Von Ghost Kitchens zu Millionen-Supplements: Resilienz und Erfolg

mit Chanyu Xu, Seriengründerin und Gründerin von HER ONE

27. Dezember 2024 · 82 Min

Zusammenfassung

Chanyu Xu hat Hotel-Software verkauft, bevor Hotels SaaS kannten, und Ghost Kitchens gebaut, bevor es Lieferdienste gab. Nach Insolvenz und abgewickelten Startups führt sie heute HER ONE und hat einen achtstelligen Betrag eingesammelt.

Chanyu Xu erzählt im Founder-Mode-Gespräch (Remote-Aufnahme)
Chanyu Xu erzählt im Founder-Mode-Gespräch (Remote-Aufnahme)

In dieser Folge sprechen Feliks Eyser und Co-Host Moritz Blees mit Chanyu Xu. Sie ist mit dem chinesischen Restaurant ihrer Eltern aufgewachsen, hat dort gekellnert und die Bar geschmissen und mit 18 den Laden zehn Tage allein geführt, inklusive Buchhaltung und Kassensturz. Ihr erstes Startup war trotzdem Software: 2009 hat sie Customer Alliance mitgegründet, eine SaaS-Lösung für das Bewertungsmanagement von Hotels, und die Hotels per Telefon von A bis Z abtelefoniert.

Danach ging es ins Essen. Ende 2012, Anfang 2013 hat Chanyu eine der ersten Ghost Kitchens in Berlin gestartet, mit gesundem Essen nur für Lieferung. Die Küche kam auf den Plattformen schnell in die Top 10, doch Fahrer gab es noch nicht, also baute sie eine eigene Rollerflotte auf. Sie steckte ihr Erspartes hinein und meldete nach zwei Jahren Insolvenz an. Ein halbes bis dreiviertel Jahr später war die Lieferung durch Plattformen gelöst. Es folgten neun Monate als Country Co-Founder bei Eat First von Rocket Internet und Eating with the Chefs, Sterneküche im Sous-vide-Verfahren für zu Hause, das sie freiwillig abgewickelt hat.

„Ein großer Teil meiner Vita ist Scheitern.“
Chanyu Xu
Feliks Eyser im Gespräch mit Chanyu Xu (Remote-Aufnahme)
Feliks Eyser im Gespräch mit Chanyu Xu (Remote-Aufnahme)

2017 hat sie HER ONE gegründet: Nahrungsergänzungsmittel für Frauen, lange haltbar, ohne Kühlung und ohne Warmhalten. Nach einem Markenstreit musste die erste Produktion verschrottet werden, seit 2019 gehört ihr die Marke. Das Hauptprodukt Inner Beauty All-in-One enthält über 70 Vitamine, Mineralstoffe und Superfoods, das Sortiment umfasst rund 15 Produkte. Treue Kundinnen geben mehrere hundert Euro im Jahr aus. Vermarktet wird über Influencer, die oft seit Jahren Ambassadorinnen sind, über Paid Social und über Google, das für Chanyu das virtuelle Einkaufsregal ist.

Zur Finanzierung: HER ONE hat drei bis vier Runden gemacht, insgesamt einen achtstelligen Betrag, die Series A ist abgeschlossen, eine Series B ist in Planung. Als alleinige Gründerin wurde Chanyu zweimal abgesagt, einmal nach dem Investment-Komitee. Ihr Rat an andere Gründerinnen: nicht zu lange nachdenken, keine Angst vor dem Scheitern haben und nur Geld aufnehmen, wenn es nötig ist. Am Ende spricht sie über Trends: Health und Wellness, alkoholfreie und funktionale Getränke, Female Health und die GLP-1-Welle.

Zahlen aus der Folge

über 70
Vitamine, Mineralstoffe und Superfoods im Inner Beauty All-in-One
ca. 15
Produkte im Sortiment von HER ONE
mehrere hundert Euro
Jahresausgaben treuer Kundinnen, bei Super-Usern vierstellig
achtstellig
insgesamt eingesammeltes Kapital von HER ONE
4 weitere Zahlen
drei, vier Mal
Finanzierungsrunden seit 2017
ungefähr die Hälfte
des eingesammelten Geldes fließt in Marketing
knapp zwei Milliarden
Marktvolumen für Supplements in Deutschland laut Chanyu
10.000 Gerichte
Mindestmenge, ab der große Produzenten einsteigen

Worüber am meisten gesprochen wurde

Anteil an der Gesprächszeit, berechnet aus den Kapitel-Längen (ohne Intro).
Scheitern & Learnings
19 % · 13 Min
Food-Startups & Ghost Kitchens
18 % · 13 Min
Als Gründerin allein an der Spitze
17 % · 12 Min
Finanzierung & VC
17 % · 12 Min
HER ONE & Supplements
17 % · 12 Min
Trends & Märkte
12 % · 8 Min
Gesprächsverlauf

Kapitel

  1. 00:00Wer ist Chanyu Xu?Intro & Werdegang
  2. 11:56Die Herausforderung der Ghost KitchensFood-Startups & Ghost Kitchens
  3. 17:43Wiederaufbau und neue ChancenScheitern & Learnings
  4. 25:02Von Rocket zu neuen UnternehmungenFood-Startups & Ghost Kitchens
  5. 32:00Herausforderungen und Learnings beim UnternehmertumScheitern & Learnings
  6. 38:08Der Weg zu HerOne und Biohacking für FrauenHER ONE & Supplements
  7. 43:48Von der Gastronomie zu NahrungsergänzungsmittelnHER ONE & Supplements
  8. 50:03Venture Capital und UnternehmensfinanzierungFinanzierung & VC
  9. 56:52Fundraising und InvestorenstrategienFinanzierung & VC
  10. 01:01:59Internationale Märkte und ProduktentwicklungAls Gründerin allein an der Spitze
  11. 01:07:48Die Verantwortung als alleinige GründerinAls Gründerin allein an der Spitze
  12. 01:13:56Zukunftstrends im Food-BereichTrends & Märkte
  13. 01:18:09Marktchancen für GLP-1 ProdukteTrends & Märkte

Key Learnings

  1. 1

    Gründe beim ersten Mal mit Co-Foundern

    Chanyu hat sich selbst nicht immer daran gehalten, rät aber gerade First-Time-Foundern zu einem Gründerteam. Es hilft mental, wenn jemand anderes wirklich im selben Boot sitzt. Sie hatte das Glück, früh Business Angels und Mentoren zu haben, das hat nicht jede und jeder.

    32:00 · Herausforderungen und Learnings beim Unternehmertum
  2. 2

    Zu früh ist auch falsch

    Ihre Ghost Kitchen scheiterte vor allem an der Lieferung: Es gab noch keine Plattform-Fahrer, also brauchte sie eine eigene Rollerflotte für zwei, drei Stoßzeiten am Tag. Ein halbes bis dreiviertel Jahr nach der Insolvenz war genau dieses Problem gelöst. Für Chanyu ist Timing das A und O, der Markt muss eine Idee auch annehmen.

    11:56 · Die Herausforderung der Ghost Kitchens
  3. 3

    In der Insolvenz haftest du für Sozialabgaben privat

    Miete und andere Verbindlichkeiten deckt die GmbH-Struktur ab. Für die Lohnnebenkosten, also etwa die Krankenversicherungsbeiträge auf Arbeitgeberseite, haften Geschäftsführerinnen und Geschäftsführer aber auch nach der Insolvenz privat. Chanyus Rat: Schulde dem Staat niemals Geld. Feliks ergänzt, dass auch Firmenkreditkarten zu privater Haftung führen können.

    11:56 · Die Herausforderung der Ghost Kitchens
  4. 4

    Wähle ein Produkt, das die Logistik leicht macht

    Nach Ghost Kitchen, Schnelllieferung und Sterneküche hat Chanyu alles gestrichen, was frisch ist, gekühlt oder warmgehalten werden muss. Übrig blieben abgepackte, lange haltbare Produkte und damit Nahrungsergänzungsmittel, die sich einfach verschicken lassen.

    38:08 · Der Weg zu HerOne und Biohacking für Frauen
  5. 5

    Prüf dein Markenregister gründlich

    HER ONE startete 2018 unter einer anderen Marke. Nach einem Einspruch musste die erste, fertig produzierte Ware verschrottet werden und Ende 2018 alles mit neuer Marke neu beginnen. Die Empfehlung: 1.000 oder 2.000 Euro mehr ausgeben für einen erweiterten Check auf ähnlich klingende Marken.

    38:08 · Der Weg zu HerOne und Biohacking für Frauen
  6. 6

    Mach Influencer zu langfristigen Ambassadorinnen

    HER ONE hat 2019 mit Influencer-Marketing angefangen. Mit den besten Partnerinnen arbeitet die Marke seit zwei, drei Jahren, statt nur einmalige Kampagnen zu buchen. Der Rest geht in Paid Social und Google, wo HER ONE bestehende Nachfrage nach Stoffen wie Kollagen oder Ashwagandha bedient.

    50:03 · Venture Capital und Unternehmensfinanzierung
  7. 7

    Investoren, die dich wegen deines Geschlechts ablehnen, willst du nicht

    Chanyu wurde zweimal abgesagt, weil sie alleinige weibliche Gründerin ist, und musste sich Sätze über Frauen über 30 anhören. Mit Abstand sieht sie es so: Diese Leute willst du nicht auf dem Cap Table, die Reise dauert fünf bis zehn Jahre. Jedes Nein hat sie zum nächsten Gespräch gebracht.

    01:01:59 · Internationale Märkte und Produktentwicklung
  8. 8

    Raise nur, wenn du musst

    Mit jedem Euro steigt der Druck, und mit jeder Null mehr potenziert er sich. Chanyu rät, die Mehrheit so lange wie möglich zu behalten und auch nicht-verwässernde Wege wie staatliche Förderprogramme zu prüfen. Feliks ergänzt: Viele Teams können mit heutigen Tools vieles ohne Geld bauen, Fundraising darf kein Selbstzweck sein.

    01:07:48 · Die Verantwortung als alleinige Gründerin

Zitate

Chanyu Xu lacht
„Da sollten wir auch viel mehr die Angst davor verlieren. Also natürlich will auch nicht gerne scheitern. Niemand scheitert gerne.“
Chanyu Xu
„Ein großer Teil meiner Vita ist Scheitern.“
Chanyu Xu
„Timing ist tatsächlich das A und O.“
Chanyu Xu
„… solche Leute willst du gar nicht als Investoren haben.“
Chanyu Xu
„Das wichtigste für mich ist, do it, ehrlicherweise. Also don't overthink it.“
Chanyu Xu

Über den Gast

Chanyu Xu

Chanyu Xu

Seriengründerin und Gründerin von HER ONE · HER ONE, Customer Alliance

Chanyu Xu ist gebürtige Chinesin, in ganz Deutschland aufgewachsen und lebt seit 20 Jahren in Berlin. Im Restaurant ihrer Eltern hat sie früh mitgearbeitet und mit 18 die Leitung für zehn Tage allein übernommen. Nach dem Studium der Wirtschaftskommunikation an der UdK und einem Job bei Red Bull hat sie 2009 den Hotel-Software-Anbieter Customer Alliance mitgegründet, danach eine der ersten Ghost Kitchens in Berlin, bei Rocket Internet das Lieferkonzept Eat First mit aufgebaut und mit Eating with the Chefs Sterneküche nach Hause geliefert. 2017 hat sie HER ONE gegründet, eine Marke für Nahrungsergänzungsmittel für Frauen, die sie als alleinige Gründerin führt.

Häufige Fragen

Wer ist Chanyu Xu?

Chanyu Xu ist eine Berliner Seriengründerin. Sie hat 2009 den Hotel-Software-Anbieter Customer Alliance mitgegründet, danach eine Ghost Kitchen für gesundes Essen gestartet, bei Rocket Internet das Lieferkonzept Eat First aufgebaut und mit Eating with the Chefs Sterneküche nach Hause geliefert. Seit 2017 führt sie HER ONE.

Was ist HER ONE?

HER ONE ist eine Direct-to-Consumer-Marke für Nahrungsergänzungsmittel, die sich in der Vermarktung an Frauen richtet. Das Hauptprodukt Inner Beauty All-in-One ist ein Pulver mit über 70 Vitaminen, Mineralstoffen und Superfoods, dazu kommen rund 15 Produkte etwa für Hormonbalance, Haut, Haare und Nägel. Die Produkte selbst sind laut Chanyu genderneutral.

Warum ist Chanyus Ghost Kitchen gescheitert?

Sie war zu früh dran. Die Küche lief auf den Lieferplattformen gut, doch es gab noch keine Plattform-Fahrer, und weil alle zur gleichen Zeit essen, brauchte sie für wenige Stoßzeiten eine eigene Flotte. Nach zwei Jahren und dem Einsatz ihres Ersparten meldete sie Insolvenz an. Kurz danach lösten Lieferdienste genau dieses Problem.

Wie ist HER ONE finanziert?

HER ONE hat in drei bis vier Runden insgesamt einen achtstelligen Betrag eingesammelt: gepoolte Business Angels, ein staatlicher Berliner Fonds, Early-Stage-VCs und als einer der Hauptgesellschafter einer der größten Food-VCs Europas. Die Series A ist abgeschlossen, eine Series B ist für die nächsten 12 bis 16 Monate geplant. Für die Vorfinanzierung der Ware wird HER ONE gerade auch für die Hausbank finanzierbar.

Welche Vorurteile hat Chanyu als Gründerin erlebt?

Investoren sagten, sie seien nicht Zielgruppe, und wollten Samples an ihre Frauen geben. Zweimal wurde sie abgesagt, weil sie alleinige weibliche Gründerin ist, einmal nachdem sie vor dem Investment-Komitee gepitcht hatte und den Raum verlassen musste. In einem Business-Angel-Verein hieß es, als Frau über 30 werde die Folgefinanzierung schwierig.

Welche Trends sieht Chanyu im Food-Markt?

Sie nennt drei Felder: Health und Wellness mit Schlaf, Ernährung, Stress und Wearables, alkoholfreie und funktionale Getränke sowie Female Health und Fertility, wo Deutschland aus ihrer Sicht hinter anderen Ländern liegt. Bei GLP-1 sieht sie steigende Nachfrage, in Europa aber enge Grenzen bei Werbeaussagen zum Abnehmen.

Erwähnt in der Folge

Firmen, Personen und Produkte aus dem Gespräch
  • HER ONEFirmaChanyus Supplement-Marke für Frauen, gegründet 2017.
  • Customer AllianceFirmaHotel-Software für Bewertungsmanagement, Chanyus erstes Startup ab 2009.
  • Red BullFirmaHier hat Chanyu als Werkstudentin gearbeitet.
  • LieferandoFirmaVon Freunden mitgegründet, über sie kam Chanyu zu Customer Alliance.
  • Rocket InternetFirmaHolte Chanyu 2014 als Country Co-Founder zu Eat First.
  • Eat FirstFirmaRocket-Konzept, das Mittagessen in Berlin und London in 15 Minuten lieferte.
  • Eating with the ChefsFirmaSterneküche im Sous-vide-Verfahren für zu Hause, von Chanyu mitgegründet.
  • Urban Sports ClubFirmaHier arbeitete Chanyus Mann, dessen Team sich mit Gratis-Lunches von Eat First versorgte.
  • HelloFreshFirmaHat die gekühlte Lieferkette standardisiert und mit Factor ein Ready-to-eat-Konzept gestartet.
  • DeliverooFirmaGab es noch nicht, als Chanyus Ghost Kitchen eigene Fahrer brauchte.
  • Tim FerrissPersonÜber Biohacking-Inhalte wie seine kam Chanyu zur Idee von HER ONE.
  • AG1ProduktVon Feliks als Referenz für männlich geprägte Supplement-Marken genannt.
  • ShopifyToolDarauf läuft der gesamte Shop von HER ONE.
  • CODE UniversityFirmaTech-Hochschule, an der Feliks sich engagiert und mit Studierenden über Fundraising spricht.

Transkript

Automatisch erstellt und nur leicht korrigiert, kann einzelne Fehler enthalten.
00:00 Wer ist Chanyu Xu?

00:00 Founder Mode: das sind die bessagten Kommentare gewesen irgendwann muss es ja klappen oder du hast es immer super gemacht ja why not du bist ein Early Adopter GL in innovatorin ja Flug und Segen das Scheitern an sich ich glaube da sollten wir auch viel mehr die Angst davor verlieren willkommen bei found Mode mit mehr learning Cys als bei will Wonka in der chocolate Factory heute haben wir zu Gast isti entrepreneur und eine der aufstehfrauen der Berliner Startup s für die kein Rückschlag zu viel ist wir lernen heute die Learnings aus ihren diversen food Geschäftsmodellen wir sprechen darüber wie man sich motiviert nach einer Insolvenz noch mal zu gründen und die Erfolgsgeheimnis von ihrer aktuellen Marke h one und wie sie die zu einer internationalen Supplement Brand Aufbau viel Spaß viel Spaß

00:49 Moritz Blees: Einen wunderschönen guten Nachmittag, Feliks, Shü, schön euch beide zu sehen. Wie geht's euch?

00:56 Chanyu Xu: Super, wunderbar.

00:57 Feliks Eyser: gut hektisch bei mir, ich komme aus der Kita-Eingewöhnung.

00:57 Chanyu Xu: Mmh.

01:00 Moritz Blees: Hast du dich schon dran gewöhnt?

01:01 Feliks Eyser: Ich hab mich schon, ich hab mich schon gewöhnt. Am ersten Tag hab ich aus Versehen ein Kind gebissen. Wurde ich ermahnt. Muss dazu sagen, nicht mein Kind hat ein anderes gebissen, sondern ich hab eins gebissen. Weil ich so Kind hatte, was die ganze Zeit probiert hat, so ein Spielzeugthermometer in Mund zu schieben. Dann hab ich aus Versehen im falschen Moment den Mund zugemacht. Und dann hat das angefangen zu weinen und mich mit Bauglötzen beworfen.

01:01 Chanyu Xu: Ja.

01:01 Moritz Blees: Ja,

01:26 Feliks Eyser: Das war so allererste Tag. Und Jana meinte dann so, du kannst dich nicht benehmen, Eikita, Eingewöhnung. Und ersten Tag beißt du schon ein anderes Kind, was sollen wir machen? Naja, aber ab dann ging's bergauf und Eingewöhnung läuft.

01:36 Moritz Blees: Das freut mich. bin seit heute, gestern, seit gestern bin ich wieder in Berlin. Es ist kalt, es ist regnerisch, umso mehr habe ich mich auf unser Gespräch gefreut. möchtest dich in zwei Sätzen selber vorstellen?

01:48 Chanyu Xu: Ja, danke, dass ich hier sein darf. Mein Name ist Shan Yu Xu. Mich nennen alle Xu. Das ist mein Nachname, aber irgendwie auch mein Rufname, also völlig okay. Ich bin Gründerin und lebe seit 20 Jahren in Berlin. Genau, gebürtige Chinesin, dann überall in Deutschland ein bisschen aufgewachsen und wie gesagt jetzt Wahlberlinerin seit 20 Jahren.

02:12 Moritz Blees: Bist du wahrscheinlich länger hier als Feliks und ich zusammen. Vielleicht kurz wo... Ja, als wir jetzt... Genau. Vielleicht kurz woher kennen wir uns. danke, dass du jetzt gut gestimmt hast. Wir haben uns in meiner Erinnerung das erste Mal auf einem... Erstmal auf einem Garbage Festival. Sehr klassisch für Berliner Gründer. Und dann auf einem Dinner von Diana zu Löwen müsste es gewesen sein.

02:12 Feliks Eyser: dass wir beide zusammen verdoppelt.

02:38 Moritz Blees: gewesen, als die irgendwie ihr Screening machen wollte von ihrer Höhle der Löwen Folge, wo dann im Nachgang aber Fox dann doch den Riegel vorgeschoben hat, deswegen die dann ohne Folge relativ lange Zeit zu reden hatten und an der Bar standen. Genau. Und dabei sind mir zwei Dinge aufgefallen. Erstens, trinkst keinen Alkohol. Und zweitens, dass du eine ziemlich, zumindest aus meiner Wahrnehmung, eine ziemlich beeindruckende Gründerinnen Geschichte hast mit

02:38 Chanyu Xu: Nur an der Bar standen. Ja.

03:06 Moritz Blees: einigen anläufen, bis du irgendwann das gefunden hast, was du jetzt machst. da würde ich gerne mehr darüber wissen. Bevor wir da jetzt reinstarten, würde ich eine Frage stellen. zwar, wir haben hier im Podcast so eine Art Gründerteorem, dass eigentlich jeder, der später mal eine Firma gründet, ob weiblich oder männlich, so eine Art Zeithustle hat als Jugendliche. Ob das jetzt irgendwie Abi-Partys organisieren oder

03:06 Chanyu Xu: Mhm.

03:33 Moritz Blees: eBay Power Seller machen, Webseiten bauen, irgendwas ist genau. Hattest du irgendwas? Also.

03:33 Feliks Eyser: Webseiten bauen, Gamehosting Computer reparieren.

03:41 Chanyu Xu: Also ich komme ja aus einer Unternehmerfamilie, entsprechend mit Familienbusiness aufgewachsen. Das heißt, ich war immer im Restaurant von meinen Eltern und habe da auch schon ziemlich früh angefangen, die Bar zu schmeißen, witzigerweise. Und habe dann auch immer gekellnert und Trinkgeld war sehr gut. war in der Schule auch Schulsprecherin, war Herausgeberin der Schülerzeitung. Also entsprechend habe ich da immer sehr früh Verantwortung übernommen.

04:10 Moritz Blees: Und erzähl mal nochmal zu der Geschichte. Also ihr hattet ein chinesisches Restaurant, ich an. du durftest das Trinkgeld, das du erkannt hast, behalten.

04:10 Chanyu Xu: Mhm. Ja. Ich hatte auch einen Stundenlohn. ich durfte ganz normal... Genau, also das Trinkgeld durfte ich komplett behalten und plus Stundenlohn. Also es war immer ganz gut am Wochenende dann. So ab 16 habe ich immer so gejobbt. Hat einem ja auch ein bisschen so einen Confidence Boost gegeben, sage ich mal. Gutes Trinkgeld.

04:21 Moritz Blees: Jaja, versteh ich, aber davon geh ich jetzt aus.

04:44 Feliks Eyser: verdienen wir mehr mit Trinkgeld als mit Stundenlohn?

04:47 Chanyu Xu: Ja, ja, also ja, es kommt drauf an, also es hat auf jeden Fall meinen Stundenlohn verdoppelt mit dem Trinkgeld. Also es war schon signifikant, auch damals, ich meine das ist jetzt irgendwie so 20 Jahre her. Aber ja, auch damals war das schon signifikant und meine Eltern haben mich dann auch das so machen lassen. Irgendwann, da war ich 18, kurz nach dem Abi, also in der Zwischenphase nach Abi vor Uni, sind meine Eltern das erste Mal, also mein Vater war 20 Jahre nicht

04:47 Feliks Eyser: Aha!

05:12 Chanyu Xu: in China und sie sind dann tatsächlich zusammen, beide meine Eltern sind zusammen in den Urlaub geflogen, was normalerweise unmöglich war. Also in den Sommerferien sind wir Kinder, also mein Bruder und ich, immer mit meiner Mutter irgendwo hingeflogen. Mein Vater hat immer gearbeitet und dann als ich 18 war, haben sie mir komplett die Restaurantleitung überlassen für zehn Tage, was schon krass ist. Also ich musste ja komplett Buchhaltung, dann Kassensturz machen und alles, also wirklich den Laden aufschließen und abschließen. das war mit 18.

05:40 Moritz Blees: Und du hast dann folgerichtig quasi ab dem Moment, dass du mit dem Thema Food so bisschen verheiratet, oder? Also zumindest aus meiner Außenperspektive.

05:48 Chanyu Xu: Schon immer, glaube ich. Wir sind ja eine chinesische Familie, das heißt, Essen hat auch noch mal einen anderen Stellenwert als, würde ich sagen, in der klassisch westlichen oder deutschen Familie.

06:00 Moritz Blees: Du meinst, gab kein Abendbrot?

06:03 Chanyu Xu: Ja, es gab keinen Abendbrot. Aber wir haben dann zum Beispiel immer zusammen gegessen im Restaurant. Also mit allen Mitarbeitenden gab es dann sehr late. Also halt nachdem alle Gäste weg waren, das war dann meistens 21.30 Uhr, 22 Uhr, haben wir dann zusammen gegessen. Also es gibt dann eben so dieses Team und Zusammengehörigkeits... Das wurde dann auch noch mal anders gelebt. Das Essen hat dann wirklich alle an den Tisch gebracht. Den Chefkoch, die anderen Kellnerinnen, meine Eltern, mich, wenn ich dann eine Schicht mitgearbeitet habe. Das verbindet so unglaublich. Man hat eben zusammen diese Schicht gemacht und wurde dann auch so bisschen belohnt mit einem coolen Essen.

06:44 Feliks Eyser: Trotzdem war das erste Startup, das du gegründet hast, soweit ich weiß, ein Software-Startup. Da kennen wir uns drüber, als du Customer Alliance gemacht hast. Erzähl mal, wie kam es dazu?

06:44 Chanyu Xu: Ja, da kennen wir uns ja noch her. Ich bin dann nach Berlin gezogen für mein Studium und habe Wirtschaftskommunikation studiert an der UdK, Universität der Künste. Also ein bisschen exotischer Studiengang, aber sehr klein.

07:05 Feliks Eyser: Sehr kleiner Studiengang auch, Nur eine Handvoll.

07:08 Chanyu Xu: Aber alle Berlinerinnen und Berliner kennen das so. Wenn man in der Werbebranche arbeitet, dann ist UdK und GWK, Gesellschafts- Wirtschaftskommunikation, schon ein Begriff. Ich habe dann angefangen, bei einer großen Energydrink-Firma zu arbeiten, die so blau-silber ist. Ich weiß nicht, ob ich Marken nennen darf. okay, dann bei Red Bull habe ich gearbeitet.

07:08 Moritz Blees: Dann so viele du möchtest!

07:08 Feliks Eyser: Du kannst nennen was du willst.

07:33 Moritz Blees: Du warst Wing Girl? Das wusste ich gar nicht. Holy...

07:34 Chanyu Xu: Ich war Wing Girl und bin auch mit diesen Minis rumgefahren. Und insofern hatte ich immer schon einen Drang zu Consumer Brand oder Consumer Marketing. Und eine Kommission von mir hat Lieferando mitgekündigt und meinte, hey, hier sind so ein paar andere Jungs noch, die haben so eine Idee, so im Softwarebereich für Hotels, ob ich nicht jemanden kennen würde mit Marketing Background, der oder die als Co-Founderin da einsteigen wollen würde. Und ich war so, hä?

08:05 Feliks Eyser: Ich fahr die ganze Zeit mit so mini mit einer riesen Red Bull Dose durch Berlin. Ich bin Marketing.

08:21 Chanyu Xu: wurde dann so bisschen, ja, gecastet als Co-Founderin eben für den Marketingbereich. Für Customer Alliance eine B2B SaaS-Lösung für Hotelreputationsmanagement, also Bewertungsmanagement, aber eben auch so ein Dashboard, wo alle Reviews von anderen Plattformen dann zusammengeführt wurden für Hoteliers. Und da haben wir tatsächlich 2009 Ja, habe ich Tele-Sales gemacht und habe dann bei A angefangen, bei Z aufgehört, die Hotels abtelefoniert, ob sie denn nicht eine Software-as-a-Service-cloudbasierte Lösung kaufen wollten.

08:59 Moritz Blees: Wussten die damals was das ist?

08:59 Feliks Eyser: ist es so parallel?

09:01 Chanyu Xu: Ja, also das war schon so bisschen skurril, saß ja, musste man erst mal erklären. Die dachten dann, kommen hin und würden denen was auf CD-ROM oder Diskette installieren. Ja, also. ging langsam voran und haben da dann auch schon angefangen, bisschen semantische Auswertungen zu machen. Also dementsprechend haben wir uns schon ein bisschen mit der Vorspuffe von AI beschäftigt, also dann die qualitativen Inhalte der Reviews, also was wurde tatsächlich geschrieben und eben semantische Textanalyse, also die Textbausteine wurden dann analysiert und gruppiert und dann den Hoteldirektoren, die ja unsere Kunden waren, konnten dann eben auch nicht nur anhand von Sternchen und Zahlen sozusagen ihre Bewertungen auswerten, sondern tatsächlich auch anhand der Textinhalte. Ja, und das ist jetzt auch schon bisschen her. Das habe ich dreieinhalb Jahre gemacht. Auch die Firma gibt es noch. Beide meine Co-Founder sind jetzt mittlerweile raus. Aber die Firma gibt es noch, ist, würde ich jetzt sagen, ein KMU.

09:44 Feliks Eyser: Die Firma gibt's noch.

10:06 Chanyu Xu: mittelständisches Unternehmen und hat auch noch Hotels, die ich teilweise akquiriert habe als Kunden, also dann so im B2B-SaaS-Bereich, da nutzt du mal Lösungen, 10, 20 Jahre, wenn es halt funktioniert. Und ich bin da raus, weil ich wusste, dass das nicht meine Passion ist. Also Hauptevent, ITB, internationale Tourismusbörse, einmal im Jahr, B2B, Marketing.

10:06 Moritz Blees: Mh.

10:29 Chanyu Xu: Und da hat mein Herz dann einfach nicht dafür geschlagen, das dann noch weitere fünf oder zehn Jahre zu machen. Bin dann Richtung Food gegangen. Also hab 2013, 2013, Ende 2012, Anfang 2013 das erste Ghost Kitchen Konzept in Berlin gelauncht. Also man würde heute sagen Ghost Kitchen. einfach eine Küche, die nicht für Gastbewirtschaftung ist, sondern nur für Delivery optimiert. wo es dann eben Essen, Delivery optimiert gibt. Und das Ganze eben in healthy.

10:57 Feliks Eyser: Wie kam es zu der Idee?

11:06 Chanyu Xu: Wie gesagt, Freunde haben Lieferando gegründet, andere Freunde haben Lieferheld gegründet. Und daher wusste ich, dass natürlich Supply Demand irgendwann auf jeden Fall das Thema sein wird. Das heißt, Menschen wollen ja auch sich andere Sachen bestellen als jetzt immer nur das Lieferessen. Und das Lieferessen vor irgendwie 15 Jahren war schon auch noch mal anders irgendwie als das Lieferessen jetzt. Und bin dann mit dieser Idee tatsächlich und einigen Business Angels

11:06 Moritz Blees: Mhm.

11:35 Chanyu Xu: gestartet, halt healthy food delivery quasi möglich und skalierbar zu machen über die Plattformen. Das war auch wieder ein Ticken zu früh. Wir hatten eine super Location, also für bestimmte Postleitzahlen im Mitte perfekt und sind auch sehr schnell auf irgendwie in die Top 10 gekommen, allen Plattformen. Damals waren die Plattformen ja noch nicht so konsolidiert. Der Nachteil ist aber, ich, weil alle Menschen zur gleichen Zeit essen, du hast dann diesen Mittags-Rush-Hour, dann hast du Abends-Rush-Hour, so. Und 16 Uhr, 17 Uhr ist ja meistens niemand, Das heißt, es ist sehr konzentriert gewesen und wir mussten dann eben für diese sehr konzentrierten zwei, drei Stunden-Dinner zum Beispiel schicht, brauchte ich ja dann auch Fahrer, damit das Essen eben nicht eine Stunde durch die Gegend fährt.

11:56 Die Herausforderung der Ghost Kitchens

12:18 Moritz Blees: Ok bedeutet du brauchtest damals deine eigenen Fahrer? Gab es da noch gar keine Fahrer bei den Fahrern und so und haben die dann später gemacht?

12:26 Chanyu Xu: Ja, das war vor Foodora. Das war vor Uber Eats, definitiv vor Uber Eats in Deutschland und es war auch vor Deliveroo sogar. Also Deliveroo waren die ersten, dann Foodora in Deutschland. Und wir hatten so ein paar Services in Anspruch genommen, aber die haben alle nicht funktioniert. Das heißt, ich hatte wirklich eine eigene Flotte. Ich hatte so Motorroller mit so diesem Koffer da hinten, wo man so Sachen warm hält. Ich bin auch selbst Essen ausgeliefert, so als Branding- und Marketing-Gag sind meine Fahrer.

12:28 Feliks Eyser: Follow the leads!

12:57 Chanyu Xu: alle mit so dunkelroten Overalls, also wie so Racing Overalls durch die Gegend gefahren, weil das das Branding war, in so einem dunkelrot. War schon ganz cool, aber eben operativ schwierig zu handeln, wenn halt alle zur gleichen Zeit essen.

13:13 Moritz Blees: Ja, ja, du hast Hotels Saas verkauft, bevor die wussten, was Saas heißt und dann hast du Ghost Kitchens gemacht, bevor es die Infrastruktur gab, das Essen dafür zu fahren. Glückwunsch! Glückwunsch, ja.

13:13 Chanyu Xu: Ja.

13:25 Feliks Eyser: Du bist ein Early Adopter, beziehungsweise Innovator. Innovatorin.

13:28 Chanyu Xu: Innovatoren, ja. Fluch und Segen. Wie man meine Vita entnehmen kann.

13:33 Moritz Blees: Und ist es daran dann auch gescheitert am Ende? was waren so aus jetzt Retrospektiv die Punkte, weswegen das am Ende dann nicht so aufgegangen ist?

13:33 Chanyu Xu: Ja. Also wenn du mich heute fragst, auf jeden Fall, wenn Delivery gelöst worden wäre und das wurde dann ungefähr ein halbes, dreiviertel Jahr später wurde es dann gelöst, nachdem wir die Insolvenz angemeldet haben. Ja, definitiv. Also dann hätte die Küche sich einfach nur auf Output sozusagen, kochen und das geht ja sozusagen relativ gut und skalierbar. Aber bottlenecks sind dann die Fahrer, die das Essen natürlich Idealerweise in einer halben Stunde zu dir liefern, ja. Also bis maximal 45 Minuten. Aber eine Stunde plus ist schon, da denkt man sich schon so, nee, keine coole Experience. Ja. Du ja.

14:09 Moritz Blees: Kann ja kommen. Andere andere Frage kurz hierzu. Diese Ghost Kitchens. Gibt es denn heute eine erfolgreiche Ghost Kitchen, Ghost Kitchen Gruppe? So weil ich keinen. Ja.

14:34 Chanyu Xu: Ja, ich finde Milano Weiss macht das ganz gut. Andere Produkte, also wir haben zum Beispiel keine Pizza gemacht, sondern wirklich auch so irgendwie Hühnerbrust, Brokkoli, Quinoa, also so bisschen mehr healthy stuff. Aber Milano Weiss finde ich hat das ganz gut gelöst.

14:50 Moritz Blees: Okay, weil ich kenne, also ich weiß nicht, ob sich die älteren erinnern sich vielleicht noch an Keats, die mal sehr viel Geld eingesammelt haben und dann glaube ich zwei Millionen im Monat verbrannt haben, zur damaligen Zeit, da irgendwie die Idee der Weltherrschaft zu haben mit den Ghost Kitchens und das hat dann auch nicht funktioniert. Aber jetzt einmal kurz zurück zu der Geschichte, also dann hast du diese, dann hattest du Delivery nicht gelöst. Was macht man dann?

14:50 Chanyu Xu: Mhm. Mhm.

15:18 Moritz Blees: Also erstmal Insolvenz anmelden. Ist glaube ich erstmal menschlich ein schwieriger Prozess.

15:18 Chanyu Xu: Ja. Definitiv. Also wie gesagt, das war ja dann halbes, dreiviertel Jahr später, wo dann die Lösungen alle aufgeproppt sind. Aber das wusste ich natürlich zu dem damaligen Zeitpunkt nicht. Hatt ich privat dann auch schon, meine Eltern hatten irgendwie so bisschen Geld für mein Bruder und mich angelegt. Ich habe das gesamte erspart, also mein Geld sozusagen genommen und habe es nochmal in die Ghost Kitchen gesteckt. Ich bin nochmal all in gegangen mit meinem privaten Geld und das hat nochmal so ein bisschen

15:23 Feliks Eyser: Krass, du bist doch mal all in gegangen. Wow!

15:52 Chanyu Xu: das ist ein bisschen gestreckt. Aber ab einem Zeitpunkt war ich dann auch so, ich hab's alleine gekündet und war dann auch so, Single Founder, irgendwie ganze Last liegt auf meinen Schultern, literally. Ich hatte auch Business Angels, die hätten auch noch mal Geld gegeben. Aber ich war dann auch so irgendwann so, hey, Kosten nutzen. Und hab dann gesagt, dann lieber jetzt hier die Reißleine ziehen. Und genau. Ich habe dann einen Insolvenzantrag gestellt. Das ist sehr ernüchternd für alle, die es noch nie gemacht haben. Und ab dann übernimmt der Insolvenzanwalt. Dann kriegst du ein Vorgespräch, dann gibt es ja spezialisierte Anwälte nur auf Insolvenz, Recht und Verwaltung. Und so ungefähr eine Woche später hast du dann auch nichts mehr zu sagen und der Insolvenz. Der Verwalter verwaltet dann eben alles und schaut dann, was es noch für Assets gibt, es irgendwas zu verkaufen gibt. Einlearning natürlich auch und dafür haften alle Geschäftsführerinnen und Geschäftsführer selbst, sind nämlich die Lohnnebenkosten, die man als Arbeitgeber trägt. Insofern sollte man dem Staat niemals Geld schulden. Das muss man nämlich aus privater Tasche nachbezahlen.

16:35 Feliks Eyser: Mhm. Mhm.

16:57 Chanyu Xu: Also Miete und sowas, dafür war es ja eine GmbH-Struktur, aber genau, Lohnnebenkosten, also Krankenversicherungskosten von Arbeitgeberseite, dafür haftest du als Geschäftsführerin oder Geschäftsführer privat auch nach der Insolvenz.

17:13 Feliks Eyser: Übrigens auch höre ich an ein paar Stellen, ich habe auch ein paar Bekannte, die den Prozess durchlaufen haben, ist ja gerade auch nicht die beste Zeit für Startups und ich habe es schon mehrfach gehört, dass teilweise die Kreditkartenfirmen eine private Haftung auf die Personen haben, auf die die Kreditkarten ausgestellt sind. Es natürlich ein Fall im Bekanntenkreis, wurden Google Ads oder Facebook Ads oder irgend sowas über eine Kreditkarte abgerechnet und das lief am Ende die Insolvenzmasse herum und der Geschäftsführer war privat haftbar für diese Ausgaben. Also auch eine Sache, die man checken sollte. Das war ein krasses Learning, was ich auch nicht wusste und Gott froh bin, dass ich sowas nicht durchlaufen habe.

17:13 Chanyu Xu: Mmh. Ja.

17:43 Wiederaufbau und neue Chancen

17:43 Feliks Eyser: Wow. Wie hat sich das für dich angefühlt, der einen Seite diesen All-In-Moment zu haben, wo du nochmal dein eigenes Erspartes da reingesteckt hast, als hattest was mit dir geändert und dann ein paar Monate später der Moment zu sagen, hey, es funktioniert nicht und ich gebe das Ganze jetzt in die Hände von so Verwalter.

17:43 Chanyu Xu: Hmm. Ja, es ist megatraurig gewesen, weil man arbeitet natürlich irgendwie, keine Ahnung, Jahre an einer Sache. In dem Fall waren es zwei Jahre. Und dann nimmt das so ein nüchternes Ende. Also Insolvenz ist tatsächlich relativ nüchtern. Es ist noch nicht mal großartig, dass ich da irgendwie in Emotionen ausgebrochen bin, sondern es wirklich super nüchtern. Da kommt der Anwalt, dann gibst du Schlüssel ab so ungefähr, alle Zugänge, alles und dann so tschau. Also wirklich so.

17:59 Moritz Blees: Okay.

18:25 Chanyu Xu: Das war meine Erfahrung. Insofern, Erwachen kam dann erst später. Wenn der Verwalter auch irgendwann gesagt hat, das ist jetzt abgewickelt, was normalerweise bis zu einem Jahr dauern kann, by the way. Das heißt, man schleppt das immer so mit sich mit. Dann hat man natürlich immer so bisschen die Horrorstories mit irgendwie, ne, Haftung und so. War das jetzt Insolvenzverschleppung oder nicht? Ja, aber in dem Fall ... war es das nicht. Und irgendwann, nachdem ich dann meine Schulden bezahlt habe gegenüber den Krankenversicherungen, war das dann auch erledigt tatsächlich.

19:01 Moritz Blees: Also ich erlebe das, ich erlebe das ähnlich wie Feliks. Aktuell ist ja nicht die beste Zeit und ich bin glaube ich jede Woche aktuell in einem Gespräch, wo ein Gründer jetzt erstmal wieder Selbstbewusstsein tanken muss und irgendwie jetzt erstmal überlegt, okay, boah, vielleicht jetzt erstmal doch irgendwie drei, vier Monate irgendwie in einem Accelerator oder irgendwo bei Springer im Innovation Hub anheuern und nochmal so Selbstbewusstsein tanken.

19:01 Chanyu Xu: Hmm.

19:29 Moritz Blees: Wie war da dein Weg, irgendwie zurück aufs Pferd zu finden?

19:33 Chanyu Xu: Ja, so ähnlich. bin dann zu Rocket Internet. der Zeit. Ja, also 2014 war ja schon auch noch so Hochzeit von Rocket, wo sie sehr viel auch Incubation gemacht haben und wurde dann tatsächlich vermittelt durch meine Business Angels in ein QuickCommerce Ghost Kitchen Konzept, würde man jetzt heute sagen.

19:33 Moritz Blees: Der Springer seiner Zeit.

20:01 Chanyu Xu: Und zwar ja, in Berlin und in London. hieß Eat First. Und es ging darum, Mittagessen in 15 Minuten auszuliefern. Und das Ganze eben auch in einer Küche, die betrieben wurde auch von Rocket, beziehungsweise Eat First. genau, Fahrer waren insofern gelöst worden, als dass es keine Rollerfahrer waren, sondern Autofahrer.

20:01 Feliks Eyser: In Deutschland oder woanders?

20:01 Moritz Blees: Hmm.

20:22 Chanyu Xu: und die Autofahrer hatten eben, also es gab nur begrenzte Anzahl an Auswahl an Menüs. Es gab nur vegetarisch oder nicht vegetarisch und insofern war das Essen dann vorgekocht, vorbereitet im Auto hinten und du hast dann eben in einem bestimmten Lieferradius musstest du dann eben die Locations anfahren, also die Drop-off Locations.

20:47 Moritz Blees: Ja, daran erinnere ich Das war die große Zeit zu dieser digitalen Kantine. Wo es dann irgendwie, genau, es gab ein fertiges Menü und dann konnte man sich da als Firma, also da hatten wir auch verschiedene damals.

20:47 Chanyu Xu: Ja. Ja.

20:56 Moritz Blees: Wie lange warst du denn da?

20:58 Chanyu Xu: Ich war neun Monate da.

21:01 Moritz Blees: Okay, also wie, warum?

21:05 Chanyu Xu: Also erstmal eine super coole Erfahrung. habe immer gesagt, ich habe irgendwie, ich habe nie in einem Corporate gearbeitet. Als Studentin, als Werkstudentin habe ich bei Red Bull gearbeitet, aber auch die, würde ich sagen, sind nicht der klassische Corporate. Und habe dann eben nur Startup, Startup, Startup selbst gebootstrapped und so weiter und bin dann zu Rocket, natürlich also erstmal mit so Chipkarte am Eingang und irgendwie so, also es hatte schon ein bisschen mehr Corporate-Feeling, damals noch in der Johannesstraße. in dem Turm auch. Ja, es hat aber irgendwie sowas irgendwie, ja weißt du so, durch die Lichtschranke und dann mit deinem Tag und so. Also es hatte irgendwie sowas Corporate-mäßiges natürlich. Und ich fand es tatsächlich eine super Erfahrung. Was habe ich da mitgenommen für mich? Also ich wäre wahrscheinlich nicht zu Rocket, wenn es nicht genau das Ding gewesen wäre. wirklich Food Delivery, Ghost Kitchen, also so, hä?

21:33 Feliks Eyser: In diesem Turm, Das sieht doch furchterregend aus, das Gebäude. war prädestiniert dafür.

21:58 Chanyu Xu: Das war wirklich, ja, also ich wäre jetzt nicht zu einem Copycat von irgendeiner E-Commerce Bude gegangen für Rocket. Damals nicht. Und hab dann gesagt, okay, ich kann da meine Learnings mit einbringen, war dann Country Co-Founder und sollte eben dann weitere Länder auch ausrollen. Also die Idee war schon Berlin, London und dann das Ganze eben in andere Städte, Metropolen zu bringen. Tatsächlich nicht nur Deutschland, im Ausland. wer dafür auch nicht, also wer sonst nicht bei Rocket gelandet und dadurch waren es aber auch spezielle Leute, die nicht die ganz klassischen McKinsey-Leute, nichts gegen Leute, die bei McKinsey waren. Aber es war jetzt nicht ganz so die harte Ellbogen, sag ich mal, Mentalität, sondern schon so... alle haben irgendwie, waren so Foodies, also es sind ja auch spezielle Menschen. Schau euch beide hier an. Insofern konnte man das irgendwie, hatte man das als gemeinsamen Nenner.

22:52 Feliks Eyser: Jetzt hast du da zwei Geschäftsmodelle gemacht, die relativ ähnlich waren. Das zweite war besser in Weise. Also hat das mehr Traction aufgebaut. Wir waren die beiden Geschäftsmodelle im Vergleich.

23:00 Chanyu Xu: Also ich glaube, das Zweite hat natürlich mehr Geld unter Rocket, war aber nicht unbedingt schneller mit Traction, muss ich sagen. Also wir haben natürlich viel in Berlin, haben wir das Essen natürlich an Start-ups rausgegeben. Mein Mann, Moritz, der auch Moritz heißt, hat immer gesagt, dass damals hat er so viel Essen bestellt und ich glaube, er hat noch nie im Leben so viel Voucher-Fraud betrieben wie damals.

23:00 Moritz Blees: Hmm.

23:00 Feliks Eyser: Okay, das musst du kurz erklären.

23:00 Moritz Blees: Das war's.

23:30 Feliks Eyser: Warum hat dein Mann so viel Essen bestellt und wieso hat so viel voucher fraud?

23:30 Chanyu Xu: Ja,

23:33 Moritz Blees: Das war die Zeit des Free-Lunch, oder? Die haben doch dann alle Gutscheine rausgehauen.

23:37 Chanyu Xu: das war die Zeit des Free-Lunch. Also natürlich, uns erstmal bekannt zu machen, gab es erstmal irgendwie einen Free-Lunch. Und mit einer neuen E-Mail-Adresse konntest du natürlich dann immer wieder einen Free-Lunch abgreifen. Und da gibt es ja die bekannten Hacks bei Gmail-Adressen. Plus eins, plus zwei, was weiß ich.

23:56 Feliks Eyser: Mit so einem Plus. Plus zwei plus... Und dann hat Moritz irgendwann festgestellt, ich bin plus 138 und hab schon richtig viel gegessen. Auf Kosten der WCs.

24:02 Chanyu Xu: Ja, also die haben ja damals auch einen holprigen Start gehabt, saßen im Betahaus und hatten irgendwie free Lunch einmal in der Woche, glaube ich. für ihr Team, was damals auch noch viel kleiner war. Und da war das natürlich eine willkommene Option, da jetzt nicht immer nur Döner oder Wraps, sag ich mal, Moritzplatz herum zu essen, sondern auch mal irgendwie anderes Essen hier zu bestellen.

24:15 Feliks Eyser: Dein Mann als Side Story muss man sagen, hat damals wahrscheinlich schon an Urban Sports Club gearbeitet und hat sich so quasi die Pre-Seed-Finanzierung gesichert durch Rocket Internet in Form von vegetarischem Mittagessen.

24:30 Chanyu Xu: Ja.

24:30 Moritz Blees: von custom aus dem Essen.

24:41 Chanyu Xu: Nicht ganz. Sie haben mir dann den Mitbewerber übernommen, wo Rocket Internet investiert war. Und so war dann Rocket auch teilweise zeitweise Investor bei Sports Club. Später.

24:52 Feliks Eyser: Am Ende führen alle Wege doch zu Oliver Samwer, egal wie durch die Salatbar oder durch den Cap Table oder durch die Akquisition.

24:52 Chanyu Xu: Ja.

24:52 Moritz Blees: Das die Tage. Und jetzt einmal nach neun Monaten. Das ist nämlich so das, was, weil eigentlich möchte ich jetzt zurück zu diesem Moment, dass du sagst, okay, jetzt habe ich zwar einmal mit der, mit dem kostenlosen Mittagessen und der schönen Stempelkarte hier, aber irgendwie juckt es mich nochmal. Wie ist dieser Prozess?

25:02 Von Rocket zu neuen Unternehmungen

25:02 Chanyu Xu: Mhm. Ja, mich hatte das, nochmal auf Rocket, meine Zeit bei Rocket zurückzukommen, mich hatte das wenig, wenig unternehmerisches Arbeiten, also wie ich es kenne natürlich, bootstrapped und so, sondern es waren eher Managementaufgaben, dann so Capital Calls, dann geht man durch die PNL, geht durch den Plan und da habe ich natürlich als Managerin auch viel gelernt, aber das war jetzt nicht so das unternehmerische Hustlen. und vielleicht auch so Adrenalin war dann natürlich dementsprechend auch bisschen lower. Insofern hat es mich dann nochmal gejuckt und ich wollte nochmal etwas im Foodbereich machen. Hab über andere Freunde und Bekannte wurde ich dann irgendwie auch wieder... vorgestellt und da ging es darum Sterne-Küchenessen nach Hause zu liefern. Jetzt ist natürlich so höchste Igikai-Level bei mir. Sterne-Essen-Küche, Food Delivery und das Ganze sollte national ausgeliefert werden. durch HelloFresh war ja eine gekühlte Delivery-Chain schon relativ gut standardisiert. Das heißt, du kannst gekühlt alles Mögliche ganz gut durch Deutschland schicken, mit DHL zum Beispiel. Und wir haben im Sous-vide gar verfahren, das heißt vakuumiert bei niedriger Temperatur wurde das Essen vorgegart oder auf den Punkt gegart, sodass du dir zu Hause das einfach nur im Wasserbad nochmal erwärmen musstest oder kannst du auch im Ofen erwärmen. und konntest dann eben mit einer Anleitung von diesem Sternekoch oder der Sterneköchin konntest du dir dann eben zu Hause dein Essen sozusagen wirklich mit so einem Swoosh und so einem Klecks und irgendwie so allem Möglichen, konntest du dir das wirklich so high-end anrichten.

26:57 Moritz Blees: So, und auch hier warst du wahrscheinlich deutlich vor Corona.

27:15 Chanyu Xu: Das

27:18 Feliks Eyser: wollte gerade sagen, hab sowas wie einen Covid mal genutzt. Ich glaub, von Cookies hier in Berlin oder Irgendjemand

27:18 Chanyu Xu: sagen wir ja. Ja. Ja, ja.

27:21 Feliks Eyser: hat das mal angeboten. fand super, das war wie so Lego-Bausatz, der da kam. Mit einer Anleitung etwa auf dem Niveau. Also für jemand wie mich, top. Aber es war ein paar Jahre später.

27:21 Chanyu Xu: Ja. Das war 2015, ja, das deutlich vor Covid.

27:35 Moritz Blees: Und auch hier wieder, also mit anderen Worten eigentlich ein gutes Framework, wenn man irgendwas macht, dass man guckt, was schön macht und drei bis vier Jahre später steigt man auf den Zug. Also was war hier? Das war ja wie gesagt, das war ja deutlich vor Covid. Ich glaube, es gab in UK zumindest in meiner Erinnerung ein Jahre später einen, der das relativ erfolgreich betrieben hat oder gab es ihn zu dem Zeitpunkt schon?

27:35 Chanyu Xu: Hahaha. Ja, in USA gab es so paar, aber die waren ein bisschen mehr Richtung ready-made meals. Also ready to eat, ready to heat. Bei uns war durch das Sous-vide-garverfahren wirklich auch einzeln verpackt alles. Also der Klecksauce war einzeln verpackt und so. Das heißt, du hast einen bisschen größeren Baukasten bekommen, tatsächlich. Aber dadurch eben die Möglichkeit, dass der, keine Ahnung, Reh-Rücken halt auch genau... den Garpunkt hat und dadurch eben nicht zu Hause ankommt, als wäre es schon drei Tage irgendwo gestanden. Und wir hatten da, es war auch VC finanziert wieder, mit einem großen deutschen VC und einem US VC und ja, Eating with the Chefs hieß das.

28:21 Moritz Blees: Hm. Deine Firma? Eating with the Chefs. das war dann quasi so deine Idee. Du warst jeweils Single-Faunderin.

28:57 Chanyu Xu: Da war ich Co-Founderin auch und hatte da... Also da war ich wieder Co-Founderin. Customer Alliance war ich Co-Founderin, dann Ghost Kitchen hab ich alleine gemacht, dann Rocket und dann Eating with the Chefs war ich jetzt auch wieder Co-Founderin. Waren wir im Dreiergespann und genau, ich hab halt die Food Expertise reingebracht. Wir haben dann in Berlin eine Produktionsküche gehabt, so außerhalb im Panko, so 45 Minuten, außerhalb, wo auch eben für Großevents gecatert wurde. Also die Annahme ist eben das Storytelling des großen namhaften Kochs oder der Köchin. Chefs Table war auch so beliebt damals. Und dann haben wir eben auch diese Art von Content, haben die Leute mit hinter die Kulissen genommen. Also sehr ästhetisch, auch sehr cooler Content. Und mit dem Koch oder der Köchin haben wir dann zusammen das Menü kreiert, was dann wiederum repliziert wurde in der Skalierung sozusagen von professionellen Köchen, die einfach auf Masse produzieren. die catern halt zu deutschen Filmpreis oder so Bambi-Verleihung oder was weiß ich, Formel 1 oder so, wo dann eben Tausende von Menschen gleichzeitig das gleiche Essen bekommen müssen. Und da haben wir das eigentlich ganz gut geteilt. Also die operative Skalierung eben mit diesen Profiköchen, die das handwerklich sozusagen einfach produzieren und nach vorne hin eben das Storytelling der Sterneköche oder der Trendköche und Köcheinnen.

30:28 Moritz Blees: Wie lange... Also nehme ich da mal mit. Was war so die initiale Traktion? Hast du wieder selber Sachen vakuumiert und ausgefahren?

30:28 Chanyu Xu: Hmpf! Ja, wir haben in Kreuzberg unser Büro gehabt, Schönleinenstraße, und haben zwei Etagen gehabt, einmal im Erdgeschoss, einmal im ersten OG, erstes OG war Büro. Im Erdgeschoss war so unsere Testküche, da haben wir mit unserem Headchef sozusagen, der bei uns das Catering oder das Team geleitet hat, haben wir dann Menüs. probiert auch, also geschaut, wie ist das auch, Qualitätschecks gemacht von jeder Batch, produziert wurde. Produziert wurde wie gesagt in großen Catering-Küchen und ja, abgepackt wurde dann teilweise auch noch bei uns im Erdgeschoss sozusagen im Kreuzberger Büro. Da haben wir dann so eine 40 Quadratmeter Kühlzelle rein gebaut. Also ich habe noch nie so eine große Kühlzelle gesehen. Wir hatten dann so ein Werkstudententeam, was dann eben mit fetter Jacke in dieser Kühlzelle stand. Also ich stand auch in der Kühlzelle. Und da haben wir dann irgendwie Soßen apportioniert und vakuumiert.

31:33 Feliks Eyser: Das war auf jeden Fall die Rocket-Schule, oder? Wenn es einen Prozess gibt, wo es dem Studenten kalt wird, dann kriegt er halt eine Jacke an.

31:40 Chanyu Xu: Ja, es gibt schlimmere Jobs, ich sagen. Es war jetzt keine Minusgrade, aber es sind dann so drei bis fünf Grad. Also schon kalt. Und entsprechend nach Arbeitsvorschrift darfst du dann halt nur, ich glaube, irgendwie 90 Minuten am Stück da stehen. musst dann raus, eine Pause machen und dann wieder weiter.

31:42 Feliks Eyser: Ja. Ja.

31:42 Moritz Blees: Ist das geil!

32:00 Herausforderungen und Learnings beim Unternehmertum

32:00 Feliks Eyser: Wie ging das Venture aus?

32:02 Chanyu Xu: Wir haben es tatsächlich abgewickelt. Also wir haben es freiwillig eingestellt sozusagen. Der Knackpunkt hier in der Skalierung war, dass wir uns ja die Küche gemietet haben und der nächste Schritt wäre gewesen, wir hätten eine Küche bauen müssen tatsächlich. Weil du mietest dich jedes Mal in die Küche, baust jedes Mal also quasi alles auf. alle Zutaten, alle Gewürze, du bringst alles hin, musst dann alles wieder leer sozusagen zurücklassen. Und das wurde dann zwischengelagert bei uns in Kreuzberg im Büro. Das heißt, der nächste Schritt wäre eine Produktionsküche gewesen, die dann eben auch so ein Output von mehreren tausend Gerichten gehabt hätte. Da haben wir uns aus der Industrie, habe ich mit allen möglichen Experten gesprochen. Mit Restaurantketten in Deutschland, die Familien geführt sind, mit den größten wie auch immer System Gastronomikern und so weiter. Und mit Ofenherstellern, mit Haushaltsgerätsherstellern, you name it. Und 2015, 2016 wollte das eben niemand machen. Also für die war das alles zu kleinteilig, das B2C-Geschäft. mehrere hunderte, tausende Gerichte produziert hast. Es war so ein Dreigangmenü und dann das Ganze eben mehrere hundertmal. Also kommt es dann auf so einen vierstelligen Bereich insgesamt an Gerichten, also Output, aber das ist viel zu kleinenteilig gewesen.

33:08 Moritz Blees: Was hattet ihr so an Gerichten pro Woche?

33:08 Feliks Eyser: Hm.

33:31 Chanyu Xu: Selbst die meisten Hersteller von Krankenhaus- oder Gemeinschaftskantinen, da brauchst du nicht hinkommen, wenn unter 10.000 Gerichte so ungefähr.

33:31 Moritz Blees: Ja. Und gibt es heute jemanden, der das irgendwie halbwegs erfolgreich hinbekommen hat? Dann post-Covid?

33:42 Chanyu Xu: Ja. Ja, es gab eine Firma, hat dann auch sowas gemacht. Die sind aber jetzt dann auf B2B geschiftet tatsächlich. Die machen kein B2C mehr. Ja, also... Ja, und dann natürlich... HelloFresh hat was Neues gelauncht. HelloFresh hat jetzt ein Ready-to-eat-Konzept unter einer anderen Marke. Die heißt Factor mit C.

33:48 Feliks Eyser: Mhm. Mhm.

34:14 Chanyu Xu: Das ist aber eher so bisschen wie TV-Dinner. es ist eine Kombination aus den Sachen, die ich davor gemacht habe. Es ist kein High-End-Sterne-Menü, aber schon so nach Ernährungsweise kannst du aussuchen, High Protein oder wie auch immer Low Carb, No Carb. Also ein bisschen moderneres Essen.

34:34 Feliks Eyser: Und sag mal, wenn du jetzt zurückschaust auf die verschiedenen Anläufe, die du gemacht hast, was würdest du sagen, was sind die Learnings bezogen auf Co-Founder Setup und bezogen auf Geschäftsmodell, von den Sachen, über die wir bisher gesprochen haben. Da bist du rausgegangen, dann hast du was Neues gestartet, reden wir gleich auch nochmal, deine längste Station als Gründerin bisher. Aber mit welchem Mindset bist du da rausgegangen und wie hast du auf Co-Founder-Suche und auf Geschäftsmodell geschaut?

34:34 Chanyu Xu: Hm. Mmh, ja. Hm. Mhm. Retrospektiv würde ich sagen, jeden Fall immer mit Co-Foundern gründen, auch wenn ich mich selbst nicht immer dran gehalten habe. Aber gerade für First-Time Founder würde ich sagen, ist es essentiell. Also das ist vom Spirit her aber auch mental, dass du weißt, dass wirklich jemand anderes noch mit dir im gleichen, wirklich im gleichen, im selben Boot sitzt. Also das ist schon nochmal was anderes. Ich hatte eben immer das Privileg, auch durch mein Netzwerk und mein Arbeit, dass ich immer sehr früh schon Business Angels und Investoren hatte, die teilweise auch Mentoren waren. Aber da das nicht bei jedem der Fall ist, würde ich auf jeden Fall sagen, Co-Founder ist ein Muss für First-Time Founder. Dann das Scheitern an sich. glaube, Da sollten wir auch viel mehr die Angst davor verlieren. Also natürlich will auch nicht gerne scheitern. Niemand scheitert gerne. Das ist fürs Ego nicht gut. irgendwie mental schlägt es aufs Gemüt. Und man glaubt ja, man steckt ja so viel rein in eine Sache und dann funktioniert das nicht. Aber ich würde sagen, wir müssen das noch viel mehr.

35:46 Feliks Eyser: Mh.

36:08 Chanyu Xu: normalisieren. Deswegen bin ich auch immer die prädestinierte Gästin, die dann übers Scheitern redet, was auch völlig okay ist. Ich tue das gerne. ist Teil meiner Vita. Ein großer Teil meiner Vita ist Scheitern. Und ich erzähle dazu immer ganz gerne Anekdoten. Business Angel von mir hat schon mal Geld mit mir verloren und hat jetzt bei meinem jetzigen Start-up, also jetzt, was ich jetzt mache, auch wieder investiert, weil er meinte, du Du eine tolle Unternehmerin. Wie du das gelöst hast, super. Also immer offen, ehrlich, transparent und keine verbrannte Erde hinterlassen. ja, why not? Ein anderer Investor? Auf jeden Fall. Ein anderer Investor meinte, ja, ich habe davor nie investiert, aber basierend auf Zahlen und Statistik muss es ja diesmal einfach funktionieren. Deswegen kriegst du jetzt Geld.

36:34 Feliks Eyser: spricht für ihn und spricht für dich. Auch smart. Ich hab die ersten vier Versuche ausgesetzt, aber der fünfte. Wenn jemand so oft aufgestanden ist und zum fünften Mal wieder in Ring geht, dann hat die Person entweder richtig viel gelernt oder ist irgendwie verrückt. Kann ja beides positiv sein.

37:01 Chanyu Xu: Ja, so ungefähr. So ungefähr. Ja.

37:01 Moritz Blees: Naja, aber die These wäre ja, wenn Zeit und Budget gegen unendlich gehen und jemand eine smarte Gründerin ist, wie wir jetzt einfach mal die attestieren würden, dann irgendwann bist du dann ja auch einfach mal mit der richtigen Idee zur richtigen Zeit am richtigen Ort. So, weil das ist ja auch das, wir eben drüber gesprochen hatten. Es ist ja nicht so, als hättest du, als wären diese Modelle alle ganz in Han dabei.

37:15 Chanyu Xu: Ja.

37:42 Moritz Blees: O2 gewesen, sondern es ist auch einfach das Timing manchmal, das einfach nicht stimmt.

37:46 Chanyu Xu: Definitiv. Timing ist tatsächlich das A und O. Man sollte deswegen nicht zu sehr in der Zukunft leben, sozusagen, sondern das muss ja auch alles angenommen werden vom Markt, also von den Kundinnen, von der Zielgruppe. Insofern bin ich vielleicht mit meinem jetzigen Unternehmen zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Yeah.

38:08 Der Weg zu HerOne und Biohacking für Frauen

38:08 Feliks Eyser: Erzähl mal, wie kam es dazu? Was machst du jetzt? Was ist der Pitch von HerOne?

38:13 Chanyu Xu: Also dann HerOne habe ich 2017 gegründet, nach einer turbulenten Zeit, wo ich dann auch angefangen habe, an mir selbst zu arbeiten. Also nicht nur mental, sondern auch körperlich habe ich dann gemerkt, so nach den ganzen Start-up-Jahren, so und irgendwie Mate und Pizza und ehrlicherweise auch wenn ich immer im Food gearbeitet habe, dann doch nicht immer Fokus auf Essen, sondern eher auf Convenience und Zeit. Und hab dann sehr früh angefangen, so Biohacking, Bodyhacking, Tim Ferriss, ich meine, der macht das ja auch schon 20 Jahre, hab dann da so reingehört und dann war das auch so die Zeitpunkt, wo mein männlicher Freundeskreis, die waren so voll into it und alle haben so auch schon irgendwie, keine Ahnung, sich im Bulletproof Coffee gemacht und so. Und dachte so, okay, ich mach das mal mit, lass mich da auch mal irgendwie influenzen aus meinem privaten Umfeld. Hab dann aber gemerkt so... irgendwie sprechen mich die Inhalte, also die Inhalte sprechen mich an, aber irgendwie auch nicht, wie es rübergebracht wurde. Weil es ging immer sehr viel diese so ein bisschen männliche, alpha, alpha männliche Energie. Und jetzt bitte nochmal 200 Burpees und genau so halt.

39:02 Feliks Eyser: Hm?

39:21 Chanyu Xu: Und hab dann gedacht, so hey, warum gibt's eigentlich nichts für Frauen? Also was Frauen so abholt, inhaltlich auch. Ja, also wie gesagt, die Themen medizinisch oder biochemisch oder wie auch immer, physikalisch, sind ja auch relevant für alle Geschlechter. Und hab dann angefangen zu überlegen, wo sind denn meine Stärken? Ja, auch wieder so mein heiliges Dreieck, Vier-Eck. Und... Food auf jeden Fall, das ist einfach meine Passion. Gesundheit da entsprechend eben auch. Ich habe jetzt keine Pommesbude aufgemacht früher. Es ging qualitativ hochwertiges Essen oder eben sehr gesundes Essen. Convenience und mit meinen Learnings auf jeden Fall nie wieder frische Lebensmittel. Und das Schlimmste noch, nichts was warm gehalten werden muss. Warm halten ist schlimmer als kühlen.

39:45 Feliks Eyser: Mhm. Mhm, mhm.

40:10 Chanyu Xu: Also allein physikalisch. Kühlen ist noch okay, aber nichts warmhalten, nichts, was in 15 Minuten irgendwo hin geliefert werden muss. genau. Also wirklich so.

40:19 Feliks Eyser: Nichts was morgen kaputt ist, wenn man es über Nacht stehen lässt. Nichts was einen eigenen Truck braucht.

40:24 Chanyu Xu: eine ganze Reihe an Sachen weggestrichen und dann so okay, Food, bin ich irgendwie auf abgepackte Lebensmittel gekommen. Klingt jetzt so bisschen blöd, abgepackte Lebensmittel. Also alles, was sich eben länger hält, nicht gekühlt oder nicht warm gehalten werden muss und bin dann, hab alles ausprobiert.

40:40 Moritz Blees: Weil du alles davon ja mal ausprobiert hattest, ne? Weil du hast ja im Prinzip alle Arten, wie man mit Food kein Geld verdienen kann, ausprobiert. dann an den Punkt zu kommen, dass du gesagt hast, okay, das immer noch meine Passion, hab alles ausprobiert, das hier wäre der Weg. Richtig?

40:45 Chanyu Xu: Damals kein Geld. Ja, und bin dann in dem Bereich Supplements, also Nahrungsergänzungsmittel, hab dann mich da so reingewuselt, 2017 gegründet, 2018 die ersten Produkte unter einer anderen Brand gelauncht, dann auch wieder hier, endlich das Ding gefunden, was ich machen will, woran ich glaube, gelauncht und dann so Markenregister, Einspruch. bei der Marke, die ich davor hatte. Alles nochmal von neu. Erste Produktion quasi konnten wir schrotten. mussten alles, die Produkte, die Produkte waren fertig so und wir waren schon bei, also wir waren schon in der Vermarktung, mussten komplett alles. Nicht nur das, die Empfehlung ist, 1000 Euro oder 2000 Euro mehr in die Hand nehmen.

41:23 Feliks Eyser: nein, die Labels waren gedruckt, das Logo war überall drauf. Und das Learning ist dpma, Markenregister checken.

41:48 Chanyu Xu: und einen extra Check machen. Also es gibt verschiedene Level an Checks sozusagen. Und bei uns wurde der Check eben nicht gemacht oder auch nicht angeboten, also auf ähnlich klingende Marke. Klang.

41:48 Feliks Eyser: Mhm. Okay, okay.

41:48 Chanyu Xu: Ja, und dann Einigungen gefunden, mussten alles schrotten, musste dann Ende 2018 komplett nochmal bei neu anfangen, also neue Marke und da entsprechend habe ich, ja, ja, und entsprechend auch wieder sehr viele Steine im Weg gehabt, aber glücklicherweise seit 2019

42:08 Feliks Eyser: Ein Jahr später. Wow.

42:27 Chanyu Xu: glückliche Besitzerin der Marke HerOne. Und unter der Marke verkaufen wir heute auch Supplements für verschiedene Lebensbereiche von Frauen.

42:27 Feliks Eyser: die auch eingetragen ist. Das sind die Bestseller, wie kann man sich das Produktzeitig vorstellen?

42:42 Chanyu Xu: Wir haben einmal unser Inner Beauty All-in-One. Das ist, wie der Name schon sagt, alles in einem Drink. Es ist ein Pulver, was du dir einfach morgens mit Wasser anmischen kannst und enthält über 70 Vitamine, Mineralstoffe, Superfoods, alles, was dein Körper braucht. und natürlich ein bisschen für die Frauen formuliert. Das heißt, ein bisschen mehr Beauty Angle, also mit Hyaluronsäure, Q10, mit Kollagen, aber eben auch God Health, weil das auch so ein großes Thema ist bei Frauen, also mit Prä- und Probiotika. Und wie gesagt, dein... Dein Start in den Tag sozusagen als Basisversorgung. Und dann haben wir andere Bereiche, je nach, sage ich mal, Bedürfnis. Geht es dann noch mal Hormonbalance zum Beispiel, auch ein großes Thema. Noch mehr Richtung Beauty, also für Haut, Haare, Nägel, auch Produkte. Nochmal eins speziell für noch gut in brain, weil Darm und Hirn ist ja auch verbunden miteinander.

43:17 Feliks Eyser: Mhm. Mhm.

43:42 Chanyu Xu: und haben da so ein kleines Produktportfolio von so 15 Produkten.

43:48 Von der Gastronomie zu Nahrungsergänzungsmitteln

43:48 Feliks Eyser: Wow, okay, du hast die Food-Welt durchgespielt. hast gemerkt, Produkte warmzuhalten. Richtig kompliziert. Fahrer durch die Gegend zu schicken mit eigenen Trucks, richtig kompliziert. Den Rehrücken auf den richtigen Garpunkt zu bringen, auch kompliziert. Hat alles niedrige Margen, weil du hast Personal, hast Logistik und so weiter. Und es ist auch noch ein innovatives Produkt, das man den Leuten erst mal erklären muss. Erklär den erst mal. Du kannst jetzt das Sterneessen als Lego-Bausatz nach Hause bestellen. Hast gesagt, okay, wir drehen jetzt den Spieß Was ist die kleinste mögliche Einheit?

43:48 Chanyu Xu: Mhm. Ja. Ja. Hahaha

44:16 Feliks Eyser: von einer guten Mahlzeit. Wir pressen das quasi alles zusammen in ein Produkt, was lange hält, was einfach verschickt werden kann, was nicht warmgehalten werden muss, was die Leute nicht mal kochen müssen, aber was ihnen trotzdem im Alltag hilft. Und so bist du auf die Supplements gekommen. Ist ja quasi das Anti-Modell, von dem du davor gemacht hast, so bisschen.

44:20 Chanyu Xu: Mhm. Mhm. Ja und nein, also Gesundheitsaspekt, also ich sag ja nicht, wollen oder wir sagen bei HerOne nicht, dass wir Ernährung ersetzen wollen, sondern es ist ja wie der Name sagt, Nahrungsergänzungsmittel. Dafür ist die deutsche Sprache wiederum gut, ist eine Ergänzung. Und eben gerade wenn es stressige Phasen im Leben geht und wir alle kennen das, ja, eat the rainbow. I don't know, wie oft das so in der Woche passiert, eat the rainbow.

44:33 Feliks Eyser: Ja. Ja. Jetzt muss ich nochmal erklären, wie ich das über das Hasidus

45:00 Chanyu Xu: Die Theorie, genau, Moritz ist ja auch foodie, die Theorie besagt.

45:00 Feliks Eyser: Komm, Moles, mens playing mir doch mal was Eat the Rainbow bedeutet.

45:07 Moritz Blees: Du hast Tü gefragt, also lass dich Tü auch gerne antworten.

45:07 Chanyu Xu: Hahaha

45:09 Feliks Eyser: Ach bitte Moritz.

45:11 Moritz Blees: mein Verständnis, aber schübe richtig, wenn ich falsch lege, weil du bist ja mehr von Fach als ich das bin. Du hast Farben des Regenbogens und die Aufgabe sollte es sein, alle diese Farben einmal zu essen, halt die Bandbreite von verschiedenen Nahrungsmitteln und Vitaminen, die in diesen Nahrungsmitteln drin sind, einmal aufnehmen zu können.

45:12 Chanyu Xu: Ja, am Tag. Also jeden Tag sollst Eat the Rainbow machen.

45:31 Moritz Blees: Irgendwas, gelb ist.

45:31 Feliks Eyser: Grün ist ein Brokkoli und Gelb ist ein Reis? wie kann man sich das...

45:41 Chanyu Xu: Ja, Also Linsen, irgendwie Paprikagurken, Auberginen, also Sachen, die auch dunkel sind. Dann bis zu oder eigentlich soll man so 30 verschiedene Kräuter und Gemüse essen in der Woche auch. Also 30 verschiedene, nicht immer nur den Brokkoli.

45:42 Feliks Eyser: Okay, okay.

45:57 Chanyu Xu: Und das sind halt so Sachen, was unsere, ich sag mal, moderne Lebensweise verbietet. so ein bisschen, oder was es verbietet, aber es ist schon ein bisschen unmöglich, jetzt bei dir zum Beispiel, Kind, Familie, irgendwie Haushalt, Work und so weiter, unter einen Hut zu bringen. Plus Familie, Freunde. Und dann noch jeden Tag Eat the Rainbow plus 30 Gemüse und Kräuter in der Woche.

46:23 Feliks Eyser: So ist es.

46:24 Moritz Blees: und

46:25 Feliks Eyser: Ich bin froh, wenn ich mich erinnere, welche Farbe der Volt-Button auf dem Handy noch hat. Dann gibt's gerade kein Eat the Rainbow. Aber hab ich das gelernt. Das wusste ich nicht.

46:35 Moritz Blees: Und schön nochmal. Und eure Hypothese war dann, dass ihr gesagt habt, okay, im Prinzip machen wir ähnliche Produkte wie das für die Anführungszeichen Body Hacker, die sehr männlich sind, entweder schon gibt oder ähnlich aufgelegt werden, sagen aber, wir machen das mit weiblicher Kommunikation für den weiblichen Körper. Also es heißt her one und nicht, keine Ahnung, wie es bei den anderen heißt.

46:36 Chanyu Xu: Genau.

46:59 Moritz Blees: Und zum Beispiel wäre so eine Referenz und die und sprechen damit dann dezidiert eben Frauen an. Gibt es irgendeine Besonderheit, die Frauen haben, auf die man besonders eingehen muss?

46:59 Feliks Eyser: AG1

46:59 Chanyu Xu: Ja. Frauen sind extrem skeptisch. Frauen entdecken, skeptischer als Männer würde ich sagen, aber Frauen entdecken auch wiederum gerne neue Sachen. Also gerade im Consumer-Goods-Bereich, im Konsumgüterbereich, in dem wir ja sind, mit unserer Direct-to-Consumer-D2C-Marke haben wir schon die Chance sozusagen mal reinzukommen als etwas Neues, was entdeckt wird.

47:14 Feliks Eyser: Geht das Sch***, Männer?

47:40 Chanyu Xu: Vor- und Nachteil, zwei Seiten der Medaille. Die Challenge ist natürlich, mit allen Produkten in der Kategorie, also nicht nur bei uns, sondern generell in der Branche, dass die Leute das auch zum Habitus machen. Also wirklich jeden Tag einnehmen. Nur dann gibt es eben auch die Ergebnisse.

47:40 Feliks Eyser: Mhm, mhm. Auch nochmal ein Unterschied zum Sterne-Menü nach Hause. Das macht ihr vielleicht mal zu einem besonderen Anlass, aber hier bist du jetzt plötzlich in einer Subscription-Logik. Ich weiß nicht, ob ihr echte Subscriptions anbietet, aber zumindest bauen die Kundinnen eine Gewohnheit auf und bestellen im Zweifel immer wieder.

48:13 Chanyu Xu: Ja. Ja. Ja, und das ist eben so bisschen der Unterschied auch zu klassischer Schulmedizin, wo du hingehst und sagst, ich hab irgendwie Schmerzen, dir wird irgendwie Medikament verreicht, auch in einer Pillen- Kapselform und dann sind die Schmerzen weg. Hier sind wir schon in dem Bereich, wo du sagst, du musst deine Gesundheit präventiv als Investment erstmal ansehen. Und das ist, auf Deutschland zu sprechen zu kommen, ist generell in unserer Gesellschaft nicht. Es wird nicht vorgelebt sozusagen, sondern es wird eher diese klassische Schulmedizin vorgelebt. Du hast Schmerzen, wir behandeln jetzt dein Symptom. Aber es wird wenig auf Ursachen eingegangen. Das ändert sich jetzt mittlerweile so ein bisschen. Eben auch durch, also gerade in unserer Bubble auf jeden Fall, aber generell post-pandemic. Und hier waren wir dann im guten Timing post-pandemic. sehen wir auch, dass die Menschen viel mehr in Gesundheit investieren wollen. Dann wird dann eingespart, der Duftkerze oder sonst was, was an Konsumgut noch gekauft wurde. Es wird aber bisschen mehr in Gesundheit investiert.

49:18 Feliks Eyser: Was geben Kunden bei euch aus in einem Jahr, wenn die euch treu sind?

49:22 Chanyu Xu: Wenn Sie uns treu sind, mehrere hundert Euro. Unsere Super-User sozusagen. Da reden wir vierstelligen Betrag.

49:22 Feliks Eyser: War okay, entsprechend. hier stellen.

49:33 Moritz Blees: Die füttern aber im Zweifel auch die ganze Familie. Da würde ich jetzt mal davon ausgehen, Also da kriegen die Kinder und die Männer das dann auch.

49:40 Chanyu Xu: Also mein Mann kriegt es auf jeden Fall auch.

49:40 Moritz Blees: Keine Wörter mehr.

49:44 Feliks Eyser: Der muss nicht mehr von den Lunch Vouchers leben, sondern jetzt vom Unendlichen zu play. Von Inner Beauty, perfekt.

49:49 Chanyu Xu: Mittlerweile kriegt er dann seinen Smoothie am Morgen. Die Produkte sind genderneutral, die haben kein Geschlecht, es ist nicht so, dass das nur Frauen trinken können. In der Vermarktung richtet sich das an Frauen.

50:03 Venture Capital und Unternehmensfinanzierung

50:03 Moritz Blees: Wir hatten hier im Podcast mal die These, dass die To-See-Konzepten Venture Capital Geld nicht immer unbedingt guttun. Jetzt bist du ja mit HerOne den Weg von Venture Capital gegangen.

50:03 Chanyu Xu: Mhm.

50:16 Moritz Blees: Einmal warum und einmal wie ist das so für dich?

50:20 Chanyu Xu: Also das ist es einfach der Historie meiner Gründungsgeschichte, würde ich sagen, meiner individuellen Gründungsgeschichte geschuldet, in Anführungsstrichen. weil ich immer im VC funded Startups mitgegründet habe oder gegründet habe. Selbst Ghost Kitchen, wo ich mich rechtfertigen musste, wie ich nach Saas denn jetzt bitte im Ghost Kitchen Business sein kann und dass das ja nie funktionieren wird. Disclaimer, ja, später hat es dann funktioniert. Ja, also insofern ist es der Weg für mich gewesen, weil es einfach die DNA meiner Unternehmen wiedergespiegelt hat, mein Netzwerk, das, ich gelernt habe, der Zugang dazu sicherlich auch noch mal ein anderer. Und mir geht es gut in dem Bereich. Ich würde jetzt glaube ich nicht noch mal ein Ghost Kitchen VC funded machen, aber in unserem speziellen Bereich D2C, E-Commerce, Health, Wellness würde ich schon sagen, ist es durchaus ein VC Case.

51:19 Feliks Eyser: Von wem hast du da bisher gerace? Also nicht namentlich, welche Kategorien von Gesellschaften hast du da drin? Sind das Family Offices, Angels und wie viel habt ihr grob geraced?

51:29 Chanyu Xu: Wir haben eine Reihe an Business Angels, die sind aber alle gepoolt sozusagen, die tauchen nicht auf im Handelsgigiste und dann haben wir institutionelle VCs, also einmal quasi so ein Staatsfund Berlin. Dann... Es ist Berlin, ja, auf jeden Fall. Und dann klassische VC, Early Stage und dann auch Series A plus Stage VCs. einer unserer Hauptgesellschaft ist der größte Food VC oder einer der größten Food VCs in Europa.

51:41 Feliks Eyser: Abou Dhabi. Nein, es ist Berlin.

52:09 Chanyu Xu: nicht aus Berlin. Und von der Größe, das ist schon achtstellig.

52:09 Feliks Eyser: Okay. Nicht das. Und so grob vom Volumen her, was du gerastest? Schon achtstellig, über 10 Millionen, irgendwas zwischen 10 und 99.

52:18 Chanyu Xu: Ja. Aber die Firma gibt es auch schon seit 2017.

52:25 Feliks Eyser: Wie oft hast du dich mit Fundraising beschäftigt in der Zeit? Das war wahrscheinlich nicht eine große Runde, sondern mehrere hintereinander.

52:31 Chanyu Xu: Ja, würde sagen drei, vier Mal. Also es war schon relativ konsolidiert durch mein Netzwerk, durch die Erfahrungen vorher und den Zugang, ich hatte eben.

52:31 Feliks Eyser: 3-4 Mal, okay. Und das Geld wird viel investiert in Marketing. Nehme ich an, wie vermarktet man denn solche Produkte? Erzähl mal über die Kanäle und die Ansprache. Du hast bisschen schon gepitcht, die Gesundheit als ein Investment. Also wird da ähnlich so die Ansprache sein. Über welche Kanäle geht ihr da?

52:56 Chanyu Xu: Das ist natürlich ein Thema, worüber Moritz und ich hier gebondet haben. Die drei Stunden, die wir dann an der Bar bei dem besagten Event standen, wurde natürlich viel über G2C oder E-Commerce diskutiert und über die einschlägigen Kanäle. Also ein Teil geht bei uns in Produktentwicklung. Wir haben ja physische Produkte. Und entsprechend nicht nur die Entwicklung, sondern tatsächlich auch noch Working Capital. Wir sind jetzt auf dem Weg, wo wir bankable werden, also von unserer Hausbank auch Finanzierungsmöglichkeiten bekommen werden oder teilweise auch von anderen Finanzierern bekommen haben.

53:34 Feliks Eyser: Was war dafür die Voraussetzung?

53:37 Chanyu Xu: Also für die Hausbank ganz klar, BWA muss natürlich sauber aussehen mit einem klaren Weg Richtung Profitabilität. Sie haben gesagt, es muss noch nicht profitabel sein, dadurch, dass es eine wahren Vorfinanzierung ist. Es geht ja nicht darum, Unternehmen vorzufinanzieren, sondern weil eben ein großer Teil davon vorfinanziert wird, literally, damit unser Lager eben voll ist, damit wir es eben abverkaufen können.

53:37 Feliks Eyser: Okay, Sehr interessant.

54:06 Chanyu Xu: Genau, also das ist ein Teil. Dann Personal, auch wie bei jedem anderen Start-up, Talente, das ist ein Teil. Und ja, ungefähr die Hälfte geht dann in Vermarktung und Marketing. Oder ungefähr die Hälfte des eingesammelten Geldes ist in Vermarktung.

54:06 Feliks Eyser: Wenn du 10 Millionen raise zum Beispiel, gehen mindestens bei 5 Millionen in Marketing. Und das gibst du aus bei... Wo gibst du das aus?

54:24 Chanyu Xu: Das gebe ich aus. Wir haben relativ früh angefangen mit Influencer-Marketing. Heute ist es ja auch so bisschen, hm, weiß ich nicht, ja, Fluche und Segen, aber wir 2019 hat sich damit schon angefangen. Ja.

54:26 Feliks Eyser: auch Innovatorin. Na wobei so early, schon noch früh.

54:41 Chanyu Xu: Na ja, schon Early Adopter. Ich glaube, es gab noch frühere, aber schon da bin ich Early Adopter. Und sind da aber entsprechend noch gut auf die Welle gekommen, dass das für uns ein Kanal ist, der bis heute viele Neukundinnen bringt, eine gewisse Authentizität mitbringt, wie die Produkte einfach verwendet werden im Alltag. und sehr viele, damit auch Brand-Ambassadors sozusagen. Also unsere Top-Performerinnen, mit denen arbeiten wir seit zwei, drei Jahren. Also es ist jetzt wirklich so, dass sie mehr Ambassador geworden sind als jetzt nur diese One-Off-Kampagnen. Und der Rest geht dann mittlerweile in Paid-Marketing, also das ist alles von Paid Social. Also die klassischen Ads, die alle bekommen auf den Social Media Kanälen, bis hin zu klassisch Google Search Marketing sozusagen, was ja mittlerweile so das virtuelle Regal ist, das virtuelle Einkaufsregal.

55:37 Feliks Eyser: Da gibt es eine bestehende Nachfrage. Da gibt es Frauen, die suchen nach bestimmten Arten von Nahrungsergänzungsmitteln und da bewerbt ihr auf Keyboard-Ebene.

55:37 Chanyu Xu: Es ein Riesenmarkt. Es ist Riesenmarkt in Deutschland. Auch ein über ein knapp zwei Milliarden Markt, je nachdem, welche Zahlen man sich ansieht. Also alles Supplements, ja. Also von Magnesium über irgendwelche Schwangerschaftsvitamine bis hin zu, was weiß ich was, Longevity Pillen und Kapseln. Und entsprechend gilt. bedienen wir bei Search einfach nur die Nachfrage. Das heißt also, wenn du jetzt Kollagen suchst, und das suchen sehr viele Menschen, tauchen wir auf, Google Shopping zum Beispiel, oder eben auf bestimmte Keywords. Jetzt bei uns Hormon Balance oder so, bestimmte Ingredients, Ashwagandha zum Beispiel ist sehr gehypt oder auch so paar...

56:07 Moritz Blees: Klassik!

56:28 Chanyu Xu: paar andere Sachen. Und dann tauchen wir natürlich auf und müssen die Leute natürlich, unsere Kundinnen natürlich auch noch überzeugen. Das heißt, bei uns läuft alles auf Shopify. Das ist ja mittlerweile seit gut zehn Jahren der Standard im E-Commerce und dadurch sind wir tatsächlich eine No-Code oder Low-Code-Firma.

56:52 Fundraising und Investorenstrategien

56:52 Moritz Blees: Ich habe zwei Fragen. zwar die erste. Du hast jetzt gesagt, du hast VC-Capital gerast. Du hast jetzt eigentlich quasi immer, wenn du selber was gemacht hast, VC-Capital gerast. Da wäre die erste Frage, wenn du, also dir scheint es mittlerweile sehr leicht zu fallen, wenn du ...

56:52 Chanyu Xu: Mhm. Mhm.

57:08 Moritz Blees: Hörern und vor allem Hörerinnen hier im Podcast da irgendwie ein bisschen was mitgeben könntest, wie man das strukturieren muss, dann wäre das sehr schön. Und das zweite ist, ich erinnere mich nämlich an einen LinkedIn-Post von dir, wo du quasi nicht nur von dem Gründer-Gründerinnen-Gap, sondern vor allem auch von dem VC-Funding-Gap berichtet hast. Und was war denn da, also was meinst du damit und mit welcher Erfahrung sind die denn da so zuteil geworden?

57:08 Chanyu Xu: Mhm. Mhm. Vielleicht fangen wir mal damit an und dann anschließend meine Tipps dazu. ich habe angefangen mit Fundraising, war ja auch VC, also 2009 war auch Venture Capital eigentlich noch nicht so wirklich existent in Berlin sogar. Wir haben so ein Darlehen und dann saßen wir irgendwie tatsächlich bei Lieferando in einer Tischinsel und da haben wir Customer Alliance gegründet, so ist es gekommen. hatten dann institutionelle VCs, also tatsächlich relativ früh KfW, HTGF und so, IBB, das sind sozusagen einige der staatlichen VC-Optionen, die nicht nur Darlehen geben, sondern tatsächlich auch von Mechaninkapital, also Wandeldarlehen über ganz normale Beteiligung, also wie sie Beteiligung investieren. Und dann gepaart mit Business Angels war das eigentlich so immer unser Early Go-To, sag ich mal, oder war das immer so Early Go-To Methode. Ich hab auch im Company Building Setup sozusagen mitgegründet. HerOne ist auch ein Company Building

58:46 Feliks Eyser: Zähl mal, was das bedeutet.

58:48 Chanyu Xu: Das bedeutet, dass es damals zumindest eine Reihe an sehr, sehr, early-stage VCs gab, die darauf spezialisiert sind. gewesen sind, eben Unternehmen mit auszukründen. Also sehr, sehr, sehr früh, wahrscheinlich schon in der Ideation, wenn es die Ideenphase geht, dann da mit reinzugehen und zu sagen, okay, wir gründen das zusammen. Dementsprechend bekommst du ein Startkapital von x 100.000 Euro. Und wir sind dann damit auch Co-Founder und auch quasi großer Shareholder. Also

59:20 Feliks Eyser: Die Idee kommt eher von dir als Gründerin oder aus dem Lager der Investoren oder wird gemeinsam entwickelt? ist der Prozess zur Frage, was machen wir eigentlich?

59:27 Chanyu Xu: Bei HerOne kam die Idee von mir. Es gibt aber auch im Food-Bereich, gibt es irgendwie Company Builder und Incubator. Da werden Leute auch genauso gut gecastet. dann eben strategisch wird nach einem Co-Founder oder einer Co-Founderin gesucht mit speziellen Skills. Ja, und das ist dann so das Company Building Modell, was mittlerweile ein bisschen mehr ausgestorben ist. Also gibt es noch wenig Firmen, die das machen. Aber wie gesagt, HerOne ist jetzt auch schon 2017 gegründet, also schon ein bisschen älter. Und dann typischerweise die erste Runde, Friends, Family and Fools. Also die allerersten Pre-Product, Pre-Anything Investoren, die eigentlich an das Gründungsteam, die Kunderinnen, den Gründer glauben. So, ist das initiale Investment. Da habt ihr sicherlich auch schon ein paar getätigt.

1:00:15 Moritz Blees: Und das war dann der Moment, zu dir meintest irgendwann muss es ja klappen.

1:00:20 Chanyu Xu: Genau, das sind die besagten Kommentare gewesen. Irgendwann muss es ja klappen oder... du hast es immer super gemacht. Ja, why not? Und dann kommen so die ersten, sag ich mal, pre-seed, bisschen mehr institutionelleren oder professionelleren Investoren dazu. Manche nennen sich Super Angels, manche nennen sich irgendwie ja pre-seed, early stage seed. Investoren, da reden wir dann ab einer halben Million irgendwie. Und das sind dann die Investoren, die sehr früh reingehen, weil sie sagen, sie finden den Bereich strategisch interessant, glauben an das Gründungsteam. Da muss noch nicht unbedingt Traction gezeigt worden sein, ist natürlich gerne gewollt. Und wenn du natürlich ein Konsumgüterprodukt hast, zumindest das Produkt fertig sein und dass man da nicht noch an der Rezeptur bastelt und irgendwie noch entwickelt oder so.

1:00:45 Feliks Eyser: Hm.

1:01:13 Chanyu Xu: Und dann folgt eben meistens die erste Wachstumsfinanzierung, Series A, die haben wir auch schon hinter uns. Das ist dann meistens ein strategisch positionierter Investor in dem Bereich, bei uns eben einer der Food VCs sozusagen. Und das ist dann so siebenstellig aufwärts das Investment. Ja, wo dann eben in die Skalierung investiert wird. Wir sind jetzt in so Bereich, wo wir wahrscheinlich noch mal raisen werden in den nächsten 12 bis 16 Monaten. Das wird dann eine Series B. Das ist dann wirklich eine Serious, eine sehr ernstzunehmende Wachstumsfinanzierung, meistens im zweistelligen Millionenbereich. Wo dann meistens noch mal für die Expansion, also, ja. Genau.

1:01:36 Feliks Eyser: Mhm. Weitere Produkte, internationale Märkte, andere Kategorien.

01:01:59 Internationale Märkte und Produktentwicklung

1:01:59 Chanyu Xu: und noch mehr Team, noch mehr Professionalisierung investiert wird. Vielleicht meine Erfahrung dazu, die Stationen... Es ist so, dass auch die meisten VCs und die meisten Entscheider im Venture Capital nun mal Männer sind. Und das interessante bei HerOne ist natürlich, dass wir ein Produkt haben, was sich an Frauen richtet, also die Hälfte der Bevölkerung. Und die meisten Entscheider haben zumindest eine Mutter oder wie auch immer eine Partnerin oder vielleicht sogar Töchter, Geschwister. Und es ist immer interessant, dass ich am Anfang, als ich das gepitcht habe, immer gehört habe, ich bin ja nicht Zielgruppe, weiß ich nicht, ich gebe mir mal Samples, ich gebe das mal meiner Frau und wenn sie das mag, dann können wir uns vorstellen zu investieren. Wo ich mir denke so, ja sorry, du...

1:02:34 Feliks Eyser: Hm.

1:02:55 Chanyu Xu: Nicht jeder VC ist auch irgendwie data security Zielgruppe. Aber da kann dann differenziert werden, ob der Markt groß genug ist. Das sind natürlich so ein paar Sachen, wo ich sage, wenn jetzt ein Mann sagt, der macht eine Marke für Männer, weiß nicht, Kosmetik, Shampoo, da wird doch kein Mann sagen, ich fühle mich jetzt nicht angesprochen, weil ich keinen Shampoo benutze. ja, genau.

1:02:55 Feliks Eyser: Mhm, mhm. Mein Mitglatz, würd ich trotzdem investieren, wahrscheinlich. Ich würd zumindest nicht so hinterfragen, okay, okay.

1:03:18 Chanyu Xu: Ja, so das sind so ein paar dieser Stolpersteine. Und dann bei HerOne auch wieder speziell, ich bin alleinige Gründerin. Nicht, weil ich es mir ausgesucht habe, es hat sich dann jetzt einfach so ergeben und jetzt ist die Firma eben auch bald acht Jahre alt. Insofern ist sozusagen der Co-Founder Zug auch abgefahren. Ich habe ein super Management Team mir zusammengestellt über die letzten Jahre, aber Vor diesem Management-Team war ich natürlich auch so ein bisschen Risikofaktor. Ausfallfaktor Frau, weibliche Gründerin, ab einem gewissen Alter. Kommen dann schon so bisschen die Fragezeichen U, Ü 30, so ungefähr, wenn sie nächstes Jahr heiratet und schwanger wird, gibt es die Firma ja nicht mehr. Das sind so die Vorurteile. Mir wurde tatsächlich auch mal abgesagt, zwei Mal wurde mir abgesagt, weil ich alleinige weibliche Gründerin bin.

1:04:03 Feliks Eyser: ging nicht Solofaun, das ging Solofaune plus weiblich, das war die Begründung.

1:04:18 Chanyu Xu: Sie haben Investments im Portfolio gewusst, einen männlichen Gründer gab.

1:04:18 Feliks Eyser: Hm.

1:04:18 Moritz Blees: Mhm.

1:04:23 Feliks Eyser: Hattest du das Gefühl, es wurde offen adressiert oder war es eher ein Thema, das dann besprochen wurde, nachdem du den Raum verlassen hast? Konntest du darauf eingehen und wie bist du darauf eingegangen?

1:04:33 Chanyu Xu: In dem einen Mal wurde es besprochen, da wurde ich extra rausgeschickt, also da hatte ich ein Meeting vor dem IC, vor dem Investmentkomitee. Ich da auch nach, ja, ich war da auch am anderen Ende von Deutschland so ungefähr, bin da angereist, acht Stunden oder so, und dann hatte ich die Präsentation, dann wurde es ein bisschen gechallenged und dann wurde ich gebeten, den Raum zu verlassen, dann wurde die Entscheidung getroffen und

1:04:33 Moritz Blees: Das hat es bestimmt besser gemacht,

1:04:58 Feliks Eyser: ist der schlimmste Moment, man den Raum verlassen muss. Ich hatte das auch mal in so einem Verlagshaus. Und dann stand ich da im Flur neben der Rohrpost und musste warten. Kein Scheiß, die hatten dann mal erklärt, wie die Rohrpost funktioniert und so weiter. Und musste dann warten, da drin das Urteil gefällt wird.

1:05:01 Chanyu Xu: Ich... Ich find's... Ja!

1:05:01 Moritz Blees: das Willen.

1:05:01 Chanyu Xu: Ja. Ja, das ist so old school, da hatte ich aber auch wie gesagt nur einmal. Und dann habe ich tatsächlich nicht mal mehr die Leute vor dem IC nochmal sprechen können, sondern mir wurde einfach von dem Investment-Team die Entscheidung mitgeteilt.

1:05:27 Feliks Eyser: Und es war...

1:05:29 Chanyu Xu: Wann das war? Nee, die haben abgesagt. Und ich meine, du weißt ja, wer präsentiert vom IC? Normalerweise ist es ja schon eigentlich so, wenn du dich nicht so komplett dumm anstellst. Ja, und auch Investment-Memos, 3000 Seiten und so. Und das war wirklich so...

1:05:29 Moritz Blees: Letzter Schritt,

1:05:29 Feliks Eyser: Sehr fortgeschritten. Die haben das intern schon fünf Mal besprochen.

1:05:53 Chanyu Xu: Wem wird abgesagt nach dem IC? Eigentlich, wenn du dich so komplett blöd angestellt hast oder so, aber es war nicht der Fall, sondern tatsächlich wurde mir eben von dem Investment-Team transparenterweise gesagt, ja, weil ich alleine die Künderin bin.

1:06:08 Feliks Eyser: Das kann zu dem Zeitpunkt in dem Prozess keine große Überraschung gewesen sein.

1:06:08 Chanyu Xu: Ne? Ja.

1:06:13 Moritz Blees: Vielleicht hatten die nicht verstanden, dass das das schönen Frauenname

1:06:19 Chanyu Xu: Ja, also das war so eins und dann bei so einem Business Angel Verein, da ich mal vorgesprochen, da wurde mir von dem Vereinsorganisatorin, also Organisator, gesagt, ja du, ich sage dir ganz ehrlich, vielleicht kriegst du hier ein bisschen was zusammen, aber Folgefinanzierung wird echt schwierig, du bist ja auch schon eine Frau über 30, sehe ich nicht. Oder bist du eine Frau Anfang 30, damals, ne?

1:06:45 Moritz Blees: Es sind ja richtig... Das sind ja mit Sicherheit Sätze, also ich kann mir nur vorstellen, wie es sein muss, obviously, die so richtiger Schlag in die Magenrube sind.

1:06:55 Chanyu Xu: Ja, richtiger Schlag in die Magengrube. Manchmal denkt man sich dann auch so, warum die Welt dann so unfair ist, auf jeden Fall. Aber auf der anderen Seite, und das sehe ich natürlich jetzt mit ein bisschen Abstand auch, solche Leute willst du gar nicht als Investoren haben. Du willst diese Beziehung, oder diese Reise, nun mal irgendwie 5, 6, 7, 10 Jahre lang ist. Du willst diese Leute nicht auf dem Cap-Table haben. willst mit diesen Leuten nicht... diskutieren müssen. Deswegen, jedes Nein hat mich natürlich dann auch wieder zum nächsten Jahr gebracht. Das ist natürlich meine alte Sales Mentalität. Und insofern hatte ich die Chance, oder immer eigentlich, aber insbesondere bei HerOne, den CapTable so zu bauen, mit Leuten, die an mich, an die Vision, ans Unternehmen glauben und unabhängig von Gender oder so. Aber es ist natürlich ein Faktor. Es ist ein Faktor, wenn du eine eine Gründerin bist.

01:07:48 Die Verantwortung als alleinige Gründerin

1:07:48 Moritz Blees: Klar, ist das das... War das bei dir das Hauptthema? Oder gibt es so eine Art von strukturellem, Frau, weiß ich nicht. Also geht es Mütter oder potenzielle Mütter?

1:07:48 Chanyu Xu: Äh... Ja, glaube, es geht immer so als Gründerin, als Single Founder generell hast du ja super viel Verantwortung. Das ganze Unternehmen hängt irgendwie von dir ab und dann am Anfang gerade, keine Ahnung, hatte 15 Direct Reports, ungefähr so dreiviertel der Firma waren. Und das kannst du natürlich anders verteilen, wenn du im Gründerteam irgendwie zwei, drei Leute bist. Wenn du alleine bist, bist du der limitierende Faktor, ich war der limitierende Faktor. Deswegen aber auch die Wachstumsfinanzierung und deswegen auch ganz früh diese Finanzierung, mir mein Team aufzubauen. eben mittlerweile, wie gesagt, sind wir drei Leute im Management. Es wird wahrscheinlich noch eine vierte Person dazukommen.

1:08:24 Feliks Eyser: Mhm.

1:08:37 Chanyu Xu: bei unserer Größe, was auch Sinn macht und die Bereiche sozusagen, wenn wir die Bereiche auch abgedeckt sind. genau, also mittlerweile ist das jetzt weniger ein Thema, aber du hast natürlich gerade so irgendwie Pre-Series-A und so, war schon auch von unseren Series-A-Investoren war das schon auch ein Faktor. Ist da jemand alleine, die erzählt dir irgendwie das Blaue vom Himmel? Aber ich habe es ja dann wirklich umgesetzt. Also ich habe ja dann auch damit dann mein Management aufgebaut. mit dem Geld.

1:09:03 Feliks Eyser: Was gibt es zu anderen Gründerinnen heute mit, die vielleicht in ihren Zwanzigern sind, drüber nachdenken, zu starten oder vielleicht in ihren Vierzigern sind oder irgendwo dazwischen und sich selber ja auch die Frage stellen, so a, was bedeutet es für mich selber und b, wie komme ich denn eigentlich an und wie werde ich mit diesen Diskussionen umgehen? Was gibt es zu denen mit?

1:09:08 Chanyu Xu: Ja. Das wichtigste für mich ist, do it, ehrlicherweise. Also don't overthink it. sehe ich bei mir im Team. Das ist vielleicht auch bisschen was da Gender, dass Frauen schon dazu neigen, etwas zu overthinken, also zu sehr drüber nachzudenken. Und entsprechend sage ich immer, trust your gut. Also wir haben super Instinkte, wir Menschen. ja. Dem sollte man folgen und es tun. Du solltest nicht so viel Angst haben vor dem Scheitern, weil ehrlicherweise fallen wir alle nicht so tief. Und jede Erfahrung, also auch das Scheitern, hat mich zum Beispiel auch näher gebracht an... Learning oder mein Netzwerk erweitert oder eben definitiv mein Handwerk und mein Wissen erweitert. Also insofern ist auch Scheitern immer eine Chance des Lernens. Und das dritte ist Thema Finanzierung. Wir haben jetzt natürlich viel über Venture Capital gesprochen und die verschiedenen Stationen meine Wahl das VC finanziert zu machen. Ich würde Leute challengen, ob das unbedingt immer so sein muss. Unabhängig davon, ob das ist ein VC-Case ist oder kein VC-Case. sondern ich würde generell challengen, dieses, ja ich habe jetzt hier so gerast und so, ob das unbedingt so viel besser ist, unabhängig davon, was das Geschäftsmodell ist, weil der Druck steigt, also nur weil du das Geld hast und wenn es 100 Euro von einem Business Angel sind, der Druck steigt. Und das potenziert sich natürlich mit den Nullen mehr. Insofern haben wir alle ja auch schon gesehen und gerade im D2C-Bereich, was in den letzten Jahren sehr, sehr overhyped war oder gehyped war, dass die meisten so... das nicht liefern konnten, also nicht in das hinein wachsen konnten, was sie ihren Investoren versprochen haben. Das ist aber in jedem Bereich so. Das ist bei Software so. ist bei allen, die viel Geld raising, ist viel, viel, viel, Verantwortung und sehr, sehr, sehr viel Druck. Deswegen behaltet so lange wie möglich sozusagen, wie es geht, die Hoheit über das Unternehmen und die Mehrheit.

1:11:25 Chanyu Xu: und raised nur, wenn ihr raisen müsst. Ansonsten gibt es viele, viele alternative Finanzierungsmethoden, über die auch zu wenig gesprochen wird, weil alle natürlich immer so die tollen Multimillionen-Finanzierungsrunden finanzieren. Aber es gibt je nach Bereich natürlich auch viele staatliche Förderprogramme, die eben non-dilutive sind. Also das heißt, du behältst dann deine Anteile und gibst keine Anteile ab.

1:11:48 Moritz Blees: Ich muss sagen, ich bin ja von uns allen hier, glaube ich, der dienstjüngste Berliner. Und das ist ja so eine Berliner Spezialität. Also wenn du sagst, ich bin seit 20 Jahren in Berlin, natürlich ist mein erster Weg zum Fundraise, wenn ich eine Firma gründe. So bei mir als Kölner war das das höchste Gegenteil. Also wir saßen erst mal drei Jahre im dunklen Kellerlein und haben irgendwie alle Arten, wie man irgendwie Cashflow-Management machen kann, durchgekaut, bevor wir auf die Idee kamen, irgendwo mal Geld zu besorgen. Das ist...

1:11:48 Chanyu Xu: Hmm.

1:12:15 Moritz Blees: Das andere Extrem würde ich sagen, glaube irgendwo dazwischen liegt die Wahrheit. etwas was mich schon immer wieder verwundert teilweise ist, dass der Berliner Standard zu sein erstmal ist, jetzt machen wir erstmal einen Deck und dann laufen wir los.

1:12:31 Feliks Eyser: Ist so. Ich rede mit vielen Studenten. Ich bin in der Code University, in dieser Tech-Hochschule engagiert und sind zwei Studenten, die als Team was bauen wollen, die alle Fähigkeiten haben, die sie brauchen, ein Produkt zu bauen, das an Markt zu bringen, Facebook-Ads zu schalten für 200 Euro und die reden als erstes über Fundraising. Und wenn ich sie ein bisschen löchere und bisschen probiere nachzuhören, wofür braucht ihr denn die Kohle, was wollt ihr damit machen, dann merkst relativ schnell, Fundraising ist da eher so ein Selbstzweck. Ja, alle raisen, doch, dann raisen wir auch und dann zahlen wir uns Gehälter und dittede.

1:12:31 Chanyu Xu: Mhm. Mhm.

1:12:59 Feliks Eyser: übersehen oft, dass sie alle Fähigkeiten haben, die sie brauchen, vor allem in der heutigen Zeit mit AI und Gileverage und so weiter digitale Produkte zu bauen. Ist es bei dir schwie was anderes? Du musst Ware vorfinanzieren. Ist alles ein bisschen komplizierter, als wenn man ein digitales Produkt baut. ich glaube auch, es ist ein Irrweg, als allererstes zu überlegen, wo kriege ich Kohle her. Beziehungsweise auch ein guter Test für einen Gründer, mal die Frage zu stellen, was kannst du denn eigentlich alles liefern ohne Geld? Also das testet ja auch die Fähigkeiten des Gründers und die Kreativität und die Scrappiness und so weiter.

1:12:59 Chanyu Xu: Mhm.

1:13:28 Feliks Eyser: Ich glaube das Schlechteste, das was machen kann, ist mit so einem Powerpoint rumzulaufen, ohne alles andere und immer zu erzählen. Ich würde ja alles bauen, wenn ich nur Geld hätte.

1:13:28 Chanyu Xu: Ja.

1:13:34 Moritz Blees: Speziell im Consumer Case neigt man ja auch dazu, sich dann irgendwelche Customer Lifetime zu... Also ich glaube der Fehler, ich als Berater am häufigsten gesehen habe, ist, sich die Customer Lifetime-Value schön zu rechnen, weil man denkt, wie viele, was hinten raus alles noch kommt, wenn man jetzt erstmal das VC-Geld gerastet hat. Andere Frage. Ich meine, du bist ja jetzt gerade busy mit Firmenbauern, aber... Ich erlebe in Gesprächen mit dir dich als wahnsinnig wache Beobachterin des gesamten Food Markts auch auch über den großen Teilchen weg. Wenn du jetzt nicht gerade zufälligerweise schon eine Firma bauen würdest oder wenn du nochmal 10, 15 Jahre jünger wärst und sagst du fängst jetzt nochmal bei Null an. Was müsste man jetzt eigentlich im Food Bereich machen in Deutsch?

01:13:56 Zukunftstrends im Food-Bereich

1:14:22 Chanyu Xu: Jetzt kann ich nicht alle meine Ideen verwahren. Ne, Ich glaub... Ja. Das stimmt. Das stimmt.

1:14:26 Moritz Blees: Also es ist schon mehr. Nee, nee, sind schon. Also du kannst dich auch, glaube ich, als Mentorin und Angel hier direkt anbieten. Also wir können den hier so. Also wenn jemand genau das, was sie gleich sagen möchte, umsetzen will, der darf sich gerne bei ihr melden.

1:14:40 Feliks Eyser: Und bei uns investieren wir zu dritt, dann machen wir Company Building andersrum.

1:14:45 Chanyu Xu: Ja, let's do it. Also ich glaube, der Health and Wellness Space wird einfach noch mehr wachsen. Es wird auch mehr zusammen wachsen. Also Wellness bedeutet jetzt nicht nur, die Sauna zu gehen, was wir Deutschen vielleicht unter Wellness verstehen, sondern Wellness ist tatsächlich, gesunde Lebensentscheidungen zu treffen, die im besten Fall natürlich deine Langlebigkeit, also ein langes, gesundes Leben fördern.

1:14:45 Moritz Blees: Würde ich sofort mitmachen.

1:15:13 Chanyu Xu: Es geht nur Longevity, sondern es geht Schlaf, Ernährung, Stressmanagement, alles Mögliche. Da gibt es sehr coole Sachen, nicht nur auf Produktseite, sondern auch auf Consumer ... Health consumer, subscription consumer, so wearables und so auch. glaube, wird alles nochmal, das Tracking, Thema, wird alles nochmal ein weiteres Level, noch ein Level tiefer gehen und dafür, ja, Angebote schaffen sozusagen, die auf diesen Plattformen aufbauen, die auf diesen, ja, wearables aufbauen und so weiter und so fort. Ich glaube, das ist ein Trend. Und das zweite ist, wenn wir jetzt einfach nur Zoom-Güterprodukte reden, glaube ich, dass... Ich sehe, weil ich ja selbst natürlich in der Bubble bin, aber ich sehe schon den Trend, dass weniger Alkohol getrunken wird. Und das Thema Low-Alkohol oder Non-Alcoholic-Drinks auch noch mal auf ein anderes Level kommen wird, als jetzt nur diese vergorene Apfel oder... Traubensaft, Bubbly. Also ich glaube da wird noch was passieren. also generell Beverage, sehe ich auch noch so Functional Beverage ist. Ja.

1:16:11 Feliks Eyser: Mhm.

1:16:21 Moritz Blees: Premium alkoholfreie Drinks. jetzt so den Anlass

1:16:21 Feliks Eyser: Mhm.

1:16:22 Moritz Blees: hat. Ich weiß gar nicht mehr wie er heißt. Ach nee, wir hatten nicht wieder rüber geschaut. Es gibt einen alkoholfreien Champagner, in den LVMH investiert hat. Der jetzt für 35 Euro, ja, genau das macht Traubensauce Schorle verkauft. Und es funktioniert. Also, ja, spannender Markt. Okay, und dritte Idee.

1:16:22 Chanyu Xu: Mhm. Mhm. Dritte Idee, ja natürlich im Female Health Bereich. Also durch meine eigene Historie jetzt bin ich ja jetzt auch tiefer drin im ganzen Thema Female Health, Fertility und sorry, da muss auf jeden Fall noch was getan werden. Also gerade in Deutschland Gesundheitssystem. wirklich im Vergleich zu anderen europäischen Ländern und ich rede da nur von unseren Nachbarländern teilweise wirklich rückständig. Also da rede ich jetzt nicht nur von der digitalen Krankenakte, sondern auch generell Aufklärung, welche Möglichkeiten es für Reproduktionsmedizin gibt. Ab welchem Alter du dich schon damit beschäftigen solltest, idealerweise. Und generell Care, also Posteingriff, Post-OP-Care, Postnatal, also wenn ich blicke auf Korea, so die ganzen Geburtshäuser sind da so Spa-Hotels, ungefähr, wo du dich dann eben für dein Wochenbett da einbuchst und da als Mutter auch alles bekommst, Homecooked Meals und so. Und die Babys können da im ...

1:17:25 Feliks Eyser: Mhm.

1:17:52 Chanyu Xu: gut temperierten Bad schon mal schwimmen lernen und Baby baden und was ist ich was. Also das ist irgendwie auf einem ganz anderen Level so und das sehe ich bei uns gerade in der westlichen in Europa sehe ich noch ein großes Gap im Vergleich zu Asien.

01:18:09 Marktchancen für GLP-1 Produkte

1:18:09 Feliks Eyser: Okay, Variables and Data, Beverages, vor allem Non-Ankolyk, alles rund Female Health. Ich hab noch eine Frage, und da bist du auch an der Zielgruppe dran, am Markt, dran. Ich glaube, ist eines der krassesten Geschäftsmodelle unserer Generation. Stichwort Abnehmspritzen, Ozempic, GLP-1s und so weiter. Ich will eine eigene Episode machen darüber, recherchiere seit zwei Wochen die Geschäftsmodelle von GLP-1s. Ich finde das extrem faszinierend, ich gerade in New York, da ist alles vollgekleistert mit Werbung.

1:18:09 Chanyu Xu: Mhm.

1:18:09 Moritz Blees: und

1:18:09 Chanyu Xu: Ja, ja, Mhm.

1:18:36 Feliks Eyser: für Firmen, die als Consumer Subscription diese Spritzen vermarkten. Wie siehst du das?

1:18:42 Chanyu Xu: Wir sehen auch eine erhöhte Nachfrage. Es gibt natürlich GLP-1 als Ingredient. Das ist aber eine Medical Drug. Du brauchst auch eine andere Lizenz als Firma. Und dann gibt es so GLP-1 Activators. Also Sachen, die das aktivieren in deinem Körper. Es ist ja in jedem Körper drin, die die Produktion aktivieren. Und da haben wir durch die EFSA, die European Food and Safety Association, gibt es sozusagen keine offiziellen Health Claims. Health Claims sind die Claims, du sagen darfst, wenn du bestimmte Zutaten, Inhaltsstoffe, Vitamin C, trägt zur normalen Funktion deines Immunsystems bei. Das darfst du halt sagen, wenn Vitamin C drin ist, bestimmter Gehalt an Vitamin C und dann dass dieser Claim, auch genau dieser Satz, ist dann in allen europäischen Sprachen übersetzt. kannst du dann auf die Verpackung, auf die Webseite überall hin packen. Das Problem in Deutschland oder in Europa ist dann eben die Vermarktung. Du dürftest jetzt nicht GLP-1-Activator, weiß ich nicht vom Namen her, wäre das schon Borderline, dass du dann direkt abgemahnt wirst. Diese Claims in Richtung abnehmen dürftest du auf jeden Fall nicht machen. Das heißt ...

1:19:29 Feliks Eyser: Mhm. Mhm, mhm.

1:19:53 Chanyu Xu: Du hast die Challenge, dass du etwas vermarkten musst und darauf hoffen musst, dass jemand anderes schon die Education gemacht hat und dass die Leute wirklich nur nach diesem Stoff, nach dem Inhaltsstoff suchen sozusagen. Das sehe ich in Deutschland noch nicht so krass. Wie gesagt, Deutsche sind auch skeptisch, aber es wird sicherlich in den nächsten zwei, drei Jahren sammelnfähiger werden, glaube ich.

1:20:18 Feliks Eyser: meine These, also wenn man sich das in USA anschaut, wie salonfähig das ist und wie viele Celebrities öffentlich darüber sprechen und was für einen krassen Impact das hat abseits von Diabetes, wo das herkommt.

1:20:18 Chanyu Xu: Hmm. Ja. Ja. Aber ja, also alles, man in den USA oder Asien sieht, kannst du irgendwie so drei bis fünf Jahre draufrechnen.

1:20:28 Feliks Eyser: Mhm.

1:20:28 Moritz Blees: Ja.

1:20:34 Feliks Eyser: Okay, vielleicht haben wir da ein gutes Timing. Müssen wir mal weiter beobachten den.

1:20:34 Chanyu Xu: Ja.

1:20:38 Moritz Blees: Vielen vielen Dank für deine Zeit. Es hat mir sehr viel Spaß gemacht, dir darüber zu sprechen über deine Reise. sag nochmal, wenn wir der Folge jetzt folgen, dann ist es wahrscheinlich genau so, die drei Ideen, die du jetzt genannt hast, da sollten wir jetzt noch drei Jahre warten und dann ist genau der richtige Moment, damit an den zu gehen.

1:20:39 Chanyu Xu: Ja. Ja, man kann da ... Ideation.

1:21:02 Feliks Eyser: Ne, wir fangen jetzt schon an und Shü lehrt uns die Resilienz. Du bist für mich das Sinnbild von Resilienz jedes Mal, du auf, wenn du oben fällst, stehst du dreimal so stark wieder auf und hast das jetzt in deinen letzten 15 Jahren schon dreimal gemacht und bist deswegen die Turbo-Gründerin. Hier mit so viel Glasscherben schon gefressen, die man sich nicht ausdenken kann. Deswegen, ich glaube an die Resilienz und das Durchhalten, deswegen würde ich sagen, wir starten die Themen alle jetzt schon und suchen Fauna-DVDU einfach. Einfach dabei bleiben und durchhalten. Sehr inspirierend.

1:21:33 Chanyu Xu: Vielen, vielen Dank Feliks und Moritz, dass ich hier sein durfte und hat auf jeden Fall Spaß gemacht.

1:21:38 Feliks Eyser: Wo kann man dich online finden, wenn jemand dich kontaktieren möchte?

1:21:42 Chanyu Xu: Ja, auf LinkedIn gerne, Shan Yu Xu. Ich glaube, ihr teilt den Link. auf Instagram geht es dann eher meine Food-Eskapaden. Super. Dankeschön euch. Tschüss.

1:21:42 Feliks Eyser: Wir teilen den Link. Cool, die schau ich mir jetzt an.

1:21:57 Moritz Blees: Also bis dann, ciao!

1:21:57 Feliks Eyser: Vielen Dank,

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