Was Unternehmer vom Poker-Weltmeister lernen können

mit Fedor Holz, Pokerprofi, Unternehmer, Investor und Autor von „All In“

5. September 2025 · 60 Min

Zusammenfassung

Fedor Holz über den richtigen Tisch, 800 Euro als erstes Ziel, Bankroll-Denken für Gründer, eine gemietete Poker-Insel in Kanada und zehn Jahre Mindset-Coaching.

Fedor Holz im Gespräch (Remote-Aufnahme)
Fedor Holz im Gespräch (Remote-Aufnahme)

Feliks und Fedor kennen sich seit 2016 oder 2017, als Fedor seine Pokerkarriere zum ersten Mal beendet hat. Zum Einstieg rechnet Fedor vor, warum Gewinne aus Schlagzeilen nicht auf dem Konto landen: Er schätzt seine Buy-ins auf 4 bis 5 Millionen pro Jahr, im Schnitt etwa 80.000 Euro pro Turnier. Ein Millionen-Buy-in raubt ihm trotzdem nicht den Schlaf, denn seine Strategie hängt vom Spiel ab, nicht vom Einsatz.

Dann geht es um die Analogie, die sich durch die ganze Folge zieht: Die wichtigste Entscheidung am Pokertisch ist, an welchen Tisch du dich setzt. Für Gründer heißt das, sich den Markt und die Konkurrenz genau anzuschauen. Fedor nennt das ein wahnsinnig unterschätztes Thema. Anhand seines Buchs „All In“ gehen die beiden die Kapitel durch: von seinem ersten Ziel, überhaupt 800 Euro im Monat zu verdienen, über ein durchgetracktes System mit sechs Lebensbereichen bis zu seiner heutigen Sicht, dass Ziele ein Lern-Tool sind und kein Zwang.

„Ziele sind für mich eher eine Formulierung, um Dinge greifbarer zu machen …“
Fedor Holz
Feliks Eyser im Gespräch mit Fedor Holz (Remote-Aufnahme)
Feliks Eyser im Gespräch mit Fedor Holz (Remote-Aufnahme)

Beim Risikomanagement überträgt Fedor das Bankroll-Denken aus dem Poker auf Investments und Kapitalallokation in Startups. Er sieht nur zwei Wege zu echtem Edge als Investor und beobachtet bei Gründern zwei Fehler: zu knauserig oder zu spendabel. Danach kommt die Cherry-Island-Story: 2014 mietet er mit einer Gruppe aus Online-Foren für vier Wochen eine Insel in Kanada, um in amerikanischer Zeitzone zu spielen. 5 bis 6 von ihnen landen später in den Top 10 der Welt. Dazu gehören eine simple Bluff-Mathematik, die jahrelang Geld druckte, und ein selbst gebautes Symbolsystem für Gegner-Statistiken.

Im letzten Teil spricht Fedor über seinen Mindset-Coach Elliot, mit dem er seit August 2015 einmal pro Woche arbeitet, inklusive Hypnotherapie und MP3s vor dem Spielen. Er erzählt, warum ihm Self-Care schwerfällt, warum er heute greifbare Geschäfte mag und lieber ein bestehendes Unternehmen kauft und besser macht. Sein Rat an junge Gründer: nicht sofort gründen, sondern zwei, drei Jahre so nah wie möglich an die besten Leute.

Zahlen aus der Folge

4, 5 Millionen
geschätzte Buy-ins pro Jahr
ca. 80.000 Euro
durchschnittlicher Einsatz pro Turnier
50, 60
große Events pro Jahr heute (damals 10, 15)
800 Euro
erstes Ziel pro Monat
3 weitere Zahlen
9 bis 12 Monate
bis er davon leben konnte
5, 6
Spieler der Insel-Gruppe später in den Top 10 der Welt
10 Jahre
einmal pro Woche mit seinem Mindset-Coach

Worüber am meisten gesprochen wurde

Anteil an der Gesprächszeit, berechnet aus den Kapitel-Längen (ohne Intro).
Lernen & Skills
18 % · 10 Min
Mindset & Coaching
16 % · 9 Min
Buch & Bekanntheit
16 % · 9 Min
Marktwahl & Risiko
16 % · 9 Min
Gründen & Karriere
12 % · 7 Min
Poker auf Weltniveau
11 % · 6 Min
Ziele & Motivation
11 % · 6 Min
Gesprächsverlauf

Kapitel

  1. 00:00Intro & die 20-Millionen-StoryIntro
  2. 03:13Eine Million gesetzt: wie schläft man da?Poker auf Weltniveau
  3. 06:26Die wichtigste Entscheidung am PokertischMarktwahl & Risiko
  4. 07:50Warum Fedor ein Buch schriebBuch & Bekanntheit
  5. 10:46Nischenbekanntheit statt Mainstream-RuhmBuch & Bekanntheit
  6. 16:54Sein erstes Ziel: 800 Euro im MonatZiele & Motivation
  7. 21:32Ziele sind nur ein ToolZiele & Motivation
  8. 23:10Risiko-Management für Gründer erklärtMarktwahl & Risiko
  9. 30:42Cherry Island: warum er eine Insel mieteteLernen & Skills
  10. 34:14Die absurde Bluff-FormelPoker auf Weltniveau
  11. 37:25Das brutale SymbolsystemLernen & Skills
  12. 40:01Praktische Skills, die Gründer brauchenLernen & Skills
  13. 44:00Alles geben: das Mindset-CoachingMindset & Coaching
  14. 46:32Hypnose vor jedem SpielMindset & Coaching
  15. 49:40Founder ist HochleistungssportMindset & Coaching
  16. 51:00Self-Care & Fedor 3.0Mindset & Coaching
  17. 53:19Welche Business-Modelle er heute spannend findetGründen & Karriere
  18. 55:16Warum man nicht sofort gründen sollteGründen & Karriere
  19. 57:27Call to Action & Buch-EmpfehlungGründen & Karriere

Key Learnings

  1. 1

    Such dir den Tisch aus, bevor du die Karten spielst

    Am Pokertisch ist die wichtigste Entscheidung, an welchen Tisch du dich setzt und gegen wen du spielst. Für Gründer ist das die Marktwahl: Trittst du gegen milliardenschwere KI-Labs an oder gehst du in einen Markt mit weniger Konkurrenz? Fedor nennt das eines der Dinge, die er unternehmerisch am meisten gelernt hat, und ein wahnsinnig unterschätztes Thema.

    06:26 · Die wichtigste Entscheidung am Pokertisch
  2. 2

    Setz dir zuerst ein Ziel, das dein Leben stabil macht

    Fedor ist anfangs oft gescheitert, weil seine Ziele weit über das hinausgingen, was er gerade brauchte. Erst als er sich nur vorgenommen hat, von Poker leben zu können, hat es geklappt: niedrige Limits, mehr Disziplin, Leute zum Zusammenarbeiten. Nach 9 bis 12 Monaten war er da. Wenn du dich selbstständig machst, sind 800 oder 1.200 Euro im Monat ein gutes erstes Ziel, weil du den Fortschritt klar siehst.

    16:54 · Sein erstes Ziel: 800 Euro im Monat
  3. 3

    Nutz Ziele als Lern-Tool, nicht als Druckmittel

    Ein bis zwei Jahre lang hat Fedor sein Leben in sechs Bereiche zerlegt und Subziele detailliert getrackt. Das war weniger befriedigend als erhofft. Heute sind Ziele für ihn ein Werkzeug, um Abstraktes greifbar zu machen und hinterher zu reflektieren, warum man etwas richtig oder falsch eingeschätzt hat. Die Frage dahinter: Warum brauchst du überhaupt ein Ziel, um dich für eine Sache zu motivieren?

    16:54 · Sein erstes Ziel: 800 Euro im Monat
  4. 4

    Prüf, ob du eher knauserst oder zu viel ausgibst

    Fedor sieht bei Gründern zwei typische Verzerrungen. Die einen richten nach der ersten Finanzierungsrunde erst mal für 250.000 Euro ein Büro ein. Die anderen haben eine große Opportunity entdeckt, die KPIs sind super, und trotzdem trauen sie sich nicht, 200.000 bis 300.000 Euro in Ads zu stecken. Feliks' Gegenprobe: Wie würdest du dein Kapital verteilen, wenn du es auf 100 Wetten aufteilen müsstest?

    23:10 · Risiko-Management für Gründer erklärt
  5. 5

    Bau dir eine Gruppe, die gemeinsam besser wird

    Fedor hat sich in Online-Foren die Spieler mit dem meisten Potenzial gesucht, regelmäßig mit ihnen geskypt und daraus einen Kern von sieben, acht Leuten geformt. 2014 hat er mit ihnen für vier Wochen eine Insel in Kanada gemietet: Sport, Frühstück, 11 bis 12 Stunden spielen, abends austauschen. 5 bis 6 von ihnen waren später in den Top 10 der Welt. Feliks vergleicht das mit Unternehmergruppen wie EO und Hackerhäusern.

    30:42 · Cherry Island: warum er eine Insel mietete
  6. 6

    Entscheide nach der Mathematik, nicht nach dem Gefühl

    Wer 3 Euro in einen 10-Euro-Pot zahlt, darf zwei Drittel der Zeit verlieren und macht trotzdem Gewinn. Das fühlt sich aber schlecht an, deshalb haben die meisten Spieler damals falsch entschieden. Fedor hat nur auf die Mathematik geschaut und wurde jahrelang für verrückt gehalten, während seine Rechnung aufging.

    34:14 · Die absurde Bluff-Formel
  7. 7

    Mach die entscheidenden Dinge erst mal selbst

    Im Poker waren für Fedor die praktischen Skills der Game Changer: Makros bauen, Simulationen selbst laufen lassen. Wenn bei deiner Firma Paid Performance 70 % des Erfolgs ausmacht und du das als Gründer nicht selbst kannst, ist das ein Problem. Selbst drin zu sein heißt nicht, kompetenten Leuten ins Handwerk zu pfuschen, sondern gut von schlecht unterscheiden zu können.

    40:01 · Praktische Skills, die Gründer brauchen
  8. 8

    Geh zu den besten Leuten, bevor du gründest

    Fedor findet es teilweise kontraproduktiv, schnell eine Firma zu gründen, nur weil man Lust aufs Gründen hat. Besser: zwei, drei Jahre als Assistant oder Associate so nah wie möglich an einem Top-Founder arbeiten. Vertrauen ist für ihn eine der besten Währungen: Die Leute aus seiner eigenen Gruppe fragt er als Erste, wenn es um Business-Opportunities geht.

    55:16 · Warum man nicht sofort gründen sollte

Zitate

Fedor Holz lächelt (Remote-Aufnahme)
„… Nischenbekanntheit ist, finde ich, die beste Art der Bekanntheit.“
Fedor Holz
„Ziele sind für mich eher eine Formulierung, um Dinge greifbarer zu machen …“
Fedor Holz
„… das Allerwichtigste, keine zu hohe Confidence in Sachen zu haben, wo du praktisch keine Confidence haben kannst.“
Fedor Holz
„Aber es fühlt sich halt scheiße an, zwei Drittel der Zeit zu verlieren.“
Fedor Holz
„Vertrauen ist eine der besten Currencies überhaupt.“
Fedor Holz

Über den Gast

Fedor Holz

Fedor Holz

Pokerprofi, Unternehmer, Investor und Autor von „All In“ · Pokercode

Fedor Holz, Jahrgang 1993 aus Saarbrücken, ist einer der erfolgreichsten Pokerspieler der Welt. Sein Verlag beschreibt ihn als einzigen Spieler, der sowohl online als auch live die Nummer eins der Welt war, mit über 50 Millionen Dollar Preisgeld. Seit 2013 arbeitet er eng mit anderen Spielern auf höchstem Niveau zusammen, in den letzten Jahren vor allem als Mentor einer Gruppe von rund 20 Leuten. Mit Pokercode betreibt er ein Education-Business für Poker, daneben ist er als Investor und Unternehmer aktiv. Im September 2025 ist sein erstes Buch „All In“ bei Mosaik erschienen.

Häufige Fragen

Wer ist Fedor Holz?

Fedor Holz ist Pokerprofi, Unternehmer und Investor aus Saarbrücken. Laut seinem Verlag war er als einziger Spieler sowohl online als auch live die Nummer eins der Welt und hat über 50 Millionen Dollar Preisgeld gewonnen. Er betreibt das Poker-Education-Business Pokercode und arbeitet als Mentor mit einer Gruppe von rund 20 Spielern.

Worum geht es in Fedor Holz' Buch „All In“?

„All In“ ist Fedors erstes Buch und im September 2025 bei Mosaik erschienen. Er erzählt darin Geschichten aus seiner Pokerkarriere, auch aus Phasen, in denen es lange nicht lief, und was er über Selbstverantwortung, Geld, Risiko und Ziele gelernt hat. In der Folge gehen Feliks und Fedor einzelne Kapitel durch, etwa „Ziele setzen und erreichen“, „Cherry Island“ und „Fedor 3.0“.

Was ist die Cherry-Island-Story?

2014 hat Fedor mit einer Gruppe von rund zehn sehr guten Pokerspielern eine Insel in Kanada mit einem Haus gemietet, um während der großen Online-Serien vier Wochen lang in amerikanischer Zeitzone zu spielen, statt in Europa bis 4 oder 5 Uhr morgens. Die Spieler hatte er vorher über Online-Foren gefunden und per Skype betreut. 5 bis 6 von ihnen waren später in den Top 10 der Welt.

Wie viel setzt ein Highroller im Jahr ein?

Fedor schätzt seine eigenen Buy-ins auf 4 bis 5 Millionen pro Jahr, bei einem durchschnittlichen Einsatz von etwa 80.000 Euro pro Turnier. Cashed er weniger als 4 bis 5 Millionen im Jahr, ist das Jahr ziemlich sicher negativ. Zwei- bis dreimal hat er ein Turnier mit einer Million Buy-in gespielt.

Wie arbeitet Fedor mit seinem Mindset-Coach?

Seit August 2015 hat er etwa einmal pro Woche eine Session mit seinem Coach Elliot. Rund 45 Minuten sprechen die beiden über aktuelle Themen, in den letzten 15 Minuten folgt meist eine Hypnotherapie. Außerdem hat Elliot ihm 15-minütige MP3s gemacht, die Fedor vor dem Spielen zum Meditieren gehört hat.

Was rät Fedor jungen Gründern?

Nicht sofort eine Firma zu gründen, nur weil man Lust aufs Gründen hat, außer man hat ein ganz spezifisches Thema. Stattdessen empfiehlt er, zwei, drei Jahre so nah wie möglich an den besten Leuten zu arbeiten, etwa als Personal Assistant oder Associate eines Top-Founders. Persönlich begeistern ihn greifbare Geschäfte, zum Beispiel ein bestehendes Unternehmen zu kaufen und besser zu machen.

Erwähnt in der Folge

Firmen, Personen und Produkte aus dem Gespräch
  • PokercodeFirmaFedors Education-Business für Poker, von Feliks im Call to Action erwähnt.
  • All InBuchFedors erstes Buch, durch dessen Kapitel die Folge führt.
  • ZapposFirmaFeliks erinnert an einen Artikel des Zappos-Gründers über Poker und Business-Strategie.
  • Delivering HappinessBuchDas Buch des Zappos-Gründers, das Fedor sehr gut fand.
  • The Inner Game of TennisBuchEin Tennisbuch, das eigentlich von Psychologie handelt und Feliks als Business-Buch empfohlen wurde.
  • AnthropicFirmaBeispiel für einen Tisch mit extrem starker Konkurrenz im KI-Markt.
  • OpenAIFirmaEbenfalls Beispiel für milliardenschwere Konkurrenz im KI-Markt.
  • AirbnbFirmaBeispiel für einen Outlier, der einen neuen Markt geschaffen hat, und Ursprung des Begriffs Founder Mode.
  • MrBeastPersonHat sich in seiner Jugend mit anderen Creators per Skype stundenlang in Thumbnails und Hooks reingenerdet, ähnlich wie Fedors Insel-Gruppe.
  • Entrepreneurs' Organization (EO)FirmaUnternehmerclub, über den sich Feliks und Fedor kennengelernt haben.
  • ElliotPersonFedors Mindset-Coach seit August 2015.
  • ChatGPTToolFür Feliks im Notfall ein Coach-Ersatz mit ein paar guten Prompts.

Transkript

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00:00 Intro & die 20-Millionen-Story

00:02 Feliks Eyser: Let's go. 3, 2, 1 live. Fedor, schön, dass du hier bist. Ich glaube, wir haben uns 2016, 2017 kennengelernt, als du deine Poker-Karriere zum ersten Mal beendet hast. Du gehst in Rente. Ich glaube, du hattest damals ein sehr gutes Jahr. Du hattest ein Gesamtwinnings von so 20 Millionen etwa, hatte ich mir gemerkt. Online steht über 50. War die Rente nicht ganz so unproduktiv?

00:27 Fedor Holz: Die Rente war nicht unproduktiv. vorbei, man auch sagen muss, dass natürlich alles der Einsatz zu Ergebnis zu betrachten ist. Und damals gab es noch nicht so viele, so hohe Einsätze. Also das ist ich sag mal, damals 20 Millionen Gewinnen war deutlich schwieriger als heute

00:47 Feliks Eyser: 20 Millionen Gewinnen. Wenn du heute 20 Millionen Gewinnen willst, musst du auch mehr reinstecken?

00:51 Fedor Holz: Ja, es gibt einfach viel mehr hohe Einsätze. Also damals gab es sagen wir jetzt mal vergleichbar 10, 15 große Events im Jahr. Jetzt gibt es 50, 60 große Events im Jahr. Das heißt, es gibt viel mehr, wir nennen das Highroller, so alles ab 25.000 Euro Einsatz, gibt es halt heute viel mehr Events. Dementsprechend kannst du, also ich kann jetzt 5 bis 10 Millionen im Jahr cachen und manchmal auch kein Geld gewinnen. Also es geht dann eben sehr drum, so wie viel, damals zum Beispiel, wenn du 5 Millionen gecached hast, hast du immer Geld gewonnen, weil du konntest gar nicht so viel Einsätze bringen.

01:25 Feliks Eyser: Heißt, wenn man so eine Headline liest, das interessiert mich immer, da steht dann, Person X, Fedor, gewinnt 50 Millionen, die ist ja nicht auf dem Bankkonto, weil das ist ja wie beim Unternehmen, erstmal der Umsatz, den du machst, da stehen Kosten dagegen und die Kosten sind vor allem die Buy-ins, aber wahrscheinlich auch die ganze Infrastruktur drumherum, die Anreise, dein Team und so weiter.

01:44 Fedor Holz: Genau, auf dem höchsten Level sind es dann wirklich fast nur noch die Buy-ins, weil natürlich, wenn du jetzt eine Million Einsätze hast, sind die 10.000 Euro Reisekosten dann überschaubar im Vergleich. Dementsprechend ist es eigentlich hauptsächlich eine Einsatz und Caches Gleichung.

02:01 Feliks Eyser: Und was ist da so die Formel? Man sagt mal, gewinnt 10 Millionen so im Schnitt, wie viel steckt ein Spieler heute da rein? Gibt es da einen Durchschnitt?

02:09 Fedor Holz: Das kannst du wirklich so gar nicht sagen, weil es gibt zum Beispiel jetzt, es gibt das Main Event, das größte Pokerturnier der Welt und da setzt du 10.000 Dollar ein und kannst 10 Millionen gewinnen. Das heißt, der krasseste Gap wäre eben jetzt 10.000 Euro Kosten und 10 Millionen Gewinn. Das ist natürlich Das passiert genau einer Person pro Jahr. Das ist natürlich völlig crazy. Und dann gibt es jetzt beispielsweise High Roller, so die besten Spieler der Welt. Wenn du 10 Millionen in einem Jahr gecashed hast. Also ich habe circa 4, 5 Millionen Buy-ins pro Jahr, würde ich schätzen, das ist jetzt so. Pi mal Daumen. Das heißt, wenn ich weniger als 4, 5 Millionen im Jahr cache, dann wird es ziemlich sicher negativ sein. Ach krass. Und die verteilen sich aber auf nicht so viele Turniere. Nicht so viele Turniere. Also ich glaube, mein durchschnittlicher Einsatz werden sein so 80.000 Euro circa pro Turnier.

03:03 Feliks Eyser: Was war der höchste, den du gemacht hast? War das diese eine Million?

03:07 Fedor Holz: Genau, ich habe zwei, dreimal habe ich in einer Million Buy-in gespielt.

03:13 Eine Million gesetzt: wie schläft man da?

03:13 Feliks Eyser: Wie schläfst du in der Nacht davor, wenn du weißt, du hast die Millionen gesetzt?

03:17 Fedor Holz: Also ich muss sagen, der Schlaf ist absolut kein Problem bei mir. Irgendwann ist so ein Punkt, ich weiß nicht, ob das bei anderen so ist, wahrscheinlich ist es bei anderen nicht so. Ich muss sagen, das ist auch eher ein Punkt, wo ich recht schmerzbefreit bin. Also ich mache da keinen so riesen Unterschied jetzt zwischen einem 10.000 oder einem 100.000 oder einem 1.000.000 Dollar Turnier. Ich habe meinen kompetitiven Modus. Es macht auch in der Strategie kaum einen Unterschied. Die einzige Anpassung ist, dass Businessleute, sagen wir jetzt mal, es macht schon einen Unterschied, ob das für den jetzt das höchste Buy-In ist, was er spielt oder das niedrigste. Weil jetzt ein superreicher Businessman, der ein 10.000-Dollar-Turnier spielt, der spielt dann vielleicht ein bisschen looser und da gehen die Chips vielleicht mal ein bisschen leichter in die Mitte. Und wenn er jetzt ein 1.000.000-Dollar-Turnier spielt, dann sind die schon, da schmeißen sie auch öfter mal weg. Und da kannst du ein bisschen aggressiver spielen. Also das ist die einzige Anpassung. Ansonsten sollte deine Strategie nicht vom Einsatz, sondern vom Spiel abhängen. Und das ist auch schon so mein Ansatz.

04:22 Feliks Eyser: Und wenn du sagst, so ein Businessman spielt damit, das ist dann kein Pro. Also das ist auch eine Sache, die du dir anschaust. Ich sag mal, wie viele Businessmen spielen damit, die eine Millionen verzocken wollen versus Leute wie du, die wissen, was sie tun.

04:36 Fedor Holz: Das ist ganz wichtig. Also du hast, das kann man ein bisschen oberflächlich erklären, das kann man auch sehr im Detail erklären. Also oberflächlicher geht es natürlich darum, dass die Pros versuchen, eine irgendeine Art von Vorteil herauszuschlagen. Das geht sowohl natürlich gegen Amateure oder Business-Spieler oder Business-Leute. Es geht natürlich aber auch gegen andere Pros. Also du kannst natürlich auch ein besserer Pro sein als andere Pros. Und wir drücken das Ganze aus in ROI, also Return on Investment, eigentlich eine Kennzahl aus eher Finanzinvestments. Da geht es eben darum abzuschätzen, was ist jetzt deine Gewinnerwartung, wenn du dieses Spiel spielst. Das bedeutet natürlich nicht, dass du dann wirklich auch auf jetzt ein Spiel gesehen oder auch zehn Spiele gesehen das realisierst. Aber es ist natürlich für einen Profi wichtig, dass du Spiele spielst, wo du eine positive Gewinnerwartung hast. Und jetzt in so einem Turnier sind diese RIs sehr, sehr niedrig. Also da reden wir dann wirklich von einstelligen Prozentzahlen, weil du halt nicht weißt, welcher Pro ist besser. Gerade auf dem allerhöchsten Niveau ist es ganz schwierig zu sagen, ist der Pro jetzt besser oder ist der Pro besser. und dann ein großer Teil ist natürlich, dass die Pros sich anschauen müssen, wie viele Businessleute spielen da, wie gut sind diese Businessleute, weil da gibt es natürlich auch Riesenunterschiede und dann musst du daher so ein bisschen ableiten, ob es sich halt lohnt, das Turnier zu spielen.

06:01 Feliks Eyser: Ich erinnere mich, vor vielen Jahren gab es mal so einen Artikel von dem Gründer von Zappos, der geschrieben hat, so sinngemäß, alles, was ich über Business-Strategy gelernt habe, habe ich beim Pokerspielen gelernt. Kennst du den Artikel?

06:11 Fedor Holz: Also ich kenne sein Buch und das fand ich sehr, sehr cool. Ich weiß nicht mehr, wie es hieß, Delivering Happiness.

06:17 Feliks Eyser: Delivering Happiness, glaube ich, oder?

06:20 Fedor Holz: Sehr geiles Buch. Und der war ein Riesen-Poker-Fan, ja.

06:26 Die wichtigste Entscheidung am Pokertisch

06:26 Feliks Eyser: Total. Und einer, der hat dann so verschiedene Ableitungen gemacht, quasi Poker-Welt zur Start-up-Welt. Und eine war diese Geschichte, die allerwichtigste Entscheidung ist gar nicht, welche Karten du spielst und so weiter, wann du blödscht und so weiter, sondern an welchen Tisch du dich setzt. Und quasi die Analogie der Start-up-Welt. Die Frage ist, in welchen Markt gehst du, mit welchem Geschäftsmodell gehe ich rein und sitzen da diese ganzen Businessleute aus dem Poker, das sage ich mal nicht wissen, was sie tun, versus die Pros. Also wenn du heute quasi eine AI-Company gründest und antrittst gegen Anthropic und OpenAI und so weiter, die Milliarden geraced haben und die schlauesten Leute der Welt heiern, versus du gründest, weiß ich nicht, ein Yoga-Studio in der Stadt, wo es noch keins gibt oder so, dann konkurrierst du natürlich mit anderen Leuten so in etwa.

07:12 Fedor Holz: Absolut. Also ist auch eine der Sachen, würde ich sagen, die ich so in meiner unternehmerischen Laufbahn mit am meisten gespürt und gelernt habe. Und ich glaube auch aus dem Poker-Bereich dafür ein gutes Gespür entwickelt habe. Aber wo ich auch finde, dass das ein wahnsinnig unterschätztes Thema ist.

07:32 Feliks Eyser: Wir sehen es ja immer wieder in den Investments. Die schlauesten Leute gehen halt im Bereich rein, der einfach hardcore kompetitiv ist. sondern Leute, die einfach ein gutes Modell gefunden haben, aus Glück oder aus einer Strategie, wo einfach weniger Competition ist, gewinnen mehr. Wieso hast du ein Buch geschrieben?

07:50 Warum Fedor ein Buch schrieb

07:50 Fedor Holz: Das ist eine sehr gute Frage. Das habe ich mich auch ein paar Mal gefragt. Also ich würde sagen, es hat zwei Gründe. Der erste Grund war, ich sage mal, der für mich initiale Grund war, weil ich schon das Gefühl hatte, dass diese Geschichten, die ich angesammelt habe über meine Pokerlaufbahn, dass die Wert in sich tragen, dass da irgendwas dabei ist, wo andere Leute, die vielleicht selbst vor Entscheidungen stehen oder über ihren eigenen Weg nachdenken, dass die da irgendwas rausziehen können, weil es sehr viele unorthodoxe Geschichten sind. Also es sind sehr atypische Geschichten, Geschichten, die man vielleicht auch so noch nie gehört hat, was Selbstverantwortung angeht, was Geld, den Umgang mit Geld, was Risiko angeht, was, ich sag mal, das nicht funktionieren, vor allem auch, dass es eine längere Zeit nicht so gut funktioniert hat. Also da sind viele Sachen dabei, wo es ist sehr, sehr leicht im Nachhinein, das so darzustellen, als ob alles so super easy gewesen wäre, ich da reingegangen bin und einfach irgendwie Millionen gewonnen habe, aber so war es überhaupt nicht. Und ich finde vor allem das eigentlich Spannendes, das habe ich auch so in der Reise dann, als ich mehr ins Unternehmertum reingeschaut habe und dort Erfahrungen gemacht habe und Menschen kennengelernt habe, dass gerade da für Leute, die in einem Business oder an einem Business arbeiten, dass da eigentlich wahnsinnig viele spannende Parallelen da sind und mir diese Erfahrungen auch sehr, sehr viel für meine eigene Laufbahn geholfen haben und, glaube ich, irgendwie ein Mindset bei mir geschaffen haben, was ich jetzt im direkten Vergleich mit anderen sehr ungewöhnlich finde. Und das war der Hauptgrund, also dass ich mir erhoffe, dass ich irgendwie andere Menschen inspirieren kann. Der zweite Grund, der sich währenddessen so ein bisschen aufgetan hat, an dem ich nicht so sehr gedacht habe am Anfang, ist, dass es mir sehr geholfen hat, das alles nochmal so Revue passieren zu lassen und nochmal zu reflektieren. Ich muss sagen, der Grund, den ich dann auch realisiert habe, auf den ich eigentlich nicht so Lust habe, ist, bekannter zu werden. Also ich möchte eigentlich nicht jetzt mehr Mainstream-Bekanntheit. Ich bin da eigentlich sehr glücklich, was das angeht. Und dementsprechend war das auch so eine der Sachen, die ich jetzt ein bisschen in Frage gestellt habe.

10:14 Feliks Eyser: Das ist eigentlich interessant bei Poker, der Sportart, beziehungsweise bei dir auf der einen Seite, ist, dass du hast diese, ich sag mal, die Bubble oder diese Szene, da kennen dich alle, wenn man mit dir unterwegs ist, irgendwie in Vegas haben wir gemacht, da wirst du fünfmal angesprochen, wenn man einmal auf die Straße geht. Und auf der anderen Seite, in der normalen Welt, kannst du dich normal bewegen, Du bist jetzt quasi da nicht so Ronaldo, obwohl du so eine Art Ronaldo des Pokers bist. Also auf einem ähnlichen Level. Wahrscheinlich absolute Weltspitze. Aber dadurch, dass die Sportart jetzt nicht so mainstreamig ist, habe ich das Gefühl, du hast ein bisschen das Privileg, da jetzt nicht komplett eingeschränkt zu sein.

10:46 Nischenbekanntheit statt Mainstream-Ruhm

10:46 Fedor Holz: Ja, ich hoffe es nicht so sehr. Ich hoffe wirklich nicht so sehr. Aber ich muss echt sagen, also Nischenbekanntheit ist, finde ich, die beste Art der Bekanntheit. Weil auch die Interaktionen wirklich toll sind. Also ich habe eigentlich quasi keine negativen Interaktionen und die Leute, die mich dann ansprechen, da spüre ich immer direkt diese Begeisterung. Also es ist ganz oft so, hey, ich spiele leidenschaftlich gerne Poker, ach wie cool, dich hier zu sehen. Also das ist eigentlich 90, 95 Prozent der Interaktion und das ist halt voll schön, wenn Leute da so eine Begeisterung für haben und die die irgendwie so entgegenbringen und das ist ja dann, das finde ich mega nice, anstatt jetzt so, hey, ich habe dich im Fernsehen gesehen, ich will einfach nur ein Bild, um es anderen zu zeigen, ist natürlich eine ganz andere Motivation.

11:36 Feliks Eyser: Lass uns probieren zu dekonstruieren aus den ganzen Geschichten, aus deinen Erfahrungen, aus der Pokerwelt, aber auch aus der Unternehmerwelt, rauszufinden, was können Startup-Founder lernen. Wir sind bei Founder-Mode, wir sind nicht bei Poker-Mode. Trotzdem sind diese Geschichten relevant. Eines fand ich auch interessant. Ich habe neulich, auch vor einigen Jahren, hat mir jemand ein Buch empfohlen, ging es darum, was war das beste Business-Buch, was du gelesen hast. Dann hat er gesagt, The Inner Game of Tennis. Da habe ich gedacht, The Inner Game of Tennis, was hat denn das mit Business zu tun? Aber das ist ein Typ, der hat ein Buch geschrieben über Tennis, wie werde ich da besser, aber eigentlich hat er ein Buch geschrieben über Psychologie. Wie manage ich mich selber, wie baue ich den Druck ab, wie kann ich in der wichtigen Situation performen. Also diese ganzen Metaskills, die überhaupt nichts mit dem Tennisplatz zu tun haben. Und was ähnliches können wir probieren, rauszufinden, was sind die Metaskills dahinter, die man nicht nur am Pokertisch einsetzen kann, sondern auch in der Startup-Welt. Ich würde sagen, lass uns dein Buch mal so ein bisschen durchgehen. Ich habe das Inhaltsverzeichnis hier. Mal ein bisschen reindippen in die einzelnen Kapitel. Und du erzählst uns die Story und wir überlegen, was man als Founder damit machen kann.

12:39 Fedor Holz: Können wir sehr gerne machen. Ich glaube, vielleicht so als kurzen Prolog. Ich finde, ich habe eine Gruppe von Leuten. Das ist dann so das Ende aller Kapitel. Deswegen nehme ich das einmal kurz vorweg. Ich arbeite jetzt intensiv seit 2013 mit anderen Pokerspielern auf dem höchsten Niveau zusammen. Und immer so in unterschiedlichen Rollen. Am Anfang war es mehr Peer, also auf Augenhöhe, ganz eng mit anderen zusammengearbeitet. Und jetzt so die letzten fünf Jahre ist es mehr Mentor. Und dementsprechend habe ich da ganz viel Einblicke in, was macht diese Spiele erfolgreich. Und ich muss wirklich sagen, also da, ich bin jetzt eher ein skeptischer Typ. Ich würde jetzt nicht so leicht sagen, so, ah, ich bin richtig gut in was. Aber darin bin ich richtig gut. Also ich würde sagen, darin bin ich viel besser als im Pokerspielen selbst. In Mentorship speziell oder? Für Pokern jetzt ganz spezifisch. Also wirklich zu identifizieren, was, wer sind die Leute, die das größte Potenzial haben. die auch dabei zu unterstützen, das zu erreichen und so diesen Weg aufzuzeigen, da habe ich eigentlich das Gefühl, dass ich das besser kann, als jetzt selbst Poker zu spielen. Und da werden wir jetzt ganz viele Schnittpunkte in den Kapiteln haben von, okay, was macht diese Leute aus und was für eine Journey gehen die durch die letzten, jetzt zum Beispiel die erste Gruppe, ich habe so 20 Leute, mit denen ich zusammenarbeite. was für Skills trainieren die oder werden die besser drin und was ist eben dann so der Unterschied, wo man merkt, da sind sie halt nur

14:28 Feliks Eyser: mittelklassig und da sind

14:30 Fedor Holz: sie dann weltklassig. Und das ist crazy und das merkst du, das überträgt sich so arg in den Rest des Lebens auch. Und das sind eher so generische Eigenschaften als jetzt spezifisch technische Fähigkeiten. Deswegen, da werden wir jetzt so ein paar Sachen durchgehen.

14:47 Feliks Eyser: Let's do it. Ein Kapitel

14:49 Fedor Holz: Ziele setzen und erreichen. Ich habe eigentlich eins der besten Kapitel, um damit anzufangen. Vielleicht so zu dem Kapitel selbst oder zu meiner Journey, ich würde sagen, ich hatte so drei Phasen im Ziele setzen. Fangen wir mit der Phase 0 an, von ich hatte mir keine richtigen Ziele gesetzt, ich war irgendwie fertig mit Abitur. Was mache ich jetzt? Ich habe das Gefühl, ich habe zwei Optionen, Studium oder Ausland. Für das Ausland war ich zu jung, ich war noch 17. also okay, ich studiere mal irgendwas so ein bisschen geguckt, ja Informatik okay, alles klar, Computer interessiert mich, studiere ich Informatik, also ich hatte keine Ambitionen, ich hatte keine Pläne, ich hatte keine Ziele, es war einfach nur okay, gut, ich muss irgendwie irgendwas machen und das sind so die Optionen das hat nicht sehr gut funktioniert und Poker hat auch nicht sehr gut funktioniert und auch da es war sehr unstrukturiert, also halt gespielt, wenn ich mal was gewonnen habe, habe ich höher gespielt, dann habe ich es wieder verloren, dann habe ich wieder was eingezahlt und wieder also wirklich das Video habe ich 10, 15 Mal durchgemacht und so der Punkt, wo die Frustration dann hoch genug war, wo ich gesagt habe, hey, nee, jetzt habe ich keinen Bock mehr, jetzt will ich das irgendwie mal anfangen, ordentlich zu machen, ich würde sagen, das war so Phase 1, wo ich so das erste Mal angefangen habe, okay, ich setze mir jetzt ein Ziel und ich werde jetzt strukturiert versuchen, auf dieses Ziel hinzuarbeiten. So in dem Bereich, da war es wirklich einfach nur, das finde ich ganz, ganz wichtig, also ich finde die meisten Menschen setzen sich, wenn ich jetzt sie beobachte, so im Zielen setzen. Ich finde es unfassbar wichtig, ganz genau hinzuschauen, in was für eine Lebensphase man ist. Also ist es eher so, geht es jetzt um Survival? Geht es wirklich gerade einfach nur um genug haben? Oder so ist man in einer anderen Phase des Lebens. Und bei mir damals, da ging es einfach nur um Survival. Also ich wollte überhaupt erstmal einfach nur auf den Punkt kommen, wo ich davon leben kann, wo ich genug Geld für Miete und fürs Essen habe.

16:51 Feliks Eyser: Das war dein erstes Ziel, was du dir gesetzt hast?

16:54 Sein erstes Ziel: 800 Euro im Monat

16:54 Fedor Holz: Das war das erste Ziel und ich glaube, oft bin ich vorher gescheitert, weil ich mir andere Ziele gesetzt habe, die dann schon weit darüber hinaus sind, ich will irgendwie rumreisen und dies und jenes, aber das ist halt, wenn mein Leben nicht stabil ist, wenn ich ständig mir um Geld Sorgen machen muss und irgendwie teilweise am Ende des Monats nicht genug Geld fürs Essen hatte und so Sachen, dann hast du keine Basis, um von dort überhaupt eine Leistung zu bringen, die dann für mehr reicht. Und das hat eben dann in dem Zeitpunkt so eingesetzt, nee, lass mich mal jetzt wirklich einfach nur so viel Geld verdienen, dass ich davon leben kann. Und das finde ich zum Beispiel, das denke ich mir ganz oft so, wenn Leute sich selbstständig machen, so direkt mal die erste Parallele jetzt irgendwie für, ist jetzt nicht direkt Startup, Aber es ist schon so, okay, Eigenständigkeit, Selbstständigkeit, ich will irgendwie was anfangen, ich will autark vielleicht auch funktionieren. 800 Euro im Monat verdienen oder 1000 Euro oder 1200 Euro verdienen ist eigentlich irgendwie auch ein nice Ziel, weil man das recht leicht erreichen kann, weil man das auch mit sehr, sehr vielen Dingen erreichen kann. Und weil man auch sehr klar diesen Progress merkt, so okay, wie komme ich da hin und was muss ich tun? Wenn du dir das Ziel wirst, okay, ich will irgendwie 100.000 Euro im Jahr verdienen und ich will ein guter Pokerspieler sein und so, dann ist das halt einfach ewig weit weg. Und das war so die erste Phase und da habe ich dann wirklich strukturiert, ich habe niedrige Limits gespielt, ich war strikter, ich habe mir Leute gesucht, mit denen ich daran gearbeitet habe und das hat dann 9 bis 12 Monate gedauert und dann habe ich das erreicht. Und dann habe ich sehr, sehr viel Geld verdient. Und dann kam so Phase 2. Und Phase 2 war dann wirklich, dann habe ich mein gesamtes Leben dekonstruiert in sechs verschiedene Bereiche. Gesundheit, Familie und Friends, beruflichen Aspekt, dann da nochmal unterteilt, in zum Beispiel auch meine Brand, dass ich mir da überlegt habe, okay, möchte ich mich da irgendwie positionieren als Pokerspieler, was jetzt Einfluss oder eben auch Partnerschaften mit Companies angeht, das Spielen selbst und so weiter. und da habe ich wirklich dann, das habe ich dann runtergebrochen, ich habe das in Kategorien aufgeteilt, ich habe mir in verschiedenen Bereichen Subziele gesetzt und habe das dann so ein bis zwei Jahre ziemlich detailliert getrackt und das war nicht so befriedigend wie gehofft und ich glaube, das ist auch eigentlich so ein bisschen die Essenz aus dem Kapitel, dass ich finde, dass Ziele setzen ein guter Short-Term Trick ist, aber ein Trick auch, in dem man lernt, was daran nicht so passt und warum es vielleicht nicht so hilfreich ist. Wie gehst du heute damit um? Und heute würde ich sagen, es ist mehr so ein, Ziele sind für mich nie primäre, nie primäre Motivatoren oder Punkte für die Orientierung. Ziele sind für mich eher eine Formulierung, um Dinge greifbarer zu machen, also ein Tool für Konkretisierung, um Abstraktes klarer zu machen, auch in der Kommunikation, aber nichts, worüber ich Disziplin oder Zwang oder Forcierung ausüben möchte. Und dementsprechend zum Beispiel auch in meinen Firmen, ich bin sehr, mittlerweile sehr, ich lege sehr viel Wert auf Daten, auf Klarheit, Kommunikation von Zielen oder eben Erwartungen, was möchtest du damit erreichen, was wäre ein gutes, guter Kosten, Nutzen, Outcome zum Beispiel, aber ich finde es eher ein sehr, sehr gutes Learning Tool, um zu realisieren, wie hat man das eingeschätzt, warum hat man das so eingeschätzt, warum hat man es vielleicht falsch eingeschätzt, was kann man daraus lernen, Also es ist wirklich mehr ein Tool, um intern für mich zu reflektieren und auch in der Gruppe zu reflektieren, aber nicht so sehr dieses, ich muss jetzt unbedingt dieses Ziel erreichen. Und das ist so ein ständiges Balancieren. Und das ist natürlich auch, würde ich sagen, die meisten haben eine nicht vergleichbare Einschätzung davon oder Sichtweise darauf. Dementsprechend ist das auch, wenn ich mit Leuten so arbeite, immer wieder eine neue Herausforderung, das zu kommunizieren. Aber ich habe das Gefühl, dass es sehr gute Ergebnisse erzielt. Weil es dich natürlich auch zwingt, bestimmte Sachen anders anzugehen. Also es zwingt einen zum Beispiel da, dann ist so die Frage, okay, aber wie motivierst du dich dann? Vielleicht ist das genau die Frage, warum brauchst du ein Ziel, um dich zu motivieren, diese Sache zu machen?

21:32 Ziele sind nur ein Tool

21:32 Feliks Eyser: Das ist auch total meine Beobachtung bei Foundern. So ähnlich wie du es beschrieben hast am Anfang, so als First-Time-Founder, viele Teams fangen an. setzen sich gar keine Ziele, die machen einfach, die bauen irgendeine Software, gewinnen ein paar Kunden, machen erst einen Umsatz und dann wächst so ein kreatives Chaos und irgendwann kommen die an den Punkt zu sagen, ah scheiße, ich kann es nicht mehr kontrollieren, ich habe jetzt zehn Mitarbeiter, die fragen mich, wohin soll die Firma gehen, dann schauen die sich irgendein Video an, so OKRs oder sowas und machen den Workshop und dann überlegen die, was ist ein Key Result und was ist ein Objective und dann ist diese Liste, das habe ich auch gemacht, dann hast du plötzlich eine Liste mit 20 Sachen, dann ist die nächste Evolutionsstufe zu sagen, ja scheiße, wenn da 20 Sachen stehen, dann mache ich ja nichts und so die erfahrenen Unternehmer, die sagen dann wieder, komm, das kratzen wir alles in die Tonne, wir überlegen uns jetzt, was ist jetzt die eine Sache, auf die wir uns konzentrieren, dieses Quartal oder bis Ende des Jahres oder zwei Sachen maximal und probieren wieder Komplexität rauszunehmen, um das auch nicht so zu intellektualisieren. Das ist ja dann so ein bisschen so Mental Masturbation, wenn du halt diese riesen Tabellen hast und Jahresziele und dann brichst du es runter auf Monate und trackst es mit irgendeinem Excel-Chart und in der Zeit hast du eigentlich auch nur prokrastiniert, wir hätten ja irgendwas anderes machen können, außer diese Excel zu pflegen.

22:41 Fedor Holz: Ja, und ich glaube, es wird dann auch eine andere, also es hat nicht mehr so sehr ein emotionales von ich brauche ein Ziel, sondern ich beschäftige mich mit KPIs in dem Sinne von, okay, was glaube ich, ist die beste Repräsentation von Input-Output, weil ich halt natürlich sehen will, was das bringt, was ich da mache.

23:00 Feliks Eyser: Du hast ein Kapitel über Risikomanagement geschrieben. Sag mir mal, wie du das anwendest außerhalb der Poker-Welt bei deinen Investments, bei deinen Unternehmungen? Ich erkläre

23:10 Risiko-Management für Gründer erklärt

23:10 Fedor Holz: vielleicht kurz so das Risikomanagement im Pokern. Also ein ganz wichtiger Teil im Pokern ist abzuwägen, beispielsweise was ist das Risiko? Also quantifiziert auch. Was ist dein Erwartungswert? Das ist ganz wichtig.

23:24 Feliks Eyser: Von einer Hand? Von einem Turnier?

23:26 Fedor Holz: Oder auf was beziehst du das? Eher von einem Turnier. Also wenn ich jetzt eine Investment- Entscheidung treffe, sagen wir mal, die größte Entscheidung für einen Pokerspieler ist, ich habe jetzt 100.000 Euro. Ich überlege jetzt ein Turnier zu spielen. Wie viel Euro sollte ich denn riskieren? So, okay, kann ich mich jetzt für ein 5.000-Euro-Turnier einkaufen? Dann hätte ich nur 20 Buy-ins sozusagen. Dann könnte mich nur, wenn das jetzt 20 mal schief geht, habe ich kein Geld mehr.

23:51 Feliks Eyser: 20 klingt für mich jetzt viel. Ist es in der, also sag ich mal gut, 20 mal, da wird schon einer dabei. Also wenn ich 20 Investments mache, denke ich mir so, da muss schon eins dabei sein, was funktioniert. Weil sonst habe ich irgendwie auch nicht so einen guten Job gemacht.

24:01 Fedor Holz: In der Poker-Welt ist es gar nicht so viel 20.

24:04 Feliks Eyser: Liege ich da total falsch?

24:06 Fedor Holz: das wäre sehr wenig aber das ist eigentlich jetzt ganz gut weil jetzt nehmen wir deinen Gedankengang, sagen wir mal, du bist jetzt Unternehmer ja, du hast jetzt 5 Millionen Net Worth und du würdest jetzt diese 5 Millionen dein gesamtes Kapital auf 20 Early Stage VC Investments verteilen, also das wären dann 250k pro Startup, würdest du jetzt ja schon auch sagen, ist eher eher sehr risikoreich, oder?

24:35 Feliks Eyser: Sehr risikoreich, ja. Was wäre denn jetzt,

24:39 Fedor Holz: was würdest du jetzt sagen, wenn du dein gesamtes Kapital einsetzen würdest, wie viele Buy-ins als Startup-Investment würdest du denn jetzt zum Beispiel mit 5 Millionen, was wäre so eine Ticket-Size, wo du sagst, das würdest du

24:52 Feliks Eyser: Die Frage ist ja erstmal, riskiert man die ganze Bankroll, oder sage ich, von den 5 Millionen packe ich erstmal 4 Millionen in ETFs und lass sie da einfach liegen und nehme 1 Million und pack sie in Startups und das wäre wahrscheinlich auch schon, würde jeder Bankberater sagen, das ist auch schon verrückt. Genau, es ist

25:06 Fedor Holz: natürlich jetzt mit Poker nicht so vergleichbar, weil du hast eben diese, die risikoarme Option halt nicht. Deswegen müssen wir jetzt diesen Vergleich machen, dass du

25:14 Feliks Eyser: quasi reduziert bist auf, du darfst

25:16 Fedor Holz: nur Startup-Investments machen, um das Beispiel aufzulösen. Also im Poker zum Beispiel hängt es von zwei beziehungsweise drei Faktoren ab. Du hast die Größe des Turniers, also wie viele Spieler spielen mit, weil umso mehr Spieler mitspielen, umso höher ist die Varianz. Dann hast du den zweiten Faktor, wie hoch ist dein Erwartungswert? Das ist nämlich zum Beispiel einer der ganz unterschätzten Punkte. Und den dritten Faktor lasse ich weg. Das sind die zwei Faktoren. Wie groß ist das Feld sozusagen? Vergleichen wir mal das Feld so ein bisschen mit, investierst du in AI oder investierst du in Wäscherei? Machen wir mal den Vergleich. Und das zweite wäre jetzt, was ist dein Erwartungswert?

25:58 Feliks Eyser: Nochmal vielleicht die Analogie zur Startup-Welt. Du hast gesagt, du schaust dir beim Turnier zwei Sachen an. Wie viel spielen da mit und wie ist der Erwartungswert? Kannst du zum Beispiel sagen, im Startup, wie ist die Competition? Wie viele andere Companies gibt es da? Wie sind die gefundet? Und der Erwartungswert, schwer zu sagen, aber kannst du sagen, wie groß ist die Marktgröße? Was ist, wenn ich es hinkriege, den zu captchern? Beide Input-Variablen sind aber natürlich A, nicht so einfach zu bestimmen und B, ändern die sich. Also wenn du auf Airbnb gewettet hast, 2010 oder so, sagst du erstens, da gibt es keine Competition, okay, das ist erst mal gut, aber den Markt gibt's halt nicht. Und am Ende war das einer dieser Outlier, der wahrscheinlich alle paar Jahre kommt, bei einer neuen Markt kreiert wurde. Oder du kannst sagen, alle sehen die Opportunity, Stichwort OpenAI und die ganzen AI-Labs, und da fließen Milliarden rein, aber die Competition ist ultra krass. Und da kommen ja auch jeden Monat welche dazu, wenn sich das abzeichnet. Also, wie geht's mit so einer Unsicherheit um?

26:48 Fedor Holz: Ja, also in erster Linie ist, glaube ich, das Allerwichtigste, keine zu hohe Confidence in Sachen zu haben, wo du praktisch keine Confidence haben kannst.

26:57 Feliks Eyser: Das ist, glaube ich, ein gutes Investor auf Mindset. Viele VCs, mit denen ich spreche, die sehen es andersrum. Aber ich glaube, das ist eine gute Grundeinstellung.

27:06 Fedor Holz: Also ich glaube schon natürlich, am Ende, wenn du Edge in diesem Space generieren möchtest, wenn du jetzt irgendwie sagen willst, okay, ich mache da irgendwas besser, dann sehe ich im Grunde, dann gibt es für mich nur zwei Wege. Also der erste Weg ist für mich, ich sehe was, was andere nicht sehen, im Sinne von eine Opportunity zu identifizieren, die andere nicht identifizieren. Das kann jetzt ein Markt oder eine Firma sein beispielsweise oder ein Founder oder was auch immer.

27:33 Feliks Eyser: Ein Team, ja.

27:34 Fedor Holz: Und die zweite, die finde ich auch sehr interessant ist, ist gerade wenn wir jetzt von riesigen Zahlen sprechen. Also nehmen wir eine insane Opportunity. Du hast gerade eben AI angesprochen. Leute sehen die Opportunity, aber verschätzen sich beim Faktor der Opportunity. und das ist, finde ich, so eine der zweiten Arten und Weisen, Conviction zu haben, ist einfach zu sagen, ja, okay, wir sind uns alle einig, dass das eine große Opportunity ist, aber Menschen sind einfach sehr, sehr schlecht mit sehr kleinen und sehr großen Zahlen und dann ist es so, okay, ist das jetzt eine Faktor 100 Opportunity, ist das eine Faktor 1000 Opportunity, ist das eine Faktor 100.000 Opportunity und da glaube ich zum Beispiel, dass es auch teilweise Investments in Companies gibt, Wo man dann schon denkt, boah, das ist aber eine crazy hohe Bewertung. Und ich glaube, teilweise ist die Bewertung nicht hoch genug. Weil es einfach so crazy Opportunities sind, dass es sich subjektiv fast, dass es fast unvorstellbar ist, sich vorzustellen, wie groß dieser Markt ist und wie relevant diese Opportunity ist. Ich würde sagen, das sind so für mich so die einzigen zwei Arten und Weisen, Edge in dem Investor Space zu generieren. Aber das Risikomanagement, das sehe ich dann eher so in praktischer Ebene. Also wirklich jetzt in der Company an kleineren Beispielen. Also wenn es jetzt darum geht, wo investieren wir jetzt Kapital, in Marketing, in Allocation of Funds, in Quantifizierung von Effekt, von Handlung. So da würde ich sagen, da geht es dann eher um zum Beispiel, investiere ich die 10.000 Euro jetzt in dieses Event oder in eine Kampagne oder in Pay Performance oder was auch immer.

29:17 Feliks Eyser: Oder ein neues Feature zu bauen, eine neue Person einzustellen. Das sind ja die Entscheidungen, die ein Founder immer trifft.

29:22 Fedor Holz: Die zwei großen Biases, die ich sehe, sind so in die eine oder in die andere Richtung. Also entweder sind Leute eher stingy oder sehr careful with money. Oder sie sind halt Spender. Und das würde ich sagen, das sehe ich schon sehr oft. Also wo ich bei Foundern denke, die dann irgendwie die erste Finanzierungsrunde und dann wird erstmal für 250.000 Euro ein Büro eingerichtet. Oder halt Founder, wo du merkst, okay, die haben eine große Opportunity jetzt entdeckt und sind nicht ready, dann halt mal 200, 300.000 Euro in der Ad reinzuhauen, weil es halt so, hey, KPIs sind doch super, warum machst du nur 10k?

30:01 Feliks Eyser: Also ich würde sagen, das sind so die zwei Sachen, die ich sehr oft sehe. Sehe ich auch total. Und die Wetten sind da sehr ungleich groß. Du sagst, du hast irgendwie drei Millionen geraced von einem VC. Wie platzierst du das jetzt? du platzierst ja in der Regel nicht 30 Wetten a 100k, sondern du hierst ein paar Leute, dann hast du sofort vielleicht eine Million ausgegeben, so auf das nächste Jahr bezogen. Dann machst du Marketing, da gibst du aber vielleicht irgendwie erstmal nur 10, 20k aus, weil du es erstmal antesten willst und vielleicht ist das viel zu wenig. Und ich glaube, das ist eine gute Analogie zu überlegen, wenn ich das in 100 Wetten platzieren müsste, dieses Kapital, was würde ich denn machen? Lass mal über Cherry Island sprechen, meine favorite Story. Deine Lieblingsgeschichte.

30:41 Fedor Holz: Wie das Kapitel heißt,

30:42 Cherry Island: warum er eine Insel mietete

30:42 Feliks Eyser: Cherry Island oder warum ich eine Insel mietete.

30:46 Fedor Holz: Ich habe eine Insel gemietet, weil im April und im September gibt es immer die zwei größten Online-Serien. Das ist die Spring Championship und die World Championship auf Online-Poker. Da spielt man, wenn man ein Pro ist, spielt man da drei, vier Wochen Online-Poker. 2014 war so, würde ich sagen, mein Peak-Jahr, was so mein Skill angeht. Da habe ich eine Gruppe gehabt, Wir waren so zehn Leute, alle sehr ambitioniert, sehr gute Pokerspieler. Und das Ding ist, dass halt die Zeitzone in Deutschland, beziehungsweise Europa ist halt, du spielst abends. Also du spielst von 8 Uhr abends bis 4, 5 Uhr morgens. Und wenn du das 5, 6 Tage die Woche machst, ist es halt recht anstrengend. Deswegen habe ich nach einer Location gesucht, wo wir zu 10 irgendwo remote in amerikanischer Zeitzone dann eben so von 10, 11 Uhr morgens bis 7, 8 Uhr abends spielen können, was halt perfekt ist. und dann habe ich eine Insel gefunden in Kanada mit einem richtig nice Haus drauf. Wir sind dort einmal rausgeflogen, haben dort vier Wochen online gespielt, uns viel ausgetauscht. War wirklich eine der pokermäßig bereicherndsten Zeiten für meine Karriere. War es unfassbar, was wir da an Fortschritt gemacht haben.

31:57 Feliks Eyser: Wie hast du die Gruppe gefunden? Wie wart ihr zu zehn? Wie wirst du die kennengelernt?

32:01 Fedor Holz: Das waren so die Leute, die ich kuratiert habe die letzten eineinhalb Jahre davor. Also ich habe, es war alles aus Online-Foren. Also es gab so zwei Foren, in denen die Leute Hände, also im Grunde nur du hast Hände gepostet oder Blogs zum Beispiel. Es gab ganz viele Blogs, wo halt Leute so, hey, ich bin gerade da, ich habe das Ziel oder ich will da hin. Und ich habe im Grunde mir die, wo ich das meiste Potenzial gesehen habe, rausgesucht und habe halt gesagt so, hey, lass doch mal skypen. Und dann habe ich mit denen regelmäßig geskypt. Und dann irgendwann war mir so ein Kern von sieben, acht Jungs, mit denen ich regelmäßig geskypt habe, die ich da auch zusammengebracht habe, die sich auch gut miteinander verstanden haben. Und dann mit denen habe ich das Haus gemietet.

32:44 Feliks Eyser: Und habt ihr den ganzen Tag online gespielt? Erstmal jeder für sich und voneinander gelernt.

32:48 Fedor Holz: Den ganzen Tag. Also wirklich den ganzen Tag. Also es war aufstehen, ein bisschen Sport, frühstücken, spielen. 19, 11, 12 Stunden. Dann ein bisschen Winddown in den Pool, gequatscht. Dann vielleicht noch jemand anderem kurz über die Schulter geguckt. Und dann schlafen. Also es war crazy. Und die sind alle erfolgreich geworden? 5, 6 von denen waren in der Top 10 der Welt. Also war schon sehr erfolgreich, ja.

33:17 Feliks Eyser: Krass. Ich finde das so faszinierend. Wir haben neulich hier im Podcast über Mr. Beast gesprochen. Den Content Producer, erfolgreichster YouTuber. Und der erzählt über seine Jugend quasi, in youtube groß geworden ist und das gleiche gemacht hat wie du der hat sich ein skype chat gebaut mit anderen kreaturen wo die teilweise morgens aufgestanden sind in den call gejumpt sind und dann 16 stunden lang thumbnails analysiert haben wie groß muss die schrift sein soll der typ lachen soll nach links gucken nach rechts gucken ist der hintergrund besser gelb oder pink und das haben die einfach stundenlang durchgezogen bis sie abends wieder umgefallen sind nächsten tag ging es wieder voran und dann haben sie vielleicht irgendwie description texte analysiert oder oder die Weise, wie man eine Hook am Anfang formuliert oder so. Also haben sich da jahrelang quasi gemeinsam reingenerdet und gemeinsam ihre Zehntausend, wahrscheinlich Zehntausende von Stunden, reingesteckt, um sich dieses Skillset zu erarbeiten. Wie werde ich erfolgreich auf YouTube? Und du hast das Ganze offline auf der Insel gemacht.

34:14 Die absurde Bluff-Formel

34:14 Fedor Holz: Ja, es ist vor allem krass, weil du, in Pokern ist es dann auch nochmal, wenn du eine Strategie hast, die funktioniert, oder Strategien, also es ist mehr dann so, Du hast dann so deine Toolbox. Du hast einzelne Sachen, die so ein bisschen Geld generieren. Was ist ein Beispiel? Also es ist recht technisch, aber es ist schon so, also was ganz absurd in Pokern war. Damals wirklich, wenn ich da heute drüber nachdenke, ist es eigentlich sehr absurd. Also stell dir jetzt vor, da ist ein Pott in der Mitte. 10 Euro in der Mitte. Ich setze jetzt 5 Euro. Dann riskiere ich 5 Euro, um 10 Euro zu gewinnen. Und dann so dieser Gedanke, wie oft muss das funktionieren? sagen wir mal, ich bluffe jetzt, ich setze 5 Euro, wenn er bezahlt, verliere ich, wenn er wegschmeißt, gewinne ich. Und so ganz simpel einfach nur, okay, wie oft muss der prozentual jetzt wegschmeißen? Und dann war das halt oft so, 50% der Zeit bezahlen sie, 50% der Zeit schmeißen sie weg, da mache ich richtig Kohle. Also die Leute haben damals nicht richtig verstanden, was der Einsatz verändert, also oder der Einsatz zu dem, was in der Mitte ist und wie viel in Prozent man dann bezahlen muss. Das heißt, wenn der andere einen kleinen Einsatz bringt, musst du halt richtig oft bezahlen. Und das ist aber auf der emotionalen Ebene ist das komisch, weil, sagen wir mal, du zahlst jetzt 3 Euro in den 10-Euro-Pott, dann darfst du sehr, sehr oft verlieren. Also es kann einfach zwei Drittel der Zeit schiefgehen, ein Drittel klappt immer noch gut, ja. Aber es fühlt sich halt scheiße an, zwei Drittel der Zeit zu verlieren. Das heißt, so subjektiv waren halt die meisten in diesem, das fühlt sich halt besser an, wenn du richtig liegst, ja. Und ich hab halt einfach nur auf die Mathematik geschaut. Und es war dann halt wirklich ein langer Zeitraum, also sicher ein, zwei, drei Jahre, wo halt viele Leute dachten so, ah, der Typ ist einfach crazy, der wird schon irgendwann die Rechnung bekommen, ne. So, der

36:20 Feliks Eyser: bluffte die ganze Zeit. Du hast die Rechnung auch bekommen, aber die ging auf.

36:23 Fedor Holz: Ja, es ist schon krass. Also wenn ich da so nochmal zurückschaue, das war wirklich, das war irgendwann mal das einfach eine Geldtruckmaschine. Also das war einfach...

36:31 Feliks Eyser: Was sind andere Skills, was sind Skills, die du von denen gelernt hast oder andere Highlights, wo Leute sich krass entwickelt haben, wo die auf die Insel gekommen sind und eine 2 von 10 waren und wieder abgelegt haben und eine 10 von 10 waren?

36:44 Fedor Holz: Ja, also das krasseste für mich war, wir haben sehr viel wir haben sehr viel an HUDs gebaut, nennt sich das. Heads-up-Display. Das ist quasi, du spielst gegen andere und dann hast du so deren Statistiken siehst du so um den Namen quasi. Also wenn du Hände gegen den spielst, dann darfst du tracken, was der macht sozusagen. Das ist

37:03 Feliks Eyser: legal. Es gibt Datenbanken, da steht drin, was hat der

37:05 Fedor Holz: in der Vergangenheit gemacht und du kannst dir angucken. Nicht jetzt Datenbanken, sondern nur du, deine eigenen. Also alle Hände, die ich gegen Feliks Eyser gespielt habe, die darf ich wieder abrufen sozusagen, aber nicht jetzt

37:17 Feliks Eyser: mit anderen. Okay, heißt aber, deine Datenbank wird auch besser, je mehr du spielst, je mehr du diese Leute beobachtest, desto mehr Daten sammelst du. Genau, und

37:25 Das brutale Symbolsystem

37:25 Fedor Holz: das war eine Sache, wo wir wirklich so, ich meine, das ist so simpel, aber das war halt damals so Gamebreaking, wir haben uns so ein Symbol- und Color-Coding-System gebaut, wo quasi immer, wenn jemand einen Fehler macht, den man automatisch exploiten kann, also beispielsweise und ich erhöhe dich nochmal. Und ziehe ich dann mit oder nicht? Genau, und das kann man in Prozent ausdrücken. Wie oft schmeißt du weg, wie oft bezahlst du quasi. Und wenn du mehr als 60% der Zeit wegschmeißt, dann kann ich mit ganz viel wildem Gemüse anfangen, dich zu erhöhen sozusagen.

38:05 Feliks Eyser: Okay, das heißt, ich spiele gegen dich. Ich habe schon wieder vergessen, wer du bist, aber du hast dein Heads-up-Display. Da ist mein Name irgendwie rot markiert, weil in der Vergangenheit war ich eine Angsthase. Und dann sagst du, okay, den Mangsthasen, dem nehme ich jetzt das Geld aus der Tasche.

38:17 Fedor Holz: Und jetzt musst du dir vorstellen, dann haben wir uns da halt hingekniet und jeden einzelnen Statistik uns überlegt, quasi ab welcher Zahl kriegt der eine Markierung. Und dann gab es halt so Symbole, da war quasi der rote Stern, war halt, da mache ich das gegen den, das gelbe Dreieck das, das Stoppsignal das und so weiter. und dann hattest du quasi nachher unter dem Spieler waren halt diese Symbole und ich wusste direkt, okay, gegen den mache ich diese vier Sachen und das war halt, das war so brutal.

38:46 Feliks Eyser: Krass, okay. Und ich finde auch wieder das Meta-Learning, also voneinander lernen so, jeder ist in einem bestimmten Bereich gut, der eine ist der Heads-Up-Display-Experte und der andere besser in, weiß ich nicht, Emotional-Control oder solche Sachen und diese Leute zusammenzubringen. Ich meine, das ist auch die Weise, wie wir uns kennengelernt haben, damals über EO, über die Entrepreneurs' Organization, so was ein Unternehmerclub ist quasi, um voneinander zu lernen. Und dann bist du in einer Gruppe von zehn Leuten, triffst dich einmal im Monat und der Modus ist ja zu sagen, der eine ist richtig gut im Online-Marketing, der andere hat seine Co-Founder-Relation irgendwie mal repariert, lass mal von dem lernen, wie er das gemacht hat. Der Nächste ist so ein KPI-Nerd oder so. Und ich persönlich habe da so viel von anderen gelernt und konnte überall in meiner Firma so kleine Labels dran machen. das habe ich hier geklaut, das habe ich dort mir abgeguckt, das hat er mir beigebracht. Und ich glaube, generell für Founder ist das eine super krasse Idee, die wir über Jahre machen können, und die ihr auf eine sehr kondensierte Weise an einem Ort gemacht habt. Also das ist ja die höchste Intensität, zu sagen, ich ziehe jetzt in ein Hackerhaus mit zehn anderen Foundern und wir arbeiten alle an unseren AI-Companies und schlafen am besten noch da drin und reflektieren jeden Tag gemeinsam, was man besser machen kann und welche Growth-Hack funktioniert und so weiter.

40:01 Praktische Skills, die Gründer brauchen

40:01 Fedor Holz: Ich glaube, also was ich bei mir selbst dann auch für eine Beobachtung gemacht habe, ist, dass oft sind die Game Changer halt auch die praktischen Skills. Bei mir zum Beispiel beim Pokern war es einfach dieses Macro-Building zu lernen und selbst mir diese Sachen anzuschauen und selbst alle Simulations zu runnen und so. Das ist schon diese Nerdiness, diese Sachen selbst zu machen und nicht so ein bisschen in so einer Warteposition zu sein und irgendwie so halt sich, das ist auch was anderes. Also ich glaube auch, wenn man bestimmte Firmen hat, keine Ahnung, wo jetzt irgendwie paid performance 70% deines Erfolges ausmachst, wenn du das als Founder selbst nicht kannst, dann das ist halt so okay. Und da greife ich mir selbst an die eigene Nase, aber eigentlich musst du halt die ganze Zeit aktiv wirklich so deep-ended nur damit beschäftigen und ich glaube, das ist so, wenn ich jetzt da nochmal zurückdenke, da hat mir teilweise halt auch die Motivation für gefehlt, also das ist halt schon auch eine gewisse Art von, also man braucht da einen gewissen Obsession, um sich daran hinzusetzen und dann irgendwie acht Stunden lang in dem Erz rumzuwühlen und da wieder was, so wie du mit Mr. Beast vorher gesagt hast, da wieder was auszuprobieren und da was zu ändern und da zu optimieren, ist halt oft dann leichter zu sagen, so, ja, man stellt jemanden ein und er macht es und dann guckt man da drüber, ne? Und ich glaube, oft ist das der Unterschied.

41:22 Feliks Eyser: Und das kann ein Fehler sein, das ist so situativ, gell, ich meine, das ist der Grund, warum der Podcast Founder Mode heißt, das kommt ja aus diesem Airbnb-Interview, der gesagt hat, mir haben alle schlauen Berater gesagt, haier die besten Leute der Welt, gib denen viel Freiheit, lass sie machen und ich hab gesagt, nee, ich mach das Gegenteil, ich misch mich ein, ich bin in Detail, ich will das verstehen und ich glaube, das macht auch Super Founder aus, das nicht an jeder Stelle der Organisation zu machen, weil sonst wirst du völlig wahnsinnig, aber rauszufinden, was jetzt gerade diese neuralgischen Punkte sind, wo du wirklich Wert kreierst, wo du ein Unternehmen wirklich voranbringst und da auch super tief drin zu sein. Und bestenfalls von anderen zu lernen, die schon mal gemacht haben, dass nicht alles nur Trial and Error ist. Ja, und wie viele können das wirklich richtig gut?

42:00 Fedor Holz: Also ich finde, das ist das größte Learning. Das ist jetzt nicht unbedingt, dass man dann Leuten die ganze Zeit, super kompetenten Leuten irgendwie die ganze Zeit ins Handwerk pfuscht, sondern es ist ja vor allem auch, dass man, finde ich, dann schnell auch merkt, die Kompetenz aufhört oder wo vielleicht Sachen dann so noch nicht gemacht wurden oder wo vielleicht auch die Ownership natürlich so vielleicht nicht ganz da ist, wie jetzt bei einem Founder. Also ich finde, es ist eher, dass man das dann auch merkt, okay, warum drin zu sein super hilfreich ist, ist weil du eine ganz andere Awareness und Bewertung der Situation hast. Also das würde ich am ehesten. Am Anfang war ich, als ich angefangen habe, ich hatte absolut keine Ahnung. Ich konnte gut nicht von schlecht unterscheiden. Ich wusste nicht, wie man es war. Ich wusste nicht, wie man es angeht. Wenn da jemand gesagt hat, er kann das, konnte ich nicht sagen, ob das stimmt oder nicht. Das finde ich eigentlich eine der größten Values, die dann damit herkommen, dass man eine ganz andere Evaluationsfähigkeit hat, wenn man

42:54 Feliks Eyser: es halt ein bisschen versteht. Ja, und selber eine Weile gemacht hat, 100%. Die Frage, die wir am häufigsten gestellt bekommen, ist, wie viel Zeit investiert er eigentlich in den Podcast? Und die Antwort ist, mindestens zwei Tage die Woche und tausende von Euro, die wir in die Produktion reinstecken jeden Monat, ohne auch nur einen Cent an Werbung zu verdienen. Also ihr kriegt coole Entrepreneurship-Stories-Freihaus, inklusive aller Learnings. Das Einzige, was wir von euch gerne haben möchten, ist eine Bewertung auf Spotify und Apple. Deswegen ist jetzt ein guter Moment, den Podcast anzuhalten, einmal auf Pause zu drücken, hoch zu scrollen und eine Bewertung abzugeben. Darüber freuen wir uns am meisten. Von den 5-Sterne-Bewertungen können wir uns nichts kaufen, aber sie erwärmen uns im Herzen. Elliot. Das ist ein Kapitel.

43:41 Fedor Holz: Elliot, roh. Bester Mann. Wir haben jetzt gerade 10-jähriges Jubiläum gefeiert. Also Elliot ist mein Mindset-Coach seit August 2015.

43:52 Feliks Eyser: Ist das die Zeit, wo dein Badstreak geendet hat, wenn du gerade sagst, in 2015 war es schwierig? Und 2016 war dein steigstes Jahr? Genau, so ist es.

44:00 Alles geben: das Mindset-Coaching

44:00 Fedor Holz: Also ich habe dann angefangen, mit ihm zu arbeiten. Er hat mir da sehr geholfen. Zwei, drei sehr wichtige Themen, die irgendwie da waren, mit ihm angegangen. Und so eins der größten Sachen für mich war, interessanterweise, das war für mich damals recht neu, war so dieser Gedanke, dass ich irgendwie zurückhalte. Also, dass ich irgendwie nicht alles gebe. Und es war für mich erstmal ein weider Gedanke, weil ich war so, ja gut, aber ich mache halt nichts anderes. Also ich spiele halt nur Poker. Ich weiß

44:32 Feliks Eyser: gar nicht, wie ich noch mehr machen könnte.

44:34 Fedor Holz: Nee, eigentlich, es war dann direkt für mich eigentlich so, ja, ja, das stimmt schon, der hat schon recht. Weil ja, zeitlich habe ich nichts anderes gemacht, aber das ist ja nicht das, also man

44:46 Feliks Eyser: weiß ja dann eigentlich schon, so gibt man jetzt hier alles

44:48 Fedor Holz: oder gibt man hier nicht alles. Und ich hatte, glaube ich, schon immer so diesen Gedanken, es kam, glaube ich, sehr stark aus der Schule, so wenn ich alles zeige, was ich kann, führt das zu Ausschluss oder Ablehnung. Und das war interessant, weil da habe ich das, also okay, so warum ist das beim Pokern so? Und dann haben wir da sehr viel dran gearbeitet und das war crazy. Also das hat mich nochmal in einen ganz anderen Level gebracht. Da habe ich auch viel mehr dann angefangen, Sachen zu machen, die so keiner macht. Und einfach, wenn ich ein Gefühl für was hatte, dann habe ich das so durchgezogen.

45:25 Feliks Eyser: Hast du noch mehr deinen eigenen Style quasi entwickelt?

45:28 Fedor Holz: Ja, ich glaube, mein Style war schon da, aber ich habe mich dann manchmal nicht getraut, das so durchzuziehen. Also, und mit jedem, also es ist ja dann auch so ein bisschen eine Spirale so, wenn das dann, wenn ich das dann mache und das dann gut geht, dann traue ich mich noch mehr und dann finde ich noch mehr Feinheiten und dann noch mehr und noch mehr und noch mehr. Und irgendwann habe ich Sachen gemacht, da haben Leute zugeschaut und waren so, was macht ihr da? Ich habe natürlich auch mit niemandem darüber geredet. Ich habe da keine Sachen geteilt, die habe ich dann nicht nachher so, ah, ich habe das gemacht, weil das und das, sondern es war dann so, warum schmeißt er da weg, warum bezahlt er da, warum erhöht er da. Das ist natürlich dann auch der Narrativ, der sich dann da bildet, das war dann sehr so dieses Craziness, weil ganz viel der low-hanging fruits war Aggressivität, also irgendwie den Pot zu versuchen zu gewinnen, weil die Leute einfach zu passiv gespielt haben. Und das sieht dann natürlich sehr, für so gerade den damaligen Zeitpunkt sah das halt sehr crazy aus, was ich da gemacht habe.

46:24 Feliks Eyser: Und rein praktisch, so ein Mindset-Coach, Wie kann man sich das vorstellen? Wie habt ihr zusammengearbeitet? Also wir haben circa

46:32 Hypnose vor jedem Spiel

46:32 Fedor Holz: einmal pro Woche eine Session gemacht und wir haben eigentlich auf zwei Arten zusammengearbeitet. Die erste Arbeit ist eher so eine generelle Session. Eine generelle Session würde so aussehen, dass wir uns jetzt so 45 Minuten unterhalten und Elliot ist sehr gut da drin, die relevanten Themen abzuklopfen. Also einfach überall mal so reinzuschauen, was ist da gerade so da? Ist da irgendwas schwierig? Meistens, in den allermeisten Fällen gibt es so ein, zwei Themen, wo man dann merkt, da war was. Damit arbeiten wir dann. Also in den letzten 15 Minuten ist dann meistens eine Hypnotherapie. Es gibt dann eine Induktion. Eine Induktion bedeutet, dass du versuchst, einen besseren Zugang zu deinem Unterbewusstsein zu bekommen. und dann gibt es ganz unterschiedliche Visualisierungen oder Techniken, mit denen er dann versucht, da mehr Tiefe oder mehr Kontext zu herauszuholen. Und das hat erstmal schon wahnsinnig viel gebracht. Also so dieses Beispiel jetzt, wie fühlt sich das an, nicht alles zu geben? Wie würde sich das anfühlen, alles zu geben? Was wäre, wenn du diesen Schalter mal so komplett auf 10 aus 10 schiebst? Wie fühlst du das in deinem Körper? Und das ist wirklich teilweise halt crazy Körperreaktionen, wo ich dann so merke, wow, das fühlt sich sehr powerful an. Ja. Und so die zweite Art, die auch sehr wertvoll für mich war, ist, er hat mir so MP3s gemacht. Also er hat mir vor dem Spielen so 15-minütige MP3s gemacht, die ich mir angehört habe, Kopfhörer rein, meditiert, 15 Minuten angehört und dann losgespielt. Und das, ja, das waren die Sessions. Also das war, wie ich mit Elliot gearbeitet habe.

48:12 Feliks Eyser: Ja, ich glaube generell dieses mentale Modell. Also erstmal finde gute Leute von außen, die dich weiterbringen können und das kann ein Berater sein oder ein funktioneller Advise, aber auch ein Coach und ich meine gerade viele Issues oder Blocker auch in der Faunareise sind ja eher mental. Also am Ende ist es ja viele Entscheidungen treffen, Leute mitnehmen, gut kommunizieren, also alles diese mentalen Themen, wo jeder von uns sein Baggage aus der Vergangenheit mitbringt, die Sachen, die einen im Alltag irgendwie gerade ablenken oder belasten. Und dann werden die Entscheidungen schlechter. Und ich habe das Gefühl, dass so ein bisschen wie ein Betrunkener der Auto fahren will, du fährst schlechter Auto, aber du stehst es dir nicht ein. Also wenn du gestresst bist und gerade Beziehungsprobleme hast oder was auch immer, bringst du das alles in die Company mit und denkst, du bist davon gelöst, in der Realität wirkt sich das natürlich alles darauf aus, wie du wirkst auf die Mannschaft, wie du Entscheidungen triffst, wie du die E-Mail schreibst und ob du alles bringst oder nicht. Und ich glaube, da macht ein Coach total Sinn.

49:12 Fedor Holz: Für mich ist auch wahnsinnig wertvoll, diese externe Perspektive auf beispielsweise meinen Verlauf, sage ich mal. Also 10 Jahre einmal pro Woche, das ist ja eine wahnsinnige Dichte an Punkten.

49:25 Feliks Eyser: Glaube ich total. Ich bin dafür, dass jeder Startup-Founder einen Coach hat. Und wenn es nur ein Chat-GPT ist und mit ein paar guten Prompts oder vielleicht ein anderer Founder, wo man sich gegenseitig accountable hält. Aber ich glaube, als Founder, es ist ja auch eine Art Hochleistungssport.

49:40 Founder ist Hochleistungssport

49:40 Fedor Holz: der Grad an Herausforderung und Überforderung ist, also das ist nicht vergleichbar. Also auch nicht vergleichbar mit Pokerspielen zum Beispiel. Weil da habe ich viel mehr Optionen, mehr Freiraum zu nehmen, ein bisschen Luft zu haben. So als Founder, ich habe das Gefühl, es ist so intens. Also es ist so crazy intens, wenn du das wirklich ernst nimmst. Schon sehr, sehr herausfordernd.

50:11 Feliks Eyser: Hier ein Hinweis an eigener Sache. Wir sprechen ja immer über spannende Geschäftsmodelle und Business-Ideen, die man umsetzen könnte und haben jetzt alle Ideen, über die wir bisher gesprochen haben, Podcast, zusammengefasst in einer Notion-Page, also quasi eine Business-Ideen-Datenbank und die kannst du abrufen über unsere WhatsApp-Community und zwar unter www.foundermode.show slash WhatsApp. Join the Community, kannst dich mit anderen Foundern austauschen, über Business-Modelle sprechen und auch unsere Notion-Datenbank herunterladen. www.foundermode.show Und jetzt zurück zur Episode. Fedor 3.0 ist eins der Abschlusskapitel. Erzähl mal, Fedor 1.0, 2.0, 3.0, wie sieht dein Leben heute aus?

51:00 Self-Care & Fedor 3.0

51:00 Fedor Holz: Ganz anders. Also das Kapitel bezieht sich auf ein bisschen das Anderes. Da geht es vor allem so um die letzte Phase, wo ich wirklich teilweise Sachen sehr extrem durchoptimiert habe. Das war eben auch so die Zielsetzung in der letzten Entwicklungsstufe. Also da mir teilweise weniger Ziele zu setzen und wirklich zu versuchen einfach, wie sieht Antrieb aus ohne Zwang? gar nicht so einfach. Dann auch so der gesundheitliche Aspekt, auch ein ganz großes Thema für mich. Also ich würde sagen, ich habe ein recht großes Thema so mit Self-Care. Es fällt mir recht schwierig, Self-Care so zu fühlen.

51:46 Feliks Eyser: Was heißt das?

51:47 Fedor Holz: Ja, so dass ich das mache, weil ich mir jetzt gerade was Gutes tue, das so richtig zu genießen. Ich tue mir jetzt was Gutes, ich kümmere mich jetzt um mich. Das ist auch eine spannende Erfahrung, weil ich ja so, ich komme gut durchs Leben, es gibt jetzt irgendwie keine, das eckt jetzt nirgendwo so groß an, aber einfach auch so diese Erkenntnis, so nee, eigentlich will ich da ein bisschen mehr, so eigentlich will ich will ich da irgendwie, ich hatte jetzt beruflichen Erfolg, aber ich will so was das Leben Leben angeht, irgendwie eigentlich eine andere, ein bisschen eine andere Erfahrung und irgendwie mich bewegen, weil ich mich gerne bewege und weil es sich gut anfühlt und nicht, weil ich mir jetzt markiert habe, dass ich mich jetzt bewege, also es ist irgendwie dann noch mal dieses Reframing von, wo kommen Sachen her, warum mache ich bestimmte Sachen, wie auch diese Erfahrung zu realisieren, die Abwesenheit von diesem Gefühl und das dann zu entdecken, wie fühlt sich das an, das für mich zu machen, weil mir das gut tut. Also das würde ich sagen, ist so dieses letzte Kapitel an Weiterentwicklung, Motivation und Antrieb irgendwie nochmal anders kennenzulernen und einen intrinsischeren Ansatz, versuchen zu finden.

53:02 Feliks Eyser: Was für Business-Modelle findest du gerade spannend, wenn ein 20-jähriger First-Time-Founder zu dir kommt und sagt, ey, ich will eine Company aufbauen, was empfiehlst du mir, in welchen Bereich sollte ich gehen, wo sollte ich mich reinnerden, welche Frage stellst du dem, wie challengest du den, was gibst du der Person mit?

53:19 Welche Business-Modelle er heute spannend findet

53:19 Fedor Holz: Ich glaube, es ist so ein bisschen die Frage, jetzt auf was optimiert. Ich glaube, wenn es jetzt wirklich rein um Reichhaltigkeit an Möglichkeiten geht, würde ich sagen, dass Technologie die Antwort sein muss. Also ich meine, AI ist jetzt so ein sehr präsentes Thema, aber ich glaube schon, in diesem Bereich, jeder Bereich wird Touchpoints damit haben. Oder fast jeder. Aber ich persönlich zum Beispiel, wenn es jetzt um meine persönliche Begeisterung geht, wenn jemand kommt, muss ich sagen, mag ich ehrlich gesagt die greifbaren Sachen am liebsten mittlerweile. Also ich mag es sehr, sehr gerne, wenn es um Themen geht, die ich wirklich schnell greifen und begreifen kann. Also so mein Trauminvestments sind wirklich so irgendeine Art von Produkt, für den ich einen Grad an Begeisterung aufbringen kann und dann ganz konkretes Business. Also irgendeine Produktion zum Beispiel. So ein bestehendes Unternehmen, kaufen, übernehmen, besser machen. Das wäre für mich eigentlich persönlich das Begeisternste.

54:23 Feliks Eyser: Doch die Wäscherei kaufen und nicht das Large-Language-Model neu erfinden.

54:29 Fedor Holz: Also, muss ich ganz ehrlich sagen, ich mag auch mehr, was es aus mir als Mensch macht, in so einem Business zu arbeiten. Ich bin eh schon so viel im Abstrakten und Denken und ich mag es einfach, wenn irgendwie Sachen so sehr, es gibt ein klares Business, also es ist nicht alles auf Zukunft und alles auf eine Vision, sondern irgendwie so, man hat sehr konkrete, greifbare Sachen. Das mag ich eigentlich sehr gerne.

54:52 Feliks Eyser: Also du sagst, Tech kann eine Teilantwort sein, so wird sicherlich alles betreffen, aber um beim Poker zu bleiben, suchst du den Tisch aus und vielleicht macht es Sinn, dahin zu gehen, wo weniger Competition ist, vielleicht auch ein Unternehmen zu kaufen. Wir haben über Search Funds hier gesprochen im Podcast schon, Entrepreneurship through Acquisition. Also das ist ja auch so ein mentales Modell. Also Founder sein muss ja nicht immer heißen, dass man die Firma von Scratch neu gründet.

55:16 Warum man nicht sofort gründen sollte

55:16 Fedor Holz: Also vor allem, ich meine, jetzt ist, wenn es jetzt wirklich so um, ich meine, da geht es wieder um Risiko versus Upside und so, also wenn ich jetzt so einen Weg aufzeichnen könnte, dann würde ich sagen, geh dahin, wo die meiste Knowledge und Experience ist, ja, also versuch irgendwie dich ranzuhängen an die besten Leute in irgendeinem unternehmerischen Kontext und so nah wie möglich da ranzukommen, Weil da, was du da in zwei, drei Jahren lernst, ist einfach priceless. Und das ist, glaube ich, dann wirklich ziemlich egal, was dann da wirklich genau die Rolle ist. Sondern halt, ich glaube, jetzt irgendwie so 50, 60 Stunden die Woche als Personal Assistant oder Associate oder was auch immer für einen Top-Founder zu arbeiten. Ich glaube, bessere Möglichkeiten gibt es nicht. Weil es ist ja auch für die, Wenn du da eine Vertrauensperson bist, was, Vertrauen ist eine der besten Currencies überhaupt. Also jetzt die Leute, mit denen ich in meiner Gruppe zusammenarbeite, das sind die ersten Leute, die ich frage für Business Opportunities. Die allerersten. Also und da geht es um, da geht es um crazy Beträge, weil ich halt sage so, da weiß ich genau, wie der arbeitet. Da weiß ich genau, was ich bekomme. Top Qualität. Und das ist ja da genauso. Wenn die da wissen, so hey, da hat einer drei Jahre, Ich weiß genau, dass ich dem vertrauen kann. Da haben die vielleicht fünf Leute in ihrem Umfeld. Deswegen finde ich mittlerweile eigentlich so recht schnell eine Firma zu gründen, finde ich sogar eher kontraproduktiv teilweise. Außer du hast ein recht spezifisches Thema. Also das finde ich, ich finde es am besten, wenn du wirklich sagst, ich habe so diese Anwendung oder diese Sache, aber dieses so, ich habe irgendwie Bock eine Firma zu gründen, lass mal schauen, was man da machen kann. Das finde ich eigentlich gar nicht so empfehlenswert.

57:17 Feliks Eyser: Wer soll sich bei dir melden? Wo finden Leute dich? Was hast du für Call to Action? Wir haben nicht über Poker Code gesprochen. Das ist ein Education Business, das du auch betreibst.

57:27 Call to Action & Buch-Empfehlung

57:27 Fedor Holz: Bei mir soll sich am besten niemand melden. Jemand, der eine Wäscherei kaufen will? Ja, doch. Wenn jemand in Österreich Zugang zu guten Succession Opportunities hat, das würde mich extrem interessieren. Das ist natürlich jetzt sehr spitz.

57:46 Feliks Eyser: Das ist ein sehr guter Call to Action. Je spezifischer, desto besser. Das ist auch so eine Sache, hier hören ein paar tausend Leute zu. Die meisten werden nicht passen, aber wenn da drei Leute zuhören, die in Österreich gerade eine Tankstellenkette verkaufen wollen, okay. Ja, also das. Dann sollen die sich bei dir melden.

57:59 Fedor Holz: Sehr, sehr gerne. Und ansonsten bitte alle mein Buch kaufen. Das ist natürlich die größte Art und Weise, wie man mich unterstützen kann. Naja, das kommt jetzt raus, da bin ich, muss ich sagen, bin ich auch sehr stolz drauf, deswegen bin ich sonst kein so Sales-Typ. Das ist eine der Sachen, die ich mir vorhatte.

58:14 Feliks Eyser: Aber das muss man jetzt einfach kaufen.

58:15 Fedor Holz: Das muss man, bitte.

58:18 Feliks Eyser: Muss man auch sagen, wer jetzt so lange durchgehört hat, so hat sich auf jeden Fall qualifiziert,

58:22 Fedor Holz: das Buch kaufen zu müssen. Das ist ein Qualified Lead.

58:25 Feliks Eyser: Das Buch heißt All In, gibt es überall zu kaufen. Fedor, hat sehr viel Spaß gemacht.

58:30 Fedor Holz: Danke dir, Feliks, hat mir auch sehr viel Spaß gemacht.

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