Von Jobspotting zu Robin Capital: Ein Leben für Startups

mit Robin Haak, Gründer und Solo-GP von Robin Capital, Mitgründer von Jobspotting

13. Dezember 2024 · 75 Min

Zusammenfassung

Robin Haak über den Weg von Axel Springer Plug & Play über den Exit von Jobspotting und die 110-Millionen-Runde bei Smart Recruiters bis zu seinem eigenen Fonds Robin Capital, und warum er als Solo-GP schneller und besser entscheiden will als jedes Investmentkomitee.

Robin Haak erzählt im Founder-Mode-Gespräch (Remote-Aufnahme)
Robin Haak erzählt im Founder-Mode-Gespräch (Remote-Aufnahme)

Feliks und Co-Host Moritz Blees sprechen mit Robin Haak, der laut Moritz' Ankündigung schon viele Leben hatte, wie eine Katze. Es beginnt bei Axel Springer: Robin war dort im Bereich elektronische Medien für M&A und Portfoliomanagement zuständig und bekam den Auftrag, mit Plug and Play aus dem Silicon Valley einen Accelerator aufzubauen. Aus diesem Programm stammt Papaya, eine Kreditkarte für Kinder, die später zur Neobank N26 wurde. Robin selbst war nur über Axel Springer Plug & Play beteiligt, nicht privat.

Danach wechselte er auf die Gründerseite und wurde 2013 vierter Mitgründer von Jobspotting, einer KI-gestützten Jobsuche in zwölf Ländern. Sein größtes Learning: Das beste Produkt nützt nichts ohne Distribution. Gegen StepStone und Indeed ließ sich Wachstum auch mit viel Geld nicht erzwingen, Jobspotting wuchs nur 20 bis 30 Prozent im Jahr. Mit 17 Leuten und 1,5 Millionen ARR ging die Firma an Smart Recruiters, im Tausch gegen Anteile. Robin wurde dort Geschäftsführer und raiste später die Series E über 110 Millionen mit Silver Lake bei einer Bewertung von 1,5 Milliarden.

„Und absolut, Gründer sein ist hundertmal härter als ein Fonds zu raisen.“
Robin Haak
Feliks Eyser im Gespräch mit Robin Haak (Remote-Aufnahme)
Feliks Eyser im Gespräch mit Robin Haak (Remote-Aufnahme)

Es folgten Angebote von StepStone und EQT Ventures. Robin entschied sich für den ersten Growth-Fonds von Revaia, damals Gaia Capital Partners, als dritter General Partner. Geplant waren 200 Millionen, am Ende waren es 250 Millionen, auch weil ein Markup bei Aircall in den letzten Wochen des Fundraisings Schwung brachte. Nach einem Jahr ging er wieder, weil er mehr Zeit mit LPs, Due-Diligence-Fragebögen und Teamführung verbrachte als mit Gründern. Sein Fazit: Gründen ist hundertmal härter als einen Fonds zu raisen.

Im zweiten Teil geht es um Robin Capital. Als Solo-GP mit BaFin-Lizenz entscheidet Robin allein, holt sich aber Rat von Venture Partnern und einem Operating Network und will Deals in 24 Stunden statt in sechs Wochen prüfen. Er erklärt, warum er Investmentkomitees und Hype-Themen misstraut, wie er bei Kombo noch in eine überzeichnete Runde kam und warum er bei Pre-Seed-Firmen den Weg zu 100 Millionen ARR schon sehen muss. Zum Zeitpunkt der Aufnahme lag sein Fonds bei 12 Millionen Euro, bei einem Ziel von 10 Millionen und Final Close am 20. Dezember.

Zahlen aus der Folge

1,5 Mio. ARR
Jobspotting beim Verkauf an Smart Recruiters (17 Leute)
110 Mio.
Series E von Smart Recruiters mit Silver Lake, bei 1,5 Mrd. Bewertung
250 Mio.
erster Growth-Fonds von Revaia, geplant waren 200 Mio.
200 Mio.
von Robin als Gründer über alle Runden geraist
4 weitere Zahlen
24 Stunden
Robins Ziel für eine Prüfung statt 6 Wochen im klassischen VC
12 Mio. €
Stand von Robin Capital bei der Aufnahme, Ziel waren 10 Mio. €
fast 70
LPs im Fonds, meist Profis
100.000 bis 500.000
Ticketgröße pro Investment, bei 35 geplanten Beteiligungen

Worüber am meisten gesprochen wurde

Anteil an der Gesprächszeit, berechnet aus den Kapitel-Längen (ohne Intro).
Werdegang & Exit
44 % · 33 Min
Robin Capital & Portfolio
28 % · 21 Min
Solo-GP & Investmententscheidungen
16 % · 12 Min
Fundraising & Growth-Fonds
12 % · 9 Min
Gesprächsverlauf

Kapitel

  1. 00:00Was ist Robins Geschichte?Werdegang & Exit
  2. 33:00Fundraising für Startup vs. LP-FundraisingFundraising & Growth-Fonds
  3. 42:15Robin Capital: Warum Solo?Solo-GP & Investmententscheidungen
  4. 53:59Robin Capital: Die Story & People RadarRobin Capital & Portfolio

Key Learnings

  1. 1

    Denk Distribution vor dem Produkt

    Robin hat kurz nach seinem Einstieg bei Jobspotting Peter Thiel getroffen, für den Distribution schon damals das wichtigste Thema war. Jobspotting hatte ein Matching, das Robin rückblickend so gut wie LinkedIn heute findet, aber die Nutzer kamen nur über SEO. Frag dich deshalb früh, wie dein Produkt verkauft wird und wer überhaupt auf deine Website kommt.

    00:00 · Was ist Robins Geschichte?
  2. 2

    Wachstum lässt sich nicht immer mit Geld erzwingen

    Gegen StepStone und Indeed konnte Jobspotting mit Paid Marketing nicht konkurrieren und wuchs nur 20 bis 30 Prozent im Jahr. Den VC-Case konnte das Team mit keinem Geld der Welt erzwingen. Robin glaubt, dass Jobspotting mit zehn weiteren Jahren Geduld und einem konservativeren Growth-Investor eine stabile Firma geworden wäre, wie Adzuna in Großbritannien.

    00:00 · Was ist Robins Geschichte?
  3. 3

    Ein Exit gegen Anteile kann der bessere Deal sein

    Jobspotting wurde zur Series-C-Bewertung von Smart Recruiters gegen Anteile getauscht, alle Gründer bekamen gleich viel. Robin war danach selbst für das Fundraising zuständig und raiste die Series E über 110 Millionen mit Silver Lake bei 1,5 Milliarden Bewertung. Der Preis waren drei Jahre Vesting, in denen keiner gehen durfte.

    00:00 · Was ist Robins Geschichte?
  4. 4

    Nutze Momentum, um einen Fonds zu schließen

    Revaia hatte rund 160 Millionen zusammen, aber 600 Millionen in der Pipeline. Als Goldman Sachs während des Fundraisings noch einmal in Aircall investierte, gab es einen Markup im Portfolio. Das Team schloss den Fonds bewusst vorher, damit neue LPs nicht von diesem Markup profitieren, und sprang innerhalb von zwei, drei Wochen von 150 auf 250 Millionen.

    33:00 · Fundraising für Startup vs. LP-Fundraising
  5. 5

    Hol dir zweite Meinungen von Operatoren statt vom Komitee

    In großen Fonds landen Deals vor acht Stimmen im Investmentkomitee, und ein Satz wie „ich mag den Gründer nicht“ reicht, um sie zu stoppen. Robin entscheidet allein, ruft aber Venture Partner und Leute aus seinem Operating Network an. Bei Glassflow rieten ihm fünf andere GPs ab, er machte in 48 Stunden zehn Calls und investierte trotzdem. Ein Jahr später investierte Upfront 5 Millionen.

    42:15 · Robin Capital: Warum Solo?
  6. 6

    Misstraue Hype-Themen

    Wenn Analysten und Partner verschiedener Fonds dieselben Themen diskutieren, investieren plötzlich sechs VCs in dasselbe Thema. Solche Fonds machen dann vielleicht 2 bis 3x, aber nicht die Top 10 Prozent. Robin nennt eine Statistik, nach der 70 Prozent aller Hype-Deals nicht das Alpha liefern.

    42:15 · Robin Capital: Warum Solo?
  7. 7

    Zeig deinem Investor den Weg zu 100 Millionen ARR

    Auch bei Pre-Seed muss Robin sehen können, wie eine Firma 100 Millionen ARR erreicht: Kunden, Vertriebskanäle, Pipeline, Integration. Am Beispiel Deltia rechnet er vor, wie aus 30k ACV zum Einstieg per Land and Expand 600k ACV und mit weiteren Modulen über eine Million pro Großkunde werden. Ein visionäres Team allein reicht ihm nicht.

    53:59 · Robin Capital: Die Story & People Radar

Zitate

Robin Haak lacht
„Aber du musst es ja trotzdem noch verkaufen an irgendwen und irgendjemand muss ja auf deine Website kommen.“
Robin Haak
„Und absolut, Gründer sein ist hundertmal härter als ein Fonds zu raisen.“
Robin Haak
„Ich bin ja nicht alleine, sondern ich bin nur alleine, der am Ende den Knopf drückt.“
Robin Haak
„Ich bin der Typ, den du anrufst, bevor du in deinen Aufsichtsrat gehst.“
Robin Haak
„Ich muss es selber sehen können. Ich muss auch vor mir den Kunden sehen können.“
Robin Haak

Über den Gast

Robin Haak

Robin Haak

Gründer und Solo-GP von Robin Capital, Mitgründer von Jobspotting · Robin Capital, Jobspotting

Robin Haak hat bei Axel Springer im Bereich M&A und Portfoliomanagement angefangen und dort den Accelerator Axel Springer Plug & Play aufgebaut, ein Joint Venture mit Plug and Play aus dem Silicon Valley. 2013 stieg er als vierter Mitgründer und Commercial Founder bei Jobspotting ein, einer KI-gestützten, personalisierten Jobsuche. Nach dem Verkauf an Smart Recruiters wurde er dort Geschäftsführer und Nummer zwei neben dem Gründer und verantwortete das Fundraising bis zur Series E. Danach war er ein Jahr General Partner beim Growth-Fonds Revaia. Heute investiert er mit Robin Capital als Solo-GP in Gründerinnen und Gründer aus dem B2B-Software-Bereich.

Häufige Fragen

Was ist ein Solo-GP?

Ein Solo-GP betreibt einen vollständigen Venture-Fonds mit Limited Partnern, aber allein als General Partner. Robin hat dafür eine BaFin-Lizenz, mit der man laut ihm bis 500 Millionen Euro verwalten kann. Er entscheidet am Ende allein, holt sich aber Rat von Venture Partnern und seinem Operating Network.

Was war Jobspotting?

Jobspotting war eine KI-gestützte, personalisierte Jobsuche, die Stellen aus dem ganzen Internet sammelte und passend aufbereitete, in zwölf Ländern und vier Sprachen. Robin stieg 2013 als vierter Mitgründer für Fundraising, Vertrieb und Commercial ein. Die Firma wurde profitabel und ging mit 17 Leuten und 1,5 Millionen ARR an Smart Recruiters.

Was hat Papaya mit N26 zu tun?

Papaya startete im Accelerator Axel Springer Plug & Play als Kreditkarte für Kinder. Die beiden österreichischen Gründer hatte Robin auf einer Konferenz in Berlin kennengelernt. Nach einem Pivot wurde aus Papaya die Neobank N26. Robin war laut eigener Aussage nicht privat investiert, nur über Axel Springer Plug & Play.

Worin investiert Robin Capital?

Robin investiert in Mid-Market- und Enterprise-B2B-Software mit klarem Go-to-Market. Der Fonds hatte bei der Aufnahme ein Ziel von 10 Millionen Euro und stand bei 12 Millionen, mit Tickets von 100.000 bis 500.000 und 35 geplanten Beteiligungen. Beispiele aus der Folge sind Kombo, Deltia und Glassflow.

Warum hat Robin Revaia nach einem Jahr verlassen?

Im Growth-Fonds verbrachte Robin viel Zeit mit Due-Diligence-Fragebögen großer institutioneller LPs, mit Pensionsfonds und mit Teamführung, also Check-ins, Weeklys und OKRs. Er war aber eigentlich weggegangen, um mit Gründern zu arbeiten, und im Growth-Bereich sitzen oft externe Board-Mitglieder statt der Partner selbst bei den Firmen.

Wie kam Robin bei Kombo noch in eine überzeichnete Runde?

Kombo war bei Y Combinator, die Runde war längst geschlossen. Gründer Alex rief Robin an, weil ihn mehrere HR-Investoren aus der Runde empfohlen hatten, und bot ihm die gleichen Konditionen an. Robin sagte noch im Call zu, weil er das Problem aus seiner Zeit bei Smart Recruiters selbst kannte.

Erwähnt in der Folge

Firmen, Personen und Produkte aus dem Gespräch
  • Axel Springer Plug & PlayFirmaAccelerator von Axel Springer und Plug and Play, den Robin aufgebaut hat.
  • N26FirmaNeobank, die als Kinder-Kreditkarte Papaya im Accelerator gestartet ist.
  • Smart RecruitersFirmaKäufer von Jobspotting; Robin wurde dort Geschäftsführer und raiste die Series E.
  • Silver LakeFirmaLead-Investor der Series E von Smart Recruiters über 110 Millionen.
  • RevaiaFirmaGrowth-Fonds, bei dem Robin ein Jahr General Partner war.
  • AircallFirmaPortfoliofirma von Revaia, deren Markup den Fonds-Close beschleunigt hat.
  • StepStoneFirmaJobbörse; Konkurrent von Jobspotting und Robins Advisory-Board-Mandat.
  • EQT VenturesFirmaHat Robin eine mögliche Rolle als General Partner angeboten.
  • KomboFirmaHR-API-Startup aus Robins Portfolio, Einstieg in eine schon geschlossene Runde.
  • MergeFirmaUS-Anbieter für API-Unification, mit dem Robin Kombo vergleicht.
  • DeltiaFirmaKI-Kameras für Produktionsstätten, Robins Beispiel für Land and Expand.
  • GlassflowFirmaData-Streaming-Startup, in das Robin gegen den Rat anderer GPs investiert hat.
  • Peter ThielPersonHat Robins Blick auf Distribution geprägt.
  • Elad GilPersonVorbild für Robins Modell als Solo-GP von Pre-Seed bis IPO.

Transkript

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00:00 Was ist Robins Geschichte?

00:00 Robin Haak: Da kannte er irgendwie den Onkel über Golf spielen, wie das so ist im Silicon Valley. Ich meine so, ich kann euch krass helfen, so gut es geht beim LP Fundraise. Aber ich weiß jetzt nicht, wie schnell ich noch eine Pipe aufbaue und irgendwie 100 Millionen hier reinziehe. Da sitzen jetzt acht Leute, die entweder noch nie gegründet haben oder die seit 20 Jahren in diesem Investmentkomitee sitzen. Die haben auch alle keinen Bock mehr, die hassen sich. Man kann bei mir noch investieren. Ich habe Final Close am 20. Dezember.

00:22 Moritz Blees: Willkommen zu Founder Mode. Heute mit den drei lustigen zwei. Zusätzlich zu Feliks Eyser und mir ist heute Robin Haak dabei. Der selbst Unternehmer war, mittlerweile als Investor unterwegs ist und schon ganz viele Leben hatte, quasi wie eine Katze. Aber Robin ist sehr forscht unter den Katzen, weil er heute im Alleingang als Solo-GP investiert. Was das genau bedeutet und warum er am liebsten alleine unterwegs ist, das erzählt er uns im Pod. Viel Spaß.

00:48 Feliks Eyser: Robin, die Geschichte, wie wir uns kennengelernt haben, ich weiß nicht, wie du dich erinnerst. Ich habe überlegt und ich glaube, ich weiß, wie wir uns kennengelernt haben und zwar bei Axel Springer bei einem Demo-Day von Plug & Play. Und aus irgendeinem Grund war ich da eingeladen, bin da hingelaufen und es gibt ja dieses imposante Springergebäude, Hocherhaus, weißt du, mit der Statue davor, Sicherheitskontrolle am Eingang, richtig imposant. Da war das nicht. Ich musste erst mal dran vorbeilaufen in die Nebenstraße und da war dann dieser 70er-Jahre-Bau so ein bisschen runtergekommen und ich bin durchs Treppenhaus rein und in dieses Stockwerk. Mir sind zwei Sachen aufgefallen, da waren ganz viele Startup-Fauna, das fand ich super und da war alles voller Graffiti. Und in meiner Erinnerung, und wahrscheinlich rekonstruiere ich es falsch, aber in meiner Erinnerung standen da so Sachen an der Wand wie MVP, Lean Startup, Product Market Fit, irgendwie so solche Sachen. Und es sah für mich aus, wie wenn ein Konzernmanager sich überlegt hätte, wie muss ein Startup-Büro aussehen? Und jetzt musst du gleich mal die Geschichte erzählen, wie dieses Graffiti dahin kam. Aber ich war in vielen Startup-Büros und nie Graffiti an der Wand gesehen. Und schon gar nicht sowas wie Product Market Fit. Aber daran kann ich mich erinnern. Wir haben uns kennengelernt. Und an eine zweite Sache kann ich mich erinnern, Nämlich ein Pitch von einem Founder. Da war dann Demo Day und dann zehn Founder ihre Firmen gepitcht. Und da hat sich ein junger Typ vorne hingestellt, Valentin. Und hat ein Startup gepitcht, das hieß Papaya Card. Gesagt, hey, das große Problem bei Familien ist, die können das Taschengeld nicht richtig verwalten. Und wir haben die Kreditkarte erfunden, mit der die Familien in der Lage sind, das Taschengeld für die Kinder zu rationieren. Und das war der Pitch. Und ich weiß nicht, ob er gewonnen hat oder nicht. Ich habe auf jeden Fall nicht investiert. Wahrscheinlich mein größtes Antiportfolio-Investment ever. Aber willst du uns erzählen, wie kamst du zu Springer, wie kamst du zu Plug-and-Play und was ist die Papaya-Card-Geschichte?

02:29 Robin Haak: Was hat für eine Graffiti auf sich? Ja, ich glaube, ich mache mal kurz die zwei Sachen, die du erwähnt hast und dann kann ich als drittes so sagen, wie bin ich zu Springer gekommen? Vielleicht eins ganz witzig, weil wenn Unfälle passieren, werden ja oft Leute gefragt, wie ist das zustande gekommen und was hast du gesehen? Und dann sagen ja sieben Leute, was unterschiedlich ist. Ist vorhin von Jack Leckensen gesprochen und auch hier ist es so, sieben Leute geben sieben verschiedene Antworten. Und das ist ganz cool mit MVP und so, weil das stand da sicherlich nicht.

02:58 Feliks Eyser: Das glaube ich auch, dass es nicht stand. Aber in meiner Erinnerung ist es ein...

03:04 Robin Haak: Also es war auch kein Corporate, der das Graffiti gemacht hat, sondern ein drogenabhängiger Künstler, der dort gehaust hat. Kai und er waren mal Freunde und so ist der da hingekommen, aber der ist da nie wieder weggegangen.

03:16 Feliks Eyser: Kai wollte eigentlich, dass du sein Problem löst mit dem Düben. Also es beginnt damit, dass der Plug-and-Play Erstbehausung war quasi ein besetztes Haus eines Künstlers, der theoretisch Entrepreneur in Residence, nee, Artist in Residence bei Springer war. Das heißt, kein Corporate Manager hat sich Graffiti überlegt, okay, habe ich eine Sache gelernt. Wie war die Dynamik bei Springer denn überhaupt zu sagen, hey, es gibt diese Startups, wir müssen da investieren, wir wollen aber keinen Fonds machen, sondern Accelerator starten, das ist ja kein No-Brainer. Also im Nachhinein sehr gute Entscheidungen, auch von Corporate, aber zu dem Zeitpunkt sicherlich auch nicht.

03:55 Robin Haak: Da mache ich es von der Reihenfolge doch eher so, wie ich dazu gekommen bin und dann erzähle ich zu Papaya, wie ich dazu gekommen bin.

03:59 Feliks Eyser: Wir halten die Spannung hoch.

04:00 Robin Haak: Ich war in diesem Geschäftsführungsbereich elektronische Medien, die machen M&A und das Portfolio Management, die haben also Firmen gekauft wie StepStone, Immonet, Idealo, Airbnb, all diese ganzen Dinge dort im Portfolio und zwar kaufen, verwalten, vielleicht, you could late stage buy and hold, I don't know, in dem Bereich und dort war ich dann Trainee-Alenist-Associate. Und die haben, Axel Springer hat damals Kai Diekmann, den Chefredakteur, Peter Würtenberger, den Head of Marketing oder den Oberboss für CMO, für Marketing von Springer und Idealo Martin Sinner in Silicon Valley geschickt. Der ein oder andere erinnert sich für ein Jahr, um dort Innovationen zu erlernen und neue Freunde zu machen.

04:40 Feliks Eyser: Die haben zusammen im Haus gewohnt. Ich glaube, einer hat ein Buch drüber geschrieben.

04:43 Robin Haak: Genau. Das Buch weiß ich einmal. Ich glaube, Christoph Keese hat viele Jahre später nochmal, das wäre eher so der Außenminister von Springer. Der hat ein Buch, glaube ich, nochmal darüber gestimmt, wenn die Reise war. Aber die drei haben damit angefangen und die haben Saeed Amidi kennengelernt, ist aus der Schah-Revolution, aus Persien, aus dem Iran geflohen, ist Teppichhändler geworden, hat damit gutes Geld verdient, hat dann das in Real Estate, in Warenhäuser investiert, hatte ein Warenhaus in Palo Alto, ein Gründer kam dorthin und meinte, er würde gerne mieten. Der meinte, hast du Geld? Und er hat gesagt, nein. Und dann hat er gesagt, er wird den Anteil an der Firma geben. Hast du Equity? Das war auch völlig Neues. Das gab es damals so noch alles gar nicht. Und dann hat er das bekommen. Der Typ hieß Sergej und die Firma hieß Google. So die Urban Legend. Und so hat dann Saeed seine erste Milliarde vielleicht verdient. Ich kenne da die Zahlen nicht. Was ich weiß, ist kurz danach hat er, weil der CTO von Dropbox ist auch Perser. Und da kannte er irgendwie den Onkel über Golf spielen, wie das so ist, wie das so bei denen läuft. Im Silicon Valley, ja, untereinander. Und dann hat er, glaube ich, 300.000 bei 3 Millionen gemacht. Und hat bei 8,5 Milliarden dann was abverkauft und zwischendurch auch nachgelegt. Und dann kamen noch viele weitere Firmen, mittlerweile über 4.000 Firmen, über 40 Unicorns im Portfolio. Und das Ganze recht professionalisiert, überall auf der Welt von, ich glaube, Korea bis sonst wohin.

06:00 Feliks Eyser: Und hat sich überall Partner gesucht.

06:01 Robin Haak: Genau, er hat überall Partner gesucht und früher hatte er aber, also mittlerweile sind das so wirklich Franchise-automatisierte Programme. Als er das noch mit uns gemacht hat, war das nicht so, sondern der hat dann zu denen gesagt, ich würde gerne mit euch eine Partnerschaft machen. Für ihn neu, für uns neu. und dann kam das zu Springer und dann wurde das erstmal so ein 500 Seiten Vertrag und alle Leute im Corporate Law und so haben sich dazu ausgetauscht und ich wollte immer so ein bisschen die verrückten Sachen machen. Ja, ich wollte, Series A habe ich Johannes Reck getroffen von Get Your Guide und fand das super cool und habe meinen Chefs vorgetragen wir sollten noch in Get Your Guide investieren, fanden die irgendwie nicht cool, nicht profitabel und dann wollte ich, habe ich Jörg Gerbig, war mein Nachbar von Lieferando und Emma Bruschheit von McQuarrie hatte irgendwie investiert und ich, super, da müssen wir auch investieren. Und auch das ging nicht. Zu wenig Umsatz. Und all diese Sachen, die ich immer so vorgeschlagen habe, waren nicht das Richtige.

06:54 Feliks Eyser: Und du kamst aber immer wieder.

06:56 Robin Haak: Ich kam wieder mit neuen Startup-Ideen. Und dann, also Anti-Portfolio ist auch groß, würde ich sagen. Und dann, als diese Option aufkam, so einen 50-50 Joint Venture dann zu machen, ist es dann halt bei mir gelandet, weil die mehrere Chefs über mir, also der Chief Digital Officer, der mich damals geheirat hat, Jens Müffelmann, Dr. Jens Müllmann, unter Dr. Matthias Döpfner. Also Dr. Matthias Döpfner hat da, die wollen es nicht machen. Dann Dr. Jens Müllmann, der Chef von der CTO, wollte es auch nicht machen. Und dann mein Chef, dann darunter unser CTO, Dr. Ulrich Schmitz, der wollte es auch nicht machen. Also der fand es ultra cool. Der fand es ultra cool, der wollte es machen, aber der braucht jemanden, der es für ihn macht. Und dann ist der zu mir und meiner Kollegin gekommen, Luise, und hat gesagt, wollt ihr das nicht machen?

07:36 Feliks Eyser: Er hat gesagt, der steht sowieso die ganze Zeit bei uns auf der Matte, schlägt uns irgendwelche obskuren Sachen vor. Dann hat er nicht mal das Problem gehabt, mit seinem Gebäude etwas besetzt zu haben. und gesagt, komm, wir zurecht tragen. Zwei Fliegen mit einer Klappe.

07:47 Robin Haak: Ja, zwei genauso.

07:48 Feliks Eyser: Wir werden den Künstler los und können Investments machen.

07:53 Robin Haak: So ungefähr. Also der Künstler, das war das kleinste Problem. Matthias Döpfner hat sich gedacht, cool, wir machen da drüben mal das Bälle-Paradies von Ikea so. Es war auch so, die haben das so gedacht. Die wollte auch keiner machen, weil die alle dachten, das geht schief. Und die haben sich auch gedacht, wenn es nicht läuft, dann waren es hier die zwei, die als Trainer, also wir waren dann, ich war dann schon, glaube ich, Analyst oder Associate, aber ich habe als Training, wie gesagt, angefangen und dann waren es die Trainings so ungefähr, dann waren es die Juniors. Die haben es dann in den Sand gesetzt. Wir haben auch ein ganz kleines Budget bekommen. Wir sind da zu zweit drüber. Wir hatten dann so eine GmbH, 50% Saeed, 50% Uli Schmitz. Das waren sozusagen meine Gesellschafter.

08:24 Feliks Eyser: Uli Schmitz selber als Person? Gar nicht Springer?

08:29 Robin Haak: Achso, natürlich. Uli ist der Geschäftsführer der Axel Springer Digital Ventures. Das ist 50%-Shareholder von Axel Springer Plug & Play und die ist wiederum, ich glaube, wahrscheinlich im Vollbesitz von der Axel Springer mittlerweile S&D. Und Uli war der Geschäftsführer. Also Uli ist theoretisch da der Ansprechpartner. Aber wie ich sage dir ganz ehrlich, wir haben da so viel Zeit verbracht. Mit Uli und Jürgen Hopfgartner. Und dann kam Charlotte Bilzer und ganz viele andere. Und dann wurde es immer mehr. Und später kam dann Jörg Reinbold, der das ja heute noch macht. Später ist das ja APX mit Porsche gewonnen und Hartfeld, was er immer noch als CEO leitet. Und so ist das alles entstanden. Und dann kam eben dieser erste Demodell. Und ich war auf einer Konferenz, die hieß Next, irgendwo in Berlin. Und da waren zwei Österreicher. Und ich habe die kennengelernt. Fand die ultra cool. Und habe die halt richtig da reingeschnackt in die Geschichte. Und die fanden das eigentlich, weil es gab es ja alles gar nicht. Eigentlich noch kein Logo, kein Dings. Ich bin da irgendwie, ich habe gesagt, wir machen ein Startup. Und dann haben wir die da irgendwie reingequatscht, beziehungsweise ich habe die da überredet auf dieser Konferenz. Und dann haben die angefangen mit einer Kreditkarte, Papaya, Kreditkarte für Kinder. Jetzt mag der ein oder andere sagen, es war der große Pivot. Und man hätte es nicht wissen können, was daraus wird. Aber ich habe viele Jahre später in eine Firma namens GoHenry investiert. Die ist mittlerweile gemerged in Amerikaner und die Firma ist, glaube ich, auch 7 Milliarden wert. Also ich glaube, das hätte auch funktioniert.

09:52 Feliks Eyser: Und macht Kreditkarten für Kinder, GoHenry.

09:54 Robin Haak: Und macht Kreditkarten für, genau. Also es gibt viele Wege, die zu Rom oder nach Rom führen. Und auch in Deutschland gibt es jetzt ja wieder Bling. Die haben zumindest mal Series A geraced und machen einen super Job. Insofern will ich nur sagen, das hätte auch klappen können. Die haben dann aber gepivotet und auch ich bin nicht investiert, Feliks, privat zumindest nicht, nur mit Axel Springer, Plug & Play, aber genau, für viele, die es nicht wissen, Papaya ist dann eine Neobank geworden namens N26 und zumindest stand heute recht erfolgreich.

10:22 Feliks Eyser: Was ist jetzt deine, wie bist du jetzt von da aus dann zu deiner eigenen Founding Story gekommen?

10:29 Robin Haak: Genau, von da. Ich war dann da und hab dann, also ich hatte ein bisschen Imposter-Syndrom. Stell dir mal vor, du bist nur Investor und erzählst die ganze Zeit Gründer und Gründerin, wie das, was die so zu tun haben und so habe ich mich gefühlt. Ja, mach mal die Slides anders, mach mal das anders. Also du siehst ja, wie es aussehen sollte und dann gibst du das, was du erlernt hast, vielleicht weiter. Aber am Ende, ich glaube, du weißt noch besser, dass die Herdplatte heiß ist, wenn du selber drauf gefasst hast, als wenn du es nur gesehen hast. Und da machst du eine Menge Learnings. Also ich glaube, es war schon so, dass ich für mich, glaube ich, verstanden habe, in meinem eigenen Learning der nächste Schritt. Es war vor allen Dingen aber auch, weil ich ja die ganze Zeit, ich habe ja da fünf oder sechs Badges gemacht, das heißt, ich habe 50 Startups gesehen, 40, 50, die vor meiner Nase dort gegründet haben. Das heißt, bist du ja total in diesem Ökosystem und denkst dir ja eigentlich, boah, das muss ich auch machen. Und dann ist ja aber Startup-Gründen ein bisschen wie heiraten, also zumindest wirst du deinen Gründer und Gründerin mehr sehen als deine Frau und es muss irgendwie auch passen und das ist dann erst nach zwei Jahren passiert, aber dann habe ich meine drei Mitgründer kennengelernt. Wie hast du.

11:38 Feliks Eyser: Die kennengelernt und wie hast du dich für die entschieden? Wie war die Datingphase?

11:43 Robin Haak: Vor Ort. Saeed hat die kennengelernt. Also von Plug and Play. Saeed hat Hesam, Hesam ist Perser. Saeed ist schwedisch, in Schweden in Lund groß geworden, aber es ist persische Familie. Und wie ich vorhin schon mit Dropbox meinte, Saeed hat Hesam kennengelernt. Und so habe ich dann auch Hesam, Jan und Manuel kennengelernt. Und dann haben die die Runde geraced mit Stefan Grossebeck und ein paar anderen. Damals BCG Ventures, glaube ich, und dann der weltweite Chef von BCG Ventures. Und da waren ein paar Stimmen dabei, die gesagt haben, es wäre gut zu den drei Leuten, die alle sehr technisch sind oder alle voll technisch sind, wenn wir noch eine Person dazu tun, die Go-To-Market macht. Oder alle anderen Bereiche, Finance, HR, Go-To-Market, frag mich nicht.

12:31 Feliks Eyser: Als Commercial Founder.

12:33 Robin Haak: Genau, ich bin der vierte Mitgründer geworden und Fundraising, Commercial, Sales.

12:40 Feliks Eyser: Was habt ihr gemacht? Was war das Geschäftsmodell?

12:45 Robin Haak: Also eigentlich eine AI für personalisierte Jobsuche. Es sah aus wie ChatGPT, was dazu geführt hat, dass alle gesagt haben, das sieht so einfach aus, das kann nicht komplex sein.

12:55 Feliks Eyser: Wir reden über welches Jahr? In welchem Jahr befinden wir uns gerade?

12:59 Robin Haak: 2013.

12:59 Feliks Eyser: 2013, okay, okay, zehn Jahre her.

13:01 Robin Haak: Ja, ja, und da war das so, wir wollten es ja mit Absicht vereinfachen und wir haben einen eigenen Datagraph gebaut mit einer eigenen Ontologie, haben damals Elasticsearch benutzt und React, das war voll State of the Art. React kam gerade raus, glaube ich, und haben damit dann diese personalisierte Jobsuche namens Jobspotting gemacht und waren dann in, zwölf Ländern, vier Sprachen und de facto, das nimmt alles aus dem Internet, was du so finden kannst, von StepStone in Indeed etc., bereitet das dir auf und gibt dir dann den richtigen Match sozusagen, anstatt vorher hast du ja 30 Tabs offen, und musstest dann die einzeln durchklicken und bist durch die Listen gegangen und wir haben es sozusagen für dich automatisiert.

13:44 Feliks Eyser: So, wie ich jedes Mal ein Hotel auswähle oder ein Airbnb Irgendwie mit meinen 50 Tabs probiere, alles zu vergleichen, dass du dir für die Jobsuche vereinfacht für die Kandidaten.

13:52 Robin Haak: Eine Maske vorne, da tippst du ein, was du suchst. Und dann kannst du lernen, wie bei Netflix hoch, runter, Daumen. Und die Maschine lernt dazu, wenn du es benutzt. Also auch ein großer Teil damals noch wirklich mehr Machine Learning.

14:07 Feliks Eyser: Was sind deine Learnings zur Auswahl von einem Geschäftsmodell? Bist du in einem Team gejoint, wo es schon eine Idee gab? Im Jobmarkt, sehr kompetitiver Markt, gleichzeitig ein Tech-Thema, wo es wahrscheinlich auch viel Technical-Risk gab. Wie schaust du heute auf die Auswahl von Geschäftsmodellen? Was würdest du heute anders machen als der 2013, Robin? Würdest du was anders machen?

14:28 Robin Haak: Ja, tatsächlicherweise, das Learning kam nicht viel später von Peter Thiel, den ich dann noch, den ich, glaube ich, eine Woche später, nachdem ich zugesagt habe, getroffen habe, noch bei Axel Springer Plug & Play. Aber der war immer mit seinem Kopf so, Distribution war so ein Nummer-eins-Thema in seinem Kopf. Also egal, was so, ob Produkt, Team, alles nach Motto, wie wird es verkauft.

14:46 Feliks Eyser: Das war damals schon Contrarian, oder? Wenn im Silicon Valley alle gesagt haben, build the best product and they will come. So ein Ad-Sport hat Peter Thiel gesagt, nee, nee, nee, kümmert sich mal um Sales.

14:56 Robin Haak: Absolut, wirklich, war Contrarian, glaube ich. Und er war da auch damals schon und auch vor zehn Jahren schon Vorreiter oder vielleicht anders über die Dinge nachgedacht als andere. Wobei man sagen muss, immer an der richtigen Stage. Als er bei Airbnb, wann war das, hier ist hier oder so, investiert hat, meinte er ja dieser berühmte Spruch, wo er die ganze Aufsichtstransition und nichts erzählt hat und am Ende dann meinte, don't fuck up the culture. Dann war es ein anderes Thema. Aber ich glaube, sehr early ging es ihm darum, wie ist die Distribution. Und bei Jobspotting war das Learning für mich. Also das gab es schon. Also Hesam, dem gehörte BerlinStartupJobs.com, das ist heute immer noch so und er verdiente auch gutes Geld und das hat er immer schon nebenbei gemacht und ist auch mit dem Markt gewachsen und dann war für ihn einfach logisch, so wie Netflix oder Spotify, personalisierte Jobsuche zu machen. Die drei waren eben technisch und ich habe da gut eingepasst. Also ich glaube, dein Bauchgefühl, das waren alles die richtigen Entscheidungen, dein Bauchgefühl, der komplementäre Team, irgendjemand hat eine gute Idee, die aus dem Problem, aus dem eigenen Problem heraus entstanden ist, jemand versteht den Markt, alle diese Punkte waren gesetzt. Was bei Jobspotting nicht so klar war vorab, ist, wie riesig diese Welt ist. Und am Ende kannst du das beste Produkt der Welt bauen, von dem ich im Übrigen glaube, dass es damals, also Jobspotting damals war vom Matching her ungefähr so gut wie LinkedIn heute. Also immer noch nicht perfekt, aber ganz gut. Und es war auf jeden Fall revolutionär. Aber du musst es ja trotzdem noch verkaufen an irgendwen und irgendjemand muss ja auf deine Website kommen. Wir haben es halt über SEO gemacht und du hättest niemals das Ganze schnell wachsen lassen können, weil mit allen Geldern dieser Welt kannst du nicht gegen StepStone oder Indeed konkurrieren, was Paid Marketing ist. Und da habe ich dann mein größtes Learning bekommen, dass ich, ich habe eine richtige Klatsche gekriegt, dass wir halt nur 20, 30 Prozent im Jahr gewachsen sind. Aber dieser VC-Case, den konntest du mit allem Geld dieser Welt nicht erzwingen vorne. Und so hatten wir dann auch am Ende eine profitable, langsam wachsende Firma mit 15, 20 Leuten. Und wir haben dann auch auf der anderen Seite B2B SaaS verkauft.

17:00 Robin Haak: Ja, also dann Stellenanzeigen und dann Analytics und so mit einem Dashboard, wo du dich einloggen kannst und sehen kannst, wie viele Leute haben wo, wie, wann geklickt und dann kannst du automatisiert deinen Job schalten und dann hast du Premium und oben gelistet und Banner und all diese Dinge und haben dann so, sag ich mal, ein bis zwei Millionen ERA gemacht und sind dann noch in den strukturierten Exit, würde ich sagen, gegangen. Und du konntest es nicht erzwingen mit Geld.

17:23 Feliks Eyser: Weil die Modes der Competitor zu groß waren, weil Jobportale haben Netzwerkeffekte, je mehr Firmen da drauf sind, desto mehr Bewerber und andersrum natürlich auch. Und es war von außen super schwierig, das zu knacken, als ich sag mal eine Meta-Suchmaschine, die sich quasi viel aus dem Internet zieht.

17:39 Robin Haak: Genau, ich glaube, du hättest, in Amerika gibt es ein Beispiel, sorry, in UK gibt es ein Beispiel zu Adzuna, Da hat Index investiert und die haben es dann auch, die sind dann aus dem Board rausgedroppt und das lief fünf Jahre nicht so, weil sie es nicht erzwingen konnten. Sie konnten nicht das Indeed von UK werden, weil Indeed und andere Steps, Total Jobs und Jobfile, die konnten dagegen nicht an. Und Duck hat das aber durchgezogen und macht mittlerweile 60 Millionen Umsatz im Jahr oder noch mehr und hat einfach da das 10 Jahre oder 2008, also 15 Jahre durchgezogen und ist jetzt eine große stabile Firma. Und ich glaube, Und rückblickend hätten wir Jobspotting, sag ich mal, noch zehn Jahre gemacht, hätten wir vielleicht heute eine 20, 30, 40 Millionen, so in dem ähnlichen Bereich und dann würden wir heute von einem eher konservativeren Growth Investor, keinem BC oder so, Gelder raisen und würden dann weiter wachsen. Und das wäre wahrscheinlich die Story gewesen. Aber wir haben uns damals, wir haben ja Pre-Seed und Seed geraced. Seed mit Horizon Ventures, das ist Li Ka-shing. Ich glaube, damals der reichste Mann Asiens, neben Jack Ma. Damals noch heute wird das vielleicht alles anders sein. Die waren dann in Facebook und Slack und Waze und so investiert. Und es war eigentlich ganz cool, dass wir diesen Investor hatten. Aber wir haben dementsprechend diese Zahlen an Wachstum überhaupt nicht erreichen können. Wir hatten dann am Ende zehntausende Landingpages, die wir automatisch generiert haben über die Data. klar, das war auch ziemlich cool, wir sind darüber gewachsen, aber eben zu langsam.

19:10 Feliks Eyser: Und die Firma hast du trotzdem verkauft in einem strukturierten Prozess? Dann warst du dann in der neuen Firma, beim neuen Eigentümer, warst du noch eine Weile drin. Erzähl mal von der Erfahrung vom Exit-Prozess, den Learnings und der Zeit danach.

19:20 Robin Haak: Ja, wir hatten dann diese Firma, wir mussten auch, wie gesagt, dann eben Abstriche im Growth machen, haben das Ganze dann gedreht. Es war auch wirklich eine harte Zeit. Es war auch oft mit dem Rücken zur Wand. Es war auch viel Glass-Eating, ja, über drei Jahre. Ich habe teilweise Convertibles geraced von Monat zu Monat und so. Liquidität war oft auch schwierig, mit schwierigen Entscheidungen verbunden. Und es war eine absolute Hustler-Founder-Story und wir haben es irgendwie gemeinsam als Gründer und auch als Team durchgezogen. Aber bis heute ist es tief in mir drin. Das ist so eine Erfahrung. Also die nimmst du dann dein ganzes Leben lang mit. Und daher kommt, glaube ich, auch viel Drive heute. Und vielleicht auch der Purpose, wenn wir jetzt irgendwann später nochmal darüber reden, aber so, I want to be the one I need it most in my darkest times. In meiner dunklesten Stunde. Die Person, die ich am meisten gebraucht hätte, möchte ich heute sein. Aber Jobspotting war schon sehr, sehr hart für mich. Und auch, weil wir haben uns ja, ich habe mir kein Gehalt gezahlt. Ich habe mir ein Darlehen genommen von unseren Gesellschaftern, um in die Firma zu investieren. Also ich habe dann privat Gelder investiert für ein Darlehen der Gesellschafter. Ich meine, das ist halt alles crazy. Dann hatten wir diese Convertibles, also Wandeldarlehen und das war echt eine fliegende Atombombe. Und dann haben wir es dann aber am Ende tatsächlich endlich, weil du musst ja mal an den Punkt kommen. Aber dann haben wir es profitabel geschoben, dann hatten wir eine profitable Firma, dann sind wir gewachsen.

20:45 Feliks Eyser: Und was haben die? Und was haben die gekauft? Also, weil der Umsatz, wenn du eben gesagt hattest, was die Umsatzmengen waren, als die verkauft waren, war für die ja wahrscheinlich eher nicht der große Treiber, den Wert zu sehen. Insofern muss es ja eine andere Idee hinter dem Exit gegeben haben.

21:01 Robin Haak: Ja, also ich würde sagen, Smart Recruiters war damals 100 Leute, San Francisco, 4 Millionen AR. Wir waren damals 17 Leute, 1,5 Millionen AR, hochtechnisch. Und die sind hingegangen, jetzt könntest du sagen, reiner Equihire, aber wir mussten dann noch für Sport und so gucken, wie diese Fusion sich auswirkt auf verschiedenste Treiber, die wir haben, um zu monetarisieren mit Smart Recruiters Post Acquisition, was wir auch getan haben. Es gab dann riesen Roadmaps und 100 Seiten Tech.DD und so, also alles zusammen, also DD und davon auch Tech.DD und davon auch, wo die Reise hingeht und was wir damit, wenn wir fusionieren, wie viel mehr wir dadurch verkaufen könnten mit Smart Recruiters. Und dann kam die Acquisition und die wurde dann eben auch so strukturiert. Also wir haben dann unsere Anteile gebartert. Ich bin dadurch, genauso wie meine drei Mitgründer, wir sind Gesellschafter von Smart Recruiters geworden. Und ich bin dann dort Geschäftsführer geworden und habe die Operations gemacht. Also ich bin die Nummer zwei neben Jerome, dem Gründer, geworden, was für mich auch super interessant war. Jan und Manuel sind in Data gegangen und Hessam ist Head of Product geworden. Und so sind wir alle Teil dieser Familie geworden. inklusive dem anderen, aller anderen Teammitglieder wurden mit aufgenommen.

22:21 Feliks Eyser: Wie viele Anteile hattet ihr insgesamt als Team? Wie habt ihr das gesplittet?

22:26 Robin Haak: Wir haben alle gesagt, wir machen, wir haben in diesem Exit gesagt, wir machen alle gleich. Ja. Ich glaube, das war auch menschlich und für alle das Beste. Und wir sind auch heute noch gute Freunde.

22:35 Feliks Eyser: Ja. Haben wir trotzdem als Team einen signifikanten Steak bekommen, muss man auch sagen. Also es war jetzt nicht, dass wir gesagt haben, okay, kriegt jeder ein halbes Prozent und ein gutes Gehalt, sondern ihr wart am Ende schon signifikant im Cap-Table drin.

22:46 Robin Haak: Ja, es war voll der gute Bier. Vor allen Dingen, klar, wir haben ja zur Series C-Bewertung mit 120 Millionen, haben wir gebartert. Ja. Ja, und dann wurde unsere Firma bewertet und bemessen daran im Verhältnis. Natürlich dann eher zu europäischen Konditionen vielleicht und die zu amerikanischen. Und dann habe ich danach ja, also ich war dann danach verantwortlich für Fundraising von Smart Recruiters. Das heißt, ich hatte es auch so ein bisschen in meinen eigenen Händen, also neben den anderen Jobs, die ich noch so gemacht habe. Aber Jerome und ich haben das Fundraising gemeinsam gemacht und ich habe es strukturiert. Und die Series D und E habe ich mit ihm geraced und hat es sozusagen in meinen eigenen Händen. Und die Series E, das ist ja Public, habe ich 110 Millionen geraced mit Silver Lake auf eine 1,5 Milliarden Bewertung. Das heißt, ich habe das, was wir damals gebatet haben, verdreizehnfach nochmal noch.

23:39 Feliks Eyser: Mega. Guter Deal. Und schreibst du? Anteile am großen Unternehmen. Wir haben neulich mit Roman Kirsch gesprochen. Der hat eine E-Commerce-Firma an Fab verkauft und hat komplett darauf optimiert, All-In zu gehen mit Anteilen. Quasi keinen Cash vom Tisch zu nehmen, sondern alles rüber zu rollen. Für ihn hat es sich nicht gelohnt in dem Fall, weil der Acquirer nicht gut funktioniert hat. Aber in deinem Fall scheint es eine Story zu sein, zu sagen, hey, ich gehe in eine größere Struktur rein, mein Kuchenstück wird ein bisschen kleiner, dafür ist der Gesamtkuchen deutlich größer.

24:06 Robin Haak: Also ich glaube, wo das bitter gelaufen ist, ist bei den, wir, das war bei uns High Risk, weil das ist ein Startup, wir sind ein Startup, am Ende ist es so. Und eine 4 Millionen EAA-Bude in San Francisco ist ja auch nicht durch. Das ist ja noch lange weit weg von, das war immer noch super high risk. Was du halt gesehen hast und das hat dann funktioniert und wir waren Teil dieser Lösung. Also alle von uns waren ja inzentiviert und deswegen auch drei Jahre Westing, das durchzuziehen. Ich habe es auch gehasst, dieses drei Jahre Westing, weil ich wollte eigentlich die Option haben. Aber wir haben dann die Verträge auch so gemacht. Wenn du mich feuerst, Accelerated Westing und wenn ich gehe, kriege ich gar nichts. Also es war halt so, dass du komplett gebunden bist an diese drei Jahre und dann war es wie so eine Ehe. keiner durfte gehen. Und Jerome und ich haben uns auch mal geschritten, wo wir auch mal unterschiedliche Meinungen hatten.

24:53 Feliks Eyser: Das ist eine sehr traditionelle Ehe.

24:57 Robin Haak: Genau, sehr traditionelle Ehe, also viel härter als eine Ehe eigentlich. Du kannst nicht gehen. Und ich habe dann auch so in unserem härtesten Streit, den wir hier hatten, wir haben uns eigentlich immer gut verstanden, weil wir hatten einmal einen großen Streit. Da habe ich auch so gesagt, dann komme ich jetzt hier jeden Tag ins Büro und mal Bilder. Okay, so.

25:12 Feliks Eyser: Mal Bilder, du hast in deinem Artist-in-Resident-Programm ja mit den VN schon gelernt, der Notfall ist zentral.

25:18 Robin Haak: Ja, nee, aber das, also am Ende lief das alles wirklich richtig gut, weil wir waren, ich konnte nach Amerika, wir konnten super viel lernen, du musst dir auch mal vorstellen, die Leute, die du da einstellst, ja, das sind ja die, mein Leadership Team oder unser Leadership Team sind ja Ex-SVP, EVPs von Salesforce, die unter Marc Benioff direkt gearbeitet haben und so weiter und so fort und ich hatte diese Ehre und die Möglichkeit, dort zu wohnen, hin und her zu fliegen, wir haben Büros in Paris, London, wir haben 100 Leute in Krakau, mittlerweile und diese Firma hoch zu skalieren auf über 500 Leute, super viel zu lernen, Go-To-Market aufzubauen, diese VP-Sales-Leader, die wir dann in Deutschland hatten, mit denen ich zusammenarbeiten durfte, von denen ich gelernt habe, wie man einen TCV macht von 10 Millionen und, sag ich mal, oder einen Average-Sales-Price von 250.000 plus Enterprise-Sales und auch das Marketing, die Lead-Gen, all diese Dinge sind für mich heute, Also ich habe wirklich mein Handwerk gelernt, was ich jetzt die nächsten zehn Jahre, meine größte Sorge ist, dass ich das irgendwann nicht verlerne, aber dass die Technologie soweit ist, dass ich nicht weiß, wie es geht. Aber zumindest jetzt kann ich mit diesen Startups darüber sprechen und habe ein Verständnis dazu, wie das alles so geht.

26:34 Feliks Eyser: Dann hast du gesagt, ich habe das Operator Game gespielt. Ich habe gewonnen, ich gehe auf die Investorenseite.

26:43 Robin Haak: Ja, so ungefähr. Ich war auch einfach, ich war abgeschmolzen. Ich war voll gewestet nach drei Jahren. Ich war dann so ein bisschen auf Weltreise. Und ich kam wieder und habe nach einem Job gesucht. Was könnte ich jetzt machen in Europa? Und man ist sich, glaube ich, nicht immer so ganz klar, wenn du Investor sein willst, machst du das die nächsten 30 Jahre. Und das ist halt irgendwie eine Entscheidung. Und ich wusste nicht, ich war mir noch nicht 100% sicher, ob ich mir den Respekt schon verdient habe. Tatsächlich habe ich mich gesehen, Gründer jetzt schon beraten zu dürfen und Gründerinnen. Bin ich schon an dem Punkt, wo ich mir die Stripes verdient habe, dass ich jetzt dienen darf oder bin ich noch nicht soweit? Ich wurde da mal proaktiv angesprochen und dann jemand, mit dem ich, dann habe ich mit Sebastian Dettmers, den kenne ich noch von Springer, der macht StepStone, 4000 Leute, die meisten kennen es in der Jobbörse halt und HR kenne ich mich dann mittlerweile, habe ich ja auch viele Jahre, fast dann 10 Jahre im HR-Bereich irgendwo verbrannt und der hat mich gefragt, ob ich bei ihm nicht anfangen wollen würde zu arbeiten. Potenziell stand im Raum Vorstand und Chief Commercial Officer.

27:47 Feliks Eyser: Bei Stepstone, das stand im Raum.

27:49 Robin Haak: Bei Stepstone, genau. Das haben wir gesprochen. Und dann hat mich EQT angesprochen, EQT Ventures und da stand im Raum potenziell General Partner zu werden. Das macht jetzt Doreen Huber für DAF. Und dann stand im Raum Freundinnen von mir, Elina und Alice, damals Gaia Capital Partners, jetzt Revaia. Wollen wir einen First-Time-Growth-Fund-Raisen. Und dann habe ich mir das alles so angeguckt und dachte, ey, First-Time-Growth-Fund ist einfach die krasseste Sache hier. Weil 250 Millionen Growth-Fund sollte es werden. Die hatten schon angefangen und hatten gerade ihren Anchor bekommen und die ersten Millionen, also die hatten die Struktur schon gesetzt in Frankreich. Und dann dachte ich halt so, ey, Paris eine Wohnung, Berlin eine Wohnung mit den beiden, ich der dritte General Partner, Equal Partnership und dann aber auch mega herausfordernd. Brainst du mal 250 Millionen First-Time-Fund? Und dann habe ich gesagt, okay, mache ich das. Und dann habe ich Sebastian angerufen von StepStone und habe gesagt, lass doch mal ein Advisory Board machen. Er meinte, ja, das finde ich eine gute Idee. Daraufhin haben wir ein Advisory Board gemacht mit echt massen Leuten. Und dann bin ich ins Advisory Board von StepStone gegangen.

28:54 Feliks Eyser: Du hast ihm nicht ganz abgesackt. Du hast gesagt, ich bin gern für dich da, ich berate dich gern, aber 95, nicht mein Ding, ich muss nach Paris.

29:01 Robin Haak: Ich habe dich so lieb. Ich will das unbedingt mit dir machen. Das war auch eine mega cool Zeit. Wir haben dann drei Jahre lang, und wir sind ja immer noch enge Freunde, noch Kohle investiert in manche Sachen und sprechen auf das letzte Mal gestern, gestern sogar dreimal, aber das hat mir viel Freude bereitet und so konnten wir dann genau die Lösung finden. EQT habe ich abgesagt, dann vielleicht abschließend bei dann eben, ich nenne es jetzt mal Revaia, weil damals war es Gaia und jetzt eben Revaia. Das war halt cool, auch Equal Partnership zu dritt als drei GPs und das Ganze aufbauen. Und die haben dann auch zu mir gesagt, Robin, guck es dir an, wenn es dir nicht gefällt, dann machen wir Fund 1 zusammen, wir ziehen es alles hoch, wir brauchen nicht in diesem Aufbau, wir brauchen das Unternehmerische.

29:42 Feliks Eyser: Was ist der Hintergrund von den beiden Gründerinnen? Kommen die aus dem Growth-Bereich?

29:48 Robin Haak: Genau, die waren beide Private Equity und Growth, zehn Jahre mehr. Elina war vorher bei Eurazeo, hat Farfetch gemacht und Bestia Kollektiv, also auch große Deals. Und Alice war bei, ich habe es vergessen, wie es heißt, aber Multimilliardenfirma aus Belgien, die beispielsweise in Oldly Pre-IPO und so, glaube ich, ist Oldly-IPO gegangen? Ja, da haben die investiert und sind dann an die Börse. Demnächst. Also die beiden sind Hardcore.

30:17 Feliks Eyser: Private Equity, haben sich ja Sporen verdient und gesagt, wir machen jetzt was eigenes, gehen raus. Wieso brauchten die dich? Wieso brauchst du sie? Was war die Dynamik?

30:26 Robin Haak: Die beiden sind 34 und Selfmade, ja. Oder damals waren sie 34 und ich auch, so ungefähr um die 35, wir alle drei. Und haben angefangen und haben mit Seekomore, das ist 9,5 Milliarden so Hedgefund mäßig, Public Markets, Investing, die haben ein bisschen unterstützt und hatten diesen First Anchor und Friends and Family, First Anchor war Generali. Und haben dann gesagt, wir wollen diesen Fundraisen. Aber ich glaube, die beiden allein, ich meine, du sagst so, jetzt haben sie ihre, und jetzt machen sie es, aber so ist es nicht. Der durchschnittliche Growth Fund Manager, der seinen ersten Fund macht, ist eher so 50 und ein weißer alter Dude. Und ich glaube, die beiden, das ist beeindruckend, sorry, ich will gar nicht so über meine eigenen Sachen so reden, aber, dass die beiden gesagt haben, wir machen jetzt einen Growth Fund, ich hatte jetzt mir auch nie getraut. Denn 250 Millionen Euro First-Time-Growth-Fund in Europa ist crazy. Das ist einfach out of your mind. Und das ist auch unmöglich zu erreichen. Und jetzt macht das gerade Zoe Fabia mit dem Ex-Eurazeo-Team mit Notius auch nochmal. Aber das ist wirklich eine Leistung und die wenigsten haben das überhaupt je so geschafft in so einer Struktur. Du hast natürlich noch sowas wie DTCP, Highland, Verdane, vielleicht Amira, aber da steht immer irgendwo irgendjemand dahinter oder das ist irgendwie immer anders entstanden und da sind auch andere Charaktere. Und dass diese beiden Mädels, Selfmade, das angefangen haben, ist hoch beeindruckend und das hat mich auch beeindruckt und ich glaube aber, die haben sich natürlich schwer getan und brauchten einfach noch mehr Unterstützung. Und ich bin da auch in ein Hochrisikogeschäft rein, haben sie auch gesagt, dass sie sehr dankbar sind und auch sehr viel Respekt haben, weil ich wäre bei den anderen Optionen auf jeden Fall erstmal mit viel weniger Risiko besser, zumindest short term, rausgegangen. Und ich habe dann auch einmal einen Mut zusammengenommen und habe gesagt, okay, wir machen das jetzt, weil du hast ja dein Team, du musst das schon finanzieren und du weißt auch nicht, ob es klappt. Und so ein Modell, ein Growth Fund, wenn du nicht 150 Millionen Minimum raisest, dann funktioniert das Modell auch nicht von den Ticketgrößen und von dem ganzen Fundmodell her.

32:32 Robin Haak: Das bist auch dann, kannst du nicht zeigen, ob es funktioniert. Und wir wollten 200 Millionen raisen und wir sind am Ende oversubscribed mit 250 Millionen geendet. Und wir haben dann dieses Jahr zusammen den Fundraise gemacht und zusammen auch eben deployed, also investiert in Firmen wie Aircall, Algolia, Platform.sh, Coralogix. Ich glaube, alle vier, die ich gerade genannt habe, sind jetzt auch Unicorns und haben da, glaube ich, einen ganz guten Job gemacht. Also wir sind Payqueen jetzt in Europa, Top-Quartal.

33:00 Fundraising für Startup vs. LP-Fundraising

33:00 Feliks Eyser: Wahnsinn. Und du hattest davor als Startup-Founder Geld geraced für deine eigene Firma, dann mit Smart Recruiters eine 110-Millionen-Runde gemacht, also Startup-Fundraising. Mit welcher Erwartung bist du in das LP-Fundraising für den Growth-Fund reingegangen und... Was hat sich bewahrheitet? Was war komplett anders, als für ein Startup Geld zu raisen?

33:19 Robin Haak: Ja, es war witzig, weil das war mir tatsächlich vorab schon bewusst, dass es anders ist, weil ich kann mich sehr lange daran erinnern, wegen Equal Partnership, dass wir darüber diskutiert haben, was ich hier leisten muss und können muss. Als Partner bringst du Deals, bringst du LPs, machst du Portfoliosupport, kümmerst du dich um das Investment-Team, was sind deine Leistungen? Und ich habe so gesagt, und mir war das vorher klar, ich meinte so, ey, ich kann euch krass helfen, so gut es geht beim LP Fundraise, aber ich weiß jetzt nicht, wie schnell ich noch eine Pipe aufbaue und irgendwie 100 Millionen hier reinziehe. Und ich hatte davor schon vorab auch schon höchsten Respekt und bin dann da reingekommen und habe dann mein Bestes gegeben. Also als Gründer habe ich 200 Millionen geraised über all diese verschiedenen Runden. Und als GP mittlerweile stand heute 300 Millionen.

34:07 Feliks Eyser: Das sind Tickets, die du dann Rays von 20 bis 50 oder sowas. Was sind Tickets, die so ein LP investiert in den Growth Fund?

34:13 Robin Haak: Also das eine ist das, was wir jetzt auch machen, Feliks, mit unseren Vehikeln, mit Robin Cap, das ist das ganze Friends-and-Family-Ding. Und das ist aber bei dem Growth Fund, kann das auch mal bei 20 bis 50 Millionen enden. Da ist Friends-and-Family von 200k-Ticket bis einer Million-Ticket. Und der Rest ist aber dann institutionell groß. Also wir reden von MAEF, ist bei uns drin, also Pension Fund in Frankreich. Wir haben Generali, kann die Ticketgröße jetzt hier nicht nennen, das Confidential, aber das sind sehr gute Tickets.

34:39 Feliks Eyser: Aber wir können schon davon ausgehen, dass es achtstellige Tickets sind. Die große Pensions deployen, weil die auch teilweise Milliarden an der Management in der Regel, für die lohnt es sich ja auch nicht in den Prozess zu gehen und am Ende eine Million zu investieren, weil der Aufwand viel zu hoch ist.

34:53 Robin Haak: Also vielleicht, um eine Range zu geben, ich denke, dass ein solider Growth Fund, der zwischen irgendwo bei Revaia auch in Highland, Highland hat vielleicht 700 Millionen pro Fund, glaube ich, diese Größenordnung, fangen die Minimum-Tickets meistens bei 5 an und sind irgendwo bei 50. Und wenn du bei amerikanischen Sachen guckst, wie in Dresden und so mit 5 Milliarden Funds, dann sind auch die Tickets mal bei 150 Millionen.

35:17 Feliks Eyser: Ja, ist dann so ein Harvard Endowment oder ein Ontario Teachers, whatever.

35:24 Robin Haak: Alle mal kennengelernt.

35:26 Feliks Eyser: Wow, und du hast es dann, du hast den Fundraise gemacht. Du warst GP im ersten Fund. Wie lange hast du das gemacht? Warum machst du es nicht mehr?

35:35 Robin Haak: Am Ende nur ein Jahr. Ich bin dann da reingegangen, wir haben es eben so strukturiert von Anfang an mit dem ganzen, guckst dir an, wie es ist. Dann bin ich da reingegangen, es gab in der kurzen Zeit, haben wir wirklich durchgeballert, 100 Stunden, weil eins dieser Fundrails, der auch crazy war, weil wir hatten glaube ich, weiß ich nicht, um die 160 Millionen zusammen oder so, dann sogar noch weniger und haben dann das meiste Geld, aber wir hatten 600 Millionen Pipe. Und haben dann das meiste Geld aber innerhalb der letzten Wochen bekommen. Wir haben dann so eine E-Mail rumgeschickt an alle und haben gesagt, wir haben hier eine Firma, also Goldman & Sachs hat dann nochmal in Aircall investiert während unseres Fundraises, obwohl wir dort schon investiert waren. Und das ist natürlich für einen Growth Fund, wenn du nur in 15 Lines und 15 Firmen investierst, exponentiell schon ein Signal. Und wir haben dann gesagt, wir können ja nicht sagen, was es ist, aber wir wissen, hier kommt was und die meisten wussten aber, was es ist. Wir haben gesagt, wir müssen jetzt den Fund closen, aus diesen Gründen auch. Und dann sind wir von diesen 150 auf 250 gesprungen innerhalb von zwei, drei Wochen.

36:38 Feliks Eyser: Und es lag an dem Aircall-Investment.

36:40 Robin Haak: Es lag an dem Aircall-Investment, was dann einen Markup hatte.

36:44 Feliks Eyser: Aircall ist eine virtuelle Telefonanlage im Grunde, können Sales Teams einsetzen.

36:48 Robin Haak: Ja, mittlerweile auch über 100 Millionen ERA.

36:51 Feliks Eyser: Ja, Deutschland wäre vielleicht Sipgate vergleichbar. Französische Firma, kommt aus dem Venture-Studio von E-Founders, glaube ich, einer der großen Hits von E-Founders.

36:59 Robin Haak: Jetzt Hexer.

37:00 Feliks Eyser: Jetzt Hexer, genau. Beeindruckende Story. Und das hat euch dazu geführt, dass ihr quasi FOMO auslösen konntet und sagen könntet, hey, wir haben diesen Deal, wir wollen den machen, wir machen deswegen den Fonds zu.

37:11 Robin Haak: Genau, wir hatten den Deal schon, wir waren schon investiert, das war schon Teil vom Portfolio mit eigentlich zehn anderen Firmen, und haben dann gesagt, okay, weil steuerlich und so müssen wir, der Markup ist so exponentiell, dass wir es nicht mehr zulassen werden, dass andere LPs, auf die dieser Markup kommt, rein dürfen. Deswegen müssen wir den Fund vorher schließen. Also wir müssen, weil es so gut läuft, müssen wir den Fund schließen.

37:34 Feliks Eyser: Es läuft so gut, alle wollen nicht mehr teilen, die, die schon drin sind, weil jeder, der später reinkommt, kriegt natürlich auch einen Teil von der Upside.

37:41 Moritz Blees: Ich freue mich mal eine Frage von meiner Seite. Jetzt bist du da drin, alles funktioniert und nach einem Jahr gehst du.

37:51 Robin Haak: Warum? Weil, was passiert jetzt? Das war für mich vorher nicht klar. Was wird aus Revaia in 20 Jahren? Revaia wird 30 Milliarden AOM haben und wird mit Eurazeo im Wettbewerb stehen. Also ich kann euch jetzt Hand und Siegel darauf geben, dass Revaia wird noch mindestens 5 Milliarden AOM haben. Und den Großteil meiner Zeit verbringst du dann mit DDQs, also Due Diligence für Limited Partner von diesen großen institutionellen Investoren und mit Pension Funds, mit denen du sprichst und dann kannst du nach Amerika fliegen und dich mit denen unterhalten. Verstehe mich nicht falsch, aber das sind nicht die coolsten Menschen auf der Welt und damit verbringst du schon mal viel Zeit. Dann das andere ist, dass du machst super viel Team Arbeit, Check-ins, Weeklys, Town Oil, OKRs und hast wieder all die Themen. Wie war das weggegangen und habe das ja vorher gemacht, das klingt ja auch besonders gut, aber so Leadership in dem Bereich, aber ich bin ja eigentlich weggegangen, damit ich jetzt mit Gründern arbeite, aber ich habe schon wieder irgendwie ein Team aufgebaut, weil wenn du viel AUM hast, musst du auch wieder hirn und dann bist du auch wieder im Hiring Success Mode, auch das ist glaube ich ganz gut und dafür wurde ich dann auch, benutzt, um diese Themen zu machen, aber ich wollte ja eigentlich mit Gründern arbeiten. Und das, warum ich da angefangen habe, dieses Ganze, ja ich investiere in Gründer und arbeite dann im Portfolio mit den Gründern, ist im Growth nicht so der Fall, also was wir machen ist, wir machen wir besetzen Board Seeds extern, den geben wir Carry, weil wir sagen, kein Ego, mache ich übrigens bei Robin Capitz auch so, also warum sollte ich als DP da drin sein, wenn wir jemanden viel besseren anstellen könnten, der uns besser vertritt oder der die, das ist ein Thema, dann M&A-Analysen, andere Analysen, Benchmarking, das sind all die Sachen, die du machst, aber du verbringst jetzt nicht so viel Zeit mit den Gründern und Gründerinnen. Und das ist mir halt klar geworden. Und wenn wir jetzt eine rein finanzielle monetäre Komponente hätten von wie wirst du ultrareich, würde ich sagen, das Beste, was dir passieren kann, ist, du gehst AOM-Driven in eine Firma, die die Aspiration hat, 5 Milliarden groß zu werden und bist dort General Partner, weil dann wirst du Hunderte von Millionen Cash selber verdienen auf die nächsten 26 Jahre.

39:55 Feliks Eyser: Also von den 2% kannst du ja wahrscheinlich auf ewig leben.

40:00 Robin Haak: Ja, aber kannst ja durch, also 250 Millionen Fund, wenn der 3X macht oder so, dann sagen wir mal 700 Millionen oder keine Ahnung, sagen wir, du hast 500 Millionen Profit gemacht, du hast davon 20%, das sind 100 Millionen, wenn du davon die Drittel hast, sind es 30 Millionen für den ersten 20.

40:13 Feliks Eyser: Und man muss ja sagen, von den 20, 50 Millionen, wenn der 3X macht, okay, das ist Carry, aber auch wenn der 0X macht, theoretisch hast du immer noch eine Management-Fee, mit der musst du das Team bezahlen und so weiter, aber 2% über 10 Jahre, 20% vom Fondsvolumen, ergo von den 20, 50 Millionen Fonds gehen ja erst mal 50 Millionen in die Management-Gesellschaft, um über 10 Jahre den Betrieb aufrecht zu erhalten. Also VC und PE ist ein sehr gut bezahlter Job und auch einer, wo man sagen muss, ein Investor auf der Seite nimmt weniger Risiko als ein Founder, muss man auch ganz klar sagen, weil die Ergebnisse kommen nach zehn Jahren. Und wenn alles schief geht, ist ja trotzdem die Management-Fee gelaufen. Also es ist ein lukrativer Job. Es ist auch einer, der eine sehr hohe Eintrittsbarriere hat.

40:55 Robin Haak: Also Risk to Return ist der beste Job der Welt. Deswegen genau, hohe Eintrittsbarriere, weil alle wollen es machen. Und absolut, Gründer sein ist hundertmal härter als ein Fonds zu raisen. Also ein Fonds-raising ist hart, verstehe mich nicht falsch. Und auch jetzt die letzten zwei Jahre, in denen ich das jetzt gemacht habe, war echt krass. Aber es ist immer noch ein Witz im Verhältnis zu Gründer sein. Weil wenn du Gründer bist, dann machst du ja was. Ein Fonds ist ja wie eine Agentur oder wenn du Backup bist. Das heißt, du bist schon ein unternehmerisches Risiko, aber das haben andere schon vor dir gemacht.

41:26 Feliks Eyser: Das Geschäftsmodell gibt es ja. weißt, was du machen musst, handwerklich, mit dem du sprechen musst.

41:30 Robin Haak: Ja, nur nur Copy-Paste. Jetzt kannst du, alle Pitch-Decks sehen gleich aus, jeder hat ein Flywheel, woher er seine Deals kriegt, das ist immer derselbe Müll. I'm not impressed, ja. Und wenn du Gründer bist, hast du irgendein Geschäftsmodell, das hat noch nie irgendjemand gemacht, das ist völlig neu und du musst halt irgendwie sehen, ob es funktioniert, du weißt es nicht. Du musst Geld raisen auf deine Vision über Jahre hinweg, bis das Ganze vielleicht irgendwann mal profitabel ist oder Umsätze macht. Du weißt nicht, ob es klappt und du hast da irgendwie 10 bis 300 Angestellte, die alle davon ausgehen, dass sie am Ende des Monats, um ihre Kinder zu versorgen, einen Gehalt check kriegen und du weißt nicht, ob es passieren wird, während du eine Management-Fee hast, die jedes Jahr aufs Neue da reinkommt. Ja. Das ist schon was ganz anderes und deswegen GP, auch Raising und so ist hart, aber nur jemand, der nicht Gründer gewesen ist, könnte behaupten, dass das härter sei als zu gründen.

42:15 Robin Capital: Warum Solo?

42:15 Feliks Eyser: Ja, 100 Prozent, 100 Prozent. Und lass uns über Robin Capital sprechen. Du wolltest wieder mit Gründern arbeiten. Du hast gesagt, du machst dein eigenes Ding. Finde ich interessant, weil in der Station davor hast du dich Teams angeschlossen. Man kann ja auch sagen, hey, Robin ist Fundraising-Genius, den holst du rein, wenn du ein gutes Basic-Team oder Tech-Talent hast oder in dem Fall zwei Gründerinnen aus dem Private-Equity und du kommst dazu und machst die Founder-Seite. Jetzt hast du gesagt, du machst komplett dein eigenes Ding und zwar ohne Team, du bist Solo-GP. Erklär mal, wie es dazu kam, was ein Solo-GP überhaupt ist und wie du einer geworden bist.

42:49 Robin Haak: Ja, also ich meine, Solo-GP ist dasselbe wie ein, es ist komplett ein End-to-End-VC-Fund. Ich habe eine BaFin-Lizenz, so wie du auch, Feliks. Du hast Limited-Partner, Leute, die in dich investieren und mit dieser BaFin-Lizenz, die wir beide haben, kann man, glaube ich, bis 500 Millionen Euro gehen. Es nimmt sich überhaupt nichts zu einem großen VC-Fund, aber du machst ihn komplett alleine. Und das lässt sich agiler sein, schneller sein, Decision-Making und so weiter und so fort.

43:18 Feliks Eyser: Warum hast du das gemacht? Ich traue mir nicht mal zu, einen Podcast allein zu machen. Deswegen ist der Moritz hier. Und Moritz wollte es auch nicht alleine machen. Er kann sagen, gut, das ist ja so ein kleines Hobbyprojekt. Ich glaube, das Taffeste, was er machen kann, ist alleine was zu starten. Wir wissen alle, ich war Solo-Fauner bei Regio-Helden. Ich würde das nicht mehr machen, weil einfach die Bandbreite so beschränkt ist und die emotionale Möglichkeit, sich auszutauschen, Mit anderen fehlt ja auch, als wenn man zwei, drei Co-Founder hat, mit denen man das Glas gemeinsam isst, über die Zeit. Wieso hast du dich für diese Solo-Route entschieden?

43:52 Robin Haak: Ich gebe euch mal, und das habe ich vorher, glaube ich, noch nie gemacht, weil es mega unsympathisch ist, ich gebe euch mal die Arschloch-Antwort. Und ich glaube, die Arschloch-Antwort ist, ich habe da diesen Accelerator gemacht und in der N-Trendi-Six investiert, dass er gut funktionierte. Das ist auf jeden Fall Check the Box. Ich habe Corporate gemacht und das war damals cool, Check the Box. Ich habe eine AI-Firma gemacht, lang bevor es AI gab, so ungefähr, Ja, oder bevor AI sexy war zumindest. Es gab bestimmt schon vor 30 Jahren AI. Und habe dann wieder nach Amerika dieses Unicorn und habe dann auch Check the Box diesen Fund gemacht mit 250 Millionen. Es bleibt doch gar nichts mehr übrig. Soll ich noch eine Firma gründen, die nochmal Unicorn... Was soll es machen? Und der Endgegner von allem, von allem, was ich mir angeguckt habe, und ich habe dann halt so Leute gesehen wie Elad Gil, Lucky Groom, Orange Eve, aber eben nehmen wir den Elad Gil, der selber auch Gründer und Investor, End-to-End alles mal gesehen hat und sich dann entschieden hat, ey, ich mache hier einen Podcast, ich schreibe, Sub-Stack-Posts, schreib noch ein Buch und bin irgendwie von Pre-Seed bis IPO begleite ich dich als Investor. Wie geil ist das? Ey, du alleine, das ist der härteste Job der Welt, so ungefähr, gehst da rein, es ist der einfach die Endgame-Challenge. Und wenn du die ultimative Performance haben willst und du willst den best-performen Fund haben, bin ich der festen Überzeugung, dass dein Geld am besten bei einem Hardcore-Solo-GP aufgehoben ist. Ich hab kein Fund.

45:16 Feliks Eyser: Warum? Genau, das würde mich auch interessieren. Es gibt die EQT-Welt, da musst du singen können, sagen, hier geht es um Konsens und wir stimmen alle ab. Und Demokratie, ich glaube auch nicht an Demokratie bei Investmententscheidungen, aber warum glaubst du? Weil es gibt ja auch Menschen, wie zum Beispiel auch einen Ray Dalio, die dann sagen, sie glauben an eine einzelne Meinung aus Prinzip nie.

45:34 Robin Haak: Das macht Sinn, wenn ich Meinung eruiere allgemein. Aber das tue ich auch nicht. Das macht ja meine Investmententscheidung besonders gut. Wenn ich den einzelnen Leuten glauben würde, wäre meine Investmententscheidung nicht gut.

45:46 Feliks Eyser: Ja, aber es gucken ja zwei Leute auf denselben Case, auf dieselben Zahlen und sehen zwei unterschiedliche Dinge.

45:51 Robin Haak: Aber das macht sich besser. Stell dir vor, du hast da so einen Fund mit 60 Leuten, die da arbeiten. Die macht das seit 20 Jahren. Da sitzen jetzt also sechs GPs, gibt acht Stimmen im Investmentkomitee. Da wird ein Deal hochgetragen, den vorher keiner gesehen hat. Den hat ein Principal mit einem Analyst eruiert. Die finden den cool, weil es ein paar Kohlenbestauern gibt. Die haben die anderen Gems nicht gesehen, weil es irgendwo liegen geblieben ist, weil sie nicht cool sind, weil sie es nicht verstehen. Und haben jetzt diesen Deal, also die coolen Deals oder die krassen Diamanten, Rohdiamanten wurden nicht ins IC getragen. Das heißt, du hast jetzt schon mal ein Filter, dass die besten Deals vielleicht potenziell übersehen wurden, weil nur die coolen Deals zum Investmentkomitee getragen wurden. Die sind jetzt im Investmentkomitee, die hat sich noch nie vorher irgendjemand angeguckt. Da sitzen jetzt acht Leute, die seit 20 Jahren, die entweder noch nie gegründet haben oder die seit 20 Jahren in diesem Investmentkomitee sitzen. Die haben auch alle keinen Bock mehr. Die haben übrigens auch Mediatoren und Psychiater. Die müssen sich aber die Woche treffen, weil die keinen Bock mehr haben, zusammenzuarbeiten in ihrem Pfand. Die hassen sich. Und die müssen da als Meditation machen. Und jetzt kommt dieser Deal, wird dann die herangetragen und dann müssen die sagen, Daumen hoch oder runter. Und dann wird dieser Deal da vorgetragen und dann sagen sie, sie machen es oder sie machen es nicht. Und dann sitzt da einer und sagt, ich mag den Gründer nicht. Ultimatives Totschlag-Argument. Und dann passiert es halt nicht. Du kannst mir doch nicht sagen, dass diese Art von Investment-Entscheidung besser ist, als wenn ich alleine durch die Gegend laufe, es selber mal gemacht habe, Deals sehe, die vielleicht andere nicht sehen, dann sage ich, ich finde das cool, dann daraufhin mache, ich mache da eine Due Diligence, ich mache Reference Calls, ich rufe die Kunden an. All die sagen, hey, auch machen, ich mache das aber alles in 24 Stunden und nicht in 6 Wochen, weil ich brauche die Termine nicht und ich brauche nicht 5 Leute, die auf diesem Deal arbeiten und dann rufe ich meine Venture Partner an, es sind mehrere Unicorn-Founder, die genau das machen, was die vielleicht die Gründer und Gründerinnen auch machen und frage, wie die das so finden, dann rufe ich Leute aus meinem Operating Network an, da sind 100 Leute drin, wenn es um Data Streaming geht, rufe ich drei Leute an, die sind Experten im Data Streaming und dann mache ich einen Deal. Und letztes Jahr hatte ich auch so ein Beispiel, da habe ich irgendwie fünf andere GPs gefragt zu einer Firma, die heißt Glassflow, macht Data Streaming und die anderen GPs, die Confluent hat Immorock gekauft und die haben da investiert und dann die haben alle gesagt, mach es nicht, mach es auf gar keinen Fall.

48:05 Robin Haak: Also mir hat jeder coole GP gesagt, investiere nicht in diese Firma. Und dann habe ich meine Leute angerufen aus dem Operating Network, von den Venture-Partnern nehmen und von diesen Spezialisten und ich hatte eine ganz andere Geschwindigkeit, 48 Stunden, irgendwie 10 Calls gemacht, mit den Leuten telefoniert und hab dann gesagt, das ist es, das ist es. Und obwohl mir alle abgeraten haben von Investoren, haben ja die alle gesagt, mach's, dann hab ich investiert und ein Jahr später, jetzt hat Upfront nochmal 5 Millionen investiert und anscheinend funktioniert's und die Kunden nehmen's auch und anscheinend hat's doch geklappt. Also vielleicht hab ich ja was gesehen, was alle anderen nicht gesehen haben, aber ich glaub, die Entscheidung wird nicht besser, will nur sagen, mit 70 Leuten, die alle irgendwie ihren Brei dazu tragen.

48:41 Feliks Eyser: Das heißt, deine These ist, dass der Entscheidungsfindungsprozess in einem klassischen VC maximal ineffizient ist und du deswegen, also nicht nur deswegen, aber auch deswegen jetzt den JoloGP machst, SoloGP, sorry, und sagst, naja, und wenn ich eine zweite Meinung brauche, dann rede ich doch lieber mit Operatoren als mit anderen Leuten, die auch nur das Geld anderer Leute ausgeben. Möchtest du richtig zusammengefasst?

49:09 Robin Haak: Operatorn in dem Bereich. Und genau, also du kannst dir ja trotzdem alle möglichen, ich bin ja nicht alleine, will ich nur sagen. Ich bin ja nicht alleine, sondern ich bin nur alleine, der am Ende den Knopf drückt. Aber ich bin nicht in Abhängigkeit, aber ich habe natürlich alle möglichen Ressourcen dieser Welt, die ich mir hinzuziehen kann, um eine Investmententscheidung zu treffen. Also hier wird keine Investmententscheidung alleine getroffen, außer es ist absolut 100% mein Feld, wo ich mich so gut auskenne, dass ich es halt direkt sagen kann. Und in dem VC, das muss übrigens nicht schlecht sein. Wenn du jetzt eine Maschine bist, und das ist das ja, darum geht es ja, das ist ja eine Maschine, die hat eine Thesis, das ist so eine Thesis, und in dieser Maschinerie von 60 Leuten, in Fun 10, kommt jetzt ein Investor und der ballert da 50 Millionen Euro rein. Jetzt hast du eine Milliarde, oder 500 Millionen, die du ausgibst. Jetzt lässt du deine Leute laufen und die Märkte eruieren und machst Landscape Studies und wo die Reise hingeht. Und dann wird Folgendes passieren, und zwar werden die Leute sagen, Aha, Solar Panels, wir brauchen Climate Change. Und dann werden die Leute sagen, irgendjemand muss das ja installieren. Aha, wir brauchen Blue Color Work, Front Row. Wir müssen Solar Panels ja auch anbringen. Also wird auf einmal dieses Thema total hype. Weil das haben die alle zur gleichen Zeit sich gleichzeitig überlegt. Weil die reden ja auch untereinander. Du bist ja in einer massiven Bubble. Das heißt, alle Analysts und Associates und Praktikanten gehen ja miteinander Mittagessen und die GPs ja auch. Und die befeuern sich jetzt alle und sagen, das ist das Thema. Und auf einmal will jeder da rein investieren. Und dann wirst du zufälligerweise in den nächsten zwölf Monaten sechs Investments von sechs VCs sehen, die in eine Firma investieren, die dir dabei helfen, irgendwie Solarpanels zu installieren oder Wärmepumpen oder irgendwas anderes. Weil das auf einmal jetzt gerade das Thema ist. Und die werden das dann auch durchfinanzieren. Und wenn das viel Finanzierung hat, ist die Wahrscheinlichkeit irgendwann auch höher, je mehr du geraced hast und je mehr Runden du hast, dass irgendwann die Firma es auch schafft. Und wenn du dann, dann wirst du irgendwann einen soliden Exit haben. Und in dieser Maschinerie an Menschen, die das dann nach oben bringt und in diesem IC, werden dann diese Art von Sachen in ihrer Self-Filling-Prophecy auch wieder genommen und dadurch wird dieser Fund dann 2,6x oder so machen.

51:19 Robin Haak: Was ja cool ist. Was ja auch die Leute nicht verstehen ist, du sagst ja immer, ja, wenn ich in die Nasdaq investiere, in ETF mache ich 2x, aber das ist ja nicht so. Bei einem Fund investierst du über 3, 4 Jahre und das wird abgerufen und dann kriegst du aber nach 6, 7 Jahren ja schon Gelder wieder zurück durch Exits, als selbst wenn der Fund nur 2x macht und die Nasdaq macht auch nur 2x, kann es ja trotzdem sein, wenn er früher abgewickelt wurde, dass er IRR-technisch 36% gemacht hat, aber die Nasdaq nur 15% im Jahr. Das heißt, auf Zins kannst du outperformen, aber nicht auf Exits.

51:53 Feliks Eyser: Wenn die Exits früh kommen, wenn im Best-Case der Exits aus 6-7 Jahren kommen,

51:57 Robin Haak: Genau, das kommt immer dann drauf an. Vielleicht hast du auch am Ende 10x DPI. Vielleicht bist du auch bei Initialize 1 investiert und machst 55x DPI und wenn du eine Million gegeben hast, kriegst du 55 Millionen zurück. Aber ich will nur sagen, diese Maschinerie, die dir dann am Ende deine 2-3x generiert mit einem 500 Millionen Pfand, funktioniert ja aus all diesen Gründen. Das ist auch nicht schlecht. Aber es ist nicht top 10%, kannst du nicht erreichen, glaube ich.

52:23 Feliks Eyser: Ich glaube auch daran, dass wenn du im Extremfall 100 Leute befragen würdest zu einem Deal, du immer jemanden findest, der den Deal kaputt reden kann. Und am Ende suchen wir ja nicht den Konsens von einer breiten Masse an Leuten, sondern wir suchen die Outlier, an die viele andere nicht denken, weil sonst ist im Grunde ja auch kein Alpha vorhanden, beziehungsweise die Opportunity ist schon so bepreist, wie der Markt ist. Hergibt alle draufspringen, ist wahrscheinlich auch zu spät. Habt ihr diese Grafik gesehen neulich, wo über die Jahre gezeigt wurde, was war gerade so das hotte VC-Thema und auf der anderen Seite, welche wertvolle Company wurde in der Zeit gegründet, weißt du, was ich meine?

52:54 Robin Haak: Nee, finde ich spannend. Okay.

52:55 Feliks Eyser: Ja, aber da muss ich mal raussuchen. Aber da stand so sinngemäß drin, hey, im Jahr, wo jetzt alle über AR und VR gesprochen haben, da war die beste Company Figma. Als alle drüber gesprochen haben, lass mich überlegen, wir müssen jetzt in IoT investieren, war die wertvollste Company Anduril, die die Fenstech macht oder so weiter. Also als alle über das Metaverse gesprochen haben, war die wertvollste Company irgendeine völlig andere. Und das zeigt ja im Grunde auch, diese gehypten Themen sind in der Regel nicht die, die am Ende zu den besten Returns führen. Ja, das würde mich auch interessieren. Also eigentlich gibt es doch auch dazu schon relativ viel an Daten, um zu zeigen, dass die Sachen, die super hot sind, gar nur Quick-Commerce, ganz häufig schafft es ja auch wirklich nicht ein Einziger von denen.

53:38 Robin Haak: Die Daten gibt es, es gibt eine Statistik, dass 70 Prozent aller Hype-Deals sind nicht das Alpha. Wäre schon mal krass, oder? Ja. Wenn du in den Super-Hype-Deal investierst, die Wahrscheinlichkeit nur 25 Prozent, dass es dein Fund-Out performt. Und bei 70, 75 Prozent, dass es nicht so ist. Nicht so gut.

53:59 Robin Capital: Die Story & People Radar

53:59 Feliks Eyser: Erzähl doch mal deine Geschichte, Robin Capit. Du hast jetzt Geld geraced. Es ist ein Micro-Fund. Als Solo-GP, in was investierst du? Was ist die Deal-Seite? Welche Founder, welche Glass-Eating-Hustle-Founder suchst du? Was für Themen machen die?

54:14 Robin Haak: Am Ende ist es jetzt Copy-Paste von dem, was ihr vorhin schon gehört habt. Also alle diese Erfahrungen, die ihr jetzt über die letzten 60 Minuten oder was hier mitgenommen habt, werden schmelzen hier rein. Das heißt, ich mache mit Market Enterprise, Hardcore B2B, SaaS, Go-To-Market. Das sind die Themen.

54:33 Feliks Eyser: Was sind da coole Themen aus deinem Portfolio? Gib uns mal ein, zwei Founder und erzähl uns deren Geschichte. Wie hast du die kennengelernt?

54:41 Robin Haak: Kombo. Keine Ahnung.

54:43 Feliks Eyser: Gutes Startup von der Code University.

54:45 Robin Haak: Von der Code University. Siehst du, habe ich an dich gedacht, habe ich mir gedacht, aber dann war ich dir eine Freude mit der Code.

54:49 Feliks Eyser: Ich liebe ja Code-Startups.

54:51 Robin Haak: Genau, Kombo ist eine Code-Firma, war bei Y Combinator, hat dann Gelder graced mit 468 und hat dann ein Bucket offengelassen für Value-Add-Investoren.

55:06 Feliks Eyser: Da können wir kurz, was die Firma macht, das ist auch angelehnt an den Dart-Tag, oder?

55:11 Robin Haak: Absolut. Die machen API-Unification im HR-Bereich. Das heißt, bei Smart Recruiters Das musst du dir vorstellen, wir haben einen Marktplatz, da sind über 2000 Firmen angebunden von Indeed-Steps, von all die Sachen, die wir vorhin besprochen haben, dass du, wenn du dich bei Smart Recruiters einloggst, kannst du dann budgetieren und die automatisch dort dein Geld hinsenden. Also all diese Firmen sind interconnected. Wir brauchten aber Leute dafür, Full-Time-Developer, die all diese APIs bauen. Das ist natürlich massiv dämlich und anstrengend und du musst ja da auch ein Partnership und die anrufen und nicht jeder hat das. So, Kombo geht hin und hat zu all diesen Firmen die Kontakte und hat zu all diesen Firmen die API schon gebaut. Das heißt, ich zahle Kombo X im Jahr und dafür bin ich an all diese Firmen angeschlossen, wenn ich das will und muss das alles nicht mehr selber machen.

55:53 Feliks Eyser: Speziell an den HR-Systemen?

55:55 Robin Haak: Speziell an den HR-Systemen.

55:56 Feliks Eyser: So, und so ein Stripe für HR-Systeme, statt dass du mit jeder einzelnen Kreditkartenfirma irgendwie einen Deal machst und dir überlegst, wie kommst du in die Legacy-Systeme rein, haben die den ganzen Schmarrn für dich schon gebaut? Oder ein Filio?

56:06 Robin Haak: Es gibt auch schon das Stripe dafür, das heißt Merge. Ja. Also in Amerika gibt es Merge. Und ich dachte beim Anfang, dass das Merge in Amerika ist und die werden sozusagen das Merge von Europa. Aber dann habe ich das verstanden. Merge ist Generalist von APIs und die, Kombo, werden nicht Europa API HR Helden, sondern die werden weltweit die Führer von, aber spezialisiert HR. Und das ist immer noch ein riesen Multimilliardenmarkt. Und als er mir das erzählt hat, habe ich im Call so viel zu SoloGP. Jetzt siehst du mal die Vorzüge von SoloGP. Eins für mich an den Highly Oversubscribed Deal. Jeder wollte da rein. Der Deal war schon geclosed und war schon durch. Acht Monate später, nachdem der gesamte Deal schon durch war, haben die mich angerufen, danke Alex, ja, Alex der Gründer, und hat gesagt, ey, du wurdest mir empfohlen, weil bei mir sind auch eben co-investiert ein paar krasse HR-Typen, also der Gründer von Indeed, wir haben voll von Indeed gesprochen, der Gründer von Beamery, eines der besten CRMs im HR-Bereich, der Sebastian Dettmers von StepStone, also wirklich, who is who of HR, auf dieser Welt ist da irgendwie drin. Und dann hat Alex mich angerufen und hat gesagt, Robin, ich habe gehört, du machst diesen Fund. Und ich habe gehört, du seist einer der besten HR-Investoren der Welt. Und die anderen haben dich alle empfohlen. Und ich so, okay, große Ehre, vielen Dank. Und wir hätten dich gern noch dabei. Und die Runde ist schon ein Jahr her. Aber ich würde dir zu den gleichen Konditionen jetzt die Option geben zu investieren. Das ist einfach.

57:38 Feliks Eyser: Das ist unsere Lieblingsstruktur bei W3-Fund, diese Deals, die eigentlich schon zu sind. Aber wir sagen können, hey, wir haben ein geiles Ökosystem. Wir haben Access zu diesen ganzen Brands. Wir können dir da helfen. Und übrigens, wir nehmen auch nur ein super kleines Ticket und wir stören nicht im Cap-Table. Lass uns doch bitte noch rein. Das hast du in dem Fall gemacht.

57:52 Robin Haak: Genau. Und so war es. Und er hat es mir dann gepitcht. Ich habe es nach zehn Minuten komplett, war für mich absoluter Hometurf so. Ich habe mein ganzes Leben nach dieser Firma gesucht, weil das ist ja ein eigenes Problem, was wir hatten mit Smart Recruiters.

58:02 Feliks Eyser: Du kanntest das Problem,

58:03 Robin Haak: Was dein eigenes Mensch ist. Ich habe eben Coy noch gesagt, ich bin dabei, was er, glaube ich, auch cool fand. Bringen genau die Leute auch irgendwie mit, die er irgendwie braucht. Also ich glaube, er ist auch sehr zufrieden. Und ich war auch jetzt schon zwei oder dreimal Investor of the Month.

58:16 Feliks Eyser: Der Investor of the Month in seinem eigenen Newsletter quasi,

58:18 Robin Haak: Wo er sagt.

58:19 Feliks Eyser: Robin hat mir geholfen bei dem Recruiting-Prozess und bei, okay, okay.

58:23 Robin Haak: Und dann habe ich im Call zugesagt und bin dann last minute zur gleichen Bewertung mit einer kollaborativen Summe, weil ich eben klein und flexibel bin und als Solo-GP reingekommen. Und das alles wäre nicht möglich, wenn du ein VC wärst, ein großer.

58:37 Feliks Eyser: Und Robin, du hast eben gesagt, du möchtest für diese Gründer der Investor und Partner sein, den du gerne gehabt hättest. Was genau ist denn so dein Steckenpferd da in deiner Rolle als, ich würde es jetzt mal im weiteren Sinne, mehr oder weniger aktiver Investor, also zumindest mit Sektorexpertise?

58:57 Robin Haak: Ja, also ich glaube, das, was ich vorhin beschrieben habe, ist eine Sache. Das 24-7 Open Shop hier kannst du immer anrufen und das passiert auch oft, dass Gründer und Gründerinnen Schwierigkeiten haben im Fundraise oder in anderen Bereichen und es vielleicht auch mal nicht so gut läuft und auf menschlicher Ebene mich anrufen. Ich bin der Typ, den du anrufst, bevor du in deinen Aufsichtsrat gehst. Also weil du kannst vielleicht denen nicht alles erzählen, aber mir kannst du alles erzählen. Ich habe auch gar nicht genug Steak oder Geld da drin, als dass ich, was soll ich machen. Also insofern bin ich dein Freund und Helfer. und ich glaube, das ist die Nummer 1 Sache. Und dann gibt es natürlich die handwerklichen Dinge. Also Fundraise kann ich dir auf jeden Fall helfen in deiner Runde von Seed A, aber auch B, C, D, E. Das heißt, wir können von hier bis IPO zusammengehen und ich kann dir auch noch helfen, wie bei 100 Millionen Euro Rast. Also ich Rast gerade für eine Firma 30 Millionen und habe da jetzt auch einfach mal 30 Intros und habe die gesamte Roadshow mit denen vorbereitet in Amerika, weil ich da natürlich auch alle Leute kenne. Das heißt, die brauchen nicht von dem zwei Intros und von dem, die mich gefragt, dann habe ich denen 30 Namen gegeben und da haben die mir 30 E-Mails geschrieben. Habe ich mal Forward gemacht und habe einfach geschrieben, ich würde mich freuen, wenn ihr euch unterhaltet. Und jetzt haben die mit Peter Thiel und anderen Meetings fort.

1:00:03 Feliks Eyser: Also was die Leute über dich sagen, es gibt ja WhatsApp-Gruppen von LP, Investoren und so weiter. Und wenn es da um Robin Capital geht, dann sagen die, ey, der ist ein krasser Hustler, der hängt sich rein, der supportet die Founder und der hört auch nicht um 22 Uhr auf zu arbeiten, wenn gerade Crunch Time ist beim Thema. Das kann man auf jeden Fall mitlesen.

1:00:21 Robin Haak: Also ich meine, nicht jeder mag mich. Ich bin polarisierend, ich bin Contrarian und auch in dem Podcast hat man hier vielleicht mitgekriegt oder der ein oder andere hat es vielleicht auch gehört und hat sich gedacht, so ein Arsch. Aber ich bin, glaube ich, am Ende schon jemand mit einem großen Herz. Ich bin einfach auf der Seite von den Gründern. Gestern gab es einen Reference Call auf dem Deal und da hat die Gründerin irgendwie beschrieben als jemand, das ist nicht der, der in der VC-Lounge abhängt, der hängt halt draußen mit den Gründern ab.

1:00:46 Feliks Eyser: In Founders, we trust ist dein Motto. Ich habe ein T-Shirt von dir, hast du mir mal geschenkt. Yay. Steht drauf, in Founders, we trust.

1:00:53 Robin Haak: Ja, ich glaube, klar, eben klarer Hustle, aber es ist wirklich, also es ist live purpose. Ich wache morgens auf, ich bin ultra, ich bin so happy und ich bin wirklich voller Dankbarkeit, wirklich tiefe Gratefulness und rooted in dieser Mission. Also wenn mir langweilig ist, rufe ich einen Gründer an und frage, wie es läuft. Oder ob ich ihm helfen kann. Also wenn ich in einem Café sitze, einfach mittags, dann gucke ich mal so kurz, wo ich schon länger nicht mehr gesprochen habe und schnapp mal kurz und gucke mal, ob ich irgendwas tun kann. Und fülle so meinen Tag einfach komplett end-to-end aus. Plus die Calls und alles andere. Und ich glaube, am Ende macht das dann eben auch erfolgreich. Weil wie gesagt, die Deals, dich machst in High Conviction, Non Contrarian, ist mir scheißegal, wer investiert. Und dann gehen wir einen gemeinsamen Weg.

1:01:40 Feliks Eyser: Und sag mir mal, du investierst in Menschen. Ich meine, du hast beides gesehen. Du hast Late-Stage-Rounds gesehen mit 80 Seiten-Memos. Da geht es um Zahlen, da geht es um Unit Economics und so weiter. Da bist du in Excel unterwegs. Jetzt reden wir hier über PCC-Deals. Da gibt es keinen Datenraum, es gibt keine Umsatzhistorie, es gibt wahrscheinlich auch noch keine Unit Economics. Du schaust dir die Leute an. Und alle Investoren werden immer generisch sagen, ja, ja, ja, mir ist das Team am wichtigsten. Aber was genau bedeutet das für dich? Was genau suchst du bei den Foundern? Wie genau findest du das heraus? Hast du ein, zwei Beispiele von Deals, die du gemacht hast und führen es mal durch, wie du die Menschen beurteilst und wie du dein People-Radar auch trainiert hast.

1:02:19 Robin Haak: Aber das ist es nicht alleine. Das ist, das was ich hier mache, ist, also klar, Gründer, jeder wird das sagen in Pre-Seed und Seed, wir wollen die besten Gründer und dann haben wir coole Kohle Investoren und das war's. Aber bei mir ist viel mehr noch. Ich gehe wirklich rein und das kommt vom, das ist der PE-Teil und ich muss visualisieren können, ich muss es visualisieren können, dass wir 100 Millionen ERA machen. Dieses, wir bauen das jetzt und wir werden es schon rausfinden, da rein kann ich rein investieren. Ich muss es selber sehen können. Ich muss auch vor mir den Kunden sehen können. Ich muss wirklich verstehen können, wie wir high ACV Sales machen, wie das funktioniert, wie wir es integrieren, was die Distribution Channels sind, wie wir Pipe generieren. All diese Sachen müssen 100% verstanden sein. Sonst kann ich auch in eine Pre-Seed Firma nicht investieren. Ich hatte das ein paar Mal jetzt oder schon oft. Tolle Gründer, herausragendes Ding, coole Idee, visionär von mir aus auch. Aber das ist mir zu crazy. ich muss, also ich investiere auch nicht in das nächste Facebook, ich investiere in eine Firma, die 100 Millionen ERA plus macht und profitabel ist und die wir für eine Milliarde verkaufen können potenziell. Und das kann, das wird sich jetzt vielleicht langweilig an, es kann ultra visionär sein oder was Neues sein oder die Welt besser machen, davon haben wir auch ein paar Themen, aber am Ende ist es ganz klarer Markt, Drive und Zahlen, die dahinterstehen und auch alle Firmen, die bei uns im Portfolio arbeiten, sind und das haben sie, glaube ich, auch alle gemeinsam recht aufgeräumt vom Reporting in der Zusammenarbeit, wo sie hingehen und die Vision und die Mission ist klar runtergebrochen von über Produkte, über Team, über OKRs. Und wird einfach so ausgeführt. Und ich glaube, das macht es dann auch irgendwie erfolgreich, weil am Ende ist es halt doch ein Rezept, was man irgendwie macht.

1:04:01 Feliks Eyser: Dich überzeugt ein Founder, wenn er strukturiert herleiten kann, guck mal, heute sind wir bei 0 Millionen ARA oder bei einer oder so und guck mal, hier ist der Pfad auf 100 und genau diese Actions werde ich machen und holt dich mit so einer Ratio und Logik ab, dass du diesen Pfad sehen kannst oder wie holt dich ein Founder noch ab?

1:04:18 Robin Haak: Ja, genau, also er sagt, ich bin ultra cool, wir haben ein cooles Team, okay, klar. Jetzt haben wir irgendein Thema und das Thema macht irgendwie auch Sinn, das ist irgendwie irgendwas Neues. Nehmen wir Deltia, das ist eine Firma, die hängt, da habe ich mit Mirantix und Carly Co. Investiert, das ist eine Firma, die hängt die Kameras oben in deiner Produktionsstätte auf und die Kamera kann über eine AI alles tracken, was du so tust, bis hin zu IWC, die Uhren und kann halt sehen, diese kleinen Plättchen, die da draufgelegt werden und ob der Mitarbeiter das richtig oder falsch macht. Aber natürlich kann man damit auch Safety, Sicherheit, Abstände und man kann Milliarden von Dingen dadurch Prozess optimieren. So, für mich ist völlig klar, okay, ich gehe zu Viessmann und verkaufe das dahin. Das kostet irgendwie 30k ACV als Entry. Die haben aber irgendwie noch 20 andere Fabriken. Das heißt, ich kann Land & Expand machen auf irgendwie 600k ACV. Das ist aber nur das eine Modul. Ich kann ja jetzt zukünftig noch irgendwie drei andere Module machen. Das heißt, ich habe hier in diesem Land & Expand, habe ich Upsell, Cross-Sell und Expansion hier. Drei Optionen, wie wir das Ganze verkaufen können. Das heißt, mit einer Firma wie beispielsweise Viessmann könnte man hier über eine Million im Jahr oder noch mehr verdienen. Mit nur diesem Produkt. Der Markt ist schon zu groß, aber der Markt selbst wächst potenziell auch noch und so weiter und so fort. Und das sind all die Themen und dann können wir komplett durchgehen, okay, brauchen wir Reps und AEs? Müssen die da anrufen? Brauchen wir eine Content-Strategie? Was sind unsere Marketing-Kanäle? Was ist der De-Chain? Was ist die Pipe? Das heißt, ich habe ein herausragendes Team, ich habe eine visionäre Idee und ich habe auch ein Hardware-Produkt und ein AI-Produkt und all die Dinge sind da, aber wir können komplett End-to-End, obwohl es noch nicht da ist, darüber sprechen. Ich brauche jetzt nicht 5 Millionen, um Retro-Perspektiv darüber zu sprechen, wie sind wir von 0 auf 5 Millionen gekommen, sondern wir können mit 0 Euro darüber sprechen, wie wir 100 Millionen RAA machen werden.

1:05:57 Feliks Eyser: Okay, du gehst strukturierter von der Geschäftsmodell-Seite vor und probierst genau das zu verstehen, vor allem die Distributionsseite.

1:06:05 Robin Haak: Und auch da, ich habe oftmals, haben manche meiner Co-GPs nicht investiert in Firmen, weil sie gesagt haben, der Markt ist nicht groß genug. Aber ich gehe auch in kleine Märkte, von denen ich glaube, dass sie wachsen werden. Also ganz viele Sachen sind Dinge, die ich probiere einfach zu visualisieren, was in der Zukunft passiert. Weißt du, alle, ich lese ja immer diese ganzen UBS und Goldman Sachs Reports und so, die darüber schreiben, was passieren soll. Aber da sind 120 Seiten Papier und die reden nur darüber.

1:06:29 Feliks Eyser: Glaubst du diese Reports haben irgendeinen Sinn, wenn man das in Relation setzt zu dieser These, alles was gehypt ist, produziert nicht das beste Investment in einer gewissen Kohorte?

1:06:37 Robin Haak: Nee, deswegen, weil die Märkte wachsen. Also was du heute investierst, sind zehn Jahre. Du kannst überhaupt nicht darüber reden, wenn die Leute jetzt über DPI sprechen oder über Makro reden. Das ist jetzt nicht in zehn Jahren.

1:06:46 Feliks Eyser: Weil die Fünfte, die heute wertvoll sind in AI, das sind alles Investments von 2015 an wahrscheinlich oder bei OpenAI noch früher.

1:06:55 Robin Haak: Ja, nee, so ist es auch. Das ist völliger Humbug, wenn die Leute darüber reden und probieren, das darauf als Schablone zu setzen. Das macht keinen Sinn. Ich will nur sagen, wenn ich diese Reports lese, dann reden die Leute immer darüber, was die letzten zehn Jahre passiert ist, was dieses Jahr passiert ist und maximal, was nächstes Quartal passieren wird. Aber keiner maßt sich an, zu sagen, was passieren wird. Und die Herausforderung ist doch einfach, und das können die wenigsten Investoren, die Zukunft vorherzusagen. Und in Union Square Ventures, die Phasises bauen, wo Albert Wenger und Fred Wilson sich zusammensetzen und sich überlegen, wo bewegt sich die Welt hin, in welchem Bereich wollen wir dadurch investieren und das ist jetzt unsere Auslese, das ist Genius und das kann ich gar nicht und dafür übrigens sind controversial. Und Konversationen mit anderen Leuten, das, dafür hätte ich dann gerne ein VC mit mehreren Menschen, wenn ich einen Union Square Ventures bauen würde, wo wir intellektuell uns dahin bewegen, was ist die Thesis, die so herausragend und so zukunftsträchtig ist, dass ich sage, ohne diese Menschen könnte ich das nicht leisten. Das, was ich hier mache, ist am Ende mechanisch. Ist kein Rocket Science, muss ich auch ganz ehrlich sagen. Ich habe mir hier nicht das Konzept überlegt, wir machen das so. Ich bin hingegangen und habe gesagt, ich liebe, dienen zu dürfen für diese Gründer auf meine Art und Weise und eine Community zu bauen, wie ich lustig bin. Und das ist dabei rausgekommen durch Zufall. Und ich schreibe gern Texte, jetzt haben wir einen Blog. Ich mache gern Partys, jetzt haben wir einen AGM. Jetzt haben wir einen Christmas-Din in ein, zwei Wochen im Kloster am Land. Und so sind die Sachen einfach gekommen. Und ich glaube, wenn du etwas, auch wenn das alle am Anfang dachten, das ist uncool, irgendwann wird es vielleicht hoffentlich funktionieren und dann wirst du deine ersten, aber was ist das, nach sechs Jahren, wenn du deine ersten Outlier hast und so, und dann werden Leute sagen, ach, das funktioniert ja wirklich. Und so kriegt man also die grünen Runde. Wir werden dann sagen.

1:08:42 Feliks Eyser: Ich hab's ja gleich gewusst.

1:08:44 Robin Haak: Ja, wir werden dann sagen, ich hab's ja, ich kenn den Robin, den kenn ich persönlich. Das war ja völlig logisch. Und dann wird sich das hoffentlich drehen und dann werden Dinge auch leichter. Weil Feliks hat das bestimmt auch mitbekommen, die haben ja nun Krypto gemacht und die Anfänge waren bestimmt auch nicht so leicht.

1:08:58 Feliks Eyser: Fundraising ist a bitch. Also es ist einfach extrem tough. Aktuell, BC generell, du hast irgendwie viel Ressentiments gegenüber der Asset-Klasse insgesamt. Du hast in Deutschland eine schlechte Stimmung. Wir hatten gerade Manager-Magazin, die schreiben hier. Ich habe es vorbereitet. Beben in der Berliner Wagniskapitalszene. Das ist so nett, das ist die Überschrift wortwörtlich beim Manager-Magazin. Also Fundraising für ein First-Time-Fund ist fucking tough aktuell. Gib uns nochmal deinen LP-Pitch. Warum sollte jemand bei dir investieren? Kann man bei dir noch investieren? Wann ist Final Closing?

1:09:33 Robin Haak: Man kann bei mir noch investieren. Ich habe Final Closed am 20. Dezember. Wir sind tatsächlicherweise überzeichert.

1:09:38 Feliks Eyser: Das ist weniger als ein Monat von jetzt.

1:09:42 Robin Haak: Ich bin also sehr dankbar, dass wir, das ist in meinen Verhältnissen jetzt ganz kleine Verhältnisse. Der Fund hat ein Target von 10 Millionen Euro und wir sind jetzt irgendwie Stand heute bei 12. Wir werden sehen, wo wir am 20. Dezember sind. Aber ich bin jetzt ein bisschen selektiver geworden. sind fast 70 LPs und die meisten sind eben auch Professionals. Also es sind Leute wie du, Feliks, die selber schon Angel-Investments gemacht haben, die vielleicht auch LP-Investments gemacht haben. Also eigentlich fast alles Profis. Das spielt wiederum in diesen Community-Gedanken ein, den wir hier irgendwie aufbauen und dass wir den Weg gemeinsam erfolgreich... Wir haben auch mittlerweile 25 Co-Investments. Aber der LP-Pitch, keine Ahnung, ja, wir machen die Dinge zusammen. Es gibt diese Events und die Co-Investments und all diese Dinge. Aber am Ende wollen die Leute halt auch Performance haben. Und wenn du dir den Track-Record anguckst, über mein Angel-Portfolio haben wir nicht gesprochen, aber das ist auch plus sehr nix. Ich glaube irgendwie, ich kann das hier halbwegs okay, was ich hier so mache und habe dafür ein ganz gutes Gefühl und die erste Tasse, die ich mir ausgesucht habe, ist, Was ist kollaborativ? Es sind 35 Lines, es sind 100 bis 500k Tickets, es ist 50% in DAF. Wir machen Blueprint, Enterprise, Mid-Market, Sales, in das wir investieren und supporten dann, wo wir können. Aber durch dieses kollaborative und eben High-Conviction-Long-Consensus führt das dazu, dass wir auch im Pricing-Entry für die Firmen, in die wir investieren, relativ diversifiziertes Portfolio haben. Und das sowohl in Gio, als auch Pre-Ceed-Seed, als auch im allgemeinen Pricing. Und ich glaube, dass es uns erlaubt, einfach in die mitbesten Gründer und Gründerinnen zu investieren, dann wiederum outperformen können. und ich glaube, wenn man jetzt noch investiert hat, den Vorteil ist, 50% des Funds ist schon deployed. Wir haben 24 Investments bisher gemacht, haben auch schon mehrere Markups, ich glaube, 6 Markups und es läuft insgesamt ganz gut. Wie gesagt, ich muss auch immer ehrlich sein, all diese Dinge und Signaling und Co-Investoren und so, das ist eigentlich alles Müll. Ja, das kannst du zwar verwenden, aber nur weil du mit Seqvar oder Excel oder Index co-investiert hast, heißt das auch umgekehrt, dass du einfach einen hohen Preis bezahlt hast.

1:11:47 Robin Haak: Und dass du einen Outlier in deinem Pfand hast, war vielleicht das 5-Millionen-Investment in Bucharest und dass da ein New iPath geworden ist. I don't know. Aber das muss man einfach sagen. Aber ich habe ein gutes Gefühl und ich bin einfach sehr dankbar, dass ich diesen Job ausüben darf. Und das meine ich, das muss ich jetzt mal sagen, mit all der schlechten Überheblichkeit, die teilweise auch rüberkam am Ende. Humble Servant. Also wirklich ich bin total dankbar, dass ich jetzt diesen Life-Purpose für mich entdeckt habe, dass ich morgens aufwache und dass ich Gründer und Gründerin unterstützen darf. Und ich glaube, wenn man etwas. Ich liebe den Job und wenn man etwas macht, wo man so tief damit verbunden ist und auch ich möchte die Leute, I want them to succeed, ja, ich will sie erfolgreich sehen. Ich glaube, dann passiert es irgendwie auch wie eine Manifestation oder so. Ich will gar nicht zu spirituell werden, aber ich glaube, dann kommt das auch. Und das ist vielleicht der Grund, wenn ein LP sagt, ich möchte Performance haben, aber ich möchte irgendwie auch in was investieren. Vielleicht noch ein letzter Satz. Ihr könnt in CSR und Climate Change und so investieren. Das sind wichtige Themen. Aber jemanden zu haben, der wirklich Pain von Gründer und Gründerin versteht und dort dann diesen Menschen hilft an der Wurzel, das alleine finde ich ist irgendwie auch schon Gutes tun. Und darüber redet keiner, dass das an sich auch schon was Gutes ist. Weil wir sind hier keine Maschine, in die man oben Geld reinwirft mit 60 Leuten, sondern wir sind hier eine Community, die gemeinsam einen Weg geht.

1:13:12 Feliks Eyser: Amen, sage ich dem Theologiestudenten. Ich finde es gut, dass du das alleine machst. Ich glaube nicht in Demokratie bei Investmententscheidungen. Ich finde gut, dass du deinen Namen draufgeklebt hast, wie die der HIP-Gründer. Ich finde gut, dass du dich in die Deals reinhustelst. Und ich finde gut, dass du auf der einen Seite den Track-Record hast, aus dem, was du in der Vergangenheit gemacht hast, gleichzeitig dich aber nochmal krass beweisen musst. Ja, du bist ja auch quasi jetzt nochmal...

1:13:40 Robin Haak: Toll, es ist wieder von neu. Es ist wieder von neu. Ich frage mich auch, warum ich jetzt zum sechsten Mal was neu versuche. Das bleibt doch bald. Aber das ist jetzt auch, das ist übrigens für euch auch, also ich, das ist jetzt die Grundlage, so dass ich kann, ich fühle es, das kann ich jetzt die nächsten 20, 30 Jahre machen. Ich muss nur gucken, wie es einfach weitergeht, ne, dann so, wie man, wenn man was gründet. Man muss dann sehen, wie man es irgendwie, ich will es ja nicht größer oder skalieren nicht richtig ist, aber wenn du irgendwann den zweiten, dritten Pfand hast und hast du in der Portfolio für, musst du denen ja auch dienen und wie, kann man ja nicht multiplizieren und da muss man halt gucken, wie man wächst, das sind dann Themen für die Zukunft.

1:14:11 Feliks Eyser: Geil, ich find's gut. Gut, Robin, wir danken dir, wir haben viel gelernt. Moritz, was sind deine abschließenden Worte?

1:14:19 Moritz Blees: Ich hab heute auf jeden Fall mitgenommen, dass am Ende ein VC-Bauen genauso ein Brandgame ist, wie bei jeder anderen Firma auch. Also, wenn Robin sagt, er baut Robin Capital, weil dafür steht wieder mit seinem Namen, und seine Marke ist dazu da, die richtigen Gründer anzuziehen, nicht die richtigen LPs, dann ist das was, was für mich als Brandguide total intuitiv verständlich ist und erklärt auch viel von der Außenwirkung.

1:14:43 Robin Haak: Wobei ein anderer VC dir was völlig anderes erzählen würde. Die würden sagen, ich will keine Webseite, keinen Auftritt. Ich raise nur Gelder von LP. Ich bin eher konservativ und investiere dann in die besten Gründer, die ich proaktiv finde. Die kommen nicht zu mir, sondern ich gehe zu denen. So würden die argumentieren. Aber ich glaube, es gibt auch da viele Wege, die nach Rom führen.

1:15:00 Feliks Eyser: Viele Wege führen nach Rom. Viele Wege führen nach Rom. Für Moritz führt der Weg zum Abendessen und für uns jetzt schon die Mittagspause. Vielen Dank, Robin, für die Zeit. Wo können Leute dich erreichen, wenn sie dich suchen?

1:15:12 Robin Haak: Auf der Website, das ist eine E-Mail.

1:15:16 Feliks Eyser: Www.robincap.com Robincap.com Vielen Dank. Das war's.

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