuarbeiten und uns und einfach dafür zu sorgen, dass es allen Menschen auf diesem Planeten gut geht und wir irgendwie uns auch um diesen Planeten kümmern. Und solange wir diese mentale Evolution nicht schaffen, laufen wir einfach von einer Krise in die andere und die Krisen beschleunigen sicher jetzt auch noch. Das heißt, da möchte ich einfach zu beitragen. Ich hoffe, dass ich, also dass Ecosia da möglichst viel machen kann. Und. Hab auch viel Spaß, glaube ich, daran mit anderen Menschen zusammenzuarbeiten, die irgendwie auch in diese Richtung arbeiten. Und dann, ne, vielleicht ist unsere Lösung nicht das passende für jeden, aber Zu gucken, hey, so könnte man das auch machen. Das einfach vorzuzeigen. Du bist Vater geworden vor kurzem. Herzlichen Glückwunsch. Tatsächlich, ja. Hat sich deine Sicht dadurch geändert in irgendeiner Weise? Also ich habe immer, also wenn man an der Klimakrise arbeitet, dann hat man ja eigentlich, da muss man eine gewisse mentale Resilienz haben. Weil wenn du einfach siehst, hey auf welchem Pfad sind wir da gerade? Wir sind auf einem Pfad von etwa 3 Grad Erwärmung. Das ist ein Pfad, wenn es schlecht läuft, sterben da mehrere Milliarden Menschen. Und im Zweiten Weltkrieg sind nur 20 Millionen Menschen gestorben.

01:25:45 Vaterschaft, Zeitmangel und die Frage: Wann ist genug?

1:26:15 Christian Kroll: Mehrere Milliarden ist einfach mal das Hundertfache davon. Das ist, äh, ich habe irgendwie immer mental so ein bisschen, naja, aber ich bin okay damit, wenn ich einfach mein Maximum leiste und hab das irgendwie akzeptiert. Es gibt viele Leute, die, wenn sie das dann einmal realisiert haben, landen sie in so einem großen Depressionsloch. Ich glaube, in dem Loch war ich schon öfter und habe mich da immer wieder so rausgekämpft. Aber das ist, ähm, ich habe so ein bisschen meinen Frieden damit gemacht, dass ich versuche alles zu geben, dass wir nicht auf diese drei, vier Grad kommen und dass es uns als Menschheit irgendwie gelingt, da die Kurve zu kriegen. Aber wenn das nicht ist, dann bin ich damit irgendwie auch okay. Das hat sich halt geändert, wo ich einen Sohn habe, der dann auch noch in dieser Welt leben muss. Das war auch für mich lange so ein bisschen so, na, wirklich Kinder haben. Nicht sicher. Also selbst wenn wir wahrscheinlich in der westlichen Welt sogar noch einigermaßen glimpflich durch diese potenzielle Klimakatastrophe durchkommen. Willst du in einer Welt leben, in der einfach echt so viel, ja, so viel, so viel krasses Leiden dann verursacht wird? Ja, das geht, das ist nochmal, da ist irgendwie noch so eine andere Sorge dazu gekommen, die sich jetzt eben Ich hätte gedacht, dass ich das irgendwie auch abstrahieren kann, kann ich aber emotional nicht. Und das ist echt, das nagt so ein bisschen an mir. Ja, also das ist so dieses emotionale Thema, das andere ist einfach so ein Zeitthema. Also es ist halt, äh, du bist ja auch Vater. Sind die Tage jetzt kürzer? Oder eigentlich sind die Tage länger, aber die Zeit, die du hast, um irgendwie zu arbeiten, sind halt ist deutlich weniger geworden. Dazu wurde ich auch gezwungen, also auch in einer krassen Phase, in der Ecosia ja auch irgendwie diese Transformation machen musste. einfach viel, viel effizienter zu sein. Und bei vielen Themen sage ich jetzt einfach, hey, ich habe keine Zeit, mich damit zu beschäftigen. Wir machen das jetzt so, weil ich habe keine Zeit für Diskussionen. One-time CEO. Ja, genau. Und das trotzdem irgendwie mit Empathie und so weiter, aber ich glaube, dass das letztendlich hilft uns das.

1:28:21 Christian Kroll: Also tatsächlich Das führt nochmal zu einer krasseren Effizienz im ganzen Unternehmen tatsächlich. Shoutout an deinen Sohn, wenn es ein paar Jahren hört. Du hast die Kurs ja effizienter gemacht. Ich glaube, früher habe ich teilweise noch so gesagt: Ja, dafür habe ich einfach keine Zeit, aber in Wirklichkeit hatte ich die Zeit. Jetzt habe ich halt echt einfach nicht mehr die Zeit dafür. Macht mich effizienter und am Ende auch tatsächlich die, wenn du guckst, was braucht Ecosia, das ist halt dieses echt. Krasse Ressourceneffizienz. Und das habe ich da echt gelernt. Wenn du nicht Ecosia machen würdest, was wäre deine Obsession? Also, ich glaube, aus diesem Klimathema komme ich nicht mehr raus. Ich finde das KI-Thema auch spannend. Die Frage ist, wie kann man da irgendwie relevant jetzt irgendwie noch was beitragen? Also wenn, dann wäre es, glaube ich, nur für mich spannend, wenn ich wirklich auch in diesem großen KI-Rennen mitmachen könnte. Und da habe ich jetzt gerade keine tolle Idee. Ich glaube, so eine andere Version von mir auch hätte echt Lust, auch einfach irgendwo ein Stück Land in Brasilien zu haben und so ein Agroforst-System aufzubauen und da einfach wirklich ganz mit den Händen. Also, das Das macht mir auch viel Spaß, einfach mit den Händen, mit meinen eigenen Händen irgendwie Dinge in der physischen Welt zum Besseren zu verändern.

1:29:38 Feliks Eyser: Erzähl mal von deinem Haus in Portugal. Der Tim hat mir erzählt, also du hast ja dieses Haus, so in the Middle of Nowhere und fährst da immer hin mit dem Zug. und baust da seit Jahren an diesem Haus mit deinen Händen offensichtlich. Ja, ja, genau.

1:29:49 Christian Kroll: Also das ist auch ein guter Ausgleich zusätzlich zu dieser, sagen wir mal, also ne, meine Arbeit als CEO bin ich halt oft in Meetings oder sitze halt vorm Computer. und mache halt wenig physisch irgendwie. Und das war dann oft so, hey, ich verputze heute mal eine Wand oder, keine Ahnung, verleg mal so ein paar Kabel und so weiter. Das, also das war das Haus, was wir da gekauft haben, war ziemlich günstig und in einem nicht so tollen Zustand. Und da musst du halt viel Renovierungsarbeit machen und das weiß nicht, ist für mich irgendwie ein sehr, sehr schöner, sehr, sehr schöner Ausgleich. Und da gibt es eben auch einen Garten und so weiter. Und du kannst halt so ein bisschen, okay, hier stelle ich, hier mache ich Pflanze ich dann tatsächlich auch selber Bäume und plane so ein bisschen, wie das am Ende aussehen könnte und so weiter? 250 Millionen und ein Baum. Genau, ich habe in deinem Garten. Ich glaube, ich habe schon fast 20 oder sowas da angepflanzt. Die könnte ich damit dazu setzen. Ja, das ist für mich so ein guter Ausgleich und auch tatsächlich auch in Portugal, es ist halt nochmal ein ganz anderer Kontext als mein Berlin-Bubble, irgendwie der Bubble, in dem irgendwie. . Da ist den Leuten, zumindest ein Großteil der Menschen, Klimakrise bewusst und so weiter, dort in dem Dorf sagen die, das Wetter wird schrittweise anders, aber stellen jetzt nicht so die. Dieselben Fragen oder es ist eine ganz andere Welt und das einfach auch zu sehen und da eine Weile auch zu leben und zu gucken, okay, ähm, irgendwie müssen wir diese Sachen trotzdem zusammenbringen. Das heißt, irgendwie müssen sich diese Menschen auch ein Müssen wir diese Menschen auch mitnehmen, die das eigentlich überhaupt nicht interessiert? Die auch einfach, ehrlich gesagt, ganz andere Probleme haben und über die Runden kommen müssen. Und ja, in diesen beiden Realitäten zu leben, ist sehr bereichernd.

1:31:25 Feliks Eyser: Wenn du eine Sache auswählen könntest, die jeder Founder auf der Welt verinnerlichen müsste. Also wenn du so, weißt du, wie so Inception-mäßig, da gehst du fünf Ebenen da ganz tief ins Unterbewusstsein und kannst da so einen Glaubenssatz quasi implantieren. Bei allen Gründern, bei allen Gründerinnen auf der Welt, was wäre das?

1:31:43 Christian Kroll: Also ich glaube Also mal diesen klassischen Venture Capital-Modus zu hinterfragen, aber auch zu hinterfragen, wann ist denn eigentlich genug für mich? Also, ne, weil viele Gründer schaffen dann halt irgendwann die vielen Millionen. Und ich glaube dann einfach zu sagen, naja, so irgendwie so ein, zwei Millionen sind ganz nett, da kann ich mehr meine wichtigsten Träume erfüllen. Aber ich glaube, irgendwann ist halt, es macht dann halt auch einfach nicht mehr so wirklich. Um ehrlich zu sein, ich kann es nicht wirklich aus Erfahrung sagen, aber ich habe den Eindruck, es macht dann auch irgendwann einfach nicht mehr glücklicher. Es macht sogar irgendwann vielleicht unglücklicher, viel Geld zu haben. Insbesondere dann in der nächsten Generation, wenn du Kinder hast und die irgendwie nicht. Mit dem Verständnis aufwachsen, dass Geld eigentlich knapp ist. Ich glaube, dass das Geld knapp ist, das führt schon zu Sehr wichtigen Erfahrungen, die man eigentlich als junger Mensch machen muss. Ansonsten bist du irgendwie auch nicht bereit für ein erfülltes Leben. Das heißt, es ist ja auch in den USA eigentlich noch mehr. Tradition, dass man dann irgendwie, ne, man versucht irgendwie viel Geld zu machen und dann gibt man aber auch einen großen Teil davon wieder weg. Und ich glaube, wenn man es schaffen könnte, so ein System aufzubauen, was wirklich, wo Erfolg eigentlich so gemessen wird Was hab ich an positiven Beitrag für diesen Planet geleistet? Also ne, ich habe irgendwie so, jeder darf bis 1, 2 Millionen oder sowas, oder was sind es 5 Millionen, egal Aber darüber hinaus kriegt man irgendwie Credits dafür, dass man, dass man einfach was Gutes gemacht hat. Und dann, keine Ahnung, kämpft Jeff Bezos gegen Elon Musk einfach auf. Basis von diesem Creditsystem, weil sie auch nicht. Wer die meisten Krankheiten ausgerottet sind. Ja, und nicht, dann müssen sie nicht zum Mars fliegen oder irgendein Unsinn. Also, das halt, also, ne, so Spielereien, die dann halt, wenn du eben Multimilliardär bist Hast du halt auch keine Limits mehr und die Leute werden ja dann auch ein bisschen ballaballer. Also wie man bei Elon Musk ja gesehen hat, der dann, oder auf Jeff Bezos, die drehen halt wirklich komplett ab. Es ist halt anscheinend auch echt einfach nicht gesund, so viel Geld zu haben. Das heißt, vielleicht sollte man als Gesellschaft einfach sagen: ab dann kommst du irgendwie in so ein Level, wo es einfach nur um deinen Beitrag geht, den du leistest. Um den Planeten für alle Menschen besser zu machen. Und je mehr du davon hast, dann kannst du irgendwie, ne, weil viele Unternehmer sind ja auch irgendwie so sehr wettbewerbsgetriebene Menschen und Jeff Bezos möchte irgendwie mehr haben als Elon Musk und die machen dann mit ihren Statussymbolen irgendwie, wer hat die größere Yacht, wenn du einfach sagen würdest, wer hat mehr Credits in diesem System und wer hat wirklich mehr Gutes getan?

1:34:09 Christian Kroll: Das wäre, glaube ich, prima. Ich glaube, dann hätten wir dann hätten wir eine deutlich bessere Welt. Wo findet man dich online und wer soll sich melden? Also tatsächlich, ich bin, glaube ich, auf keiner der Plattformen selbst mehr, außer auf LinkedIn. Da kann man mich online finden. Also, was wir generell suchen, sind, glaube ich, Leute, die Baumpflanzprojekte machen. Also ich glaube, wir kennen fast alle, aber falls es da noch irgendjemanden gibt, der nicht mit uns in Kontakt ist, das ist tatsächlich ein interessantes Thema für uns. Und ansonsten wir versuchen halt eine KI-Firma aufzubauen, die möglichst souverän, europäisch, eigenständig ist. Und da ist in der Value Chain kann man, glaube ich, einiges machen. Also ich glaube, da gibt es die Möglichkeit für Für Partnerschaften. Und letzter Punkt, falls jemand Ecosia als Standardsuchmaschine einrichten möchte im eigenen Unternehmen oder in der eigenen Organisation Da können wir helfen.

1:35:03 Feliks Eyser: Also privat auf dem Handy, so jetzt einfach machen in den Einstellungen, aber auf Unternehmensseite auch interessant. Genau.

1:35:08 Christian Kroll: Da hat man nochmal einen ganz krassen Hebel, einfach wenn dann tausende Menschen rüberwechseln, wir haben auch solche Unternehmen wie Deutsche Telekom, DHL, Metro und so weiter, die rübergewechselt haben. Oder einige Ministerien, viele leider nicht, aber einige Ministerien haben zum Beispiel gewechselt, ganze Städte haben gewechselt, so wie Stadt München zum Beispiel. Genau, dass Leute, die das machen möchten, die können sich natürlich gerne bei mir melden.

1:35:32 Feliks Eyser: Schön, dass du da warst, Christian.

1:35:33 Christian Kroll: Es hat wirklich viel Spaß gemacht und war sehr inspirierend.

1:35:36 Feliks Eyser: Vielen Dank für das Gespräch.

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