Vom Indiehacker zum Hochschulgründer
mit Thomas Bachem, Seriengründer, Angel-Investor und Gründer der CODE University of Applied Sciences in Berlin
Zusammenfassung

Feliks und Tom waren in Toms Zwanzigern eng befreundet, und das Gespräch ist entsprechend offen. Vor seinem 30. Geburtstag hatte Tom zwei VC-finanzierte Firmen gegründet: sevenload, das als deutsches YouTube galt, laut Presse 25 Millionen eingesammelt hat und an Burda ging, und das Online-Gaming-Startup FlipLife. Beide wurden verkauft, aus sevenload blieben ihm aber nur rund 50.000 Euro. Sein Geld kam aus einem Wochenendprojekt: lebenslauf.com, ein Lebenslauf-Editor im Browser, den er allein gebaut hat.
Die Geschichte des Verkaufs an XING ist der unternehmerische Kern der Folge. Ein Lunch mit dem Geschäftsführer von Jobware führte zu ersten Verkaufsgesprächen, Tom holte daraufhin auch Stepstone und XING an den Tisch. XING zahlte nur einen fünfstelligen Kaufpreis, dafür aber ein paar Euro pro erstelltem Lebenslauf. Bevor er unterschrieb, testete Tom die Idee heimlich mit einem Fake-Button: Statt 18 Prozent zahlender Nutzer klickten 85 Prozent auf die Gratis-Variante mit XING-Registrierung. Am Ende verdiente er gut siebenstellig und war zeitweise für ein Viertel bis ein Drittel des XING-Nutzerwachstums verantwortlich.
„Also es ist viel, viel, viel schwerer, Geld für gemeinnützige Projekte zu raisen.“
Danach geht es um die CODE University. Tom erklärt, warum eine Privatuni in Deutschland kaum profitabel sein kann, wie sich die CODE über Studiengebühren von 40.000 bis 45.000 Euro, nachgelagerte Zahlmodelle und Unterstützer finanziert und warum er Impact nur dann für tragfähig hält, wenn ein Geschäftsmodell dahintersteht. 2023 brach die Finanzierung im Zusammenspiel aus Wirtschaftskrise, Pleite der Silicon Valley Bank und Zinswende weg. Tom rettete die Hochschule mit Bridge-Loans und dem neu geformten CODE Trust und brach Stunden nach der entscheidenden E-Mail mit einer schweren Bauchspeicheldrüsenentzündung zusammen.
Im letzten Teil sprechen die beiden über Geld und Zufriedenheit, Toms Schwellen von einer, drei und zehn Millionen, die Frage, ob jetzt die Zeit der Ein-Personen-Firmen gekommen ist, und Feliks' eigene Blaupause für die erste Million als Solo-Founder. Zum Schluss erzählt Tom von Gründungen aus der CODE: über 80 Startups, sechs oder sieben Y-Combinator-Firmen und ein Krypto-Startup dreier Studierender, das für mindestens 150 Millionen verkauft wurde. Und er stellt sein neues Side Project vor, die Kalender-App PowCal.
Zahlen aus der Folge
4 weitere Zahlen
Worüber am meisten gesprochen wurde
Kapitel
- 00:00Intro: Toms beste ZitateIntro
- 01:27Zwei VC-Firmen & ein Exit vor 30: Hat Tom seine 20er verschwendet?Werdegang & Exits
- 03:24Die verrückte Idee: Eine eigene Tech-Hochschule gründenCODE University
- 07:14Für wen ist die CODE University (nicht) geeignet?CODE University
- 11:29Das knallharte Geschäftsmodell einer deutschen PrivatuniCODE University
- 16:52Impact vs. For-Profit: Was lohnt sich für Gründer wirklich?Impact & Geld
- 18:0825 Mio. VC für Nichts: Der SevenLoad-“Exit”Werdegang & Exits
- 20:08Vom Hobby-Projekt zum Millionen-Exit: Die Story von Lebenslauf.comWerdegang & Exits
- 27:00VC vs. Bootstrapping: Toms ehrliches FazitWerdegang & Exits
- 29:21Sollten junge Gründer direkt auf Impact gehen oder erst reich werden?Impact & Geld
- 34:05Der Zusammenbruch: Wie Tom sich ins Krankenhaus gehustlet hatKrise & Gesundheit
- 39:29Dein Startup scheitert: Wann du die Reißleine ziehen musstKrise & Gesundheit
- 45:15Die größten Fehler beim Aufbau der CODE UniversityCODE University
- 48:27Ab wann macht mehr Geld nicht glücklicher?Impact & Geld
- 55:30Leben wir in der Ära der 1-Person-Milliarden-Company?Solo-Founder & AI
- 59:16Feliks' Blueprint zur ersten Million als Solo-FounderSolo-Founder & AI
- 01:07:10Unicorns & 9-stellige Exits: Die Erfolgsstorys der CODE-StudentenCODE University
- 01:17:22Breaking News: Toms neues Side-ProjectSolo-Founder & AI
Key Learnings
- 1
Teste einen Deal, bevor du ihn unterschreibst
XING wollte lebenslauf.com mit einem variablen Deal kaufen: kleiner Kaufpreis, dafür ein paar Euro pro erstelltem Lebenslauf. Einen Test lehnte XING ab. Tom baute deshalb an einem Freitagabend selbst einen Fake-Button „Jetzt bei XING registrieren“ ein und verschenkte zwei Tage lang ein paar tausend Euro Umsatz. Ergebnis: 85 Prozent Conversion statt 18 Prozent zahlender Käufer. Erst danach sagte er zu.
20:08 · Vom Hobby-Projekt zum Millionen-Exit: Die Story von Lebenslauf.com - 2
Hol mehrere Käufer an den Tisch
Das erste Interesse kam beim Lunch mit dem Geschäftsführer von Jobware. Tom nannte spontan 400.000 Euro und meldete sich am nächsten Tag mit der doppelten Summe zurück. Danach sprach er parallel mit Stepstone und XING und schloss am Ende mit XING einen Deal ab, der variabler war und ihm deutlich mehr Upside bot.
20:08 · Vom Hobby-Projekt zum Millionen-Exit: Die Story von Lebenslauf.com - 3
Rechne dein persönliches Risiko bei VC ehrlich durch
Zwei VC-finanzierte Firmen brachten Tom keinen nennenswerten Return, aus sevenload blieben rund 50.000 Euro. Das gebootstrappte Side Project brachte gut siebenstellig, ohne Liquidation Preferences und ohne Mitgesellschafter. Sein Fazit: Für den einzelnen Gründer lohnt sich ein Bootstrap-Startup manchmal deutlich mehr, denn schon die erste Million verändert dein Leben.
27:00 · VC vs. Bootstrapping: Toms ehrliches Fazit - 4
Bau Impact mit einem Geschäftsmodell
Tom rät jungen Gründern davon ab, direkt eine gemeinnützige Organisation zu starten. Geld von Stiftungen zu bekommen sei extrem schwer, vielleicht mal 100.000 Euro, mehr kaum. Impact gelinge fast nur, wenn er unternehmerisch aufgebaut ist und ein Geschäftsmodell dahintersteht. Erfahrung in einem rein kommerziellen Unternehmen hilft dir, das später auf Impact-Themen anzuwenden.
29:21 · Sollten junge Gründer direkt auf Impact gehen oder erst reich werden? - 5
Achte auf Warnsignale und definiere deine Grenzen
Tom hatte in den Monaten der Krise immer wieder Bauchweh und war sogar beim Arzt, ohne Befund. Stunden nachdem die Rettung der CODE gesichert war, brach er zusammen. Seine Lehre: Gründer müssen früh um Hilfe bitten, ihre Grenzen kennen und sich fragen, ob sich der Kampf lohnt. Gerade Optimisten, die ständig Dinge verkaufen, die es noch nicht gibt, verpassen leicht die Reißleine.
39:29 · Dein Startup scheitert: Wann du die Reißleine ziehen musst - 6
Sichere dir tiefe Taschen, bevor es eng wird
Rückblickend hätte Tom vor dem Start einen großen Förderer gebraucht, der im Notfall 10 Millionen bereitstellt, und tiefere Commitments einholen sollen. Außerdem fehlte im Gründerteam mit Manuel Dolderer und Jonathan Rüdt jemand, der eine Organisation stringent strukturieren und managen kann.
45:15 · Die größten Fehler beim Aufbau der CODE University - 7
Bleib klein und nimm dir Zeit für die Idee
Tom glaubt weniger an die Ein-Personen-Milliardenfirma als an die „One Billion Ten People Company“: zehn sehr gute, gut bezahlte Leute. Für Solo-Founder heißt das: Take your time. Erst die Idee finden und lange validieren, allein oder mit einem sehr kleinen Team, und nicht erst das Team aufbauen und dann den Product-Market-Fit suchen.
55:30 · Leben wir in der Ära der 1-Person-Milliarden-Company? - 8
Such dir ein Vertical und löse nervige Admin-Arbeit mit AI
Feliks' Blaupause für die erste Million: 84 Kunden, die je 1.000 Euro im Monat zahlen, ergeben rund eine Million ARR. Such dir ein Vertical bei kleinen Firmen, setz dich bei einem Kunden ins Büro, automatisiere eine nervige Admin-Aufgabe etwa mit n8n und verkaufe die Lösung dann an 83 ähnliche Firmen. Tom ergänzt: Mach lange genug Customer Development, bevor du dich festlegst.
59:16 · Feliks' Blueprint zur ersten Million als Solo-Founder
Zitate

„Es ist zwar immer schön, die Geschichten zu hören von denen, die 100 Millionen bekommen haben, aber wenn du als Gründer mal deine erste Millionen oder deine ersten drei Millionen hast, dann ändert das dein Leben schon vollkommen.“„Also es ist viel, viel, viel schwerer, Geld für gemeinnützige Projekte zu raisen.“„… was uns aber schon gefehlt hat, ist keiner von uns ist ein herausragender Manager.“„Aber ich glaube viel mehr noch an die One Billion Ten People Company.“„Also das Wichtigste ist, die richtigen Talente anzuziehen, das war mir immer klar.“Über den Gast

Thomas Bachem
Thomas Bachem ist seit rund 20 Jahren in der deutschen Startup-Szene unterwegs. Mit 19 hat er die Videoplattform sevenload gegründet, danach das Online-Gaming-Startup FlipLife; beide waren VC-finanziert und wurden verkauft, brachten ihm aber keinen nennenswerten Gewinn. Sein Geld verdiente er mit lebenslauf.com, einem Lebenslauf-Editor im Browser, den er allein designt und programmiert und an XING verkauft hat. 2016 begann er mit dem Aufbau der CODE University in Berlin, einer privaten Tech-Hochschule mit Studiengängen in Softwareentwicklung, Design und Produktmanagement, an der 2017 die ersten Studierenden anfingen. Zur Zeit der Aufnahme ist er nicht mehr täglich operativ an der CODE und programmiert nebenbei die Kalender-App PowCal.
Häufige Fragen
Was ist die CODE University?
Die CODE University of Applied Sciences ist eine private Tech-Hochschule in Berlin, die Thomas Bachem 2016 zu gründen begann; 2017 starteten die ersten Studierenden. Softwareentwicklung, Design und Produktmanagement studieren dort gemeinsam und lernen anhand eigener Projekte. Neben Bachelorstudiengängen gibt es inzwischen auch einen Master.
Was kostet ein Studium an der CODE?
Laut Tom kostet ein ganzes Studium zwischen 40.000 und 45.000 Euro, typischerweise rund 1.200 Euro im Monat. Fast die Hälfte der Studierenden nutzt Modelle, bei denen das Studium vorfinanziert und später einkommensabhängig zurückgezahlt wird. Staatliche Förderung bekommt die CODE nicht.
Wie viel hat Thomas Bachem mit lebenslauf.com verdient?
XING zahlte nur einen fünfstelligen Kaufpreis, dazu aber ein paar Euro pro erstelltem Lebenslauf. Über die folgenden zwei Jahre wurden sehr viele Lebensläufe erstellt, am Ende hat Tom nach eigener Aussage gut siebenstellig verdient.
Was ist 2023 mit der CODE passiert?
Wirtschaftskrise, die Pleite der Silicon Valley Bank und die Zinswende ließen eine Finanzierungsrunde zerbröseln, die auf privaten Unterstützern beruhte. Tom sicherte die Hochschule mit Bridge-Loans, Zusagen für eine Runde und dem CODE Trust, in den er seine Founder Shares eingelegt hat. Stunden danach brach er mit einer schweren Bauchspeicheldrüsenentzündung zusammen und kam ins Krankenhaus.
Welche Startups kommen aus der CODE?
Laut Tom sind über 80 Gründungen aus der CODE hervorgegangen, und über 10 Prozent der Studierenden gründen. Sechs oder sieben Startups waren bei Y Combinator, darunter Kiwify aus Brasilien, Langdock, Combo und Autark. Dazu kommen Superchat, Plan D und ein Krypto-Startup dreier Studierender, das für mindestens 150 Millionen verkauft wurde.
Was ist PowCal?
PowCal ist Toms neues Side Project: eine Desktop-App für Mac und Windows, die Google Kalender lädt und besser macht, etwa mit einer stärkeren Integration von To-dos. In der Folge stellt er sie zum ersten Mal öffentlich vor und bittet um Beta-Feedback.
Erwähnt in der Folge
- XINGFirmaHat lebenslauf.com gekauft; Tom bekam ein paar Euro pro erstelltem Lebenslauf.
- JobwareFirmaStellenportal, dessen Geschäftsführer beim Lunch den Anstoß zum Verkauf gab.
- StepstoneFirmaEiner der Bieter, die Tom parallel angesprochen hat.
- Hubert Burda MediaFirmaKäufer von sevenload.
- YouTubeProduktDer übermächtige Konkurrent von sevenload.
- Bundesverband Deutsche StartupsFirmaStartup-Verband, den Tom mitgegründet hat.
- Stefan SchambachPersonIntershop-Gründer und einer der großen Unterstützer der CODE.
- Rolf SchrömgensPersontrivago-Mitgründer und ebenfalls großer Unterstützer der CODE.
- Y CombinatorFirmaSechs oder sieben Startups von CODE-Studierenden und Alumni waren im Programm.
- KiwifyFirmaE-Learning-Startup eines brasilianischen CODE-Alumnus aus dem ersten Jahrgang.
- LangdockFirmaEines der Y-Combinator-Startups aus dem CODE-Umfeld.
- SuperchatFirmaWhatsApp-Software für kleine Firmen, gegründet von CODE-Studierenden.
- n8nToolAutomatisierungstool, mit dem Feliks AI-Workflows für kleine Firmen bauen würde.
- MakeToolWeiteres Automatisierungstool aus Feliks' Blaupause.
- PowCalProduktToms Kalender-App, die Google Kalender erweitert.
Transkript
00:00 Intro: Toms beste Zitate
00:00 Thomas Bachem: Ich glaube, zeitweise war lebenslauf.com für ein Viertel, vielleicht manchmal ein Drittel der Xing-Nutzer, so ab 2014 verantwortlich. Wenn du als Gründer mal deine erste Millionen oder deine ersten drei Millionen hast, dann ändert das dein Leben schon vollkommen. Außerdem wollte ich immer eine Hochschule aufbauen, die ja wohl die Stadt. Studentenmittelpunkt steht und ich brauche keine Hochschule, wo wir die Mitarbeiter für die Unternehmen produzieren, sondern ja vor allem auch Gründer. Viele Unternehmer sind halt auch, wir sind Optimisten. Es ist ja also fake it till you make it. Du musst also Leuten ständig etwas verkaufen, was es noch nicht gibt. In dem Moment. Wo ich eigentlich wusste, jetzt habe ich es geschafft, die Code zu retten, bin ich zusammengebrochen und ist Krankenhaus gekommen. Ich hatte eine schwere Bauspeicheldosenentzündung, wo auch die Ärzte zwischenzeitlich nicht mit Sicherheit sagen konnten, ob ich lebend wieder rauskomme.
00:44 Feliks Eyser: Willkommen bei Founder Mode im Entrepreneurship Podcast mit mehr Unternehmerstorys als das typische BWL-Studium. Heute mit Thomas Bachem, dem Gründer der Code University aus Berlin, der Tech-Hochschule, die schon mehr als 80 Startup-Gründungen hervorgebracht hat. Wir sprechen mit Tom über seine bisherigen Projekte, wie ein Millionen-Exit, das ihm ermöglicht hat, sich voll auf seine Impact-Themen, wie die Code, zu konzentrieren. Wir sprechen aber auch drüber. Was der Aufbau der Hochschule ihm persönlich abverlangt hat, welche Opfer er gebracht hat. Und wir sprechen darüber, welche coolen unternehmerischen Projekte aus der Code schon hervorgegangen sind, welche Unicorns von den Studenten gegründet wurden. Es gibt tatsächlich Eines, zwingen, bleib bis zum Ende dran, viel Spaß mit der Folge. 3, 2, 1, wir sind live. Tom. Schön, dass du da bist. Du bist ein faszinierender Typ. E Ich habe meinen Research Agent losgeschickt, um alles über dich rauszufinden im ganzen Internet. Der war dann drei Tage beschäftigt und hatte danach erstmal Burnout, weil es da so viel zu finden gab. Du hast Zwei Venture-Backed Companies gestartet. sevenload ist die eine, das war sozusagen das deutsche YouTube zu ganz frühen Zeiten der deutschen Startup-Szene. Du hast Flip Life gegründet, auch eine VC-Backed Gaming Company mit einem Browser-Game. Du hast dann dein persönliches Indie-Hacker-Sideproject Lebenslauf. com gebaut. Das ist auch eine interessante Story. Hast du einen Xing verkauft? Du hast den Bundesverband Deutsche Startups mitgegründet. Und das hast du alles gemacht, bevor du 30 warst. Deswegen, erste Frage an dich. Hast du deine 20er komplett verschwendet? Warst du auf keiner einzigen Party? Warst du nie im Urlaub? Hast du deine Freundin nie gesehen? Hast du nur gearbeitet? Oder wie kannst du dir das erklären?
01:27 Zwei VC-Firmen & ein Exit vor 30: Hat Tom seine 20er verschwendet?
02:23 Thomas Bachem: Ja, danke dir erstmal, Feliks, dass ich hier sein kann. Und ich glaube, also so als kleiner Disclaimer sollten wir auch erwähnen, dass wir beide. Ja, schon auch, also insbesondere durch meine 20er hinweg, recht eng befreundet waren. Und du eigentlich weißt, dass ich zumindest die zweite Hälfte meiner 20er, also durchaus auch das Leben genießen konnte und durchaus auch auf Partys war. Ich meine Alleine wir beide waren ja mindestens einmal beim Burning Man. Das stimmt. Die dreimal, die ich im Jahr draußen war, war immer mit dir. Genau, und aber tatsächlich habe ich Würde ich sagen, so die Phase von 18 bis 25, da habe ich viel gearbeitet und sehr wenig Party gemacht. Das ist eigentlich die Phase, in der das die meisten tun. Nee, stimmt. Ich bin jetzt 39 Jahre alt und manchmal fühle ich mich jünger und manchmal fühle ich mich aber auch deutlich älter, weil es jetzt halt echt 20 Jahre sind, die ich irgendwie letztendlich in der Startup-Szene verbringe, ja. Du bist aber auch mit jungen Leuten umgeben.
03:18 Feliks Eyser: Was du die letzten Jahre gemacht hast, war die Code University eine Hochschule, eine Tech-Hochschule. Und ich erinnere mich, wir waren mal zusammen bei einem Event in München, bei so einem Investoren-Event. Wir hatten tatsächlich mal einen gleichen Investor, bei Flip Life war das und der war bei mir bei Regiohelden investiert. Da habe ich dich dann auch irgendwann gefragt, Tom, was machst du jetzt eigentlich? Worüber denkst du nach? Und dann sagst du: Ja, diese Hochschulidee, die mich da seit Jahren umtreibt, ich glaube, ich gründe jetzt eine Hochschule. Und das war ein Satz, den ich davor noch nie von einem Kumpel gehört hatte, schon gar nicht von einem Tech-Unternehmer. Wie kam es dazu? Wie soll dich der Gedanke so lange umgetrieben, eine Hochschule zu gründen?
03:24 Die verrückte Idee: Eine eigene Tech-Hochschule gründen
03:56 Thomas Bachem: Naja, einerseits, weil es halt wirklich sehr, sehr eng mit meiner Lebensgeschichte verknüpft ist und mich letztendlich begleitet hat ab dem Zeitpunkt, wo ich selber kurz vorm Abitur stand und selber halt überlegt habe. wie es weitergehen soll, beziehungsweise für mich war irgendwie gesetzt, dass ich studieren will, unter anderem weil ich halt schon als Jugendlicher so viel nebenbei gearbeitet habe und als Freelancer Web Developer, Designer und so unterwegs war, weil ich gesagt habe, dieses Studentenleben, von dem immer alle reden, das will ich mir schon nicht entgehen lassen. Das ist ja auch irgendwie eine coole Lebensphase. Und das war das eine Ding, und natürlich freuen sich die Eltern auch immer, wenn man Dann doch auch nochmal trotzdem studiert, obwohl ich schon irgendwie so erfolgreich als Freelancer unterwegs war. Und dann habe ich halt gemerkt, dass das einfach. Ja, dass es zwar beispielsweise Business Schools gibt, die also deutlich praxisnäher und auch persönlicher und kleingruppiger irgendwie im Bereich Business und BWL unterwegs sind. Und ich bin auch letztendlich selber an einer gelandet, dann in Köln, wo ich. wo ich herkomme, aber dass es da gar nichts gibt, was irgendwie einen innovativeren Ansatz und einen praxisnäheren Ansatz im Bereich digitale Produktentwicklung, Softwareentwicklung verfolgt. Und Da für mich halt so als autodidaktisch gelernter Techie, dass das einfach ein furchtbar kreatives Feld war, wo auch, wie gesagt, Design und Programmierung und halt auch Verständnis über Business und Geschäftsmodelle irgendwie zusammenkam, fand ich, dass so ein Informatikstudium halt dann doch eine sehr, sehr spezielle Sicht auf einen ganz kleinen Teil davon war. Und ja, wie gesagt, dann hat es mich an eine Business School verschlagen und ich fand das grundsätzlich, also Nett da, auch wenn BWL halt, finde ich, dann schon halt auch ein bisschen shallow ist. Aber habe mich seitdem immer gefragt, warum gibt es eigentlich keine Techschools? Und das war 2005, als ich mein Studium begonnen habe und schon damals Hat jeder links und rechts Entwickler gesucht. Das ist ja schon weitestgehend auch immer noch so, obwohl da ja gerade auch viel wieder im Umbruch ist. Super spannende Zeit. Und ja, und seitdem habe ich diese Idee mit mir rumgetragen.
05:56 Thomas Bachem: Und vor allem auch, weil du sagtest auch schon, ich habe ja auch diesen Verband gegründet. Weil mir einfach irgendwann aufgefallen ist, ich habe wahnsinnig viel Spaß an so Ökosystemthemen. Ich finde, diese Szene kann man sie manchmal gar nicht mehr nennen, weil es zu groß geworden ist. Vielleicht auch dank der Mithilfe durch Personen wie mir und Ökosystembildern, aber. Diesen Spirit in der Startup-Welt, dieses immer offen für Neues sein, aber auch sich gegenseitig zu supporten und so eng verknüpft zu sein letztendlich, kennt sich hier fast jeder über ein bis maximal zwei Ecken. Das fand ich schon immer irgendwie sehr schön und reizvoll. Und das hat mich auch sehr stark angetrieben, weil ich gesagt habe: Was kann ich denn bauen, was dann wirklich mitten in diesem Ökosystem ist und wo ich ständig mit vielen tollen Unternehmern und Leuten irgendwie zu tun habe. Und wie kann ich halt andererseits dafür sorgen, dass die jungen Talente von morgen, du sagst auch gerade jungen Menschen, das kommt mir dann Wenn man irgendwie die Zeit vergeht, jetzt redet man von jungen Menschen und ist halt tatsächlich selber eher mittelalt. Aber das, dass ich habe schon immer ein Riesenpotenzial darin gesehen, weil ich es ja selber erlebt habe. Ich glaube einfach total an die, an die An diesen Hunger, an diese, diese, diese Neugier, die man halt Anfang 20 irgendwie hat und auch an diesen diesen Freiraum und glaube, dass das also extrem mächtig ist. Und das Das wollte ich auch irgendwie bauen, einfach eine Umgebung für diese Zielgruppe.
07:14 Für wen ist die CODE University (nicht) geeignet?
07:14 Feliks Eyser: Wenn jetzt jemand noch nie von der Code gehört hat und vielleicht 18 ist, 19, gerade Abi gemacht hat. Und dich auf der Straße trifft und sagt, Tom, erkläre mal, wieso soll ich denn da zu dir an die Code University gehen?
07:25 Thomas Bachem: Was erzählst du der Person? Also die Code University macht. Vor allem aus, dass wir, also wir sind ja jetzt im neunten Jahr, ja, 2016 habe ich das Ganze gestartet, aufzubauen, 2017 die ersten Studierenden und Was uns vor allem ausmacht, ist, dass wir einen ganz anderen Blick und Blick haben und ein anderes Lernkonzept als klassische Hochschulen, denn letztendlich ist die Code gebaut, basierend auf meiner Erfahrung als autodidaktischer Softwareentwickler und auch Unternehmer. Und dass ich gesagt habe: Das Wichtigste für Menschen wie mich ist immer, irgendwie ein Ziel vor Augen zu haben und eine klare Motivation zu haben und etwas anwenden zu können. Und dann sich über dieses wirklich authentische, intrinsische Interesse Stück für Stück tiefer in eine Materie und in die Theorie einzuarbeiten. Und das klingt eigentlich sehr logisch, finde ich, und so funktioniert das eigentlich auch immer, wenn man Leute dabei beobachtet, wie sie bei Hobbys agieren oder wenn man Kinder beobachtet, wie sich Dinge beibringen. Aber wenn wir unser Bildungssystem angucken, dann stellen wir das eigentlich immer genau auf den Kopf. Und zum Beispiel, so Informatik ist ein ganz gutes und gleichzeitig schreckliches Beispiel, weil da heißt es echt so: Wir fangen mit den Grundlagen an, total mathematisch, total irgendwie. so irgendwelche hardware details um dann irgendwann vielleicht mal zu landen bei bei der tatsächlichen anwendung und das finde ich immer sehr so Ja, demotivierend. Und ich meine, wir haben, also ich glaube, viele der Zuhörer hier haben Abi gemacht, mich eingeschlossen und ich habe so viel gelernt über Biologie, Physik und so weiter, wie die Zelle genau funktioniert, welche Prozesse es da gibt, und ich kann mich an so gut wie nichts mehr erinnern, leider. Und das ist für mich ein Zeichen, dass Lernen einfach effizienter sein muss. Und das macht die Code. Die Code macht das vor allem interdisziplinär. Sie bringt Softwareentwicklerinnen und Entwickler und Designerinnen und Designer und eben letztendlich Manager, Produktmanager, Entrepreneure zusammen, um dann gemeinsam an Projekten durch ihr Studium zu gehen und immer anhand dieser konkreten Projekte, die sie sich selber ausdenken können, die auch ganz oft dann Vorstufen von Startup-Ideen sind, anhand derer lernen können und parallel eben Module absolvieren können.
09:29 Thomas Bachem: Und warum habe ich das als Hochschule gemacht? Weil ich eben besonders Glaubunden eine besondere Leidenschaft habe für diese junge Zielgruppe, also es sind Bachelorstudiengänge zunächst gewesen. Ja, jetzt haben wir dieses Jahr auch ein Master gelauncht. Und weil mir einfach klar war, wenn du da halt diese Zielgruppe gut erwischen willst, dann musst du ein Protected Environment schaffen. Protected in dem Sinne, dass auch in dem Alter noch die Eltern zustimmen. Aber auch einen gewissen Freiraum und einen Rahmen bietet für irgendwie typischerweise drei Jahre, in denen man sich wirklich entfalten kann. Und ja, das Abenteuer war dann halt eben Diese sehr andersartigen und freiheitlichen Ideen mit einer Akkreditierung zusammenzubringen. Wer ist denn der Code nicht richtig aufgehoben?
10:10 Feliks Eyser: Das neue Semester ist jetzt gestartet. Viele motivierte Studis haben wir da gerade gesehen.
10:15 Thomas Bachem: Für wen ist es aber nicht das Richtige, den Weg einzuschlagen? Ja, voll gut, dass du das ansprichst, weil da war ich auch wirklich immer sehr, sehr direkt mit Studieninteressenten, weil es ist ja total wichtig, dass es ein guter Fit ist, sonst sind ja alle nur frustriert. Die Code ist nicht mit Abstand nicht die beste Hochschule in Frontal Teaching und in Structured Teaching. Also sozusagen, wenn du jemand bist, der sehr gerne einfach nach einem klaren Lehrplan und nach einem nach einem Curriculum und in Scheiben und in Ruhe für sich sozusagen lernt, dann gibt es Institutionen, die es einfach viel besser können und die da, die da dich auch strukturierter an die Hand nehmen. Wenn du jemand bist, der also sehr stark eben selbst getrieben und in Eigenverantwortung und und ja durch durch Learning by Doing eher sich Dinge erschließt. Dann ist die Code eine ganz tolle Umgebung. Und Umgebung, sage ich auch ganz, also mit einer besonderen Betonung, denn die Code ist halt in erster Linie wirklich eine Plattform, eine Umgebung, ein Ökosystem fast schon. Hier mitten in Berlin und ganz eng verknüpft mit der Digital- und Startup-Szene. Und ich glaube, das Code-Studium ist so gut, wie es jeder. Für sich selbst Macht. Also, du musstest dir halt, du musstest dir holen, ja, das, was du willst. Es wird dir nicht auf dem Silbertablett serviert. Wie ist das Geschäftsmodell, der Code? Und wie finanziert man sowas? Speziell in Deutschland? Der Geschäftsmodell ist da schon, da da da, da sprichst du schon einen wunden Punkt an. Also, mir war von Anfang an klar, das ist nicht möglich sein wird, eine, also hier ein Venture zu bauen, was also einerseits in irgendeiner Form attraktive Profitabilität erreicht, vor allem nicht Nach den Maßstäben der Startup-Szene und gleichzeitig exzellent ist. Denn wenn du dir den deutschen Hochschulmarkt anguckst, dann gibt es zwei, also erstens ist ja private Hochschulen in Deutschland sowieso echt tough, weil wir haben einen. Staatliches steuerfinanziertes Hochschulsystem, was relativ gut ist. Und das ist natürlich sowieso schon tough, damit zu im Wettbewerb zu stehen. Das ist in anderen Ländern ganz anders.
11:29 Das knallharte Geschäftsmodell einer deutschen Privatuni
12:15 Thomas Bachem: So, und dann, wenn du dann die privaten Hochschulen anguckst, die es gibt, dann hast du da zwei Typen. Du hast die, ich sag mal, Freseniuses und FOMs und Makromedias und auch Cologne Business School zum Beispiel, wo ich war und so die ich eher als, sag mal, Convenience Universities oder Comfort Universities bezeichne. Also und das meine ich per se gar nicht abfällig, sondern einfach, das ist meine ehrliche Einschätzung, die bieten dir also ein Persönlicheres und Kleingruppigeres und Betreuteres Lernen sozusagen. Und die sind auch sehr profitabel. Also Auch wieder nach Internet Startup Maßstäben geht so, aber da gibt es durchaus Hochschulgruppen wie so eine Frisenius, die machen dann 25 Millionen im Jahr irgendwie auch mal gewinnen. Und auf der anderen Seite hast du die WHU und Wittenherdecke und die HHL und Bouserius und Zeppelin und wie sie alle heißen, die also eine, eine, eine. meist sehr gute Reputation haben und die aber extrem defizitär sind und wo entweder also schon ein starker Stifter dahinter steht, so wie Otto Beisheim, Der keine Kinder hatte, der die Otto-Beißheim-Stiftung hinterlassen hat, wo dann zum Beispiel eine WHU 25 Millionen Euro im Jahr aus der Stiftung geschenkt kriegt, pro Jahr. Und dann hast du aber andere Hochschulen, fast jede dieser Hochschulen hat eine sehr bewegte finanzielle Historie, wo fast alle mal einmal oder mehrfach vor dem Kollaps standen, weil es eben in Deutschland gleichzeitig auch sehr, sehr schwer ist. solche Stifter zu finden. Und das war mir von Anfang an klar. Und ich habe versucht, und ich glaube, das ist uns auch ganz gut gelungen, aber So ein bisschen die Mitte zu treffen. Also mir war immer klar, pitcht das hier nicht als ein Projekt, mit dem man Geld verdient, sondern mit dem man auf andere Art und Weise ROI erzeugt, Impact ROI. Aber gleichzeitig ja können wir keine 25 Millionen im Jahr ausgeben, solange wir da keinen revenue Stream haben. Oder kein Income-Stream. So das Geschäftsmodell ganz konkret ist, wie wir uns trotzdem gegenfinanzieren und auch müssen, ist einerseits Studiengebühren. Das ist letztendlich 80, 90 Prozent unseres Umsatzes. Diese Studiengebühren da. Was kostet ein Studium? Zwischen 40. 000 und 45.
14:15 Thomas Bachem: 000 Euro ein ganzes Studium. Das sind dann so 1. 200 Euro im Monat typischerweise. Und das ist auch gestiegen über die Jahre. Inflation betrifft auch uns. Und wenn du an der WHU zum Beispiel guckst, dann bist du auch in etwa in dem Korridor, sogar noch ein bisschen drüber. Und die WHU kriegt Schon so viel Geld aus der Stiftung. Also, das ist üblich für ein gutes Privatstudium und trotzdem hat die Code all die Jahre, also never turned profit at all und ist eben stark defizitär. Und es ist halt ganz wichtig aber, und das haben wir auch von Anfang an geschafft, Dann auch, wenn man solche erheblichen Studiengebühren erheben muss, dann also übrigens, wir werden nicht, also in keiner Form vom Staat gefördert. Es gibt also vielleicht mal irgendwie ein Förderprogramm Wo man sich bewirbt, so ein bisschen, aber so eine strukturelle Förderung oder sowas wie ein Zuschuss pro Student oder irgendwie sowas, gibt es halt eben in Deutschland nicht für private Hochschulen, was glaube ich, echt ein Fehler ist. Aber so damit das trotzdem möglich ist, auch den größten Talent möglich ist bei uns zu studieren und nicht nur denen, wo die Eltern dann auch reich genug sind. Brauchst du halt alternative Optionen, brauchst du später Zahlmodelle, wo das Studium vorfinanziert wird, wo du später abhängig vom Einkommen zurückzahlen kannst und so weiter. Und das Das ist auch ganz wichtig für die Code gewesen. Und bis heute haben fast die Hälfte der Studierenden halt solche Modelle gewählt. Und die musst du aber auch vorfinanzieren. So, und dann gibt es halt noch Unternehmenssponsoren. Das hat auch Die haben auch über die Jahre viel geholfen, insbesondere in der Aufbauphase. Aber auch da, also ich meine, im jetzigen wirtschaftlichen Klima sowieso ganz tough, da Unternehmen für sowas zu gewinnen. Aber es war schon immer tough. Also auch da ist es nicht so leicht, Unternehmen eben für größere Summen zu begeistern, weil die auch ein staatliches Hochschulsystem gewohnt sind, wo sie quasi gratis Talente abgreifen können. Und weil auch so große Unternehmen meistens nicht kein gutes Gefühl dafür haben, dass es halt also große Unterschiede zwischen Talenten gibt und dass es Ten Extendants gibt und Normale. Und außerdem wollte ich immer eine Hochschule aufbauen, die halt, wo der Student im Mittelpunkt steht. Und ich baue keine Hochschule, wo wir die Mitarbeiter für die Unternehmen produzieren, sondern ja vor allem auch Gründer. Wir haben viele Themen, wo wir einsteigen können.
16:11 Feliks Eyser: Dein unternehmerischer Background, die Code im Detail, der Struggle, den du durchlaufen musstest. Ich habe gedacht, bevor ich jetzt da alles strukturiere, überlasse ich es dir. Guck mal, ich habe hier ein kleines Spiel gebaut. So sieht es aus. Im Video können wir es sehen, also für alle, die nur zuhören, habe ich hier sechs Post-its mit Zahlen, wo sich Themen dahinter befinden. Wie bei so einer TV-Show, weißt du, kannst du jetzt auswählen, welches Tor du aufmachen willst und dann sprechen wir darüber. Sag mal eine Zahl zwischen 1. Gibt es auch einen Song? Das verrate ich dir dann am Ende. Dann nehme ich doch die fünf. Die 5. Okay, mal gucken, was sich hinter dem Tor 5 befindet. Ah ja. Impact vs. for Profit, Bootstrapped versus VC. Du hast alles gemacht. Du hast eine Company gebootstrapped und erfolgreich verkauft. Du hast VC-Companies gegründet, mehr oder weniger erfolgreich verkauft. Du hast reine For-Profit-Ventures gemacht, du hast mit der Code so ein Zwischending, sage ich mal. Das ist eine GmbH, aber es hat jetzt keinen Profit-Anspruch. Du hast einen Verband gegründet, das ist auf jeden Fall Non-Profit. Wie reflektierst du diese Dimensionen von Unternehmertum?
16:52 Impact vs. For-Profit: Was lohnt sich für Gründer wirklich?
17:21 Thomas Bachem: Tatsächlich habe ich selber die Erfahrung gemacht. Also, meine ersten beiden Gründungen waren VC finanziert und ich bin ja auch jemand, also wo ich wirklich herkomme, habe er erzählt, mein Hintergrund ist eben digitale Produktentwicklung. Ich bin so ein Produkt. Liebe es einfach digitale Produkte, Software und so zu bauen. Und das das erfordert ja meistens auch Venture Capital oder auch oft, gerade wenn du es, wenn du es halt, wenn du es im B2C-Bereich machen willst. Und die ersten beiden Firmen waren VC-finanziert und ich habe da wahnsinnig viel gelernt und ich habe beide Firmen auch verkaufen können, sodass es zumindest also, sag ich mal, kein Drama gab und dass die Mitarbeiter auch, die mir ja natürlich auch sehr am Herzen lagen, irgendwie immer eine gute Heimat gefunden haben. Aber einen Meaningful Return habe ich aus diesen beiden VC-finanzierten Dingen nicht mitgenommen. Jetzt war ich halt sehr jung, das ist gut. Lass uns da mal kurz reinzoomen.
18:08 25 Mio. VC für Nichts: Der SevenLoad-“Exit”
18:10 Feliks Eyser: Du hast sevenload gegründet, Videoplattform, das deutsche YouTube quasi. Ihr habt 25 Millionen. Gerast, das steht in der Presse. Ihr habt es verkauft am Ende an Burda, großes Medienhaus, steht auch in der Presse.
18:23 Thomas Bachem: Meaningful Return hattest du nicht. 50. 000 Euro oder so. Also, neben der vielen Erfahrung und natürlich zeitweise schon als sehr junger Mensch, ich habe es ja mit 19 gegründet, einem vernünftigen Gehalt, das muss man sagen. Aber Ja, ich meine, sevenload ist ein gutes Beispiel dafür, dass, also das ist ja, das war ja eine Zeit und auch ein Thema. Ich meine, wir sehen es ja heute, da hat einfach, da haben die Super Big Players gewonnen, YouTube. YouTube war unser Konkurrent und YouTube wurde mit so vielen Milliarden von Google finanziert. Also YouTube wurde mal für, ich glaube, 1,7 Milliarden gekauft. Das war damals der größte Exit ever im Internet Space. Das ist auch witzig, wenn man das jetzt mal im Verhältnis setzt. Und im Nachhinein der beste Deal der Welt aus Sicht von Google. Ja, das weiß man nicht genau. Wahrscheinlich war Instagram der beste Deal oder WhatsApp, weiß ich nicht. Aber weil wohl Google, und das wussten wir, also es fallen erhebliche Kosten an, so ähnlich wie heute für AI erhebliche Rechenkosten. anfallen ist das für video damals gewesen. Bei Videos musst du auch immer transkripieren, also so konvertierende Formate und das ist extrem rechenintensiv, Traffic ohne Ende. Google hat da mutmaßlich also jedes Jahr Milliarden investiert über Jahre. Und YouTube hat ja auch ganz lange keine Werbung und so. Aber was ich sagen will ist, das ist ein, also Vielleicht, um die Klammer noch größer zu spannen, ich glaube, am Anfang meiner Karriere oder vielleicht sogar bis heute bin ich immer sehr oft vor allem meiner meiner Leidenschaft, meiner Passion gefolgt und dem, worauf ich richtig Bock hatte und was ich gerne mache. Vielleicht habe ich manchmal ein bisschen zu wenig darüber nachgedacht, inwiefern das halt auch dann ein Ja aus Business-Sicht und aus Chancen-Risiko-Profil gut ist. Und diese beiden Startups, sevenload und danach FlipLife war eine Online-Gaming-Startup. Das sind halt beides Dinger, für die habe ich persönlich sehr gebrannt. Das waren geile Produkte und B2C hat mir auch Spaß gemacht. Aber das sind beides Themen, wo du halt typischerweise nicht als deutsches Startup gewinnen kannst. Lebenslauf. com Genau, das war dann was anderes. Und das hatte ich, also, das, das habe ich parallel, so sag ich mal, nachdem ich, so nachdem wir so den, denn ich habe Die, sag ich mal, den Talent-Exit von Flip Life so eingetütet hatten, hatte ich am Wochenende angefangen, mal wieder selber auch mehr zu programmieren, weil das wirklich bis heute auch eine Leidenschaft von mir ist und etwas, bei dem ich entspannen kann.
20:08 Vom Hobby-Projekt zum Millionen-Exit: Die Story von Lebenslauf.com
20:30 Thomas Bachem: Und wie das dann auf Lebenslauf. com kam, ist, dass mich damals die Schwester meiner XXX-Freundin anrief und sagte: Tom, du bist doch hier so ein Computerexperte. Viele von uns kennen diese Anrufe, glaube ich, bis heute. Und ich habe hier so einen Lebenslauf und der ist irgendwie PDF und das ist so groß und wie kompromiere ich das und jadada, so ein paar Fragen in die Richtung. Und dann habe ich, ich war damals noch sehr busy und habe mir gedacht, ich schicke dir einfach irgend so einen Link. Dann gegoogelt und gesehen, dass da, also nur Grid, dass da eigentlich nur so Zero-Seiten waren, also nur so irgendwelche Seiten, wie man seinen Lebenslauf schreibt. Und dann irgendwie ist das zusammengekommen und ich habe dann die Idee gehabt, hey, man kann doch mit den aktuellen Web-Technologien einfach was viel cooleres bauen, weil Lebenslauf. D com ist letztendlich wirklich eine App, also das ist eigentlich Word im Browser, auf Lebensläufe spezialisiert. Also what you see ist, what you get. Und ich weiß gar nicht, ich glaube, zuletzt hat Xing das jetzt wieder was verändert. Da habe ich es ja dann dran verkauft, aber es war wirklich irgendwie acht Jahre lang oder so letztendlich ein identisches Produkt und extrem erfolgreich, weil mir war dann auch klar, das habe ich dann geschaltet. Lebenslauf, das ist ja ein super spannender Bereich. Erstens brauchen denen sehr viele Menschen ständig. Zweitens ist jeder immer extrem unsicher, weil es da irgendwelche angeblichen, obskuren Regeln gibt, auch so besonders in Deutschland, glaube ich, alle verunsichert. Drittens ist es extrem kritisch für deine Karriere und so weiter. Und das ist also insofern war mir auch klar etwas, wofür Leute sicherlich auch ein paar Euro bezahlen würden, wenn man ihnen hilft. Und so habe ich dann am Anfang PDFs. Also du kommst ja dann lebensaufgestalten mit Templates und so, die du dann PDF runterladen für irgendwie 5,99. Ich habe dann irgendwann, also ich glaube wirklich, irgendwann gab es eine Zeit, da kam so jeder, also mindestens jeder Zehnte, vielleicht sogar mehr, aller Lebensläufe, die so in Deutschland irgendwo gelandet sind, kam dann von Lebenslauf. com und das war ja eine One-Man-Company. Also ich habe es designt, programmiert, geownt. Und das Witzige war, die Designs waren ja auch von mir und so. Und das war eigentlich noch viel witziger. So zu sehen, so ach witzig, ich habe da mal an so einem Sonntag so ein Lebenslauf-Template mir ausgedacht und jetzt, äh, jetzt, jetzt. benutzen das echt viele Menschen und viele Firmen sehen das und viele HR-Departments. Ja, und das habe ich dann an Xing verkauft. Da könnte ich ins Detail gehen, aber das musst du entscheiden. Wieso wollte Xing das haben?
22:31 Thomas Bachem: Und was haben die dir dafür bezahlt?
22:33 Feliks Eyser: Wir müssen auf jeden Fall ins Detail gehen.
22:35 Thomas Bachem: Ja, ich glaube auch. Das ist nämlich ganz witzig gewesen, weil obwohl ich also diesen Unternehmerhintergrund hatte und Ich glaube, dadurch, dass das halt als so ein Side-Projekt mir entwachsen war und auch als Hobby so ein bisschen begonnen hatte, und ich halt vorher auch einfach VC-Backed Companies hatte, war das Projekt lange in meinem Kopf Immer eher so ein Side-Ding und ich habe das gar nicht ernsthaft genug vielleicht am Anfang verfolgt. Und dann kam irgendwann dieser Moment, ich hatte dann mal irgendwie den Geschäftsführer von Jobware getroffen, irgendwo, so zu zum Lunch. Weil die hatten ein Interesse, irgendwie an White-Label oder so. Und Jobware ist eines der großen Stellenportale. Und dann meinte ja irgendwann, ja, aber was wir ja viel interessanter fänden, ist, wie kommen wir an die Daten der Nutzer von Lebenslaufekommen dran, an die Lebensläufe? Und dann meinte ich, dann meinte ich wirklich so. Völlig suffisant, gar nicht ernst gemeint, meinte ich so, ja, nee, das mache ich nicht, da muss man es schon kaufen. Hab's aber eigentlich gar nicht ernst gemeint. Es kam fast schon aus dem Unterbewusstsein irgendwo. Und dann sagte der so: Ja, okay, ne, also was. Was stellst du denn so vor? Und da war ich völlig überfordert. Ich weiß noch, dann habe ich, glaube ich, irgendwie gesagt: Kehrung, so 400. 000 Euro oder so müsste es schon sein, aber. Ich musste mir das mal angucken, ich kann mich morgen mal zurückmelden. Dann habe ich natürlich mir Gedanken gemacht und mich am nächsten Tag mit der doppelten Summe zurückgemeldet. Und die waren sehr interessiert und wollten es weiterhin kaufen. Und dann sind wir da in Gespräche und auch ein bisschen die Idee eingestiegen. Und dann habe ich parallel mir gedacht, na, dann machst du das jetzt aber richtig und meldet sich auch bei Stepstone und Xing. Habe ich dann auch und letztendlich habe ich dann mit Xing einen Deal ausgehandelt, der also viel variabler war. Das war letztendlich fast so ein Affiliate-Deal. Also die haben den Haben einen recht günstigen Kaufpreis gehabt, der also sogar nur fünfstellig war. Aber haben dann mit mir einen Deal abgeschlossen, wo ich also pro erstelltem Lebenslauf einfach ein paar Euro kriege und da wurden sehr, sehr, sehr viele Lebensläufe erstellt. Dann über die nächsten zwei Jahre. Und warum braucht man das? Weil Xing natürlich gesagt hat, für uns ist das Problem, die Leute melden sich an und da müssen die eigentlich erstmal eine halbe Stunde oder mehr investieren, um mir Xing-Profil zu füllen. Und wenn die, wenn du die Lebensläufe schon hast, dann haben es dann so gebaut, dass du halt Dass du automatisch einen Xing-Account anlegst und diese Daten gepasst werden.
24:36 Thomas Bachem: Das war auch tricky. Damals hatten wir noch keine Large Language Models, dass die überführt werden in ein Xing-Profil.
24:41 Feliks Eyser: Dann hast du ein direkt befülltes Xing-Profil. Und die haben sich darüber User gekauft. Du warst quasi ein Kanal für neue User. Richtig, die hatten enormes Nutzerwachstum.
24:50 Thomas Bachem: Also ich glaube zeitweise bei lebenslauf. com für Ein Viertel, vielleicht manchmal ein Drittel des Xing-Nutzerwachstums so ab 2014 verantwortlich. Das war wirklich, wirklich der Wahnsinn. Was hast du verdient mit dem Deal? Ich habe gut siebenstellig damit verdient am Schluss. Wahnsinn. Und das war natürlich schön, weil es halt keine Liq Prefs gab, weil es keine anderen Gesellschafter gab. Und was vielleicht noch ganz witzig ist, so für Hustler und so aus der ganzen Story, ist, dass, also wie gesagt, Xing wollte halt diesen sehr variablen Deal, und das hat mich natürlich verunsichert. So und andererseits. Fand ich auch interessant, weil es ja unternehmerisch ist also deutlich höhere Outcome-Möglichkeiten als bei den anderen. Und Xing war schon auch der coolste von denen. Also ich meine War damals zwar auch schon für mich so ein bisschen angezählt, weil LinkedIn war irgendwie klar, dass die sich, finde ich, langfristig durchsetzen, aber deutlich cool als Jobware oder Stepstone, so auch als Target für mich und auch als Umgebung, um dann da noch ein bisschen zu arbeiten. Aber was die wollten, also ich habe dann irgendwann einfach gemeint, lass uns das doch bitte mal testen, einfach. Weil ich wusste halt nicht, also ich hatte vorher so eine 18% Conversion von Leuten, die einen Lebenslauf erstellt haben und die dann 5,99 Euro zahlen. Und ich wusste halt einfach nicht, was verändert sich, wenn sie den Gratis kriegen, aber einen Xing-Account anlegen müssen und hatte da dann schon auch immer so ein bisschen Bedenken, ja, Datenschutz und finden die es doof. Naja, und die haben sich dann verweigert und gesagt, nee, testen wollen wir nicht. Dann habe ich mir einfach irgendwann gedacht, fuck it. Hab an so einem Freitagabend gesagt, ich baue das jetzt hier um und ich mache jetzt mal die nächsten zwei Tage, kannst du den Lebenslauf nicht mehr kaufen, sondern steht dann einfach. Registrier dich jetzt bei Xing und krieg den gratis und dann war da einfach so ein Button, jetzt bei Xing registrieren. Der war fake. Der hat nicht funktioniert, okay. Dann kam eine E-Mail danach: Oh, Xing-Registrierung aus technischen Gründen fehlgeschlagen, aber hier ist dein Lebenslauf. Also habe ich auch. Habe ich auch ein paar tausend Euro Umsatz verschenkt an den zwei Tagen. Aber hab dann halt gesehen, wie ist die Klickrate. Und es waren halt 85% Conversion. Und dadurch wusstest du, was passiert. Und da mich Singin etwa die Hälfte gezahlt hat von dem, was die User gezahlt haben, so, sogar ein bisschen mehr als die Hälfte, weil kommen ja auch dann keine Steuern drauf und so.
26:53 Thomas Bachem: Und dann plötzlich von 18 auf 85 Prozent Conversion. Ich ging, war mir klar, okay, das mache ich. Und dann habe ich seit am nächsten Tag gesagt, komm, lass machen.
27:00 VC vs. Bootstrapping: Toms ehrliches Fazit
27:00 Feliks Eyser: Okay, okay, krass. Also ich fasse zusammen: 25 Millionen gerased für das deutsche YouTube, mit 50k rausgelaufen, gamingfirma gegründet, Geld geraced, verkauft. Auch kein Meaningful Exit, Mitarbeiter gut untergebracht, aber das war's. Nebenher Lebenslaufbilder gebaut und Millionen verdient. Ja, kurios, ne?
27:19 Thomas Bachem: Kurios. Aber es sagt halt auch was aus über, weißt du, über individuelles Risiko. Also ich glaube, so in The Grand Scheme ist natürlich dieses Venturefinanzierte, das ist der Treiber der Innovation in dieser Szene, und das ist ja auch super spannend. Und gleichzeitig muss man als Gründer halt auch immer gucken, so ein bisschen, also ich war jung, deswegen konnte ich mir leisten, dieses Game mitzuspielen. Aber du hast halt schon, also diese VC-Sachen, das sind natürlich immer auch Sachen, wo noch recht unklar ist, ob da schon Product Marketing ist. fit ist und so meistens. Und als individueller Gründer lohnt es sich halt manchmal deutlich mehr, ein Bootstrap-Startup zu machen, weil dann der, also Es gibt ja auch einen abnehmenden Grenznutzen. Es ist zwar immer schön, die Geschichten zu hören von denen, die 100 Millionen bekommen haben, aber wenn du als Gründer mal deine erste Millionen oder deine ersten drei Millionen hast, dann ändert das dein Leben schon vollkommen. Und da gibt es auch so manchmal so ein Missalignment. Deswegen, vielleicht sagt es auch etwas aus.
28:09 Feliks Eyser: Glaubst du, die Tatsache, dass du damit schon mal eine finanzielle Unabhängigkeit erreicht hast, hat dich ein Stück weit auch freigemacht, mehr über die Impact-Themen nachzudenken?
28:19 Thomas Bachem: Absolut. Also vor allem habe ich dann, das war 2014, habe ich dann dieses Geld genommen und Risikoaffin, wie ich bin, voll in Aktien, in Bitcoin und in Immobilien gesteckt und das hat das Geld dann in etwa verdreifacht in der Zeit. Und das war natürlich super und auch lucky. Und das hat natürlich, das hat alles geändert. Also dass ich glaube, sonst wäre mir das so nicht möglich gewesen, weil ich auch in dieser Hochschule sehr viel gesteckt habe, vor allem halt, indem ich mir quasi kein Gehalt gezahlt habe über Jahre. Und ja, und ich finde, Geld hat einen stark abnehmenden Grenznutzen. Und ich lebe eigentlich schon das Leben, also viel perfekter könnte es nicht sein, ne? Das Einzige wo ich mein Geld reinskalieren könnte, ist halt in immer krassere, wie vielleicht in die krasseste Villa oder so, statt in das Meatpent House. Aber ansonsten bin ich niemand, der teure Uhren braucht oder Autos oder Yachten oder so. Ja, also für den Persönlichen, dass es einem persönlich gut geht, ist das ausreichend. Ich glaube, darüber hinaus ist Geld ja nur noch ein Mittel. um seinen eigenen Impact, seine Wirkung, sein unternehmerisches Handeln dann weiter zu skalieren. Da ist es natürlich spannend.
29:21 Sollten junge Gründer direkt auf Impact gehen oder erst reich werden?
29:21 Feliks Eyser: Ja. Würdest du jungen Leuten trotzdem empfehlen, direkt ein Impact-Venture zu gründen? Oder sagst du mir jetzt eigentlich Ein smarter Weg, erstmal reich zu werden und dich freizukaufen.
29:30 Thomas Bachem: Nee, würde ich nicht empfehlen. Und das ist ja oft so. Ich meine, ich habe eine Uni jetzt gemacht und natürlich, je jünger, die mehr, also. Es ist so ein bisschen so ein Klischee, was aber sehr wahr ist, je jünger du bist, desto linker oder desto mehr willst du auch irgendwie Giving Back machen. Und meistens wird man dann sozusagen bis zum Lebensende immer konservativer und immer immer skeptischer. Nein, aber so deswegen sieht man natürlich sehr viele junge Leute, die irgendwie in dem Bereich was machen wollen oder auch oft so was in Bildung, in Schule, in Das sind ja auch Bereiche, die unbedingt Innovation brauchen, wo es aber halt sehr schwer ist, Geld zu verdienen. Und ich glaube generell, dass das Impact eigentlich fast immer nur dann gelingt. wenn es also wirklich unternehmerisch aufgebaut wird. Also ich glaube total an Impact Entrepreneurship, Social Entrepreneurship, Fairpreneurship, wie auch immer man diese Sachen labeln will. Was heißt das? Das heißt, dass wir also schon die kapitalistischen Mechaniken verwenden und also schon Geschäftsmodelle hinter unser Wirken stellen, um dann damit gute Mitnahmeeffekte zu haben. Aber es ist total wichtig, dass das unternehmerisch geführt wird. Also die meisten gemeinnützigen Organisationen in Deutschland sind halt Rockkeprierer, weil sie letztendlich Auch niemanden so richtig inzentivieren, da langfristig dabei zu bleiben. Und das auch an junge Leute. Also man kann das dann mal, ein paar Jahre macht man das dann vielleicht mal, aber irgendwann geht euch halt auch die Puste außen. Irgendwann gerade die smarten Leute fragen sich dann irgendwann auch, was sind das hier eigentlich für Opportunitätskosten, die ich habe. Ich könnte ja auch was anderes machen. Und deswegen glaube ich, dass es auch sehr wertvoll ist, erstmal die Erfahrung mitzunehmen, wie baut man wirklich ein vollkapitalistisches Unternehmen auf. Um dann diese Sachen anzuwenden, auf wie kann ich damit auch das, was ich als guten Impact definiere, maximieren. Ist ja übrigens auch nicht so, kann man ja gar nicht objektiv definieren, was gut und was schlecht ist.
31:14 Feliks Eyser: Und es war auch eine Frage aus der Community, die wir heute Morgen hatten. Martin hatte gefragt, wie baut man eine gemeinnützige Organisation so smart, dass sie weniger Abhängigkeiten hat? Abhängigkeiten von Behörden, von Politik, von Spendern, von Stiftern und so weiter. Und du sagst Baust nicht gemeinnützig, sondern überleg dir erstmal, wie du im Geschäftsmodell Umsätze generieren kannst, um Leute bezahlen zu können, dass du diese Abhängigkeit nicht reduzierst und überleg dir dann, was du, wenn es einen Überschuss gibt, mit der Kohle machst. Oder wie würdest du es formulieren?
31:41 Thomas Bachem: Ja, genau. Und vor allem, also was ich nochmal, was ich auf jeden Fall droppen kann, ist, man denkt immer, oder viele denken immer so, es gibt ja so viele Stiftungen und gemeinnützig, da kann man doch spenden. finden und so. Und ja, theoretisch ist das auch so. Diese Landschaft sieht erstmal groß aus, aber ich kann euch sagen, über all die Jahre, also es ist extrem schwer, gemeinnützig Geld zu raisen von irgendwelchen Stiftungen. Ja, vielleicht Kriegt man mal so ein 100. 000-Euro-Ding, gerade wenn da irgendwie eine nette Story ist, weil ihr irgendwie gerade noch Schüler seid oder so. Aber das zu verstärken und so, das ist, also es passiert extrem selten, ist fast unmöglich. Also es ist viel, viel, viel schwerer, Geld für gemeinnützige Projekte zu raisen. Als für Nicht-Gemeinnützige. Absolut. Und das unterschätzen die meisten. Und gleichzeitig haben wir hier gerade in dieser Startup-Welt, Startup-Szene glaube ich, das mag ich halt so sehr daran. Haben wir ganz viele Menschen, die letztendlich, also die Gutes bewirken wollen und die, die, die, also sich total, also denen das sehr viel bedeutet, irgendwie auch Dinge zu unterstützen, die auch wirklich in ihren Augen Value kreieren und die gut sind. Und ich glaube, Unternehmer, also die wenigsten Unternehmer, die ich kenne, sind also wirklich einfach nur sozusagen Geldgeil. Die wenigsten Menschen, die ich kenne, generell nicht. Leider auch manch ein unfaires Bild in der deutschen Gesellschaft. Aber so, und das heißt, ich glaube, wenn man denen was bietet, wo man sagt: guck mal, hier können wir ein vor allem skalierendes, nachhaltiges Modell bauen, was Gutes bewirkt. Dann ist da jeder dabei. Ein Unternehmer denkt eigentlich vor allem gar nicht so sehr daran, meistens, also auch so ein Angel, kann ich da selber reicher bei werden, sondern ich glaube, was den am wichtigsten ist, ist, wenn ich hier aber schon was reingebe, Funktioniert das dann auch und kann ich damit eine möglichst große Hebelwirkung entfalten?
33:21 Feliks Eyser: Hier ist Feliks von Founder Mode. Wir produzieren wöchentliche Episoden für euch und wünschen uns nichts anderes als Gegenleistung, als die Bewertung auf Spotify oder Apple. Wir ernähren uns von Luft und Liebe, machen keine Werbung im Podcast und haben genau Zero Euro Income damit, aber die Bewertungen, die halten unsere Motivation. Das heißt, jetzt ist ein guter Moment, auf den Pauseknopf zu drücken und eine kurze Bewertung abzugeben. Es dauert wirklich nur fünf Sekunden und wir sind euch im tiefsten unseres Herzens für immer verbunden. Danke. Lass uns mal weitermachen bei unserer Game-Show hier mit unseren Türen. Such dir mal die nächste Zahl aus. Eins. Oh. Die ist deep. Wie hustelt man sich als Founder nicht ins Krankenhaus?
34:05 Der Zusammenbruch: Wie Tom sich ins Krankenhaus gehustlet hat
34:09 Thomas Bachem: Ah ja.
34:10 Feliks Eyser: Das kann ich ja nicht erklären. Ja, dazu vielleicht ein bisschen Kontext. Ich meine, nach außen haben wir gerade gesagt, die Presse. Clippings, hier 25 Millionen gerast, hier Exit, hier Millionen gemacht, jüngster deutscher Hochschulkanzler, Impact-Entrepreneur des Jahres. So, das sind alles so Sachen, die über dich findet. Das ist sozusagen die Sonnenseite des Fauna-Lebens, aber es gibt auch die Schattenseite - und die hast du krass. Erlebt.
34:33 Thomas Bachem: Ja. Was ist passiert? Absolut. Das war also im Rahmen der Code University, denn Also ich glaube, die Code University ist mit Abstand das größte, was ich bisher gebaut habe, auch das mit dem meisten Impact und das mit der meisten Verantwortung. Wie ich schon ausgeführt habe, ist es halt sehr, sehr tough. Hochschulen in Deutschland zu finanzieren und auch sehr tough, zum Beispiel Spenden zu sammeln. Und ich habe ja auch gesagt, die Code University braucht einen großen. Teilsspenden, das war auch immer klar. Da wäre es jetzt schon schön gewesen, wenn ich halt selber Milliardär wäre, dann wäre das alles sehr unkompliziert gewesen. Bin ich aber nochmal nicht. Und naja, und dann, als dann so diese, die, also damit im Ukraine-Krieg irgendwie die Wirtschaftskrise anfing, sich zu manifestieren, und als dann irgendwie auch solche Ereignisse waren wie die Silicon Valley Bank, die Pleite-Geging und so, was schon nochmal so Disruption ins Startup-Ökosystem gesendet hat. Und die Zinswende kam, was ein Problem ist, weil wir sehr viele Studienfinanzierungsinstrumente genutzt haben, diese Späterzahlverträge. Das war ein Perfect Storm, der sich da gebildet hat, 2023, wo die Code wirklich, also wo ich plötzlich, wo mir Finanzierungsrunden, die ja immer bei uns basiert haben, auf Individuen, also auf privaten, fast schon Philantrophen, auf Angels, die irgendwie die Code unterstützen wollten, wo die mir völlig zerbröselt ist von ihr hier auf gleich, weil plötzlich alle gesagt haben: Oh, jetzt mal gerade kurz auf die Bremse, mal gucken, was sich hier gerade tut. So, und dann sind wir in eine sehr prekäre Lage gekommen und dass diese Verantwortung, die bei jedem Unternehmen sehr taff ist, aber insbesondere bei einer Hochschule. Die, die ja wirklich also Verantwortung für Studierende trägt, ja, die hat mich zeitweise also wirklich an den Rand meiner Belastbarkeit gebracht und erdrückt. Also vor allem auch die psychologische Belastung. Ich rede hier gar nicht so sehr von Also hardworking, da gibt es viele Leute, die hartworking sind. Aber diese Angst, diese, was wäre, wenn, was ist, wenn ich das nicht hinkriege Das war schon tough und das hat mich, ähm, also ich hab alles hingekriegt und die Code steht besser da denn je finanziell und hab da Das
36:37 Thomas Bachem: Auch also ein Konstrukt gebaut, wo ich wirklich die richtigen Leute, glaube ich, dann dafür gewinnen konnte, indem ich meine Founder Shares eigentlich in so einer Art daf Ich sag mal, Vorstufe einer Stiftung eingelegt habe, den Code Trust haben wir geformt. Aber damals war das natürlich alles noch nicht klar. Und das Interessante ist, in dem Moment. Wo ich eigentlich wusste, jetzt habe ich es geschafft, die Code zu retten, also oder zu vermeiden, dass was Schlimmes passiert. So muss man es ja sagen. In dem Moment bin ich zusammengebrochen und ist Krankenhaus gekommen, hatte eine schwere Bauchspeicheldosenentzündung, das ist was sehr Ernstes. wo auch die Ärzte zwischenzeitlich nicht mit Sicherheit sagen konnten, ob ich lebend wieder rauskomme. Und das war total interessant, weil das war halt so ein Leisure Sickness Ding. Also in dem Moment Wo ich es wirklich, es war wirklich Stunden, nachdem die E-Mail sozusagen abgeschickt war, nachdem die letzten Bridge-Loans zugesagt waren und die Commitments für in einem Monat machen wir dann die richtige Runde. Bin ich zusammengeklappt. Und es hat mir gezeigt, wow, so einerseits, da schlumm man echt Kräfte in dir, dich zusammenzureißen, wenn es sein muss, und andererseits, du musst echt auf Warnsignale achten. Da waren aber sehr klein, ich war sogar auch bei Ärzten dazwischendurch, weil ich hätten manchmal schon so Bauchweh gehabt, immer so im Abstand von fünf Wochen. Aber da war alles okay. Mir hat im Nachhinein ein Arzt erzählt, das ist halt im speziellen Fall der Bauchspeichelduse so, dass der Körper alles ausgleicht, bis so der Tipping Point kommt, wo alles kippt. Da Und der kam dann zufällig in dem Moment, wo ich wusste, ich kann gerade mal kurz abschalten. Ja, so, also wie kommt man nicht ins Krankenhaus? War die Frage aber, ne? So, und also das eben, also auf, ich glaube, vorsichtig sein auf Warnsignale achten. Und wie gesagt, ich war vorher immer top-fit. Und sowas ist mir nie passiert, aber at some point it hits you. Und einfach sich auch klar machen, also was auch sehr unangenehm war, ich weiß noch in dieser Zeit. In dieser Zeit habe ich mich plötzlich sehr unfrei gefühlt und gar nicht mehr als Unternehmer ist man ja eigentlich derjenige, der schafft, der führt, der initiiert, der den Tak vorgibt. Und man kann als Gründer, und das ist nicht nur bei so einer Hochschule so, sondern bei vor allem Ventureback Companies, kannst du in eine Situation geraten, wo du plötzlich in so einem Hamsterrad bist und sagst, ich kann gar nicht mehr, die Firma treibt mich oder die Wirtschaft oder die Notlage oder die.
38:48 Thomas Bachem: wo du plötzlich eigentlich, also wirklich dem hinterhereist. Und das, das war auch, also das trägt sehr zum psychologischen Druck bei, wenn du plötzlich merkst, oh Gott, ich Ich bin hier gar nicht mehr aktiv, sondern reaktiv muss ich jetzt sein. Und das ist auch, glaube ich, ganz typisch in so Wirtschaftskrisen. Und da muss man einfach aufpassen. Das muss man sich auch klar machen. Also, wenn man etwas gründet, muss man sich klar machen welche Verantwortung man da auch eingeht, auch für viele Jahre und ja, und natürlich auch, mit wem man gründet und ob man zusammen mit einem Gründungsteam fähig ist, das aufzufangen. Das hat bei uns, also nicht gut geklappt, weil ich einfach, wir waren zwar drei Mitgründer, aber ich habe da schon eine herausgestellte Rolle einfach gehabt, auch als derjenige, der Einzige, der Fundraisen kann zum Beispiel.
39:29 Dein Startup scheitert: Wann du die Reißleine ziehen musst
39:29 Feliks Eyser: Was würdest du heute jemand mitgeben, der in so einem Hamsterrad ist und merkt, oh shit, mir entgleitet es gerade, das dreht sich alles schneller, als ich laufen kann. Und die. Die Zeichen sind nicht gut.
39:40 Thomas Bachem: Wie gesagt, ich glaube, bei der Code stand das für mich nie zur Debatte, das aufzugeben. Da habe ich wirklich, also deswegen, da hat mich das auch so an den Rand gebracht. Das war für mich einfach gar keine Option, aber vielleicht. Bei anderen Unternehmen sollte das durchaus auch mal mehr als Option considered werden. Also erstens, at some point sich wirklich fragen, is it worth fighting for? Und auch gerade wenn. Also auch so Opportunitätskosten betrachten und halt vielleicht nicht zu viel Angst davor haben, dass das Leben vorbei ist danach, weil das ist es eigentlich selten, sondern auch mal zu sagen, wo endet vielleicht auch meine eigene meine eigene Pflicht, gerade also auch zum Beispiel gegenüber Investoren, ja und so, ich meine, ähm, und da hilft es glaube ich auch sehr da auch meine Mit dem man ein engeres Verhältnis hat, auch offen darüber zu reden. Letztendlich sind wir hier in einer Szene, wo, deswegen nennt sich das Ganze ja Risikokapital, wo sich alle darüber bewusst sind, dass das Teil des Games ist. Und ich glaube, Gründer müssen vor allem früh genug irgendwie Ja, sich das selber klar machen und auch um Hilfe schreien, beziehungsweise auch definieren, wo ihre Grenzen sind. Das ist ganz, ganz wichtig. Und auch realistisch vielleicht. Also, ich glaube auch, viele Unternehmer inklusive und wir ganz stark sind ja halt auch, wir sind Optimisten. Ja, wir sind, also wir haben ja auch, bestenfalls hast du ein Reality Distortion Field und bist also so eine Person, die es ist ja auch so fake it till you make it. Du musst also Leuten ständig etwas verkaufen. Oder für etwas begeistern, sage ich mal, was es noch nicht gibt. Das sind Investoren sowieso, aber auch Mitarbeiter, deine Mitgründer, die Öffentlichkeit. Also, es ist ja eigentlich die so konstant. Also, das heißt, wir sind Wir sind, glaube ich, also ich habe immer gesagt, ich bin ein sehr naiver Mensch. Naiv, auch in a good way, als das so, so ich glaube, manchmal, wenn ich vorher gewusst hätte, was alles passieren wird, dann hätte ich es nie gemacht. Aber Dass ich so zum Beispiel auf die Idee komme, eine Uni zu gründen. Wo viele halt sagen, kommt man überhaupt auf sowas? Aber wo ich schon gedacht habe: ach, das wird schon irgendwie möglich sein, die anderen kochen auch noch mit was. Und was ich sagen will, ist, wenn man so ein Grundoptimist ist, der man ja umso mehr sein muss, wenn man Fundraced,
41:40 Thomas Bachem: Weil das merken die Leute ja sofort, wenn du so, dann musst du aber aufpassen, und das ist am besten wahrscheinlich im Gründerteam, dass du auch den Punkt erkennst, wo man vielleicht, wo du jetzt vielleicht ein bisschen zu optimistisch langsam bist. Und ja, und ich glaube, da kann man sich in sehr gefährliche Situationen reiten, weil eigentlich die ganze Zeit von dir erwartet wird, dass du so against all odds optimistisch bist und du musst irgendwie aufpassen, dass du die Reißleine nicht verpasst. Ja, aber ist jetzt sehr. Allgemein.
42:05 Feliks Eyser: Bist du trotzdem froh, dass du es so durchgezogen hast? Oder sagst du, nee, eigentlich wäre es für mein Leben besser gewesen, da mich selber zu schützen?
42:11 Thomas Bachem: Nee, ich bin total, also ich bin unglaublich stolz auf mich. Also, ich glaube, ich habe bis dahin einige Fehler gemacht. Gerade, also das habe ich einfach wirklich, da war ich, finde ich, erstmal ein bisschen verantwortungslos, es so knapp werden zu lassen finanziell. Da war ich einfach erfolgsverwöhnt. Und das werfe ich mir vor, aber danach habe ich echt, also was ich da möglich gemacht habe, das war echt eine gute Sache. Und ich glaube, das ist auch langfristig, war das eine wichtige Lektion für mich und für die Code. Und da bin ich total froh. Also die Code ist seitdem, wie gesagt, steht auf super stabilen Beinen und ist wieder sehr erfolgreich. Und ich meine ich sehr ständig an den ganzen Studierenden und an allem, was sich damit tolles bewegt habe. Ja, nee, würde ich wieder so machen.
42:52 Feliks Eyser: Und es hat aber auch so einen Fadenbeigeschmack, gell? Also ich würde auch sagen, ich bin mega stolz auf dich, was du gemacht hast. Wir kennen uns gut so und ich glaube, du hast da Eine richtig krasse Impact-Organisation hingestellt, die für hunderte von Studenten einen Riesenunterschied gemacht hat. Und ich glaube, da kam ja auch dieses hohe Verantwortungsgefühl her, zu sagen: Ja, da haben Leute investiert, gut, Kohle kannst du verlieren. Da sind Mitarbeiter angestellt, die finden wahrscheinlich einen weiteren Job. Aber hunderte von Studenten, die ein Stück weit ihr Leben auf diese Uni gewettet haben, so würde ich mir das ein bisschen herleiten, ist ja nochmal ein ganz anderer Druck, als wenn du jetzt irgendwie eine SARS-Firma hast. Die morgen nicht mehr funktioniert oder die Leute ihren Lebenslauf dann woanders machen müssen oder so. Also kann ich mir schon vorstellen, dass der Druck da stark herkam. Und Deswegen glaube ich, ist eine unglaublich unternehmerische Leistung und gleichzeitig dieser Fahre bei Geschmack. Deine Freundin damals hat mich angerufen, heute Frau, hat gesagt: Der Tom ist im Krankenhaus und übrigens, ich muss hier gerade diese Vollmacht noch unterschreiben, damit die Kohle reinkommt. Das war so ihre Aufgabe dafür für einen Nachmittag. Dich da in diesem Krankenhaus zu sehen mit tausend Kabeln und also das ist schon mega spooky und das ist ja nicht das Opfer, was man bringen will, egal was der Preis auf der anderen Seite ist oder egal wie hoch der Impact ist.
44:05 Thomas Bachem: Ja, total. Übrigens, meine Frau hat in der Tat da auch eine sehr wichtige Rolle eingenommen, weil sie hat generell viel zu Code beigetragen, hat auch, hat auch anderthalb Jahre mit bei uns unter anderem das Masterprogramm entwickelt, das wir jetzt gelauncht haben und so. Also Das muss unbedingt auch erwähnt werden, aber besonders in dieser Situation. Ich habe ja erzählt, ich hatte die Zusagen, ich hatte die E-Mails, aber natürlich ist es trotzdem nicht so gewesen, dass ich am nächsten Tag umfallen darf. Also, irgendwer musste da schon noch ein paar Sachen unterzeichnen, damit die Gelder auch fließen und so. Und da hat meine Frau unglaublich vollbracht. Und unter anderem ist sie dann nochmal zum Wissenschaftssenat, das ist das Wissenschaftsministerium hier in Berlin gegangen, um da dafür zu sorgen, dass das, was die mündlich schon mal committet hatten, das da auch nochmal also Da gibt es so eine Hochschulbürgschaft und so, die wir hinterlegt hatten, wo wir dann gesagt haben, davon brauchen wir jetzt auch nochmal, darauf brauchen wir Zugriff für einen kurzen Moment. Das hat sie alles möglich gemacht. Das war echt crazy.
44:57 Feliks Eyser: Okay, Shoutout an Justine zwischen Wissenschaftssenat und Bundeswehr-Krankenhaus. Den Tag. Wir wünschen uns alle nicht nochmal. Okay, pass mal auf. Wir machen weiter hier mit unseren Toren. Ich mache mal die Nummer zwei auf. Die thematisch gut passt, die Fehler, die du gemacht hast. Wir bleiben bei positiven Teil. Wir bleiben bei Fehlern. Harald aus der Foundamode Community hat er auch gefragt: Wie würdest du die Code heute neu gründen? Was hast du für Fehler gemacht? Was hast du daraus gelernt, wenn du heute auf dem weißen Blatt Papier nochmal anfangen würdest? Was würdest du gleich machen, was würdest du anders machen?
45:15 Die größten Fehler beim Aufbau der CODE University
45:28 Thomas Bachem: So, vorweg muss ich schicken, es ist natürlich immer sehr leicht, im Nachhinein zu sagen, ich hätte das da anders gemacht. Zum Beispiel, also so, und gleichzeitig denke ich mir dann immer so: naja, aber Als Unternehmer gehört es auch dazu, das zu nehmen, was gerade da ist und auf Basis der heutigen Möglichkeiten und Realität das bestmögliche Ergebnis zu erzielen. Zum Beispiel kann ich sagen, weißt du. Ich hätte mehr Geld raisen müssen, beziehungsweise es wäre deutlich besser und einfacher gewesen, einen großen Mäzen oder Mäzenin zu haben oder so einen Strong Backer from the beginning on. Der sagt, also ich habe auf jeden Fall mal 10 Millionen, wenn sie benötigt werden, die ich da, also so einer, der sich da wirklich, der tiefe Taschen hat und in der Verantwortung ist. Und nicht nur, dass einer in der Verantwortung ist, der selber die Tasche nicht hat, sondern dann steh ich zu anderen muss. Aber diese Personen sind unglaublich schwer zu finden und die habe ich bis heute also nur vereinzelt gefunden für die Code. Zum Beispiel jemand wie der Stefan Schambach oder der Rolf Schrömgens, die das für uns oft geleistet haben.
46:25 Feliks Eyser: Stefan Schambach ist Gründer von Intershop unter anderem, also quasi Ugelstein der deutschen Software und Rolf, hat Trivago mitgegründet.
46:34 Thomas Bachem: Ganz großer Unterstützer der Code, also oder beide. Aber trotzdem im Nachhinein würde ich einmal sagen, es wäre also deutlich besser gewesen, auch für meine psychologische Stabilität, da ein bisschen, glaube ich, tiefere Commitments im Vorfeld abzufragen. Und da war ich vielleicht auch ein bisschen zu optimistisch, dass das Geschäftsmodell sich schnell genug selber tragen kann. Hatte es ja übrigens. Also im Jahr 4 waren wir kurz vor einem Cashflow Break-Even. Ja, und dann ist es halt aber dramatisch gekippt. Und naja, so, und das andere ist, die Organisation ist auch, also so eine Hochschule zu bauen, ist sehr, sehr komplex und es ist ja auch etwas, was also nicht nach klassischen Unternehmensprinzipien funktioniert. Das ist letztendlich in gewisser Weise auch eine demokratische Organisation mit einer Grundordnung, die durch das Hochschulgesetz geschützt ist, gewählten Ämtern Freiheit von Forschung und Lehre. Und da glaube ich, also wir sind ein ganz tolles Gründerteam gewesen, meine Mitgründer Manuel Dolderer und Jonathan Rüdt. die beide also vor allem maßgeblich dieses Konzept, dieses innovative Lernkonzept mitentwickelt haben und geholfen haben, das mit zu akkreditieren und so weiter. Die das war einerseits ein tolles Gründungsteam, und was uns aber schon gefehlt hat, ist keiner von uns ist ein herausragender Manager. So, also und das, das würde ich anders machen. Also ich hätte auf jeden Fall dringend noch jemanden mit dabei haben müssen, der wirklich eine Organisation Stringent also strukturieren kann und der auch durchsetzungsstark ist und auch aufpassen kann, dass das irgendwie besser managbar bleibt. Weil das war auch nicht, war auch nicht immer leicht. So, das sind wahrscheinlich die größten Änderungen. Aber ansonsten haben wir sehr viel richtig gemacht.
48:15 Feliks Eyser: Ansonsten würdest du alles nochmal machen. Sehr gut.
48:19 Thomas Bachem: Wahrscheinlich schon, ja.
48:21 Feliks Eyser: Wann hast du nochmal eine Zahl?
48:22 Thomas Bachem: Ja, dann nehme ich die vier. Ihr steht da so alleine.
48:26 Feliks Eyser: Vier. Persönliche Frage. Du hast schon angeschnitten. Geld hat einen stark abnehmenden Grenznutzen.
48:27 Ab wann macht mehr Geld nicht glücklicher?
48:33 Thomas Bachem: Yes. Ja, also eine Sache, die bei mir besonders ist: also erstens kenne ich sehr, sehr viele sehr reiche Menschen. Und ich habe mit sehr, sehr vielen von denen auch gesprochen und auch versucht, ne, Fun zu raisen und oft ist es auch geglückt. Also, die Code hat über 50 Unternehmerinnen und Unternehmer. die uns finanziell unterstützt haben über die Jahre. Und Und ich glaube, ich habe einen sehr vielseitigen Eindruck darin, was es bedeutet, irgendwie Vermögen zu haben und zwar von irgendwie, keine Ahnung, von Ja, von halt gar nichts bis eine Milliarde oder mehrere Milliarden. Und mir ist sehr früh im Leben aufgefallen, dass das eigentlich nicht korreliert, so wirklich mit Also zumindest ab einem gutverdienerniveau nicht mehr korreliert mit der persönlichen Zufriedenheit. Und ich habe auch versucht, mein eigenes Leben so daran auszurichten. Und ich meine, was man auch merkt, und das finde ich auch wieder sehr sympathisch an Unternehmern und Vielleicht auch sogar an der deutschen Kultur gibt es auch viele Sachen, die nicht immer so gut sind, aber ist, dass die wenigsten Menschen ja ihr Geld konsumieren wollen. Sondern also, das sehen wir auch in der Startup-Szene. Da, wenn jemand Geld hat, dann reinvestiert er das. Dann ist er bei 100 Startups beteiligt oder so. Oder so. Und ich meine, das ist ja auch bei dir so, Feliks. Wir lieben ja vor allem Geld, weil es ein Mittel ist, um sozusagen unseren Impact, unsere Arbeit. unsere Leidenschaft irgendwie zu skalieren und dass dafür ist Geld wichtig, aber für den persönlichen Konsum glaube ich, kann man, ist man schnell zufrieden. Kann ich dazu jetzt so sagen.
50:04 Feliks Eyser: Es gibt Studis, die wollen Unternehmen also gründen, es sind ja viele Founder, die aus der Code rauskommen, wenn die sich am Anfang ihrer Karriere mal Gedanken machen, so hey, ich will finanziell unabhängig sein, was heißt denn das eigentlich? Was würdest du denen sagen?
50:17 Thomas Bachem: Eine Sache, die ich noch manchmal fast ein bisschen traurig finde, aber die halt nochmal war es, ist, dass man, also ich habe ja erzählt, dass ich mein Geld unter anderem auch durch Smart Investments vervielfacht habe. Und zwar auch jetzt nicht nur, also Angel Investments ist das eine, das ist ja schon wieder sehr unternehmerisch und das andere ist halt irgendwie eine gute Immobilie zu kaufen oder so. Und die eine traurige Wahrheit ist, dass es also, sobald du einmal Geld hast, sehr, also finde ich, vergleichsweise mit allem anderen, was es so unternehmerisch zu leisten ist, vergleichsweise einfach ist, sein Geld zu vermehren. Und ist generell, glaube ich, ein Problem, was wir beobachten in der Welt und wo wahrscheinlich der Kapitalismus auch in ein paar Jahren an seine Grenzen stoßen wird. Aber anderes Thema. So, und das heißt. Ich glaube, wenn du es einmal geschafft hast, irgendwie so wirklich auf diese erste Millionen zu kommen, so und so irgendwas zwischen eins bis zwei Millionen und das dann halt, also halbwegs smart anlegst und halt Geduld hast, weil du zum Beispiel jung bist. Weil du zum Beispiel, was heißt jung, jung heißt, keine Ahnung, 30, 35 vielleicht merkst. dann ist dann reicht es eigentlich glaub ich weil du ja dann gleichzeitig eine Person bist die sicherlich nicht vorhat, sich an den Strand zu setzen bis zum Lebensende, sondern sowieso jemand bist, der gerne arbeitet und Dinge tut. Und das heißt, du wirst sowieso die ganze Zeit ein Einkommen haben, aber im Rücken zu wissen, ich habe diese Millionen oder dann wird das auch bezahlt mehr. Vielleicht. diesen Kapitalstock und diese Absicherung und damit kann ich halt auch mal irgendwie mir was. Das ändert alles, finde ich. Und übrigens sehr interessant, eine Erkenntnis, die ich mal hatte, tatsächlich auch so ein bisschen mit Lebenslauf. com damals im Verkaufen so ist, das ist super interessant, wie Geld. Ja, einen total relativen Wert hat in Abhängigkeit zu deinem Alter. Total interessant. Also stell dir mal vor, also du accesses deine Company für eine Million Euro mit 20. Versus du exitest deine Company für eine Million Euro mit 50. Ist ein Riesenunterschied, weil du weißt, wenn du das mit 20 Smart Anlegst, dann sind das 10 Millionen, wenn du 50 bist.
52:18 Thomas Bachem: So, und mit Smart Anlegen meine ich Aktien und Immobilien, dann meine ich nicht, dass du jetzt nochmal. So, also eigentlich No-Brainer. Und das fand ich total interessant, dass eigentlich mit jeder Dekade des Lebens sozusagen man eigentlich den fetteren Exit braucht, um sozusagen auf ein ähnliches Niveau zu kommen. Außerdem wird das Leben halt auch teurer mit. Mit dem Alter und mit Kindern meistens.
52:38 Feliks Eyser: Mit Kindern und mit, genau, ja. Hast du eigentlich das Gefühl, du hast gesagt, du, ich meine, du hast mit einer Bandbreite von Leuten zu tun, von Zero bis irgendwie mehrere Milliarden? Hast du so ein bisschen Einblick? Was glaubst du, dass da die Levels sind, wo sich nochmal was verändert? Meine Wahrnehmung ist irgendwie ab einem gewissen Level, und ich glaube, der Threshold ist in Deutschland relativ gering. Ein paar Millionen, klingt es irgendwie doof, wenn ich sage, ein paar Millionen sind gering, aber. Auf jeden Fall ein Betrag, der machbar ist, wenn man unternehmerisch mal Glück hat zur richtigen Zeit im richtigen Ort ist, sich reinhängt und so weiter. Mein Gefühl ist, du bist dann in einem Club drin. Wo es gar nicht mehr so eine Rolle spielt, wie viel du es wirklich hast. Also ob du 50 hast, 100 oder 5, ich habe nicht das Gefühl, dass das im Alltag oder In den Gesprächen super viel verändert.
53:23 Thomas Bachem: Also aus dem Stig greift keine Garantie auf irgendwelche Durchdachtheit. Würde ich sagen, die Grenzen sind so ein bisschen eine Million, wer da minder ist, so dieses, damit du wirklich. dich persönlich freifühlen kannst und irgendwie Peace of Mind irgendwie haben kannst, ist so circa eine Million, dann würde ich sagen, so zweieinhalb Bis 3 Millionen ist so das Niveau, das du brauchst, um halt zum Beispiel ein aktiverer Angel-Investor regelmäßiger zu sein. Vielleicht, also um halt auch so viel Geld übrig zu haben, dass man auch öfters mal in sowas allockiert. Und das ist natürlich deswegen nochmal eine Stufe, weil es dich einfach nochmal deine Schaffenskraft irgendwie verändert. Dann würde ich sagen, 10 Millionen. Ich würde sagen, über 10 Millionen, also kannst du, bist du wirklich schon so auf diesem Super-Angel-Niveau und kannst halt nochmal andere Räder drehen, kannst halt auch. Zum Beispiel, dass das, also, keine Ahnung, managen lassen, institutionalisieren, Family Office, was weiß ich.
54:11 Feliks Eyser: 10 Millionen ist Fuck You Money, oder?
54:15 Thomas Bachem: Ja, genau, und da kannst du auch ein paar Sachen in den Sand setzen. Ja, und dann wahrscheinlich, I don't know, wahrscheinlich nochmal so über 100 Millionen, weil da brauchst du wirklich, da brauchst du, da verlierst du dann den Überblick und da bist du dann wirklich jemanden, der also sozusagen ein Family Office braucht und der halt Ja, wo du wahrscheinlich echt in einem Case bist. Du kannst das, also wie sagte Christoph Gröner in dieser schönen Doku, vielleicht haben sie manche gesehen, mal ich kann das Geld zum Fenster rauswerfen, es kommt an der anderen Stelle wieder rein. Jetzt ist es halt ein bisschen blöd, dass Christoph Grüner das gesagt hat, aber ich glaube, es ist abwechwahres. Wenn man nicht gerade Hochrisiko-Immobilienunternehmer ist, vielleicht.
54:50 Feliks Eyser: Hier ein Hinweis in eigener Sache. Wir sprechen ja immer über spannende Geschäftsmodelle und Business-Ideen, die man umsetzen könnte, und haben jetzt alle Ideen, über die wir bisher gesprochen haben, im Podcast, zusammengefasst in einer Notion-Page, also quasi eine Business-Ideendatenbank. Und die kannst du abrufen über unsere WhatsApp-Community. Und zwar unter www. foundermode. show. Join the Community. Du kannst dich mit anderen Foundern austauschen, über Business-Modelle sprechen. Und auch unsere Notion Datenbank herunterladen. www. faunamo. show. Und jetzt zurück zur Episode Okay, guck mal, wir haben noch ein paar Tore hier zu öffnen. Stacks. Oh. Zum Thema Geld verdienen. Ist. Jetzt die Zeit der One Person One Billion Dollar Company. Ist jetzt die Zeit der Indie-Hacker durch AI? Das, was du pioniert hast mit Lebenslauf. com, ist ja relativ unique. Du konntest alles machen. Du hast das Ding gebaut, du hast es designed, du hast den Customer Support gemacht, du hast den Deal verhandelt. Das war zu der Zeit wahrscheinlich sehr selten. Heute. Mit den Tools, mit Lovable, mit Cursor, mit äh Chat-GPT und so weiter, mit unendlich Wissen und der Möglichkeit, Produkte zu bauen. Ist überhaupt noch die Zeit, Leute zu heiren? Ist überhaupt noch die Zeit, Organisationen aufzubauen? Oder sollten alle so einen Weg gehen, wie du ihnen damals schon gegangen bist?
55:30 Leben wir in der Ära der 1-Person-Milliarden-Company?
56:10 Thomas Bachem: Ich war ja nur, also ich bin ja auch schon, also es gab es schon so einige vor mir, die das gut gemacht haben. Ich meine, was gibt es da alles für Storys, ne? Plenty of Fish und wie die alle heißen. Also, und Craigsliste auch letztendlich, ne? Aber dennoch, ja, also ich glaube, die Zeit ist in der Tat. Jetzt ist das natürlich eine pointuierte Sache, dieses der One Person Billion-Dollar Company, aber das werden wir garantiert sehen. Wie gesagt, das gab es so in der Vergangenheit quasi schon. Aber ich glaube viel mehr noch an die One Billion Ten People Company. Also, meine Passion ist nicht, und wenn es nicht meine Passion ist, dann bin ich nicht gut darin. ADHS, anderes Thema. dann ist nicht große Organisationen zu bauen und People zu managen und Prozesse zu etablieren und so. Und deswegen finde ich es umso geiler, dass wir jetzt in einer Zeit sind, wo du halt wirklich. Sehr kleinen Team, wo du auch eine ganz andere Intensität und Kultur und Zusammenhalt und auch familiäres Feeling vielleicht schaffen kannst, heute sehr, sehr weit kommen kannst. Also wenn ich jetzt nochmal. was Gründe, was wirklich, ja, was so ein bisschen irgendwie Venturefinest ist, vielleicht und nicht Fully Boots chapt, dann ist für mich 10 so eine magische Grenze und ich würde extrem, lieber extrem selektiv, Und mit der nötigen Ruhe, dazu brauchst du halt ein Feld, wo du nicht so viel Competition hast, dass die anderen dich sonst platt rennen mit ihrem VC-Money, aber die besten Leute zu heiren, die richtig gut zu bezahlen. Und ja, und lieber ein kleines Team zu machen.
57:41 Feliks Eyser: Und wenn jetzt eine von deinen Studis sagt, ich will gar kein Team, ich will wirklich komplett alleine One-Man-Show, One-Woman-Show.
57:47 Thomas Bachem: Finde ich gut, finde ich generell gut. Wenn es passt, also ne, da muss man sehr genau gucken, ob da sich dann auch die richtigen Themen suchen soll, aber generell wäre ich davon ein großer Fan, wenn die Person da da capable ist. Und ich bin vor allem auch ein großer Fan davon, Take your time. Also, wie gesagt, das habe ich manchmal zu wenig gemacht. Also erstens habe ich jetzt gerade wieder einem frischen Alumnus gesagt, den ich sehr schätze, der, der jetzt auch meinte, ja, ich bin jetzt gerade fertig und jetzt so, und ich bin jetzt eigentlich so auf der Suche nach Nachdem wir als nächstes tue, auch ein, glaube ich, Zuhörer dieses Podcasts, liebe Grüße, der halt meinte so, jetzt fühlt sich irgendwie so komisch an, jetzt sitze ich hier so rum und Überlege und dann meinte ich so, nee, take your time, so, weil da kenne ich auch wieder andere Geschichten. Ich kenne andere Alumni, die haben halt anderthalb Jahre in wirklich, also in Pivoting und in vor allem Research investiert und haben sich die Zeit genommen, erstmal das Modell, also das Die Startup-Idee zu finden und zu validieren, die sie wirklich verfolgen wollen. Und das, also das finde ich immer gut, sich diese Zeit zu nehmen. Und da hast du natürlich viel mehr Ruhe weg als alleine, als wenn halt schon mal zwei Leute da mit verschiedenen vielleicht Druckprofilen und so drin sind. Und lieber also langsam und ganz bewusst und dann kann man das Ding ja jederzeit größer machen. Also so, ich meine, wenn es halt benötigt wird und so, dann wird es hoffentlich ein smarter Gründer schon selber merken, dass es jetzt doch vielleicht mal eine Zeit wäre, ihn dazu zu holen. Aber nicht erst das Team aufbauen und dann die Product Market fit finden, sondern sich möglichst Sachen suchen, wo man sehr lange erstmal validieren kann. Alleine oder mit einem super kleinen Team, bis man es größer macht.
59:16 Feliks' Blueprint zur ersten Million als Solo-Founder
59:16 Feliks Eyser: Was ist die genaue Blaupause? Nehmen wir beides zusammen. Sagst du ein Studi sagt, ich habe beim Tom gehört, ich brauche eine Million, wenn ich jung bin. Ich will diese Millionen verdienen als Solo-Founder. Was soll ich machen? Wie gehe ich daran? Was empfiehlst du der Person ganz konkret?
59:31 Thomas Bachem: Boah, das ist echt schwierig, weißt du, weil ich bin ja auch, also wirklich, bin ja auch ein begeisterter Hörer eures Podcasts. Und ähm, Und ganz oft höre ich so Sachen hier auch, oder zum Beispiel letztens fand ich super spannend, diese Search Funds und so, ne? Und da denke ich mir so, ja, also ganz ehrlich, wenn du Save Money willst und natürlich Passt zu so einem Modell, dann musst du, glaube ich, sowas machen. Das klang sehr attraktiv. Also, aber natürlich nur, wenn du auch, also musst du halt auch drauf haben. Aber also ich glaube, es gibt viele Sachen, wenn man rein auf sozusagen diese Millionen optimieren will. Das ist das eine. Das andere ist halt, wenn du natürlich schon auch irgendwie. Wenn du schon auch balancen willst mit, ich will was Cooles machen, ich will das machen, was zu mir passt, ich will das machen, wohinter ich stehe, was vielleicht einen gewissen Purpose hat und so. Also weil, ne, also sonst gibt es auch kriminelle Modelle zum Beispiel. Also muss man ja auch mal sagen. Ja, ist doch so, oder? Also mach halt irgendeinen irgendeinen, keine Ahnung, früher war das dann Affiliate, Cookie Dropping, was auch immer, jetzt gibt es andere irgendwelche Bitcoin. Bitcoin-Erpresssachen, also da gibt es ziemlich safe Pfade, würde ich sagen. Also zumindest safe Money.
1:00:32 Feliks Eyser: Deutscher Hochschulkanzler empfehlt
1:00:35 Thomas Bachem: Richtig, ja, das generiert die Klicks. Nein, aber deswegen, let's face it, also we're talking about Models, die schon auch zu den Gründern irgendwie passen und Spaß machen, ausreichend. Und da, naja, ich würde sagen, am Anfang dessen steht immer ganz genau zu verstehen, was man selber, was einem eigentlich Spaß macht. Oder ob man überhaupt ein Typ ist, der Spaß braucht. Also ich habe jetzt schon viel über Leidenschaft, Passion, Spaß. Eben habe ich auch mal ADRS gedoppt gesprochen. Vielleicht ist das ein guter Zeitpunkt, um da nochmal drauf einzugehen. Ich habe irgendwann realisiert, und zwar auch in der Zeit, als der Druck so hoch war, dann durch psychologische Betreuung, dass ich also. Der ADHS, da bei Erwachsenenalter bin ich. Ja, ich weiß, das hört man gerade links und rechts und überall. Und es ist, glaube ich, auch richtig so. Denn ADHS ist keine Störung, sondern Persönlichkeitsausprägung, die auch nicht binär ist. Und da gibt es ganz viele Sachen. Und ich bin halt der klassische hyperaktive ADRSler und das sind meine Stärken und das hat mich, und das sind ganz viele Unternehmer übrigens, ganz, ganz viele und auch viele unserer Studierenden. Und ich funktioniere besonders dann, also das ist ja typisch für ADHSler, vor allem vom hyperaktiven Typ, die funktionieren dann, wenn ihnen etwas Spaß macht, sind die ja extrem gut in etwas. Dinge, die ihnen langweilig erscheinen, nicht so viel Spaß machen, auch manchmal so allgemeine Lebensmenschen mit Sachen wie Post und Rechnungen überweisen oder die Spülmaschine einräumen, dann sind sie unfassbar schlecht und undiszipliniert. So, und das kann man aber auch trainieren und dagegen arbeiten, gerade wenn man es weiß. Aber deswegen, ich bin der Typ, Spaß und Passion. Und ich muss immer ganz ehrlich mit mir sein, am Anfang steht, was macht mir wirklich Spaß, was macht mir richtig Spaß? Und dann halt, wenn man dann noch drauf achtet, das ist aber schon auch ein valides. Also valide Anknüpfungspunkte für ein Businessmodell gibt, so etwas über Lebenslaufzeit kommen und sich da nicht zu viel vormacht. Und das, wie erreicht man das, indem man mit vielen Leuten spricht, indem man sich wirklich, also anderen zuhört und dass sich da Input holt. Ich glaube, dann ist der Path to the Million eigentlich klar. Ich kann nicht sprechen für Leute, die eher so Ich sag mal, dieses klischeehafte WHU-hochdisziplinierter Durchpeitscher-Typ sind. Vielleicht funktioniert das bei denen anders.
1:02:32 Feliks Eyser: Okay, pass auf, ich sag dir, was mein Plan wäre. Wenn ich heute bei Null anfangen würde, um die erste Millionen zu verdienen, mein Pitch. Mein Ziel wäre, eine Company zu bauen, die eine Million ERA macht, die ich als eine Person bedienen kann. Und ich brauche dafür, dass die.
1:02:47 Thomas Bachem: Sie gehen dann sogar deutlich mehr als Millionär, ne?
1:02:49 Feliks Eyser: Ja, ich glaube, du hast auch Kosten und so weiter, so dann musst du für Marketing und für Lidschirm und so weiter Geld ausgeben. Aber ich sag mal, das macht eine Million ERA, Annual Recurring Revenue, und vielleicht 50 Prozent EBIT. Also ich könnte jedes Jahr eine halbe Million verdienen, dann brauche ich nach Steuern irgendwie. 2, 3, 4 Jahre, um da hinzukommen. So, das wäre mein Ziel erstmal. Was würde ich machen? Ich würde sagen, ich brauche 84 Kunden, Die mir tausend Euro im Monat zahlen. Das würde ich nicht mehr so gut.
1:03:16 Thomas Bachem: Ja, ja, also ich stimme dir zu, ja. Mach weiter.
1:03:18 Feliks Eyser: So, pass auf, und dann bin ich in meinem Segment, was ich ja liebe, Small Businesses. Es gibt in Deutschland Millionen von Small Businesses, die Anwaltskanzlei, der Friseurladen, die Besserung. Bäckerei, der Gartenbauer, das Fitnessstudio und so weiter. Und ich brauche 84 von denen. Und ich würde mir überlegen, wie kann ich für die AI-Agents bauen, um ein Workflow Für die zu optimieren. Irgendwas, was denen total auf die Nerven geht. Der Gartenbauer sagt, ich renne meinen Kunden immer hinterher, weil die bezahlen ihre Rechnungen nicht. Aha. Der Handwerker sagt, bei mir klingelt das Telefon zu oft. Ich kann da gar nicht rangehen. Ich brauche eine AI, die rangeht.
1:03:50 Thomas Bachem: Ein Code-Student, der so eine Firma gegründet hat, schau dir an Jonas.
1:03:54 Feliks Eyser: Der Elektriker sagt vielleicht, ah, meine Mitarbeiterplanung ist jedes Mal ein Ding, da sitze ich bis abends um neun da. Also ich würde überlegen, ich würde mir eine in so eine Branche, ein Vertical rauspicken und mich bei denen ins Büro setzen. Und rausfinden, was ist total nervige Admin-Arbeit, die man heute mit AI automatisieren kann. Dann würde ich das für einen Kunde bauen, bis es richtig gut funktioniert und mir dann 83 andere suchen, die genauso ticken. Wenn ich es einmal für eine Hausverwaltung gebaut habe in Potsdam, irgendeinen Workflow optimiert habe, zum Beispiel die Supportanfragen, die kommen, um die Glühbirnen zu wechseln, die denen total auf die Nerven gehen, dann hat man einen Workflow gebaut mit N8N zum Beispiel und hat denen Arbeit abgenommen. Und die kaufen das für 1000 Euro. Ich glaube, so eine AI-Integration Company ist quasi so etwas wie die SEO-Agentur der aktuellen Zeit. Also so ein gutes Einstiegsbusiness. Was nicht so komplex ist, was man alles lernen kann, NHN, make. com und so weiter, wenn ein bisschen technisches Verständnis hat, dann kann man das in ein paar Monaten lernen. Die Code-Studies kennen das sowieso rauf und runter, die haben das mit ihrer Muttermilch aufgenommen, ist mein Eindruck, immer wenn ich mit denen spreche. Wenn ich würde mir dieses eine spitze Vertical aussuchen und probieren für die so ein Problem zu lösen und eine Firma mit einem Mio AR zu bauen ohne Mitarbeiter. Was denkst du?
1:05:03 Thomas Bachem: Ja, das ist also fantastisch. Wenn Hast du fantastisch auf den Punkt gebracht, kann ich nicht mehr zustimmen. Also, äh, du bist da in einer anderen. Denke, schon sehr viel konkreter. Das finde ich echt toll. Nee, würde ich auch so sagen. Genau das ist gerade, glaube ich, gerade eine riesen Opportunity, dass es da echt so viele Nischen gibt. Und so viele Bereiche, die, also, wo man also enorme Effizienzsteigerungen erzielen kann und auch dieses ganze Thema SARS, ja, Software as a Service, auch mit einer Monthly Payment und so weiter, mittlerweile also total Usos und etabliert ist und Und das ist eigentlich der perfekte Case für so Bootstrap-Startups, auch welche die lange One-Man-Company sind. Und ich glaube, was da noch wichtig ist, vielleicht zu adden, ist, und halt aber am Anfang Flexibel und lange genug Customer Development und Pivoting zu machen, bis man wirklich die beste Branche gefunden hat. Also da sozusagen, das ist halt immer das Schwierige, ne? Sich so einerseits immer, wann triffst du die Entscheidung, wo machst du jetzt einen Double Down? Also wo Wo ist das jetzt schon, dass das, also weil du musst ja auch bestimmte Zeit und Aufwand investieren, um dann rauszufinden, ob es das ist und wo wie lange pivotest du? Das ist immer so eine Kunst für Unternehmer. Und da, ich meine, habt ihr bestimmt schon hundertmal hier gesagt, aber so diese ganzen, gerade in diesem Bereich B2B, diese ganzen Customer Development und Lean Startup, Literatursachen, also bitte unbedingt googlen, wenn euch das interessiert. Die geben Ansatzpunkte, wie man wirklich validieren kann, auf schon früh, vielleicht bevor halt schon das ganze Produkt steht, ja, ob
1:06:27 Feliks Eyser: Kunden sich wirklich dafür lassen würden und so und da ein bisschen rumprobieren und dann irgendwo drauf setteln und ich glaube auch so seine eigenen Passion Folgen, was du gesagt hast, zu sagen Okay, worauf habe ich denn eigentlich Bock? und es gibt Leute, die kommen total gut mit Handwerkern klar, andere die kommen mit Anwälten klar, die nächsten mit Zahnärzten. Aus so ein bisschen so persönlicher Fit, was ist denn vielleicht mein Background aus dem Elternhaus?
1:06:47 Thomas Bachem: Genau, familiär sogar.
1:06:49 Feliks Eyser: Naja, ich habe neulich mit dem Fauna gesprochen, Mutter ist Kosmetikerin und der macht jetzt im Grunde SARS für Kosmetikstudios, weil der sagt Ich bin da aufgewachsen, ich verstehe das Business, so ich habe da auch Bock drauf, ich will denen helfen. Also der hat doch wirklich nochmal eine Mission dahinter und einen persönlichen Bezug.
1:07:02 Thomas Bachem: Ja, ja, und wir haben ja auch, also da gibt es ja einige auch aus dem Code-Universum und von Code Studierenden und Alumni. Also, Plan D ist ein SARS für Gebäude reiniger.
01:07:10 Unicorns & 9-stellige Exits: Die Erfolgsstorys der CODE-Studenten
1:07:10 Feliks Eyser: Lass uns da mal die letzte Karte nochmal zünden hier. Yes. Wir haben noch die Karte Nummer 3. Erzähl uns von den Code-Studenten. Lass uns mal highlighten. Lass uns mal highlighten, was. Ich habe die These, du wusstest, was diese Karte jetzt sein würde. Genau. Was sind die coolen Founder-Storys, die aus der Code rausgekommen sind? Wo musstest du dir aber auch einen Arm ausreißen, die ersten Studenten erstmal reinzukriegen? Also erzähl uns mal ein paar Geschichten. Über die Studenten, lass uns damit abschließen und highlighten, was für coole Leute eigentlich an der Code sind und was sie bauen. Plan D hast du gerade schon gestartet.
1:07:44 Thomas Bachem: Genau, gerne. Ja, Plenty mache ich noch fertig. Also es ist ein SARS für Gebäudereiniger und der Tobias Witte Kind, der da also das maßgeblich angeschoben hat und diese Idee entwickelt hat, der also. Erinnere mich, glaube ich, noch richtig daran, dass da auch im erweiterten Familienkreis irgendwie spätestens Onkel oder so irgendwie halt jemand war, der eine Gebäudereinigungsfirma hat. So, und eine erfolgreiche Startup, die halt auch eine ziemlich Nische, eine SARS-Lösung bauen. So, aber weiter ausgeholt. Also ich war schon immer davon überzeugt bei der Code, dass also ein, ich habe ja beschrieben als eine Plattform, eine Umgebung und das Wichtigste ist Die richtigen Studierenden anzuziehen. Wir sprachen auch schon über den richtigen Fit und so. Weil ich meine, ein Studium ist am Schluss auch nur eine kurze Zeit. Und ganz ehrlich, auch wenn man das nicht so einfach schwarz-weiß bewerten kann, aber man Es gibt schon große Unterschiede, wenn die Leute mit 18 zu uns kommen. Wer welche Talente hat, wer auch was gemacht hat, wer hat sozusagen einfach eine Schule nach Vorschrift gemacht, wer hat schon nebenbei irgendwie sich engagiert, sei es als Schülersprecher oder wer ist nebenbei deutscher Karatemeister geworden. Oder wer hat vielleicht auch schon mal irgendwie ein Projekt, vielleicht sogar ein Startup versucht, angefangen zu gründen? Also das Wichtigste ist, die richtigen Talente anzuziehen, das war mir immer klar. Und weil sich dieser Unternehmergeist meistens doch recht früh schon manifestiert. Also es passiert eigentlich nicht, dass jemand mal 18 kommt, hat noch nie etwas nur im Ansatz Unternehmerisches gemacht. Und das kann auch heißen, ein paar Partys zu organisieren. Das ist ja auch schon Und wird dann plötzlich Entrepreneur. Das passiert eigentlich nicht mehr. Das heißt, wir müssen diese Leute finden und anziehen. Anziehen tun wir die, glaube ich, und haben wir die immer, weil wir genau die perfekte Plattform für die gebaut haben. Und das jetzt muss man nur das Spread the Word. Und am Anfang war es natürlich tough. Weil, klar, keine Credibility, neues crazy Projekt. Und was schon auch, also was ich habe, was es am Anfang oft gab, als ich selber noch sehr aktiv, gibt es auch heute ab und zu noch, aber da natürlich vermehrt, sehr aktiv involviert war in das Student Recruitment, sag ich mal. ist, dass also Leute, die so hochtalentiert waren, dass ich die irgendwie von der Hochschule überzeugen musste. Beispielsweise kann ich mich an einen Studenten erinnern, der
1:09:45 Thomas Bachem: der also herausragende Fähigkeiten hatte, der irgendwie mehrere Informatikwettbewerbe schon gewonnen hatte und so mit 17 schon irgendwie und der der wirklich, also den wir kennengelernt hatten, weil wir haben auch so Coding-Camps gemacht, der also wirklich extrem, extrem intelligent und smart auch war und Da wusste ich schon, na, das wird jetzt ein bisschen tough, weil der ist schon fast so intelligent, der interessiert sich halt für diese mathematischen Sachen und sehr. Und den habe ich dann aber überzeugt, den wollte ich unbedingt haben. Da habe ich gesagt, pass auf, weißt du, ganz ehrlich, warum willst du, weil er hat auch so gemeint, ja, bei Informatik ist ja schon, ich interessiere mich für Krypto, also für Kryptografie damals noch und so. Aber er hat gemeint, ja, aber ganz ehrlich, Brauchst doch keine Uni dafür, das kannst du doch schon alles. Das lernst du doch in Büchern und so. Was du brauchst, ist eine Uni, die dir das richtige Netzwerk und die richtigen Leute gibt und vielleicht noch ein paar, also nee, Social Skills hat der gar nicht gebraucht, aber so Trotzdem, irgendwie der, der, der, der, der dich mit Like-minded People zusammenbringt. Und das ist die Code. Ja, das hat gezogen, der kam dann und da gab es einen anderen Studierenden. Der war schon bei uns, ich weiß nicht, den habe ich nicht händisch akquiriert, aber der ist nach einem halben Jahr knapp sehr unzufrieden gewesen, weil es war schon klar, ne? Wir waren 88 Studierende und eine Uni, die ein halbes Jahr alt ist, das war alles sehr chaotisch. Und der war sehr unzufrieden und meinte so, boah, weiß ich nicht, ich will gehen und er wollte quasi, musste ich irgendwie überzeugen zu bleiben. Und da habe ich eben auch gesagt, pass mal auf, bleib mal so wie jetzt zu gehen, wäre das Dümmste, was du machen kannst. Jetzt gerade ist der Garten Hype Cycle unten, aber so die Code wird noch richtig groß. Groß. Naja, long story short, ein Jahr später.
1:11:15 Feliks Eyser: Und Gardener Hype Cycle hast du ihn gecatcht.
1:11:18 Thomas Bachem: Also denke ich mir, nein, habe ich nicht, aber so habe ich mir das so vorgestellt. Jetzt ist es erstmal super hyped alle, da ein bisschen Ernüchterung, aber in der Long Term. Wird das Ganze noch viel krasser, als man dachte. Ich finde diese Kurve immer sehr, sehr hilfreich für viele Sachen. Naja, und ein Jahr später oder ein halbes Jahr später oder so, bei der erste war im ersten Jahrgang, der gehen wollte, und der andere, der kam in den zweiten, haben die beiden sich kennengelernt. haben zusammen auch noch mit einem anderen Code-Studenten was im Kryptobereich gegründet. Ich darf keine Namen nennen jetzt hier, weil Aber ich weiß, diese Firma wurde für einen dreistelligen Millionenbetrag verkauft, als die Gründer so um die 23 maximal waren. Die Studentenfirma von den beiden Gründern, die noch im Studium waren. Ja, sogar drei waren es letztendlich. Also, die haben sich alle an der Code kennengelernt. Die waren alle total smart und ihr Talent haben die selber mitgebracht, aber wir haben sie zusammengebracht. Und ich glaube, das ist auch tatsächlich das Wichtigste an der Grund.
1:12:13 Feliks Eyser: Für wie viel verkaufst? Neunstellig, hast du gesagt.
1:12:16 Thomas Bachem: Ja, nee, also so, ich sag mal, Korridor, so mindestens 150 Millionen oder mehr. Und da waren keine Investoren drin, meines Wissens nach. Sowas zum Beispiel, Riesenerfolgsstory. Aber andere Erfolgsstory, wir haben, also dann gibt es manchmal auch solche, die. Also, weil wir halt, glaube ich, so tolle Studierende aus der ganzen Welt übrigens attrahiert haben. Gibt es eine tolle Erfolgsstory von Marinho Gomez, auch aus dem ersten Jahrgang an der Code, der Ich meine, es ist Brasilien, da auch Herstammt, da auch wieder ist, der hat Kiwify gegründet. Kiwify war mal kurz bei Y Combinator Aber ist also eine extrem wichtige, also extrem groß in Brasilien und mittlerweile in Unicorn, soweit man munkelt, und ist halt so ein E-Learning-Startup. Das ist eine große Erfolgsgeschichte. Dann haben wir insgesamt sechs Startups oder sieben dieser Tage, glaube ich, die bei Y-Combinator im Programm waren, von Y-Combinator finanziert wurden. Die alle von Code-Studierenden und Alumni gegründet wurden. Das ist zum Beispiel ein Langdock, das ist zum Beispiel ein Combo, das ist zum Beispiel ein Autark. Das ist, wie gesagt, ein Kiwify und so weiter. Und dann haben wir Erfolgsgeschichten wie Superchat, Feliks. Und ich meine, also ich habe ja schon am Anfang disclaimed, dass wir uns ja auch entkennen und du bist ja auch einer der Unterstützer der Code auch. Von den ersten Tagen an, vor allem ist der Feliks besonders gut darin, die richtigen Talente an der Code früh zu erkennen und mit ihnen zusammen Startups aufzubauen. SuperChat ist so eines. Was ja auch eine Riesenerfolgsstory ist, da weißt du mehr als ich.
1:13:49 Feliks Eyser: Ja, WhatsApp-Software für Small Businesses, da sind wir wieder bei meiner Lieblingszielgruppe. Ja, und coole Story, die Jungs, die Haben sich ja auch dort kennengelernt, waren in den USA, die waren nicht bei YC, aber im Umfeld, von denen die dort waren, haben auch diesen Gründerspirit total aufgesaugt. Und das finde ich repräsentativ bei den Code-Studenten. Dass die halt alle voll in diesem Founder-Mindset sind, bauen MVP, teste den Markt, Weil die Didi nachrichten.
1:14:17 Thomas Bachem: Pivotieren, ja.
1:14:20 Feliks Eyser: Ja, genau.
1:14:21 Thomas Bachem: Und ich glaube, also eine Sache, die noch ein großes Erfolgsmerkmal der meisten dieser erfolgreichen Code-Startups ist. Ist, dass wenn du dann guckst, wo kommen eigentlich die ersten zehn Mitarbeiter her, dann sind das alles großteils Komplitonen von der Code. Also ich glaube, das ist auch ein extremer Mehrwert, den wir liefern können, dass sich also nicht nur die Gründerteams sich bei uns kennenlernen. Sondern auch die extrem wichtigen, vielleicht sogar wichtigsten zehn Mitarbeiter, aus denen viele Unternehmer letztendlich den größten Value schöpfen. Glaube ich, aus den Leuten, die vielleicht selber nicht Unternehmer sein wollen oder noch nicht können, die aber Bock haben in einem super intensiven Umfeld, also mit einer geilen Atmosphäre und Visionen was umzusetzen. dass die dadurch extrem schnell wachsen konnten, ja in diesem in diesem unter zehn Leute-Bereich, und das war glaube ich auch ein Schlüssel, Also jetzt sind es über 80 Gründungen, die hervorgegangen sind aus der Code in all den Jahren. Wirklich, wir haben so über 10 Prozent unserer Studierenden, ich glaube sogar irgendwie über 12 oder 13 Prozent heute gegründen. Und die meisten davon erhalten dann auch erfolgreiche Finanzierungen, manche brauchen sie vielleicht nicht. Also wir sind wirklich die aktivste Gründerhochschule in Deutschland, relativ zur Studierendenzahl, ganz klar.
1:15:28 Feliks Eyser: Wahnsinn, du kannst richtig stolz auf dich sein, dass du diesen Impact hattest auf diese hunderten von Leute, die sich ohne die Code vielleicht nicht kennengelernt hätten, schlau waren, die wahrscheinlich alle schon an die an die Code gekommen sind, aber. Das Mindset aufzusaugen, das Netzwerk mitzunehmen, die Leute kennenzulernen und sich dadurch vielleicht auf die eigene Gründung oder auch auf den Job vorzubereiten.
1:15:48 Thomas Bachem: Mega gut. Danke dir, danke dir. Und du sagst nur eine wichtige Sache, Mindset, ne? Und das ist auch eine ganz wichtige Sache bei der Code. Und auch hier, ich meine, das macht ja dieser Podcast. Die Leute, die hier sind, die sind schon so weit, aber die Leute im richtigen Moment zu inspirieren und zu zeigen, Gründen ist kein Hexenberg, die anderen können es auch und kochen nur mit Wasser und diese Diese tolle, diese Aufbruchsstimmung und diese Selbstwirksamkeit der Startup-Szene, die den Leuten, wenn sie jung sind, irgendwie mit einzuimpf. Glaube, das ist auch eine ganz wichtige Aufgabe, die die Code zum Beispiel leistet, die leider an anderen Hochschulen selten passiert.
1:16:26 Feliks Eyser: Finde ich ein wunderbares Schlusswort. Für alle Leute, die jung sind und eine coole Hochschule suchen, schaut euch die Code an. Für alle Leute, die Geld haben. Nehmt was davon und geb es der Code. Es ist auf jeden Fall für einen guten Zweck und für die Founder und für die Tech-Talente von morgen. Wo kann man dich finden, Tom, wenn man dich sucht? Bei LinkedIn sowieso.
1:16:45 Thomas Bachem: Bei WhatsApp [Telefonnummer entfernt].
1:16:51 Feliks Eyser: Du bist der erste Gast, der seine Handynummer hier live gedroppt hat. Redet euch, wenn es einen guten Grund gibt, antworte ich für. Ihr findet Tom auch in der Foundermode WhatsApp Community. Da nochmal der Hinweis www. foundermode. show. Da könnt ihr der Community beitreten. Sind 400 Founder und Entrepreneurship-Intersierte drin. Auch viele Code-Studenten übrigens. Tom ist da prominent vertreten und müsste die Handynummer nicht mehr abtippen, könnt ihr ihm da schreiben.
1:17:15 Thomas Bachem: Das dachte ich mir nämlich ohnehin, Feliks, deswegen können wir es hier auch gleich sagen. Ja, und genau, das da findet man mich. Ansonsten, ich bin weiterhin, also für je nachdem, was euch an der Code interessiert, kommt gerne jederzeit auf mich zu. Ich programmiere nebenbei so eine kleine Kalender-App. Das war jetzt.
01:17:22 Breaking News: Toms neues Side-Project
1:17:32 Feliks Eyser: . . Oh, da wären wir fast drüber gesprungen. Erzähl mal, genau, erzähl mal nochmal das neue Sideproject.
1:17:37 Thomas Bachem: Lebenslauf. Vielleicht, aber mal gucken. Es ist wirklich noch Side Project-Stadium. Ich habe, das haben wir, glaube ich, gar nicht so richtig erwähnt. Ich habe also die dann auch über die letzten Jahre habe ich also auch erfahrenen Hochschulmanager mit in die Code geholt und da wirklich die Organisation so aufgestellt. Dass sie also, dass sie auch mal funktioniert, wenn ich nicht sozusagen voll operativ und tagtäglich da bin. Und das habe ich dann genutzt, um mich dann Ende letzten Jahres mir endlich das Sabbatical zu nehmen. Also Wobei Sabbatical bei mir auch immer nur wenig heißt, aber halt endlich mal wieder viel zu reisen, auch mit meiner Frau, auch nach unserer Hochzeit und da mal ausgiebig, die Welt zu bereisen und so. Und deswegen bin ich nicht mehr voll operativ jeden Tag das Geschäft zu über der Code. und habe Zeit, endlich wieder mehr zu programmieren. Und gerade mit diesen ganzen KI-Sachen, mega geil. Es hat Programmieren hat noch nie so viel Spaß gemacht und das sage ich als jemand, der eigentlich sehr gut programmieren kann. Aber auch da ist es so geil, als hast du halt die ganze Zeit den smartesten Typen neben dir, der dir hilft, Ideen zu iterieren und so. Und das habe ich genutzt, um ein Projekt weiter zu treiben, was so als. persönliche Flieckensammlung meine als privates Utility schon lange Jahre bei mir gibt und das ist eine verbesserte App für Google Kalender. Also eine Kalender-App, weil ich Ich bin auch über die Jahre, dass auch die Learnings so als ADHSler, was mir extrem hilft, ist, wenn mein Kalender sehr gut organisiert ist und wenn ich zum Beispiel auch To-Dos sehr gut in meinen Kalender integriere und das auch nutze, um mir sozusagen To-Dos Einzuplanen und zu erledigen. Und dann sind mir da immer wieder Sachen aufgefallen, die mich einfach stören an Google Kalender, wo ich die Usability nicht gut finde, wo mir Features fehlen, gerade um To-Dos besser zu integrieren. Wo ich also wirklich 250 verschiedene Sachen, die man im Google-Kalender eigentlich verbessern müsste. Und das habe ich über das letzte halbe Jahr in der App gegossen. PowCal heißt die, also P-O-W-C-A-L. com. Da ist bisher eine extrem dünne Landingpage, weil das Ganze wirklich total inoffiziell ist. Das ist jetzt hier gerade das offiziellste Announcement quasi bisher, weil das letztendlich eine App ist, die habe ich vor allem für mich gemacht, die ist für Mac und Windows, also Desktop, nicht für Mobile bisher.
1:19:42 Thomas Bachem: Und die lädt letztendlich einfach Google Kalender und macht es alles ein bisschen hübscher und besser. Und ihr werdet herausfinden müssen, was sie alles kann, weil das halt noch nicht gut dokumentiert ist. Also next step ist dann, eine vernünftige Website zu bauen. Aber wer Lust hat, kann sich das über angucken. Und da freue ich mich auch immer sehr über Beta-Feedback.
1:19:59 Feliks Eyser: Geil. Breaking News hier im Vnome-Podcast, das neue Projekt von Tom Bachem. Das neue Side Project. Richtig.
1:20:06 Thomas Bachem: Das Side-Projekt gibt es ja noch. Das gibt es ja noch. Und das erfordert auch immer noch viel Zeit. Die Code ist mein Baby und die wird über die Jahre immer, immer größer werden.
1:20:15 Feliks Eyser: Das wünschen wir uns. Schön, dass du da warst. Ja, super.
1:20:19 Thomas Bachem: Spaß gemacht. Wenn ihr bis hier gehört habt, dann vielen Dank für euer Interesse und einen schönen Tag noch.
1:20:24 Feliks Eyser: Ciao.


