Mit Minecraft zum Millionär: niemand kannte seinen echten Namen
mit Lucas Bürger, Gründer von GrieferGames und Mitgründer der Online-Bootsschule BootsschuleX
Zusammenfassung

Lucas Bürger hatte jahrelang zwei Leben. Offline ging Lucas zur Schule und spielte Fußball, online war er der YouTuber Nils, der Minecraft-Spielern als Griefer den Spaß verdarb. Erst als ihn sein Klassenlehrer in der Abschlussphase auf den Kanal ansprach, fiel die Trennung weg. Mit 18 meldete er ein Gewerbe an, lud täglich hoch und lernte über die YouTube-Analytics, jeden Tag ein bisschen besser zu werden. Der Kanal kam in Summe auf fast eine Million Abonnenten.
Weil er auf fremden Servern nur der Eindringling war, baute er GrieferGames: einen eigenen Citybuild-Server, auf dem Spieler bauen und mit Rohstoffen handeln. Lucas erklärt, warum das ein Plattformmodell ist, wie aus zu viel Heu eine Hyperinflation wurde und warum Spieler echtes Geld vor allem für Status ausgeben, etwa für Ränge und kosmetische Gegenstände. Im besten Jahr machte der Server grob 5 Millionen Umsatz. Dazu kamen Rückschläge: Fortnite nahm seinem Minigame-Geschäft die Spieler weg, und Angriffe legten den Server teils tagelang lahm.
Ein großer Teil der Folge dreht sich ums Team. Zur Spitzenzeit arbeiteten parallel etwa 200 Leute mit, am Anfang alle unbezahlt. Einstellungen vom normalen Arbeitsmarkt haben nicht funktioniert, sagt Lucas, die besten Leute kamen alle aus der Community. Eine Bilanz von rund 17 Millionen in seiner Holding hat er ohne Exit aufgebaut, das Geld liegt größtenteils langweilig im MSCI World.
Zum Schluss geht es um BootsschuleX, die Online-Bootsschule, zu der er dreimal Nein gesagt hat. Kurz nach der Gründung kam eine 50-seitige Abmahnung vom größten Konkurrenten, die ihn erst richtig motiviert hat. Heute hat die Schule 18.000 Teilnehmer, gewinnt Kunden über Performance-Marketing bei Google und Meta und ist trotzdem kein Gelddrucker. Lucas erklärt außerdem, warum er Performance-Marketing ins Haus geholt hat und warum er glaubt, dass sich teure Software mit KI heute in drei Monaten nachbauen lässt.
Worüber am meisten gesprochen wurde
Kapitel
- 00:00Trailer & IntroIntro
- 03:04Warum er online Nils hieß und im echten Leben LucasYouTube & Creator
- 12:10Wie er sich einen eigenen Minecraft-Server bauteMinecraft-Server & Plattform
- 24:09Womit der Server Geld verdientMinecraft-Server & Plattform
- 37:19Der Angriff auf den ServerMinecraft-Server & Plattform
- 44:52Warum er seine besten Mitarbeiter in der eigenen Community findetTeam & Community
- 59:5717 Millionen in der Holding, ohne eine einzige Firma verkauft zu habenVermögen & Investieren
- 01:05:03Die Online-Bootschule, zu der er dreimal Nein gesagt hatBootsschule & Wettbewerb
- 01:08:55Die 50-Seiten-Abmahnung vom größten KonkurrentenBootsschule & Wettbewerb
- 01:28:27Warum sich teure Software heute mit KI in drei Monaten nachbauen lässtKI & Software
Key Learnings
- 1
Bau dir die Plattform, auf der dein Content spielt
Auf fremden Servern war Lucas der Eindringling und wurde gebannt. Also baute er GrieferGames, wo er alle Rechte hatte und bessere Videos drehen konnte. Die Videos wurden gleichzeitig zum Wachstumshebel: Wer spielen wollte, ging dorthin, wo die Videos entstanden. Je mehr Leute spielten, desto spannender wurde der Server.
12:10 · Wie er sich einen eigenen Minecraft-Server baute - 2
Rechne damit, dass ein ganz anderes Produkt deine Kategorie übernimmt
Lucas hatte jahrelang einen der größten Minigame-Server in Deutschland. Als Fortnite kam, hielt er das für einen Hype von drei Wochen. Stattdessen gingen die Spielerzahlen um zwei Drittel zurück. Sein Learning: Die größte Gefahr kam nicht aus der eigenen Nische, sondern von einem anderen Spiel, das es einfach besser gemacht hat.
12:10 · Wie er sich einen eigenen Minecraft-Server baute - 3
Verkauf Status statt Spielvorteile
Auf GrieferGames zahlen Spieler vor allem für kosmetische Gegenstände, Lootboxen und Ränge, aber nie für einen Vorteil, mit dem sie gewinnen. Ein gekaufter Rang zeigt anderen, dass der Account Geld ausgegeben hat, und gilt deshalb als vertrauenswürdiger Handelspartner. Lucas vergleicht das mit Porsche und teurer Uhr im echten Leben.
24:09 · Womit der Server Geld verdient - 4
Projekte nur fürs Geld funktionieren selten
Neben Minecraft hat Lucas einige Nebenprojekte gestartet, weil sie logisch und lukrativ wirkten, etwa eine App, an die er selbst nicht richtig glaubte. Funktioniert hat davon nichts. Er muss nicht für jedes Produkt brennen, sagt er, aber für die Leute, die Kunden oder das Ergebnis schon.
24:09 · Womit der Server Geld verdient - 5
Plan für den Ausfall, bevor er passiert
Das Schlimmste für eine Plattform ist, nicht erreichbar zu sein, denn dann probieren die Spieler die Konkurrenz aus. Angriffe kamen nie montags um neun, sondern sonntagabends. Lucas' Antwort: feste Prozesse für jede Art von Ausfall, inklusive der Frage, wie das Team mit der Community kommuniziert.
37:19 · Der Angriff auf den Server - 6
Rekrutiere aus deiner Community
Minecraft-Entwickler vom normalen Arbeitsmarkt einzustellen hat bei GrieferGames nicht funktioniert, weil der Cultural Fit fehlte. Alle richtig guten Leute, die seit Jahren dabei sind, kamen aus der Community und hatten oft vorher ein Ehrenamt übernommen. Leute, die nur wegen des Geldes kommen, nennt das Team den Söldner-Modus.
44:52 · Warum er seine besten Mitarbeiter in der eigenen Community findet - 7
Was für dein Geschäft zentral ist, gehört ins Haus
Die Bootsschule hat mit vielen Agenturen gearbeitet. Weil Performance-Marketing aber eine der wichtigsten Aufgaben im Geschäft ist, muss das Wissen intern sein, und die Mitarbeiter sollen verstehen, warum etwas so gemacht wird. Bei Nebenthemen findet Lucas Agenturen gut, beim Kern nicht.
01:08:55 · Die 50-Seiten-Abmahnung vom größten Konkurrenten - 8
Prüf, wie tief der Burggraben einer Software noch ist
Wenn Lucas von einer Firma mit 100 Millionen Funding liest, fragt er sich, ob er die Software nicht mit drei guten Leuten und vielen Claude-Credits in drei Monaten nachbauen könnte. Schwer kopierbar sind für ihn nur Geschäfte, die auf Beziehungen, Netzwerken, Verträgen oder einem Plattformeffekt beruhen.
01:28:27 · Warum sich teure Software heute mit KI in drei Monaten nachbauen lässt
Meistgesehener Clip zur Folge
Es gibt Dinge, die darf ein Gründer nie abgeben.
Auf YouTube ansehen ↗Zahlen aus der Folge
Zitate

„Griefen heißt, du, du bist im Prinzip der Anti-Held. Du spielst das Spiel auf eine ganz fiese Art und Weise …“„… du bist so ein bisschen Diktator. Also, du machst die ganzen Regeln.“„… wir nennen das bei uns immer so ein bisschen Söldner-Modus. Du hast halt Leute, die kommen, aber die kommen nur wegen des Geldes.“„Also ich würde es auch lügen, wenn ich sagen würde, wir drucken da Geld.“„Kann ich das nicht vielleicht mit drei guten Leuten aus meinem Minecraft-Space, also drei guten Leuten und einer Menge Claude-Credits, baue ich dir das nicht innerhalb von drei Monaten nach?“Über den Gast

Lucas Bürger
Lucas Bürger, Jahrgang 1997, hat mit 16 den YouTube-Kanal gestartet, mit dem er groß wurde, und trat dort jahrelang unter dem Vornamen Nils auf. Mit 18 meldete er ein Gewerbe an und lud ab da täglich Videos hoch; in Summe gewann der Kanal fast eine Million Abonnenten. Um bessere Videos drehen zu können, baute er seinen eigenen Minecraft-Server GrieferGames, einen Citybuild-Server, der heute rund zehn Jahre alt ist. Zur Spitzenzeit arbeiteten parallel etwa 200 Leute im Team, im besten Jahr lag der Umsatz bei grob 5 Millionen. Heute kümmert er sich einen Tag pro Woche um GrieferGames, ist Mitgründer der Online-Bootsschule BootsschuleX mit 18.000 Teilnehmern und mit rund 30 Prozent an einem Versand-Startup für Onlinehändler in Österreich beteiligt.
Häufige Fragen
Wer ist Lucas Bürger?
Lucas Bürger ist der Gründer von GrieferGames, einem deutschen Minecraft-Server, und Mitgründer der Online-Bootsschule BootsschuleX. Bekannt wurde er als YouTuber, der mit 16 seinen Kanal gestartet hat und online lange unter dem Vornamen Nils auftrat. Der Kanal gewann in Summe fast eine Million Abonnenten.
Wie verdient ein Minecraft-Server wie GrieferGames Geld?
Die meisten Spieler spielen kostenlos. Ein Teil kauft kosmetische Gegenstände, Lootboxen oder Ränge, die Status bringen, aber keinen Spielvorteil. Im besten Jahr kam GrieferGames laut Lucas auf grob 5 Millionen Umsatz. Die größten Kosten sind das Personal und die Infrastruktur.
Warum trat Lucas online als Nils auf?
Schon mit 13 hatte Lucas YouTube-Kanäle und fand seine Videos peinlich. Er wollte nicht, dass Freunde und Mitschüler sie sehen, und gab sich online einen anderen Vornamen. Als sein Kanal groß wurde, konnte er nicht mehr wechseln. Erst als ihn sein Klassenlehrer am Ende der Schulzeit darauf ansprach, fiel die Trennung weg.
Hat Lucas Bürger eine Firma verkauft?
Nein. Lucas sagt, er hatte kein Exit-Event. Das Geld kam nach und nach aus YouTube, GrieferGames, weiteren Minecraft-Plattformen und kleineren Projekten. Feliks nennt aus dem Handelsregister eine Bilanz von rund 17 Millionen für seine Holding. Angelegt hat Lucas vor allem in den MSCI World.
Was ist BootsschuleX?
BootsschuleX ist eine Online-Bootsschule für den Sportbootführerschein, die Lucas mit zwei Mitgründern zu je einem Drittel gegründet hat. Teilnehmer bekommen ein Willkommenspaket mit Lernmaterial, lernen die Theorie mit Videos und einem Fragentrainer und machen die Praxis bei über 100 Partnern. Nach rund einem Jahr hat die Schule 18.000 zahlende Teilnehmer, ein Kurs kostet etwa 200 bis 500 Euro.
Erwähnt in der Folge
- MinecraftProduktDas Spiel, auf dem GrieferGames läuft. Dritte dürfen eigene Server mit eigenen Regeln betreiben.
- FortniteProduktHat laut Lucas die Minigame-Kategorie übernommen; die Spielerzahlen gingen um zwei Drittel zurück.
- MrBeastPersonFeliks erzählt von seinem Skype-Chat mit anderen Creatorn, in dem Thumbnails und Hooks besprochen wurden.
- SkypeToolDamals der Ort für die wichtigen Creator-Gruppen, in denen über Thumbnails und den Algorithmus gesprochen wurde.
- DiscordToolNeben dem Spielchat kommuniziert die Community in Discord-Gruppen.
- ESLFirmaBei der E-Sport-Liga war Feliks als Teenager ehrenamtlicher Admin.
- ZollFirmaMit dem Zoll hat GrieferGames in der Corona-Zeit eine digitale Ausbildungsmesse in Minecraft umgesetzt.
- DeepslateFirmaStartup von Paskal, der Feliks und Lucas verbunden hat. Baut ein Speech-to-Speech-Modell; Feliks ist investiert.
- MSCI WorldProduktHier legt Lucas einen Großteil seines Geldes an, breit gestreut.
- ClaudeToolMit drei guten Leuten und vielen Claude-Credits ließe sich teure Software in drei Monaten nachbauen, meint Lucas.
- CalendlyToolFeliks' Beispiel für ein Abo, bei dem man sich fragen kann, ob es das wert ist.
- TypeformToolEin weiteres Abo, das Feliks bei einem Blick auf die Kreditkartenabrechnung aufgefallen ist.
- ShopifyToolOnlineshops wie Shopify-Stores können sich an Lucas' Versand-Startup anschließen.
Transkript
00:00 Trailer & Intro
00:00 Lucas Bürger: Ich habe diesen Kanal, der groß geworden ist, habe ich mit 16 ungefähr angefangen. Es waren immer so zwei getrennte Personen. Ich hatte sogar einen anderen Vornamen, weißt du? GrieferGames ist die Company, mit der du dann quasi groß geworden bist. Das waren schon parallel 2300 Leute im Team.
00:12 Feliks Eyser: Holy shit. Wer war bezahlt von denen?
00:15 Lucas Bürger: Ganz am Anfang war keiner bezahlt.
00:16 Feliks Eyser: Deine persönliche Holding hat eine Bilanz von 17 Millionen oder so. Hast du das alles in Minecraft verdient?
00:22 Lucas Bürger: Was hat es noch für einen Wert, wenn du eine Software hast, in die 100 Millionen investiert wurde? Wie groß ist dieser Burggraben noch? Da gibt jetzt wieder was in diesem Markt, weil du die Software so schnell nachbauen und auch besser bauen kannst nochmal. Also, meine Strategie ist, ich gehe wirklich einfach durch die Tür. Also sagen wir, mach ich mal eine Bootsschule, dann mache ich die Bootsschule und den ersten Schüler und dann weiß ich auch nicht weiter. Mit der Gründung hat dann direkt der größte Konkurrent gesagt, jetzt gibt es mal so eine Abmahnung. Aber so eine richtig fiese Abmahnung. Es war wirklich so großkanzleimäßig, 400 Euro Stundensatz, 50 Seiten, gib ihm.
01:00 Feliks Eyser: Gut. Lucas, willkommen. Du bist über YouTube groß geworden aus dem Kinderzimmer raus. Hast mit Minecraft. Millionen verdient. Und heute machst du eine Online-Boot-Schule. Das ist so geil, weil ich gedacht, ich bin in 90ern aufgewachsen. Ich bin 10 Jahre älter als du. Ich bin 87 geboren, du bist 97 geboren. Und wenn man 90er Jahren gesagt hätte, ey, pass mal auf, da ist ein Typ und der macht über irgendeine Online-Plattform, baut er eine Audience auf und hat ja einen Gaming-Server und jetzt macht er irgendwie Online-Butzführerscheine, also hätte er die Hälfte nicht verstanden von dieser Karriere.
01:31 Lucas Bürger: Voll, ja. Und ich glaube auch, also ich habe oft schon die Geschichte, so irgendwie älteren Leuten, Eltern oder wem auch immer erzählt. Und es ist schwer. Ich sagte das, also ich probiere es heute auch mal, so gut es geht rüberzubringen. Aber ich glaube, die Leute, die zumindest Business verstehen, werden das auch leichter. haben da den Einblick zu haben.
01:47 Feliks Eyser: Ja, wir probieren es, wir geben unser Bestes. Wolltest du schon immer Unternehmer werden oder bist du so zufällig geworden, bist du da reingerutscht über den Content und Gaming?
01:54 Lucas Bürger: Ich wollte ganz früher wollte ich Fußballprofi werden, Klassiker. Und dann wollte ich irgendwann YouTuber werden. Also Unternehmer war jetzt nicht so direkt mein Ding, YouTuber war so voll mein Ding, so mit 13 oder so. Ja, und dann irgendwann auch Unternehmer, ja. Aber das kam so Stück für Stück. Also ich habe irgendwie das Gefühl, das ist so eine Entwicklung eher so, du selbstständig, dann machst du YouTube, dann machst du sowieso dein eigenes Ding. Dann denkst du auch plötzlich anders und dann merkst du, Unternehmertum ist schon geil. Machen ja auch viele Creator. Das entwickelt sich ja so Stück für Stück schon, dass Leute daraus so kleine Firmen. Das sind ja meistens diese kleinen Firmen, so irgendwie fünf, sechs Mitarbeiter oder vielleicht mal zehn. Nicht diese riesen Container, weißt du?
02:30 Feliks Eyser: Naja, ja. Und die mit einer Audience anfangen, das ist ja das Interessante, dass du sagst, du sitzt in deinem Kinderzimmer, du bist 13, sagst du, willst du YouTuber werden? Brauchst du nicht viel dafür? So brauchst du einen Computer, ein Programm zu schneiden, ein Mikro vielleicht.
02:40 Lucas Bürger: Aber damals war es schwer. Gab's alles auch nicht so einfach.
02:42 Feliks Eyser: Ja, krass. Was war der, weißt du noch, was du den YouTube-Kanal aufgemacht hast, den Klick gemacht hast? Wie war der im Moment, dass du gesagt hast, ich mache das selber was? Ich konsumiere nicht nur, ich werde jetzt auch quasi, ich produziere jetzt auch?
02:52 Lucas Bürger: Ich habe diesen Kanal, der groß geworden ist, habe ich mit 16 ungefähr angefangen. Und ich weiß noch, dass ich damals super viel Angst davor hatte, dass Leute das sehen aus dem echten Leben. Also es waren immer so zwei getrennte Personen. Es gab so die Online-Personen, abgegriebt, der Kanal. Und dann gab es halt offline. Normale Freunde, Schule und so weiter. Lucas geht zur Schule, spielt Fußball. Spielt Fußball, genau, geht was trinken, so typisch am Wochenende feiern und so weiter. Und dann hast du halt diesen YouTube-Kanal und das war komplett getrennt. Also, das waren für mich immer zwei Sachen. Deine Fußballkumpels, die wussten auch gar nicht, dass du das machst. Nee, nee, nee. Ja, das ist schon so lange her. Ich muss so ein bisschen so alles wiederholen, aber Das war komplett getrennt. Ich hatte sogar einen anderen Vornamen, weißt du? Ich hatte der YouTube, der YouTuber hieß Nils mit Vornamen. Und ich natürlich Lucas, weißt du? Und Nils hast du dir ausgedacht? Ja, ja. Es war komplett diese Trennung, weil ich nicht wollte, also nicht mit 16, ich habe mit 13 schon immer so Kanäle gehabt. Ich wollte nicht, dass Leute das aus dem echten Leben sehen, weil ich ja auch wusste, das, was ich ja hochlade, ist halt peinlich. Was war peinlich daran? Das war so ein 13-Jähriger mit so einer Piepschimmer, der irgendwie sagt, ich kommentiere jetzt hier irgendwie mein Spiel und so. Ich wollte das einfach nicht, dass das Leute sehen.
03:04 Warum er online Nils hieß und im echten Leben Lucas
04:04 Feliks Eyser: Aber gleichzeitig ist online gut angekommen. Also, du hattest da eine Audience, die Community ist gleich.
04:07 Lucas Bürger: Aber mit 16. Also dazwischen sind ja auch schon wieder drei Jahre. Aber ich hatte im Prinzip diesen Namen dann übernommen. Dann machst du irgendwann bist du älter, hast du das natürlich immer noch. Also, du hast ja auch Freunde. In diesem Online-System. Du hast ja Leute, mit denen du vielleicht spielst, du hast Leute, mit denen du irgendwie Videos machst. Die denken ja alle, du bist Nils. Du kannst nicht mehr wechseln. Du bist da Nils, weißt du? Deswegen habe ich heute noch Leute, die sagen gar nicht zu mir, Lucas, die sagen immer abge. Das habe ich auch schon gelesen. Kommentieren drunter und deine Videos zu sagen, geil, abgehstback. Ja, genau.
04:37 Feliks Eyser: Das ist die Kursform. Und die auch echte Freunde von mir, die nennen mich einfach abgemittelt. Du musst mal kurz die Begriffe erklären. Ich musste das auch nachschauen. Was heißt abgegrieft?
04:46 Lucas Bürger: Was heißt Griefen im Gaming-Kontext? Griefen heißt, du, du bist im Prinzip der Anti-Held. Du spielst das Spiel auf eine ganz fiese Art und Weise, indem du Dein Ziel ist nicht, Spaß zu haben, sondern dein Ziel ist, den Spaß von anderen zu sabotieren im Spiel. Was kaputt zu machen. Genau. Irgendwer sagt, ich baue mir ein schönes Haus. Und du sagst, ich versuche aber zu verhindern, dass du ein schönes Haus baust.
05:06 Feliks Eyser: Okay, ich sitze am Strand, ich baue mir eine Sandburg, gebe mir richtig müde, die Türme und Wasserkanäle zu bauen. Mein Sohn, der ist drei Jahre alt, der rennt da einmal durch mit der Schaufel, macht alles kaputt. Der ist ein Griefer, oder wie?
05:15 Lucas Bürger: Der ist ein Griefer, ja. Der ist ein schlechter Griefer, ja. Also mein Anfang war es schon wirklich so, dieses, auch Trolling fällt da halt voll rein, irgendwelche Scherzanrufe. So ein bisschen so Unsinn machen.
05:25 Feliks Eyser: So ein bisschen so richtiger Quatsch halt, ja.
05:27 Lucas Bürger: Aber das war so 13, 14, 15.
05:30 Feliks Eyser: Welche Videos haben dazu geführt, dass der Kanal richtig groß geworden ist oder welche Art von Content? Das war auch dieses Kriefen, ne? Also wenn du Du veräppelst halt irgendwie so Leute. Du hast das dann dokumentiert. Du bist da rein, hast das Haus von irgendjemandem kaputt gemacht oder die Sandburg? Ja.
05:42 Lucas Bürger: Ich muss ehrlich sagen, in so einem Business-Podcast, da musst du jetzt sehen, ich merke so ein bisschen den cringe auch jetzt, weißt du? Aber ja, also das war so der Anfang.
05:50 Feliks Eyser: Ah, okay.
05:51 Lucas Bürger: Die Leute fanden das interessant, okay. Ja, es war in irgendeiner Form ja auch sau lustig. Aus heutiger Sicht würde ich sagen: Boah, was ein Quatsch, so was ein Kindergram. Aber das war damals halt so das Ding, die haben halt alle normal gespielt, und dann kam halt einer und hat gesagt, nö, ich. Mein Ziel ist, ich probiere das für nicht normalspielst. It's part of the game.
06:09 Feliks Eyser: Der Kanal hat in Summe fast eine Million Subscriber gewonnen über die Zeit. Wie war so der Weg zu den ersten 100. 000, die ersten 500. 000? So was musste passieren, um auf diese Dimensionen zu kommen?
06:18 Lucas Bürger: Also bei mir war die Story so, ich mit 16 habe ich das, glaube ich, ein bisschen ernsthafter genommen. Und so richtig krass durchgebrochen ist das ab 18. Ich weiß noch ziemlich genau, ich habe ja alles klar getrennt, Nils, Lucas noch alles getrennt. Dann hatte ich mit 17 die Schule durch und ich weiß, dass in der Abschlussphase bei der Schule plötzlich das so ein bisschen rumging. Da hat mein Klassenlehrer mich angesprochen. Hey, machst du nicht diesen YouTube-Kanal? Oh. Ja. Und da habe ich gedacht, ich habe zwei Sachen gedacht. Erstens, Gott sei Dank. So, diese Trennung, diese zwei Personen, die sind jetzt weg. Das ist jetzt egal, weißt du, jetzt ist es. Hat dich das belastet, dann irgendwann? Es ist schon nervig, ja. Du musst ja, wenn du das so oft hältst, musst du dir immer merken, was ist jetzt eigentlich wie und wie ist das alles verdratet und so. Es ist ja totaler Irrsinn, das zu machen, aber das ist halt aus. Ich war halt 13 so. Ich würde es heute nicht mehr so machen, weißt du, aber mit 13 hat man halt natürlich auch, dass du wie so eine Scheinperson.
07:06 Feliks Eyser: Also es gibt ja so Leute, die haben dann irgendwie so ein Scheinleben in einer anderen Stadt oder so. So stelle ich mir das ein bisschen vor, du bist online, bist einfach da reingerutscht und konntest es irgendwann nicht mehr ändern.
07:12 Lucas Bürger: Ja, genau. Du kannst das nicht mehr ändern. Und dann hast du natürlich das Problem, dass die ganzen Online-Leute auch mal wissen müssen: hey, ich bin übrigens, ich heiße auch anders und so und das ist alles irgendwie anders. Aber ich weiß, dass ich sehr froh war, als das bekannt war. Und dann hatte man das endlich nicht mehr zusammen. Und dann war es auch besser. Also es ging auch viel schneller voran danach. Weil du hast ja nur noch eine Sache. Thema Fokus, weißt du, du hast eine Sache und die kannst du machen. Und dann war Schule auch vorbei. Schule ist ja eh so eine Sache, da muss man auch viel Zeit reinstecken und seinen Abschluss gut machen. Dann kam so ein bisschen Studieren, aber eigentlich habe ich nie richtig danach studiert. Ich habe gesagt, ich mache jetzt YouTube und jetzt Vollgas und so.
07:46 Feliks Eyser: Was heißt das für so einen normalen Dienstag? Wie sah das dann aus als Full-Time-Youtube-Creator? Bist du aufgewacht? Wie ging es dann los?
07:54 Lucas Bürger: Ich glaube, aufgewacht bin ich damals noch echt spät, vielleicht so um zwölf oder so. Aber auch davor war es immer so, du hast so ein Video die Woche gemacht, dafür hast du dann auch immer jeden Nachmittag nach der Schule gebraucht und du hast ja dazwischen andere Sachen Und als ich dann 18 war, ich weiß, ich bin direkt zum Gewerbeamt, ich habe gesagt, jetzt bitte, ich möchte selbstständig sein. Ich habe davor auch Geld verdient, habe ich auch nie irgendwie versteuern können oder so. War ja alles getrennt. Wie hast du damals schon Geld verdient? Mit YouTube Einnahmen. Einfach über das Programm von YouTube selber. Ja, genau, du hast YouTube Einnahmen, dann hast du vielleicht mal irgendwie so eine Affiliate, da war es Affiliate noch so groß So eine Affiliate-Geschichte, irgendwelche Amazon-Sachen, irgendwer, der so eine Gaming-Plattform hat oder irgendwas, genau. Ja, und dann mit 18 habe ich gesagt, jetzt Volldampf. Und dann war das auch die Umstellung, jetzt mache ich täglich was.
08:39 Feliks Eyser: Das war sozusagen der Durchbruch von irgendwie ein paar Leuten, die das anschauen, zu Hunderttausenden, dass du einfach mehr Content produzieren konntest.
08:45 Lucas Bürger: Ja, viel mehr, ja. Und vor allem, wenn du das täglich machst und nichts anderes mehr, dann wirst du ja auch einfach besser. Du wirst exponentiell so viel besser darin, das zu machen. Nicht? Ja. Das ist so.
08:54 Feliks Eyser: Bist du einfach so besser geworden oder hattest du so einen Prozess, dass du auf eine bestimmte Weise reflektiert hast? So, was hat das Video, was habe ich da gelernt, was kann ich hier besser machen? Also hast du das strukturiert gemacht oder war das einfach im Rahmen des Prozesses?
09:06 Lucas Bürger: Und du machst es eigentlich voll über die YouTube-Analytics. Also YouTube ist ja unglaublich gut darin, ihre Creator dazu zu bringen, dass sie eigentlich 80, 100 Stunden die Woche arbeiten, weil du ja immer, du hast ja diese Analytics. Du lest was hoch und innerhalb der ersten 24 Stunden weißt du genau Bin ich jetzt gerade besser als gestern? Bin ich schlechter als gestern? Du wirst ja voll krass monitort. Es sind ja überall Kennzahlen, du kannst alles auswerten. Und das führt natürlich dazu, dass du mit jedem Tag auch immer gucken kannst, war ich denn vielleicht davor schlechter? Und den Druck hast, ah, morgen mache ich das wieder besser. Und dann fängst du halt an, nachzudenken, ne? Warum war ich gestern besser? Wie kann ich das noch? Was kann ich anders, was kann ich kaufen? So. Dass ich irgendwie Vorteile habe dauerhaft. Ein Equipment oder Software oder irgendwas. Ja. Ja, ich glaube auch dieses Tracking, das ist eine richtig smarte Entscheidung von der Plattform, dass sie den, den. Creator das so klar sagen, weil die sich ja selber darauf optimieren. Also auch so ein bisschen, wenn du so über Unternehmertuch nachdenkst, so Mitarbeiter, dass die irgendwie so eine Kennzahl haben, bin ich gerade eigentlich gut oder bin ich schlecht? Vielleicht nicht auf so eine. Krasse Art und Weise wie YouTube, das ist ja wirklich täglich, aber so zumindest mal irgendwie alle paar Wochen im Monat oder so.
10:05 Feliks Eyser: Ich meine, ich bin jetzt ein Taler Amateur, wir machen auch YouTube, aber eine Sache finde ich interessant, du kriegst ja bei jedem Upload dann diese Rangliste. Also, wie performt dein Video quasi im Vergleich zu den letzten zehn? Also alles wird immer eingestuft.
10:16 Lucas Bürger: Gab es damals nicht. Aber es gab zig andere Zahlen. Also du wusstest ziemlich genau, ob es jetzt gerade eine gute Sache ist oder ob das Schrott ist.
10:22 Feliks Eyser: Hattest du so eine Peergroup von anderen Creatern, mit denen du dich ausgetauscht hast?
10:25 Lucas Bürger: Ich finde eine Story interessant von Mr.
10:26 Feliks Eyser: Beast, der gesagt hat, als er auch ähnliches Alter hatte, der hat ja auch in seiner Teenager-Zeiten angefangen, hatte der diesen Skype-Chat, wo er mit irgendwie zehn anderen Creatern bekommt. Oder den ganzen Tag mit denen zusammen überlegt, guck mal dieses Thumbnail, was ist daran gut? Hier guck mal, wie können wir die Hook besser machen? Also, hatte sozusagen so Leute um sich rum, die gemeinsam gelernt hatten. Hattest du sowas ähnliches? Was war dein Ponti?
10:46 Lucas Bürger: Das ist exakt gleich, ja. Also, Skype war damals das Ding, heute ist es vielleicht irgendwie Discord-System. oder keine Ahnung, was die Gamer, die Gaming-Creator machen. War exakt gleich. Also wir hatten die Skype-Gruppen und du musst es auch in den wichtigen Gruppen sein, damit du irgendwie auch die ganzen Informationen kriegst und so. Und exakt gleich, also welches Thumbnail zieht und so. Es war so ein bisschen so dieses: wie hacke ich den Algorithmus? Was zieht jetzt gerade? Dann gab es auch so irgendwelche strangen Gerüchte, du musstest aber genau irgendwie zu der Uhrzeit hochladen. Beim Mondschein. Bei Mondschein, genau, oder du lest das irgendwie Du stellst den Wecker. Ich glaube, damals gab es nicht mehr eine Geplantfunktion. Ich bin nicht ganz sicher, aber ich glaube, die gab es noch nicht so richtig. Und die hat man auch nicht vertraut. Da hat man gesagt, geplant heißt irgendwie, der Algorithmus bewertet ist dann schlechter, so nach dem Motto, du bist faul. Dann hat man sich den Wecker gestellt auf 6 Uhr morgens. Ist zum Computer als hochgeladen, weil man gesagt hat, die ganzen Creator laden ja um 16 Uhr hoch. Wenn ich um 6 Uhr hochlade, dann gucken das alle Leute, die vor der Arbeit am Frühstück irgendwie Hast du Lecker gestellt, hochgeladen, wieder hingelegt, bis zwölf geschlafen? Ja, genau. Sowas hast du halt probiert. Das sind natürlich alles keine nachhaltigen Tricks oder so, aber das hat man damals gemacht.
11:46 Feliks Eyser: Geil. Wann kam die Idee, einen eigenen Server zu starten? Das hast du die Audience, das hast du Leute online, so jetzt im Nachhinein kann man sagen, alles ist ja total naheliegend, jetzt quasi zu überlegen, wie monetarisiere ich das, was für Produkte brauchen die. Kann ich die auch quasi zu mir in meine Welt reinziehen und monetarisieren? War das ein Gedanke oder ist das total organisch entstanden?
12:02 Lucas Bürger: Ich war damals, also zu der Zeit war ich reiner YouTuber. Ich habe wirklich nur mit YouTube gedacht, und meine Sache war. Ich brauche Videos, wie geht das besser? Immer dieser Gedanke, wie kann ich das ein bisschen besser machen morgen? Einmal die Antwort, ja, wenn ich noch bessere Videos machen möchte, wo ich vielleicht irgendwie so Leute auch veräppeln kann, dann brauche ich einen eigenen Server. Ich brauche eine eigene Plattform, weißt du, weil da habe ich ja alle Rechte. Wenn die Leute da spielen, dann kann ich ja vielleicht irgendwie im Unsichtbarkeitsmodus ein bisschen was so machen. Und die wundern sich. Und ich habe ein gutes Video. Weil auf den anderen Servern, da bist du so der Eindringling, da wirst du dann irgendwie gebannt und finden die das nicht geil. Ja, genau, genau. Also es war eh so eine, am Anfang war es schon ein bisschen hardcore. Es war schon auch wirklich durch Scherzenrufe und so wirklich ein bisschen. Unsympathisch, würde ich sagen. Später, als ich das dann professioneller gemacht habe, war es auf eine sympathische Art und Weise. Du hast irgendwie so ein bisschen Scherz gemacht und dann hast du es aufgeklärt und gesagt, ach, übrigens ist das für ein Video alles halb so schlimm. Und dann kam halt die Plattform dazu und hast gesagt, okay, komm. Lass uns das. Ich brauche mehr Videos, ich muss das irgendwie selbst in der Hand haben, weißt du? Das war der Gedanke, warum es dann diese GrieferGames-Plattform überhaupt gegeben hat.
12:10 Wie er sich einen eigenen Minecraft-Server baute
13:02 Feliks Eyser: Und GrieferGames ist die Company, das Produkt, mit der du dann quasi groß geworden bist, auch ein relevantes Business gebaut hast. Ja. Ja, genau. Erklär mal kurz, für Leute, die es nicht verstehen, die ganz kurze Einführung: Minecraft als Game, wie funktioniert das? Wie funktioniert ein Server und wie funktionieren die Economics dahinter? Wie wird da Geld verdient?
13:21 Lucas Bürger: Du hast eigentlich so ein krasses Plattformmodell. Also, desto mehr Leute du hast, also okay, nochmal einen Schritt zurück, es gibt das Spiel Minecraft. Und für das Spiel Minecraft gibt es auch die Möglichkeit, dass Dritte sagen, ich biete eine Plattform an oder einen Server an, wo andere spielen können.
13:35 Feliks Eyser: Was der Standard ist, andere Anbieter, die haben die Server eingebaut quasi, weil Minecraft ist von Anfang an so gewesen, dass es stark dezentralisiert war und dass Community-Leute wie du oder dezentrale Anbieter Die Server hosten konnten.
13:44 Lucas Bürger: Genau, war immer schon die Idee von Minecraft. Minecraft heißt immer, wir sind open, du kannst alles programmieren, du kannst irgendwie auch Modding, alles machen, du kannst alles verändern und du kannst auch eigene Server machen, wo du dann noch eigene Regeln hast.
13:54 Feliks Eyser: Also ein bisschen das Android der Games quasi.
13:57 Lucas Bürger: Viel Freiheit, nicht Apple.
13:58 Feliks Eyser: Apple ist geschlossen, kannst du nichts ändern, aber bei Android kannst du alle möglichen Customizations machen.
14:01 Lucas Bürger: Ja. Genau, du kannst alles selber einstellen. Und dann überlegst du dir halt einfach so ein Spielkonzept, was spannend ist. Aber egal, was für ein Spielkonzept du hast, am Ende des Tages wird es ja nur spannend, wenn da viele Leute spielen, die irgendwas Lustiges tun. Das ist ja der Trick. Und das war natürlich durch die Videos dann ein krasser Growth-Hebel, weil die Leute halt sagen, wenn ich irgendwo spiele, ja dann doch da, wo die Videos stattfinden.
14:22 Feliks Eyser: Ja.
14:22 Lucas Bürger: Also vielleicht kriege ich das ja mit, was da Lustiges passiert, oder vielleicht bin ich sogar irgendwie Teil davon und das Ja, das ist so der. Also mit mehr Leuten wird das einfach immer spannender. Das ist so, es multipliziert sich, es ist einfach Plattform.
14:34 Feliks Eyser: Und jetzt gibt es in der Welt ich ja so Boomer musst du das erstmal recherchieren, da gibt es verschiedene Varianten, es gibt die Minigames, das hast du auch gemacht, aber war nicht dein Fokus, dein Ding war City Build.
14:43 Lucas Bürger: Ja, also wir haben ganz am Anfang habe ich dieses, habe ich City Build oder GrieferGames gemacht und dann weiß ich, haben wir, zwar ich sage wir, weil ich habe da auch immer Geschäftspartner dann ab einem gewissen Punkt dabei gehabt. Dann haben wir zwei Jahre Minigame gemacht. Dann hatten wir den größten Minigame-Server in Deutschland. Erklär kurz, was Minigame ist? Sorry, ich glaube nicht den größten, ich glaube unter den Top 3 oder so immer. Und Minigame heißt, du hast halt nur so Runden. Man kann sich so ein bisschen vorstellen wie Fortnite. So irgendwie die Runde startet und dann müssen sich 24 Leute töten. Das Konzept heißt dann Hunger Games und wer überlebt, gewinnt. Aber da gab es viele Konzepte von, also nicht nur das, zig andere Minispiele auch. Und dann kam 2017, 2018, kam glaube ich Fortnite. Und da habe ich noch zu meinem Geschäftspartner gesagt: Ja, ja, das ist so drei Wochen. Den Hype mit Fortnite, den gibt es drei Wochen, dann läuft das bestimmt wieder, weil die Spielerzahlen, die sind so runtergegangen. Das ist so komplett down. Und dann war er vorbei. Wirklich, Fortnite hat diese Kategorie geklaut. Das war einfach komplette Disruption, ja. Krass. Weil das war davor, die ganzen 13-, 14-Jährigen haben alle das gespielt, die würden das auch heute noch kennen. Zehn Jahre später, die würden alle sagen: Ja, ich habe früher auf den ganzen Servern gespielt, wie sie alle heißen. Und dann kam Fortnite und dann haben alle Fortnite gespielt. Die Zahlen sind halt irgendwie um zwei Drittel runter. Und du, das war kein Modell, wo du jetzt super viel verdienen konntest. Du konntest da jetzt nicht sagen, an einem Spieler verdienst du irgendwie deinen. Das war kostenlos, weißt du? Du hast ein bisschen was verdient, wenn mal einer was im Shop ausgegeben hat, aber du kannst ja auch diese Spieler nicht unfair machen. Du kannst ja nicht sagen, wenn du was kaufst, dann gewinnst du immer. War sehr schwer zu monetarisieren. Okay. Und das war dann vorbei. Diese CrossFit Gym. Das ist jetzt leer, es gehen alle zu Hyrox. Ja, ja, es war wirklich krass, ja. Da hat man zum ersten Mal gemerkt, was passiert eigentlich, wenn irgendwer kommt, der das einfach viel besser macht. Und nicht nur in der Nische, sondern einfach ein anderes Spiel. Und dann danach kam voll dann GrieferGames oder City Build. Das lief da davor parallel weiter. Aber das war nicht so groß. Das lief halt einfach ein bisschen. Und dann habe ich das halt wieder mit Fokus gemacht. Ein Citybuild heißt.
16:39 Feliks Eyser: Da bauen Leute zusammen so eine Welt. So stelle ich mir das vor. So ein bisschen SimCity in Multiplayer.
16:45 Lucas Bürger: Ja, ja, voll. SimCity ist ein gutes Platz. Also ein bisschen Wirtschaftssimulation, muss man auch sagen. Also, du hast so, jeder hat so sein Grundstück, seinen Bereich, wo er bauen darf. Und da kann auch wer anderes bauen. Und um da zu bauen, brauchst du ja deine Ressourcen zum Beispiel. Super viel, Sand, Diamanten, was auch immer. Die muss ich ja irgendwo herholen. Entweder ich hole die selber oder ich sage halt, lieber andere Spieler, möchte mir was verkaufen? Ich kann euch irgendwas bieten Und dann fangen die an zu handeln. Und dann handeln die Diamanten gegen Schafe und Schafe gegen Heue.
17:14 Feliks Eyser: Schafe gegen Heu und dann gibt es irgendwann auch den reichsten und irgendwelche Automatisierungen und so. Was sind die witzigsten Sachen, die in deiner Mini-Volkswirtschaft Passiert es denn? Ich stelle mir das witzig vor, du hast diese Petrischale, wo du so eine kleine Economie hast, da gibt es ja bestimmt alles Mögliche, von Monopolbildung bis irgendwie. .
17:29 Lucas Bürger: Was passiert da? Also, du hast die verrücktesten Simulationen. Also gerade wenn es, da kann man so viele Sachen eigentlich aus der echten Welt erklären. Du hast so viele Dinge, wo irgendwer einen Gegenstand hat, der vielleicht einmalig oder irgendwas da ist. Oder vielleicht auch fünfmal, wenn du da ist, und dann hast du ja die ganzen spieltheoretischen Sachen. Wenn du einen Gegenstand fünfmal hast, was passiert denn eigentlich, wenn einer der fünf sagt, ich verkaufe den jetzt? Oder was passiert, wenn einer der fünf sagt, ich verliere den? So, und dann, das ist für die Leute natürlich super wichtig, weil wenn du so einen Gegenstand hast, kann das schon sein, dass der super hoch bewertet wird. Da würden auch Leute sehr viel echtes Geld für zahlen. Und wenn er den verliert, weil er irgendwie stirbt und dann ist das Ding weg oder so. dann können also kann schon sein, dass der sich wirklich traurig ist. Und deswegen, ob man sagt, hier kannst du mir bitte irgendwie diesen Gegenstand wieder cheaten, dann kannst du mir das irgendwie zurückgeben. Und was du dann hast, und jetzt kommt das, wo ich sagen würde, das ist so ein bisschen krasser, du hast dann auch Leute, die sich halt betrügen um diese Gegenstände. Thema Handel, dann gibt es auch irgendwie Leute, die sagen. . Ich handele nicht fair und gebe die Sachen dann raus, sondern bei so sehr wertvollen Gegenständen, da behalte ich den einfach. Wie läuft denn so eine Transaktion ab? Treffen die sich dann in so einem virtuellen Haus und die müssen es dann irgendwie auf den Tisch legen? Die müssen alles selber regeln. Es gibt schon Systeme, dass du ein bisschen sicherer handeln kannst, aber du kannst ja immer betrügen. Das heißt, du musst immer so ein bisschen auch vertrauen, mit wem handele ich da und das wird ja eingepreist. Jemand, der vertrauenswürdig ist, kriegt den besseren Preis. Jemand, der nicht vertrauenswürdig ist, der zahlt einen höheren Preis. Oder kriegt es vielleicht gar nicht, der darf das gar nicht kaufen. Und das krasse wird halt, also da würde ich jetzt sagen, diese Storys werden krass, weil dann gibt es auch Leute, die sagen. Lass uns im echten Leben irgendwie mal treffen oder so. Wir bauen irgendwie eine Freundschaft auf, nur um diesen Gegenstand irgendwann zu kaufen. Nicht dein Ernst. Doch. Ach du Scheiße. Ja, weil dieser Gegenstand, der kann unser Umständen sagen, dass wir 1000 Euro dafür zahlen, um irgendwie an so einen Gegenstand zu kommen. Und da würde ich, also das ist so das Verrückteste, was ich.
19:16 Feliks Eyser: Sollte offline sich treffen, irgendeine Beziehung aufbauen, um mit dem Ziel, sich zu betrügen am Ende.
19:20 Lucas Bürger: Mit dem Ziel, wenn du mal im Urlaub bist und ich deinen Account spielen soll, damit er nicht inaktiv wird, dann ist. Plötzlich die Freundschaft beendet und dann ist das mein Gegenstand. Und auch ganz wilde andere Storys. Dann wird natürlich das nicht zugegeben, dann werden da ganz komische Geschichten erzählt und du als Admin siehst natürlich alles. Und du siehst dann direkt, nee, der hat den einfach beklaut. Und dann kriegst du diesen Support-Fall und dann musst du dem einfach sagen: Ja, dein Freund hat dich halt betrogen. Also ich sehe das hier in meinen Logs. Ich kann das sehen, weißt du.
19:46 Feliks Eyser: Wie fühlst du dich, wenn du auf so eine Welt drauf schaust? Also bist du dann in dieser Welt, bist du so eine Art Gott oder so eine Art Richter? Oder wie guckst du das Ding hin? Du siehst ja alles, also ist ja auch ein komisches Gefühl, oder?
19:54 Lucas Bürger: Ja, das ist so ein bisschen, du bist so ein bisschen Diktator. Also, du machst die ganzen Regeln. Du hast vielleicht auch ein großes Team, wo irgendwie Moderatoren dabei sind, die dann auch deine Regeln ausführen oder vielleicht auch selber Ideen beisteuern, aber es gibt halt nur eine Person, die entscheidet. Normalerweise hast du ja Unternehmen, die entscheiden hast du auch eigentlich einen, der entscheidet so. Da gibt es ja auch verschiedene Modelle, wie entschieden wird. Aber grundsätzlich sind Unternehmen ja auch in irgendeiner Form so Diktatortum. Zumindest am Anfang, sehr oft. Auf jeden Fall sind sie nicht basisdemokratisch in der Regel. Was du nicht hast, ist, dass du aber dann auch Diktator bist über deine Kunden. Das stimmt. Das ist der Unterschied, weißt du? Und dann hast du natürlich diese ganzen spieltheoretischen Sachen, die abgehen. Was hast du über Spieltheorie gelernt? Aus dem Minecraft-Server-Betrieb. Ach, super viel. Super viel. Also, wieder diese ganzen Scamming-Geschichten, aber auch viel über so Angebot und Nachfragesachen. Also, wir haben zum Beispiel mal ein System gebracht. Ich weiß noch, da hatten wir einen Rohstoff viel zu viel auf dem Server und wir haben gesagt, wir wollen das besser machen. Wir wollen, dass, wenn Leute das jetzt sammeln, dass wieder in Zukunft einen Wert hat. Und dann haben wir gesagt, ja, Angebot und Nachfrage, habe ich irgendwie verstanden, hatte ich mal in der Schule oder habe ich mal was jetzt noch mit einem Buch zugekauft und gelesen? Ja, dann erzeugen wir einfach Nachfrage, dass Leute das abgeben können. Vollkommen vergessen, dass wenn der Staat, also wir Nachfrage erzeugen. Ja, auch Leute dafür was produzieren. Und plötzlich gab es noch plötzlich gab es noch viel mehr von diesem Rohstoff, weil die das alle für uns produziert haben. Und du hast dann eine gigantische Unzufriedenheit und quasi so eine Wirtschaftskrise auf dem Server.
21:23 Feliks Eyser: Ja wirklich, wie läuft so eine Wirtschaftskrise ab? Dann hast du dein. Chatten die in Minecraft selber oder gibt es da nochmal separate Gruppen, wo die Kommunikation stattfindet?
21:31 Lucas Bürger: Du hast im Spiel die Chats, ja, und du hast auch sonst halt ganz normal Discord-Gruppen. Was passiert denn in so einer Wirtschaftskrise? Es ist da halt eine Hyperinflation, es gibt zu viel Heu. Ja, es ist Hyperinflation, es gibt so viel Heu, es gibt Schimpfen auf die Regierung, ganz viel. Siggy, warum macht er das? Der hat keine Ahnung von Wirtschaft, ja. Wie auch in der echten Welt, wenn es scheiße läuft, wäre es schuld, der die, die entscheiden. Waren wir ja auch in dem Fall. Also Nicht bei jeder Wirtschaftskrise, aber bei einigen.
21:53 Feliks Eyser: Und jetzt habt ihr keine Demokratie, jetzt können die euch jetzt nicht aus dem Parlament rausvoten, aber voten die mit ihren Füßen und gehen zum anderen Server quasi und sagen, die sind alle Idioten da mit ihrem Heu.
22:01 Lucas Bürger: Ich gehe jetzt zum Also es gibt es schon, aber du, es ist ja ein Plattformmodell. Das heißt, wenn du spielst, dann ist ja jede investierte Stunde Spielzeit so, dass du dort was baust, Freundschaften schließt und so weiter. Und das kannst du nicht mitnehmen. Du hast einen krassen Locker. Du kannst nichts transferieren, keine Chance. Das heißt, wenn du gehst, dann lässt du deine komplette Spielzeit, vielleicht hunderte tausend Stunden weg. Die sind einfach futsch. Und deine Freunde bleiben ja auch da. Und das Einzige, was passiert, das ist so das Gefährlichste, dass sich dann Gruppen zusammenschließen und sagen: Wir als Gruppe 100 Spieler Wir fangen jetzt alle neu an und gehen woanders hin. Das ist wie wenn sich ein Betriebsrat begrüßt. Es ist auch wieder ein super Spiel theoretisch. Einer geht nicht, einer meckert nur. Aber 100 schließen sich zusammen und sagen, wenn wir alle gehen, dann haben wir Power. Erstens haben wir Power, genau, vielleicht werden die Regeln doch geändert. Und zweitens tut das auch wirklich dann weh und macht denen auch natürlich Freude, wenn die als Gruppe gehen. Und gab es was, wo die dich mal in so einer Gruppe overruled haben, wo die wirklich eine Entscheidung durchgesetzt haben? Die haben mich sehr oft überstimmt, ja. Aber der Trick ist, dass man es sich nicht anmerken lässt, glaube ich. Also es gab so viele Situationen, wo Ich habe auf jeden Fall die Regeln geändert habe, weil das einfach besser ist. Ich will ja niemanden verbrellen oder irgendwas. Ich will ja auch, dass die Leute Spaß haben. Wie kommt da echtes Geld ins Spiel? Wofür zahlen die jetzt echte Euros? Ähm grundsätzlich lange Zeit für kosmetische Gegenstände. Also du willst irgendwie im Spiel cooler aussehen, irgendein seltenes Item haben und so weiter. Du hast die klassischen Sachen auch, die du aus jeder App kennst, so irgendwelche Kisten, die du öffnen kannst, Zufallssysteme, Lootboxen und so weiter. Das hast du natürlich auch da
23:28 Feliks Eyser: Lootbox heißt, das ist so eine Art, das ist ja auch eine interessante Mechanik, so eine Art Gewinnspiel, weil ich kaufe so eine Kiste, ohne zu wissen, was da drin ist. Kann sein, dass ich da den Turbo-Diamanten kriege, der irgendwie super selten ist.
23:38 Lucas Bürger: In einem Unterschied: Es gibt ja FIFA und so, da kriegst du ja dann auch bessere Spieler. Bei uns natürlich nicht. Also du kriegst keine Sachen, wo man jetzt sagt, du hast dadurch einen Spielvorteil und gewinnst. Du kannst dieses Spiel auch gar nicht gewinnen. Das sind eher so Dinge, die trägst du dann, dann bist du besonders. So, es geht um Status. Also Leute, die das irgendwie machen, die kriegen in erster Linie Status im Spiel, den man verkauft.
23:57 Feliks Eyser: Das ist auch das größte Incentive für diese Economy Status zu haben.
24:00 Lucas Bürger: Ja, ja. Würde ich sagen. Also die, es geht natürlich, wenn du viel so Handel hast und irgendwie so eine Gemeinschaft einfach, dann ist natürlich wichtig, dass Leute auch Status irgendwie. Was passiert, wenn du reich bist im echten Leben? Wenn du sehr viel Geld hast, nicht jeder, aber viele sagen: Ja, dann kaufe ich mir jetzt auch Status. Porsche, keine Ahnung, eine teure Uhr, genauso im Spiel. Ist einfach exakt gleich. Die Leute wollen damit irgendwas unnötig, besonderem, teurem, wie auch immer, rumlaufen.
24:09 Womit der Server Geld verdient
24:25 Feliks Eyser: Ich habe gerade eine Research für einen anderen Podcast gelernt: in Dubai verkaufen ihre Nummernschilder. Das ist richtig krass, wenn du ein kurzes Nummernschild hast. Da gibt es ein Nummernschild, das heißt P7 und es wurde verkauft für irgendwie 10 Millionen Dollar oder so. Insane.
24:38 Lucas Bürger: Passt spieltheoretisch 1 zu 1. Ist genau so. Du, es kann teilweise sein, du hast ein Item, das steht irgendwie drauf, es gibt eins von drei. Und nur weil das da so irgendwie benannt ist, das ist ja bei Nummernschiller genauso. Weil die eins da drauf steht und es das nur einmal gibt oder vielleicht nur irgendwie. Weil es unter 10 quasi ist, ist das jetzt wertvoll.
24:57 Feliks Eyser: Was geben Spieler dann so aus? Also schaust du dann so auf die Unit Economics und sagst, im Schnitt gibt einen Spieler da irgendwie 5 Euro pro Monat aus oder die meisten geben null aus und manche aber irgendwie 1000 Euro. Oder wie schaut man auf die Revenues pro Spieler?
25:10 Lucas Bürger: Das funktioniert grundsätzlich so, dass die meisten for free spielen. Du hast sehr, sehr wenig Leute, die überhaupt was kaufen, weil die meisten sagen, ich handel halt und dann kaufe ich mir Zeug. Und dann hast du Leute, die was kaufen. Das ist einfach so ein gewisser Anteil an Spielern, der das halt tun wird. Und dazu ist, wir verkaufen auch nicht nur jetzt hier Kisten oder Lootboxen, sondern wir haben auch einfach. Ränge und solche Sachen. Was ist ein Rang? Rang heißt, das ist ein gewisser Status, der immer kommt mit einer Farbe im Spiel. Und wenn du das natürlich kaufst, dann wissen die Leute auch, dieser Account hat Geld ausgegeben und kauft sich dadurch so eine gewisse Sicherheit. Also, es wird angenommen, wenn der Geld ausgegeben hat, dann ist das auch ein vertrauenswürdiger Spieler. Dann ist der vielleicht ein besserer Handelspartner, ja. Also, sowas sind dann Argumente. Und da, ähm, das kaufen dann schon viele. Also, wenn du dann einige Zeit spielst, dann gibt es schon relativ viele, die sich irgendwie so einen Rang oder irgendwie. Irgendwas kaufen. Aber um das so ein bisschen aufzudröseln, es gibt Leute, die auch sehr viel ausgeben. Ich finde das nicht so mega gut. Ich finde es irgendwie. Vielleicht bin ich da nicht genug Unternehmer, weißt du, aber ich finde das nicht Ich finde es okay, wenn Leute sagen, ich gebe mal hier 50 Euro aus oder auch im Monat mal 100 Euro, finde ich toll. Dann gibt es einen Punkt, es ist dann zu viel. Also das sollte auch kein Anreiz sein, dass Leute. Also ist das Rokuste, was jemand ausgegeben hat? Oder was ist ja Nummer eins auf deinem Server? Ich habe keine Ahnung aus dem Kopf. Aber ich bestimmt 10. 000 Euro, würde ich sagen. Fünfstellig, oder? Aber über Jahre. Also jetzt nicht, dass jemand sagt, ich mache das in einem Monat oder irgendwas, sondern über Jahre meistens. Und was da auch so ein bisschen zukommt, ist, du hast ja auch alle möglichen Leute aus dem echten Leben. Das heißt, du hast dann natürlich auch ganz normal Unternehmer, selbstständige Erben, irgendwelche anderen.
26:42 Feliks Eyser: Erbe weiß, wenn er aus irgendeinem Grund 5 Millionen Liquide hat und 10. 000 Euro bei dir ausgegeben hat. Tut dem wahrscheinlich weniger weh als dem Zwölfjährigen, der 50 Euro ausgibt von seinem 100-Euro-Taschengeld. Genau, ja. Was dann im Jahr kriegt oder so, oder in, weiß ich, ein paar Monaten. Wie viel Umsatz hast du dein besten Jahr gemacht?
26:59 Lucas Bürger: Boah, ich glaube, so 5 Millionen grob. Irgendwas in der Größenordnung, ja. Zur besten Zeit haben wir so 5 Millionen gemacht, circa. Also, ich glaube auch, der Trick bei den Sachen ist. Dass du, dass du das dauerhaft anbieten kannst und überhaupt damit Geld verdienst. Also du kommst halt sehr leicht auch in die Situation, weil du ja, du hast ja wie bei jedem Unternehmen alles andere auch, du hast super viele Spieler. Dass du auch eigentlich für die ganze Infrastruktur auch sehr viel Geld hinlegen müsstest und auch für die Mitarbeiter und so weiter. Das heißt, der Trick ist eigentlich eher, dass du, wenn du vielleicht irgendwie eine Million Euro Umsatz machst oder vielleicht eine halbe am Anfang, Dass du das irgendwie überhaupt hinkriegst, das alles zu stemmen. Trotz halt tausenden Leuten, die deinen Service nutzen. Ich merke immer wieder, wenn man so außerhalb von diesem Gaming ist, dann hast du ja auch Unternehmen, die geben 10. 000 Euro im Monat aus, haben aber eigentlich auf ihrer Seite vielleicht dann irgendwie 100 Accounts, die das wirklich nutzen. Oder vielleicht auch 1000 Accounts. Aber es ist halt gar nichts an Traffic im Vergleich.
27:56 Feliks Eyser: Und die größten Kosten sind dann die Infrastruktur, so physisch brauchst du die Rechner an irgendeinem Rechenzentrum. Ja.
28:02 Lucas Bürger: Bewerten das Personal. Also Personalkosten ist auf jeden Fall das Wichtigste, dass du gute Leute hast, die auch Bock haben.
28:07 Feliks Eyser: Bezahlst du die oder ist auch einfach super viel Community getrieben, so ehrenamtliche Leute? Die machen das einfach just for fun, weil sie auch wieder Status darüber kriegen?
28:14 Lucas Bürger: Hast du auch, ja. Wieder dieses Spieltheoretische. Klar, du hast Leute, die sagen: Mir ist es wert, jetzt Teil von diesem Server-Team zu sein. Ich kann mich vielleicht dann im Spiel Moderator nennen, weil ein Moderator ist natürlich super vertrauenswürdig. Ich habe da vielleicht irgendwie Freude bei und dann erbringe ich quasi Arbeitsleistung, die gar nicht vergütet wird.
28:30 Feliks Eyser: Früher als Teenager, da war ich Abend bei der ESL, kennst du das?
28:33 Lucas Bürger: Diese E-Sports.
28:34 Feliks Eyser: Ich glaube, das könnte genau gleich funktionieren. Da gab es bestimmt hunderte wie ich, die dann Zeit reinsteckt haben, mehrere Stunden die Woche, um da irgendwas zu judgen, irgendwelche Strafpunkte zu vergeben, Tickets zu bearbeiten. Ja, das ist genau direkt. Hast du mal Care-Mitarbeiter? Nichts dafür gekriegt. Also bei meinem Profil stand drin, ich bin Admin, fand ich mega geil.
28:52 Lucas Bürger: Ja, genau das. Also davon brauchst du auch viele Leute. Also, wenn man das gut moderiert ist, ich glaube, so zur Spitzenzeit an ein paar hundert Leute im Team. Ein paar hundert. Also wir hatten mehrere Sachen parallel. Wir hatten ja einmal die Minigames, da brauchst du extrem viele Leute. Weil da hast du das Ding, du musst es ja nicht nur Einzelne, also viele einzelne Sachen programmieren. Du musstest ja auch noch Support anbieten für ganz viele verschiedene Arten von Games und du musstest auch für diese Games ja irgendwelche Karten bauen. Also ihr braucht ja auch Leute, die für diese Minigames irgendeine spannende Karte im Spiel bauen, also wo das vielleicht irgendwie vom Theme dann mal Wer für Candy ist oder so.
29:28 Feliks Eyser: Siehst du, dass sie alle das Gleiche spielen? Ja. Ich habe früher Counter-Strike gespielt, aber immer alles gleiche.
29:32 Lucas Bürger: Counter-Strike ist super, ja. Du brauchst ja einen Card-Strike ab zu einer neuen Karte. Dann brauchst du natürlich Leute, die das bauen, was ne? Ja, okay. Parallel halt die verschiedenen Sachen und das waren schon über ich wahrscheinlich parallel mal 200 Leute im Team. Holy shit. Aber davon waren natürlich, die waren alle nicht bezahlt. Wer war bezahlt von denen? Ganz am Anfang war keiner bezahlt. Fünf Millionen Umsatz, keiner bezahlt? Nein, nein, zu der Zeit nicht. Es waren so die ganzen. Das war wirklich der Anfang. Das wäre geil, ja. Nee, so ist es nicht. Das waren die Anfänge, da konntest du das machen. Und dann kam auch relativ schnell der Punkt, wo du gemerkt hast, okay, wenn wir das professionell machen wollen und wir wollen auch nicht, dass bei jedem kleinen Fuck-up direkt die Bude brennt. Dann müssen wir die guten Leute auch einstellen und die auch bezahlen und auch gut bezahlen.
30:12 Feliks Eyser: Was war der im Moment bei dir im Kopf und was war dein Dialog, als du gemerkt hast, ah krass, das ist jetzt kein Hobby mehr, das ist jetzt ein Business? Habe ich, glaube ich, so nie gehabt.
30:21 Lucas Bürger: Also, so wirklich so einen Moment, wo ich sage, jetzt, jetzt ist Business nicht. Nicht dabei. Also, ich glaube auch, ich mache die meisten Sachen gar nicht so, weil ich sage, es geht jetzt darum, Business und Geld zu machen. Sondern weil man einfach sagt, das ist doch eine coole Idee. Also, hatte ich so klar nicht. Hattest du das, wenn du darüber nachdenkst?
30:38 Feliks Eyser: Also zu der Zeit, zu meiner Gaming-Zeit auf jeden Fall nicht. Da war alles just for fun. Das war wie so ein Verein immer organisiert, Geld und seinen Clan und deine Freundin und hast gechattet. So, das war ja alles Kategorie-Hobby, da war auch gar kein Geld im Spiel, außer dass man irgendwas gekauft hat und quasi da reingesteckt hat. Bei den Sachen, die ich danach gemacht habe bei meinen Startups, habe ich schon immer überlegt, wie kann ich da irgendwann mehr verdienen, als es mich kostet. Also ich habe schon probiert, mit der Business-Brille darauf zu schauen.
31:01 Lucas Bürger: Also für mich waren das schon zwei verschiedene Kategorien. Okay, also das habe ich aber noch nie gemacht, dass ich gesagt habe, wir geben jetzt super viel Geld aus für Dinge, die wir günstiger anders irgendwie hinkriegen oder so. Also das wäre einfach so eine Sache, die macht man in diesem Bereich nicht. Also du würdest nie rangehen und sagen, lass uns jetzt irgendwas. Enterprise Software oder irgendwas holen, die 1000 Euro kostet. Das hast du vom Gedanken so nie gedacht. Du hast dich nie wie so ein Unternehmen gesehen.
31:24 Feliks Eyser: Obwohl die Umsätze größer geworden sind, dann merkst du mir, bist du im Monat, da kommen mal 10k rein, dann sind es mal 20, mal 50, mal 100. Also so. Das geht ja dann schon schnell hoch.
31:33 Lucas Bürger: Ja, also du bleibst sehr, sehr krass in dieser Brille, dass du eigentlich gar kein Echt. Vielleicht war das einfach schleichend. Also ganz am Anfang hätte ich niemals gesagt, ja, ich bin Unternehmer. Und ich habe jetzt hier ein Unternehmen und die haben x'000 Kunden und dann haben wir auch x 100. 000 Euro umsamt, würde ich eigentlich niemals gesagt. Ich habe gesagt, ich bin YouTuber und ich habe da auch noch so eine Minecraft-Plattform und das betreibe ich mit einer Menge Freunde und Leuten, die mir irgendwie helfen und die Spaß haben, daran Minecraft zu spielen. Jetzt mittlerweile, mittlerweile zehn, elf Jahre später, würde ich das schon sagen. Ich betreibe schon ein Unternehmen und ich habe auch Kunden, weißt du? Aber das ist ein Moment, wo man sagt, jetzt. . Jetzt war ich Unternehmer, das gab's, glaube ich, nicht.
32:06 Feliks Eyser: Das ist interessant. Es gibt dieses Walt Disney-Zitat, der gesagt hat: ich mache nicht Filme, um Geld zu machen, ich mache Geld, um Filme zu machen. Klar, du brauchst Geld, um Leute zu bezahlen, so ein Set ist teuer und die Leute, die Animationen machen und so, sind teuer, aber er sieht es so als Mittel zum Zweck, um seine kreative Vision umzusetzen. Du klingst bei dir ein bisschen, dass du sagst. Du wolltest da spielen mit den Leuten, du hattest da Spaß dran an dem Content und klar ist gut, wenn er Geld reinkommt.
32:27 Lucas Bürger: Also frag nochmal an, was hast du denn irgendwann mal was gemacht, nur wegen des Geldes? Und es hat funktioniert? Gab es das wirklich, wo du gesagt hast, ich mache das jetzt, weil ich mache es auch viel Kohle damit? Und es hat auch noch geklappt? Ja, weniger. Ich hab nämlich, also ich habe nicht nur die Minecraft-Sachen gemacht, ich habe auch zig andere. Ich sag mal, Sidequests, Nebenprojekte gemacht, wo man gesagt hat, da kann man noch gutes Geld verdienen. Hat nie funktioniert. War immer scheiße.
32:52 Feliks Eyser: Ja, ich muss auch sagen, die Sachen, die ich. gemacht habe. Also Regioheld, meine Firma, die ich zehn Jahre gemacht habe, mir hätte schon Bock gemacht. Ich hätte Bock auf die Kunden, ich hätte Bock, dieses Problem zu lösen, ich hätte Bock, Leads für die zu generieren. Das war so ein Marketingbusiness im Grunde. Und ich merke bei anderen Sachen, Wenn ich mich überwinden muss, was zu tun, wenn ich das Gefühl habe, nee, da geht es nur um das Ziel, da fällt es mir viel schwieriger, dann geht die Motivation runter und dann merke ich, es ist auf jeden Fall keine Sache, die ich zehn Jahre durchziehen kann. Also dass es einfach zu viel Kraft kostet. Und es ist auch von außen so leicht gesagt, wenn du zum Founder sagst, ja, mach was, worauf du Bock hast, mach was, was dir Spaß macht, dann kannst du es durchhalten.
33:25 Lucas Bürger: Du kannst das missverstehen als Founder, oder? Du kannst sagen, ja, dann mache ich hier irgendwie Tydelü, bisschen so, aber so ist es ja auch nicht. Du musst ja schon auf die Zahlen irgendwie gucken. Weil die Verantwortung hast du ja, dass das auch dauerhaft funktioniert für alle. Du bist ja irgendwo, ob du das Verein nennst oder wie auch immer, du bist ja irgendwo der Chef, der das halt regeln muss. Aber das Wegen des Geldes alleine zu machen, habe ich probiert ein, zweimal. Was hast du da probiert? Es kommt so diese Logik, so Ja, das ist ja logisch, dass wir das jetzt mal machen irgendwie. Und da hat das halt null funktioniert. Also ich hatte das vor allem bei so Themen, wo man sagt, lass uns hier mal irgendwie so eine App probieren und basteln und bauen und irgendwie und stecken da mal Geld rein. Aber eigentlich glaubt man gar nicht so richtig dran, dass das jetzt eine smarte Idee ist, diese Sache zu bauen. Ist da dann auch gar nicht so hinter, aber macht das einfach, weil das ja klug ist.
34:10 Feliks Eyser: Ja, ich merke es auch bei den Investments, die ich mache. Es gibt ja Founder, die eher so reißbrettmäßig rangehen, die sagen, guck mal, hier ist ein Markt, der wächst mit 10%, der ist irgendwie x Milliarden groß und der ist irgendwie nicht richtig digitalisiert, da gehen wir jetzt rein. Also so, die so ihre Checkliste abhaken, sozusagen so, und das funktioniert meistens nicht. Also ich habe selten gesehen, dass so ein Reißbrett das irgendwie so planen kannst. Also wie du mich gerade gefragt hast, du hast mir was gemacht, nur sozusagen für die Checkliste, fürs Geld. Ich sehe es selten. Auf der anderen Seite. Seite. Die Leute, die Bock haben auf ein Thema, die sagen: Ey, mir scheißegal, ob das irgendwie riesig wird, um das nächste Unicorn. Ich habe einfach Bock, an diesem Problem zu arbeiten mit den Leuten um mich rum. Es ist auch oft so eine People-Frage.
34:49 Lucas Bürger: Ich glaube auch, ich würde niemals sagen, du musst immer für jedes Produkt, was du herstellst, irgendwie brennen. Gar nicht. Aber für grundsätzlich, dass du das tust, für die Leute, mit denen du arbeitest oder für die Kunden, die du hast oder. Oder fürs Produkt oder weil das, was irgendwie rauskommen könnte, so geil ist, dass das einfach gebraucht wird, dafür halt schon. Und dieses rein monetäre Denken ist.
35:07 Feliks Eyser: Ich finde es eine spannende Frage, diese People-Perspektive zu sagen, hast du Bock, mit diesen Leuten abzuhängen? So mit den Mitarbeitern, die du brauchst für das Business, mit der Art von Kunden? Also bei mir, meine Kunden waren so Small Business Owner, weißt du, die sind so real, so ein Elektriker, so ein Rechtsanwalt, weißt du, so ein Typ, der seinen Namen draußen an die Tür schreibt, so oder seine 20 Leute, die sind ja real. Ich hab Bock auf diese Leute. Ich hätte keinen Bock auf so Enterprise-Typen, die im Anzug da sitzen, wo irgendwie eine Entscheidung immer sechs Monate braucht und so weiter. Nicht mein Vibe. Andere können mit denen viel besser und dann sind die da auch richtig. Also ich glaube, das ist eine Frage, die man sich stellen kann. Die Kunden, mit denen ich zu tun habe, die Mitarbeiter, die ich dafür Brauche die Investoren, die ich brauche oder nicht, so habe ich Bock auf diese Art von Leuten. Ja, ich würde voll zustimmen, genau das. Was waren die krassesten Rückschläge? Mit denen du umgehen musstest.
35:55 Lucas Bürger: Das Schlimmste, was hier passieren kann, und das war unglaublich anstrengend. Dass du ja auch da wieder die Bösen hast. Ich war ja damals Griefer, ich habe ja gesagt, ich probiere irgendwie das Spiel zu zerstören. Die hast du auch. Einmal hast du die im Spiel, wo die probieren, irgendwie das Spiel für die anderen kaputt zu machen. Und du als Diktator oder der Typ, der irgendwie dafür sorgt, dass alles läuft, der muss natürlich dann dafür sorgen, dass sie das nicht können, dass es fair genug bleibt, dass nicht alle verschreckt werden. Und das zweite ist, du hast natürlich auch super viele Leute, die auch einfach Angriffe fahren, also so wirklich Server-Attacken, also so wirklich Cybercrime-mäßig. Das gibt's, also, was war das krasseste, was passiert ist? Dass du halt einfach wirklich tagelang immer wieder Ausfälle hast. Und das Problem ist ja, dass das so, das Schlimmste, was hier passieren kann bei so einer Community oder bei einer Plattform, ist, dass sie nicht erreichbar ist. Und die Leute sagen, ach, wenn ich nicht spielen kann, dann spiele ich was anderes. Oder dann gebe ich doch mal der anderen Plattform eine Chance, weil die sind ja eh nicht online und ich will jetzt gerade doch irgendwie spielen, dann gehe ich woanders hin. Das ist das Schlimmste, was dir passieren kann. Und das ist so mental ist es, finde ich, super blöd, weil manchmal kannst du dagegen nichts machen. Du hängst auch sehr stark ab von der ganzen Software, die irgendwie von Minecraft kommt. Die ist open, also super Angreifbar für Leute, die irgendwie da Bock drauf haben, sich das durchzulesen und rauszufinden, wie das geht. Und dann fällt halt immer wieder einfach so das Ding aus. Und das passiert natürlich dann nicht irgendwie am Montag um neun, wenn gerade dein ganzes Team da ist. Ab einem gewissen Punkt hast du ja auch kein Team mehr, die unstrukturiert arbeiten, sondern die auch eine ganz normale Arbeitswoche fahren. Sondern es passiert dann immer irgendwie Sonntag um 21 Uhr oder 19 Uhr oder wie auch immer. Wenn du eigentlich gerade auf dem Weg bist ins Fußballstadion, um mit deinem Papa ein Spiel zu gucken, und dann kriegst du am Handy die Nachricht, alles ist offline. Und das ist so richtig scheiße über die Zeit. Also von dieser Minecraft-Sache würde ich sagen, das ist so richtig, richtig unangenehm gewesen. Oder ist weiterhin auch einfach noch ein Problem.
37:19 Der Angriff auf den Server
37:47 Feliks Eyser: Den Channel zu abonnieren, ist kostenlos, dauert zwei Sekunden und erfordert nur einen Klick. Wenn ihr die nächste Folge nicht verpassen wollt, dann drückt abonnieren, egal auf welche Plattform ihr seid. Ihr helft uns damit und verpasst keine Folge. Danke. Gab es den Moment, dass du kurz davor was hinzuschmeißt, hast du gedacht hast, ey fuck that, also ich komme Bock mehr drauf, ich mach den YouTube-Channel dicht, ich spiel nur noch Fußball?
38:12 Lucas Bürger: Ne, ich glaube Ich habe zu viel dieses Kompetitive, so wenn der mich wenn der das hinkriegt dass ich jetzt offline bin Dann erst recht nicht, mäßige. Du musst ja deine Prozesse bauen. Du überlegst ja dann, okay, wenn wir ausfallen, was ist dann die konkrete Abfall Folge, in welchem, welcher Ausfallsart, wie können wir das irgendwie machen, dass wir da nicht lange ausfallen? Was sind so die, wie kommunizieren wir auch mit den Leuten und so weiter? Ja, und sonst daneben, also ich glaube, das andere krasseste, was ich so hatte, ist, dass ich eigentlich schon die Entscheidung getroffen habe: eine Idee ist scheiße, also die sollten wir so nicht machen. Und dann hat man irgendwie mit Gründer gehabt, es gab zum Beispiel auch ein Projekt im Minecraft-Bereich, da haben wir so ein Roleplay-Game, Roleplay-Server gemacht. Mal unabhängig von Citybuild oder Minigames und mal eine eigene Kategorie an Gameplay. Egal was es bei Minecraft gibt, ich habe es wahrscheinlich mal probiert oder gemacht oder ne, wie auch immer. Und wir haben auch mal so ein RPG-Sache probiert. Was heißt das, RPG? Also du hast so. So, Rollenspiel. Also, du hast deinen Charakter, der dann irgendwie Level 1 und dann kann er aufsteigen und irgendwelche magischen Fähigkeiten erlernen und dann mit Monstern kämpfen und so weiter. Und wir haben das gebaut, und das war auch eigentlich ein cooles Team und war soweit alles ganz gut. Aber dabei waren auch Leute aus dem E-Sport. Die haben gesagt: wir wissen, wie das läuft, so mach dir mal nicht so viel Sorgen. Wir wissen auch, wie das mit der Finanzierung läuft. Ich war da nie in der Geschäftsführung dabei. Mein Part war eher Game, das Game zu bauen und aber ich stand schon mit dem Namen so ein bisschen drauf. Dann hast du gemerkt, am gewissen Punkt, das klappt so nicht. Intern hast du das kommuniziert und gesagt, Leute, das klappt nicht, die Richtung stimmt nicht, wir müssen das irgendwie anders machen, weißt du? Und da habe ich mich so ein bisschen überzeugen lassen: Nee, nee, also lass die mal machen so. Dann haben die halt weitergemacht und das Ding komplett an die Wand gefahren. Was hättest du anders gemacht? Ich hätte es wahrscheinlich, ich hätte früher den Stecker gezogen und den Leuten gesagt, das funktioniert so nicht. Also wir können das irgendwie anders weitermachen, aber nicht als Business in dem Sinne. Wo du irgendwie Angestellte hast oder super viele Leute. Oder man hätte die Richtung komplett ändern müssen, dass das Spiel so nicht gebaut wird, wie es gebaut wurde. Und ich bin zum Beispiel da sehr froh, dass ich dort nicht in der Geschäftsführung war. Das Learning ist aber nur, weil du nicht in der Geschäftsführung bist, bist du ja nicht verantwortlich für die Leute.
40:24 Feliks Eyser: Weil der Name im Zweifel trotzdem draufsteht, Leute dich kennen, über dich vielleicht daher gekommen sind.
40:28 Lucas Bürger: Der Name ist trotzdem drauf, genau. Okay. Das heißt, die Leute kommen natürlich nicht zu irgendeinem, weiß nicht, Geschäftsführer, der bei North Data oder im Handelsregister steht und sagen, was hast du denn da gemacht, sondern die kommen ja zu dir Personen. Die sie irgendwie dann kennen und die. Die kommt zu ab, genau, die kommen und sagen, was hast du da denn eigentlich gemacht, was ist denn da los? Und dann sagst du, ja, ich Ich habe weder die Gehälen noch irgendwie die Buchhaltung hatte ich Einblick. Ich habe das alles gar nicht irgendwie getan. Ich bin auch nicht der, der am Ende final entscheidet, aber natürlich war ich irgendwo dabei. Was hast du sonst über Co-Founder Relations gelernt? Oder Projektpartner? Wir haben mal was gemacht mit dem deutschen Zoll. Das war so Corona-Zeiten, da waren ja alle Messen zu. Jede Ausbildungsmesse war nicht möglich, weil in Corona war alles dicht. Und dann hat der Zoll gesagt, das fand ich eigentlich ganz geil. Lass uns doch mal so die erste digitale Ausbildungsmesse machen. Und die richten sich halt so an auch sehr junge Leute, dass die vielleicht irgendwann sagen, der Zoll ist ein interessanter Arbeitgeber. Das ist Recruiting Maßnahme. Recruitung, genau, klassisches Recruiting, den müssen kennenlernen, was tut der Zoll. Und dann haben wir so das in Minecraft stattfinden lassen. So eine digitale Ausbildungsmesse in Minecraft, wo du dann die verschiedenen Innovativ. Innovativ hast du im Zoll nicht zugetraut. Ja, ich auch nicht. Er war auch so eine Agentur mit dabei, die das so ein bisschen vermittelt hat, dadurch fand es überhaupt statt. Und da weiß ich auch zum Beispiel noch, dass mit dem Zoll war auch anstrengend zu arbeiten, weil die natürlich gar kein Verständnis dafür haben. Und da hast du dann so Sachen gehabt wie Irgendwie, äh, der, der das Aussehen von einem Charakter im Spiel, vom Zollbeamten, der dir da was erklärt, wie der Job funktioniert oder irgendwie so. Da ist jetzt das Wappen irgendwie nicht ganz richtig. Das müsste eigentlich so ein bisschen weiter auf der Schulter sein oder so. Dass solche Dinge wichtig sind, weißt du? Da weiß ich noch, ich weiß bis heute, die sagt, in dem ist wichtig, dass er immer 20% vom Heu kriegt. Ja, ja. Ich weiß bis heute noch, ich fand das eine richtig geile Sache und diese Agentur hat auch toll, weil die haben das irgendwie wegkommuniziert mit denen. Aber ich weiß auch, dass man wirklich gemerkt, mit denen zu arbeiten, ist was ganz anderes. Was war denn die Anstrengung da?
42:26 Feliks Eyser: Was war in der Partnerschaft mit der Agentur besser, was in anderen Partnerschaften oder bei anderen Co-Founder Relations quasi schwieriger war? War es einfach das Verständnis für die Sache, dass dein Zoll da weiter weg ist und die anderen, die waren da näher dran?
42:37 Lucas Bürger: Ich glaube ja, also du hast da hast du wirklich gemerkt, du brauchst das, weil du hast gar keine Gemeinschaft. Sprache mehr. Also, das ist so weit auseinander. Die hatten doch, glaube ich, im Zoll dann irgendwie eine Person, die sollte im Prinzip prüfen, dass alles so läuft, wie das geplant ist. Und das war auch sehr, sehr strange, als wir das dann, als wir quasi die Abnahme davon gemacht haben.
42:56 Feliks Eyser: Was aber interessant ist, ich denke mir so. Gleichzeitig baust du ein Team auf und du hast ja wahrscheinlich den Großteil der Leute einfach aus der Community rekrutiert. Also du wirst da wahrscheinlich nicht gesagt haben, hier auf Stepstone gibt es jetzt eine Stellenanzeige, ich suche jetzt hier einen neuen Admin. Und irgendjemand bewirkt sich dann noch nie Minecraft gespielt hat, sondern die Leute kommen ja quasi aus seinem Kundenstamm. Was dazu führt, dass die das Produkt natürlich schon gut kennen und die Mission verstehen und so weiter, verstehen, was wichtig ist, was ja bei normalen Unternehmen oft nicht so ist. Also, da bist du ja eher in der Welt und schaltest irgendwo eine Stellenanzeige und da kommt irgendjemand rein, du musst ihm erstmal erklären, was du eigentlich machst. Also, ich glaube, das ist natürlich ein Riesenvorteil, diese Community zu haben. Und auch zu wissen, wer sind die Leute, die gut sind, die anständig kommunizieren, beobachtest ja viele auch schon. Eine ganze Weile, bevor du dann sagst, okay, ich gebe dir jetzt eine Aufgabe oder ich stelle dich irgendwann tatsächlich ein.
43:39 Lucas Bürger: Würde ich voll zustimmen, ja. Ja, also Recruiting Auch, wir haben das probiert. Wir haben gesagt, wir suchen hier irgendwie Minecraft Admin, oder Admin vielleicht nicht, aber irgendwie Minecraft-Entwickler, haben Leute eingestellt von dem normalen Arbeitsmarkt, sag ich mal, oder von der Straße, und das hat gar nicht funktioniert. Also Weil ich glaube, das ist so dieses, wenn Unternehmer reden über Cultural Fit oder sowas, da siehst du es halt am krassesten, wenn du das Spiel gar nicht kennst Dann ist da null Cultural Fit und wie soll das funktionieren, dass die Person versteht, was sind so die impliziten Normen, wenn nicht alles irgendwie ausformuliert ist und so. Woran muss ich mich halten, was ist eigentlich wichtig und so. Das reicht dann irgendwie nicht, dass du ein geiler Softwareentwickler bist, da musst du, musst du musst halt reinpassen. Und also alle richtig guten Leute, die jetzt auch seit Jahren dauerhaft dabei sind, die sind alle geheirat worden aus der Community. Die haben meistens sogar in irgendeiner Form ein Ehrenamt übernommen und dann hat man gesagt, du machst es so geil, willst du nicht Willst du nicht bei uns arbeiten?
44:31 Feliks Eyser: Mega geil, dass du die Leute schon beobachten kannst. Ich glaube, das ist ein Riesenvorteil von Foundern, die so eine Personal Brand haben oder irgendeine Art von Audience aufbauen oder irgendeine Art von Community haben, dass sie in der Lage sind, die als Talentpool zu benutzen. Dass du halt dann schon ein paar hundert Leute, müssen ja gar nicht so viele sein, aber ein paar hundert Leute hast, die dein Unternehmen kennen, dich als Founder kennen, die Reise so ein bisschen verfolgt haben. Und ein Bain haben in dieser Story.
44:52 Warum er seine besten Mitarbeiter in der eigenen Community findet
44:52 Lucas Bürger: Ja, sonst hast du auch, wir nennen das bei uns immer so ein bisschen Söldner-Modus. Du hast halt Leute, die kommen, aber die kommen nur wegen des Geldes. Das ist das Einzige. Und das reicht dann irgendwie nicht. Also, wenn es ja so muss so ein gewisses Etwas doch entstehen, dass du so als Team Gas geben kannst und dass du dich auch verstehst, ohne dass alles irgendwie bürokratisch in irgendwelche Regeln geschrieben wird, was? Das muss so ein bisschen so, die müssen verstehen, wie es läuft. Und da war, also auch so bei YouTube zum Beispiel, du holst natürlich dann auch eher Leute ran, die so ein bisschen auch Bock auf dieses ganze Prinzip haben. Und auch auf der Plattform selber. Also, ja. Aber ich muss auch dazu sagen, du hast, glaube ich, auch in diesem Bereich so ein so Da kommen Leute, die machen das gerne und freiwillig. So auch Entwicklungen zu lernen, Softentwicklungen und so weiter. Die Leute kommen, weil die da einfach Bock drauf haben. Die kommen nicht, weil in der Schule gesagt wird, jetzt lass uns das mal lernen oder in der Ausbildung kriegst du das beigebracht. um Geld zu verdienen, sondern die kommen, die wollen das halt lernen, weil sie Bock haben, in dem Spiel vielleicht irgendein neues Minispiel zu erschaffen und dann können wir das alles zusammenspielen. Das ist der Spirit. Und das sind halt auch einfach Aus meiner Sicht sind es bessere Programmierer für diesen Bereich. Als Leute, die sagen, ich habe in der Uni aber genau gelernt, wie das geht. Und dann hatte ich meinen ersten Job und da hat mir dann irgendwer das beigebracht. Das können auch gute Leute sein, aber wenn du das von dir selber hast, Das war was ganz anderes, ganz anderes Verständnis dafür.
46:08 Feliks Eyser: Es ist deine Beobachtung, das viele junge Leute über die Zeit beobachtet, die sind als Teenager vielleicht zu dir gekommen, die sind jetzt vielleicht in ihren 20ern so, was äh. Was lernt man Minecraft fürs Leben?
46:18 Lucas Bürger: Ich würde sagen, dass man, ich glaube, du lernst so ein bisschen, dass du wirklich verstehen möchtest, warum sind Dinge eigentlich, wie sie sind. Also du, du, du bist einmal gezwungen wegen der Kosten. Es darf einfach nicht so teuer sein, obwohl du ganz viele Spiele hast. Und das andere ist, du hast ja, du weißt ja gar nicht, wie das geht. Und wenn du nicht weißt, wie es geht und du auch keinen hast, den du fragen kannst, der dir das erklärt oder für dich das irgendwie macht, ja, dann musst du das halt selber herausfinden. Und das funktioniert immer so, dass du es dann irgendwie auseinanderbastelst, alles, auf die grundlegendste Ebene und dann anfängst, das Neue wieder zusammenzustecken. Bis das wahrscheinlich erstmal nicht funktioniert. Fünfmal und dann immer klappt es. Aber das ist so das Mindset, würde ich sagen. Also, dass die Leute aus dem Bereich, die wollen wirklich verstehen, warum sind Dinge, wie sie sind. Das würde ich sagen, ist das Hauptding.
47:03 Feliks Eyser: Und so ein Stück so eine Wirksamkeit erleben, was zu bauen. Also im Spiel selber baust du ja ständig Sachen, aber quasi auch dir selber neue Skills beizubringen im echten Leben, wie programmieren und Deine Kommunikation zu verbessern, deine Führungsfähigkeit zu verbessern.
47:16 Lucas Bürger: Ich habe ja zum Beispiel noch nie gesagt, ich hätte jetzt mal Bock, irgendwie der Chef zu sein von 200 Leuten von irgendeinem nennen wir es Verein. Hätte ich niemals gesagt, ich habe da Bock drauf. Aber naja, ich war jetzt plötzlich dann irgendwie der Chef von irgendwie Leuten oder auch von ein paar Festangestellten. Und dann musst du natürlich trotzdem überlegen, wie mache ich denn eigentlich Projektmanagement? Du hast ja keinen, der sagt, es gibt da so Scrum übrigens. Gibt's ja gar nicht. Wir fühlen jetzt OKAs ein. Was sind OKAs? Ja, genau. Ich weiß mittlerweile, was das ist, weißt du? Und die haben wir auch implizit irgendwann eingeführt, aber nur weil das halt Die beste Möglichkeit war, das zu tun, weißt du? Also, das war halt logisch.
47:49 Feliks Eyser: Okay, das sind Ziele, falls jemand nicht kennt, Objectives and Key Results. Aber das sind genau die Sachen, die du dann brauchst.
47:55 Lucas Bürger: Du sagst, okay, krass. Wir machen zum Beispiel bis heute eine abgewandelte Form von Scrum, obwohl wir nie eigentlich wussten, was das ist. Ich habe das irgendwann mal auch letztens in einem Teammeeting erzählt. Übrigens, Leute, es gibt so Projektmanagement und das heißt dann auch irgendwie Scrum und das würde eigentlich so funktionieren. Das machen wir aber nicht. Ja. Dein Server wird dieses Jahr zehn Jahre alt? Ist schon. Ist schon. Ist schon rum, ja. Happy Birthday? Happy Birthday, ja. Wir haben auch was Cooles gemacht. Wir haben zu zehn Jahren. Kuscheltiere verschenkt und Mauspads an die Spieler. Das habe ich gesehen. Und so ein Trading-Card-Game. Er ist leider nicht fertig geworden.
48:29 Feliks Eyser: Okay.
48:30 Lucas Bürger: Wir haben probiert, auch Trading-Karten zu machen, die man sammeln könnte. Hat leider nicht funktioniert, ist beim Zoll hängen geblieben.
48:36 Feliks Eyser: Die Grüße gehen raus an den Zoll. Wahrscheinlich, weil das Abzeichen damals falsch war. Wie gesagt, dem Lucas, dem geben wir seine Karten nicht.
48:44 Lucas Bürger: Die Partnerschaft mit dem Zoll war toll. Also war wirklich, war super. Aber war lustig, dass das jetzt in dem Fall das wegen dem Zoll nicht geklappt hat. Und dann haben wir halt so Kuscheltiere rausgehon im Auspads. Wir haben auch wirklich Geld reingeballert. Die kaufen Leute, oder die schickt ihr einfach an an User, die euch treu geblieben sind? Die Leute, die heute noch spielen und die auch im Spiel, sag ich mal, ein gewisses Ziel erreichen, die konnten das kostenlos bestellen. Also wir haben alles übernommen. Wir haben die Produktion übernommen, den Versand übernommen, das war komplett for free. Weil es sind halt zehn Jahre so. Dann haben da so grob 100. 000 Euro investiert und dann habe ich gesagt: komm, 4. 000 Dinger davon, 2000 Mauspads, 2000 Flushis. Hauen wir raus, weißt du? Sollen die Leute, das ist ja alles auch deutlich geschrumpft, muss man sagen, die Leute, die noch da sind, die sollen auch irgendwie was Cooles haben. Nicht nur was Digitales, sondern was, was du so in der Hand hast. So ein Mauspad, was du nutzt, wo irgendwie da sind so die bedeutendsten Momente auch drauf auf diesem Mauspad, alles so schön gezeichnet worden von einer Auch von einer Designerin, die auch aus dem Spiel wiederkommt, die also die ganzen Geschichten auch kennt, die da irgendwie stattgefunden haben. Also ich meine, so im Spiel die ganzen Wer hat wen betrogen Geschichten und so? Das sind dann die Legenden, die.
49:47 Feliks Eyser: Die über die Generationen quasi wie so eine Höhlenmalerei da übertragen werden.
49:52 Lucas Bürger: Ja, und die ganzen Spieler kennen das natürlich. Die wissen genau, ah, okay, hier war irgendwie die Geschichte und dann oben rechts habe ich aber. Da hat der eine den anderen hier so ein bisschen veräppelt oder hier wurde vielleicht mal ein wichtiger Atmen rausgeworfen, weil er sich.
50:04 Feliks Eyser: Da war ich dabei. Das habe ich auch vielleicht gemeldet oder mitbekommen, genau so ungefähr. Was sind deine persönlichen Highlights, wenn du deine Top 3 Geschichten auf dem Mauspad drücken müsstest.
50:14 Lucas Bürger: Also ich glaube, die Top-Geschichte ist, wir hatten mal auf dem Server eine Figur, die hieß Admin Evil, die haben wir erfunden. Das war dann so der böse Admin. Das war so eine rein fiktive Geschichte. Und da hat man gemerkt, dass das. Brutal die Leute abgeholt, die waren richtig emotional dabei, was passiert als nächstes und so weiter. Weil das so eine Geschichte war, die hat sich auf dem Server irgendwie selber geschrieben. So, es war mehr oder weniger jedem klar, das ist so eine Geschichte, die irgendwie abgeht. Aber gleichzeitig gab es auch Kinder, die haben es wirklich geglaubt, und dann gab es Eltern, die haben auch irgendwie mit den Kindern da gespielt. Die haben dann auch so ein bisschen das befeuert Das würde ich sagen, war so eins meiner krassesten Highlights, was auch auf dem Mauspad ist.
50:55 Feliks Eyser: Die Knecht-Trubrecht-Story der Minecraft-Community.
50:57 Lucas Bürger: Ja, voll.
50:58 Feliks Eyser: Genau, das würde ich sagen, war relativ krass. Ich finde interessant auch, dass du sagst, diese eine Story, weißt du, mit dem Admin Evil, also so Storytelling an sich ist ja auch schon wieder so ein Skill, den du im Leben brauchst. An jeder Stelle, egal ob du ein Bewerbungsgespräch hast. Gespräch bist, deine Firma verkaufst, wenn du Investor redest oder so. Essentieller Skill, den die Deutschen oft nicht so gut drauf haben.
51:16 Lucas Bürger: Die Amis sind da, Weltklasse drin.
51:18 Feliks Eyser: Aber wir kriegen das nicht in der Muttermilch mit. Und auch das lernst du wieder. Was macht eine gute Geschichte aus?
51:24 Lucas Bürger: Also das ist, glaube ich, auch das Hauptding, wodurch sowas wachsen kann, so Communities. Sie müssen sich halt dauerhaft Geschichten erzählen. Wenn dir die Geschichten ausgehen, die sich die Leute da irgendwie gegenseitig erzählen, dann ist es eigentlich vorbei. Es muss immer irgendwas geben, worüber die Leute reden können, lästern können, sich beschweren können. Auch super wichtig. Aber von diesen Geschichten hatten wir hatten wir wirklich viele.
51:43 Feliks Eyser: Gab es eine, die dich selber überrascht hat, die einfach entstanden ist, wo du und das Team gar nichts damit zu tun hatte, was einfach so komplett aus der Community kam?
51:50 Lucas Bürger: Ich hab', also was wir super, was wir jetzt schon ab und zu hatten, sind so die ersten, das Ding gibt es ja jetzt elf zehn Jahre. Ich bin elf Jahre selbstständig, also gibt es zehn Jahre, gibt's das. Also es gibt die ersten Kinder von Leuten, die sich über das Spiel kennenlernen. Wirklich? Ja, mehrere. Mehrere. Also hat vor ein paar Jahren angefangen. Aber die Leute werden ja älter, das ist ja eine Community, die fangen an mit, sagen wir, 15, 16 irgendwie. So, manche vielleicht auch mit 12, aber so vielleicht auch manche mit 18. Und dann altern die natürlich ganz normal. Also erstmal war das auch so mit der Zeit, hast du dann irgendwie mehr verdient, weil ja auch deine Spieler mehr Kaufkraft haben. Und gleichzeitig fangen die dann natürlich auch an, dass sie sagen, ich lerne irgendwie Mädels kennen oder ich lerne jemanden Nettes irgendwie im Spiel kennen, den ich mal treffen möchte. Ja, dann lass halt mal zusammenziehen, dann lass mal heiraten, dann kriegst du natürlich auch Kinder irgendwann so. Genau, und dann hast du die ersten Grifer-Games-Kinder, die nur da sind, weil die sich über die Plattform halt kennengelernt haben. Dann irgendwie gesagt haben, ja, lass halt zusammen ziehen und dann heiraten. Dass jetzt diese Kinder da sind mit deinem Pluschi spielen.
52:53 Feliks Eyser: Wahrscheinlich kriegen die das Pluschi noch zum Spielen, ja, genau. Fand ich bei Regiohelden auch immer so bemerkenswert oder so eine coole Story. Also Leute, die da rausgegangen sind, eine eigene Firma gegründet haben, fand ich immer cool. Leute, die sich kennengelernt haben und Kinder gekriegt haben, gibt es jetzt auch irgendwie fünf, sechs, sieben Kinder wahrscheinlich oder so. Also Ab einer gewissen Organisationsgröße ist das ja normal.
53:10 Lucas Bürger: Und eine gewisse Dauer, wenn das einfach so eine gewisse Zeit da ist und so. Aber klein im Unternehmer hast du das ja auch, ne? Wo lernt man irgendwie seinen Partner kennen, ja, auf der Arbeit. Und wenn du die Zeit da ein paar Leute hast, dann also.
53:20 Feliks Eyser: Ja. Was sind sonst crazy Geschichten von Leuten, die aus dieser Community kamen, wo du sagst, das ist ja außergewöhnlich, Leute, die du kennengelernt hast, die jetzt was Interessantes machen?
53:32 Lucas Bürger: Also, du hast halt wirklich alles in dieser Community. Also, ob du jetzt irgendwie einen guten Anwalt, einen guten Anwalt weiß ich nicht. Aber ob du einen Anwalt brauchst, der dir Fragen beantwortet, das findest du. Aber du auch interessanterweise oft so Selbstständige. Also ich muss sagen, mittlerweile ist mein Kontakt dazu ein bisschen kleiner geworden und die Plattform ist auch kleiner geworden, aber zu den Hochzeiten. Hättest du, glaube ich, egal welches Problem pitchen können, du hättest einen Handwerker gefunden, der sagt, ich habe einen Betrieb. Ich mach den Trockenbock. Ja, wenn ich in der Nähe bin, ich würde kommen, weißt du? Und dadurch hast du natürlich auch so ein paar Leute kennengelernt, die schon interessante Sachen erzählen.
54:09 Feliks Eyser: Der Paskal, der uns verbunden hatte, auch ich bin in seine Firma investiert, Deepslate. Der Name der Firma ist ja auch ein Minecraft-Begriff.
54:15 Lucas Bürger: Musst du mir vielleicht erklären, was das bedeutet? Ist ein Blog, ja. Also der kam vor ein paar Jahren raus, ist irgend so ein Minecraft-Blog. Okay. Was macht diesen Blog speziell? Ich weiß es ehrlich gesagt gar nicht. Also, ich habe so ein bisschen den Kontakt verloren zu den neuesten Minecraft-Updates und das ist so ein bisschen neuer, dieser Blog.
54:31 Feliks Eyser: Okay.
54:31 Lucas Bürger: Aber es hat, glaube ich, irgendwas mit einer besonderen Dimension zu tun, die es dann jetzt gibt, wo man. Ich bin leider.
54:38 Feliks Eyser: Paskal, vielleicht erklärst du das mir nochmal. Aber ich habe seine Company investiert und die machen AI-Voice-Modelle, also die bauen eine neue. Variante, wie AI sprechen kann im Grunde, Leute, die alte Welt gibt's. Mich würde interessieren, warum hast du investiert in die Company? Ich fand die super nerdy im positiven Sinn. Ich finde es geil, wenn die Founder super technical sind. Und er hat mir auch im ersten Meeting erzählt, ja, ich habe meinen Co-Founder über Minecraft kennengelernt und alle meine Foundation. Meine Teammitglieder habe ich über Minecraft rekrutiert. So wo ich gedacht habe, also das habe ich noch nie gehört. Das klingt für mich total abgefahren, aber auch Irgendwie interessant. Und das erste Geschäftsmodell, was sie hatten, war im Grunde haben die probiert, so Microsoft Teams zu disrupten. Also quasi die Online-Kommunikation.
55:18 Lucas Bürger: Weißt du, woher diese Idee kommt mit diesen Microsoft Teams disrupten? Erzähl es mir. Das ist, weil du, wir sind ja full remote work. Das heißt, du sagst, du bist eigentlich dauerhaft eingeloggt in ein digitales Büro. wo du sagst, wenn ich was brauche, gehe ich einfach in den Kanal von der Person. Also der Kanal heißt dann wirklich hier Admin Lucas. So. Dann kommst du rein und sagst, ey, bist du gerade da? Ich habe ein Anliegen, so wie bei der Bürotour, wo du anklopfst. Klopf sie an. Das war die Idee, das im Prinzip für Firmen auch zu bauen. Also das kommt auch aus dem Mercau-Bereich, weil das ist normal. Also, du bist eh den ganzen Tag in irgendeiner Form da am Computer und du spielst halt oder du arbeitest halt oder irgendwie beides. Und dann bist du halt einfach mit dem Headset drin und dann kommt jemand und sagt: Hi, hast du gerade Zeit. Ja, okay, interessant. Und diese Art der Kommunikation hat sich bewährt. Ist super, ist viel effizienter für Remote Work Companies, ja. Also, wenn man das einführen kann, ist das cool, aber es klappt natürlich auch nur mit Leuten, die den Drive haben. Also, wenn man jetzt sagt, ich habe einfach nur einen Kundensupporter oder so, der seine Arbeitszeit verrichtet und so, das ist schwierig, das zu etablieren. Das geht natürlich nur, wenn so diese, was wir vorhin hatten, so, wenn die Leute wirklich Bock auf die Sache haben, richtig Bock drauf, dann geht das.
56:23 Feliks Eyser: Und das hatte ich bei Paskal ausgefühlt. Dass sie brennen für das Thema, das machen sie jetzt nicht mehr, sie machen jetzt dieses. AI-Voice-Model im Grunde, also sind quasi von der Kommunikation einen Schritt weiter und haben quasi eine neue Variante gefunden, wie du eben besser ein Speech-to-Speech-Model bauen kannst. Also quasi, dass die AI direkt redet und es nicht übersetzt werden muss von irgendwie Audio zu Text, von Text zu. LLM, von LLM wieder zurück zu Audio, so das ist der normale Weg, wie das geht. Die haben es quasi verkürzt. Krasse Innovation. Und die hatten Drive.
56:49 Lucas Bürger: Ja, ja. Ich glaube, was du, du hast gerade gesagt, die waren nerdy, weißt du? Und jetzt überleg mal, wer kommt denn auf die Idee, wenn ich irgendwie so ein Audio-Ding bastle, dass ich jetzt sage, wie könnte ich das hinkriegen, dass irgendwie diese Tokens, die reinkommen, diese Sprachsachen, dass die direkt gemappt werden auf den Output quasi? Also ist jetzt ein bisschen technisch, aber normale Leute würden sagen: ja, wir haben irgendwie ein Model, das macht halt daraus dann Text, dann haben wir irgendwie so ein großes Model, das diesen Text dann interpretiert und irgendeine Art von Ausgabe wieder erzeugt und dann machen wir aus der Ausgabe wieder In der Audio. Jedes andere Startup macht das ja genauso. Die haben sich gedacht, warte mal, wie funktioniert das denn eigentlich? Was sind denn so Text-Tokens? Ah, so funktioniert das, weißt du? Ja, das könnten wir ja schlauer machen. Das meine ich mit diesem, du überlegst, warum sind Dinge wie sie sind. Das ist genau das, was in diesem Minecraft-Bereich entsteht. Deswegen finde ich, also Paskal zum Beispiel war auf jeden Fall einer der besten Leute, die ich da je hatte. Weil die haben das einfach intrinsisch verstanden und die wollen das verstehen, warum funktioniert das. Das ist so ganz tief drin, weißt du? Da sagt keiner, ja, das ist halt einfach so, oder das macht irgendwie, was weiß ich, OpenAI auch so. Also Claude oder Anthropic oder wie sie alle heißen, das macht man halt so, sondern Da wird überlegt, warum tun die das eigentlich so? Und machen die das wirklich richtig oder gibt es da noch andere Wege, die vielleicht auch ans Ziel führen? Oder wenn wir es günstig machen wollen, vielleicht sollten wir das dann gar nicht mit der Cloud machen.
58:09 Feliks Eyser: So Sachen, weißt du? Ist auch interessant, weil diese Art von Technologie, die gibt es auch von OpenAI, aber ist super teuer. Also du kannst es quasi nicht im Produktivbetrieb einsetzen. Also, und die überlegen sich halt, okay, wie kannst du das auf eine Scrappy-Weise mit Open-Source-Modellen aus China teilweise, wie kannst du es günstiger? Ja, genau. Ja, let's see.
58:23 Lucas Bürger: Also, guck mal.
58:24 Feliks Eyser: Ja, also Paskal, ich kriege ja auch über drei Ecken immer so ein bisschen was mit.
58:28 Lucas Bürger: Ich bin gespannt, wie die sich entwickeln. Die suchen jetzt ja auch wieder, glaube ich, Funding und die wollen richtig Gas geben und so. Ja, das läuft gut. Aber ja, ich glaube, die sind genau richtig da. Also dieses so at the edge irgendwie so AI machen, aber das auch vielleicht gar nicht, dass man jetzt sagt, wir brauchen aber jetzt hunderte Millionen, um mal so ein Model zu bauen und irgendwie auf GPU-Star laufen zu lassen, sondern wir machen das ein bisschen smarter und dann brauchen wir nicht Ganz, ganz, ganz viele Millionen oder Milliarden, sondern nur ein paar davon. Ein paar davon brauchen Sie. Ein paar brauchen Sie, auch für deutsche Verhältnisse viele, aber für amerikanische Verhältnisse sehr wenig. Für amerikanische Verhältnisse im Vergleich zu den ganzen Großen brauchen Sie fast gar nichts, ja.
58:58 Feliks Eyser: Und das ist ja schon krass smart. Wie ist dein Setup heute? Du hast die Minecraft-Phase so ein bisschen hinter dir gelassen, ein Stück weit. Das Erzähl ist es jetzt kleiner geworden, es läuft noch. Also der harte Kern der Community ist noch da. Wie ordnest du das jetzt gerade ein, GrieferGames, in deinem Leben?
59:14 Lucas Bürger: Ja, ich verbringe so in der Regel einen Tag die Woche, wo ich wirklich so mich darum alles kümmere, was anfällt. Ich bin immer noch so ein bisschen der Chef von diesem Unternehmen. Mir macht es immer noch auch Bock, muss ich sagen. Es ist bei mir nicht so, dass ich sage, das kann ich in einen Topf packen mit, hier verdiene ich Geld. Und wenn es sich nicht mehr lohnt, dann irgendwie raus, sondern ich hab da wirklich Spock drauf. Und daneben bin ich, glaube ich, wir haben so diesen Switch nie so ganz geschafft. Wir haben viel über Minecraft geredet, aber ich bin so. Ich bin wirklich so Unternehmer geworden, weißt du, so mit dem Herz daran, dass man sagt, lass uns irgendwie neue Sachen bauen. Das heißt, es gibt jetzt hier die Bootschule seit einem Jahr. Es gibt ein anderes Projekt, das heißt Sandrop seit diesem Jahr, wo ich viel Zeit investiere. Das hoffentlich groß wird. Und ich hätte auch weiterhin Bock auf weitere Sachen. Okay.
59:57 17 Millionen in der Holding, ohne eine einzige Firma verkauft zu haben
59:57 Feliks Eyser: Und du hast, ich meine, du hast jetzt auch Ressourcen quasi angesammelt, wie in Minecraft im echten Leben im Handelsregister mal geschaut. Deine persönliche Holding hat eine Bilanz von irgendwie 17 Millionen oder so? Hast du das alles von Minecraft verdient?
1:00:11 Lucas Bürger: Du hast ein Exit gemacht, glaube ich, oder? Ich hatte kein Exit-Event. Bei mir gab es ja nicht den Moment, wo einer gesagt hat, ich kaufe deine Company, dann bin ich komplett von den Verpflichtungen befreit, vielleicht über einen Zeitraum von drei Jahren oder so, und dann kriege ich das Geld und bin ich raus. Sondern bei mir war das ja so: Ich habe ja YouTube gemacht, super viel Geld verdient mit YouTube. Also als YouTuber verdient es ja auch nicht schlecht. Dann habe ich Minecraft gemacht, super viel Geld verdient mit Minecraft. Dann habe ich das nächste Projekt gemacht, super viel Geld damit verdient und das ja auch schon jetzt seit. Was war das nächste?
1:00:37 Feliks Eyser: Was nach Minecraft?
1:00:39 Lucas Bürger: Zeuche Bootsschule läuft gar nicht schlecht jetzt. Es gibt so ein, zwei Sachen, die waren nicht dauerhaft, also Projekte, sage ich mal, wo man so irgendwie seine YouTube-Reichweite auch nutzt und dann damit Geld verdient. Das ein Beispiel? Ich hatte zum Beispiel mal irgendwann auch eine Seite, da konntest du gratis dir so Gutscheincodes drehen irgendwie. Aha. Ja. Ich habe auch noch einen Freund, der das heute noch macht. Ich habe das dann nicht weiter durchgezogen, er schon. Es war auch ein Minecrafter. Auch jemand aus der Zeit wieder, weißt du? Und der Trick war irgendwie, du hattest deine ganzen Leute und dann haben die sich registriert und haben einmal täglich da in so einem Rad gedreht. Ob sie heute dann irgendwie so einen Gutscheincode oder gerade Spielercode kriegen. Und du hattest eigentlich immer nur so ein bisschen affiliated Werbung. So was gab es halt immer mal. Hast du auch gut Geld damit verdient. Aber habe ich auch Geld mit.
1:01:25 Feliks Eyser: Du hast gemacht, viel Geld.
1:01:27 Lucas Bürger: Ja, ich habe schon einige Projekte gemacht, ja. Also ich finde es immer so ein bisschen blöd, wenn man dann davon erzählt und das hatte ja keine Substanz. Es war ja. Das hätte man anders dann weiter durchziehen müssen. Es war so eine Sache, die liefert dann irgendwie so ein paar Monate oder ein Jahr. Solche Sachen gab es halt ein, zwei Geschichten, ne? Aber Das Hauptding ist halt YouTube, GrieferGames, die anderen Minecraft-Plattformen, die da irgendwie noch waren, namentlich wie MineSucht zum Beispiel, jetzt halt mittlerweile Bootschule. Und was dazu kommt, ist, ich habe ja auch schon da sehr früh Geld investiert und dann wächst das halt so. Wie hast du es investiert? Ich bin super langweilig. Ich mache MSCI World viel. Sinnvollste, was man machen kann, oder? Eigentlich schon, ja. Also, ich weiß nicht, was du für eine Philosophie hast. Ich zum Beispiel, ich möchte nicht investieren, so angel-mäßig, wo man sagt: hier, ich gebe euch mal 100. 000 Euro, macht mal und dann machen wir diesen VC-Weg und so weiter. Das ist einfach nicht mein Ding. Auch hier bei Deepslate zum Beispiel, ich finde das mega geil, aber das ist nicht so mein Drive, dieses VC-Sammeln und so. Klar, die müssen das machen, aber es ist nicht so mein Ding. Ich will eigentlich Sachen machen, wo ich beteiligt bin oder wo ich auch mitdenke. Ich muss nicht immer der Frontmann sein, der sagt, ich bin der Chef. So, ich ziehe das Pferd. Aber wenn ich investiere, möchte ich auch verstehen, wie das Geschäftsmodell ist und entscheiden. Und involviert sein. Involviert sein, ja. Das ist so mein Ding.
1:02:47 Feliks Eyser: Bei mir ist so ein Zwischending. Also, ich habe beides gemacht. Ich habe so diese klassischen Angel-Deals gemacht, hier 50K, hier 25K. Let's hope, also quasi kaufst du Lotto-Tickets und dann kriegst du einmal Monaten Reporting und irgendwann rufen die Fauna an und haben entweder die nächste Finanzierungsrunde oder sind pleite. Das ist genau so ein bisschen wie bei Monopoly. Weißt du, du drehst diese Karten um und da kann irgendwie alles draufstehen. Ich für mich persönlich habe auch gemerkt, es macht mir nicht so viel Spaß. Weil ich einfach da so eine Art Finanvestor bin, aber nur diese Reportings zu lesen, nicht involviert zu sein Macht mir auch keinen Spaß. Jetzt Deepslate ist so ein Zwischending, also ich bin halt nicht in der Firma drin oder so, aber ich bin zumindest so aktiv, dass ich mit Paskal Ein paar Mal die Woche spreche, wenn er eine Finanzierungsrunde macht, ihn begleite, also eine Art Sparringspartner, eine Art Coach bin ich auch nicht erwartet, dass er alles macht, was ich sage, aber zumindest Gefühl habe. Wir arbeiten da partnerschaftlich zusammen und ich bin so ein kleines Stück weit Mitunternehmer. Also das macht mir deutlich mehr Spaß, als Investor zu sein.
1:03:40 Lucas Bürger: Ja, also ich finde, dieses Investorsein ist einfach wirklich nicht mein Ding. Ich mache auch sonst keine Sachen, wo man jetzt irgendwie sagt, ich mache jetzt hier, glaube ich, meine Immobilie oder hier mache ich, ist alles nicht mein Ding. Ich mache super langweilig MSCI World und das so ein bisschen smart aufgeteilt, dass du wirklich breit bist. Und ich will auch das, was ich an Power habe, Ich will das nicht weg konsumieren, ich will das wieder investieren irgendwann. Ich will nochmal was starten mit der Power, die man quasi hat, dass man sich so ein bisschen die ersten Runden sparen kann, wenn man irgendwie Geld bräuchte. Und da kannst du kannst ein paar Runden sparen. Bei mir ist es wirklich so, ich habe privat so viel Geld, dass es ausreicht. Ich bin damit happy. Und das Holding ist wirklich so. Da kommt nochmal irgendwas, hoffentlich. Ich sehe das ein bisschen auch so Trainingslab, weil jetzt irgendwie viel davon. So, Minecraft-Bereich war viel so mit wenig Mitteln irgendwie trotzdem klarkommen und viel erreichen oder irgendwie alles am Laufen halten. Ja, ich würde noch gern einmal wirklich selber unternehmerisch Gas geben. Wie gesagt, ich muss nicht Geschäftsführer sein, ich muss nicht der Chef sein. Ich kann auch irgendwie, aber so, dass du nicht mit 2% dabei bist. Dass du wirklich sagst, ich bin jeden Tag mindestens x-mal die Woche, bin ich wirklich dabei. Und wenn ein Problem reinkommt, bin ich auch der in der WhatsApp-Gruppe, der das direkt mit bearbeitet.
1:04:53 Feliks Eyser: Und glaubst du, es macht dir mehr Spaß, ein Ding zu haben, wo du dich reinschmeißen kannst, oder eher so fünf bis zehn, wo du so ein bisschen involviert bist? Ich will so wenig wie möglich.
01:05:03 Die Online-Bootschule, zu der er dreimal Nein gesagt hat
1:05:03 Lucas Bürger: Aha. Also so konzentriert wie möglich. Ja, aber die Bootschule ist das beste Beispiel. Erklär mal, was die Story ist. Ich habe mich vehement gewehrt, dabei zu sein bei der Bootschule.
1:05:11 Feliks Eyser: Also ich habe jetzt, wie so gründete YouTube-Gamer turned Minecraft-Serverbetreiber in diesem gründete Bootschule. Eine Online-Bootsschule, muss man sagen.
1:05:22 Lucas Bürger: Das Kernding ist, ich habe selber meinen Sportbootführerschein gemacht. Und gemerkt, wie geil der. Ich weiß, hast du einen Bootsführerschein? Musst du machen, wirklich. Du musst den deutschen Sportbootführerschein machen, weil du. Du darfst damit sein, hast fast alles, was am Wasser ist damit. Also, ob du jetzt hier in Spanien oder Kroatien oder sonst viel, es gibt so eine Anerkennung. Da sind fast alle europäischen Länder beigetreten. Das heißt, wenn du den deutschen Schein hast, kannst du fast überall fahren.
1:05:48 Feliks Eyser: Okay.
1:05:48 Lucas Bürger: Ich mache jetzt ein bisschen Werbung, aber ich finde es wirklich geil. Und du darfst auch nicht jetzt irgendwie nur so kleine Boote fahren, sondern du darfst fast auch jede Größe fahren. In Deutschland zum Beispiel am Meer, Ostküste, da kannst du jede Bootsgröße fahren, jede Motorisierung. Da gibt es kein Limit. Am Fluss sind es 20 Meter. Fahr mal an ein 20-Meter-Boot, weißt du? Und das darfst du alles mit diesem Sport. Ich habe damals gesagt, ich möchte das mal machen, weil ein Kumpel von mir hatte den schon.
1:06:10 Feliks Eyser: Okay.
1:06:11 Lucas Bürger: Hat mir auch diese Sachen so gepitcht und ich habe gesagt: Ja, okay. Geil, ich mag Freiheit so. Wenn ich damit diese Freiheit habe, das alles fahren zu dürfen, muss ich da rein. Hast du ein Boot? Ich habe kein Boot, nee. Noch nicht, noch nicht.
1:06:23 Feliks Eyser: Ich glaube, kein Boot zu haben ist mehr Freiheit als eins zu haben.
1:06:25 Lucas Bürger: Ja, glaube ich. Aber vielleicht haben wir bald für die Bootschule auch ein Boot. Wir überlegen, ob wir da nicht was kaufen sollten, auch für Drehs und so, dass wir richtig Glas geben können. Genau. Du hast selber den Führerschein gemacht? Ich habe ihn selber gemacht, ja. Und dann Haben auch zwei Freunde von mir mitgemacht und dann hatten wir so einen Urlaub, wo wir das auch genutzt haben in Kroatien. Und dann ist der Urlaub vergangen und wir haben so gesagt: irgendwie, also unsere Erfahrung, diesen Bootsführerschein zu machen, die war zwar gut, aber Irgendwie haben wir das mit mehreren Anbietern parallel gelernt und wir haben uns da auch noch so Zettel irgendwie ausgedruckt und dann so, wir haben sogar einmal getroffen und wirklich zusammen am Küchentisch gelernt und haben gesagt, es geht eigentlich besser.
1:07:00 Feliks Eyser: Klassischer Moment, ich habe da was gemacht, ist eigentlich, also ich wüsste aber zehn Sachen, wie ich die Experience verbessern kann.
1:07:06 Lucas Bürger: Wir haben uns gerade irgendwie ein geiles Geschäftsmodell. Klar ist jetzt nur Deutschland, weil vielleicht ein bisschen österreicher noch, aber nur deutschsprachige Leute. Aber es geht irgendwie besser und irgendwie nervt das auch, dass das so, du fühlst so ein bisschen, da ist so Blut im Wasser. Also eigentlich müsste man da mal rein. Auf der anderen Seite war das gar nicht interessant für mich, weil von dem, was so eine Bootsschule irgendwie an einen Wert bekommen kann oder einen Gewinn machen kann, ist es. dachte ich, gar nicht, ist gar nicht relevant, was so.
1:07:28 Feliks Eyser: Da hast du schon finanziell drauf geschaut, hast du gesagt, okay, also wenn es gut läuft, was kann das.
1:07:31 Lucas Bürger: Da war wieder dieser Konflikt, da kam diese Brille, also rein aus der Logischen Sicht macht das gar keinen Sinn, eine Bootschule zu machen. Selbst wenn wir das irgendwie im Exit machen und dafür kriegen wir 10 Millionen Euro oder sowas und mir gehört ein Drittel. Ich würde mich freuen, aber ich weiß, wie viel Arbeit das braucht, bis du ein Exit machst. Die drei Millionen Euro, mehr oder weniger, die werden es nicht entscheiden. So, weißt du? Das ist es nicht. Und dann habe ich, ich habe bestimmt dreimal gesagt, nee, ich möchte da nicht mitmachen. Und dann hat dieser eine, der eine Mitgründer hat gesagt, ich würde aber den Chef machen. So, ich brauche ein bisschen Hilfe und ich brauche ein bisschen Startkappe, ich mach den Chef, aber lass uns bitte diese Bootsschule machen, weißt du? Und dann habe ich auch noch so ein paar andere Grüße gehen an Sven zum Beispiel mir Advice geholt und gesagt, ich hätte echt Bock. So, ich hätte wirklich Bock, aber es macht keinen Sinn. Und er hat zu mir gesagt: Ja, schau mal, du bist doch Unternehmer. Was machen Unternehmer? Ja, die gründen halt Sachen. Die Unternehmen was. Genau, die Unternehmen was, ja, dann mach das doch. Also, wenn du Bock drauf hast, dann mach das doch. Wozu hast du die Holding und alles? Wozu ist das ganze Geld da? Und wenn das nicht funktioniert, jucktst du auch keinen. Ja, und dann haben wir die Bootschule gegründet, so ein halbes Jahr haben wir so ein bisschen vorher investiert für ein kleines BootsschuleX. bootschulex.de, ja. Super simpler Name, genau. Dann haben wir so ein halbes Jahr alles vorbereitet, haben so eine geile App gebaut und wirklich, die auch smart ist, dass du cool lernen kannst und so weiter, wie wir uns das vorstellen würden. Und dann haben wir gegründet. Und mit der Gründung hat dann direkt der größte Konkurrent gesagt: jetzt gibt es mal so eine Abmahnung. Und aber so eine richtig fiese Abmahnung. Also du hast wahrscheinlich auch schon ein, zwei Abmahnungen mal erhalten in deinem Leben wegen irgendwas. Es gibt ja so einmal dieses Cold Calls. Irgendjemand angerufen, der es nicht gut fand. Und dann zahlst du 2000 Euro und es erledigt. Ja, ja. Also aus meiner Sicht gibt es zwei Arten von Abmahnung. Es gibt die Berechtigten, wo du einfach sagst, da schreibt jemand, das lass das bitte so und dann bist du gut. Meistens kannst du dir denen anrufen und sagen: Schau mal, war gar keine Absicht, dann ist irgendwie auch geklärt. Übernimmst die Anwaltskosten oder irgendwas und dann passt das. Und dann gibt es so diese Art von Abmahnung, wo du merkst, der will dich jemand vergraulen.
01:08:55 Die 50-Seiten-Abmahnung vom größten Konkurrenten
1:09:32 Lucas Bürger: Der will so richtig so, der will, dass du jetzt irgendwie jetzt die Angst machen. Der will ja Angst machen, ja. Die wussten wahrscheinlich gar nicht, wer da jetzt eigentlich irgendwie jetzt auch so eine Konkurrenz aufmacht. Und dann haben die jetzt so ein bisschen. Es war wirklich so Großkanzlei-mäßig, wirklich so ein großes Ding: 500-600 Euro Stundensatz, 50 Seiten, gib ihm. Da weißt du ja schon, wenn du so ein bisschen Ahnung davon hast, warum machen die das komisch? Vielleicht ist er ja doch mehr Geld zu verdienen in diesem Markt. Und da kommt auch so ein bisschen so, so bei mir kam so voll dieses Konkurrenzdenken. So, was wollen die denn jetzt? Was ist denn mit dem los? Ja, dann er ist recht.
1:10:09 Feliks Eyser: Dann er ist recht.
1:10:10 Lucas Bürger: Dann er ist recht, ja. Krass. Das war, das hat mir nochmal, das haben mir auch meine beiden Mitgründer mir gesagt, mir gibt es, glaube ich, immer ein bisschen was, wenn man so kompetitiv irgendwie ist und sich so. messen kann, weil ich bin ja auch oft in so Nischen, da gibt es dann vielleicht gar nicht so viele andere Anbieter. Da weißt du, wer sozusagen. Du kennst so deine Pappenheimer, ja. Und die meinen auch zu mir, ich bin da also Hat mich schon krass motiviert. Also krasser nochmal. Ich hätte davor vielleicht gesagt: komm, wir geben dir ein bisschen Hilfe und ein bisschen Geld und dann geben wir dir mal die besten Tipps.
1:10:34 Feliks Eyser: Und wenn du hast du auf dieses 50-Seiten-Ding geschaut und hast gesagt, okay.
1:10:37 Lucas Bürger: Da habe ich gesagt: Jetzt holen wir den Anwalt, den wir auch sonst bei den Minecraft-Sachen haben, so eine Boutikkanzlei aus Köln. Top-Leute, zeigen denen das mal. Die haben gesagt: Ja, machen wir. Dann war die erste Amtszeitung zu sagen, was immer da rauskommt, auch wenn die Bootsschule damit nicht ausreichend finanziert ist, wir decken das so. Also ich und meinen Mitgründer wieder. Was habt ihr eingesteckt in Summe? Nicht hier 40. 000 oder so. Okay. Auch Drittel, Drittel, Drittel? Genau, Drittel, Drittel, Drittel. Einer sagt, ich mache Arbeitsleistung, zwei sagen, wir bringen das Geld und so ein bisschen Schützräder. Wir zeigen dir mal irgendwie, wie so Unternehmertum eigentlich funktioniert. Wenn du Fragen hast, wir helfen dir. Und wenn du vielleicht noch ein bisschen mehr Geld brauchst und das sinnvoll ausgeben werden kann, geben wir dir auch noch ein bisschen mehr Geld. Ich kann mir vorstellen, so eine Kanzlei will dann schnell auch ein bisschen mehr, wenn es kompliziert wird. Ja, und du weißt ja auch nicht, wie schnell dein Geschäftsmodell überhaupt vielleicht mal läuft oder ob du überhaupt mal einen Gewinn schreibst. Und dann haben wir gesagt, gut, dann was immer da an Rechnung kommt, wir werden das dann mal decken. Und dann schauen wir uns das einfach mal an.
1:11:33 Feliks Eyser: Oh mein Gott, die Revenge-Finanzierungsrunde zu sagen. Will mir jemand das beinpissen? Okay, ich habe auch Geld. Ich kenne auch gute Anwendungen. Ja, so ungefähr, genau. Wie ist es, eine Firma zu gründen, wo es von Anfang an so eine krasse Competition gibt? Ich meine, Competition hast du immer, ja. Du hast irgendwie immer irgendeine Art von Wettbewerb, irgendein Legacy-Provider, ein anderes Startup, es gibt nicht einen Minecraft-Server, sondern irgendwie zehn, die relevant sind. In Konkurrenz steht man immer. Aber so ein offener Kampf quasi von zwei Firmen, die quasi sich da gegenseitig angreifen, das ist ja schon nicht so häufig. Was macht das in der Art der Firma, die du baust?
1:12:09 Lucas Bürger: Mhm. Ich glaube, wir vom Typ her, wir denken immer so ein bisschen: du willst nicht nur 3% besser sein, sondern im Best Case ist dein Angebot viel, viel, viel besser. So. Und ich glaube, dahin kommst du einfach noch schneller. Wenn du krasse Competition hast, dann überlegst du gar nicht, wie kannst du es ein bisschen besser machen, sondern was kannst du tun, dass die gar keine Chance mehr haben. Das ist aber auch in dem Markt jetzt wirklich sehr schwer, weil die machen es auch gut. Also auch unsere Konkurrenz ist nicht schlecht. Ich verstehe auch die ganzen Sachen, die die tun. Die machen alle rational Sinn und so. Und das sind auch gute Leute, glaube ich. Aber trotzdem überlegst du dann viel mehr, was kannst du irgendwie bauen oder produzieren oder wie kannst du dein Angebot machen, dass die Leute viel einfacher Bock haben. Also bei uns zum Beispiel war das so: Du hattest davor immer so einen Preis, wo du den Gesamtpreis hast für den Führerschein. Und wie gesagt, okay, eigentlich brauchen wir das ja gar nicht. Wir können ja auch sagen, du zahlst vielleicht erstmal irgendwie nur einen Teil und dann fügst du dir die Sachen hinzu, die du willst. So. Wenn du ein bisschen Fahrstunde brauchst, weil du Erfahrung hast im Bootfahren, dann brauchst du vielleicht gar nicht so viel. Wenn du aber mehr Fahrstuhl willst, dann kannst du ein größeres Fahrpaket kaufen. Und genauso mit den anderen Leistungen.
1:13:10 Feliks Eyser: Das heißt, du überlegst im Pricing natürlich dann auch schon ein Stück weit, wie kann ich die anderen undercutten. Wenn du sagst, das Produkt ist, das Outcome ist das gleiche, du hast am Ende den Führerschein, die Experience dahin, die kann man vielleicht ein bisschen besser machen. Merkt keiner, das ist ja das Problem.
1:13:22 Lucas Bürger: Die App ist vielleicht viel besser, aber du hast den Führerschein hin über einer Fahrschule. Und du weißt auch nicht, ob sie besser ist, bevor du dich dafür entscheidest. Ja, du kannst ja, klar, du könntest jetzt auch irgendwie so einen Testkurs machen. Haben wir probiert? Nutzt keiner. Okay. Man nutzt so einen Testkurs. Also niemand würde jetzt vergleichen, und wenn der andere Anbieter gar keinen Test hat, dann kannst du es ja eh nicht vergleichen. Ja, auch du hast Problem so ein bisschen, du hast keine wiederkehrenden Kunden, du hast vielleicht danach so ein bisschen auch Mund zu Mund und Image und so und ein bisschen Breather vielleicht auch Bewertung, ja, auch super wichtig, Bewertung bei uns, dass wir immer auch gute Bewertung kriegen. Aber am Ende musst du es machen über den Preis vorne oder dass du den Leuten halt irgendwie auch mehr Sicherheit geben kannst, dass sie wirklich die richtige Entscheidung treffen, das jetzt hier zu machen.
1:14:02 Feliks Eyser: Was hast du über Pricing gelernt, was du gerne früher gewusst hättest?
1:14:06 Lucas Bürger: Boah, ich glaube, das größte Ding ist, dass man schon auch einiges sein Geld verlangen kann, wenn das Produkt geil ist. Es gibt einfach Leute, die haben, die geben auch sehr gerne viel Geld aus für gute Sachen. Und jetzt in dem Fall bei der Bootschule, wir machen sehr viel Performance-Marketing. Da auch so ein bisschen, dass du auch vielleicht breiter Leute abholst. Also davor war so ein bisschen immer Premium ist geil, weil du hast mehr Marge. Und da haben wir auch so ein bisschen gemerkt, wenn du untergehst vom Preis, dann kommen auch irgendwie plötzlich mehr Leute, die Die auch das einfach mal kaufen, weil jetzt ist es plötzlich bezahlbar für die.
1:14:36 Feliks Eyser: Das heißt, die Erkenntnisse, wie du es beschreibst, ich würde sagen, okay, du sagst: Auf der einen Seite kannst du höher gehen, weil Leute sind bereit zu zahlen, auf der anderen Seite kannst du günstiger sein, das öffnet den Markt. Also sprich, Du hast von einem Preis vielleicht einen Bundle, was teurer ist, für die Leute, die immer das Beste haben wollen. Du überlegst aber auch, was die Discount-Variante sozusagen
1:14:53 Lucas Bürger: Und du hast dann verschiedene Packages? Genau, dieses Packaging ist auf jeden Fall ein Thema. Ich würde jetzt auch sagen, dieses Premium ist vielleicht nicht so ein Führerschein-Tema. Ich glaube, Führerschein da. Die Leute wollen, glaube ich, schon einen guten Kurs und die wollen ans Ziel kommen, aber da hast du jetzt nicht so dieses Premium-mäßige. Bei vielleicht sowas wie auf deinem Minecraft-Server hast du das schon krasser mit diesen Statuss-Symbolen im Spiel und so weiter. Da kannst du auch wirklich dann quasi mehr verlangen oder da kommt mehr raus. Aber du hast diese beiden Welten irgendwie und ich glaube, es wäre auch cool beim Bootsführerschein, das hinzukriegen. Ob das wirklich geht. Wir sind ja ein Jahr dabei. Muss man mal gucken. Aber wir haben es bisher nicht gesagt, wir haben jetzt 18. 000 Leute. Haben ja heute noch Kilian bei uns im Team geschrieben. Heute 18. 000 Leute erreicht. 18. 000 Leute, die einen Kurs geben, die zahlende Kunden. 18. 000 Leute, die drin sind und die ihren Bus für Ortschein machen. Und ich meine, das ist ein digitales Produkt. Du bist jetzt nicht limitiert. Ja, das nicht. Du musst ja auch fahren, du musst Fahren anbieten am Wasser. Das kriegen sie auch an, aber ihr betreibt es nicht den. Ja, wir machen die komplette, also du als Schüler fängst du bei uns an. Das erste, was du kriegst, ist dein Willkommenspaket. Du brauchst ja auch Material, du hast so Seekarten, Tampen, Knoten, Seile, ne? Alles was wir so brauchst. Das sind Knoten geschickt, ja. Ja, wir haben am Anfang wirklich so Bretter gekauft bei Obi und dann selber gesägt.
1:16:09 Feliks Eyser: Ich habe jetzt gedacht, ich klicke mich da durch einen Kurs durch und mache so ein bisschen Multiple Choice, aber nee, du schickst mir aus dem Obi einen Knoten.
1:16:14 Lucas Bürger: Wir schicken dir früher von Obi, mittlerweile gibt es so eine Siegerei, die das irgendwie macht und dann auch ordentlich schleift und so. Dann kriegst du dein Trainingszeug quasi. Das nächste, was passiert, ist, dass du dann natürlich lernen musst, die Theorie. Du hast Videos, du hast Fragentrainer und so Geschichten, wo du einfach vorbereitet wirst, dass du die Theorie auch schaffst. Und das letzte ist, du musst für den deutschen Sportbootführerschein aufs Wasser, du musst auf dem Boot. Und das ist so circa ein Tag. Und das heißt, da habt ihr dann Partner? Das heißt, wir haben so Pi mal Daumen 100 plus irgendwie Partner. Und das sind dann, es ist von bis alles. Du hast Leute dabei, die machen das so selbstständige Rentner, die sich was dazu verdienen in irgendeinem Kraft, mit denen bist du gepartnert. Bis zu Schulen, die machen halt jedes Wochenende irgendwie 100 Schüler. Und das sind dann eher Unternehmen. Und das ist halt von Busin. Da musst du das mit denen halt regeln. Dann rufst du den an und sagst, wir haben wieder einen. Kannst du bitte den machen?
1:17:05 Feliks Eyser: Ach krass. Das ist schon Operations lastig.
1:17:08 Lucas Bürger: Da sind 18.
1:17:08 Feliks Eyser: 000 Leute durchgegangen, dann hat da irgendjemand auch mal 18.
1:17:10 Lucas Bürger: 000 Anrufe an irgendjemanden gemacht und gesagt. Es ist mega operations lastig, ja. Also ich würde es auch lügen, wenn ich sagen würde, wir drucken da Geld. Das ist so, wie wir das beaufbauen von Pricing und so. Wir wollen jetzt erstmal Trust kriegen und wir haben auch einfach Bock drauf. Es ist nicht so, dass wir damit richtig Geld verdienen. Wir machen damit Umsatz und es macht Bock, aber es wird wahrscheinlich nie eine Größe ordnung gehen, wo man sagt: Das ist jetzt so richtig, macht so richtig Spaß.
1:17:32 Feliks Eyser: Ist das ein Thema, wo man auch zukaufen kann? Also, ist das so ein Markt, wo Leute auch super viel einfach zu lokalen Anbietern gehen, wo man überlegen kann, die zu kaufen später? Ich glaube nicht, nee.
1:17:42 Lucas Bürger: Also ich würde sagen nicht, weil du brauchst ja wieder vor Ort die Verantwortung. Ich könnte mir vorstellen, was geht, dass du irgendwie so eine Art, das ist auch wieder lustig. Ich würde, wenn ich jetzt das Problem hätte, dass unsere Partner abspringen. Dann wäre meine logische Annahme, ich frage doch einfach mal die Schüler, die ich ausgebildet habe, wer ist denn vielleicht Student, sagen wir mal, in Frankfurt? So. Wer hätte denn Bock, die Verantwortung zu übernehmen für ein Boot, was wir kaufen? Machen da ein Boot hin, was quasi nicht kaputt zu kriegen ist und hätte Lust, sich da irgendwie Geld dazu zu verdienen, dass wir den Studenten einstellen und den zum Ausbilder rekruten.
1:18:16 Feliks Eyser: Du könntest wie so eine Art Franchise bauen oder mit so quasi lokale Leute, aber dann musst du selber das Boot besitzen.
1:18:21 Lucas Bürger: Ja, aber ich würde auch da wahrscheinlich auf die Leute zurückgreifen, die wir ausgebildet haben.
1:18:25 Feliks Eyser: Das ist wieder Community Recruiting.
1:18:26 Lucas Bürger: Ja, genau. Ich würde das wieder machen, weil das ist natürlich sehr schwierig, mit jemandem zusammenzuarbeiten, der gar keine Ahnung hat, wie das alles irgendwie online funktioniert, der vielleicht auch vom Drive her ganz andere Ziele hat. Als der, der genau unsere Ausbildung durchlaufen hat und den wir wahrscheinlich sogar kennen, weil wir irgendwie unsere Mitarbeiter mit dem gechattet haben und denen so ein bisschen einschätzen können. Ist das ein cooler Typ? Ist das einer, der irgendwie auch so Es gibt ja auch schwierige Kunden. Seien wir mal ehrlich, weißt du? Das kannst du ja einschätzen danach. So würde ich wahrscheinlich dafür rekruten, wenn wir so deutschlandweit selber irgendwie was machen würden. Aber haben wir nicht vor. Klappt mit den Leuten, die wir haben, echt gut. Vor allem, wenn man die ordentlich managt und denen auch mal im richtigen Moment einen Riegel vorschiebt, wenn die Ausbilder was vor Ort wollen, was so einfach nicht geht. Und auch wenn die cool sind, dass man auch mit denen cool ist. Geht oft was schief. Dass man auch sagt: Komm, lass mir fünf gerade sein. Da ist jetzt, das passt. So, geben und nehmen. Dann klappt das. Und 18.
1:19:21 Feliks Eyser: 000 Leute, das ist gesagt: Performance Marketing, wie kriegt man die da rein in diesen Funnel? Wie gewinnst du die alle als Kunden in so einer kurzen Zeit?
1:19:28 Lucas Bürger: Wir sind deswegen hier auf Mallorca, weil wir wieder Werbung drehen. Wir sind super stark, würde ich sagen, über Google Meta, ganz klassisch. Und gerade am Anfang, wie wirst du sonst Leute für deinen Führerschein aufmerksam machen? Weil jetzt auch für mich zum Beispiel neu so krass, da in Performance Marketing zu gehen. Weil der Vorteil ist so ein bisschen, du kriegst natürlich auch relativ schnell den Umsatz. Also das Zeitfenster zwischen, ich überlege mir, das zu machen, und ich kriege den Umsatz, ist nicht so lang. Dadurch eignet sich der Channel. Was ist das für ein Ticket, was die Leute dann ausgeben? Beim Bootsführerschein? Es kommt so drauf an. Also, wenn du so wirklich die Schmalversion machst, schaffst du es wahrscheinlich mit 200 Euro irgendwie für die Ausbildung. Okay. Wenn du sagst, ich will alles, dann kannst du auf 500 ausgeben. Okay. Aber es ist jetzt nicht super. Also kann ich nicht spontan kaufen.
1:20:10 Feliks Eyser: Ich kaufe es jetzt mal abends sofort, aber auch nicht was, worüber du das ein halbes Jahr nachdenkst. Wenn du es machen willst, dann suchst du den Anbieter. Dann liest du die Bewertungen dann kaufst.
1:20:17 Lucas Bürger: Und das nächste Ding ist, wir kennen ja das alles, also alle, die da beteiligt sind, haben in irgendeiner Form was mit YouTube zu tun gehabt. Der nächste Step ist: wir wollen jetzt auch ein bisschen Brand haben. Also jetzt fangen wir auch langsam an mit Social dieses Jahr. Jetzt drehen wir halt hier auch. Jetzt wird auch wahrscheinlich vom Dreh auch einen Vlog gemacht. Jetzt drehen wir auch mit anderen Creatern. Also, wir haben schon Bock, das wirklich so ein bisschen auch zum Lifestyle-Ding irgendwie zu machen. Jetzt nimmst du dein YouTube-Playbook von damals und deine alten Buddies. Ja, genau. Ich muss aber auch sagen, auch so Performance Marketing und Ads ist doch sehr nah dran an YouTube-Sachen. Also, ich glaube, viele Creator wissen einfach nicht, wie so die Metrics sind bei Performance Marketing, worauf es ankommt. Aber es ist sehr nah dran. Es sind andere Kennzahlen, aber es ist, glaube ich, für jeden Creator, der drei Monate reingeht, übersetzbar. Und da hast du dich selber reingenerdet und machst jetzt Performance Marketing? Das ist eins der wichtigsten Sachen bei diesem Bootschulbusin. Also ich habe mittlerweile Ahnung von Performance Marketing. Ich habe super viel Ahnung jetzt davon, wie die rechtlichen Grundlagen sind für Sportbootführerscheine und wie die Ausbildung genau funktioniert und warum man das so und so macht
1:21:17 Feliks Eyser: Wie widmest du dich einem neuen Thema, wenn du das lernst vom Scratch? Ich meine, du bist ja total Autodidakt, also du hast da quasi die Sachen im Kinderzimmer immer selber lernen müssen. Wie gehst du jetzt an so ein neues Thema ran?
1:21:27 Lucas Bürger: Ich also meine Strategie ist, glaube ich, will ich die dümmste, die du haben kannst. Ich gehe wirklich einfach durch die Tür Also sagen wir, mach ich mal eine Bootsschule, dann mache ich die Bootsschule und habe den ersten Schüler und dann weiß ich auch nicht weiter, wie das dann wirklich läuft. Also klar hat man vorher mal recherchiert, wie läuft das eigentlich ab und darf ich überhaupt irgendwie als Online-Bootsschule darf ich da Leute anmelden und so weiter? Aber erstens gibt es ja auch andere, die das schon machen, also wird es schon eine Lösung geben, so denke ich halt. Und dann, wenn ein Problem kommt, dann werden wir es irgendwie schon lösen. Also. Es gibt sehr oft den Fall, dass ich selber noch nicht weiß, wie es da rausgeht. Man muss dann halt im richtigen Moment liefern.
1:22:03 Feliks Eyser: Paskal hat gesagt, einer deiner Superpowers ist, kein Nein zu akzeptieren.
1:22:07 Lucas Bürger: Ja, vielleicht ist es das, weißt du? Kann ich erst fragen, erstmal machen. Und wenn dann einer Nein sagt, kannst du immer noch rumdiskutieren. Aber der Vorteil ist so ein bisschen auch, man kann sich natürlich irgendwo ab einem gewissen Punkt dann auch leisten. Also ich glaube, ich wäre vorsichtiger, wenn ich nicht die Holding hätte und die Power, auch es einfach zu tanken, wenn es mal. wirklich schlecht läuft so. Ich glaube, das ist auch ein bisschen.
1:22:30 Feliks Eyser: Würdest du einen Spezialisten heiren, wenn du sagst, okay, Performance Marketing, da heiere ich mir jetzt irgendeine Person für 100k, die es schon mal gemacht hat? Hör eher raus, du würdest sagen, nee, ich probiere erstmal selber zu verstehen, wie das geht.
1:22:40 Lucas Bürger: War eines der größten Learnings. Wir haben mit vielen Agenturen gearbeitet für alles Mögliche. Und es hat funktioniert, ja. Aber weil das für uns so wichtig ist, ist das eine Kompetenz, die muss im Haus sein an der Bootsschule. Wir müssen das selber können und die Mitarbeiter, die das ausführen müssen das von uns erklärt bekommen, warum machen wir das eigentlich, wie wir das machen. Das geht nicht, wenn das eine Agentur ist, die irgendwie abrechnet und da realistisch Wie viel Arbeitszeit steckt da drin von einem Mitarbeiter? Wenn du da irgendwie deinen Retainer zahlst von ein paar tausend Euro im Monat?
1:23:09 Feliks Eyser: Auch nicht so ein unternehmerisches Incentive. Hat die Agentur, hat bisher erstmal inzentiviert, Stunden zu verkaufen, Retainer zu erhöhen. Jetzt nicht deinem Unternehmen dafür zu sorgen, dass du mehr Umsatz machst. Klar, das sagen sie und wollen sie natürlich auch, aber es ist schon was anderes, wenn du wirklich selber
1:23:25 Lucas Bürger: Deswegen, also wenn es so wäre, dass wir ein Unternehmen hätten, wo so Performance Marketing nebenbei läuft, würde ich sagen, wenn eine Agentur klappt, ist toll. Aber das ist in dem Fall eines der wichtigsten Sachen, die man machen muss. Es wäre so ein bisschen, als wenn ich sage, ich mache irgendwie die Prüfungsorganisation, die source ich out. Dann nehme ich mir jetzt eine Agentur für, das wird doch gar nicht funktionieren. Das ist eine Inhouse-App.
1:23:44 Feliks Eyser: Die Entwicklung vom Motor macht jemand anders.
1:23:46 Lucas Bürger: Ja, genau. Und so ein bisschen würde ich auch sagen, ich weiß nicht, wie du bei so Themen stehst, auch wie so steuerliche Geschichten und so weiter. Als Frauna musst du das ein bisschen verstehen. Ja. Muss verstehen, warum sind Steuern eigentlich wie sie sind, warum, was ist, warum möchte der Staat das so haben. Das kannst du abgeben, ne? Also du sollst nicht selber deine Buchhaltung machen oder Sachen buchen und so, aber du musst es schon verstehen, sonst kannst du irgendwann auch böse auf die Nase fallen.
1:24:07 Feliks Eyser: Ja, ich glaube, so die Sachen, das wäre so mein Mental Model, die Sachen, wo ich selber in den Knast kommen kann, die muss ich. Eine Basis so verstehen, dass das nicht passiert. Also welche Versicherung brauche ich, wie funktioniert Arbeitsrecht grob, wann muss ich die Umsatzsteuer anmelden, die Sozialversicherung, also so die Basics verstehen Aber ich muss nicht die BWA jetzt selber aufstellen können oder so. Das macht irgendwie der Steuerberater. Das sind Tätigkeiten, die jetzt nicht so viel unternehmerischen Wert stiftet. Wahrscheinlich auf der anderen Seite, wie sage. . Ich habe ein Product Business, dann muss ich Product verstehen. Wenn ich sage, ich habe eine Firma, die viel Kapital erfordert, dann muss ich Fundraising sehr gut verstehen.
1:24:39 Lucas Bürger: Dann kann ich auch das nicht outsourcen zum Beispiel. Ja, würde ich voll zustimmen. Es gibt so gewisse Kompetenzen, die müssen einfach drin sein.
1:24:48 Feliks Eyser: Erzähl mal von Centrop, von dem anderen Projekt.
1:24:51 Lucas Bürger: Das ist das Neueste. Das kommt dieses Jahr. Ich bin, da werden wir sehen in einiger Zeit, ob das ein Erfolg wird oder nicht. Aber das hat es wirklich gar nichts zu tun mit Minecraft oder mit Bootsschule und so weiter, sondern es ist wirklich so B2B Du hast viele so kleine Geschäfte, die machen E-Commerce, also Online-Warenhandel auf irgendeine Art und Weise, ob jetzt über Ebay oder Amazon oder selber mit einem Online-Shop, Shopify und so weiter. Und die müssen natürlich auch ihren Versand irgendwie machen. Und dann hast du durchaus ja verschiedene Arten von Paketen. Und normalerweise läuft das so, dass die Leute halt dann selber irgendwie gucken, gehe ich jetzt zu einem Carrier, keine Ahnung, GLS, Deutsche Post, DRL, keine Ahnung. Bei uns kannst du dich einfach anschließen, deinen Shopify-Store zum Beispiel, WooCommerce oder was immer du hast, und dann machen wir das für dich. So, wir schauen welche.
1:25:40 Feliks Eyser: Das ist die lustigste Route.
1:25:41 Lucas Bürger: Günstigste Route, was ist für dein Paket, Gewicht, Größe, was passt am besten? Also wir haben ein bisschen Software, ne? Also rausfinden, was ist da einfach am smartesten. Plus, du brauchst ja auch so ein paar andere Sachen für die Kleinen. Also, du hast vielleicht auch den Fall, dass Leute Retouren haben. Und dann kannst du denen vielleicht eine Software auch geben, wo sie dann ihre Retouren drüber abwickeln. Oder Verzollung in die Schweiz. Viele Unternehmen machen gar nichts in die Schweiz. Weil das Thema so krass nervt. Unser Ziel ist, dass das halt alles laufen kann über eine App, die du im Prinzip installierst. Dann kannst du dir noch so einen Label-Printer kaufen und dann kommen einfach direkt die Labels raus. Und zwar so, dass es halt wirklich Sinn macht für den Preis. Wie kommst du jetzt auf sowas? Ja. Why? Man hat halt irgendwie Bock. Jeder braucht seine Hobbys und Themen, die ihn interessieren, oder? Ich frage mich nur, wie kommst du das also? Der eine Mitgründer macht sehr viel E-Commerce, die haben ein Fulfillment und das ist so daraus gewachsen. Die haben extrem viel Ahnung von Versand und wie läuft das, mit welchem Carrier und so weiter. Da ist das rausgewachsen. Und dann hast du dich auch finanziell beteiligt und bist auch operativ involviert? Ja, genau. Ich habe auch gesagt, ich bin so mit groß 30 Prozent dabei. Was hast du reingesteckt? So 200k jetzt fürs Erste. Okay. Und die werden jetzt erstmal verballert. Der erste Plan war, wir machen es Großteil für Marketing. Dann haben wir gemerkt, wird nicht gut klappen. Jetzt wird das Geld wahrscheinlich ins Produkt gehen, weitestgehend, und dann müssen wir mal schauen. Dann kommt vielleicht nochmal irgendwie so eine interne Finanzierungsrunde, wo man sagt, wer kann was auf den Tisch legen? Vielleicht verschieben sich ein, zwei Anteile oder man schaut, wie es läuft. Aber Das ist der nächste Plan und es ist halt nicht, es ist hyperspezialisiert für Österreicher, in dem Fall. Es ist nur Österreich, also nur so ein Markt von zehn Millionen. Der Vorteil da ist, aber es ist mal was, was auch außerhalb von Österreich gehen kann, wenn es geil ist. Es kann auch für jedes andere Land sein, jeder Versand. E-Komas ist ja breit. Es gibt auch viel Competition, auch viele große Anbieter, die viel Funding bekommen haben.
1:27:36 Feliks Eyser: Die gut bewertet sind. Wie schaust du auf sowas generell aus deinem Bootstrapping-Mindset? So was geht bei dir durch den Kopf, wenn du liest irgendeine Firma jetzt nicht im Shipping, aber generell hat irgendwie 100 Millionen gerast und irgendwie hohe Bewertung und da jetzt irgendwelche Leute da reingenommen?
1:27:47 Lucas Bürger: So, was denkst du dann? Mein erster Gedanke ist, wenn die 100 Millionen bekommen, wofür geben die das eigentlich aus, weißt du? Und gerade wenn jetzt, du hast diese ganze AI-Bubble, die ultra abgeht, jetzt Claude halt gerade ein neues Update gebracht. Weiß nicht, ob du es mitbekommen hast. Gestern.
1:28:01 Feliks Eyser: Ich habe vorhin schon mit Fable 5 habe ich schon Research gemacht.
1:28:04 Lucas Bürger: Wir sind ja gerade alle im Airbnb und gestern kam das raus und haben alle ihren Laptop geholt und direkt geprüft und jeder hat ja so seine Fragen, die er wieder stellt. Hast du bestimmt auch, oder? Du hast so Fragen, wenn Kannst du mal mir helfen, das und das zu lösen? Und mit jedem Model wird die Antwort besser? Ja. Also und ich denke mir immer, wenn das kommt, was hat es noch für einen Wert, wenn du irgendwie so eine Software hast, die jetzt in die vielleicht von diesen 100 Millionen auch ein Anteil investiert wurde. Wie groß ist dieser Burggraben noch? Kann ich das nicht vielleicht mit drei guten Leuten aus meinem Minecraft-Space, also drei guten Leuten und einer Menge Claude-Credits, baue ich dir das nicht innerhalb von drei Monaten nach? Das ist so das, was ich mir denke. So würde ich da drauf gucken. Und dann gibt es halt Sachen, die kannst du nicht nachbauen. Also wenn das irgendwie so Riesenburggräben hat, die irgendwie. Wo du Beziehungen brauchst, Netzwerke brauchst, Verträge brauchst, oder einfach so ein Plattformgedanke, so ganz viele Kunden auf einmal. Da kommst du natürlich nicht zwischen.
01:28:27 Warum sich teure Software heute mit KI in drei Monaten nachbauen lässt
1:28:55 Feliks Eyser: Und dann denkst du schon strategisch auch drüber nach.
1:28:57 Lucas Bürger: Ja, doch. Also bei sowas sind wir super strategisch, ja. Also wir glauben, da geht jetzt wieder was in diesen Markt, weil du die Softwares so schnell nachbauen kannst und auch besser bauen kannst nochmal. Du kommst ja auch viel cleaner ran. Also, du hast ja vielleicht schon ein Vorbild, wo das ein großer Anbieter gebaut hat vor sechs Jahren. Die haben darin ihre 100 Millionen versenkt, zum Teil. Und dann kommst du und sagst: Okay, ich weiß erstmal, so sieht es aus. Ich weiß, das funktioniert nicht gut, weil ich habe vielleicht auch Kundenbewertungen oder wir haben es selber mal benutzt, keine Ahnung. Wie könnten wir das denn in drei Monaten bauen, dass das einfach geiler ist? Und das finde ich ist schon eine Opportunity, die man mal probieren kann. Ich weiß nicht, ob wir in einem halben Jahr hier nicht sitzen und sagen, das war gescheitert, das war scheiße. Aber ich habe da ein bisschen Belief. Ich kann mir vorstellen, da geht was.
1:29:40 Feliks Eyser: Was guckst du dir so an für Themen? Wo würdest du sagen, da juckt es sich, da würdest du nochmal reingehen? Das ist ein spannende Spaces?
1:29:45 Lucas Bürger: Das ist eine gute Frage. Ich glaube, ich bin. Ich hätte dir jetzt vor einem Jahr nicht gesagt, ich habe Bock auf Versand. Aber als das mir so rangetragen wurde, hättest du nicht Bock, wir bräuchten Geld und eigentlich würdest du auch passen, so für das ganze Marketing vermarkten und ein bisschen Software bauen, dann hatte ich Bock. Ich glaube, das kann man nicht so auf so ein Thema brechen. Oder also ich hätte ja auch nicht gesagt, ich habe Bock auf Bootsführerscheine. Ich glaube, ich habe immer so ein bisschen. Bei mir kribbelt es, wenn du merkst, das ist irgendwie ineffizient oder das ist nicht so richtig gut, dann kribbelt es irgendwie. Wenn irgendwie nutzt die Software und dann liest du beim Anbieter immer, boah, das ist voll nervig hier, das spinnt immer und der Support ist scheiße. Und dann überlegst du noch, vielleicht verdienen die auch gutes Geld und dann Dann kribbelt das so ein bisschen.
1:30:31 Feliks Eyser: Ich findest es auch eine gute Übung, um Businessmodelle zu finden oder Ideen zu finden, zu überlegen, wofür gebe ich den selber überhaupt schon Geld aus? Also mal die letzten Kreditkartenabrechnung mal anzugucken, so klar, da sind irgendwelche Cloud-Tokens drauf, da ist aber auch irgendwie Calendly drauf oder so. Ich will Calendly plötzlich irgendwie 49 Euro im Monat zahlt, wo man denkt, ist irgendwie komisch, wir kennen die 49 Euro zu zahlen oder neulich hätte ich irgendwie eine Subscription bei Typeform gesehen. Habe ich 79 Euro gezahlt? Für Typeform, du denkst. Das ist schwachsinnig. Dann können wir überlegen, okay, wahrscheinlich ist die Software für den Fall, den ich habe, auch nicht mal die beste. Und ich glaube seine eigenen Ausgaben mal als Grundlage zu nehmen, wie du mit deinem Führerscheinst, zu sagen, ich habe das gemacht, die Experience war so mittelmäßig, aber das Geld habe ich ja trotzdem ausgegeben. Kann man das nicht besser machen? Das ist zumindest ein Ansatz.
1:31:16 Lucas Bürger: Du kannst auf jeden Fall so ein paar Sachen durchgehen, weil die kennst du ja auch. Ich glaube, das ist immer das Schwierigste, wenn du irgendwie so von außen drauf schaust und du kennst nur die Webseite. Aber du hast das Produkt gar nicht genutzt, dann verstehst du es ja überhaupt nicht. Wenn du aber so ein bisschen Hardcore-User warst, dann kannst du es schon einschätzen.
1:31:29 Feliks Eyser: Hast du so Sachen, wo du selber Geld dafür ausgibst, wo du sagst, ist noch nicht? Ist auch nicht so gut, wie ich es mir vorstelle. Müsste man eigentlich mal besser machen.
1:31:35 Lucas Bürger: Fast alles, würde ich sagen. Ja, ich würde immer noch eine zweite Sache dazu nehmen. Ich glaube, man soll sich die Frage stellen, kann ich es vermarkten. Also wenn irgendwie der Kontakt immer dann läuft über Langfristige Verträge und irgendwie so ein hartes Sales-Thema oder irgendwas. Das ist dann vielleicht schon. Muss das seit zehn Jahren ein Verband sein oder so? Oder das, ja. Gibt es das in zehn Jahren noch? Ich glaube, diese Versandsachen schon. Ich glaube, du wirst das immer brauchen. Das kannst du nicht abgeben an eine AI, die das dann für dich irgendwie regelt, weil da hast du ja durchaus. Also, das ist vielleicht so ein bisschen der Vorteil, das ist nicht nur reine Software, sondern du hast trotzdem halt Kunden, die rufen dich an und sagen Aber bei mir war die Abholung heute gar nicht. Der Anbieter ist nicht gekommen, die haben meine Pakete nicht mitgenommen. Und dann bist du natürlich deren Customer Support erstmal, der das da vielleicht regeln muss. Also ein bisschen so dieses, du brauchst diesen Mix. Oder wie bei den bei der Bootsschule. Du musst denen halt auch einfach die Lernmaterialien senden. Wenn da jetzt irgendwer auf die Idee kommt, das auch zu bauen, dann brauchst du aber auch erstmal Lehrmaterialien und musst das vielleicht auch so günstig besorgen, dass du kompetitiv sein kannst. Mhm. Und jetzt gerade würde ich es doch keinem empfehlen, hätte ich gesagt. Also, der Markt ist schwer.
1:32:38 Feliks Eyser: Aber ich finde es auch interessant, so Service-Businesses zu nehmen. Das ist auch eine Sache, wo ich gerade viel drauf schaue. So Sachen, die früher quasi als Service einfach. Sehr manuell gemacht wurden, so kann man die besser machen. Wir gründen zum Beispiel gerade eine Firma, die macht Payroll und HR Automation. So, wenn du Mitarbeiter anstellst, du musst für die Payroll musst halt diese Meldungen machen im Grunde, der Steuerberater macht das nebenher. Ist immer irgendwie fehleranfällig, du zahlst den Leuten zu viel aus, dann meldet sich keiner, zahlst ihnen zu wenig aus, dann gibt es einen Riesenstress und so weiter. Du machst die Meldung zu spät, dann geht sie nicht durch. Also, da ist so viel Friction drin. Ich habe so oft erlebt, dass das irgendwie nicht geil ist, die Experience für mich als Arbeitgeber, aber auch für die Arbeitnehmer. Dass sie davor gar nicht wissen, wie viel Geld sie kriegen und warum es da irgendwie Abzüge gibt und so weiter. Oder die ganze Experience rund um von Reiseköstenabrechnung über Onboarding, die Verträge und so. Also dieser ganze HR-Prozess ist oft so frickelig. Wir gründen gerade eine Firma, die das einfach besser machen will. Sie sagt, okay, wir treten an, das komplett. Digital zu machen und einfach in einer guten UX quasi aus Sicht der Mitarbeiter rausgedacht. Und ich glaube, das ist ein Thema, was früher nicht so gut ging, weil du sagst: Okay, hätte ich halt Software bauen müssen für den Steuerberater. Und ich glaube, heute kannst du halt diesen ganzen Service anbieten und sagen, wir bauen halt eine Service Company, die aber mit AI First das besser macht.
1:33:45 Lucas Bürger: Ich glaube, was jetzt auch wieder möglich ist, du hast ja immer diese ganzen SARS-Sachen gehabt. Die hatten dann irgendwie ihre Software und wenn du außerhalb vom Standardprozess bist, dann war das alles super nervig über den Support so. Und jetzt hast du endlich wieder die Möglichkeit, dass du, wenn ein Mensch dahinter sitzt mit AI. möglicherweise die Support-Anliegen auch gut bearbeiten kannst. Oder einfach so Eskalationen. Also irgendwas ist einfach nicht so, wie es soll. Du kannst es teilweise so schnell nachbauen, also der Erweiterung von der Software, dass das für diesen einen Kunden funktioniert. Dass das wirtschaftlich sein kann. Also dieses Human Leverage auf irgendwie SARS loszulassen. Ich glaube, das ist super.
1:34:16 Feliks Eyser: Das ist eine super spannende Frage, weil Bisselver SARS ja immer one size fits all, mein Calendly ist genau gleich wie deins. So, ich kann keine Custom-Funktion einbauen. Ich kann nicht wie bei Minecraft Mod drüberlegen und mein Calendly kann irgendwie irgendwie eine bestimmte Zuordnung, die deins nicht kann. So, aber ich glaube, in Zukunft kann es solche Anbieter geben. Dass du sagst, es gibt sozusagen das Skelett von der Software, aber jeder kann die modifizieren, wie er will, mit Claude Code irgendwie anpassen. Das kann ich mir gut vorstellen. wir nicht alle unsere Software selber bauen. Ich will jetzt auch nicht das alles nachbauen. Ich will das nicht vom Scratch mein eigenes Calendly bauen, weil da ist ja auch viel Energie und Brain Power reingeflossen.
1:34:49 Lucas Bürger: Es wäre auch das eine, ob du die Software wirklich dann umbaust oder ob du einfach in so einem Service-Business bist, wo du Durch den Menschen einfach mehr rauskriegst. Das ist ja das andere. Also, da hast du vielleicht die Prozesse, die irgendwie automatisiert laufen, aber du hast auch einfach viel weniger Leute, die trotzdem die Anliegen hochqualitativ bearbeiten. Das ist übrigens unser Ansatz mit der Payroll-Firma.
1:35:08 Feliks Eyser: Wir kaufen eine Firma, die Payroll anbietet, da arbeiten 18 Menschen und die sind spezialisiert, die haben jahrelange Historie, die haben eine riesen E-Mail-Inbox, wo wir quasi die Agents trainieren können. Aber da sitzen erstmal Menschen und eine von denen macht halt gerade, sagen wir, 400 Payslips im Monat, und ich glaube, über die Zeit kriegt man die halt auf 600, auf 800, irgendwann auf 1000, vielleicht irgendwann auf 2000, let's see. Aber der Service ist erstmal menschlich und dann quasi.
1:35:30 Lucas Bürger: AI, es ist ein Schwester. Ja, genau. Ich glaube, da glaube ich krass dran. Ich glaube, es hat es sehr, sehr schwer. Auf der anderen Seite sind so viele Unternehmen noch so weit hinten dran, was das ist. Muss man auch wieder sagen.
1:35:40 Feliks Eyser: Was überlegst du sonst, wenn du deine Holding hast, wenn du nochmal größere Moves Machen willst du und du sagst, du willst mal richtig angreifen?
1:35:47 Lucas Bürger: Weißt du, welcher Bereich oder.
1:35:48 Feliks Eyser: Ja, was ist deine Denkweise?
1:35:50 Lucas Bürger: Ich glaube schon, das könnte spannend werden, jetzt auch mal dieser Centrop-Sache noch. Ich sehe da ein bisschen Potenzial drin, dass da was geht. Aber ich will auch nicht zu viel auf einmal machen. Also es ist so ein bisschen so, ich muss halt Bock drauf haben. Wenn du morgen mit was kommst und sagst, wir haben doch gestern gesprochen, hier ist das voll geil. Vielleicht dann das, weißt du? Vielleicht hört jemand zu. Wenn jemand zuhört, gerne, ja. Ich wäre super offen für coole Ideen, die irgendwie so strategisch gedacht sind, dass das jetzt die richtige Zeit ist, das zu machen.
1:36:17 Feliks Eyser: Und nicht heraus, du hast Bock, dich zu beteiligen. Finanziell ja, aber auch dich persönlich einzubringen und Teil der Reise zu sein.
1:36:23 Lucas Bürger: Ja, vor allem das. Ich würde es nicht machen, wenn ich gar nichts beitragen kann. Wenn ich da einfach nur sitze und sage, du machst einen tollen Job, hier ist ein bisschen Geld, das ist nichts für mich. Ich werde da, glaube ich, auch zu nervös für. Ich will dann auch gewinnen. Ich will, dass dieses Ding Erfolg hat. Ich bin da ein bisschen. Ja, dafür muss man drin sein, das stimmt schon. Aber ich kann auch verstehen, wenn du zum Beispiel sagst, du hast einfach Lust, so viele Sachen mitzukriegen, ändert sich vielleicht auch nochmal irgendwann Also vielleicht sage ich irgendwann auch, ich finde das cool, irgendwie überall mal was so ein Ohr drin zu haben und auch mal einen guten Ratschlag zu geben an der richtigen Stelle. Jetzt gerade bin ich eher noch so, ich will noch. Gas geben, so operativ selber richtig, was soll.
1:36:59 Feliks Eyser: Bei mir war es auch so, ich dachte auch durch diese Angel-Beteiligung, dass ich da dann irgendwie ein Ohr überall drin habe und die einen haben irgendwie TikTok-Marketing geknackt und dann lerne ich auch, wie TikTok-Marketing funktioniert. Da habe ich gar nichts gelernt. Bei den Company-Building-Projekten, wo ich involviert bin, wie mit Paskal und so weiter, da lerne ich mehr. Aber das erfordert auch mit dem Founder, mehrmals die Woche in Kontakt zu sein. Da habe ich das Gefühl, ich verstehe, wie die Firmen so halbwegs ticken und wenn die irgendwie einen Durchbruch haben an irgendeiner Stelle oder irgendwas verstanden haben. dann kriege ich es zumindest mit.
1:37:24 Lucas Bürger: Also ich finde das geil. Vor allem dieses Lernen auch dabei. Das ist mein Motivator. Lernen ist auch mein Hauptding. Wenn ich zum Beispiel nichts habe, wo ich weiter lernen kann oder mich irgendwie weiterentwickeln kann, dann hilft auch das bestlaufende Business nichts. Ich muss irgendwie immer ein bisschen was Neues bekommen, sehen.
1:37:41 Feliks Eyser: Ja, mach einen Podcast, dass du überlegt, wie kannst du auf YouTube wieder aktiv werden? Sprich, mit spannenden Leuten, kann ich aus eigener Erfahrung sagen. Da lerne ich es.
1:37:47 Lucas Bürger: Was ist dein Drive für den Podcast? Also, ist es wirklich genau das? Du willst über andere Business-Personen erfahren, was läuft?
1:37:53 Feliks Eyser: Ja. Ich meine, wir kannten uns vorher nicht, gell? Und jetzt haben wir hier zwei Stunden Zeit verbracht, ich habe super viel gelebt. Ja, fass ich nicht gar nicht. Aber kurz davor. Wie geil ist das denn? Also, was müsste ich denn machen? Dass ich dich erstmal kennenlerne, überhaupt mal weiß, oder da gibt es einen interessanten Typen, so der war ein Minecrafter irgendwie erfolgreich?
1:38:10 Lucas Bürger: Du hast voll recht, wenn wir uns zum Essen treffen würden. Dann würden wir wahrscheinlich nicht so reden wie jetzt, weil jetzt haben wir ja so eine Vorbereitung und du weißt auch ein paar Sachen vorher und du kannst gut nachfragen, wenn wir jetzt einfach essen gehen würden. Ja. Schwierig, ne? Ja, genau.
1:38:22 Feliks Eyser: Und das ist geil. Also ich zwinge mich ja selber, Research zu machen, mit Leuten zu sprechen, da viel Zeit vorab schon reinzustecken und auch zu überlegen, welche Fragen sind interessant aus meiner eigenen. Perspektive und man gibt dem ja auch einfach einen ernsthaften Raum sozusagen. Wie du sagst, dass wir jetzt hier nicht beim Lunch sitzen, sondern irgendwie im ernsthaften Gespräch und äh Andere Freunde von mir, die spielen Golf, die sagen, Golf ist so ähnlich, da hast du dann mit der Person auch drei Stunden Zeit, aber ich habe überhaupt keinen Bock, Golf zu spielen. Also, ich bin lieber hier.
1:38:49 Lucas Bürger: Also, das ist mein Web. Ich fürchte auch, ich glaube, das könnte mir auch Freude machen, so einen Podcast zu tun. Sehe ich mich im Moment aber auch nicht so. Ich hätte gerne Lust in irgendeiner Form bei Social Media. Ich glaube sogar einer der größten Fehler war, dass man damit komplett aufgehört hat. Also ich hatte so eine Zeit, wo ich dann gesagt habe, YouTube ist irgendwie Ich will das nicht mehr tun, ich höre wirklich komplett auf. Aber mittlerweile, ich glaube, erstens liegt mir das irgendwo. Ich habe Lust, auch was zu erzählen und irgendwie so mit den Leuten was beizutragen oder Mehrwert, den irgendwie so zu vermitteln. Aber ich bräuchte bei mir wieder so dieses Was, was ist mein Format? Podcasts gibt es ja auch schon viele. Dich gibt es ein, zwei andere, die es echt gut machen, auch für Business. Ich hätte schon Bock. Vielleicht bald.
1:39:26 Feliks Eyser: Das ist ja auch ein sehr spezifischer Skill, den du hast, muss man sagen. So dass du über so viele Jahre in so einer Reichweite gelernt hast, wie funktioniert eine richtige Hook. Wie mache ich da B-Roll auf das Video drauf? Welche Message funktioniert? Also, das ist das Zweite, was mich motiviert dabei. Ich bin ja quasi Junior, Junior Content Creator.
1:39:42 Lucas Bürger: Ich habe ja gar keine Ahnung davon.
1:39:43 Feliks Eyser: Weiß ich gar nicht, ob das so ist, aber ja. Aber ich lerne die ganze Zeit, so wie muss der erste Satz bei? LinkedIn sein, damit irgendwie mehr Leute draufklicken und so weiter. Es ist ja auch interessant, dieses Handwerk zu lernen. Also das Handwerk war mir bisher fremd. So, das ist quasi mein Skill, den ich gerade lerne, so diese ganzen kleinen Puzzleteile zusammenzusetzen. Wie funktioniert Shortform-Content? So, wie stelle ich Fragen, dass da am Ende vielleicht auch gute Clips rauskommen können? Habe ich ja nicht gelernt, wie es geht.
1:40:06 Lucas Bürger: Hast du nur Shortform läuft, ist gut bei dir?
1:40:08 Feliks Eyser: Doch, also, ja, es sind schon ein paar hunderttausend Aufrufe pro Monat, aber es ist nicht so strategisch, dass wir genau überlegen. Also, es gibt Podcaster, die hätten auf der Fragenliste jetzt Fünf Fragen drauf, die nur darauf ausgelegt sind, dass du was sagst, was am Ende ein guter Clip ist. Ah, okay. Das machen wir jetzt nicht. Vielleicht wäre es smartest zu tun. I don't know.
1:40:24 Lucas Bürger: Aber was überwiegt denn die Smartness oder den Bock, dass du lieber einfach Gespräch führen kannst?
1:40:31 Feliks Eyser: Also ich würde es auch machen, wenn da keiner zuhört. So, mir ist auch völlig egal, wie viele Leute dazuhören. So, es werden immer mehr, das ist gut. Am Anfang habe ich gar nicht in die Statistiken reingeschaut. Weil es auch deprimierend war, dann sind da irgendwie da 150 Leute, nächste Folge ist dann nur noch 80 und dann sind es irgendwie mal 500, dann freut man sich, dann sind es beim nächsten Mal wieder 200. Also Da habe ich mich selber ausgesperrt, das erste Jahr über mir die Statistiken gar nicht angeschaut. Mittlerweile sind es ein paar tausend Leute oder ein paar zehntausend Leute, die dazuhören. Das finde ich schon krass. Du denkst, okay, wenn man sich das macht.
1:40:59 Lucas Bürger: Das ist, glaube ich, auch sehr interessant. Also die Leute, die bei diesem Podcast zugucken, das ist ja schon. Hardcore irgendwo Business und Foundermode und so, ne? Also das passt ja wirklich. Das sind ja auch wertvolle Leute. Kriegst du viele gute Kontakte darüber?
1:41:11 Feliks Eyser: Ja, also was heißt, also es sind interessante Leute auf jeden Fall. Also das sind auch die Leute, mit denen ich so abhängen würde. Die halt selber irgendwie eine Agency haben, ein großes E-Commerce-Unternehmen gegründet haben, irgendwie eine 50-Mio-VC-Runde abgeschlossen haben. Also das sind die Gäste, aber das ist auch die Audience. Das sind auch Leute, die zuhören, so was ich cool finde. Aber ja, meine Motivation ist irgendwie, das selber für mich zu machen, dir coole Fragen stellen zu können, das Handwerk zu lernen und dich, sag mal so ein bisschen die nächste Generation zu inspirieren. Das schwingt sicherlich auch mit zu sagen, komm, du hast gerade auch gesagt, es gibt viele Podcasts, ja. Aber wenn man reinzoomt und sagt, okay, ja, wie viele gibt es denn wo wirklich so Founder zu Founder, nicht journalistisch? Ich will ja gar kein Journalist sein, ich will jetzt auch gar nicht fünfmal nachbohren und dich da irgendwie exposen oder whatever. Ich will einfach quasi verstehen, was ein Gast macht und Unternehmertum feiern und damit auch ein Stück weit Role Models inspirieren. Und wenn vielleicht ein 13-Jähriger zuhört, der sagt, geil, ich will auch einen YouTube-Channel aufmachen und uns beide in zehn Jahren schreibt, ey, guck mal, ich habe damals diese Folge gehört mit Felix und dir.
1:42:14 Lucas Bürger: Das ist, glaube ich, das Geilste. Es wird diesen 13-Jährigen geben. Es wird den Safe geben, der dich das jetzt gerade gibt, was wahrscheinlich kein anderer 13-Jähriger geil findet. Den gibt es wahrscheinlich. Und der meldet sich dann in zehn Jahren so her.
1:42:25 Feliks Eyser: Ja, dann schreibt ihr, wenn ihr 13 seid. Oder sagen wir, wenn ihr unter 20 seid, dann schreibt man in die Kommentare. Das ist ja auch immer so ein bisschen einseitig. Man weiß ja immer nicht, wer da so wirklich zuhört, aber Kommentare sind gut. Also wenn ihr unter 20 seid, dann schreibt man kurz einen Kommentar. Dass wir wissen, was ihr da macht. Was gibst du dem 13-Jährigen mit auf dem Weg?
1:42:39 Lucas Bürger: Ja, alles, was deine Eltern sagen, hinterfragt er zweimal, ob das wirklich heute noch stimmt, so Sachen. Ja, mein Weg ist ja ein bisschen atypisch. Ich hatte ja Sachen erfolgt, die nicht so Standard sind. Was noch? Mach, worauf du Bock hast. Auch wenn man vielleicht das Gefühl hat, das wird sich gar nicht lohnen. Wahrscheinlich lohnt sich das doch. Früher oder später. Das wäre so mein Ding. Dieses krasse aus Überzeugung, das zu tun. Aber wenn dann auch richtig. Nicht so Lala, sondern dann mach auch richtig so.
1:43:09 Feliks Eyser: Finde ich super.
1:43:10 Lucas Bürger: Ja. Was würdest du es so mitgeben? Mach du noch das Schlusswort.
1:43:14 Feliks Eyser: Was würdest du den 13-Jährigen geben? Ich den 13-Jährigen. Ich würde sagen, such dir die Sache, wo du am meisten lernen kannst. Also ich glaube, Expose, also so, urgi dich mit interessanten Leuten, so dieses Mental Model von du bisher durch von den fünf Leuten, denen du am meisten Zeit verbringst. Also überleg dir, mit wem du dich umgibst. Und es kann online sein, das kann offline sein, das kann die Frage sein, in welche Stadt will ich irgendwann ziehen, in welche Uni will ich studieren oder sowas. Aber Das kann ja auch alles online stattfinden. Bei dir hat das online stattgefunden am Anfang, bei mir hat es online stattgefunden über Counter-Strike und so weiter. Also, meine ersten Peergroups waren online. Das ist ja auch das Krasse an der Zeit, dass das geht. Ich glaube, das ist eine Frage. Und die zweite ist: Wie kann ich mich in einem Umfeld exposen, wo ich möglichst viel lerne? Und diesen Metaskill entwickeln, mich in neue Themen reinzudenken, die du auch gemastert hast, würde ich sagen. Du hast nicht im Studium gelernt, Unternehmer zu sein, sondern bei Doing.
1:43:58 Lucas Bürger: Kann man das studieren? Glaub nicht. Vielleicht ein bisschen so, aber ja. Ja. Finde ich auch geil. Auch das mit den fünf Leuten finde ich geil. Ich glaube, das ist sogar eine Sache, die kann man wenigstens so praktisch mitgeben. Wenn du 13 bist, ist vielleicht ein bisschen früh, ne? Aber wenn du irgendwie 18 bist, guck dir die fünf Leute an, mit denen du abhängst. Und dann überleg dir ganz genau, ob du so sein willst. Und wenn nicht, dann schau, wer ist vielleicht noch da? Online, offline. Finde ich geil. Wo finden Leute dich online? Wer soll sich bei dir melden? Ich würde ja sagen, war ihr abgegrieft, aber da ist das Ding, da kommt nicht mehr viel. Also wahrscheinlich bei LinkedIn. Ich glaube, bei LinkedIn bin ich am einfachsten zu erreichen. Lucas Bürger? Lucas Bürger, ja. Lucas mit C. Lucas Mercedes.
1:44:44 Feliks Eyser: Ja. Bei LinkedIn. Vielleicht kommt die LinkedIn-Karriere. LinkedIn ist weird. Vielen Dank für deine Zeit.
1:44:52 Lucas Bürger: Ganz cool, dass du da warst.
1:44:53 Feliks Eyser: Es hat so viel Freude gemacht. Ich danke dir. Danke, Lucas.


