Das Business von OnlyFans

mit Pauline Schmiechen und Ana Lingus, Beraterin für Creator Economy und Spicy-Industry (Kotti Konsulting) und Content-Creatorin

11. Juli 2025 · 71 Min

Zusammenfassung

Pauline Schmiechen und Ana Lingus zerlegen das Geschäftsmodell OnlyFans: 80/20-Split, keine Empfehlungsfunktion, teures Payment, Agenturen und AI-Chatbots. Und warum am Ende Nähe zum Fan das eigentliche Produkt ist.

Eine der beiden Gäste im Gespräch (Remote-Aufnahme)
Eine der beiden Gäste im Gespräch (Remote-Aufnahme)

Feliks und Co-Host Moritz Blees steigen mit zwei Datenpunkten ein, die im Netz kursierten: angeblich 40 Millionen Dollar Umsatz pro Mitarbeiter bei OnlyFans und ein möglicher Verkauf der Firma für 8 Milliarden. Ersteres relativiert sich schnell, offiziell hat OnlyFans eher um die 1.000 Mitarbeiter. Pauline Schmiechen, Informatikerin, Gründerin und Beraterin in der sogenannten Spicy-Industry, und Creatorin Ana Lingus erklären, wie die Plattform tatsächlich funktioniert.

Der Kern ist ein Pricing-Dreh: Statt Studios, die Darstellerinnen pauschal bezahlten, behalten Creator auf OnlyFans 80 Prozent ihrer Einnahmen. Laut Feliks' Recherche liefen 2024 rund 10 Milliarden über die Plattform, davon etwa 8 Milliarden an die Creator, und etwa die Hälfte des verbleibenden Umsatzes ist Gewinn. Gleichzeitig hat OnlyFans keine For-You-Page: Wer Fans will, muss sie selbst über Instagram, X oder Livestreams mitbringen. Dazu kommen Payment-Gebühren von 8 Prozent und mehr, Chargebacks und die Episode 2021, als OnlyFans für sechs Tage keine Adult-Inhalte mehr erlauben wollte.

„Also ich sage immer, wenn man 8 % abgeben muss, hat man richtig Glück für Payment.“
Pauline Schmiechen
Feliks Eyser im Gespräch mit Pauline Schmiechen und Ana Lingus (Remote-Aufnahme)
Feliks Eyser im Gespräch mit Pauline Schmiechen und Ana Lingus (Remote-Aufnahme)

Ana gibt Einblick in ihr Geschäft: mehrere Livestreams pro Woche, rund 1.000 Videos, davon etwa 60 Prozent Auftragsproduktionen für einzelne Fans, ein Abo für 10 Dollar und ein fünfstelliger Monatsumsatz, verteilt auf OnlyFans, eine zweite Abo-Plattform, Livecam-Seiten und Videoverkäufe. Sie chattet selbst mit ihren Fans, während viele Konkurrentinnen Agenturen und Chatter einsetzen, was das Vertrauen der Fans zunehmend untergräbt. Der Durchschnitts-Creator verdient dagegen nur rund 2.000 Euro im Jahr.

Zum Schluss geht es um Stigma, Plattform-Sperren auf Instagram und TikTok, Altersverifikation und um AI: digitale Zwillinge, die Creatorinnen Geld einbringen können, solange klar gekennzeichnet ist, dass es AI ist. Pauline erklärt, warum in ihrer Branche vor allem Family Offices und Business Angels investieren und kaum VCs, und welche Themen sie im Dealflow sieht: Payment, Krypto, bessere Plattformen und Software, die Creatorn den Alltag erleichtert.

Zahlen aus der Folge

80 / 20
Aufteilung der Einnahmen zwischen Creator und OnlyFans
ca. 10 Mrd.
über OnlyFans abgewickeltes Volumen 2024 laut Feliks' Recherche, davon rund 8 Mrd. an Creator
ab 8 %
Payment-Gebühren in der Adult-Branche („wenn man Glück hat“)
+400 %
Neuanmeldungen bei Fansly während der sechs Tage 2021
4 weitere Zahlen
ca. 2.000 € pro Jahr
Verdienst eines durchschnittlichen OnlyFans-Creators (Moritz' Recherche)
fünfstellig pro Monat
Anas Einnahmen über alle Plattformen
10 $
Anas monatlicher Abo-Preis
ca. 60 %
Anteil der Auftragsvideos an Anas rund 1.000 Videos

Worüber am meisten gesprochen wurde

Anteil an der Gesprächszeit, berechnet aus den Kapitel-Längen (ohne Intro).
Community & Monetarisierung
42 % · 26 Min
Plattform & Geschäftsmodell
19 % · 12 Min
Stigma, Payment & Regulierung
17 % · 11 Min
Trends & Business-Learnings
15 % · 9 Min
AI & Technologie
6 % · 4 Min
Gesprächsverlauf

Kapitel

  1. 00:00Trailer & IntroIntro & Werdegang
  2. 00:53Pauline & Ana stellen sich vor: Wege in die Creator EconomyIntro & Werdegang
  3. 08:14OF: Wie die Plattform die Creator Economy revolutioniertePlattform & Geschäftsmodell
  4. 14:30Kein For-You-Feed: Warum Creator ihren Traffic selbst mitbringen müssenPlattform & Geschäftsmodell
  5. 20:10Herausforderungen: Stigma, Plattform-Richtlinien & Payment-ProblemeStigma, Payment & Regulierung
  6. 25:55Abo, Einzelverkauf, Wunschvideos: Wie Ana ihr Creator-Business aufbautCommunity & Monetarisierung
  7. 33:33Was Creator wirklich verdienen und warum Agenturen das Chatten übernehmenCommunity & Monetarisierung
  8. 43:31AI & Technologie: Wie Innovationen die Branche verändernAI & Technologie
  9. 47:17Instagram, X, Livecam: Welcher Kanal Ana was bringtCommunity & Monetarisierung
  10. 52:15Stigma: Warum Ana eine Maske trägtStigma, Payment & Regulierung
  11. 55:37Intimität als Geschäftsmodell: Warum Community der Schlüssel istCommunity & Monetarisierung
  12. 58:44Zukunft der Branche: Trends, Plattformen & neue GeschäftsmodelleTrends & Business-Learnings
  13. 01:04:44Altersverifikation und JugendschutzStigma, Payment & Regulierung
  14. 01:06:13Business-Learnings: Was Unternehmen von der Creator Economy lernen könnenTrends & Business-Learnings
  15. 01:09:29Wo du Pauline und Ana findestIntro & Werdegang

Key Learnings

  1. 1

    Mach den Revenue-Split zu deiner Positionierung

    Früher bekamen Darstellerinnen von Studios einen festen Betrag pro Drehtag, viele Plattformen behielten 50 Prozent oder mehr. OnlyFans hat das umgedreht und zahlt 80 Prozent an die Creator aus. Pauline und Ana halten das für einen der faireren Deals der Branche, auch im Vergleich zu YouTube, Twitch oder dem App Store, wo die Plattform einen größeren Anteil behält.

    08:14 · OF: Wie die Plattform die Creator Economy revolutionierte
  2. 2

    Rechne damit, deine Reichweite selbst mitzubringen

    OnlyFans hat keine For-You-Page, auf der neue Creator entdeckt werden. Wer Fans will, muss sie über Instagram, X oder Livecam-Seiten auf das eigene Profil lenken. Ana sieht darin Kalkül: Weil alle Creator außerhalb der Plattform für OnlyFans werben, bekommt OnlyFans kostenlose Werbung. Konkurrenten mit eigenem Discovery-Feed rechtfertigen damit wiederum einen höheren Plattformanteil, etwa 40 Prozent.

    14:30 · Kein For-You-Feed: Warum Creator ihren Traffic selbst mitbringen müssen
  3. 3

    Verteil dein Plattformrisiko

    2021 kündigte OnlyFans an, keine Adult-Inhalte mehr zuzulassen, und nahm das nach sechs Tagen zurück. Für Ana war es die schlimmste Zeit in der Branche, weil sie keine gut laufende Alternative hatte. Die Konkurrenz profitierte: Fansly verzeichnete laut Pauline in diesen Tagen 400 Prozent mehr Neuanmeldungen. Heute sind viele Creator auf mehreren Plattformen aktiv und haben auf Instagram einen Backup-Account, falls der Hauptaccount gesperrt wird.

    20:10 · Herausforderungen: Stigma, Plattform-Richtlinien & Payment-Probleme
  4. 4

    Plane Payment als Engpass ein

    Wer eine Softwarefirma hat, zahlt bei Anbietern wie Stripe etwa ein bis anderthalb Prozent. In der Adult-Branche lassen sich normale Payment-Provider oft nicht nutzen. Pauline sagt: Wer nur 8 Prozent für Payment abgeben muss, hat richtig Glück. Dazu kommen viele Chargebacks und Merchant-Accounts, die plötzlich geschlossen werden. Ein großer Teil ihres Alltags dreht sich um genau diese Themen und um neue Gesetze.

    08:14 · OF: Wie die Plattform die Creator Economy revolutionierte
  5. 5

    Miss, wie viel Umsatz aus Interaktion kommt

    Ana unterscheidet zwischen Abo-Einnahmen und Einnahmen aus Pay-per-View und Tipps. Ziel sei, dass Letztere deutlich höher liegen als die Abos, bei ihr ist das Verhältnis 50 zu 50. Kommen nur 20 Prozent aus Pay-per-View, interagiert man kaum mit seinen Fans. Etwa 60 Prozent ihrer rund 1.000 Videos sind Auftragsproduktionen für einzelne Fans.

    25:55 · Abo, Einzelverkauf, Wunschvideos: Wie Ana ihr Creator-Business aufbaut
  6. 6

    Beantworte die Frage nach dem Unterschied zum Marktführer

    Wenn Pauline in ihrer Beratung neue Plattformen auf dem Tisch hat, stellt sie immer dieselbe Frage: Wie unterscheidet ihr euch von OnlyFans? Viele können das nicht beantworten. Spannende Ansätze sind für sie Micropayments statt Abos oder Fanblast aus Hamburg, das Creatorn eine eigene Nummer gibt, damit sie direkt über WhatsApp und iMessage mit Fans kommunizieren können.

    20:10 · Herausforderungen: Stigma, Plattform-Richtlinien & Payment-Probleme
  7. 7

    Skaliere nicht auf Kosten des Vertrauens

    Viele Creator lassen Agenturen und Chatter mit ihren Fans schreiben. Fans wissen das inzwischen und fragen immer öfter nach, ob sie wirklich mit der Creatorin selbst sprechen. Ana chattet bewusst selbst. AI-Duplikate hält sie für legitim, solange klar ist, dass es AI ist; eine Plattform für digitale Zwillinge bringt Paulines Bekannten nach ihrer Aussage teils doppelt so viel ein wie OnlyFans. Pauline ist überzeugt: Im Kern muss ein echter Mensch bleiben, damit Fans Geld ausgeben.

    33:33 · Was Creator wirklich verdienen und warum Agenturen das Chatten übernehmen
  8. 8

    Such in Tabu-Branchen privates Kapital

    Fundraising ist in Paulines Branche noch schwieriger als anderswo. Investiert wird vor allem von Family Offices und Business Angels, kaum von VCs, die oft durch die Vorgaben ihrer Limited Partners gebunden sind. Pauline hat deshalb einen Newsletter gegründet, der Investoren alle zwei Wochen neue Projekte vorstellt. Im Dealflow sieht sie viel Payment, Krypto, Plattformen, die OnlyFans besser machen wollen, und SaaS für Creator.

    01:06:13 · Business-Learnings: Was Unternehmen von der Creator Economy lernen können

Zitate

Eine der beiden Gäste im Gespräch (Remote-Aufnahme)
„Ich glaube, OnlyFans war sehr, sehr wichtig für unsere Industrie, weil OnlyFans hat den Creatern die Power zurückgegeben.“
Pauline Schmiechen
„Also ich sage immer, wenn man 8 % abgeben muss, hat man richtig Glück für Payment.“
Pauline Schmiechen
„Am Ende frage ich immer eine Frage und die ist, wie unterscheidet ihr euch von OnlyFans?“
Pauline Schmiechen
„… Fans wollen näher dran sein. Fans wollen eine Audionachricht, wollen eine Sprachnachricht, wollen wirklich One-on-One-Kontakt haben. Und das ist das, was am meisten monetarisiert auf OnlyFans.“
Pauline Schmiechen
„Was ich sagen kann, ist aber, dass vor allem Family Offices und Business Angels, also eher private Institutionen, investieren und sehr wenig VCs.“
Pauline Schmiechen

Über den Gast

Pauline Schmiechen und Ana Lingus

Pauline Schmiechen und Ana Lingus

Beraterin für Creator Economy und Spicy-Industry (Kotti Konsulting) und Content-Creatorin · Kotti Konsulting

Pauline Schmiechen hat Informatik im Bachelor und Master studiert und lange als Programmiererin gearbeitet. Direkt nach der Uni gründete sie ein „Vanilla“-Startup, also eines ohne explizite Inhalte: eine Art Twitter für Sprachnachrichten, noch vor Clubhouse, für das sie als First-Time-Founderin erfolgreich Geld eingesammelt hat. Weil nur die Themen Liebe, Dating und Beziehung funktionierten, folgte der Pivot in die Adult-Branche. Heute betreibt sie mit ihrem Mitgründer Florian drei eigene Websites als Geschäftsführerin, berät mit Kotti Konsulting Unternehmen aus Adult, Gambling und anderen Tabu-Branchen und schreibt einen Newsletter, der Investoren neue Projekte aus der Branche vorstellt. Ana Lingus ist seit fünf Jahren Creatorin. Sie begann während Corona mit Livecam-Streams, kam über die Nachfrage ihrer Zuschauer zu OnlyFans und ist heute auf rund zehn Plattformen aktiv. Sie tritt mit Maske auf und betreibt ihr Business gemeinsam mit ihrem Partner nebenberuflich: Er arbeitet 40 Stunden die Woche, sie studiert.

Häufige Fragen

Wie verdient OnlyFans Geld?

OnlyFans behält 20 Prozent der Einnahmen, 80 Prozent gehen an die Creator. Laut Feliks' Recherche liefen 2024 rund 10 Milliarden über die Plattform, davon etwa 8 Milliarden an die Creator. Vom verbleibenden Umsatz ist laut den Jahresabschlüssen der britischen Firma etwa die Hälfte Gewinn, offizielle Umsatzzahlen für 2024 gab es zum Zeitpunkt der Aufnahme noch nicht.

Wie viel verdienen Creator auf OnlyFans?

Weniger, als viele denken: Moritz hat für den Durchschnitts-Creator rund 2.000 Euro im Jahr recherchiert. Ana Lingus verdient über alle Plattformen hinweg einen fünfstelligen Betrag im Monat, betreibt ihr Business aber auch mit viel Aufwand und mehreren Livestreams pro Woche. An der Spitze nennt Pauline die Creatorin Amouranth, die einen Screenshot über 90 Millionen im Jahr allein auf OnlyFans geteilt habe.

Warum hat OnlyFans keine Empfehlungsfunktion wie TikTok?

Pauline vermutet, dass OnlyFans auf den ersten Blick ein möglichst unverfängliches Image wahren will, auch um seine Payment-Partner zu behalten. Ana sieht zusätzlich ein Geschäftsinteresse: Weil Creator ihre Fans selbst über Instagram, X oder Livestreams auf OnlyFans lenken müssen, macht die ganze Branche kostenlos Werbung für die Plattform.

Warum ist Payment in der Branche so ein Problem?

Viele normale Payment-Provider bieten ihre Dienste für Adult-Inhalte nicht an, weil es viel Betrug und viele Chargebacks gibt. Die Gebühren liegen deshalb laut Pauline bei 8 Prozent oder mehr statt bei rund einem Prozent wie bei Stripe. Wie groß der Einfluss der Kreditkartenfirmen ist, zeigte 2021, als OnlyFans für sechs Tage keine Adult-Inhalte mehr zulassen wollte.

Welche Rolle spielt AI für Creator?

Es gibt Anbieter, die aus ein paar Fotos und Textbeispielen einen digitalen Zwilling erstellen, der im Ton der Creatorin chattet und Inhalte verkauft. Ana würde das nutzen, solange klar gekennzeichnet ist, dass es AI ist, scheitert bisher aber an ihrer Maske, die die AI nicht nachbilden kann. Ihr Worst Case wären AI-Kopien, an denen die Creator nichts verdienen. Pauline glaubt, dass rein digitale Creator den Markt nicht übernehmen, weil Fans am Ende einen echten Menschen wollen.

Wer investiert in Startups aus der Adult-Branche?

Laut Pauline vor allem Family Offices und Business Angels, kaum VCs. Mit Kotti Konsulting berät sie Unternehmen aus Adult, Gambling und anderen Tabu-Branchen und stellt Investoren in ihrem Newsletter alle zwei Wochen neue Projekte vor. Themen im Dealflow sind vor allem Payment, Krypto, neue Plattformen und Software für Creator.

Erwähnt in der Folge

Firmen, Personen und Produkte aus dem Gespräch
  • OnlyFansFirmaAbo-Plattform für Creator, um deren Geschäftsmodell sich die Folge dreht.
  • Tim StokelyPersonBritischer Gründer von OnlyFans, startete die Plattform 2016 mit dem 80/20-Modell.
  • Leonid RadvinskyPersonHeutiger Eigentümer von OnlyFans, kaufte die Plattform und machte sie groß.
  • PatreonFirmaVorbild aus der Vanilla-Welt, von dem sich der OnlyFans-Gründer inspirieren ließ.
  • FanslyFirmaAlternative, die 2021 in sechs Tagen 400 Prozent mehr Neuanmeldungen hatte.
  • FancyMeFirmaLaut Ana die Nummer 2 nach OnlyFans: 20 Prozent Gebühr, viele Zahlungsarten, eigene For-You-Page.
  • FanCentroFirmaWeitere Abo-Plattform, die Ana nutzt.
  • ManyVidsFirmaPlattform für den Einzelverkauf von Videos, Faustregel ein Dollar pro Minute.
  • FanblastFirmaHamburger Plattform, über die Creator per WhatsApp und iMessage mit Fans kommunizieren.
  • Kotti KonsultingFirmaPaulines Beratung mit Investoren-Newsletter.
  • StripeFirmaPayment-Anbieter, bei dem Softwarefirmen rund ein Prozent Gebühr zahlen.
  • ClubhouseProduktAudio-App; Paulines erstes Startup für Sprachnachrichten startete noch davor.
  • AmouranthPersonCreatorin, die laut Pauline 90 Millionen im Jahr auf OnlyFans verdient haben soll.

Transkript

Automatisch erstellt und nur leicht korrigiert, kann einzelne Fehler enthalten.
00:00 Trailer & Intro

00:00 Ana Lingus: … man unterschreibt was, … macht ein Foto und das macht man dann ungefähr acht Stunden lang. … Ist halt mal eine Grippe.

00:08 Moritz Blees: Was zahlt mir denn so ein Pornhub zum Beispiel für meinen Content?

00:10 Pauline Schmiechen: Man sagt ja auch immer, don't put your eggs in one basket. Und viele Creator heutzutage haben viele Plattformen, falls irgendwas passiert.

00:16 Moritz Blees: Ich nehme mit, OnlyFans ist ein Stück weit so das Amazon der Adult-Industrie geworden, dass man immer erklären muss, was macht man eigentlich besser als das.

00:24 Feliks Eyser: Wie stellst du dich vor, wenn jemand fragt, was du machst bei der Cocktailparty? Was ist deine Standardantwort?

00:30 Intro: Willkommen bei Founder Mode, dem Entrepreneurship-Podcast, der spicier ist als die Red Hot Chili Peppers. Heute sprechen wir über das Geschäftsmodell von OnlyFans und wie man als Creatorin hier eigentlich Reichweite aufbaut und was man dabei verdienen kann. Wir haben uns dafür Anna und Pauline eingeladen, die uns tief in die Adult-Industrie mitnehmen und auch erklären, was im Adult-Bereich an Innovationen in andere Branchen überschwappen kann. Viel Spaß!

00:53 Pauline & Ana stellen sich vor: Wege in die Creator Economy

00:53 Feliks Eyser: Hi zusammen, schön, dass ihr da seid. Heute ganz spannende Folge zu einem faszinierenden Geschäftsmodell, das viele Leute gar nicht so viel wissen und Ich hab das Thema OnlyFans neulich dann mal aufgegriffen, weil dieser Chart kursiert ist, wo drin stand, dass OnlyFans so massiv hohe Umsätze pro Mitarbeiter hat. Ich weiß nicht, ob das gesehen habt. Da gab es so einen Vergleich von OnlyFans und Nvidia, Apple, Alphabet und so weiter. Und da stand dann irgendwie drin, OnlyFans macht 40 Millionen Dollar Umsatz pro Mitarbeiter. Mal zum Vergleich, Google, also Alphabet macht so zwei Millionen, Meta auch so zwei Millionen, Apple zweieinhalb. Also... Das ist ja schon mal total interessant. Das zweite, was ich gesehen habe, und da können wir auch bisschen drüber sprechen, ist, dass die Firma OnlyFans verkauft werden soll für 8 Milliarden. Dieses Gerücht oder Ankündigung kursiert ja gerade, ist glaube ich nicht durch der Deal, aber zwei faszinierende Datenpunkte. Und für uns da anders zu sagen, komm, lass uns mal tief reingucken und dieses Geschäftsmodell. mal ein bisschen besser beleuchten. Eine Sache kann ich vorwegnehmen. Die Umsätze pro Mitarbeiter scheinen nicht zu stimmen. Wenn man da bisschen genauer recherchiert, sieht man, die Firma hat doch ein bisschen mehr Mitarbeiter als man denkt. In den Statistiken wird davon gesprochen, dass die irgendwie 40 bis 50 Leute als Mitarbeiter haben. Offiziell sind es eher um die 1000. Also es relativiert es dann doch wieder so ein bisschen. Die Umsätze pro Mitarbeiter scheinen dann doch nur so gut zu sein wie bei Microsoft. Also irgendwie trotzdem beeindruckend. Aber wir wollen da tief reinschauen und deswegen ein cooles Panel zusammen. Anna und Pauline sind dabei. Ihr seid ja die absoluten Expertinnen in dem Bereich. Deswegen danke, dass ihr dazugekommen seid. Vielleicht stellt ihr euch einmal ganz kurz vor. Pauline, vielleicht mit dir angefangen. Du bist ja Unternehmerin in der Adult-Industrie, betreibst verschiedene Webseiten selber, bist aber auch Beraterin. Heißt, hast einen guten Überblick in dem Bereich. Wie stellst dich vor, wenn jemand fragt, was du machst bei der Cocktailparty? Was ist deine Standardantwort?

02:36 Pauline Schmiechen: Ich meistens, ich arbeite im Porn und warte dann auf Rückfragen, die Leute ein bisschen zu schocken. Viele gehen davon aus, dass ich Darstellerin bin. Ich nehme das als Kompliment. Und dann kläre ich aber weiter auf, was ich gerade mache. das ist, ich betreibe drei Websites in diesem Bereich selber als Geschäftsführerin. Nebenbei mache ich Consulting für andere Businesses in der Adult-Industrie, aber auch inzwischen in Gambling und Legal Heists. Also alles, was bisschen tabu ist. aber vielen Leuten Spaß macht.

03:04 Feliks Eyser: Okay, da wollen wir tiefer einsteigen. Anna, wie stellst du dich vor? Bist du auch so straight oder eher nicht?

03:11 Ana Lingus: nicht mal ich sage, dass ich im Porn arbeite. Ich sage immer, bin Camgirl und Amateur-Porno-Darstellerin. So würde ich mich vorstellen. Aber glaube unter Porn verstehen die Leute eher noch so, dass man jetzt für irgendeine Produktion dreht oder so. Eher aufwendigen Drehs. Deswegen ich mache das eher so bei mir zu Hause, privat, vor der Webcam und so.

03:38 Feliks Eyser: Und auch stark auf OnlyFans aktiv. Also kann man sagen, du bist quasi auch aktiver OnlyFans Creatorin und kennst die Plattform aus der Perspektive.

03:45 Ana Lingus: Ja. Ja genau, da bin ich seit 5 Jahren auf OnlyFans und mache generell mein Business seit 5 Jahren.

03:53 Feliks Eyser: Wie seid ihr jeweils dazu gekommen? Oder Anna, vielleicht du?

03:56 Ana Lingus: Ja, also ich habe Werbung gesehen für die Live-Caming-Plattform. Also ich habe angefangen auf Chatobait und die machen immer, wenn man auf Pornseiten ist, dann schalten die Werbung. Das heißt, man irgendwann klickt auf ein Video und dann poppt im Hintergrund so das Streaming-Fenster auch so, dass man direkt im Stream von der Darstellerin ist. Und das habe ich mehrfach gesehen. Und ich hatte halt einfach schon immer Lust, mich so zu zeigen. Ich hatte so eine exhibitionistische Ader und dann dachte ich mir... Okay, schaue ich mir, was muss ich machen, mich da anzumelden? Kann ich da einfach mitmachen? Und dann irgendwann habe ich mir eine schöne Maske besorgt und habe mich da mal vor die Cam gesetzt. Das war auch zu Zeiten von Corona. Also es war halt der perfekte Moment. Man hatte nichts zu tun. Alle saßen zu Hause und da habe ich dann mal angefangen. Und dann ist das ein bisschen eskaliert. Na ja, also erst habe ich das nur auf der Streaming-Plattform gemacht. Dann fragen aber alle, wo ist dein OnlyFans?

04:56 Moritz Blees: Okay, der Pull kam quasi von den Nutzern...

04:57 Ana Lingus: Ja genau, also die Leute fragen, wo kann ich mit dir schreiben, wo kann ich deine Videos sehen? Die gehen sofort davon aus, man hat auch Videos, die man ja gar nicht als Webcom-Gölle erstmal hat. Wo kann ich deine Videos sehen, wo kann ich Wunschvideos bekommen, wo kann ich mit dir schreiben? Und dann sagen sie, ja wo ist dein OnlyFans? Also das ist so das Äquivalent dafür, für private Kommunikation ist dein OnlyFans. Und dann habe ich mir das einfach angelegt als zweite Seite und inzwischen habe ich irgendwie... Zehn Seiten oder so. das meine ich mit eskaliert. Und das so schön angefangen hat mit einer Camping-Seite und mit einmal OnlyFans und jetzt inzwischen fünf Jahre später.

05:35 Feliks Eyser: Es war so schön einfach.

05:37 Moritz Blees: Ja, da würde ich auch gleich später noch mal rein, weil ich hab mich einmal durch deine gesamten Creator-Auftritte durchgeklickt, und das gibt's ja ein paar. Also, du hast ja wirklich verschiedenste Arten, wie du quasi deine Reichweite monetarisierst.

05:49 Feliks Eyser: Die Art der Vorbereitung hat dir gefallen, Moritz, Strictly for research purpose.

05:54 Moritz Blees: Ich hatte schon schlechtere.

05:55 Feliks Eyser: Pauline, wie bist du in die Spicy-Industrie gekommen? Sagt mal Spicy-Industrie?

06:00 Pauline Schmiechen: Kannst du, glaube ich, so sagen. Ich habe eigentlich mal Informatik studiert im Bachelor und Master. Also er war Coderin. Hab auch als Programmiererin schon lange gearbeitet. Ich fand die Adult-Industrie immer sehr, spannend, weil ich wusste, wie viel Geld dahinter ist, wie wenig Unternehmen in dem Bereich es eigentlich gibt. Es gibt nur so ein paar große Unternehmen, die eigentlich den kompletten Markt besitzen. Und ich habe mich immer gefragt, warum gibt es keine Start-ups, warum gibt es keine Gründer in dem Bereich? Und außerdem finde ich das stigma sehr, spannend. Jeder konsumiert irgendwann in seinem Leben mal Porn. Trotzdem will keiner drüber sprechen. Also ich habe früh mit dem Gedanken gespielt, habe mich aber nicht sofort getraut, in diese Industrie reinzugehen. Deshalb habe ich erst mal ein Vanilla Startup gegründet, direkt nach der Uni.

06:45 Feliks Eyser: Und Vanilla-Start-up bedeutet, haben wir gelernt in der Vorbereitung? Keine expliziten Inhalte. Das ist wie bei Harry Potter, da gibt es die Muggles und die Magier sozusagen. Und wenn man in der Welt drin ist, dann ist alles spicy und alle außerhalb dieser Welt sind Vanilla, habe ich gelernt.

06:57 Pauline Schmiechen: Ja, so sage ich es oft. Ich glaube, das ist eine ganz gute Beschreibung dafür. Mein Vanilla-Startup war eine Art Twitter für Sprachnachrichten. Das war noch vor Clubhouse. Das war schon in beiden Stores, super aus. Wir haben gefundraised dafür, erfolgreich als First-Time-Founderin. Es hat aber überhaupt nicht funktioniert. Die Leute hatten so Angst für ihre eigenen Stimme. Und das einzige Thema, was funktioniert hat, war Liebe, Sex, Dating, Beziehung. Und dann dachte ich, das ist jetzt der Wink mit dem Zaunfall. jetzt geht's Richtung Adult und dann habe ich einen Pivot gemacht zu bezahlten Sprachnachrichten von Pornstars und da habe ich auch Anna kennengelernt, sie war Brand Ambassadorin von meinem ersten Startup in der Industry.

07:34 Feliks Eyser: Du bist quasi auch der Nachfrage gefolgt. Hattest quasi breite Zielgruppe, die alles Mögliche gemacht haben, aber quasi ein spezifisches Segment und hast gesagt, okay, gut, dann muss ich da tiefer einsteigen. Wie hat dein Umfeld da reagiert? Stichwort Stigma, weil du es gerade angesprochen hast, so der Switch von Vanilla zu Spicy.

07:48 Pauline Schmiechen: Ich bin froh, dass ich in Berlin aufgewachsen bin, weil ich glaube, Berlin ist eine der liberalsten Städte der Welt, gerade was so was angeht. Ich erlebe in Berlin relativ viel positives Feedback auf Partys, alle finden es spannend, alle wollen darüber was lernen. Familie bei meiner Mama hat es bisschen länger gedauert, aber inzwischen kommt sie mich auch auf der Venus besuchen und sagt, wie stolz sie auf mich ist und das ist total schön. Und wenn meine Mutter das kann, dann sollte jeder Mensch das können, glaube ich.

08:14 OF: Wie die Plattform die Creator Economy revolutionierte

08:14 Moritz Blees: Pauline, wie beschreibst du, was OnlyFans ist und wie beschreibst du vor allem den Run, den es ja seit Jahren hat?

08:24 Pauline Schmiechen: Ich glaube, OnlyFans war sehr, sehr wichtig für unsere Industrie, weil OnlyFans hat den Creatern die Power zurückgegeben. Früher waren es vor allem große Studios, die mit One-Time-Payments geschuttet haben. Und OnlyFans als Tool gibt den Creatern selber die Macht, Content zu produzieren und zu monetarisieren, ohne theoretisch irgendwelche Zwischenhändler dazwischen zu haben, außer OnlyFans selber. Gleichzeitig finde ich 80-20 immer noch einen relativ guten Schnitt. Also 80 % kriegt der Creator, 20 % behält OnlyFans von den Einnahmen. Und ich kenne auch viele Plattformen, die 50-50 machen. Ich weiß nicht, ob du das genauso siehst, Anna, aber finde 80-20 eigentlich eine der faireren Deals.

09:05 Ana Lingus: Ja, auf jeden Fall. Aber ich finde 80-20 ist auch der Standard. Also es gibt viele Seiten, bisschen schlechtere Margen machen. ich finde, gerade weil man weiß ja jetzt, okay, die haben meinetwegen 1000 Mitarbeiter. Lass es nicht 50, lass es 1000 sein. Aber dann müssen sie halt ihre Online-Infrastruktur da im Stand halten. Das ist rechtfertig meiner Meinung nach nicht 75 Prozent. Da gibt es deutsche Seiten, die haben das einfach früher immer so gemacht. Alle Creator wurden ohnehin von den Produktionen ausgebeutet. Dann hat das auch keinen gestört, wenn man dann eine Seite anlegt, auf der 75 % genommen werden. Aber ich finde heutzutage ist das einfach nicht mehr zeitgemäß. finde 80 % ist fair.

09:51 Pauline Schmiechen: vor allem wenn man im Hinterkopf hat, dass wir keine normalen Payment Provider benutzen können in unserer Industrie, müssen wir da auch einfach mit viel höheren Fees rechnen. Also ich sage immer, wenn man 8 % abgeben muss, hat man richtig Glück für Payment.

10:06 Feliks Eyser: Normalerweise für andere Unternehmer, wenn man jetzt Softwarefirma hat, dann benutzt man zum Beispiel Stripe, die Payments abzuwickeln. Da zahlt man dann vielleicht so was wie einen Prozent oder so, anderthalb Prozent. wenn man ein hohes Volumen hat, geht das auch unter einen Prozent oft. Und in der Adult-Industrie sagt ihr, aufgrund der Payment Provider, weil viele das einfach nicht anbieten wollen oder können, weil es viel Fraud gibt, weil viele Chargebacks passieren. Also Geld zurückgebucht, wird die Gebühren höher. Und das führt dazu, dass man auch zum Beispiel

10:30 Pauline Schmiechen: Ja, wir haben ein Riesenproblem mit Chargebacks. Wenn Ende des Monats die Ehefrau auf die Bankabrechnungen guckt und dann sagt, was ist denn das eigentlich, dann sagt der Mann, gar keine Ahnung, da müssen wir die Bank mal anrufen. Und deshalb gibt es da einfach seit Jahren schon immer ein Riesenproblem mit Chargebacks.

10:44 Feliks Eyser: Dann kommt die Ehefrau mit einem großen Rotstift und sagt, hier müssen wir jetzt mal Moritz, mal gucken, was da aufgrund deines Researchs alles gecancelt wird Ende des Monats.

10:54 Moritz Blees: Ich habe das vorher angemerkt, da bin ich fein.

10:57 Feliks Eyser: Okay, aber wir halten fest, OnlyFans ist eine Creator-Plattform im Vergleich zu vielen anderen Social Networks, wir kennen, wie Instagram, TikTok, Twitter und so weiter. Kann man auch Inhalte für Erwachsene hochladen. Also auf Instagram darf man jetzt keine Nacktfotos hochladen, auf OnlyFans darf man das. Und was ich interessant fand im Research im Vorfeld zu dem Geschäftsmodell ist, dass viel von der Entstehungsgeschichte auch mit Pricing zu tun hat. Ihr habt es erwähnt, also quasi die Industrie davor war geprägt von Studios, die Creatorinnen oder ... quasi die Models einfach, genau, haben einfach einen bestimmten Betrag pro Drehtag oder so bekommen. Und das war im Endeffekt dann wahrscheinlich oft weniger als 10 oder 20 Prozent von den Revenues, so ein Studio damit gemacht hat. Und im Grunde hat OnlyFans das umgedreht. Die Geschichte ist, es gab den Gründer aus UK, Tim Stokely heißt der. Der hat diese Plattform ursprünglich gegründet, 2016. Er hatte davor Erfahrung in der Adult-Industrie. Der hatte ein paar Affiliate-Websiten. Und hat sich immer gefragt, kann man nicht mehr Power den Creatern geben, weil bestehende Plattformen nur wenig ausbezahlt haben oder 50 Prozent selber behalten haben. der hat gedacht, komm, wir drehen den Spieß und zahlen 80 Prozent aus, behalten 20 Prozent selber. Was ja sehr viel ist auch im Vergleich zu anderen Plattformen, muss man sagen. Also wenn man sich YouTube anschaut oder Twitch oder andere Plattformen, die geben oft weniger als 50 Prozent an ihre Creator weiter. Also da war OnlyFans oder ist nach wie vor eher ein Vorreiter. Apple zum Beispiel auch, wenn man eine Apple im App Store hat, zahlt 30 Prozent, also auch mehr. Der Gründer hatte die Idee, das im Pricing zu ändern und das einmal umzudrehen. Der hat sich, glaube ich, bisschen inspirierend lassen von Patreon. Das kennt man quasi aus der Vanilla-Welt sozusagen. Da kann man quasi Fundraising-Kampagnen machen. Er hat gesagt, komm, wir bauen das jetzt quasi für Adult-Content. Und parallel gab es diesen Leonid Radvinsky, dem heute die Plattform auch gehört, der sich später gekauft hat. Seine Story kommt aus der Ukraine, ist in die USA gegangen, hat angefangen, einige Cam-Webseiten zu betreiben. Über diese Cam-Webseiten können wir auch gleich sprechen. Da fand ich interessant, dass er quasi diese Freemium-Motion erfunden hat. Davor war es so, dass die Cam-Webseiten oft immer nur bezahlt waren. Er hat angefangen zu sagen, du kannst da kostenlos Content machen und Tipps geben. Und dieses Modell scheint sich ja durchgesetzt zu haben über die Zeit. Also quasi auch eine Pricing-Innovation in seinen Webseiten. Und damit ist er sehr reich geworden. Er scheint mit Ende 20 schon multimillionär gewesen zu sein und hat dann OnlyFans gekauft. Also hat sich mit diesem Tim zusammengesetzt und gesagt, komm, du machst das ja ganz gut, aber ich glaube, ich kann das besser. Und hat ihm die Plattform abgekauft. Und er ist derjenige, es jetzt wirklich groß gemacht hat. Vor allem im Zuge von Covid. du hast es angesprochen. 2020, alle saßen zu Hause.

13:31 Feliks Eyser: Viele hatten auch noch mal irgendwie bisschen Geld übrig, weil viele Freizeitaktivitäten weggefallen sind. Das ist der absolute Durchbruch gewesen, was OnlyFans immer viel, viel größer gemacht hat. Und um mein Research abzuschließen, heute, wenn man sich 2024 anschaut, gibt es noch keine offiziellen Umsatzzahlen, aber es scheinen so um die 10 Milliarden über die gesamte Plattform gegangen zu sein, wovon dann 8 Milliarden ausbezahlt werden an Creator. Heißt, der Umsatz der Plattform beträgt dann 2 Milliarden sozusagen und die Hälfte davon ist Gewinn. Also es ist auch ein extrem profitables Geschäftsmodell. Historisch kann man das nachgucken. der Firma, die ist in UK angemeldet, da kann man sich quasi die Jahresabschlüsse angucken. Von jedem Euro, den die Umsatz machen, ist so die Hälfte Gewinn und die geht zu dem guten Leonid und der hat sich da wohl anscheinend mittlerweile auch schon mehr als 1 Milliarde an Dividenden ausgeschüttet. Also sehr profitables Geschäftsmodell, muss man sagen. Gibt wenige andere Plattformen, so eine Gewinnmarge haben.

14:21 Pauline Schmiechen: Ja, man sagt, zahlt sich eine Million am Tag aus, aber nur an Werktagen, nicht am Wochenende.

14:27 Ana Lingus: Ja, dann geht's ja noch.

14:30 Kein For-You-Feed: Warum Creator ihren Traffic selbst mitbringen müssen

14:30 Moritz Blees: Und vielleicht einmal noch mal zurück, mich lässt eine Frage nicht los. Also Anna oder Paulina eigentlich ihr beide. Das sind ja wahnsinnig beeindruckende Zahlen. Und das zeigt ja, dass es einen unglaublichen Run gibt. das ... Was gab es denn an Optionen vorher für quasi den Selbstvertrieb? wenn man einen externen Vertrieb hatte, also ein Studio, dann war das unattraktiv, das hab ich verstanden. Aber wie ... Und die klassischen Social-Media-Kanäle ... blocken dich vermutlich relativ schnell. Also, Anna, ich hab mir deinen Instagram-Kanal angeguckt, können wir gleich noch mal draufkommen, was du da machst. Was hätte ich denn tun können? was zahlt mir denn so ein Pornhub zum Beispiel für meinen Content?

15:07 Ana Lingus: Also Pornhut nimmt glaube ich 30 % oder 35%, also das geht auch, aber die haben 2021 oder so, hatten die einen Skandal und dadurch sind ihnen die Payment Methoden komplett weggeflogen. Das heißt, man kriegt da jetzt nur noch Einnahmen über Freeviews. Also früher war das auch eine Seite, wo man ganz normal wie auf OnlyFans Videos hochladen und verkaufen konnte. Es gab auch schon andere Seiten vor, und die Fans, gerade da waren ja die deutschen Seiten auch so groß, also jetzt für deutsche Creator. Deswegen konnten die sich damals dann halt auch diese extremen Margen erlauben. Aber so PwnHub gibt, glaube ich, pro eine Million Views 500 Dollar.

15:47 Moritz Blees: Okay, also nichts.

15:48 Ana Lingus: Je nachdem wie viele Views man hat. Also manche Leute haben damit schon richtig Geld gemacht. Das ging auch eine Weile gut. Für mich ist das auch noch eine richtig gute Einnahmequelle. Weil die haben auch ein gutes System zum Featuren von Videos, also dass Videos quasi vorgeschlagen werden, wenn der Algorithmus die gerade gerne mag. Dann werden sie auf der Startseite angezeigt und werden je mehr Views kommen pro Zeiteinheit, desto höher werden die dann angegeben. Deswegen, das funktioniert schon, aber das hat natürlich nichts mit 80 Prozent. mit 80 Prozent von den Einnahmen aus Videoverkäufen zu tun.

16:19 Feliks Eyser: Und es ist ja auch interessant, dass du sagst, dass es diesen Vorschlag, Algorithmus gibt, Content zu entdecken. Das gibt es ja bei OnlyFans nicht so sehr, ist mein Verständnis, oder? Also im Grunde ist OnlyFans extrem davon getrieben, dass die Creatorinnen sich quasi selber den Traffic in ihr Profil schieben.

16:31 Ana Lingus: Ja genau, es gibt das gar nicht auf OnlyFans. OnlyFans hatten einen eigenen Kanal auf OnlyFans, wo sie dann ab und zu die allerbekanntesten Creator nochmal ausschauten. So, das hilft natürlich einem kleineren Creator, der gerade anfängt, überhaupt gar nichts. Das heißt, wenn man Traffic auf OnlyFans will, muss man Social Media haben.

16:52 Pauline Schmiechen: Inzwischen gibt es auch OnlyFans TV. Was hältst du da von Anna? Da nehmen die ja bekannte OnlyFans Leute und machen mit denen so bisschen so Reality-TV-Shows, bisschen so Kochsendungen und alles Mögliche.

17:05 Ana Lingus: Also ich finde das super, aber es bringt halt allen anderen nicht. Also es ist halt nicht irgendwie das Ich-Wer-Land-Zona-for-You-Page. Also das hat halt gar nichts damit zu tun, wenn du die bekanntest nimmst und sie noch bisschen bekannter machst. Was macht dann die Lisa, die gerade angefangen hat? Die wird da ja nie landen und die wird nie jemand finden. Also ich fände Zona for You-Page ganz schön, aber da gibt es auch genug Seiten, die das haben. Oder bei Instagram, For You Page ist ein Begriff von TikTok. Die Seite, sich da öffnet, wenn man TikTok öffnet, wo man dann durch die TikTok scrollt, das ist die For You Page, wo halt dann Leute bekannt werden können. Also weil dann einfach TikTok was vorschlägt.

17:43 Moritz Blees: Warum gibt es die denn nicht? Also das ist ja so ein offensichtliches Feature, das irgendwie helfen könnte. Dann könnte man ja der Meinung sein, dass OnlyFans kein Interesse daran.

17:52 Pauline Schmiechen: Ich glaube, sie wollen einfach nicht so viele spicy Inhalte sofort auf ersten Blick preisgeben. Ich glaube, sie versuchen immer noch, relativ vanille Image zu haben, auch ihre Payment-Prozessor zu behalten. Die äußern sich ja auch wenig in der Presse am Ende und in den Medien. Ich glaube, das könnte ein Grund sein.

18:08 Ana Lingus: Ja, und die brauchen das ja auch nicht, weil sie kriegen ja sowieso. Also OnlyFans ist ja die Seite für Paid Content, also die Subscription-Plattform im Adult-Bereich. Das heißt, jeder weiß, ich muss mir vorher, also die großen Darsteller wissen das, ich muss mir vorher ein Instagram machen, ich muss einen bekannten Cam-Raum haben und dann werde ich den Traffic von da auf meinen OnlyFans leiten. Das heißt, sie haben ja auch viel mehr davon, wenn man Werbung außerhalb von OnlyFans machen muss, Leute auf OnlyFans zu bekommen. Wenn man auf OnlyFans die ganzen Fans schon finden könnte, würde OnlyFans ja auch viel weniger Werbung bekommen. Die profitieren ja davon, dass jeder sich verzweifelt noch so ein OnlyFans-T-Shirt anzieht auf Instagram in der Hoffnung, dass man doch nicht gebannt wird vielleicht, weil es dann ja nur auf dem T-Shirt steht. Davon profitieren die ja.

18:50 Pauline Schmiechen: Aber dass es keine Exploration gibt und kein Traffic von OnlyFans selber, ist natürlich ein Argument für andere Kernseiten dann höheren Schnitt zu nehmen und nicht nur 20%. Andere Kernseiten sagen halt, wir bringen dir auch Traffic, deshalb kostet es bei uns halt 40%.

19:05 Moritz Blees: Das ist aber auch schon die Stellung, OnlyFans mittlerweile im Markt hat, dass du als andere Seite dich jetzt benchmarkst mit deinem Angebot gegen ein OnlyFans. Dass du sagst, ich mache das mehr für dich. Insofern kann ich hier einen anderen Cut nehmen.

19:23 Ana Lingus: Also ich muss zu dem Punkt von Pauline einmal sagen, es gibt zum Beispiel die Seite FancyMe. Die ist vor drei Jahren gegründet worden und die nehmen auch 20 Prozent. Die haben im Gegensatz zu OnlyFans alle Payment Methoden. Weil es ja viel heißt, ja, Gott, das ist wirklich so schwierig und dann müssen wir so viel nehmen, so viele Prozente, weil sonst wird das alles nichts und wir haben ja das so schwer. Also die Seite macht es. Die nimmt 20 % von den Creatoren, bietet PayPal an, irgendwie Google Pay, was für Apple Pay, ich hab keinen Apple, deswegen weiß ich das nicht, aber so wirklich jede Zahlungsmethode gibt es da und die nimmt 20 % und die haben eine For You Page. Also es gibt immer wieder Leute, denen ist an den Models gelegen und wenn man das will, geht das.

20:10 Herausforderungen: Stigma, Plattform-Richtlinien & Payment-Probleme

20:10 Feliks Eyser: es zeigt dir auch der Gewinn. Also ich meine, wenn die Hälfte vom Umsatz, den OnlyFans macht, Gewinn ist, könnten die natürlich, also sagen wir von den 20 Prozent, die du abgibst, so gehen 10 in den Betrieb der Plattform und die Payment Provider und Content Moderation und so weiter. Und die anderen 10 Prozent, gehen zum Leonid. Und wenn es vielleicht nur 15 Prozent werden, dann könnte der sich die Millionen dann vielleicht nur Dienstags und Donnerstags auszahlen. Aber ja, ist schon sehr profitabel. Aber ich höre raus, dieses Payment-Thema ist ein super relevantes, dieses Porna-Beispiel, das denen komplett abgedreht wurde. Bei OnlyFans gab es ja auch die Episode 2021. Ist eine spannende Geschichte, musst du mir erzählen, wie du das erlebt hast. Da haben die ja mal kurzzeitig gesagt, wir machen keinen Adult-Content mehr. Also da müssen die Payment-Prozesse, die die Kreditkartenfirmen, müssen so viel Druck gemacht haben, dass OnlyFans gesagt hat, wir machen jetzt nur noch Kochkurse und Fitness-Training. Quasi, das haben Sie dann nach sechs Tagen wieder revidiert. Wie ging dir das da oder euch? Ihr wart ja wahrscheinlich beide davon betroffen in irgendeiner Weise.

21:04 Ana Lingus: Das war wirklich die schlimmste Zeit, ich bisher erlebt habe in der Adult-Industrie. Ich war dann natürlich im Sommer 2021 oder so. Ich weiß, ich war gerade im Urlaub. Und dann läuft gerade alles gut an. Ich hatte mehr oder weniger die Camping-Seite, ich hatte noch nicht so viele Seiten nebenbei. OnlyFans lief mit Abstand am besten, es lief gerade alles schön an. Ich mache das seit ungefähr einem Jahr. Und dann sagen sie, wir hören jetzt auf mit Adult. Und es gab halt wirklich keine guten Alternativen. und ich hatte auch keine gut laufenden alternativen Seiten. Das heißt, man macht dann einen Post auf OnlyFans, so. Man darf ja nicht mal auf andere Seiten verweisen. Das heißt, man sagt so, jetzt guckt ihr alle mal auf meinen Twitter und dann werde ich euch dann da mal sagen, wo es dann hingeht. Tut mir leid, war schön mit euch und verabschiedet sich da von seinen Fans. Man muss ja sofort handeln. Man kann ja nicht warten, bis sie irgendwie zumachen und einen löschen. Das heißt, da war eine ganz, ganz schlimme Zeit. Aber die haben dann zum Glück zurückgerudert. Aber ich denke, der Zeit war schon diese Angst, schon gesät, die dann dafür gesorgt hat, dass diese ganzen anderen Seiten gegründet wurden, die dann Alternativen sind.

22:08 Pauline Schmiechen: Also für Creator war das eine ganz ganz schlimme Zeit. Für Konkurrenten war das eine relativ gute Zeit, weil natürlich viele Creator sich nach Alternativen in der Zeit umgeguckt haben. Ich habe Zahlen gefunden, Fansly hat in diesen sechs Tagen plus 400 Prozent Neuanmeldungen gehabt, weil alle halt geguckt haben. Man sagt ja auch immer, don't put your eggs in one basket. Und viele Creator heutzutage haben viele Plattformen, falls irgendwas passiert. Es gibt halt, dass Accounts eingefroren werden, kein Geld ausgezahlt wird. Man hört es immer wieder. Deshalb setzen die meisten Leute nicht nur noch auf OnlyFans.

22:43 Feliks Eyser: Und Fansly ist eine Alternative. Gibt es das noch? Oder was sind heute die Alternativen?

22:47 Pauline Schmiechen: Das gibt's noch. Was benutzt du denn für Alternativen, Anna? Es gibt natürlich Tausende.

22:51 Ana Lingus: Also die Hauptalternative inzwischen ist FancyMe, weil die halt auch diese For You-Page haben. Also ich hab auf vielen Seiten Accounts und dann müssen die sich quasi sich selbst kümmern. Also ich hab da ne Präsenz. Auf manche verweise ich auch in meinen Links und dann sieht man ja, wo die Leute hinkommen. Man sieht, welche Plattformen machen am meisten Umsatz und auf die konzentriert man sich dann auch mehr. Und da ist jetzt FancyMe wirklich die Nummer 2 nach OnlyFans geworden. Und ansonsten so von klassischen Subscription-Plattformen. habe ich noch FanCentro. Die wurden anscheinend gerade von Pornhub gekauft. Zumindest kriegen wir da sehr viele Mails zu, dass sie gekauft wurden. Und dann Bestfans gibt es noch als deutsche Plattform, die ich da auch habe. Läuft furchtbar. Also viele deutsche Seiten haben auch einfach so irgendwie technische Probleme. Deswegen, sobald man eine Seite hat, die gut funktioniert, läuft. zum Beispiel 20 bis 30 Prozent nimmt und nett zu ihren Creatern ist und die nicht andauernd androht rauszuschmeißen, da hat man schon gewonnen. Also wir haben einfach Probleme, zum Beispiel dann möchte man ein Video hochladen, was über eine Stunde lang ist, das geht nicht. Man fragt den Support, die wissen auch nichts. So das ist die Normalität auf vielen Seiten, dass die sich einfach gar nicht interessieren.

24:01 Pauline Schmiechen: Ich habe bei meinem Consulting natürlich auch viele Konkurrenzfirmen auf dem Tisch. versuchen es. Am Ende frage ich immer eine Frage und die ist, wie unterscheidet ihr euch von OnlyFans? Viele können es dann gar nicht beantworten und da muss ich dann immer sagen, da habe ich kein Interesse dran, weil besser als OnlyFans werdet ihr nicht. Ihr müsst euch ja abgrenzen. Es gibt viele Ansätze, die versuchen, nicht mehr über Abo-Modelle zu gehen, sondern eher über Micropayments. Und ich glaube, das ist bei Fans auch gerne gesehen. Also das funktioniert schon. Ich finde eine Alternative noch sehr spannend, die kommt aus Hamburg, Fanblast. geben Creatern eine neue Handynummer. Also sie müssen nicht ihre persönliche Handynummer benutzen und können mit Fans über WhatsApp und iMessage direkt kommunizieren. Es ist quasi wie eine Art OnlyFans-Chat, aber direkt in WhatsApp oder iMessage. Am Ende geben viele Fans Geld aus, einen persönlichen Draht zu haben, Content zu bekommen, den nicht jeder sehen kann. der nicht einfach online verfügbar ist. Es geht viel Intimität und was ist intimer als WhatsApp, wenn da erst Mama steht und dann der Name von deinem Lieblings-Creator. Also ich glaube näher rankommt man nicht.

25:09 Feliks Eyser: Darfst nur dem Mama nicht zeigen, wenn du dein Handy an Weihnachten auf den Tisch legst. Aber das ist ja interessant, dass auch da quasi der Trend in die Richtung geht. Eher quasi Closed Networks, private Kommunikation. Und ist da das Thema Plattform-Sicherheit ein Thema? Also ihr seid ja dann trotzdem in der Welt von Apple und Meta unterwegs, aber die sagen One-on-One. Kannst du jedem Content verschicken, weil Privatpersonen das auch machen können? Oder gibt es da Einschränkungen?

25:31 Pauline Schmiechen: Da gibt es natürlich Einschränkungen, zum Beispiel auch einfach Age-Verification muss sich jeder dran halten, das wird immer mehr ein Thema für alle. Deshalb expliziter Content wird nicht direkt über WhatsApp verschickt, sondern Links und verpixelt vorgeschaut.

25:45 Moritz Blees: Okay, ich verstehe.

25:45 Pauline Schmiechen: Die arbeiten aber auch viel mit Mainstream-Creatern zusammen, also Fußballern, Athleten, Musikern. Es ist wie OnlyFans, nicht nur spicy content dort drauf.

25:55 Abo, Einzelverkauf, Wunschvideos: Wie Ana ihr Creator-Business aufbaut

25:55 Moritz Blees: würde gerne noch mal zum Überblick über diesen Markt. nehme mit, OnlyFans ist ein Stück weit so das Amazon der Adult-Industrie geworden, dass man immer erklären muss, was macht man eigentlich besser als das. Es gibt zwei Sachen, die Anna als Creatorin noch sonst benutzt. Das ist einmal Fancy Me. Der Vorteil von Fancy Me ist, dass es einen Discovery-Feet hat quasi, dass man da entdeckt werden kann. Und dann habe ich bei dir gefunden, was du auch many vids, wo du einzelne Content-Pieces verkaufen kannst, wenn ich das richtig verstehe.

26:25 Ana Lingus: Ja, genau. Das ist halt keine Subscription-Plattform. Das heißt, was macht die unterschiedlich von OnlyFans? Sie sind einfach überhaupt nicht mal ähnlich. Es ist einfach eine Seite, so wie Pornhub früher quasi war. Also das ist einfach eine Seite, der kann man seine Videos hochladen. Man kann auch Videos for free hochladen und man kann auch entdeckt werden. Die nehmen, glaube ich, 35%.

26:46 Moritz Blees: Und du verkaufst dann einzelne Videos und keine Subscription.

26:50 Ana Lingus: Genau. Aber es gibt auch eine Subscription. Da habe ich fast alle meine Videos drin. Das habe ich ganz am Anfang gemacht. Da habe ich zugelassen alle Videos und dann kann man sich das für einen monatlichen Beitrag kaufen, wo man dann alle Videos bekommt. Das hatte ich dann viel zu günstig eingestellt, bis es dann mal jetzt in diesem Jahr tatsächlich Leute gekauft haben. Und dann war ich um Gottes Willen schnell weg damit, weil ich habe tausend Videos, die teilweise stundenlang sind. Und die hatte ich dann, glaube ich, für 200 Dollar oder so. in dieser monatlichen Soskription drin.

27:21 Feliks Eyser: Was wäre ein fairer Preis?

27:22 Ana Lingus: Also um die einzeln zu kaufen, ist ja so, man sagt auf ManyVids ein Dollar pro Minute. Das sagt man, also wenn ich ein Video da hoch lade, was zum Beispiel so 20 Minuten lang ist, dann würde man das 19,99 einstellen. Wenn es eine Stunde ist, würde man ein bisschen Rabatt geben. Also muss es nicht sein, dass man das Video dann unbedingt für 60 Dollar macht. Dann kann man es auch mal für 49,99 machen. Aber ja, der faire Preis, gibt es keinen fairen Preis. Total utopisch.

27:49 Feliks Eyser: Aber es ist schon auch richtig Fleißarbeit, Content zu produzieren. Also wenn sagst, es hat 1000 Videos und mehrere Stunden und so weiter, erzähl mal, wie sieht denn eigentlich dein Alltag aus? Und Pauline vielleicht danach auch, bei dir wahrscheinlich ein bisschen anders, aber wie kann man sich das vorstellen, Anna?

28:02 Ana Lingus: Das wichtigste ist, ich mache ungefähr 3-4 Mal die Woche eine Livecam-Show. Die ist dann ca. 4 Stunden lang, wo ich dann auf meinen Livecam-Plattform freestreame und dann können die Leute dann für bestimmte Dinge tippen. Also dann habe ich ein ganzes Tippmenü, ist quasi alles, was ich mache, ist auf dem Menü und sie können da in Token dann dafür tippen. Und darüber mache ich dann halt die Subscriptions auf meinen OnlyFans und auf FancyMe. Und da... sage ich dann halt genau, wenn ihr dahin geht, kriegt ihr vier Videos die Woche von mir. So und diese Videos, die muss ich dann halt auch noch zusätzlich produzieren. Das sind viel Wunschvideos.

28:39 Moritz Blees: Das heißt du recycelst das nicht, sondern du zusätzlich zu diesen 3x4 Stunden, machst du die Videos.

28:46 Ana Lingus: Also wir posten immer freitags posten wir eine Aufzeichnung vom Stream, wo sich der Mr. Lingus hinsetzt, den Stream nimmt, drei, vier Stunden, alles gequatscht und rausschneidet, alles quatscht und alle Pausen raus und dann die komprivierte Action, dann irgendwie vielleicht so zwei Stunden ist oder so und das posten wir immer freitags. Aber für die anderen drei Spots quasi haben wir dann tatsächlich Videos, die wir produzieren.

29:10 Feliks Eyser: Das ist wie unser Podcast, da haben wir auch jemand, der cuttet das dann runter und probiert es dann ein bisschen zu komprimieren und posten das auch immer freitags.

29:16 Ana Lingus: Ich bin froh, dass ich da auch jemanden habe, der das für mich komprimiert, weil ich glaube, dass das ganz schön der Aufwand ist.

29:22 Feliks Eyser: Okay, erzähl noch mal kurz, weil du jetzt gerade angesprochen bist. Mister Lingus, du bist Anna Lingus, es gibt Mister Lingus. Erklär mal kurz euer Setup.

29:28 Ana Lingus: Ja genau, also wir sind in einer offenen Beziehung und wir haben das zusammen angefangen. Wir haben auch quasi ab Tag eins zusammen Couple Shows gemacht, also zu zweit. Und ich mache inzwischen machen wir auch, mache ich ab und zu Solo Shows, wo ich dann alleine vor der Cam bin. Manchmal machen wir auch Shows, wo er dabei ist. Das ist unterschiedlich. Und auch bei den Videos ist es so ungefähr 50-50. Also da machen wir Solo Videos, aber auch Couple Videos. Und seit 2021 haben wir auch angefangen, dass wir mit anderen Leuten zusammenarbeiten. Sodass wir dann auch Dreier oder Vierer oder so generell mit anderen Frauen, anderen Männern was zusammen machen. Zum Beispiel, man trifft sich und macht dann drei Videos. Dann macht man auch Social Media Content. Und dann spricht man sich, okay, wir werden das dann in drei Wochen posten wir das an einem Mittwoch zusammen. Und am selben Tag werden wir auf Instagram Stories machen, dass wir das posten, wo wir den anderen taggen. Wir werden einen Trailer schneiden, den auf Twitter tun. Oder wir werden einen Kollab-Post zusammen, einen Reel zusammen auf Instagram machen. Und dadurch bewirbt man sich halt extrem gegenseitig. das funktioniert super. Gerade weil es auch viele gibt, die sind einfach Fan von der anderen Person. Und die finden dann halt dadurch dich. Und die können das gar nicht fassen. Zum Beispiel wenn man mit bekannten Cam Girls zusammen arbeitet oder so. Wo halt eine ganz enge Fanbase dahinter steckt. die Leute die wirklich lieben und dann lieben sie mich auch. Und dann sind wir zusammen da und dann...

30:51 Feliks Eyser: Alle lieben sich perfekt. Ja, so stellen wir uns das bei unserer Kollaboration auch vor. Okay, aber ich habe verstanden, ihr seid quasi ein Business Couple und quasi auch ein Personal Couple mit offener Beziehung, okay? Und ihr macht das sozusagen zusammen als Business und der Mr. Lingus, ist ab und zu vor der Kamera und dabei auch oft hinter der Kamera und schneidet und macht quasi sozusagen die Backoffice-Arbeit.

31:15 Ana Lingus: Ja, genau, ist auch viel so in Wunschvideos drin. Also viele von den Videos, die wir produzieren, einfach Videos, wo Leute sagen, ich hätte gerne ein Video genau nach meinen Vorstellungen, das genau das anhaben, genau das machen und es soll genauso lang sein und dann kann man dann die verrücktesten Ideen haben, die verrücktesten irgendwie Rollenspiele oder so und davon machen wir halt so viele, dass wir die dann auch so... bestimmt 60 Prozent von meinem Content, von diesen 1000 Videos, die ich bisher gemacht habe, sind solche Custom Videos.

31:42 Moritz Blees: Das deckt sich aber ganz gut mit den Zahlen, die wir gefunden haben von OnlyFans insgesamt, wo quasi steht, dass 40 Prozent des Revenues im Durchschnitt Subscription sind und 60 Prozent quasi diese One-Off-Sales, also diese Spezialkonten. Da würd ich gerne noch mal rein, weil wir haben jetzt viel davon geredet, wie ist das Revenue-Modell aus Creatorsicht, also diese 20-80-Seite. Aber aus Nutzer- beziehungsweise Fansicht hab ich das so verstanden, dass es ja quasi das fast ... für die Subscription fast alle Creatorinnen mehr oder weniger den oder Creator oder Creatorin fast alle denselben Deal haben, oder? Das sind ja immer so 7, 8 Dollar pro Monat.

32:21 Ana Lingus: Ja, bei mir sind es 10, aber es gibt auch welche, die machen 20 und haben stets Rabatt, was natürlich sehr klug ist. ja, genau, also meiner ist auf 10, viele machen da auch häufig Rabatte und dann ist der faktische Preis ja auch ein ganz anderer.

32:36 Moritz Blees: Und ist bei dir das auch das Verhältnis? Also sagst du so 50-50, Subscription und dann einzelne Videos, die du an Fans verkaufst?

32:45 Ana Lingus: Also das Ziel ist immer, der Preis für Pay-Per-View-Tipps und Pay-Per-View sind, jemand was entsperrt, was man ihnen schickt. Tipps sind, wenn sie erst tippen und dann kreiert man was. Genau, das sollte deutlich mehr sein als die Subscriptions. So das ist das Ziel. Bei mir ist es tatsächlich 50-50. Schlecht ist es halt nur, wenn man dann sehr hohe Subscriptions hat und sehr geringe Pay-Per-View und Tipps. Einnahmen, weil das ist halt die Interaktion mit den Fans. Also wenn man zum Beispiel hohe Einnahmen durch Subscriptions hat, aber nur 20 Prozent sind Einnahmen über Pay-Per-View, dann bedeutet das, man interagiert nicht mit seinen Fans. Die Fans haben kein Interesse darüber hinaus, nachdem sie erstmal subscribt haben, mit dir was zu machen, irgendwie Content zu bekommen oder so.

33:33 Was Creator wirklich verdienen und warum Agenturen das Chatten übernehmen

33:33 Feliks Eyser: Pauline, wir wollten auch nochmal über deinen Alltag sprechen. Kannst du bisschen sagen, wie du sozusagen deine Woche strukturierst. Und die große Frage, die sich viele immer stellen, wie viel kann man denn als Creatorin eigentlich verdienen auf solchen Plattformen? Was ist also die Range, wenn du gefragt wirst, was ist so das, du bei deinen Kunden siehst?

33:45 Pauline Schmiechen: Also, erst mal, gibt noch ein Revenue-Channel für Creator, den man nicht so offensichtlich sieht, und das sind Affiliate-Deals. Viele Plattformen bieten Creatern an, deine Bekannten mit oder poste selber bei Instagram, dass du diese neue Plattform benutzt, weil natürlich folgen Creatern wie Anna jetzt nicht nur Fans, sondern auch andere Creator, die gucken, was macht Anna denn so, und sich davon was abschauen wollen. Und das ist auch ein Revenue-Stream, mit dem Leute auf jeden Fall Geld verdienen können. Und mein Alltag ist, ich, sehr anders, als viele Leute sich das vorstellen. Viele würden jetzt denken, ich kann den ganzen Tag Porn gucken bei der Arbeit, und das ist leider nicht so. Am Ende gucke ich mir viele Zahlen an, viele Analytics, wir schalten sehr viel Werbung, dann reden wir über, wie es ankommt, wie viel geklickt wird. Wir müssen uns sehr viel mit den neuen Gesetzen beschäftigen und da immer up to date sein, was gerade ansteht. geht viel Payment. Manchmal werden Merchants Accounts einfach geschlossen. Dann müssen wir uns sowas kümmern. Also gar nicht so spaßig, wie viele jetzt wahrscheinlich erwarten würden. Und ich arbeite immer zusammen mit meinem Co-Founder Florian. Mit dem habe ich bisher alle Projekte zusammen gemacht. Und je nachdem, über welches Projekt wir jetzt reden, haben wir natürlich noch weitere Mitarbeiter.

34:57 Ana Lingus: Ich wollte zu einem Affiliate mal sagen bei OnlyFans. glaube, die geben 10 % von den Einnahmen des Geworbenen, aber nur ein Jahr lang. Und da das erste Jahr besonders schlecht ist. Ja, aber das erste Jahr, je nachdem, wenn du jetzt ein riesiges Instagram-Model wirbst, klar. Aber wenn du jetzt irgendwie jemanden wirbst, der neu anfängt, was ja... 90 % der Menschen sind, die sich in OnlyFans kauen, das ist 99 % sein, ja wahrscheinlich Leute, die fangen gerade neu an im Business, dann ist natürlich das super undankbar, wenn du im ersten Jahr 10 % bekommst.

35:33 Pauline Schmiechen: Solche Deals gibt es trotzdem viel und OnlyFans hat am Anfang auch sehr viel 100 % Payouts und so was großen Creators geboten, die Heißzumann auf die Plattform.

35:44 Feliks Eyser: Moritz, du hast ja angeschaut, was verdient ein Durchnutz-Creator auf OnlyFans? Das super niedrig, oder?

35:48 Moritz Blees: Das ist, ja, also es ist mehr als der Durchschnittspodcaster und mehr als der Durchschnitts-YouTuber, aber es ist relativ dann doch wenig. Ich glaube, jetzt muss ich gucken in meinen Notizen, es sind so plus, minus 2000 Euro im Jahr.

36:00 Pauline Schmiechen: Ja, weniger als viele erwarten, weil es gibt ja den Mieters, OnlyFans, da macht man sofort Kohle ohne viel Arbeit, man muss sich nur ausziehen und das stimmt halt einfach überhaupt nicht, wie wir von Anna gerade gehört haben, wie viel Zeit sie da reinsteckt. Zusätzlich musst du auch noch auf Social Media Plattformen dich selber vermarkten, überhaupt eine Fanbase zu finden, die dann auf dein Link in Bio klicken, auf deine OnlyFans zu kommen. Das ist ein Fulltime-Job, wenn man es richtig angehen will. Aber es gibt natürlich auch viele Leute, die das nur nebenbei machen wollen und die dann auch mit vielleicht 2000 Euro im Jahr zufrieden sind, kommt halt drauf an, was man so vorhat.

36:36 Ana Lingus: Also da muss ich kurz eingerätschen, bevor ich mir später anhören kann. Das habe ich falsch dargestellt. Wir machen es beide nebenberuflich seit fünf Jahren. Also er arbeitet 40 Stunden die Woche und ich studiere. Es geht, aber es ist dann sehr, viel.

36:53 Feliks Eyser: Krass, aber ihr habt trotzdem, ich meine, das sind schon mehrere, also viele Stunden pro Woche, ab und zu habt ihr Reisen und so weiter, also klingt das nicht nach so einem super entspannten Nebenjob.

37:02 Ana Lingus: Nein, das ist natürlich sehr viel zu tun. Aber es ist halt auch die Frage, wie man sich seine Zeit einteilt. Also es geht. Man kann das schon neben dem Job machen. wenn man es neben dem Job, bedeutet man macht einmal die Woche ein Video und schreibt dann einmal am Sonntag einem Fan und die anderen lässt man liegen, dann funktioniert das natürlich nicht. Aber wenn man jeden Tag irgendwie vier Stunden da rein investiert, dann geht das schon.

37:25 Moritz Blees: Wir haben eben darüber geredet, dass es im Durchschnitt gar nicht so wahnsinnig viel ist. Aber ich würde davon ausgehen, und das das, was du eben gesagt hattest, das ist wahrscheinlich, wie wenn du einen Onlineshop aufmachst, aber niemanden Bescheid sagst, dass du einen Onlineshop aufgemacht hast und noch keinen Traffic draufschickst. da kommt dann halt nix hin. Und dasselbe haben wir ja, wie gesagt, haben wir auch bei YouTube oder auch bei Spotify, also neun von zehn Creatern, eigentlich auf jeder Plattform, wo man Creator sein kann, verdienen ja gar kein Geld. Und wenn du sagst, studierst nebenbei noch, ist das so Punkt, wo dann viele von diesen Only-Fans-Agenturen ins Spiel kommen, dass die sagen, okay, die Interaktion mit dem Fan, kann ich dir abnehmen, dein Instagram-Profil kann ich dir abnehmen, ist das der Service, die dann leisten?

38:05 Ana Lingus: Ja, also ich glaube gerade auch für viele, die jetzt erst überzeugt werden müssen, dass sie sich ein OnlyFans machen. Also mich schreiben jeden Tag mindestens fünf verschiedene Agenturen auf Instagram an. Mindestens fünf, wenn nicht irgendwie fünfzehn.

38:19 Feliks Eyser: Was bieten die dir an?

38:21 Moritz Blees: Aber es war jetzt nicht so schwer herauszufinden, dass du schon OnlyFans machst, ehrlicherweise.

38:26 Ana Lingus: Das gucken die aber nicht. Das ist ja das erste, es direkt siehst. Sie können das offensichtlich nicht so gut und interessieren sich auch nicht so sehr für die Leute. Die bieten an, dass sie vor allem das vollständig managen. Das heißt, du musst nur den Content produzieren. Im Zweifel sagen die dir auch welchen Content und die chatten dann komplett mit den Fans und verkaufen den Content und posten den Content. Also das ist das, was viele anbieten. Das ist dann halt attraktiv für viele Models, gerade wenn man Ich denke, ich bin jetzt Instagram-Influencerin und mache noch YouTube und ich bin schon busy. Aber jetzt kommt da so eine Agentur, sagt, okay, möchtest du vielleicht noch einen OnlyFans machen? Wir kümmern uns auch komplett dafür und nehmen dafür, was auch immer die nehmen. Nee, also ich mache das nicht. Ja, also ich mache das selber. eher so misstereingesetzlich für Videoschnitt und für so technische Sachen. Und ich bin komplett da am chatten. und schreibt mit den Leuten, poste, macht den Content. Ich habe den letzten anderthalb Jahren stark bemerkt, dass die Leute total verwöhnt sind von Agenturen. Also die Leute erwarten. Ich habe regelmäßig Fans, joinen und wenn ich nicht innerhalb von drei Stunden, besser 30 Minuten, antworte und sofort Hallo sage... habe ich da sieben Nachrichten im Chat mit Fragezeichen, warum ich sie ignoriere und dass sie gleich einen Refund an sich holen werden. Einfach weil ich geschlafen habe. Also sie schreibt mir das um 4 Uhr morgens. Ich stehe dann auf, irgendwann sehe ich hier 700 Nachrichten von jemandem, der böse ist. Weil die Agenturen halt dann etwas leisten können, was man als Model, als Mensch nicht leisten kann. Also die können dann, wenn jetzt ein Fan schreibt, können die halt sofort antworten und können sofort die ganze Zeit Sweet Talk mit denen machen, bis sie dann irgendwann... Ich kann nur schreiben, wenn ich auch gerade zu Hause bin und am Laptop bin und in der Lage bin zu schreiben.

40:26 Pauline Schmiechen: Das wird auch tatsächlich gerade immer mehr ein Problem, weil viele Fans auch wissen, dass Chatter für die Creator bei OnlyFans chatten und viele Fans sind dahinter gekommen und vertrauen deshalb nicht mehr und fragen wirklich auch oft nach, bist du's wirklich, bist du's wirklich. Deshalb ist es vielen Creatern sehr wichtig, wenn sie mit Agenturen arbeiten, die Richtige zu finden, die wirklich auch ihren Ton finden. Aber viele der ganz großen Creator haben selber Angestellte und leiten selber ihr eigenes Team, zum Beispiel Amouranth. die ja auch ihre Umsatzzahlen manchmal bei Twitter wirklich teilt. Die hat geteilt vor zwei Jahren, glaube ich, dass sie 90 Millionen im Jahr nur auf OnlyFans verdient hat. Man muss ja sagen nur, weil das ist einer von vielen Channels, den sie betreibt.

41:07 Feliks Eyser: 90 Millionen pro Jahr. Wahnsinn.

41:10 Pauline Schmiechen: Ja, sie hat einen Screenshot aus ihren Analytics von OnlyFans gepostet.

41:13 Feliks Eyser: Und das ist dann aber top, top, of the world. Da gibt es dann wenige, die noch mehr verdienen.

41:18 Pauline Schmiechen: Ich kann mir vorstellen, dass sie eine der meistverdiensten ist,

41:21 Ana Lingus: Also es gab ja den Riesenaufschrei von Sophie Rain, die ja irgendwie 40 Millionen hatte. Das war dann ja schon wahnsinnig gut. glaube, dann müsse mit 90 ist man dann wirklich Nummer eins wahrscheinlich.

41:32 Feliks Eyser: Und du, Anna, welcher Dimension bist du da unterwegs? Was kann man sich da vorstellen? Ich muss jetzt nicht sagen, was du da genau verdienst, aber um's Gefühl zu geben.

41:38 Ana Lingus: Also ungefähr im fünfstelligen Bereich.

41:42 Feliks Eyser: Monatlich, täglich, nur Wochentage. Nur Montags bis weiter. Okay, monatlich fünfstellig, also kann man sagen, gut auf ein Jahr hochgerechnet ist das schon sechsstellig. Also sagen wir irgendwas.

41:53 Moritz Blees: Also der durchschnittliche Zahnarzt verdient weniger.

41:56 Feliks Eyser: Was verdient Moritz, was verdient der durchschnittliche Zahnarzt?

42:04 Ana Lingus: Aber mir ist es halt wirklich wichtig, dass ich tatsächlich mit meinen Fans dann schreibe. Also ich habe ja die Camming-Seiten, wo ich jetzt nicht Zeit habe, jedem individuell zu schreiben und auf den persönlich einzugehen, weil da halt auch teilweise dann tausend Leute im Raum sind und dann ist das einfach zu viel los. Muss man sich auf die konzentrieren, die in dem Moment gerade tippen und was sehen wollen. Aber auf Only-Fans und auf Fancy-Mes ist mir das wirklich wichtig, dass ich mit den Leuten chatte. Und ich finde, wenn jemand mal drei Stunden nicht antwortet und dann halt nur dreimal am Tag zum Chatten da ist, dann sollte das eigentlich ein Qualitätszeichen sein. ich fände es halt schön, wenn das irgendwie so gewertschützt würde, was für ein Aufwand ich mir mache, mit den Leuten zu schreiben. Also ich stehe auf, gucke erstmal eine Stunde lang rein und bearbeite alle Messages und chatte mit den Leuten. Dann mache ich das über den Tag verteilt, immer mal eine Stunde, wenn ich Zeit habe. und gehe dann auf die Leute ein und kümmere mich um die. Ich habe das Gefühl, wenn das ein Chatter wäre, es würde am Ende gar keinem auffallen und ich könnte mir das eigentlich auch sparen, wenn ich das selbst mache. Aber für mich ist es eine persönliche Sache, die ist mir wichtig. Ich möchte gerade nicht zu denen gehören, wo man dann sagen kann, hat die ganze Zeit sieben Jahre, habe ich einen Mann, 50, Udo. habe ich die ganze Zeit meine geheimsten Geheimnisse erzählt. will ich halt, sowas wird man zumindest niemals über mich sagen können. So, okay, sie hat vielleicht...

43:31 AI & Technologie: Wie Innovationen die Branche verändern

43:31 Moritz Blees: Genau, glaube, das ehrt dich. Aber Pauline, vielleicht mal als Frage an dich. Ist das so, dass der Trend hin zum Ghostwriter geht?

43:39 Pauline Schmiechen: Ja, viele Creator betreiben halt einfach mehrere Plattformen, wenig Zeit, wollen sich die Zeit nicht nehmen. Und was jetzt gerade natürlich total boomt, ist Chatbots. Es gibt viele Unternehmen in unserer Branche, die komplett auf AI basieren, wie zum Beispiel Joy AI, die machen Digital Duplicate von Creatern. Da steht dann aber auch ganz klar drauf, das heißt AI. Also der Fan weiß, es ist AI. Und ich kenne trotzdem ... Freundinnen, die damit doppelt so viel jetzt machen wie auf OnlyFans, obwohl ganz klar ist, ist ein Chatwort.

44:11 Feliks Eyser: Wie funktioniert das oder was machen deine Freundinnen da?

44:14 Pauline Schmiechen: Du lädst erstmal ein paar Fotos hoch, dann machen die das Digital Duplicate und dann lädst du meistens Textschnipsel hoch, damit herausgefunden wird, wie soll die Tonalität von diesem Bot sein, damit er deinen eigenen Ton trifft. Und dann ist es am Ende wie alles, du packst einen neuen Link in Link in Bio und der führt dann zu deinem Chatbot und da wird dann auch mit Pay-Per-View-Content gearbeitet oder monthly Abos, dort zu chatten.

44:39 Feliks Eyser: Dann hast du das auch mal überlegt, Anna?

44:40 Ana Lingus: Ich wurde schon von so AI-Plattformen angeschrieben, die auch so einen Digital Twin machen. die dann auch tatsächlich, wo dann die AI ist dann in der Lage, Bilder zu verschicken. So Wunschbilder, Wunschvideos. Aber ich trage eine Maske, deswegen geht das leider nicht. Sonst hätte ich das auf jeden Fall schon gemacht, weil da sehe ich dann auch kein moralisches Problem mit. Weil wenn das klar ist, dass es AI ist und die AI ist dann halt super sympathisch und überzeugt die Person mit ihr zu schreiben und von der Wunschwebe zu kaufen, warum nicht? Also da habe ich nichts gegen, würde ich machen. Aber halt so die, mich angeschrieben haben, die haben dann halt versucht, meine Maske zu rekreieren, was ihnen misslungen ist.

45:23 Moritz Blees: Okay, die Maske ist der Blocker, das ist spannend.

45:26 Ana Lingus: Weil es diese Maske, also wenn man jetzt eine maskierte Darstellung hat, ist normalerweise so eine venezianische Maske. Davon gibt es ganz ganz viele Bilder im Internet. Aber von dieser Maske gibt es halt nur mich. Und deswegen ist es ganz ganz schwierig für AI die Maske darzustellen. Gerade in Videos.

45:42 Feliks Eyser: Und jetzt erzähl mal kurz zur Maske, wie kam diese Entscheidung? Machen das viele Creatorinnen? Wie ist so die Quote zwischen quasi anonym und zeigen das komplette Gesicht, denn was war für dich der Entscheidungsweg?

45:53 Ana Lingus: Also, Erfolgreicher gibt es eigentlich keine mit Maske. Weil es ist die Frage, wie das zusammenhängt. Sind maskierte Darstellerinnen einfach so unbeliebt, dass niemand für die bereit ist, Geld auszugeben? Oder sind maskierte Darstellerinnen einfach nicht mit dem Herzen dabei und geben dann auch schnell wieder auf, weil sie ja sowieso nur so mit so einer Hand hinter dem Rücken eingestiegen sind und dann hatten sie doch keine Lust mehr und sind wieder ins normale Leben übergegangen. Aber es gibt ganz, ganz wenige Also ich kenne nur eine andere bekannte Darstellerin, die eine Maske trägt. Die wirklich erfolgreich ist. Die ist Miss Lexa. Die trägt so eine venezianische Maske, so eine ganz kleine. Die ist sehr erfolgreich und das war's. Und es gibt natürlich im Bereich, wo Leute gerade anfangen, es viele mit Maske. Ich auch häufig Leute gerade auf den Streaming-Plattformen, die dann mit Maske anfangen. Aber da sind viele auch ganz schnell wieder weg. Weil es ist viel schwieriger. Also ich höre jetzt häufig von Leuten, dass es ja ein wahnsinnig tolles Erkennungszeichen ist und dass sie das auch mit Maske gemacht hätten. Aber das ist halt jetzt einfach zu sagen, wenn das jetzt funktioniert hat. Aber das ist halt quasi unmöglich, mit Maske wirklich erfolgreich zu werden. Weil halt gerade auf Chatting, auf auf Camming-Plattformen, auf OnlyFans geht es ja viel darum. dass man die Person so persönlich kennenlernen möchte.

47:17 Instagram, X, Livecam: Welcher Kanal Ana was bringt

47:17 Moritz Blees: Ich hab grade mitgenommen, dass ein großer Teil von deinem Job ja Community-Management ist am Ende. Also, das ist ja quasi wie bei ... Ich hab ja auch selber viel Social-Media-Marketing gemacht in meinem Leben. Und mein Bild war immer der Job des Social-Media-Creators. Ist ja einmal natürlich Content-Creation. Und aber zum anderen auch sehr viel von diesem ... Community Management und Du hast jetzt ja verschiedenste Kanäle. Du hast einen Instagram-Kanal, du hast einen Twitter-TurnedX-Kanal, du hast einen Pornhub-Kanal. Und dann hast du jetzt eben deinen OnlyFans-Kanal. Kannst du mal einordnen, welcher von diesen Kanälen tut denn eigentlich was für dich?

47:57 Ana Lingus: Also Instagram, X und Telegram. Also ich habe auch noch eine Telegram-Gruppe. Aber da ist die Reichweite ganz eingeschenkt. Ich bin mir nicht sicher, was Telegram macht mit meiner Gruppe. Das ist nicht einfach. ist auch schwer zu finden, wenn man da auch nur irgendwas von Porn schreibt. Und auf diesen Plattformen und auf Pornhub und auf Livestreams mache ich quasi Werbung. Auf Pornhub und auf Livestreams verdiene ich halt damit auch noch sehr viel Geld. Also da kriegt man halt dann quasi dafür, dass man gerade Werbung macht und gerade vom Algorithmus vielen Leuten angezeigt wird, kriegt man dann auch noch bei Pornhub Viewshares und bei den Camming Seiten kriegt man dann halt Token. Und dann von diesen Plattformen kommen dann, je nachdem wie gut ich da gerade angezeigt werde, kommen dann die Leute auf die Paid Plattformen. Also vor allem auf OnlyFans und auf FancyMe und manche kaufen dann auch was auf ManyBits. Genau so funktioniert das.

48:51 Feliks Eyser: Klingt schon komplex zu managen, auf jeden Fall. Und wenn du so deine Gesamtrevenues anschaust und das so ein Kuchendiagramm wäre, wie viel ist der OnlyFans und wie viel ist der Rest?

48:59 Ana Lingus: Ich würde sagen, OnlyFans und FancyMe zusammen sind schon so die Hälfte, würde ich sagen. Und der Rest ist dann ein ganz kleiner Teil, vielleicht 10 % oder ja, 10 % sind dann Others, so die ganzen anderen Paid-Plattformen. Und dann der Rest ist dann alles Live-Caming. da so habe ich ja auch angefangen und... Da ist halt auch die persönliche Interaktion wirklich da. Das ist halt wirklich unschlagbar.

49:28 Feliks Eyser: Ja, das finde ich schon interessant, dass Live-Caming auf der einen Seite ein Traffic-Kanal ist, der quasi Neukunden bringt und auf der anderen Seite aber schon auch relevant Revenues bringt, wie du es beschreibst, oder, dass da schon auch viel Geld drüberfließt in Form von Tokens, hast du gesagt, also quasi so Trinkgeld oder quasi für einmal Features.

49:45 Pauline Schmiechen: Ja, Camming ist ja oft one to many und ich glaube, dass viele der Fans dann gerne auf OnlyFans switchen, ein bisschen persönlicher dran zu sein. Natürlich gibt's auch One-on-one-Camming, ist aber natürlich zeitlich ein viel größerer Aufwand. Deshalb switchen die glaube ich oft zu Channel, dann wirklich privat zu sein, weil bei Camming-Seiten ist ja oft ein Chat, wo du alle Fans siehst, wo du siehst, was alle schreiben und bei OnlyFans hast du dann wirklich wieder One-on-one-Kommunikation im Chat.

50:09 Moritz Blees: Ich finde es ganz spannend, weil Feliks und ich sind ja als Podcaster am Ende ja auch Creator. Und wir haben im Grunde ein ähnliches Problem, wie das eine OnlyFans-Creatorin oder ein Creator hat. Nämlich Spotify ist was, oder auch iTunes, gar nicht so gut, neue Podcasts kennenzulernen. So, ne? Und insofern müssten wir jetzt ja eigentlich überlegen, was wir von Anna lernen könnten, im Sinne von wie Werben wir auf anderen Kanälen für uns. Wir könnten versuchen in ... Anna, ist das für dich ein relevarter Kanal?

50:46 Ana Lingus: Nee, das ist mir zu doof, weil man die ganze Zeit gebannt wird. TikTok ist... Also Instagram kommt man noch irgendwie mit klar, dass man sich da nicht richtig enthält, aber bei TikTok ist wirklich alles verboten. Also ich habe jetzt gerade neulich nochmal einen neuen Account gemacht und jedes Mal, wenn ich es gewagt habe, mich umzudrehen und dass man meine Rückseite zur Kamera gesehen hat, vollkommen angezogen, wurde dieses TikTok dann gefleckt. Also das ist mir jetzt... Es ist kein wirklich relevanter Kanal. habe auch von vielen gehört, dass sie Probleme haben, die Leute von da auf Instagram zu bekommen. Bei TikTok seinen OnlyFans-Link rein zu tun, ist undenkbar. Da seinen Linktree rein zu tun, ist auch schwierig. Deswegen, da kann man zwar sehr schnell sehr viele Views machen, viele sind aber auch minderjährig, das was dann nicht deine Zielgruppe ist. Und du hast auch total Probleme, die Leute zu konvertieren. Da ist es auf Instagram oder auf X deutlich einfacher.

51:40 Pauline Schmiechen: Social Media ist für uns so ein großes Problem wie Payment am Ende. Ich bin keine Darstellerin. Ich wurde auch schon für mehrere Monate gesperrt auf Instagram, obwohl ich die Regeln kenne und mich daran halte. Mein Instagram-Account war mal fünf Monate weg. Und erst ging es los mit, du machst deinen OnlyFans-Link nicht mehr direkt in deine Bio. Dann gab es Linktree und inzwischen ist es so weit, dass die meisten Creator einen Zweit-Account haben auf Instagram, wo dann der Link drin ist. Aber in dem Main-Account ist gar kein Link mehr drin. sondern nur der Link zu dem Zweitprofil, falls es gesperrt wird. Jeder hat eigentlich auch einen Backup-Account.

52:15 Stigma: Warum Ana eine Maske trägt

52:15 Feliks Eyser: Was sind ansonsten so Handicaps oder auch Stigmata, denen ihr zu kämpfen habt in der Branche? über Payment gesprochen, jetzt haben wir über die Algorithmen gesprochen, über deine Maske haben wir gesprochen. Hat auch einen Grund, dass du die trägst. Wie seht ihr das gerade gesellschaftlich? Was begegnet euch da? Und was sind sonst quasi, Pauline, hast gerade gesagt, größte Insight meines Berufslebens war quasi dieses Label. Was kriegt ihr da für Gegenwind?

52:36 Pauline Schmiechen: Relativ oft kritische Fragen, was ich aber auch gut finde, weil ich sehe meine Rolle auch so ein bisschen zur Aufklärung und ich beantworte auch gerne Fragen, solange die Leute offen sind und nicht schon close minded sind, was ihre Meinung angeht. Ich werde natürlich oft gefragt, werden da Leute in der Industrie ausgebeutet und ich kann dazu sagen, irgendwo in Teilen der Industrie vielleicht. Ich kann dazu nicht nein sagen, aber da habe ich nichts mit zu tun. Ich arbeite auf der Seite, wo alle einverstanden sind mit dem, was sie tun, wo es Verträge gibt, wo es Absprachen gibt. ich finde halt, Leute sagen, man verkauft seinen Körper. Das machen viele Leute in vielen Berufen. Soldaten machen das auch, Tänzer machen das auch. Wir machen das auch. Ihr macht das mit eurem Podcast. Am Ende macht es jeder. Ich weiß nicht, warum wir uns das dann immer anhören müssen am Ende. Aber ich glaube, dass es für Anna noch schwieriger ist generell als für mich als Nichtdarsteller.

53:29 Ana Lingus: Ja, also ich trage die Maske wirklich aus dem Grund, weil es halt einfach ganz klar ist, man würde keinen Beruf finden, wenn man das einmal gemacht hat. Keinen. Also ob man da überhaupt noch irgendwo angestellt sein könnte jemals, das ist wahrscheinlich nicht. darauf habe ich halt einfach gar keine Lust. Also es wäre nicht so, dass ich nicht dazu stehen würde, dass ich das mache. Total. Ich stehe total dahinter. Ich habe eine gute Zeit und ich finde, man sollte... da auch offen drüber reden, aber ich möchte halt einfach nicht für mein persönliches Leben irgendwelche Einschränkungen haben und die hat man halt. Ich kriege auch Morddrohungen auf Instagram regelmäßig von irgendwelchen Leuten, was auch immer. Einfach grundlos, die kennt man auch nicht. Aber dann wäre es halt auch nochmal was anderes, wenn ich dann auf der Straße rumlaufe mit dem Gesicht und dann weißt du halt, es laufen Leute draußen rum, die sind zumindest bereit, dir zu schreiben, dass sie dich gerne umbringen würden.

54:24 Pauline Schmiechen: Das betrifft ja sogar nicht nur Arbeit. kenne Freundinnen, bezahlt alle Steuern wie jeder andere auch und du kriegst trotzdem keinen Mietvertrag zum Beispiel auch, weil du angeben musst, was du arbeitest und der Vermieter sagt dann, ne, wird dann jetzt hier ein Puff aufgemacht, weil die halt überhaupt nicht verstehen, was der Job eigentlich bedeutet.

54:40 Ana Lingus: Ich finde auch das mit der Online-Prostitution ganz schwierig. Also das ist ja so, dass es wirklich fast anerkannt ist, dass man sagt, ja, das ist ja eindeutig Online-Prostitution. Es hat aber meiner Meinung nach einfach gar nichts damit zu tun, weil wie du schon gesagt hast, jeder verkauft seinen Körper. Also wenn man sagt, ich bin Handwerker, ich werde jetzt hier meinen Körper einsetzen für so und so 4 Euro pro Stunde, um dir da irgendwas zu bauen, dann hat man, was hat man verkauft, seinen Körper. Mit was baust du das denn? Ich finde, da sind extrem viele Vorurteile. Gerade dafür, dass es jeder möchte. Und auch diese persönliche Interaktion, die ist ja noch viel besser als Porn. Deswegen kommt das ja so gut an mit OnlyFans und Live-Caming. Weil das ist halt genau das, was man möchte. Man möchte jemanden haben, mit dem man sich persönlich hinsetzen kann, der einem persönlichen Content macht und der mit einem spricht. So ist es viel besser noch als Porn und dann werden gerade diese Leute so extrem stigmatisiert.

55:37 Intimität als Geschäftsmodell: Warum Community der Schlüssel ist

55:37 Feliks Eyser: Es füllt auf jeden Fall ein krasses Bedürfnis, was für mich erklärt, dass es in Covid groß geworden ist, so mit dieser Einsamkeit, Leute zu Hause und so weiter. Dass das der Zeitpunkt war, dass das so abgehoben hat, das zeigt ja auch schon viel.

55:48 Moritz Blees: Und ist es fair zu sagen, dass der Kern von OnlyFans, wir haben jetzt sehr viel über das Revenue-Modell geredet, aber eigentlich Intimität ist? Also im Sinne von Intimität zwischen dem Creator und dem Fan?

56:01 Pauline Schmiechen: Ich würde so beschreiben, ist immer, wie ich sage, Fans wollen näher dran sein. Fans wollen eine Audionachricht, wollen eine Sprachnachricht, wollen wirklich One-on-One-Kontakt haben. Und das ist das, was am meisten monetarisiert auf OnlyFans.

56:15 Feliks Eyser: Das ist ja auch faszinierend, den Content gibt es ja for free. Also auch wieder Stichwort Pricing. Es gibt ja keine größere Commodity als Porn Content, es überall for free gibt. Trotzdem werden 10 Milliarden auf OnlyFans ausgegeben.

56:28 Ana Lingus: weil es halt kein Content ist, wo jemand deinen Namen sagt. Das ist kein Content, wo jemand genau das macht, was du sehen möchtest. Das ist halt so extrem unpersönlich und auch bei den vielen Produktionen weiß man halt oder sieht das auch, dass die Frauen keinen Spaß daran haben. Das ist halt auch der große Nachteil, was man sich früher noch erlauben konnte, dass man dann da irgendwie so eine Produktion sein konnte. Dann hat man unmotivierte Darstellerinnen gebucht und dann konnte man damit noch einigermaßen erfolgreich werden. Aber die Leute wollen ja, dass du das gerne machst, dass du das für sie machst und dass du da bist und nicht, du da so zu deinem Job kommst und dann so halblewig in irgendeinem Film mitspielst. Ich denke, ist auch in der persönlichen Interaktion auf OnlyFans ist das dann auch eine ganz andere Sache, als wenn man dann weiß, man weiß ja auch inzwischen, wie Porno-Drehs ablaufen von Produktion. Also dass da nichts dran so sexy ist. wenn da irgendwie sieben Leute im Hintergrund stehen und einen Sandwich essen und dann muss man jetzt diese Position halten, ein schönes Bild zu machen davon, damit das später der Screenshot werden kann. Dass das dann halt keine natürliche Intimität ist, die da dargestellt wird.

57:39 Moritz Blees: Wir haben eben gesagt, 10 Dollar im Monat zahlt man bei dir. Du machst fünfstellige Einnahmen darüber. Das heißt, du müsstest dann ja quasi mit mindestens 1000 Leuten pro Monat Fans interagieren. Regelmäßig.

57:51 Ana Lingus: Ja, aber viele schreiben auch nicht. Das große Ziel ist ja, dass man die Leute irgendwie davon überzeugt bekommt, dass ich gerne mit denen schreiben will und dass sie mir gerne schreiben können. Also ich möchte halt, dass es halt das Schwierigste ist, dass man die Leute überhaupt dazu bekommt, dass sie mit einem interagieren. Also viele wollen auch einfach nur mal gucken. Für die ist das das erste Mal, dass sie irgendwie Geld ausgeben für was. Sie gehen dann dahin, subscriben und stellen sich tot. Ich schreibe jedem einzeln. Wenn jemand abonniert, schreibe ich dann, es kommt ein automatischer Anschreibtext und dann schreibe ich dahinter nochmal, ich gucke, welche Sprache könnte der sprechen am Username, frag, sprichst du Deutsch? Ich schreibe da Dinge hin, denen so, hallo, geht's dir gut, schön, dass du da bist, so individuelle Sachen. Aber es ist trotzdem schwierig, die Leute dazu zu bringen, dass sie dann antworten, weil viele wollen auch einfach nur so bisschen spionieren und denen ist es auch selbst unangenehm.

58:44 Zukunft der Branche: Trends, Plattformen & neue Geschäftsmodelle

58:44 Feliks Eyser: Und Stichwort AI. sind wir so bisschen bei der Frage, was kommt denn eigentlich nach OnlyFans? Wie geht es denn eigentlich weiter? Jetzt haben wir über diese Bots gesprochen zum Beispiel. Was sind denn ansonsten Innovationen gerade aus eurer Branche? Wo gesagt, alles sehr interessant, das kann das nächste OnlyFans werden oder da geht gerade die Attention hin oder diese Bots zum Beispiel nehmen ein Stück weit die Arbeit der Creator ab, machen aber vielleicht einen Teil auch schon wieder obsolet. Was sind so Trends, die ihr seht, die technologisch getrieben sind?

59:10 Pauline Schmiechen: Auf jeden Fall alles, was Richtung Intimität und noch näher dran sein geht, wird auf jeden Fall spannend sein. Creator First ist einfach der einzige Ansatz, den Plattformen heute erfahren sollten, weil die Creator sind am Ende, die den Content machen, die Plattformen benutzen. Es muss immer Rücksprache geben mit den Creatern. Was wollen die eigentlich wirklich? Wo sind die Probleme? Wie müssen wir unsere Plattform verbessern? Aber AI ist, glaube ich, das hottest Topic momentan.

59:35 Feliks Eyser: Und welchen Ausprägungen? Also über Chats haben wir ja schon gesprochen, aber gibt es da noch andere Themen?

59:39 Pauline Schmiechen: Bildbearbeitungsfirmen poppen jetzt auch so bisschen auf oder einfach Bilderstellung, dass du halt nur noch ein paar Fotos selber machen musst und der Rest wird generiert. Sowas könnte ich mir vorstellen. Alles was den Creatern am Ende auch den Alltag erleichtern könnte oder die Arbeit verkürzen könnte.

59:56 Ana Lingus: Ja, sehe auch, also VR ist natürlich jetzt schon ein bisschen älter, aber das kann ich mir auch vorstellen, dass das dann noch ein bisschen besser ankommt auch im Porno-Bereich.

1:00:05 Pauline Schmiechen: gibt natürlich auch viele Krypto-Topics, es gibt viele Coins, jetzt extra für Adult-Content kreiert werden. Also alles, was im Payment neu ist, könnte natürlich auch für uns interessant sein und am Ende auch für Vanillamärkte.

1:00:18 Moritz Blees: Ich würde einmal gerne noch, wir sind da eben gerade so drüber gegangen über diesen AI-Case, noch mal aus der Creator-Sicht, siehst du mehr Chancen oder Risiken in AI für dich als Creatorin? Weil wahrscheinlich würde es auf der einen Seite deine Produktion effizienter machen, auf der anderen Seite so, du produzierst ja jede Woche drei-mal vier Stunden Videomaterial, wahrscheinlich könnte man dich schon ganz gut aus dem Videomaterial, das du produziert hast, AI generieren.

1:00:43 Ana Lingus: Das liegt halt an der Maske. Ich würde gerne mitmachen können, aber ich kann nicht mitmachen, weil die AI... Also bisher konnte noch niemand mit AI Videos von mir produzieren oder auch nur Fotos, wo das auch nur einigermaßen gescheit aussieht und ich nicht irgendwie eine Sonnenbrille trage anstatt dessen oder so. bisher ist es noch niemandem gelogen. Das wird bestimmt nur eine Frage der Zeit sein, aber es ist halt für AI, wenn die mit großen Datensätzen lernen, ist es halt total unpraktisch, wenn es keine Datensätze gibt. etwas was sie produzieren sollen. Deswegen da haben die Probleme. Aber ansonsten, ich jetzt, also wenn das irgendwann überwunden ist und dann kann man mich auch reproduzieren, dann sehe ich insofern Chancen, die Monetarisierung dann halt bei den Creatern bleibt. Also wenn dann mich einfach sich irgendeine Seite selbstständig macht und man nur noch damit beschäftigt ist, irgendwelche Seiten zu takedownen, wo Darstellungen sind von mir, die machen ein ganzes OnlyFans-Profil von mir. Nur ich bin es nicht und die produzieren Videos und Bilder von mir. Das wäre halt der Worst Case, dass dann die Fans einfach abgezogen werden auf andere Plattformen, wo die Creator gar nichts daran verdienen. Aber solange es so ist, dass die Creator daran Geld verdienen und das dann auch deutlich gemacht wird, dass das AI ist an dieser Stelle, dann finde ich das. Da sehe ich dann nur Chancen drin. Ich hoffe nur,

1:02:00 Pauline Schmiechen: Viele Leute hatten ja auch Angst vor komplett digitalen Creatern, dass sie den Markt übernehmen. Aber das glaube ich wird niemals passieren, weil es geht Intimität und am Ende muss irgendwo ein echter Mensch sein, damit das überhaupt interessant ist für die Fans. Und drum herum kann so viel AI passieren, wie man will, glaube ich. Aber der Grundkern muss glaube ich ein echter Mensch bleiben, damit die Leute Geld ausgeben.

1:02:22 Ana Lingus: Das heißt die Frage, was passiert, sobald man das wirklich gar nicht mehr unterscheiden kann. Wenn ich jetzt einfach eine sehr fortschrittliche AI wäre und das halt niemand jemals weiß.

1:02:32 Pauline Schmiechen: Ich bin gespannt, wie die Plattformen darauf reagieren, weil das ist ja dann auch ein Plattformthema, ob die das erlauben oder nicht.

1:02:41 Ana Lingus: Es gab auf Chatterbait eine Darstellerin, die hat gestreamt und die war computeranimiert. Also da war ein Mann hinter, der hat gechattet für die und der hat die animiert. Also und die hat dann in real time mit den Leuten gesprochen, mit einer weiblichen Stimme und war halt einfach eine Comicfigur, die live gestreamt hat. und die sich auch sehr natürlich bewegt hat. Ich weiß nicht, ob er das über einen Motion Capture Anzug gemacht hat und über einen Stümpferzerrer. Ich weiß es aber es war sehr überzeugend und es kam extrem gut an. Aber das war natürlich noch nicht ein reiner AI Stream. Ich würde mich freuen, wenn eine Plattform das nicht zulassen, dass reine AI-Kreatoren da aktiv sein können. Aber das hat man im Endeffekt keinen Einfluss drauf. Die Plattformen werden immer das machen, wo man das meiste Geld verdienen kann. Und wenn die Creatoren nicht klarstellen müssen, dass sie AI sind und man das nicht erkennen kann, dann wird das natürlich auch Erfolg haben.

1:03:34 Pauline Schmiechen: AI ist gesetzlich auch auf jeden Fall ein Spezialfall. Eine meiner Websites ist ein AI Image Generator für Not Safe for Work Content. können Leute aus Kategorien auswählen. Große Titten, kleiner Arsch, come on the face und dann wird ein Bild generiert. Realistisch oder Anime-Style. Was ich aber zum Beispiel niemals machen könnte, ist da ein Freitextfeld erlauben. Weil die Leute werden sofort Sachen eingeben, die gegen's Gesetz sind. Deshalb, wie wir es umgehen, ist, dass wir wirklich Kategorien vorgeben. damit es gar nicht in die falsche Richtung gehen könnte.

1:04:05 Ana Lingus: Ja, da habe ich auch die Tage, was ein bisschen unschön ist, Instagram gesehen. Da wurde mir in Reels vorgeschlagen, so offensichtlich AI generierte Reels, also Videos auf Instagram von einer, die so die Person war, würde ich sagen, 13 Jahre alt, aber hat halt einen OnlyFans Link in der Bio und ist halt offensichtlich AI generiert. Aber auch nicht so offensichtlich. Also ich hab dann in die Kommentare geguckt und alle waren einfach nur so, hat auch offensiv in den Reels Werbung dafür gemacht, dass sie irgendwie sich mit älteren Männern gerne treffen möchte. Also solche Sachen, die halt offensichtlich darauf pushen, dass sie einen OnlyFans hat. War aber ganz deutlich minderjährig. So in die AI.

01:04:44 Altersverifikation und Jugendschutz

1:04:44 Feliks Eyser: Das OnlyFans aber auch hinterher, haben wir vorher nicht so drüber gesprochen, aber diese Safety zu bieten, quasi Crater zu verifizieren, User zu verifizieren und sicherzustellen, dass da auf gar keinen Fall Minderjährige irgendwas machen oder wie seht ihr das oder gehen solche Fälle ab und zu auch mal durch.

1:04:58 Pauline Schmiechen: Auf Creator-Seite ist das glaube ich schon länger relativ safe bei OnlyFans und jetzt geht es seit ein paar Monaten los, es immer mehr Bundesstaaten in den USA restrikten auf Age-Verification. Frankreich ist ein riesen Case, deshalb machen sie es inzwischen auch bei Usern, meiner Meinung nach. Es gibt da aber auch gerade wieder ein Lawsuit, glaube ich, was OnlyFans angeht.

1:05:16 Ana Lingus: Ich hatte da auch schon User, die gesagt haben, ich möchte da nicht mehr sein, ich möchte meinen Perso nicht hochladen, den traue ich nicht. Hab ich gesagt, ihr könnt den trauen, ich hab meinen Perso vor 5 Jahren noch hier hochgeladen. Die scheinen ihn nicht rausgegeben zu haben bis heute.

1:05:31 Feliks Eyser: Die User müssen auch ihren Personalausweis hochladen.

1:05:33 Pauline Schmiechen: Ja, das Alter zu verifizieren. ich glaube, Anna und mir liegt es am Herzen, dass keine kleinen Kinder an Content sehen und unsere Plattform benutzen kann. Aber am Ende wird es immer Länder geben, die diese Gesetze nicht haben. Und jeder Sechsjährige weiß heutzutage, wie ein VPN funktioniert. Dann können die einfach in das Land gehen und dann die Seite aufrufen. Ich glaube, woran es am meisten fehlt, wenn es Jugendschutz geht, ist einfach Education. Da musst du anfangen, die Leute zu educateen. Vielleicht bisschen in die Richtung Fast and Furious ist nicht wie du Auto fährst auf der Straße. Porn ist meistens nicht wie du Sex hast im echten Leben. Einfach mal mit den Leuten ein bisschen mehr reden und vor allem mit Kindern. Bei ganz davor schützen kann ich mir nicht vorstellen, dass das irgendwie möglich ist leider.

01:06:13 Business-Learnings: Was Unternehmen von der Creator Economy lernen können

1:06:13 Feliks Eyser: Und von den Steuereinnahmen, die OnlyFans hoffentlich generiert, hoffentlich zahlen die irgendwo Steuern, könnte man sowas vielleicht auch fanden. Habt ihr sonst noch Businessideen? Da sprechen wir auch gerne drüber. Ein paar Sachen jetzt schon gehabt in der Industrie oder Themen, die aus der Adult-Industrie kommen, die man quasi in Vanilla Land umsetzen könnte. Das sind Sachen, die die Founder sich mal anschauen sollten.

1:06:32 Pauline Schmiechen: Also ich habe viele Businessideen natürlich auf dem Tisch über mein Consulting. Was ich nebenbei mache ist, bei Fundraising bei uns in der Industrie ist nicht wie sonst irgendwo, das ist noch schwieriger. Deshalb habe ich ein Newsletter gegründet für Investoren, denen neue Produkte und Plattformen und Ideen vorzustellen, wenn sie investieren wollen.

1:06:51 Feliks Eyser: Du bist da quasi Brokerin, wenn es quasi vorne geht, in dem Bereich was machen, die zu matchen mit Investoren, Investorinnen, die Interesse haben zu investieren.

1:06:57 Pauline Schmiechen: Genau, weil es mir selber so schwer gefallen ist, damals zu raisen, denke ich, vielleicht kann man irgendwie in die Richtung ein bisschen helfen. Mein Newsletter heißt, Vice Industry Deals Hotter Than Your Ex. ich habe da jetzt ein ganz gutes Investorennetz inzwischen aufgebaut. Was ich sagen kann, ist aber, dass vor allem Family Offices und Business Angels, also eher private Institutionen, investieren und sehr wenig VCs.

1:07:23 Feliks Eyser: Nein, die dürfen oft nicht. hast ja Agreements mit den Investoren. Der VC sagt dann, der Rates sei selber oft an Geld von Limited Partners und das sind dann wieder irgendwie Family Offices oder teilweise Versicherungen.

1:07:32 Pauline Schmiechen: mag, dass ihr noch nicht sagt. Also ich hoffe, in die Richtung geht's irgendwann.

1:07:35 Feliks Eyser: Na ja, total ändert sich viel. ich meine, wir haben es in vielen Bereichen gesehen. Da war es auch vor zehn Jahren undenkbar, dass viele genauer Cannabis, hat auch viel Geld gerastet in Deutschland, haben auch gerade eine Folge dazu gemacht. Also da ändert sich natürlich auch das Bewusstsein über die Zeit, was ja gut ist. Und was siehst du dann da im Dealflow für Themen? Also mal so ein paar Businessmodelle rauszupicken.

1:07:54 Pauline Schmiechen: Viel Payment, viel Krypto, finde ich aber auch gut. Ich glaube, davon können wir nicht genug haben, weil man hat einfach immer wieder Probleme mit Payment. Viel Plattformen, viele, die versuchen, OnlyFans zu besser zu machen, was billiger sein kann, was mehr Trust gegenüber den Fans sein kann, weil die dahinter kommen, dass da nur Chatter sind. Sehr viel Creator-First. Ansätze, aber auch natürlich SaaS-Produkte, die den CREATERn den Alltag erleichtern sollen.

1:08:25 Feliks Eyser: Anna, was würdest du nutzen? Was sagst du, was fehlt am Markt? Welches Tool? In welche Company würdest du investieren? Du verdienst auch genug Geld, um Investments zu machen, wenn bei dir eine Gründerin, ein Gründer aufschlägt. Wo würdest du...

1:08:34 Ana Lingus: Also ich würde immer investieren in Plattformen, wirklich eine gute technische Grundlage haben und da in der Lage sind attraktiv für Creator zu sein, also den Creator-first-Ansatz da verfolgen und die das dann auch erfolgreich machen, weil ich glaube davon wird es am Ende nicht viele geben. wir haben wirklich schon vieles ausprobiert und bei den meisten gibt es technische Probleme oder Probleme im Support, dass wenn ein Model ein Problem hat, wird nicht geholfen. dass man da wirklich auf die Modelwünsche eingeht. da ist auch immer noch eine Lücke. Also da sehe ich das Fancy-Midi schon gefüllt hat. da an der Stelle kann man schon echt nochmal ansetzen, weil das muss man auch erstmal nochmal gut machen. Das haben viele schon versucht, die einfach nur billig da auch bisschen verdienen wollen. Daran, dass halt Paid-Plattform gut funktionieren für Adult. Aber das kann man auch gerne nochmal in gut versuchen mit Gute.

01:09:29 Wo du Pauline und Ana findest

1:09:29 Feliks Eyser: Also, vielen Dank, dass ihr euch die Zeit genommen habt und so offen und unverblümt...

1:09:34 Pauline Schmiechen: Ich glaube, da spreche ich für uns beide. Wir freuen uns einfach, wenn Leute aus Mainstream Lust haben, uns überhaupt mal zu reden, öffentlich. Deshalb, ich nutze so Chance total gerne und freue mich.

1:09:45 Feliks Eyser: Ja, sehr gut. An alle Zuhörer. Dann fragt die Pauline an und die Anna, wenn es noch andere Möglichkeiten gibt, eine Bühne zu bieten oder irgendeine Audience. Wo kann man euch ansonsten finden? Und was ist ein Call to Action?

1:09:55 Pauline Schmiechen: Also mich auf jeden Fall bei LinkedIn. Ich poste täglich über Creative Economy Themen, aber auch Vice Industry Themen. Wenn ihr Investoren seid, mein Newsletter folgen. Den findet ihr auf www.cottie-consulting.com. Da stelle ich alle zwei Wochen Projekte vor, die ich gerade spannend finde.

1:10:13 Feliks Eyser: Top! Wo findet man dich, Anna?

1:10:16 Ana Lingus: Ja genau, auf Instagram, das ist mein Hauptkanal, über den ich kommuniziere und über den ich alles ankündige, da heiße ich lingus.ana und auf OnlyFans und auf FancyMe ana-lingus.

1:10:27 Feliks Eyser: Perfekt, ich glaube wir verlinken mal Instagram, dass wir nicht auch Shadowbanned werden und so weiter. Wir haben sehr viel gelernt. Wir Muggles, die Mainstream Muggles in Banillaland haben ganz viel mitgenommen von euch. Vielen Dank für die spannenden Einblicke. Wir überlegen jetzt, was wir mitnehmen, was wir umsetzen für uns, ob wir jetzt auch unter die Live-Streamer gehen.

1:10:47 Moritz Blees: Wir verkaufen jetzt Custom Content in unserer WhatsApp-Gruppe.

1:10:49 Feliks Eyser: Ja, okay. Bisher haben wir drüber nachgedacht, Merchandise zu verkaufen, aber vielleicht Twitch zu Custom Videos. wir halten euch up to date. Kommt gerne in unsere WhatsApp-Community, wenn ihr Lust habt, zu diskutieren und sehen, was die Leute dazu sagen. Anna, Pauline, vielen Dank, dass ihr euch die Zeit genommen habt. Es hat sehr viel Spaß gemacht.

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