Teil 2: Warum Bewertungen Quatsch sind & Frieden ohne Waffen naiv ist

mit Florian Heinemann, Partner beim Berliner Frühphasen-Investor Project A

5. Mai 2026 · 53 Min

Zusammenfassung

Teil 2 mit Florian Heinemann: Warum eine Bewertung nur eine bepreiste Chance ist, warum der BWLer im Team ein Mindset liefert und kein Fachwissen, wo Project A bei Waffen die rote Linie zieht und warum Venture Capital für 80 Prozent aller Firmen das falsche Vehikel ist.

Florian Heinemann ist der erste Gast, der bei Founder Mode einen zweiten Teil bekommt. Aus Teil 1 lagen noch fünf ungeöffnete Umschläge mit Fragen auf dem Tisch, die ihm noch nie gestellt wurden. Vorher ein kurzes Update: Der LP, für den er beim letzten Mal früher gehen musste, kommt zum dritten Treffen, es geht um ein Ticket zwischen zweieinhalb und zehn Millionen für den neuen Small-Cap-Private-Equity-Fonds. Project A investiert aktuell etwa ein- bis anderthalbmal im Monat, Defense macht trotz der öffentlichen Wahrnehmung nur 20 bis 25 Prozent der Investments aus.

Der erste Umschlag dreht sich um Bewertungen. Heinemanns These: Das Missverständnis steckt schon im Wort. Eine Startup-Bewertung sagt nichts über den realen Wert der Firma, sie bepreist nur die Chance, an der künftigen Wertentwicklung teilzuhaben. Problematisch wird es, wenn die damit erzeugte Erwartungshaltung nicht einzulösen ist und eine Liquidationspräferenz vor Gründern, Mitarbeitern und frühen Investoren liegt. Zu viel Geld macht außerdem undiszipliniert, Beispiel ein Berliner Startup, das nach 300 Millionen Euro Finanzierung ein New Yorker Büro mit Massageliegen eröffnet hat. Wenn aus 5 Milliarden 500 Millionen werden, folgt der Moment der Wahrheit: Pay-to-play, Cap-Table-Restrukturierung mit Liquidationspräferenz auf null oder ein Fire Sale als Insolvenzvermeidung. Sein Rat an Gründer: eine unabhängige Meinung bilden, wie viel Geld man wirklich braucht, denn VCs haben den Anreiz, die Risikokurve möglichst steil zu stellen.

Dann geht es um Gründerteams: Haben WHU und Goldman als Gründer ausgedient, wenn Claude Code der Technical Co-Founder ist? Heinemann, selbst WHU-Absolvent, sucht weiterhin eine Commercial-Person kombiniert mit einer technischen oder Produkt-Person. Der BWLer zählt dabei nicht wegen Buchhaltung, sondern wegen des kommerziellen Mindsets, also verkaufen können und wollen. Project A hat sich von 80 bis 90 Prozent B2C im Jahr 2012 zu 90 Prozent B2B verschoben, und gemischte Teams funktionieren nur, wenn sie gelernt haben, unter Druck miteinander zu kommunizieren. Beim Thema Defense trennt Heinemann sauber zwischen Wunsch und Realismus: Gegenseitige Abschreckung hält er für stabiler als eine Welt ohne Waffen. Die roten Linien von Project A: Bis zum eigenen Defense-Fonds nur Dual-Use, das erste Investment in bewaffnete Systeme ist STARK aus einem separaten Vehikel, Controversial Weapons wie Landminen und Chemiewaffen bleiben ausgeschlossen.

Der größte Fehler im System Venture Capital ist für ihn die Fixierung auf die Hits. Für Firmen außerhalb der Top 10 bis 25 Prozent ist VC dysfunktional, weil zu viele Stakeholder mit unterschiedlichen Interessen am Tisch sitzen und niemand den Durchgriff hat, den Pfad zu wechseln. Darin sieht er eine Chance für Distressed-Ansätze, Feliks ergänzt Entrepreneurship Through Acquisition, Search Funds und Rollups. Zum Schluss wird es persönlich: Vor welchem Wort seiner vier Kinder hätte er Angst? Engstirnig. Gute Eltern geben allen Kindern die gleiche Liebe und Aufmerksamkeit, behandeln sie aber nicht gleich, und Heinemann hält es eher mit Follow Your Strength als mit Follow Your Passion.

Zahlen aus der Folge

über 1,5 Mrd. €
verwaltetes Kapital bei Project A (laut Episodenbeschreibung)
1 bis 1,5
neue Investments pro Monat bei Project A
20 bis 25 %
Anteil von Resilience/Defense an den Investments
2,5 bis 10 Mio. €
typisches Ticket des LP, mit dem Heinemann im dritten Gespräch ist
4 weitere Zahlen
300 Mio. €
Finanzierung des Berliner Startups mit dem New Yorker Büro samt Massageliegen
50 %
Frühphasen-Investments, bei denen Project A planmäßig Geld verliert
90 %
B2B-Anteil der Investments heute, 2012 waren es 80 bis 90 % B2C
1,5 %
Anteil der Wirtschaftsleistung, den Deutschland laut Heinemann zuletzt für die Bundeswehr ausgab

Worüber am meisten gesprochen wurde

Anteil an der Gesprächszeit, berechnet aus den Kapitel-Längen (ohne Intro).
Bewertungen & Fundraising
26 % · 13 Min
Defense-Investments
25 % · 13 Min
Venture Capital & Project A
19 % · 10 Min
Gründerteam
18 % · 9 Min
Familie & Erziehung
11 % · 6 Min
Gesprächsverlauf

Kapitel

  1. 00:00Trailer & IntroIntro
  2. 02:24Was seit Teil 1 bei Project A passiert istVenture Capital & Project A
  3. 04:34Wann sind hohe Bewertungen schlecht für Founder?Bewertungen & Fundraising
  4. 11:58Was passiert, wenn aus 5 Milliarden plötzlich 500 Millionen werdenBewertungen & Fundraising
  5. 17:49Sind WHU und Goldman als Gründer noch gefragt?Gründerteam
  6. 26:43Was würde Project A kosten, wenn auf der Welt Frieden wäre?Defense-Investments
  7. 32:06In welche Waffen Project A bewusst nicht investiertDefense-Investments
  8. 39:21Warum Venture Capital für 80 Prozent aller Firmen kaputt istVenture Capital & Project A
  9. 46:52Vor welchem Wort seiner Kinder hätte er Angst?Familie & Erziehung
  10. 48:23Was exzellente von mittelmäßigen Eltern unterscheidetFamilie & Erziehung

Key Learnings

  1. 1

    Eine Bewertung ist kein Wert, sondern eine bepreiste Chance

    Das Missverständnis steckt laut Heinemann schon im Wort: Eine Startup-Bewertung hat nichts mit dem realen Wert der Firma in diesem Moment zu tun. Investoren bepreisen nur die Chance, an der künftigen Wertentwicklung teilzuhaben. Feliks' Übersetzung: Eine 50-Millionen-Bewertung heißt eher, dass jemand eine gewisse Wahrscheinlichkeit sieht, dass die Firma irgendwann 500 Millionen wert sein könnte. Gefährlich wird es, wenn die damit manifestierte Erwartungshaltung realistisch nicht zu erfüllen ist.

    04:34 · Wann sind hohe Bewertungen schlecht für Founder?
  2. 2

    Bilde dir eine unabhängige Meinung, wie viel Geld du brauchst

    Viel Geld zu einer hohen Bewertung ist nicht immer gut. Jede Runde schafft eine Liquidationspräferenz, die vor dir, deinen Mitarbeitern und deinen frühen Investoren liegt. Die Incentives am Tisch zeigen trotzdem alle Richtung Upround, auch bei den VCs, die schon drin sind. Heinemanns Rat: Als Gründerteam selbst entscheiden, welche Geldmenge du brauchst, um dich in deinem Markt durchzusetzen, und dich nicht von Investoren und Möglichkeiten treiben lassen. Wer einmal auf dem Distress-Pfad ist, kommt schwer wieder raus.

    04:34 · Wann sind hohe Bewertungen schlecht für Founder?
  3. 3

    Zu viel Geld macht undiszipliniert

    Auch in einer späten Runde muss aus jedem investierten Euro drei, vier oder fünf Euro an Wert entstehen. Heinemanns Beispiel aus Berlin: Ein Startup nahm 300 Millionen Euro auf, eröffnete ein Büro in New York mit Massageliegen und erklärte, in Berlin gebe es kein Talent mehr. Auf die Idee wäre der CEO ohne die 300 Millionen nie gekommen. Feliks ergänzt: Mit viel Geld wirft man Geld auf Probleme, für die man sonst eine smartere Lösung gefunden hätte.

    04:34 · Wann sind hohe Bewertungen schlecht für Founder?
  4. 4

    So läuft die Korrektur, wenn die Bewertung nicht mehr hält

    Irgendwann kommt der Moment der Wahrheit. Entweder legt ein bestehender Investor nach und es gibt eine Pay-to-play-Konstellation, bei der jeder, der nicht mitzieht, stark verwässert wird. Oder ein Investor restrukturiert den Cap Table: Liquidationspräferenz auf null, und die Teile des Teams, die noch Wert stiften, partizipieren überproportional. Neue Investoren scheuen das oft, deshalb macht es meist ein bestehender. Die Alternative ist ein Fire Sale als Insolvenzvermeidung. Für Project A ist das Alltag: Bei 50 Prozent der Frühphasen-Investments verliert der Fonds planmäßig Geld.

    11:58 · Was passiert, wenn aus 5 Milliarden plötzlich 500 Millionen werden
  5. 5

    Der BWLer liefert ein Mindset, kein Fachwissen

    Die meisten Teams, in die Project A investiert, kombinieren eine Commercial-Person mit einer technischen oder Produkt-Person. Ein reines WHU- oder Goldman-Team wird seltener finanziert, auch weil Project A von 80 bis 90 Prozent B2C im Jahr 2012 auf 90 Prozent B2B gewechselt ist. Den BWLer braucht es nicht wegen Buchhaltung, sondern wegen des kommerziellen Mindsets: verkaufen können und wollen, Fundraising, Storytelling. Das Fachwissen holt man sich notfalls in sechs Wochen Mini-MBA nach.

    17:49 · Sind WHU und Goldman als Gründer noch gefragt?
  6. 6

    Lerne früh, über Fachgrenzen hinweg zu arbeiten

    Diverse Teams sind super, aber nur, wenn die Leute gelernt haben, unter Druck produktiv miteinander zu kommunizieren. Techie plus BWLer zusammenzustecken reicht nicht, die Sozialisation ist oft eine andere. Heinemann lobt deshalb Programme wie UnternehmerTUM in München, wo technische und kommerzielle Leute über lange Zeit natürlich zusammenarbeiten. Feliks' Takeaway: früh Exposure zur anderen Seite suchen und Menschen in echten Projekten kennenlernen, statt mit einem Fremden morgen eine Firma zu gründen.

    17:49 · Sind WHU und Goldman als Gründer noch gefragt?
  7. 7

    Trenne, was du dir wünschst, von dem, was du für realistisch hältst

    Beim Thema Defense beobachtet Heinemann viele Menschen, die Wunsch und Realismus nicht auseinanderhalten. Seine Sicht: Frieden schaffen ohne Waffen ist mit der menschlichen Natur nicht durchhaltbar, und wer Wertesysteme durchsetzen will, braucht wirtschaftliche und militärische Macht. Das heiße nicht, dass jeder aktiv teilnehmen muss, das ist eine Gewissensfrage ohne richtig oder falsch. Anzuerkennen, dass die Welt sich so entwickelt hat, hält er aber für Pflicht.

    32:06 · In welche Waffen Project A bewusst nicht investiert
  8. 8

    Im Mittelfeld fehlt die Handlungsfähigkeit

    Venture Capital ist auf die Hit Cases ausgerichtet. Wer nicht zu den Top 10 bis 25 Prozent gehört, hat ein Problem: Angels, VCs, aktive und ehemalige Gründer sitzen mit unterschiedlichen Interessen am Tisch, keiner hat den Durchgriff, und der Pfad lässt sich nicht wechseln. Heinemann sieht darin eine Chance für Distressed-Ansätze wie im PE-Bereich, nur mit mehr Arbeit und Ärger. Feliks verweist auf Entrepreneurship Through Acquisition, Search Funds und Rollups wie ASIPA: lieber etwas Bestehendes kaufen als mit 10 Prozent Erfolgswahrscheinlichkeit neu bauen.

    39:21 · Warum Venture Capital für 80 Prozent aller Firmen kaputt ist

Meistgesehener Clip zur Folge

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Zitate

„Eine Startup-Bewertung hat ja eigentlich nichts mit dem realen Wert der Firma in diesem Moment zu tun.“
Florian Heinemann
„Weil, wenn du kein Gewinner bist, dann bist du eigentlich finanziell irrelevant.“
Florian Heinemann
„… meine Vermutung wäre schon, dass ja wahrscheinlich der Zustand der gegenseitigen Abschreckung vermutlich der stabilere ist …“
Florian Heinemann
„Und ein relevanter Teil der Dinge, die die Menschen hier machen und an IP generieren, ist leider für die Tonne.“
Florian Heinemann
„Ich bin da eher so Follow Your Strength als Follow Your Passion.“
Florian Heinemann

Über den Gast

Florian Heinemann

Partner beim Berliner Frühphasen-Investor Project A · Project A

Florian Heinemann ist Partner bei Project A, einem Frühphasen-Investor aus Berlin, der seit 2012 mit über 130 Gründerteams zusammengearbeitet hat und laut Episodenbeschreibung über 1,5 Milliarden Euro verwaltet. Project A war früh bei Trade Republic, Quantum Systems und Sennder dabei. Aktuell macht das Team etwa ein bis anderthalb neue Investments pro Monat, unter anderem in European Resilience und Defense, globale Lieferketten, industrienahe Software und Applied AI; Defense macht dabei nur rund 20 bis 25 Prozent aus. Parallel baut Project A einen Small-Cap-Private-Equity-Fonds und einen eigenen Defense-Fonds auf. Heinemann ist WHU-Absolvent, Vater von vier Kindern und stand 2025 erstmals auf der Forbes Midas List Europe. Diese Folge ist Teil 2 seines Besuchs bei Founder Mode: Aus Teil 1 lagen noch fünf ungeöffnete Umschläge mit Fragen auf dem Tisch.

Häufige Fragen

Warum sagt Florian Heinemann, dass Bewertungen Quatsch sind?

Weil das Wort suggeriert, die Firma sei gerade so viel wert. Tatsächlich bepreist eine Startup-Bewertung nur die Chance, an der künftigen Wertentwicklung teilzuhaben. Sie manifestiert eine Erwartungshaltung der Investoren, und wenn die zu hoch ist, sitzt die Firma später auf einer Liquidationspräferenz, die vor Gründern, Mitarbeitern und frühen Investoren liegt. Viele Firmen aus 2020 und 2021 sind so zu Distressed Assets geworden, ohne dass die Gründer etwas falsch gemacht hätten.

Was passiert, wenn eine Firma ihre Bewertung nicht mehr hält?

Laut Heinemann kommt der Moment der Wahrheit in drei Varianten: eine Pay-to-play-Runde, bei der bestehende Investoren nachlegen und alle anderen stark verwässert werden; eine Restrukturierung des Cap Table durch einen bestehenden oder neuen Investor, bei der die Liquidationspräferenz auf null gesetzt wird und die wertstiftenden Teile des Teams überproportional partizipieren; oder ein Fire Sale als Insolvenzvermeidung. Für Frühphasen-Investoren ist das normal, Project A verliert bei 50 Prozent der Investments planmäßig Geld.

Braucht ein Gründerteam heute noch einen BWLer?

Project A sucht in der Regel eine Commercial-Person kombiniert mit einer technischen oder Produkt-Person. Ein reines WHU- oder Goldman-Team wird seltener finanziert, auch weil der Fonds heute zu 90 Prozent B2B investiert. Der BWLer ist aber nicht wegen Buchhaltung wichtig, sondern wegen des kommerziellen Mindsets: verkaufen können und wollen. Entscheidend ist, dass Techie und Commercial-Person gelernt haben, unter Druck miteinander zu kommunizieren, zum Beispiel in Programmen wie UnternehmerTUM.

In welche Waffen investiert Project A nicht?

Bis zum eigenen Defense-Fonds mussten alle Investments Dual-Use-Cases mit zivilem Nutzen sein, die bestehenden Fonds dürfen nicht in bewaffnete Systeme investieren. Das erste Investment in bewaffnete Systeme ist STARK, finanziert aus einem separaten Vehikel. Auch mit dem neuen Defense-Fonds bleiben sogenannte Controversial Weapons wie Landminen und Chemiewaffen eine rote Linie. Die Grenze zwischen Angriff und Verteidigung hält Heinemann für fließend; wer in den Bereich geht, muss akzeptieren, dass Menschen zu Schaden kommen.

Warum ist Venture Capital für die meisten Firmen das falsche Vehikel?

Weil das System auf die Hit Cases ausgerichtet ist. Für Firmen außerhalb der Top 10 bis 25 Prozent ist es dysfunktional: Zu viele Stakeholder mit unterschiedlichen Interessen sitzen am Tisch, keiner hat den Durchgriff, und der einmal eingeschlagene Pfad lässt sich kaum wechseln. Heinemann sieht darin eine Chance für Distressed-Ansätze wie im Private-Equity-Bereich, Feliks nennt Entrepreneurship Through Acquisition, Search Funds und Rollups als Alternativen.

Was ist Project A?

Project A ist ein Frühphasen-Investor aus Berlin, der seit 2012 mit über 130 Gründerteams zusammengearbeitet hat und laut Episodenbeschreibung über 1,5 Milliarden Euro verwaltet. Zum Portfolio gehören Trade Republic, Quantum Systems und Sennder. Aktuelle Schwerpunkte sind European Resilience und Defense, globale Lieferketten, industrienahe Software und Applied AI. Daneben baut das Team einen Small-Cap-Private-Equity-Fonds und einen eigenen Defense-Fonds auf.

Erwähnt in der Folge

Firmen, Personen und Produkte aus dem Gespräch
  • Project AFirmaHeinemanns Frühphasen-Fonds aus Berlin, über 130 Gründerteams seit 2012.
  • STARKFirmaErstes Investment von Project A in bewaffnete Systeme, aus einem separaten Vehikel.
  • Trade RepublicFirmaFrühes Project-A-Investment, in der Beschreibung genannt.
  • Quantum SystemsFirmaDrohnenhersteller und frühes Project-A-Investment.
  • SennderFirmaLogistik-Startup und frühes Project-A-Investment.
  • WHUFirmaBusiness School, an der Heinemann selbst studiert hat; Umschlagfrage zu WHU- und Goldman-Gründern.
  • Goldman SachsFirmaSteht in der Umschlagfrage für den klassischen Commercial-Gründer.
  • McKinseyFirmaMini-MBA als Beispiel, dass BWL-Fachwissen in sechs Wochen nachholbar ist.
  • UnternehmerTUMFirmaMünchner Programm, in dem technische und kommerzielle Gründer natürlich zusammenfinden.
  • ZalandoFirmaBeispiel aus der E-Commerce-Kohorte, mit der Project A gestartet ist.
  • HelloFreshFirmaZweites Beispiel für die marketinglastigen Consumer-Cases von damals.
  • SoftBankFirmaBeispiel für Investoren, die 2020/21 zur dreifachen Bewertung nachgelegt haben.
  • ASIPAFirmaRollup von Arbeitsschutzfirmen, das Feliks als Erfolgscase für Entrepreneurship Through Acquisition nennt.
  • Claude CodeToolIn der Umschlagfrage augenzwinkernd der neue Technical Co-Founder.

Transkript

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00:00 Trailer & Intro

00:00 Florian Heinemann: Man muss als Gründer eine unabhängige Meinung bilden, wie viel Geld brauche ich jetzt eigentlich, um in meiner gegebenen Situation mich durchzusetzen am Markt. Eine Start-up-Bewertung hat ja eigentlich nichts mit dem realen Wert der Firma in diesem Moment zu tun. Sondern es ist eigentlich nur das Bepreisen einer Chance, an der zukünftigen Wertentwicklung dieser Firma zu partizipieren.

00:23 Feliks Eyser: Was ist der Fehler am aktuellen System Venture Capital?

00:28 Florian Heinemann: Wo soll ich anfangen? Also, wenn du dir Branchen nimmst, die wirklich eine Kackreputation haben, mit deinem Talent hast du deutlich mehr Bang for the Buck als im VC-Bereich, wo du nur diese ganzen Heißdüsen hast. Habt ihr rote Linien nicht überschreitet bei Investments? Landminen, Chemiewaffen. Was ist jetzt Angriff? Und was ist Verteidigung? Also die Grenzen sind da schon wahnsinnig fließend. Und selbst dort verzichten wir natürlich auf alles, was sogenannte controversial weapons sind.

00:53 Feliks Eyser: Wie viel würde es Project A kosten, wenn auf der Welt für immer Frieden wäre? Flo, Teil 2, richtig gut? Cool, dass du wieder da bist. Wir hatten die Umschläge und letztes Mal, du musstest ja weg und mit deinem Investor, mit deinem LP. sprechen und seitdem lagen diese Umschläge ungeöffnet bei mir auf dem Tisch und ich habe die Umschläge angeschaut, die Umschläge haben mich angeschaut. Ich dachte, ah, da waren noch coole Fragen drin. Ich weiß es ehrlich gesagt nicht mehr, was drin stand, aber das finden wir heute raus. Und so machen wir die nächsten fünf Fragen, die dir noch nie gestellt wurden.

01:27 Florian Heinemann: Das machen wir, freue ich mich drauf. Genau. Und sorry, dass ich das letzte Mal so lange geredet habe, offenbar, dass wir das Format gesprengt haben, aber gut.

01:34 Feliks Eyser: Ja, du bist ja auf jeden Fall der erste Gast, wo wir den zweiten Teil machen. Finde ich super. Und sag mal, letztes Mal zum Investor gesprochen, du musstest weg, um einen LP, ein Limited-Partner zu entertainen. Wie ist gelaufen? Konntest du den closen?

01:48 Florian Heinemann: Also also zumindest mal, weil lustig, also das war ja ein Videocall, den ich ja netterweise dann bei euch noch im Podcast-Studio machen durfte, da in dem Raum. Und jetzt habe ich die gleiche Person nochmal physisch getroffen, gerade. Die war also jetzt hier in Berlin. Also ich habe ihn offenbar zumindest mal nicht verschreckt bei dem sozusagen Telefonat, was wir dann hatten, aber bei dem Videocall. Und er macht jetzt auch ein drittes Treffen. Und dann ist es dann hoffentlich auch durch. Also das ist der ist zu Super Return und nochmal hier. Und dann treffen wir uns. Genau. Und dann hoffe ich mal, dass dann das Commitment sozusagen kommt.

02:24 Was seit Teil 1 bei Project A passiert ist

02:24 Feliks Eyser: Okay, okay. Und gutes Ticket, über 5 Millionen, über 10 Millionen, über 20 Millionen.

02:28 Florian Heinemann: Also, das ist jemand, der macht irgendwas zwischen zweieinhalb und zehn Millionen normalerweise. Ja, und dann gucken wir mal, was dann letztendlich für uns für uns, also ob was für uns abfällt und was es dann sein wird.

02:42 Feliks Eyser: Darum sind gedrückt fürs dritte Meeting.

02:44 Florian Heinemann: Ja, ja, absolut. Also das ist genau, das wäre jetzt für unseren auch für den neuen PE-Fonds, den wir machen wollen. Also diesen Small Cap, Private Equity Fund. Genau, das wäre so der Das wäre so die Idee hier und genau, da sind wir auch gerade mitten in Gespräche.

02:58 Feliks Eyser: Sehr gut. Sonst was Neues bei euch? Neue Investments, was passiert seit dem letzten Mal?

03:03 Florian Heinemann: Ja, wir haben schon ein, zwei neue Investments gemacht. Also wir machen ja ungefähr jetzt so eins anderthalb im Monat aktuell, also schon viel.

03:10 Feliks Eyser: Also schon hohe Pace, oder? Also mehr als eins im Monat. Und alles AI und Defense oder andere Themen?

03:17 Florian Heinemann: Nee, also quer durch den Garten, also wirklich, was heißt quer durch den Garten? Wir haben ja diese entsprechenden Deep Dives, die wir, über die wir gesprochen hatten, davon ist eins European Resilience Schrägstrich Defense. Dann weiterhin sozusagen Global Supply Chains weiter ein Thema, aber auch sozusagen industrienahe Software-Themen, wo dann auch häufig AI eine Rolle spielt. Das ist eben weiterhin ein Thema und natürlich sozusagen AI insgesamt, also Applied AI in verschiedenen Veränderungen. Verticals oder Funktionen, das sind Sachen, die wir uns weiterhin angucken. Genau, also das ist so, und versuchen das so halbwegs gleich verteilt. Also die Fans nimmt ja bei uns relativ starken öffentlichen Wahrnehmungsteil ein, aber das ist eigentlich von den Investments, die wir machen, ist das eigentlich so um die 20, 25 Prozent. Also mehr ist das gar nicht.

04:02 Feliks Eyser: Okay, verstanden. Lass uns zu den Umschlägen kommen. Hier sind die fünf Umschläge mit den Fragen, die Florian Heinemann noch nie gestellt wurden. Die Zahlen sind 4, 5, 8, 9, 10. Kannst du eine aussuchen?

04:13 Florian Heinemann: Dann fangen wir einfach bei 10 an und gehen runter.

04:15 Feliks Eyser: Okay, gehen rückwärts. Okay. Wie gesagt, ich weiß selber nicht, was drinsteht, wir machen auf und ich bin so gespannt wie du. Oh. Flo, wann sind hohe Bewertungen schlecht für Founder, auch wenn sich der LinkedIn Post gut liest?

04:34 Wann sind hohe Bewertungen schlecht für Founder?

04:34 Florian Heinemann: Ja, ich glaube, das Missverständnis zu Bewertung steckt ja leider schon im Wort. Also Bewertung impliziert ja so ein bisschen die Firma wäre das gerade wert. So und ich glaube, das ist eines der größten Missverständnisse von Teilweise leider auch Gründern oder auch Menschen, die da, die da aktiv mitspielen. Eine Startup-Bewertung hat ja eigentlich nichts mit dem realen Wert der Firma in diesem Moment zu tun. Und das ist, glaube ich, ein, sondern es ist eigentlich nur. Das Bepreisen einer Chance, an der zukünftigen Wertentwicklung dieser Firma zu partizipieren. Das ist eigentlich das, was da gepreist wird. Und nicht der Reale Wert der Firma in dem Moment. Und das ist, glaube ich.

05:18 Feliks Eyser: Willst du sagen, eine 50 Millionen Bewertung ist es äquivalent dazu, dass du sagst, es ist eine 10% Wahrscheinlichkeit, dass es irgendwann mehr als 500 Millionen sein könnte?

05:26 Florian Heinemann: Also, könnte man dann, also das ist zumindest mal, glaube ich, die bessere Betrachtung, als zu sagen, die Firma ist jetzt gerade 50 Millionen wert oder sowas, ja. Also das ist Also, wie hoch jetzt die Wahrscheinlichkeiten sind, das ist natürlich dann, ist ja in jedem Fall dann wieder unterschiedlich. Weil du ja schon Firmen hast, die sozusagen so ein sehr starkes Zero to one Sozusagen, entweder es wird super oder es wird halt kompletter Failure. Da hast du natürlich dann andere Wahrscheinlichkeiten, die dem zugrunde liegen als Firmen, wo du sagst, da müssen jetzt drei, vier Sachen eintreten, aber eigentlich ist die Firma schon Die hat schon Kunden, so. Also, du hast, glaube ich, schon, die Wahrscheinlichkeiten sind, glaube ich, von Firma zu Firma sehr unterschiedlich. Aber genau das ist eigentlich so die richtige Betrachtungsweise. Und ich glaube, ein Problem sind hohe Bewertungen dann für Founder. wenn klar, also wenn eigentlich klar ist, dass sozusagen die Erwartungshaltung, die dann damit erzeugt wird, weil letztendlich ist eine manifestiert ja eine Bewertung, manifestiert eine Erwartungshaltung. Auch zu Recht von Menschen oder Firmen oder Institutionen, die da gerade in dem Moment investieren und sagen, ich glaube, die Firma ist das und das wert. In Zukunft. Und deswegen bin ich bereit, jetzt schon diesen Preis dafür zu bezahlen. So, und ich glaube, das Problem entsteht immer dann, wenn die Erwartungshaltung, die dadurch manifestiert wird, wenn die dann eigentlich zu hoch ist und letztendlich sich nicht realistisch erfüllen lässt. Und das gleiche gilt ja, wenn du zu viel Geld aufnimmst, das geht ja dann häufig damit einher. Dann ist das ja eine Liquidationspräferenz, die dann vor dir liegt, in der Regel, für die als Gründer, aber auch für deinen Mitarbeitern, vor deinen Early-Stage-Investoren, die dafür sind.

07:12 Feliks Eyser: In general DVCs, die wollen zuerst ihr Geld zurück, die Investoren kriegen zuerst was, was da reingeflossen ist. und danach wird verteilt, so sinngemäß, bist du vereinfacht?

07:18 Florian Heinemann: Genau, und da hast du halt einen Liquidationswasserfall letztendlich, der sich sozusagen aus den verschiedenen Runden, die dann erfolgt sind, ergibt Das kann man immer nochmal so ein bisschen nachverhalten verhandeln, aber ganz grob ist es halt so, die Leute, die als letztes investieren, kriegen als erstes ihr Geld wieder raus. Und dann kaskadiert sich das so ein Stück weit runter. Und das Problem entsteht eigentlich immer dann, wenn das Geld, was dann reingeflossen ist, nicht so wertstiftend investiert werden kann oder sozusagen in Arbeit gebracht werden kann. Dass daraus dann wiederum ein Wert entsteht, der sozusagen diese vorherige Bewertung rechtfertigt. Und häufig hast du eben sozusagen auch so ein Stück weit das Problem, muss man sagen, dass zu viel Geld zu einer zu hohen Bewertung auch undiszipliniertes Verhalten sozusagen. Ja, also wo du dann anfängst, zum Beispiel, ich habe hier mal ein sehr prominentes Beispiel aus Berlin, ohne da jetzt Namen zu nennen, die dann sagt, ja, wir haben jetzt hier 300 Millionen Euro aufgenommen. Wir machen das erstmal Büro auf in New York. Und da gibt es jetzt Massageliegen und so weiter. Dann sind so Aussagen gefallen wie: Ja, in Berlin, wir kriegen einfach kein Talent mehr in Berlin. Wir brauchen einfach jetzt, wir müssen einfach den New Yorker Talentpool anzapfen und dann wurde da. Genau, so und das kann alles sein, so, dass das auch so stimmt Aber in dem Moment, wenn man dann an, und auf die Idee wäre die Person oder der CEO damals wahrscheinlich gar nicht gekommen, wenn er nicht 300 Millionen eingesammelt hätte. Das heißt, man fängt dann schon an, zum Teil Dinge zu tun, die nicht ganz so Ja, schlau sind vielleicht im Nachhinein.

09:00 Feliks Eyser: Man geht ja auch die Probleme, damit Geld zu lösen. Also jedes Problem ist theoretisch löst man mit Geld und dann fängst du natürlich an. Geld gegen die Probleme zu werfen, wo du auf der anderen Seite wahrscheinlich, wenn du dich vielleicht mehr damit beschäftigt hättest, eine smartere Lösung gefunden hättest, ohne zehn Leute einzustellen dafür.

09:15 Florian Heinemann: Absolut. Und ich glaube, und man muss ja immer überlegen, auch in einer späterphasigen Runde Muss man im Prinzip es immer noch schaffen, wenn man 1 Euro investiert, daraus 3, 4, 5 Euro an Wert zu schaffen. Also das ist ja sozusagen, muss ja die Maßgabe sein. Und gerade wenn du dann anfängst, undiszipliniert zu werden, dann kann das so ein Problem werden. Und es kann natürlich auch einfach sein, dass du da gar nichts für kannst. Also viele Firmen, die jetzt sehr hohe Bewertungen bekommen haben in 2020, 2021 Da war das ja nicht die Schuld der Gründer, sondern natürlich genauso der Investoren und so weiter, die halt gesagt haben: da hat jetzt gerade Sequoia investiert oder Excel, jetzt schiebe ich als Softbank oder Tiger Global oder Coatue nochmal auf der dreifachen Bewertung. Geld hinterher. Und da ist es natürlich auch sehr schwer, dann zu sagen als Gründer, das macht keinen Sinn. Das mache ich jetzt nicht. Sondern das würde meine Firma eher in eine Schieflage bringen, sondern man denkt dann ja so ein bisschen, da gab es ja diese Kingmaker-Denke, du erinnerst dich.

10:14 Feliks Eyser: Solange du genug Geld reinsteckst, erzwingst du quasi, dass diese Firma irgendwann gewinnen wird.

10:19 Florian Heinemann: Genau, und das funktioniert ja auch für manche Bereiche, aber für die aller allermeisten Firmen würde ich sagen, ist diese Kingmaker-Denke Wahrscheinlich nicht die richtige, weil sie eben nicht zu einem Überprozel, weil das Gewinn in einem bestimmten Bereich Nicht unbedingt zu einer überproportionalen Wertentwicklung führt, die dann auch sozusagen dieses sehr hohe Investment rechtfertigt. Und du hast viele Firmen 2020, 2021. Da kann man gar nicht sagen, da war der Gründerschuld oder ne, also da war einfach die Gemengelage schuld, die jetzt dazu geführt hat, dass Die viele dieser Unternehmen immer noch auf dieser sehr hohen Bewertung sitzen, auf sehr hohen Liquidationspräferenz sitzen und dadurch eigentlich ein Distressed Asset sind. Auch wenn man wahrscheinlich aus der damaligen Sicht gar nicht gesagt hätte, die haben da was falsch gemacht. Also ich glaube, wie gesagt, das Wichtige ist, glaube ich, immer, man muss als Gründer, glaube ich, eine unabhängige Meinung bilden, wie viel Geld brauche ich jetzt eigentlich, um In meiner gegebenen Situation mich durchzusetzen am Markt, ich will ja schon zu den Gewinnern gehören. Und was ist sozusagen mein die richtige Geldmenge und wo fängt es dann eben an? Dann auch sozusagen dysfunktionale Verhaltensweisen hervorzurufen. Und ich glaube, das kann man nur für jede Firma einzeln beurteilen. Aber wichtig ist, glaube ich, als Gründer oder Gründerteam, dass man da eine ganz klare Meinung zu hat. Und sich im Prinzip nicht, die auch unabhängig sozusagen für sich entwickelt und sich eben nicht zu stark da treiben lässt von Investoren. und auch Möglichkeiten, die es da gibt. Weil viel Geld zu einer hohen Bewertung ist nicht immer gut.

11:58 Was passiert, wenn aus 5 Milliarden plötzlich 500 Millionen werden

11:58 Feliks Eyser: Was geht denn so ein Board Meeting ab, wenn das korrigiert wird? Also die Company, die gestern 5 Milliarden wert war und sagt, ich kann jetzt Geld raisen, aber bei 500 Millionen, also ein Zehntel, wo man sagen kann, ja, okay, eine Firma zu bauen, die 500 Millionen wert ist, Riesenleistung, aber Stichwort Erwartung von irgendjemand, der davor 5 Milliarden bezahlt hat, nicht erfüllt. Nimm uns mit in so ein Boardmeeting, was passiert da?

12:15 Florian Heinemann: Ja, also ich glaube, letztendlich irgendwann kommt ja der Moment der Wahrheit. Also irgendwer und in der Regel ist das ja dann entweder einer der bestehenden Investoren. Der sagt, ich nehme jetzt hier nochmal Geld in die Hand, aber dann gibt es ja diese Pay-to-Play-Konstellation letztendlich.

12:33 Feliks Eyser: Das bedeutet, alle müssen nochmal nachlegen. Wer nicht nachlegt, wird in der Regel sehr stark verwässert, also verliert ein Großteil seine Anteile.

12:39 Florian Heinemann: Genau, oder es kommt ein neuer Investor rein, der halt sagt, ich glaube an das Asset, aber wir können das nur dann hinbekommen, wenn wir wirklich Ja, den Captable letztendlich nochmal restrukturieren. Also letztendlich sagen, wir stellen die Liquidationspräferenz nochmal auf null, wir schauen an, wer ist sozusagen im Gründerteam wirklich noch Wertstiften, welche Mitarbeiter sind Wertstiften und das sind denn die Leute, die daran überproportional partizipieren sollten. Und alle anderen, die nehme ich jetzt mal hier so ein Stück weit aus dem Spiel. Und das muss halt in der Regel dann entweder ein bestehender Investor oder eine Gruppe von bestehenden Investoren oder ein neuer Investor machen. Häufiger wahrscheinlich ist es sogar noch ein bestehender Investor, weil viele neue Investoren sagen, Sagen, so, also bevor ihr eure Scheiße nicht aussortiert habt, will ich mich da auch nicht reinbegeben. Und die können natürlich auch den Kontext nicht so richtig einschätzen. Und letztendlich kommt es dann zu diesem Moment der Wahrheit. wo die Leute, die nicht mehr können oder wollen, dann letztendlich einen Vollabschreiber hinnehmen müssen oder einen weitgehenden Abschreiber. Aber das ja, aber zu diesem Moment muss es kommen, weil anders kannst du das ja gar nicht auflösen. Und letztendlich brauchst du halt jemanden, der dann eben sagt, ich glaube da nochmal dran. Und der sollte sich idealerweise eben mit den Teilen des Gründerteams oder des Management-Teams, die da auch dran glauben. So, und das ist ja sozusagen der eine Case und das ist ja eigentlich noch ein guter Case. Und der andere Case ist sozusagen einfach, dass man zu dem Schluss kommt. Das ist so Verfahren und letztendlich ist auch das Produkt, das wirst du natürlich jetzt auch ein Stück weit sehen, bei sozusagen veralteten Software-Stacks oder Ansätzen. Und das ist ja das Deprimierende. Also Dinge, die du vor zehn Jahren angefangen hast, können ja durchaus heute schon komplett veraltet sein. Das ist ja nicht nur nicht nur sozusagen so diese Legacy-Software, keine Ahnung, von der Deutschen Bank aus dem Keller. Das kann ja durchaus eben ja auch jetzt schon sein, so und und dann letztendlich entscheidet man sich wahrscheinlich dafür, dass niemand sozusagen den die sich da nochmal an die Spitze der Bewegung stellt und das Captable Cleaning erspart man sich und dann wird da irgendeine Art von Firesale dann vielleicht noch orchestriert und was aber letztendlich Ja, eine Art Insolvenzvermeidung ist. Und also offene Insolvenzvermeidung. Und das ist, das ist sicherlich auch ein Case und das ist natürlich nicht schön, ne, so ein Boardmeeting. Aber letztendlich, ich glaube, wenn da, wenn da alle halb Erwachsen sind, dann ist das auch okay. Also it's part of our business. Also wir wissen ja sogar, dass 50 Prozent der Firmen, wo wir investieren, als Frühphaseninvestor, wissen wir, dass wir darauf Geld verlieren werden. Nicht immer alles, aber schon Ein Teil und ich glaube, das ist if you have adults in the room, das sollte dann schon okay sein. Ja, da sollte jetzt auch keiner böse sein oder so. Das ist irgendwie, das ist halt im Venture-Geschäft so.

15:34 Feliks Eyser: Aber Takeaway ist vorsichtig sein mit hohen Bewertungen, so es liest sich gut, man freut sich mehr auf dem Konto zu haben. Mehr Geld ist ja erstmal besser als weniger Geld aus Founderperspektive, kann man mehr damit machen, ist klar, aber man schafft diese Erwartungshaltung und am Ende ist es ja auch eine Art von Verbindlichkeit. Also ich meine, es ist Eigenkapital. Das ist jetzt kein Kredit bei der Bank, aber man kann ja auch drauf schauen und sagen, es ist ja eigentlich teurer als ein Kredit, weil die Leute, die da Geld reingesteckt haben, wenn du 20 Millionen irgendwo investierst, dann willst du ja nicht nur die 20 Millionen zurück, du willst ja Mindestens mal 60, besser 100, besser 200. Also quasi die Verzinsung ist ja gar nicht so niedrig und diese Erwartung holt man sich natürlich ins Haus und ich glaube, das ist gut abgeklärt. drauf zu gucken, vor allem vor dem Hintergrund, dass die Incentives von allen, die im Tisch sitzen, ja erstmal sind, macht die Upround und eine hohe Bewertung, liest sich erstmal in der Excel-Tabelle auch gut, auch für die VCs, die vielleicht schon drin sind und so weiter. Also ich glaube, das ist einfach ein Grund, wo man ein bisschen ein bisschen abgeklärt drauf gucken muss.

16:24 Florian Heinemann: Genau, wichtig ist halt wirklich als Gründer, sich da eine unabhängige Meinung zu bilden oder als Gründerteam. Weil die Incentives, also wir als VCs haben ja immer den Anreiz Sozusagen, dass du eben zu diesen Outline gehörst. Also du solltest ja sozusagen deine Risikokurve immer möglichst steil stellen. Das ist ja unser Interesse. Weil, wenn du kein Gewinner bist, dann bist du eigentlich finanziell irrelevant. Also jetzt mal so Ganz vereinfacht. So, und das ist ja nicht unbedingt dein Anreiz als als Unternehmer, ne? Weil das oder Unternehmerin, dein Anreiz ist ja sozusagen das Beste aus deiner Firma zu machen. Das kann dieser Weg sein. Wenn es klappt, ist auch alles gut. Aber man muss ja die Wahrscheinlichkeit, dass du auf diesem Unicorn, Outlier, whatever the way is, sozusagen sinnvoll dich befindest. Das muss man sich halt immer klar machen.

17:12 Feliks Eyser: Und das ist ja durch das, was man tut, man verkleinert ja erstmal seinen Optionsraum. Also mit Geld, was du aufnimmst, so schaffst du dir hohe Erwartungen und kannst dann nicht mehr zur Bewertung von gestern verkaufen, weil du weil du die Optionen ein bisschen reduziert hast.

17:23 Florian Heinemann: Ja, und das ist ja nochmal das, vielleicht letztes Thema nochmal das Thema Pfadabhängigkeit, von dem wir gerade schon mal beim letzten Mal gesprochen haben. Wenn du einmal auf dem Scheißpfad bist, auf dem Distresspfad. Ist es sauschwer, da wieder rauszukommen. Das ist halt so ein bisschen das Problem. Genau. Aber kommen wir zur nächsten Frage.

17:43 Feliks Eyser: Okay, wirst du Nummer 4. Gerne. Oder nee, du wolltest rückwärts machen. Nummer 9.

17:47 Florian Heinemann: Rückwärts. Ja, machen wir neun. Ja, super.

17:49 Sind WHU und Goldman als Gründer noch gefragt?

17:49 Feliks Eyser: Okay, machen wir neun. Pass auf. Was steht hier drin? Oh, das ist eine Mogelpackung. Ist keine Frage drin. Warte, das ist ungewöhnlich, aber pass mal auf, ich hab noch eine elf. Wer hatten Extraumschläge gemacht? Okay, müssen wir für unsere Checkliste nächstes Mal sicherstellen, dass genug Fragen drin sind? Okay, aber wir haben ja eine. Haben WHU und Goldman Founder ausgedient in Zeiten von AI oder sind die gerade jetzt gefragt? Weil Claude Code der Technical Co-Founder ist.

18:29 Florian Heinemann: WHU und Goldman haben natürlich erstmal nie ausgedient. Das ist ja schon mal, das ist ja schon mal ganz wichtig. Nein, also vielleicht auch für die Zührer, ich bin ja auch WHU-Absolvent, insofern sozusagen hoffe ich natürlich nicht, dass ich ausgedehnt habe. Aber nein, es ist. Ich glaube, man kann es so oder so sehen. Ich glaube, du brauchst weiterhin, glaube ich, einen. Technischen oder sozusagen Produktarchitekten-Founder. So, jetzt kann man natürlich argumentieren Dieser Produktarchitekt, das kann theoretisch natürlich auch jemand sein, der jetzt BWL studiert hat oder bei Goldman war oder bei McKinsey oder sonst irgendwas. Dagegen spricht jetzt, glaube ich, erstmal nichts. Würdest du in zwei BWL-er investieren, die eine Tech-Companie bauen? Also Es kommt sehr auf die BWLA an. Also, wenn es sozusagen das ist, was man mit diesem Klischee, was da ja so ein bisschen dahinter steht, gerade, was man damit verbindet, wenn das. Das Team ist, dann wahrscheinlich er nicht. Also, wir suchen eigentlich schon nach Teams in der Regel, wo eine gewisse technische Expertise schon im Gründerteam vorhanden ist. Oder wo zumindest eine ganz klare Produktperspektive, äh, sozusagen Expertise oder Talent oder Zugang zu diesem Produkt Thema im Gründerteam vertreten ist. Das ist schon so. Und das ist häufig nicht das reine WHU-Team. Das heißt nicht, dass der WHUler in einem Team von zwei oder drei Leuten keine Rolle spielen kann, sondern das ist eigentlich eher sozusagen Das sind wahrscheinlich die meisten Teams, wo wir investieren. Da hast du immer irgendeine Art von Commercial-Person kombiniert mit einer technischen Person. Das ist eigentlich sozusagen wahrscheinlich das, wonach die meisten VCs mittlerweile Hat sich das geändert über die Zeit?

20:20 Feliks Eyser: Also wenn du überlegst, wie die Kohorte in der ihr angefangen habt, so viele E-Commerce Ventures, so die Zalandos und HelloFresh dieser Welt, so waren ja oft Companies, die quasi. Ich sag mal, Marketing und BWL-lastig geprägt waren, weil es da auch Consumer Cases waren und Marketing eine große Rolle gespielt hat. Habt ihr da jetzt eine Änderung gesehen in den letzten fünf Jahren?

20:36 Florian Heinemann: Total. Ja, ja. Das hat sich total geändert. Und das ist schon auch ein Thema natürlich, dass ich glaube, Business Schools, egal ob es jetzt die WHU ist oder andere, schon sozusagen irgendwie schauen müssen. dass ihre Vertreter, und das ist ja das Tolle auch an so einem Unternehmertum-Modell, ne, wurde sozusagen so dieses sehr Natürliche Zusammenspiel, Unternehmertum aus München, wo du so dieses sehr natürliche Zusammenspiel hast von technischeren Personen und kommerzielleren Personen. Die dann eben auch zusammen studieren, die sich sehr natürlich begegnen. Das musst du, glaube ich, als Business School schon sicherstellen. Du musst erstmal überhaupt nichts, aber wenn du sozusagen meinst, als Business School eine Rolle zu spielen, auch in diesem Entrepreneurship. Kontext, dann ist es, glaube ich, wichtig, dass dieses natürliche Umgeben mit Leuten aus verschiedenen Disziplinen, die dann gemeinsam mit deinen Absolventen oder Studenten was unternehmen Das muss man, glaube ich, schon sicherstellen. Und das ist eben, das ist, glaube ich, schon die Aufgabe von Business Schools, das sicher das sicherzustellen. Weil ich würde dir schon recht geben. Also die Wahrscheinlichkeit, dass wir ein reines WHU-Team oder ein reines Goldman-Team oder sowas becken würden, ist sicherlich deutlich geringer, was ich einfach aus den. Aus den anderen Business-Modellen ergibt. . Also ich meine, wir haben jetzt ja, als wir angefangen haben, 2012 haben wir wahrscheinlich 90% oder 80% B2C gemacht. Jetzt ist es irgendwie 90% B2B. Alleine daraus ergibt sich das schon ein Stück weit. Ja, trotzdem ist jetzt auch nicht die Lösung. Ich meine, das, was du in, was du in den USA ja häufig siehst, so diese auch teilweise reinen Engineering-Teams. Das hat dann auch wieder andere Komplexitäten, weil du brauchst natürlich schon dann auch jemanden, der wirklich diese kommerzielle Brille aufhat, der Fundraising gerne macht und so weiter, der dir dieses Storytelling-Element reinbringt. So, also da hast du sicherlich bei dreien technischen Teams auch häufig ein Defizit. Also das Perfekte ist schon sozusagen so dieses, dieses Zusammenspiel. Das ist aber natürlich gar nicht so einfach. Das merkt man ja auch jeder, der sozusagen mal. Zeit an der technischen Hochschule verbracht hat. Man muss schon wirklich auch Zeit investieren. Die Menschen sprechen dann zwar alle Deutsch oder oder Englisch oder was auch immer. Aber das ist dann schon häufig eine andere Sozialisation. Und ich glaube, die Zeit zu investieren, deswegen sind, glaube ich, auch diese Programme wie Unternehmertum so wichtig. weil einem das quasi die Zeit gibt, über einen oder in den Raum gibt, über einen relativ langen Zeitraum, ziemlich natürlich Über diese Fachgrenzen hinweg miteinander zu interagieren. Weil das ist, glaube ich, sozusagen, das ist ja das Gleiche bei diversen Teams. Diverse Teams sind super. Aber nur dann, wenn du sozusagen die Dysfunktionalität, die damit einhergeht, wenn die Leute nicht vernünftig miteinander kommunizieren. wenn du quasi gelernt hast, damit umzugehen. Und deswegen kann man nicht einfach sagen, jetzt machst du hier den Techie und den BWLer, die machen das jetzt zusammen und das wird super. Das wird halt nur dann super, wenn die wirklich miteinander konstruktiv produktiv kommunizieren können und das braucht auch ein gewisses Erlernen, wie das eigentlich geht. Und das, damit das natürlich funktioniert, auch unter Druck und so. Deswegen ist es gar nicht so einfach, wie man das immer so. Also es ist ja, wir haben Auch hier einige Gründer, die ja sagen, ich suche jetzt hier nur nochmal einen Technical Co-Founder und dann geht's los. Das ist eben schon häufig gar nicht so trivial, da jemanden zu haben, mit dem du dann auch unter Druck eine Kommunikationsebene hast, die dann wirklich produktiv ist und eben nicht ins Dysfunktionale irgendwie abgleitet. Ja.

24:25 Feliks Eyser: Ja, okay. Also früh Exposure suchen quasi zu Techis, wenn man BWLer ist, andersrum zu BWLern, wenn man Techis ist und probieren die Personen in echten Projekten kennenzulernen und nicht irgendwie jemanden kennenzulernen, morgen eine Firma gemeinsam zu gründen.

24:37 Florian Heinemann: Genau. Und ich glaube, wichtig ist nochmal, der BWLer, den brauchst du jetzt nicht unbedingt, weil er jetzt irgendwie so ein bisschen Buchhaltung kann oder so, ne? Sondern es geht jetzt weniger um den BWL-er, sondern es geht, glaube ich, eher um dieses. Kommerzielle Mindset das verkaufen können und wollen. . So als es jetzt, also weil ich glaube, sozusagen jetzt das BWL-Studium an sich, darüber kann man sich jetzt streiten. So, ähm, wie werthaltig das jetzt ist, mal abgesehen von irgendwelchen vielleicht Steuerthemen oder Finance oder so, wo du jetzt wirklich inhaltlich Themen lernst, sondern es ist häufig eher ein Mindset und ein Persönlichkeitsprofil, was du halt vertreten haben musst, was du eben häufig in so kommerzieller orientierteren Studiengängen vertreten hast. Das ist, glaube ich, da ist, glaube ich, das Wichtigere, weil ich meine, das sieht man auch immer, wenn du dann irgendwelche McKinsey Mini MBA Leute siehst, die dann irgendwas anders gemacht haben und dann machen die diesen McKinsey Mini-MBA da, ich weiß jetzt nicht genau, wie es heißt, sechs Wochen BWL für Runaways, ne? Und dann sind die eigentlich okay. Ja, was so dieses Fachwissen angeht, sondern es ist eher ein Persönlichkeitsprofil oder eine Persönlichkeitsstruktur, die du haben solltest im Team, als jetzt sozusagen das wirkliche Fachwissen an BWL.

25:41 Feliks Eyser: Ja, und das ist ja durch AI mittlerweile immer mehr Commodity im Zweifel, aber du sagst quasi, die wichtige Komponente ist eher die menschliche, so diese Ein Builder braucht einen Seller und Seller heißt halt im Zweifel Kundengewinn, Investoren gewinnen, Mitarbeiter gewinnen, Partner gewinnen, Lieferanten gewinnen. Also am Ende muss er ganz viel überzeugen und die Person zu haben, die überzeugt, die brauchst du in jedem Fall.

26:04 Florian Heinemann: Ja, absolut.

26:08 Feliks Eyser: Vielleicht droppt der Gast, der nächste Woche über Founder Mode kommt, den einen Insight, der euch dabei hilft, eure Firma aufs nächste Level zu bringen. Deswegen. Vergesst nicht, den Channel zu abonnieren und keine Founder-Mode-Episode zu verpassen. . Danke. Nummer 8 Machen wir. Ich hoffe wirklich, dass. . Nicht schon wieder so ein Song. Oh, da ist eine große drin. Oh, okay. Ihr macht Defense Investments, hast du gesagt? Pressewirksam, 25% eure Investments sind in dem Bereich.

26:41 Florian Heinemann: Ja, im Bereich Resilience unter anderem ich fans, genau.

26:43 Was würde Project A kosten, wenn auf der Welt Frieden wäre?

26:43 Feliks Eyser: Okay. Also, spicy question. Wie viel würde es Project A kosten, wenn auf der Welt für immer Frieden wäre?

26:52 Florian Heinemann: Hm. Ja, ist eine gute Frage. Die Frage ist was führt zu Zu dem, dass auf der Welt immer Frieden ist. Also, man muss ja sagen, die längste Periode des Friedens, die wir jetzt so hatten, die haben wir jetzt ja gerade in der jüngeren Menschheitsgeschichte. Also zumindest mal Frieden in Kern Europa, wo ja sonst eigentlich immer die großen Auseinandersetzungen und Weltkriege entstanden sind. Die stabilste Phase, sozusagen, ist ja letztendlich aus dem Zweiten Weltkrieg entstanden und der Weltordnung, die sich daraus dann ergeben hat, ne, da hast du einer Seite Satz eine Vereinte Nation, aber dann hast du zum anderen natürlich auch sozusagen eine klar in zwei Blöcke aufgeteilte Welt, sozusagen von zwei Supermächten mit ihren entsprechenden Verbündnisstrukturen dahinter. Das hat ja schon War zwar zum Teil sicherlich sehr unangenehm, aber hat natürlich schon für eine große Stabilität gesorgt. Und die Frage ist natürlich, was für zufrieden? Also realistisch unter den Voraussetzungen, dass die Erde ja nun mal von Menschen bevölkert ist, die gewisse Persönlichkeitsstrukturen halt haben. Und ich glaube, wenn man davon überzeugt wäre, dass sozusagen der Mensch Dauerhaft auf kriegerische Auseinandersetzung verzichten würde, dann könnte man ja glauben, also Dass sozusagen Frieden entstehen würde, wenn halt keiner Waffen hätte. Da gäbe es ja gar nicht die Möglichkeit. Und da muss man sich halt fragen, ist das realistisch so, ne? Also, oder ist die stabilere Lösung oder die realistischere oder pragmatischere Lösung, um Frieden herbeizuführen, nicht eher die dass quasi das Verzichten auf kriegerische Handlungen durch Abschreckung entsteht, weil eben die Kosten einer kriegerischen Auseinandersetzung prohibitiv hoch empfunden werden von der Person, die halt der Aggressor oder von der Nation, die der Aggressor wäre. So, und ich glaube, so ein bisschen hängt das dann vom eigenen Weltbild ab. Für wie realistisch erachtest du es Dass Menschen quasi sich nicht mehr gewaltbasiert auseinandersetzen würden, wenn Sozusagen Waffen fehlen würden, komplett. Und wäre das ein Zustand dauerhafter Stabilität so? Und da glaube ich ehrlicherweise auf Basis meiner bisherigen Erfahrung. Nicht so richtig dran. Das heißt, meine Vermutung wäre schon, dass ja wahrscheinlich der Zustand der gegenseitigen Abschreckung vermutlich der stabilere ist als Der Zustand, der es gibt keine Waffen und daran halten sich auch alle. Ich weiß nicht, ob das dauerhaft der Fall wäre, weil das Problem ist ja, wenn dann da irgendwer ausbricht. Und dann sind die Kosten einer Auseinandersetzung ja sehr gering im Verhältnis, wenn du einer der wenigen bist, die dann daraus ausbrechen. Deswegen weiß ich gar nicht, wenn das dein Weltbild ist, also dass sozusagen eher ein abschreckungsbasiertes Weltbild das realistischere ist, weil es einfach zur menschlichen Natur passt. Dann würde es uns wahrscheinlich gar nicht so wahnsinnig viel kosten. Es ist aber natürlich trotzdem schade, das muss man schon sagen. wenn drei, vier, fünf, sechs Prozent des der Wirtschaftsleistungen eines Landes oder in Polen, sind wir jetzt, glaube ich, bei acht, für solche Sachen ausgegeben werden. Also es wäre natürlich schön, und das war ja auch die Idee der Abrüstungsverträge, ne, ja, auch schon zu Zeiten des Kalten Krieges Dass einfach gewisse Waffenarsenale parallel runtergefahren werden, wo du sagst, du hast immer noch gewisse Abschreckungswirkungen, aber der Gesamtaufwand und die Gesamtinvestitionen in diese Themen von der Gesamtwirtschaftsleistung, die die Sozusagen erbracht wird, der wird einfach parallel im gegenseitigen Konsens runtergefahren. Das ist ja sozusagen Eigentlich eine Welt, die ja gar nicht schlecht funktioniert hat, wo wir dann als Deutschland nur noch 1,5% oder sowas für die Bundeswehr ausgegeben haben. Ich glaube, das ist schon realistisch, dass wir wieder in so eine Welt zurückkommen. Und wahrscheinlich kostet uns das dann perspektivisch auch ein bisschen Geld. So, ne, also das, weil dann einfach die Chancen andere sind. Aber das ist jetzt ehrlicherweise auch nicht schlimm. Also genauso wenig, also es dann kümmern wir uns halt um den nächsten Bereich der Innovation. der, der dann eben Überrenditen hoffentlich verspricht. Also da wäre ich ehrlicherweise froh, ja. Also da gibt es ja genug andere Themen, wo dann hoffentlich Energie was ich ob es jetzt eben um Energieversorgung ist, ob es Space ist, ob es alle möchten die Tech Kategorien sind Also ich glaube dann, deswegen machen wir ja bewusst diesen Ansatz, dass wir nur 20 Prozent oder 25% in einen Bereich investieren, weil wir eben bewusst sagen, kein Mensch weiß, wie lange das anhält. Und wir wollen uns eben nicht von einem Bereich abhängig machen. Das ist ja letztendlich schon ein Eingeständnis genau dessen. Also sorry, etwas längliche Antwort, aber ja.

32:06 In welche Waffen Project A bewusst nicht investiert

32:06 Feliks Eyser: Habt ihr rote Linien dir nicht überschreitet bei den Investments? Also im Sinne, du kannst ja viel als Defense klassifizieren, da schießt jemand eine Drohne auf mich, ich hole die vom Himmel so. Das ist erstmal Verteidigung, jetzt kannst du sagen, das Department of Defense in den USA, das heißt es mittlerweile Department of War, also heißt die Kategorien, die du investierst, jetzt Wartech. Das wäre irgendwie schon komisch. Was sind bei euch intern, wenn ihr darüber diskutiert, die roten Linien, wo du sagst, das machen wir, aber das machen wir nicht?

32:34 Florian Heinemann: Ja, also ich glaube, das ist ja relativ klar klassifiziert auch, ne? In diesem Bereich, da gibt es klare Klassifikationen. Also erstmal ist es ja so, Bis wir überhaupt unseren Defense-Fund jetzt gerade ja erst haben, der in der Lage ist, auch in bewaffnete Systeme investieren zu investieren, war es ja bislang so. Dass alle Themen, die wir gemacht haben, ja alles Dual-Use-Cases sein müssen. Also immer Cases, wo es auch einen zivilen Use Case gibt. Und auch einen, wo du nicht in bewaffnete Systeme investierst. Also sozusagen Wir haben bislang das erste Investment, was wir gemacht haben, in bewaffnete Systeme, ist stark. Das ist dann aber sozusagen aus einem extra Vehikel, was das auch darf. Alle unsere anderen Fonds dürfen nicht in bewaffnete Systeme investieren. Jetzt eben, wenn der Defense Fund live ist, dürfen wir das. Dann dürfen wir auch ein bewaffnetes System investieren, aber nur aus dem Fonds, wo auch dann sozusagen die Investoren gesagt haben, Wir sind damit fein. So, und selbst dort verzichten wir halt natürlich auf alles, was sogenannte controversial weapons sind. Also, das wären so etwas wie Landminen. Chemiewaffen, also alles, was sozusagen sozusagen in diesem Bereich fällt, controversial weapons, das das wäre auch für uns eine rote Linie. Beim Rest, glaube ich, muss man schon sagen, so diese Grenze, selbst Dual-Use. Und was ist jetzt Angriff und was ist sozusagen Verteidigung? Das ist schon Ja, also die Grenzen sind da schon wahnsinnig fließend und es ist teilweise auch eine sehr sozusagen haarspalterische Diskussion. Ich glaube, wenn man generell in diesen Bereich reingeht. Dann muss man, glaube ich, fein damit sein, wenn man sagt, controversial weapons schließe ich aus, dass In dem Moment, wenn da irgendwie Sprengstoff verwendet wird und so weiter, dass da natürlich auch dann Personen zu Schaden kommen und und und sozusagen Es zu Schäden kommen wird. Das ist, glaube ich, völlig klar. Ich glaube, die Frage muss man für sich mit Ja beantworten. Aber ich glaube, in dem Moment, wenn man zu.

34:41 Feliks Eyser: Du bist nicht angegangen? Ich meine, du sitzt da und sagst, okay, ich dirigiere Geld in einen Bereich und ähm Ein zweifelsterbender Leute.

34:50 Florian Heinemann: Ja, aber ich glaube, das kommt wieder so ein bisschen auf die Frage zurück, die wir gerade hatten. Also, ich glaube, wenn da ein Weltbild halt ist, Frieden schaffen ohne Waffen. Das ist realistisch und ist mit der menschlichen Natur realistisch umsetzbar. Wenn das dein Weltbild ist, dann oder deine Überzeugung ist. Dann ist das falsch, dann sollte man das nicht tun. Ich glaube, da eben kann man jetzt sagen Das ist natürlich auch so ein bisschen the self-fulfilling prophecy. Ich glaube das ehrlicherweise nicht, aber das ist eine Gewissensfrage, die jeder für sich, glaube ich, selbst beantworten muss. Da gibt es keinen richtigen Falsch. Aber ich glaube, es wäre unrealistisch zu sagen. aus meiner Sicht, äh, dass eine Friedensschaffen ohne Waffen, sozusagen, Doktrin, dass die halt durchhaltbar ist in der Welt. Also ich beobachte eine Welt, Ob ich das jetzt gut finde oder nicht. Und das ist, glaube ich, nochmal ganz wichtig. Man muss ja unterscheiden zwischen, was finde ich gut oder was würde ich mir wünschen. Und was halte ich für realistisch? Und ich glaube, diese Unterscheidung für sich zu treffen, ist, glaube ich, total wichtig, weil ich habe, ich beobachte häufig Menschen. die diese beiden Themen nicht auseinanderhalten können.

36:12 Feliks Eyser: Die moralische Ebene, nicht von der pragmatischen quasi ab.

36:16 Florian Heinemann: Und mit dem, was ich beobachte, ist, ist eher eine Welt, wo du sagst. Der mächtige wirtschaftliche und militärische wird im Prinzip durchsetzen können, wie diese Welt funktioniert und sehr stark beeinflussen können, wie diese Welt funktioniert. Und die, die das nicht können, Also wirtschaftliche und militärische Macht haben, so diese Kategorie der moralischen Macht, sag ich jetzt mal. Die ist nach meiner Wahrnehmung, und wie gesagt, ich finde das nicht gut, aber ich beobachte das, die moralische Deutungshoheit zu haben, das Nehme ich zumindest wahr, verliert in dieser Welt gerade an Bedeutung oder hat in dieser Welt an Bedeutung verloren. Das heißt, wenn ich sozusagen gewisse Wertesysteme durchsetzen will und wenn ich eine gewisse Moralvorstellung durchsetzen will, Kann ich das nur, wenn ich über ausreichend wirtschaftliche und militärische Macht verfüge? Und dann ist mir das lieber, das so zu machen. Als sozusagen naiv zu scheitern, sage ich jetzt mal. Aber wie gesagt, das ist meine Sicht. Da gibt es auch, glaube ich, keinen richtig oder falsch, sondern da muss, glaube ich, jeder seinen Frieden mitmachen. Ich würde zumindest Für mich jetzt in Anspruch nehmen, ich glaube, wie gesagt, diese Friedensschaffen ohne Waffendoktrin, dass das jetzt dazu beitragen würde, dass Europa weiterhin sozusagen seinen Wertekosmos so verteidigen kann, ja Das halte ich offen gestanden für naiv. Ich würde, glaube ich, schon von Menschen erwarten, wenn sie auf die Welt gucken, dass sie das akzeptieren. Das heißt nicht, und das ist, glaube ich, dabei der nächste Schritt. Dass man da aktiv dran teilhaben muss. Also, wir sind ja dann da sozusagen nochmal einen Schritt weitergegangen für uns und haben gesagt: wir sehen, dass die Welt sich so entwickelt. Punkt. Die nächste Frage ist ja dann nochmal, Heißt das, dass du dann ein aktiver Teilnehmer bist in dieser Bewegung? Und da haben wir uns jetzt eben dafür entschieden, ein Stück weit Ja, das zu machen. Und das ist natürlich sozusagen das ist, finde ich, das muss jeder dann auch für sich nochmal wieder beantworten. Aber ich glaube sozusagen Ich würde schon sagen, wenn man zumindest nicht anerkennt, dass sozusagen die Welt sich gerade so entwickelt hat, die letzten zehn Jahre. Dass man ohne wirtschaftliche und militärische Macht dort einfach eine geringere Rolle spielt, einen geringeren Einfluss hat. Ich glaube, das halte ich dann schon ein Stück weit für weltfremd und für naiv, wenn man das nicht zumindest anerkennt. Unabhängig von der Frage, ob man jetzt da aktiv teilnehmen will oder nicht. Aber ich glaube, sozusagen, mir jetzt da vorwerfen zu lassen, dass wir quasi Kriegstreiber werden oder so. Also das würde ich von mir weisen. Wie gesagt, die Frage, ob man da jetzt aktiv dran teilhaben will oder nicht, das steht nochmal auf einem ganz anderen Blatt.

39:04 Feliks Eyser: Ja, verstanden.

39:07 Florian Heinemann: Aber wie gesagt, also da muss jeder für sich seinen eigenen Reim drauf machen, weil ich glaube, da gibt es wirklich keinen richtig oder falsch.

39:14 Feliks Eyser: Umschlag 5.

39:17 Florian Heinemann: Aber spannende Frage.

39:21 Warum Venture Capital für 80 Prozent aller Firmen kaputt ist

39:21 Feliks Eyser: Was ist der Fehler am aktuellen System Venture Capital?

39:26 Florian Heinemann: Ah, es gibt viele Fehler. Wo soll ich anfangen? Wo soll ich anfangen? Also Es gibt, glaube ich, eine Reihe von Fehlern. Und ein Fehler ist sicherlich, es entstehen viele gute Dinge hier an Wissen, an IP und Know-how und so weiter. Und Venture Capital ist eben nicht dafür gemacht, aus allem, was hier entsteht, dass sozusagen das Potenzial, dann wirklich von allen Dingen, auch gerade was Wissen angeht, das möglichst optimal case by case in irgendeiner Weise in die Welt zu bringen. Sondern das Venture Capital System ist darauf ausgerichtet, Die Hit Cases, die entsprechend zu supporten, weil da halt die Wertgenerierung entsteht. In dem Moment, wenn man nicht zu diesen Top 10, 20 Prozent der Firmen gehört oder 25, wo auch immer jetzt die Grenze ist, dann ist das Venture Capital System wahrscheinlich ein Stück weit dysfunktional, weil es eben nicht dabei hilft, das Potenzial dieser Unternehmen kontextgerecht wirklich zu maximieren.

40:36 Feliks Eyser: Also ein besseres System, weil auf der anderen Seite kannst du sagen, na gut, es gibt ja auch Banken, die leihen dir Geld, aber die sind ja auch nicht geeignet für diese Sache.

40:42 Florian Heinemann: Nee, absolut. Und das ist halt die Scheiße. Wenn du einmal sozusagen diesem, diese Pfadabhängigkeit, die wir ja schon an anderen Stellen hatten, die ist wahnsinnig schwer aufzulösen. Wenn du einmal merkst, ich bin eigentlich jetzt nicht der Venture Case, ich müsste mich eigentlich anders entwickeln, dann brauchst du eigentlich einen kompletten Reset. So, und das ist das, das, also Venture ist eigentlich nur gemacht für Unternehmen, die halt so durch die Welt laufen. Und in dem Moment.

41:11 Feliks Eyser: Eine Möglichkeit, in dem Fall die Anteile zurückzugeben, zu sagen, hey, ihr seid im Mittelfeld und ihr werdet meinen Fonds nicht returnen. Das haben wir jetzt probiert und das macht am Ende auch keinen Unterschied, ob der jetzt irgendwie 2% mehr oder weniger bringt. Hier sind die Anteile, liebe Gründer, macht weiter.

41:24 Florian Heinemann: Ja, aber auch das, das Problem ist grundsätzlich, und da siehst du halt die nächste Schwäche an diesem Modell. Du hast halt immer verschiedene Owner und Angels und VCs und Gründer. Deren Interessen nicht miteinander allein sind und keiner hat so richtig das letztendlich das sagen. Du hast zu viele Parteien um bei einer Mittelfeldcompany oder untere Mittelfeldcompany handlungsfähig zu sein. Und das ist wahrscheinlich, das ist halt sozusagen mit einer der Gründe, dass eben sozusagen so diese Potenzial sozusagen dieses Potenzialheben von allen Firmen dann eben doch nicht funktioniert, weil in dem Moment, wenn du jetzt eben kein Top 20%-Company bist. Fehlt dir halt die Handlungsfähigkeit, weil halt keiner so richtig den Durchgriff hat. Das heißt, du musst immer Allianzen bilden und die Leute haben unterschiedliche Interessen. Da hast du einen Fonds, ne? Der raised gerade Funs. Der will jetzt nicht. Der baut ein gutes. Der kann es nicht was abschreiben. So, dann hast du den Gründer, der gesagt hat: ich hab jetzt in dieses Scheiß-Ding sechs Jahre meines Lebens gesteckt. Das ist eine geile Company. So, und ist vielleicht kein VC-Case, aber ist trotzdem eine gute Company. Dann hast du sozusagen den ehemaligen Gründer, der raus ist, der gesagt hat: ich bin jetzt ja bei weiter Shareholder und Als ich da noch drin war, da war es eine Super Company. So, und jetzt machen die hier mein Lebenswert. So, ne? Und dann hast du so, und dann, äh, also insofern in dieser Gemengellage. Objektiv dann noch den richtigen Weg zu finden. Und ich glaube, das ist mit wahrscheinlich die größte Schwäche des VC-Systems. Das ist quasi in dem Moment, wenn eine Firma nicht auf diesem Pfad sich vernünftig bewegt, Hast du eigentlich nicht die Handlungsfähigkeit, den Pfad zu wechseln? Und da ist eine Chance. Das ist nur wahnsinnig viel Arbeit. Aber dafür, das gibt es ja auch immer mal wieder so Distressed Asset Und Distressed muss gar nicht heißen, sozusagen die Firma läuft scheiße, sondern aber, dass du sagst, also ich nenne es jetzt mal so Distressed Asset Gatherer, die dann sagen: Ich komme, ich löse die Situation auf, Und ich überführe diese Firma auf ihren neuen Pfad. Aber das bedingt halt relativ viel Arbeit und Ärger. Es gibt es übrigens auch ja im PE-Bereich, gibt es ja Distressed Funds, die sehr, sehr gut funktionieren. Und eine ziemlich professionelle Maschinerie, da, ich meine, es gibt ja eine Reihe von größeren sozusagen Auch Unternehmensgruppen, die entstanden sind aus Distressed Assets, ne? Also jetzt nicht nur im Startup-Bereich, sondern insgesamt. So, und ich glaube, da ist eine Chance in der Tat auch da was zu tun auf der BC-Bereich.

44:04 Feliks Eyser: Also glaubst du eine Chance? sein, quasi speziell in diese Firmen reinzugehen, die jetzt nicht komplett im Arsch sind, aber jetzt auch nicht zum Dekakorn werden, sondern die in der Mitte und zu sagen, komm, ich biete da eine Lösung.

44:14 Florian Heinemann: Ich glaube, die gibt es, die ist nur im VC-Bereich viel nerviger herbeizuführen, aufgrund der verschiedenen Stakeholder mit unterschiedlichen Interessen, als wenn du halt eigentlich.

44:23 Feliks Eyser: Die ist ein VC-Bereich, wo es einen Owner gibt.

44:25 Florian Heinemann: Oder genau, oder ein Familienunternehmen, das halt einfach ins Schieflager geraten ist. Da hast du in der Regel halt eine Familie, mit der musst du halt verhandeln und dann hast du das. Und hier hast du halt unterschiedliche Interessen, die auch teilweise nicht rational sind, weil sie halt vom eigenen Fundraising abhängen. Und du hast gleichzeitig relativ kleine Assets. Das ist ja sozusagen das nächste. Also du hast ja sozusagen, da machen sich die Leute dann halt weniger in die Mühe. Wahrscheinlich sozusagen, wenn es ein Thema gibt, was ein Problem ist oder ein Fehler im System, dann ist es eigentlich sozusagen so diese dieses sehr starre Fokussieren auf die Hits, was aus Wertperspektive total Sinn macht, aber natürlich wahnsinnig schade ist, weil es gibt, glaube ich, und das weißt du ja selbst: es gibt so viele schlaue Leute hier in diesem VC-Bereich. Die tolle Sachen machen. Und ein relevanter Teil der Dinge, die die Menschen hier machen und an IP generieren, ist leider für die Tonne. Und also ich rate auch immer jedem, der sozusagen mal so ein bisschen drauf guckt, sagt Ja, VC ist super und Startups ist super, aber du hast natürlich eine Talent Density im Schnitt. Wenn du das jetzt mit anderen Branchen vergleichst, die ist halt insane, weil die Leute sozusagen sozusagen Talent Density auf Substanz Ist ein echt schlechtes Ratio in der Startup-Welt. Also, wenn du dir Branchen nimmst, die wirklich eine Kack-Reputation haben, ne? Ist häufig sozusagen mit deinem Talent hast du häufig deutlich mehr Bang for the Buck als im VC-Bereich, wo du nur diese ganzen Heißdüsen hast.

45:59 Feliks Eyser: Das ist interessant, gell? Also ich meine, deswegen auch dieser ganze Space mit ETA, Entrepreneurship Through Acquitation. Quisition sei das jetzt über Searchfunds oder Rollups oder PEs, die die kleinere Firmen kaufen, teilweise Gruppen bilden. Wir hatten gerade hier die Jungs von Asipa da, die diese Arbeitsschutzfirmen zusammen gekauft haben. So, mega Erfolgscase, zwei BWL-er übrigens. So, da brauchst du die BWLer, weil es viel Finanzineering ist, Sales ist, Fundraising ist natürlich, da musst du jetzt kein Tech-Produkt entwickeln und Ist schon mein Eindruck auch in den letzten paar Jahren, dass das stark an Fahrt aufgenommen hat, sich zu überlegen, okay, auf der grünen Wiese was neu zu bauen, Erfolgswahrscheinlichkeit 10%, dass es funktioniert, da kaufe ich doch lieber was, was es schon gibt und investiere mein Talent in eine Branche, die von außen erstmal unsexy klingt. Aber unterm Strich halt super profitabel ist.

46:42 Florian Heinemann: Ja, absolut. Deswegen. Also, das ist so wahrscheinlich, wenn es ein Thema gibt, es gibt noch zig andere, aber das ist, finde ich, so, wenn du mal eine Flugebene höher, das ist wahrscheinlich somit das größte Problem.

46:52 Vor welchem Wort seiner Kinder hätte er Angst?

46:52 Feliks Eyser: Okay, eine Frage haben wir noch. Oh, das ist super zum Abschluss. Das ist perfekt gemacht hier mit der Reihenfolge. Du hast vier Kinder Wenn die dich in 20 Jahren beschreiben, bei welchem Wort hättest du Angst davor, es zu hören?

47:09 Florian Heinemann: Hm. Wahrscheinlich, wenn die mir sowas sagen würden wie engstirnig oder hat versucht, mich quasi in eine Richtung. Zu drängen. Das ist jetzt nicht ein Wort, aber mir fällt jetzt gerade kein besseres Wort ein. Also, dass sie quasi so ein bisschen das Gefühl gehabt hätten, dass ich ihnen irgendwas aufoktroyiert hätte. Ja, ähm sondern eigentlich ist ja mein Ziel, sie sozusagen dem zu unterstützen, wo sie halt gut sind und wo sie, also wo sie gut sind. Nicht nur das, worauf sie Bock haben. Also ich bin ja Ich bin da eher so Follow Your Strength als Follow Your Passion. Also idealerweise beides. Ich hoffe, dass sie das Gefühl hatten, dass ich sie sozusagen in dem, wie sie halt sind. Da geholfen habe, quasi ihr Potenzial zu entfalten. Ja. Und eben nicht zu engstirnig oder zu stark sozusagen selbst referenziert, da quasi. Selbstreferenziert ist vielleicht sogar fast noch der bessere Begriff. sie aus meiner Sicht zu stark eben da beurteilt oder beeinflusst zu haben. Das wäre wahrscheinlich das, wo ich am meisten Sorge vor hätte, wenn das das Gefühl gewesen wäre. Was ich hoffentlich nicht hinterlassen werde oder habe, bisher schon.

48:23 Was exzellente von mittelmäßigen Eltern unterscheidet

48:23 Feliks Eyser: Genau, ich glaube, das ist gib mir mal einen Tipp. Deine Kinder sind ein bisschen älter, meine sind sehr klein, da fängt es gerade die Erziehung an, die sind drei und eins. Was ist für dich der Unterschied zwischen mittelmäßiger und exzellenter Elternschaft?

48:36 Florian Heinemann: Ich glaube, das Wichtigste ist wirklich. Die Kinder in ihrer, also man denkt ja mal so, man müsste die alle gleich behandeln. So ein bisschen. Und ich glaube, und gleich behandeln. Ist ja eher sozusagen einer Abstraktionsebene höher gemeint mit Ihr kriegt alle die gleiche Liebe, ihr kriegt alle die gleiche Attention. Aber das heißt nicht unbedingt, dass sie alle sozusagen gleich behandelt werden. Also es kann es können unterschiedliche Schulen, unterschiedliche Sportarten, unterschiedliche Hobbys, unterschiedliche Arten von Freunden. Das Kann alles für die Persönlichkeit besser sein. Das heißt, man muss ihn nicht gleich behandeln, sondern man muss ihnen sozusagen nur das gleiche Maß an Ungeteilter Aufmerksamkeit und und Zuwendung quasi zukommen lassen. Und jeder sollte im Prinzip Die gleiche Chance haben, sich in seinen eigenen quasi Stärkenschwächen da irgendwie zu entwickeln. Und ich glaube, da das, das zu sehen, ne, und das ist ja gar nicht so einfach, weil man hat natürlich zu gewissen Dingen hat man eine größere Nähe und findet man besser und da kann man sich ja nicht von frei machen. Aber ich glaube, das schaffen, glaube ich, gute Eltern.

49:56 Feliks Eyser: Wenn eins deiner Kinder sagt, ich will VC werden, bist du dann stolz oder machst du dir Sorgen?

50:03 Florian Heinemann: Also ich glaube sozusagen, ja, es kommt halt drauf an. Es mag ja durchaus sein, dass das für das Kind Das Richtige ist. Also, ich würde es eben nur hinterfragen und sagen: Machst du das jetzt für dich? Oder machst du das für mich? Oder machst du das, weil du meinst, dass du es für mich machen müsstest? Und ich glaube, das ist ja sozusagen das Wichtige. Das heißt, da müsste man sicherlich eine Art Check nochmal, Zwischencheck nochmal gibt, kann man ja durchaus machen. Es gibt ja Assessment Center, da nochmal wirklich von sozusagen versuchen zu objektivieren, warum mein Der das jetzt, dass er das möchte. Meint er das aus, weil er glaubt wirklich, das ist mein Ding und ich kann das, glaube ich, auch gut? Oder meint er das, weil. Der halt sieht, dass das jetzt irgendwie bei uns so ganz gut funktioniert und deswegen das dann auch zu müssen oder so ein Stück weit aus Verpflichtung. Und das ist ja das, was du häufig bei Familienunternehmen hast, ne? Wo du dann sagst, die Kinder fühlen sich verpflichtet, da das Unternehmen weiterzuführen, obwohl sie eigentlich weder können noch wollen. Und das ist ja weder fürs Unternehmen gut, noch ist es für die für die Kinder gut und so. Und ich glaube, da so die das ist als VC relativ einfach, weil die Wahrscheinlichkeit, dass jetzt jemand dein hier als Partner reinrutscht in deine Firma.

51:25 Feliks Eyser: Das fährt auf Project A als Familienunternehmen.

51:28 Florian Heinemann: Aber das ist ja genau, das ist so das Gute ist ja, darauf sind Partnerschaften ja gar nicht angelegt. Also ich glaube, die wahrscheinlich, also es gibt sicherlich den einen oder anderen Sohn eines McKinsey Partners, der dann auch bei Kinseypartner wird, das gibt es sicherlich, aber das ist dann eben eher Zufall. So und da gibt es ja genügend Checks und Balances, um zu gucken, ob das wirklich sinnvoll ist und genauso ist es bei uns ja letztendlich auch. Also hier wird ja keiner jetzt der Kinder, der, also die Wahrscheinlichkeit, dass ein Kind eines aktuellen Partners oder Partnerin jetzt hier in 20 Jahren Partner wird oder wie lange auch immer es dauert oder 25, die Wahrscheinlichkeit ist ja nicht besonders hoch. Und das kann man jetzt nicht ausschließen, aber es ist eben Es wäre die absolute Ausnahme.

52:09 Feliks Eyser: Wir machen einen Check in den 20 Jahren, machen Vornemot.

52:11 Florian Heinemann: Werden wir mal sehen, wie dann die.

52:12 Feliks Eyser: Ja, genau. 2046. Flo, du musst los. Ich muss los. Wir sind durch mit den Umschlägen durch seine Studenten. Es hat wie immer Spaß gemacht. War ein cooler zweiter Teil. Deswegen, ich wusste, dass da noch ein paar coole Fragen drin sind. Vielen Dank für deine Erfahrungen. Und die Antworten.

52:27 Florian Heinemann: In diesem Sinne.

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