Von Clubhouse zur Millionenmarke
mit Vivien Wysocki und Larissa Schmid, Gründerinnen von Saint Sass
Zusammenfassung

Aufgenommen am 18. Dezember, kurz vor Weihnachten: Feliks Eyser und Co-Host Moritz Blees sprechen mit Vivien Wysocki und Larissa Schmid, den Gründerinnen von Saint Sass. Moritz ist seit rund zwei Jahren Investor, Teilzeitberater und Beirat bei Saint Sass und ordnet das am Anfang der Folge selbst ein. Die Geschichte beginnt auf Clubhouse: Vivien konnte während Corona weder weiterstudieren noch ihren Job machen, pitchte dort Ideen und baute sich rund 5000 Follower auf. Ein Investor fand sie über einen D2C-Talk und LinkedIn und suchte jemanden für eine bestehende Strumpfhosenmarke, die auf Hotels und Flugbegleiterinnen gesetzt hatte. Vivien entwickelte ein neues Konzept fürs Onlinegeschäft, Larissa kam über einen der ersten Investoren dazu.
Dann geht es um den Schritt von der Strumpfhose zur Lingerie-Marke. Nach einem Flop mit Bauchketten, für die es keinerlei Research gab, haben die beiden ihre Kundinnen gründlich befragt: erst explorativ im Büro, dann in Einzelinterviews und schließlich in einer quantitativen Umfrage mit knapp 2000 Teilnehmerinnen. Gleichzeitig zeigten sie Entwürfe früh auf Social Media. Ein mutiges Design, das in der Umfrage eher durchfiel, ist heute einer ihrer Bestseller. Neue Kategorien wie Slips sollen außerdem die starke Saisonalität der Strumpfhose ausgleichen, bei der vier Monate im Jahr den Großteil des Geschäfts tragen.
„Gerade in dem Bereich geht es wirklich darum, was für einen ästhetischen Sinn du mitbringst.“
Im Marketing setzt Saint Sass auf eigene Shootings statt User-generated Content, weil das Statement auf dem Produkt im Fokus stehen muss. Rund 90 Prozent des Paid-Budgets gehen an Meta, bezahlte Influencer-Kooperationen gibt es kaum. Dafür hat Vivien das Produkt aus ihrem Netzwerk aus zehn Jahren Modelarbeit gezielt an Fashion-Insider gestreut. In die USA ging das Team mit rund 100 Euro Tagesbudget und den besten deutschen Ads, ohne vorher Zoll, Steuern oder Lager zu klären. Zum Jahresende ist der US-Markt laut Larissa so groß wie Deutschland. Für eine Weltstar-Musikerin ist Vivien sogar selbst nach Los Angeles geflogen, um ein Paket zu übergeben.
Zum Schluss geht es um Founder Branding: Die beiden posten etwa einmal pro Woche auf LinkedIn, schreiben ihre Texte selbst und achten stark auf die Bildsprache. Sie erzählen, warum sie trotzdem keine Sorge haben, dass jemand ihre Transparenz kopiert, und warum sie Saint Sass weiter aus Berlin steuern wollen. Als Geschäftsideen nennen sie Longevity, KI-Protokollierung für Ärzte und Psychotherapie sowie Produkte, die sich über Drogeriemärkte skalieren lassen.
Zahlen aus der Folge
4 weitere Zahlen
Worüber am meisten gesprochen wurde
Kapitel
- 00:00Die Gründungsgeschichte und der Einfluss von ClubhouseGründung & Team
- 15:22Die Entwicklung von Saint Sass und die ProduktpaletteProdukt & Research
- 19:13Die Rolle von User Research in der ProduktentwicklungProdukt & Research
- 22:40Die Herausforderungen und Learnings aus der ProduktentwicklungProdukt & Research
- 28:01Marketingstrategien und die Bedeutung von KreativitätMarketing & PR
- 33:25Marketingansatz und Content-StrategieMarketing & PR
- 37:37Influencer-Marketing und Paid PerformanceMarketing & PR
- 44:35Internationalisierung und MarktstrategieInternationalisierung
- 47:38PR-Strategien und Celebrity-KooperationenMarketing & PR
- 52:05Die Bedeutung von Nahbarkeit und SichtbarkeitFounder Branding
- 55:35Transparenz und Authentizität in der Gründer-CommunityFounder Branding
- 59:11Die Rolle von visueller Qualität in Social MediaFounder Branding
- 01:02:14Herausforderungen und Chancen des Founder BrandingsFounder Branding
- 01:05:48Zukunftsstrategien und Expansion in die USAInternationalisierung
- 01:07:32Innovative Geschäftsideen im D2C-BereichGeschäftsideen
Key Learnings
- 1
Mach dich sichtbar, bevor die Chance kommt
Vivien hatte auf Clubhouse rund 5000 Follower und ein sauberes Profil mit verlinktem LinkedIn. So wurde ein Investor auf sie aufmerksam, der jemanden für eine bestehende Strumpfhosenmarke suchte. Ihr Fazit: Wer schon nach Chancen sucht und gründungsinteressiert ist, erkennt sie auch, wenn sie auftauchen.
00:00 · Die Gründungsgeschichte und der Einfluss von Clubhouse - 2
Keine neue Kategorie ohne Research
Bauchketten hat Saint Sass ohne Kundenbefragung und in viel zu großer Menge bestellt, und sie liefen nicht. Bei der Lingerie-Erweiterung lief es andersherum: explorative Runden mit Kundinnen im Büro, Einzelinterviews und dann eine quantitative Umfrage mit knapp 2000 Teilnehmerinnen. Das wollen die beiden jetzt möglichst einmal im Jahr wiederholen.
19:13 · Die Rolle von User Research in der Produktentwicklung - 3
Frag nach dem Warum
Moritz beschreibt, dass die besten Erkenntnisse in den Einzelinterviews erst mit der zweiten Frage kamen: Warum eigentlich? Was meinst du damit? Genau das leisten klassische Fokusgruppen oft nicht. Die qualitativen Antworten musst du danach aber mit den Ergebnissen der breiten Umfrage abgleichen.
22:40 · Die Herausforderungen und Learnings aus der Produktentwicklung - 4
Denk das Creative schon bei der Produktentwicklung mit
Ein Produkt, das in der Umfrage gar nicht vorne lag, wurde nach dem Launch zum Bestseller, weil es im Shooting so stark wirkte. Saint Sass hatte entsprechend zu wenig bestellt. Deshalb wollen die beiden künftig schon in der Entwicklung überlegen, wie ein Produkt im Shooting und in den Ads aussieht.
22:40 · Die Herausforderungen und Learnings aus der Produktentwicklung - 5
Eigene Shootings können UGC schlagen
Saint Sass hat anfangs viel auf User-generated Content gesetzt. Die eigenen Shooting-Bilder haben die UGC-Videos aber immer outperformt, weil bei ihrem Produkt das Statement im Fokus stehen muss und fremde Outfits oder Hintergründe ablenken. Skaliert wird über humorvolle neue Texte auf bestehenden Premium-Bildern statt über ständig neue Videos.
28:01 · Marketingstrategien und die Bedeutung von Kreativität - 6
Stell Kreative nach Gespür ein, nicht nach Lebenslauf
Vivien lässt Bewerberinnen für kreative Rollen erzählen, welchen Content und welche Marken sie gut finden, und gibt ihnen Videomaterial zum Schneiden. Den Sinn für Social Media und Ästhetik hält sie für kaum antrainierbar, Technik dagegen schon.
33:25 · Marketingansatz und Content-Strategie - 7
Teste neue Märkte erst mit Ads, dann mit Strukturen
Für Europa und die USA hat Saint Sass einfach die besten deutschen Ads auf Meta gespiegelt, in den USA anfangs mit rund 100 Euro am Tag. Erst als klar war, dass es funktioniert, kamen Übersetzung, Steuern, Zoll, Versand und Lager. Geholfen hat, dass Name, Website und Instagram von Anfang an auf Englisch waren.
44:35 · Internationalisierung und Marktstrategie - 8
Poste nur, wenn du etwas zu erzählen hast
Die beiden posten auf LinkedIn etwa einmal pro Woche statt täglich. Sie haben vorher festgelegt, welche Stakeholder sie erreichen wollen, und setzen auf Qualität statt Menge. Der Nutzen: Investoren, VCs und Geschäftspartner werden auf sie aufmerksam, und die Marke bekommt mehr Reichweite.
52:05 · Die Bedeutung von Nahbarkeit und Sichtbarkeit
Zitate

„… wer darauf vorbereitet ist, sieht das Glück eher.“„Gerade in dem Bereich geht es wirklich darum, was für einen ästhetischen Sinn du mitbringst.“„Für uns ist es super wichtig, dass jeder Euro, den wir investieren, einen bestimmten Umsatz bringt.“„… es ist jetzt wirklich so, dass USA jetzt Ende des Jahres wirklich gleich groß ist wie Deutschland dieses Jahr.“„… uns ist Qualität und Inhalt viel wichtiger als jetzt Quantität.“Über den Gast

Vivien Wysocki und Larissa Schmid
Vivien Wysocki und Larissa Schmid führen von Berlin aus Saint Sass, eine Fashion- und Lingerie-Marke, die mit Strumpfhosen mit Statements angefangen hat und heute auch Slips und Bodies verkauft. Vivien hat zehn Jahre gemodelt, mit 15 ein Schüler-Startup gegründet und war in der Corona-Zeit auf Clubhouse aktiv, wo sie Ideen pitchte und rund 5000 Follower hatte. Darüber wurde ein Investor auf sie aufmerksam, der eine Strumpfhosenmarke für Hotellerie und Flugbegleiterinnen neu aufstellen wollte; aus ihrem Konzept entstand Saint Sass. Larissa hatte zuvor zwei Startups im Modebereich gegründet, einen Marktplatz für nachhaltige Mode und eine eigene Modemarke, und arbeitete während ihres Masters in der Unternehmensberatung. Zum Zeitpunkt der Aufnahme bestand das Team laut Larissa aus fünf Personen.
Häufige Fragen
Was ist Saint Sass?
Saint Sass ist eine Fashion- und Lingerie-Marke aus Berlin, die online weltweit verkauft. Angefangen hat sie mit Strumpfhosen, auf denen Statements stehen; inzwischen gibt es auch Unterwäsche wie Slips und Bodies. Gegründet und geführt wird sie von Vivien Wysocki und Larissa Schmid.
Was hat Clubhouse mit der Gründung von Saint Sass zu tun?
Vivien hat während Corona auf Clubhouse Ideen gepitcht und sich rund 5000 Follower aufgebaut. In einem D2C-Talk wurde ein Investor auf sie aufmerksam und schrieb sie über LinkedIn an. Er suchte jemanden für eine bestehende Strumpfhosenmarke, deren Zielgruppe Hotellerie und Flugbegleiterinnen in der Pandemie weggebrochen war. Aus Viviens Konzept entstand Saint Sass.
Wie hat Saint Sass neue Produktkategorien entwickelt?
Nach einem Flop mit Bauchketten ohne jede Kundenbefragung hat das Team für die Lingerie-Erweiterung mehrstufig geforscht: explorative Runden mit Kundinnen im Büro, Einzelinterviews und eine quantitative Umfrage mit knapp 2000 Teilnehmerinnen. Dazu kamen frühe Einblicke auf Social Media. Außerdem wurden Stoffe, Statements und Bildsprache der Strumpfhosen bewusst übernommen.
Arbeitet Saint Sass mit bezahlten Influencern?
Kaum. Laut Larissa macht Meta fast 90 Prozent des Paid-Spends aus, weil sich dort messen lässt, was ein investierter Euro bringt. Dass bekannte Leute die Produkte tragen, geht vor allem auf Viviens Netzwerk aus zehn Jahren Modelarbeit zurück: Sie hat die Produkte gezielt an Fashion-Insider gestreut, die den Mainstream beeinflussen.
Wie ist Saint Sass in die USA expandiert?
Sehr schlank: Das Team hat die besten deutschen Ads auf Meta in den US-Markt gespiegelt, anfangs mit rund 100 Euro am Tag, ohne vorher Zoll, Steuern oder Lager zu klären. Als klar war, dass es funktioniert, kamen diese Themen dazu. Zum Ende des Jahres der Aufnahme ist die USA laut Larissa so groß wie Deutschland. Gesteuert wird weiter aus Berlin.
Welche Rolle spielt Moritz Blees bei Saint Sass?
Moritz Blees, Co-Host dieser Folge, ist laut eigener Aussage seit rund zwei Jahren Investor, Teilzeitberater und Beirat bei Saint Sass. Das stellt er zu Beginn der Folge selbst klar. Von ihm kam auch die Idee für das Statement auf dem aktuellen Bestseller.
Erwähnt in der Folge
- ClubhouseProduktAudio-App, über die Vivien in der Corona-Zeit Ideen pitchte und ihren späteren Investor fand.
- MetaFirmaHauptwerbekanal von Saint Sass mit fast 90 Prozent des Paid-Spends.
- Kendall JennerPersonHatte schon einmal Interesse an Saint Sass; das Paket kam vermutlich nicht rechtzeitig im Hotel an.
- Diana zur LöwenPersonInfluencerin und Investorin bei Saint Sass, mit der Feliks vor der Folge gesprochen hat.
- Johannes KlieschPersonSNOCKS-Gründer, dessen LinkedIn-Beiträge Larissa in ihren Anfängen verschlungen hat.
- SNOCKSFirmaVon Johannes Kliesch gegründete Marke, die mit Socken gestartet ist.
- SelfmadeSendungAmazon-Prime-Folge über Johannes Kliesch, die Larissa beim Thema Bekanntheit als Beispiel nennt.
- Naval RavikantPersonFeliks zitiert seine Unterscheidung verschiedener Arten von Glück.
- Howard CarpendalePersonMoritz zitiert ihn zum Thema Erfolg über Nacht.
- HeinzFirmaMoritz' Beispiel für sinnvolle Kategorie-Erweiterung: vom Ketchup erst zur Barbecue-Soße, nicht gleich zu Nudeln.
- DoppelgängerSendungPodcast, über den Clubhouse laut Vivien damals in ihrem Umfeld bekannt wurde.
- dm und RossmannFirmaDrogerieketten, über die laut Vivien zwei befreundete Gründer mit einem Deal achtstellige Umsätze erreicht haben.
Transkript
00:00 Die Gründungsgeschichte und der Einfluss von Clubhouse
00:00 Trailer: Jemandem beizubringen, wie Social Media funktioniert oder wie ein Video Cut funktioniert, ist wirklich schwierig. Wir hatten schon mal die Situation mit Kendall Jenner, wir glauben heute, dass das Paket nicht rechtzeitig angekommen. Ist und meine Erfahrung in der Zusammenarbeit mit vielen D 2 C Cases, dass ihr bereits jetzt in kurzer Zeit 2 Dinge geschafft habt, die ganz ganz viele versuchen.
00:21 Feliks Eyser: Willkommen bei Founder Mode, dem Entrepreneurship Podcast. Mit mehr Stimmung und Knallern als ein Silvesterfeuerwerk. Heute haben wir die beiden Gründerinnen von Saint Sass zu Gast, eine internationale Fashionmarke für Strumpfhosen und Lingerie. Wir lernen. Was Clubhouse mit ihrer Gründungsgeschichte zu tun hat? Was die beiden Gründerinnen aus dem initialen Erfolg mit der Strumpfhose gelernt haben und übertragen auf weitere Produktkategorien. Wie sie den US Markt insgesamt erobern und warum Vivian dafür ins Flugzeug steigt, um eine Lieferung persönlich abzugeben. Viel Spaß daran. Viel Spaß bei der Folge.
00:55 Moritz Blees: Hallo, hier ist nochmal Moritz. Nachdem wir den Podcast mit Saint Sass aufgenommen haben, ist mir aufgefallen, dass ich irgendwie ein paar Worte zur Einordnung noch sagen wollte. Zuerst und vor allem weil ich als Investor und auch Teilzeitberater und Beirat bei Saint Sass jetzt seit 2 Jahren dabei bin, was die beiden noch an der einen oder anderen Stelle erwähnen und diese Zusammenarbeit funktioniert super. Die beiden sind glücklich mit mir als Berater. Ich bin glücklich, wie die das umsetzen und da sagen sie auch an der einen oder anderen Stelle, da sagen sie so explizit, dass es mir fast ein bisschen unangenehm geworden ist, weswegen ich hier das mal voranstellen wollte und an der anderen Stelle auch sagen wollte, so eine Zusammenarbeit funktioniert nicht immer so exceptionally gut und die beiden exekutieren das auch wirklich sehr stark und das hilft vielleicht bei der Einordnung des Podcasts Szene nun hört viel Spaß und. wunderschönen guten Nachmittag heute, kurz vor Weihnachten. Wir schreiben den 18. Dezember. Alle sind in voller vorweihnachtlicher Vorfreude. Statt Feliks und mir zu zweit sind wir heute zu viert. Wir haben Vivian und Larissa von Saint Sass mit dabei. Vivian und Larissa kenne ich persönlich jetzt seit, jetzt muss ich mich kurz überlegen, zwei Jahren, anderthalb Jahren. Und hatte das Glück bei ihnen mit in der Firma investieren zu dürfen. Was Saint Sass im Detail macht, könnte ich erklären. Ich glaube aber, dass die beiden das besser erklären. Insofern würde ich da euch mal den Ball zuspielen. Vivian Larissa, was macht ihr eigentlich?
02:28 Vivien Wysocki: Wir sind eine mittlerweile, wir haben angefangen mit Strumpfhosen, auf denen Statements drauf sind und mittlerweile vertreiben und verkaufen wir auch Unterwäsche und auch Bodies. Das heißt, man könnte sagen, wir sind eine Fashion-Lingerie-Brand, die weltweit tätig ist. Und wenn man auch sagen könnte, jetzt für die ganzen Experten unter euch, Klassisch T2C Ecom Bereich. Genau, das ist das, was wir machen. Also im Grunde machen wir Fashion.
02:55 Feliks Eyser: Wenn ich jetzt zu Weihnachten meiner Freundin was von euch schenken will, was ist so ein Topseller, mit was kann ich keinen Fehler machen? Was ist beliebt bei euren Kundinnen? Wie kann man sich das vorstellen?
03:05 Larissa Schmid: Tatsächlich ist gerade bei uns der absolute Best Seller die ByteMe Strumpfhose und witzigerweise kam die Idee für das Statement von Moritz. Also müssen wir ihm hier offiziell einmal danken, dass er die Idee zu unserem absoluten Best Seller Statement hatte, das ist nämlich auf dem Po platziert und die macht wirklich einen sehr großen Anzahl unseres Umsatzes aus.
03:24 Feliks Eyser: Ehre wem Ehre gebührt.
03:28 Moritz Blees: Ich ich
03:28 Larissa Schmid: Definitiv.
03:28 Moritz Blees: an dieser Stelle immer ein Investorenbrand irgendwie kenne.
03:28 Feliks Eyser: Moritz, was war in deinem Paket drin? Wir saßen vorne in einem Meeting und du hast ein Saint Sass-Paket aufgemacht. No Joke!
03:35 Moritz Blees: Ich habe einen Saint Sass, bekommen habe. habe wirklich das Wetter einseitiger Hörmerzeit. Ich habe da einen Body. Einmal Panty. Gar nichts für mich. Insgesamt gar nichts für mich. Nicht, es mich geht, aber zu meiner persönlichen Karriere gehört ja, dass die meisten Produkte, für die ich verantwortlich war, nicht von mir selbst getragen werden konnten. Und dann der... Und ein weiterer mit Play Dirty.
04:03 Vivien Wysocki: Okay.
04:03 Feliks Eyser: Für dich?
04:03 Moritz Blees: Die Geschichte dahinter ist ja so ein bisschen die, eigentlich aus einer Strumpfhosenmarke jetzt eine Lingerie-Marke im Ganzen geworden ist. Die würde ich glaube ich kurz mal hinten anstellen, weil ich glaube erstmal ist vielleicht ganz spannend, mein Verständnis ist, wie irgendwas hat doch eure Gründungsgeschichte mit Clubhouse zu tun. Ich habe nicht genau verstanden, was es war.
04:30 Vivien Wysocki: Ja, korrekt. Ja. Das war... Ja.
04:30 Moritz Blees: Aber ich habe es nicht richtig verstanden.
04:33 Feliks Eyser: Zum Hochpunkt von Covid, oder zum Tiefpunkt, war Clubhouse auf jeden Fall auf dem Hochpunkt. Leute waren in diesen virtuellen Räumen und haben sich da ausgetauscht. Erzählt mal was.
04:45 Vivien Wysocki: Ja, genau, das war es. Das war ganz interessant, weil Clubhouse war ja erstmal so in dieser ganzen Techie-Bubble in Deutschland populär, dann schnell auch Techie-Startup-Bubble, dann schnell irgendwie Techie-Startup-Investoren-Bubble, dann so ein bisschen Techie-Startup-Investoren- und Social-Media-Bubble, also Social-Media-Experten-Bubble. Und dann bin ich gerade, als so diese drei, vier Bereiche angefangen haben, bin ich da auch darauf aufmerksam geworden. Witzigerweise damals von Anne-Kathrin Schmitz, ist die Himbeersahnetorte, die auch die Baby-God-Business-Messekonferenz macht und die hat es wiederum vom Doppelgänger-Podcast erfahren. Und das war so bisschen diese Szene und da konnte man damals nur über Invite Only reinkommen und das war ja auch so bisschen deren Strategie, da sehr exklusiv zu sein und war dann da in diesem Clubhouse-Bereich, wo man sich mit fremden Menschen in Räumen austauschen konnte live. Also im Grunde so wie hier, wir das machen, aber eben live und nicht recordet. Und dann eben auch mit nicht nur fünf Leuten, sondern eben auch mit 10, 20 oder hunderten Menschen. Und damals gab es sehr viele Start-up Rooms und ich war so ein bisschen nach Erzweiflung, weil ich konnte während Corona weder weiter studieren, weil die NCs in die Höhe geschossen sind, noch konnte ich meinen Job weiterführen, den ich neben dem Studium eigentlich gemacht habe, weil der mit sehr viel Reisen verbunden war. Und ich saß da so irgendwie mit 24 und dachte mir so, okay, fack mal, was soll ich jetzt eigentlich machen? Und hab aber auch seit ich 15 bin so die Idee gehabt, okay, ich hab schon auch wahnsinnig viele Ideen und ich hätte schon auch mega Bock, diesen Ideen umzusetzen. Und dann hab ich verschiedene Ideen gepitcht. Da gab es nämlich auch so Pitching Rooms und auf Clubhouse, genau, da waren verschiedene Sachen dabei wie Zubehör für Haustiere.
06:37 Feliks Eyser: auf Clubhouse hast du die gepitcht.
06:37 Vivien Wysocki: Also so Nagetierkäfig, die schöner zu machen, bis irgendwie Regenschirme oder sonst was. Also ich wollte erstmal so bisschen Feedback bekommen. Und dann habe ich witzigerweise in einem D2C-Talk, wo irgendwie nur so 20 Leute waren, aber ich glaube, war auch die einzige Frau da oder mit die einzige Frau, habe ich einfach nur zugehört und man konnte sich damals durch die ganzen Gäste durchklicken und während man zugehört hat, schauen, wer hört da eigentlich noch zu und was sind das für Leute. Und ich hatte mir zu dem Zeitpunkt schon 5000 Follower da aufgebaut, was mit Clubhouse echt viel war, mir ein richtig professionelles Profil aufgebaut, ich hab mein LinkedIn-Profil verlinkt, also alles super geschrieben, was ich mache. Und dann ist tatsächlich unser damaliger, noch nicht Investor, aber heutiger Investor auf mich aufmerksam geworden, hat mich bei LinkedIn angeschrieben und hat mich dann diesen D2C-Talk gesehen und gefragt, hey, wir haben da so ein Projekt, willst du dir das mal anschauen, weil wir suchen noch jemanden, das voranzubringen. Und das war eben schon eine bestehende Strumpfhosenmarke. Das ist nicht Saint Sass gewesen, das ist eine andere Marke, die gibt es mittlerweile nicht mehr. Und die haben sich damals auf Hotellerie und Stewardessen fokussiert als Zielgruppe, was in der Corona-Zeit dann eben das erste war, was auch dicht gemacht wurde. Flughäfen und Hotels haben ja am schnellsten und am stärksten darunter gelitten. Und die dachten sich so, hm, ist ein bisschen ärgerlich, weil wir haben jetzt irgendwie die Supply Chain, wir haben irgendwie mit diesem Thema angefangen, Strumpfhosen, was machen wir jetzt daraus? Und in dem Zuge haben uns dann kennengelernt, ich hab mir das mal angeschaut und hab mir im Grunde den Markt auch angeschaut, ich fand das super spannend, ich, da kamen wir auch gleich nochmal vielleicht darauf, ich irgendwie auch bereits fast zehn Jahre lang in der Fashionbranche tätig war. und selber sehr viele Strumpfhosen trage, weil ich auch sehr gerne Kleidere trage und hab erkannt, okay, da gibt es wahnsinnig wenig Marken. Das ist super antiquitiert, also die ganze Branche ist irgendwie sau konservativ und da hab ich im Grunde eine Chance gesehen, dass man das halt geiler macht, vor allem aber auch online im E-Commerce geiler vertreibt und hab im Grunde ein Konzept erarbeitet und dann bin ich mit eingestiegen und darauf ist dann Saint Sass entstanden.
08:53 Feliks Eyser: Und sag mal, das klingt ja fast schon zu einfach. Du gehst auf Clubhouse, du hast diese 5000 Follower, du sprichst mit Foundern auf LinkedIn, sprich dich jemand an, sagt, hey, es gibt dir eine Firma, willst du mitmachen? War das nur zur richtigen Zeit am richtigen Ort oder was ist dein Meta-Learning dahinter? Umgibt dich mit Leuten, die was Neues machen wollen, sei proaktiv. Was sind so deine Learnings aus diesem?
09:16 Moritz Blees: oder sehr früh auf einem neuen Kanal.
09:17 Vivien Wysocki: Ja, am richtigen Zeitpunkt, am richtigen Ort zu sein, ich hab da so ein Zitat, ich such's mal ganz kurz raus, ich das ist super passend, es gibt da, man kann sagen, wer darauf vorbereitet ist, sieht das Glück eher. Und genauso ist es auch damals gewesen. Wenn ich jetzt nicht vorher schon ein Gründungsinteresse gehabt hätte und nicht schon vorher überhaupt offen gewesen wäre, dann wäre das nicht passiert. Das heißt, ich hatte natürlich schon
09:46 Feliks Eyser: Mhm.
09:46 Vivien Wysocki: Ich habe auch nach solchen Möglichkeiten und Chancen gescannt und gesucht und war in dem Moment einfach zum, das ist halt der richtige Zeitpunkt für mich persönlich damals gewesen und damals auch der richtige Zeitpunkt für Björn und diese richtigen Zeitpunkte haben sich eben dann getroffen und so kam es zusammen. Aber wäre ich jetzt nicht gründungsinteressiert gewesen, wäre wahrscheinlich diese Chance oder auch diese Möglichkeit an mir vorbei gerast.
10:09 Moritz Blees: Und anderes Thema, was mich interessiert ist, das wurde dann ja auch relativ schnell aus dem, was es vorher war, was ganz anderes. Also, wie du das eben beschrieben hast, war dann das, was ja heute Saint Sass ist, eher als so eine Art Fix für Hotellerie und Sture dessen gedacht. Also eine Berufsbekleidungsmarke eigentlich.
10:34 Vivien Wysocki: Mhm. Ähm, nein. Also Saint Sass an sich sollte das nie werden, sondern die andere Marke war das.
10:38 Moritz Blees: Genau, also das, was jetzt Saint Sass ist, wäre vorher so gedacht gewesen. die Wandlung.
10:45 Vivien Wysocki: Genau, das war also von vornherein klar, dass wir was komplett anderes machen wollen und von vornherein klar, dass das Ganze ausgerichtet sein soll auf das Online-Business durch Corona eben auch, dass wir halt nicht uns auf den Retail konzentrieren oder auf eben Plätze wie Hotellerie und Flughäfen. Aber dass sich das dann auch so entwickeln würde, wie es sich jetzt entwickelt hat über die letzten drei, dreieinhalb Jahre. Dafür haben wir den Grundbaustein ganz am Anfang gelegt, aber das hätte man natürlich jetzt von vornherein nicht so planen
11:18 Feliks Eyser: Larissa, wie bist du dazu gekommen? Warst du schon immer Unternehmerin? Was war dein Jugendzeit-Hustle vor Saint Sass und wie habt ihr euch kennengelernt? Wie bist du an Bord gekommen?
11:27 Larissa Schmid: Ich habe mich oft gefragt, was ich in meiner Jugend gemacht habe, wenn ich die ganzen Stories wie andere total unternehmerisch unterwegs war. Bei mir hat das erst mit dem Studium angefangen. Ich wusste, ich will mein eigenes Unternehmen gründen und bin dann auch relativ schnell nach einem Master. Ich habe gedacht, ich habe am wenigsten zu verlieren, ich probiere das jetzt einfach mal. Ich vor einst den SES dann schon zwei Start-ups gegründet, die sehr aneinandergegriffen haben. Einmal hatten wir einen Marktplatz für nachhaltige Mode und auf der anderen Seite haben wir eine Brand gegründet, die selber Mode hergestellt hat. Und war da aber an so einem Punkt, wo ich mir dachte, irgendwie kommen wir nicht aufs nächste Level. Und genau in dem Zeitpunkt hat mich witzigerweise einer von den Anfangsinvestoren angeschrieben über meinen damaligen Chef. Ich habe während dem Master noch kurz in der Unternehmensberatung gearbeitet. hatte mir geschrieben, dass sie eine Co-Founderin suchen für einen Strumpfhosen-Startup aus Berlin. Und ob ich Interesse hätte. Und irgendwie, ich weiß nicht, ob ihr das kennt, aber das war so Moment für mich, irgendwie, Puls ist angestiegen, ich hab sofort gemerkt, irgendwie, ist es jetzt, obwohl ich noch gar keine Infos hatte. Und dann hab ich mir das irgendwie angeschaut. Ich fand die Idee mega geil, weil ich irgendwie auch wie Vivian, wir tragen beide super viele Kleider, also ich trage eigentlich nie Hosen, also immer Strumpfhosen. Also voll Zielgruppe, hab's voll gefeiert. Ja, und hab dann Vivian kennengelernt in Berlin. Ich hab damals noch in München gewohnt und dann haben wir erst mal so richtig, ja wie man das in so einer Beziehung so macht, so eine richtige Datingphase von drei Monaten gehabt, wo wir immer so abwechselnd uns in München getroffen haben und in Berlin getroffen haben und wirklich so beieinander übernachtet haben, obwohl wir uns faktisch... noch gar nicht kannten. Das hat uns natürlich sehr schnell auf ein Level gebracht, wo wir sehr eng wurden. Ich glaube, haben beide superschnell gemerkt, dass wir extrem gut zusammenpassen von unserem Skillset, aber eben auch von unseren Persönlichkeiten. Und dass wir das uns richtig gut zusammen vorstellen können. Dann bin ich eigentlich relativ schnell nach Lounge on Board gekommen. The rest is history sozusagen.
13:34 Moritz Blees: Das heißt aber von euch beiden ist die Geschichte, dass ihr schon seit einer Weile am Rumprobieren wart. Du mit Marktplätzen, also du hast wirklich die Firmen gebaut. Vivian hat es bisschen abgekürzt und hat sie erstmal versucht zu pitchen und dann den Leuten.
13:49 Vivien Wysocki: Naja, ich habe mit 15 Schülern Start-up gegründet, das gehört auch dazu. Es war natürlich eine ganz andere Rechtsform, aber es war schon mit, sag ich mal. Wir haben damals, ich bin Dorfkind, wir sind jeden Tag oder ich bin auch jeden Tag 15 bis 20 Kilometer Fahrrad gefahren.
14:04 Feliks Eyser: Was hast du da gemacht?
14:04 Vivien Wysocki: Und wir haben dann ein Gerät entwickelt, was man an das Dynamo schließt, durch die Bewegungsenergie Strom zu erzeugen, währenddessen das Handy aufzuladen. Weil damals gab es noch keine portablen Aufladegeräte, so wie heute, dass man die mitnehmen kann und das Handy unterwegs aufladen kann.
14:22 Moritz Blees: Ich würde das immer kaufen. Also würde ich sofort kaufen.
14:23 Vivien Wysocki: Ja? Ja, nice. Und das haben wir dann entwickelt und auch auf Messen verkauft und es war echt eine super cool Erfahrung. Daher kommt auch dieses starke Gründungsinteresse von mir. Und dann habe ich eben seitdem den Wunsch gehegt, tatsächlich auch später noch mal in Angriff zu nehmen.
14:41 Feliks Eyser: Sehr cool. Naval Ravikant sagt, es gibt verschiedene Arten von Glück. Blindes Glück, man gewinnt im Lotto, aber auch Glück durch Hustlen und Opportunities kreieren und Glück durch Vorbereitung und Glück durch Unikness im Charakter. Und ich glaube, bei euch trifft alles drei von den hinteren Kategorien zu. Ich glaube nicht, dass es Zufall war, dass ihr zusammengefunden habt, sondern dass ihr viele Opportunities kreiert habt und früher oder später irgendjemand auf euch aufmerksam geworden ist. Und das glaube ich ein cooles Meta-Learning.
15:10 Vivien Wysocki: Hast du schön zusammengefasst.
15:12 Moritz Blees: In den Worten von Howard Carpendale, über Nacht wird nur berühmt, wie er tagsüber gearbeitet hat.
15:17 Vivien Wysocki: Auch ein gutes Zitat,
15:22 Die Entwicklung von Saint Sass und die Produktpalette
15:22 Larissa Schmid: Vielen Dank!
15:22 Moritz Blees: Aber jetzt nochmal zu Saint Sass, wie es heute ist. Also das, wo als ich euch kennengelernt habe, war Saint Sass eine Strumpfhose mit einem Statement drauf. Ich glaube, Your Babe war damals so das meistverkaufte Ding auf dem Oberschenkel. Und seitdem sind ja nicht nur verschiedene Statements, sondern auch eine ganze Palette an Produkten dazugekommen. Und meine Erfahrung
15:47 Vivien Wysocki: Mhm.
15:47 Moritz Blees: in der Zusammenarbeit mit vielen D2C-Cases ist, dass ihr bereits in jetzt in kurzer Zeit zwei Dinge geschafft habt, die ganz ganz viele versuchen. Erstens aus dem einen Produkt in die mehreren Kategorien gehen und zweitens den deutschsprachigen Raum verlassen. Und ich glaube, das ist super spannend, wenn ihr da mal berichtet, wie ihr euch dem genähert habt. Ich glaube, wir können mit dem Produkt mal anfangen, weil wir da jetzt eben schon mal so drüber geredet haben. Also ich habe jetzt so eine Strumpfhose, die läuft gut. Und irgendwie habe ich das Gefühl, ich würde gerne auch andere Sachen machen. Wie komme ich von der Strumpfhose zur Lingerie Brand?
16:24 Vivien Wysocki: Im Grunde sind wir über drei Faktoren an das Thema herangegangen. Das erste Thema oder der erste Faktor war, dass wir ganz viel von dem, was wir über unser Stumpfhosen-Business gelernt haben, übertragen haben auf die neuen Produktkategorien. Das heißt, haben gesagt, wir haben herausgefunden, unseren Kundinnen ist es wichtig, sich sexy zu fühlen. Unseren Kundinnen ist es wichtig, diese Statements zu vertragen. Unseren Kundinnen ist es wichtig, dieses, Marken, also wir wollten auch herausfinden, was sind wir eigentlich für eine Marke und das eben zu übertragen, aber eben auch dann ähnliche Stoffe zu verwenden, die Brücke zu schlagen. man kann auch sehen, wir haben ja Strumpfhosen damit angefangen und wir haben aber auch Mesh-Bodies und dieser Stoff ist relativ ähnlich. Und der dritte Punkt, ist auch, wir haben natürlich auch die Bildsprache übernommen und beibehalten. Was ist dann zu dem ersten Punkt, die drei Punkte? Der zweite Punkt ist, wir haben unsere Kundinnen auch gefragt. Wir ganz viel Research gemacht, quantitative und qualitative Umfragen gemacht über mehrere Monate. Der dritte Punkt ist, dass wir den ganzen Prozess der Produktentwicklung und auch der Erarbeitung von welchen Produkten wir eigentlich machen und wie werden die aussehen, dass wir das auch sehr früh gezeigt haben über soziale Medien, die Kundinnen und unsere Community daran zu gewöhnen, dass da was Neues kommt. Und man muss natürlich auch sagen, Moritz, hast uns extrem gut dabei auch begleitet. Das war wahnsinnig hilfreich, deine Insights auch von den D2C Brands, weil wir auch mit dir natürlich einige Workshops dazu gemacht haben und das war schon echt extrem wertvoll für uns.
18:00 Feliks Eyser: Okay, ab jetzt keine Komplimente mehr für Moritz, sein Ego ist im Beruf genug.
18:04 Moritz Blees: Das war heute ein sehr tolles Wochenende. Ich hoffe, dass wir uns
18:04 Vivien Wysocki: Ja, ich merke das. Ja,
18:04 Moritz Blees: heute wieder rausnehmen.
18:04 Vivien Wysocki: das ist so. Also es hat wirklich sehr einfach, es hat extrem geholfen, weil wir hatten halt auch schon mal ein Produkt fail. Wir haben, wir haben. Es kommt mir jetzt so wahnsinnig absurd vor, dass wir das gemacht haben. Aber damals war es halt einfach so. Wir haben halt mal Bodychains gemacht, weil wir dachten, okay, Bauchketten. Ja, genau. Wir haben mal Bauchketten gemacht.
18:29 Feliks Eyser: Was ist passiert? Was ist Post-Mortem?
18:29 Larissa Schmid: Haha!
18:29 Feliks Eyser: Bodychains, ist das?
18:29 Moritz Blees: Genau, wollte... Du musst du Feliks erklären, was das ist.
18:29 Vivien Wysocki: Da wir das so in Fashion Shows gesehen haben, wo dann auch die Statements integriert waren, weil wir dachten, hey, das auch ein cooles Sommerprodukt, weil wir eine sehr starke Saisonalität haben und wir haben viel zu viel bestellt. Also es ist ja auch immer eine Frage, was ist Erfolg bei einem Produktlaunch, je nachdem, wie viel du halt auch bestellst und was du auch verkaufst. Und es war halt einfach nicht, es lief halt einfach nicht. Und da haben wir ehrlicherweise keine Research gemacht, wir haben unsere Kundinnen nicht befragt, wir haben überhaupt nicht diese Grundarbeit gemacht, was ist eigentlich unsere Marke und was macht Sinn.
18:59 Larissa Schmid: Vielen
18:59 Feliks Eyser: Hmm...
18:59 Vivien Wysocki: Und das war irgendwie sehr frustrierend und wir wollten diesen Fehler nicht nochmal wiederholen. Das war uns wahnsinnig wichtig, weil wir wussten auch gegenüber Investoren, können uns den Fehler nicht nochmal in Folge nacheinander erlauben. Das Fehler passieren, fair, aber jetzt nicht zweimal hintereinander.
19:13 Die Rolle von User Research in der Produktentwicklung
19:13 Feliks Eyser: Wenn wir mal reinzoomen auf User Research, das ist eine Sache, alle Gründer sich vornehmen. Ich habe doch keinen Gründer oder keine Gründerin gehört, sagt mir sind die Kunden egal und ich will den nicht zuhören. Gleichzeitig sehe ich, dass es vielen sehr schwer fällt, dieses Research zu machen, vor allem ongoing. Viele machen das am Anfang, bevor sie die Firma gründen und dann schläft das irgendwie ein. Nehmt uns doch mal mit in so einen Raum, wenn ihr ein Interview führt mit einer Kundin. Was habt ihr darüber gelernt? Wie stellt ihr die Fragen, möglichst gute Antworten zu kriegen? Was sind die? Pitfalls quasi man vermeiden sollte in Interviews, ihr mit Kunden geführt habt.
19:48 Larissa Schmid: Also ich glaube, was bei uns super wichtig war, ist erstmal so alle verschiedenen Segmente der Kundinnen, die wir haben, irgendwie abzugreifen. Also wir haben ja einmal Kundinnen, die ganz viel bestellen, einmal Kunden, die zwar einen höhen Value haben, aber zum Beispiel dafür nicht so oft bestellen und eben aber auch die regionalen Unterschiede. Das heißt, das war erstmal so der erste strategische Split bei uns, dass wir sowohl zum Beispiel auch welche in Deutschland fragen, aber auch in USA, aber auch in Italien und Frankreich zum Beispiel. Und dann haben wir einfach, das eben auch mit Moritz erarbeitet, dass wir das in so einem mehrstufigen Prozess machen. Also die erste Stufe war, dass wir wirklich Kunden zu uns ins Büro eingeladen haben und das eher so sehr explorativ gemacht haben. Also vor uns uns erstmal gefragt haben, okay, was sind zehn Kategorien, wir uns vorstellen können und das dann mit den Kunden vor Ort so geclustert haben, am Ende dann irgendwie so auf 5, 6 zu kommen. Und mit diesen 5, 6 Kategorien haben wir dann wirklich schon versucht, so bisschen Designs zu Photoshoppen, sag ich mal, die zu uns passen. Und da sind wir dann in die quantitative Umfrage gegangen und haben das dann wirklich mit knapp 2000 Teilnehmern, haben wir halt Kategorien und Designs abgefragt. Und das war jetzt bei der Kategorie Erweiterung unserer Prozesse und der hat sich für uns auch als extremst wertvoll herausgestellt. Und so gehen wir das jetzt wieder an. Also es geht bei uns jetzt ja sukzessive weiter, dass wir immer die Produktkategorie ein bisschen erweitern wollen sozusagen, also immer breiter werden wollen. Und das immer wieder von vorne anfangen und das halt mindestens eigentlich so im Bestfall einmal im Jahr.
21:19 Feliks Eyser: Okay, ich nehme mit, Regelmäßigkeit zu haben, nicht nur einmal am Anfang zu machen, sondern in einem Rhythmus, und bei euch hat gut funktioniert, die Kunden offline zusammenzuholen, im Büro, face to face, nicht am Telefon, über Zoom, sondern in der realen Welt. Ihr habt mit qualitativen Interviews gestartet, ihr habt den Fake-Products, den MVP, den Prototyp gezeigt oder einfach nur Designs und Feedback einzuholen und seid dann auf Basis der Learnings in quantitative Interviews gegangen und habt Fragebögen verschickt.
21:45 Vivien Wysocki: Was auch geholfen hat, tatsächlich, dass es ja überhaupt nicht repräsentativ und auch gar nicht messbar, weil man dann immer aufpassen muss, wie die Gewichtung ist, aber tatsächlich das auch in sozialen Medien zu zeigen, relativ unkompliziert. Auch mal zu zeigen, wie sieht es angezogen aus und dann wirklich die DMs und auch die Abfrage zu checken. Das hat auch sehr geholfen, weil da nochmal ganz anderes Feedback kommt, was sehr proaktiv ist.
22:10 Feliks Eyser: Mhm. Mhm.
22:10 Vivien Wysocki: was sehr frei ist. Das hat auch tatsächlich dazu geführt, dass wir uns bei einem Produkt für das mutigere Design entschieden haben, während es bei den quantitativen Umfragen eher dagegen sprach und mittlerweile dieses mutige Produktdesign eins unserer Bestseller ist. Weil bei Mode geht es ganz viel auch Kontext, Brand. Und das kann man in so quantitativen Umfragen nicht abbilden. Das muss man einfach immer mit einkalkulieren.
22:40 Die Herausforderungen und Learnings aus der Produktentwicklung
22:40 Larissa Schmid: Was zum Beispiel für uns noch glaube ich in dem Prozess fehlt, was man jetzt total bei dem Lounge gesehen hat, ist auch nochmal, wie wir dann am Ende shooten. bei uns geht ja auch ganz viel darum, was wir irgendwie auf Meta, wie wir das bewerben und welche Werbung am Ende am meisten Budget bekommt. Das war zum Beispiel auch total spannend bei dem Lounge für uns, dass ein Produkt, was überhaupt nicht davor antizipiert haben, dass das der Bestseller wird, weil das in den quantitativen Umfragen gar nicht der Bestseller war. dann aber so ein starkes Creative-Hut in unserem Shooting, dass das bei Fahr das bestverkaufte Produkt ist jetzt und wir es natürlich am Anfang viel zu wenig bestellt haben. Also das wäre glaube ich noch so ein Third Layer, den wir jetzt in Zukunft mit aufnehmen wollen. Dass wir halt auch schon überlegen, wie wir das im Shooting-Kontext halt darstellen und was wir dann auch glauben, was sozusagen erzmäßig am besten performt.
23:28 Feliks Eyser: Ihr denkt bei der Produktentwicklung schon daran, wie sieht das Creative aus, wie sieht die Ad aus.
23:34 Vivien Wysocki: Ja.
23:35 Larissa Schmid: Genau.
23:35 Feliks Eyser: Das eine gute Überleitung zum Marketing generell.
23:37 Moritz Blees: Genau, eine Sache vielleicht noch als Nachtrag, weil das eben nicht so richtig rausgekommen ist. Also all diese Sachen, die sind super wichtig. Ich glaube, was ein Key auch war, zumindest habe ich es damals so wahrgenommen, war, dass wir One-on-One-Interviews gemacht haben. Diese Interviews, das waren jetzt nicht die klassischen Fokusgruppen, die man irgendwie so kennt, sondern ihr habt euch hingesetzt und One-on-One oder Two-on-One teilweise mit den
24:05 Vivien Wysocki: Mhm.
24:05 Moritz Blees: Kunden darüber geredet, was ihnen wichtig ist. Und ich durfte damals ja auf dem anderen Ende des des Rechners mitsitzen und zuhören und transkribieren quasi. Und was ich daran besonders fand, ist, was eine Fokusgruppe häufig nicht leistet, was ihr aber da gemachten konntet, ist die zweite Frage. Larissa hat zum Beispiel eine Frage gestellt und dann kam eine Antwort und dann so Ja, okay, aber warum eigentlich? Was meinst du damit? Und das waren eigentlich dann erst die Nuggets.
24:34 Larissa Schmid: Hmm.
24:34 Vivien Wysocki: Ja.
24:34 Moritz Blees: die da so richtig rausgekommen sind, wenn ihr da noch weiter bohren konntet.
24:38 Vivien Wysocki: Absolut. Ich glaube auch in dem Moment haben wir die meisten Produktanpassungen gemacht von den Qualitativen, also von den One-on-One-Interviews, weil da einfach nochmal ganz frei auch heraus, also konnten wir herausfinden, welche Richtung eigentlich alles geht und warum sich eine Kundin für etwas entscheidet. Da ist halt eben nur die Gewichtung sehr wichtig. Dass man da auch schaut, wie matcht das mit der Massen, mit den Massenantworten. Aber das war wirklich Gold wert. Ich erinnere mich auch immer an das, was du immer gesagt hast, Moritz. Du hast auch immer gesagt, man muss Brücken schlagen, man neue Produktkategorien einführt. Also wenn jetzt ein Heinz-Ketchup anfängt, Bolognese-Soße zu machen oder vielleicht auch Barbecue-Soße oder vielleicht irgendwie Nudeln, was ist das erste Produkt, mit dem Heinz-Ketchup anfangen sollte? Sind es die Nudeln oder sind es erst mal Barbecue-Soße? Weil Ketchup wird auch beim Grillen verwendet, also macht Barbecue vielleicht mehr Sinn. und dann sich Step by Step erst mal weiterzuentwickeln, linear so gesehen, statt schon zu überspringen und zu den Nudeln zu gehen. Ja, aber das ist einfach hängen geblieben und das fand ich sehr sinnvoll. Und genau dieser simple Gedanke, der ist bei mir auf jeden Fall sehr hängen geblieben, dass man sich auch ein bisschen Stück weit als Marke erarbeiten muss, die Produktkategorien, die man dann auch einführen will. wenn wir jetzt beispielsweise mal irgendwann Swimwear machen sollten, dass wir erstmal ein Stück weit überhaupt auch dahin kommen müssen mit anderen Produktkategorien davor. auch so bisschen zu signalisieren, wir sind übrigens gar nicht nur eine Marke, die man im Winter trägt, sondern unsere Marke Sexiness Unterwäsche kann man auch irgendwann im Sommer tragen. Ich sehe es gerade nicht bei uns. Das zählen aber nur von denen, die jetzt gerade zuhören, das mal auf unseren Case zu übertragen.
26:26 Feliks Eyser: Sag mal, weil du es angesprochen hast aus der Geschäftsmodellperspektive, könnte man eine Sache challengen, nämlich die Saisonalität. kann sagen, Stumpfhosen sind eher ein Produkt für kalte Tage und das hat natürlich viele Auswirkungen auf Working Capital, auf die Bestellung. Black Friday ist wahrscheinlich ein großes Thema. Wie seht ihr das? Das ist auch ein Grund, dass ihr jetzt Unterwäsche macht, die man das ganze Jahr durchtragen kann, sage ich mal so stumpf auf meine Weise, quasi aus der Geschäftsmodellperspektive.
26:50 Larissa Schmid: Ja, würde sagen, es hat Vor- und Nachteile, Vorteile. Du hast natürlich einfach vier Monate im Jahr, wo du einfach krass performen musst, aber du weißt auch, okay... 8 Monate sind zur Vorbereitung ein bisschen entspannter. Dann hast du 4 Monate, wo krass gehasselt wird. Das ist sehr zentriert. Du kannst alles extrem gut vorbereiten. Auf der anderen Seite hat es einen großen Working Capital-Einfluss. Weil Zweifel in den Monaten, wo wir sehr wenig Umsatz haben, nämlich in den Sommermonaten, die meisten Vorauszahlungen tätigen müssen. Das heißt, es war für uns schon von Anfang an sehr klar, dass wir langfristig Produkte einführen. zu den Strumpfhosen, die wir ganzjährig verkaufen können. Wie jetzt zum Beispiel das bei den Slips der Fall ist. Das ist eigentlich das perfekte Produkt. Klar, hat natürlich auch, wie die meisten Produkte im E-Commerce, einen Weihnachtszeitcharakter, wo es wahrscheinlich mehr verkauft wird. Aber du kannst es halt ganzjährig einfach spielen. Und das ist jetzt schon unsere Hypothese, die wir jetzt auch nächstes Jahr zum ersten Mal komplett testen können, dass es uns auch im April, im Mai, im Juni und im Juli einfach ein konstantes Umsatzvolumen erwirtschaftet.
28:01 Marketingstrategien und die Bedeutung von Kreativität
28:01 Moritz Blees: Ihr habt eben einen super standenden Prozess in so einem Nebensatz mal angerissen, nämlich, dass ihr das Produkt im Prinzip vom Creative aus oder der Kundenerfahrung raus zurückdenkt. Nehmt mich mal mit auf diese Reise. Wie baut ihr Assets? Wie emotionalisiert ihr so ein Produkt? Wie macht ihr das?
28:23 Larissa Schmid: Also das war für uns natürlich auch ehrlicherweise ein krasser Learningprozess jetzt die letzten drei Jahre. Weil man muss dazu sagen, als wir mit Meta Ads gestartet haben vor drei Jahren, da war ja zum Beispiel noch so dieser krasse UGC-Hype. Das heißt, wir haben auch ganz lange gedacht, wir müssen ganz viel UGC machen, weil das einfach gerade das ist, was einfach am besten geht.
28:45 Feliks Eyser: UGC heißt, dass ihr das Produkt rausgebt und user-eigenen Content generieren, den ihr nutzt für eure Ads? Oder was heißt UGC in eurem Fall? User-generated Content?
28:53 Larissa Schmid: Genau, also dieser Generated Content, genau, dass wir das rausschicken, eigentlich genau wie du es gesagt hast, und dann eben die Videos zurückbekommen und einfach sehr viele verschiedene Personen das Produkt zeigen in ihrem Stil. Wir haben aber relativ schnell gemerkt, dass bei uns unsere Shooting-Bilder, also wir hatten irgendwie am Anfang immer so einmal im halben Jahr ein großes Shooting, dass die immer die UGC-Videos outperformed haben, weil... wir einfach ein Produkt haben, wo es sehr wichtig ist, dass das Statement im Fokus steht. Also bei uns ist ja das Statement schon einfach noch immer das Hauptverkaufsargument. Und je mehr Kleidung oder auch Hintergrund da ablenkt, umso weniger steht natürlich auch das Statement in der Ad auch im Fokus. Das heißt, für uns war es relativ schnell klar, für uns ehrlicherweise funktioniert UGC gar nicht so gut. weil wir da auch nicht so den Hintergrund beeinflussen können. Wir können nicht beeinflussen, was im Prinzip der User auch immer anhat. Das heißt, wir sind da sehr schnell auf unseren eigenen produzierten Content umgestellt. Und das ist bis heute das, was bei uns am besten funktioniert, weil wir es einfach am besten wissen, natürlich, wie wir unsere Strumpfhose in Szene setzen, weil wir jetzt einfach auch schon drei Jahre Erfahrung damit haben. Und Punkt 2 für uns ja auch, super wichtig, dass das auch in dem ganzen Brand-Kontext eine gewisse Ausstrahlungskraft hat und wir das natürlich auch einfach dann sehr im Griff haben, wie unsere Brand wirkt und das im User-Generated-Content schon noch immer ein bisschen schwieriger ist.
30:22 Feliks Eyser: Wie schafft ihr es da, Kreativität zu skalieren und immer wieder neue Geschichten, immer wieder neue Creatives zu entwickeln? Ihr seid ein kleines Team, ihr macht viel selber. Research, das wir im Vorfeld gemacht haben, haben ein paar Leute gesprochen, die sagen, es ist eure absolute Stärke, diesen Content selber zu produzieren und dann auch über paid social auszusteuern. Da wir gleich drüber sprechen. Aber erst mal zu Content und Storyproduktion. Wie sieht der Prozess aus und wie macht ihr das?
30:46 Vivien Wysocki: Hm. Im Grunde haben wir auch da irgendwann unseren Stil entwickelt, über die zwei Jahre. Da war erstmal wahnsinnig wichtig, Brand zu ganz klar noch mal zu entwickeln und ganz klar für alle im Team deutlich zu machen, was ist eigentlich unsere Marke. Vorher war das eher so ein Bauchgefühl, aber man konnte es gar nicht so richtig artikulieren. Seitdem wir das so klar artikuliert haben in unserem Kernteam, läuft es auch noch mal effizienter, noch mal smoother. Das ist der erste Punkt. Der zweite Punkt ist, das ist jetzt gar nicht so übertragbar auf andere Marken. Das tut mir auch wahnsinnig leid, das zu sagen, aber wir achten schon darauf bei den Stellen, die wir dann für diese kreative Position auch besetzen wollen, dass das Leute sind, die ein Grundverständnis mitbringen. Jemandem beizubringen, wie Social Media funktioniert oder wie ein Videocard funktioniert, ist wirklich schwierig, weil da kommen ganz viele kleine Faktoren zusammen, die letztendlich das Gesamtergebnis wahnsinnig stark beeinflussen, die aber, wenn jemand keine Idee davon hat, ganz schwer antrainierbar sind. Und das heißt, dass wir schon sagen, okay, jemand, der zu uns kommt, der muss diesen Sinn für Social Media, für Aesthetik, für Storytelling mitbringen und dann bringen wir ihm, sag ich mal, bei oder ihr bei, was ist eigentlich unsere Marke, wo wollen wir uns hinentwickeln. Und ich würde sagen, ist tatsächlich unser Geheimnis, aber tatsächlich die Art Weise, wie wir vorgehen. Und dann der zweite Punkt ist inhaltlich, das ist jetzt auch übertragbar für andere. Wir achten schon sehr stark darauf, und das ist auch einfach unsere DNA, dass wir sehr viel mit Humor arbeiten, sehr locker sind, sehr sarkastisch sind, sehr viel auch einfach testen und ausprobieren und uns nicht so ernst nehmen. Obwohl wir eine Premium Marke sind, das erlaubt uns natürlich auch ganz viel zu testen und uns nicht so ernst zu nehmen und jetzt nicht irgendwie Angst zu haben, irgendwie in eine Richtung zu gehen, die vielleicht nicht zu uns passen könnte, sondern einfach zu sagen, scheißegal, wir haben eh, sag ich mal, humorvollen Ansatz, also können wir auch einfach ganz viel testen und sind dann nicht so starr in dem, was wir machen. Das gehört auch dazu und der dritte Punkt ist, dass wir die Bildsprache, die wir uns erarbeitet haben, behalten wir uns bei. Das ist eben der riesen Vorteil, dass wir mit den Premium-Shooting-Bildern mittlerweile arbeiten und eben da diese Catch-Uns anpassen, die sehr witzig sind und humorvoll sind und eher das, sag ich mal, anpassen als das Visual selbst. Und das funktioniert für uns einfach wahnsinnig gut und das ist eben wahnsinnig gut skalierbar, statt jedes Mal ein neues UGC-Video zu machen.
33:25 Marketingansatz und Content-Strategie
33:25 Feliks Eyser: Wie sieht der Prozess da aus? ist der Rhythmus? Macht ihr da wöchentlich? Gibt's da montags immer das Creative Meeting? Oder wie kann man sich so eine Planung vorstellen? Ab und zu nehmt ihr ja auch aktuelle Themen auf. Ist mir ein paar Mal aufgefallen, wie ist der Rhythmus, indem ihr das steuert?
33:39 Larissa Schmid: Also wir müssen fairerweise zugeben, glaube Anfang des Jahres hatten wir noch gar keinen Rhythmus. Jetzt mittlerweile sind wir dabei, dass es ein wöchentliches Meeting gibt. Ne, wir sind da immer eher learning by doing und ich glaube da haben mittlerweile einfach echt einen ganz guten Prozess, indem wir halt eben einmal ein wöchentliches Meeting haben, wo wir auch aktuelle Themen besprechen und wir sind einfach wahnsinnig schnell in der Umsetzung, dadurch dass wir einfach so ein kleines Team sind von fünf Personen. geht halt auch alles ganz nicht schnell. Klar, haben auch alle viel zu tun, aber wir sind halt einfach sehr lien in unserer Struktur und können einfach super schnell auf aktuelle Ereignisse da irgendwie eingehen.
34:14 Feliks Eyser: und die in einem kleinen Team direkt selber produzieren. Ihr seid nicht auf externe Dienstleister, Agenturen, whatever angewiesen, sondern ihr habt alle Fähigkeiten bei euch ins Team geholt.
34:24 Larissa Schmid: Ja.
34:24 Moritz Blees: Genau, aus meiner Außenperspektive, das ist so was, was ich auch besonders finde bei euch. Das ist halt wirklich, das ist halt alles inhouse. So, ich jetzt vielleicht nicht so, ne, das ist eher eine Netzwerkgeschichte. Aber ansonsten macht ihr ja quasi alles selbst. Und ich glaube, Libin, du hast eben was gesagt, was ich ganz spannend fand. Also, stell ich mich das wirklich so vor, ich geh in Vorstellungsgespräche bei euch als Social Media Marketerin und als erstes muss ich mir jetzt mein Handy zeigen, wie viele Stunden ich letzte Woche auf Instagram und TikTok war.
34:53 Vivien Wysocki: Hmm.
34:53 Moritz Blees: Und wenn das zu wenig ist, dann krieg ich den Watt
34:57 Vivien Wysocki: Nee, was wir immer gestellt haben, oder ich frage, ich immer gestellt habe bei der Anstellung ist, sag mir doch mal, welchen Content du geil findest, welche Brands du geil findest. Dann haben wir auch Videomaterial zur Verfügung gestellt und gesagt, schneid mal was. und das ist natürlich der beste, scheiß auf Lebenslauf, scheiß auf keine Ahnung, was hast du für eine Uni besucht, was hast du für einen Job vorher gemacht. Gerade in dem Bereich geht es wirklich darum, was für einen ästhetischen Sinn du mitbringst. Der ist doberweise entweder angeboren oder nicht angeboren. Den kannst du erweitern, wenn er dann da ist. Du kannst das technisch auf jeden Fall auch antrainieren und besser machen. Aber die Grundlage ist schon so. Wie gesagt, ich kenne das noch aus meiner zehnjährigen Erfahrung aus dem ganzen Modebereich. Es gibt Fotografen, die sehen das Fotografieren sehr technisch. Und dann gibt es Fotografen, sind Künstler. So und die sind vielleicht technisch gar nicht die allerbesten, aber es sind Künstler und so ähnlich sehe ich das bei dieser ganzen Kreativarbeit auch, dass die Technik gar nicht das Relevanteste ist, sondern eher der Anspruch, das auch künstlerisch zu betrachten, weil dann kommt der beste Output raus.
36:06 Feliks Eyser: Das war ein Creative, was euch überrascht hat, was gut ankam, womit ihr nicht gerechnet habt.
36:11 Larissa Schmid: Ehrlicherweise haben wir da unsere neue Spalzmischstrumpfhose dank Moritz und irgendwann dachten wir uns, dass die doch mal an verschiedenen Poes filmen. So und diese Poet
36:16 Feliks Eyser: Jetzt hört mal auf mit dem Mogel-Style die ganze Zeit. Der Moritz hat die Pose eingeführt. Wir müssen mal über Pose sprechen. Weil bei euch auf dem Instagram hab ich's gesehen, etwa so ein Drittel ist so popo. Und da steht dann der Spruch drauf und ich kann mir vorstellen, dass das gut kommentiert. Das war nicht Moritz Idee, oder?
36:38 Larissa Schmid: Ja, ja, so was kann man
36:38 Vivien Wysocki: Haha.
36:38 Larissa Schmid: Nein, das war nicht Moritz' das war dann unsere eigene Idee. Aber diese Ad mit diesen verschiedenen Posts, die funktioniert seit Monaten sehr gut.
36:49 Vivien Wysocki: Wir merken einfach hier auffälliger, dass creative, dass du besser funktioniert, also auffälliger in dem Sinne, dass schon das sehr volle Fokus auf dem Produkt liegt, aber auffällig in dem Sinne, wie es dargestellt wird. der super sexy Angel funktioniert einfach bei uns richtig, richtig gut und auch, dass wir uns das auch, sag ich mal, so erarbeitet haben, dass
37:11 Feliks Eyser: Hm.
37:11 Vivien Wysocki: wir als Brand eben da so ganz guten, einen ganz guten Balance aus Sexiness, aber eben auch Humor und Urbanität geschaffen haben, so als Triangle, ist so unser Way to go. Aber ich hätte jetzt vor, ich weiß nicht, so ganz am Anfang hätte ich jetzt wahrscheinlich gar nicht erwartet, dass so Popo-Videos so unsere Bestseller jetzt rein werden.
37:36 Feliks Eyser: Mhm.
37:36 Larissa Schmid: Das ist ein E-Mail.
37:37 Influencer-Marketing und Paid Performance
37:37 Feliks Eyser: Und, was? Erst ich ergeben, ne? Und, lass uns mal über Paid Performance Marketing sprechen, weil das finde ich interessant. habe im Vorfeld mit Diana zur Löwen gesprochen, bekannte Influencerin, Investorin, ist bei euch, investiert, supportet euch auch schon seit einer ganzen Weile. Und die hat gesagt, das Interessante bei Saint Sass ist, die brauchen die Influencer gar nicht. Die schalten einfach Werbung. Also, andere Brands geben Produkte raus, bezahlen Influencer, Influencerinnen für Kooperationen. Ihr macht das nicht, Jana hat mir erzählt. Die Influencerinnen, die tragen das freiwillig, die werden nicht bezahlt und ihr macht lieber Paid Performance Marketing, also bezahlt Meta, eure eigene Nachricht zu boosten. Müssen wir uns Sorgen machen das Geschäftsmodell der Influencerinnen und erzählt mal, wie es dazu kam, dass sie das alles freiwillig tragen und auf der anderen Seite euer Ansatz bei Paid Performance Marketing, warum das so erfolgreich ist bei euch.
38:27 Larissa Schmid: Nimm! Ja, also ich glaube so leicht ist das natürlich nicht, aber wir haben schon von Anfang an einfach gesagt, dass Meta wahrscheinlich der vielversprechendste Kanal für uns ist, weil wir einfach ein super visuelles Produkt haben und haben das einfach von Anfang an ausgetestet und es hat halt von Anfang an einfach extrem gut für uns funktioniert und je mehr wir dann auch in diesem ganzen Creative-Thema drin waren und je mehr wir unsere Bildsprache verstanden haben, umso besser lief es halt und für uns als Start-up Für uns ist es super wichtig, dass jeder Euro, den wir investieren, einen bestimmten Umsatz bringt. Da sind wir von Meta relativ schnell so weit gewesen, dass wir wussten, wenn wir einen Euro reinstecken, kommt X-Euro raus. Das war für uns für den Anfang. Auch ist es jetzt immer noch eine extrem wichtige, ich sag mal, konstante. Deswegen haben wir bezahltes Influencer-Marketing nicht so viel gemacht, wir immer so ein bisschen ... nicht wussten, was dann am Ende bei rauskommt. Und das hat auch viel gespiegelt bekommen haben und einfach im Meta von Anfang an sehr, sehr, sehr stark waren und dort halt auch einfach extrem unter Kontrolle hatten, was wir für Content auch spielen. Also wir haben ja unsere Marke einfach sehr in der Hand, weil wir genau die Assets in der Hand haben und so weiter und so fort und das halt wenig von anderen Personen auch abhängig machen wollten. Vivian, ich glaube du hattest dann auch einen sehr großen Einfluss darauf. Warum kannst du hier mal...
39:51 Vivien Wysocki: Vielen
39:51 Larissa Schmid: Pflänze uns getragen haben, ohne dass wir sie gezahlt haben.
39:54 Vivien Wysocki: Ja, das habe ich jetzt hier im Podcast noch gar nicht erzählt, aber ich zehn Jahre lang gemodelt. Also ich habe mit mit 15 angefangen und das sehr gemacht und dadurch habe ich mir eben so ein Fashion-Netzwerk aufgebaut, ein Redaktionsnetzwerk aufgebaut und das kommt der extrem zu Gute bei einem Fashion-Startup. Jetzt bei einem B2B-Startup wäre es wahrscheinlich nicht so gewesen, aber jetzt in dem Bereich, den wir dann auch angesagen sind, war es sehr hilfreich, weil direkt zu Beginn Ich hatte total viele Personen, die bereit waren, Saint Sass zu tragen. Ich habe das sehr strategisch gemacht, dass das Fashion-Leading-People sind. Ich habe das ganz bewusst auch an Fashion-Models gestreut, ganz bewusst auch an Personen gestreut, die einfach Teil der Szene sind, aber gar nicht unbedingt jetzt 300.000 Follower haben, aber schon mit den Leuten umgeben sind.
40:51 Larissa Schmid: Danke.
40:51 Vivien Wysocki: Das hat uns gleich als Marke schon mal auf ein anderes Level gehoben und ähnlich mit der Redaktion. Also wir haben relativ schnell zu Beginn, ohne jetzt irgendwie eine PR-Agentur zu haben, wurden wir ganz gut in Fashion-Redaktionen und Fashion-Magazinen platziert. Und das hat dazu geführt, dass es dann so einen Hype gab, auch in Kombination mit der Tatsache, dass wir dauerhaft ausverkauft waren und gleich von vornherein, sag ich mal, so einen Anker gesetzt haben, dass wir in dieser Szene platziert sind, wo andere auch immer die mal an der Spitze sind und wo sich dann der Mainstream sozusagen ein bisschen was von abschaut.
41:29 Moritz Blees: Also die Leute, die die Influencer influenzen, die strategisch angegangen.
41:35 Vivien Wysocki: Ja, gut zusammengefasst.
41:37 Feliks Eyser: Perfekt. Und wie hast du die G-Influenz, wie kann man sich das vorstellen, wenn du das gestreut hast? Hast du gesagt, hi Toni Gahn, hier ist Vivi, ich hab ne neue Strumpfhose für dich, wie läuft das ab?
41:48 Vivien Wysocki: Die Im Grunde, naja, wenn du halt ein gutes Netzwerk hast oder eine gute Relation, dann ist es gar nicht so ein... Im Sinne von, man muss gar nicht so... Also im Grunde ist es eher so, hey, ich mach da was, hast du Lust uns zu supporten, dann ist der nächste Schritt, dass es sich natürlich auch gefallen muss. Aber ich hab von vornherein ganz am Anfang bei dem Konzept von Saint Sass immer an diese Zielgruppe gedacht. Also ich hab immer überlegt... Welche Brand kann ich schaffen, die am meisten Viralität erzeugt? Wie schaffe ich Viralität, indem ich die Zielgruppe targetiere, die überhaupt nicht im Mainstream platziert ist, die aber den Mainstream beeinflusst? Also ich habe mich immer darauf fokussiert, eine Marke zu schaffen, Produkte zu schaffen, die diese Fashion-Leute gut finden. Und das hat wohl ganz gut funktioniert und dann... haben sie mir an sich hin gefallen getan. es hat ihnen auch gefallen, aber letztendlich war es einfach so, weil ich sie halt schon seit Jahren kannte, dass sie gesagt haben, hey, wie mega cool warst du da, machst, unterstütze ich gerne.
42:43 Feliks Eyser: Auch das ist wieder Glück der Vorbereitung sozusagen. Also dass das alles geklappt hat, war zehn Jahre an Vorarbeit. So muss man auch sagen. so ein Overnight Success in so eine Publikation reinzukommen, gute Kooperation einzugehen, hat ja oft eine Historie. Und du hast dich eine Dekade lang vorbereitet.
43:03 Vivien Wysocki: Ja. Ja. Ja. Ja. Und dann... Ja, 100 %ig. Und dann kriegst du auch so bisschen so einen Selbstläufer. Weil mittlerweile schreiben uns auch ganz viele Influencer an, wir gar nicht kennen, die ich auch persönlich gar nicht kenne, weil sie es bei anderen Influencern oder anderen fashion-leading people gesehen haben. wie gesagt, das Allerwichtigste, gerade bei so einer emotionalen Marke, sei es jetzt Kosmetik oder eben Fashion ist, dass der erste Touchpoint... den du als Brand schaffen willst, dass der schon eben da ist und du es dann nicht erst über die Jahre aufbaust und dann nach oben gehst. Das ist ein bisschen wie bei der Kunst, du musst halt relativ schnell hoch einsteigen, damit du das schaffen kannst, statt es dir erst nach fünf Jahren so aufzubauen.
43:41 Feliks Eyser: Wenn man sich heute eure Umsätze, eure Kunden, Kundinnen anschaut, über welche Kanäle kommen die, primär ist es viel paid social, ist es mittlerweile gekippt, dass immer mehr organisch wird, dass auch CRM eine Rolle spielt, die macht E-Mail-Kampagnen, holt die Kundinnen zurück, die kaufen das zweite, dritte Produkt. Wie kann man sich den Mix jetzt gerade vorstellen?
44:01 Larissa Schmid: Also im Paid-Bereich ist es immer noch, dass Meta fast 90 Prozent unseres Spends ausmacht, also vor allem in der Neukunden-Aquierung. Aber klar haben wir mittlerweile auch einen sehr hohen Anteil an Bestandskunden und Wiederkaufsquoten. Also das ist natürlich am Ende dann einfach ein Mix, der zusammengreift. Aber jetzt aktuell sind wir trotzdem noch, auch wenn es jetzt unser, also wir sind ja erst im dritten, vierten Jahr, ist unser Fokus immer noch Neukundengewinnung natürlich. Das heißt, wir stecken schon extrem viel. Input einfach in Meta. Aber CAM wird immer wichtiger.
44:35 Internationalisierung und Marktstrategie
44:35 Feliks Eyser: Und eine Sache, die mich in der Vorbereitung sehr überrascht hat, muss ich sagen, ist Thema Internationalisierung. Ich hätte erwartet, dass 90 Prozent eurer Umsätze aus Deutschland kommen. Vielleicht bestellt man jemand aus einem anderen europäischen Land. Jetzt habe ich gelernt, dass ein sehr großer Teil eurer Umsätze aus den USA kommt. Wie kam es denn dazu? Wie wart ihr in der Lage, so früh zu internationalisieren? Und wie seht ihr den US-Markt?
45:01 Larissa Schmid: Ich glaube, hatten schon immer von Anfang an das Ziel, die USA zu gehen, weil wir immer schon fanden, dass unser Produkt eigentlich viel mehr amerikanisch ist, als es eigentlich deutsch ist. Weil so irgendwie seine Werte nach außen tragen, seine Persönlichkeit nach außen tragen. Das haben ja eigentlich schon die Amerikaner mehr in sich drin, als wir Deutschen jetzt. Das heißt, es war schon immer von uns so, dass wir dachten, okay, unser Produkt ... ist auch einfach perfekt gemacht für die Internationalisierung, weil es sehr krass über die Visualität funktioniert, also sehr krass über die Bildsprache. Und du musst jetzt gar nicht viel übersetzen und erklären und sagen, wie toll alles ist, sondern es funktioniert halt einfach auch durch ein, ich sag mal, einfaches Bild, wo sehr wenig Text draufsteht. Das heißt, ich glaube, das Produkt, das war uns von Anfang an klar, ist einfach perfekt für die Internationalisierung. Und dann haben wir... Ich glaube, wir das einfach auch ganz gut angegangen. Punkt eins, wir waren in der Execution halt immer extrem lean. Also wir haben erst mal angefangen, dass wir nach Europa gegangen sind. Aber immer einfach nur ein paar Ads. die in Deutschland Best Performer waren, auf Meta nach Europa gespiegelt, noch gar nichts davor gemacht, also die Website auf Englisch übersetzt, aber das war es auch, mit nichts auseinandergesetzt ungefähr. Und erst, wir gesehen haben, so als die in Frankreich funktioniert, haben wir uns dann überlegt, okay, Website auf Französisch übersetzen, wie sind denn da die Steuerthemen, wie bilden wir das ab und so weiter und so fort. Und so war der Blueprint auch für USA, dass wir im November letzten Jahres gesagt haben, okay, wir versuchen es jetzt einfach mal mit ein bisschen Spend, also ich glaube, es war am Anfang 100 Euro am Tag, haben die Best Performer aus Deutschland genommen, in Meta gespiegelt hatten, wirklich sonst gar nichts. Also haben wir uns auch mit nichts auseinandergesetzt und haben einfach super schnell gesehen, okay krass, da geht echt krass was. Und dann haben wir uns mit so Themen beschäftigt wie Zöllen, wie Steuern, wie wir das abbilden, wie Versand, Lager und so weiter und so fort. Aber ich glaube, das ist echt immer in vielen Dingen so unser Asset, dass wir das Ganze immer versuchen sehr lean anzugehen und mit wenig finanziellem Aufwand erstmal gucken, wo funktioniert's. Und ich glaube einfach dadurch, dass wir von Anfang an dieses Ziel der Internationalisierung hatten, haben wir halt alles auch sehr strategisch darauf aufgebaut. der Name, Sounds good on Englisch, so die Instagram Sprache war schon früh Englisch. Die Website hatten wir von Anfang an auf Englisch. Also wir haben alles schon von Anfang an sehr groß gedacht. Und ich glaube dadurch war das dann am Ende auch sehr einfach für uns, weil wir wenig umstellen mussten. Dass dann so schnell
47:31 Larissa Schmid: im Ausland Großmann und es ist jetzt wirklich so, dass USA jetzt Ende des Jahres wirklich gleich groß ist wie Deutschland dieses Jahr.
47:38 PR-Strategien und Celebrity-Kooperationen
47:38 Feliks Eyser: Krass, krass, krass, krass. Und Vivi, erzähl mal, ich bin der treue Konsument deines Contents, und du hast irgendwann die Geschichte erzählt, hey, wir haben eine Anfrage von einer krassen Celebrity aus den USA, und die braucht ein Produkt. Aber ich trau's den Lieferservices nicht zu, dass ich das verschicken kann. ist zu wichtig, ich setz mich selber ins Flugzeug. Dann hast du die Reise dokumentiert, bist ins Flugzeug gestiegen, nach LA geflogen, hast Stories gepostet, unter Palmen, so richtig American Dream. Du hast nicht erzählt, wen es da ging, aber hast das Package, glaube ich, abgeliefert. mal, was war die Geschichte? Warum bist du in die USA geflogen? ist da... Du, ich brauche Antworten.
48:17 Vivien Wysocki: Ja, also wir hatten schon mal die Situation mit Kendall Jenner. Und sie hatte uns damals nur die Hoteladresse gegeben. Und wir glauben heute, dass das Paket nicht rechtzeitig angekommen ist, ehe sie das Hotel verlassen hat. Und dann ist es halt einfach irgendwo im Hotel gelandet, gar nicht mehr. Also es ist einfach nur eine Vermutung. Und deswegen hatten wir jetzt so eine zweite große Chance. mit einer richtig großen Musikerin, die ich weiß nicht, wie viele Millionen Follower die hat, aber ich glaube mindestens mal 20 Millionen Follower, ich glaube sogar noch mehr, aber super groß, die kennt auch jeder. Deswegen haben Larissa und ich uns dann ganz schnell besprochen am Sonntag und gesagt, ich flieg jetzt Montag, wenn ich das Essen schnell bekomme. Und bleibt dann auch nur zwei Nächte, das dem Team von der Celebrity zu übergeben. Und das war super, super aufregend. Ich durfte übrigens auch nicht. Ich durfte weder zur Styliste noch zum Star. das ist aber auch rein von der PR hätte ich es wahrscheinlich auch gar nicht gewollt, weil das dann immer so ein Touch von, keine Ahnung, ich bin dann super aufgeregt, natürlich irgendwie super excited und gerade im Fashion musst du halt sau cool bleiben und sagen und so tun, als wäre das das Selbstverständlichste überhaupt, dass natürlich Stars klar. Genau.
49:43 Feliks Eyser: Hey, ich bin gerade E in LA, kein Problem. Ich komm kurz runter nach Venice.
49:50 Larissa Schmid: Das ist Job!
49:50 Vivien Wysocki: Ja, heute passt nicht, aber ich kann es morgen vorbeibringen. Also man muss schon so bisschen dieses PR-Game verstehen. Genau. Man muss so dieses PR-Game schon gut verstehen, so ein bisschen auch zu natschen. diese Lässigkeit und Coolness zu natschen, aber nicht unbedingt immer auszusprechen. Wenn ich da gestanden hätte als Gründerin und gesagt hätte, mein Gott, ich bin extra für dich aus Berlin geflogen, hätte das schon so eine Hierarchie aufgemacht.
50:17 Moritz Blees: Ich kurz in Soho House in Malibu vorbeikommen.
50:17 Larissa Schmid: Ja.
50:17 Vivien Wysocki: Ich habe dann auch echt lange überlegt, ob ich sie überhaupt auf Instagram teilen will, weil das ja schon die Sicherung hier aufmacht, für den Fall, dass sie es sehen. Ich dachte dann aber so, hey, irgendwie ist es auch sympathisch, dass wir uns als kleines Team so zeigen.
50:33 Moritz Blees: Das wäre jetzt nämlich meine Frage gewesen, weil die Gesamtkosten der Aktion, Flug, hin und zurück, Spesen, kalkulatorischer Arbeit, Unternehmerlohn deiner Zeit und so, würde sagen im absoluten Minimum 3000 Euro. damit, selbst wenn ich es jetzt nicht tragen würde oder so, hast du ja quasi einen Mediawert aus dem Content, den du dann irgendwie distrubierst. Insofern wäre jetzt meine Frage.
51:01 Vivien Wysocki: Ja. Genau.
51:01 Moritz Blees: Glaubst du, dass der Content, den ihr da geschaffen habt, für euch unabhängig davon, ob sie es anzieht oder nicht, schon quasi diesen Preis rechtfertigt? Also...
51:12 Vivien Wysocki: 100 %ig. Also 100 %ig ja, weil ich glaube in den letzten drei Monaten, wenn ich Personen treffe, das erste, was sie mich fragen ist, wer ist dieser Star? Und das erste, was sie mich fragen ist auch, und auch sogar Kendall Jenner, also sogar das damals, ist immer noch etwas, was Leuten im Gedächtnis bleibt. Weil das ja auch so bisschen dieser Traum ist, wir auch fühlen. dass wir irgendwie so Mädels sind, wir aus Berlin, wir sitzen da zusammen, wir sind irgendwie alle unter 30 und ich krieg schon wieder Gänsehaut und dann fragt irgendwie so ein Weltstar an und das ist so die krasseste Bestätigung, die du bekommen kannst im Modebereich. Also so, das ist so das krasseste Kompliment und wir sind ja immer noch ein kleines Team und schaffen jetzt irgendwie so eine internationale Marke und das... Das ist auch eine Sache, der jeder related kann. Deswegen ist es ein ganz klares Jahr auf deine Frage.
52:05 Die Bedeutung von Nahbarkeit und Sichtbarkeit
52:05 Moritz Blees: Und diese Nahbarkeit, die ihr beide ja mittlerweile als Gründerin ausspielt. glaube, Vivian, du selber hattest auch schon vor Saint Sass, zumindest bei Instagram, gewisse Audience. Und ihr beide habt euch dann ja jetzt aber über die letzten ein, zwei Jahre auf LinkedIn da jetzt auch was aufgebaut. Wie bewertet ihr das? Also zum einen, was ist der Nutzen so für euch? Was ist der Nutzen so für die Firma? viel Arbeit geht da auch rein
52:36 Feliks Eyser: Da muss ich auch sagen, ich war auf dem Weg nach Hause hier in Berlin in einer beliebt schönen Straße und wollte die Straße überqueren, vom Edeka über den Zebrastreifen. Zebrastreifen gesperrt, weil Fotoshooting. Wer steht in der Mitte? Vivi und Larissa. Und produzieren mit dem Fotografen gerade Kondit. Ich glaube, ich bin dann da voll reingelaufen in euren Shootings. Ich wollte einfach nur zum Edeka. Dann dachte ich mir, geil, Vivi wieder da aus LA und hier auf der
53:04 Vivien Wysocki: Sorry.
53:04 Larissa Schmid: Gut.
53:04 Feliks Eyser: auf der Straße in Berlin-Mitte und shoot schon wieder Content. Ihr macht das ja auch sehr professionell, eure Founder-Brand zu managen. Erzählt mal dazu.
53:12 Larissa Schmid: Ich glaube, Vivi,
53:15 Vivien Wysocki: Ja, okay. Es sind jetzt sehr viele Fragen, aber grundsätzlich, was uns das nützt, total viel, weil einerseits wir gemerkt haben, dass so auch VCs und Investoren auf uns aufmerksam werden. Das ist, würde ich auch sagen, fast bitte auch der wichtigste Punkt. Und der zweitwichtigste Punkt oder auch mit der wichtigste Punkt ist, dass auch viele Partner auf uns aufmerksam werden, also Geschäftspartner in dem Sinne. die proaktiv auf uns zukommen, weil sie verstehen, was für ein Case haben wir, was für ein Geschäftsmodell haben wir, was brauchen wir gegebenenfalls und dadurch sind schon echt wahnsinnig gute Sachen entstanden. Und der zweite Punkt ist natürlich auch, je mehr Reichweite wir als Gründerin bekommen, desto mehr Reichweite kriegt es ja auch die Brand und das bringt die Brand einfach noch mal auf eine ganz andere ... Qualitativ, es bringt ja auch Vertrauen, bringt einfach noch mal bisschen mehr emotionale Verbundenheit, weil sich die Menschen gerne dann beispielsweise einmal die Woche den LinkedIn-Content von uns durchlesen und wissen, wo wir eigentlich gerade so stehen. Und das ist dann die andere Frage. Wir posten so, wenn wir es schaffen, das schaffen wir jetzt auch einfach nicht immer, aber so einmal die Woche tatsächlich auch nur. Also jetzt gar nicht so täglich, wie sie die ganzen LinkedIn-Experten immer vorgeben. Weil wir haben gesagt, wir wollen auf jeden Fall nur dann posten, wenn wir was zu erzählen haben und jetzt nicht reverse LinkedIn-Branding machen, dass wir uns überlegen, okay, wir wollen fünfmal die Woche posten, worüber können wir eigentlich sprechen? Das machen ja echt sehr, sehr viele. Weil das verliert dann irgendwie auch an Qualität. Und wir haben uns vorher echt überlegt, welche Stakeholder wollen wir eigentlich adressieren, wer ist uns wichtig? Und haben dann entschieden, uns ist Qualität und Inhalt viel wichtiger als jetzt Quantität.
55:03 Moritz Blees: Und die Post schreibt ihr aber alle selber und habt da keinen Ghostwriter?
55:12 Vivien Wysocki: Also ich würde sagen, wir haben eine Unterstützung und wir setzen uns einmal im Monat zusammen und überlegen uns einmal Monat strategisch, welche Themen haben wir gerade auf dem Tisch liegen und dann wird es aufbereitet, aber es ist kein Ghostwriter, weil wir die ganzen Texte trotzdem selber schreiben.
55:35 Transparenz und Authentizität in der Gründer-Community
55:35 Larissa Schmid: Genau.
55:35 Moritz Blees: können Sie verstehen.
55:35 Larissa Schmid: Und ich glaube zu einem strategischen, was Vivian und ich, was uns auch mal total wichtig ist, auch irgendwie so Vorbilder zu sein und auch zu zeigen, wie wir es dann am Ende machen und wie wir andere auch inspirieren können, eigenes Ding zu machen. Also Selbstbestimmtheit ist ja für uns ein riesen großer zentraler Wert. Und ich erinnere mich immer an meine Anfänge. Ich habe jeden Beitrag von Johannes Kliesch inhaliert. da war das also vor drei, vier Jahren, da gab es auch noch echt richtig gute Hex drin. Alles immer auch gleich bei uns angewendet. Und ich erinnere mich irgendwie wahnsinnig gerne an die Zeit, weil ich mir denke, wie cool, wenn ein Beitrag von uns das irgendwie auch fördert bei jemand anderem zum Beispiel. Also auch mit USA und so weiter und so fort. Wir sind da immer sehr transparent, wie wir das auch gemacht haben, weil wir das wahnsinnig cool finden, wenn das vielleicht jemand anderem auch hilft, ähnliche Erfolge da zu erzielen. Und das ist halt eigentlich ehrlicherweise eines der schönsten Komplimente bzw. auch Bestätigungen für das, was wir da täglich tun.
56:34 Moritz Blees: Und von zwei Fragen von meiner Seite aus dazu, die erste, also ähnlich wie Johannes das ja auch macht, teilt ihr da ja relativ viele Interna. Also ihr seid ja ziemlich transparent und man könnte der Meinung sein, dass das entweder eure Investoren zum Teil stören könnte oder auch, ich erlebe auch viele Leute, die sagen, bist du verrückt, dass das die Konkurrenz jetzt irgendwie auch erzählt. Was ist da eure Ratio? dass ihr sagt, egal, wir machen's.
57:03 Larissa Schmid: Also erstmal sind wir super froh, dass wir so tolle Investoren haben, die da alle sehr dahinter stehen, weil wir auch einfach wahnsinnig viele Vorteile dadurch auch bisher schon hatten. Zweitens sind wir immer so, wir sind am Ende Saint Sass und bei uns geht ja auch wahnsinnig viel über die Marke Saint Sass. Das heißt, dass Sachen bei uns funktionieren, heißt ja nicht, dass das bei allen anderen vergleichsweise auch gleich funktioniert. Also wir haben ja schon einen sehr eine krasse DNA, ich mal, ein Footprint, der jetzt nicht so einfach ist nachzumachen. Ich glaube, deswegen sind wir da auch gar nicht... Wo wir eigentlich noch nie hatten wir da groß Angst davor. Weil wir einfach glauben, Ende, solange wir uns darauf konzentrieren, was wir richtig gut machen, werden wir immer Erfolg haben.
57:47 Feliks Eyser: Ich glaube auch, Authentizität ist der beste Mode. Also umgekehrt, eure Persönlichkeit kann ja keine kopieren. Die Produkte kann niemand kopieren, die Marke, das Logo, die Webseite. Aber eure persönlichen Geschichten, eure Art ist ja unkopierbar. Ergo glaube ich auch ein guter USP. Und gerade heutzutage, wo die Leute persönlichen Geschichten folgen wollen und es einfacher geworden ist, denn je, die dann auch zu publizieren, macht das super viel Sinn. Seid ihr da nur aktiv auf LinkedIn oder wie seht ihr die anderen Kanäle, TikTok, Instagram und so weiter für eure persönlichen Founder Brands?
58:18 Larissa Schmid: Also ich bin ehrlicherweise nur auf LinkedIn, ich hab auch sehr lang gebraucht, da aktiv zu werden oder davon überzeugt zu werden, aber ich wurde dann bekehrt und pause jetzt wirklich seit einem halben Jahr konsequent und es ist halt schon krass, wie schnell man auch sieht, was das auch für Saint Sass bringt, also was wir seitdem jetzt schon wieder für Anfragen bekommen haben oder auch für Partnerschaften mit irgendwelchen Tools. Für mich ist es aber schon... noch einfach eher ein Business-Personal-Brand-Thema. Also ich würde nicht sagen, dass das mal naturell jetzt ist, alles nach außen zu tragen. Deswegen ist das für mich eher LinkedIn, weil mir das total Spaß macht, mich da auf der Business-Ebene auszutauschen. Bei meinem persönlichen Leben jetzt auf Instagram, und da würde ich Instagram mehr sehen zum Beispiel, hatte ich es jetzt für mich bis jetzt noch nicht so einen Drang danach, aber vielleicht ändert sich das ja auch mal in Zukunft.
59:11 Die Rolle von visueller Qualität in Social Media
59:11 Moritz Blees: eine Sache, die sich bei diesem LinkedIn-Thema anschließt, weil das ist... Etwas, was mir nämlich auffällt, das würde ich auch als Teil eurer DNA verstehen, dass eure LinkedIn-Beiträge... haben ja immer eine sehr hohe, also die Bilder vor allem sehr hohe visuelle Qualität. Also während meine LinkedIn Posts immer so ein bisschen nach Blair Witch Project aussehen und Feliks, ist schon ordentliches Foto, seht eher auf den Bildern immer aus, als kennt ihr gerade aus dem People Magazine. Und da wäre jetzt so meine Frage, wirklich, und da wäre jetzt so meine Frage, wie sehr glaubt
59:54 Vivien Wysocki: Aargh, ich will nicht
59:54 Moritz Blees: ihr, dass das ein Treiber des Erfolges von einem LinkedIn Post ist.
59:59 Vivien Wysocki: Auf jeden Fall ist das, also auch da kommen verschiedene Faktoren zusammen. Aber das Visual ist wahnsinnig wichtig. Tatsächlich, also wenn man jetzt irgendwie nur einen Screenshot von einer Website postet, wenn man jetzt gerade ein Website-Thema hat beispielsweise, dann wird das nicht performen versus derselbe Text mit einem Bild, was eben Menschen zeigt. Weil du einfach auch mit deinem Gehirn, also du registrierst ja innerhalb von Mini-Sekunden, dass das ein Mensch ist, versus wenn du halt einen Screenshot von der Sache, also von der Website hast, brauchst du erst mal, dich zu orientieren und irgendwie so da zu gucken. Also es schafft erst mal Sympathie, wenn du ein lächelndes Gesicht siehst. Und ansonsten kommen verschiedene Faktoren zusammen, wie es eben auch bei Instagram der Fall ist, dass einerseits glaube, die Journey für viele junge Frauen ist interessant, weil wir motivieren. Was sehr schön ist, weil wir das regelmäßig als Feedback bekommen. Das es Frauen motiviert, ihren Weg zu gehen. Der zweite Punkt ist, dass wir wahnsinnig schnell in Deutschland an Bekanntheit gewonnen haben mit der Marke und dass auch viele interessiert, wie wir das eigentlich so machen. Und der dritte Punkt ist, dass wir schon sehr transparent sind, was unsere Schritte angeht. Und ich glaube, dass das für viele D2C Marken, Gründer, wie auch immer, Leute, die in dem Umfeld arbeiten, auch spannend ist, sich dann darüber auszutauschen. Plus dann eben das Visual. dadurch, und ich glaube, das ist eben auch der wahnsinnig große Unterschied, dadurch, dass wir eben Fashion machen, ist das Visual noch wichtiger. Weil mit jedem Schritt, den wir nach außen hin zeigen, da komme ich eben so bisschen aus der PR-Perspektive, das ist ja Markenbildung. Und wenn wir jetzt ein B2B-Produkt hätten, wäre das vielleicht eine andere Sache. Aber der Anspruch ist dann schon, dass wir mit jedem, mit allen, was wir nach außen zeigen, auch einfach schon auch immer klar machen, wir machen Fashion und wir stehen da mit jeder Pore unseres Körpers, mit jedem Atom unseres Körpers, führt das Thema. Und das ist halt eben sehr, sehr visuell.
1:01:59 Moritz Blees: Ja, verstehe ich. Okay.
1:02:01 Vivien Wysocki: Deswegen schön, dass du sagst, dass wir aussehen als wär's einem Bipfel-Magazin, weil das bestätigst du ja in dem Sinne damit, was uns sehr freut.
1:02:11 Feliks Eyser: Potenziale Naht.
1:02:11 Moritz Blees: Sehr gerne, sehr gerne.
01:02:14 Herausforderungen und Chancen des Founder Brandings
1:02:14 Vivien Wysocki: Haha!
1:02:14 Feliks Eyser: Seht ihr potenzielle Nachteile? Gibt es Downsides? Das könnt ihr aus der Investorenperspektive sagen. Ist ja mega, dass die Gründerin sich da so auf die Startseite setzt, aber auch eine Abhängigkeit, womit das Unternehmen vielleicht mal irgendwann verkaufen will, wenn ihr in zehn Jahren was anderes machen wollt oder so. Also das könnte so ein Thema sein. ihr das? Seht ihr andere potenzielle Nachteile an Founder Branding?
1:02:34 Larissa Schmid: Also was ich total interessant finde, dass ich gerade von Johannes Kliesch diese Selfmade Amazon Prime Folge angeschaut habe. Ich weiß nicht, ob ihr die gesehen habt. Und das war total spannend, weil der erzählt hat, dass er zum Beispiel letztes Jahr auf einem Bekanntheitsniveau kam, das ihm nicht mehr getaugt hat, weil Leute ihn wirklich die ganze Zeit während dem Urlaub angesprochen haben oder zum Beispiel auch eingebrochen wurde und so weiter und so fort. ich glaube, das ist dann Level. Da muss man sich dann schon einfach irgendwann klar fragen, was will man auch eigentlich? Also man geht das ganze Jahr sehr salopp erstmal an und freut sich über jede Reichweite. Ich glaube aber schon, dass es irgendwann auch Level gibt, wo wir z.B. nicht keinen Bock drauf hätten. Also unser Ziel ist ja nicht berühmt, berühmt zu sein, sondern eher so für das, was wir stehen in unserer Nischenbekanntheit. Ich glaube, das wäre auf jeden Fall eine Downside, wenn das irgendwann dann einfach in die Richtung gehen würde.
1:03:27 Feliks Eyser: Und man muss dazusagen, Johannes, Gründer von SNOCKS, Marke, die gestartet ist mit Socken, ist auf LinkedIn sehr aktiv, hat das Game, glaube ich, sehr gut verstanden, hat wie viele Follower da, 100, 150.000, irgendwie sowas in der Dimension, ist jetzt auch nicht in Elon Musk mit Millionen, so in etwa. Sehr krass.
1:03:46 Vivien Wysocki: Hmm.
1:03:46 Larissa Schmid: Genau, weil dieser Start-up-Bubble halt extrem bekannt ist. Ich würde sagen, da gibt es wenige, die ihn nicht kennen. Aber das fand ich nur sehr, sehr, sehr spannend. Und klar, natürlich, wenn man in Richtung Exit denkt, dann sind wir natürlich sehr verwurzelt und sehr verknutet mit der Company. Aber ich glaube, wir beide wollen das ja, also wir sind ja auch Saint Sass und wir stehen da total dahinter. Und das wird auch immer unser Baby bleiben. Und deswegen ist das, glaube ich, in der Hinsicht zum Beispiel eher ein Vorteil für uns.
1:04:14 Feliks Eyser: Und ich glaube generell auch, dass jemand, der das kritisiert, den Fehler macht, dass es, glaube ich, ein Unterschied ist, eine Brand zu Kickstarten durch die Founder Story und Authentizität und eine Brand später weiter zu skalieren. Ich glaube nicht, dass das Benzin, was ihr da gerade ins Feuer kippt über eure persönliche Brand eins ist, was man in den nächsten zehn Jahren unbedingt machen muss. Ich glaube, es ist mega gut für einen Anfang und es gibt immer noch die Optionalität, das irgendwann ein Stück weit runterzufahren. Ich glaube nicht, dass die Marke nachhaltig drunter leiden wird, wenn es irgendwann nicht mehr so stark verknüpft ist mit euch, weil... die Grundgesamtheit der Leute, die ihr euch kennt, über die Zeit steigt. Die kommen vielleicht über eure persönliche Brand rein, aber die kaufen dann die Produkte, weil sie die Marke lieben, auch unabhängig von euch.
1:04:55 Larissa Schmid: Ja, und unsere Marke ist ja immer noch viel, größer als wir selbst, also von der Followerschaft auch zum Beispiel. ich glaube immer daran, dass S
1:05:13 Vivien Wysocki: Man merkt zum Beispiel, dass die amerikanischen Follower gar nicht immer unbedingt wissen, dass wir nur fünf, sechs Frauen sind, weil sie, sag ich mal, jetzt innerhalb der letzten Monate auch dazugekommen sind und klar mal irgendwie so Behind-the-Scenes-Reels sehen, aber dann tun auch sehr stark über die Marke und das Produkt kommen, was wiederum in Deutschland sehr stark über unsere Gründer-Story aufgebaut wurde. So kann man es auch sehen. Das baut auch alles aufeinander auf. Aber jetzt so nach hinten hin, in Amerika ist es gar nicht unbedingt so, dass wir sehen, dass sie über uns kommen.
01:05:48 Zukunftsstrategien und Expansion in die USA
1:05:48 Larissa Schmid: Hm.
1:05:48 Feliks Eyser: Könnt ihr euch vorstellen, persönlichen in die USA zu gehen? Tipping Point überschritten, 50 % US-Käuferin, ist das ein Thema, wo ihr nachdenkt? Oder wollt ihr alles weiter aus Deutschland steuern?
1:05:57 Larissa Schmid: Nee, also bis jetzt, glaube ich, hat sich das für uns so ausgezahlt, dass wir so Linie, Strukturen haben, dass wir schon das weiter von Medien führen können und trauen uns das auch extrem gut zu. Aber klar, ganz in Zukunft wollen wir auf jeden Fall öfters auch in USA vor Ort sein, einfach noch mal besser die Zielgruppe zu verstehen und auch einfach noch mal mehr Connections da aufzubauen, weil in Deutschland haben wir jetzt schon relativ starkes Netzwerk und eine starke Bekanntheit. In den USA ist so ein Riesenmarkt, da brauchen wir auf jeden Fall noch mal ein bisschen. Das heißt, glaube, jetzt erstmal für die nächsten ein, zwei Jahre auf jeden Fall aus Berlin steuern, aber schon viel vor Ort sein.
1:06:34 Feliks Eyser: Vielleicht auch smart, US-Zahlungsbereitschaft abzugreifen und eine deutsche Kostenstruktur zu haben. Ich war gerade in New York und es ist unglaublich teuer. Alles kostet so viel Geld und da kommen auch Texts und Tipp 30 % und was weiß ich. Und die Lebenshaltungskosten sind ja einfach auf einem komplett anderen Niveau. Deswegen vielleicht auch ganz smart, das von hier aus zu steuern.
1:06:51 Larissa Schmid: Ja. Ja. Ja. Ja.
1:06:54 Moritz Blees: Aktuell funktioniert das ja auch für euch.
1:06:56 Larissa Schmid: Total, ich glaube auch, dass das strategisch für eine der besten Entscheidungen war, weil du minimierst halt auch dein Risiko. es ist Ende ja eine Risikodiversifizierung. Und Deutschland hatte jetzt nicht die besten D2C Jahre, die letzten zwei Jahre. Wir haben mit den aber auch Europa mittlerweile so starke Märkte, dass wir immer sehen, wenn einer nicht performt, weil es in der Sphäre eine andere Performance gibt, dann schaffen das die anderen Märkte meistens, das auszubalancieren.
01:07:32 Innovative Geschäftsideen im D2C-Bereich
1:07:32 Moritz Blees: Eine Frage, wir hier schon häufiger gestellt haben, die ich trotzdem immer wieder so spannend finde, ist, wenn ihr nicht zufälligerweise jetzt gerade euer Business schon machen würdet, was gibt es denn bei euch im Space? Sagen wir mal D2C für Frauen, vielleicht Fashion, vielleicht auch was anderes, wo ihr sagt, eigentlich, wenn ich jetzt nicht zufälligerweise das machen würde, müsste man das jetzt machen.
1:07:53 Feliks Eyser: Falls die Anfang 20-jährige potenzielle Gründerin zuhört oder der potenzielle Gründer und sich überlegt, was gibt es für coole Geschäftsmodelle, wie kann ich das auch so machen wie Vivi und Larissa? Was ist die Inspiration?
1:08:05 Vivien Wysocki: Das ist eine sehr gute Frage.
1:08:07 Larissa Schmid: Also ich glaube, für was wir uns beide sehr interessieren, ist das ganze Longevity-Thema. Ich glaube, da gibt es gerade sehr, sehr viel und sehr viele Züge, auf die man aufspringen kann. Ehrlicherweise glaube ich auch, dass da sehr viele gerade Ideen haben und auch Leute suchen. Also zum Beispiel, ich komme ja eher von der Seite, ich hatte bei meinem ersten Start-up gar nicht die Idee, sondern habe auf einer Gründerplattform jemanden kennengelernt, der eine Idee hatte und bin dann mit rein. Und ich glaube, da gibt es zum Beispiel gerade im Longevity-Bereich super viel Potenzial.
1:08:36 Vivien Wysocki: Genau, ich glaube, würde... gibt... Superspannend, wenn man in Branchen eintaucht, merkt man einfach, wie viel Potenzial es in jeweiligen Branchen noch gibt. Und meine Schwester ist Psychotherapeutin. Und die haben dann so, ich bin jetzt keine Expertin, aber so Protokollpflichten oder Protokollierungspflichten. Und es gibt ja jetzt so KI-Note-Taker. Und man könnte echt überlegen, das Thema zu nehmen, extremst datenschutzkonform aufzubauen. für den ganzen Healthbereich und auch bei Ärzten als auch in der Psychotherapie die Ärzte und die Psychotherapeuten mal ihren Arzt- und Psychotherapeutenjob machen lassen und diese ganze Protokollierungsarbeit eben eine KI machen zu lassen, weil die das ja wahnsinnig gut zusammenfassen. Wir nutzen das auch ganz gerne mal bei so internen Meetings und es läuft extrem gut und ich glaube, da kann man mittlerweile so viele geile Prozesse smooth machen. Also das wäre was, was ich mir echt angucken würde, wenn ich jetzt schon nicht seinen Test machen würde. Oder eben auch nochmal zu schauen, was gibt es denn eigentlich jetzt so im Consumer-Bereich, wo man sagt, da fehlt mir irgendwie was. Und so wie es jetzt bei Strumpfhosen war, dass man halt erkannt hat, okay, da gibt es halt zwar schon Brands, aber die sind halt antiquitiert und ein bisschen aus der Zeit gefallen und let's do it.
1:09:54 Feliks Eyser: Ja, glaube ich eine gute Übung durch den Supermarkt durchzulaufen, durch das Kaufhaus mal durchzulaufen, sich anzugucken, was wird oft verkauft, aber ist irgendwie angestaubt und zu überlegen gibt es dann eine Angriffssfläche.
1:10:03 Vivien Wysocki: Ja, wünschte auch, gäbe irgendwie so, also es bei Saint Sass gar nicht möglich, aber ich würde tatsächlich auch, jetzt wo du Supermärkte ansprichst, überlegen, weil das in Deutschland so geil ist, was gibt es für ein Produkt, was man dann auch über den Lebensmitteleinzelhandel oder über Droleriemärkte skalieren könnte. Das ist so geil, weil du mit einem Schlag 20.000, 30.000 Stores beliefern könntest und ich weiß einfach von zwei befreundeten Gründern. dass die Drogeriemärkte total offen sind für Innovation, für innovative Produkte, für was Junges, was Frisches. Und wir kennen einfach zwei Gründer, die wirklich mit einem Schlag, mit einem Handschlag, mit einem Deal mal eben irgendwie achtstellige Millionenumsätze schaffen, nur weil sie jetzt in die DMs und Rossmanns in Deutschland und Österreich reinkommen und das halt mit einem, ja, innerhalb von wenigen Monaten das durch die Decke geht dann. Schon geil.
1:10:59 Feliks Eyser: Wow, was für eine Produktkategorie, ohne zu sagen wer das ist.
1:11:02 Vivien Wysocki: Beides
1:11:03 Larissa Schmid: Beauty.
1:11:03 Vivien Wysocki: ist Kosmetik, das eine ist Pflege, das andere ist eher Dekorativ.
1:11:07 Feliks Eyser: Okay, okay. Auch beides Kategorien, wo man es nicht sagen würde, da gibt es zu wenig. Heißt auch gleichzeitig in gesättigten Märkten immer wieder die Möglichkeit neue Brands zu starten. Und auch die Einzelhändler brauchen ja immer wieder neue coole Stories. Ich kann mir vorstellen, auch wenn ihr immer potenziell mit Händlern sprecht, so dann gucken die sich auch euer Instagram an und linkt in und so weiter und finden alles drum rum. Cool, das auch nochmal ein weiterer Benefit potentiell. Auch die brauchen ja Geschichten, auch die müssen Social Media machen.
1:11:34 Vivien Wysocki: Hmm.
1:11:34 Feliks Eyser: Cool, okay, wir hatten Longevity, hatten AI Scribes, so nennt sich die Kategorie. Wahnsinn, hab ich nicht damit gerechnet. Sehr geil, hab ich ein paar Investments gemacht tatsächlich direkt über Fonds, glaub ich total dran. Ich geb den Leuten ihre Zeit zurück. Ich hab ein Investment über einen Fonds über eine Ecke gemacht, die machen das für Zahnärzte. Wisst ihr, wenn er auf dem Stuhl liegt, dann sagt er ja ganz viele so A3 ist vorhanden und B4 und keine Ahnung. Und dafür quasi eine AI zu machen, die das protokolliert und das kann man auf ganz viele Branchen übertragen, was ich neulich gesehen hab war.
1:12:01 Larissa Schmid: Na, geh!
1:12:01 Feliks Eyser: sowas für Außendienstmitarbeiter im Handwerksbereich, die vor Ort Besuche machen und dann quasi Handy mitlaufen lassen, im Beratungsgespräch mit dem Kunden, Qualitätssicherung zu ermöglichen, weil gewisse Hinweise gemacht werden müssen und so weiter. Also kann man in ganz vielen Branchen denken, Psychotherapie hast du angesprochen, glaube ich auch ein sehr gutes Vertikel dafür.
1:12:18 Vivien Wysocki: Mhm.
1:12:18 Larissa Schmid: Also auch im Gericht. Ich weiß nicht, ob du mal in einer Verhandlung dabei saßt. Aber ich dachte mir, das ist pervers. Die müssen ja alles mitschreiben, was sie sagen, die Richter. Und wenn das auch noch mal ausfällt, dass dann einer dabei sitzt und das aufschreibt, sie das während sie das schon sagen aufschreiben. Das kriegt ja dann auch jeder danach. Das ist dann immer so, du redest fünf Minuten, dann schreibt sie das drei Minuten auf, dann sagt sie noch mal, was sie aufgeschrieben hat, dann geht's wieder weiter.
1:12:44 Vivien Wysocki: Krass. Krass.
1:12:44 Feliks Eyser: Liebezeit, es ist Stop and Go in der Verhandlung. Weil immer gewartet werden muss auf...
1:12:48 Larissa Schmid: Ja. Also ich weiß, ich hab das jetzt nur bei kleinern, das war jetzt eine kleine Verhandlung. Ich kann mir vorstellen, dass das in größeren Gerichtsverhandlungen natürlich noch ein bisschen anders ist. Aber ich mein, der größte Teil ist wahrscheinlich so kleinere Verhandlungen. Und ich dachte mir echt so, okay wow, also das kann jetzt nicht eurer Ernst sein.
1:13:03 Feliks Eyser: Okay, jetzt habe ich das perfekte Topic für die Weihnachtsfeiertage. Schwester ist Richterin am Bodensee und dann muss ich sie direkt mal fragen, man ihren Beruf digitalisieren kann. Das ist ja ein super Hinweis.
1:13:12 Larissa Schmid: Ja. Ja. Ja.
1:13:12 Feliks Eyser: neue Billion Dollar-Idea und Feliks Weihnachtszeit gerettet, thematisch.
1:13:16 Larissa Schmid: Ja. Ja.
1:13:16 Vivien Wysocki: Wir beteiligen uns gerne.
1:13:18 Larissa Schmid: Ich nicht
1:13:20 Feliks Eyser: Sehr gut. 5 % Founding Shares.
1:13:26 Vivien Wysocki: Hahaha.
1:13:26 Larissa Schmid: Ja. Ein nicht ersetzender. Enable.
1:13:27 Feliks Eyser: Ich habe noch mehr gelernt, weil ich auch mit einer niedrigeren Baseline reinkam. Vielen Dank, es war super spannend. Ich finde es mega beeindruckend, was ihr gebaut habt über die eigene Contentproduktion, über die US-Expansion, über die Produkterweiterung. Also super, super beeindruckend. Und ich wünsche mir, dass wir in fünf Jahren mal von irgendjemandem hören. Ich habe die Mädels hier im Podcast gehört und fand es so inspirierend und habe dann auch eine Firma gegründet oder irgendwas in meinen D2C-Startup übertragen oder vielleicht eine AI Scribe-Firma gegründet oder eine Longevity-Firma, noch besser. dann schreibt er uns, dann investieren wir sofort hier alle. Sehr, cool. Vielen Dank an euch. Ja, natürlich. Wie kann man euch online finden? Was ist ein guter Anlaufpunkt für Interessenten, die mehr erfahren wollen?
1:14:10 Larissa Schmid: Vielen Dank für's Eingeladen.
1:14:10 Vivien Wysocki: Vielen würde sagen LinkedIn jetzt, Business-wise. Also uns beiden LinkedIn zu folgen, wer da weiter interessiert ist, uns in Kontakt zu treten, das ist ein ganz guter Ansatz. Oder bei mir auch Instagram. Das teile ich, ich mal, ein bisschen mehr aus dem täglichen Gründeraltag.
1:14:27 Feliks Eyser: Ich es Cool, verlinken wir.
1:14:30 Vivien Wysocki: Danke.
1:14:30 Feliks Eyser: Verlinkt in wir. Gott, das war ganz schlecht. müssen aufhören. Tschüss.


