Cannabis-Businesses: Größter Markt mit größten Herausforderungen
mit Torsten Greif und Albert Schwarzmeier, Gründer und CEO von Four 20 Pharma sowie CEO von enua
Zusammenfassung

In dieser Folge sitzen zum ersten Mal zwei Chefs von Firmen am Tisch, die im selben Markt konkurrieren: Torsten Greif, Gründer und CEO von Four 20 Pharma aus Paderborn, und Albert Schwarzmeier, CEO von enua. Beide importieren medizinisches Cannabis aus Kanada und verkaufen es an Apotheken. Feliks moderiert zusammen mit Moritz Blees. Transparenzhinweis: Feliks ist selbst Gesellschafter bei enua, er hat 2019/2020 zusammen mit seinem Freund Kian in die Firma investiert und sagt das in der Folge selbst.
Torsten erzählt, wie Four 20 Pharma aus einer Pokerrunde entstand: fünf Leute, einer mit einer Halle, einer mit IT-Kenntnissen, keiner mit Pharma-Erfahrung, am nächsten Tag beim Notar. Entscheidend war die Qualified Person, die jede Charge freigeben muss. Sie meldete sich auf eine Stellenausschreibung, war vorher rund 30 Jahre in der Behörde und hat dem Team laut Torsten Millionen gespart. Albert kam über Heartbeat Labs und einen Exit mit Musterhaus.net zum Markt und stieg bei enua als Investor und CEO ein.
„… wie oft wird ein Milliardenmarkt in Deutschland legalisiert?“
Dann geht es um Markt und Regulierung. Seit dem 1. April 2024 fällt medizinisches Cannabis nicht mehr unter das Betäubungsmittelrecht, ein normales Rezept genügt und Telemedizin ist möglich. Laut Albert hat sich das Verhältnis von Kassen- zu Selbstzahlern dadurch von etwa 80 zu 20 auf etwa 20 zu 80 gedreht. Den legalen Markt für medizinisches Cannabis in Europa beziffert er auf 2 Milliarden Euro, den Schwarzmarkt in Deutschland je nach Studie auf 4 bis 6 Milliarden. Beide trennen klar zwischen dem Medizinal-Cannabis-Gesetz und dem Konsum-Cannabis-Gesetz und plädieren dafür, die Reform für den medizinischen Bereich nicht zurückzudrehen.
Weil das Heilmittelwerbegesetz Aussagen zur Wirkung verbietet, setzt Four 20 Pharma auf Umwege: Trikotsponsoring beim SC Paderborn, Präsenz in Foren, einen bekannten Head of Cultivation und einen Kurzfilm in Anlehnung an „Bang Boom Bang“. enua setzt auf Aufklärung in rund 1.050 Partnerapotheken und ein eigenes Fachmagazin. Zum Schluss die Zahlen: Four 20 Pharma wurde mit 3,8 Millionen Euro eigenem Geld gebootstrappt und hat 2022 die Mehrheit an Curaleaf verkauft, in enua sind knapp 5 Millionen Euro geflossen, bei 21 Millionen Euro Umsatz im Vorjahr und über 20 Prozent EBITDA-Marge.
Zahlen aus der Folge
4 weitere Zahlen
Worüber am meisten gesprochen wurde
Kapitel
- 00:00Die Cannabis-Branche in Deutschland: Milliardenmarkt mit PotenzialMarkt & Wettbewerb
- 02:26Frenemies: Konkurrenz & Zusammenarbeit im deutschen MarktMarkt & Wettbewerb
- 05:50Der Schwarzmarkt vs. der legale Markt: Zahlen & FaktenMarkt & Wettbewerb
- 07:07Gründungsgeschichten: Vom Pokertisch zur FirmaGründungsgeschichten
- 08:32Die Rolle der „Qualified Person“: Qualitätssicherung im Cannabis-BusinessLieferkette & Qualität
- 21:51Regulierungen 2024: Was sich geändert hat und warum Apotheken profitierenRegulierung & Zugang
- 24:23Telemedizin & der Weg zur Apotheke: Wie der Zugang erleichtert wurdeRegulierung & Zugang
- 31:36Zukunftsaussichten: Dispensaries, OTC-Produkte & PolitikAusblick & Politik
- 36:33Vermarktung von Cannabis: Guerilla-Marketing & TrikotsponsoringMarketing & Marke
- 44:32Markenbildung: Warum Brand-Aufbau im Cannabis-Bereich so wichtig istMarketing & Marke
- 53:52Finanzierung & Skalierung: Bootstrapping und strategische InvestorenFinanzierung & Exit
- 58:26Herausforderungen im Markt: Lieferketten, Regulierungen & WettbewerbLieferkette & Qualität
Key Learnings
- 1
Hol dir die Person, die am Ende freigibt, so früh wie möglich
Ohne Qualified Person kommt keine Charge in die Apotheke, und niemand im Unternehmen kann ihr Weisungen geben. Four 20 Pharma hat seine QP über eine Stellenausschreibung gefunden, was im Markt laut Torsten eigentlich nie klappt. Sie war rund 30 Jahre in der Behörde, hat Anbauanlagen in Kanada mit begutachtet und manche Termine schon auf dem Parkplatz abgebrochen. Laut Torsten hat sie der Firma Millionen gespart, bevor es überhaupt richtig losging.
08:32 · Die Rolle der „Qualified Person“: Qualitätssicherung im Cannabis-Business - 2
Lieferfähigkeit ist das wichtigste Versprechen
Steht ein Produkt auf dem Rezept und die Apotheke hat es nicht, muss der Patient zurück zum Arzt, und der verschreibt im Zweifel nie wieder Cannabis. Four 20 Pharma ist laut Torsten nie leergelaufen und hat genau darauf von Anfang an geachtet. Wer die Lieferkette kontrolliert, gewinnt Vertrauen bei Ärzten und Apotheken.
58:26 · Herausforderungen im Markt: Lieferketten, Regulierungen & Wettbewerb - 3
Im regulierten Markt brauchst du Umwege fürs Marketing
Das Heilmittelwerbegesetz erlaubt Werbung mit dem Firmenlogo, aber keine Aussagen wie „hilft bei“. Four 20 Pharma ist deshalb Trikotsponsor beim SC Paderborn geworden, nach Torstens Einschätzung als erste Cannabisfirma weltweit vorne auf der Brust in einer Profiliga. Dazu kommen Präsenz in Foren, ein in der Szene bekannter Head of Cultivation und ein Kurzfilm als Branded Entertainment.
36:33 · Vermarktung von Cannabis: Guerilla-Marketing & Trikotsponsoring - 4
Kleine Hebel können große Wirkung haben
Mitgründer Thomas kam aus der Software und wusste, dass Ziffern in Listen vor Buchstaben einsortiert werden. Weil sich am Anfang kaum jemand auskannte, stand „420“ ganz oben und wurde entsprechend oft verschrieben. Feliks vergleicht das mit Schlüsseldiensten, die sich in den Gelben Seiten „AAA“ nannten.
36:33 · Vermarktung von Cannabis: Guerilla-Marketing & Trikotsponsoring - 5
Im B2B-Vertrieb gewinnst du über Wissen
Von rund 15.000 Apotheken in Deutschland führen laut Albert etwa 3.000 Cannabis. enua beliefert rund 1.050 davon direkt, ohne Großhändler, mit einem Vertriebsteam von zwölf Leuten. Vertrauen entsteht über Aufklärung: Workshops, ein eigenes Fachmagazin und Detailwissen zu Anbauorten, Qualitätsstufen und Inhaltsstoffen.
36:33 · Vermarktung von Cannabis: Guerilla-Marketing & Trikotsponsoring - 6
Mehr Kapital heißt nicht mehr Wachstum
Four 20 Pharma kam mit 3,8 Millionen Euro eigenem Geld aus, in enua sind knapp 5 Millionen geflossen. Die VC-finanzierte Sanity Group hat laut Moritz einen dreistelligen Millionenbetrag eingesammelt und ist laut Albert in Deutschland trotzdem kleiner als beide. Torstens Erklärung: Solange Cannabis Betäubungsmittel war, war die Nachfrage begrenzt, und große Vertriebsteams halfen wenig. Fokus und eine stabile Lieferkette brachten mehr.
53:52 · Finanzierung & Skalierung: Bootstrapping und strategische Investoren - 7
Es gibt Finanzierung jenseits von VC
enua finanziert sich neben Eigenkapital von Business Angels und einem Family Office auch über Darlehen vermögender Privatpersonen zu 12 bis 13 Prozent Zinsen, abgesichert mit Ware und einer Globalzession auf die Forderungen gegenüber Apotheken. Eine Betriebsmittellinie bei der Bank kam erst, nachdem enua 2023 profitabel war. Auch Four 20 Pharma bekam Bankfinanzierung erst, als die Firma im Plus war.
58:26 · Herausforderungen im Markt: Lieferketten, Regulierungen & Wettbewerb
Zitate

„Eine Branche ist nicht alleine groß.“„… wie oft wird ein Milliardenmarkt in Deutschland legalisiert?“„Ja, und du musst einfach eine unfassbar intensive Aufklärungsarbeit machen.“„Genau, also Brandaufbau ist extrem schwer in unserem Bereich.“„Das Wichtigste am Anfang war, und das ist auch heute noch, dass du die Supply Chain komplett unter Kontrolle hattest.“Über den Gast

Torsten Greif und Albert Schwarzmeier
Torsten Greif hat mit vier Mitgründern aus einer monatlichen Pokerrunde heraus Four 20 Pharma in Paderborn gegründet, einen pharmazeutischen Unternehmer, der medizinisches Cannabis aus Kanada importiert, in Paderborn verarbeitet und an Apotheken verkauft. Mit seinen Partnern betreibt er weitere Firmen, unter anderem in Software, Bau, Pflege und erneuerbaren Energien. 2022 hat Curaleaf 55 Prozent an Four 20 Pharma übernommen. Albert Schwarzmeier hat rund 20 Jahre lang Firmen mit aufgebaut, mit Schwerpunkt auf Handel, Marketing und Markenaufbau, unter anderem mit den Hitfox-Gründern und als Partner bei Heartbeat Labs. Bei der Hausbau-Plattform Musterhaus.net hat er die Mehrheit gekauft und die Firma später an die Funke Mediengruppe verkauft. Bei enua, gegründet von Markus und Lars, ist er investiert und als Geschäftsführer und CEO eingestiegen.
Häufige Fragen
Was machen Four 20 Pharma und enua?
Beide Firmen sind pharmazeutische Unternehmer für medizinisches Cannabis. Sie beziehen Cannabisblüten von EU-GMP-zertifizierten Anbauern in Kanada, lassen jede Charge von einer Qualified Person freigeben und verkaufen sie an Apotheken. Four 20 Pharma sitzt in Paderborn und verarbeitet einen Teil der Ware selbst, enua sitzt in Köln.
Was hat sich am 1. April 2024 für medizinisches Cannabis geändert?
Medizinisches Cannabis wurde aus dem Betäubungsmittelrecht genommen. Statt eines Betäubungsmittelrezepts genügt ein normales Rezept, mehr Ärztinnen und Ärzte können es verschreiben und Telemedizin per Videocall oder Fragebogen ist möglich. Abgegeben wird es weiterhin nur in Apotheken. Davon getrennt regelt ein eigenes Gesetz den Konsum-Bereich, etwa Anbauvereinigungen und privaten Besitz.
Wie groß ist der Markt für medizinisches Cannabis?
Laut Albert werden in Europa im Bereich medizinisches Cannabis rund 2 Milliarden Euro bewegt, bis 2030 erwartet er etwa 10 Milliarden. Deutschland ist der mit Abstand größte und am weitesten entwickelte Markt in Europa. Den deutschen Schwarzmarkt schätzt er je nach Studie auf 4 bis 6 Milliarden Euro, den europäischen auf 15 bis 20 Milliarden.
Wie wurden Four 20 Pharma und enua finanziert?
Four 20 Pharma wurde gebootstrappt: Die Gründer haben nach und nach 3,8 Millionen Euro aus ihren anderen Firmen investiert, externe Investoren gab es nicht. In enua sind knapp 5 Millionen Euro von Business Angels, einem Family Office und Albert selbst geflossen, dazu Darlehen vermögender Privatpersonen und eine Betriebsmittellinie bei der Bank.
Warum hat Four 20 Pharma die Mehrheit an Curaleaf verkauft?
2022 hat Curaleaf 55 Prozent an Four 20 Pharma übernommen. Damals stand eine vollständige Legalisierung im Raum. Torsten rechnete damit, dass man für echtes Gewicht rund 100 eigene Verkaufsstellen bräuchte, jede für 1,5 bis 2 Millionen Euro. Curaleaf hatte so eine vertikal integrierte Struktur in den USA bereits viele Male aufgebaut, deshalb fiel die Wahl auf diesen Partner.
Ist Feliks an einer der Firmen beteiligt?
Ja. Feliks ist Gesellschafter bei enua. Er hat 2019/2020 zusammen mit seinem Freund Kian in die Firma investiert und legt das in der Folge offen. An Four 20 Pharma ist er nicht beteiligt.
Erwähnt in der Folge
- CuraleafFirmaUS-Cannabiskonzern, der 2022 55 Prozent an Four 20 Pharma übernommen hat.
- Sanity GroupFirmaVC-finanzierter Wettbewerber, der laut Moritz einen dreistelligen Millionenbetrag eingesammelt hat.
- SC Paderborn 07FirmaProfifußballklub, bei dem Four 20 Pharma Hauptsponsor auf dem Trikot ist.
- Bang Boom BangSendungKultfilm von 1999, an den Torstens Kurzfilm angelehnt ist; die Macher erwirkten bis zur Aufnahme eine einstweilige Verfügung.
- Grünhorn ApothekeFirmaOnline-Apotheke, die laut Torsten einmal rund 40 Prozent des Marktes hatte.
- Heartbeat LabsFirmaAlbert war dort Partner, beschäftigte sich mit der Digitalisierung des Gesundheitsmarkts und kam so erstmals mit medizinischem Cannabis in Berührung.
- HitfoxFirmaMit den Hitfox-Gründern hat Albert Firmen im Gaming- und Werbebereich aufgebaut.
- Funke MediengruppeFirmaMedienkonzern, an den Musterhaus.net verkauft wurde.
- Musterhaus.netFirmaPlattform für den Hausbau, die Albert mehrheitlich übernommen und an die Funke Mediengruppe verkauft hat.
Transkript
00:00 Die Cannabis-Branche in Deutschland: Milliardenmarkt mit Potenzial
00:04 Albert Schwarzmeier: der Markt ist sozusagen nicht neu kreiert worden. ist zu einem großen Teil auch schon da gewesen.
00:10 Torsten Greif: Das heißt, wenn du jetzt nicht richtig positioniert bist und hast die letzten Jahre ein bisschen verschlafen, dann wird es echt schwer für dich als Cannabis-Firma heutzutage überhaupt noch überhaupt Geld zu verdienen. jetzt sind wir nun mal der erste, ich glaube weltweit, der in einer Profiliga vorne auf die Brust durfte. Wir sind jetzt nicht der kleinste Kunde der Volksbank in Paderborn.
00:28 Feliks Eyser: Wie viel Kapital hat das erfordert am Anfang? Also was habt ihr da reingesteckt?
00:31 Torsten Greif: 3,8 Millionen von uns selber drin.
01:25 Feliks Eyser: Jungs, schön, dass ihr da seid. Herzlich willkommen, Albert und Torsten. Wir wollen ja heute über den deutschen ... Wir wollen über den deutschen Cannabis-Markt sprechen. Das ist ja auch interessant hier in unserem Gespräch, das hatten wir auch noch nicht, muss ich sagen. Wir haben zwei Geschäftsführer von Unternehmen, die auch ein Stück weit in Konkurrenz stehen. Also ihr verkauft beide medizinisches Cannabis an Apotheken primär, ihr gehört zu den größten Unternehmen beide. Torsten hat die 420 Pharma gegründet. Albert, du bist bei enua als Shareholder und Geschäftsführer, als CEO drin. Und gleichzeitig habt ihr eingewilligt, hier beide im Podcast reinzukommen. Erzähl mal, Torsten, was sagst du, was macht denn Albert gut im Business? Und Albert, was macht denn Torsten so gut, dass ihr euch so gut versteht als Wettbewerber?
02:26 Frenemies: Konkurrenz & Zusammenarbeit im deutschen Markt
02:33 Torsten Greif: Die Branche ist ja echt jung und wir haben beide so den Ansatz, nicht jeder fährt den so in der Branche, aber wir sind zumindest beide Verfechter des Ganzen. Eine Branche ist nicht alleine groß. Ich bin ja mehreren Industrien mittlerweile zum Glück tätig. Oder du darfst da mal reinschnuppern und es gibt keinen einzelnen Player, der einen Milliardenmarkt alleine hinbekommen hat. Also aus meiner Sicht korrigiere ich. Und das heißt, wir sind natürlich in vielen Feldern, arbeiten wir erstmal auf dem Papier gegeneinander, wenn ich das mal so sagen darf oder soll, aber in ganz vielen Sachen arbeiten wir zusammen. Albert ist jemand, mit dem ich mich regelmäßig austauschen kann und darf. Und Albert hat mich dann hier auch gefragt, Mensch, ich habe hier coole Jungs, Founders Mode heißt das Ganze, sollen wir einen Podcast zusammen machen? Wenn es der Sache hilft und wenn es lustig ist, bin ich dabei.
03:22 Feliks Eyser: Cool, Albert, was willst du sagen, was macht Four 20 Pharma gut?
03:27 Albert Schwarzmeier: Ja, ich würde sagen, Four 20 Pharma hat auf jeden Fall ein ziemlich cooles Gründer- und Geschäftsführer-Team, was auch sehr komplementär ist, weil der Torsten tickt halt ganz anders als der Thomas und umgekehrt. Also ich hab das schon mal ein krasser Erfolgsfaktor. Und was ich an Torsten mag, der macht halt alles mit Augenmaß, also schon mit Business-Sense, aber trotzdem auch mit einem Augenzwinkern. Und das macht es halt sehr angenehm, weil er da so eine Coolness mit schwingt und man nicht das Gefühl hat, Er ist nicht so der Cowboy im Markt. Das eint uns dann auch. Das eint auch viele Mitbewerber in unserer Branche. Das macht dann auch so eine Branche zu entwickeln, wo viele gar nicht wissen, wie groß die sind, wie viele Patienten es gibt. In Europa werden im Medizinalcannabis-Bereich 2 Milliarden Euro bewegt. Das werden in 2030 wahrscheinlich die 10 Milliarden sein. durch die Teillegalisierung eben im April letzten Jahres auch irgendwo dereguliert und geöffnet wurde. Und das ist immer auch so was Besonderes. Da ist auf der einen Seite verrückt von den Entwicklungen, auf der anderen Seite aber auch irgendwo besonders, weil wie oft wird ein Milliardenmarkt in Deutschland legalisiert? Und deswegen ist es auch da schon extrem spannend, damit mit dabei zu sein.
04:50 Feliks Eyser: Ja cool, und da wollen wir genau einsteigen, genau das alles verstehen. Aber ich nehme mit, ihr seid erst mal Frandomies sozusagen, auf der einen Seite seid Wettbewerber, aber ihr versteht euch auch gut und habt euch gegenseitig auch schon mal geholfen, finde ich super. Und ihr habt euch zur Mission gesetzt, dieses Thema Cannabis ein Stück weit positiver darzustellen und den Ressentiments zu begegnen, die es seitens der Gesellschaft gibt. Wahrscheinlich aber auch dem Schwarzwald, äh, dem Schwarzwald, dem Schwarzmarkt, vielleicht gibt es auch einen Schwarzmarkt im Schwarzwald, wer weiß. Übermorgen bin ich im Schwarzwald, Baden-Baden. Dem Schwarzwaldmarkt quasi entgegenzuwirken, weil wenn du sagst, es werden zwei Milliarden in Europa gedreht im legalen Rahmen, dann kann man wahrscheinlich davon ausgehen, dass der Schwarzwald deutlich größer ist. Das eint euch ja auch quasi in der Mission, diesen legalen Markt zu vergrößern. glaube ich, was die Competition angeblich zu verstehen. Der Markt wächst natürlich extrem stark. Man nimmt sich jetzt nicht gegenseitig die Marktanteile weg, was natürlich das Miteinander auch bisschen angenehmer macht als in so einem Verdrängungswettbewerb.
05:50 Der Schwarzmarkt vs. der legale Markt: Zahlen & Fakten
05:50 Moritz Blees: Einmal gibt es eine Schätzung, wie groß der Schwarzmarkt in Europa, wenn der legale Markt zwei Milliarden ist. Wie groß ist der Schwarzmarkt?
05:59 Torsten Greif: Aber da hast du vielleicht bessere Zahlen.
06:00 Albert Schwarzmeier: Ich würde sagen, der deutsche Schwarzmarkt hat 5 Milliarden. Je nach Studie, manche sagen 4, manche sagen 6.
06:07 Feliks Eyser: Bei einem legalen Markt von Deutschland eine Milliarde?
06:08 Albert Schwarzmeier: Deutschland vielleicht 800 Millionen dieses Jahr, würde ich sagen.
06:13 Moritz Blees: Okay, und wenn wir dann denselben Faktor quasi auf den...
06:17 Albert Schwarzmeier: Der deutsche Markt ist natürlich relativ weit, darf man nicht vergessen. Der deutsche Markt, also der deutsche legale Medizinalkannabis-Markt, ist der weitentwickelte und auch der größte in Europa, mit Abstand, gefolgt von UK und Polen. Wir Schwarzmarkt, Europa 15 bis 20 Milliarden, hätte ich gesagt.
06:33 Moritz Blees: Okay, also man kann davon ausgehen, dass ihr, wenn ihr es schafft, immer mehr aus dem Schwarzmarkt in den legalen Bereich zu ziehen des Konsums euch auf absehbare Zeit nicht in die Quere kommen werdet. Und wie war dann der Weg zu 420? Du hast dann 2018 damit gestartet. Mein Verständnis ist, dass enua auch so 2017, 2018 gestartet hat. Das heißt, relativ viele von diesen Cannabisfirmen. Da würde mich mal interessieren, was war denn eigentlich die regulatorische Änderung, dazu geführt hat, dass da so viele Firmen gestartet haben und was war denn dein Weg da rein?
07:07 Gründungsgeschichten: Vom Pokertisch zur Firma
07:07 Torsten Greif: Also witzigerweise, haben einmal im Monat so eine Pokerrunde gehabt. dann haben wir da gesessen und dann sagte jemand, der auch Mitgründer ist, Jungs, ihr ja eigentlich, seit 2017 das Thema Medizinalkannabis in Deutschland legal ist, erlaubt ist. Nur Zahnärzte und Tierärzte dürfen es nicht verschreiben. Das habe ich noch gesagt, völliger Quatsch. Und dann saßen wir da halt zu fünft. Dem einen gehörte so eine Halle, wo heute auch die 420 drin ist. Und dann haben wir gesagt so super, wir gehen morgen zum Notar. So wie das halt ist. dir gehört die Halle, du hast 20 Prozent, du kannst was mit IT. Du 20, du machst Sales 20. Der andere, keine Ahnung, so alle hier dabei. Und ja, so sind wir dann losgelaufen zum Notar. Und dann haben wir mal langsam angefangen und haben uns mal angeguckt den Markt und ja, völlig unbedenklich da rangegangen.
08:01 Feliks Eyser: Ihr seid vom Pokertisch, habt ihr gesagt, ok, guck mal, du hast die Halle, machst IT, kriegt jeweils paar Anteile direkt zum Notar und danach habt ihr euch überlegt, ok, wie funktioniert denn das eigentlich, wo kriegt man jetzt diese Produkte her und...
08:10 Torsten Greif: Dann haben wir angefangen zu gucken, in allen Sachen immer, dann haben wir erstmal bisschen gescannt und geguckt und dann haben wir mit der Behörde damals gesprochen und die haben natürlich schon gesagt, wer von euch hat Pharmaerfahrung gehört?
08:22 Feliks Eyser: Aber wir haben eine Halle.
08:24 Torsten Greif: Wir haben eine Halle und wir haben
08:25 Moritz Blees: Und wir haben beim Pokern gesagt, wir machen das.
08:26 Torsten Greif: Wir haben gesagt, wir machen das.
08:29 Feliks Eyser: Und der eine kann IT.
08:32 Die Rolle der „Qualified Person“: Qualitätssicherung im Cannabis-Business
08:32 Torsten Greif: Nein, und dann haben wir gesagt, einer von uns kann lesen. Einer von uns kann lesen. So, hat sich der Thomas, mein Mitgründer, hat auch noch eine sehr erfolgreiche Software Company mal gründen dürfen. Er hat gesagt, ich kann lesen und dann kann ich das auch umsetzen. Und dann haben wir das umgesetzt, die ersten Schritte. Dann kam das Amt wieder und dann haben die gesagt, wow, okay, ihr nehmt es ja echt ernst, aber jetzt kann ich euch nur einen Rat geben, weil sonst wird es teuer. Ihr müsst euch eine Qualified Person suchen, eine Coupé, weil ohne die kriegt ihr, die muss jedes Produkt freigeben, sonst kriegt ihr das nicht auf den Markt. Dann haben wir gesagt, super, danke für den Tipp. Und dann haben wir eine Stellenausschreibung gemacht. Wenn du heute im Markt bist, weißt du, du kriegst nie eine Coupé über eine Stellenausschreibung. Und jetzt kommt es, weil wir wussten das einfach nicht.
09:26 Albert Schwarzmeier: Das ist so ähnlich, wie wenn du ein CTO ausschreibst, wenn eine Tech-Company kunden willst.
09:31 Moritz Blees: Okay, aber was definiert denn diese Coupé?
09:33 Torsten Greif: Die sagt einfach, die sagt dann einfach alles klar, ich muss mit meinem Namen, mit meinem Wort dazu stehen. kriege aus Kanada kriege ich die Werte. Ich kriege in Deutschland, da wird das Produkt ja nochmal getestet, gibt es Werte und wenn ich mich sicher fühle, dass ich sage mit meinem Stempel, alles klar, das Produkt darf in den Apotheken verkauft werden. Das kann kein Thomas, das kann kein Alber, das kann ich nicht, habe diese Qualifikation dafür nicht und ich bin auch nicht weisungsbefugt, weisungsberechtigt. Das heißt, wenn ich sage, raus damit und die sagt mir, Jungs, vergiss es. Dann kann ich machen, ich will. Dann bleibt es bei uns im Tresor.
10:05 Albert Schwarzmeier: Das könnt ihr euch so vorstellen wie ein Wirtschaftsprüfer, der den Jahresabschluss testiert. den bezahlst du, aber dem kannst du auch nicht sagen, was in dem Jahresabschluss drin steht. wenn der dir sagt, hey, eben der Jahresüberschuss ist zu hoch oder zu niedrig, muss angepasst werden, muss halt angepasst werden. Und erst dann kriegst du das Zertifikat.
10:27 Moritz Blees: Okay, und die sorgt quasi dafür, dass aus Weed, so wie ich es kenne, wo es, ich es im Girlie kaufe, nichts passiert, und wenn ich es in Holland kaufe, ich drei Tage lang Paras habe, ein Medizinprodukt wird.
10:38 Torsten Greif: Ja, allerdings fängt sie schon wesentlich weiter vorne an, weil die ist natürlich immer dabei in den Anbaustätten, die wir uns dann angeguckt haben und guckt natürlich dann vor Ort schon mit ihrem ganzen Wissen auch, kann das hier klappen oder kann das nicht klappen. Also machen die das so qualitativ vernünftig schon. Die Coupé geht vorne rein, also die geht komplett einmal die Supply Chain durch. Das ganze Thema hört ja nicht da auf, das Produkt muss ja auch nach Deutschland. Während der ganzen Logistikkette kann auch eine ganze Menge passieren. ist halt am Ende des Tages eine Pflanze, bei 40 Grad in Toronto, steht das irgendwie zu lange ungeschützt auf dem Rollfeld, weil irgendwer die Papiere noch nicht fertig hat. Dann bildet sich ganz schnell mal Sporen oder es bildet sich im schlimmsten Fall Schimmel.
11:20 Feliks Eyser: Und sag mal, Torsten, woher wusstet ihr überhaupt, also wo kriegst du die Ware denn her?
11:24 Torsten Greif: Du guckst einfach im Internet, das ist wirklich kein Witz. Und dann schaust du, okay, was funktioniert. Die Behörde haben wir natürlich auch mal gefragt, ob die eine Ahnung haben, wo man mal gucken sollte. Dann sagen die alles klar. Es gibt verschiedene bilaterale Abkommen mit verschiedenen Ländern. Das war damals, glaube ich, Uruguay. Das war damals Kanada, mit denen du so Abkommen hattest, dass du das auch ins Land importieren durftest. Und für uns lag Kanada ein bisschen auf der Hand, weil wir hatten dort Kontakte. Und dann haben wir mal bisschen rumtelefoniert und haben gesagt, wer von euch sind denn? Ja, du kannst im Internet auch gucken. natürlich wer hat eine Anbaulizenz und so weiter. Das haben wir alles mal geschaut und dann sind Thomas und ich darüber geflogen öfter, am Anfang alleine. Dann nachher haben wir unsere Coupé mitgenommen. gesagt Gold wert, hat teilweise nur weil wir auf den Parkplatz gefahren sind, hat die schon geguckt und hat gesagt so haut wieder ab. Wir haben noch einen Termin, ist egal, weg wird nichts.
12:16 Feliks Eyser: Weil sah unprofessionell aus oder wie habt ihr da entschieden?
12:22 Torsten Greif: Ich weiß nicht, wir könnten jetzt Stunde lang drüber unterhalten. Die hat natürlich das Gespür sozusagen, was Bedarf ist eigentlich, damit die bürtische Behörde auch diesen Stempel vergibt am Ende des Tages. Das heißt, die macht diese Pre-Order. Und davon hat die ehrlicherweise 30 Jahre lang, das war unser großes Glück, die war vorher in der Behörde.
12:40 Feliks Eyser: ist alles schon mal gesehen und war schon in zig Facilities.
12:44 Torsten Greif: Und das heißt, die hat 30 Jahre nichts anderes gemacht, als auf der Welt irgendwelche EU-GMP-Zertifikate zu verteilen oder nicht zu verteilen. Deswegen meine ich, die hat Millionen, also man muss auch Glück haben in so einem Business sicherlich am Anfang. Deswegen meine ich, die hat uns Millionen am Ende des Tages schon eingespart, bevor wir überhaupt losgelegt haben.
13:00 Feliks Eyser: Aber ein gutes Learning, haben Leute auch schon mal darüber gesprochen, quasi, stell den Schiedsrichter an. So in etwa, gibt diese Story von der Matratzenfirma, die irgendwann rausgefunden haben, dass Stiftung Warentest so relevant ist bei der Kaufentscheidung von Matratzen. Und dann haben die die Person abgeworben, die bei Stiftung Warentest dafür verantwortlich war, die Matratzen zu testen, die in die Produktentwicklung rein zu holen, rauszufinden, wie baut man die Matratze, die die höchste Note kriegt sozusagen.
13:26 Albert Schwarzmeier: Oder welche Firma hat das gemacht?
13:29 Moritz Blees: Ohne als Namen nennen zu wollen.
13:36 Feliks Eyser: Vielleicht schläfst du deswegen ja so gut Torsten, vielleicht ist es gar nicht das Weed.
13:42 Torsten Greif: Aber das ist ein Ansatz, den verfolge ich auch immer super gerne, ehrlicherweise. Sowas zu tun ging hier in dem Fall aber nicht, weil wir natürlich überhaupt nicht wussten, also QP-Markt ist mega undurchsichtig und keiner der großen Pharmafirmen geht jemals mit seiner QP über irgendeine Messe, weil die werden mit Geld werden die einfach weggetradet. Da kannst du dir nicht vorstellen. Und wir haben halt eine Ausschreibung gemacht und dann hat die wirklich angerufen, also die ist ein bisschen derbe, die ist cool, unsere Erika, und hat gesagt, wer ist denn, also das kann ja jetzt nicht wahr sein, wer ist denn so bescheuert wirklich O-Ton eine Ausschreibung zu machen. Wisst was, ich komm mal vorbei. Ich hab keine Lust mehr auf meinen, die war dann zwischenzeitlich bei Big Pharma, hab ich keinen Bock drauf, ich wohne bei euch in der Nähe. Ich komm jetzt einfach mal vorbei. Also so bescheuert kann keiner sein. Dann hat Chemie gepasst, dann haben wir die überzeugen können und dann haben wir angefangen.
14:30 Feliks Eyser: Und dann seid ihr mit Erika nach Kanada geflogen.
14:31 Torsten Greif: Dann sind wir Erika und genau, durch Kanada.
14:34 Feliks Eyser: Albert, was war denn deine Reise in die Cannabis-Welt? Ich kann vielleicht meine nochmal kurz erklären. Ich bin ja beteiligt bei enua, ist ein Investment von mir. Meine Story war 2019, da war ich
14:50 Albert Schwarzmeier: der macht nur Quality Control beim Foundermode, aber nicht bei uns.
14:54 Feliks Eyser: Ich mach Quality Control, damit die richtigen Mikros hier ausgewählt sind im VNOMOD Podcast. stimmt, Also, meine Story ist, war in Bali mit Freunden 2019 und hab so einen Retreat gemacht. Irgendwann bin ich zurückgeflogen, da ruft mich mein Bali-Kumpel an, Kian. Und sagt, pass mal auf, Feliks, ich hab hier so ein Ding. Ich saß hier gerade auf der Klippe und hab mir den Ozean angeschaut und hab im Universum manifestiert, dass ich wieder arbeiten kann. Und ich hab da diese beiden Jungs, die wollen Cannabis verkaufen. Und dann dachte ich erst, Gott, der Kian, der hat bei der Kakao-Zeremonie auf Bali, hat er zu tief in den Becher geguckt. Aber dann hat er mich immer weiter bearbeitet und gesagt, ne, die Jungs sind total cool und da gibt es diese regulatorische Änderung und was ist, wenn Deutschland das irgendwann komplett legalisiert? Das hat auch in USA auch schon geklappt und so weiter. Und dann habe ich die beiden Founder getroffen, Markus und Lars, frisch von der Uni, blutjung. Aber alles, was sie nicht an Erfahrung hatten, haben sie an Drive, an Energie ausgeglichen. Und dann Coachability, jetzt gefühlt, wollen auch was lernen. Und deswegen hat es von Anfang an Spaß gemacht mit denen zu arbeiten und die waren gerade dabei diese Lizenz zu besorgen, hatten eine Coupé. So hab ich's mir gemerkt, Also, die Story war auch, und das fand ich auch sympathisch, die beiden Jungs sind super bodenständig und haben gesagt, hey, wir haben diesen Markt identifiziert, weil meine Tante Chemotherapie hatte, Marihuana verschrieben bekommen hat vom Arzt, aber es in den Apotheken keinen Supply gab. Das fand ich auch sympathisch. Also, die sind von Apotheke zu Apotheke, haben das nicht gefunden. Und das war die Mission, das war das Why sozusagen, zu sagen, hey, ich will Patienten helfen, wenn die so ein Rezept haben, an diese Ware ranzukommen. Und jetzt over to you, Albert.
16:20 Albert Schwarzmeier: Ja, also meine ersten Berührungspunkte waren tatsächlich in der der Heartbeat Labs Zeit. Ich habe verschiedenste Unternehmen unter anderem auch im Gaming Werbespace aufgebaut mit Jan Beckers und Tim Kuschela zusammen, den Hitfox Gründern und dann bei Heartbeat Labs war ich Partner, die Digitalisierung des Gesundheitsmarktes intensiver angeguckt. Damals Hätte ich aber enua nicht auf dem Schirm und kam dann auch damals noch nicht in Berührung mit enua, sondern hatte einfach so die Perspektive, okay, das ist spannend, das ist komplett reguliert. Vielleicht gibt es da mal eine Deregulierung, vielleicht kann da mal irgendwas gehen. große Themen auf der Business Seite, die ich gerne mache, also wenn ich selber Unternehmen mitgründe oder eben auch mit aufbaue. Das eine ist das Thema Handel, was mir sehr viel Spaß macht, was sich so als ein roter Faden durch die letzten 20 Jahre Unternehmertum zieht. Und das andere Thema ist Marketing und Brandentwicklung. Also von Performance Marketing hin bis zum Influencer Marketing, was dann für die Brandentwicklung auch sehr, sehr entscheidend ist. Und ich hatte dann ist es net eine Plattform im Bereich Liedgenerierung für Leute, gerne ein Einfamilienhaus bauen wollen. Und diese Plattform bin ich mit eingestiegen, habe die Mehrheit gekauft von zwei Brüdern, die das extrem gut, lean aufgebaut hatten, hatten nie einen Investor drin. ich war dann in der Earnout-Phase, haben die Musterhauts net erfolgreich entwickelt und dann an die Funke Mediengruppe verkauft. Und in dieser Earnout-Phase habe ich von enua gelernt. Und auch von der Entwicklung, dass die beiden Gründer Markus und Lars sich überlegt haben, so hier, könnte jetzt sich mehr entwickeln. Diese Deregulierung steht an und die würden gerne ihr Geschäftsführerteam erweitern und ausbauen. Und so kam dann das eine zum anderen.
18:28 Albert Schwarzmeier: Und ich habe dann mit investiert und habe dann gleichzeitig auch ... committed, dass ich als Geschäftsführer und CEO mit dazu komme. ja, das war für alle Beteiligten eine sehr, gute Entscheidung.
18:40 Feliks Eyser: Und auch wieder spannend, wie man dahin kommt. Man kann ein Unternehmen auf einer grünen Wiese gründen, sagen, hey, sind fünf Leute am Pokertisch, let's go, und wir gründen eine Firma. Oder man kann quasi in ein bestehendes Konstrukt reingehen, was du jetzt schon zweimal gemacht hast bei der Firma, dir Einfamilienhäuser verkauft hast, du dich eingekauft, bei enua hast du dich eingekauft. Also das scheint ja der Weg zu sein, der auch für dich funktioniert. Man muss nicht alles auf der grünen Wiese gründen, sondern man kann sich auch anschauen, was gibt es, was man größer machen kann. Was sind denn die Mythen, die euch begegnen, die aber gar nicht mehr stimmen?
19:12 Torsten Greif: Ja, Stigma hast du natürlich immer noch. Wobei, ich glaube, da haben wir eben schon mal so was zugesagt. ist in letzten, speziell 24 Monaten ist es echt weniger geworden. egal, also früher, wenn ich irgendwo dahin gekommen bin, habe gesagt, was machst du eigentlich? Damals habe ich dann immer noch gesagt, der größte, was war immer die Story? habe dann immer gesagt, ich habe dann immer gesagt, der größte Drogenhändler Deutschlands, aber legal.
19:37 Feliks Eyser: Du hast es dir nicht nehmen lassen, den Spruch zu bringen.
19:39 Torsten Greif: Genau, das musste dann ja sein, weil irgendwann gehst du ja da offensiv mit aber am Anfang war es natürlich nur so, okay krass. Und mittlerweile muss man echt sagen, das hast du überhaupt nicht mehr. Also wirklich gar nicht mehr. Also das scheint irgendwie zumindest, entweder ist den Leuten mittlerweile alles egal oder aber es hat doch eine Veränderung schon stattgefunden in den Köpfen der Menschen. andere ist natürlich und ich sage auch gar nicht, dass das übrigens nur Vorteile sind. meine, jeder von uns kennt sicherlich Leute, die irgendwann auch mal auf auf solchen Sachen hängen geblieben sind, ja, also da kenne ich selber Leute, dass du, wenn du davon zu viel nimmst, dass du natürlich irgendwann gaga in der Birne, langsam in der Birne und so weiter, faul wirst und so weiter. So und das ist ja auch ein Punkt, das stimmt ja auch. Also alles, was man am Ende des Tages ist, ist eine Droge, ist wie Alkohol, wie Tabak. Und je mehr du davon nimmst, desto schädlicher ist es sicherlich, beziehungsweise bei Cannabis hast du natürlich das Thema oder bei allen Sachen, irgendwann gewöhnst du dich dran. Das heißt, du musst, den gleichen Effekt zu haben, musst du mehr davon. So das ist das eine. Und das finde ich halt auch nicht nur an enua oder Albert gut, sondern es gibt auch noch ein paar Mehrplayer in der Branche, die sagen auch Aufklärung ist total wichtig. Also wenn ihr mich fragt, das Gehirn bildet sich irgendwann aus und mit 21 sagt man, ist es fertig. Das heißt, am besten wäre es eigentlich, fängst an mit, wenn du was machst im Cannabis Bereich nach deinem 21. Das sind zum Beispiel Sachen, würde ich auch, also da stehe ich auch für ein, dass ich sage Mensch, gibt es nicht für Leute ab unter 21. Was mich nervt, ist diese Debatte und jeder hat auch das wahrscheinlich in seinem Umfeld schon mal erlebt. Alkohol, was das für Folgen sind. Wenn du ein Alkoholabhängig hast in deiner Familie, das für das Umfeld bedeutet und so weiter. Das nervt mich halt immer. Also entweder du setzt alles gleich und dann haben alle drei Felder die gleichen Chancen oder Nicht-Chancen. Aber hier jetzt hier unsere Freunde beispielsweise aus Bayern, die mal ganz laut geschrien haben, wir wollen es wieder rückgängig machen, wo ich mir denke, ist mir klar, ich meine, habt die größte Alkoholszene in Deutschland, die meisten Brauereien da bei euch, ich kann schon verstehen, wo es herkommt. Also von daher, das ärgert mich dann halt. Ansonsten, stigma großartig, was hast du da noch? Das sind wirklich so die Themen, die mir da begegnen, aber besonders viel ist es echt nicht mehr.
21:51 Regulierungen 2024: Was sich geändert hat und warum Apotheken profitieren
21:51 Moritz Blees: Und ich würde einmal gerne, weil ihr seid ja, habt ihr beide mit Apothekenvertrieb begonnen, weil das ja das ist, was es damals originär war für den Medical Use. Jetzt ist es ja immer noch nach meinem Verständnis Medical Use, aber zwischen 2017 und 2024 hat ja noch mal ein großer Unterschied in der Regulierung stattgefunden. Insofern, wie wurde denn dann so von 2018 bis 2024 Cannabis verkauft und an wen?
22:18 Albert Schwarzmeier: 23, also zwei Jahre zurückgespült, hatten wir wahrscheinlich einen Anteil von circa 80 Prozent von Patienten, die ihre Medizinal-Kanabös-Therapie von der Kasse bezahlt bekommen haben. Heute würde ich sagen, das ist ziemlich umgekehrt. 80 Prozent Selbstzahler, 20 Prozent bekommen ihre Cannabesschmerz-Servie von der Kasse bezahlt. Obwohl der Anteil der Also, obwohl die Anzahl der Patienten, die die Therapie von der Kasse bezahlt bekommen, auch absolut gestiegen ist. Aber der Anteil der Selbstseller, die in den Markt reingekommen sind, es hat noch mal viel, viel, schneller gestiegen. Das ist, ich, eine sehr grundlegende Veränderung.
22:56 Feliks Eyser: Dann nehmt das noch mal mit zu der Regulatorik. Was hat sich da geändert? Weil man kriegt aus den Nachrichten immer mit, ah, okay, jetzt gibt es diese Anbau-Clubs und so weiter. Jetzt wissen wir aus der Business-Perspektive, das spielt gar nicht so eine große Rolle.
23:09 Albert Schwarzmeier: Ja, da gibt es zwei grundlegende Themen, die man unterscheiden muss. Es gibt eine oder Veränderungen im Konsumkannabis-Welt und es gibt Veränderungen im medizinischen Cannabis-Welt. Was du gerade angesprochen hast, das Thema mit den Globs beispielsweise, dass Anbau-Globs über die Möglichkeit von der Gründung von Anbau-Globs entstanden ist, das betrifft das Konsum-Cannabis. sei es so die Konsum Cannabis Wert oder auch, dass die Leute oder die Menschen privat 25 Gramm besitzen dürfen, betrifft auch die Konsum Cannabis Wert und auch, dass sie selber anbauen dürfen auf dem Balkon, im Keller, you name it, betrifft auch die Konsum Cannabis Wert. Machen natürlich auch Patienten, aber es ist primär für Konsumenten relevant. Und was sich in der Medizinal Cannabis Wert verändert hat am 01. April 2024 ist, dass Cannabis aus den Betäubungsmittel, aus dem gesetzlichen Betäubungsmittelrahmen genommen worden ist. Das heißt, brauchst, wenn du zum Arzt gehst und der Arzt verschreibt für die Schmerztherapie medizinisches Cannabis, brauchst du nicht mehr das BTM Rezept, sondern kannst ein ganz klassisches Rezept verwenden.
24:20 Feliks Eyser: War komplizierter zu besorgen, musstest du wahrscheinlich irgendwie eine...
24:23 Telemedizin & der Weg zur Apotheke: Wie der Zugang erleichtert wurde
24:23 Albert Schwarzmeier: Es gibt viel weniger Ärzte, die das verschreiben. Es ist viel komplexer gewesen. Und das war nicht über Telemedizin möglich. Das sind so die primären Treiber, was die Veränderungen betrifft. Zugang plötzlich, auch der Zahnarzt, die Torsten, die vor meint, er keinen Zahnarzt, konnte das verschreiben. Dermatologe, Internist, Allgemeinmediziner darf telemedizinisch das kann er was verschreiben. Per Videocall oder per Fragebogen ist eben auch möglich. hat dafür gesorgt, dass auch die Leute, nicht irgendwie in Frankfurt, München, Berlin, Leipzig, in der Großstadt leben und da Zugang zu einem spezialisierten Schmerztherapeut haben von der ärztlichen Seite, sondern auch die, irgendwo auf dem platten Land leben oder auch für die, die keine Lust haben, in einem vollen Wartezimmer zu sitzen, dass die auch Zugang jetzt haben. der Markt ist sozusagen nicht neu kreiert worden. ist zu einem großen Teil auch schon da gewesen. Weil natürlich viele Patienten, die vor dem 1. April 2024 Cannabis für ihre Schmerzverwerbungen benutzen wollten, auch schon vorher Cannabis auf dem Schwarzmarkt eingekauft haben. Das haben sie illegal gemacht. Jetzt können sie es einfach legal in der Apotheke machen und kriegen aber auch die Verschreibungen, die sie brauchen. ⁓ das Medikament, nämlich die Cannabisblüten, bekommen, kriegen Sie jetzt... Der Zugang ist einfach viel leichter geworden.
25:52 Feliks Eyser: Torsten, gib uns mal Gefühl für die Preise. Wir fragen viele danach, was kostet es denn eigentlich und wenn die Leute das selber bezahlen.
26:00 Torsten Greif: Ja, also du hast, wir befinden uns gerade in einer typischen Phase auf dem neuen Markt. Die Welt hat mitbekommen, der Demand ist unglaublich groß in Deutschland. Es ist nicht ganz so leicht, an die Lieferverträge dran zu kommen. du musst es erstmal, es ist eine Pflanze, die kannst du ja nicht ziehen und dann ist sie da, sondern die wächst. Also dauert es immer ein bisschen, bis dann auch die Ware hier anlandet. In der Phase sind wir gerade. Wir befinden uns gerade komplett in einem Preiskampfmodus. Du bekommst schon gute Blüten. Bekommst du mittlerweile für 4,99, 5,99 von der Apotheke, also Endkundenpreis. Damit schlägst du übrigens, ja, damit schlägst du jeden Schwarzmarktpreis.
26:41 Moritz Blees: Wollte auch gerade sagen, das ist doch günstiger als Pfadsmarkt.
26:48 Torsten Greif: Das heißt, wenn du jetzt nicht richtig positioniert bist und hast die letzten Jahre ein bisschen verschlafen, dann wird es echt schwer für dich als Cannabis-Firma heutzutage überhaupt noch überhaupt Geld zu verdienen. Das eine oder das andere ist natürlich, dein Produkt überhaupt irgendwie in den Kanal zu bekommen. In der Phase befinden wir uns gerade. Aber das ist natürlich auch gewollt politisch. Irgendwo war es gewollt, dass viele Leute eine politische Agenda war, den Schwarzmarkt zu bekämpfen. Und das ist natürlich durch Dank der Telemediziner, auf der einen Seite jetzt auch wieder, da gibt es eine sehr kontroverse Debatte gerade in Deutschland, zu leicht der Zugang gerade. Auf anderen Seite gibt es aber wieder politische Kräfte, die genau wissen, was sie Telemedizin anzuverdanken haben, genau das, dass viele, ganz, ganz viele Leute vom Schwarzmarkt, den ist jetzt bewusst geworden, wow, ich habe ein super kontrolliertes Produkt dreimal getestet, habe ich sozusagen im weißen, im legalen Markt und bekomme das Ganze für 4,99, 5,99. Es gibt immer noch Produkte für 12 Euro auch. Das sind dann natürlich die, das sind dann, wie im Champagner, im Weinbereich gibt es Das sind dann halt die absolut super Produkte.
28:00 Feliks Eyser: Aber ich fasse mal zusammen. Also es hat sich die Rezeptvergabe geändert. Dadurch sind diese Telemedizin-Anbieter populär geworden. Heißt, es gibt jetzt einen Videocall oder ein Formular. Da schreibt jemand rein, hey, ich habe Schlafprobleme und möchte dafür Cannabis nutzen. Er wird geprüft, ist ja auch irgendwie alt genug und so weiter. Gibt es da vielleicht Vorerkrankungen etc. Dann kriegt er sein Rezept, damit zur Apotheke und kriegt dann zum Beispiel von euch, Torsten, oder von euch, Albert, Cannabis aus Kanada, was in einer... professionellen Facility angebaut wurde, wo diese Quality Person drüber geschaut hat, was dieser Qualitätskontrolle insgesamt unterliegt und kriegt es nicht auf den Schwarzmarkt von einem Dealer, sondern von einem lizenzierten Apotheker, der ihn auch noch beraten kann und wahrscheinlich die verschiedenen Sorten erklären kann und so weiter und das auch noch zum halben Preis.
28:46 Torsten Greif: Ja, so ist das schon ganz gut zusammengefasst.
28:49 Feliks Eyser: Wieso kauft denn überhaupt noch jemand auf dem Schwarzmarkt? Also muss man sich über die Drogendealer sorgen machen, dass sie alle keinen Job mehr haben.
29:00 Torsten Greif: Es gibt auch ganz viele Leute noch, deswegen sind wir am Anfang mit unserer Mission Aufklärung. Es gibt ganz viele Leute, die es einfach noch nicht wissen, dass wir so einen Markt in Deutschland haben. Der Schwarzmarkt ist nach wie vor riesig. Die brauchen, glaube ich, Angst haben, dass sie jetzt arbeitslos werden. Aber auch da, klar, und das weißt du selber, die passen sich an. Also die Preise werden auch dort runtergehen oder gehen schon runter. sieht es ja in dem Bereich, aber die kämpfen schon. Also die haben mit dem Markt hier richtig Bauchschmerzen.
29:29 Moritz Blees: Und warum schickt mir so eine Telemedizin-Firma das Cannabis nicht einfach selber? Also wir hatten zum Beispiel mal den Wellstar-Gründer hier, die dann ja unter anderem auch Sildafinil, also Viagra oder Osempic machen. Die haben glaube ich auch eine Cannabis-Verschreibungsfirma zumindest, mit draußen. Und während das Sildafinil und das Osempic würde ich ja direkt geschickt bekommen. Warum macht man hier den Weg über die Apotheke nochmal?
29:56 Albert Schwarzmeier: Weil die Apotheke der einzige Ort ist in Deutschland, die legal medizinisch das Cannabis verkauft.
30:00 Moritz Blees: Also es ist regulatorisch ist das einfach. Womit ja die Apotheke, weil ich habe einmal nur während der Legalisierung von diesen Grow Clubs gehört, ich habe noch nie einen gesehen, ich wüsste auch gar nicht, wie ich einem beitrete, wahrscheinlich ja die heimlichen Gewinner dieser Cannabis-Legalisierung sind, nehme ich mal an. Also ich hab noch nie einen von diesen Anbau-Clubs gesehen oder gehört. Weil der leichteste Weg für mich zu legalem Cannabis ist ja über die Apotheke.
30:25 Torsten Greif: Die Apotheke ist ganz interessant. Anfang haben sie sich mit Händen und Füßen gewehrt. Dann hat mal jemand angefangen, das sind eingetragene Kaufleute, hat mal jemand angefangen, mal nachzurechnen und auf einmal hieß es, es führt keinen Weg an der Apotheke vorbei. Also muss über die Apotheke laufen. Es gibt gelernte Prozesse hier, wir sind sicher, es kann nur über die Apotheke laufen. Ehrlicherweise, die, frühzeitig damit angefangen haben, die es verstanden haben, da kann man nur sagen, sehr gut gemacht, Jungs. Es gibt unglaublich viel Geld verdient in letzten Jahren.
31:00 Feliks Eyser: Das sind primär die stationären Apotheken, wo hingegen es abholst oder Versandapotheken, die dir ein DHL-Paket schicken.
31:06 Torsten Greif: wer damit wie immer im Leben. Es gibt gute, es gibt mittelgute, es gibt nicht ganz so gute Kaufleute. Es gibt ja ja es gibt es gibt es ja. Und jeder hat da seine Nische irgendwo gefunden. Den Markt dominieren heute sicherlich die Apotheken, die sich Telemedizin an angeschlossen haben. Es gibt noch eine ganz, große Online Apotheke. Die hat mal 40 Prozent des Marktes dominiert. Da sind sie lange von weg. Das war die Grünhorn Apotheke. Das ist natürlich auch das Problem für die, Thema Telemediziner, die da das Leben auch schwer gemacht haben.
31:36 Zukunftsaussichten: Dispensaries, OTC-Produkte & Politik
31:36 Feliks Eyser: Wenn ihr jetzt nach vorne schaut, was sich ändern kann in dem Markt, könnte weiter geöffnet werden. Also gucken wir uns irgendwie USA an, da gibt es Bundesstaaten, gibt es Dispensaries und eben sieht dann aus, wie wenn jeder Späti Gras verkaufen könnte. Und es gibt auch das Szenario, dass es wieder zurückgedreht wird. Das auch eine Sache, diskutiert wird, im Regierungswechsel. Wie schaut ihr auf diese Änderungen? Was glaubt ihr, was passieren könnte? Und wie betrifft das eine oder das andere euer Business?
32:02 Albert Schwarzmeier: Da muss man auch wieder differenzieren zwischen dem Medizinal-Kanabismarkt und dem Konsum-Kanabismarkt. Die Politik hat natürlich gerade auch im Wahlkampf CDU und CSU sehr, sehr stark gepolt, hat gesagt, alle Regulierungen oder alle Deregulierungen, die die Ampel eingeführt hat, die drehen wir wieder komplett zurück. Die wissen aber auch ganz genau, egal ob das jetzt in Friedrich Merz oder in Markus Söder, dass es da zwei Welten gibt, in der Konsum-Kanabis-Welt und in der Medizinal-Kanabis-Welt und dass es auch sehr, sehr positive Effekte gibt. Und genau das, was Torsten gesagt hatte, dass auch die Veränderung in der Medizinal-Kanabis-Welt und eben der vereinfachte Zugang jetzt dadurch, dass es nicht mehr ein BTM-Rahmen ist, einfach auch dafür gesorgt hat, dass Ja, sauberes, geprüftes, hochqualitatives Gras, einen attraktiven Preis und wo natürlich entsprechend auch noch Steuern bezahlt davon werden und auch entsprechend Arbeitsplätze kreiert werden, einem überprüfbaren, also für den Staat oder die Regulierungsbehörde auch überprüfbaren Rahmen, nämlich über die Apotheken abgegeben, verkauft werden. Wenn man jetzt mal mit einem gesunden Menschenwettestand draufguckt, da kann man jetzt nicht sagen, dass das kein guter Move nach vorne war. Sicherlich gibt's die man noch weiter optimieren kann. Beispielsweise, weil ich auch einen Gastartikel im Crowdinvest kürzlich dazu verfasst, dass man darüber nachdenkt, was übrigens auch einige Politiker von der CDU-CSU-Seite, wie zum Beispiel eine Simone Borchardt, denkt. Oder auch unterstützen, dass man mit Zinalcannabis etwas niedrigschwelliger nochmal für die Apotheke abgibt, beispielsweise mit mit 10 % THC-Werten oder bis zu 10 % THC-Werten als reines OTC-Produkt, also dass man auch gar keinen...
33:53 Feliks Eyser: Erstens, wie ist der THC-Gehalt sonst? Und OTC bedeutet over the counter, also ohne Rezept sagst du.
34:02 Albert Schwarzmeier: Dass du kein Rezept, also wenn du kein Rezept brauchst, ist, ich, klar. Und der THC-Gehalt bedeutet im Prinzip, wie stark das Produkt ist. Der THC-Bereich, geht von 10 bis 40, mal ganz kruber Rahmen. Aber die meisten Produkte bewegen sich so Bereich zwischen 20 und 30. Und ein Zehner ist halt ein relativ schwaches Produkt von der Stärke her. Und da glaube ich, dass das eine Chance auch sein kann, dass man sagt, okay, das macht man OTC und die etwas stärkeren Produkte, die stärkeren Cannabis Trains, die behält man so bei. Kann aber natürlich auch sein, das ist sicherlich auch was in diesem Review Ende des Jahres durchdacht werden wird, dass es nicht eine weitere Deregulierung gibt, sondern eine, ja, eine stringere Regulierung. Ist zum Beispiel gesagt, telemedizinischen Bereich gibt es keinen Fragebogen mehr, sondern nur noch eine Beschreibung über einen Videocall. Also da sind die Spielfelder sehr, breit. Im Konsum-Kanabis-Bereich von BIS könnte man sagen, okay, man verbietet die Clubs wieder, man erlaubt den Menschen nicht 25 Gramm, sondern nur 10 Gramm im Besitz von BIS. Und ich glaube, da ist wichtig, dass die Politik einfach nicht nur im Sinne von, hey, was findet der, der Wähler gut draufguckt. Und das ist ja auch ein offenes Geheimnis, dass die etwas älteren Generationen da etwas skeptischer auf das Thema Cannabis gucken und die jüngere Generation da sehr offen und auch sehr entspannt. auf das Thema Cannabis gucken, dass man da halt irgendwo mit einem gesunden Augenmaß draufschaut und sich halt wirklich fragt, was sorgt denn dafür, dass der Schwarzmarkt eingedämmt wird. Und wenn man die ganze Dirigulierung zurückdreht, sorgt das mit Sicherheit nicht dafür, dass der Schwarzmarkt wieder eingedämmt wird. Warum die Leute, egal ob Patient oder Konsument, die die Wirkungsweise von Cannabis gut finden, die werden die auch weiter nutzen wollen.
36:12 Feliks Eyser: Dann ist die Frage, gehst du in Görlitzer Park oder gehst du zur Apotheke, wo du gerade Jugendschutz usw. deutlich besser durchsetzen kannst, einen Ausweis sehen kannst etc.
36:21 Albert Schwarzmeier: Wo das Produkt kontrolliert ist und wo das Produkt auch entsprechend sauber ist und den extrem strengen Pharmavorschriften unterlegt, denen du halt in der EU und in Deutschland unterliegen musst, damit du das Produkt anbieten darfst.
36:33 Vermarktung von Cannabis: Guerilla-Marketing & Trikotsponsoring
36:33 Moritz Blees: Und wir waren jetzt bei der Regulation. Ich bin ja Marketer von Haus aus, deswegen interessiert mich das immer ganz besonders. Wie vermarkte ich denn so ein reguliertes Produkt? kann ja jetzt schlecht irgendwie, also bei Pharma darf ich ja sowieso nie alles sagen, was ich möchte. Und ich gehe mir davon aus, dass da gerade am Anfang Cannabis unter besonderer Scrutinie war oder ist.
37:00 Torsten Greif: Das heißt, kann mit meinem Firmenlogo noch Werbung machen. Ich habe aber zum Beispiel gar nicht die Möglichkeit, dann zu sagen, ist gut gegen oder hilft bei. Das heißt, solche Dinge kann ich nicht tun. Jetzt kommen wir wieder zum Gaming oder zum E-Sports. Damals hast du gelernt, wie Guerilla Marketing funktioniert, weil die Zielgruppe mag das extrem. So und da gibt es nicht ganz so viele Möglichkeiten. von dem Rand in die Mitte der Gesellschaft über den Bereich Profifußball. Wir haben damals die Möglichkeit gehabt, Haupt- Trikotsponsor, das SC Paderborn zu werden. jetzt sind wir nun mal der erste, ich glaube weltweit, der in einer Profiliga vorne auf die Brust durfte. Übrigens, interessantes Gespräch bei der DFL, da möchte ich jetzt aber gar nicht so viel zu sagen. Warum die es durchgewunken haben, das war am Ende des Tages. Und von daher, hat gerade das zweite Bundesliga, ja, wir haben ein bisschen gefiebert. Platz 4 hätte auch noch zwei Plätze mehr nach oben gehen können, dann wären wir in der ersten Bundesliga mal wieder gewesen. Aber ich glaube, so ist es auch ganz gut. Ja, kannst du dir ausrechnen, das sind ganz günstig.
38:16 Moritz Blees: Es wird schon siebenstellig sein, würde ich annehmen.
38:21 Torsten Greif: Bei erster Liga benutzt nicht so viel KI, die haben dann einfach mal zwei drauf.
38:32 Feliks Eyser: Okay, also klassische Werbemittel gehen nicht. Fußballverein-Sponsoren müssen ein bisschen argumentieren, aber hat bei euch geklappt.
38:40 Torsten Greif: Und ansonsten musst du halt wirklich clevere Wege finden, Kampagnen und so weiter, wie du dich positionierst und wie du eine Brand aufbaust. Am Ende des Tages machen wir natürlich B2B. Wie machst du das am Anfang? Du guckst ja an, wie funktioniert der Markt. Also 2018, 2019 lief das noch nicht so wie heute, sondern was aber sehr interessant war, das haben wir, glaube ich, muss ich vielleicht wirklich so sagen, das haben wir glaube ich besser erkannt als alle anderen Mitbewerber. Der Markt wurde auch damals schon dominiert vom Patienten, Konsumenten. Das heißt, ist zum Arzt in den Gange hat gesagt, lieber Arzt, das ist hier die PZN. Ich kenne mich besser aus als du, die Nummer von dem Pharma Produkt. kenne mich wesentlich besser aus, ich weiß, dass ihr mir hilft. Ja, ich weiß, dass du da dem Ganzen positiv gegenüber stehst. Ich bin auch austherapiert, also lass mich das mal probieren.
39:35 Feliks Eyser: Und die wissen, dass funktioniert, weil die tauschen sich mit anderen aus über irgendwelche Foren oder woher weiß man das?
39:40 Torsten Greif: Jetzt kommst du genau zu dem, genau das meinte ich gerade, das heißt du bist in Foren, das heißt du musst schauen, dass du da irgendwie eine Präsenz aufbaust und das kannst du nur indem du, natürlich damals, indem du, das konnten wir ganz gut zeigen, dass wir Ahnung haben von dem, was wir da machen, nämlich von den Produkten. mein Partner und ich haben da bisschen Ahnung von und wir haben einen, glaube ich, ganz guten Move gemacht. Wir haben ganz, ganz früh schon einen Head of Cultivation eingestellt. einer anerkanntesten und versiertesten glaube ich weltweit, den lieben Jan Wegner, der in der Branche, in der Zielgruppe auch extrem weltweit bekannt ist schon oder war. Und der ist für uns dann immer mitgeflogen und hat dann die coole Ware mit ausgesucht. Auch am Anfang haben Thomas und ich das selber gemacht und mittlerweile macht er das.
40:23 Moritz Blees: Aber ein Arzt verschreibt nach meinem Verständnis nicht Präparate, also Marken, sondern Wirkstoffe. So hab ich das zumindest irgendwann mal verstanden. Ich würde davon ausgehen, dass es im Cannabisbereich genauso ist. Ich hab dann ja einfach eine Verschreibung bekommen für medizinisches Cannabis. Damit laufe ich in die Apotheke. Und jetzt in der Apotheke ist die Aufgabe, dass ihr es hinbekommen habt, dass ich aktiv nach dem, was ihr macht, frage. Oder dass der Apotheker so geschult ist.
40:56 Torsten Greif: Gut, wir einen dabei hatten, der eine Softwarefirma hat, der wusste, dass Zahlen immer höher gerankt werden als Buchstaben. Das heißt, am Anfang kannte sich keiner aus. Die Leute haben geguckt online. 420 war immer vorne gerankt. Das heißt, die Leute haben dann, also die Ärzte haben dann meistens 420 verschrieben. Das war schon mal ein ganz guter Move von Thomas.
41:14 Feliks Eyser: Euer Firmenname hat dazu geführt, dass ihr in den Listen ganz weit oben standet.
41:17 Torsten Greif: Genau, weil wir 420 genutzt haben statt Buchstaben. Deswegen ist der Vorteil, wenn man einen Software-Guru an seiner Seite hat, der wusste das. ja, damals, wie gesagt, es kannte sich keiner aus, von den Ärzten, von den... Und wenn du weißt, dass der Schlüsseldienstmarkt in Deutschland von fünf dominiert wird und die immer unter Firmen gründen, clever von denen.
41:46 Feliks Eyser: Scheiße, Albert, wieso sind wir bei E? Wieso sind wir nur an Platz 5 mit den Uhr?
41:49 Torsten Greif: wir haben uns mal gefreut, Til Ray T war immer weit hinten, aber wir gesagt, super macht weiter so. Benennt euch bitte nie bleibt so.
42:00 Feliks Eyser: also ich sag mal Suchmaschinenoptimierung für die Pharma-Software, dass man da oben steht in der Liste. Fußballverein-Sponsoren aktiv sein in Foren und die Influencer bzw. Experten wie den Jan Wegener, der quasi schon anerkannt ist in der Szene. Influencer ist jetzt das falsche Wort, aber quasi ein Experte, der renommiert ist, den reinzuholen.
42:20 Albert Schwarzmeier: Ja, und du musst einfach eine unfassbar intensive Aufklärungsarbeit machen. Das ist das, was wir sehen, was bei den ganzen Apotheken gemacht hat oder auch bis heute macht. Es gibt in Deutschland 15.000 Apotheken, 3000 verkaufen Cannabis. Wir haben über 1000 als Kunden, 1.050 Kunden haben wir roundabout. Wir haben keinen Großhändler dazwischen. Und da ist dann einfach Aufklärungsarbeit gefragt.
42:50 Feliks Eyser: Okay, und dann machst du das, Moritz gerade gesagt hat, den Apotheker Schulen sagen, guck mal, die unterschiedlichen Strains, die unterschiedlichen Wirkungsweisen für unterschiedliche Krankheitsbilder und so weiter.
42:58 Albert Schwarzmeier: Ja, wir ein eigenes Magazin letztes Jahr zur Expo Farm sogar gelauncht. Das ist so einerseits sehr hochwertig, aber andererseits auch mit einem sehr starken wissenschaftlichen Hintergrund, beispielsweise den Entourage-Effekt zu erklären. Also Wechselwirkung von THC und Terpenen innerhalb der Medizinalcannabis-Büter. Und die sind da am Anfang so bisschen skeptisch. gewesen, sagten dann so Ja, was sollt ihr uns denn überhaupt erzählen? Wir sind ja der Boutique und ihr seid der der der B.U., der pharmazeutische Unternehmer. Aber als sie dann festgestellt haben so Hey, die haben ja wirklich Ahnung davon und die haben eben auch so diese detailversessenen, haben auch detail liebe sich mit diesen diesen Produkten der Wirkungsweise und auch der Qualitätsstufen, den Anbauorten, etc. Dann gewinnt du natürlich irgendwann Vertrauen an, wenn die natürlich dann auch sehen, die Produkte funktionieren sehr, gut, weil einfach Ja, Kanada der beste Ort der Welt ist, ⁓ medizinisches Cannabis anzubauen. Dann baust du da halt irgendwo sukzessive dein Vertrauen auf. Und das natürlich auch das Spannende an dieser Branche, dass das halt so hoch reguliert ist und das natürlich auch die Apotheker erst mal feststellen mussten. A, man kann Geld verdienen, wie Torsten ja auch richtig gesagt hat. Und B, okay, ich will aber Geld verdienen und ich will... auch ein Produkt haben, was natürlich funktioniert für den Patienten, damit ich A, dem Patienten was Gutes tun kann und B natürlich auch langfristig Geld verdienen kann.
44:32 Markenbildung: Warum Brand-Aufbau im Cannabis-Bereich so wichtig ist
44:32 Moritz Blees: Okay, aber kann man denn dann wirklich Marken, Marken bauen? Weil wenn ich überlege, was sind die beiden Referenzwerte, dann habe ich einmal Pharma. Von wem jetzt mein Paracetamol ist, ist mir dann irgendwie auch ein bisschen wurscht, mal böse gesprochen. Und die andere Referenz wäre Naturprodukte. Und klar, esse ich lieber Chiquita als eine andere Banane. Aber wenn die Chiquita nicht da ist, ist mir auch irgendwie bisschen wurscht. Und es gab dann ja auch irgendwie so die Cannabis Brands von jetzt so Deutschrappern zum Beispiel, also so Influencer Brands. Und die gibt's jetzt irgendwie nicht mehr. Also ganz so wurscht scheint's dann ja aus dem Produkt dann auch wieder nicht zu sein.
45:10 Albert Schwarzmeier: Das Thema Marke halten wir für sehr, wichtig. Inzwischen gibt es über 700 Strans, also über 700 verschiedene Produkte am deutschen Markt.
45:24 Torsten Greif: Ich war jetzt nur vorgestern mal wieder drin. Es gibt über 1000 Kultivare.
45:30 Albert Schwarzmeier: Also als ich als ich dann in letzten Wochen noch mal ein bisschen was getan, also über 1000 Kultivare, enorm viel. Und da musst du natürlich auch irgendwo eine Orientierung bieten. Und dadurch ist du kannst nicht mehr dadurch punkten, dass du sagst Hey, das Produkt funktioniert in der Schmerztherapie. Du kannst damit punkten, wie stark das Produkt, dass es so was den THC Wert betrifft. Du kannst damit punkten, ob das wo das angebaut wurde, also kommt das Produkt aus Kanada oder kommt das nicht aus Kanada, ist Kanada auf jeden Fall noch ein ganz klares Qualitätskriterium. Aber du musst schon auch mit dem Geruch, mit dem Geschmack entsprechend pumpen können. Weil, da ja nicht vergessen, welche Leute benutzen das dann. Das sind auf der einen Seite Patienten, haben irgendwie Krebs. Und dann will er natürlich, wenn er irgendwo schmerztherapeutisch auf sein Krebsleiden einwirkt, zumindest auch gleichzeitig dann auch noch einen schönen Geschmack dabei haben oder auch einen schönen Geruch oder auch eine schöne Haptik, wenn er die Blüte in die Hand nimmt. Und das Gleiche gilt natürlich auch für jemanden, der Einschlafschwierigkeiten hat oder ähnliche Volkskrankheit. er die Option hat, aus sehr vielen Produkten auszuwählen, nimmt er natürlich nicht nur das, was therapeutisch funktioniert, sondern was ihm auch gut schmeckt und was ihn auch anspricht von der Optik oder von dem er vielleicht im Rahmen seiner Bundesliga-Recherche gelesen hat.
46:59 Torsten Greif: Genau, also Brandaufbau ist extrem schwer in unserem Bereich.
47:04 Albert Schwarzmeier: Es ist schwer, aber es richtig und es geht.
47:07 Torsten Greif: Du musst halt die kleinen Dinge machen. haben am Anfang, als wir noch nicht so viel Kultivare auf dem Markt hatten, du kannst ja zum Apotheker, kannst du ja, du nimmst ja verschiedene Beutel, wo die Blüten drin sind. Dann hatten wir damals einen Strain, hieß oder haben wir immer noch Sour Apple. Also haben wir eine knallgrüne Verpackung genommen. Also dadurch kannst du dich so, du musst schon die ganze ... musst dann auch einmal verstehen, wie tickt so eine Apotheke, wie funktioniert da die Logistik. Du musst dich schon überall reinwühlen. Du musst das Geschäft schon in allen Bereichen aufwachen. Der Arzt verschreibt nicht selber, sondern wer verschreibt am Ende des Tages. Das ist vorne am Counter. Das meistens die Damen, die dann das Rezept ausgestellt haben. Also du musst gucken, dass du da reinkommst.
47:50 Feliks Eyser: Das finde ich immer so abgefahren, wie diese Produkte heißen.
47:53 Torsten Greif: Es ist highly medical auf jeden Fall.
48:03 Feliks Eyser: Lemonade Haze, Black Cherry Punch.
48:07 Torsten Greif: Green Crack gibt's, hab ich irgendwann mal gesehen. Den haben wir nicht, aber auch ein sehr medizinisch angehauchter Name, würde ich sagen.
48:15 Moritz Blees: Was aber die Namen sind, die man nehmen muss aus Orientierung, weil das sie sind, wie sie in den USA oder Kanada heißen, nehme ich an.
48:22 Torsten Greif: Das ist eine Vorgabe in der Tat vom B-Farm, also die übergeordnete Stelle, die dann sagt, ihr könnt es nicht anders nennen, ihr müsst das so machen, Origin ist das so, das heißt so, also bitte jetzt hier auch auf die Verpackung.
48:36 Feliks Eyser: Das fand ich auch abgefahren. Zum Thema, man muss ja so kleine Marketing-Hacks machen, die du so einen Film produziert.
48:44 Torsten Greif: Es ist allerdings leider doch noch nicht keks letztes Ding, weil wir haben eine einstweilige Verfügung bekommen von den Machern von Bang Boom Bang. Und nächste Woche bin ich am Bochumer Landgericht. Wir haben natürlich alles vorher juristisch geprüft. daher vielen Dank, dass er mir die Chance gibt, jetzt nochmal in die Presse zu kommen. Wir werden das Spiel nutzen. Dann kann ich jetzt auch Bang Boom Bang offiziell nehmen den Namen.
49:02 Feliks Eyser: Bang, bang, bang ist ein Film, wann wurde der gemacht?
49:06 Torsten Greif: 1999 war damals ehrlicherweise so, also ich habe damals im Ruhrgebiet meine Freundin in Holzwickede und einer der Drehorte war hinter ihrem Elternhaus. So und da war ich 99. Deswegen habe ich das mitbekommen und war damals, ist überhaupt nicht als Kieferfilm ausgelegt worden, aber es ist damals, weil einer der Hauptprotagonisten Oliver Kuritke, genannt Keg in dem Film, einen Joint im Mund hatte. hatte während des ganzen Films diese Kifferhymne in Deutschland. Für mich einer der coolsten Filme. Aus der Retro-Perspektive auch geile Schauspieler dabei. Und vor 15 Monaten saß ich irgendwann, manchmal habe ich so bekloppt die Ideen, saß ich bei meinem Kumpel Thomas Sauss in Paderborn auf einer Terrasse und gesagt, habe das nächste coole Ding, das machen wir jetzt. Er aber was ist das denn? Ja klar, mega sensationell, finde ich richtig geil. Ich sag super, dann machen wir, wir fanden es den Nachfolger ja nicht so gut. Ja ich sag gut, dann machen wir einfach, ich fand es nämlich auch nicht und ich will die Geschichte nochmal anders erzählen und das bitte dann irgendwie so, dass 420 da immer so bisschen mitschwimmt. Wir haben die Möglichkeiten, wir haben zum Glück bisschen Geld auf der Kante, also komm ich gucke mal. sagte der, weißt was, es ist total bekloppt, machen wir. Also läuft das ja da meistens bei uns. Dann bin ich irgendwie losgelaufen, hab geguckt, wen ich noch kenne und der Regisseur, es auch dann geworden ist, das war damals einer unserer Fire-Jungs, als ich noch in Dortmund gelebt hab. Und der ist mittlerweile Regisseur, der hat dann auch den Auftrag bekommen, ich kenne mich ja nicht aus im Filmbusiness, hat dann den Auftrag bekommen, da was Cooles an den Start zu bekommen. Da hat er mich mit dem Oliver Kuritke bekannt gemacht, auch eine witzige Kennenlerngeschichte. Und der war sofort Feuer und Flamme und genau.
50:45 Feliks Eyser: Der Schauspieler aus dem Originalfilm hat dann wieder mitgemacht.
50:47 Torsten Greif: Weil wenn da machen wir es natürlich richtig und dann haben wir gesagt, wir nehmen schon ein bisschen Geld in die Hand nehmen und wir haben ja ein paar Assets hier, wie zum Beispiel den Assets Paderborn. Wir machen das auch nicht als Bang Boom Bang 2, sondern wir machen schon was eigenes daraus. Das war so die Idee. Es ist aber angelehnt dahin, weil viele Leute den Film halt extrem abfeiern immer noch, mögen ihn. In zwei Kinos in Deutschland spielt er jede Woche noch. Zum Beispiel das UCI in Bochum jeden Donnerstag. Die Leute sprechen den ganzen Film mit, muss mal reingehen. Sitzen da 500 Leute und sprechen in Filme, total lustig.
51:18 Feliks Eyser: Das wäre eine Klassenfahrt für uns Moritz, oder?
51:25 Torsten Greif: und dann war 25 Jahre bang, boom, bang, war letztes Jahr. Und da habe ich dann mit dem Oliver quasi den Deal gesettelt per Handschlag und er hatte dann auf diesem Event 25 Jahre bang, boom, bang, hatte er, ich hatte ihm so ein Trikot mitgebracht, SC Paderborn, vorne Four 20 Farmer, erst den ganzen Abend, den ganzen Tag mit dem, ohne dass man einen Vertrag gemacht hat, ist er mit dem Trikot schon rumgelaufen. Und dann hat er gesagt, ja, aber es wäre doch ganz cool, wenn wir einen der altgedienten auch noch mit reinnehmen können. Ja, gut, da gibt es natürlich noch einen Charakter, der heißt Schlucke, Martin Semmelrogge. Und den haben wir dann auch nochmal zuholen können. da gibt es eine kleine epische Szene in unserem Kurzfilm, wo sie beide in der Badewanne sind. Er ist nämlich eigentlich gestorben im Hauptfilm und
52:11 Feliks Eyser: Und den Film kann man sehen auf YouTube?
52:13 Torsten Greif: Ja, genau, kann sehen, auf YouTube. Noch, wer weiß, ob sie mit der einsfeuerlichen Verfügung durchkommen.
52:18 Feliks Eyser: Okay schnell gucken, aber was ist die einsweilige Verfügung, was haben die jetzt dagegen?
52:22 Torsten Greif: Das bei uns auf der Internet, auf der Website, glaube ich, Abgesehen davon, wir haben die Premiere ja gemacht am 4.5. Und ich verstehe nicht, warum sie da nicht dann die einsfeuerliche Verfügung, meine, wir haben das alles juristisch geprüft. Jede Zeile vom Drehbuch haben wir natürlich durch Juristen prüfen lassen. Weil uns natürlich klar war, ich hatte vorher versucht, Jungs, die Macher von Bang Boom Bang, den Peter Torwart und noch jemanden zu überzeugen, Mails geschrieben, persönlich dann auch nochmal getroffen bei 25 Jahre vielleicht, weil ich meistens in meiner Freizeit im Jogger rumlaufe. Die wahrscheinlich uns nicht ernst genommen, Thomas genauso, also Jogger ist so unser Ding. Er wahrscheinlich gedacht, was für Spinner, aber dann hat er uns wahrscheinlich nicht so ernst genommen. Wir haben gesagt, probier's noch. Dann er gesagt, ja, du, nee. Und dann hab ich noch mal eine Mail geschrieben, dann kam nichts. Dann sind wir halt so, dann legen wir einfach los.
53:11 Feliks Eyser: braucht man für ein Budget, um so einen Film zu produzieren?
53:19 Torsten Greif: Und es ist halt ein Kurzfeld, 15 Minuten, aber wir haben natürlich dann auch noch so eine Nura, ich weiß nicht, ob ihr euch was sagt, mit reingenommen und Vanessa Tammkahn, die war mal bei Germany's Next Topmodel. Wir haben natürlich auch versucht mit diesem branded Entertainment, erstens spielts in Paderborn, zweitens im Stadion, sind viele Drehorte, haben natürlich versucht auch andere Zielgruppen damit noch anzusprechen. Das ist Thema jetzt, wie brauche ich eine Brand auf, also branded Entertainment, das sind dann halt die Möglichkeiten, die man dann vielleicht hatte.
53:52 Finanzierung & Skalierung: Bootstrapping und strategische Investoren
53:52 Feliks Eyser: Aber vielleicht mal ein guter Übergang zur Finanzierung von Unternehmen. Wie habt ihr denn Torsten angefangen, ganz am Anfang? Mittlerweile ist der Markt gewachsen, da wir gleich mal drüber sprechen, wie groß ihr eigentlich seid, wie viel Kapital es noch erfordert, dass man solche Moves wie die Filme oder das Bundesliga-Sponsoring macht. Aber ganz am Anfang, wie habt ihr denn das Unternehmen finanziert?
54:10 Torsten Greif: Jetzt haben wir natürlich das Glück gehabt, dass wir vorher schon andere Firmen hatten, die auch alle laufen. Zum Glück kann man sagen, sechs Firmen, die alle operativ extrem gut laufen.
54:23 Feliks Eyser: Was machen die anderen Firmen?
54:25 Torsten Greif: Software, erneuerbare Energien, Bau, stationäre Pflegeheime im großen Stil.
54:31 Feliks Eyser: Und die hattet ihr alle schon, die haben ebit abgeworfen, das heißt ihr hattet Möglichkeiten, das selber zu finanzieren am Anfang.
54:37 Torsten Greif: Wir sind jetzt nicht der kleinste Kunde der Volksbank in Paderborn. Auch damals schon nicht gewesen. Die haben auch erst mal gesagt, Jungs, aber so sind die aus Westfalen natürlich auch. Die haben natürlich gesagt, zeigt erst mal, dass da was geht und dann können wir wieder reden. Und von daher haben wir das alles erst mal Bootstrap gemacht, also selber Geld reingeschmissen.
54:56 Feliks Eyser: Wie viel Kapital hat das erfordert am Anfang? Also was habt ihr da reingesteckt?
54:58 Torsten Greif: 3,8 Millionen von uns selber drin.
55:05 Feliks Eyser: Albert, wie lief das bei enua?
55:13 Torsten Greif: Wir haben die 3,8 Millionen jetzt aus VfL natürlich auch nicht sofort hingelegt, sondern wir haben klein angefangen. Dann haben wir geguckt, war es der Software so ein bisschen funktioniert, haben wir vielleicht ein Euro versenkt, funktioniert nicht, haben wir ein paar Euro versenkt, okay, Scheiße, hat uns wieder mega geärgert, aber wir haben gelernt, was nicht geht. wir, dann haben wir, dann konnte es wieder skalieren, dann hast ein bisschen mehr reingepumpt. So haben wir insgesamt, along the way, 3,8 Millionen reingepumpt. Aber wie gesagt, hätten auch, wenn wir unsere Coupé nicht gehabt haben, es gibt ja Wettbewerber durchaus, da kennen wir auch die Zahlen, du hättest auch das Zehnfache versenken können.
55:50 Albert Schwarzmeier: Du meinst die Berliner Wettbewerber oder wie du meinst?
55:55 Moritz Blees: Ja, aber wir sind ja hier unter uns. Insofern, können es ja mal sagen. Es gibt ja ein VC-Werkfirma namens Sanity Group, die in der Summe glaube ich einen dreistönen Millionenbetrag eingesammelt haben über die ja genau, die gesamte Zeit. Und die sind, was die Umsatzziele angeht und den Umsatzweiten, jetzt nicht viel weitergekommen als ihr, nach meinem Verständnis.
56:20 Albert Schwarzmeier: Ja, die sind kleiner als die Four 20, aber auch kleiner als die enua in Deutschland.
56:25 Moritz Blees: Okay, genau, womit wir jetzt mal so die Frage stellen können mit A, was ist der richtige Finanzierungsweg? Und B, warum hat man mit mehr Geld nicht mehr hinbekommen in der Zeit?
56:36 Feliks Eyser: Vielleicht noch Albert, der Einwurf, wie viel hat enua gerastet oder wie da die Kapitalstruktur?
56:44 Albert Schwarzmeier: Also auch relativ wenig Kapital im Verhältnis zur Unternehmensgröße. Wir letztes Jahr 21 Millionen umgesetzt, werden dieses Jahr zwischen 60 und 70 Millionen in Deutschland bewegen und sind auch profitabel.
57:03 Feliks Eyser: Wie groß seid ihr Torsten? Wie groß seid ihr, Torsten?
57:06 Torsten Greif: Okay, beim letzten Jahr mit 35 Komma, also ein bisschen abgeschlossen. Und dieses Jahr sind wir on track knapp. Also ich bin immer der, der vorne vorprescht. Also ich will über die 100 kommen. Wir liegen aber knapp von den Zahlen. liegen irgendwo in den 90er-Bereich, aber das kann es nicht sein.
57:21 Feliks Eyser: Aber die 100 sind noch in greifbarer Nähe.
57:24 Torsten Greif: Greifbar, sehr stark, wie du das wieder hier verbunden hast mit meinem Nachnamen.
57:36 Albert Schwarzmeier: Sind die 90 % bei euch auch nur Deutschland oder dann Europa draußen?
57:43 Torsten Greif: Wir haben einen Markt noch dabei, das ist Polen. Der ist allerdings ziemlich zurückgeworfen worden durch die Entscheidung, dass Telemedizin dort komplett erstmal verboten wird. Das für alle Produkte dort, Medizinprodukte. Dadurch ist der Markt mal eben richtig schön eingebrochen. Er holt sich jetzt so langsam wieder.
58:02 Moritz Blees: Okay, also ich nehme mit, euer Markt ist wahnsinnig momentumabhängig. Also jetzt gerade läuft es sehr, gut und es war aber auch ein scheiniger Weg hierher zu kommen. Und dann zum auf die Eingangsfrage zurückzukommen, warum der VC-Begleiter jetzt nicht so wahnsinnig viel mehr mit seinem Geld machen konnte, ist, dass ich davon ausgehe, dass da das Momentum einfach nicht da ist.
58:26 Herausforderungen im Markt: Lieferketten, Regulierungen & Wettbewerb
58:26 Torsten Greif: Du musst ja auch gucken, wie war die Nachfrage am Anfang. Das heißt, die Nachfrage war zwar da, aber war jetzt auch nicht riesig. Das heißt, kannst Marketingkampagnen, du kannst ein Sales Team von 35 Leuten auf der Straße haben. Das kannst du auch meinetwegen noch während Covid haben, wo die Ärzte auch gar nicht da sind. Das heißt, hast am Anfang mit wenig Geld, wenn du dich wirklich fokussiert hast, hast du wesentlich mehr rausholen können. Das Wichtigste am Anfang war, und das ist auch heute noch, dass du die Supply Chain komplett unter Kontrolle hattest. Weil damals war es so, du warst einmal auf dem Rezept drauf, der Arzt hat das draufgepackt. Dann ist der Patient zur Apotheke gelaufen. Dann sagt die Apotheke, habe ich nicht vorrätig. Dann wieder hin zum Arzt, das Ganze ändern, da der schon keinen Bock hat auf Cannabis im Zweifel oder ganz andere Dinge zu tun hat. Da hat der gesagt, so mein lieber Freund, das war jetzt das allerletzte Mal, dass ich verschrieben habe. So und da haben wir von vornherein echt drauf geachtet. Da haben wir uns auch komplett unterschieden vom Wettbewerb. Wir waren die einzigen, die mit einem Kultivator, glaube ich nachweislich, historisch, sind wir nie leer gelaufen. Also wir waren die einzigen, die immer lieferfähig waren. Und das war das Allerwichtigste. Also wir haben geguckt damals, was ist auf dem Markt? Und haben gesagt, das kann es nicht sein. Das muss doch auch echt. Sorry Jungs, das kann es aber nicht sein. Also wenn ich hier anfange, dann würde ich das Qualitativ Beste auf dem Markt haben. Deswegen auch 150 Anbauanlagen mindestens uns mal angeschaut auf der Welt. Weil dann haben wir Glück gehabt, dass das Erstkultivier, was hier angelandet ist, auch noch eine hohe THC-Stärke hatte. Das war damals viel höher als das, was man hier so kannte. Der Deutsch ist halt so, wenn ich schon Geld ausgehe, will ich auch viel THC haben. Und da haben wir einfach Glück gehabt. Vielleicht muss man sich Glück auch erarbeiten, auch viel Glück dabei gewesen.
1:00:18 Feliks Eyser: Und das Glück hängt nicht unbedingt mit der Finanzierung zusammen. Habt denn dann Bankfinanzierung gekriegt über die Zeit? Also quasi das Lager immer voll zu haben, genug Produkte vorrätig zu haben?
1:00:25 Torsten Greif: Ja, die haben wir dann irgendwann bekommen, als wir dann wirklich auch, wir waren relativ schnell positiv, ehrlicherweise. Und als wir dann positiv waren, sind wir sofort zur Bank hingestiefelt, weil dann ging's. Weil das Erste ist natürlich, ich glaube, mit der Funfact-Geschichte, wenn ich die kurz loswerden darf, wir rüber nach Kanada. Dann hat das gepasst, Bauchgefühl, und dann ist Anbau ja nicht ganz günstig. Dann haben wir gesagt, ja komm, einen so einen Growroom hier, den hätten wir gerne für uns.
1:00:49 Feliks Eyser: Growroom heißt, kriegt da quasi wie so eine Einliegerwohnung in so einem Gewächshaus, also einen Bereich nur für euch.
1:01:00 Torsten Greif: Dann haben die gesagt, das ist wunderbar. Wir sind auch nicht bankable. Von daher legt mal bitte Deposit. Wie groß ist denn die? Also haben wir uns wirklich fünf Minuten echt so... Ist ja nur mal unser Geld gewesen. Aber hat wirklich, also Bauchgefühl war super. Der Anbau gehört uns mittlerweile zu 100 Prozent. Da wir den einfach vor. hat wieder was damit zu tun, diese Regulatorik so unglaublich schwierig ist, dass wir geguckt haben, wo müssen wir wieder sichern? Wo sind diese neuralgischen Punkte? Das ist der Anbauer, der war zwischenzeitlich, auch Albert hat dort mal gesourced oder Einur, weil die einfach bekannt dafür waren, dass sie einfach die Besten waren im Medical Cannabis Grow. Die haben auch im Domestikmarkt, also im Heimmarkt in Kanada, nie eine Rolle gespielt, was extrem selten ist. in Kanada, sondern die haben sich von vorne rein gesagt, wir wollen nur auf Medical Cannabis gehen. und die haben wir, dadurch, dass wir da vielleicht bisschen öfter waren und das war natürlich dann, das wussten wir auch alles, das andere dahinter her waren, auch eine Sanity war da, eine Cannamedical war da. Und dann haben wir gesagt, komm wir müssen jetzt wieder ins Risiko gehen, sonst sind die anderen wieder da und ich glaube keiner geht in das Risiko, weil die alle Investoren im Hintergrund haben, also die können es nicht mal so einfach legen, komm wir machen es jetzt, fertig, was soll schon schief gehen. ja, und dann haben wir gesagt, alles klar Handshake hier. Und das nächste Thema ist, was wir dann hingekriegt haben, dass die deutsche Behörde und unsere Coupé diese genau Anbaustätte, also durch uns haben sie diesen EU-GMP-Stempel bekommen. Und alle drei Jahre oder zwei Jahre, je nachdem wie gut das Audit war, mussten diese Coupé halt auch den Stempel erneuern. Dadurch hast du eine relativ hohe Hebelwirkung, weil die könnte ja krank sein vor dem Audit. Und dadurch haben wir das uns schon frühzeitig gesichert und irgendwann, dazu kommen wir ja gleich glaube ich auch, wir haben ja Anteile auch abgegeben, irgendwann hatten wir natürlich dann auch mit dem Großen im Rücken genug Geld, dass man dann sagen konnte, wir wollen euch zu 100 Prozent sichern.
1:03:12 Moritz Blees: Dazu würde ich gerne jetzt kommen, weil du hast ja, ich glaube, öffentlich sind 55 Prozent, ihr verkauft habt, wenn ich das richtig recherchiert habe, an den größten amerikanischen Cannabis-Händler, Grower, was ist es genau?
1:03:32 Torsten Greif: ist die weltweit größte Cannabis-Firma, gelistete Cannabis-Firma.
1:03:37 Moritz Blees: So, und da würde mich jetzt mal interessieren, weil das ist auch so eine Frage, wenn ich auf einen stark regulatorischen Markt gucke, wo auch irgendwie nicht klar ist, wie geht es mit der Regulatorik weiter, der auch irgendwie stark im Wandel ist, wie leicht ist es da eine Firma zu verkaufen? Also wie war euer Weg dahin und wie
1:03:54 Torsten Greif: Im Endeffekt kann man das jetzt so oder so betrachten. Eigentlich müsste ich mich ärgern, weil drei Jahre zuvor gab es die absolute Goldgräberstimmung. Ich mache gerade meine Branche zieh ich so bisschen ins Lächerliche, weil das ist unfassbar, was die Amis an Geld verblasen haben. Also das ist wirklich nicht mehr schön. Grüße an meine kanadischen Freunde gehen auch aus, Thierry Aurora. Von daher, das ist unfassbar, von daher kann ich eigentlich sagen, wir waren viel zu spät dran, aber nein. Was haben wir uns überlegt? Also das war damals ja echt an der Schwelle, dass gesagt wurde, wir legalisieren komplett. Ja, und dann hat es natürlich mit Sanity und andere Große, die viel Geld eingesammelt haben, weil dann geht es ja darum, eigene Dispensaries, also eigene Verkaufsstellen zu öffnen in Deutschland. Wenn du Gewicht haben willst, brauchst du ungefähr 100 Stück. Da haben wir uns mal ausgerechnet, was so eine Dispensary kostet. Also je nachdem, wenn ein Applestore draus machen will, ist irgendwas zwischen 1,5 und 2 Millionen mal 100. Also das war so bisschen der Hintergrund, dass wir dann gesagt haben, okay, wen nimm wir denn? Weil damals haben extrem viele wirklich dann angefragt bei uns, ob sie einsteigen könnten. Warum haben wir Curaleaf am Ende des Tages genommen? Weil die das in USA halt schon 26 Mal gemacht haben. Aber die haben es halt 28 oder 26 Mal erfolgreich gemacht, haben mittlerweile 152 Dispensaries in den USA, damals 100 irgendwas. Dann haben wir gesagt, am Ende des Tages, die verstehen das Game. Wenn wir hier das machen müssen, ich wüsste überhaupt nicht, wie ich hier auch an die Ladenflächen reinkommen muss. Genauso wenig wie meine Partner. Und deswegen haben wir uns für die entschieden. Jetzt ist alles anders gekommen, jetzt kann man das wieder neu bewerten. Macht das Ganze für uns noch Sinn oder hat das Sinn gemacht?
1:05:38 Feliks Eyser: Das heißt, die Ratio war tatsächlich diese Ladenexpansionstheorie, wenn quasi die komplette Legalisierung kommt, dann musst du...
1:05:46 Torsten Greif: Ja, das war einfach der Grund. musst ja, du hast ja immer, in dem Markt wandelt sich das Ganze. Alleine wie oft sich, wie oft Albert auch und ich, wie oft wir die Geschäftsmodelle, also Kerngeschäft ist immer das Gleiche, aber wie oft wir die Geschäftsmodelle schon wieder verändern mussten, weil vor drei Jahren war es so, als ich gerade gesagt habe, da war halt, da war halt, du musstest immer lieferbar bereit sein. So, dann hat sich das gedreht in so jetzt mehr, mehr Strains rein, weil die Leute wollen einfach mehr Abwechslung haben. mehr Brands, dann ging es los die Telemediziner. Ihr kommt gar nicht mehr nach. Die Supply Chain komplett wieder anders verändern. Wir machen viel Produktion auch noch bei uns in Paderborn. wir haben, wie bei euch das war Alba, zum 1.4. letztes Jahres, haben, Thomas und ich, haben prognostiziert 30 % Wachstum. Da lagen wir ja sowas von daneben.
1:06:43 Feliks Eyser: viel sind es dann geworden?
1:06:45 Albert Schwarzmeier: Wie immer, Torsten, du planst einfach zu konservativ.
1:06:51 Torsten Greif: Ich bin halt irgendwie Paderborn am Ende des Tages.
1:06:54 Feliks Eyser: Aber Albert sagt vielleicht nochmal so Stichwort Finanzierbarkeit. Torsten, jetzt habt ihr quasi den strategischen Investor genommen, der kennt sich aus, der weiß, was er tut. hat das Geschäft in den USA schon mal gemacht. Deutschland gibt solche Strategien nicht, weil der Markt einfach noch komplett neu ist. Jetzt gibt es VCs, die da rein investiert haben. Es sind aber gar nicht so viele. Also gefühlt sagt du es mir, wenn es nicht stimmt, Sanity, das Unternehmen, quasi 90 Prozent des traditionellen Venture Capitals auf sich ... Die anderen sind eher finanziert durch Family Offices, Privatpersonen. Vielleicht kannst du was zu enua erzählen, wo die 5 Millionen herkamen oder wie generell drauf schaust, was es denn eigentlich für Investoren und strategische Partner in dem Bereich gibt und wem spricht man denn da, weil das ist ja nicht der typische VC in der Regel.
1:07:36 Albert Schwarzmeier: Die 5 Millionen bei uns, sind von kleineren Business-Jahres gekommen. Ein kleiner Teil auch von mir. Und wir haben auch ein Family Office, den Wolfgang Höber mit an Bord, der einen Großteil von der Eigenkapitalfinanzierung von der enua auch gestemmt hat. Der selber auch Unternehmer ist. Sehr erfolgreich, hier sehr große Kette aufgebaut im Krankenhaus. Bereich und die hatte er verkauft vor fünf Jahren an einen französischen Mitbewerber und hatte dann entsprechend auch angefangen, erste Investments in Startups zu machen, die auf der einen Seite im Medical-Umfeld sind, die auf der anderen Seite eben aber auch, wir machen die Welt irgendwo anders, schräg schräg besser, Modus unterwegs sind. Und da war Markus und Lars. super fit und ist auch ein sehr, sehr cooler unternehmerischer Typ. haben inzwischen auch eine Fremdkapital, wir haben inzwischen auch eine Betriebsmitlinie bei der Deutschen Bank noch auf kleinem Level. das ist, nachdem wir auch dann 23 profitabel geworden sind, dann auch möglich geworden. Wir haben aber auch von einigen HNWIs oder auch von Unternehmern, die vielleicht schon mal in der
1:08:54 Feliks Eyser: Die kriegen immer wieder Feedback, dass wir diese Abkürzungen erklären sollen. Aber ich springe einfach immer, mach du weiter und dann...
1:09:00 Albert Schwarzmeier: Okay, wir haben von einigen High-Network-Visuals Leute, die schon mal vielleicht ein Unternehmen verkauft haben und auch von mir und auch von den Gründern an FK mit reingenommen. Und jetzt mit der Entwicklung der Kompanese wird auch gerade dran, mit der Bank zu refinanzieren.
1:09:22 Feliks Eyser: Aber es sind auch mehrere Millionen. Also finde ich auch interessante Finanzierungsformen, die man oft nicht so sieht, quasi zu einer vermögenden Privatperson zu gehen, zu sagen, hey, ich biete dir an, ein Darlehen reinzugeben, zahle dir mehr Zinsen, als du auf deinem Tagesgeldkonto kriegst, so sinngemäß über was für Zinssätze reden wir da? Okay, ist schon sehr attraktiv, wenn es auf der anderen Seite entsprechend abgesichert ist.
1:09:42 Albert Schwarzmeier: Genau, wir sichern das ab mit mit Ware und wir sichern das ab auch mit einer Global Session auf die Forderungen, die wir gegenüber den Apothekern haben. Und gleichzeitig, wenn du selber dann auch mal eine halbe Million reingibst, ist das natürlich auch ein ganz gutes Zeichen. Ich habe mehr Informationen als die Fremdkapitalgeber und die dann sehen, der Albert macht das als Geschäftsführer. Der hat dann doch auch die richtigen Informationen auf dem Tisch, die Entscheidung zu bewerten.
1:10:08 Feliks Eyser: Wie viel kann hängen bleiben, du Zivet Albert, wie ist es euch?
1:10:11 Albert Schwarzmeier: Also wir haben über 20 % EBITDA-Marsch.
1:10:18 Moritz Blees: Schon gutes Geld, sehr gutes Geld, man damit bekommt. Und wenn man jetzt darüber nachdenkt, das zu erweitern, wir haben ja jetzt eine Veränderung von der Wahrnehmung von Cannabis. Meine Beobachtung ist, dass denselbe ... Wahrnehmungsveränderung auch irgendwie im Hinblick von Ketamin, Psilocybin und so weiter passiert. Kann man sinnvollerweise davon ausgehen, dass es irgendwann auch in der Apotheke Psilocybin-Therapien zu kaufen gibt?
1:10:47 Feliks Eyser: Moritz sucht sein nächstes Business. Worin kannst du heute investieren,
1:10:52 Moritz Blees: Ja den, den, den, den, ich sag mal so, den Cannabiszug, den hab ich ja verpasst.
1:10:57 Albert Schwarzmeier: In Europa ist ja Cannabis Zug am Anfang, Moritz. Das sind die Good News.
1:11:06 Torsten Greif: Wir tauschen uns aus, wir tauschen uns ja auch nicht nur untereinander aus, sondern wir tauschen uns ja auch mit, also ich habe zumindest vermehrt damit angefangen, mit den ganzen Regulatory Bodies aus und dadurch, wir natürlich auch da haben wir uns wieder zusammengefunden. wir haben so eine Allianz gegründet, Calabis-Allianz, die stärksten Player einmal zusammen, als natürlich die CDU vermeintlich starker Player, kommt jetzt wieder an die Macht, will das Ganze zurückdrehen, haben wir natürlich auch angefangen. zu gucken, was macht man denn da in Berlin, wie kann man sich denn da oder muss man sich denn da positionieren. Für mich auch schon wieder totales Neuland. Macht auch keinen Spaß, mir zumindest nicht, aber scheint das necessary evil zu sein, das nötige übel. Und von daher, glaube, Cannabis haben wir jetzt, also ich niemals nie, aber ich glaube einfach, ist immer noch so dieses Deutsche, alles, was ich nicht kontrollieren kann, ist ur Hilfe. Also ich glaube, da gibt es echt wenig Chancen für alles andere. Du siehst ja schon, was wir jetzt wieder für Probleme haben, womit wir kämpfen, wieder zurückdrehen. Also haben wir eben auch darüber gesprochen. Also ich glaube, die Chancen stehen echt nicht gut für sowas.
1:12:11 Feliks Eyser: Jungs, wir sind schon zeitlich ziemlich fortgeschritten. Wir haben super viel gelernt, hat mega viel Spaß gemacht. Wo kann man euch denn finden, wenn man mehr erfahren will? Torsten, vielleicht fängst du an, wo findet man dich und gibt's was, wo Leute sich melden sollten bei dir?
1:12:24 Torsten Greif: Ja, also du findest mich ganz klassisch, glaube ich, auf LinkedIn. Klar, unserer Website kannst mich finden. Bei Instagram mache ich relativ wenig. Wie gesagt, bei LinkedIn findest du mich am besten. Ich liebe irgendwie verschiedene Branchen oder Industrie mehr anzuschauen, die zu verbinden. Da am besten einfach anschreiben, wer Lust hat. Und es gibt garantiert sehr, sehr schnell auch eine Antwort. Ob das immer passt und die Antwort demjenigen oder denjenigen gefällt, weiß ich nicht. Aber ich bin da meistens transparent und offen.
1:12:57 Albert Schwarzmeier: Wir sind jetzt auf der Mary Jane in Berlin.
1:13:02 Torsten Greif: in Berlin bei der Mary Jane. Da haben wir auch zusammen eine Panel-Diskussion mit einem dritten ganz, ganz großen Wettbewerber von uns oder Mitmarktbegleiter, dir Jérim Eksjahn. Da dürfen wir zu dritten uns ein bisschen foppen auf der Bühne. ansonsten haben wir es uns mal auf die Fahne geschrieben. Es gibt eine ganz langweilige, die größte Apothekamesse in Deutschland, die Expo Farm. Und da haben wir mal überlegt, das Kapern wir mal das Ding auch wieder. mit Riesenstand, DJ, eigenen Barmixer mit THC, haltigen Getränken, will. Und da findest mich dann immer, das ist die Messe, die ich mit am ernsten nehme. Da bin ich dann auch wirklich die vollen zwei, drei Tage. Die dieses Jahr wieder in Düsseldorf, die wechselt immer.
1:13:49 Albert Schwarzmeier: Expo Farm und Mary Jane sind so die zwei Pflichtveranstaltungen für uns auf der Messe Seite. Wir sind da jetzt super viel auch in Apotheken unterwegs, wir teilweise auch auch Workshops anbieten mit den Apothekern zusammen, was das Thema Aufklärung betrifft. Klar, LinkedIn, Insta, auch auf www.venua.de. Wir bieten gerade eine Wildcard an.
1:14:10 Torsten Greif: Jo, das ist eine coole Idee. Die fand ich richtig gut.
1:14:19 Albert Schwarzmeier: es gibt total viele Patienten oder auch unsere Branche polarisiert. Wir haben auch einige enua-Fanboys und enua-Fangirls, die haben uns angeschrieben oder schreiben uns regelmäßig an, ob sie nicht mal nach Kanada mitkommen können und sich die Facility angucken können. Deswegen haben wir gesagt, okay, das machen wir, das bieten wir jetzt mal an. Und da findet ihr jetzt gerade auf Instagram und nächste Woche geht es auf LinkedIn Live. so ein kleines Rätsel statt. man das Rätsel löst, dann schmeißt man sozusagen ein Los mit in den Los-Pod rein und dann kann man gezogen werden und dann teilnehmen.
1:14:54 Feliks Eyser: Danke, dass ihr euch die Zeit genommen habt. Es waren richtig gute Insights dabei.
1:14:59 Torsten Greif: Normalerweise gibt es bei uns in der Regel keine Meeting länger als 30 Minuten intern.


