Vom 500-Millionen-Exit zum eigenen Unicorn in unter 3 Jahren
mit Mirko Novakovic, Gründer und CEO von Dash0, davor Mitgründer von Instana und codecentric
Zusammenfassung

Am 29. Dezember 2020 um 3 Uhr morgens sitzt Mirko Novakovic in seinem Kellerbüro, als der Verkauf von Instana an IBM für 500 Millionen durchgeht. Alle sagen Congrats, dann ist das WebEx aus, und er fühlt sich nicht wie ein Gewinner, sondern wie jemand, der den Job nicht zu Ende gebracht hat. Datadog, der größte Konkurrent, ist heute knapp 80 Milliarden wert. In dieser Folge erzählt Mirko, wie er vom Gastarbeiterkind aus Solingen zum Serial Founder wurde, warum er nach dem Exit zweieinhalb Jahre Pause machte, 85 Angel Investments tätigte, ein denkmalgeschütztes Bäckereigebäude zum Coworking-Space umbaute und dabei lernte, dass er Gastro und Immobilien nicht kann, Software aber schon.
2023 wollte er zurück. Eine CRM-Idee verwarf er nach zwei Wochen Ideation auf Mallorca, weil ihm die Leidenschaft fehlte. Dann bat ihn ein VC um eine Due Diligence für eine Observability-Firma, und Mirko merkte: Das muss ich selbst machen. Dash0 greift im 40-Milliarden-Markt Observability Datadog, Dynatrace und Splunk an. Sein Mindset im Red Ocean: 1 Prozent des Marktes sind 400 Millionen, also reicht es, wenn einer von 100 Kunden Ja sagt. Positioniert wird über den offenen Standard OpenTelemetry und ein transparentes Pricing zu etwa halben Kosten, aber ausdrücklich nicht über den Preis als Hauptbotschaft.

Der Kern der Folge ist eine Sales-Masterclass. Dash0 hat 170 Mitarbeiter, davon 70 bis 80 im Go-to-Market, obwohl der Umsatz dafür noch gar nicht da ist, weil Hiring und Ramp jeweils rund zwölf Monate dauern. Feliks und Mirko bauen gemeinsam eine Pipeline-Scorecard: In-Person-Dinner und Messen sind AAA, LinkedIn Organic und Cold Calls sind A, Google Ads B, Outbound-Mails und Konzern-Partnerschaften C bis D. Dazu die Geschichte der KubeCon in Salt Lake City, wo Mirko aus Frust über einen leeren 2-Meter-Stand das größte Sponsoring-Paket buchte, alle 27 Mitarbeiter in rote Anzüge steckte und mit rund 500.000 Einsatz 2.000 Leads und nach einem halben Jahr 800.000 Umsatz holte.
Zum Schluss geht es ums Fundraising: Mirko hatte ein Pre-emptive Term Sheet, machte trotzdem eine komprimierte Runde mit 50 VCs, davon 29 Pitches in dreieinhalb Tagen in San Francisco. Dienstag um 24 Uhr unterschrieb er das Term Sheet über 110 Millionen, Mittwoch um 9 Uhr lag er sechs Stunden auf dem OP-Tisch. Er nahm nicht das höchste Angebot, sondern die Partnerin, die seinem Board fehlte. Außerdem: warum ein gutes Pitch Deck maximal fünf Slides hat, wie Recovery an zwei Tagen Mallorca ohne Handy funktioniert, wie man Kinder mit Geld erzieht, ohne sie zu verwöhnen, und was es mit seinen 50 Prozent an Jordan Olivenöl auf sich hat.
Zahlen aus der Folge
4 weitere Zahlen
Worüber am meisten gesprochen wurde
Kapitel
- 00:00Trailer & IntroIntro
- 01:29500 Mio Exit an IBM, der sich wie eine Niederlage anfühlteExit & Neuanfang
- 03:52Vom Gastarbeiterkind aus Solingen zum Serial-FounderExit & Neuanfang
- 06:58Nach dem Exit: 85 Angel Investments und warum Gastro knallhart istExit & Neuanfang
- 13:29Warum Mirko nochmal angreift: 40-Milliarden-Markt ObservabilityObservability & Positionierung
- 20:51David gegen Goliath: Startup gegen DatadogObservability & Positionierung
- 28:09Sales hiren, bevor der Umsatz da istSales & Pipeline
- 35:25Die Pipeline-Scorecard: was wirklich funktioniertSales & Pipeline
- 41:47Rote Anzüge, 500.000 Euro Risiko, 2.000 LeadsSales & Pipeline
- 01:08:5029 VCs in dreieinhalb Tagen, mit Rücken-OP dazwischenFundraising & VCs
- 01:24:07Der richtige VC: Partner schlägt BrandFundraising & VCs
- 01:36:58Recovery, Familie und reiche Kinder erziehenLeben neben der Firma
- 01:54:53Die Olivenöl-Story zum SchlussLeben neben der Firma
Key Learnings
- 1
Stell Sales ein, bevor der Umsatz da ist
Im Enterprise Sales dauert es vom ersten Kontakt bis zum Deal oft ein Jahr, neue Account Executives brauchen rund zwölf Monate Ramp, und in Deutschland kommen noch drei bis sechs Monate Vorlauf fürs Hiring dazu. Wer erst einstellt, wenn der Demand da ist, verliert ein Jahr. Deshalb hat Dash0 bei 170 Mitarbeitern schon 70 bis 80 Leute im Go-to-Market: ein Team, das auch 100 Millionen Umsatz machen könnte. Das ist cash-ineffizient und riskant, aber ohne diese Bank wächst du nicht schnell genug.
28:09 · Sales hiren, bevor der Umsatz da ist - 2
Pipeline löst fast alle Probleme
Wenn unten im Funnel etwas kaputt ist, etwa die POC-Win-Rate, liegt es oft oben: Mit nur drei Deals in der Pipeline nimmst du jeden, auch wenn er nicht passt. Mit 20 Deals kannst du hart ausqualifizieren und gewinnst plötzlich 90 Prozent der Proof of Concepts. Von Mirkos 85 Angel Investments hatte genau eins, n8n, so viel Demand, dass Pipeline kein Thema war. Die anderen 84 müssen grinden. Vergleich dich also nicht mit den Outliern.
28:09 · Sales hiren, bevor der Umsatz da ist - 3
Nutze die Scorecard: In-Person schlägt alles
Mirkos Ranking für Pipeline-Generierung: Dinner mit CTOs und Messen sind AAA, ein Abend für 30 Leute kostet 3.000 bis 5.000 Euro und rechnet sich mit einem einzigen Enterprise-Deal zehnmal. LinkedIn Organic (drei Posts pro Woche mit echten Zahlen) und Cold Calls sind A, Google Ads B. Outbound-Mails sind durch AI-SDRs auf C bis D abgerutscht, Konzern-Partnerschaften bringen ohne eigene Manpower und Incentives nichts, und Social Media sowie GEO funktionieren für Dash0 bisher nicht. Das Fazit: In-Person und Telefon.
35:25 · Die Pipeline-Scorecard: was wirklich funktioniert - 4
Wirk größer, als du bist
Auf der KubeCon in Salt Lake City stand Dash0 zu zweit an einem 2-Meter-Stand in der Ecke. Aus Frust buchte Mirko das größte Sponsoring-Paket für die nächsten zwei Messen, ohne das Geld dafür zu haben. In London kamen alle 27 Mitarbeiter in rot gebrandeten Arbeitsanzügen, der Stand war selbst gebaut, dazu hochwertige Rucksäcke statt Kugelschreiber. Ergebnis: 2.000 Leads, nach einem halben Jahr rund 800.000 Umsatz aus etwa 500.000 Einsatz. Heute kopieren vier oder fünf Wettbewerber die Anzüge.
41:47 · Rote Anzüge, 500.000 Euro Risiko, 2.000 Leads - 5
Geh in den Red Ocean, aber nicht über den Preis
Ein Markt mit Datadog, Dynatrace und Splunk hat einen Vorteil: Wer schon zwei Millionen für Datadog ausgibt, braucht keine Budget-Diskussion. Mirkos Rechnung: 1 Prozent von 40 Milliarden sind 400 Millionen, also reicht es, wenn einer von 100 Kunden Ja sagt. Dash0 positioniert sich über den offenen Standard OpenTelemetry und transparentes Pricing bei etwa halben Kosten. Günstiger zu sein ist aber keine Winning Strategy: Du musst besser sein, der Preis ist nur möglich, weil die Technik bei gleicher Marge smarter gebaut ist.
20:51 · David gegen Goliath: Startup gegen Datadog - 6
Fundraise immer, und dann komprimiert
Der größte Fehler von First-Time-Foundern ist, nicht zu fundraisen, weil sie sich noch nicht ready fühlen. Mirko rät, ständig mit VCs zu reden, Feedback einzuholen und sich Intros zu Portfolio-Firmen geben zu lassen, die Zielkunden sind. Die Runde selbst macht er in zwei Wochen: eine Woche Europa, eine Woche USA, 29 Pitches in dreieinhalb Tagen mit Fahrdienst von Termin zu Termin. VCs reden untereinander, also spreadet die Message. Das Pitch Deck wurde unterwegs von 20 Slides immer kürzer: Ein gutes Deck hat maximal fünf, der Rest ist die Story.
01:08:50 · 29 VCs in dreieinhalb Tagen, mit Rücken-OP dazwischen - 7
Wähl den Partner, nicht die Brand
Ein VC ist eine Firma, aber du arbeitest mit einem Partner, und der macht 90 Prozent deiner Interaktion aus. Mirko nimmt keinen VC, mit dem er nicht persönlich essen war, und macht aktiv Backchanneling bei Foundern aus dem Portfolio, auch bei den gescheiterten. Bei der Series B nahm er nicht das höchste Angebot, sondern die Partnerin mit Goldman-Sachs-Hintergrund, die seinem Board fehlte und ihn im ersten Meeting bei den Zahlen geroastet hat. Den Support eines VCs solltest du trotzdem nicht überschätzen: Am Ende bekommst du Geld und ein paar Kontakte.
01:24:07 · Der richtige VC: Partner schlägt Brand - 8
Recovery heißt: ganz aus, nicht halb
Es gibt fünf Lebensbereiche, aber nur zwei kannst du gleichzeitig richtig machen. In dieser Phase sind das für Mirko Familie und Beruf, Hobbys fallen weg. Nachhaltig arbeiten heißt für ihn, zu recovern, wenn er es braucht: etwa einmal im Monat ein Wochenende ohne eine einzige E-Mail, zwei Tage Mallorca ohne Handy. Danach ist der Akku wie beim Schnellladen wieder auf 80 Prozent, zwei Wochen Urlaub bringen kaum mehr. Und als Reise-Routine: immer dasselbe Hotel, derselbe Flug, derselbe Sitz, damit kein Background-Thread im Kopf läuft.
01:36:58 · Recovery, Familie und reiche Kinder erziehen
Zitate

„Pipeline solves all the problems. Und da hat er einfach recht.“„Ich würde jedem abraten davon, eine Firma zu bauen, die sagen, ich bin günstiger wie der Marktführer. … Du musst schon besser sein.“„Ich glaube, Fundraisen kannst du immer. Du solltest auch immer Fundraisen. Immer. Und das heißt Kontakte aufbauen mit VCs reden, weil du bekommst Feedback.“„Ein VC ist eine Firma und du arbeitest mit einem Partner. Und mein Learning ist, der Partner ist 90% mit deiner Interaktion mit dem VC …“„Nachhaltig heißt, dass du recoverst, wenn du es brauchst. Das habe ich früher nicht so gemacht.“Über den Gast

Mirko Novakovic
Mirko Novakovic ist Serial Founder aus Solingen. Sein Vater kam 1968 als Gastarbeiter aus Jugoslawien nach Wuppertal, er selbst wuchs auf 64 Quadratmetern auf, arbeitete ab 14 und stieg 1999 bei IBM in den Markt für Monitoring-Software ein. Mit codecentric baute er ein Consulting-Unternehmen mit rund 500 Mitarbeitern auf, 2015 gründete er Instana und verkaufte die Firma im Dezember 2020 für 500 Millionen an IBM. Nach zweieinhalb Jahren Pause mit 85 Angel Investments, einem Coworking-Space und Gastro in Solingen gründete er 2023 Dash0, eine Observability-Plattform auf Basis des offenen Standards OpenTelemetry. Dash0 hat heute 170 Mitarbeiter, geht auf 20 Millionen ARR zu und hat knapp 150 Millionen eingesammelt, zuletzt 110 Millionen in der Series B. Nebenbei hält Mirko 50 Prozent an Jordan Olivenöl aus Solingen.
Häufige Fragen
Wer ist Mirko Novakovic?
Mirko Novakovic ist Serial Founder aus Solingen und Gründer und CEO von Dash0. Er stieg 1999 bei IBM in den Monitoring-Markt ein, baute mit codecentric ein Consulting-Unternehmen mit rund 500 Mitarbeitern auf und gründete 2015 Instana, das er im Dezember 2020 für 500 Millionen an IBM verkaufte. Danach machte er 85 Angel Investments, unter anderem in n8n, und baute in Solingen einen Coworking-Space in einer denkmalgeschützten Großbäckerei.
Was macht Dash0 und was ist Observability?
Observability-Software ist das Kontrollzentrum für Computerprogramme: Sie sammelt Logs, Metriken und Traces aus Hunderten Microservices und zeigt, wo etwas langsam oder kaputt ist. Der Markt ist laut Mirko rund 40 Milliarden groß, Datadog als größter Anbieter macht etwa 4 Milliarden Umsatz. Dash0 setzt auf den offenen Standard OpenTelemetry und ein transparentes Pricing, hat 170 Mitarbeiter, geht auf 20 Millionen ARR zu und hat knapp 150 Millionen eingesammelt.
Warum fühlte sich der 500-Millionen-Exit wie eine Niederlage an?
Der Deal mit IBM lief komplett remote im Corona-Lockdown und wurde am 29. Dezember 2020 um 3 Uhr morgens geschlossen, während Mirko allein in seinem Kellerbüro saß. Mit dem Closing war er kein CEO mehr, sondern Angestellter. Vor allem aber wollte er die Firma eigentlich größer machen: Der Konkurrent Datadog ist heute knapp 80 Milliarden wert. Persönlich war der Exit gut, als Unternehmer fühlte es sich an, als hätte er den Job nicht zu Ende gebracht.
Welche Sales-Kanäle funktionieren laut Mirko Novakovic am besten?
Ganz oben stehen In-Person-Formate: Dinner mit CTOs für 3.000 bis 5.000 Euro pro Abend und Messen wie die KubeCon, die Dash0 mit roten Anzügen 2.000 Leads brachte. Danach kommen LinkedIn Organic mit mindestens drei Posts pro Woche und Cold Calls, dann Google Ads. Outbound-Mails sind durch AI-SDRs fast wertlos geworden, Konzern-Partnerschaften funktionieren ohne eigenen Aufwand nicht, und Social Media sowie GEO liefern für Dash0 bisher wenig.
Wie hat Dash0 die Series B über 110 Millionen geraist?
Mirko hatte bereits ein Pre-emptive Term Sheet, wollte den Prozess aber bewusst durchziehen, um zu lernen und Feedback zu bekommen. Er sprach mit 50 VCs, davon 29 in dreieinhalb Tagen in San Francisco, mit Fahrdienst von Termin zu Termin und Meetings von 8 bis 22 Uhr. Das Term Sheet unterschrieb er Dienstag um 24 Uhr, am Mittwoch um 9 Uhr folgte eine sechsstündige Rücken-OP. Er entschied sich nicht für die höchste Bewertung, sondern für die Partnerin von Balderton, die seinem Board den Finanz-Hintergrund gab.
Wie stellt Mirko Novakovic Sales-Leute ein?
Kandidaten pitchen im ersten Gespräch ihr aktuelles Unternehmen, daran scheitern schon 80 Prozent. Danach folgt eine zweistündige Case Study: Wie baust du in deinem Territory Pipeline, mit welcher Cadence, wie recherchierst du? Dazu simuliert das Team einen Pitch für Dash0 mit Economic Buyer und Tech Champion. Mirko sucht Hunter, keine Angebotsabholer aus Konzernen, hört auf sein Bauchgefühl und macht bei der Einstellung keine Kompromisse mehr. Gute Seller verdienen bei Dash0 250.000 im Jahr, halb fix, halb variabel.
Erwähnt in der Folge
- InstanaFirmaMirkos zweite Firma, 2015 gegründet und im Dezember 2020 für 500 Millionen an IBM verkauft.
- IBMFirmaMirkos erster Arbeitgeber ab 1999 und 2020 Käufer von Instana.
- codecentricFirmaMirkos erste Firma, ein IT-Consulting mit rund 500 Mitarbeitern, als er ging.
- DatadogFirmaGrößter Wettbewerber mit rund 4 Milliarden Umsatz und knapp 80 Milliarden Market Cap.
- OpenTelemetryToolOffener Standard für Logs, Metriken und Traces, auf dem Dash0 aufbaut.
- AccelFirmaVC, der schon bei Instana investiert war und Mirko um die Due Diligence bat, aus der Dash0 wurde.
- BaldertonFirmaVC der Series B; Mirko wählte die Partnerin mit Goldman-Sachs-Hintergrund statt der höchsten Bewertung.
- n8nFirmaDas eine von 85 Angel Investments, das sich über Pipeline keine Sorgen machen muss.
- KubeConSendungWichtigste Messe für Dash0 mit 15.000 Teilnehmern; Ort der roten Anzüge und 2.000 Leads.
- Engelbert StraussFirmaHersteller der Arbeitsanzüge, die Dash0 rot branden ließ.
- ZoomInfoToolGrößte Kontaktdatenbank, aus der Telefonnummern für Cold Calls kommen.
- BlacklaneToolFahrdienst, dem Mirko alle VC-Termine schickte, um 29 Pitches in dreieinhalb Tagen zu schaffen.
- Unicorn BakerySendungPodcast von Fabian Tausch, in dem Mirko über zu wenig Pipeline bei Startups sprach.
- Quantum SystemsFirmaDrohnenhersteller, dessen CEOs Mirko beim Balderton-Offsite in Marrakesch traf.
- Jordan OlivenölFirmaOlivenöl aus Solingen mit Farm und Mühle auf Lesbos, an dem Mirko 50 Prozent hält.
Transkript
00:00 Trailer & Intro
00:00 Mirko Novakovic: Ich würde jedem abraten davon, eine Firma zu bauen, die sagen, ich bin günstiger wie der Marktführer. Du musst schon besser sein. Der große Fehler ist, dass sie einfach nicht fundraisen. Fundraisen kannst du immer. Du solltest auch immer Fundraisen. Guck dir den Partner genau an. Der Partner ist 90% mit deiner Interaktion mit dem VC. Du fängst immer mit viel zu langen Pitcher an, hast dann irgendwie 20 Slides am Ende brauchst du vielleicht drei. Der Rest ist die Story, die du darum erzählst. Wie lange ein VC im Pitchstack anschaut, sind irgendwie 50 Sekunden oder so. Wir müssen auffallen, ne? Wie fallen wir auf? Erklär mal. Da waren wir in Salt Lake City, unserem 2-Meter-Stand in irgendeiner Ecke. Wir standen uns da die Füße im Bauch. Ich war so pisst. Ich hab gesagt, ich buche jetzt das größte Sponsoring-Paket und wir hatten auch gar nicht das Geld dafür. Das killt uns, aber ich stehe ja nicht mehr in die Ecke und ich will den
00:43 Feliks Eyser: Absolut sichtbarsten Stand haben, den es gibt. Du hast keine Angst, du bist fearless. Ist das irgendwas falsch mit dir oder ist das ein Superpower? Herr Mirko, guck mal, ich habe deinen LinkedIn Post ausgedruckt. Richtiger, richtiger, richtiger Boomer-Move. Zu Instana, deine Firma davor. Du hast gesagt, du hast die für 500 Millionen an IBM verkauft in 2020. Ich erinnere mich an den Moment, als die Transaktion abgeschlossen war. Ich hatte das Geld auf meinem Bankkonto. Life-Changing-Betrag, aber Ich habe mich nicht gefühlt, als hätte ich gewonnen. Ich habe mich gefühlt, als hätte ich verloren. Ich habe mich gefühlt, als hätte ich den Job nicht zu Ende gebracht. Was los? Das stimmt, das stimmt. Was war falsch am 500 Millionen-Exit?
01:29 500 Mio Exit an IBM, der sich wie eine Niederlage anfühlte
01:29 Mirko Novakovic: Also wichtig nochmal zu sagen, dass die 500 Millionen nicht auf mein Konto gewandert sind. Da gab es natürlich noch Investoren und andere Mitgründer und Teilschein zu dir gekommen. Nein, man muss vielleicht, also ich glaube, es gab zwei Dinge. Erstens muss man die Situation nochmal sich vor Augen führen. Das war Dezember 2020. Voll Lockdown Covid. Wir haben den Deal drei Monate gemacht, komplett remote. Ich habe also noch nie jemanden von IBM gesehen in Persona. Weil ich war zu der Zeit, wir haben zwar in San Francisco gewohnt, wir sind aber nach Deutschland gekommen, konnten dann nicht mehr in die USA einreisen wegen Corona. Und das heißt, wir waren in Deutschland, der Deal ist natürlich in den USA stattgefunden und ich habe das alles über Telefon gemacht. Und dann eben auch viel in der Nacht. Als der Deal geschlossen wurde, weiß ich, 29. 12. 2020, 3 Uhr morgens deutscher Zeit. Wie war der Moment, als du denn dein Bankkonto aktualisiert hast? War schon, sah gut aus. Sah gut aus, interessant, surreal auch irgendwie. Aber trotzdem, dann ist natürlich, der Deal wird geschlossen, alle sagen, hey, congrats, ne, du bist in einem. Damals WebEx von IBM mit, weiß ich nicht, gefühlt 20 Lawyern, ein paar anderen Leuten, die sagen dann alle Congrats, dann. . Ist das Zoom-Meeting aus oder das Webex-Meeting aus? . Und ich sitze in meinem Kellerbüro im Dunkeln, 3 Uhr morgens, alle schlafen und du sitzt dann da und denkst, boah. Und jetzt? Was jetzt? Du bist in dem Moment ja auch nicht mehr der CEO, also in dem Closing geht ja dann sozusagen die Geschäftsführung und alles über auf die IBM. Das heißt, du bist dann eigentlich. In dem Moment Angestellter. Genau, und so, ich habe mich, für mich hat sich das nicht wie ein Sieg angefühlt, weil klar, ich wollte eigentlich, dass die Firma größer macht, unser größter Konkurrent Datadog. hat in den letzten Wochen nochmal 60 Prozent zugelegt, sind jetzt bei knapp 80 Milliarden Market Cap. Also ein Riesenunternehmen, das ist also möglich in dem Bereich und wir haben dann für nur 500 Millionen Verkauft und für mich hat sich das nicht angefühlt, als wäre das halt eine Niederlage gewesen.
03:34 Feliks Eyser: Krass, krass, krass, krass.
03:36 Mirko Novakovic: Sowohl auf persönlicher Ebene ist das dann natürlich gut gewesen als Exit, das schon, aber als Unternehmer denkst du dann in dem Moment nicht so, also ich zumindest nicht.
03:46 Feliks Eyser: Was hat dein Mindset geprägt? Erzähl mir mal, was ich über deine Kindheit wissen muss, um zu verstehen, was für ein Founder du heute bist.
03:52 Vom Gastarbeiterkind aus Solingen zum Serial-Founder
03:52 Mirko Novakovic: Gut, ich bin ganz normal groß geworden. Also, ich sag mal, ich mag den Begriff Migrationshintergrund nicht, aber der wird ja in Deutschland so verwendet. Das heißt, mein Vater ist 1968 aus Jugoslawien als Gastarbeiter nach Wuppertal gekommen und meine Mutter ist Krankenschwester. Und so bin ich groß geworden in Wohnungsbau. Ich sage heute meinen Kindern immer, mit 64 Quadratmeter, ich habe mit meinem Bruder in einem kleinen Zimmer gewohnt, aber es war gut. Also damals war das normal. Und so bin ich groß geworden, war auch nicht besonders gut in der Schule erstmal. Hab dann die Realschule geschafft. Und mich dann entschieden, doch noch das Abitur zu machen. Hab ein okayisches Abitur gemacht, da sind wir ja eben drauf gekommen, nach Stuttgart dann studiert. Oder erst Bundeswehr, dann Stuttgart studiert und so bin ich eigentlich geprägt worden. Ich habe immer gearbeitet, ich habe mit 14 angefangen zu arbeiten, Zeitungen ausgetragen, ich habe eigentlich schon jeden Job gemacht, viel auf dem Bau gearbeitet. Pizzataxi gefahren, alles was man so gemacht hat, um Geld zu verdienen. Also für mich war das immer wichtig, Geld zu verdienen, auf jeden Fall. Und ich habe meinen Job nicht gemacht, um mich selbst zu verwirklichen, sondern einfach um auch Um zu sorgen, vorzugehen. Um zu sorgen, ja. Und auch, weiß ich nicht, für mich war das schon auch was, meine erste Wohnung oder mein erst Haus zu kaufen. Das gab es in meiner Familie nicht, dass jemand was besessen hat. In der Beziehung, deswegen war das für mich schon auch wichtig.
05:18 Feliks Eyser: Was glaubst du? Es gibt ja dieses Muster, so Second Generation Immigrants gibt es ja ganz oft quasi so ähnliche Storys über dir, in den USA auch viel. Eltern kommen quasi mit nichts in ein neues Land. Was glaubst du, was das auslöst oder was hast du bei dir ausgelöst?
05:32 Mirko Novakovic: Ich kann das gar nicht genau sagen, weil ich das nicht so empfinde. Also ich glaube nur einfach, dass du aufwächst Und merkst, dass man arbeiten muss. Ja, das definitiv. Und ich sag immer, du merkst dann vielleicht auch gewisse Sachen, dass es für einen Luxus sind, die man dann mehr haben möchte. Also ich war nie im Restaurant als Kind. Nie. Man kannte das nicht, dass man in ein Restaurant geht. Das war für mich, wenn einer ins Restaurant gegangen ist, dachte ich, wow, das müssen reiche Leute sein. Oder ich bin nie geflogen, bis ich 18 war oder bis ich mir das selber leisten konnte. Ich kannte kein Flugzeug. Wir sind immer zurück. Wie viele Mitigationshinterinnen dann in die Heimat des Vaters. In so ein Dorf in Bosnien. Da haben wir alle Urlaub verboten. Mehr. Damals, das ist auch was, was wir vergisst, aber wenn du in den 80er Jahren nach Jugoslawien gefahren bist, gab es in Österreich noch keine Autobahn? Du musst es über die Berge drüber, du musstest über den Pass, den sogenannten Wurzenpass. Da war dann, ich erinnere mich, früher sind auch viele türkische Familien mit diesen Vortransit. voll beladen, Waschmaschine auf dem Dach in die Heimat gefahren und die kamen dann die Berge nicht hoch. Und dann gab es da Stau und da mussten die Traktoren die Wagen über die Berge ziehen und dann hast du teilweise 20 Stunden an der Grenze gestanden. Das vergisst man ja auch. Das war ja sozusagen eine harte Grenze überall. Da wurde kontrolliert und dann hast du da. im Schritt Tempo bist du dann kilometerlang vor den Grenzen gestanden. Krass. Und bist dann, genau, das war, das war Urlaub.
06:58 Nach dem Exit: 85 Angel Investments und warum Gastro knallhart ist
06:58 Feliks Eyser: Du hast die Firma verkauft und dann aber zwei Jahre operativ jetzt nicht sofort das nächste Ding gemacht, sondern hast du ein bisschen Zeit gelassen?
07:06 Mirko Novakovic: Ja, sogar länger, ne? Zweieinhalb Jahre. Ich hatte eigentlich nicht vor, noch mal was Neues zu gründen. Also ich muss auch sagen, so nach wenn du fünf Jahre Startup machst, wie da, das ist jetzt nicht zu lange Zeit, aber Vollgas gibst, dann ist. Fünf Jahre war das bei dir? Ja, 2020 Verkauf 2015 gegründet, genau. Fünf Jahre. Aber wirklich Vollgas, mit auch in die USA gezogen, mit der Familie und wie man das kennt, sieben Tage die Woche eigentlich immer im Dienst. Dann ist man auch so ein bisschen ausgebrannt. Also, wenn du dann. Du merkst das nicht, wenn du in diesem Trott bist. Aber wenn du dann so runterfährst, voller Adrenalin, dann war ich erstmal zwei, drei Monate richtig platt. Also einfach. Viel geschlafen und dann habe ich gesagt, das meine ich nochmal. Das ist auch irre.
07:51 Feliks Eyser: Man kommt ja so ein bisschen traumatisiert daraus, oder? Es gibt ja so ein bisschen so Startup-PTSD und wir reden mit ganz vielen, die so eine Situation waren, post-Exit und sich erstmal leer gefühlt haben. Anzeichen von Depression, Burnout, Energielosigkeit. Ja, ja, ich denke schon.
08:05 Mirko Novakovic: Also ich kann mit dem Begriff für mich jetzt, weiß ich nicht, ob ich einen Burnout hatte oder sowas, glaube ich eher nicht. Ich war immer voller Energie. Aber du bist einfach müde. Also ich war einfach müde. Ich würde sagen, das war ich auf jeden Fall. Ich habe viel geschlafen. Und dann denkst du natürlich, das ist auch so ein Learning für mich gewesen. Meine Kinder sind schon was älter. Die sind heute, mein Sohn wird 20. Meine Tochter wird 17, mein Sohn ist 15, der Kleinste. Damals waren die halt ein bisschen jünger, aber trotzdem hatten die schon ihr eigenes Leben und du denkst ja dann, okay, ich habe jetzt Zeit. Dann mache ich jetzt so 24,7 was mit der Family. Wie lief das? So, genau, und das wollen die natürlich gar nicht, ne? Weil, dass mein Kleiner irgendwann gesagt hat, Papa, uh Ich habe mein Leben, du hast dein Leben, ne? Komm mal klar. Es reicht jetzt auch. Ja, genau. Es reicht jetzt, genau. Ich will ja mit meinen Freunden was machen. Also dann muss man natürlich auch, findet man sie für sich raus. Alle meine Freunde, ich Wir hatten eingangs ja mal gesprochen, ich komme aus Solingen. Das ist jetzt nicht so das Tech-Start-up-Umfeld. Meine Freunde haben alle normale Jobs. Das heißt, wenn du dann morgens wach wirst und. Da ist ja niemand da. Am Dienstag um 10 Uhr hat auch keine Zeit. Weil die sind in der Zahnarztpraxis oder sind da irgendwie. Bei der Sparkasse oder auf der Baustelle. Das heißt, die haben gar keine Zeit für dich. Das heißt, du hast erstmal gar kein Umfeld was Zeit hat, ich bin eigentlich viel zu jung, du bist ja nicht im Rentenalter. Die Kinder sind in der Schule, die Frau arbeitet und dann sitzt du da zu Hause und denkst, hm, und jetzt?
09:25 Feliks Eyser: Du hast Investments gemacht, oder? Relativ viele Angel Investments? Du warst ein paar Boards, du hast mit Fauna gearbeitet. Wie hast du sonst die Zeit gefüllt?
09:30 Mirko Novakovic: Ich habe so 85 Angel Investments gemacht.
09:33 Feliks Eyser: Okay.
09:34 Mirko Novakovic: Also relativ viele in den drei, vier Jahren. Und ich habe dann angefangen auch in Solingen viel zu machen. Also in meiner Heimatstadt, wollte so ein bisschen zurückgeben, habe alte Gebäude gekauft, renoviert, einen Coworking-Space gebaut. Du hast einen Coworking-Space gebaut, oder? Guck mal. Genau, das ist dein Coworking Space auch ausgedrückt. Genau, Anfang des 19. Jahrhunderts gebaut. Als Bäckerei. Es war eine Großbäckerei. Früher, als es noch keine Supermärkte gab, gab es genossenschaftliche Großbäckereien. Die stand dann elf Jahre leer und das Gebäude habe ich komplett saniert, denkmal, geschützt. Sieht aus wie ein kleines Schloss. Sieht auch in Solingen. Ja, Wahnsinn, ja. 6000 Quadratmeter, also ziemlich groß. Und ein Restaurant, wie man sieht, auch drin. Und ein Fitnessclub. Und alles so in einem Gebäude, das gab es in Solingen so auch noch nicht. Okay, du hast dich für die Gründerszene eingesetzt mit Investments, du hast dich für die Stadt eingesetzt. Genau, dort sind auch Startups drin und kleine Unternehmen, mit denen ich auch zusammenarbeite. Und hab dann auch andere Dinge gemacht, ne? Weinbars eröffnet, andere Gebäude.
10:38 Feliks Eyser: Olivenölbusiness gemacht, oder? Aber das verraten wir nicht. Da redet man ganz am Ende. Da müssen wir alle und dranbleiben für die Olivenöl-Story. Ich kenne sie auch noch nicht, muss ich sagen. Was hast du in der Reflexion, quasi in der Rückschau, über dich gelernt in dieser Zeit?
10:50 Mirko Novakovic: In diesen zweieinhalb Jahren? Also, ich glaube, man muss ein paar Dinge sagen. Nicht, dass ich das gedacht habe, aber was ich schon gelernt habe, ist, man denkt ja so ein bisschen Also, ich hatte davor in Stanley ja auch schon mit codecentric ein relativ erfolgreiches Consulting-Business aufgebaut.
11:03 Feliks Eyser: Muss man dazu sagen, Instanar, die du verkauft hast, war deine zweite große Firma. Die erste hatte auch schon hunderte von Mitarbeitern.
11:08 Mirko Novakovic: Genau, genau. fast 1000 Mitarbeiter, glaube ich, als ich da war. 500. Was habe ich gelernt? Dass man nicht alles kann. Man denkt ja so ein bisschen dann, wenn man erfolgreiche Unternehmen gemacht hat. Man ist ein guter Unternehmer, man kann eigentlich alles damit machen. Restaurants, Coworking-Spaces. Und da habe ich ganz schnell gelernt, das ist nicht so. Also ich muss auch sagen, ich habe unheimlich Respekt gewonnen vor Gastro und allem Krasses Business, oder? Krasses Business. Krasses Business, glaube ich. Total hart. Also vom Business selbst, weil gerade in Deutschland extrem knappe Margen, die Leute wollen nicht so viel für Essen ausgeben. Personal superschwierig. Personal superschwierig. Extrem harte Arbeitszeiten. Die Leute müssen eigentlich dann arbeiten, wenn alle anderen frei haben, am Wochenende abends.
11:52 Feliks Eyser: Wenn du 10 Restaurants aufmachst, da werden, weiß ich nicht, vielleicht zwei, drei überleben.
11:55 Mirko Novakovic: Genau, und wenn du, äh, ich sag mal, einen Tag nicht gut drauf bist, kriegst du direkt eine schlechte Google-Bewertung, ne? Und so weiter. Heutzutage ja auch Hardcore, ne? Also da kennen die Leute ja keine Gnade, dir sofort, wenn das Salz ein bisschen zu viel war, das sofort auch Reinzuhauen. Also, ich sag mal, extrem hartes, extrem intensives Feedback auch vom Kunden, extrem daran dran. Also dafür muss man schon geboren sein. Also habe ich gemerkt, ich bin wirklich kein guter Gastromensch. Ich habe es auch nicht versucht, aber ich war dabei und habe das so beobachtet. und habe Leute gefunden, die das heute super managen. Meine Frau unter anderem auch, die das hervorragend macht. Aber ich kann das nicht. Also das kannst du richtig gut. Software bauen. Und Softwareunternehmen. Ich glaube, das kann ich wirklich gut und ich glaube bei vielen anderen nehmen mich nicht so gut. Auch auch, ich habe viel mit Immobilien gemacht. Ist auch ein Business, da musst du total spezialisiert sein, das musst du total verstehen. Ich habe viele, ich habe ja jemanden kennengelernt aus Berlin, der das sehr professionell macht und der sagte mal, du hast ja auch nur Spezialimmobilien. Was heißt das? Ja, nichts, was so Standard ist, ne, so Standardimobil. Mehrfamilienhaus, Mehrfamilienhaus, genau sowas.
13:01 Feliks Eyser: Das ist ein altes, wahrscheinliches Denkmalgeschützhaus.
13:03 Mirko Novakovic: Denkmalgeschützt, sehr speziell, ne? Und ich habe nur so ein Zeug gekauft, ne? Und ich habe da gar nicht drüber nachgedacht, aber ich dachte, das wäre eine gute Idee. Also man merkt halt. Man viele Dinge kann man nicht, ne? Und muss dann auch sich ein paar blutige Nasen holen.
13:15 Feliks Eyser: Und irgendwann kam der Moment, wo du gedacht hast, ey Ich kann nochmal angreifen, ich will nochmal was Neues starten, ich kann Software bauen, ich gründe die nächste Softwarefirma. Nimm mich ja mit in diesen inneren Dialog. Wie war das bei dir, als du ernsthaft überlegt hast, wieder operativ reinzugehen?
13:29 Warum Mirko nochmal angreift: 40-Milliarden-Markt Observability
13:29 Mirko Novakovic: Also ich habe ja dann, wie du gesagt hast, auch Angel Investments gemacht, habe viel mit Fauna zusammengearbeitet, war ein paar Boards und hab dann aber natürlich auch gemerkt, ah Das soll jetzt nicht argumenten, aber ich habe dann schon gemerkt, okay, ich kenne das eigentlich besser wie die meisten, in die ich investiert habe. Also ich habe dann viele Fehler gesehen, es hat mich auch nervös gemacht. Und du kannst aber nicht reingrätschen. Ich kann nicht reingrätschen. Oder wenn du es machst, ist es auch irgendwie ein bisschen peinlich. Wenn es einem dann passiert, dass man reingrätscht. Aber ich bin auch vom Typ her eher einer, der dann mitmachen möchte. Also da habe ich dann gemerkt, okay. Das ist auch nichts für mich. Die Coach-Rolle ist nichts für mich. Und ich habe es auch vermisst, wieder richtig zu arbeiten. Und dann habe ich Anfang 2023 für mich die Entscheidung getroffen, dass ich wieder zurück möchte. Wusste aber da nicht was. Also ich hatte keine Idee. Ich hatte mir da vorher auch keine großen Gedanken gemacht. Ich hatte zwar so einen Apple-Notes, und immer wenn ich mal so, manchmal hast du das ja, fährst Fahrrad und kommst auf eine Idee, dann habe ich mir so. Was stand da so drauf, was du nicht gemacht hast? Also die ursprüngliche Idee, die habe ich dann auch tatsächlich evaluiert. Ich wollte eigentlich ein CRM bauen. Also ein Customer Relationship Management System, und zwar für Software. Weil die ganzen CRM-Systeme draußen, wie Salesforce, HubSpot, sind ja nicht für Software dediziert gebaut worden, sondern sind dediziert für, kann ja jeder nutzen. Das nutzen Versicherer. Genauso wie, äh, keine Ahnung, ein Händler, genauso wie ein Softwareunternehmen.
14:53 Feliks Eyser: Okay, und du wolltest jetzt ja immer speziell für Softwarefirmen, weil der Sales-Prozess da sich unterscheidet zu
14:59 Mirko Novakovic: Salesprozess ist eigentlich ziemlich standardisiert im Software, aber sehr schwer, du brauchst immer, das ist interessant, ne? Jedes Softwareunternehmen hat eigentlich zwei, drei Consultants, die nichts anderes machen als Salesforce dann an diesen Prozess wieder anzupassen. Und du brauchst in der Regel noch zehn andere Tools drumherum, um den Prozess abzubinden, vom Outbound bis Customer Success. Und ich dachte halt, ich baue eine eine Lösung, die das alles macht. Wieso hast du dich dagegen entschieden? Also ich habe ein Team zusammengestellt schon.
15:29 Feliks Eyser: Ach, du warst da richtig, du warst ja richtig drin, okay.
15:31 Mirko Novakovic: Ich war ja schon drin, also ich habe also nicht gegründet, aber ich hab dann Ich hatte ein Haus auf Mallorca und dann haben wir uns zwei Wochen auf Mallorca getroffen mit so einem Team und haben uns wirklich 24-07 Ideation gemacht und überlegt, ist das das Unternehmen, was wir bauen wollen. Und wir waren dann am Ende eigentlich auch so weiß, dass so die, die dabei waren, total begeistert waren. Aber ich war nicht begeistert. Woran hast du das gemerkt? Ich habe das so innerlich gemerkt, dass ich so nicht die Passion dafür hatte. Also ich war so Ich fand die Idee gut und ich habe dann am Ende gesagt, hey, wenn ihr das machen wollt, hier ist die Idee, haut rein. Aber ich fühle es nicht. Ich kann das nicht. Okay. Weil ich wusste auch, ich muss das jetzt ja für die nächsten. Wollen wir mal zehn Jahre machen mit voller Energie und Leidenschaft. Und das konnte ich nicht, ich konnte nicht schon am Start keinen Bock drauf haben. Also so inhaltlich, ne? Das ging nicht. Da hab ich so nicht die Ich habe einfach keine Energie aufgebaut. Und dann habe ich dann auch erstmal sein lassen, das war dann, weiß ich nicht, im Februar oder so. Und dann hat mich ein, ich habe mit einigen Venture-Kapitalisten zusammengearbeitet. Damals hat mich Excel. Die bei deiner Firma davor auch schon investiert waren? Die waren schon investiert und ich war auch immer im Kontakt mit denen und dann haben die mich gefragt, die wollten in so eine Observability-Company investieren, ob ich da eine Due Diligence machen könnte. Also ob ich mal mit den Faunern sprechen könnte und mir das angucke. Und weil es war ja sozusagen mein Space. Und da habe ich gesagt, klar, mach ich. Und dann habe ich mit denen gesprochen und dann habe ich mir angehört, was sie machen. Die haben es anders, was ich jetzt gemacht habe, aber ich habe einfach gemerkt, ich war einfach voll Pashion. Und dann habe ich gemerkt, ey, das war mal genau, wie du es machen würdest, was da anders machen würdest. Ich wusste, was ich da richtig falsch fand an denen. Ich wusste, was wie der Markt aussieht. Ich kenne alle Konkurrenten, ich kenne Eigentlich jede Person in dem Marken, aber ich das seit über 20 Jahren mache. Und dann habe ich gedacht, okay, shit. Ich muss das machen. Ich muss das machen.
17:18 Feliks Eyser: Okay, wir müssen kurz aufklären: Observability. Ich wusste auch nicht, was das heißt, ehrlich gesagt. Ich habe ChatGPT gefragt und gesagt: Hey, was ist Observability? Wie funktioniert Dash0? Erklär das mal einem zwölfjährigen. Das ist ein guter Prompt. Hier kommt die Antwort. Stell dir vor, du baust mit Lego eine riesige Stadt aus vielen kleinen Maschinen. Da fahren Aufzüge, Autos, Züge, Roboter und plötzlich funktioniert etwas nicht mehr. Vielleicht bleibt ein Zug stehen oder ein Aufzug hängt fest. Das Problem ist, du weißt nicht, wo der Fehler ist. Jetzt kommt Dash0 ins Spiel. Dash0 ist wie ein Kontrollzentrum für Computerprogramme. Es hilft den Entwicklern dabei zu sehen, was passiert gerade, wo gibt es Probleme. Wo ist etwas langsam oder kaputt? Welcher Teil der Software verursacht Fehler?
17:53 Mirko Novakovic: Macht das Sinn? Macht total Sinn. Finde ich gut. Die Analogie ist dann im Grunde, wenn du auf der Stadtanalogie haben wir eben bestimmte Sensorik. Das kann eine Kamera sein, um zu gucken, ob es einen Stau gibt. Das kann ein Sensor sein im Aufzug. Und all diese Daten werden eben an unser System gesendet. Das sind Unmengendaten übrigens auch, also wirklich Petabytes an Daten. Und aus denen musst du dann irgendwie. . ableiten, ob der Aufzug stecken geblieben ist oder du einen Stau hast. Und was da genau das Problem ist gerade. Und was genau das Problem ist. Und das ist eine 40-Milliarden-Industrie. Das ist eine 40-Milliarden-Industrie. Stark wachsend auch.
18:24 Feliks Eyser: Krass. Weil einfach mehr in IT investiert wird, weil die Systeme komplexer werden, weil mit AI neue Dimensionen dazukommen, was ist der Grund, warum das dort wächst?
18:32 Mirko Novakovic: Also man muss sich das vorstellen, jetzt versuche ich das auf diese Stadtanalogie, das Frühjahr, früher hat man nur Wolkenkatzer gebaut. Große Gebäude. Und das war es eigentlich, es war ein Wolkenkratzer, da war alles drin. Heute macht man sehr spezialisierte kleine Gebäude. Das sind diese Microservices. Und die kommunizieren alle miteinander. Die arbeiten miteinander. Das heißt, man hat irgendwie Logistik dazwischen und was weiß ich. Und dadurch wird die Datenmenge einfach viel größer, weil wir viel mehr Komponenten haben. Es gibt viel mehr Bewegung. Es gibt viel mehr Abhängigkeiten und natürlich kann man sich vorstellen, wenn man jetzt so einen Prozess hat, wo 100 Komponenten dran beteiligt ist und wenn eine kaputt geht, ist alles kaputt. Dann wird es auch extrem schwierig, das am Laufen zu halten und zu überwachen. Während eine große, früher hatte man den sogenannten Mainframe, hatte eine Bank, einen fetten Rechner in den Keller und da lief alles drauf. Da war die Datenbank drauf, da waren die
19:29 Feliks Eyser: War nicht in der Cloud, du nicht 1000 Provider, wo ein kleines Teil von jemandem.
19:32 Mirko Novakovic: Wenn das Ding kaputt war, war es kaputt. Aber deswegen hatten die extrem hohe Reliability. Die sind kaum ausgefallen, diese Rechner. Ich kann mich erinnern, Jahr 2000 war ich bei IBM, da musste man teilweise die Rechner abschalten, um die eine Stunde stehen zu lassen, um diese Zeitverschiebung. Es gab dieses Problem ja, der sich Wer Informatiker ist, weiß das. Wenn man Schaltjahre berechnet, ist das ja alle vier Jahre. Es sei denn, das Jahr ist durch 100 teilbar. Das wusste ich nicht. Genau, dann ist es nämlich nicht, das ist so dieser Ausgleich für die Sekunden. Aber wenn das Jahr durch 400 teilbar ist, dann ist es doch wieder eins. Und deswegen war 2000 so speziell, weil es durch 300 teilbar, aber auch durch 400 teilbar war. Und dann musstest du dieses Schaltjahrstunde manuell regeln. Und dann hat man die Computer einfach ausgeschaltet und nach einer Stunde wieder angeschaltet mit Stoppuhr.
20:21 Feliks Eyser: Das war das Problem für diese H2K-Gäste.
20:23 Mirko Novakovic: Ja, auch, eins derer. Und da weiß ich, da gab es Rechner, die haben seit den 60er Jahren durchgelaufen bis 2000. Die sind nicht einmal ausgemacht oder rebootet worden. Und dann hatte man Angst, wenn die runterfahren, weil die Festplatten dann runterfahren, dass sie nicht mehr anfahren, weil die ja immer geschwungen sind. Aber da kann man sich vorstellen, dass die Rechner 30, 40 Jahre ohne Unterbrechung durchgelaufen sind. Also so reliable waren die. Und deswegen hat man sich da diese Gedanken nicht gemacht.
20:48 Feliks Eyser: Das hast du in der neuen Architektur nicht mehr?
20:50 Mirko Novakovic: Nee.
20:51 David gegen Goliath: Startup gegen Datadog
20:51 Feliks Eyser: Du hast Datadog angesprochen, das ist der größte Anbieter in dem Bereich. Die machen irgendwie drei, vier Milliarden Umsatz. Mittlerweile, ja. 4 Milliarden Umsatz. Und jetzt sieht man so ein Riesenunternehmen, wahrscheinlich Tausende von Mitarbeitern, die Die haben Netzwerkeffekte, die haben Skaleneffekte, die haben krassen Login, weil wenn du das einmal eingeführt hast, dann schmeißt du es wahrscheinlich nicht morgen wieder raus. Also du kämpfst ja da ein Stück weit gegen Goliath. Was hast du überlegt, was ist sozusagen als David Der Schlitz in der Rüstung. Also, wie greifst du so ein Riesending an?
21:20 Mirko Novakovic: Ja, also man muss vielleicht ein paar Dinge dazu, wie ich da vom Mindset angehe. Also, das erste ist, was ich gelernt habe, du kannst dir ja zwei Arten von Märkten aussuchen. Der eine Markt ist ein Blue Ocean-Markt. Da hast du keine Konkurrenten. Gibt es noch nichts? Keine Konkurrenten. Und der andere ist wie wir, ein totaler Red Ocean-Markt. Es gibt ja nicht nur Datadog, es gibt Dynatrace, Blunk, keine Ahnung, mehrere Milliarden Companies in dem Bereich. Und das hat beides Vor- und Nachteile. Der Vorteil von Blue Ocean ist, du hast keine Konkurrenz. Der Nachteil ist, du musst den Markt aber auch aufbauen. Du musst educaten. Die Leute haben kein Budget. Wir haben ja den Vorteil. Wenn einer schon zwei Millionen für Datadog ausgibt, muss ich mit dem nicht über Budget reden. Er weiß, dass es das Budget gibt, der weiß, dass es die Kategorie gibt, er weiß, warum er es braucht. Das heißt, der Vorteil ist Ich gehe in den 40-Milliarden-Markt und mein Mindset ist immer, dass ich sage, okay, lass mich mal 1% davon erstmal gewinnen. Das sind 400 Millionen. Das sind 400 Millionen. Dann bist du schon ein richtig großes SAS-Unternehmen, wenn du das schaffst. So, das heißt, wenn ich an, und dann, wenn man sich das mal runterbricht, das heißt, von 100 Kunden sagen 99 Nein. Nehmen wir es anders. Einer nimmt dich. Das ist dein Ziel. Das heißt, du musst dir die Nische finden in dem Markt. Wo du diese 1% bekommst. Was ist eure Positionierung da? Es sind verschiedene, ne? Also wir positionieren sich zum einen über einen offenen Standard, also es gibt sogenannte OpenTelemetry. Also du musst dir vorstellen, dass früher diese Kameras in der Stadt und diese Sensoren haben Daten gesendet, wie sie wollten. Jede Kamera hatte ihr eigenes Format. Und das führt dazu, dass wenn du zum Beispiel zwei Kameras von unterschiedlichen Vendoren hattest, dass sie nicht Kompatibel sind. Kompatibel sind. Und dann haben die Cloud-Hersteller, die hatten irgendwann gesagt, das ist natürlich blöd für Observability für die, weil die müssten dann alle Kameraformate unterstützen. Können die nicht. Deswegen haben die einen Standard entwickelt, getrieben von Google damals und ein paar anderen Mendoren, OpenTelemetry. Und das heißt, jetzt gibt es einen Standard für alle diese Daten, die du benötigst: Logs, Metriken, Traces, End-User-Daten. Die sind alle standardisiert.
23:19 Feliks Eyser: Und andere gehen da nicht drauf, weil sie ihre geschlossenen Systeme haben.
23:22 Speaker 3: So ein bisschen wie Apple, die haben da ihr eigenes Ding.
23:23 Feliks Eyser: Du sagst, gut, wenn ich da in dieser Welt drin bin, dann wollen die dich auch nicht rauslassen. Ist ein Lock-in-Effekt, aber du sagst, okay. Bis eher Android sozusagen mit offenen Schnittstellen oder setze auf diesen standardisierten.
23:33 Mirko Novakovic: Also ich glaube, dass es ein Riesenvalue hat für Kunden. Also wenn ich die Wahl habe, so schon offen im Standard und proprietär würde ich immer offen nehmen. Und auf die setzen wir jetzt erstmal. Und das wächst auch extrem schnell der Markt. Und da sind wir die Besten in dem Umfeld.
23:47 Feliks Eyser: Geil. Wo steht ihr Umsatzmitarbeiter? Wo sind jetzt Jahre später?
23:50 Mirko Novakovic: Also wir sind jetzt so 170 Mitarbeiter, also relativ schnell jetzt in den letzten sechs Monaten gewachsen, gehen auf die 20 Millionen RA zu. Wahnsinn. Und ja.
23:59 Feliks Eyser: Bisschen Geld geraced, knapp 150 Millionen?
24:02 Mirko Novakovic: Genau. Wahnsinn. Zuletzt 110, genau. In der Series B
24:06 Feliks Eyser: Okay, wir müssen darüber reden, wir müssen über Sales reden, wie seid ihr so schnell gewachsen und wir müssen über Fundraising reden, wie besorgst du so viel Kohle. Aber sag erstmal auf der Meta-Ebene, so ist jetzt dein drittes Unternehmen. Absoluter Serial Founder. Und du bist ja auch so eine Art, es gibt im Gaming diesen diesen Begriff der Speedrunner. Also Leute, die das gleiche Computerspiel immer wieder durchspielen, immer schneller werden, weißt du, irgendwann spielen die dann Zeller in zehn Minuten durch. So networt. So ähnlich ist bei dir auch. Also hast du in Stana gemacht. Nicht genau das gleiche Geschäftsmodell, aber in einem sehr ähnlichen Space. Jetzt machst du das sozusagen wieder, gründest keine CRM-Firma, wäre was anderes, sondern sozusagen Speedrunning. Was machst du jetzt bei deinem Speedrun mal auf der Meta-Ebene? Anders als davor.
24:45 Mirko Novakovic: Also, vielleicht, was das auch, was man trotzdem sagen muss, ist, dass sich der Bereich, ich mache das jetzt seit 1999, da habe ich in dem Bereich angefangen, ne? Bei der IBM und ich habe dann einen Reseller und mit Dynatrace und App Dynamics und so gepartert. Also ich kenne den Bereich schon ewig eigentlich. Und man muss schon sagen, dass er sich natürlich alle. . Also du kannst das, was vor 20 Jahren überhaupt nicht mit dem von heute vergleichen. Also das heißt, man hat schon immer wieder auch ein neues Produkt. Von der Technik, von dem. Aber der Value ist der gleiche, ne? Am Ende des Tages, das stimmt. Und ich also ich mache das einfach gerne. Und ich glaube, ich bin da dann auch gut und es gibt auch nicht viele, die diesen Bereich kennen. Also ein ziemlicher, obwohl es so ein großer Markt ist, kennen ja kaum jemanden. Ich musste auch erstmal eingeben und rausfinden, was ist das eigentlich? Es gibt da dann auch nicht so viele Founder. Also du siehst in dem Bereich ganz viele Founder, die zwei oder drei Companies gemacht haben Ja, ja, ja. Also, wenn du, ich weiß es nicht, jetzt, als ich angefangen habe, mit einem Tool, das hieß Wiley Introscope, das ist dann ein CA verkauft, das ist von Lucerny gebaut worden, der dann Uralic gegründet hat.
25:44 Feliks Eyser: Also auch
25:46 Mirko Novakovic: Einer der Engineers bei Wiley war Jody Banzal, der hat dann App Dynamics gegründet für 3,7 Milliarden an Cisco verkauft und hat dann Harness gegründet und Traceable, was wieder in dem gleichen Space im Grunde. mehr oder weniger unterwegs sind. Was ist die Lektion hier? Ich glaube, dass du, wenn du dieses Knowledge in dem Bereich hast und so tief drin bist, dann hast du einfach auch die Chance. dort auch immer wieder ein neues für den aktuellen Bereich adäquates Produkt zu bauen. Du kennst den Markt, du kennst die richtigen Leute, die das bauen können. Du kennst die Endkunden irgendwann, du kennst die Probleme, also das macht schon Sinn.
26:24 Feliks Eyser: Ja, ich finde es ein gutes mentales Modell zu sagen, ich bin in einem Space drin und es gibt ja welche, die müde sind, die sagen, ich habe jetzt zehn Jahre E-Commerce gemacht, ich will jetzt alles machen außer E-Commerce. Und auf der anderen Seite hast du aber so spezifisches Wissen, du kennst die richtigen Leute, die Hersteller und so weiter. Also die gleiche Firma nochmal zu gründen, ist, glaube ich, eine total unterschätzte Disziplin. Glaube ich auch, ja.
26:41 Mirko Novakovic: Bei was machst du heute keine Kompromisse mehr? Mitarbeiter. Also ich glaube, dass das, was man. . Was heißt keine? Ich glaube, man macht immer Kompromisse, ist irgendwie menschlich. Aber ich bin heute extrem lege ich viel Wert darauf, die richtigen Leute einzustellen, mit dem richtigen Attitude und dort keine Kompromisse mehr einzugehen. Also früher habe ich viel mehr durchgelassen, dass Leute vielleicht auch eine andere Einstellung zur Arbeit haben oder heute sage ich einfach, mein Gott, es gibt einfach Startups und das musst du wollen. Und wenn du das nicht kannst oder willst, weil du sagst, mein Fokus liegt auf Familie, Hobby, was auch immer, dann geh nicht ins Start-up. Du hast ja die Wahl, ne? Geh dann in ein anderes Unternehmen.
27:26 Feliks Eyser: Du bist ja alles fair vom Lebensentwurf her, aber dann passt das wahrscheinlich nicht mit High Performance und. Nein, passt nicht.
27:30 Mirko Novakovic: Und das macht natürlich auch eine Unternehmenskultur dann schwierig, wenn du das dann tolerierst. Das gibt keine gute Kultur. Und Startups, jedes Startup ist ein Grind. Wer denkt, das ist irgendwie Lifestyle oder Du bist eben der David gegen Goliath in der Regel und der David muss ein bisschen mehr Gas geben.
27:50 Feliks Eyser: Und du fängst wieder bei Null an, du hast im Vorgespräch gesagt, du stehst da auf dem Messestand und der Kunde interessiert sich einen Scheiß dafür, ob du dafür da vorne Company Für 500 Millionen verkauft hast.
27:59 Mirko Novakovic: 100 Prozent. Das ist so. Würde mich auch nicht interessieren. Wenn ich ein Produkt kaufe, interessiert mich nicht, was er vorher gemacht hat, sondern mich interessiert das Produkt, was er jetzt hat. Du musst von null anfangen.
28:09 Sales hiren, bevor der Umsatz da ist
28:09 Feliks Eyser: Erzähl mal von Sales, wenn du sagst Mitarbeiter, 170 Leute, wie viel sind Sales, wie viel sind der Rest der Organisation?
28:15 Mirko Novakovic: Ich denke, dass wir schon so 70, 80 Leute im Go-To-Market-Team haben. Das ist das größte Team dann wahrscheinlich. Ist das größte Team?
28:21 Feliks Eyser: Was verstehen Founder, mit denen du sprichst, auch bei deinen Angel Investments zum Beispiel oder sonst Founder an GTM und und Sales und der Wichtigkeit falsch?
28:30 Mirko Novakovic: Also jetzt muss man natürlich unterscheiden, dass es verschiedene Arten von Sales gibt. Ich rede jetzt hier B2B und Enterprise Sales. Also ich sag mal, ich will Deals machen. die mal 100. 000 und mehr pro Jahr Revenue generieren. Kleiner Kunde bei euch gibt 20k aus. Genau. Und die, die kleiner Kunde gibt vielleicht auch nur 200 Dollar im Jahr aus. Ach, okay, die gibt es auch, okay? Die geben wir auch. Wir haben auch ein PLG, wo du einfach, also Product Low, aber mit dem darfst du halt nicht reden. Nicht, weil du den nicht magst, sondern einfach, weil das zu teuer ist. Die, mit denen du reden willst, die geben sechsstellig aus. Die geben sechsstellig oder siebenstellig aus. Und was man dabei lernen muss, ist, dass es so, das ist eigentlich total einfach, aber viele unterschätzen sozusagen die Mechanik des Prozesses. Also du fängst ja irgendwie an, ich sag mal. Du musst outbauen und den ersten Kontakt zu einem Kunden. . . Also sagen wir mal, weiß ich nicht, wir wollen jetzt, Zalando ist ein Kunde von uns, auch referenzierbar. Nehmen wir den mal, weil wir in Berlin sitzen, sagen wir mal, wir wollen Zalando gewinnen. Dann fange ich ja an und sage, okay, ich suche mir jetzt die 50, 60 Leute raus, die dafür geeignet sein könnten in dem Unternehmen, über LinkedIn, Sales Navigator, was ich. Und dann reach ich zu denen aus. Ich rufe die an, ich telefoniere mit denen und versuche, Das erste Meeting zu bekommen. Und von dem Zeitpunkt, bis ich dann, die haben, weiß ich nicht, 2000 Entwickler, die müssen das testen, das ist eine Riesenumgebung. Das dauert wahrscheinlich locker ein Jahr. Bis ich den Deal habe. Also von dem ersten Touch bis zum Deal dauert das ein Jahr. Ich muss gelistet werden, Vendor werden, verhandeln, muss ich einkaufen, muss durch Legal, muss durch was auch immer. Genau. Also, das heißt, da hast du schon mal ein, das nennt sich ja Sales Cycle, ein Jahr Sales-Cycle. Vielleicht sind es auch nur sechs Monate, aber das dauert Zeit. Das andere ist, dass du ja auch eine komplette Salesmannschaft hast, die diesen Deal dann betreut. Also du hast so einen genannten Account-Executive, der mit dem Kunden den Kontakt anbahnt und du hast einen Solution-Architekt, der das technisch mit denen macht. Und die Leute haben einen sogenannten Ramp. Also es dauert, bis die produktiv werden. Wenn du die einstellst, kennen die dein Produkt noch nicht. Du musst die produktiv bekommen, das dauert in Regel auch zwölf Monate. Jetzt können die unterwegs schon was machen, aber das heißt, du hast einfach ein, zwei Jahre Vorlauf. So, und was viele Founder, glaube ich, inklusive mir, ich habe das gerade letztens auch, wenn du LinkedIn gepostet, ich habe vielleicht schon wieder ein bisschen zu spät geheiert. Das ist, dass du ja viele warten, bis sie erfolgreich sind. Und sagen, jetzt kann ich verkaufen, jetzt kriege ich Demand, jetzt fange ich an zu heieren. Dann verlierst du aber praktisch ein Ja.
31:01 Feliks Eyser: Vor allem in Deutschland.
31:02 Mirko Novakovic: Vor allen Dingen in Deutschland. Genau, jetzt musst du hier auch noch rechnen, genau. drei bis vier, fünf, sechs Monate Vorlaufzeit, um jemanden überhaupt zu heieren. Das heißt, du hast, wir reden hier über ein Jahr, zwei Vorlauf und das ist das Problem. Dann kannst du nicht schnell genug wachsen. Weil du nicht genug Manpower hast. Und das ist für mich etwas, was ich heute natürlich anders mache. Deswegen haben wir jetzt 70, 80 Leute im Sales, obwohl wir, sag ich mal, nur den Revenue haben. Aber ich habe halt jetzt schon ein Team, das könnte auch 100 Millionen Revenue machen. Aber du trainierst die andere deine Bank quasi von Leuten, die du hochentwickelst. Genau. Und nächstes Jahr muss ich 100 Millionen Revenue machen. Und wenn ich jetzt die Leute dafür nicht heire, dann werde ich das nächste Jahr nicht schaffen. Und das ist was, was viele, was ja auch so ein bisschen hohes Risiko ist, weil du musst zu einem Zeitpunkt einstellen, wo du noch nicht weißt, ob die erfolgreich sein werden. Und du musst sie natürlich auch heute schon bezahlen. Du musst die bezahlen. Das ist extrem Cash-ineffizient.
31:56 Feliks Eyser: Auf meiner eigenen Fauna-Reise habe ich super viel von anderen Unternehmern gelernt und das ist auch der Grund, warum wir diesen Podcast machen. Jede Woche liefern wir euch spannende Storys und konkrete Learnings von erfolgreichen Gründern. Damit ihr keine Folge verpasst, drückt den Abo-Button. Und werdet informiert, wenn die nächste V-Nummer-Folge rauskommt. Du hast im anderen Podcast gesagt bei Fabian Tausch bei Unicorn Bakery, shoutout an Fabian, hast du gesagt, die meisten Startups haben einfach zu wenig Pipeline. Das ist auch eine Beobachtung, die ich habe. Also, dass du sagst, du gehst da raus und fängst an, Kunden zu gewinnen, machst da alles gut im Prozess und viele überlegen sich, wie kriege ich meine Conversion Rate hoch von irgendwie 8% auf 12% oder meinen Durchschnittsumsatz von irgendwie 20. 000 auf 21. 000 oder so. Aber bei vielen ist erst das Problem, Die sind gar nicht ausgelastet, es kommen zu wenig Leads rein. Also Top of the Funne sozusagen ist zu wenig. Und ich, das ist eine Sache, über die du sprichst, wo du, wo ihr, glaube ich, viel gut macht Das ist neulich gepostet hier. Diese Woche haben wir 200 Erstgespräche zum ersten Mal geknackt. Also die Kennzahl First Business Meetings ist eine, die du aktiv trackst, hast du dazu gepostet. Ich würde gerne da mal doppelklicken auf dieses Thema Top of Fun und wie generiert man eigentlich Leads oben, weil meine Erfahrung ist, wenn man das hinkriegt, dann kommt alles andere ein Stück weit automatisch. Also da kann man auch Fehler machen, aber wenn oben erstmal genug reinkommt. Dann verzeiht der Rest des Funnels relativ viel.
33:10 Mirko Novakovic: Absolut, kann ich nur zustimmen. Also wenn der Funnel oben groß ist, weil warum ist unten oft auch was kaputt? Also sagen wir mal. Bottom of the funnel ist zum Beispiel POC Winrate. Wie viele von deinen Proof of Concepts gewinnst du? Und wenn die Zahl niedrig ist dann kann das auch am Top of the Funnel liegen. Warum? Weil wenn ich keine guten Deals oben reinbekomme, dann nehme ich jeden Deal, auch wenn er nicht passt. Nehme ich die falschen, auch wenn er nicht passt, weil ich sage, hey, ich habe gerade nur drei Deals im Funnel. Nehme ich alle drei. Ich weiß zwar es nicht perfekt, aber ich versuch's. Versus, wenn du genug hast, kannst du hart ausqualifizieren. Genau, wenn du jetzt 20 Deals hast, du kannst aber nur fünf in den POC gehen, weil du so nicht. dann wirst du sagen, was sind denn die fünft aussichtsreichsten und dann hast du auf einmal eine POC-Win-Rate von 90 Prozent, während wenn du wenige hast, das sehe ich, also das heißt Pipeline Mein ehemaliger CEO Frank Swain, der hat immer gesagt, Pipeline solves all the problems. Pipeline solves all the problems. Und da hat er einfach recht. Und ja, Pipeline generieren, es gibt Auch da gibt es aus meiner Sicht keine Magic. Es gibt natürlich Unternehmen, ich will jetzt nicht sagen, dass die Glück haben, das ist natürlich auch harte Arbeit, aber es gibt Unternehmen, die haben das Problem nicht, zumindest zeitweise. Weiß ich nicht, ich war auch Angel Investor. in N8N und die haben so viel Demand aktuell durch AI und durch ihr gutes Produkt und Community so ein heißes Thema. Da gab es sicherlich Phasen, da mussten die sich über Pipeline keine Sorgen machen, weil die eher das Problem hatten, wie arbeite ich das alles ab. Ich denke, so Unternehmen wie Lovable oder Entropic haben ähnliche Probleme gerade. Die müssen eher gucken, wie Wie kann ich die besten Deals da jetzt abschließen? Aber alle anderen Unternehmen, die ich kenne, also von meinen 85 Investments Da war ein N8N dabei. Und 84, die haben die. Die anderen 84, die müssen grinden, ne? Die müssen richtig Pipeline bauen. Also das muss man sich auch im Klaren sein. Man darf sich dann auch nicht mit diesen, das habe ich vielleicht, als ich jünger, war auch ein Fehler. Man vergleicht sich dann mit diesen. Outliern, aber das sind halt positive Outlier. Und damit darf man sich dann auch nicht vergleichen. Ich kann es nicht. Wie kann ich das? Wie viele Slide-Dacks habe ich gesehen, die das iPhone Für irgendwas werden wollen. Nein, das iPhone war ein totaler Outlier, ne? Das ist das Produkt, was es nie wieder wahrscheinlich geben wird. Das werde ich nicht schaffen. Ich muss halt grinden.
35:25 Die Pipeline-Scorecard: was wirklich funktioniert
35:25 Feliks Eyser: Okay, dann lass uns mal überlegen, wie grindet man da, wenn ich nicht zu dem einen Unternehmen gehöre, sondern zu den 84, können ein kleines Game machen. Wir können mal so ein bisschen ranken quasi. AAA-Maßnahmen A, B, C, D, also D ist total Schwachsinn, bringt nichts und AAA ist super geil, also darüber baue ich richtig Pipeline auf. Ich habe ein paar Sachen dabei, wir können ja ein bisschen brainstormen gemeinsam und eintragen. Weil wir so viele LinkedIn-Posts hier haben. Was sagst du? LinkedIn Organic Content. Wo ordnest du das ein? A. A? Okay. Ich schreibe es rein.
35:57 Mirko Novakovic: Warum A? Weil du einfach, also ich sag mal, als ich der Stero angefangen habe, da war ich bei LinkedIn noch nicht so aktiv vorher. Und ich habe jetzt, ich gehe jetzt auf die 30. 000 Follower zu. Und wenn ich einen guten Post mache, dann erreiche ich damit so 50. 000 Leute. Wirklich, okay. Manchmal auch mehr. Ich habe auch schon einen Post gehabt, da habe ich 500. 000 Leute erreicht. Die sind auch gut geschrieben. Wer macht die? Schreibst du die selber? Die meisten, die habe ich alle selber geschrieben, ja. Ich habe welche, wo wir Videos machen, da habe ich eine Agentur. Aber wo kann ich denn anders zielgerichtet 50. 000 Leute erreichen mit einem Post? Und die Leute, die mit mir folgen oder da sind, sind ja auch noch relativ gut in meiner Zielgruppe. Weil das sind Businessleute, meistens Startup, die kennen mich. Und ich kriege das auch ganz oft, dass mir Leute sagen, auch gestern Abend wieder, wenn man so ein Abendessen hat, oh, das habe ich auf LinkedIn bei dir gelesen. Also es bleibt auch. Im Kopf. Das heißt, ich glaube, das ist einfach eine unheimliche, auch total günstige Art, das zu machen. Man muss nur persistent sein. Also ich poste fast jeden Tag. Wie viel Zeit allockierst du dafür? Ich habe mir mal eine Stunde am Tag geblockt gehabt. Mittlerweile mache ich das nicht mehr so hardcore. Aber ich versuche immer mal wieder. Also so ein Post hier wie der Post, wenn ich das sehe, wir hatten dann eine Woche, 200 Business Meetings, dann kostet mich das Drei Minuten den Post zu machen.
37:25 Feliks Eyser: Und das ist ja auch so ein Prinzip: es ist ja nicht keine Content Creation, es ist ja eher so Dokumentation von dem, was eben du dokumentierst, deine Reise.
37:32 Mirko Novakovic: Es ist aber auch was, was ich gelernt habe, zumindest ich auch, es gibt wenig Leute, die Zahlen geben. Was ist eine gute Anzahl First Meetings für ein SDA? Find mal Zahlen dazu. So, und das heißt, ich schere auch viel echte Zahlen, weil ich glaube, dass das für Founder einen echten Mehrwert hat, mal zu hören, okay, guck mal. Wir machen 50 Meeting, die schaffen 200. Dann könnten die fragen, wie viele Leute hast du, würde ich auch sheren, um dann zu sagen, was habe ich. . Also damit du auch so ein bisschen. Das mache ich halt gerne auch zu sagen, ey, wir haben halt 200 Meetings gemacht, wir haben die Conversion Rate, wir haben das und dies, damit man mal so ein bisschen Vergleichswerte hat. . Für mich ist das auch schwierig einzuschätzen, ist das jetzt gut oder schlecht. 200. Schwer.
38:10 Feliks Eyser: Aber es ist wirklich so ein bisschen Building in Public und auch ein bisschen mehr teilen, als man sonst machen würde und Leuten einen Einblick geben, das interessiert die und dadurch bist du top of mind. Und ich nehme mit. Du hast mal eine Stunde am Tag blockiert, mittlerweile ist es weniger, aber Konsistenz und du sagst schon, ein Post pro Tag ist schon erstrebenswert.
38:25 Mirko Novakovic: Genau, genau. Also ich versuche mindestens drei pro Woche, das so mein Minimal-KPI. Und wenn ich schaffe Also ich versuch's auch nicht, ich finde das, ich bin so ein Mensch, der ich kann mich nicht zu was zwingen. Also, wenn ich dir, wenn du mir jetzt sagst, schreib jetzt einen LinkedIn-Post und ich habe aber keine Idee dafür. Dann glaube ich, werde ich. Manchmal habe ich auch drei Ideen auf einmal, dann schreibe ich mir die auf, dann kann ich für die nächsten drei Tage schon mal Ruhe. Aber also so mache ich das, aber das ist schon, das habe ich mir vorher nicht überlegt, sondern es war komplett spontan. Ich habe die 200 Meetings gesehen, habe gesagt, geil, ne? War irgendwie ein Slack-Post, poste ich jetzt, fertig. Und das hat ja noch einen anderen Effekt. Nämlich, das ist ja auch ein bisschen Appreciation für das Team. Die lesen das natürlich auch. Mein Sales-Team freut sich natürlich darüber und die SDAs freuen sich, dass der CEO sagt. Also sagen wir gerade für Talent.
39:14 Feliks Eyser: Du willst ja auch eine Company joinen, wo gerade irgendwie
39:16 Mirko Novakovic: Das Rocket Chip startet. Und da denke ich, da hast du mit LinkedIn einfach eine mega Chance, deine Mitarbeiter zu erreichen, deine Kunden zu erreichen. andere Startups zu erreichen, das ist schon ein riesen Value. Deswegen würde ich sagen, auch vom Preis Leistung her, easy, kostet mich nichts.
39:32 Feliks Eyser: Ja. Okay, Dinner-Events. Du kommst jetzt gerade vom Tech Founder Dinner hier in Berlin. Gestern glaube ich 20, 30 Gäste. Also mittlerweile würde ich die persönlichen Sachen in AAA setzen. AAA, ja. Okay.
39:45 Mirko Novakovic: Erster AAA-Kanal. Dann und ich sag mal IRL in Real Life. In Real Life ist für mich eigentlich Ein Riesending geworden, auch gerade Post-Covid. Es war früher ja schon immer so, aber ich glaube heute, wir merken das, also wir hatten hier gestern Dinner mit CTOs in Berlin. Das waren 30 Leute, Hochkaräter, die freuen sich dahin zu schauen. Die kennt ihr noch nicht, die ladet ihr einfach ein. Teils, teils, ne? Das sind teilweise auch Kunden. Und ich glaube, dass die Leute auch diesen Austausch mögen. Wir versuchen uns auch als Vendor zurückzuhalten. Also du kriegst dort keinen Vendorpitch oder sonst irgendwas, sondern wir sitzen dann auch dabei. Klar, wir waren auch gestern mit zehn Leuten dann von unseren Leuten, wir sitzen da dabei.
40:21 Feliks Eyser: Ihr seid mit zehn Leuten, gib mir mal die Quote, zehn Leute von euch.
40:24 Mirko Novakovic: Und 20 extern. 201 zu 2, okay, krass. Dann bin ich und mein Co-Founder CTO war dabei. viele Sales-Leute auch, die dann dazu sitzen und dann unterhält man sich einfach. Man hört auch die Gespräche von den anderen, man versucht zu verstehen, was sind die Probleme, wo können wir helfen. Und Ich will jetzt keine konkreten Namen, aber ich stand gestern mit einem zusammen, ein großes deutsches Unternehmen, und der sagte: hey, wir standen dann an der Bar, und er sagte, hey, ich bin nicht der Richtige, aber hier sind die zwei Leute. Die musst du anschreiben. Die haben gerade das Projekt Aber sag nicht, dass es von mir kommt. Aber allein die Info ist ja natürlich Gold wert. Und die kriegst du dann in so einem Abendessen. An der Bar zugesteckt. Was kostet euch so ein Dinner, wenn ihr das sagt. Ich kann es dir nicht genau sagen, aber ich würde jetzt mal über einen Daumen gepeilt rechnen, 30 Leute 100 Euro pro Nase. Also 3 bis 5 K oder so.
41:16 Feliks Eyser: Ja, und überleg mal, was musst du anderes machen, um für 3. 000 Euro irgendwie 20 Qualifizierung zu machen.
41:21 Mirko Novakovic: Wenn der Deal jetzt, wenn die zwei, jetzt sage ich nochmal, Enterprise Sales mäßig, wenn die zwei Kollegen, die wir da jetzt gefunden haben, das ist ein Unternehmen, die haben 100. 000 Mitarbeiter, Die findest du nicht so einfach. Wenn die jetzt zünden und wir machen daraus einen Deal, hat sich das ganze Event ja schon zehnmal gerechnet. Also deswegen sage ich diese in-person Meetings, auch messen für uns sind hervorragend.
41:45 Feliks Eyser: Okay, messen.
41:45 Mirko Novakovic: Habe ich als nächstes hier drauf? Auf AAA für uns.
41:47 Rote Anzüge, 500.000 Euro Risiko, 2.000 Leads
41:47 Feliks Eyser: Finde ich geil übrigens. Guck mal hier, also spätestens jetzt, wer hier nur zuhört, Audio muss auf Video umschalten. Weil ihr seht hier Mirko in so einem Space-Suit, in so einem roten Kampfanzug quasi mit einem Unicorn-Hut auf einer Messe stehen.
42:01 Mirko Novakovic: Erklär mal, gibt es auch eine Geschichte zu. Also Wir waren, das ist die KubeContors für uns so die relevanteste Messe. 15. 000 Teilnehmer, große Messerhalle. Und wir waren zum ersten Mal draußen, als wir gelauncht haben. Da waren wir noch zu zweit, der Marcel Sim und ich waren die einzigen im Vertrieb Das ist jetzt etwas über ein Jahr her. Also, das ist auch irre eigentlich. Und da waren wir in Salt Lake City und wir hatten auf so Messenbuchse, die ja sowas wie Bronze, Silber, Gold, Platin, Sponsorship. Und wir hatten natürlich den kleinsten gebucht. Wir waren Startup und dann sitzt du da unserem Zwei-Meter-Stand in irgendeiner Ecke und wir standen uns da die Füße in Bauch. Da kommt ja keiner und sprich dich, Anna, komm nicht. Ich war so pisst. Ich habe gesagt, so Marcel, ich gehe jetzt vorne zu der, die haben da so ein Sales Office auch, die sind da von der Messe und ich buche jetzt das größte Sponsoring-Paket, was die haben für die nächsten zwei Messen. Entweder das killt uns, aber ich stehe ja nicht mehr in die Ecke und ich will den absolut sichtbarsten Stand haben, den es gibt. Und das war dann in London, irgendwie vier Monate später, war dann die europäische und dann kamen wir zurück. Ich habe das dann gebucht. Und wir hatten auch gar nicht das Geld eigentlich dafür. Also es war schon tricky. Und dann haben wir uns zurückgesetzt und haben gesagt, okay, wie fallen wir auf? Und was halt auffällt, wir sind halt als Attila. Die stehen alle in schwarzen T-Shirts oder dunkelblau, auf den, siehst du ja im Hintergrund hier, in den dunklen Booths, und ich habe gesagt, okay. Wir müssen auffallen. Wie fallen wir auf? Wir müssen einfach, also ich wollte zwei Dinge erreichen. Erstens wollte ich viel größer wirken, wie wir sind. Ich habe gesagt, die Messe wird unser Company offside. Weil wir brauchen 30 Leute am Stand. Ich will, dass die Leute denken, wo kommen die denn her? Wir waren 27 Leute in der Company zu nehmen und ich habe alle 27 Mann dahingebracht. Also jeden Entwickler, alle waren auf dem Stand. Und dann haben wir hier bei, das sind die Müllmann-Anzüge. Von Engelberg und Strauß. Wirklich? Dann haben wir die Engelberg-Strauss-Müllmann-Anzüge genommen und gebrandet in Rot und haben gesagt: damit fällst du auf. Und das hat einfach, also wir sind überrannt worden. Wir haben den Stand selber designt, wir konnten es auch nicht mehr leisten, haben den selber aufgebaut, also nichts Messeteam oder so, selber einen Tag vorher angereist, den Messestand aufgebaut, in rote Anzüge rein und dann standen wir da und ich hatte wirklich, muss ich sagen, da hatte ich echt Panik. 10 Uhr machte die Messe aus und wir hatten diesen Stand, die ganze Company da, weiß ich, eine halbe Million kostet das dann, ne, da drauf gesetzt und ich wusste nicht, shit, ey, wenn ich mir jetzt auch wieder die Füße in den Bauch stehe hier, keiner kommt. Und es gibt da Bilder, wir sind überrannt worden. Wir haben 2000 Leads geschrieben. Und du glaubst einfach, weil ihr größer gewirkt habt? Oder was war der Grund? Ja, das ist so ein Effekt, ne? Das ist so ein psychologischer Effekt, dass die Leute denken, hey. Die kenne ich gar nicht, wer ist das? Und die sind so groß, die sind groß. Ich muss sie kennenlernen. Außerdem sehen die irgendwie lustig aus. Genau, die sehen lustig aus. Was wollen die? Wir haben noch Rucksäcke verteilt. Okay, kostenloses Merch funktioniert auch. Kostenloses Merch. Okay, aber nicht den Kugelschreiber, sondern den Rucksack. Richtig hochwertiger Rucksack, ja. Okay, krass. Okay. Genau. Und das hat für uns Hervorragend funktionieren. Und wir sehen jetzt, wir werden jetzt absolut kopiert. Also auf der letzten Messe waren schon vier oder fünf. Und die sind alles in grün in grün. Wir hatten einen in grün, einer in blau, einer in weiß. Wie die Teletabis. Und die Leute werden einfach schriller und wir sind dann natürlich auch extrem schrill und aggressiv aufgetreten. Also laut und Das fanden die auch teilweise nicht so gut, aber es war mir egal. Ich wollte einfach auffallen und das hat geklappt.
45:33 Feliks Eyser: Geil, okay. Investment 500k?
45:36 Mirko Novakovic: Ja, ungefähr.
45:37 Feliks Eyser: Was hast du gebracht an Leads oder wie müsstest du das sagen?
45:38 Mirko Novakovic: Also wir haben aus der ersten Show, weiß ich, habe ich jetzt nicht mehr nachverfolgt genau, aber ich weiß, dass wir. wir so nach einem halben Jahr so 800. 000 rausgeholt haben. Okay, krass. ROI-positiv.
45:46 Feliks Eyser: Und du hast den Branding Effekt, Leute erinnern sich.
45:48 Mirko Novakovic: Wenn du es zum zweiten Mal machst und Ding dachst du, bist doch der mit dem Anzug. Und jetzt nochmal der Reminder: eine lange Tailzeit, es kann auch sein, dass wir einen Deal erst zwei Jahre später Auf Basis der Messe, weil du ein ersten Deal-Lied hattest und also das hat sich super gelohnt.
46:00 Feliks Eyser: Okay, was sagst du auf unserer Scorecard? Messen? Also gehört für mich auch in AAA. AAA, okay. Wahnsinn. Okay, was sagst du zu klassisch Cold Calls, Outbound Messages?
46:14 Mirko Novakovic: Also Cold Calls? Gehört für mich in A. Alles, was Outbound Messages sind, würde ich eher bei C und D einordnen mittlerweile. Und das hat sich in den letzten zwölf Monaten auch nochmal dramatisch verschlechtert, aus meiner Sicht. Ich habe auch gerade, war das eine der großen AI-Companies, die so gut waren im E-Mail und haben gesagt, die haben E-Mail komplett eingestellt. Funktioniert nicht mehr.
46:37 Feliks Eyser: Weil es so überlaufen ist, weil es so viele Anbieter gibt und kriegst jeden Tag.
46:41 Mirko Novakovic: Diese ganzen AI-SDRs. Und was machen die denn? Die suchen sich Kontakte aus, die haben meistens Integrationen in so Datenbanken, wo du dann die Kontakte gut filtern kannst, so diese Clays. So dieser Welt und dann haust du da E-Mails raus, möglichst personalisiert. Aber die sind ja auch so pseudopersonalisiert. Du liest ja so ein Ding und du merkst sofort, ich finde es schon ice lopp. Ja, ich habe auch gemerkt, als ich die Series B gerast habe Das ist natürlich so ein Trigger für diese Systeme. Habe ich, weiß ich nicht, 200 E-Mails an dem Tag bekommen, ne? Von früh.
47:11 Feliks Eyser: Wir haben Geld gerased und dann springen die ganzen Algorithmen drauf.
47:14 Mirko Novakovic: Ist ja logisch. Ich meine, macht ja auch Sinn. Was ist ein Trigger für zum Beispiel einen Recruiter? Ich raise Millionen, also mit der Heiern, also schreiben nicht 50 Recruiter an und die Office Space Manager in New York und was weiß ich. Aber das interessante war, ist, dass eines von den LLMs Muss hat einfach eine Halluzination da drin gehabt und das hat oder hat einen Fehler drin gehabt und hat er gesagt Series Ahm statt B. Und ich hatte halt so die Hälfte mindestens der Mails, haben mich alle Congrats to your Series A.
47:42 Feliks Eyser: Und dann wusstest du, ah, der Max-Auto schaut keiner mehr drüber, schaut keiner mehr drüber.
47:45 Mirko Novakovic: Ist völlig automatisiert. Und ich glaube, das Das ist mittlerweile bei mir eine Morgenroutine. Ich habe da auch ein Tool für dich, die aussortiert und dann mache ich einmal Archivieren. Ich gucke mir die mir jetzt gar nicht mehr.
47:56 Feliks Eyser: Und Cold Calls auf der anderen Seite, hast du bei A Grank, gib mir die drei Minuten Masterclass für Cold Calls. Funktioniert.
48:03 Mirko Novakovic: Funktioniert. Du musst Cold Calling können. Also ich habe auch schon viel Cold Calls gemacht. Ich würde nicht sagen, dass ich da besonders gut drin bin. Und ich habe natürlich einen riesen Vorteil. Ich bin CEO. Also als CEO ist Cold Call ja einfacher. Wenn ich jemanden anrufe und sage, ich bin Founder und CEO und ich würde gerne mal mit dir reden, ist was anderes, als wenn einer der ein SCR ist, der sein Job ist. SCR heißt Sales Development Representative, also quasi jemand, der Pipeline generiert. Genau. Aber ich habe zum Beispiel Ich höre mir gerne diese Cold Calls auch an, wir zeichnen die auf und ich höre mir auch gerne mal welche an, erfolgreiche, nicht erfolgreiche. Und ich habe letztens von einem Shoutout to Isan, der hat bei uns einen Cold Call gemacht. Ich habe noch nie einen besseren gehört. Ja, was hast du gut gemacht? Also einfach, wenn du, der hat einen Entwickler angerufen und der hatte so richtig keinen Bock auf den, ne? Also der war richtig pisst, ne? Also der hat den angerufen und der hat gesagt, ja, ich bin ja von Dash0 und der Typ hat sofort gesagt, ey, ich will nicht, dass du mich anrufst, ich habe keine Lust. Lange Rede, kurzer Sinn, der hat es geschafft, äh, könnte was überwiegend, aber der hat mit dem drei Minuten geredet und am Ende einen Termin gebucht. Und was war seine Secret Source? Die Secret Source war A, also ich fand das so, also erstens hat der war der relativ charmant. Also der hat das Der hat sozusagen den, den, das, was ihm entgegengekommen ist, einfach vollständig ignoriert. Also der hat gesagt, ich will nicht mit dir reden und hat gesagt, ah, das ist toll, aber ich habe gelesen, ihr macht hier, ne? Der hat dann sofort gesagt, ich hab gelesen, ihr seid jetzt auf Google Cloud gegangen, das steht hier auf eurer Webseite. und da müsst ihr doch Probleme haben und dann hat dann, ne, der war, der Bus und dann sagte, ja, aber ich bin nicht der Richtige, ja, aber du bist doch in dem Team bei dem und dem und da musst du das einfach durchgerollt. Der ist einfach durchgerollt und dann hast du gemerkt, der andere hat dann irgendwann aufgegeben und durch dieses sagen wir mal freundliche, der hat dann irgendwann Angefangen zu lachen auch. Und dann waren die irgendwie menschlich, haben die connected. Und dann hat der Hunger gesagt: Okay, ich lade jetzt noch die richtigen Leute ein und wir machen ein Meeting. Aber das zeigt auch, ich glaube, ich hätte schon nach 20 Sekunden aufgegeben, ja. Locker. Und der hat das nicht, der hat nicht aufgegeben. Auch da wieder Konsistenz, Persistenz. Persistenz, Konsistenz. Dein Ding durchziehen. Ja, krass. Ich glaube, das muss man auch können und lernen, aber war für mich, habe ich dann auch direkt gesharrt überall, hab gesagt, guck dir mal an, ey, das ist mega. Wo kriegt man denn die Telfonnummern her?
50:14 Feliks Eyser: Also so ein Entwickler, also erstens, wie sollt ihr überhaupt ein Telefon? Zweitens, wie kriegt man denn diese Nummer?
50:18 Mirko Novakovic: Es gibt Datenbanken, ne? Also das kaufst du heute ein, ne? ZoomInfo ist der größte auf der Welt, der sowas macht. Also wenn ich jetzt deine Telefonnummer kriege, ich da jetzt raus. Dein Handy oder was weiß ich.
50:29 Feliks Eyser: Meine Nummer ist so public durch diese WhatsApp-Community, die wir haben für den Podcast 2019. Ja, ja, okay, dann sowieso, aber ich sag mal welche an.
50:37 Mirko Novakovic: Ich muss mal reingehen.
50:38 Feliks Eyser: Genau, WhatsApp-Community scrapen, oh mein Gott. Siehst du der Unterschied in Deutschland, USA? Ihr habt ja beide Märkte, also quasi die Erreichbarkeit von den Leuten.
50:45 Mirko Novakovic: Kein Unterschied. Kein Unterschied. Nein. Also kein substanzieller. Funktioniert in jedem Markt. Also in Deutschland ist das Einzige, wo du ab und zu mal jemanden, aber es passiert auch immer weniger, dass einer mal irgendwie JDPR-Ausraster bekommt und der irgendwie sagt, wo hast du meine Nummer her?
51:00 Feliks Eyser: Den musst du dann halt von der Liste nehmen und sperren und kommen.
51:01 Mirko Novakovic: Den musst du sperren, aber tatsächlich ist es auch so, dass dieser Anbieter das auch JDPR Konform machen. Das ist meistens hast du irgendwo. Das ist ja eigentlich das Perverse an diesem JDPR. Ich finde das ja eigentlich gut, aber was ja daraus gemacht wird, auch bei diesen Bannern und so, ist ja, dass du dann irgendwas zustimmst. Mit irgendwelchen langen Datenschutzrichtlinien, wo dann drinsteht, wir geben die Daten an Zoom-Infoil und du stimmst dem zu. Und hast das sowieso nicht mitbekommen. Also das ist ja so ein bisschen das. Aber klar, macht jeder im Markt. Du kaufst dir die Daten ein, um anzurufen.
51:33 Feliks Eyser: Du bist trotzdem so ein bisschen unterschätzt, weil viele Startups sagen so, oh, ich. Bin ich mir irgendwie zu schade? . Oder funktioniert das wirklich? Oder ich mache lieber was, was skalierbar ist, so sagen die dann, weißt du, und dann sage ich, was ist denn skalierbar, diesen Auto?
51:44 Speaker 3: Das ist ja skalier. Das ist genau skalierbar.
51:45 Mirko Novakovic: Und das ist reproduzierbar, das kannst du skalieren. Also ich glaube, und ich bin ja selber Softwareentwickler von Hause aus, ich finde das auch nicht toll, Leute kalt anzurufen. Aber es ist effektiv. Aber es funktioniert halt. Und es gibt halt auch kaum eine Alternative dazu, um skalierbar vernünftig zu wachsen. Was sagst du zu Ads?
52:05 Feliks Eyser: Google Ads, Meta-Ads, also quasi Inbound-Leads generieren?
52:09 Mirko Novakovic: Also Google Ads funktioniert bei uns gut. Würde ich so bei B einkodigieren, vielleicht sogar in Richtung A. Alle anderen Ad-Plattformen haben bisher bei uns noch nicht so gut funktioniert. Einer der Gründe dafür, wir haben auch YouTube und sowas ausprobiert, ist, dass die meisten Leute das auf dem Handy nutzen. Und unsere Anwendung nicht gut auf dem Handy funktioniert. Also wir sind natürlich eine eher eine Enterprise-App und wenn die Leute irgendwie ein YouTube-Video gucken, eine Werbung und da draufklicken, also wir haben die Klicks bekommen, Aber das hat nicht zu Conversions geführt.
52:37 Feliks Eyser: Aber Google hohe Intent. Leute, also wenn ich sage, ich suche eine Observability-Lösung, dann kostet der Klick wahrscheinlich irgendwie super viel, aber dann sind die Leute zumindest vorqualifiziert.
52:46 Mirko Novakovic: Vorqualifiziert, genau. Und was natürlich auch jetzt immer mehr kommt, sind dann die AI-Tools, also ChatGPT oder sowas. Merkt ihr das? Ja, dass du darüber inbound bekommst, ja. Da sind wir auch noch nicht, glaube ich, richtig gut drin zu verstehen, wie man da besser nach oben kommt. So ein bisschen so die neue SEO, ich glaube, Geo heißt das jetzt, ne? Genau. Geo Magic. Da fuchsen wir uns rein, gucken uns die Tools an, die es da gibt. Kannst du Marius mal reden von PKI? Ja, die nutzen wir auch, haben wir auch angemeldet, haben uns angeguckt, habe ich den Podcast auch gehört. Ah, sehr gut. Ist cool, aber muss auch sagen, nichts gegen die Tools, aber es ist jetzt auch. Noch sehr rudimentär, was die machen. Also es ist jetzt keine Magic, die dir hilft da War ja noch nie, weil in SEO auch nicht. Du musst am Ende dein Handwerkszeug lernen.
53:35 Feliks Eyser: Total. Und den richtigen. AWD-Outreach machen und bei SEO war es Backlinks generieren. Bei Geo ist es wahrscheinlich irgendwelche Reddit-Einträge irgendwie generieren und ich glaube es auch sehr, sehr handwerklich.
53:43 Mirko Novakovic: Ja, ist auch ein Stück SEO, ne?
53:45 Feliks Eyser: Partnerships mit anderen Unternehmen, Partnerschaften einzugehen, so die ähnliche Kunden haben, vielleicht was verkaufen, was ergänzend ist. Wo ordnest du das für ein frühphasiges Startup ein? Also, wir reden mal über die ersten, sagen wir ein paar hundert Kunden.
53:56 Mirko Novakovic: Also bei uns, also ein bisschen was aus meiner Erfahrung Weil ich das auch häufig von meinen Startups gehört habe, die haben dann gesagt, boah, ich habe jetzt Partnerschaft mit SAP oder mit Essentia und das wird rocken. Ich habe noch nie gesehen, dass das funktioniert. Noch nie. Und der Grund ist einfach, ähm, dass wenn du mit so einem großen Unternehmen wie Essentia oder SAP zusammenarbeitest, oder auch Google oder Amazon, dann brauchst du die Manpower. diesen Partner auch richtig zu managen. Weil man muss sich vorstellen, wenn jetzt, sag ich mal, ein Amazon mit dir Partner hat, dann haben die, keine Ahnung, ein paar tausend Seller, die wissen ja nichts von dir, nur weil du eine Partner schaffst. Das heißt, du musst schon dahin gehen und den Sellern erklären, was Dash0 ist. Du musst die Seller enablen, das zu verkaufen.
54:42 Feliks Eyser: Dann musst du dafür sorgen, dass sie irgendeine Art von Incentive haben. Die sind ja erstmal nicht inzentiviert, sondern in dein eigenes Produkt zu verkaufen.
54:50 Mirko Novakovic: Level du bist, dann wird die Quota auch retained. Kriegen die Geld dafür? Kriegen die Geld dafür. Aber wenn du das nicht hast, genau, dann bringst du sowieso nichts. Kein Seller verkauft dich, wenn er kein Geld dafür bekommt. Wo wirst du das einordnen? Ich würde das jetzt erstmal bei C einordnen.
55:09 Feliks Eyser: In meiner Erfahrung war das auch, wir haben super viel probiert bei meiner Companie. Mit Partnerships so bei einem von zehn hat es dann irgendwie ein bisschen was gebracht, aber es war in Summe total ernüchternd. Was am Ende funktioniert hat, ich hatte die Kompanie an Steuer verkauft in diesen Außenwerbekonzernen und. Die haben eine ähnliche Zielgruppe adressiert mit anderen Produkten und wir haben dann wirklich die Büros zusammengelegt. Und da quasi eine Person von uns, eine Person von denen, eine Person von uns, wirklich physisch die Leute nebeneinander gesetzt und Schulungen gemacht, Incentives gebaut und das ist dann Drei Jahre gemacht und dann hat es funktioniert. Und das zeigt, was für ein Aufwand es ist.
55:38 Mirko Novakovic: Das glaube ich aber auch, dass das funktionieren kann. Also nichts gegen Partnerships. Ich sag mal, du musst diesen Aufwand reinstecken. Genau. Aber was ich häufig sehe bei Foundern ist, die wollen eben das Harte nicht machen mit Cold Calls. Und dann ist natürlich irgendwie so eine nette Idee. Klingt dann cool. Ich habe da einen Partner, der hat 2006 und der verkauft das jetzt für mich.
55:54 Feliks Eyser: Coole Pressemitteilung, cooler LinkedIn Post, der Partner von Accenture.
55:57 Mirko Novakovic: Richtig, aber faktisch. Was ist Vanity? Wird es nicht funktionieren. Es gibt Ausnahmen. Ich weiß, dass es Unternehmen gibt, die das erfolgreich geschafft haben. Auch von. Ich glaube, Zellonis zum Beispiel hatte eine gute SAP-Partnerschaft am Anfang und an. Ja, gewisser geändert ist, genau. Aber ich glaube, das hat den am Anfang schon geholfen und es gibt Sicherheit welche, die, aber das sind auch eher wieder die Edge Cases. Ich glaube, in der Breite funktioniert das nicht.
56:18 Feliks Eyser: Haben wir noch was für unsere Landkarte hier, worüber wir noch nicht gesprochen haben, um Pipeline zu generieren, was bei euch gut funktioniert hat? Oder auch was nicht gut funktioniert hat?
56:28 Mirko Novakovic: Also auf jeden Fall nicht gut sind für uns im Moment noch diese ganzen Social Media Sachen. Die haben bei uns noch nicht gut funktioniert. Haben auch alles ausprobiert mit Videos auf TikTok und was weiß ich. Aber geil ist das. Tatsächlich haben wir das gemacht. Das hat für uns bisher nicht gut funktioniert. Ich würde auch sagen, dass dieses ganze Thema Geo bei uns noch nicht gut funktioniert, so wie ich mir das vorstellen würde. Ja, aber das Beste ist für uns wirklich in-person und telefon. In-Person und Telefon. Okay.
56:59 Feliks Eyser: Wir unterstreichen sie nochmal. Ja. Okay, super. Wir haben eine coole Landkarte. Also ganz oben Dinner. In real life, messen. Die A-Kategorie, LinkedIn Organic, das ist ein Social Bereich, das, was funktioniert bei dir.
57:10 Mirko Novakovic: LinkedIn und Build in Public, Cold Calls funktionieren. Übrigens auch die ganz klassischen One-on-One-Steak Dinner. Wine and Dine the Customer. Wine and Dine the Customer funktioniert immer noch. Also ich mache immer noch einmal im Monat, bin ich eine Woche in den USA. Es funktioniert in den USA übrigens besser als hier. Hier ist häufig schon so Compliance-Themen und sowas. Aber in den USA fliege ich, wie gesagt, einmal im Monat eine Woche rüber und dann ist jeden Abend ein Dinner und meistens auch noch ein Lunch. Mit irgendwelchen großen Kunden. Bist du eine Woche drüben, bist gejetlaggt und dann ballerst du da die Termine.
57:43 Feliks Eyser: Musst du die Termine durchballern, ja. Alter.
57:46 Mirko Novakovic: Schon anstrengend.
57:48 Feliks Eyser: Wie managt mal sonst so eine internationale Expansion aus Solingen heraus?
57:52 Mirko Novakovic: Gut, also ich sag mal so, also wir sind eine Remote Company. Das Problem ist, die Zeitzone ein bisschen, ne? Also auch für sein eigenes Leben. Wenn du ständig nachts und abends Calls führen musst, ist ein bisschen blöd. Aber ansonsten geht das, ne? Schon remote. Aber ich, nochmal, in-person, ich bin schon eine Woche in den USA, ne? Im Monat.
58:13 Feliks Eyser: Krass.
58:15 Mirko Novakovic: Habe ich übrigens auch oft gesehen, auch wieder mein Learning aus vielen Startups. Ich habe denen das immer gesagt, ihr müsst drüber, ihr müsst drüber und dann ist so ein Founder halt einmal im Jahr in den USA, will aber die USA aufbauen, das geht halt nicht. Also wenn du sowas dann machen willst, dann musst du auch. . Dann musst du durchziehen. Dann frag dich keiner, ob du zwei kleine Kinder zu Hause hast oder ist halt so, ne? Musst du machen.
58:36 Feliks Eyser: Krass. Erzähl mal ganz kurz vielleicht einen kleinen Sidequest zu Pricing. Ihr geht in Mark rein, der schon existiert, hast du gesagt? Die Leute geben schon Geld aus, das ist die gute Nachricht. Die schlechte ist, die sind da schon irgendwo anders. Was spielt Pricing für eine Rolle, um diese Kunden zu euch zu holen?
58:51 Mirko Novakovic: Große Rolle, auf jeden Fall. Es ist ja, es ist ja, also in unserem Markt ist zum einen, das Pricing ist sehr komplex. Also, wenn du heute zu einem der großen Vendoren gehst, nehme ich mal Datadog, dann werden die, ich will es gar nicht sagen, aber die haben wahrscheinlich Also diese Pricing SKUs, diese Pricing Units, die die haben, bestimmt 150 verschiedene Sachen, für die du bezahlen kannst. Okay. Daten senden, Daten verarbeiten, Daten speichern, User, Anzahl Hosts.
59:20 Feliks Eyser: Heißt, du weißt davor gar nicht so ganz genau, was es eigentlich wird.
59:23 Mirko Novakovic: Es ist extrem schwer, das auch dann vorherzusagen. Das heißt, diese Transparenz, und da werden viele Kunden auch überrascht. Am Ende des Monats haben die auf einmal 20. 000 mehr Kosten und weißen gar nicht, wo es herkommt. Und dann ist es auch sehr schwer rauszufinden, wo es hergekommen ist. Korrekt, da gibt es ja eine ganze Kategorie, die heißt Fin-Ops. FinOps-Tools, die nichts anderes machen, wie deine Cloud-Vendoren eigentlich zu monitoren, um dir Überblick zu verschaffen. Und wir haben einfach gesagt, wir kommen mit einem sehr transparenten, einfachen Pricing. Zu jeder Zeit weißt du genau, was du verbrauchst, wo es herkommt, warum es so ist und wir geben dir Tools, um es zu verbessern.
59:56 Feliks Eyser: Okay. Und seid ihr da verhältnismäßig, seid ihr da günstiger?
1:00:00 Mirko Novakovic: Ja. Wir sind dann noch günstiger.
1:00:01 Feliks Eyser: Das heißt, du sagst, okay, du gibst gerade zwei Millionen bei Datadog oder wem auch immer aus. Bei uns kostet es die Hälfte. Okay. Ja, kannst du schon mal sagen. Und es zieht? Das sieht.
1:00:11 Mirko Novakovic: Das ist keine, ich sage immer, das ist jetzt nicht unsere Leading Message und das ist auch keine Winning Strategy. Also ich würde jedem abraten davon, eine Firma zu bauen, die sagen, ich bin günstiger wie der Marktführer. Ich glaube, das ist keine. Du musst schon besser sein. Aber es ist einfach auch so, dass wir durch unsere Technologie jetzt nicht die Marge dafür sacrificen. Sondern wir können mit der gleichen Marge zu halben Kosten anbliehen. Das liegt einfach daran, dass wir es auch smarter gebaut haben.
1:00:38 Feliks Eyser: Und das ist immer noch Software, das ist gut. Du hast Fixkosten, wenig Grenzkosten. Worüber haben wir ja, was Pipeline Generation und Sales angeht, noch nicht gesprochen, was relevant ist?
1:00:50 Mirko Novakovic: Ich glaube, people Also ich glaube, dass du gerade als Startup in der Phase, wo wir jetzt sind, wir sind scrappy noch, du musst die richtigen Leute einstellen, die auch in der Lage sind, sich selber Pipeline zu bauen. Also ich habe das immer wieder in meiner Karriere gesehen, das sind die wenigsten Sales-Leute. Viele bezeichnen sich als Vertrieb, sind aber eigentlich Angebotsabholer.
1:01:15 Feliks Eyser: Arbeiten Leads ab. sozusagen.
1:01:16 Mirko Novakovic: Arbeiten Sachen ab, wenn ich jetzt, und das sind vor allen Dingen die, die bei großen Unternehmen arbeiten. Also man würde jetzt denken, wenn ich jemanden von, weiß ich nicht, Amazon oder IBM oder Microsoft einstelle. Der ist da erfolgreicher Sales, dass der im Startup funktionieren kann. Es ist nicht ausgeschlossen, aber sehr unwahrscheinlich, dass das funktioniert. Weil wenn du natürlich für SAP arbeitest. Dann ist eigentlich jeder deiner Zielkunden schon Kunde. Du bekommst dann fünf Kunden, du betreust dann die Deutsche Bank, die Telekom und die Deutsche Post. Und dann musst du natürlich auch arbeiten, aber es ist eine ganz andere Arbeit. Du musst da drin netzwerken, du musst dir das aufbauen, das ist so ein Key Account Management. Als wenn du Hunter bist, um erstmal überhaupt ein neues Business aufzunehmen. Hunter heißt, ich sage dir, Deutsche Bank muss dein Kunde werden und Das ist aber noch kein Kunde und du musst jetzt von außen da rein. Klinken putzen, anrufen und das haben die nie gelernt in dem Sinne.
1:02:10 Feliks Eyser: Wie erkennst du das im Prozess? Ich finde Sales-Leute heirn immer relativ schwierig, weil die verkaufen sich ja alle sehr gut. Ich habe noch nie eine Salesperson gesehen, die sich selber schlecht verkauft. Also die sind alle erst im Gespräch erstmal gut und dadurch Bräufen Weizen zu trennen.
1:02:21 Mirko Novakovic: Also wir machen auf jeden Fall Case-Studies, dass wir die dann auch ganz pragmatisch sagen, okay, hier. Das ist dein Territory. Wie baust du Pipeline? Wie sieht deine Pipeline Generation aus? Wie sieht es ganz genau aus? Die kommen zu euch rein. Wie lange geht es so eine Case, Study? Zwei Stunden. Zwei Stunden? Da müssen die schon einen Plan vorstellen und dann auch genau sagen, wie macht wie machst du PG, also Pipeline Generation. Was ist so deine Cadence? Wie arbeitest du? Es gibt Leute, die machen das einen Tag die Woche, es gibt Leute, die machen zwei Stunden am Tag, aber du musst ja irgendeine Cadence haben. Was machst du genau? Wie machst du denn Research? Also wir fragen dann schon, mach mal ein Beispiel, zeig mal, wie du das heute bei deinem Kunden machst, wie pitchst du? Wir lassen uns dann im ersten Gespräch meistens das jetzige Unternehmen pitchen. Es ist schon Da fallen 80% durch. Also, wenn du dein eigenes Unternehmen schon nicht gut pitchen kannst, wo du gerade bist. Und wenn die da durchkommen, dann kommt die meistens die zweite Kiste an und dann sagen: Okay, jetzt musst du dich auf Dash0 vorbereiten und du pitchst uns. Ist das Simulier oder ist das ein anderes Interview? Ein anderes Interview. Wir simulieren das dann auch. Einer ist dann Economic Buyer, der andere ist irgendwie Tech Champion und er muss dann pitchen und wir stellen ihm Fragen. Klar, da sind wir dann auch bewusst, dass er da noch nicht gebrieft ist, aber wir gucken halt. Wie bereitet er sich vor auf uns als Person und so weiter, ne? Um so ein bisschen rauszufinden, hat er diese Startup ADA mit wenig Information, mit wenig Möglichkeiten, äh, das zu schaffen. So und ich hatte Ich glaube, ich glaube, das ist schon mal erzählt, öffentlich, aber wir hatten jetzt kurz haben wir jemanden eingestellt und der fing dann an im Office und wir gucken dann auch, dass du im ersten ersten Wochen solltest du schon auch schon. PS auf die Straße bringen. Und First Meetings suchen und irgendwie, also du solltest irgendwie mal Resultate vorzeigen können. Und der hat halt nichts vorzuweisen gehabt und dann Hat eben derjenige auch mit ihm gesprochen und hat halt gesagt, naja, der Bildschirm wäre halt auch scheiße und die Tastatur und Maus wären nicht richtig gut und unsere Tools würden nicht funktionieren. Richtig, genau, der Dialer würde nicht richtig funktionieren, wo du denkst, okay. Und dann hat der mir das gesagt, habe ich gesagt, okay, sofort raus. Weil das meinst du das Thema. Haben wir am gleichen Tag entlassen. Einfach weil dann weißt du. Wenn du schon in der ersten Woche, klar, der hatte auch einen Punkt, ne? Ich war nicht der beste Moment. Wahrscheinlich ist alles korrekt, was er korrekt, was er gesagt hat. Die anderen schaffen es ja auch mit.
1:04:42 Feliks Eyser: So, und wie siehst du sonst, ob die Leute da das richtige Meinung oder die richtigen Fähigkeiten haben? Also neben Case-Studies?
1:04:48 Mirko Novakovic: Also, ich glaube, dass man auch mit der Zeit Ein gewisses Grundgefühl für Menschen auch entwickelt. Also ich sag jetzt mal zum Beispiel, wir haben ein paar richtig gute Seller so aus dem Ruhrgebiet. Und das sind oft so Leute, die haben auch von der Art und von ihrer Mentalität, haben die eigentlich so ein Sales-Gate. Die sind offen, das sind so Buddy-Typen, die kommen bei uns gut an. Also man merkt das schon, oder? Ob du eher so einen zu. zurückgenommen, das ist dann für uns vielleicht auch nicht das Richtige. Wir sind ja auch mit Entwicklern, wir müssen so ein bisschen, du musst mit den Leuten auch connecten. Und das kann man dann schon auch so ein bisschen rausfinden im Gespräch, ist er die richtige Person?
1:05:30 Feliks Eyser: Und du hast da aber natürlich auch eine starke Mustererkennung. Was glaubst du, wie viele Sales Leute hast du in deinem Leben interviewt? Hunderte.
1:05:36 Mirko Novakovic: Wahrscheinlich tausende. Wahrscheinlich tausend. Ist immer schwer, ne? Man hat das ja jetzt auch 30 Jahre fast.
1:05:41 Feliks Eyser: Aber das ist krass, ich meine, es ist auch so eine Kenntnis, als First Time Founder hat man dieses Wissen nicht. Du hast diese Pattern Recognition nicht. Du musst tausende von Leuten gesehen haben, um dann zu sagen, okay. Der könnte es sein, der könnte es sein, die nicht. Und vielleicht ist da ein Learning, sich eine erfahrene Person dazuzunehmen.
1:05:57 Mirko Novakovic: Vielleicht aber auch mal was auf sein Bauchgefühl zu hören. Ich glaube, das ist etwas, was man als junger Frau da nicht macht. Also, ich war in so vielen Gesprächen mit Sales und ich habe mich einfach unwohl gefühlt und habe dann irgendwann gedacht, als Junge, ja, das ist einfach so. Ja, und du rationalisierst das und er kommt doch hier von IBM und er hat jetzt doch ein tolles Logo und lässt sich dann so ein bisschen von den Lebensbürgen beeindrucken. Und du machst irgendwie Mittagessen mit dem und du sagst einfach, naja, mit dem würde ich jetzt nicht gerne ein Bier trinken gehen. Aber wenn das so ist, dann heir den auch nicht. Also es gibt Sales-Leute, da sitzt du am Tisch und du redest eine Stunde und hast Bock, weiterzureden und das sind gute Leute. Und die muss man auch finden. Und deswegen sage ich ja, da darf man keine Kompromisse machen und ich glaube, man macht einfach zu viel Kompromisse, dass man Leute einstellt, wo man eigentlich von Minute 1 weiß, das ist eigentlich ein Arsch. Da bist du radikaler geworden. Bin ich radikaler geworden, ja, ja. Also ich muss schon mit den Leuten dann auch das Gefühl haben, okay, mit dem habe ich Bock zu arbeiten. Ich muss mit denen ja auch rumreisen. Und dünner machen. Da musst du auch Bock zu haben. Wenn ich gestern Abend, da kommst du dann in so ein Restaurant und dann, wir sind eine halbe Stunde vorher da, da sind dann unsere zehn Sales-Leute. Da geht mir das Herz auf.
1:06:59 Feliks Eyser: Das sind coole Leute, es macht Spaß.
1:07:02 Mirko Novakovic: Einer hatte gestern hier, der Nikolas, der hatte gestern Geburtstag, dann bleiben die auch alle noch da bis 24 Uhr und feiern mit dem. Also es ist einfach eine gute Mit dem man auch gerne was macht.
1:07:12 Feliks Eyser: Das gehört ja auch dazu zu dem Beispiel, was du angesprochen hast. Es gibt ja diesen Spruch: der schlechte Apfel, der vergiftet quasi den ganzen Korb. Also wenn jemand mit einem schlechten Mindset reinkommt und immer nur sagt, der Monitor und das Telefon und whatever, das ist ja auch hochgradig ansteckend, muss man sagen.
1:07:24 Mirko Novakovic: Ja, und ich sag dir auch, weißt du, ich habe da mittlerweile auch die Meinung, wenn so ein guter Seller, so wie der, der verdient 250. 000 im Jahr. Wenn dir der Monitor nicht gefällt oder die Maus, kauf dir einen. Sorry. Also, wenn das dein Problem ist, um deine 250. 000 nicht zu erreichen, dann kauf dir einfach eine Maus für 50 Euro. Und expense sie von mir aus, ja, ist mir egal, aber nerv mich nicht damit. Also, weißt du, was ich meine? Also dann musst du auch für das Gehalt erwarte ich die Ownership, dass du sagst, okay. Wenn der Monitor und die Maus wirklich mein Problem sind. Das kostet heute ein guter Monitor 200 Euro, dann investier die 500 Euro, entweder privat oder. Expensive, aber nerv mich nicht damit. Wenn die eine Viertelmillion verdienen, wie viel ist da fix, wie viel ist variabel? Halb, halb, halb. Okay. Und die können dann nach oben offen. Also ist dann über Quota, können die auch.
1:08:20 Feliks Eyser: Also sagen wir, der holt eine Million rein, die Hälfte vom Gehalt hat er schon quasi fix gekriegt, die andere Hälfte kriegt der Variable zwölfeinhalb Prozent quasi so von dem, was er reinholt, sowas.
1:08:28 Mirko Novakovic: Und dann hast du meistens einen Kicker, das heißt, wenn du jetzt über die Millionen gehst, dann kriegst du dann 16, 18 Prozent, ne? Das heißt, wenn du zwei Millionen verkaufst, kriegst du nochmal 180. 000 Bonus und Pop. Du kannst dir einen richtig großen Monitor holen. Du kannst dir ja einen richtig großen Monitor holen. Aber weißt du, was ich meine? Also, wir reden da über Dinge, die vernachlässigt wenn wir im Preis sind, fixt das Problem.
01:08:50 29 VCs in dreieinhalb Tagen, mit Rücken-OP dazwischen
1:08:50 Feliks Eyser: Okay, es musst du das bezahlen. Es musst du die Sales-Leute bezahlen, wenn die so viel kosten und die Monitore und was auch immer, dafür brauchst du Geld. Du hast gerased unsere Series B, 110 Millionen. Hast du gerased, sagst du, ich habe mit 50 VCs gesprochen und zwar 29 von denen alleine an drei Tagen in San Francisco. Am Ende haben wir uns nicht für den entschieden mit der höchsten Bewertung. Ist auch interessant. Erzähl mir erstmal diese drei Tage in San Francisco. Was geht da ab, wenn du in so einem Fundraising-Tunnel drin bist? Wie machst du überhaupt diese Meetings?
1:09:22 Mirko Novakovic: Also vielleicht. Vorneweg, ich hatte mich dann entschieden, also wir wollten eigentlich nicht fundraisen. Ich habe sozusagen ein Pre-Eemptive-Term-Sheet bekommen.
1:09:31 Feliks Eyser: Heißt, jemand hat dir quasi ein Angebot gemacht, ohne dass du danach gefragt hast?
1:09:34 Mirko Novakovic: Genau, ich habe ein Angebot bekommen, ohne dass ich danach gefragt hatte. Das lag ein bisschen unterhalb dieser Bewertung. Also ich hätte mir das Leben einfach machen können und es einfach sagen, nehme ich, waren wir eigentlich auch im Bord, soweit dass wir gesagt haben, ja, das ist ein gutes Angebot, kann man nehmen. Ich habe dann aber gesagt, nee, ich will einfach. . Ich will diesen Fundrace machen jetzt. . Warum das richtig machen? Hatte mehrere Gründe. Erstens hatte ich schon lange keinen mehr gemacht. Alle meine Runden davor sind preempted worden.
1:09:58 Feliks Eyser: Mein letzter Marathon, der war richtig beschissen. Das hat mich völlig fertig gemacht, körperlich, psychisch. Aber es ist schon eine Weile her. Ich hätte mal wieder Bock drauf.
1:10:05 Mirko Novakovic: Ich habe mal wieder Bock drauf, genau. Also ich wollte mir das einfach geben. Und dann ist das andere auch, dass du unheimlich viel lernen kannst aus Fundraisings, finde ich. Weil ich sag immer Da merkst du übrigens auch nochmal den Unterschied. Wir können über Silicon Valley reden. Es gibt Top-VCs in Deutschland und in Europa. Aber das Silicon Valley ist oft nochmal eine andere Liga. In welcher Dimension? Ich sag jetzt mal, ich nenne die jetzt einfach mal, weil ich ein großer Fan bin von ICONIQ zum Beispiel, mit denen habe ich mich getroffen. Und dann war da unter anderem im Meeting der ehemalige CRO von Snowflake. Eine Legende, ich hatte gerade sein Buch gelesen, also es sind ja fast fast Leute, ne, und der sitzt dann da und der hat halt Snowflake von einer Million RA auf eine Milliarde gebracht, ne? Ich meine, das ist Das ist einer der GOATs im Sales. Krass, hast du das?
1:10:50 Feliks Eyser: Jemand wie du hat da so einen Fanboy-Moment so ein bisschen gemacht.
1:10:52 Mirko Novakovic: Ja, Fanboy-Moment, klar, habe ich gesagt, ey, ich hab grad dein Buch gelesen, ne? Super. Und dem stellst du eine Frage und der hat einfach eine Antwort, die kriegst du in Europa nicht. Oder Der weiß, was er tut, total präzise, mega. Und da könnte ich dir jetzt zehn andere davon erzählen, die da mit dir, ich hatte den Atlassian CRO in I-Meeting und so weiter. Das heißt, du hast einfach Und jetzt stell dir vor, du machst das dann noch kompakt. Ich habe das dann auch crazy durchgezogen. Ich habe dann gesagt, ich mache zwei Wochen, eine Woche Europa, eine Woche USA. Und Hatte dann die USA dann Dienstag rübergeflogen, dann landest du Dienstagnachmittag und ich bin Freitagabend wieder weggeflogen.
1:11:33 Feliks Eyser: Machst du das rein logistisch? Hast du da so einen Fahrer und du fährst dann von einem Office zu anderen?
1:11:36 Mirko Novakovic: Tatsächlich habe ich das gemacht, kann ich nur empfehlen Fehlen hier Black Lane, gerade gekauft worden von Uber. Genau, Black Lane, den kannst du vorher alle Termine schicken. Dann organisiert er die Fahrt für dich, weil das schaffst du sonst nicht. Ich habe das dann auch wirklich so im Takt. Dann machst du deinen Lunch noch auf dem Rücksitz? Genau. Ich glaube, da isst du fast gar nichts. Außer bis am abends dann mal oder so. Aber ich habe dann wirklich von morgens 8 bis abends, 22 Uhr inklusive Abendessen habe ich das komplett durchgeplant. 29 VCs.
1:12:05 Feliks Eyser: Und sag mal auch das wieder, ich meine, du hast natürlich jetzt einen Reputationsvorteil. Du hast gesagt, ich habe schon eine Kompanie verkauft, die war erfolgreich, also die hören ja zu, wenn du denen schreibst, du kennst sie ja auch schon. Und jetzt, wenn du einen Angel-Founder von dir hast, der zum ersten Mal Geld raced und sagt, ich will auch mal in die USA gehen oder ich will in Deutschland Die gleiche Tour machen, gleiche Frage top of funnel, wie kann ich überhaupt diese Termine generieren, wenn ich diese ganzen Leute vielleicht noch gar nicht kenne?
1:12:26 Mirko Novakovic: Also erstens kannst du die einfach anschreiben, das ist ja deren Job. Wenn du das gut machst, glaube ich, kriegst du auch Termine. Vielleicht nicht immer direkt mit dem Partner, vielleicht erstmal mit einem Associate oder so, aber Das geht schon. Also ich, meine Erfahrung ist, man kriegt schon Termine. Auch als ich das damals das erste Mal gemacht habe, habe ich Termine bekommen. Und dann ist es ja ein bisschen so, du hast ja auch schon mal gefundraced, aber was man irgendwann merkt, ist. Es gibt ja, ich sag ja immer meinen VCs, irgendwie ist das auch peinlich für die VCs, dass die so wenig Geheimhaltung haben. Also sagst du es einem, sagst du es allen. Ja, und das passiert ja meistens so auf Associate-Ebene. Die waren alle zusammen auf der Harvard Business Stuhl oder in ihre alte WhatsApp-Gruppen oder was weiß ich. Und wenn dann wir jetzt reinkommen, dann schreiben die dann, ich weiß es nicht, aber so stelle ich mir das vor, dann schreiben die dann, ey hier, Dash0, cooles Unternehmen. Haben wir uns gerade angeschaut und dann merkst du ja auf einmal, also ich merke das immer, wenn du dann so mit den ersten zwei gesprochen hast, dann schreiben dich auf einmal alle anderen an. So, hey Wir haben uns ja lang nicht mehr gehört. Wirst du vielleicht eh in der Nähe und auf einmal gehen auf Klingelt es bei dir auf allen Kanälen.
1:13:39 Feliks Eyser: Und das heißt aber auch, die Lektionen ist und das sehe ich auch bei Fauna, also je komprimierter man das macht, desto besser. Wenn es auf eine Woche kommt.
1:13:46 Mirko Novakovic: Wenn du das dann auch machst, das Die Message spreadet dann auch. Ich sage dann auch ganz klar: Ich raise in zwei Wochen, ich gehe jetzt raus, ihr seid dabei oder ihr seid nicht dabei.
1:13:58 Feliks Eyser: Und man muss ja auch sagen, manche VCs sagen dann: Ja, lass mal in zwei Wochen sprechen. Das ist ein Trick. Die haben auch in der aktuellen Woche Zeit. Also die haben immer Zeit. Die haben einfach die Priorität gerade woanders. Die Frage ist: Wie kommst du auf der Prioritätenliste nach oben? Wenn die es wollen, können sie sich in zwei Stunden mit dir treffen.
1:14:12 Mirko Novakovic: Jeder von denen. Immer. Immer. Ja, das ist so. Die treffen sich auch nachts mit dir. Egal, Sonntag. Das ist der. Wir kommen auch nach Solingen. Das hat der Mehrmann mir erzählt. Christian, da fahre ich auch nach Solingen. Ja, ist übrigens auch ein super. Hier sind wir wieder AAA. Ein guter VC weiß, dass in-person unersetzig ist. Und die Leute, die in-person kommen, die gewinnen auch. Wie hat der dich überzeugt? Auch über seine Persönlichkeit natürlich mit, ne? Ich glaube, da gab es ja auch eine Story. War das nicht sogar bei euch? Ja, der hat seine Kinder bestochen, hat er jetzt ehrlich. Ich war dann im Urlaub tatsächlich eine Woche und er hat mich, glaube ich, in der Woche 20 Mal angerufen. Mhm. Und meine Frau kannte den schon, weil ich immer im Auto war. Ich dachte, das ist eine Affäre. Genau, genau. Dann hat er ihr Blumen geschickt und das hatte schon gut gesagt. Aber auch persistent. Das zeigt ja auch wieder, dass er es wertschätzt auf eine Weise. Gehört dazu. Genau, das gehört dazu. Und man bleibt auch im Kontakt. Ich bleibe auch mit vielen VCs in Kontakt, auch wenn man nicht mit denen geraced hat. Das ist auch wichtig. Netzwerk pflegen. Genau, aber dann habe ich im Grunde von morgens bis abends, also es war schon hardcore, ne? Von morgens bis abends 29 Pitches in dreieinhalb Tagen, Mittagessen, Abend, Essen, alles so dran gemacht. Und dann konnte ich am Dienstag, übrigens klasse private Sidestory, ich musste eine schwere Operation machen. Ich hatte ein Rückenproblem und die hatte ich immer vor mir hergeschoben und die war am Mittwoch und ich wusste, ich will die Runde Bis Dienstag durchbringen, um dann die Operation in Ruhe machen zu können. Hast du das den Leuten gesagt?
1:15:53 Feliks Eyser: Nee, das habe ich dir natürlich nicht gesagt. Mittwoches COP. Wenn ihr bis Zienzeit nicht investiert, es kann sein, dass ich nicht mehr aufwache. Aber dann bin ich die CSB geclossen.
1:15:59 Mirko Novakovic: Nee, das habe ich natürlich nicht gesagt. Das habe ich nicht gesagt, aber ich bin da tatsächlich auch extreme Rückenschmerzen. Da ein Problem und bin dann auch dahin geflogen mit den Rückenschmerzen und dem Ding. Und dann habe ich Dienstag um 24 Uhr das Term Sheet unterschrieben. Okay. Und morgens um 9 Uhr war ich dann unter Messer sechs Stunden. War schon auch hardcore dann irgendwie.
1:16:23 Feliks Eyser: Also so einen Marathon, machst das du da so Travel-Hacks oder Routinen oder was hilft dir da? dann nicht völlig abzudrehen, wenn du damit Rückenschmerzen, 29 Meetings, drei Tage, zwei Verschiebungen falls.
1:16:32 Mirko Novakovic: Viele Routinen, ne? Wenn man viel reist, hat man viele Routinen. Ich mag halt, wenn Dinge immer gleich sind. Weil ich mich dann nicht darauf einstellen muss. Also ich gehe immer in das gleiche Hotel, ich nehme immer den gleichen Flieger, ich sitze fast immer auf dem gleichen Sitz. Ich mag nicht, wenn die Dinge dann unterschiedlich sind. sind, ich habe den gleichen Koffer, ich weiß genau, was ich tue. Also das ist das eine, dadurch Muss ich mir darüber keine Gedanken machen. Das hilft mir.
1:16:59 Feliks Eyser: Ist ja interessant, auch weil Schlaffforscher sagen ja so, die erste Nacht im neuen Hotel ist immer kacke, weil das eine neue Umgebung ist quasi. Und du hackst es ein Stück weit, indem du sagst, nee, alles was ich an diesem Tag mache. Kenne ich schon sozusagen und mache ich gleich.
1:17:09 Mirko Novakovic: Genau, aber es sind ja auch Kleinigkeiten. Wenn du dann, sagen wir mal, ich bin ja mittlerweile auch weltweit, ob das jetzt New York, Boston, LA, ich bin da immer im gleichen Hotel und dann weiß ich auch, wo ich meinen Kaffee trinke, ich weiß, wo ich frühstücken kann, sonst bist du ja immer schon dran. Google Maps, wo kann ich Fußstücken, wo kriege ich das? Wo gibt es noch was? Allein das, wenn dieser Background-Thread im Kopf soll. Das ist so ein Background-Thread, ne? Und den eliminiere ich damit komplett, weil ich genau weiß, ich gehe immer ins Gleiche. Ich weiß. Ich gehe da in LA hin, ich esse Frühstücke im Örstcafé, ich weiß, was das ist, ich weiß, was ich bekomme und dann muss ich darüber, muss ich mir schon mal keine Gedanken machen. Und dann ist für mich immer wichtig, wenn du in die USA fliegst, auf die Seite möglichst lange wach zu bleiben. Und ich gehe meistens Spazieren lange. Dann abends einfach frische Luft, lange Spazieren. Wie baust du Sport ein? Wie es klappt, ne? Also da konnte ich keinen Sport machen, weil ich diese Rückenprobleme hatte. Aber ich suche mir immer ein Hotel mit dem Gym aus und versuche dann morgens, du wirst ja meistens früh wach mit Jetlag, dann mache ich morgens ein bisschen was Sport, auch um den Kreislauf hochzubekommen.
1:18:10 Feliks Eyser: Was gibst du Fauna mit auf dem Weg, die zum ersten Mal raisen aus deinem Portfolio, First Time Founder? Was machen die oft falsch in diesen Fundracing-Prozessen, was du heute anders machst mit deinem Bissen? Ich glaube, der große Fehler ist, dass sie einfach nicht Fundraisen.
1:18:21 Mirko Novakovic: Ja, also die trauen sich nicht. Erzähl mir mehr. Ja, also ja, ich sehe das immer wieder, dass die Leute sagen: Ja, ich würde gerne Fundraising, aber wir sind noch nicht ready. Wir machen jetzt noch den einen mehr Kunden, ich will nur einen großen Kunden gewinnen, wir müssen jetzt doch das nächste Release rausbringen. Ich glaube, Fundraisen kannst du immer. Du solltest auch immer Fundraisen. Immer. Und das heißt Kontakte aufbauen mit VCs reden, weil du bekommst Feedback. Du kannst ja auch viele Fragen stellen. Was braucht ihr denn, damit ihr investieren könnt?
1:18:51 Feliks Eyser: Ich meine, das muss man sagen, VCs sagen ja immer, dass sie Value-adding sind und was weiß ich. Und ich glaube, da kann man auch ab und zu mal ein bisschen was discounten, manchmal, aber Eine Sache, die die haben, ist eine Übersicht über den Markt und über viele Player und wieder Mustererkennung.
1:19:03 Mirko Novakovic: Und das kann man ja wirklich anzapfen. Total. Es ist übrigens auch ein super Vertriebskanal. Du kannst denen ja sagen, hey, mach mir mal zwei Intros zu deinem Portfoliounternehmen, die Zielkunden sind. Meistens komme ich vorbereitet rein und sage, hier, die fünf hätte ich gerne Intro. Warum? Ist ja auch für die gut, weil die bekommen Feedback. Wenn die jetzt fünf Portfoliounternehmen haben und die sagen, hey, ich mach dir mal eine Intro. Guckt euch mal durch Zero an, werden die, die natürlich auch, also ist ja auch ein Risiko für mich, aber A, kriege ich eine Intro und B, werden die denen ja sagen, oh cooles Produkt oder. Nein, die haben sich richtig cool angestellt, die waren sofort, die waren hinterher, die machen also. Und das machen die auch eigentlich alle. Also ich habe noch nie erlebt, dass die VCs das nicht machen. Also ich kriege eigentlich immer die Intros. Und das ist auch. Schon mal hilfreich.
1:19:44 Feliks Eyser: Okay, und du sagst, Mindset ist always be fundraising auf der Weise, immer mit Leuten sprechen. Ja, ja.
1:19:50 Mirko Novakovic: Und keine Angst haben, ne? Vor 9. Also hier, ich sage mal 29 Meetings. Ich weiß es nicht, wie viele aus denen jetzt Term Sheets, vielleicht zwei. Das heißt, ich habe auch 27. 9 bekommen. Das hört sich ja immer so an. Mich hat hier gerade intern, mit der ich die Videos mache, hat mich gefragt, du wirkst immer so, als wird dir das nichts ausmachen, wenn du Nein bekommst. Ich finde es horrible, Nein zu bekommen. Das ist schrecklich. Tut weh. Das tut weh. Also total weh, körperlich weh, das nervt mich. Und wenn du dann so eine Runde machst und du bist sowieso schon jeden Tag unterwegs und dann kommen auch noch die Nines reingeflogen. Während du zum nächsten Meeting unterwegs bist und du musst aber da wieder fröhlich sein und eigentlich hast du gerade einen Schlag in die Magengrube bekommt, das ist halt so, ne? Da musst du durch und am Ende.
1:20:38 Feliks Eyser: Wie recoverst du da, kurz und schmerzlos sozusagen?
1:20:42 Mirko Novakovic: Pff, also, also am Ende recoverst du natürlich dann durch den Erfolg. Ja, ganz am Ende, aber am Ende Prozess. möglichst fokussiert bleiben auf das nächste. Also möglichst so in den Flow kommen, dass du gar keine Zeit hast, großartig darüber nachzudenken.
1:20:59 Feliks Eyser: Okay, das ist gut. Einfach erstmal wegschieben sozusagen, das nächste Ding machen, sich selber ein bisschen brainwashen auf eine Weise. Ich habe einen Buddy, der ist Tennisspieler, hat mal Weltspitze Tennis gespielt und da ist ja genau das gleiche. Du machst einen Fehler, du ärgst dich über dich selber und wenn die Abwärtsspirale anfängt, dann hast du das Spiel verloren, so sinngemäß. Und der meinte, sein Framework ist AAA, akzeptieren, analysieren, abhaken. Also annehmen, das ist jetzt passiert. kurz analysieren, was kann ich besser machen und dann aber gehen lassen auf eine Weise.
1:21:25 Mirko Novakovic: Finde ich total gut. Mach ich auch. Ich gucke dann natürlich auch, ich habe meinen Pitch in den 29 Pitches. Wenn du das Pitchdeck vom ersten Pitch bis zum letzten komplett anders. Ich habe das ständig angepasst, ne? Ständig. Zwischendurch hier nochmal eine Seite weg, um zu gucken, ich habe dann vielleicht gemerkt, shit, die Seite, die brauche ich nicht, weil da. Da fühle ich mich nicht wohl bei oder ich kann die nicht richtig rüberbringen oder die Leute zeigen aus. . Du siehst ja gerade bei den. Du siehst es in den Augen, du siehst, ob sie so stehen oder nicht. Das ist übrigens was, das musst du als Founder lernen, ne? Sales. Den Raum lesen und dem gegenüber. Weißt du, Silicon Valley VC Super kurze Attention Span. Wenn du den langweilst, guck dir sofort auf dem Handy oder das merkst du sofort, ob du den verlierst. Und dann musst du, dann musst du halt weiter. Und dann, ich hab meinen Pitch komplett angepasst. Viel Ich bin da auch reingekommen und ich dachte schon, ich wäre AI, aber dann hast du gemerkt, San Francisco ist viel mehr AI, also habe ich viel mehr AI reingebracht.
1:22:17 Feliks Eyser: Ließ es vorher, nachher, wenn du es nebeneinander legst, AI ist eine Komponente, was ist noch anders?
1:22:21 Mirko Novakovic: Also viel kürzer. Ich merke am Ende immer, du wirst du fängst immer mit viel zu langen Pitch an. Du fängst immer an, hast dann irgendwie 20 Slides. Am Ende brauchst du vielleicht drei. Okay. Also ich glaube, das ist ein gutes Pitch-Deck. Maximal fünf Slides hat. Fünf Slides. Der Rest ist die Story, die du darum erzählst.
1:22:40 Feliks Eyser: Auch ein Fehler auf per First Time vorne. Die wollen ja jede Art von Informationen rüberbringen. Es gibt so diese witzige Statistik von DocSend, dieser Software oder so Dokumente verschicken kannst, wie lange ein VC ein Pitchsteck anschaut im Schnitt. Und die Antwort ist halt, also nicht mal in Minuten gemessen, sondern in Sekunden, das ist irgendwie 50 Sekunden oder so. Und du sagst, okay, wenn eine Person 50 Sekunden auf meinem Deck verbringt, also wie viele Informationen kriege ich denn da unter? Und wenn ich dann 20 Slides habe, dann merkst du ja auch, okay, das sind jetzt hier zwei, drei Sekunden pro Slide, die Leute flippen nur durch.
1:23:06 Mirko Novakovic: Und vor allen Dingen muss man immer berücksichtigen, also auch hier nochmal gerade im Silicon Valley, wenn ich da hinkomme und ich sage Observability, in dem Moment, wenn ich mit dem richtigen Partner rede, Infrastructure oder so, ja, Der weiß alles darüber. Wenn ich da vorne drei Slides habe, was ist Observability, wie sieht der Markt aus für meine Konkurrenten, das weiß der sowieso. Das brauchst du dem nicht erzählen.
1:23:27 Feliks Eyser: Es gibt die Story über Benchmark, diesen VC aus den USA, die im Grunde in das Meeting reingehen und sagen Wir wissen alles, was wir Über dich öffentlich gefunden haben. Geht davon aus, dass alles, was jemals euer öffentlich bekannt war, dass wir das wissen. Sag mir, was ich nicht online gefunden habe. Genau. Was ist sozusagen hinterm Vorhang? Aber das, glaube ich, solltest du immer in die Meetings gehen, dass die so vorbereitet sind. Wie happy warst du insgesamt mit den VCs in deiner Karriere? Bonusfrage von Christian Reber, unserem gemeinsamen Buddy. Er hat gesagt, rank best to worst. Muss keinen Namen nennen, aber Stichwort Auswahl, wenn man sich es aussuchen kann, wenn man in einer luxuriösen Situation ist, am Ende mehrere Termsheets hat. Also, was ist seine Reflexion? Was macht einen guten VC aus? Was macht einen aus, wo man sagen müsste, vielleicht besser aufpassen?
01:24:07 Der richtige VC: Partner schlägt Brand
1:24:07 Mirko Novakovic: Also, vielleicht das erste, äh, Ein VC ist eine Firma und du arbeitest mit einem Partner. Und mein Learning ist, der Partner ist 90% mit deiner Interaktion mit dem VC Du hast meistens wenig Interaktion mit den anderen Partnern. Klar haben die auch Services, aber ich würde immer sagen, guck dir den Partner genau an. Die Person, nicht die Brand. Genau. Die Brand ist wichtig. Aber ich denke, jede Brand hat gute und schlechte Partner, auch die zu dir passen. Und ich würde immer den Partner an eins setzen. Da, ähm Das auf jeden Fall. Und ich glaube, das muss man auch, mit dem muss man menschlich klarkommen, man redet viel mit dem, man muss Vertrauen haben. Also es sind viele Punkte, die dann entscheidend sind. Und du musst deine Borddynamik angucken, wer fehlt dir vielleicht, welche Skills fehlen dir. Christian Mehrmann zum Beispiel fand ich damals total spannend. Seinen CMO-Hintergrund von Salando und diese Expertise im B2C, weil ich eben dachte oder gemerkt habe, dass im B2B Das Marketing sich auch ein bisschen verschiebt. Wie du mit der Messe angesprochen hast. Das wirkt ja eher wie eine Consumer-Aktion. Genau, mehr wie Consumer. Und deswegen wollte ich dieses Wissen auch mit drin haben. Und deswegen habe ich mir das Board schon so ein bisschen danach geschaltet, wen habe ich schon. Auch jetzt, wenn wir darüber reden, warum habe ich mich für den einen WC entschieden und nicht den anderen? Da war eben so, dass ich sagte, der ein andere Partner. So jemand hatte ich schon an Bord. Okay, so eine Person. Den fand ich toll, super Typ, super Turm sheet, super fand, alles. Aber ich dachte halt, naja, Die Person, ich habe mich ja jetzt hier für Rana entschieden, von Balderton, die hatte einen anderen Hintergrund, die war Baba Goldman Sachs. Ist auch eine Frau, fand ich toll für mein Board. Und die war tough, die hat die richtigen Fragen gestellt. Und so jemand hatte ich noch nicht an Bord, ne? Mit dem Financial Background und
1:26:03 Feliks Eyser: Und da habe ich mir gedacht, die ist für mich im Board, in der Konstellation auch interessant, wieder vorzubauen, zu sagen, okay, ich habe eine Series B gemacht, ich muss eine Series C machen, eine Series C. Wird viel mehr über die Finance-Funktion definiert als ein Series Bay.
1:26:16 Mirko Novakovic: Und habe ich auch gemerkt, erstes Board-Meeting jetzt mit ihr, da hat die mich schon in Teilen geroastet. Und ich fand das gut. Weil man merkt, okay, ich muss jetzt professioneller werden, was diese Zahlen angeht. Da ist jemand, der legt Wert darauf. Die anderen haben halt gesagt, naja, ist auch okay so. Deswegen habe ich, das wollte ich eben auch.
1:26:36 Feliks Eyser: Mit der du menschlich kannst, die dich aber auch ein Stück weit challenged und ein bisschen aus der Komfortzone bringt und vielleicht so ein bisschen blinde Flecken aufzeigt, auch zu sagen, guck mal, die nächsten werden diese Fragen stellen. Genau. Und andersrum, wenn ein Portfoliofounder von dir fragt, was sind die Zeichen bei einem VC, bei einem Investor, die eher so Kategorie Red Flag sind?
1:26:54 Mirko Novakovic: Also wenn du dir nicht vorstellen kannst, mit dem zusammenzuarbeiten, ist sicherlich ein Red Flag. Also ich glaube, man muss persönlich. . Deswegen, ich würde nie ein WC nehmen, mit dem ich nicht persönlich kennengelernt habe und mit dem ich nicht Abend gegessen habe. Würde ich nicht machen. Das gehört für mich dazu, die Zeit aufzuwenden.
1:27:11 Feliks Eyser: Finde ich übrigens auch gut, hatte Marius von PKI, über den wir gerade gesprochen haben, erzählt, hat ein Angel-Angebot von Tim Schumacher aus Köln, also dem gesagt hat, hey, ich investiere bei dir eine halbe Million. Und da hätten viele vorne gesagt, geil, nehme ich sofort. An, schicke dir Docky-Sein, kannst du das schreiben? Er hat gesagt, ich setze mich nächsten Tag in Zug und fahre zu dir nach Köln. Ich will einmal mit dir gesprochen haben, denen die Augen geschaut haben und hat quasi seine Founder-DD gemacht. Auf den Tim, der übrigens ein super Typ ist, und am Ende hat seinen Deal gemacht. Aber es ist ein gutes Mindset.
1:27:34 Mirko Novakovic: Ja, auf jeden Fall. Ist der richtige Mindset. Das musst du auf jeden Fall machen. Und dann würde ich natürlich auch gucken, nicht von ihm, sondern dass du aktiv Backchanneling machst zu den Investments, die schon getätigt worden sind und vor allen Dingen auch die, die gefailt sind. Um mal rauszufinden, wie verhält sich eigentlich so ein Partner
1:27:53 Feliks Eyser: die Fauna anzuschreiben, wo die Leute drin sind. Und das ist übrigens auch meine Erfahrung, also erstens, die Fauna reagieren alle, wenn du den auf LinkedIn schreibst und sagst, hey, ich rede hier mit dem Investor, so ich würde gerne mit dir mal einen kurz Background-Check machen. Das Gute ist auch. Wenn die eine gute Relation haben, dann geben die das ja auch weiter. Dann sagen die: Hey, guck mal, da hat mir so gerade so ein Felix geschrieben, ich habe mit dem gesprochen. Und das zeigt dem VC ja auch schon wieder, dass du als Fauna deine Hausaufgaben gemacht hast. Ja, ja, genau. Aber das musst du auch machen, ne? Backchanneling. Worüber haben wir zu Fundraising noch nicht gesprochen?
1:28:17 Mirko Novakovic: Ich denke, das Einzige, was ich sagen möchte, ist, man darf zumindest den Einfluss oder die Hilfestellung, die man von BC bekommt, auch nicht überschätzen als Founder. Das habe ich auch schon oft gesehen. Du wirst, vielleicht ging da die Frage von Christian Reber auch ein bisschen hin. Du wirst jetzt nicht den Riesen-Support von deinen VCs bekommen. Am Ende kriegst du Geld, du kriegst einen Berater an die Seite gestellt für umsonst. Du kriegst mal den einen oder anderen Kontakt, aber das war's.
1:28:45 Feliks Eyser: 95% vom Wert ist wahrscheinlich die Kohle und die ist relativ ersetzbar. Genau. Manche machst einen Unterschied, die letzten 5%, aber du willst vor allen Dingen kein
1:28:55 Mirko Novakovic: Keinen haben, der dann Pain in the Airs für dich wird, der irgendwie jeden Tag anruft, dich stört, irgendwas haben will. Also ich mag auch VCs, die so ein bisschen mir aus dem Weg gehen dann auch.
1:29:06 Feliks Eyser: Lass den Jungen mal arbeiten. Ja, genau. Du hast gerade bei Balderton eben so ein Offside gemacht. Das fand ich interessant, dass du mir erzählt, dass die alle ihre Founders zusammengeholt haben. Also einer der weltbesten VCs holt seine Founder zusammen, da müssen ja super spannende Leute. im Raum sitzen. Auf jeden Fall. Erzähl mal, nehme ich mal mit. Was ist das für ein Setting? Wo ist man da?
1:29:22 Mirko Novakovic: Wir waren in Marrakesh, in einem schönen Hotel. Und ich fand es gut gemacht, war es im Grunde drei Tage. Das heißt, die CEOs nehmen sich auch wirklich mal drei Tage raus und es gab relativ wenig Programm. Sondern viel Zeit miteinander zu reden. Und das ist schon sehr valuable, weil du einfach mit anderen Faunern reden kannst. Vielleicht auch mal aus ganz anderen Branchen. Ich habe mit den beiden CEOs von Quantum Systems zum Beispiel viel geredet, die aus Deutschland, genau, die ja die Drohnen bauen und auch da mit der Ukraine, das ist total spannend. deren Perspektive, auch Verhandlungen und Sales mit dem Staat. Und fand ich total spannend, mit denen zum Beispiel zu reden und kann man viel von lernen.
1:30:06 Feliks Eyser: Was sind so Nuggets, die du mitgenommen hast? Ich habe die Erfahrungen gemacht, du bist auf so einem Offsite mit anderen V-Nummern, nimmt ja immer so kleine Nuggets mit und kann die bei sich in der Firma implementieren. Von riesigen strategischen Themen bis hin zu super kleinen Hacks.
1:30:18 Mirko Novakovic: Hast du für dich Sachen? Ohne da jetzt zu viel in die Details zu gehen, nur Leute zu erzählen. Aber wir hatten am zweiten Tagen Abendessen, ein super schönes Setting, toll, toll, toll, toll in der Wüste da von Marokko. Und der Betron, der ja auch einer der Gründer, Business Objects Founder, wahrscheinlich einer der ergreichsten europäischen Softwareunternehmer aller Zeiten, für Milliarden an die Börse gebracht und dann verkauft. Der ist einer der Partner und Founder von Balderton, Franzose. Und der hat abends eine Rede gehalten, vielleicht zehn Minuten. Und das war mit Abstand die beste Rede. Die ich je gehört habe, die hat dich am Herzen eines CEOs erwischt. Man hat halt gemerkt, dass er selber, der war 18 Jahre CEO. Und der hat halt verstanden, in welcher Situation sich viele CEOs befinden. Du bist sehr alleine. Ein CEO ist alleine. Der hat keine Freunde im Unternehmen. Du hast zwar dein Team oder so, aber am Ende ist es ja immer dein Call. Also deswegen. Deswegen ist natürlich so ein Offside ganz cool, weil du eben andere Leute hast, mit denen du offen reden kannst, was man oft in seinem Unternehmen nicht kann, dann über bestimmte Themen. Und er hat eben beschrieben, wie man sich fühlt. Er hat das ja sozusagen zur Dotcom-Wende gemacht, das Unternehmen. Und war da schon am Markt in den 90ern und hat so gesagt, wie er sich gefühlt hat, sich abgehangen vom Internet zu fühlen. Und jetzt fühlen sich ja auch viele gerade abgehangen von AI. Ich glaube viele, die so Founder sind. Du musst ja mit dieser ganzen, wie ich sage, wenn ich heute mit CEOs rede, dann sagen die ja alle, alle gefühlt erzählen dir, dass die nur noch AI haben. Alles ist AI. Sales ist AI, Marketing ist AI, Entwicklung ist alles, ganz Code wird AI generiert. Die burnen Millionen von Tokens. Mein Leben ist ein Riesenscheiterhaufen von Tokens. Genau, ein Riesen-Token-Scheiterhaufen. Und wenn du das nicht machst, dann bist du eigentlich. Weg vom Fenster. Und dann fühlt man sich eben oft auch, es ist eine schwierige Situation, weil du nicht weißt, was mache ich jetzt, wie radikal. muss ich ändern. Nee, der hat einfach so das beschrieben, wie er da durchgegangen ist und hat nochmal klargemacht, ich glaube, das ist was, was man als Founder sich immer wieder klar hat, dass man Zeit hat. Die Welt, ich habe das selber erlebt, ich bin 1999 in den Markt gegangen und habe gesagt, das Internet als Amazon-Karte dachte ich, alle Läden wird es nicht mehr geben und Banks braucht man nicht mehr, ist alles online. Es hat sich ja dann doch anders herausgestellt, weil Menschen dann doch träge sind, veränderungsresistent und es geht dann doch oft viel langsamer. Als man sich das vorstellt oder als dann zum Beispiel in einem Silicon Valley in der Bubble passiert, ist die gesamte Welt und unsere Kunden sind dann noch anders unterwegs.
1:33:02 Feliks Eyser: Ein bisschen dieser Chart in neulich kursiert, dass irgendwie 90 Prozent der Welt noch nie AI benutzt, sozusagen, wir sind in der Bubble, der Bubble, der Bubble.
1:33:09 Mirko Novakovic: Richtig. Und dann, weil du dann in der Bubble, der Bubble, der Bubble bist und die, die alle zählen, alles ist AI, ist AI, dann musst du dich auch nochmal, also ich glaube, die Message war, wir müssen uns alle komplett auf AR einstellen und umstellen. Kein Big Dun vorbei. Das Internet ist ja nicht weggegangen. Es hat was gedauert. Also du musst das machen und du musst deine Organisation auch agiler aufstellen. weil die die Zyklen des Change viel kürzer werden. Wenn du dir guckst, wie Modelle, Claude Code vor einem Jahr heute. . Hat keiner vorausgesehen, da musst du dich schnell anpassen. Aber wir dürfen trotzdem nicht wahnsinnig werden. Wir dürfen nicht wahnsinnig werden. Du musst sane bleiben. Dir muss klar werden, dass alle in der gleichen Situation sind. Keiner ist da besser wie du. Im Zweifel. Und egal, was die Leute erzählen, es ist eben auch viel Marketing.
1:33:56 Feliks Eyser: Und wie ist da der AI-Real-Talk unter den besten Foundern der Welt, nachdem die Rede da abgeschlossen ist, wenn ihr da am Tisch sitzt?
1:34:03 Mirko Novakovic: Das ist ganz unterschiedlich. Ich finde auch, dass es so ein bisschen, ich merke das heute gestern auch mit meinem Leadership hier ein kurzes Offside gemacht. Da habe ich auch gesagt, manchmal frage ich mich, ich werde jetzt 50. Kann auch einfach sein, dass ich doch lieber auf dem Golfplatz abhängen sollte, wo ich kein Golf spiele, weil ich einfach schon zu alt geworden bin. Aber da wird er auch wieder langweilig. Wahrscheinlich, weil du merkst schon, dass die jungen Leute da es viel stärker absorbieren. Und ihren Kopf komplett auf AI einstellen, wie ich das kann. Ich sehe das schon alles noch so ein bisschen mit einer Prise Realität. Ich sehe, dass es ein super Tool ist, ich sehe, dass es disruptiv ist, ich sehe aber auch, dass wir noch am Anfang stehen und die Technologie noch nicht 100% ausgereift ist. Und ich kann mir jetzt noch nicht vorstellen, meine ganzen Menschen hier, die SDAs alle durch irgendeinen Agent zu ersetzen, der dann in holziger Stimme Die Kolkos für mich macht. Also ich kann mir vorstellen, das mal auszuprobieren, aber ich nehme das noch nicht ab, dass das heute schon der neue Status quo ist.
1:35:10 Feliks Eyser: Beneidest du manchmal die jungen Leute um ihre Zeit sich mit AI zu beschäftigen? Das habe ich manchmal, dass ich denke, ey, ich fände es fände so geil, Student zu sein und einfach 20 Stunden die Woche. In Klot zu verbringen und dann habe ich irgendwie Beteiligungen und Calls und Meetings und Kinder und freue mich, wenn ich zwei Stunden habe.
1:35:24 Mirko Novakovic: Hab ich gestern genauso gesagt, genau das würde ich mich freuen, wenn ich die Zeit hätte. Ja, hab ich nicht. Ich habe einen 15-jährigen Sohn, der auch mit Call Zero sein eigenes Startup jetzt gemacht hat. Der macht quasi so AI-Anrufe annahmen. Genau, und ich sehe ja, wie er Mit Cloud Code 15. Mach nochmal einen Shoutout.
1:35:45 Feliks Eyser: Wie heißt diese Firma?
1:35:45 Mirko Novakovic: Oder Seil Quack? Call Zero. Call Zero. Call Zero, leicht angelehnt. Und ich sehe ja, wie er arbeitet, ne? So mit Cowork und den Browserautomaten. Spricht er noch, spricht er nur noch, ist er. Der programmiert durchs Handy. Der spricht da die Prompts rein und Beim Abendessen und wo er ist und lässt dann den Agent arbeiten. Also, das ist eine andere Arbeitsweise. Und das ist schon spannend. Und der hat auch die Zeit, sich damit zu beschäftigen, mit allem. Ich muss sagen Ich habe die Zeit gar nicht, ne? Ja, krass. So ein Cowork zum Beispiel. Ich habe mir das schon mal angeschaut, aber ich würde nicht sagen, dass ich schon fluent bin, das so zu nutzen, dass ich, dass es wahrscheinlich viel produktiver macht.
1:36:31 Feliks Eyser: Wie verbindest du deinen Hustle-Kalender eine Woche in den USA mit Family Lifestyle auf der anderen Seite? Das willst du beim Dinner sitzen? Hoffentlich ist dein Sohn nicht nur am Weibekoden während des Abendessens, aber wie kriegst du das unter einen Hut? Der Christian, ich habe mit Christian Wermanner gesprochen im Vorfeld, der sagt: Ey, der Mirko ist halt auch, der ist ein krasser Hasse, der setzt sich auch immer in diesen 6-Uhr-Flug. Morgens, der macht den Lunch, der macht das Dinner. Großer Respekt, aber auch die Frage, welchen Preis zahlst du?
01:36:58 Recovery, Familie und reiche Kinder erziehen
1:36:58 Mirko Novakovic: Ich hab mal bei einem anderen Offside, da war ich noch in der Zeit, war ich mal unterwegs und da hat einer gesagt Es gibt so fünf, ich bringe die nicht, ich vergesse sowas immer, ich bringe die nicht mehr zusammen, aber es gibt so fünf Dinge im Leben, auf die man sich konzentrieren kann. Familie. Hobbys, Beruf, Gesundheit, keine Ahnung, was. Und er hat gesagt, man kann immer nur zwei richtig machen. So, das fand ich ganz interessant und ich glaube, das ist das, was ich mache. Ich habe nur Family und Beruf in den Phasen Man muss ja auch sagen, es sind Phasen im Leben. Also es ist ja nicht mein, mein Leben ist jetzt nicht geprägt durch Instana, Dash0 und codecentric, sondern es waren immer Phasen. Und dann hatte ich auch mal drei Jahre frei oder ich habe was anderes gemacht, ne? Wo du, dann kannst du andere Prioritäten, wenn wo ich drei Jahre frei hatte, bin ich total viel Fahrrad gefahren. Jetzt fahre ich gar kein Fahrrad mehr. Keine Zeit dafür. Und ist okay. Ist okay für mich. Ich habe auch sonst keine Hobbys. Das schaffst du dann nicht. Wenn ich jetzt noch versuchen würde, ein Hobby reinzudrücken, dann hätte ich gar keine Zeit mehr für Familie. Aber ich versuche schon die Zeit, die ich dann zu Hause bin, auch dann mit der Familie.
1:38:06 Feliks Eyser: Olli Merkel, unser Ballywauchen-Podcast, Flinkgründer, Blogsgründer, hat gesagt: Die Leute sehen die Unicorn-Bewertung den Erfolg, aber nicht den Aufwand, der nötig ist.
1:38:14 Mirko Novakovic: Das stimmt. Das stimmt. Es ist ein extremer Aufwand, den man betreiben muss, ja. Aber es macht ja auch, also ich sag immer, das meine ich auch wirklich so, dass jetzt keine Phrase oder so, ich mache das halt total gerne. Ja, das macht mir Spaß. Also ich genieße das auch. Also ich bin total gerne gestern da bei dem Abendessen mit den Leuten. Ich lerne viel, das sind coole Leute. Ich mach das gerne. Ich bin auch gerne hier jetzt. Also das ist ja Teil. Ich freue mich ja meistens. Nein, aber ist so. Das ist ja auch Teil der Arbeit jetzt heutzutage, Podcasts zu machen, Sachen aufzunehmen, als Founder irgendwie präsent zu sein. Habe ich früher nicht gern gemacht. Heute weiß ich, es ist Teil meines Jobs. Ich mache das einfach.
1:38:53 Feliks Eyser: Und doch ist anstrengend und doch zerrt natürlich. Du hast über quasi Sustainability geschrieben. Letzter LinkedIn Post. Also, ich habe hohe Standards, ich bin am Husteln. Das funktioniert aber alles nur, wenn man es auf eine nachhaltige Weise macht. Was bedeutet Nachhaltigkeit für dich im Kontext zu diesem Lifestyle, den du jetzt gerade in deiner Lebensphase machst?
1:39:13 Mirko Novakovic: Nachhaltig heißt, dass du recoverst, wenn du es brauchst. Das habe ich früher nicht so gemacht. Deswegen habe ich ja auch geschrieben mit 25 Oder 35 oder ich sag mal so, mit 25 ist was anderes wie mit 35, wo du zwei kleine Kinder hast, oder mit 49 jetzt wie ich. Da sind deine Kinder dann vielleicht größer, aber gleichzeitig hast du auch einfach nicht mehr die körperliche Energie. Ich meine, das ist ja was, was wir manchmal so ein bisschen, zumindest, ich finde das immer so, dass man das so ein bisschen hinten vorlässt. Aber wenn Keiner würde von mir mit 49 erwarten, dass ich Sprint-Olimpiasieger werde. Wird ja auch keiner. So. Warum? Weil du es körperlich nicht kannst. Das ist einfach, oder warum hört ein Roger Federer Beim Tennis mit führt sich irgendwann auf. Obwohl er The GOAT oder was weiß ich oder so ein Djokovic, weil sie es körperlich nicht mehr könnten. Und ich glaube, das ist etwas, was im Beruf. oft unterschätzt wird, dass wir ja die gleichen Probleme haben. Also ich habe 49 auch nicht mehr die Ausdauer und die Leistung eines 25-Jährigen Was ist deine Recovery, äh, Recovery-Routine? Also, ich muss mich teilweise einfach mal auch komplett rausnehmen. Schaffst du das? Ja. Das mache ich dann auch. Aber was ich damit wirklich meine, ist, das klingt jetzt für jemanden, der vielleicht nicht in dem Business ist, komisch, aber einfach mal ein Wochenende nicht zu arbeiten. Das ist für mich Recovery. Also wenn ich einfach mal sage, so jetzt nächstes Wochenende, da werde ich keine einzige E-Mail machen. Schließt du dein Handy ein? Hast du da was? Neck. Laptop weg oder ich fliege nach Mallorca am Wochenende und sage, ich nehme aber gar nichts mit, kein Handy mit, kein Dings und ich bin zwei Tage raus. Und nach zwei Tagen, wenn ich komme, also zwei Tage auf Mallorca, aber ich schon lande, ich komme aus dem Flughafen, die Luft, meistens wärmer wie hier. Und dann setzt du dich abends da in ein, siehst vielleicht das Meer und trinkst ein Glas Wein. Nach zwei Tagen habe ich meinen Akku. Das ist so wie Powercharging bei Tesla. Ja, interessant, ja. In den ersten 10 Minuten kann ich. 80% ist ja die Ladekurve, ne? Du lädst 80% in 20 Minuten und die letzten 20% brauchst du dann Zwei Stunden und so finde ich ist das bei mir auch. Ich merke, dass ich meinen Akku in zwei Tagen kann ich den wieder auf 80% aufladen Und wenn ich zwei Wochen Urlaub mache, dann bin ich vielleicht bei 90 Prozent, aber die nächsten zwölf Tage bringen mir gar nicht mehr so viel. Okay, krass, die Dienst nutzen. Bei mir auf jeden Fall. Das heißt, ich versuche mittlerweile schon immer diese. ich sag mal einmal im Monat oder so, nehme ich mir dieses Wochenende, wo ich sage, da mache ich.
1:41:53 Feliks Eyser: Aber es ist auch interessant, ist auch wieder Radikalität im positiven Sinn, ist es dann 0 oder 1. Also die Glühbirne ist entweder an oder aus, aber sie ist nicht Flickering. Und viele Faune sind ja so am Flickern, weißt du? Also das am Wochenende dann Zwar nicht im Office bist, aber E-Mails machst, dann denkst du dann irgendwas, Slag ist doch offen und so, also dann bist du 0,5 und dann bist du weder recovered noch produktiv.
1:42:11 Mirko Novakovic: Ich freue mich da auch dann immer total drauf, ne? Ich freue mich dann auch total drauf. Ich weiß zum Beispiel, jetzt das Wochenende, das ist so eins, da werde ich Samstag, Sonntag nichts machen. Und Montag ist ja Feiertag, da fliege ich aber in die USA. Das heißt, ich bin dann auch die Feiertage dann nicht zu Hause. Aber dann weiß ich, mache es Samstag, Sonntag. Da mache ich gar nichts. Ich mache dann auch mal, das war übrigens, ich weiß nicht, wie das bei dir war, weil du hart gearbeitet hast und und nicht, dass du es jetzt nicht mehr machst, aber ich hab dann bin dann zum Beispiel mal mit meiner Frau einfach in die Stadt gegangen.
1:42:41 Speaker 3: Mhm.
1:42:42 Mirko Novakovic: Habe ich vorher nie gemacht. Das kannte ich gar nicht. So Kaffee trinken dienstagsmittags durch die Stadtschlendern oder so. Mach ich nicht. Also sowas werden wir wahrscheinlich machen. Einfach. Samstag mal nach Düsseldorf, in die Stadt, irgendwie shoppen gehen, einen Kaffee trinken, irgendwo lecker Mittagessen. Sowas.
1:43:02 Feliks Eyser: Und dein Kopf läuft da dann gar nicht weiter, da ist nicht dann die ganze Zeit die Business-Meetings und die irgendwas. Okay, egal. Da mache ich mir nochmal zwei Tage echt raus. Du hast keine Angst, hast du gesagt. Du bist fehless. Ist irgendwas falsch mit dir oder ist das ein Superpower?
1:43:18 Mirko Novakovic: Das weiß ich nicht, aber ist einfach so. Ja, ich hab. Also sowieso vor fast gar nichts Angst, aber im Business sowieso nicht. Also ich kann Entscheidungen treffen und ich habe keine Angst.
1:43:31 Feliks Eyser: Interessant. Ich meine auch was du vorhin gesagt hast, ich habe die Leute eingestellt, den Messestand gebucht hat, aber eigentlich gar nicht die Kohle, wo andere sagen würden, oh Gott, da geht der Puls jetzt aber erstmal hoch.
1:43:38 Mirko Novakovic: Nee, für mich ist das dann so total energizing. Also, um das mal zu beschreiben, vielleicht hat jemand dann Angst zu denken, was mache ich jetzt, wenn ich die 500. 000 nicht reinkriege und dann laufe ich out of money und null. Ich denke dann nur, okay, wie baue ich jetzt den Stand? Wie kriegen wir das gar nicht? Wo kriege ich die Kohle hin? Das ist dann so. Klar, morgens, da muss man sagen, vor dem Stand, da hatte ich schon so Lampenfieber, Panik. Dass da keiner kommt, ne? Aber das war eher so in der Situation, aber ich habe vor der Entscheidung keine Angst. Nein.
1:44:08 Feliks Eyser: Milliardenbewertungen, Riesendeals, Jet Set, internationale Business-Sachen. Wie bleibst du auf dem Boden? Ist ja auch wichtig, hast du gesagt. Auf jeden Fall, ja.
1:44:17 Mirko Novakovic: Ich würde mich auch nicht als JetZ bezeichnen, obwohl du einmal im Monat den Atlantik überquerst. Das stimmt. Also ich glaube, man muss da so ein bisschen, wir haben ja gestern Abend so ein bisschen gejoked, guck mal, ich habe diese Nacht ja auch im Moxie geschlafen. Ich versuche. mich auf den Boden zu halten, indem ich nicht. Moxie ist ein Hotel in Berlin, das ist nicht das Adlon? Genau, das ist nicht das Adlon. Habe ich auch noch nie übernachtet im Adlon, sondern ich übernachte halt, ich sage jetzt mal Kategorie Motel One. Moxi, wir hatten gestern einen von unserer Sales, der ist in einem guten Hotel abgestiegen. Habe ich übrigens kein Problem mit. Jeder soll das machen, wie er will. Der ist in einem guten Hotel und sagt, oh, da waren all die VCs und ich habe den getroffen, den getroffen. Und ich habe gesagt, bei mir sind die Handwerker beim Frühstück. Und ich mag das einfach. Ich mag einfach diese Scrappiness, morgens das gekochte Ei und den Kaffee aus dem Automaten. Das gehört für mich Auch zu diesem Lifestyle des Travelings dazu. Also ich versuche möglichst normal zu reisen, weil ich das einfach mag. So würde ich auch privat reisen.
1:45:18 Feliks Eyser: Wie ist dein Setting in Solingen? Da läufst du durch, da hast du den Coworking-Space, die kennen dich, das ist jetzt keine Riesenstadt.
1:45:23 Mirko Novakovic: Genau, die kennen mich. Das ist schwierig. Ich glaube, wir haben im Vorfeld darüber gesprochen, dass natürlich die Leute auch teilweise die Zahlen einfach nicht einordnen können. 500 Millionen, Exit.
1:45:33 Feliks Eyser: Ja, wenn du liest es und dann denkst du auch so, okay, krass, der Mirko hat das 500 Millionen auf seinem Konto. Nee, natürlich nicht, aber du immer. Es ist dann irgendwann auch so eine Höhe von den Zahlen, dass man einfach das nicht mehr richtig einordnen kann.
1:45:43 Mirko Novakovic: Genau, können die Leute nicht einordnen. Und da muss man so ein bisschen aufpassen. Auch im Auftritt etc. versuche ich das ja nicht. Also wenn du mich jetzt anguckst, meine Kleidung, die Turnschuhe sind wahrscheinlich das teuerste, kriegst du irgendwie für 200 Euro alles, was ich anhabe, zusammen. Ist jetzt nicht irgendwie was Teures, ich trage keine teure Uhr oder irgendwas. Also das ist nicht mein Live-Spitch.
1:46:05 Feliks Eyser: Das ist nicht mehr Ferrari zum Cobic Space.
1:46:08 Mirko Novakovic: Nein. Und das ist, denke ich mal, was, dass die Leute auch sehen dann. Wahrscheinlich auch irgendwie, weiß ich nicht, ob sie schätzen oder nicht. Ich mache das, aber ich sage das auch ganz klar, wenn ich in Ferrari fahren wollte, würde ich ihn fahren. Ich will den einfach nicht fahren, weil es nicht so mein Ding ist, aber ich würde mich da jetzt nicht beeinflussen lassen. Also da hätte ich jetzt keine Angst davor, mich mit dem Ferrari zu zeigen, wenn ich den geil finde, wenn der mir Spaß machen würde. Bist du nervös darüber, reiche Kinder aufzuziehen? Wie siehst du das? Auf jeden Fall. Also, es war für mich einer der Themen, die mich definitiv beschäftigt haben, als ich den Starna Excel hatte und da noch Zeit hatte. mich damit zu beschäftigen, wie mache ich das mit meinen Kindern. Wie sorge ich dafür, dass die nicht sich daran gewöhnen, Business Class zu fliegen, teure Hotels Und dann irgendwann Champagner im, wie hieß das Ding aufsyld, Pony. Pony, ja, gibt es da. War gar nicht da, dieses Ding, wo die komische Lieder gesungen haben. Und das möchte ich nicht. Das ist der Untergang der Zivilisation. Ja. Das möchte ich halt nicht. Und das muss man sich überlegen.
1:47:15 Feliks Eyser: Wie schaffst du das, um quasi dieses Mindset einzuprägen? Also dein Sohn ist jetzt erzählt, gründet da seine eigene Company, also irgendwie ist er unternehmerisch und gleichzeitig Willst du den Kids ja ein gutes Leben ermöglichen, vielleicht dafür sorgen, dass sie nicht über jeden Stein stolpern müssen, der im Weg liegt? Also wie kann man das balancieren?
1:47:32 Mirko Novakovic: Ich glaube, dass man das so ein bisschen, also erstmal muss man mit vielen Gesprächen führen, die vielleicht schon mal selber in der Situation haben und das gut gemeistert haben. Jeder findet auch einen anderen Weg. Weil ich komme ja aus dem Rheinland, da sag mal jede Jäcke ist anders. Soll jeder machen, wie er will. Also wenn du Sylt liebst und das Pony liebst. Ich komme halt auch aus einer anderen Ecke, wo ich nicht damit groß geworden bin. Aber es stört mich gar nicht. Ich war auch schon mal auf Sylt und ich fand Da so ein Schnitzel zu essen ist auch toll, ne? Es ist eine tolle Insel, tolle Gegend, also ich kann das gut nachvollziehen, aber es ist halt nicht meine Welt. Und Ich nehme jetzt mal meinen ältesten Sohn, der studiert jetzt in München. Dann, als ich studiert habe, das war natürlich eine harte Zeit für mich, weil ich kein Geld hatte oder so. Der kriegt natürlich von mir. 1000 Euro im Monat. So, jetzt muss man aber dann einschätzen, ist das viel? Ich finde das viel. Es ist aber auch nicht so, dass der damit jetzt den Hallig Checker-Lifestyle spielen kann in München, weil der muss davon seine Wohnung bezahlen, der muss davon seine Sachen bezahlen. Der muss auch noch ein bisschen arbeiten, damit er mit klarkommt. Aber klar, hat der jetzt, der hat keine Überlebensnot damit, der kommt damit gut klar, sage ich mal. Aber ich behaupte mal, dass es jetzt nicht Luxus-Lifestyle. Das ist so ein bisschen. Okay, sagst du ein bisschen so eine Grundabsicherung? Zum einen. Klar, also warum soll ich denen gar nichts geben oder sagen, du musst dir das alles selber arbeiten oder Warren Buffett-Style oder der den Kindern. Das finde ich jetzt auch unangemessen. Aber man muss da so ein bisschen Balance finden. Oder ich habe ihm ein Auto gekauft. Ich habe kein Auto bekommen, aber er hat ein Auto bekommen. Aber es war halt ein fünf Jahre alter gebrauchter A3. So. Kein Porsche Makan oder was weiß ich. Jetzt muss man seine Balance finden. Natürlich hat er das Auto bekommen. Das ist ein Riesending. Ich hoffe, er weiß zu schätzen. Aber es ist nicht. Crazy aus meiner Sicht, ne? Also und da muss man dann so für sich so ein bisschen die Balance finden. Finde ich schwierig, ne? Wo setzt man da den Punkt? Wie sollen deine Kids dich in Erinnerung behalten, als Founder und als Vater? Ich hoffe einmal, dass Sie wissen, dass ich immer für Sie da bin. Also das habe ich auch immer gemacht. Das mache ich auch heute, wenn meine Tochter, ich sage denen immer, wir haben so eine gewisse Vereinbarung, wenn sie einmal anrufen. Dann gehe ich nicht unbedingt dran. Wenn sie dann nochmal anrufen, gehe ich dran. Und dann ist es auch egal, ob ich jetzt in einem Meeting bin. Wenn ich in einem Zulk bin mit einem Kunden und meine Tochter ruft mich das zweite Mal an, dann sage ich, tut mir leid, ich muss kurz drangehen. Dann gehe ich dran. Weil dann weiß ich, die braucht mich. Und dann bin ich am Telefon. Oder wenn sie sagt: Kannst du mich abholen, ich brauche dich, mir geht es nicht gut, dann sage ich auch zwei Meetings ab. Also ich versuche dann schon, Das weiß man dann irgendwann auch dann die Priorität zu setzen. Aber trotzdem weiß sie auch, wenn es jetzt nicht wichtig ist, dann mache ich das halt später. Das ist so ein bisschen Daran sollen die sich halt ändern, dass sie wissen, sie sind zwar, weil das ist ja so ein bisschen, viele fragen nicht ja, ist die Firma über der Familie oder das ist ja so schwer. Wann sagst du das? Wann ist etwas. Und ich versuche schon, also für mich ist die Familie das Wichtigste. Ich würde die Firma komplett sacrificen für die Familie. Wenn es sein muss, wenn du mich fragst, Familie oder Firma, dann ist die Firma weg. Aber so ist das Leben ja nicht. Man muss ja Genau, im Moment ist es ja nochmal ein Abwäger. Man muss es ja abwägen. Und wenn, weiß ich nicht, wenn einer dann irgendwas hat, was für mich jetzt nicht wichtig ist, dann priorisiere ich auch mal die Firma darüber. Aber wenn es hart auf hart kommt, dann müssen die wissen, dass ich immer da bin. Wer waren für dich Mentoren oder Vorbilder? Ich finde, das ändert sich über die Zeit. Ich hatte ein, ich habe meine Karriere angefangen und bei IBM und ich hatte einen Manager, der hieß Horst Karlflug. habe ich auch schon 20 Jahre nicht mehr gesprochen, aber das war für mich schon ein Mentor. Der hat mir viel mit auf den Weg gegeben. Dann hatte ich einen sehr guten Projektleiter. bei der IBM und der hat mir viel mitgegeben, viel gelernt. Was macht es für dich einen guten Mentor aus? Also für mich ist immer wichtig, dass er Erfahrung hat und ich ihm auch traue, dass das, was er sagt Also ich habe ein Problem mit Metoren und Coaches, die sich das so beigebracht haben, aber es noch nicht selber gemacht haben. Also ich hätte Probleme, mir einen Coach auszusuchen, der irgendwie fünf Jahre Coaching-Ausbildung hatte. Freelancer ist und mir erklärt, wie ich eine 500-Mann-Firma zu führen habe. Kann er vielleicht, aber ich würde. Würde mit mir nie funktionieren, weil ich im Soll die Strecke schon mal gegangen sein. Ja, wenn ich aber jemanden habe wie jetzt diesen Snowflake-CRO, ja, nehme ich jetzt mal als Beispiel. Habe ich übrigens danach angefragt, ob er mich mentoren würde. Wow, wie lief das? Wie hast du die gemacht? Ich habe gekontaktiert, hab mit ihm einen Call aufgesetzt, hat den Call auch nochmal genommen und habe dann gefragt, ob er sich vorstellen könnte. mich zu coachen und Mentor zu werden und mir so bei dem Sales-Thema zu machen.
1:52:24 Feliks Eyser: Was motiviert so einen Typen, der alles Materielle im Leben wahrscheinlich sowieso schon hat, das zu machen? Wie hast du darüber nachgedacht? Hab ich gar nicht drüber nachgedacht.
1:52:30 Mirko Novakovic: Ich hab mir ja schon mal gesagt, dass ich da gar nicht so drüber nachdenke. Ich denke einfach, den möchte ich haben, ich finde den cool, ein cooler Typ Hat die Erfahrung, ich fand den neu als Mensch total interessant und spannend, könnt ihr mir gut vorstellen. Und er hat dann freundlich abgelehnt. Passiert. Aber das jetzt zum Beispiel, wo ich sagen würde, ey, von dem hätte ich gerne was gelernt. Aber er hat dann tatsächlich gesagt, der macht das, aber nur für Investments von ICONIQ. Kann ich auch verstehen, der ist da Partner und muss seine Zeit einteilen und macht dann die Zeit nur mit den Portfolio.
1:53:03 Feliks Eyser: Dann hast du ja aufgeschrieben auf deiner Liste, CDC, vielleicht irgendwann, who knows?
1:53:06 Mirko Novakovic: Nein, aber wir haben bei Excel jemanden ähnlich, den Genja, der auch da ist, mit dem ich öfter mal telefoniere oder der auch mal kommt, der war CRO bei Miro und bei Dropbox. Der hat auch die Erfahrung und wenn der mir was erzählt über PLG, dann weiß ich, der weiß, wie das läuft. Aber deswegen gibt es sicherlich Ein Set an Menschen, die mich auf der Reise immer mal wieder begleitet haben. Aber es gibt nicht so die eine Person, wo ich sagen würde, die hat mich 20 Jahre immer so als Mentor begleitet. Mein Co-Founder von codecentric Rainer, mit dem habe ich zudem studiert. Von dem habe ich sicherlich sehr, sehr viele auch mitgenommen und gelernt.
1:53:40 Feliks Eyser: Das ist halt auch eine Phase, also du hast ja unterschiedliche Personas-Erfahrungen, die du brauchst, unterschiedliche Arten von Leuten.
1:53:45 Mirko Novakovic: Ja, unterschiedliche Founder auch. Ich habe ja auch jetzt mal mehrere Unternehmen mit unterschiedlichen Foundern. Zu denen ich allen noch Kontakt habe, ne? Alle, alle auch kontinuierlich nochmal im Kontakt und auch mit vielen alten Personen, mit meinem alten CEO Frank. Wenn ich in den USA den. .
1:53:59 Feliks Eyser: Du hast viele lange Wegbegleiter, oder?
1:54:00 Mirko Novakovic: Dein CTO auch.
1:54:01 Feliks Eyser: Wir arbeitest seit irgendwie 13, 14 Jahren zusammen und Ben.
1:54:03 Mirko Novakovic: Total. Und ich nehme auch, ich sag mal, das ist was, was ich auch Mache, wenn ich jetzt in die USA bin, fliege ich auch schon mal, der wohnt jetzt in Tennessee, dann fliege ich auch schon mal vier Stunden Umweg, um mit Frank ein Abendessen zu haben. Um mal Whisky zu trinken. Um den Kontakt irgendwie zu pflegen. Und Klar, ihm vielleicht auch mal dann nach einer Frage Sales zu stellen und einen Hinweis zu kommen, ja. Du steckst den Effort da schon rein. Muss man, ja, ja. Gerade im Reisen ist eigentlich unsinnige Zeit, ne? Aber ich habe noch keinen Weg gefunden. Dieses Abendessen zu ersetzen durch irgendwas anderes.
1:54:42 Feliks Eyser: Okay, Mirko, letzte Frage, wichtigste Frage. Das war jetzt der längste Cliffhanger in der Founder Mode-Historie. Die Olivenölfirma. Was ist die Story mit dem Olivenöl?
01:54:53 Die Olivenöl-Story zum Schluss
1:54:53 Mirko Novakovic: Genau. Also es gibt in Solingen eine Olivenölfirma, die heißt Jordan Olivenöl. Also wer das noch nicht ausprobiert hat, sollte das eins der besten Olivenöle in Deutschland. Gewinnt auch immer alle Preise. Jordan, Olivenöl. Ja, wird, ich glaube, ich kann es dir gar nicht genau sagen, aber ich glaube, so ungefähr 30, 40 Prozent aller Michelage da. Chefs in Deutschland nutzen das Öl. Du siehst das oft in den Kochshows, ohne dass wir dafür bezahlen haben, die Jonan Olivenöl dafür stehen. Letztens haben wir gesehen, Mario Götze hatte so ein Home-Video, der hatte Jolan Olivenöl in der Küche stehen. Also es wird genutzt.
1:55:28 Feliks Eyser: Schaut an Mario, das hat auch schon eine Ei zugehört hier.
1:55:31 Mirko Novakovic: Ja, ja, ja. Mail chatte ich manchmal, weil er ja auch ein Top-Investor ist. Total, muss man sagen. Also echt faszinierend, wie tief er auch in den Themen drin ist. Den kannte ich den Bastian und dann bot sich die Gelegenheit, mich sozusagen 50-50 mehr oder weniger daran zu beteiligen. Und die Gelegenheit habe ich genutzt. Das ist der 50% Owner von der Ort. Und ich habe damals auch gedacht. Du hast ja doch ein Hobby. Vorhin hast du gesagt, du hast keine Hobbys. Ja, ich muss jetzt sagen, das ist die Olivenfarm und auch die Mühle und wo wir das machen, ist auf Lesbos.
1:56:06 Feliks Eyser: Okay.
1:56:08 Mirko Novakovic: Kannte ich auch nicht, aber die haben auch sehr alte, ich glaube, die haben elf Millionen Olivenbäume auf der Insel. Und bin ich auch hingeflogen, auch mehrmal mehrmals. Wollte mir dann auch mal eine Ernte angucken und Und sowas. Und es ist ein tolles Business, weil es so einfach ist. Also schwer, harte Arbeit. Du musst ja die Oliven runterschütteln, einsammeln, sortieren. Und dann am gleichen Tag in die Mühle bringen und dann wird das gepresst. Das war's. Es gibt keine Zusatzstoffe, nix. Das ist eigentlich nur die Qualität der Olive. Die Art der Olive und das Pressen. Und dann hast du eben das Extrakt daraus und das ist ein super tolles, gesundes Produkt Wie verkauft es auch über eine Webseite D2C? Wir verkaufen das B2C, aber wir verkaufen das auch bei Rewe, Edeka, im Biosupermarkt und bei Jacks Weindepot, in Bäckereien. Es wird überall verkauft. Bei Amazon, ich glaube, ich habe es nicht genau, ich glaube, fast ein Drittel des Umsatzes geht über Amazon. Wir sind das Nummer 1 Olivenöl. Wenn Olivenöl bei Amazon ist, er. Nummer eins besser als unser Olivenöl.
1:57:12 Feliks Eyser: Ja, dann Olivenöl, unbezahlte Werbung.
1:57:15 Mirko Novakovic: Olivenöl schmeckt gut. Ich habe es auch vorher schon genutzt und dann bin ich reingegangen. Und ich habe mir halt irgendwann gedacht, ich hatte auch mal überlegt, ein Wein gut zu kaufen. Weil ich so gedacht habe, ich hatte Restaurants und so ein bisschen die Fertigungstiefe irgendwie. Macht aber natürlich gar keinen Sinn. Aber es ist auf jeden Fall, also der Basti macht das super, der Basti Jordan, der das Busin macht, ist ein toller Typ, der auch innovativ das im Marketing macht. Wir haben jetzt eine Küche aufgemacht in der Fußgängerzone mit Video, wie hier, wo wir sozusagen so einfach Content, einen Koch eingestellt, der dann mit Olivenöl kocht und kleine Shorts produziert, um auf Insta und TikTok das zu posten. Und solche Dinge machen wir halt da. Ich bin aber operativ nicht natürlich nicht tätig. Sondern begleite das von außen.
1:58:01 Feliks Eyser: Geil, Wahnsinn. Aber was du alles in deinem Leben hast, ich fand es super inspirierend, unser Gespräch. Ich habe viel mitgenommen. Mein Number One Takeaway ist: flieg einfach hin, auch wenn es der 6 Uhr Flug ist. Scheiß drauf. und macht das Dinner in Tennessee. Das war eins meiner Golden Nuggets, aber auch sonst habe ich super viel mitgenommen über Sales, über Fundraising, Unternehmensaufbau, Serial Entrepreneurship. Richtig geil, was du machst. Hat mir total Spaß gemacht. Danke fürs Gespräch, Mirko. Wo finden Leute dich online?
1:58:25 Mirko Novakovic: Wer soll sich bei dir melden? Besten LinkedIn. Wobei ich auch mittlerweile, ich finde das cool, ich sehe mittlerweile sogar Studenten. die mich irgendwie für ihre Diplomarbeit oder so wollen, die mich auf WhatsApp anschreiben. Das heißt, die meine Telefonnummer rausfinden. Aus ZoomInfo oder woher. Aus ZoomInfo oder wo immer. Das heißt, äh. Findet's einfach raus.
1:58:44 Speaker 3: Findet's raus. Das ist der erste Test. Sehr genau. Sehr cool. Danke fürs Gespräch. Sehr gerne, danke.


