Von Einhorn-Kondomen zum Ping-Pong-Franchise
mit Waldemar Zeiler, Seriengründer, Mitgründer von einhorn und Ding Dong Ping Pong
Zusammenfassung

Feliks kennt Waldemar Zeiler aus der Zeit, als beide Leads für lokale Unternehmen verkauft haben, Waldemar damals mit digitale Seiten aus dem Umfeld von Rocket Internet und Team Europe. Danach kamen einhorn, Verantwortungseigentum, das Buch „Unfuck the Economy“ und viel Aktivismus. Sein letztes Startup Zweihorn wollte mit drei Millionen Balkonkraftwerken ein Kohlekraftwerk ersetzen. Nach einem Jahr haben die Gründer es gemeinsam beendet und transparent liquidiert, für Waldemar das schönste Ende eines Startups, das er je hatte. Er erklärt, woran es scheiterte, und warum in Deutschland so schlecht über Scheitern gesprochen wird.
Ausgebrannt fragte er sich, was ihm selbst Spaß macht: Tischtennis. Ein Freund erzählte ihm von PingPod, einem US-Startup mit Tischtennishallen, in das Sequoia investiert hat. Waldemar flog nach New York, buchte ein Hotel neben einer Halle, traf den Gründer und testete die Idee in Berlin mit drei Platten in der Markthalle Neun. Am ersten Abend kamen über 400 Leute, und niemand postete Storys, weil alle spielten.
„Ich habe noch nie so ein einfaches Event erlebt …“
Dann geht es ums Modell. Ding Dong Ping Pong läuft ohne Personal vor Ort, rund um die Uhr, mit lizenzierter PingPod-Software für Buchung, Türöffnung und Kameraüberwachung. Die erste Halle hat fünf Platten auf 200 Quadratmetern, der Ausbau hat rund 170.000 Euro gekostet. Insgesamt hat Waldemar 570.000 Euro von 18 Leuten aus Bravespace eingesammelt. Mit ihnen hat er vereinbart, dass es keine Update-Calls mit Zahlen gibt: Er teilt Herausforderungen, und die Investoren helfen, wo sie können.
Im letzten Teil geht es um Marketing über das Schaufenster, das „Friendchise“ für Unternehmer mit 100.000 bis 200.000 Euro Eigenkapital, um echte Community und um Waldemars Innenarbeit: ein zweijähriges Training bei Thomas Hübel, Check-ins mit seinem Mitgründer Kian auf drei Ebenen und eine Humorkrise. Zum Schluss teilt er Ideen, die er gern umsetzen würde, von einer Sexmesse für Frauen bis zu einem Trauerfestival.
Zahlen aus der Folge
4 weitere Zahlen
Worüber am meisten gesprochen wurde
Kapitel
- 00:00IntroIntro
- 01:18Waldemar 1.0 bis 3.0: Vom Kapitalist zum Tischtennis-PionierGründerweg & Scheitern
- 02:40Warum Tischtennis? Die Suche nach dem SpaßDing Dong Ping Pong: Idee, Modell & Franchise
- 04:30Die GmbH neu erfinden: Aktivismus mit EinhornGründerweg & Scheitern
- 06:32"Fail Happy": Wie man ein Startup richtig beendetGründerweg & Scheitern
- 14:47Die Idee: Von Burnout zur Tischtennis-Halle in New YorkDing Dong Ping Pong: Idee, Modell & Franchise
- 19:51Gegen die Einsamkeit: Die "Dritte Orte"-StrategieCommunity & Offline-Marketing
- 23:00Das Geschäftsmodell: Skalierbar & ohne PersonalDing Dong Ping Pong: Idee, Modell & Franchise
- 30:58Investoren-kritisch? So geht Fundraising andersInvestoren & Bravespace
- 32:58Was ist "Bravespace"? Ein Netzwerk für neue UnternehmerInvestoren & Bravespace
- 40:58Learnings aus der Einhorn-Zeit: Führung in der KriseFührung, Co-Founder & Innenarbeit
- 45:06Marketing-Hacks für Offline-KonzepteCommunity & Offline-Marketing
- 51:36"Friendchise": Gründen mit Freunden statt AngestelltenDing Dong Ping Pong: Idee, Modell & Franchise
- 58:59Wie baut man eine echte Community auf?Community & Offline-Marketing
- 01:04:02Co-Founder-Beziehungen & die wichtigste LektionFührung, Co-Founder & Innenarbeit
- 01:16:24Neue Business-Ideen: Von Sex-Messen bis Trauer-FestivalsNeue Geschäftsideen
Key Learnings
- 1
Beende ein Startup bewusst und ohne Reue
Mit Zweihorn haben Waldemar und seine Mitgründer ein Jahr lang Vollgas gegeben, Product-Market-Fit getestet und dann gemeinsam entschieden: Wir machen zu. Sie haben transparent kommuniziert und liquidiert. Gegenwind von Vermietern und Hausverwaltungen, ein erklärungsbedürftiges Produkt und sinkende Bereitschaft, für Nachhaltigkeit zu zahlen, ließen sich mit ihren Ressourcen nicht lösen. Sein Punkt: Wer sauber abschließt, hat später nicht das Gefühl, Jahre verschwendet oder zu früh aufgegeben zu haben.
06:32 · "Fail Happy": Wie man ein Startup richtig beendet - 2
Fang bei deinem eigenen Spaß an und schau es dir vor Ort an
Waldemar hat sich gefragt, was ihm durchgehend Spaß gemacht hat, und kam auf Tischtennis. Als er von PingPod hörte, blieb er nicht bei der Recherche, sondern flog nach New York, wohnte neben einer Halle und traf den Gründer. Zurück in Berlin testete er die Idee mit drei Platten an einem Montagabend in der Markthalle Neun. Über 400 Leute kamen. Seine Empfehlung für alle, die eine Idee suchen: Lernreisen machen und nicht warten, bis man zu 100 Prozent sicher ist.
14:47 · Die Idee: Von Burnout zur Tischtennis-Halle in New York - 3
Kooperiere, bevor du selbst baust
Statt eine eigene App zu entwickeln, lizenziert Ding Dong Ping Pong die Software von PingPod als White Label: Buchung, Bezahlung, Türöffnung und Kameras, die rund um die Uhr aus Manila überwacht werden. Damit aus dem US-Anbieter kein Konkurrent wird, hat Waldemar ihm einen kleinen strategischen Anteil gegeben und dafür die Exklusivität für Tischtennis in Deutschland bekommen, sodass er selbst Franchise anbieten kann.
23:00 · Das Geschäftsmodell: Skalierbar & ohne Personal - 4
Bestimm selbst, wie du mit Investoren sprichst
Mit seinen 18 Investorinnen und Investoren aus Bravespace hat Waldemar vereinbart, dass es keine Update-Calls mit Zahlen gibt. Er beruft etwa vierteljährlich einen Call ein, der fünf Minuten oder zwei Stunden dauern kann, und teilt dort Herausforderungen statt KPIs. Feliks ergänzt: Schreib in dein Investor-Update ganz nach oben, wobei du Hilfe brauchst, statt mit Kontostand und Kennzahlen zu beginnen.
32:58 · Was ist "Bravespace"? Ein Netzwerk für neue Unternehmer - 5
Lass den Standort für dich werben
Nach Waldemars Einschätzung macht der Standort über 50 Prozent des Marketings aus: ladentiefe Fenster, Licht und sichtbares Leben, damit Nachbarn beim Vorbeigehen sehen, was drinnen passiert. Anders als viele Yoga- oder Spinning-Studios verklebt Ding Dong Ping Pong die Scheiben nicht. Dazu kommen viele Events, weil in Deutschland kaum jemand gewohnt ist, für Tischtennis zu bezahlen.
45:06 · Marketing-Hacks für Offline-Konzepte - 6
Wachse mit Unternehmern statt mit Angestellten
Statt Geld aufzunehmen und Leute in Köln oder Hamburg einzustellen, setzt Waldemar auf Franchise, obwohl er erst einen Standort hat. Ein Bekannter mit über 200 Franchises hat ihn darin bestärkt. Die ersten fünf Franchisenehmer bringen zwischen 100.000 und 200.000 Euro eigenes Kapital mit, bekommen dafür bessere Konditionen und bilden ein kleines Unternehmernetzwerk, in dem alle voneinander lernen. Bei der Finanzierung hilft er bewusst nicht.
51:36 · "Friendchise": Gründen mit Freunden statt Angestellten - 7
Community braucht Gastgeber und eine Einladung
Community lässt sich für Waldemar nicht einfach mit Geld planen. Es braucht Persönlichkeit vor Ort: Die Gründer wohnen in der Nähe und spielen selbst dort, eine Mitarbeiterin kümmert sich um Events und Gespräche mit Mitgliedern, Coaches werden danach ausgewählt, wie sie mit Menschen umgehen. Oft reicht eine einfache Einladung wie „Wir spielen heute von 18 bis 22 Uhr, bringt euer Lieblingsspiel mit“, weil sie in Großstädten fehlt.
58:59 · Wie baut man eine echte Community auf? - 8
Check-in mit dem Co-Founder auf drei Ebenen
Mit seinem Mitgründer Kian macht Waldemar Check-ins, die er aus dem Training bei Thomas Hübel kennt: Was beschäftigt dich gerade im Kopf, wie geht es dir körperlich und was fühlst du? Auch nichts zu fühlen ist eine Antwort. Ihm ist wichtig, dass es keine Fassade gibt, denn mit dem Co-Founder verbringt er mehr Zeit als mit irgendwem sonst.
01:04:02 · Co-Founder-Beziehungen & die wichtigste Lektion
Zitate

„Das ist einfach ein verfälschtes Bild, wenn man einerseits sieht, dass 90% der Startups in den ersten fünf Jahren sterben.“„Ich habe noch nie so ein einfaches Event erlebt …“„Die hatten einen Schläger in der Hand, die haben gespielt, die haben nicht ans Handy gedacht.“„… alle finden gerade ihre Führung scheiße und keiner will in Führung gehen, weil es ein Höllenjob ist gerade.“„Dass du einfach ladentiefe Fenster hast, dass da Licht ist, dass da was los ist.“Über den Gast

Waldemar Zeiler
Waldemar Zeiler kommt von Rocket Internet und hat mit Team Europe die Firma digitale Seiten aufgebaut, die Leads für lokale Unternehmen verkaufte. Bekannt wurde er als Mitgründer von einhorn, der Berliner Kondommarke, die er und sein Mitgründer Philipp ohne Investoren aufgebaut und später in Verantwortungseigentum überführt haben: Die Anteile liegen heute bei einer Stiftung. Er hat das Buch „Unfuck the Economy“ geschrieben, sich politisch für eine neue Rechtsform eingesetzt und Bravespace mitinitiiert, ein Netzwerk für Unternehmerinnen, Investoren und Aktivisten. Nach einem Jahr mit dem Balkonkraftwerk-Startup Zweihorn betreibt er seit Mai mit seinem Mitgründer Kian in Berlin-Prenzlauer Berg Ding Dong Ping Pong, eine personallose Tischtennishalle, die per App gebucht wird.
Häufige Fragen
Was ist Ding Dong Ping Pong?
Ding Dong Ping Pong ist eine Tischtennishalle in Berlin-Prenzlauer Berg, die Waldemar Zeiler mit seinem Mitgründer Kian im Mai eröffnet hat. Die Halle hat fünf Platten auf 200 Quadratmetern, ist rund um die Uhr offen und kommt ohne Personal vor Ort aus: Gebucht, bezahlt und aufgeschlossen wird per App. Dazu gibt es Coachings, Events und Kids-Camps. Vorbild ist PingPod aus New York.
Wie hat Waldemar Zeiler Ding Dong Ping Pong finanziert?
Waldemar hat 570.000 Euro von 18 Personen aus dem Netzwerk Bravespace eingesammelt, mit Tickets zwischen 2.000 und 150.000 Euro, gebündelt in einer GbR. Statt klassischer VC-Investoren wollte er bewusst Leute aus Bravespace an Bord. Der US-Partner PingPod hat zusätzlich einen kleinen strategischen Anteil bekommen. Den Ausbau der ersten Halle beziffert er auf ungefähr 170.000 Euro.
Wie funktioniert das Friendchise von Ding Dong Ping Pong?
Waldemar sucht Unternehmerinnen und Unternehmer, die eine Halle in ihrer Nachbarschaft eröffnen wollen, auch als Nebengeschäft. Sie bringen je nach Größe und Ausbau zwischen 100.000 und 200.000 Euro eigenes Kapital mit, bei der Finanzierung hilft er bei den ersten fünf bewusst nicht. Dafür gibt es bessere Konditionen als später und ein Netzwerk, in dem alle voneinander lernen. Das erste Franchise sollte laut Folge im Januar starten.
Wann ist eine Tischtennishalle profitabel?
Aus den USA weiß Waldemar, dass eine Auslastung von 25 Prozent bei 24/7-Betrieb für ein profitables Geschäft reicht. Für Deutschland schätzt er, dass eine Halle mit guter Location innerhalb von etwa einem halben Jahr profitabel werden kann, betont aber, dass das Konzept hier noch nicht bewiesen ist.
Warum hat Waldemar Zeiler Zweihorn beendet?
Zweihorn wollte Balkonkraftwerke so einfach verkaufen wie einen Toaster. Nach einem Jahr zeigte sich, dass Vermieter und Hausverwaltungen blockierten, erwartete Erleichterungen nicht rechtzeitig kamen, das Produkt viel Erklärung brauchte und Kunden weniger bereit waren, für Nachhaltigkeit zu zahlen. Die Gründer haben daraufhin gemeinsam entschieden, die Firma zu schließen, und sie transparent liquidiert.
Warum ist Ding Dong Ping Pong nicht in Verantwortungseigentum?
einhorn hat Waldemar an eine Stiftung übergeben, einen klassischen Exit gab es daher nicht. Deshalb muss er sich weiter um seine Altersvorsorge kümmern, und Ding Dong Ping Pong ist eine normale GmbH. Im Vertrag mit den Bravespace-Investoren ist der Schritt zum Verantwortungseigentum aber bereits geregelt, sodass er die Option offen hält.
Erwähnt in der Folge
- PingPodFirmaTischtennishallen aus New York mit Sequoia als Investor; Vorbild und Software-Partner von Ding Dong Ping Pong.
- PodplayProduktPingPods Software für andere Sportarten wie Pickleball.
- SequoiaFirmaVC, der in PingPod investiert hat.
- einhornFirmaWaldemars Kondommarke, heute in Verantwortungseigentum bei einer Stiftung.
- ZweihornFirmaBalkonkraftwerk-Startup, nach einem Jahr liquidiert.
- BravespaceFirmaNetzwerk von Unternehmern und Investoren, aus dem die 18 Geldgeber kommen.
- Rolf SchrömgensPersontrivago-Gründer, Mitgründer von Bravespace; eröffnete das Investoren-Meeting mit einer Meditation.
- Markthalle NeunFirmaBerliner Markthalle, in der Waldemar das erste Playdate mit drei Platten machte.
- Unfuck the EconomyBuchWaldemars Buch mit seiner Kritik am Wirtschaften.
- Conscious CapitalismBuchBuch, von dem Waldemar Feliks nach seiner Rückkehr aus dem Dschungel erzählte.
- Thomas HübelPersonSpiritueller Lehrer, bei dem Waldemar das Timeless Wisdom Training gemacht hat.
- Timeless Wisdom TrainingProduktZweijähriges Training, das Waldemar mit seinem einhorn-Mitgründer Philipp gemacht hat.
- TimeleftFirmaFranzösische App für Dinner mit Fremden; Feliks' Beispiel für kleine Formate gegen Einsamkeit.
- FitboxFirmaFranchise eines Bekannten mit über 200 Standorten, der Waldemar zum frühen Franchise ermutigte.
Transkript
00:00 Intro
00:00 Waldemar Zeiler: Du siehst auch diese ganzen Superfounder und du schaust mal ihren LinkedIn-Profil und du siehst ihre ganzen Failed-Startups nicht. Ich bin ja super kapitalkritisch und Kapitalismuskritisch. Ich habe ein Buch geschrieben, was heißt Unfuck the Economy. Und da habe ich wirklich im Detail auseinandergenommen, was auch nicht so geil ist. Es ist ja nicht so, dass bei den WCs die schlauesten Menschen abhängen, sondern teilweise dachtest du, das sind jetzt Fünfjährige, die sich da kloppen, total cholerisch. Hallo. Das ist für mich so ein bisschen der schlafende Riese-Tischtennis. Das ist die meistgespielte Sportart der Welt. Ich plane einen Weltrekord im Rundlauf. Ich möchte mit UnternehmerInnen arbeiten, die sagen: Hey, das ist deine Kohle, du musst gucken, dass der Laden läuft, aber gemeinsam schauen wir, wie wir die Marke pushen können und so weiter. Also ich schätze mal, dass du das innerhalb von einem, mit einer guten Location innerhalb von einem halben Jahr profitabel bekommst.
00:45 Feliks Eyser: Willkommen bei Founder Mode, dem Entrepreneurship Podcast mit mehr Schlagabtausch als die Tischtennis-Weltmeisterschaft. Wir sprechen heute mit Waldemar Zeiler, den manche von euch vielleicht kennen als den Gründer von Einhorn Kondomen. Waldemar Hat eine neue Firma gegründet und zwar betreibt er mit Ding Dong Ping Pong Indoor-Tischtennis-Hallen. Und wir sprechen über seine Reise als Serial Entrepreneur. Über Kondome, das Olympiastadion, Balkonkraftwerke hin zu Ping Pong und finden raus, warum Tischtennis und Ping Pong das nächste große Ding ist und wie man franchisen kann, obwohl man erst eine einzige Location betreibt. Viel Spaß! Waldemar, schön, dass wir uns mal widersprechen. Wir haben uns vor vielen Jahren kennengelernt, muss man sagen. Da hast du noch digitale Seiten gemacht. Habe ich dich kennengelernt als. jemand, der Lead Gen für Local Businesses gemacht hat, war ja quasi auch mein Business, wir waren auf eine Weise so Competitor, du kommst von Rocket Internet, hast es mit Team Europe zusammen gemacht, so das war so so quasi deine, ich sag mal, hardcore-kapitalistische Phase, dann bist du irgendwann, dann bist du irgendwann abgehauen und war aus dem Dschungel, so erinnere ich mich dran, kamst zurück, da hattest du ein Bart. hast mir von dem Buch Conscious Capitalism erzählt und darüber, wie man jetzt durch Unternehmertum nicht nur Geld verdienen soll, sondern auch die Welt verbessert. Das ist für mich Waldemar 2. 0. Jetzt heute habe ich mein Handelsblatt gelesen, steht hier, warum ein Kondompionier jetzt auf Tischtennis setzt. Also steile These, Waldemar 3. 0 hat sich auch entwickelt, jetzt ging es bei dir weiter. Das würde mich besonders interessieren, was jetzt eigentlich bei dir ist, was machst du, warum Tischtennis?
01:18 Waldemar 1.0 bis 3.0: Vom Kapitalist zum Tischtennis-Pionier
02:15 Waldemar Zeiler: Ja, Dankeschön für die Einladung, erstmal und fühle mich geehrt und vor allem ist es spannend, so einen Zeitzeugen wie dich zu haben, der wirklich auch die Waldemar 1. 0 Version kennt. Und es ist spannend, wie wir uns da kennengelernt haben, wo wir beide da, glaube ich, auch standen. Ja, und dann so eine Entwicklung. Man macht ja schon ein bisschen was mit. Du hast auch einen Bart. Hattest du früher auch nicht.
02:34 Feliks Eyser: Ja, ich bin lang grau und ich habe einen Bart, genau. Hatte ich auch nicht, das stimmt. Erzähl mal von Tischtennis. Lass mal rückwärts starten.
02:40 Warum Tischtennis? Die Suche nach dem Spaß
02:43 Waldemar Zeiler: Also, ich hab einfach Spaß. Das ist irgendwie, ich weiß gar nicht, wie ich das beschreiben soll. Ich habe mir einfach in meine Nachbarschaft etwas gebaut. was ich total liebe, wo ich Spaß habe, wonach es mich irgendwie total gesehnt hat. Und das mache ich jetzt. Also ich gehe da jetzt hin und spiele einfach Tischtennis und da ist eine Gemeinschaft entstanden. Und Meine Nachbarn, neue und alte, spielen da. Ich gehe da mit meinem Sohn hin zum Spielen und ist verrückt. Ich bin Betreiber von einer Tischtennishalle. Und ja, da wird einfach gespielt. Und irgendwie ist es auch für mich noch total surreal. Und natürlich hat das alles ein crazy business background und ein geiles Modell und bla bla bla. Aber es ist aber auch einfach total schön, einfach was in deiner eigenen Nachbarschaft zu machen. Ich hätte auch nie gedacht, dass ich das mal mache, weil es musste immer so: Boah, wo ist der Hebel, wo ist die Skalierung und es muss irgendwie super international gedacht werden. Aber einen Laden in deiner Nachbarschaft aufzumachen, deine eigenen auch noch. Das war nie auf der Agenda und jetzt finde ich das einfach nur schön.
03:42 Feliks Eyser: Warum genau Tischtennis?
03:44 Waldemar Zeiler: Also ich habe jetzt ja irgendwie. Gefühlt zehn Jahre lang, die letzten zehn Jahre, also Waldemar 2. 0, das war nicht die Version, die du kennengelernt hast am Anfang, sondern versucht irgendwie wirklich die Welt zu ändern und zu irgendwie zu verbessern und das Brett könnte gar nicht dicker sein, als war wirklich Weltrettung in Anführungsstrichen. Und habe versucht, eine andere Wirtschaft zu leben, eine andere Form, Gesellschaftsform. Wir haben uns Verantwortungseigentum stark gemacht. Wir waren ganz viel aktivistisch aktiv. sei es von Senkung der Periodensteuer, Mehrwertsteuer mit ganz vielen anderen tollen Aktivisti bis hin zum Olympiastadion mieten, um dort ganz viele Petitionen zu starten mit ganz vielen Stunden.
04:30 Die GmbH neu erfinden: Aktivismus mit Einhorn
04:30 Feliks Eyser: Solltet ihr die GmbH mal neu erfinden? Oder? Und seitdem wie war die Geschichte?
04:34 Waldemar Zeiler: Genau, das ist das Verantwortungseigentum. Das ist, wir haben es mit Einhorn da selbst enteignet und sozusagen die Anteile alle in eine Stiftung gegeben. Seid ihr nicht mal irgendwie im Bundestag gelaufen und habt euch angezogen wie 1600 irgendwas? Genau, genau. Das war auch, da war irgendwie Altmaier und Co. am Start und wir haben uns alle angezogen, weil die GmbH natürlich uralt ist und haben versucht, da einfach für eine neue Rechtsform einzutreten. Die auch im Koalitionsvertrag gelandet ist. Aber die Koalition, die letzte zumindest, hatte sehr viel zu tun, sehr viele andere Sachen zu tun. Hat die GmbH nicht neu erfunden. Genau, aber es ist drin und es wird auch, glaube ich, kommen. Aber das war halt so ein bisschen. So das Ding für mich. Man versucht wirklich Dinge komplett anders zu denken und sich auch politisch wirklich voll zu engagieren. Und auch mein letztes Startup, sozusagen, nach Einhorn. Zwei Horn, das waren hier Balkonkraftwerke, da haben wir versucht, mit drei Millionen Balkonkraftwerken ein Kohlekraftwerk zu ersetzen. Balkonkraftwerk heißt so ein Solarpanel, was du selber quasi zu Hause Genau, dass jeder irgendwie an der Energiewende teilhaben kann und das aber auch wirklich nach Einhornart auf eine lustige Art und Weise rüberzubringen und nicht so techie-mäßig, sondern wirklich auch Alle anzusprechen, vor allem auch Frauen anzusprechen dafür, dass man sich einfach so wie so ein Toaster kauft, dann kauft, gehört halt auch ein Balkonkraftwerk dazu. Das hast du ein Jahr lang gemacht? Das habe ich ein Jahr lang gemacht, genau. Und das war irgendwie das schönste Ende eines Startups, das ich bisher je hatte. Also, wer im Startup-Business tätig ist, weiß ja auch. Dass viele Dinge auch nicht klappen. Und die Frage ist ja auch, wie bringst du Dinge zu Ende? Und darauf bin ich richtig stolz. Also ich habe schon einige Dinge zu Ende gebracht, aber das war richtig am schönsten, weil man innerhalb eines Jahres wirklich gesehen hat. Alles probiert hat, Product Market fit ausprobiert hat, Vollgas gegeben hat und dann aber auch wirklich sich in die Augen gesehen hat mit allen MitgründerInnen und gesagt hat: so nee. Das machen wir jetzt wieder zu und transparent kommuniziert, liquidiert. Und das alles innerhalb eines Jahres, ohne mit diesen Gedanken, die du sicherlich auch kennst, ah, hätten wir nochmal durchziehen müssen oder haben wir zu früh aufgegeben oder haben wir das tote Pferd zu lange geritten. Das gibt es ja auch viele, die sagen so: Oh fuck. Wieso habe ich so viele Jahre meines Lebens verschwendet?
06:32 "Fail Happy": Wie man ein Startup richtig beendet
06:36 Feliks Eyser: Und wie hast du das rausgefunden? Ist es fair tot? Ist es nur krank? Muss ich irgendwie in eine andere Richtung einschlagen? Wie hast du die Entscheidung getroffen?
06:43 Waldemar Zeiler: Oder ihr? Wir, also wir haben einfach richtig Gas gegeben sozusagen in der Vermarktung, auch mit der Hypothese, die wir hatten, dass es einfach eine andere Ansprache braucht für Balkonkraftwerke, eben nicht techie-mäßig. Das war auch, wenn du das Video gesehen hast, wo ich in Blumenunterhöschen auf meinem Balkon stand und dieses Balkonkraftwerk umgeklappt habe. Das war irgendwie der Dreh war mitten im Winter, im Februar. Ich habe gefroren wie Sau. Aber es war ein sehr lustiges Video und die Balkonkraftwerke waren pink. Und das war richtig cool gemacht. Und gleichzeitig haben wir aber auch gemerkt, dass das sozusagen bürokratisch noch gar nicht da war. Also da gab es super viel Gegenwind oder Sachen, von denen wir angenommen haben, dass die bis dahin fallen würden, wie zum Beispiel, dass der Vermieter nicht zustimmen muss und das ist nicht frühzeitig gefallen. Und es war einfach Auch ein super kompliziertes Produkt, was nicht jeder kennt. Also, auch du hast jetzt gleich nochmal nachgefragt.
07:35 Feliks Eyser: Das ist jetzt nicht, ich kaufe ein Toaster und jetzt kaufe ich mal einen in Pink und ein bisschen besser, sondern was ist denn das denn?
07:40 Waldemar Zeiler: Und wie sieht mein Balkon überhaupt aus und wie mache ich das fest? Und gleichzeitig haben wir eben Vermieter, Hausverwaltungen, alle gesagt, no way, wir wollen das nicht. Das ist alles uns zu kompliziert.
07:51 Feliks Eyser: Genau, und dann habt ihr gesehen, okay, wir haben da auf der einen Seite Gegenwind, das haben wir uns leichter vorgestellt. Und Und dann habt ihr viele Sachen probiert und dann wart ihr dann an den Punkt, dass ihr gesagt habt: okay, wir haben alles probiert, wir haben jede Idee. Quasi getestet, aber es funktioniert nicht.
08:02 Waldemar Zeiler: Genau, mit den Ressourcen unter den Bedingungen, die es dann gab, und gleichzeitig kam auch dieser Trend eigentlich auf, dass die Menschen immer weniger bereit waren, in ihrer Kaufentscheidung Nachhaltigkeit mit einzubeziehen, was in den letzten zehn Jahren erstmal so einen Aufschwung erlebt hat, auch zu Beginn von Einhorn. Und das war jetzt so richtig am Droppen nach Corona, Ukraine und diese ganzen Multikrisen, die da kamen. Halten die Leute zum einen ihr Geld ein bisschen mehr zusammen, schauen nicht mehr ganz so auf Nachhaltigkeit. Und dafür war das Produkt erstmal, also es rentiert sich total. Also, das sagen, nach fünf, sechs Jahren hast du das Geld wieder drin und kannst 15 weitere Jahre lang 150 Euro Stromkosten im Jahr sparen. Also es macht logisch total Sinn. Und gleichzeitig war es jetzt noch nicht so sexy und überzeugend und bekannt genug, dass die Leute dir die Bude einrennen, aber Ikea macht das jetzt. Also, wir haben doch auf irgendeine Art und Weise, glaube ich, auch dazu beigetragen, Sozusagen, das im Mainstream bekannter zu machen. Und gleichzeitig hatten wir jetzt auch nicht die Power, wie jetzt zum Beispiel in IKEA über die Vertriebswege, die sie haben.
09:06 Feliks Eyser: Und das richtige. Genau.
09:08 Waldemar Zeiler: Und ich bin aber auch ganz happy, sozusagen. Also ich bin immer, ich. Ich denke trotzdem immer mal ein bisschen idealistisch und weiß, dass wir einen gewissen Anteil auch daran hatten. Und gleichzeitig bin ich auch froh, dass ich jetzt Tischtennis mache und nicht mehr Balkonkraftwerke. Fail fast und irgendwie fail happy, höre ich raus. Ja, total. Also, es ist, wie gesagt, das ist part of the business. Das ist auch so ein bisschen, was ich, wo ich auch ein gespaltenes Verhältnis dazu habe. Ich habe sehr viel über Scheitern gesprochen in den letzten Jahren, auch mit der Presse. Aber in Deutschland ist das, landet es irgendwie ganz komisch. Es ist irgendwie und kaum ein, ich war auch immer allein auf weiter Flur. Du siehst auch diese ganzen Super Founder und du schaust mal ihren LinkedIn-Profil und du siehst ihre ganzen Fail-Startups nicht. Das ist richtig, also viele nicht zumindest. Und auch wenn du irgendwie, wenn Gründer zitiert werden, dann siehst du immer nur die Ein oder zwei erfolgreichen Startups, die gemacht haben. So auf Panels oder sonst irgendwo. Ich finde halt, das andere gehört auch dazu. Das ist einfach ein verfälschtes Bild, wenn man einerseits sieht, dass 90% der Startups in den ersten fünf Jahren sterben. Und gleichzeitig gibt es irgendwie scheinbar nur erfolgreiche GründerInnen da draußen. Da stimmt irgendwas nicht. Und gleichzeitig verstehe ich diese Founder auch, weil so wie wenn ich mit der Presse drüber rede, dann kommt halt irgendwie super viel irgendwie Gefühlt Schadenfreude auf und guck mal und es wird eigentlich mehr Angst gemacht. Und mein Plan, eigentlich über Scheitern zu sprechen, damit es normalisiert wird. Ist irgendwie nicht ganz aufgegangen und auch viele Sachen, die jetzt zum Thema scheitern. Es gibt ja auch so eine TV-TV-Doku, glaube ich, jetzt, die Libelea.
10:39 Feliks Eyser: Macht doch sowas, oder? Genau, genau.
10:41 Waldemar Zeiler: Und ich habe die erste Folge gesehen und dachte mir so: Oh mein Gott. Also, wenn ich das gesehen habe, will ich auf keinen Fall mehr gründen. Da kam Insolvenz und Privatinsolvenz und was alles so schlimm ist.
10:52 Feliks Eyser: Ey, das frage ich mich andersrum. Ist interessant, dass du die Wahrnehmung hast, also dass du das Gefühl hast, dass immer noch so eine Schambehaftung oder keine Normalisierung ist also bei mir im Umgang mit den Founder, mit denen ich spreche, habe ich das Gefühl, dass das so in der Szene total normalisiert ist. Und ehrlich gesagt, ist mir ein bisschen auf die Nerven gegangen, dass das immer noch so ein mediales Thema ist, hier scheitern und fuck ab Nacht und da da da so. Ich würde dafür plädieren, lass uns doch lieber die Erfolgsgeschichten mal hervor erheben, die gut funktioniert haben, die Arbeitsplätze geschafft haben, die auch niemanden ausbeuten, die irgend Geld verdienen. Und wie du gesagt hast. nicht die ganze Zeit über die Privatinsolvenz sprechen und die jungen Leute abschrecken. Also das ist so ein bisschen, wo ich herkomme zu sagen, ein Schüler, eine Person im Studium oder so, äh, muss auch eigentlich inspiriert werden oder zumindest diesen diesen Weg mal aufgezeigt bekommen, du kannst dein eigenes Ding machen, du kannst eine Firma gründen und es gibt auch Leute, die es geschafft haben und die sind auch alle keine Verbrecher und keine Ausbeuter. Sondern man kann irgendwie auf einem guten Weg was Solides aufbauen, Arbeitsplätze schaffen und dabei aber auch noch erfolgreich werden finanziell.
11:51 Waldemar Zeiler: Genau, aber ich glaube, dein Genervtsein kommt daher, weil es einfach keine geilen Scheiterstorys gibt. Also, die Storys, die dann erzählt werden, sind einfach keine coolen Storys. Und das ist, finde ich, das Problem da drin, weil wenn man cool über Scheitern sprechen würde, so, hey, das ist das Normalste auf der Welt, wie? Du bist noch nicht gescheitert, ey, das ist aber Teil davon. Weil was sind denn die Ängste von tatsächlich jungen GründerInnen oder First Time FounderInnen? Das ist irgendwie so fuck. Vor allem wenn sie nicht aus einem Umfeld kommen, wo alle sie supporten und irgendwie in Berlin oder San Francisco abhängen. Das ist so, was ist, wenn ich scheitere? Und da liest man halt irgendwie dann eben nur diese crazy Geschichten, die einem total Angst machen. Und ich glaube, wir müssten anders darüber reden. Und also wir schauen dir gerne die Doku an von dieser Fails. Ja, das hat mich total abgeschreckt. Das habe ich auch aus Feedback gegeben und gesagt, wir müssen anders darüber reden.
12:39 Feliks Eyser: Ich finde deinen Ansatz gut. Ich habe das ein Jahr gemacht, ich habe alles probiert, es hat nicht funktioniert, wir haben es vernünftig mit den Leuten kommuniziert. Weiß ich nicht, hat vielleicht ein Gesellschafter irgendwie ein bisschen Geld verloren, okay, aber so Leute wissen, was sie tun. Und jetzt mache ich das nächste Ding. Also, was hätte es der Welt gebracht, wenn du das jetzt noch fünf Jahre weitergemacht hättest?
12:58 Waldemar Zeiler: Ja, voll. Und gleichzeitig, wie gesagt, in Deutschland ist das, Deutschland ist jetzt kein wirkliches Gründer in Land oder Unternehmer in Land. Das ist mehr ein Angestelltenland, das haben wir auch bei Corona gemerkt. Und das ist dann halt schwer, auch diese Heme, die oft irgendwie kommt und Schadenfreude, das ist nicht, glaube ich, nicht umsonst ein Wort, das die andere Nationen aus dem Deutschen übernommen haben, weil es, glaube ich, schon Spezifisches.
13:21 Feliks Eyser: 100%. Das ist auch ein Grund, wo wir den Podcast gestartet haben, ehrlich gesagt. Zu meiner Überschrift war immer, wieso ist im Tatort der Mörder immer der Unternehmer? Und es ist statistisch so, dass immer ein Manager und ein Unternehmer quasi im Tatort mehr Leute umbringt als die Mafia. Und das zeigt dir auch, was wir für ein Bild davon haben. Und in der AD-Mediathek, wenn du dir die Startup Themen da anschaust, dann steht da drin, so sinngemäß hier, Flixbus ist kurz vorm Abgrund, N26 zieht ihre Kunden ab, Zalando will den Betriebsrat verhindern. Und wahrscheinlich ist da auch was dran, also zum Journalismus gehört ja auch den Finger in die Wunde zu legen und wenn es der Missstände gibt, es aufzudecken, aber mir fehlen diese positiven Geschichten. Zelonis hat 2000 Arbeitsplätze geschaffen oder Weiß ich nicht.
14:01 Waldemar Zeiler: Es gibt ja diese ganzen Geschichten. Absolut. Und ich meine, ich bin ja, also ich bin ja super kapitalkritisch und Kapitalismuskritisch. Ich habe ein Buch geschrieben, was heißt Unfuck the Economy. Und da habe ich wirklich im Detail auseinandergenommen, was auch nicht so geil ist am Wirtschaften. Zagen, wie viel, sagen auch Negatives dadurch entsteht, das will ich gar nicht wegnehmen und gleichzeitig Gibt es einen Unterschied zwischen VC-finanziertes Startup irgendwie und den ganz vielen Gründungen und Selbstständigen, die wir in Deutschland haben? Und Die werden halt alle über einen Kamm geschoren und ich wünsche mir da einfach mehr Differenziertheit. Und das heißt nicht, dass per se VC schlecht ist, aber muss man sich wirklich im Detail anschauen und das wird oft nicht gemacht. Ja, ja, okay, Tischtennis.
14:43 Feliks Eyser: Jetzt bist du raul. Balkonkraftwerke hat nicht so funktioniert. Du bist Ende 2024 auf Ideensuche. Wie gehst du vor?
14:47 Die Idee: Von Burnout zur Tischtennis-Halle in New York
14:53 Waldemar Zeiler: Also ich habe wirklich, ich habe ja sehr viel, wie gerade gesagt, auch im aktivistischen Kontext UnternehmerInnen gelebt und hab dann auch gemerkt, boah, ich bin irgendwie ganz schön ausgebrannt und ich möchte jetzt irgendwie. Irgendwas für mich tun. Und das klang irgendwie, ich habe mich fast geschämt dafür, dass ich so einen Egoismus an den Tag lege. Jetzt nicht was für die Welt zu machen, sondern was für mich. Und habe auch mit ganz vielen Freunden dazu gesprochen. Und habe einfach so überlegt, was würde ich denn jetzt machen, wenn es nicht darum geht, jetzt das nächste Startup zu machen, irgendwie Idealismus oder Altersvorsorge. In Forderung zu stellen, sondern einfach, was dir irgendwie Spaß macht. Und hab dann wirklich irgendwie überlegt, was das war. Und ich habe natürlich auch viel gearbeitet in den letzten Jahren und was mir eigentlich Durchgehend Spaß gemacht hat, war wirklich das Tischtennisspielen in den Startups. Ich hatte fast immer eine Tischtennisplatte. Auch damals bei digitalen Seiten schon hatten wir eine Tischtennisplatte im Serverraum. Und das ultimative Startup-Klischee oder Obstkorb und Tischtennisplatte. Genau, wir hatten Kicker und Tischtennisplatte. Ich hatte beides krass. Und das hat einfach so Spaß gemacht. Auch jetzt bei Zweihorn, irgendwie bei aller Anstrengungen saß ich dann, da habe ich auch schon mit beim Mitgründer Kian. Pari war gegründet, immer Tischtennis gespielt, damit haben wir gesagt, wir müssen jetzt brainstormen, das war so der Insider und alle wussten, wir gehen eigentlich nur spielen. Und das meinte ich so, das beruhigt mich. Das ist irgendwie total schön, das bringt mich irgendwie in den Flow. Und das habe ich dann einem Freund von mir erzählt, Jonathan Sirk, der baut Paddlehallen, ist der Marktführer dafür Padel in Deutschland. Und der meinte zu mir, du, wenn dir Tischtennis so Spaß macht, da gibt es tatsächlich ein Startup in den USA, die verdienen mit Tischtennis hallen Geld. Da ist sogar Sequoia als Investor drin. Und ich so, nee. Einer der größten VCs weltweit hat er investiert in Tischständishallen, okay. Genau. Und ich sage so, hä, also das war mir jetzt egal mit Sequoia, aber dass so, dass man das da wie ein Geschäftsmodell gibt. fand ich total spannend und habe da so ein bisschen recherchiert, bin so in das typische Rabbit Hole gefallen, das du wahrscheinlich auch kennst, dass man so deepdive und sagt, okay, aber jetzt muss ich es mir anschauen. Das ist bei mir sozusagen der Final Step. Ich muss was live sehen, ich muss eine Lernreise machen und erleben.
16:56 Feliks Eyser: Bist du hingegangen?
16:57 Waldemar Zeiler: Genau.
16:58 Feliks Eyser: Ich habe dann letzten November einen Flug gebucht.
17:01 Waldemar Zeiler: In New York haben die angefangen und habe mein Hotel neben dem PingPod eingebucht, neben einem der ersten von denen. Und mit Jetlag bist du da auch viel wach und da habe ich 24-7 einfach immer wieder, wenn ich aufgewacht bin, geguckt, was geht da ab? Und in dieser grauen, kalten New York-Zeit, wo alles irgendwie ganz schlimm aussieht. war dieser Leuchtturm, diese Scheiben haben geleuchtet und Menschen spielen Tischtennis und lachen. Und das ist so eine Gemeinschaft zu spüren. Und da habe ich gleich Coachings gebucht. Und ich sage mir so, das ist so geil. Und das ist auch durchdacht irgendwie seit vier Jahren. Die haben auch 20 Locations. Und habe gesagt, das muss ich. Habe mich da mit dem Founder getroffen, mit David Silbermann und hab dann gesagt, ich muss das nach Berlin bringen. Das ist einfach geil. Und wenn das funktioniert, dann auch weiter ausrollen. Und das haben wir dann gemacht. Und gleichzeitig habe ich gesagt, okay, ich muss auch einen Praxistest irgendwie in Berlin machen, bevor wir jetzt launchen Und habe dann einfach gesagt, ich mache jetzt mal ein Playdate in meiner Lieblingsveranstaltungshalle, das ist die Markthalle 9 in Berlin. Das war ja sehr nah am Einhorn-Office Und hab die gefragt und sagt, hey, ich möchte ein Playdate machen, gib mir mal irgendeinen Abend, wo nichts los ist. Da will ich einfach mal zum Spielen einladen. Und das heißt, du hast deine eigene Platte mitgebracht oder Platen und Genau, ich habe gesagt, ich habe das ein bisschen ausgeweitet. Ich habe gesagt, ich bringe drei Platten mit, stelle das am Montagabend auf, weil da ist dann nichts los, 18 bis 22 Uhr. Und ihr dürft aber auch Brettspiele und Kartenspiele mitbringen, wenn ihr wollt. Und dann kamen am ersten Abend über 400 Leute und irgendwie 20, 30 Leute haben Rundlauf gespielt, um die Tischtennisplatte, Leute haben Karten gespielt. Ich habe noch nie so ein einfaches Event erlebt, weil ich habe schon viele. Viele Sachen organisiert, aber da war gar nichts. Wir haben nur die Platten hingestellt und die Leute waren happy und ich musste um 22 Uhr die wirklich aus der Halle läuten und rausschmeißen, weil die nicht gehen wollten. Und du bist nach Hause gegangen und hattest eine geile Zeit, hast gedacht, okay, krass. Genau, ich habe gemerkt, hey, diese Sehnsucht, meine Sehnsucht nach Leichtigkeit, nach Spielfreude, nach Gemeinschaft, das ist gar nicht so egoistisch. Ich glaube, das ist jetzt etwas, was in der Gesellschaft total da ist. Und wonach sich die Leute sehen. Und jetzt wird das natürlich auch von den ganzen Marketing-Trends auch bestätigt, in real life und so weiter. Das ist ja AI, aber du hast ja auch natürlich diese ganzen Running-Clubs und Community-Building und da-da-da. Und die Gegenbewegung zu AI, aber vor allem auch gegenüber Social Media, oder?
19:13 Feliks Eyser: Also quasi du swipst da durch, du Doomscrawlst dich durch den Tag und fühlst dich eigentlich alles andere als Social und denkst, okay. Ich muss wieder zurück in die reale Welt. Ich habe neulich mit einem Founder gesprochen, der ist gerade hat auch so ein Offline-Thema gemacht und ist gerade Fundraising in den USA und sagt: sein Pitch ist im Grunde, die amerikanischen Investoren, die sind dann ein bisschen visionärer. Er sagt AI wird ja alle Jobs ersetzen, Ergo, wir haben mehr Freizeit und wir müssen jetzt in Freizeitaktivitäten investieren, weil das ist das, wo die Leute künftig 90 Prozent ihrer Zeit verbringen, wenn quasi das Einkommen automatisch kommt und die AI die Arbeit regelt. Für den amerikanischen Markt ein guter Pitch. Ich glaube, wenn du das in Deutschland jemand erzählst, dann denke dir, du bist ein bisschen zu weit mental. Aber ein Stück weit ist halt schon was dran.
19:51 Gegen die Einsamkeit: Die "Dritte Orte"-Strategie
19:52 Waldemar Zeiler: Also ich glaube, Offline-Experience ist, die Leute wollen wieder zurück. The Running Clubs. Total. Und ich kann das auch total verstehen. Ich habe jetzt bei dem Samarktheilen-Event war das krasse, dass ich irgendwie, ich habe mich total geärgert am nächsten Tag, dass es keine Storys dazu gab. Und ich soll, es gab keines, wieso postet niemand dazu? Da habe ich mir nochmal die Bilder angeschaut. Also wir hatten Fotografen dann dort und so die Bilder angeschaut Ja krass, das ist voll aufgegangen, das Konzept.
20:16 Feliks Eyser: Deswegen gibt es keine Storys, weil Leute hatten einen Schläger in der Hand.
20:19 Waldemar Zeiler: Die hatten einen Schläger in der Hand, die haben gespielt, die haben nicht ans Handy gedacht. Und dann war das nämlich so krass, dass es. Das macht voll Sinn. Und auch bei uns, jetzt bei Ding Dong Ping-Pong, die Leute spielen halt. Und das ist genau das, was ich eigentlich beabsichtigt hatte. Und auf die ganzen Studien, die du dazu liest, also die Weltgesundheitsorganisation, WHU, hat Einsamkeit als Pandemie ausgerufen, des 21. Jahrhunderts. Und wenn wir auch ganz viele gesellschaftliche Entwicklungen sehen, dann gehen die mit Einsamkeit einher. Soziale Isolation führt zu Radikalisierung. Das heißt, ganz viel, was wir jetzt erleben, hat auch viel damit zu tun, dass wir sozial isoliert sind. Es gibt sozusagen einen, die haben auch zum Beispiel Trump Supporters analysiert und ein gemeinsamer Nenner ist soziale Isolation. Und das ist total spannend. Und für mich war das so ein Thema auch, vielleicht hast du den Begriff dritte Orte schon mal gehört. Mhm, im Kontext von Starbucks damals. Genau, und das ist dritte Orte. Das ist der erste Ort das Zuhause, der zweite Ort ist die Arbeit und dritte Orte sind so Zwischenorte. Früher ganz normal, das waren Parks, das waren irgendwie beim Friseur, das war irgendwie beim Café, aber es war auch. Ganz viel draußen. Niedrigschwellig begegnen sich einfach die Community. Und das gibt es einfach viel weniger. Und diese Orte haben aber dazu beigetragen, dass das war der soziale Kit einer Gesellschaft. Und die gibt es immer weniger, weil natürlich ein riesiger kommerzieller Druck ist auf jeden Quadratmeter in der Stadt. Und diese Orte, wo einfach Leute, die gleich auch nicht so viel Kohle haben, dazukommen können, nehmen einfach total ab. Und deswegen gibt es dieses riesige Bedürfnis: hey, wo treffe ich mich eigentlich noch mit den Leuten? Wo hänge ich ab?
21:52 Feliks Eyser: Du siehst ja, die ganzen Jugendlichen hängen irgendwie bei den Spätis ab, weil das der einzige Ort ist, wo man noch ein Bier bekommt, was man sich irgendwie als Jugendlicher leisten kann.
21:59 Waldemar Zeiler: Und das war so ein bisschen der Gedanke, ich möchte. Mit diesen Orten auch etwas schaffen, was einerseits skalierbar ist, also tatsächlich auch in viele andere Städte übertragbar ist, weil es gibt viele leere Ladenflächen. Und das Konzept eignet sich halt super dafür. Und es ist überhaupt nicht personalabhängig, weil Personal ist ja ein Riesenthema. Alle, die mit Gastro oder Personal zu tun haben, wissen, das ist oftmals nicht mehr abbildbar, kostentechnisch. Und das fand ich auch so spannend an diesem Modell eben von PingPod, das wir auch übernommen haben. Alles passiert mit der App. Du hast kein Personal vor Ort, du hast 24-7 offen. Und du hast natürlich Leute, die irgendeine Community aufbauen und Events machen und Coachings, aber das ist nicht abhängig davon, dass jemand immer im Laden vor Ort steht. Und somit ist es halt wirklich in alle Dörfer und Städte übertragbar. Und das ist so die große Vision. Natürlich muss man seine Miete bezahlen und einen Laden im Prenzlauberg ist auch nicht umsonst. Aber das Konzept an sich und damit zu experimentieren, damit habe ich jetzt richtig Spaß.
23:00 Das Geschäftsmodell: Skalierbar & ohne Personal
23:01 Feliks Eyser: Mega. Ich nehme erstmal vier Sachen mit. Das erste ist so follow your passion. Das klingt so wie so ein Kalenderspruch und total abgedroschen, aber du hast den Mut gehabt, tatsächlich zu sagen: Ja, wieso denn nicht, wenn ich Bock habe, Tischstellen zu spielen? Kann man dort herum ja auch ein Business bauen? Und was dir ein Stück weit Mut gegeben hat, ist zu sehen, dass es woanders auch funktioniert. Also quasi Research zu machen. Und das ist der zweite Takeaway für mich. Du bist jetzt nicht beim YouTube-Video geblieben, was du dir angeschaut hast, du bist da hingeflogen. Du hast es dir vor Ort angeguckt, du hast ein Gefühl im wahrsten Sinne des Wortes gekriegt, in dem du da sahst, mit den Leuten gesprochen hast, also du hast dein Dann Research ernst genommen und dann bist du zurückgekommen, hast ein MVP gebaut, ein Minimum Viable Product. Gib mir drei Tisständnisplatten, ich stelle die in die Markthalle und gucke einfach, wie die Leute interagieren. Hast gemerkt, ah krass, die machen keine Storys. Sehr gut, Ziel erreicht. Und viertens glaube ich, du hast schon analytisch drauf geschaut. So, da ist ein Megatrend dahinter, Loneliness Epidemic auf der einen Seite und auf der anderen Seite So ein Geschäftsmodell, du würdest sagen, die Unit Economics können gut sein, weil die Personalkosten nicht so hoch sind. Du musst die Miete bezahlen, aber du hast jetzt nicht wie bei einem Wie bei einem Fitnessstudio, dass du irgendwie zig Trainer brauchst und da nur Kurse anbietest zum Beispiel, sondern im Grunde ist es Self-Service, im Grunde ist es so eine Art Automatenbusiness, Leute checken ein über die App. bezahlen, wahrscheinlich digital und spielen. Genau, da bin ich mir selber nicht so einig.
24:16 Waldemar Zeiler: Also ich habe das nicht so, ich habe das, ich bin das nicht so angegangen. Im Nachhinein kann man das genau so konstruieren. Und ich glaube, das ist aber das Bauchgefühl, was ich aber habe. Ich glaube, auch ein Richard Branson hat nicht gesagt, so, hey, ich habe jetzt analysiert und es braucht jetzt eine Airline. Sondern das ist so ein Gefühl, und dann kommen natürlich viele Trends. Also ich glaube, ich spüre das schon voll und ich bin wie so eine Membran und ich habe so ein bisschen Skillset, um eben schnell probieren zu können und auch eben nicht beim Träumen zu bleiben, sondern auch zu sagen, lass probieren. Also ich bin da einfach so neugierig, Sachen auszuprobieren. Das ist für mich, ich kann das nicht, wenn eine Idee mich zu lange beschäftigt. Dann muss ich das kurz mal ausprobieren. Und ich weiß halt, wie man das dann ausprobiert, wie man irgendwie Geld besorgt, wie man kurz das aufbringt, wie man Leute zusammenbringt.
24:59 Feliks Eyser: Na erzähl mal, wie waren die ersten vier Wochen? Du hast dann Research gemacht, du kamst zurück aus den USA, du hast quasi den Test gemacht und aber der Punkt, wo du sagst, okay, jetzt machen wir einen Laden auf, da brauche ich ein bisschen Kohle, da brauche ich. Ein Schloss, was ich bedienen kann mit einer App, da brauche ich die Platten, die sind ja auch teilweise digitalisiert, sind ja keine normalen Tischständnisplatten, die haben ja auch so eine Tech-Komponenten, also muss ein paar Sachen zusammenbauen. Wie sahen die ersten vier Wochen aus? Lass uns da mal reinzoomen.
25:22 Waldemar Zeiler: Also zuerst mal, ich bin ein riesiger Fan von Kooperationen, Kollaboration, Cooperition. Ich gucke, bevor ich das selber baue, bevor ich alles von. Deswegen haben wir uns damals kennengelernt, dass du mich als Wettbewerbe in deinem Office eingeladen hast. Ja. Damals hatte ich eben aber nicht die Mehrheit der Company, so ich das auch so steuern konnte. Das ist jetzt natürlich irgendwie anders. Und deswegen gucke ich immer, wie kann man erstmal zusammenarbeiten, bevor man irgendwie anfängt, die Sachen zu bauen, weil dann kann ich schneller diesen MVP auch bauen. Genau, PingPod hat einfach seit vier Jahren Richtig geil in den Tischtennis gemacht und eine geile Software gebaut. Und dann haben sie gesagt, die Software ist so geil, die wollen wir auch anderen Sportarten anbieten unter Podplay. Und die sind jetzt bei Pickleball, richtig, gehen sie total ab in den USA. Das ist ja der schnellstwachsende Markt, Sportmarkt gerade in den USA. Nicht Paddle, sondern Pickleball. Ami ist immer ein bisschen anders. Und da habe ich gesagt, okay, wir können jetzt das, die haben eine richtig geile App gebaut. Die können wir uns, die können wir jetzt und auch mit Security-Systemen, also da schauen wirklich Leute live drüber in den Kameras 24-7 aus Manila. Und diese ganze Payment und Türöffnungsthematik und alles aus einem Guss, richtig geil gemacht, zur Lizenz, White Label mit unserem Logo. Und wir sagen, okay, es ist zu sexy. Lass mit denen zusammenarbeiten. Und du kanntest die schon durch deinen New York-Trip. Genau, genau. Das ist immer, ich treffe immer die Leute und sage das mal, dass wir das bevorzugen und die fanden uns super und haben gesagt: Okay, lass das probieren. Wir haben dann lizenziert die Software. von denen und habe gesagt, ich muss euch auch an Bord holen, weil es macht keinen Sinn, irgendwie, ich will mit euch nicht im Wettbewerb stehen, weil die machen auch Franchise von Und bevor ihr dann irgendwann mal in Deutschland als Franchise-Partner irgendwie auftaucht und wir uns Konkurrenz machen, lasst doch guck mal, wie wir zusammenarbeiten. Dann haben wir die an Bord genommen, haben den kleinen Strategic Share gegeben. Die haben uns Exklusivität gegeben für Deutschland, für Tischtennis, für die Software, sodass wir Franchise machen können. Wir nennen das übrigens das Friendchise, nicht Franchise. Habe ich gesehen, wie Friend. Genau. Und haben gesagt, wir machen das. Und die waren so happy, auch mit, weil Deutschland nochmal anders ist als die USA, in der Zusammenarbeit. Und so hat sich das zumindest da ergeben, dass wir mit dieser Technik Support starten konnten. Und dann habe ich gesagt, okay, welche Art von Leuten will ich hinter? Also ich bin sehr investorenkritisch, wie du weißt, und hatte gar keinen Bock auf Investoren lange Zeit. Und wusste aber, okay, Brick and Mortar, allein der Ausbau und alles, das wird Geld kosten. Da muss ich mir jemand an Bord holen, aber nicht jedermann. Und Ich habe natürlich, die kennst du auch, es gibt Bravespace, das habe ich ja mitinitiiert, das ist ja unser gemeinsamer Freund Rolf Schrömgens. Auch gegründet und dort habe ich gesagt, wenn ich irgendwie InvestorInnen haben will, dann idealerweise aus dem Bravespace. Und Rolf hat mich da auch richtig gepusht und gesagt hat, ja, das ist Ding-Dong-Ping-Pong, ist voll das Bravespace-Thema. Lass mal gucken, dass wir das Funding darüber stemmen. Und dann haben irgendwie 18 Leute aus Bravespace Tickets reingelegt von 2. 000 Euro bis 150. 000 Euro. Die haben wir dann alle gepoolt in der GbR. Wie viel hast du insgesamt gerast auf dem Weg?
28:26 Feliks Eyser: Wir haben 570. 000 gerased. Und so viel brauchst du auch für den ersten Laden oder wie kann man sich vorstellen, was du sagst, für die erste Location, um die auszubauen? Was hast du da kalkuliert? Also jetzt für den ersten Ausbau der Locations haben wir, glaube ich, 170. 000 oder sowas reingesteckt.
28:39 Waldemar Zeiler: Aber da ist natürlich auch viel, auch irgendwie CI und erstmal lernen. Also, du musst ja wirklich so eine Sportanlage ist ja auch nicht ohne, du musst den Sportboden haben, du musst gucken. Wie baust du es in so einen Laden rein? Schallschutz, Lichtthematik. Also das ist ja wirklich eine Tischtennisanlage 2-0, muss man auch vorbeischauen. Das ist einfach richtig geil.
28:56 Feliks Eyser: Ja, ich komme auf jeden Fall, ich bin schon ein paar Mal dran vorbeigelaufen. Ich habe es noch nicht reingeschafft, aber muss man das sagen.
28:59 Waldemar Zeiler: Also es ist richtig, es kann man sich nicht, wenn man Tischtennis kennt von draußen, Das ist ein anderes Erlebnis. Das ist wirklich vergleichbar jetzt mit Padel und Pickleball, mit der modernsten Sportanlage, aber das auf Tischtennis.
29:08 Feliks Eyser: Wie viele Platten hast du da drin oder wie groß ist die?
29:11 Waldemar Zeiler: Fünf Platten. Genau, 200 Quadratmeter, und das ist auch der Sweet Spot, auch für unsere Franchises, zwischen 100 Quadratmeter und 200 Quadratmeter. Also auch in New York gibt es Platten, sozusagen Pingpots nur mit zwei Platten bis hin zu fünf, nicht mehr, weil es halt wirklich zentrale Nachbarschaften liegen, kurze Laufwege für eine Schlägersportart, das gibt es kaum, weil du musst ja meistens für Tennis, Paddles und musst du sonst wohin fahren. Und die meisten unterschätzen Tischtennis total. Es hat dieselben Werte, Fitnesswerte wie andere Schlägersportarten. Es ist auch die schnellste Rückhandsschlägersportart der Welt. Aber die meisten kennen das nicht so. Aber wenn du da mal ein Training genommen hast, das ist so ein bisschen wie ein Boxtraining, du bist total durchschwitzt danach, du hast irgendwie extrem deine Hand-Auge-Koordination geschult. Das ist ein richtig geiler Sport, aber du noch total unterschätzt, deswegen bin ich auch. Richtig froh, dass wir nicht in Paddle unterwegs sind, jetzt gerade mit, wo sich alle die Köpfe einschlagen, sondern so ein richtig wie ist bei mir wie Kondome. Da gibt es kaum Wettbewerb. Ein bisschen so, naja. Und da können wir jetzt einfach eine neue Story erzählen. Das ist mir echt immer mein Sweet Spot.
30:12 Feliks Eyser: Hier ein Hinweis von Eigner. Sache. Wir sprechen ja immer über spannende Geschäftsmodelle und Business-Ideen, die man umsetzen könnte, und haben jetzt alle Ideen, über die wir bisher gesprochen haben, Podcast zusammengefasst in einer Notion-Page, also quasi eine Business-Ideendatenbank. Und die kannst du abrufen über unsere WhatsApp-Community. Und zwar unter www. foundermode. show. Join the Community. Du kannst dich mit anderen Foundern austauschen, über Business-Modelle sprechen. Und auch unsere Notion Datenbank herunterladen. www. foundermode. show. Und jetzt zurück zur Episode. Und du sagst, ihr habt da quasi Einzelpersonen als Investoren reingenommen, von kleinen Tickets 2. 000 Euro bis 150. 000. Und du bist Investoren kritisch. Ja. Warum?
30:58 Investoren-kritisch? So geht Fundraising anders
31:01 Waldemar Zeiler: Warum ich es trotzdem gemacht habe oder warum ich Investoren kritisch bin?
31:05 Feliks Eyser: Erstmal, warum du kritisch bist. Und dann, warum die Crowd trotzdem reingekommen ist.
31:10 Waldemar Zeiler: Es mag sein, dass sich natürlich das ganze VC-Investoren-Business verändert hat. Aber zu unserer Zeit damals, als du Waldema 1-0 kennengelernt hast, da war ich gerade auch bei Team Europe, davor war ich bei Rocket Internet. Du hast natürlich die volle Beiseite da auch. Genau. Und ich habe einfach gemerkt, Dass da nicht wirklich oft mit dem Founder gemeinsam gedacht wurde, sondern es ist halt irgendwie, das ist eins von vielen Investments und am Anfang der Dating-Phase ist alles geil. Aber danach wurde es einfach knallhart. Die Investoren unter sich haben sich ständig irgendwie das bekämpft. Es war einfach kein. Kein schönes Zusammen irgendwas nach vorne bringen. Und auch total irrational. Also es waren wirklich, das ist ja nicht so, dass das irgendwie bei den WCs irgendwie die schlauesten Menschen abhängen, sondern teilweise dachtest, das sind jetzt Fünfjährige, die sich da kloppen, total cholerisch. Und so, hallo. Ich muss hier noch ein Business leiten, können wir jetzt auch mal über mich sprechen? Genau. Und das waren einfach ganz viele schlechte Erfahrungen damit, wo ich, und zum Glück haben wir ein Horn dann ohne gemacht. Dann habe ich gemerkt, boah, wie viel Zeit ich bei Einhorn jetzt gewonnen habe, um nicht die ganze Zeit irgendwie Investor Relations zu machen. Also wenn mal Gründerinnen mal ehrlich sind, wie viel Zeit sie verbringen mit Fundraising und dem Betreuen aller InvestorInnen Das ist extrem. Wenn man diese Zeit frei hätte, um in das Business zu stecken, das ist krass. Und das habe ich bei Einhorn gemerkt, wie relaxed ich war und nicht jedes Mal irgendwie ein Angstschweiß ausbrechen musste, weil irgendwie der nächste Investor-Update-Call ansteht, irgendwie Beirats-Meeting, whatever. Das war einfach überhaupt nicht hilfreich. Also, und das war, das ist eben anders bei Bravespace. Also dort entwickeln wir wirklich Die Beziehung auch zwischen Investorinnen und Founder und beleuchten auch mit allen Gefühlen, die damit einherkommen, wie das so ist in diese verschiedenen Rollen und in diesen Beschieden und Machthierarchie. Auch zu rutschen.
32:54 Feliks Eyser: Erzähl mal eins Versätze zu Bravespace. Lass uns einmal kurz eine Sidequest machen. Brave Space ist keine Fundraising-Plattform, muss man sagen. Nein. Wie beschreibst du es?
32:58 Was ist "Bravespace"? Ein Netzwerk für neue Unternehmer
33:02 Waldemar Zeiler: Ich glaube, das Also es ist total schwer zu beschreiben, weil einer der Werte von Bravespace is no outcome. Und gleichzeitig sind dann natürlich unglaublich viele Manifestierer und Bilder drin, also von InvestorInnen bis hin von Entrepreneurs. Und wir unterscheiden nicht zwischen Social Entrepreneurs, aktivistischen Entrepreneurs und for-Profit Entrepreneurs. Aber es ist ein richtig ein krasser Haufen von inzwischen, glaube ich. 100, fast 200 Leuten, die alle bilden, die aber auch sagen: hey, wir wollen auch eine gewisse Entwicklung und eine innere Entwicklung auch vornehmen. Und wir wollen irgendwie auch ein anderes Modell von wie baue ich Organisationen auf, wie führe ich Organisationen. Vielmehr auch mit einer Innerwork-Journey dazu und besprechen einfach viele Themen. Und im Ablauf ist das so, dass man praktisch immer So mit acht Leuten in einem Circle ist und einmal im Monat trifft man sich drei Stunden und bespricht, was so vorgeht, macht Deep Dives, kümmert sich auch so ein bisschen um Themen.
34:06 Feliks Eyser: Die privater Natur sind, so ein bisschen wie Entrepreneurs Organization, aber ein bisschen spiritueller, würde ich sagen. Ja, ich würde auch sagen, also man kann es vielleicht vergleichen, wenn man die Entrepreneurs Organisation kennt, mit zwei großen Unterschieden. Bei IO geht es eben wirklich um kapitalistisches Unternehmertum. Du musst mindestens eine Million Umsatz machen. Ich habe mal probiert. bei I. O. jemandem zu empfehlen, der eine Stiftung geleitet hat, der hat ein Spendenvolumen von irgendwie zwei Millionen Euro. Da habe ich gesagt, ja, das Spendenvolumen ist doch irgendwie noch besser als Umsatz, durfte der aber nicht rein, weil das halt nicht darauf ausgelegt ist. Also das eine und das andere ist, dass In EO natürlich stark um Business geht. Also Personal Development ist dann natürlich auch eine sehr wichtige Komponente, aber was die Leute eint, ist, dass sie das Business voranbringen wollen. Und bei Bravespace würde ich sagen, es ist umgedreht, so es inkludiert jeden und Jede, weil Unternehmertum breiter definiert ist. Es kann die Aktivistin sein, es kann freischaffender Künstler sein, kann auch ein Coach sein, kann Autor sein. Du bist ja auch so ein So ein Zwischendingmächtig beschreiben müsste, würde ich auch sagen. Also der Prototyp Unternehmer, so im klassischen Sinne bist du nicht, sondern du bist eher so aktivistisch. Und solche Leute sind sah und Ich würde sagen, in in diesen Circles geht es ja noch viel, viel mehr um die Personal development Reise und ich Die innere Weiterentwicklung und gar nicht so sehr drum, wie kriege ich meinen Umsatz jetzt hoch.
35:22 Waldemar Zeiler: Genau. Und gleichzeitig sozusagen sind wir uns total bewusst, dass Ressourcen, dass wir Ressourcen brauchen und die Ressourcen einsetzen wollen. Also, da sind auch Investoren bewusst. Und wir finanzieren eben auch Startups, die aus Brave Space herauskommen. Und schauen uns aber das Verhältnis an. Und das war ganz spannend, weil ich jetzt, glaube ich, vor drei Wochen irgendwie meine Investor-Call dann hatte mit Bravespace und ich nach Total in der alten Rolle war, wie ich es früher kann, total Angstschweiß und so: Oh, scheiße, was muss ich jetzt machen? Und jetzt muss ich denen irgendwas erzählen, aber möglichst nicht zu viel, sodass sie einen in Ruhe lassen. Und da haben gemerkt habe, so, nee, das ist ja Brave Space. Das habe ich ja irgendwie mit initiiert, ich kenne die Leute alle, und dann hat Rolfe erstmal eine Meditation angestimmt.
36:04 Feliks Eyser: Und es dazu sagen, Rolf Schrömgens, Gründer von Trivago, Reiseplattform, tausende von Mitarbeitern, Börsen notiert.
36:05 Waldemar Zeiler: Und
36:11 Feliks Eyser: Das ist jetzt auch nicht der Typ, wo man jetzt typischerweise sagen würde, der Der startet jetzt ein Gesellschafter-Meeting mit einer mit einer Meditation. Wenn man nur quasi die Eckdaten hört.
36:19 Waldemar Zeiler: Wenn man ihn kennt, ist es was anderes. Aber wie lief es ab?
36:23 Feliks Eyser: Ja, das ist total schön.
36:24 Waldemar Zeiler: Und gleichzeitig, und dann war das Erste, womit wir angefangen haben, ist erstmal zu sagen: so, hey, Was glaube ich, was von mir erwartet wird? Als Founder, aber auch und die meisten, die dort waren, natürlich waren InvestorInnen, und was wird von mir als Investor erwartet? Was hat dich überrascht an der Runde? An den Antworten? Dass da ganz schön auch Druck war, auch auf Investorinnen-Seite, was von ihnen erwartet wird. Und eine Unsicherheit, was sie jetzt, wie viel sie jetzt beitragen sollen, wie viel sie machen sollen. Man muss dazu sagen, dass natürlich viele. Bei 18 Leuten sind natürlich viele kleine Tickets und auch Leute, die vielleicht zum ersten Mal, also das ist keine institutionellen InvestorInnen, dass da einfach Unsicherheit da ist. Und für mich war das total berührend zu sehen. Dass das eben auch, dass auf der anderen Seite auch Unsicherheit da ist und nicht nur bei mir als Gründer. Und genau, und das war einfach toll zu teilen und sich darauf irgendwie zu einigen, dass es keine Update-Calls mit Zahlen geben wird. Das heißt, ich berufe nur alle, ich glaube, wir haben gesagt, alle vierteljährlich berufe ich jetzt diesen Call ein Und der kann entweder fünf Minuten dauern oder zwei Stunden. Das bestimme alleine ich. Ich werde keine Zahlen teilen, sondern ich werde einfach Herausforderungen teilen. Und wir werden einfach schauen, wie tatsächlich die Investoren mir eventuell helfen können oder auch nicht. Aber da ist nicht dieser Druck da, hey, ich muss jetzt diesen Businessplan, den ich gemacht habe, den muss ich jetzt hinterherhecheln. Und die ganze Zeit erklären mit schlechtem Gewissen, warum das noch nicht so ist, und alle bullshitten und die Investoren riechen den Bullshit und fangen dann an, richtig in die Wunden zu drücken und alle bescheißen sich irgendwie gegenseitig. Und dann sitzt man in diesem Meeting. Also Sondern wirklich sagen, nee, ich nutze euch als Ressource dafür, weil ja, am Ende wissen es die GründerInnen am besten, was zu tun ist, sonst hätten sie es ja nicht gestartet, sie sind im Daily Business drin. Und trotzdem muss man irgendwie ein vertrauensvolles Setup schaffen, wo Investoren, auch wenn sie wollen, beitragen können.
38:15 Feliks Eyser: Ja, ich finde zwei Sachen sehr spannend als Takeaways für alle Faunder und ich sehe, dass es viele anders machen, aber zwei Sachen, die du gesagt hast, ist eine. Bestimmtes Format selber, du hast jetzt gesagt, wir machen das zum Beispiel vierteljährlich und ich bestimme, sind es fünf Minuten, sind es dreißig, sind es zwei Stunden. Also ich habe es in der Hand b Niemand schreibt dem Founder vor oder der Gründerin, jeden Monat einen Zwei-Stunden-Call zu machen. Also Founder können das selber bestimmen. Das ist eine und das andere ist es umzudrehen, weg vom Reporting, hin zu Ich fordere ein. Und das gebe ich auch immer allen Founder auf den Weg mit. Schreibt in euer Monthly Update ganz oben rein, was ihr von den Leuten haben wollt. Startet nicht mit andersrum: hier ist meine KPIs und mein Kontostand und whatever, sondern überlegt euch als erstes. What's in it for you? Sozusagen. Und du scheinst den Spieß ja umgedreht zu haben, zu sagen, ich überlege erstmal, wo können die mir helfen? Beim Recruiting von einer neuen Person, beim Sourcen von einer neuen Location, bei einem Kontakt in die USA, die whatever. Also so, das ist ja immer die Frage. Ich habe da 18 Leute sitzen, die sind alle super schlau, die haben alle super viele Kontakte, die haben viel gesehen. Wie kann ich das als Founder nutzen?
39:16 Waldemar Zeiler: Und das Spannende finde ich sozusagen, wenn der Raum vertrauensvoll genug ist, und das weiß ich auch nicht, ob wir das bei Bravespace schaffen, das müssen wir jetzt sehen. Aber wenn der Raum vertrauensvoll genug ist, dass du wirklich teilen kannst, was in dir als Founder vorgeht, das, was du vielleicht mit deinen Mitgründer teilen würdest, Und wir sind ja alle, also jedes.
39:33 Feliks Eyser: Und vielleicht liegt nicht mal mit dem Mitgründe, wer weiß.
39:35 Waldemar Zeiler: Ja, ja. Und jedes Startup durchlebt ja diese Täler und die Hochs. Und dann auch in den Tälern zu sagen, was richtig scheiße läuft, sich zu trauen, zu sagen, hey, das läuft gerade gar nicht und ich komme da irgendwie nicht weiter. Und Habt ihr irgendwie nur eine Idee, wie das geht? Und nicht dieses Fake it till you make it. Und das, das, das nervt einfach nur.
39:51 Feliks Eyser: Das ist so unauthentisch. Okay, ihr seid gestartet, ihr habt meditiert, ihr habt die Runde gemacht und das ist jetzt das neue Setup. Das probieren wir, genau.
40:01 Waldemar Zeiler: Das bleibt eben ein Experiment. Wir probieren das aus. wie das irgendwie auch für alle irgendwie funktioniert. Und natürlich können alle Investorinnen auch immer zum Tischtennis vorbeikommen und auch mal sagen, hey, mich würde für irgendwie diese Zahl oder sowas interessieren. Immer eingeladen, aber ich habe halt nicht mehr diesen Druck als Gründer, ich muss alle zwei Wochen irgendwas zaubern und hier die Performance machen. Genau. Sondern ich gucke mal, wo kann ich sie einsetzen.
40:27 Feliks Eyser: Du hast Einhorn, Kondomfirma, gegründet mit Verantwortungseigentum, hast du viele Gedanken gemacht darüber, wie konzentriert sich das Kapital nicht bei wenigen Personen, wie kann man es aufs Team verteilen, wie kann man die Leute stärker zum Teil Des Ventures machen. Welche dieser Elemente nimmst du mit zu Ding Dong Ping Pong? Und bei welchen Elementen sagst du, nee, haben wir getestet, wollen wir nicht umsetzen?
40:52 Waldemar Zeiler: Also, es ist total schwierig, weil die Zeiten natürlich so unvergleichbar sind. Also ich glaube, generell sind immer Zeiten unvergleichbar. Und aber jetzt, wenn ich mir das anschaue, die letzten zehn Jahre, was dort alles passiert ist in unserer Gesellschaft, in der Weltordnung, ähm, Das ist einfach, glaube ich, schwer, Rückschlüsse zu ziehen. Und was ich für mich jetzt gerade weiß, ist, dass ich gerade total ahnungslos bin, glaube ich, so wenig Ahnung wie noch nie hatte, wie man gerade führt. Und wir haben natürlich viele Experimente gemacht, irgendwie bei Einhorn, um zu gucken, wie können wir Führung anders verteilen, wie können wir Innovation Aus dem Team heraus irgendwie auch pushen, wie können wir ein Ackerbereiten, auf dem ganz viele Plänzchen kommen können, nicht immer von den GründerInnen. Und gleichzeitig hat sich die Welt aber so extrem verändert mit, und das ist jetzt meine Wahrnehmung, bin ich spannend, was du dazu sagst, dass seit Corona und den ganzen Kriegen, die aktuell noch vorherrschen, und jetzt auch mit AI und Co. die Nervensysteme der Menschen so angespannt sind und du hast einfach so viel Burnouts, du hast so viel sozusagen psychische Krankheiten, die zu Ausfällen führen. Du hast einfach, selbst wenn du in deine eigene, wenn ich in meine eigene Bubble schaue und meine Freunde-Familienkreis und so weiter, ich habe das Gefühl, irgendwie Leute sind alle richtig, laufen alle auf dem Zahnfleisch. Und wie führst du Menschen, die Angst haben? Und die das sozusagen, die in einer Organisation sind und vielleicht Sachen auch dann erwarten oder projizieren? Und mein Meine Erfahrung ist nicht nur bei Einhorn, sondern auch im Gespräch mit ganz vielen UnternehmerInnen, ist so: alle finden gerade ihre Führung scheiße und keiner will in Führung gehen, weil es ein Höllenjob ist gerade. Und das macht das natürlich total schwierig. Und da sind natürlich ein bisschen viele fallen dann sozusagen alte Modelle zurück, da sind ganz viele Autokraten und so diktatorische Management-Prinzipien, die jetzt wieder zurückkehren und so. Und alle sehen sich irgendwie nach Sicherheit und sagen: Ja gut, dann nehmen wir doch deinen Diktator. Ich glaube, das ist nicht die Lösung. Und gleichzeitig ist es, erkenne ich gerade an, dass es einfach schwierig ist. Und deswegen bin ich froh, ein personalles Konzept gerade zu haben.
40:58 Learnings aus der Einhorn-Zeit: Führung in der Krise
42:53 Feliks Eyser: Ich wollte gerade sagen, deine Lösung ist jetzt eher erstmal keine Mitarbeiter und dann weniger.
42:56 Waldemar Zeiler: Das ist, weil ich gerade auch nicht weiß, wie ich sie führen kann, ob ich ihre Erwartungen erfüllen kann. Und deswegen ziehe ich das gerade vor und gleichzeitig ist es aber ein Modell, was ganz viel Community hat und was menschliche Begegnungen hat. Also, ich bin jetzt nicht auf dem Trip und sage jetzt so: ey, das nächste Billion-Dollar-Ding wird eine One-Man-Show sein, nur mit AI. Das interessiert mich weniger, ich will Community, ich will mehr Menschen. Und gleichzeitig ist Führung gerade wahnsinnig schwierig. Deswegen. Ich weiß es gerade nicht. In den aktuellen Zeiten ist das schwierig. Und ich glaube, was nicht ganz so aufgegangen ist, so als Hypothese habe ich gedacht: so hey, wenn mehr Leute gemeinsam etwas besitzen, dann kommt vielleicht sozusagen mehr Innovation raus. Und das ist nicht ganz so aufgegangen, wie ich mir das gewünscht hatte, und gleichzeitig haben die Zeiten sich auch so verändert. Diese Angstkomponente ist psychologisch total wichtig. Also, wenn Menschen Angst haben Sind sie in der Regel nicht irgendwie risikobereit und innovativ und so weiter? Deswegen, ich kann diesen Faktor nicht ausklammern, was am Ende mehr dazu beigetragen hat. Und gleichzeitig habe ich jetzt auch Ding Dong Ping-Pong nicht ein Verantwortungseigentum gegründet. So eine normale GmbH, die gehört jetzt quasi euch vorne und den Gesellschaftern. Genau. Und gleichzeitig habe ich aber die Tür zum Verantwortungseigentum weiter offen gehalten, weil im Bravespace-Vertrag steht ganz Klar drin, ist dieser Schritt zu Verantwortungseigentum geregelt und vorher schon bestimmt. Also, wenn ich das wollen würde, dann kann ich das mit den aktuellen InvestorInnen diesen Weg auch weiterhin gehen.
44:20 Feliks Eyser: Aber ich wollte mir diese einfach diese Option offen halten.
44:23 Waldemar Zeiler: Noch ein bisschen beobachten. Und deswegen hat das einfach wunderbar mit Bravespace geklappt, dass ich weiterhin die Freiheit habe. Hättest du einen Verein gründen können, so wie früher so einen Sportverein? Klar, aber gleichzeitig war mir auch total wichtig und das ist vielleicht so ein Learning auch, dass ich ich muss auch an meine Altersvorsorge denken Denn wir haben ja ein Horn an eine Stiftung übergeben und damit habe ich jetzt nicht, was man so klassischerweise hat, irgendwie ein Exit und damit hat man dann seine Altersversorgung gesichert. Sondern ich muss weiterhin meine Altersvorsorge nachgehen. Und deswegen war es wichtig, ich wollte auch diese Tür offen halten, dass ihr einfach sagt, hey, Ich will Ding Dong Ping-Pong so aufstellen, dass diesmal die Altersvorsorge auf jeden Fall gesichert ist, wenn es dann erfolgreich ist, weil wir auch alle wissen, wie viele Startups auf dem Weg eben nicht klappen. Und deswegen habe ich mir erstmal alles offen gelassen. Aber es soll auch meine Altersvorsorge sein, wenn es klappt.
45:06 Marketing-Hacks für Offline-Konzepte
45:12 Feliks Eyser: Okay, okay. Und wie klappt es bisher? Wie kriegst du den Laden voll? Ich sehe dich auf TikTok. Du machst Videos, das ist ja eh dein Ding in lustigen Kostümen. beschrieben mit den Balkonkraftwerken. Bei Pingpong hast du zumindest noch Kleider an. Diesmal, da habe ich noch keine ganz wilden Kostüme gesehen. Aber du machst viel, ich sag mal so, auch so aktivistisches Marketing. Dass du mit einer starken Botschaft rausgehst und machst den Laden voll, wie hast du dir Leute reingekriegt?
45:36 Waldemar Zeiler: Also, das Tolle ist, dass mit Sicherheit über 50 Prozent des Marketings einfach der Standort. Dass du einfach ladentiefe Fenster hast, dass da Licht ist, dass da was los ist. Und die Nachbarn gehen vorbei und sind total erstaunt, dass sie sowas überhaupt sehen, mitten in ihrer Nachbarschaft, und einfach diesen Ort sehen, diesen Sehnsuchtsort. Und sie sagen, ach geil, da will ich auch, ich will auch Sport in Gemeinschaft treiben. Und eben nicht wie andere Anbieter, wie Yoga, wie irgendwie Bicycle, die ihre Scheiben alle verkleben. Das verstehe ich gar nicht. Sondern das sieht man alles. Man sieht, dass da richtig Leben drin ist und Bock hat. Das ist ein der Hauptaspekt, glaube ich, im Marketing, eine gute Location zu finden, wo das passt. Und sonst einfach zur Aktivierung einfach ganz viele Events. Also du musst, weil Leute in Deutschland sind nicht Sind nicht vertraut damit, dass man für Tischtennis bezahlt. Die kennen das aus dem Tennis, aus dem Squash oder wie auch immer. Aber das ist immer noch so kostenlos gelernt und die wissen nicht, was für Services, was für. Wie viel das Spaß macht in einer richtig geilen Bedingungen.
46:34 Feliks Eyser: Und die Assoziation ist sozusagen, deine Competition ist diese Steinplatte im Park, die for free ist, aber irgendwie auch nicht so gepflegt, und es macht keinen Spaß, da zu spielen. Wahrscheinlich das Wind. Genau, genau.
46:44 Waldemar Zeiler: Das ist einerseits gut, weil alle kennen Tischtennis. Du musst das nicht wie Balkonkraft merken, erklären, was das ist. Und gleichzeitig, sozusagen, im professionellen Bereich, vergleichbar eben mit anderen Schlägersportarten. Ist das noch nicht so gelernt? Und deswegen müssen wir die Leute reinziehen, damit die merken: ach wow, das macht ja richtig Spaß hier. Und ich kann sogar um die Ecke bei mir richtig schwitzen und trainieren. Und das ist ja auch ein krasses Longevity-Thema. Schlägersportarten.
47:08 Feliks Eyser: Generell, oder habe ich neulich zum ersten Mal gehört, dass Tennis wohl die höchsten positiven Gesundheitsimpact hat? Wahrscheinlich auch wegen dem sozialen Aspekt, also machst du auch nicht alleine, aber sicherlich auch wegen den Bewegungen, also diese kurzen Sprints und diese kurzen Intervalle.
47:21 Waldemar Zeiler: Ja, und also ganz viel Hand-Auge-Koordination. Das heißt, du musst mit dem Schläger sehen und dem Ball sehen und praktisch, um das zu koordinieren, da müssen einfach ganz viel in deinem Gehirn ablaufen. Um das hinzubekommen. Deswegen ist zum Beispiel auch Tischtennis ganz stark bei Demenzkranken, bei Parkinson und hilft dort. Das Und ja, Tennis wurde jetzt stellvertretend auch für andere, glaube ich, Schlägersportarten eben ausgewählt. Die haben ja auch Fußball und Running und so weiter. Und Tennis hat tatsächlich 9,7 Jahre, lebst du länger im Vergleich zu jemand, der gar keinen Sport macht. Und ich glaube, Fußball war nur drei oder vier Jahre, Running war auch nur drei oder vier Jahre. Und da kommt natürlich auch dieser soziale Aspekt. Du brauchst halt für Schlägersportarten immer mindestens zwei Leute, mit denen du spielst. Und ja, soziale Eingebundenheit, Gemeinschaft ist ein ganz wesentlicher Longevity-Faktor. Und deswegen ist für mich so ein bisschen der schlafende Riese-Tischtennis, das ist die meistgespielte Sportart der Welt, wenn du Asien mit dazu nimmst. Und du kannst sie wirklich überall spielen. Du kannst sie wirklich in jeder Stadt zentral spielen. Und deswegen ist das für mich der absolute Sporth. Alle investieren ja jetzt ja in Sport. Es gibt ja die ganzen VCs und auch in Deutschland ist ja auch eine Sport. Auch wieder Leo Sophie Krammer, oder Mit Epics und das ist auch total geil und wichtig. Und alle stürzen sich natürlich aber auf diese ganzen Trendsportarten. Und ich sage mir so: nein, schaut euch mal diesen schlafenden Riesen an. Aber da muss man natürlich einiges noch machen.
48:47 Feliks Eyser: Ich habe in letzter Zeit drei verschiedene Pitchstacks für neue Ligen auf dem Tisch gehabt. Also jemand gründet eine Liga, wo du sagst: Okay, wieso gibt es denn eine neue Liga? Also keine Ahnung, es gibt Champions League im Fußball, aber es gibt jetzt auch, wie heißen die alle Baller League und so weiter und so alternative Liga-Kriegs. Einer im neulichen Podcast darüber gesprochen hat eine Cliff Diving-Liga gestartet. Sprichst du von der Klippe? Er sagt, pass perfekt in die Zeit, weil es halt so TikTokable ist. Weil die Sportart halt in fünf Sekunden ausgeführt wird, so sinngemäß. Und der Veranstaltung des weltweit Events und vermarktet das im Grunde. Oder über Hyrocks haben wir auch gesprochen hier im Podcast. Jemand will gerade eine neue Running-Liga bauen. Indem ich in Kontakt war. Vielleicht kannst du eine Tischtennisliga etablieren. Ja, ein Tischtennis. Eine Coole. Die gibt es schon.
49:33 Waldemar Zeiler: Also, auch da bin ich wieder total auf Kooperation aus. Also der neue Geschäftsführer des Tischtennisverbands und der Sportdirektor. Waren natürlich schon bei uns und haben sich das angeschaut und da habe ich auch gesagt: hey, lass uns zusammenarbeiten, weil alle sind sich auch bewusst, dass Tischtennis nicht besonders sexy ist. Also, wenn du dir anschaust, jetzt wie. Irgendwie Tennis und Paddle und Running vermarktet werden oder auch irgendwie Radfahren. Alter, wenn die Leute siehst, die sehen wie auch vom Space aus mit ganzen Klamotten und Musik und alles dazu. Und Tischtennis hängt immer noch wie so ein altes Faxgerät, irgendwie aus den 80ern, mit so ganz olie-Klamotten rum. Aber da finde ich, da kommt immer wieder diese Kondom-Sache. So war es bei Kondom halt vor zehn Jahren auch. Und Deswegen habe ich total Bock, gemeinsam mit vielen anderen diese Perle-Tischtennis gemeinsam zu polieren. Ich will übrigens, das kann ich jetzt auch schon rausposauen, ich plane einen Weltrekord im Rundlauf.
50:26 Feliks Eyser: Echt, ja? Das wird Anfang des Jahres wahrscheinlich stattfinden.
50:30 Waldemar Zeiler: Und der wird gerade gehalten in Düsseldorf. Die haben im Düsseldorfer Stadion 102 Platten aufgestellt. Und glaube ich mit 2000 oder 2500 Menschen gleichzeitig Tischtennis-Rundlauf gemacht. Und das ist jetzt im Guinness-Buch der Rekorde.
50:44 Feliks Eyser: Und das möchte ich gerne schlagen mit vielen anderen Partnern. Aber so einen richtigen Funday auch zu machen in Berlin.
50:49 Waldemar Zeiler: Wo man auch diesen Sport mal anders präsentiert und irgendwie ein Show-Match hat und ein cooles Tournament, aber auch alle, die kommen, kriegen am Ende halt eine Weltrekruppe. Rekordsurkunde.
50:59 Feliks Eyser: Okay, okay, krass. Finde ich auch wieder ein gut Marketing-Hack. Verkauf nicht dein Produkt, sondern deine Kategorie. Du machst dann nicht primär Werbung für Ding Dong Ping-Pong, sondern für Tischtennis. Ist er ehrenhaft, du kannst die ganzen Leute mitnehmen, Community-Ding draus machen und wer da ist, der sieht dann natürlich auch dein Produkt und der kommt dann im Zweifel auch in der Halle vorbei. Das ist der Aktivismus aufs Marketing übertragen.
51:17 Waldemar Zeiler: Ja, das ist jetzt wieder die wirtschaftliche Interpretation davon. Ich habe einfach Bock, diesen Weltrekord zu bringen.
51:21 Feliks Eyser: Jetzt komme ich wieder so ganz kühl analysieren. Okay, super clever, der Waldemar, der Stratege hier mit der Strippenzieher. Und du hast einfach Bock auf den Weltrekord. Finde ich geil. Und erzähl mal Franchising. You're putting the friend back into Franchising.
51:36 "Friendchise": Gründen mit Freunden statt Angestellten
51:36 Waldemar Zeiler: Ja, also für mich ist das voll irgendwie, ich habe mir überlegt, okay, wie. Ich glaube, Ding Dong Ping Pong gehört in jede Stadt. Das ist einfach totaler Hack, weil du leerstehende Ladenflächen nutzen kannst, um Leute zum Sport zusammenzubringen und Gemeinschaft zu bilden. Und gleichzeitig war die Überlegung: wie wächst man denn sonst irgendwie? Du nimmst hier super viel Kohle auf. Und dann stellst du Leute ein in Köln und Hamburg, denen du dann erzählen musst, wie sie Köln und Hamburg aktivieren sollen. Da kommt diese Führungssache wieder. Du hast Mitarbeitende, die dann zu dir raufschauen und sagen: Ja, was soll ich denn machen und dies und das. Mit all den Problemen, die einen herkommen, die ich auch verstehen kann. Und habe gesagt, nee, gar keinen Bock drauf. Das ist jetzt eine Phase meines Lebens, wo ich mit UnternehmerInnen arbeiten möchte. Und habe mir gekriegt, wie geht das? Und dann kam ein Kumpel von mir, der hat über 200 Franchises. Der Björn, der macht Fitomat und Fitbox. Und da habe ich gesagt, würde das gehen? Ich meine, kann man Franchise auch jetzt schon machen? Ich weiß, irgendwie Daumenregel, mindestens sieben eigene Standorte, bekannte Marke und dann kann man das erst machen, aber Kann ich das nicht gleich machen, wenn ich coole UnternehmerInnen habe, die sagen, ich will so ein Ding aufmachen als Sidebusiness oder als Investition und ich bin total der Tischtennis-Fan, will das auch in meiner Nachbarschaft haben. Geht das nicht auch? Du meinst ja klar, wenn ihr Leute habt, unternehmerisch denkende Leute, die die eigene Kohle reinstecken, dann geht das voll. Und für mich ist inzwischen so total der Hack, dass gesagt, ja, das möchte ich. Ich möchte lieber irgendwie mit den Franchise-Gebühren etwas runtergehen. Jetzt vor allem gerade am Anfang, wenn Leute mehr ins Risiko gehen, weil die Marke noch nicht so bekannt ist. Aber ich möchte mit UnternehmerInnen arbeiten, die sagen: Hey, das ist deine Kohle, du musst gucken, dass der Laden läuft, aber gemeinsam schauen wir. Was wir irgendwie machen können, wie wir die Marke pushen können und so weiter. Und für mich ist das gerade so ein richtiger, so ein kleiner, da freut sich irgendwie der siebenjährige Wald, dann sagt: Ach, cool, jetzt nimmst du Franchise, etwas, das für andere Sachen gedacht war und probierst das mal. Probierst das mal aus. Und mal gucken, jetzt im Januar startet das erste Franchise, wie es aussieht.
53:32 Feliks Eyser: Also es ist ein kurz vor Unterschrift im One Beat.
53:36 Waldemar Zeiler: Ich darf die Stadt noch nicht sagen, erst wenn die Unterschrift da ist, dann werden wir das auch publik machen und sprechen auch mit ganz tollen Leuten. Heute auch gleich nochmal aus Hamburg, aus Köln, aus München. Haben aber keinen Druck und müssen einfach gucken, wie das so funktioniert, aber das ist für mich so. Da habe ich Lust drauf. Ich möchte gerade niemandem erzählen, was er zu tun hat und wie er seine lokale Community aktiviert, weil ich weiß das einfach nicht, ehrlich gesagt, wie das funktioniert in München. Ich weiß das nur bei mir, in Berlin. Und deswegen suchen wir auch weitere Franchisees, auch in Berlin übrigens, also wenn sich jetzt Leute, Millionen Leute den Postcast hören und sagen, ich hab Bock drauf.
54:12 Feliks Eyser: Ja, ja, ich wollte gerade Millionen sind sicher, ein paar tausend hören hier zu und das sind ja auch umtriebige Personen, die gerne investieren und was aufbauen. Und Was ist dein Pitch an alle, die zuhören? Warum Franchise-Nehmer bei Ding Dong Ping-Pong werden
54:24 Waldemar Zeiler: Ach, ich glaube, witzigerweise war jetzt gerade das Profil oder oft das Profil, das sich gemeldet hat, irgendwie zwischen männlich, zwischen 40 und 50 eigentlich eher corporate und Da auch ganz gut verdient und jetzt Lust, so ein bisschen Entrepreneurial auszuprobieren und haben in ihrer Jugend extrem viel Tischtennis gespielt. Und das ist so, und das kann man halt nebenher machen. Also das ist eben personallos, man muss sich schon ein bisschen drum kümmern und eine Community aufbauen. Aber man stellt sich einfach eine Tischtennishalle in seine eigene Nachbarschaft. Das ist einfach geil. Man kann mit seinen Kindern, man kann alleine abhängen. Das Ding ist relativ schnell profitabel.
55:00 Feliks Eyser: Wie lange dauert es, bis es break-even ist?
55:02 Waldemar Zeiler: Also in Deutschland sozusagen wissen wir es natürlich noch nicht, weil wir selber aufbauen. Wir sind aber kurz davor. Also, ich schätze mal, dass du in Deutschland wahrscheinlich das innerhalb von einem Mit einer guten Location innerhalb von einem halben Jahr profitabel bekommst. Einem halben Jahr. Wie viele Leute brauchst du dort?
55:14 Feliks Eyser: Du hast ja kein Membership-Modell, dass hier jetzt irgendwie regelmäßig quasi eine Subscription drin sind, aber so sagt man, wie viele Gäste musst du dafür rekrutieren?
55:20 Waldemar Zeiler: Also du musst so eine sagen, das wissen wir so grob aus den USA auch, du brauchst eine 25-prozentige Auslastung bei 24-7. Dann ist es ein richtig schönes, profitables Business. Und wie gesagt, man muss trotzdem aber, wir haben kein Proven Concept hier. Es gibt zwar in den USA, dort funktioniert das schon wunderbar, Deutschland ist neu, also hier Risikowarnung, ihr müsst schon Bock haben darauf. und Bock auf Tischtennis und gesagt, man kann es aber nebenher machen.
55:44 Feliks Eyser: Das ist kein Vollzeitjob. Okay, okay. Bock auf Tischtennis ist wichtig. Wahrscheinlich eine Person, die irgendwie schon vernetzt ist, die Bock hat auf Community Building. Die ein guter Gastgeber oder eine gute Gastgeberin ist, die Lust hat, Events zu veranstalten, die es auch nicht von einem Franchise-System erwartet, dass es da für jeden Ablauf schon das fertige, perfekte Playbook gibt, was seit 20 Jahren eingespielt ist.
56:02 Waldemar Zeiler: Genau, genau. Wir wollen, ich will sozusagen mit den ersten fünf Franchisees ist das wie so ein kleines Unternehmernetzwerk. Die Konditionen sind dann auf jeden Fall besser, als wenn wir dann schon bekannt sind in fünf Jahren und gleichzeitig lernen wir aber alle voneinander.
56:13 Feliks Eyser: Also so ein bisschen auch so ein Netzwerk von Sports. Finde ich einen guten Pitch.
56:17 Waldemar Zeiler: Sei ganz am Anfang dabei.
56:19 Feliks Eyser: Genau, ich will Frauen, bitte, liebe Frauen, meldet euch.
56:22 Waldemar Zeiler: Der Sport ist so geil und ich will auch kein reines Männersetup. Auch bei uns, wir haben ganz viele Coachenden und versuchen wirklich. Auch viel mehr Frauen dort reinzubekommen. Das ist so ein bisschen, wie bei vielen Sportarten, so ein bisschen ein Männerthema. Das nervt mich auch. Also, liebe Frauen, gebt euch einen Ruck. und meldet euch bei uns. Immer vorbeikommen in Berlin, am besten das mal live sehen, weil man muss das live erleben. Und zum Glück müsst ihr jetzt nicht in die USA, sondern ihr könnt einfach in Berlin vorbeikommen. Wir spielen eine Runde Ping Pong. Und dann könnt ihr mal gucken, ob das was vielleicht für euch ist. Was denkst du, wie viel Kohle müssen die mitbringen? Kannst du da helfen bei der Finanzierung? Nee, also bewusst auch, ich will nicht helfen bei der Finanzierung bei den ersten fünf, sondern es wirklich soll das eigene Risiko sein. Ich will wirklich unternehmerisch arbeiten. Später wird natürlich Bankenfinanzierung ein großes Thema sein, was es im Franchise natürlich gang und gäbe. Aber jetzt will ich wirklich, dass Leute ihre eigene Kohle hinlegen. Und je nachdem, ob das zwei Platten sind oder fünf Platten und auch natürlich, welche Gegebenheiten vor Ort in dem Laden sind, was man alles an Ausbauarbeiten machen muss, das ist super unterschiedlich. Aber so zwischen 100 und 200k muss man schon mitbringen.
57:23 Feliks Eyser: Okay, okay, verstehe.
57:25 Waldemar Zeiler: Und was steht bei dir selber an? Machst du auch noch weitere eigene Locations auf? Also erstmal machen wir so ein paar Franchises. Das ist jetzt schon die Gespräche. Mal gucken, was sich daraus ergibt, aber einige sind sehr konkret. Und wir wollen einfach diese Location bei uns im Prenzlauberg jetzt richtig als Case kreieren, alles lernen, den Product Market fit voll raushaben. Das haben wir jetzt auch sehr viele erfahrene. Franchise-Nehmer auch gesagt: So, hey, Das ist total einfach zu skalieren, wenn du mal weißt, was du skalierst. Also, die haben auch immer gesagt, mach mal lieber langsam mal ein bisschen, lerne wirklich an deiner Location, was alles geht. Vor allem auch mal so einen ganzen Cycle. Das ist ja auch ein saisonales Thema. Wir haben ja im Mai gestartet, das ist jetzt zur schlechtesten Zeit quasi gestartet, weil es eher ein Winterbusiness ist. Nicht unbedingt, aber es ist, der Frühling ist immer schwer, das wissen wir auch aus den USA, weil die Leute nach dem Winter erstmal alle raus wollen, nicht schon wieder irgendwo rein. Und Sommer, Sommerferien und so weiter ist auch ein bisschen slower und jetzt aber Herbst, Winter ist natürlich die, ähm, da gibt es keine Möglichkeiten, das woanders zu spielen. Indoor-Möglichkeiten werden gesucht. Und deswegen freue ich mich jetzt auf diese Saisonalität und einfach ganz viel lernen. Aber die MitgliederInnenzahl wächst, die Leute sind Merkst die eigene Community einfach da drin von 65-Jährigen, die so richtig jetzt den Tischtennis-Bug bekommen haben und Coachings nehmen ohne Ende und richtig viel, viel besser werden, bis hin zu Kids-Camps, Jugendcamps. Unsere Community ist so ein paar Mal angerissen, so jeder redet von Community.
58:50 Feliks Eyser: Ich habe es selten so richtig erlebt. Wie schaffst du das, dass die Leute sich wirklich untereinander connecten, wirklich miteinander sprechen, jemand Fremdes kennenlernen, nicht so die Scheu ist? Was bedeutet Community in dem Business für dich? Ja, das stimmt.
58:59 Wie baut man eine echte Community auf?
59:02 Waldemar Zeiler: Also, Community ist echt ein schreckliches Wort inzwischen, das irgendwie in allen Pitch-Tags zu sehen ist, aber es ist ja was total Reales, Menschliches, was man irgendwie so spürt. Ich weiß gar nicht, ob man so eine Community immer so planen kann. Vor allem auch mit Geld planen kann und sagen, ja, das und das machst du die und die Aktivitäten. Ich glaube, du brauchst wirklich viel. Persönlichkeit vor Ort. Also, wir sind natürlich beide als Founder gerade. Wir wohnen dort. Wir stehen natürlich auch hinter uns mit unseren Gesichtern, mit unserem Persona auch dahinter. Wir wohnen jetzt nicht in der Halle, aber nicht weiter von entfernt. Genau, aber ich gehe dort mit meinem Sohn spielen, mit meiner Family und meinen Mitgründern auch. Und wir haben auch jemanden eingestellt, die Domino, die bei uns jetzt einfach Community Building, das heißt wirklich Veranstaltungen machen, sich Konzepte ausdenken, was passt. Mit unseren MitgliederInnen sprechen und fragen, was gefällt euch, was nicht. Wir probieren ganz viele Konzepte aus. Noch Coaching ist ganz wichtig. Also die Gesichter, das kennt man aus dem Tischtennis nicht, aber beim Tennis oder Golf würde niemand anfangen, jemanden ohne einen Coach zu haben. Das gibt es bei Tischtennis auch. Du kannst bei uns zwischen zehn Coaches bei der App auswählen und sagen, hey, ich will dann und dann spielen. Welcher Coach ist gerade da? Und da suchen wir auch die Coaching total aus nach nicht, ob sie jetzt den
1:00:14 Feliks Eyser: Besten in der zweiten Bundesliga nur spielen und einen Trainerschein haben, sondern wie sind die mit Leuten?
1:00:19 Waldemar Zeiler: Haben die Bock drauf, haben die eine Begeisterung dafür und da haben wir einfach ganz viele tolle Menschen gefunden. Und zum Beispiel bei uns sind ganz viele Expats da, das hätte ich auch nicht gedacht. Das sind Leute, die kein Deutsch sprechen, die sich voll nach Community sehen. Jetzt im Nachhinein macht das total Sinn, sich in der deutschen Gesellschaft irgendwo zugehörig zu fühlen, auch in Vereinen gerade, die oft verstaubt sind, ist total schwer. Und die kommen gerade oder rennen uns die Bude ein. Und für die machen wir dann zum Beispiel englischsprachige Coaches, die wir dann irgendwie betreuen. Und bei den Events irgendwie versuchen wir auch, das mit abzuholen. Aber es ist einfach Dasein und spüren. Also es ist irgendwie. Ich glaube, das ist total wichtig. Das ist wie beim, du kennst ja auch, was macht denn gute Gastro aus? Welche Restaurants gehen wir denn hin, wenn wir irgendwie so spüren, da ist eine Seele, das ideales irgendwie
1:01:03 Feliks Eyser: Ein Host, jeder kennt irgendwie diesen geilen Sizeria oder jeder. Genau.
1:01:07 Waldemar Zeiler: Giuseppe kommt vorbei und gibt dir noch ein Espresso aus und du denkst, oh, hier fühle ich mich wohl. Das Gefühl musst du voll rüberbringen. Und ich glaube, das geht auch mit Mitgliedern zukünftig, dass wir sagen, weil wir haben jetzt schon Stammmitgliedschaft. Die binden wir jetzt teilweise schon ein in unser Modell und sagen: Hey, kannst du jetzt mal irgendwie kurz die Ansprache übernehmen, falls wir nicht da sind beim nächsten Playdate und so? Und die freuen sich da total auch irgendwie Ja, da irgendwie ein Teil davon zu sein. Also das will ich noch viel mehr machen. Also wirklich die Nachbarschaft vor Ort einbauen. Die Frage, wie am häufigsten gestellt bekommen ist, wie viel Zeit investiert ihr eigentlich in den Podcast?
1:01:41 Feliks Eyser: Und die Antwort ist mindestens zwei Tage, die Woche und tausende von Euro, die wir in die Produktion reinstecken, jeden Monat, ohne auch nur einen Cent an Werbung. zu verdienen. Also ihr kriegt coole Entrepreneurship-Stories frei Haus inklusive aller Learnings. Das einzige, was wir von euch gerne haben möchten, ist eine. Bewertung auf Spotify und Apple. Deswegen ist jetzt ein guter Moment, den Podcast anzuhalten, einmal auf Pause zu drücken, hochzuscrollen und eine Bewertung abzugeben. Darüber freuen wir uns am meisten. Von den fünf Sterne-Bewertungen können wir uns nichts kaufen, aber. Sie erwärmen uns im Herzen. Ich habe mir neulich eine Firma angeschaut, die ist faszinierend. Die heißt Timeleft, eine französische Firma. Hast du mal von gehört? Die organisieren so Dinner-Events immer mit sechs Leuten. Sechs Strangers im Grunde. Also du hast eine App und buchst dich ein, und dann weißt du, du gehst zum Dinner mit fünf anderen Leuten, die quasi selektiert wurden. Und kannst neue Leute kennenlernen. Und auch zu dem Thema, was wir vorhin hatten, Lowliness Epidemic, ab einem gewissen Alter, was machst du denn, um Leute kennenzulernen? Früher war das in der Schule, im neuen Job, im Fußballverein, aber ab einem gewissen Punkt hast du ja nicht mehr viele Neue Circles, wo du ständig reinkommst. Und die Firma läuft bombastisch. Die haben letzte Zeit, die ich gehört habe, dass sie eine Mio-Umsatz im Monat machen, nur für die Subscriptions, nicht für Das Dinner, das zahlen die Leute selber. Also, das kann ich mir auch gut vorstellen, bei euch so kleine, kuratierte Mini-Events zu sagen, kommen eine Gruppe von irgendwie sechs Leuten. Das ist ja auch so niedrigschwellig, gell? Also mittlerweile bei mir ist so Wenn ein Event irgendwie 300 Leute hat, habe ich schon keine Lust mehr hinzugehen. Aber wenn es irgendwie 10 bis 20 sind und man das Gefühl hat, da kann man irgendwie ein, zwei neue Leute kennenlernen und es ist nicht so overwhelming. So mit Großveranstaltungen kann es mir ganz fern bleiben. Aber So diese Mini-Micro-Events, wo du halt wirklich Zeit hast, mit einer anderen Person zu sprechen. Ich glaube, das ist ein Riesenthema. Auch diese Running Clubs, das ist ja genau das gleiche. Das sind dann zehn Leute, 20 Leute, das sind ja sehr kleine Gruppen in der Regel. Ja, und du brauchst diese Einladung.
1:03:30 Waldemar Zeiler: Jemand muss irgendwie einladen. Das fällt halt den Leuten schwer. Irgendwie in der Großstadt ist super anonym. Du hast irgendwie verbindendes Element, das heißt, es ist irgendwie Essen, das muss jeder Tischtennis kennen, viele oder eben sagen, ich liebe Running. Und dann muss es gar nicht so viel passieren, also diese Einladung auszuspräben, wie auch bei den Playdates. Hey, wir spielen heute von 18 bis 22 Uhr. Bringt euer Lieblingsspiel mit oder eure Kelle. Hier ist einfach der Tisch in der Platte. Manchmal braucht es nur das, aber auch das gibt es zu wenig. Und deswegen, das klingt irgendwie so easy. Aber das machen einfach wenige. Und die Sehnsucht ist riesig.
01:04:02 Co-Founder-Beziehungen & die wichtigste Lektion
1:04:02 Feliks Eyser: Was hast du über Co-Founder-Beziehungen gelernt?
1:04:05 Waldemar Zeiler: Ich bin ja alles irgendwie gefühlt durch bei den ganzen Startups von der Rocket-Zeit mit vielen WHO-Lern WHO-Lan. Bisschen zu, äh, es hat eher die WH Ulla als die WH Ula.
1:04:16 Feliks Eyser: Die WH Ula, genau.
1:04:18 Waldemar Zeiler: Bisschen zu natürlich crazy Beziehungen, die auch noch weitergeht mit Philipp, wo wir wirklich gemeinsam auch eine richtige Crazy inner Workreise, ein zweijähriges Gefühls Trauma-Training gemeinsam gemacht haben. Philipp sagen Mitgründer bei Einhorn. Genau.
1:04:35 Feliks Eyser: Und jetzt habt ihr gemeinsam, eine Zweijährige, was habt ihr gemacht?
1:04:38 Waldemar Zeiler: Wir haben das Timeless Wisdom Training zusammen gemacht. Erzähl mal nochmal. Ja, was ist das? Also, ich glaube, für Ausstellungen, die gar nichts mit dem Thema zu tun haben, irgendwie, ich habe immer nichts von Spiritualität gehalten. Ich fand das alles irgendwie Quatsch. Ich wollte alles mit meinem Kopf erklären. Übrigens ein sehr. typisches Phänomen für Männer. Und habe aber gleichzeitig gemerkt, so irgendwie bin ich immer verzweifelter irgendwie geworden und kam aus vielen Denkschleifen nicht mehr raus und hatte auch wirklich dunklere Phasen, habe alle Bücher gelesen, habe klassische Psychotherapie gemacht, habe gemerkt, ich komme da irgendwie nicht weiter. Und dann hat zufällig eben eine Coachin bei uns bei Einhorn, die ganz tolle Arbeit gemacht hat, die Bettina Rolo. Die habe ich dann gefragt, so ey, woher beziehst du? Was ist deine Source? Oder woher beziehst du irgendwie, woher weißt du, dass du so coole Sachen mit uns machen kannst? Und dann hat die so ein bisschen so, ja, ich bin, ich habe auch's so. Bei so einem spirituellen Lehrer so ein Training gemacht und so weiter. Und das war eben damals Thomas Hübel. Und da habe ich erfahren, dass eben viele andere tolle UnternehmerInnen auch dieses Training gemacht haben.
1:05:39 Feliks Eyser: Thomas Hübel ist das. Ich hatte über ihn gehört, ich kenne ihn nicht, aber von Julian Teicke, der WeFox gemacht hatte und der sehr eng mit ihm zusammenarbeitet.
1:05:49 Waldemar Zeiler: Ja, ja, und das ist zum Beispiel auch eine Hans Raffahoff, der Klou gegründet hat, hat dieses Training gemacht, eine Joanna Breidenbach, die Better Place gemacht hat. Hat das gemacht und noch so ein paar andere, aber nicht alle haben so offen darüber gesprochen, weil Spiritualität und Business ist jetzt, vielleicht ist jetzt langsam, ändert sich das, aber das war zumindest vor ein paar Jahren noch sehr verpönt. Genau, und dann haben wir das gemacht und ich probiere das jetzt einfach mal, so ein bisschen dieses Spiri-Zeugs, keine Ahnung wie. Und hab dann einfach gemerkt, wie viel mir das gebracht hat. Das war tatsächlich für mich auch lebensverändernd, zu merken, ey, ich habe nicht nur. Ein Körper, der meinen Kopf rumträgt und der muss nur denken, sondern ich kann wirklich mit dem ganzen Körper irgendwie auch fühlen, ich kann mich anders wahrnehmen. Ich kann auch wieder andere Gefühle erlernen. Ich weiß nicht, wie es dir geht, aber ich habe als Mann sozialisiert viele Gefühle gar nicht mehr richtig fühlen können, wie Traurigkeit und so weiter. Wenn Mitarbeiter von mir gemeint haben, weil ich immer so, was geht denn da ab? Ich kann nichts. Ich fühle da nichts. Aber dafür bin ich in Wut ganz gut. Und dann zu merken, ich kann diese Klaviatur an Emotionen, Gefühlen, die es doch in mir veranlagt irgendwie und ich kann Zugriff dazu haben. Und ganz viel Meditation, ganz viel Aufarbeitung von Themen, die in der Kindheit passiert sind. Also dieses Buzzword, das jetzt nur überall benutzt wird, ist Trauma, aber tatsächlich mal reinzuschauen, so. Hey, wie frei bin ich wirklich? Also, ich dachte immer so, ey, ich bin Unternehmer, ich bin so frei, ich mache, was ich will. Bis ich gemerkt habe: Alter, du hast so viele eingefahrene Mechanismen. Und Trigger und rote Knöpfe, da ist nichts frei, sondern du agierst voll Sachen aus und du bist dir vor allem gar nicht bewusst, warum. Und wenn du da mal tiefer in deine Kindheit schaust, in deine Sozialisierung, ich habe ja auch natürlich einen Migrations-Background, die Erziehung und dann merkst du: Scheiße, ich bin gar nicht so frei, sondern ich reagiere wirklich teilweise aus meinem Fünfjährigen heraus und ihm ist das gar nicht bewusst. Und jetzt das aufzuarbeiten so langsam, einerseits das zweijährige Training und jetzt geht es auch so eine Community. Ich werde jetzt zum Beispiel am Samstag jetzt eine Woche Meditationsschweigen machen mit 500 anderen Leuten auf einem Schloss in Holland. Das sind alle Leute, die seit Jahren mit Thomas zusammenarbeiten und diese Arbeit fortführen wollen. Und das ist immer so ein jährliches Schweigemeditationsret, darauf freue ich mich total. Um immer mehr einfach sich selbst mehr wahrzunehmen und sich selbst kennenzulernen, zu verstehen, warum bin ich eigentlich so, wie ich bin. Und das habe ich gemeinsam mit Philipp gemacht, mit einem Co-Founder, mit all den Konflikten und Liebe, die man irgendwie so hat, aber auch zu verstehen, wieder andere so tickt. und warum er so tickt und wie er erzogen wurde. Und also es hat uns extrem geholfen, aber es war auch eine extrem anstrengende Zeit. Ich glaube, das machen nicht viele mit ihrem Co-Founder gleichzeitig. Würde ich vielleicht auch nicht so empfehlen. Also mein Co-Founder Kian, der macht das jetzt auch. Dieses Timeless Wisdom Training, gerade frisch angefangen, aber ich bin froh, dass ich sozusagen das Trading gerade schon rausdenke.
1:08:37 Feliks Eyser: Dass du es schon hinter dir hast. Und für dich persönlich war das in deiner Entwicklung von Waldemar 1. 0, 2. 0 auf 3. 0 der größte Katalysator oder gab es andere Dinge, die du gemacht hast? Das war schon ein wesentlicher Katalysator.
1:08:49 Waldemar Zeiler: Also ein sehr intensives Training. Also es ist wirklich, das ist irgendwie fünf Wochen im Jahr ist man dort zusammen, online oder vor Ort. Man hat wöchentliche Meetings, man hat passiert da so tägliche Meditationen.
1:09:00 Feliks Eyser: Nehmen wir uns mal mit hinter die Kulisse.
1:09:02 Waldemar Zeiler: Ich glaube, das ist schwer zu beschreiben. Also das muss man wirklich, glaube ich, irgendwie erleben. Es gibt auch mal so eine Testwoche, wo man sozusagen mal reinschnuppern kann im Sommer, wo man dann auch So ein Bauernhof fährt mit ein paar hundert anderen Leuten, wo man das so testen kann. Da ist Thomas auch dann vor Ort. Aber es ist schwierig zu beschreiben, weil ich weiß, wie es mir beschrieben wurde. Und Am Ende war es ein Bauchgefühl, weshalb ich dem gefolgt bin. Aber das ist ganz viel Triadenarbeit. Also es ist nicht nur irgendwie, der Guru erzählt irgendwas, sondern man tauscht sich gegenseitig aus. In Dreiergruppen. In Dreiergruppen, genau. Und man meditiert viel, man versucht einfach Raum zu schaffen. Wir kennen das ja oft manchmal bei verschiedenen Themen. Da kommt irgendein Trigger, vor allem wenn man Kinder hat, dann flippt man irgendwie aus oder wird laut oder man zieht sich total zurück und so. Und um das besser irgendwie zu verstehen, muss man in sich irgendwie Raum schaffen, damit man zwischen Reise und Reaktion. Ein bisschen mehr Platz schafft. Und das schafft diese Arbeit auf jeden Fall.
1:09:56 Feliks Eyser: Was sind Sachen, die du abgelegt hast dadurch? Also, gibt es so Sachen, die du quasi davor in deinem Koffer mit dir rumgetragen hast, wo du jetzt in der Retrospektive sagen kannst, die habe ich auf dem Bauernhof gelassen?
1:10:06 Waldemar Zeiler: Also ich versuche mehr irgendwie innezuhalten, wenn ich getriggert werde. Ich versuche nicht sofort auszuagieren, nicht sofort Sondern gucken, okay, wow, jetzt bin ich, jetzt steigt bei mir irgendwie Wut hoch, oder jetzt werde ich irgendwie, jetzt werde ich irgendwie ganz taub. Oder jetzt, ich kann da jetzt ein bisschen besser wahrnehmen, also in den meisten Situationen und das hilft schon mal, dass man nicht sofort rausgeht, auch gerade mit Kindern, dass man nicht sofort irgendwie anfängt rumzuschreien und sowas. Und sondern was passiert eigentlich gerade in mir? Warum triggert mich das gerade so? Und ich versuche meine Sprache so ein bisschen anzupassen, weil ich merke, wie verletzend Sprache sein kann. Und wie viele Menschen ich früher verletzt habe durch meine Sprache. Also, ich bin schon relativ eloquent und scharfsinnig. Und gleichzeitig habe ich das aber oft auch als Waffe eingesetzt und das war mir gar nicht so richtig bewusst und das versuche ich jetzt einfach mehr anders einzusetzen und zu gucken, muss ich das jetzt wirklich sagen? Oder verletze ich jemanden damit? Humor, zum Beispiel, ich war in einer riesigen Humorkrise. Ich habe Humor geliebt früher. Und gleichzeitig musste ich feststellen, dass ich Humor oftmals verletzend eingesetzt habe. Dass ich auf Kosten von jemand eine Lustigkeit irgendwie erzeugt habe und muss jetzt für mich Humor neu lernen. Wie funktioniert denn Humor, wenn du dich immer niemanden lustig machst? Auch nicht. Gleichzeitig kann Humor ja auch so entwaffnend sein. Jetzt hat er beides.
1:11:27 Feliks Eyser: Also es kann ja auch genau eine Kritik einfacher verdaubar machen, wenn du sie. Mit einem gewissen Humor rüberbringst, als mit einer Stärke.
1:11:34 Waldemar Zeiler: Total. Und gleichzeitig, du kannst ja selber mal darauf achten, wenn man so Witz immer reißt, hat man das gerade auf Kosten von jemand gemacht und sei es die eigenen Kosten. Und das ist total schwierig. Also, ich bin da wirklich am überlegen manchmal so, natürlich kann man irgendwie kurzen Witz reißen, das ist ein Lacher und so ein Comic Relief, ist immer super. Aber mal zu gucken, ob das Ja, auf wessen Kosten ist das? Und ich habe das früher oft auf Kosten von irgendjemandem gemacht. Und das versuche ich jetzt einfach nicht. Und gleichzeitig sehne ich mich total nach Humor und Leichtigkeit und Lachen. Aber das ist auch ganz gut, dass man manchmal so seine eingefahrenen Sachen so hinterfragt und daraus kann dann wieder eine neue Version hervorgehen.
1:12:08 Feliks Eyser: Okay, okay.
1:12:09 Waldemar Zeiler: Ansonsten Co-Founder, Co-Founder Relationships, hast du irgendwelche Rituale mit Kian? Ja, mit Kian ist nochmal ganz anders, weil wir uns seit über 20 Jahren kennen und sehr unterschiedliche Bereiche haben. Das heißt, wir reden uns da überhaupt nicht rein. Das war mit Philipp anders, da hatten wir. Manchmal verschiedene Bereiche, aber viele auch überschneidende Bereiche. Das ist einerseits geil, weil du dich natürlich richtig challengen kannst auf einem kreativen Thema. Und gleichzeitig ist da auch ganz viel Fight-Potenzial. Das haben wir jetzt mit Kian nicht, das vermisse ich manchmal. Also das ist, deswegen habe ich auch noch keine klare Kante. Es ist gut. Zu gründen mit jemand, der komplett unterschiedlich ist, andere Bereiche. Das ist geil. Und gleichzeitig fehlt mir aber manchmal so ein bisschen der kreative Fight, den ich mit Philipp immer hatte. Gleichzeitig aber auch viel weniger anstrengend. Und ich glaube, das Vertrauen ist einfach total wichtig. Und mit Kian haben wir einfach so eine Null-Bullshit-Policy irgendwie. Und mir ist wichtig, dass er sich auch kümmert um diese Inner-Work-Sache. Deswegen bedeutet mir so viel, dass er dieses Training macht. Und ich weiß natürlich in vielen Bereichen, durch was er gehen wird. Und ja, dass wir uns auch gleichzeitig immer teilen können, wie es uns geht. Dass das für mich total wichtig ist, dass keine Fassade der Code vorne, mit dem verbringe ich so viel Zeit wie mit niemand. Der muss wirklich wissen, wie es mir geht. Und es muss sicher genug sein, dort zu teilen, wie es mir geht. Habt ihr dafür ein bestimmtes Format?
1:13:28 Feliks Eyser: Habt ihr da so ein Founder-Walk-In, die jede Woche macht, oder irgendein Meeting, wo es nicht um die KPI geht, sondern um die Emotionen?
1:13:35 Waldemar Zeiler: Also Check-in, das ist wirklich ein Check-in und ein Check-in, das wir natürlich auch im Rahmen unseres Trainings jetzt auch gelernt haben und so versuchen, so ein Check-in so ein bisschen zu machen auf drei Ebenen, dass man sagt, hey. Was beschäftigt dich gerade in der Ratio? Was fühlst du gerade? Also wirklich auch körperlich irgendwie. Also, dass die zweite ist sozusagen, wie geht es mir gerade körperlich? Und dann auch die Gefühlskomponente. Und dieses Three-Sync Meditation nennt das so ein bisschen auch Thomas Hübel, auf diesen drei Ebenen zu sagen, dass alle willkommen sind, wir wollen das Ratio nicht ausschließen. Aber ich will auch wissen, wie es dir gerade geht. Und auch nichts fühlen ist ein Gefühl. Ganz viele männliche Faunder fühlen nichts. Und das will ich auch wissen, wenn jetzt einfach jemand total taub ist. Und ja, wie es körperlich geht. Wir haben so viele Wehwehchen. Wir gehen nie zum Arzt, also Männer gehen nie zum Arzt. Die sterben irgendwie fünf Jahre früher. Die gehen, die denken immer, die sind unsterblich. Dabei haben alle Wehwehchen. Da hätte ich auch Bock drauf. Das ist ein eigener Podcast, wo man ab 40. Wie alt bist du jetzt? Ich bin, äh, wie alt bin ich? 37? 37? Ich weiß nicht, wie es bei dir mit körperlichen Bewegen ist, aber ab 40 geht das voll los. Ja, ja, meine Schulter, also so langsam. Ich habe jetzt nichts Chronisches, aber. Ja, aber das ist so, darüber will ich auch irgendwie reden und sagen: Ja, das ist irgendwie Kacke. Da kommen einfach Themen. Wir werden halt einfach alt, sich um mit dem Alter auseinanderzusetzen. Nicht nur Longevity, Pumpen, alles geil, bam, bam, bam, sondern Mental Health. Und auch physische Gesundheit zu adressieren, sich umeinander zu kümmern und sagen: Hey, warst mal wieder bei der Vorsorge, komm, let's do it.
1:15:03 Feliks Eyser: Naja, geh mal hin, das ist unangenehm. Okay, das wird dein neuer Podcast, ab 40
1:15:09 Waldemar Zeiler: WWchen ab 40, WWchen mit Waldemar. Also ich habe immer so Eventformate im Kopf, was ich gerne machen will, die auch nicht wirtschaftlich sind und was ich irgendwie letztens gehört habe von einer evangelischen Pfarrerin. Die macht ein Trauerfestival. Und das finde ich auch total spannend. Trauer und Tod mal wirklich für den Mainstream aufzuarbeiten. Das sind alle die Deutschen auch nicht gut, oder? Nee, gar nicht. Ich meine, wir sterben alle, rechts und links, aber wir haben keinen Umgang mit Tod und Trauer und da ein richtig geiles Festival zu machen. Mein Stichwort ist stirb langsam. Das hat jetzt die Pfarrerin nicht übernommen für ihr Festival, aber ja, es einfach zugänglicher zu machen und zu sagen, wie sind wir Deutschen eigentlich damit? Was gibt es für andere Länder, gehen ganz anders damit um? Und Genau, das fasziniert mich, dieses Thema. Keine Ahnung, wann das kommt, aber dazu will ich unbedingt mal eine Messe oder ein Festival machen und einen anderen Zugang dazu finden. Du hast schon so ein Ideenfeuerwerk immer, oder? Also Nonstop. Das ist, ich muss eher gucken, worauf konzentrierst du dich gerade jetzt? Aber es ist immer da. Ich könnte immer gleichzeitig irgendwie drei, vier Sachen machen.
1:16:18 Feliks Eyser: Was sagst du jungen Leuten oder alten Leuten, die was Neues starten wollen? Wie komme ich auf eine gute Idee, mit der ich die Welt bereichern kann? Cooles Businessaufbau.
01:16:24 Neue Business-Ideen: Von Sex-Messen bis Trauer-Festivals
1:16:27 Waldemar Zeiler: Also, ich glaube, wenn man so ist und trotzdem Bock auf Gründen hat, aber selber keine Idee hat, dann gibt es ja unzählige Leute, die die haben. Und wir brauchen auch Wir brauchen auch andere Leute, die einander ergänzen. Auch Richard Branson hatte zwar die Ideen, aber ohne seinen Buchhalter hätte er nichts hinbekommen. Also da gibt es wirklich eine Person, die wirklich Sich angeschlossen hat und du brauchst diesen First Follower, und da kenne ich auch einige tolle Founders, by the way, die sagen: So, ich habe keine eigene Idee, aber ich habe total Bock, jemanden mit einer visionären Idee zu unterstützen. Also das würde ich dann einfach klar kommunizieren und sagen, hey, ich habe gerade keine Idee, ich habe total Bock, aber als Founder zu starten und das zu kommunizieren und offen zu legen. Und sonst, wenn man viele Ideen hat, irgendwie einfach machen. Und ich bin ein großer Fan von Lernreisen, auch zu sagen, okay, dann schaut es euch mal an und nicht zu warten, bis man 100% sicher ist, weil die gibt es nicht.
1:17:13 Feliks Eyser: Man muss irgendwann mal springen, das kennst du auch.
1:17:15 Waldemar Zeiler: Man denkt so, ah, so. Und wenn man aber gesprungen ist, ergibt sich eine ganz andere Dynamik. Also dieser Prozess von ich habe eine Idee im Kopf und die teile ich mit Leuten. Das ist auf einer ganz anderen Vibe, als wenn du dann sagst, okay. Und jetzt mache ich es und jetzt erzählst du den Leuten. Und dann passiert was. Und da ist eine ganz andere Magie und eine Zugkraft möglich. Aber dafür muss man starten.
1:17:35 Feliks Eyser: Und eine Sicherheit, dass es klappt, hat man da nicht. Gib uns mal ein paar aus deinem Feuerwerk. Was Themen findest du spannend, wenn du jetzt nicht gerade Pingpong machen würdest, was würdest du dir angucken? Also Tod und Trauer finde ich mega.
1:17:47 Waldemar Zeiler: Ich finde Sexualität. Mega, eine richtig geile Sexmesse für jedermann. Das wollte ich auch bei Einhorn unbedingt machen. Das hatte damals nicht geklappt. Also als Abgrenzung zu, es gibt ja sowas wie so Venus und sowas. Genau. Genau, das ist irgendwie, Sex ist in aller Munde. Pornozahlen gehen nach oben. Es gibt so ein paar ganz dodgy Messen darauf, wo man hauptsächlich nur Männer sieht mit Videokameras. die irgendwelche Körperöffnungen filmen. Aber dabei gibt es ein riesiges Sehnsucht nach wirklich nach Lernen über Sexualität, verschiedenen Altersklassen hinweg, über Aufklärung für Jugendliche. Bis hin zu wirklich andere Begegnungen zwischen Männern und Frauen, als totales Tabu-Thema. Dadurch müsste das eigentlich total ein Mainstream-Thema sein. Und ich glaube, es würde sehr viele Probleme auf der Welt lösen.
1:18:30 Feliks Eyser: Okay, und du würdest über Events und oder Messen sogar rangehen?
1:18:33 Waldemar Zeiler: Ja, ja, aber natürlich interaktiv ganz anders. Also ich würde Sexmesse habe ich nur als Wort genommen, damals einfach nur, weil es irgendwie jeder kennt und damit irgendwas assoziiert. Aber dann auf eine ganz andere Art und Weise. Wir hatten da schon, wir waren da schon in Planung, wir hatten so ganz viele verschiedene Orte, wo man dann So immersiv teilnimmt und über seinen Körper kennenlernt, also Sexualität, Penetration ist vielleicht ein Prozent von Sex. Aber für uns alle ist das so der Hauptteil, diese anderen 99 Prozent kennenzulernen und vor allem auch so eine Sexmesse für Frauen. Wir haben das in eine Umfrage gemacht bei Einhorn damals, glaube ich, 20. 000 Menschen haben geantwortet, und davon waren die meisten Frauen, die gesagt haben: wir sehnen uns nach einer Sexmesse für Frauen. Weil dieser ganze andere Scheiß, der ist nur für Männer. Der ist total uns, der ist total unsicher für uns. Aber da gibt es einen riesen Bedarf, das siehst du ja auch irgendwie bei Fantasy und so weiter. Es gibt ja, es gibt eine riesige Zielgruppe, die sich danach sehnt. Aber das macht irgendwie niemand. Also, das fände ich zum Beispiel total spannend. Dann alles, was mit Alter zu tun hat. Also, ich werde auf jeden Fall mein eigenes Altersheim gründen, wenn es soweit ist. Das ist ja schrecklich, wenn du dir anschaust, wie wir alle dahin vegetieren. unsere Gesellschaft nicht darauf ausgebaut ist, kein Mensch denkt ans Alter werden, weil es einfach schrecklich ist. Und selbst wenn du Kohle hast, ist es schrecklich. Weil du willst nachher irgendwie, wenn du Kohle hast, irgendwo nur mit bezahlten Leuten abhängen. Kein Mensch mehr da, den du irgendwie liebst, der irgendwie da ist. Weil du die ganze Zeit mit Geld für die verbracht hast und keine Beziehung aufgebaut hast und dann bezahlst du die, damit sie sich um dich kümmern. Auch ein Riesenthema.
1:19:58 Feliks Eyser: Was glaubst du, warum noch niemand Altersheimer mit Kitas verbunden hat? Das frage ich mich oft.
1:20:02 Waldemar Zeiler: Ja, das also, das gibt ganz viele Themen. Aber gerade ist es wirklich für mich spielen. Für mich ist das, und da ist noch viel drin in diesem Thema. Leute verbinden zum Spielen. Tischtennis super niedrigschwellig. Jetzt fokussiere ich mich darauf. Wenn ich jetzt noch mehr sage, bringt mich Kian um, wenn er sagt, Waldemar, bleib jetzt mal dabei.
1:20:19 Feliks Eyser: Und ich bin dabei. Gib uns nochmal ein paar aus der Spielkategorie. Du musst ja nicht selber machen, Kian, sei beruhigt. Das Gute ist, wenn Waldemar das hier raushaut, dann haben wir ja. Dann haben wir super motivierte Zuhörer, die setzen das dann um.
1:20:29 Waldemar Zeiler: Ich würde immer gucken, wo löst das eigene Problem? Ich finde das immer schwierig, wenn Leute sich inspirieren lassen von irgendeinem Problem. So war ich früher auch. Ich dachte so, geil, gelbe Seiten. Für Dachdecker machen wir irgendwie, holen wir die Leads. Alter, was habe ich mit Dachdecken zu tun? Ich kann mich da schon mal reinsteigern für ein halbes Jahr und reintauchen, aber ich habe einfach gemerkt, am. Ich fühle das nicht. Das ist auch nicht mein Problem. Ich habe nie die gelben Seiten genutzt. Und deswegen würde ich allen empfehlen, zu gucken: so fang doch mal bei dir an. Guck mal, was ist, wo ist richtig, Leidenschaft dahinter, wo hast du Bock. und skizziert das mal. Und heutzutage ist er mit ChatGDP oder wie auch immer sehr einfach reinzugeben: so, hey, was gibt es alles für Geschäftsmodelle in dem Bereich, die mich jetzt gerade irgendwie faszinieren? Aber ich würde davon irgendwie ausgehen und immer Lernreisen machen. Ich versuche immer Reisen zu verbinden. Das habe ich von Otto Schamer abgeschaut, also es ist nicht meine Idee. Einfach irgendwo hinreisen und sich das anschauen, was einen irgendwie beschäftigt. Und Das ist super. Aber Ideen von anderen nehmen, das irgendwie funktioniert das nicht. Ich versuche das auch mal auf andere überzustülpen und sagen: Ach, hier habe ich meinen ganzen Pottich an Ideen, wenn alle nur aus meinem Unternehmen sich da bedienen würden. Irgendwie hat das nie so richtig funktioniert. Deswegen würde ich mal sagen: guck mal wirklich, wo deine Leidenschaft steckt, damit du auch langfristig dabei bist. Wenn jetzt jemand sagt, ich möchte schnell reich werden, dann würde ich sowieso nicht auf Leidenschaft schauen. Also es ist auch die Frage, ich gucke immer nach dem Ikigai. Ich gucke wirklich, Wo kommt das zusammen, was die Welt braucht, was du gut kannst und wofür du gut bezahlt wirst? Und das muss für mich irgendwie stimmen, sonst kann ich gar nicht arbeiten. Aber wenn jemand sagt, ich möchte relativ schnell reich werden, whatever, ohne Judgment Dann würde ich wahrscheinlich nicht nach Leidenschaft gehen. Dann würde ich eher analytisch vorgehen, welche Trends was geht irgendwie so ab und so. Aber das wäre mir persönlich zu langweilig. Da habe ich keine Lust drauf. Und du bist langfristig in deinem Ikigai.
1:22:15 Feliks Eyser: Ich suche noch danach.
1:22:16 Waldemar Zeiler: Also ich hoffe wirklich, dass Tischtennis das ist. Also wir müssen noch beweisen, dass das Ganze sozusagen profitabel und skalierbar ist. Aber die anderen Facetten, also ich das braucht die Welt unbedingt. Das kann ich gut. Ich kann gut Leute zusammenbringen. Ich kann noch nicht ganz so gut Tischtennis spielen, aber daran arbeite ich. Und ob die Leute dafür bezahlen, das wird sich jetzt herausfinden. Die Indikatoren sind voll gut, aber wie allem, also im ersten, wenn irgendeiner nach einem halben Jahr bei einem Startup sagt, Bombe, mega geil, es läuft so ab, dann weißt du, da ist eher im Fundraising-Prozess als im
1:22:47 Feliks Eyser: In der Realität.
1:22:50 Waldemar Zeiler: Sehr gut, schönes Schlusswort.
1:22:51 Feliks Eyser: Hast du noch Punkte, die du mir auf den Weg mitgeben willst oder uns? Wo findet man dich sonst?
1:22:57 Waldemar Zeiler: Direkt gegenüber von der Tram-Marienburger Straße, Prenzlauer Allee 38, Ecke Marienburger Straße, kommt einfach vorbei. Oder ihr sagt, hey, ich mach direkt einen Franchise bei mir in Berlin oder in Köln oder in Hamburg auf. Habt total Bock drauf, meldet euch auch, dann sprechen wir auch drüber.
1:23:14 Feliks Eyser: Ja, da freue ich mich besonders drauf, wenn es das erste Foundermode Ding Dong Pingpong Franchise gibt. Wir haben ja auch diese WhatsApp-Community für Founder unter www. foundermode. show slash WhatsApp, also für die Podcast-Community. Bis herzlich eingeladen, dazuzukommen, Waldemar, und dann melden sich hoffentlich die Franchise-Nehmer der Zukunft direkt bei dir. Wie findet man dich sonst online?
1:23:34 Waldemar Zeiler: LinkedIn, Instagram, jetzt auch auf TikTok, das sind die verrückten Videos. Das ist ja alles noch harmlos, oder?
1:23:40 Feliks Eyser: Im Vergleich zu deinem Bulba-Kostüm. Früher ist das ja jetzt alles. Ja. Alles sehr gesittet.
1:23:46 Waldemar Zeiler: Aber Frage zurück an dich. Also, ich habe mir so die vorherigen SpeakerInnen bei dir irgendwie angeschaut und so weiter. Das sind ja alles schon irgendwie so die Klassiken: War, krass gescaled, krass Millionen-Exit, dies und das.
1:23:56 Feliks Eyser: Nee, nicht alle.
1:23:57 Waldemar Zeiler: Also meine Mission ist ja, Unternehmertum auch ganzheitlich zu repräsentieren.
1:24:01 Feliks Eyser: Ähnlich wie Bravespace. Also klar, wir haben da Unicorn Founder und für eine Milliarde einen SAP verkauft und so die Kategorie, aber Wir hatten neulich für ein Kliman drin als Content Creator. Wir hatten die Caro auch von VivaCon Aqua, die ja auch bei Bravespace ist. Wir hatten auch eine Onlyfans-Creatorin neulich, die erzählt hat, wie sie ihr Onlyfans-Business. aufgebaut hat und wie ihr Alltag aussieht, wie viel sie verdient und so weiter. Also, oder Tim Bengal, den Künstler, und das ist meine Mission, Quasi Unternehmertum in der vollen Bandbreite darzustellen. Und ja, es gibt diese VC-Cases und es gibt aber auch so viele andere Formen, die ich alle super spannend finde. Deswegen, ich habe viel gelernt. Sehr schön, cool, dass ihr das macht. Vielen Dank. Dass du dabei warst. Danke dir. D


