Die Zukunft des Reisens, die KI-Wette und das Leben an der Börse
mit Patrick Andrae, Mitgründer und CEO von HomeToGo
Zusammenfassung

Patrick Andrae ist Mitgründer und CEO von HomeToGo, dem Berliner Ferienhaus-Marktplatz, der für dieses Jahr 400 bis 410 Millionen Euro Innenumsatz und 45 bis 47 Millionen Euro Adjusted EBITDA in Aussicht stellt. Zum Einstieg zeichnet er mit Feliks die Landkarte des Online-Reisemarkts: Google als Router für die Kundenströme, Booking und Airbnb als große Plattformen, HomeToGo als Spezialist fürs klassische Ferienhaus am Meer, am See und in den Bergen. KI hilft beim Planen der Reise, bucht aber noch nicht: Ein Ferienhaus hat keine Sternekategorie, bindet dich zwei Wochen und das gemeinsame Aussuchen ist für viele Familien Teil des Urlaubs. Dazu kommen Trends wie der Wunsch nach Natur statt Städtetrip, der Serien-Effekt von White Lotus oder Game of Thrones, bei dem die Nachfrage an Drehorten im Jahresvergleich um das Drei- bis Vierfache steigt, und die Übernachtung im Container am Rand der Tribüne von Union Berlin.
Dann erklärt Patrick das Geschäftsmodell. HomeToGo startete 2014 als Metasuche für einen Markt, in dem über 95 Prozent des Inventars in privater Hand liegen, wurde dann zum Marktplatz mit Direktbuchung und baute mit HomeToGo Pro ein B2B-Segment aus Software und Services auf: Smoobu als Verwaltungssoftware für private Vermieter, das White-Label-Produkt Doppelgänger hinter der Ferienhaussuche von TUI und seit dem Kauf von Interhome über 200 lokale Büros, die Schlüsselübergabe, Reinigung und Reparaturen übernehmen. Vor Interhome machte Pro ein Drittel des Geschäfts aus, heute fast zwei Drittel. Patricks These: Exklusivverträge mit Eigentümern plus physischer Service sind der Burggraben gegen KI, denn selbst wenn irgendwann die KI bucht, muss sie irgendwo buchen.
Der Kern der Folge ist M&A. HomeToGo hat 15 Firmen für insgesamt über 300 Millionen Euro gekauft, fast alle außerhalb von Bieterprozessen und fast immer von Partnern, mit denen der Marktplatz schon zusammengearbeitet hatte. Patricks Credo: nur profitable Firmen kaufen, weil das die Freiheit gibt, selbst zu entscheiden, wie und wann integriert wird. Wer die eigene Software für besser hält, soll radikal und mit festem Datum migrieren statt zwei Systeme parallel laufen zu lassen. Der größte Deal war Interhome für 250 Millionen Euro: anderthalb Jahre Verhandlung, ein gemeinsames Gebot mit DER Touristik auf die Hotelplan-Gruppe der Migros, parallel eine Fremdkapitalfinanzierung und eine Kapitalerhöhung. Intern nannte Patrick das 5D-Dominoschach und fühlte sich wie Dänemark bei der EM 1992. Außerdem erzählt er, wie HomeToGo Corona überstand: im April 2020 minus 90 Prozent, im Juni mehr als das Doppelte der Buchungen von 2019.
Zum Schluss geht es an die Börse. Nach dem Airbnb-IPO klingelte bei HomeToGo das Telefon mit unendlich vielen SPAC-Anfragen, am Ende wurde es der Lakestar-SPAC von Klaus Hommels, mit knapp unter 30 Prozent Redemption und rund 250 Millionen Euro Erlös. Weil die Deutsche Börse für die gebrandete Glockenzeremonie ein paar hunderttausend Euro verlangte, kaufte das Team eine Glocke auf dem Flohmarkt im Mauerpark, baute eine Videowand im Berliner Büro und ließ bedruckte LKWs vor der Frankfurter Börse vorfahren. Heute ist die Firma etwa sechsmal so groß wie 2019, die Marktkapitalisierung liegt aber bei 200 bis 250 Millionen Euro statt 1,2 Milliarden beim Börsengang. Patrick erklärt, wie er sich mental vom Kurs löst, warum die Guidance nach innen hilft und was er seinem 2014er Ich schreiben würde: Prüfe bei jedem Rat den Kontext des Ratgebers und ob er relevante Erfahrung hat.
Zahlen aus der Folge
4 weitere Zahlen
Worüber am meisten gesprochen wurde
Kapitel
- 00:00Trailer & IntroIntro
- 01:21Überblick über den Online-Reisemarkt: Google, Booking, Airbnb und HomeToGoReisemarkt & Trends
- 04:22KI im Reisen: Warum sie den Urlaub plant, aber noch nicht buchtKI im Reisen
- 07:08Reise-Trends: Urlaub in der Natur, der Serien-Effekt und Übernachten im Union-Berlin-StadionReisemarkt & Trends
- 13:51Das Geschäftsmodell von HomeToGo: Marktplatz, Software und Verwaltung für FerienhäuserGeschäftsmodell & B2B
- 35:1015 Firmenkäufe für über 300 Millionen Euro: Warum Patrick nur profitable Firmen kauftM&A & Dealmaking
- 41:20Dealmaking: Warum am Ende Menschen entscheiden, ob ein Deal klapptM&A & Dealmaking
- 52:12Der größte Kauf: Interhome für 250 Millionen Euro nach anderthalb Jahren VerhandlungM&A & Dealmaking
- 01:16:20Der Börsengang: Warum Patrick die IPO-Glocke auf dem Flohmarkt kaufteBörsengang & Aktienkurs
- 01:21:52Firma sechsmal größer, Aktienkurs trotzdem tiefer: Wie Patrick damit umgehtBörsengang & Aktienkurs
Key Learnings
- 1
Such dir im großen Markt erst eine Nische, aus der du weiter operieren kannst
Jeder rät dir zu einem großen Markt. Patrick rät dazu, dir darin zuerst eine Nische zu suchen, in die du gut reinkommst. Für HomeToGo war das 2014 die Metasuche für Ferienhäuser: Für Hotels gab es Trivago, für Flüge Swoodoo, für Ferienhäuser nichts, obwohl es der unsortierteste Markt war, weil über 95 Prozent des Inventars Privatleuten gehört. Aus der Nische heraus kamen dann Preisvergleich, Direktbuchung, Payment und schließlich das B2B-Geschäft.
13:51 · Das Geschäftsmodell von HomeToGo: Marktplatz, Software und Verwaltung für Ferienhäuser - 2
Exklusive Verträge und physischer Service sind der Burggraben gegen KI
Ein Marktplatz kann unter KI leiden, wenn Leute direkt beim Anbieter buchen. Interhome hat aber Exklusivverträge mit den Eigentümern und kontrolliert den Kalender, und jemand vor Ort übergibt den Schlüssel und repariert den Wasserhahn. Das lässt sich laut Patrick nicht mit KI disrupten. Gleichzeitig profitiert HomeToGo intern von KI, weil kleine Tools heute selbst gebaut werden, für die früher keine externe Software gekauft worden wäre. Und selbst wenn irgendwann die KI bucht, muss sie bei irgendjemandem buchen: bei der Software oder beim Service von HomeToGo.
13:51 · Das Geschäftsmodell von HomeToGo: Marktplatz, Software und Verwaltung für Ferienhäuser - 3
Kauf nur profitable Firmen, dann entscheidest du selbst über die Integration
HomeToGos Credo bei 15 Übernahmen: nur Firmen kaufen, die schon profitabel sind. Eine Firma, die nur auf dem Papier mit Synergien Sinn ergibt, zwingt dich, diese Synergien zu heben, und du lässt andere Chancen liegen. Ein profitables Unternehmen kannst du dagegen erst einmal ins Regal stellen und in Ruhe entscheiden, wie, zu welchem Grad und wann du es integrierst. Die einzige Ausnahme sind reine Asset-Deals, etwa eine Webseite, die du sowieso mit eigener Technologie und Mannschaft betreiben kannst.
35:10 · 15 Firmenkäufe für über 300 Millionen Euro: Warum Patrick nur profitable Firmen kauft - 4
Kauf Firmen, mit denen du vorher schon zusammengearbeitet hast
Fast alle Deals von HomeToGo liefen außerhalb von Bieterprozessen, weil der Marktplatz wie ein Schirm über dem Markt hängt und jeder in der Branche ohnehin Partner ist. Interhome war seit der ersten Webseite 2014 angebunden. So kennst du die Menschen, die technische Aufstellung und die Entwicklung des Inventars, bevor ein M&A-Berater dir ein Memo zeigt. Patricks Vergleich: Wie beim Hiring ist die sicherste Entscheidung die über jemanden, mit dem du schon gearbeitet hast.
35:10 · 15 Firmenkäufe für über 300 Millionen Euro: Warum Patrick nur profitable Firmen kauft - 5
Migriere radikal und mit Deadline statt zwei Systeme parallel zu fahren
Beim Kauf von Casamundo überlegte das Team zunächst, die alte Buchungssoftware parallel laufen zu lassen, um die eigene zu testen. Patrick und sein Mitgründer Wolfgang entschieden am Ende des Kick-off-Tags dagegen: Metriken sind nie vergleichbar, ein echter A/B-Test ist das nicht. Also radikal auf das eigene System umziehen, mit festem Termin. Die Devise eines ehemaligen GitHub-CTOs, die Patrick zitiert: Date-driven Engineering, die Engineers hassen es, aber es funktioniert. Must-haves bis zum Stichtag, alles andere zieht nach. Die Saisonalität des Geschäfts gibt den Zeitraum zwischen Sommer und nächster Hochsaison natürlich vor.
41:20 · Dealmaking: Warum am Ende Menschen entscheiden, ob ein Deal klappt - 6
In der Krise hilft Aktivität, nicht Selbstmitleid
Als Corona im Frühjahr 2020 die geplante Finanzierungsrunde zerschoss und die Buchungen im April um 90 Prozent einbrachen, hatte Patrick zum ersten Mal das Gefühl, dass der Teppich unter den Füßen weggezogen wird. Sein Rezept: nicht in Panik verfallen, aber etwas tun. Bridge-Finanzierung mit den Bestandsinvestoren, Einsparungen, Kurzarbeit. Und die Wette, dass Ferienhäuser die Letzten sind, die Corona trifft, und die Ersten, die wieder rauskommen. Im Mai lag HomeToGo bei minus 25 Prozent, im Juni 2020 deutlich über dem Doppelten der Buchungen von 2019. Dasselbe Muster half auch, als der Interhome-Deal zu kippen drohte.
52:12 · Der größte Kauf: Interhome für 250 Millionen Euro nach anderthalb Jahren Verhandlung - 7
Der Börsengang ist ein Mittel zum Zweck, und die Guidance zwingt dich zur Klarheit
Patricks Ziel war nie die Börse, sondern die Finanzierung dessen, was HomeToGo bauen wollte, inklusive Zukäufe. Der SPAC war dafür mit den Informationen von damals der richtige Weg, auch wenn die Redemption-Quoten in den USA kurz vor dem eigenen Listing auf 80 bis 90 Prozent stiegen; bei HomeToGo gingen knapp unter 30 Prozent raus. Positiv überrascht hat ihn die Guidance: Wer Ziele öffentlich macht, hat Accountability, kann sie nach innen viel einfacher kommunizieren und wird im Storytelling besser, weil er die Firma immer wieder Leuten erklären muss, die sie noch nie gesehen haben.
01:21:52 · Firma sechsmal größer, Aktienkurs trotzdem tiefer: Wie Patrick damit umgeht - 8
Prüfe bei jedem Rat den Kontext und die relevante Erfahrung des Ratgebers
Je größer die Firma, desto mehr erfahrene Leute und Advisor reden auf dich ein. Patricks Filter, den er seinem 2014er Ich schreiben würde: Rat zu erteilen ist einfach. Frag dich erstens, aus welcher Brille und mit welchem Incentive jemand rät (ein VC muss auf Lifetime und Exit schauen), und zweitens, ob die Person es selbst durchlebt hat. Selbst dann ist nichts eins zu eins übertragbar. Sein Beispiel: OKRs sind bei Google ein Alignment-Tool für eine große Organisation. Einem 20-Personen-Startup rät er davon ab, HomeToGo selbst hat das Framework für sich umgebaut.
01:21:52 · Firma sechsmal größer, Aktienkurs trotzdem tiefer: Wie Patrick damit umgeht
Meistgesehener Clip zur Folge
Die Deutsche Börse verlangt hunderttausende Euro…
Auf Instagram ansehen ↗Zitate

„Wir haben vor allen Dingen ein Credo für uns, dass wir generell eigentlich nur Firmen kaufen, die schon profitabel sind.“„… selbst in dem Szenario, wo ich selber nicht dran glaube, dass alles von AI gebucht wird. Muss die AI ja irgendwas buchen.“„… wir haben uns ein bisschen gefühlt wie Dänemark bei der EM 92. … wir sind nur so halb eingeladen, weil uns die Leute das vielleicht nicht zutrauen, dass wir das hinbekommen.“„Mein Ego braucht es nicht. Ich finde es viel geiler, wenn die ganzen Leute, die halt irgendwie daran mitgewirkt haben, auch ein Teil davon sind.“„… so ein Rat zu erteilen, also dass dir jemand einen Rat erteilt, ist ja, ist ja super einfach. Aber was eigentlich viel interessanter ist, hat jemand relevante Erfahrungen.“Über den Gast

Patrick Andrae
Dr. Patrick Andrae ist Mitgründer und CEO von HomeToGo, dem Marktplatz mit der nach eigenen Angaben weltweit größten Auswahl an Ferienhäusern. Er hat Jura und BWL studiert, in Jura promoviert und schon mit zwölf Jahren Webseiten gebaut. Vor der Gründung war er bei Rocket Internet und Home24. 2014 startete er HomeToGo in Berlin zusammen mit Wolfgang Heigl als Metasuche für Ferienhäuser. Heute besteht die Gruppe aus dem Marktplatz und dem B2B-Segment HomeToGo_PRO mit Software wie Smoobu und dem Ferienhausverwalter Interhome, den HomeToGo 2025 für 250 Millionen Euro übernommen hat. Seit 2021 ist die HomeToGo SE an der Frankfurter Börse notiert (Ticker HTG). Das Unternehmen hat rund 1.500 Mitarbeiter und peilt für 2026 einen Innenumsatz von 400 bis 410 Millionen Euro und ein Adjusted EBITDA von 45 bis 47 Millionen Euro an.
Häufige Fragen
Was macht HomeToGo?
HomeToGo betreibt einen Marktplatz mit der nach eigenen Angaben weltweit größten Auswahl an Ferienhäusern, auf dem du direkt buchen kannst oder zu Partnern wie Booking und Vrbo weitergeleitet wirst. Daneben gibt es das B2B-Segment HomeToGo Pro mit Software (zum Beispiel Smoobu für private Vermieter und das White-Label-Produkt Doppelgänger, das etwa hinter der Ferienhaussuche von TUI steckt) und Services durch den Ferienhausverwalter Interhome mit über 200 lokalen Büros. Seit dem Kauf von Interhome macht das B2B-Geschäft fast zwei Drittel aus, Patrick nennt HomeToGo deshalb heute eine B2B-Company.
Wie viele Firmen hat HomeToGo gekauft und wie viel hat das gekostet?
Laut Folge hat HomeToGo 15 Firmen gekauft und dafür insgesamt über 300 Millionen Euro ausgegeben, davon 250 Millionen Euro allein für Interhome. Nicht alle Kaufpreise wurden öffentlich kommuniziert. Fast alle Deals liefen außerhalb von Bieterprozessen, mit Firmen, die vorher schon Partner des Marktplatzes waren.
Wie lief der Kauf von Interhome ab?
Interhome gehörte zur Hotelplan-Gruppe der Schweizer Migros, die sich komplett vom Reisegeschäft trennen wollte. HomeToGo wollte nur das Ferienhausgeschäft und bot deshalb gemeinsam mit DER Touristik aus dem REWE-Konzern auf die ganze Gruppe. Der Prozess dauerte anderthalb Jahre, parallel liefen eine Fremdkapitalfinanzierung und eine Kapitalerhöhung, bei der auch neue institutionelle Investoren einstiegen. Patrick nannte das intern 5D-Dominoschach. Die Unterschrift selbst war unspektakulär: In der Schweiz läuft das über Vollmachten an die Anwälte, nicht beim Notar.
Wie ist HomeToGo an die Börse gegangen?
Über einen SPAC, also eine leere Börsenhülle, die eine private Firma übernimmt. Nach dem Airbnb-IPO Ende 2020 meldeten sich unzählige SPAC-Sponsoren vor allem aus den USA, HomeToGo ließ Morgan Stanley einen Prozess aufsetzen und entschied sich für den Lakestar-SPAC von Klaus Hommels, der zuvor schon Investor war. Knapp unter 30 Prozent der SPAC-Investoren nutzten ihr Rückgaberecht, über ein Zusatzinvestment kamen weitere 100 Millionen Euro dazu, am Ende standen rund 250 Millionen Euro Erlös. Das Listing ist in Frankfurt, der Ticker lautet HTG.
Warum ist der Aktienkurs von HomeToGo gefallen, obwohl die Firma gewachsen ist?
Beim Börsengang lag die Bewertung bei über 1,2 Milliarden Euro, heute bei 200 bis 250 Millionen, obwohl HomeToGo etwa sechsmal so groß ist wie 2019 und seine Ziele (Profitabilität 2023, 20 Prozent B2B-Anteil) erreicht hat. Patricks Erklärung: HomeToGo ging als Metasuche mit kleinem Software-Teil an die Börse und ist heute ein B2B-Geschäft, diese Story muss der Markt erst verstehen. Interhome steckt zudem erst seit dem letzten Quartal des Vorjahres in den gesetzlichen Zahlen. Dazu kommt die geringe Marktkapitalisierung, die manche Investoren ausschließt; die Handelsliquidität hat HomeToGo mit neuen institutionellen Investoren um das Sieben- bis Achtfache erhöht.
Wird KI das Buchen von Reisen übernehmen?
Patrick sieht KI beim Planen längst als stark, beim Buchen aber noch nicht: Selbst OpenAI habe einen Checkout für Reisen angekündigt und wieder zurückgezogen. Zuerst wird KI standardisierte Dinge wie ein Hotelzimmer auf Geschäftsreise buchen. Ein Ferienhaus für zwei Wochen Familienurlaub hat keine Sternekategorie, ist sehr visuell und das gemeinsame Aussuchen gehört für viele zum Urlaub. Irgendwann werde KI ein relevanter Kanal, aber auch dann müsse sie bei einem Anbieter buchen, und HomeToGo ist mit Software und Service selbst der Anbieter.
Erwähnt in der Folge
- InterhomeFirmaFerienhausverwalter mit über 200 lokalen Büros in Europa, den HomeToGo für 250 Millionen Euro von der Migros-Tochter Hotelplan gekauft hat.
- SmoobuProduktVerwaltungssoftware von HomeToGo für private Vermieter, Patrick nennt sie ein Mini-Shopify fürs Ferienhaus.
- CasamundoFirmaFerienhausportal, das HomeToGo von Axel Springer gekauft und radikal auf die eigene Software migriert hat.
- Wolfgang HeiglPersonPatricks Mitgründer, zwölf Jahre älter, hatte zuvor die Flugsuche Swoodoo gegründet und an Kayak verkauft.
- AirbnbFirmaFür Patrick der Challenger im Markt und der Auslöser für HomeToGos Börsengang: Nach dem Airbnb-IPO riefen die SPAC-Sponsoren an.
- Booking.comFirmaLiefert Inventar an den HomeToGo-Marktplatz und bekommt im Gegenzug Buchungen weitergeleitet.
- Expedia / VrboFirmaZweiter großer Inventar-Partner des Marktplatzes; Vrbo heißt in Deutschland FeWo-direkt.
- TUIFirmaDie Ferienhaussuche auf tui.com und in den TUI-Reisebüros läuft über HomeToGos White-Label-Produkt Doppelgänger.
- Migros / HotelplanFirmaDie Schweizer Genossenschaft wollte ihr Reisegeschäft Hotelplan samt Interhome als Ganzes verkaufen.
- DER TouristikFirmaReiseveranstalter aus dem REWE-Konzern, mit dem HomeToGo gemeinsam auf die Hotelplan-Gruppe geboten hat.
- Klaus HommelsPersonLakestar-Gründer und früherer HomeToGo-Investor, dessen SPAC HomeToGo an die Frankfurter Börse brachte.
- Rocket InternetFirmaPatricks Station vor der Gründung, zusammen mit Home24: viel Verantwortung, wenig Work-Life-Balance.
- Deutsche BörseFirmaVerlangte für eine gebrandete Glockenzeremonie ein paar hunderttausend Euro, weshalb HomeToGo in Berlin selbst feierte.
- 1. FC Union BerlinFirmaHomeToGo war Hauptsponsor und ist Reisepartner des Clubs; Fans können im Container am Rand der Tribüne übernachten.
- The White LotusSendungBeispiel für den Serien-Effekt: An Drehorten steigt die Nachfrage nach Ferienhäusern im Jahresvergleich um das Drei- bis Vierfache.
Transkript
00:00 Trailer & Intro
00:00 Feliks Eyser: Du hast viele Firmen gekauft. Interhome ist jetzt das größte Beispiel. Riesenbrocken habt ihr, glaube ich, 250 Millionen dafür ausgegeben. Ihr habt davor auch schon 14, 15 andere Firmen gekauft. Wie viel Geld hast du insgesamt ausgegeben für Firmenkäufe?
00:10 Patrick Andrae: Wir haben vor allen Dingen ein Credo für uns, dass wir nur Firmen kaufen, die schon profitabel sind. weil es einem unheimliche Freiheit gibt. Wenn du halt eine Firma kaufst, die nur auf dem Papier mit Synergien Sinn ergibt. Und wenn du ein profitables Unternehmen hast, gibt dir das die Freiheit, wie und zu welchem Grad und wann vor allen Dingen integriere ich es in mein Gesamtunternehmen. Gib mir mal so eine kleine Master, In der menschlichen Seite des Deal-Makings. Am Ende machen Menschen die Deals. Alles, was die Zahlen sagen, selbst in großen Transaktionen, sind ja immer Menschen, die interagieren. So ein Rad zu erteilen, ist ja super einfach. Aber was eigentlich viel interessanter ist, hat jemand relevante Erfahrung. Achte darauf, wenn du Leute, die Rat geben. Was ist deren Kontext? Also ein VC gibt dir ein Rat, aber der guckt natürlich aus seiner Brille auch. Und das zweite ist halt, was ist?
00:56 Feliks Eyser: Patrick, schön, dass du da bist. Freut mich hier zu sein. HomeToGo, 400 Millionen Umsatz dieses Jahr, über 40 Millionen Gewinn ist die Prognose zumindest, relevanter Player im Travel-Bereich. Gib mir mal eine Übersicht über den Markt, wenn ich da nicht so super tief drin bin. Ich stell mir vor, hast du mal Game of Thrones geschaut?
01:14 Patrick Andrae: Ja, natürlich. Du bist early adopter für die Basis. Okay.
01:21 Überblick über den Online-Reisemarkt: Google, Booking, Airbnb und HomeToGo
01:21 Feliks Eyser: Das kann man, komm, wie beim Ende. Aber so die Intro, weißt du, wo du so über diese Karte drüber fliegt und diese einzelnen Orte da sind? In der Mitte irgendwie das Zentrum der Macht und dann so die Leute mit dem Geld und so weiter. Wie ist das für den Online-Travel-Markt?
01:36 Patrick Andrae: Da könnten wir jetzt wahrscheinlich einen eigenen Podcast drüber machen. Über die Gesamtzusammensetzung des Online-Travelmarkts. Ich weiß, was du meinst. Du wirst gerne verstehen, wie im Endeffekt, wer da überhaupt die relevanten Player sind und wer aktiv ist. Also, du hast ja den allgemeinen Travelmarkt, der ist brutal groß. Also einer der größten Märkte, die du eigentlich auf der Welt hast, ne? Ähm, und du hast dort natürlich verschiedene Verticals oder größere Einheiten. Also, wenn du jetzt sagen wirst, du hast irgendwie Transporter, äh, Transportation, also mit Flug und so weiter, vor allen Dingen. Dann hast du natürlich Unterkunft, Hotelgroße Thematik. Dann. Alternative Unterkünfte, Ferienhäuser, Ferienwohnungen, was wir machen, kommen wir gleich zu. Das ist euer okay, dann gleichen die mir spielen. Dann gibt es noch Experiences, also so, was kannst du vor Ort machen und so weiter, ist ein bisschen kleiner als die großen. Bereich und dann gibt es natürlich alles Mögliche drumherum. Also Package Tours bringt Sachen zusammen. Also wenn du dir Pauschalreise denkst und so weiter und so fort. Und in diesem Gesamtmarkt gibt es natürlich die verschiedensten Anbieter, sowohl online als auch noch alte Offline-Anbieter oder hybride Anbieter und dementsprechend ist es ein riesiger Markt, wo aber auch viele Geschäftsmodelle auch miteinander Arbeiten und auch kommunizieren. Also es ist eigentlich auch ein Markt, wo die Leute viel im Wettbewerb stehen, aber gleichzeitig auch miteinander arbeiten. Das sieht man auch an unserem Modell ganz gut. Also du hast zum Beispiel Wenn du anfängst, viel, oder ich sag mal, bis vor kurzem, in Anführungsstrichen, ja, bevor AI vielleicht das ein bisschen ersetzt hat, was die Research anbelangt für Travel, haben natürlich ganz viele Suchen für Reise eigentlich auf Google gestartet. Die kontrollieren den Fluss der Kunden, haben damit sehr viel Macht auf der Gamer Fund-Karte. Genau, ja, ja, einfach weil du halt so der Router warst. Also du kannst halt sagen, okay, ich. Wenn ich irgendwas erstmal wissen will, ist das ein spannender Ort, wo ich hinfahren will, wenn ich eine Idee habe? Oder vielleicht auch ausgehend von der Aktivität, die ich machen will, was sind gute Orte zum Surfen, was sind gute Orte für was anderes, dann bist du ja früher zu Google gegangen und hast erstmal da angefangen. Das kannst du natürlich heute auch noch bei Google machen, weil die AI-Overviews dir dir auch schon helfen, kannst du es im AI-Mode machen. Aber natürlich gehen viele Leute heute dann teilweise auch vorher erst nochmal in die AI oder in ihre AI, die Sie vielleicht mögen, ob es jetzt OpenAI, ChatGPT ist oder ob es Claude ist oder was auch immer. um dann vielleicht diesen Research-Teil abzuwarten und dann erst in den Transaktionslayer zu gehen.
03:57 Feliks Eyser: Okay, das heißt, du ist bisher so die klassischen Suchen, Google, ist klar, dann hast du so die, die, die Buchungsportale, Booking ist so der Platz, so die kontrollieren wahrscheinlich gerade so den Thron der Online-Reisen, zumindest was Hotels. angeht. Du hast so Challenger wie Airbnb, so, die wollen natürlich die Macht irgendwie auch ein Stück weit an sich reißen, im alternativen Unterkunftsbereich Und jetzt hast du die AI-Tools, sind die so die. Sind das so die White Walker hinter der Mauer, so die da kommen, wo man nicht weiß, was da so passiert? Ja, ich glaube.
04:22 KI im Reisen: Warum sie den Urlaub plant, aber noch nicht bucht
04:22 Patrick Andrae: Ich glaube, jeder, der sagt, er weiß hundertprozentig, was passiert, mit AI ist, glaube ich, ist am Endeffekt immer eine Wette auf die Themen, aber Aus unserer Sicht ist zum Beispiel AI natürlich, also was du jetzt schon siehst, ist, dass es beim Research halt unheimlich hilft den Leuten. Also wenn sie halt überlegen, wie plane ich meine Reise, was Wo will ich vielleicht hinreisen? Vor allen Dingen, wenn du so einen Roadtrip machst oder so, da hast du natürlich mittlerweile, das war schon in 2023 schon gut, was die AI kann und mittlerweile ist es natürlich richtig, richtig, richtig gut. Also, dieses Trip-Planning im Endeffekt, was AI macht.
04:55 Feliks Eyser: Wo plötzlich wieder alles zusammen ist. Nicht nur der Flug und die Unterkunft, sondern er sagt, hier ist ein cooles Restaurant, hier ist die Aktivität, hier kannst du das machen und quasi alles auf eine andere.
05:02 Patrick Andrae: Genau, aber du siehst auch schon noch, wenn du dir so umf Fragen von Leuten anguckst. Die Leute nutzen es halt im Wesentlichen oder nutzen es gerne, um zu planen, aber trauen halt nicht irgendwie mehr zu machen. Also die Buchung oder sowas geht ja auch noch nicht richtig. Also OpenAir hat ja auch irgendwie gesagt, okay. Wir bauen das mal mit Checkout und so weiter, auch für Reise, dann haben sie gesagt, vielleicht lieber doch nicht. Es ist halt dann doch komplexer als man denkt. Aber es kommt natürlich immer drauf an. Also wenn du die Reise anguckst, Als Beispiel, was ist das, was du als erstes mit AI vielleicht buchen würdest für eine Reise? Wahrscheinlich das Hotelzimmer, wenn du jetzt einen Businessaufenthalt irgendwo hast. Weil im Zweifel bist du alleine unterwegs, also nicht mit Familie. Du bist irgendwie nur eine Nacht da und wenn es halt schief geht, das Risiko ist nicht so groß. Wenn du jetzt bist im Zweifel in einem Motel, was relativ standardisiert ist, hast du irgendwie Sterne und da kannst du dich so ein bisschen drauf. Unser Bereich, Ferienhaus, gibt keine Sternekategorie. Das ist ein sehr visuelles Produkt normalerweise und normalerweise, zumindest unsere Kunden, fahren halt zum großen Urlaub dahin. Dann bist du halt zwei Wochen an das Objekt gebunden. Das heißt. Der Research ist da, dauert A länger und B ist interessanterweise, auch wenn du mit den Kunden sprichst, oft auch was, was Teil eigentlich der Urlaubserfahrung ist. Also
06:16 Feliks Eyser: Sich da gemeinsam hinzusetzen, die Liste zu managen, gemeinsam.
06:19 Patrick Andrae: Genau, und dann halt zu sagen: guck mal, irgendwie, das ist das, was, weil es dann oft auch ein Familienurlaub ist, das ist das, wo wir vielleicht hinfahren wollen. Und hey, ja, mir gefällt da die Einrichtung nicht und also. Es ist halt ein anderer Prozess einfach. Manche Leute, also wir in unserer Blase denken ja immer an Effizienzsteigerung und so weiter, aber für viele Leute ist Teil des Urlaubs halt auch Dieses Aussuchen. Weil du sagst ja auch nicht, wenn du heute würdest du wahrscheinlich auch nicht sagen, hey, ei, kauf mir mal weiße Sneaker, sondern du wirst ja im Zweifel Vielleicht 10, 20 sehen und sagen, okay, die finde ich vielleicht gut, dann wirst du gleich noch anprobieren, um zu gucken, ob sie auch passen, ja, am Ende. Und ich glaube, das ist so ein bisschen das Thema. Du hast eher so transaktionelle Sachen sicherlich im Business Travel und in anderen Sachen. Es wird aber sicherlich so sein, dass das ein relevanter Kanal irgendwann wird. Ja, weil es wird natürlich Leute geben, die das gerne so machen wollen.
07:08 Reise-Trends: Urlaub in der Natur, der Serien-Effekt und Übernachten im Union-Berlin-Stadion
07:08 Feliks Eyser: Was sind sonst Trends im Travelmarkt insgesamt? Was sind so neue Themen, die euch gerade beschäftigen? Mal abgesehen von der Technologie, sondern eher so in der Weise, wie gereist wird?
07:15 Patrick Andrae: Also, vielleicht um HomeToGo ist ja auf den klassischen Ferienhausmarkt konzentriert. Was meine ich mit klassischer Ferienhausmarkt? Wir haben immer schon angefangen, wir haben ursprünglich mal angefangen als Metasuche für das klassische Ferienhaus, also wo du im Endeffekt hinfährst, wenn du mit deiner Familien Sommerurlaub machen willst. Also irgendwie an die See oder an den See, ans Meer, in die Berge oder sowas. Aber bei uns der klassische Urlaub ist halt eigentlich Familie, die Sommerurlaub macht. Und das ist so. interessanterweise das worauf wir uns konzentriert haben. Also nicht wie Airbnb damals, die aus den Städten irgendwie das Zimmer nebenan noch buchbar gemacht haben und dann haben Leute angefangen, da irgendwie Apartments draus zu machen, etc. etc. Und irgendwann sind sie dann auch in den mehr klassischen Fernhausbereich gekommen. Und das ist ja das, worauf HomeToGo von Anfang an basiert, auch wo wir jetzt ein Marktplatz sind und wo wir auch unser B2B-Offering, also wir bieten ja Software und Services an, auch für Fernenhausbesitzer uns befinden. Und das ist ganz interessant, weil du jetzt siehst, dass zum Beispiel ein Trend ist, und deswegen erzähle ich das so ein bisschen. Dass die Leute mehr wieder raus wollen in die Natur und vielleicht nicht immer so Städtetrips und sowas machen. Das merkt ihr richtig? Ja, ja, das ist. Wir haben uns ja eh immer darauf konzentriert, aber interessanterweise Hat Airbnb das ja dieses Jahr so ein bisschen ausgerufen als das Thema? Back to Nature. Ja, ja, ja, genau. Dass auch die jüngeren Generationen das ein bisschen schätzen lernen. Und das ist, glaube ich. Genau das, was eigentlich unser Core-Angebot immer schon war. Nature is the new luxury. Ja, ich glaube halt. Wenn du halt ähm dir überlegst, dass also es passiert, also ich glaube, es ist so, es passiert ja im Moment sehr viel in der Welt Und ich glaube auch, manchmal wollen die Leute einfach ein bisschen Ruhe.
09:06 Feliks Eyser: Ein bisschen Ruhe, oder?
09:06 Patrick Andrae: Ja, aus der Stadt mal raus. Ja, ja, also einfach, auch wenn den Kopf einfach mal ein bisschen frei bekommt, weil da ja schon im Endeffekt viel passiert und man will vielleicht einfach mal ein bisschen Ruhe haben. Und das ist was, was vielleicht früher, wo jetzt zum Beispiel unser, ich sag mal, Kernangebot eher für den Sommerurlaub war, ist natürlich insofern jetzt auch interessant. Für Nebensaison und so weiter, weil wenn du halt mal raus willst, brauchst du jetzt ja vielleicht nicht zwei Wochen am Strand zu verbringen.
09:31 Feliks Eyser: Du kannst auch im Winter nach Lapland und mit dem Schneemobil fahren oder so.
09:34 Patrick Andrae: Im Inu übernachten. Ja, ja, du kannst halt viele Sachen machen. Und ich glaube, das ist Das ist halt schon ein sehr schöner, schöner Bereich, eigentlich, weil du halt auch ja in einem Ferienhäuser ja auch Überall stehen, das heißt, du kannst es entweder in einem Ort haben, wo du irgendwie Anschluss hast, aber du kannst es natürlich auch relativ einsam haben, ne? Auf dem Berg. Du kannst es einsam haben in der Natur im Wald, du kannst es einsam haben am See, aber auch selbst am Meer. Es gibt ja ganz verschiedene Arten und ich glaube Das hast du halt mit dem Hotel nie, ne? Wenn du im Hotel fährst, hast du halt immer andere Leute um dich herum. Das stimmt, ja. Was war das abgefahrenste Fanhausen, dem du jemals warst? Ich glaube, das Abgefahrenste, wo ich zwar nicht selber drin war, aber was Wir haben ja auf unserer Webseite so viele verschiedene verrückte Sachen. Da gibt es ja von so Spiegelhäusern bis halt irgendwie ausgebauten Flugzeugen und so weiter. Am Ende Ist das aber nicht zwangsläufig das, was am meisten gebucht wird? Aber es ist trotzdem schon interessant, immer wieder zu sehen, was die Sachen sind. Ich bin wahrscheinlich eher Eher gar nicht so ein verrückter Urlauber fürs Fernhaus, dass ich dann danach gehe, sondern eher für mich ist vor allen Dingen die Lage interessant, also wichtig und natürlich irgendwie wie das Haus innen ausgestattet ist und so weiter. Aber jetzt nicht unbedingt, wie es von außen verrückt aussieht. Aber das zieht natürlich sehr im Marketing und für andere. Das ist eine gute Story. Sieht auf der Startseite witzig aus, wenn ich da ein Baumhaus übernacht mache. Wir haben ja zum Beispiel auch mit HomeToGo. Wo ich natürlich selber nicht übernachtet habe, aber wir haben ja, wir waren ja Hauptsponsor bei Union, also Union Berlin, vom Fußball-Bundesliga-Club und sind ja immer noch offizieller Travel. Sponsor, ja, also, oder, oder Reisepartner. Und du kannst ja bei Union mit uns im Stadion übernachten. Und das ist für mich persönlich. Du kannst im Stadion übernachten. Genau, also Stahlmächte bei HomeToGo nennen wir das. Es steht wirklich quasi auf der Eckfahne, oben, oben drüber. Und dann kannst du im Stall übernachten, ähm, HomeToGo. In der Kabine oder wie? Oder wo schläft man dann da? Nee, das ist im Endeffekt lustigerweise ein Container, den, äh, da, der da, also so ein So ein Überseekontainer, ja? Der steht auf dem Rasen wirklich. Nee, nee, der steht am kurz, also steht am Rande der Tribüne. Okay. Und der ist eigentlich mal gebaut worden, als Union, ja, als Union aufgestiegen ist, weil es ist, glaube ich, eine Lizenzvorgabe der DFL. Dass du so ein Studio haben musst für Fernsehsender, wo im Hintergrund das Stadion sichtbar ist. Deswegen ist es ein Container mit einem riesigen Panoramafenster. Und den haben wir dann dafür genutzt, im Endeffekt die Übernachtung anzubieten. Und man das jetzt Sehr erfolgreich gemacht und Leute sehr begeistert von uns.
12:07 Feliks Eyser: Auslastung ist gut von dem Container?
12:08 Patrick Andrae: Naja, also du kannst es natürlich, du kannst es buchen, aber dann bewirbst du dich darauf.
12:12 Feliks Eyser: Okay.
12:13 Patrick Andrae: Ja, und Damit bekommst du dann im Endeffekt die Möglichkeit, ausgewählt zu werden. Also normalerweise machen wir das so, dass sie haben ein verschiedenes Thema und dann geben die Leute das. an und dann lassen wir ja auch die Community voten, wer da reingeht und so weiter.
12:27 Feliks Eyser: Was natürlich ein sehr emotionales Thema ist, vor allen Dingen auch für die Union-Fans.
12:30 Patrick Andrae: Und das wäre wahrscheinlich das, aber ich nehme mir natürlich nicht selber raus, da zu übernachten, ja, weil das ist ja nicht für mich, sondern es ist ja Für unsere Kunden oder vor allen Dingen auch für die Fans von Union. Was ist Main Character Travel? Das habe ich davon noch nie gehört. Ja, Main Character Travel, das ist so ein Thema, ehrlich gesagt, beeinflusst durch Serien im Fernsehen oder beziehungsweise im Netflix vor allen Dingen oder Der White Lotus-Effekt.
12:57 Feliks Eyser: Wenn das auf Taumina stattfindet, dann will ich da hin, oder wie?
13:01 Patrick Andrae: Genau, das siehst du, das siehst du, das siehst du sofort auch. Also Game of Thrones Womit du angefangen hast, übrigens auch. Also da hast du auch gesehen, dass dann Kroatien, weißt du, die Orte, wo das gedreht wurde. Ach krass. Dass die Leute halt sagen, ich würde da gerne hin und du siehst immer. Also gerade White Lotus ist ein sehr gutes Beispiel. Da siehst du sehr gut, dass die Leute dann irgendwie in den Bereichen, wo das halt ist, also wenn du das relativ anguckst, wie dann die Nachfrage dieser Orte oder dieser Vielleicht auch Regionen dann relativ gesehen massiv steigt. Also zum Vorjahr im Vergleich. Südfrankreich soll die nächste Staffel sein, oder? Dann wird es auf jeden Fall, da kann sein, weißt du nicht.
13:34 Feliks Eyser: Meinst du, da sitzt irgendjemand so im Stadtmarketing oder im Tourismusmarketing und sagt, wir geben denen das Geld, dass die hierher kommen?
13:39 Patrick Andrae: Das würde auf jeden Fall Sinn machen Wir sehen es ja in den Daten. Du hast dann oft so drei Vervierfachungen oder so Year over year. Und das ist ja nicht nur bei uns, sondern im Zweifel auch bei den anderen Plattformen.
13:51 Das Geschäftsmodell von HomeToGo: Marktplatz, Software und Verwaltung für Ferienhäuser
13:51 Feliks Eyser: Wahnsinn. Okay, du hast HomeToGo so ein bisschen angerissen. Erklär nochmal eure eigene, euer Königreich sozusagen in dem Kontinent.
13:58 Patrick Andrae: Wir sind ja was sehr eigenes. Das ist ja insofern ganz interessant. Es gibt eigentlich niemanden, der im Fernhausbereich alles end-to-end abdeckt. Was heißt das? HomeToGo hat auf der einen Seite den B2C-Marktplatz, also für den Reisenden, wenn du nur Fernhaus suchst, haben wir die größte Auswahl an Fernhäusern weltweit. Weil wir unser eigenes Inventar haben, wir haben ein Inventar von unseren Partnern und wir haben Inventar von großen Partnern, auch wie Booking oder Expedia.
14:27 Feliks Eyser: Inventar heißt, es sind die Häuser und eigenes Inventar heißt es Gibt es nur bei dir. Also nicht zwangsläufig.
14:33 Patrick Andrae: Das ist immer so ein bisschen, da kommen wir jetzt dann schon ins Detail, weil viele Leute ja zum Beispiel auch sagen, ja. Das Inventar bei Airbnb gibt es nur bei Airbnb. Also diese Exklusivität gibt es in dem Sinne nicht, weil niemand eigentlich exklusive Verträge hat bist, und da komme ich gleich drauf, wenn du natürlich das Ferienhaus selber mit Service bedienst, dann wirst du normalerweise einen exklusiven Vertrag dafür haben, damit du halt weißt, dass der Kalender in Anführungsstrichen durch dich nur ausgebucht werden kann. Und dadurch kriegst du dann die Möglichkeit, natürlich Exklusivität zu haben. Das heißt aber nicht, dass du das Ferienhaus nicht trotzdem bei Booking, bei Airbnb und bei HomeToGo vertreibst. Auch wenn du der Einzige bist, der es entscheidet.
15:12 Feliks Eyser: Aber das ist deswegen, das ist immer so.
15:15 Patrick Andrae: Also Exklusivität ist so ein bisschen schwierige Definition in dem Bereich. Aber wenn du jetzt, als klassischer Reisender, wenn du aus meiner Sicht die beste Übersicht haben willst, gehst du natürlich zu HomeToGo, weil wir das größte Angebot haben, weil wir haben halt. unser direktverbundenes Angebot und wir haben dazu noch das Inventar halt von booking. com als auch von Expert. Expedia Vrbo, was in Deutschland FeWo-direkt ist.
15:42 Feliks Eyser: Okay.
15:42 Patrick Andrae: Und damit haben wir halt weltweit die größte Auswahl an Fernhäusern. Und Du kannst bei uns am Ende viele Sachen direkt buchen oder wir schicken dich zu Booking oder raus, zum Beispiel, wenn es gewisse Sachen dich interessieren, die jetzt vielleicht dich bei Booking mehr interessieren als bei uns. Das ist unsere ursprüngliche Story. Wir kamen mal als Metasuche in den Markt rein, weil Fernhaus, Fernwohnung ist ein unheimlich fragmentierter Markt. Ja, ist wirklich unheimlich fragmentiert und damit auch sehr unprofessionell. Woran liegt das? 95 Prozent plus des Inventars ist eigentlich in privater Hand. Also die Häuser an sich oder die Wohnungen gehören privaten Menschen, ja, und die wollen halt vermieten, ja, oder teilweise vermieten. Und dementsprechend ist da unheimliche Fragmentierung drin. Und wir haben so versucht, damals, unser erster Ansatz, ich bin so sehr davon überzeugt, wenn man halt in den Markt reingeht, wirst du halt versuchen, suchst du natürlich einen großen Markt, erzählt dir jeder. Aber du solltest vor allen Dingen natürlich auch versuchen, in einem Markt dir erstmal eine Nische zu suchen, in die du gut reingehen kannst und aus der du dann später halt weiteroperieren kannst. Und das war für uns damals. Metersuche, weil es gab es halt für Ferienhäuser nicht. Obwohl es eigentlich der unsortierteste Markt war. Also es gab es für Hotels, was Trivago zum Beispiel gemacht hat. Ja, genau, es gab es für Flüge, Swoodoo, was mein Mitgründer ja vorher gemacht hat und dann einen Kayak verkauft hat. Der Wolfgang und es gab es aber halt nicht für Fernhäuser, obwohl Fernhäuser das viel schlimmere Problem war, weil sprachen ja schon drüber, ist halt nicht so vergleichbar, weil du nicht Sternekategorien hast. Metersuche Flüge ist relativ einfach, du hast einen Unique Identifier mit dem Flug, der Flugnummer und so weiter. Und deswegen haben wir gesagt, okay. Erstmal überhaupt alles auf einer Plattform sammeln, ist ein unheimlicher Mehrwert. Dann den Preisvergleich daraus zu machen, ist der nächste Mehrwert. Und dann haben wir natürlich gemerkt. Oder wussten es eigentlich von Anfang an, dass gewisse unserer Partner, weil halt vielleicht nicht so professionell wie jetzt im Hotelmarkt, nicht jetzt das Tech-Produkt haben, wo du Leute rausschicken kannst. Also wo du Leute halt hinschicken kannst, um damit sie konvertieren. Und dann haben wir gesagt, okay, dann machen wir doch diese Leute bei uns direkt buchbar. Bietet die Buchung mit an. Und damit einhergehend das Payment. Genau, dann auch das Payment. Das sind so verschiedene Level im Endeffekt. So, und dann heute ist halt der Marktplatz im Wesentlichen hauptsächlich machen wir diese Buchung direkt bei uns. Und dann haben wir noch so den Werbeanteil, also die ehemalige Meta. Das ist dann, wenn wir noch an Booking und teilweise auch an Expedia-Vrbo haben.
18:15 Feliks Eyser: Wie viel ist es noch? So dieser ganz ursprüngliche Kernbereich sozusagen. Sozusagen jetzt im Gesetz.
18:19 Patrick Andrae: Ja, also wenn du es dir in Deutschland anguckst, im deutschen Markt, das ist immer so unser Kernmarkt, wo wir am weitesten sind. Da ist sozusagen die klassische Buchung deutlich über 80 Prozent. Also dieser alte Metabereich wesentlich kleiner. Gesamteuropa ist er über 60, also oder auf Gesamtgeschäft über 60 Prozent mittlerweile. Und wenn du, also in dem Marktplatzbereich. Wenn du da bei USA anguckst, da ist es geringer. Also das ist für uns, da sind wir eher noch eine Meter, muss man so sagen. Aber grundsätzlich ist unser Kerngeschäft In dem Marktplatz die eigene, also die Buchung auf der eigenen Webseite, plus halt zusätzlichen Anteil, falls du es doch woanders gerne dir angucken hast.
18:58 Feliks Eyser: Und dann habt ihr weiter integriert und angefangen auch Tools für Vermieter zu bauen oder so eine Art B2B-Beiträge.
19:04 Patrick Andrae: Der andere Bereich bei HomeToGo ist nennen wir HomeToGo Pro. Das ist unser B2B-Bereich. Und der teilt sich im Endeffekt auf in Software und Services. Und ich erkläre auch gleich, was das heißt. Im Endeffekt Haben wir gemerkt, hey, wenn wir jemandem so einfach auf der eigenen Webseite helfen können, dass er schneller und besser buchbar ist, Warum bieten wir das nicht einfach auch außerhalb der Webseite an? Dann haben wir unsere Technologie genommen und haben gesagt, wir können es ja auch Dritten anbieten. Also das war sozusagen die erste Idee für.
19:32 Feliks Eyser: Dritter wäre ein anderes Reiseportal oder so die private Webseite von dem einen Haus, von dem Vermieter ist.
19:37 Patrick Andrae: Es wäre es wäre am Anfang ein anderes Reiseportal, aber theoretisch natürlich auch jemand, der selber Fernhäuser vertreibt, aber vielleicht die Technologie nicht dafür hat, ähm, nicht der Einzelne Am Anfang, ich komme da gleich zu, wie wir dann da hingekommen sind, aber am Ende haben wir gesagt, guck mal, was wir auf der Webseite machen können, sollten wir auch außerhalb machen können. Und so haben wir HomeToGo Pro gestartet. Dieser B2B Bereich und wir haben ein Produkt da, was im Interface heißt HomeToGo Doppelgänger. Das ist White Label Produkt, ähm, das ist so benannt. Euer Aufsichtsrat, vielleicht. Aber er hatte zumindest nichts dagegen. Er hatte nichts dagegen. Nee, aber was das macht, zum Beispiel, wenn du auf die Tui. com gehst, auf die deutsche Tui-Seite und nach Ferienhäusern suchst du das ein HomeToGo-Produkt. Wenn du in ein Tui-Reisebüro gehst, ist das ein HomeToGo-Produkt, was die Person hinten nutzt, um dir Ferienhäuser zu vermitteln. Das war sozusagen der erste Einstieg. Und dann haben wir gemerkt, okay. Vielleicht sollten wir auch noch Services anbieten, die wir nicht nur ableiten können aus dem Marktplatz, weil das sehr gut funktioniert. Und dann haben wir angefangen halt mit MA und in Kombination mit dem, was wir schon Anbieten, weiterzumachen. Dann haben wir erst angefangen, noch weitere Software-Tools dazu zu kaufen und natürlich mit unserer Expertise zu erweitern.
20:52 Feliks Eyser: Ein Software Tool wäre dann quasi Property Management, Software.
20:56 Patrick Andrae: Als Beispiel, wir haben, wir haben Aus meiner Sicht, natürlich aus meiner Sicht, ja, eigentlich das beste Tool, wenn du ein privater Owner bist, also ein privater Eigentümer, der halt sagt, ich möchte mein Haus vermieten, möchte mich aber selbst darum kümmern. Das heißt, Smoobu. S M Doppel O B U und das ist eine Software, da kannst du dir vorstellen, wie so ein Mini-Shopify für Für wenn du halt ein Haus vermieten wirst.
21:19 Feliks Eyser: Da pflege ich den Kalender, da sehe ich meine Auslastungen.
21:22 Patrick Andrae: Genau, deine Auslastung kannst du eine eigene Webseite bauen, wo du die Vermietung drüber bekommst und. . Ein wichtiger Aspekt, da du ja oft auf verschiedenen Kanälen arbeitest, also du packst dein Objekt, wirst ja nicht nur über deine Webseite vertreiben, sondern. . Du wirst ja auch bei Booking, bei Airbnb, bei HomeToGo, vielleicht bei FeWo-direkt, also Vrbo Expedia, live sein und dann hast du natürlich ein Problem. Wenn du es auf allen diesen Portalen einstellst, Wenn einer jetzt gebucht wird, willst du ja nicht, dass es auf der anderen Portal noch gebucht werden kann. Teilweise kriegst du auch Strafen dafür, nicht bei uns, aber bei anderen Portalen. Und da musst du natürlich aufpassen, dass das nicht passiert. Und du willst ja auch nicht vier Kommunikationsplattformen haben, wo die Leute dir schreiben und so weiter. Und alles das nimmt dir Smoobu ab. Wie groß ist dieser Teil vom Business? Ähm, also Smoo, wir brechen das nicht raus. Wir haben das Marktplatzsegment und wir haben das Pro-Segment, und Smoobu ist Teil von diesem Pro-Segment. Okay. Und bevor wir wir kommen ja gleich dazu, wir haben ja mittlerweile In dem Pro-Segment nicht nur Software, sondern auch Service. Bevor wir Interhome gekauft haben, kommen wir vielleicht auch nochmal zu, letztes Jahr, was einen großen Bereich im Service aufgebaut hat. Die Landkarte wird komplexer. Ja, genau. Das ist ein spannendes Imperium. Und ja, also wenn man die Geschichte kennt, dann versteht man auch, wie sich diese Entwicklung sich abgezeichnet hat. Aber Bevor wir im Endeffekt Interhome hatten, war dieser Pro-Bereich, vielleicht kann ich es so formulieren, ja, war dieser Pro-Bereich so ungefähr ein Drittel. Unseres Geschäfts. Okay. Und zwei Drittel war der Marktplatz.
22:56 Feliks Eyser: Okay. Und zu diesem Zeitpunkt habt ihr wahrscheinlich, wenn man Interhome ausrechnen würde, Umsatz gemacht. 150 Millionen?
23:03 Patrick Andrae: Nee, nee, wir haben schon deutlich über 200 Millionen insgesamt. Okay.
23:08 Feliks Eyser: Und der Pro-Bereich hat davon ein Drittel ausgemacht.
23:10 Patrick Andrae: Genau, der hat ein Drittel ausgemacht. Der hat, als wir an die Börse gegangen sind, 21, hat der ähm War der noch nicht so hoch? Als wir an die Börse gegangen sind, 2021. Wir wollen bis 2023 den Pro-Bereich ausbauen auf über 20 Prozent. Das haben wir auch bis 2023 geschafft. Und dann haben wir es in 2024 waren wir dann schon so um die 30 Prozent. So letztes Jahr war es halt dann ein Drittel ungefähr.
23:30 Feliks Eyser: Okay.
23:31 Patrick Andrae: Und durch den Zukauf von Interhome Was im Endeffekt die andere Seite ist, und ich erkläre das gleich, ist der Pro-Bereich jetzt fast zwei Drittel und der Marktplatz nur noch ein Drittel.
23:42 Feliks Eyser: Durch diesen Zukunft hat sich der Gesamtumsatz massiv erhöht, wir haben es angesprochen, jetzt guidance dieses Jahr 4 Millionen etwa.
23:51 Patrick Andrae: Ist halt auch schon vorher schneller gewachsen als der Marktplatz. Okay. Und dementsprechend wären wir ja nicht von dem ursprünglich mal dem Ziel von 20 Prozent auf über ein Drittel schon gekommen.
24:02 Feliks Eyser: Würdest du sagen, ihr seid eine B2B-Company?
24:04 Patrick Andrae: Ja, heute ja. Okay. Definitiv.
24:06 Feliks Eyser: Erklär noch mal kurz das Service-Segment neben der Software.
24:10 Patrick Andrae: Genau, das Service-Segment ist vor allen Dingen Interhome. Interhome war ein sogenannter Property Manager oder Full-Service Property Manager. Das heißt also eine, du könntest sagen, im Deutschen ein Verwalter von Ferienhäusern und Ferienwohnungen. Die aber Full Service anbieten.
24:26 Feliks Eyser: Wirklich im physischen Sinne, da macht jemand die Schlüsselübergabe, da wechselt jemand das Bettlaken, da putzt jemand durch, so in etwa.
24:31 Patrick Andrae: Genau, du gehst, wenn du, wir hatten ja vorhin darüber gesprochen, wenn du ein Ferienhaus hast. Und du willst alles selber machen, dann nutzt du Smoobu, die Software. Wenn du aber sagst, ich will jetzt nicht angerufen werden, wenn ich mit dem Felix hier sitze, also ich jetzt als Patrick, weil irgendwie der Wasserhahn nicht läuft. Ja, oder ich möchte mich nicht darum kümmern, den Leuten einen Schlüssel zu übergeben oder die Vermarktung zu machen auf den verschiedenen Plattformen. Dann gehst du halt zu einer lokalen Agentur.
24:59 Feliks Eyser: Und die nehmen einfach einen Cut von den Bewegungen oder wie funktioniert das vom Modell?
25:03 Patrick Andrae: Genau, also gibt alle alle möglichen kommerziellen Modelle, aber am Ende ist es genau das. Du nimmst einen Cut. Ist da eine Range? Naja, es kommt darauf an, wie tief halt der der Service Kinder. Kann die alles machen. Ich will nicht einen Anruf. Ich will einmal im Jana abrechnen, denn das sollen die machen. Dann kann es bis über 40 Prozent gehen. Aber das liegt aber auch daran, dass du natürlich auch noch im Endeffekt Wie auch, also du kümmerst dich um die Reinigung, wenn was kaputt geht. Also wirklich, also wenn du zu Interhome gehst und willst das volle Paket, dann kannst du einfach sagen: Hey, hier ist das Haus, kümmert euch drum. Genau. Ich will die drei Wochen selber da sein, das ist ja oft so. Und sonst überweist mir einfach Geld, und das ist im Endeffekt das, was passiert. Und wenn jemand den Espresso-Maschine kaputt macht, dann kaufen die dann. Genau, ja, die kümmern sich um alles. Und dementsprechend ist es auch ein sehr lokal aufgestelltes Business. Also du hast, das ist, das ist beheimatet in der Schweiz. Wir haben es ja von der Schweizer Migros gekauft, und aber die haben über 200 lokale Büros. In den wichtigsten europäischen Reisegestinnen. Ja, ja. Genau, nur Europa. Reisedestinationen und da werden dann diese Objekte raus bedient.
26:12 Feliks Eyser: Wahnsinn. Und deswegen seid ihr voll integriert. Also von der Kundenbuchung ganz am Anfang, so mit Metasuche angefangen hast du erklärt, über die eigentliche Buchung, über die Software, über die Person, die den Schlüssel übergibt.
26:22 Patrick Andrae: Genau. Und am Ende ist es ja auch so: du musst ja überlegen. Also für uns ist im Endeffekt in dem Pro-Bereich, also in dem B2B-Bereich, ist ja meine oder unsere Idee am Ende. Wenn du einmal pro Kunde von uns bist, sollst du bei uns bleiben, obwohl sich vielleicht deine Ansprüche ändern können, weil wir sprachen ja drüber, wenn du Alles selber machen willst, brauchst du vielleicht Software. Irgendwann kannst du vielleicht nicht mehr alles selber machen. Vielleicht auch, weil du nicht mehr neben deinem Ferienhaus wohnst oder brauchst halt dann Service. Wir haben auf der anderen Seite das Full-Service, also du kannst komplett switchen, theoretisch, auf Interhome. Ja, und kannst sagen, ich mache jetzt nur noch. Ich mache jetzt gar nichts mehr. Aber da wir die Extremer abbilden, können wir theoretisch auch alles dazwischen abbilden. Dass du halt sagst, okay, ich mache zum Beispiel die Vermarktung selber, nehme aber zum Beispiel für Servicen teil. Sind wir noch nicht hundertprozentig bei allen Sachen da, weil bauen wir ja auch noch zusammen? Aber das sind natürlich die Themen, die du rausholen kannst. Vor allen Dingen, wenn du dir halt auch anguckst. Ist ganz interessant eigentlich. Bei Smoobu, einer der Hauptgründe, warum Leute gehen, ist nicht, ich will eine andere Software nutzen, weil dafür ist ehrlich gesagt wahrscheinlich auch der Mehrwert. Genau, ich, ich. Ich habe keine Lust mehr, eigentlich selber das zu machen. Und dann gehe ich ja auf die Suche, mit wem soll ich das jetzt machen? Und dann ist natürlich gut, wenn du Eh schon Vertrauen in einen HomeToGo hast. Im Endeffekt kann ich das jetzt auch bei Interhome machen, weil die gehören ja zur selben Gruppe. Spannenderweise genau das gleiche ist bei Interhome. Nur andersherum. Der Hauptgrund, warum Leute gehen, ist nicht, weil sie es irgendwie doof finden, wie der Service gemacht wird. Ist sogar richtig krass: Interhome hat im Regelfall eine Customer Lifetime im Durchschnitt. Von neun Jahren, also die Leute bleiben fast ein Jahrzehnter, ja, weil das Server ist auch wirklich ein gutes Unternehmen, was über 60 Jahre gebaut ist. Genau zu wechseln. Genau. Aber wenn die Leute gehen, einer der Hauptgründe, wie gesagt, ist, dass sie dann sagen: Ja, ich will es mal selber versuchen.
28:19 Feliks Eyser: Ich habe jetzt mehr Zeit, vielleicht bin ich gerade in Rente gegangen und will mich darum kümmern oder so.
28:22 Patrick Andrae: Ja, oder sie übergeben es eine nächste Generation und die Kinder sagen dann Ja, auch, was der Papa da. . Die 30%, die hole ich selber und dann machen sie es ein paar Jahre, dann sind sie alle wieder froh. Du hast das Witzige, ja? Das ist wirklich so. Das Lustige ist. Also entweder brauchen sie halt eine Software, mit der sie das dann machen, dann gucken. Viele kommen aber auch zurück, weil sie dann merken, wie aufwendig das dann doch ist, wenn du halt derjenige, weil was passiert denn, wenn du halt nicht verfügbar bist für den Gast? Dann kriegst du eine schlechte Bewertung. Was passiert dann, wenn du eine schlechte Bewertung hast? Wirst du nicht gebucht, ne? Also, die Rankings nehmen dich im Zweifel automatisch runter bei den ganzen Plattformen. Aber auch selbst, wenn da steht irgendwie, ja, der Wasserhahn lief nicht und ich habe zwei Tage niemanden erreicht, ja, das willst du ja, da würdest du ja auch nicht hinfahren, wenn das in der Bewertung steht. Und ich glaube, das ist insofern schon ganz interessant, wenn man das halt sieht. Es gibt aber Leute, und das sehen wir ja in der Software, also viele Leute, die das wirklich betreiben oder vielleicht auch so halbprofessionell betreiben, also ihr eigenes Haus und dann Kommen nochmal ein weiteres dazu, vielleicht, ne, und machen so kleine Businesses daraus, die das sehr, sehr, sehr gut machen, ne? Aber es ist schon interessant, wie die Wie sich auch diese Businesses gegenseitig befruchten.
29:28 Feliks Eyser: Und ist es gut, so voll integriert zu sein, weil lang das Narrative existiert hat, so vor allem so 2010er Jahre, geil, Airbnb betreibt keine Hotels, Uber hat keine Autos, bei Swoodoo Die haben kein eigenes Flugzeug, so ist es doch super, den Kunde zu kontrollieren. Und irgendjemand anders macht diese komplizierte Geschichte mit den Atomen in der richtigen Welt. So, ich mache da Klicks und Pixel und verdiene am meisten. Wieso ist es gut, integriert zu sein?
29:48 Patrick Andrae: Naja, aus unserer Sicht, also es gibt eine Reihe von Gründen natürlich, aber ich glaube, was sehr, sehr wichtig ist zu verstehen, ich war ja, ich Ich war ja früher bei Rocket und zuletzt bei bevor wir HomeToGo gönnt haben, bei Home24, also das Home habe ich immer noch mitgenommen. Das sind auch viele Atome. Die Eck Couch verschickst und die dann returniert wird. Genau, du musst und und das ist genau das Thema, ne? Also du hast halt wirklich eigenes Inventar und gegebenenfalls sogar eigenes Inventar in deinem eigenen Lager, musst du es verschicken und wenn du es zurückbekommst, kannst du es eigentlich nicht mehr gebrauchen. Also unheimlich aufwendig, komplett. Das Gute in unserem Geschäft ist ja, wir sind trotzdem Asset Light, selbst bei Interhome. Also die Objekte oder die Häuser, Fernwohnungen gehören uns ja nicht. Das siehst du. Also, was ich eingangs gesagt habe, diese 95 Prozent plus circa werden halt von Privatleuten besessen, plus deine reisenden Kunden verschicken sich ja selber, weil die ja hinreisen. Also du hast halt diese Komplexität Du hast sicherlich durch den lokalen Standort eine Komplexität im Sinne von, dass du halt mehrere Offices hast, aber das ist was, was du natürlich. . Wo du halt in der Größe, die ein Interhome hast. Die sind europaweit die zweitgrößte Fernhausverwaltung, die es gibt. Und durch die Zeit, die das gewachsen ist, natürlich alles Prozesse, die sehr geschliffen wurden und funktionieren. Weil sonst hättest du das nicht, so ein hochprofitables Geschäft nicht aufbauen können. Über die Zeit. Also insofern sind wir trotzdem Acid Light, aber natürlich mit lokalen lokaler Anbindung.
31:17 Feliks Eyser: Acid Light Auf der anderen Seite Operations Heavy, da muss da jemand wirklich hinlaufen, und wenn der sich krank meldet, dann musst du es irgendwie hinkriegen, dass da jemand anders ist. Ist es jetzt gerade aber wieder ein spannendes Narrativ, so vor dem Hintergrund, so jetzt sind Service Businesses plötzlich wieder in, weil die AI kann ja auch. Die Kundenanfragen bearbeiten, kann die Schichtpläne machen, kann sicherstellen, dass die Übergabe geklappt hat und so weiter. Also so, merkst du da investorenseitig oder generell vom Markt, dass sich das Narrativ auch ändert und Service Business ist jetzt wieder
31:46 Patrick Andrae: Absolut, es ist total interessant, weil also ich hätte das auch nicht, wahrscheinlich vor drei Jahren oder vier Jahren nicht geglaubt, dass das sozusagen ein. so positiv gesehenes Thema ist, dass du lokale Niederlassungen hast, wo du, wo du im Endeffekt Wo der Mode nochmal krasser ist, einfach gegenüber AI. Also du hast ja, ne, auf der einen Seite kannst du sagen, wenn AI jetzt irgendwie, wir hätten ja schon ein bisschen drüber gesprochen, aber Auch wenn ich daran nicht glaube, dass das so passieren wird, weil es gibt heute auch noch Offline-Reos. Es gibt heute noch Leute, die buchen auf dem Desktop, haben auch Leute gesagt, es wird keine Offline-Reos mehr geben. Alle Leute machen nur noch Mobile. Also es dauert ja immer alles länger, als es ist. Plus, wie gesagt, wenn es eine Commodity ist wie ein Hotelzimmer, da ist es natürlich viel, viel schneller, dass das vielleicht die AI bucht als jetzt bei einem Ferienhaus. Kannst du aber natürlich trotzdem sagen, dass da eine gewisse Gefahr ist, so einen Marktplatz vielleicht zu bauen oder sowas. Aber wenn du das Haus, und unser Interhome-Modell ist halt so, wir haben einen Exklusivvertrag mit dem Eigentümer, dass wir exklusiv sein Haus verm. Vermieten können. Also, das heißt im Endeffekt nicht nur uns darum kümmern um den Service, sondern auch wirklich der Einzige sind, der es vermieten darf. Du findest es dann trotzdem auf verschiedenen Plattformen, weil wir es ja vermarkten. Aber du hast den exklusiven Zugriff auf den Kalender, weil sonst kannst du dieses Service-Level auch nicht anbieten. Und das ist natürlich schon ein Mode, weil das kannst du halt nicht kannst du nie mit AI disrupten, aber wie du halt sagst, auf der anderen Seite kann AI halt dir super helfen, natürlich Viele der Prozesse noch besser zu machen, die schon gut funktionieren, damit AI halt nochmal besser gebaut werden können. Oder vor allen Dingen auch, wenn du dir überlegst, wir sehen das ja viel bei uns intern. Dass AI auch viel dabei hilft, interne Prozesse einfach schneller zu machen. Also, wo du halt früher gesagt hättest: ja, also das ist eigentlich, dafür will ich keine externe Software kaufen. Weil die kann es eh nicht so richtig. Und eigentlich das selbst zu bauen, was intern ist, ein kleines Tool für das Thema, ist eigentlich auch zu viel Aufwand. Heute kannst du ja ganz viele dieser kleinen Sachen. die auch intern selber bauen, um gewisse Brücken schneller hinzubekommen oder gewisse Tasks, die jetzt vielleicht nicht so spannend sind, ja, abdecken zu lassen.
33:55 Feliks Eyser: Ja, und ich bin gerade In klassischen Hausverwaltungen zum Beispiel, ist ja so ein typischer Case für AI Rollups, wo Leute klassische Verwaltungen kaufen und sagen, ah ja, da werden ja primär Informationen verarbeitet, Nebenkostenabrechnungen, den Hausmeister zu koordinieren, einen neuen Mietvertrag aufzusetzen und so weiter. Bei euch gibt es natürlich eine physische Komponente, aber ein Großteil der Tätigkeiten ist ja auch digital. Also quasi die Listings hochzuladen, Kalender zu managen, Anfragen zu bearbeiten, selbst die Fotos schöner zu machen, du hast darüber gesprochen, so ein sehr visuelles Thema ins Ferienhaus zu buchen, da kann AI sicherlich helfen. Ja, das ist ein spannender Tank, oder? Dass es einen Mode gibt durch exklusive Verträge und durch Menschen, die da wirklich unterwegs sind, weil das Bettlaken wechselt die AI jetzt noch nicht. Und gleichzeitig profitierst du ein Stück weit davon, dass du halt effizienter werden kannst. Im Backoffice.
34:38 Patrick Andrae: Ja, ich sag immer, selbst in dem Szenario, wo ich selber nicht dran glaube, dass alles von AI gebucht wird. Muss die AI ja irgendwas buchen. Also das heißt, in dem Moment, wo man sagt, unser Marktplatz wird vielleicht darunter leiden, dass die Leute versuchen, direkt die Objekte über den Anbieter zu buchen. Habe ich ja auch gleichzeitig noch den Anbieter. Also A auf der Softwareseite, weil da gebe ich die Software den Anbietern, weil sie ihre eigenen kleinen Webseiten bauen können. Und auf der Service-Seite, weil ich selber der Anbieter bin.
35:10 15 Firmenkäufe für über 300 Millionen Euro: Warum Patrick nur profitable Firmen kauft
35:10 Feliks Eyser: Keine PR-Interviews, sondern richtige Storys, echte Gespräche und spannende Learnings aus dem Alltag von erfolgreichen Foundern. Das wollen wir bei Founder Mode uncovern und ihr helft uns damit, indem ihr den Channel abonniert. Dauert eine Sekunde, ist kostenlos und hilft uns dabei, immer spannendere Gäste einzuladen, von denen ihr lernen könnt. Danke. Erzähl mal über MA. Du hast viele Firmen gekauft. Interhome ist jetzt das größte Beispiel, Riesenbrocken, habt ihr glaube ich 250 Millionen dafür ausgegeben, aber. Ihr habt davor auch schon, glaube ich, 14, 15 andere Firmen gekauft über acht Jahre. Also dein Pace ist hoch, irgendwie zwei Firmen pro Jahr. So wahrscheinlich teilweise mehr. Wie schaust du da drauf? Also wann macht MA für ein Startup Sinn, für ein Scale-up? Wann macht es keinen Sinn? Wann ist es nur Opportunismus? Was ist dein mentales Modell über die Frage, soll ich überhaupt Firmen dazu kaufen?
35:57 Patrick Andrae: Ja, ich glaube, Wir haben vor allen Dingen ein Credo für uns, dass wir generell eigentlich nur Firmen kaufen, die schon profitabel sind. Warum machen wir das? Weil es einem unheimliche Freiheit gibt. Ja, weil wenn du halt eine Firma kaufst, die nur auf dem Papier mit Synergien Sinn ergibt, ja, und du weißt ja nicht, ob die Synergien halt. A, heben kannst und wie schnell du sie heben kannst. Aber B, auch, du weißt nicht, ob du nicht vielleicht andere Opportunitäten hast, die du dann liegen lassen musst, weil du halt gezwungen bist, diese Synergien zu heben. Und wenn du ein profitables Unternehmen hast, gib dir das die Freiheit, du kaufst es, Und kannst dir dann überlegen, wie, also zu welchem Grad und wann vor allen Dingen integriere ich es in mein Gesamtunternehmen.
36:41 Feliks Eyser: Und wenn du die mentale Freiheit im Zweifel kannst du einfach laufen lassen.
36:44 Patrick Andrae: Ja, ich habe Salopp gesagt, du kannst es dir auch erst mal ins Regal stellen, weil, weil, also, Natürlich musst du schon aufpassen, dass es weiterläuft, ja, und dass, ne, nicht, weil du jetzt was kaufst und dann gehen die Gründer raus und wie auch immer, ne, aber Solange du ein stabiles Geschäftsmodell kaufst, was profitabel ist, hast du natürlich die höhere Wahrscheinlichkeit, dass du flexibel bleibst. Und ich glaube, das ist so unser eines mentales Modell. Es gibt davon so eine Mini-Ausnahme. Was wir auch mal gemacht haben, wenn wir halt wussten, wir kaufen im Wesentlichen eigentlich ein Asset. Also wir kaufen eigentlich eine Webseite, die wir aber eh schon mit unseren vorhandenen. Technologie und Mannschaft betreiben können, dann macht es natürlich, dann kannst du auch anders rechnen. Aber das sind wirklich die Ausnahme und auch sehr spezielle Cases. Wie viel Geld hast du insgesamt ausgegeben für Firmenkäufe? Oh, das ist eine gute Frage. Interhome alleine waren ja 250 Millionen insofern. Okay, wenn man die anderen zusammennimmt, kommen wir nochmal weiter. Wir haben nicht alles öffentlich kommuniziert, aber du kommst. Definitiv über 300 Millionen.
37:43 Feliks Eyser: Okay, okay. Und jetzt 300 Millionen später? Was hättest du gern vorher gewusst, bevor du diese Akquisition gemacht hast? Was sind die Learning Sitzenarien? Ich glaube, ich glaube, also
37:52 Patrick Andrae: Du machst natürlich immer Learnings. Und ich glaube, wir haben aber Gott sei Dank auch natürlich, jetzt auch zum Beispiel mit Wolfgang, meinem Mitgründer, der zwölf Jahre älter ist, ist ich, der auch bei Kayak viel MA gesehen hat, Nachdem Swoodoo von Kayak gekauft wurde, ja, haben wir natürlich schon viel Erfahrung im Geschäft auch einfach, wie wir gewisse Sachen angegangen sind. Und ich glaube Ich möchte gar nicht sagen, also ich glaube, wir haben eigentlich interessanterweise, glaube ich, keine großen Fehler gemacht bei MA. Und woran liegt es? A, wie gesagt, an dieser, ich glaube schon Erfahrung. B, aber auch daran, dass wir meistens Firmen gekauft haben, mit denen wir vorher schon zusammengearbeitet haben. Was meine ich damit? Dadurch, dass wir die größte Auswahl an Ferienhäusern und Ferienwohnungen im Marktplatz haben, arbeitet eigentlich jeder, der in dem Business irgendwas macht, arbeitet eh schon mit uns.
38:47 Feliks Eyser: Und was sind die Signale, die du da siehst, wo du sagst, ah, das ist interessant, da könnten wir uns überlegen, die Firma zu kaufen oder andersrum mit denen, das fassen wir nicht an, weil.
38:55 Patrick Andrae: Naja, ich glaube also, ein Thema ist natürlich, passt es überhaupt grundsätzlich kulturell? Das kriegst du ja mit, wenn du mit Leuten in Verhandlungen bist. Früher habe ich ja alles selber gemacht. Also Partnerverträge verhandelt, etc. etc. Und da kriegst du ja schon ein Gefühl dafür, ist das eine Organisation? Also gerade wenn du halt vielleicht einen Austausch hast als Vertragspartner, kriegst du ja gut mit, ist das eine Organisation, mit der ich vielleicht gerne arbeiten würde oder nicht. Wir arbeiten die, sind die irgendwie auf Zack. Gleichzeitig, wenn du das Inventar, also zum Beispiel Interhome, ist ein Partner von HomeToGo. Da haben wir den, den, die sind quasi mit unserer ersten Webseite schon live gewesen auf HomeToGo. Also schon Als wir 2014 angefangen haben, hatten wir schon einen Vertrag mit denen. Das war wirklich einer unserer allerersten Verträge, die wir unterschrieben. Das heißt, wir kennen nicht nur die, die kannten nicht nur die Leute, die dort heute immer noch aktiv sind, schon sehr, sehr lange, sondern vor allen Dingen natürlich auch Wie sind die technisch aufgestellt, weil sie ja bei uns integriert sind, also in den Marktplatz integriert waren, schon vorher. Wie entwickelt sich das Inventar? Ist das Inventar, was gebucht wird?
40:00 Feliks Eyser: Also du hast das Produkt gut, okay.
40:02 Patrick Andrae: Du hast halt einfach Also Interhome ist auch ein Extremfall natürlich, aber du hast schon einen sehr, sehr guten, ähm, sehr, sehr guten Blick darauf, wie das Unternehmen funktioniert und dass jetzt nicht das, was dir ein MLA-Berater dann zeigt, vielleicht das Ausschlaggebende ist.
40:17 Feliks Eyser: Ja, ist interessant, gell? Sonst würdest du da irgendwie so ein Memo sehen und einen Datenraum und dann ist aber schwer, in so einem Prozess ein Gefühl für die Organisation zu entwickeln und das hast du davor, weil du schon Zumindest zu einem gewissen Grad.
40:28 Patrick Andrae: Und ich glaube, das kennst du ja selber. Ich meine, es ist wie bei einer Bewerbung oder sowas. Es ist ja super schwer, am Ende schnell immer diese Entscheidung zu treffen: ist das die richtige Person? Es ist ja viel einfacher. Also für mich die einfachsten Sachen zum Heiren sind natürlich, wenn du mit Leuten schon mal zusammengearbeitet hast. Das gleiche gilt hier auch. Oder wenn du gute Referenzen hast. Aber das ist, hier ist es halt so dadurch, dass wir diesen Marktplatz haben, der ja wie so ein Oder ursprünglich Meta, ja, der wie so ein Schirm über diesen gesamten Markt hängt, haben wir eigentlich mit jedem, mit dem wir, dem wir nachher auch gekauft haben, in irgendeiner Art und Weise vorher schon zusammengearbeitet. Manchmal stärker, manchmal weniger, aber wir konnten uns immer so ein bisschen auch ein eigenes Bild machen. Von dem Unternehmen schon vorher. Und gerade auch außerhalb von so einer Verkaufssituation. Weil wie im Bewerbungsgespräch ist das ja eine andere Situation, als wenn du jemanden ein Day-to-Day kennenlernst.
41:20 Dealmaking: Warum am Ende Menschen entscheiden, ob ein Deal klappt
41:20 Feliks Eyser: Gib mir mal so eine kleine Masterclass in der menschlichen Seite des Dealmakings. Das hast du gesagt, also klar musst du mal eine Checkliste haben, so passt Unternehmen zu mir. Ist es kulturell irgendwie ein Fit, Profitabilität ist gut, dass ich es ins Regal stellen kann, in Anführungszeichen. Selbst 15 Transaktionen später und sagst: Okay, das habe ich gelernt über Deal-Making. So, Männer musst du mit Menschen da irgendwie. Und das. Also, ich glaube, das ist
41:41 Patrick Andrae: Das ist wahrscheinlich eines der Kernlearnings, genau was du sagst. Am Ende musst du mitmachen Menschen die Deals. Ja, und alles, was die Zahlen sagen, alles, was, was selbst, selbst, äh In großen Transaktionen, es sind ja immer Menschen, die interagieren. Das heißt, du hast immer mit Menschen zu tun und wie die sich auch auf dem Deal fühlen und was sie vielleicht auch weitertragen oder nicht weitertragen. Und ich glaube, das ist Das ist, glaube ich, auch, wie kann ich sagen, vielleicht das größte Learning oder vielleicht das größte Interessante, wie das doch, egal in welchem Deal es spielt, hat das Menschliche doch immer eine Rolle.
42:12 Feliks Eyser: Wie werde ich darin besser? Wir haben so zwei, drei Firmen gekauft oder so in meiner Laufbahn. Ich kann nicht auf 15 zurück. Gucken, so ein bisschen Erfahrung, aber bin da. Aber ich bin der Amateur. Wie war das denn für dich? Also den größten Deal, den wir gemacht haben bei meiner Firma, war unser amerikanischer Wettbewerber, der auch im deutschen Markt war, deutlich größer als wir, interessanterweise. Und ich dachte immer, ich kann meine Firma irgendwann dann die verkaufen und habe eine Relation aufgebaut, wie du gesagt hast, so kannte die schon und Das war auch gut, operativ schon mal so ein paar Touchpoints zu haben, weil dann hast du ja immer Situationen, dann werben die irgendwann mal Mitarbeiter von uns ab und irgendein Recruiter von uns, von denen. Und da so auf einem kurzen Dienstweg connected zu sein, das hat operativ schon geholfen, aber auch diese Relation auf gebaut und irgendwann hat sich das Blatt gewendet, dass die gesagt haben, amerikanische Strategie hat sich geändert, die wollen die internationalen Märkte loswerden. Und dann hatten sie uns angerufen und. . Glücklicherweise war es dann gar kein Riesenprozess. Also, die haben sich dann überlegt, mandatieren wir einen MA-Berater, total aufwendig. Und dieses Deutschlandgeschäft war für die vernachlässigbar und so konnten wir da ein Schnäppchen schießen, aber Der das Glück, was wir hatten, war mehrere Jahre in der Vorbereitung. Also das war auch eines meiner Learnings, wie du es gesagt hast. Und Ja, ich glaube, dann war es wichtig, da halt schnell professionell zu sein und denen zu zeigen, dass man auch die Kohle hat. Das Wichtigste, dass du das Ernst Andere Sachen, die ich gemacht habe, die waren deutlich kleiner, teilweise Asset-Deals. Was ich da völlig unterschätzt habe, war die Integration dann später. Dann hast du so ein Ding gekauft, das macht dann irgendwie 5% vom Umsatz aus, so nicht zu viel. Um da wirklich Aufmerksamkeit drauf zu haben, aber ob er genug, dass es auch Schmerzen bereiten kann, ja. Also meine M<unk>A-Erfahrung ist da auf jeden Fall durchwachsen.
43:45 Patrick Andrae: Ich bin komplett bei dir, wir haben halt diesen Vorteil durch den Marktplatz, dass wir viele Leute schon kennen, aber generell musst du auf diesem menschlichen Leuten vorher schon irgendwie in Kontakt sein. Das ist ja nicht so, du ruhst jemanden an und sagst, hier willst du meine Firma kaufen. Das machen die M<unk>A-Berater, aber. Das ist schwer, dass du dann da die K die Confidence gewinnst. Was wir halt ganz klar machen, ist für uns auch, und das ist ein Learning, das wir auf jeden Fall gemacht haben. zwar nicht schmerzhaft, aber dass wir gesehen haben, dass es richtig ist, ist im Endeffekt bei Sachen, die wir selber machen können, radikal schnell auf unsere Systeme umzuziehen. Also dass wir zum Beispiel Casamundo von Axel Springer gekauft haben, was ja mein anderer mit Gründermeier gegründet hat und dann später einen Holländer verkauft hat, die dann von Axel Springer gekauft worden und wir haben.
44:29 Feliks Eyser: Das war Nils Regel, Showdown Nils, das ist der zweite Show, da du zwei Tagen gestern der Yers Clinic recorded, wo er einer der Gesellschafter ist.
44:36 Patrick Andrae: Und Nies ist mittlerweile nicht mehr aktiv bei uns, weil er ja Apollo als Fund macht, wo sie auch mit Years im Endeffekt ja auch machen. Aber ähm Die als wir Casamundo gekauft haben, da wussten wir halt, okay, wir können im Endeffekt die gesamte Software können wir ersetzen durch unsere. Jünger, besser. Das wussten wir halt und das haben wir dann auch sofort gemacht. Und wir haben am Anfang darüber nachgedacht, und das war sehr entscheidend, das weiß ich noch heute. Da hatten wir so ein Kick-Off-Meeting und dann haben wir darüber nachgedacht, okay Weil wir haben ja gerade angefangen, HomeToGo damals in den Marktplatz umzuwandeln, also diese Buchbarkeit zu machen. Das war für uns ja ein bisschen neu aus der Metasuche. Und dann haben wir überlegt, okay. Sollen wir irgendwie nebenbei noch die alte Buchbarkeit, weil Casamundo war so ein kleines Booking. com, kann man sagen, für Fernhäuser. Also nur direkt buchbar, gar kein Meta-Anteil. Sollen wir die Software parallel laufen, um zu gucken, ob unsere gut genug ist und schon in der ersten Iteration und etc. ? Und dann kommst du sehr schnell an den Punkt, dass du sagst, okay, du hast halt eh keine Vergleichbarkeit, weil die Leute alle anders messen, von den Metriken und so weiter. Selbst wenn du es willst, wirst du am Ende wahrscheinlich da landen. Das ist auch ein Fehler, den viele Leute machen. Dass sie halt glauben, okay, man kann das wirklich vergleichbar machen. Ist wie so ein AB-Test, ist es aber nicht.
45:53 Feliks Eyser: Du hast ja gesagt, okay, da gibt es unsichere, also weiß ich nicht, was rauskommen wird, selbst wenn ich mir anschaue.
45:58 Patrick Andrae: Ich war mit meinem Wolfgang damals und wir haben diesen Tag diesen Workshop gemacht. mit dem HomeToGo-Team, mit dem Casamundo-Team und dann haben wir Ende des, Ende des Tages haben wir uns zusammengesetzt und Wolfgang meinte, nee, wir müssen das anders machen. Wir müssen das radikal machen. Wir müssen einfach unser Ding draufbauen und sagen, wir machen einen festen Zeitpunkt. Und ich habe gesagt, ja, ich sehe das genauso. Ich kriege kein gutes Gefühl heute dabei, dass wir wirklich diese ganzen Details am Ende dann ordentlich hinbekommen.
46:25 Feliks Eyser: Was würdest du wieder so machen?
46:26 Patrick Andrae: Also so ein bisschen schwarz-weiß-denkweise, entweder lasse ich es autonom laufen oder ich integriere es sehr schnell. Ja, integriere es sehr schnell und vor allen Dingen auch mit einer Deadline. Also dieses, ich sag's mal Auf einem Panel neben zum Softwarethema neben dem ehemaligen CTO oder Gründer-CTO von GitHub. Also so der Über-CTO eigentlich für Techis. Der wurde gefragt, was seien, so nach dem Motto, du musst doch wissen, was sind die besten Tipps, um mit Engineers das beste Ergebnis zu bekommen. Und wurde halt gefragt, wenn er so einen Tipp Sheren sollte, was wäre sein Tipp? Und dann meinte er Date-driven engineering. The engineers hated But it works, ja. Also im Endeffekt, dass du einen festen Termin machst, zu dem was fertig sein muss. Und das zieht halt einfach, auch wenn es die Engineers nicht mögen.
47:22 Feliks Eyser: Dieses mentale Modell zu sagen, die Arbeit, die wird sich wie so ein Gas quasi so verbreiten, bis in den Raum, der ihr gegeben wird, sozusagen. Und wenn du den Raum relativ klein machst, dann bleibt die Arbeit.
47:32 Patrick Andrae: Man packt das natürlich nicht. Artificial klein machen, also so bis es dann halt unmöglich wird, weil dann übertreibst du es auch. Aber die Tatsache, zum Beispiel unser Geschäft, ist sehr saisonal Das heißt, weil die Leute buchen halt Anfang des Jahres viel für den Sommer schon. Dann reisen sie im Sommer. Das heißt, die Bereiche sind eigentlich sehr gut abgedeckt, da kannst du eigentlich schlecht große Systemumwandlung machen. Das heißt, am Ende bleibt für uns im Wesentlichen. Nach dem Sommer bis zur nächsten Hochsaison solche Sachen zu machen. Das ist auf der einen Seite hart, auf der anderen Seite aber auch eine natürliche Grenze, in der du dann halt.
48:05 Feliks Eyser: Ja, gut, dieses Datum zu haben.
48:06 Patrick Andrae: Genau.
48:07 Feliks Eyser: Am Ende der Dekade ist die Menschheit auf dem Mond, dann weißt du, okay, jetzt bin ich im Jahr 1900, weiß ich nicht, 68, jetzt habe ich zwei Jahre Zeit, um den Typen da hochzukriegen.
48:14 Patrick Andrae: Genau. Und weil du halt vom Ziel wegdenkst. Und das hilft dann halt schon. Und das ist, glaube ich, das. Das Zweite dabei, bei diesen Integrationssachen, weil am Ende hast du ganz, ganz viele Sachen, also gerade wenn du natürlich Software migrierst, wo du Leute sagen, ja, aber das Feature ist jetzt nicht da und das ist ganz wichtig und so weiter. Und wir versuchen natürlich dann immer zu gucken, okay, Was geht? Das Gute ist, meistens haben wir ja ältere Firmen gekauft. Das heißt, wir hatten meistens schon dadurch, dass unsere Software neuer ist und schneller und so weiter. einen gewissen Vorsprung versus was das System könnte, auch wenn vielleicht das eine Feature nicht da war. Und wir haben dann immer gesagt, okay, was sind eigentlich die Must-Haves, die wir haben müssen bis dahin? Und im Regelfall, alles andere können wir immer noch nachziehen. Ob ich jetzt noch einen zusätzlichen Filter baue oder whatever, kannst du ja nachziehen. Und das, also das ist wirklich was, wenn du es selber kannst, schnellstmöglich auf deine eigene Software zu bringen, dadurch simplifizieren, dadurch im Endeffekt auch Komplexität rausnehmen. Und auf der anderen Seite, was aber für uns auch sehr, sehr wichtig ist, und was wir auch gelernt haben, was wichtig ist, wenn du ein Kernmodul hast, was du oder ein Kerngeschäft hast, was halt anders ist von deinem Geschäft. Auch wenn Leute dann sagen, ja, das ist ja redundante Organisation, die du hast, warum hast du da eine extra Produktorganisation für das Thema? Aus unserer Sicht macht das halt total Sinn.
49:38 Feliks Eyser: Also sagen wir Beispiel, der Marktplatz hat ein Produktteam und Smoobu, die Property Management Software, hat ein Produktteam, damit die sich nicht um Ressourcen streiten?
49:47 Patrick Andrae: Ja, und keine Kondition haben. Also das Schlimmste ist ja, wenn du, weißt du ja selber, umso größer, also ich schätze mal, dass das bei dir auch so war, umso größer deine Firma wird. Umso mehr kommen ja plötzlich Koordinationsprobleme. Weil es gibt ja dieses klassische Ding, dass du sagst: Okay, wenn zwei Menschen eine Beziehung haben in der Firma, dann hast du halt irgendwie eine Linie dazwischen. Bei drei wird schon mehr, wenn du vier hast, dann wird es halt, ne, also, und deswegen sagen wir halt, wir wollen diese Einheiten haben, die halt spezialisiert sind auf ihr Thema und halt Dann auch in dem Bereich nicht noch mit anderen Teamen allein müssen oder irgendwas um Ressourcen. Dann hast du lieber ein bisschen vermeintlich mehr Ressourcen, aber am Ende bist du schneller, als wenn du das zusammenziehst und die Leute dann darüber diskutieren, weil das kannst du ja auch gar nicht diskutieren. Also ich meine, das Software- und Marktplatzbeispiel ist auch sehr extrem, weil du kannst ja schlecht diskutieren. Ist jetzt ein Filter am Marktplatz besser? Oder wäre es jetzt besser, wenn ich in der Software noch das Feature baue? Allein schon, weil die Geschäftsmodelle anders sind, weil die Bewertung Multiples auf dem Ding noch anders ist. Aber das heißt überhaupt besser, genau. Das ist natürlich einfacher, wenn das näher beieinander liegt. Aber deswegen sagen wir auch, wenn wir es selber können, ist es eher eine Organisation. Und sonst, wenn wir diese Software ist eine Spezialorganisation, aber auch die Software, die für den Service-Bereich gemacht wird, Ist auch wieder eine Organisation. Es gibt aber natürlich Themen, die übergreifend sind. Ja, zum Beispiel Payment. Wenn ich ein Payment-Prozessing baue und das Ganze Natürlich baue ich das nicht dreimal. Deshalb habe ich im Marktplatz gebaut, weil ich da Scale habe, dementsprechend auch die Einkaufskonditionen dann besser sind. Und dann kann ich es natürlich nutzen für die Software. Und kannst im Zweifel auch irgendwann für einen Servicebereich sein. Ja, interessant.
51:26 Feliks Eyser: Die Payments für die Software laufen über die gleichen Rails quasi.
51:29 Patrick Andrae: Ja, noch nicht, also Tice Tice. Aber das ist halt immer so ein Prozessschritt. Also oft bauen wir halt Sachen auch im Marktplatz. Als Marktplatz Software-Thema, modularisieren das dann und sagen dann, genau, ne? Also, weil zum Beispiel. Interhome nutzt für ihre eigene Webseite auch die Marktplatzsoftware. Haben wir nach zwei Monaten umgezogen, weil das ist das, was wir können. So ein Doppelgänger. Ja, es ist ein Doppelgänger. Es ist im Endeffekt ein Doppelgänger, nur ein interner. Das macht natürlich keinen Sinn. Dann hast du aber plötzlich die Ressourcen, die frei werden, und die kannst du dann nutzen, um das eigentliche Kerngeschäft, also die Software für das Servicegeschäft. Und die Verwaltung der Objekte halt dafür zu nutzen. Also du hast dann wieder eine Fokussierung.
52:12 Der größte Kauf: Interhome für 250 Millionen Euro nach anderthalb Jahren Verhandlung
52:12 Feliks Eyser: Erzähl nochmal von Interhom, das ist ja faszinierend. Gesagt, so sagen wir gesamt, MA-Volumen, sagen wir roundabout 300 Millionen, 250 waren dieser eine Deal und du hast mir im Vorgespräch gesagt Der ganze Prozess hat anderthalb Jahre gedauert. Das hat mich krass überrascht. Wie war es ganz am Ende bei der Unterschrift? Wo warst du da? Wie war der? Nimm mich schon mit in den Raum.
52:29 Patrick Andrae: Ja, also ich glaube bei der Unterschrift, das war, da es ein Schweizer Unternehmen war. Ist das da sehr unpersönlich mit der, mit der Unterschrift? Das ist nicht wie hier beim Notar, sonst kannst du dann über deine Anwälte.
52:39 Feliks Eyser: Echt hat da keiner verlesen.
52:40 Patrick Andrae: Nee, nee, das ist in der Schweiz ein bisschen einfacher und dementsprechend. Wird es anders geregelt? Das ist dann nicht so zeremoniell wie. Hast du so im Docu-Sign geklickt? Nee, nee, nee, also ich bin hingegangen. Nee, du hast, glaube ich, in Anwälten so eine Art POL gegeben und dann So war das. Aber ich bin, ich bin, also ich bin nicht persönlich. Ach, ähm, da war ja eigentlich dann alles klar zu dem Zeitpunkt. Also deswegen war jetzt der, ich glaube, es war eher so. Dahin natürlich, aber klar, als das dann fertig war, war das schon ein toller Moment, weil wir im Endeffekt das Thema, das das für uns interessant sein kann, diesen Service-Bereich. auch irgendwann bei HomeToGo Pro bzw. im gesamten HomeToGo-Konzern mit drin zu haben, ja ein Thema ist, was jetzt nicht irgendwie, oh, Interhome steht zum Verkauf, das machen wir jetzt mal, sondern das ist ja was, was wir schon lange In unseren Köpfen hatten, dass das eine gute Opportunität sein könnte.
53:32 Feliks Eyser: Und gleichzeitig wartet da aber der Underdog in dem Prozess.
53:36 Patrick Andrae: Beziehungsweise ist es so, dass wir In dem Prozess, also bleibt auch noch wichtig, die meisten unserer MA-Deals, die wir gemacht haben, fast ausnahmslos, Interhome ist eine Ausnahme, sind außerhalb von einem Prozess gewesen. Also außerhalb von einem Bieter-Prozess, ähm, um im Endeffekt ein Asset. Und meistens lag es natürlich auch daran, dass es aus dem Geschäft herauskam. Wir haben mit den Leuten Irgendwie eh Kontakt über dass sie Partner im Marktplatz sind und dann unterhält man sich halt und dann kommt es irgendwie dazu. So, und bei Interhome war es jetzt halt so, dass die Migros Also der Schweizer Konzern oder Genossenschaft ist es ja, gesagt hat, sie wollen sich vom Reisegeschäft trennen. Und das Reisegeschäft bei der MIGO hieß Hotelplan und ein Teil davon war Interhome. Hotelplan ist so ein bisschen. Tut ihr nicht ganz gerecht, aber kann man vielleicht im Wesentlichen vergleichen, so ein bisschen mit der TUI. Also auch viel Reisethemen, viel Pauschalreise und solche Sachen. Und Und eine Tochterfirma von denen war halt Interhome. Und dann haben sie, hat die, hat die Migros halt gesagt, ich will mich davon trennen und ich will Schauen, dass ich das Reisegeschäft als Ganzes verkaufen kann.
54:51 Feliks Eyser: Was für euch jetzt natürlich nicht möglich war oder keinen, also war nicht das von Interesse wahrscheinlich das ganze Zeit.
54:55 Patrick Andrae: Naja, zumindest nicht unbedingt favorisiert, weil wir schon ganz klar auf diesem Fernhausbereich, ne, wir sagen, ähm, wir sagen halt, Fernhaus, das ist unser Thema. Und anstatt jetzt irgendwie Super breit zu gehen, wie jetzt auch Airbnb, die jetzt plötzlich sagen, die machen auch Hotels auf einmal und so weiter, sind wir halt, wir haben ja gesagt, wir sind halt vertikal in dem Bereich, da sind wir der Spezialist, sowohl auf der Demand-Seite mit dem Marktplatz als auch auf der Supply-Seite, wenn du so sagen willst, also Software und Services für die, für den, für den Supply anzubieten. Und deswegen wäre das natürlich für uns Wäre vielleicht eine gangbare Option gewesen, um Interhome zu bekommen, aber sicherlich nicht die präferierte. Ja, und deshalb haben wir uns dann am Ende ja. Mit der Tour zusammengetan, also deutsche Nummer zwei sozusagen nach der Tui, die gehört ja zu Rewe und haben dann zusammen auf Diese Hotelplan-Interroomgruppe geboten und haben es dann durch ganz viele Stufen am Ende geschafft Derjenige zu sein, der kaufen darf.
56:00 Feliks Eyser: Hast du diese Dättorleute angerufen und hast gesagt, guck mal hier, wer ist was für euch? Wie kam diese Kontakte.
56:06 Patrick Andrae: Also klar, du versuchst einen Kontakt aufzubauen, überlegst, wer könnte halt sein. Und am Ende ist das halt mit der Tour halt, also auch wirklich war ich also Sehr, sehr positiv, wie das Team das gemacht hat, und auch sehr, sehr hands-on. Ja, weil es ja eine große Organisation ist, ich war wirklich, ich will nicht sagen positiv überrascht, aber schon hätte nicht gedacht, also wie gut Rewe Derto da aufgestellt ist. Also schon professionell.
56:33 Feliks Eyser: Wieso war der Prozess 5D Domino-Schach?
56:36 Patrick Andrae: Das habe ich dir vorher gesagt, ne? Das habe ich immer intern gesagt aus Spaß. Naja, weil auf der einen Seite, also das Ziel war ja klar, ne? Also, wir wollten, wir wollten gerne Interhome kaufen. Auf der anderen Seite Gab es ja verschiedene Unwähbarkeiten. Das eine war der Kaufprozess an sich. Also überhaupt diesen Bieterwettbewerb zu gewinnen im Endeffekt. zweitens da die Konstellation hinzubekommen, weil wir ja gesagt haben, ne, und die auch, dass die halt auch funktioniert, dass halt jeder Also, ne, weil das ist natürlich, wenn du so unter drei Leuten einen Vertrag machst, ist natürlich schwieriger als unter zwei. Das ist ja klar. Per Definition. Das heißt, da auch das im Griff zu haben und dann auf der anderen Seite natürlich auch den Deal zu finanzieren. Und auch so zu finanzieren, dass jetzt Das nicht alles ist, was du halt irgendwie machen kannst, sondern danach auch noch Luft zum Atmen hast.
57:35 Feliks Eyser: Aber es ist schon krass von der Dimension her. Ja, ja, genau.
57:37 Patrick Andrae: Deswegen habe ich so gesagt, das ist so 5D-Dominoschach, weil du auf der einen Seite. . Schach spielen musstest, aber auf der anderen Seite auch gewisse Dominosteine umfallen müssen und das auf verschiedenen Ebenen. Weil einmal Ebene halt der Deal an sich. Dann haben wir ja noch eine Fremdkapitalfinanzierung gleichzeitig gemacht und noch eine Eigenkapitalerhöhung. Also nochmal Geld gerased am Markt für das Thema. Und das alles. Das alles ineinergreift, funktioniert und dann auch zeitlich passt, das war schon waren schon sehr viele Sachen, die gleichzeitig funktionieren mussten.
58:14 Feliks Eyser: Was sind Learnings für andere, die vielleicht 4D, Domino und Dame spielen? Oder vielleicht nicht ganz so komplex, aber es gibt ja auch. Konstellationen, wo du schon verschiedene Sachen zusammenbringen musst, um komplizierten Deal zu machen. Was hast du daraus gemacht?
58:27 Patrick Andrae: Ich glaube, Eillearning ist auf jeden Fall. Aber das ist ja so ein generelles Founder Learning. Wenn du halt von was überzeugt bist und dem halt hinterhergehst, du findest halt immer irgendwie einen Weg. Ja, das ist schon so. Weil wir halt komplett davon überzeugt waren und immer noch sind, dass es komplett das Richtige war für uns. Nicht nur, weil jetzt auch alle Leute sagen, oh mit AI ist es ein super Mode, aber wir haben uns das ja wie gesagt länger überlegt, dass das strategisch Sinn ergibt. Und wir haben immer intern so ein bisschen gesagt, wir haben uns ein bisschen gefühlt wie Dänemark bei der EM 92. Also wir sind eigentlich nicht, wir sind nur so halb eingeladen, weil uns die Leute das vielleicht nicht zutrauen, dass wir das hinbekommen. Und dann sind wir dazu gekommen und haben uns Runde für Runde weitergespielt, und dann irgendwann standen wir sozusagen im Finale und dann haben wir gesagt: Dann wollen wir es jetzt auch gewinnen. Das war so das mentale Modell. Also auch Nicht damit ranzugehen, irgendwie zu sagen, wenn es jetzt nichts wird, ist es eine Riesenkatastrophe, sondern halt positiv, wenn es das wird, ist mega geil. Aber Wir sind uns unserer eigenen Situation bewusst, dass wir jetzt vielleicht nicht derjenige sind, wo alle im Wettbüro drauf weg sind.
59:37 Feliks Eyser: Was waren die Momente, wo es fast gekippt wäre, wo ihr fast rausgeflogen werdet? Aus dem Halbfinale, oder?
59:43 Patrick Andrae: Naja, also gibt es in so einem Prozess ja immer. Also ich kann da jetzt natürlich da aufgrund. Ich sag mal, der Confidentiality nicht so richtig was zu sagen, aber es gibt immer Momente, wo die dazu führen können, dass.
59:57 Feliks Eyser: Was hast du persönlich gemacht in diesem Oh shit-Moment, wo man denkt, uh, jetzt entgleitet mir da gerade irgendwas? Wie hast du es geschafft, da wieder auf den Track zu kommen?
1:00:04 Patrick Andrae: Wie halt immer, ne? Ich glaube, es ist ja so wahrscheinlich ein Founder-Trade. A, nicht gleich in Panik zu verfallen. Aber ich glaube, B, einfach was zu machen. Aktivität. Aktivität. Ja, also einfach halt, ne, also wenn du halt merkst, dass irgendwas nicht funktioniert, dann halt nicht dich in Selbstmitleid, also das ist ein generelles Thema, ne? Nicht in Selbstmitleid ergeben, weil wäre in Corona dasselbe, ne? Bringt ja nichts dich. Oh, ist alles so schlimm und kommen keine Buchungen mehr rein, sondern du musst ja darüber nachdenken, die Situation kannst du halt nicht ändern. Wie komme ich, also, oder diesen externen Faktor kannst du vielleicht nicht ändern, aber was kann ich denn selber machen? Also sich nicht damit zufrieden geben, das im Selbst mit Leid sozusagen, sondern, und ich glaube, das ist auch hier das Thema gewesen, wenn halt gewisse Sachen vielleicht über den Weg nicht funktioniert haben mit der Finanzierung, dann den Weg zu gehen. Oder zu sagen, okay, dann muss ich jetzt halt das oder das machen. Und ich glaube, das sind halt so Themen, die, die, die natürlich auf so einem Weg passieren, ja, aber wenn du wenn du halt nicht aufgibst Soll auch nicht im Unmöglichen dauerhaft hinterherlaufen, aber trotzdem, ich glaube, dass diese Hartnäckigkeit ist ja was, was du als Founder eh haben musst. Ja, und das ist, glaube ich, auch was, was wir gelernt haben über die Zeit und ich auch persönlich gelernt habe, zahlt sich im Zweifel halt meistens aus. Und deswegen aktiv sein. hilft dir einfach auch das mentale Modell runterzuziehen. Also ob es dir auch so geht, aber mir geht das immer so. Also wenn ich, wenn ich, egal auch jetzt gar nicht mal MA, wo so operativ vielleicht auch sehr viele Themen habe und denke, oh Gott, müssen wir noch das machen, das machen, das machen, das machen Solange du nichts machst, fühlt sich das irgendwie als Riesenberg an, aber sobald du anfängst, von dem Berg mal das ein bisschen wegzuarbeiten, das ein bisschen wegzuarbeiten, kommst du ja eigentlich sehr, sehr gut voran. Und das löst sich ja dann fast schon automatisch. Das mache ich auch. gibt das auch oft Mitarbeitern als Tipp mit, die vielleicht sagen, okay, jetzt habe ich irgendwie das Thema noch privat und das noch und wie soll ich das alles machen? Ja, dann kümmere dich erstmal darum und dann sprechen wir wieder, wenn.
1:02:11 Feliks Eyser: Das eine Thema halt geklärt ist. Das ist interessant, wenn du neulich mit dem Daniel Dippold von Evor recorded. Also hat er einen Mathematik-Background, also kommt von Oxford und so weiter. Und alles, was er im Startup-Bereich und im Investing macht, leitet er von mathematischen Modellen ab und hat erhergeleitet. dass er sagt, Aktivität ist oft besser als Nachdenken. Sobald normalerweise wäre das Modell zu sagen, ja denk erstmal nach und dann mach, also denk dir einen Plan aus und execute den. Denn er sagt aber, nee. In vielen Situationen macht es auch Sinn, er einfach mal zu machen und Informationen zu sammeln, weil diese Aktivität ja wieder Optionen aufmacht. So klingt das ein bisschen theoretisch, aber er hat es dann quasi mathematisch abgeleistet. Wenn du erstmal rausgehst und die E-Mail schreibst und mal ein paar Leute anrufst, vielleicht ergibt sich wieder was. Und es gibt mathematische Modelle, die das dann untermauern.
1:02:50 Patrick Andrae: Ja, also es macht ja auch total Sinn. Also wenn du, es gibt ja dieses klassische im Endeffekt aus dem Produktmanagement-Modell auch, mach halt lieber schnelle und mehr Wetten, als halt zu überlegen, was ist die richtige. Weil die Wahrscheinlichkeit, dass eine von den zehn Wetten, die halt, oder dass von den zehn Wetten drei hängen bleiben, als wenn du dir zwei gute ausdenkst und die müssen dann funktionieren. Und das ist, also da bin ich komplett dabei und ich glaube, Aktivität Bringt eh was. Allein die Tatsache, wenn du es nicht in deinem Kopf für dich selber hältst, sondern einfach nicht. Also Aktivität kann ja auch sein, du rufst einen Investor von dir an und fragst, was der dazu denkt. Du teilst einfach mal dein Problem und sprichst halt darüber. Und meistens ergeben sich ja irgendwelche Optionen daraus. Und wenn nicht, allein schon die Tatsache, dass du darüber wieder wieder einen Schritt weiter. Also ich glaube, das ist am Ende ja das. wie man damit damit umgehen muss. Aber trotzdem hast du natürlich immer mal so Situationen, wo du erstmal denkst, wow Das ist jetzt aber ärgerlich, wenn das. Corona, ja, war, war ja, war ja, das war wirklich das erste Mal, wo. Wir haben einen super Start in 2020 und wir haben normalerweise immer Anfang des Jahres geraced, weil da am meisten Leute bei uns schon am besten. Weißt du, wie es ist, ne? So, kannst den Leuten erzählen, dass es ein saisonales Geschäft ist. Aber der VC sagt dann halt trotzdem, ja, aber im Vergleich zum Vormonat sieht das ja irgendwie komisch aus. Ja, er muss hier über je gucken. Ja, aber zum Vormonat. Also, nicht jeder, aber es ist trotzdem einfacher, wenn du halt einfach zeigst: Okay, guck mal, hier over hier sieht es so aus und klar, Januar sieht so viel besser aus als Dezember. Es gibt zumindest kein Thema. Deswegen haben wir immer Anfang des Jahres eigentlich geraced, in der Hauptsaison, einfach um dieses Thema rauszunehmen. Und dann war es natürlich mit Corona ein bisschen doof, weil das ja genau dann in den Zeitraum reinkam, obwohl wir einen guten Start hatten. Und das war zum Ich glaube, zum allerersten Mal, wo ich wirklich, äh, also da hat es ja, das ging aber natürlich vielen Leuten so, vor allen Dingen im Travelbereich, aber wo du halt plötzlich so dachtest, jetzt wird ja einfach so der Teppich unter den Füßen weggezogen. Und Ich habe nicht mal Schuld und jetzt habe ich irgendwie hier fast sieben Jahre was gebaut und dann ist es vielleicht einfach weg. Weil wir natürlich jetzt auch nicht geplant hatten, noch zwei Jahre Runway zu haben mit dem Geld. So und Und wir haben aber damals gesagt, wir sind uns relativ sicher, dass wir die Letzten sind, die von Corona getroffen werden und die ersten, die wieder rauskommen. Weil wenn du die isoliert, ja, Fernhaus ist ja so ein isoliertes Thema. Also wenn du Also, wenn du in ein Ferienhaus gefahren bist, in der Regel triffst du ja weniger Menschen als im Hotel. Und deswegen haben wir halt gesagt, so wenn wird es das Wahrscheinlich letzte sein, auch wenn das dann nachher von den Regulierungen staatlich ein bisschen anders war, weil die sozusagen das irgendwie gleich gemacht haben: Hotels, Fernhaus, was natürlich keinen Sinn ergeben hat. Trotzdem die Leute. Sind trotzdem ins Ferienhaus vor allen Dingen gefahren. Warum? Weil A hatten Leute Angst, weil sie sich eigentlich anstecken wollten. Und B, hattest du ja auch Leute mit Investor drüber gesprochen, der meinte, halt, ich will einfach nicht daran erinnert werden. Wenn ich im Hotel bin und mein Zimmer verlasse, dann muss ich Maske aufziehen, muss irgendwie Handschuhe gegebenenfalls am Buffet anziehen und mir wieder irgendwie irgendwas machen. Im Ferienhaus bin ich mal eine Familie zu Hause. Wie zu Hause gehe ich halt aus der Tür raus und dann bin ich halt im Freien und dann muss ich es halt nicht machen. Und ich glaube, das war für viele Leute schon ein gutes Thema damals. Dann im Ferienhaus und so hatten wir das auch vermutet, und so hat es sich auch ergeben. Irgendwie, wir hatten zwar im April irgendwie minus 90 Prozent, wir hatten aber schon im Mai nur noch minus 25 Prozent und im Juni hatten wir deutlich über. Also Juni 2020, der war deutlich über dem Doppelten von den Buchungen von 2019, weil alle Leute halt ins Ferienhaus wollten.
1:06:38 Feliks Eyser: Ja, krass, Wahnsinn. Auf der einen Seite diese existenzielle Krise, zu sagen, oh shit, Fundraising funktioniert nicht. So, ich muss erst mal Muss ich erstmal alles sortieren, dann denkst du auf der anderen Seite, okay, vielleicht steckt da auch eine Chance drin. Mentales Modell, Aktivität ist wichtig. Aktivität war dann. Ein Jahr später, dass sie die Firma an die Börse gebracht haben. Ja. Das ist der Boss Mode der Aktivität. Ja, die Folgeaktivität, ja, ich würde so sagen.
1:07:01 Patrick Andrae: Die erste Aktivität war natürlich zu gucken, wie, wie, wie können wir die Firma Bridge finanzieren, ja, weil wir weil wir ja keine Runde geraced haben. Kein externer im Endeffekt gesagt hätte. Ich gebe ein bisschen Travel. Ich will ja nicht der Idiot sein. Genau, ich will nicht der, also die Wahrscheinlichkeit, dass jemand mir sagt, ich bin der Idiot, war für viele Leute halt höher als andersherum. Das war aber trotzdem ganz interessant, weil wir haben mit unseren Investoren da sehr fair geeinigt, weil die auch gesagt haben, das ist halt am Ende nichts, was ihr verschuldet habt. Ja, und wir bridchen das halt. Das hat angeklappt. Ja, ja. Und man muss ja auch sagen, in Deutschland hast du natürlich, also vor allen Dingen von dem deutschen Bereich, da hast du natürlich den großen Vorteil, sie mussten auch ein bisschen Einsparung machen, das war auch schmerzhaft. Weil die Investoren natürlich auch von dir erwarten, dass du auf deiner Seite auch was tust. In Deutschland hast du natürlich den großen Vorteil gehabt, noch mit Kurzarbeit Stimmt, hast Deutschland eine gute Geografie. Ja, weil Kurzarbeit, also es gibt ja jetzt nicht viele Sachen, wo man sagt, das ist eine gute Regelung, die für alle Parteien gut ist, aber Kurzarbeit ist ein. Wirklich so, ist für den Unternehmer gut, ist für den Staat gut, ist für den Angestellten gut. Ja. Auch wenn alle irgendwie auf irgendwas verzichten müssen und so, ne? Und aber trotzdem besser als halt die andere Option, Leute zu entlassen, ja. Oder was ein Teil vom Betrieb zu machen. So, und dann haben wir halt relativ schnell ja gesehen, ne? Ich meine, im Sommer war dann ja schon brutal gut. Ich hätte ja wahrscheinlich das Zwei-Dreifache an Inventar verkaufen können, hätte ich es gehabt. Also und ich musste so gut wie kein Marketing ausgeben. So und dann kam ja im Herbst, ist dann Airbnb an die Börse gegangen. Und ich weiß immer noch, da haben Leute mich gefragt: Da ist Airbnb verrückt. Die können ja nicht erst Travelunternehmen während Corona an die Börse gehen. Und ich habe gesagt: Naja, ich weiß nicht. Also, wenn es bei denen nur so halb so gut läuft wie bei uns. Ohne Marketing ganz viel verkaufen, ist ja auch eine super Story, ja. Kann ich mir schon vorstellen, dass das Sinn macht.
1:08:50 Feliks Eyser: Was war der Moment, wo du für dich gedacht hast, oh, das könnte auch ein Pfad sein? Also, wo du zum ersten Mal ernsthaft darüber nachgedacht hast, dass du das so ist.
1:08:56 Patrick Andrae: Als Airbnb an die Börse gegangen ist und dann der Stockpreis gepoppt ist. Also, weil das war schon spannend, also wird das vom Markt auch so gesehen. wie man das im Endeffekt theoretisch oder wie ich es vermutet habe. Wie groß wart ihr da am Umsatz und EBIT und ist man da börsenready? Wann ist man Börsenready? Aber wir hatten eh schon, also wir haben im Endeffekt natürlich gesagt, ab dem Zeitpunkt, wo diese Bridge-Finanzierung gemacht haben, wie machen wir die weitere Finanzierung? Was sind Optionen? Und als wir gehört haben, dass Airbnb an die Börse gegangen ist, haben wir natürlich gesagt, okay, Börse könnte auch eine Option werden, wenn das gut funktioniert, weil natürlich im Zweifel dann die Leute gucken, was gibt es da noch in dem Bereich. Und deswegen haben wir eigentlich so angefangen, so ein bisschen so ein, eigentlich zweigleisig schon zu fahren und haben halt gesagt, also wir hatten auch schon dann einen neuen CFO geheiert, der halt Börsenerfahrung hatte, um halt für einen potenziellen Börsengang vorbereitet zu sein und haben auch dann geguckt, dass wir so, ey, wir können private finanzieren, aber wir können halt auch theoretisch an die Börse, dass wir schon angefangen haben, uns Börsen ready zu machen. Und wir hatten damals, ähm, wir hatten 2019 so Innenumsätze von ein bisschen weniger als 70 Millionen. Und in 2020 hatten wir Bisschen mehr als 65, also es sind kaum gefallen. Obwohl es natürlich super gestartet, dann einmal komplett runter, dann super Sommer und dann kam mal wieder die zweite Welle. Aber das war so ungefähr unser Umsatz. Und dann haben wir halt gesagt, okay, wir fangen jetzt einfach an. Wolltest du sagen, wenn du Richtung 100 Millionen gehst, das ist da so eine Zahl? Ja, ja, also wir wussten, wir wussten, dass wir wahrscheinlich in 21 Richtungen 100 Millionen gehen werden oder 90 100 Millionen. Das war schon so die, die, die, äh, die Überlegung. Und dann kam ja gleichzeitig noch dieser Spec-Hype. Ja, das ist plötzlich das.
1:10:43 Feliks Eyser: Speck heißt, wenn man es erklärt, dass eine Firma, die quasi schon leer an der Börse ist, genutzt wird, um eine Firma zu kaufen, die nicht an der Börse ist und quasi so eine Art Reverse-Börsengang zu machen.
1:10:52 Patrick Andrae: Das ist quasi ein leeres SPV, so ein Special Acquisition Corp or Special Acquisition Company, der an die Börse geht und dann was anderes kauft. Beschleunigt den Prozess. Ja, beschleunigt grundsätzlich den Prozess, aber am Ende hast du ja trotzdem so einen MA-Deal, weil dich kauft ja der Spec. Oder du mergst mit dem Spec.
1:11:11 Feliks Eyser: Du musst jemand auf der Seite von dem Spec, muss Geld raisen, muss sagen, ich laufe jetzt los und ich schaue mir ganz viele Firmen an und ich weiß noch nicht, wen ich finde und was das ist, aber ihr gebt mir schon mal Geld und in verschiedenen Stufen quasi wird dann mehr Geld freigeschaltet, bis man dann sagt, okay, ich habe jetzt hier Mit dem Patrick geredet.
1:11:23 Patrick Andrae: Ja, also das Geld haben die schon von Anfang an, aber die Investoren haben die Möglichkeit, also A, können noch weitere Investoren dazustoßen, wenn das Target klar ist. In einer sogenannten Pipe, also wo so ein Zusatzinvestment im Endeffekt gemacht werden kann. Aber auch die Altinvestoren, damit die halt nicht eingeloggt sind und jetzt nur Felix vertrauen müssen, dass er das richtige Unternehmen findet. haben so eine sogenannte redemption, also so eine Art Rückgaberecht, ja, und dürfen dann sagen, nachdem die Firma bekannt ist, innerhalb eines gewissen Zeitraums möchte ich, möchte ich Mein Geld zurück haben oder möchte ich in der Firma investiert sein?
1:11:56 Feliks Eyser: Wie würde ich bei Zalando ein Paket kaufen und dann, wenn es angekommen ist, was zurückschickt?
1:12:00 Patrick Andrae: Genau, genau, und so funktioniert das im Endeffekt. Und damals war natürlich dieser Spec-Hype, kam irgendwie so parallel auf. Und dann, wir hatten ja eigentlich so einen dualen Prozess geplant, hey, wir können irgendwie IPO machen oder RAIN Private. Und dann war das sozusagen so eine Dritte Option, die dazugekommen ist, weil plötzlich uns die ganzen Spec-A-Anbieter, wenn man es so sagen will, also die Spec-Invest, also Leute, die Specs aufgesetzt haben, angefangen haben anzurufen, natürlich, nachdem die gesehen haben, dass Airbnb so gut funktioniert hat.
1:12:31 Feliks Eyser: Ach, okay, okay.
1:12:31 Patrick Andrae: Und hast du wirklich mehrere Anrufe bekommen? Ja, unendlich viele Anrufe. Wirklich. Ja, und Mails und so weiter und unser damaliger Seed.
1:12:38 Feliks Eyser: Aus der ganzen Welt, oder? Ja, ja, ja.
1:12:40 Patrick Andrae: Also vor allem aus Amerika natürlich. Weil da war das ja schon am Laufen. Und ähm, Da hast du halt wirklich, also unser damaliger CFO hat das auch mal so schön beschrieben, das war so dann auch mit denen dann so wie Speed Dating on Steroids, ne? Die haben halt angerufen, ja so, was können wir machen, Evaluation, zack, zack, zack. Und so weiter. Und am Ende haben wir dann einen Prozess aber gemachten richtigen und haben gesagt, okay, das könnte eine gute Option sein. Man muss ja mal überlegen, das war Ende Ende 2020, Anfang 2021, wo wir uns diese Gedanken machen mussten. Und die da waren ja noch nicht mal, also grundsätzlich Gedanken, ob Speck auch eine Route sein könnte, und da war ja noch nicht mal die Impfung. also ausgerollt, ne? Die wurden ja irgendwie, glaube ich, April 2021 oder so ausgerollt. Und da haben wir dann gesagt, okay Der Private Markt für Travel, also Private Financing für Travel war halt noch nicht wieder da. IPO war halt eine Option. Das ist ja total interessant, oder? Dass der IPO-Markt vor den privaten Märkten da ist. Ja, ich glaube, das war so ein Doppeleffekt. Dass du gesehen hast, an der Börse ist Geld dafür da. Die VCs waren, glaube ich, immer noch, die sagen ja immer, sie nehmen viel Risk, aber im Endeffekt sind sie ja sehr Herdentiere.
1:13:47 Feliks Eyser: Und mit einem Portfolio von 25 Companys in einem Fonds hast du auch auf jeden Fall weniger Risiko als ein Fauna, deine Company gibt es.
1:13:53 Patrick Andrae: Genau, die haben ja oft dann auch so FOMO, also laufen alle in eine Richtung. Aber halt auch, wenn niemand in die andere Richtung läuft, dann haben sie auch Angst, in die Richtung zu laufen, obwohl sie ja mal sagen, man soll Contrarian investieren und so. Also ist ja schon ein bisschen anders. Das ist Konsensus, dass du Contrarien investieren musst. Genau, genau. Das ist Konsensus, aber trotzdem wird Konsensus investiert. Und ich will jetzt auch gar nicht, soll es kein Bashing sein, ne? Aber es ist schon, also war in dem Fall halt schon einfach nicht die einfache Route. Oder beziehungsweise so. Und dann haben wir halt gesehen, okay Die Speck-Route könnte halt interessant sein, weil wir halt so viel Inbound-Interesse hatten. Dann haben wir halt gesagt: Wir nehmen uns eine Bank, wir haben uns Morgan Stanley genommen und haben dann mit Morgan Stanley halt gesagt: Okay, wir machen jetzt einen Prozess. Also wir überlegen, Was könnten alle Specks sein, die interessant sind für uns? Machen so eine Vorauswahl und dann kondensen wir die halt rum. Es war wirklich absurd, weil die Leute haben sich ja im Endeffekt um uns. Um uns geworben.
1:14:48 Feliks Eyser: Aber es gibt auch gar nicht so viele Targets, die in dieses Schema reinpassen. Die Firmen dürfen nicht zu groß, nicht zu klein sein.
1:14:53 Patrick Andrae: Genau. Und es muss auch irgendwas sein, was der Markt. versteht, muss irgendwas sein, was irgendwie, ne, und war natürlich dadurch, dass Airbnb so gut gelaufen war, dadurch natürlich auch irgendwie interessant und so weiter grundsätzlich. Dann haben wir halt diesen Prozess gemacht und haben uns am Ende dann aber für einen europäischen Spec, für einen Lakestar Spec entschieden, auch weil Lakestar war ja vorher schon ein Investor bei uns Und dann kannten wir den Klaus Hommels halt schon, der den Lakestar-Spec, obwohl der getrennt war, eigentlich von Lakestar als Investor, aber natürlich mit Klaus als Person.
1:15:19 Feliks Eyser: Aber interessant, auch wieder Relation schon vorhanden, wie bei MA. Also kennst du die Leute, weißt du, wie die ticken?
1:15:24 Patrick Andrae: Selbe Prinzip, ne? Ich meine, so ein Spec-Merger ist ja auch eine Hochzeit zu einem gewissen Grad, ja. Und da wirst du ja zumindest irgendwie jetzt nicht jemanden nur nach dem ersten Restaurantbesuch. gleich heiraten. Ich glaube, das war schon ein Teil davon. Und der andere Teil war aber auch, dass, also A, wir Klaus halt durch Lakestar schon kannten und B, aber auch sicherlich das Konstrukt, das Europäische besser war, also aus unserer Sicht besser war als das amerikanische. Und wir schon der Überzeugung waren, Unser Hauptgeschäft war ja in war und ist in Europa und in Deutschland, dass es eigentlich eine patriotische Pflicht ist, aber schon so ein bisschen eine Thematik ist, dass wir dann auch versuchen wollen, in Europa bzw. in Deutschland an die Börse zu gehen. Und Klaus hatte das ja auch so sehr aufgesetzt. Er wollte den ersten deutschen Spec machen und so weiter. Und das hat uns halt auch gefallen von der Grund. Idee.
01:16:20 Der Börsengang: Warum Patrick die IPO-Glocke auf dem Flohmarkt kaufte
1:16:20 Feliks Eyser: Wie war der IPO-Tag? Was ist die Geschichte mit dem LKW-Higack? Jetzt bin ich gespannt.
1:16:24 Patrick Andrae: Das hast du gesteckt bekommen, ne? Aber die, die, also, ähm, Ich sag's mal so, wenn du so ein IPO machst, kannst du ja auf verschiedene Arten das feiern. Und das Interessante ist, die deutsche Börse nimmt relativ viel Geld dafür. Was ich ja ein bisschen vom Vermarketingfaktor ein bisschen schwierig finde, weil bei Nasdaq zum Beispiel ist das inkludiert. Und die Deutschen chargen dafür, wirklich, dass du da die Glocke läutest. Das kostet Geld. Nicht dein Ernst. Und damals war es sogar noch ein bisschen restriktiver, weil ja immer noch so Covid-Ausläufer in 2021. Da waren die auch nicht heiß drauf, das zu verkaufen, das Produkt, oder wie? Doch schon. Aber du hättest irgendwas mit über Zoom machen können, das hätte schon was gekostet. Dann hättest du was machen können vor Ort, ohne dass es, dass es im Endeffekt gebrandet ist. Dann ist es einfach nur so eine blaue Tafel und da steht dann dein Name so, HomeToGo. Und das war's.
1:17:20 Feliks Eyser: Oh mein Gott.
1:17:21 Patrick Andrae: Oder wenn du es gebrandet haben willst, dann war es richtig teuer.
1:17:23 Feliks Eyser: Was kostet so ein gebrandeter IPO-Find-Forist?
1:17:25 Patrick Andrae: Wenn ich das sagen darf, aber es sind ein paar hunderttausend Euro. Was? Ja. Und habe ich Ihnen auch gesagt, kann ich günstiger machen, wenn ich mir einfach. Ich sorge auch dafür, dass alles wieder sauber ist. Wollten sie aber nicht. Ich bringe meine Property Manager mit. Ja, ich hab halt, ich hab halt, damals hatten wir sie ja noch nicht, aber ich hab halt dann gesagt, okay. Ich finde es sowieso doof, weil du konntest dann eine begrenzte Anzahl von Mitarbeitern dahin mitnehmen und wie suchst du die dann aus? Sollen das dann die sein, die am längsten da sind? Sollen das die sein, die irgendwie höhere Positionen haben? Machst du eine Auslosung? Das ist ja einfach, kann ja nur unfair sein. Und dann haben wir halt gesagt, okay, Wir nehmen das Geld, das ist wichtig, das Geld, was es gekostet hätte, wenn wir das per Zoom gemacht hätten. Und das ist unser Investmentbudget, und das war auch nicht super günstig.
1:18:12 Feliks Eyser: Das ist auch sechsstellig. Die Zoom-Variante? Nee, fünfstellig.
1:18:15 Patrick Andrae: Ach, du liebe Zitzen. Aber wir machen jedem unserer Offices, machen wir im Endeffekt, also läuten wir quasi diese Glocke. Und machen dann jedem unserer Offices eine Party. Und dann haben wir es halt so gemacht, wir haben in unserem Hauptoffice, also in Berlin, da haben wir so eine fette Digitalwand geholt. Das siehst du auch, wenn du HomeToGo-IPO-Fotos googelst und es nicht weißt, siehst du es nicht so. Wir haben es extra so gemacht, dass es ein bisschen angeschnitten ist, aber du siehst nicht, dass wir nicht in der Börse sind. Wir haben so ein kleines Pult gebaut mit HomeToGo drauf, haben uns eine Glocke hier im Mauerpark auf dem Auf dem Flohmarkt gekauft, ja, ähm, und haben dann so eine riesen Videoband, so eine hochauflösende Videoband gebaut. Mit der deutschen Börse dahinter, also Frankfurter Börse, wo alles HomeToGo-Gebrandet war, also von unseren Designern, und haben dann davor halt die Glocke geläutet. Hat auch den Vorteil, dass du den Shoot mehrmals machen kannst. Und die Glocke behalten kannst. Ja, und die Glocke behalten kannst. Und die Mitarbeiter konnten es auch alle machen. Konnte jeder für sich nochmal so ein Foto machen, mit der. Das ist ja geil, okay.
1:19:15 Feliks Eyser: Und dann Glocke nochmal posten.
1:19:16 Patrick Andrae: Genau. Und wir hatten dann auch noch in den In allen Offices hatten wir auch immer noch so große Aufsteller, HomeToGo und Deutsche Börse, wo die Leute auch nochmal für sich Fotos machen konnten und so weiter. Und dann haben wir halt abends eine Party gemacht. So, ich habe es aber nicht auf mir sitzen lassen, dass wir an der Börse halt gar nichts machen. Dann haben wir mit einer Firma von einem Freund von mir, mit OnTruck, haben wir halt so HomeToGo LKWs bedruckt, also LKW planen bedruckt und haben es geschafft bei der Stadt Frankfurt, dass wir vor die Börse fahren durften, also dass sie die Poller rausgenommen haben. Also total geil, dass wir das hinbekommen haben mit On-Truck. Wollten die dafür Geld? Oder war das free? Das hat nicht die Börse entschieden, sondern Frankfurt. Und dann haben wir zwei Trucks gehabt, die beim HomeToGo beim Hauptoffice in Berlin den ganzen Tag rumgefahren sind, quasi und um die Frankfurter Börse. Und direkt morgens haben wir einen, musst du mal googeln, ist ganz lustig, haben wir einen direkt davor gestellt. So einen riesigen Truck mit einem HomeToGo-Dingern drauf. Und das war so ein bisschen die Art und Weise, wie wir es halt gemacht haben. Und haben halt am Ende ja ein Wahrscheinlich ein Zehntel davon bezahlt, was wir bezahlt hätten, wenn wir es halt gebrandet hätten bei denen und so weiter. Und hatten halt ein viel cooleres Event auch für die ganzen Leute. Sonst wären halt irgendwie, ich glaube, es waren 30, 40 Leute, hätten da hinfahren können, hätten halt ein. In Sekt getrunken und irgendwie so ein Schnittchen bekommen.
1:20:40 Feliks Eyser: Klingt gar nicht, was ihr da gemacht habt.
1:20:41 Patrick Andrae: Ja, war es auch. Und viele Leute haben natürlich dann gesagt: Ja, aber willst du nicht, ist das nicht cool, dass man auf dem Parkett? Und da habe ich gesagt: So, ganz ehrlich. Mein Ego braucht es nicht. Ich finde es viel geiler, wenn die ganzen Leute, die halt irgendwie daran mitgewirkt haben, auch ein Teil davon sind. Weil was bringt mir das, dass ich da auf der, also ist auch nichts, was ich im Nachhinein sage, so oh.
1:20:59 Feliks Eyser: Ist ja interessant, auch eine vertane Chance, dafür Geld zu nehmen, das nicht so zu promoten. Andersrum Nasdaq in den USA, wir kennen alle die Bilder da im Times Square, wenn da die Logos irgendwie drauf gemacht werden und so weiter.
1:21:08 Patrick Andrae: Nasdaq macht das ja cleverer, also muss man halt sagen, ne? Bei denen ist das halt im Gesamtpaket drin. Ja, weil die Deutsche Börse noch meint, ja, die Nasdaq ist ja teurer beim Listing. Dann habe ich gesagt, ja, aber danach suche ich ja nicht mal Listing aus. Dann mach doch das Gesamtpaket einfach teurer. Aber so fühlt es sich halt irgendwie so an, wenn du halt weißt, dass du für einen Service, den du eigentlich vielleicht nicht haben willst, oder zumindest nicht für das Geld haben willst, so viel Geld bezahlen musst. Wahnsinn.
1:21:31 Feliks Eyser: Wie war der Moment, dass du in die Stock App Server Stock-App reingeschaut hast und deinen Ticker gesehen hast und ja, das war schon ganz, ganz, ganz cool.
1:21:37 Patrick Andrae: Cool. Vor allem, weil wir ja auch unseren internen Abkürzungen HTG als Ticker bekommen haben. Das war ganz cool. HomeToGo immer HTG, das ist ja auch unser Ticker. Also es gibt ja so Momente, die dir, die dir hängen bleiben, das ist natürlich ein brutaler Moment. Auch wenn ich nie persönlich ein Ziel hatte, an die Börse zu gehen.
01:21:52 Firma sechsmal größer, Aktienkurs trotzdem tiefer: Wie Patrick damit umgeht
1:21:52 Feliks Eyser: Was macht es mit dir als Founder? Was macht es mit dir als Mensch, wenn der Wert von deinem Unternehmen, von deinem Lebenswerk ein Stück weit die ganze Zeit in so einer App abrufbar ist? Ja, das habe ich mich ja vorher auch gefragt.
1:22:03 Patrick Andrae: Also das ist, glaube ich, einer der Gründe, warum ich lange oder warum es nie ein Ziel von mir war, in die Börse zu gehen. Ehrlich gesagt, das ist ein Thema, das ich Gott sei Dank ausblenden kann. Aber unser Aktienkurs hat sich jetzt ja nicht unbedingt positiv entwickelt. Obwohl wir uns als Unternehmen sehr gut entwickelt haben. Das ist interessant, gell?
1:22:23 Feliks Eyser: Seit dem IPO habt ihr euch von der Größe her verdoppelt, verdreifacht, irgendwie von der Dimension her?
1:22:27 Patrick Andrae: Ehrlich gesagt, sogar, wenn du die 220er Zahlen nimmst oder die 219er Zahlen, sind wir jetzt ungefähr Sechsmal so groß dieses Jahr. Wir sagen ja, wir machen dieses Jahr so, also circa, ne? Wir machen 400 bis 410 Millionen Innenumsatz dieses Jahr, ist ja unsere Guidance. und 45 bis 47 Millionen Adjusted Ebelda. Damals waren wir unprofitabel und haben halt waren halt zwischen 60 und 70 Millionen, 2019. Und 220 und 22 dann größer, aber trotzdem.
1:22:56 Feliks Eyser: Und trotzdem ist der Aktienkurs von roundabout eine Milliarde runter auf 200 Millionen. Was macht es mit dir, das zu sehen in dieser App?
1:23:02 Patrick Andrae: Naja, wie gesagt, also auf der einen Seite, ich kann mich da zum Glück ein bisschen von lösen. Ja, weil sonst, also ich kann nicht jeden Tag auf den Aktienkurs gucken und irgendwie dem hinterherweinen, dass er runtergeht. Es ist trotzdem natürlich ein Ansporn, den Aktienkurs wieder hochzubekommen. Also weil am Ende, wir haben halt operativ abgeliefert. Wir haben In 2021, haben wir gesagt, mit unseren 220er Zahlen, haben wir irgendwie gesagt, wir wollen 2023 profitabel werden, bevor das In war, profitabel zu werden. Das wurde es ja erst in 2022. Wir haben gesagt, wir wollen in 2023, 20 Prozent schon mit diesem Pro-Bereich machen. Haben wir auch abgeliefert. Also, das waren unsere zwei Kernthemen, die wir gesagt haben, die wir machen wollten. Wir haben das weiter ausgebaut und sind doch immer weiter gewachsen. Und ich glaube, von daher Sind wir eigentlich schon operativ? Kann ich mir zumindest nichts vorwerfen in dem Sinne. Sicherlich kann man immer Sachen besser machen, also don't get me wrong. Aber das ist das eine Thema. Und ich muss mich versuchen, mental soweit wie möglich von diesem Aktienkurs zu trennen. Was machst du das? Ja, ich glaube, also ich löse mich halt insofern davon, dass ich aus meiner eigenen Sicht natürlich denke, dass der Aktienkurs nicht das widerspiegelt, was wir gemacht haben. Ja, und zweitens, man muss auch sagen muss, sicherlich, wir haben, wir sind eine Meta, die ein Marktplatz geworden ist, mit einem kleinen Software-Teil, so sind wir an die Börse gegangen und heute sind wir ein B2B-Geschäft. Mit einem großen Akquisition im letzten Jahr, die nochmal sehr viel verändert hat. Zwei Drittel jetzt B2B, versus vorher ein Drittel. Circa. Und ich glaube, das ist auch was, was die Leute erstmal verstehen müssen. Ja. Wie das nachhaltig funktioniert.
1:24:53 Feliks Eyser: Weil es eine gewisse Komplexität hat. Wenn man da drauf schaut, sagt, okay, das ist Meta, es ist Booking, es ist Services, es ist Software, es ist quasi so Es ist nicht so einfach, ne?
1:25:02 Patrick Andrae: Du kannst, also du kannst versuchen, dass Leuten, wenn Leute mich normalerweise fragen, was macht HomeToGo? Ja, und oft kommt leider natürlich auch die Frage: Macht ihr sowas wie Airbnb? Aus meiner Sicht natürlich nicht, ja, aber das ist das mentale Modell der Leute. Und heute sage ich halt Ja, sowas wie Airbnb, nur mit größerer Auswahl und dadurch oft halt besseren Preisen. Das ist aber nur die Marktplatzseite und wir haben darüber hinaus noch ein B2B-Geschäft. Und wenn du mehr wissen wirst, können wir gerne darüber reden. So funktioniert das normalerweise, dass du es dann ganz gut erklären kannst. Und dann sagst du: guck mal, wir bieten halt auch für die Anbieter noch Software bis hin zu Service an und können dadurch halt den ganzen Markt abdecken, Ende zu Ende. Und sind vor allen Dingen natürlich auch, hatten wir ja auch schon mal so ein bisschen drüber gesprochen, anders fokussiert. Also Cities ist nicht unser Thema. Wir kommen aus dem klassischen Ferienhaus, am Meer, am See, am Berg, zum Skifahren, aber vor allen Dingen für den Sommerurlaub. So, und ich glaube, dass das ist so ein bisschen das Thema. Für mich selber ist natürlich, und das ist wichtig, wir wollen natürlich schon auch für unsere Aktionäre gucken, dass der Aktienkurs natürlich in die richtige Richtung läuft. Wir glauben, dass wir dafür alles machen. Ja. Aber, und wie du auch gerade gesagt hast, dieses Verstehen, dass wir halt ein bisschen ein anderes Modell haben, dadurch aber natürlich auch unique sind und speziell auf diesen fairen Hausbereich konzentriert sind Ist, glaube ich, eine große, große Chance. Und ich gehe davon aus, dass wir jetzt dieses Jahr ist ja das erste Jahr, wo dann auch Interhome voll integriert, auch in unseren gesetzlichen Zahlen, die man dann sieht. Und nicht nur Proforma, wie man es bisher sieht, dass das dann auch vielleicht zu mehr Wissen und Klarheit darüber führt, wie gut dieses Unternehmen eigentlich ist.
1:26:58 Feliks Eyser: Was glaubst du, was könntet ihr da besser machen? Also wenn du sagst, operativ komplett abgeliefert, ja, also Ergebnis ist gut, ihr habt diese Deals da durchgebracht, also die Story, ja, muss man ein bisschen verstehen, aber dann leuchtet sie ein. Was glaubst du, wo ihr denn noch missverstanden seid?
1:27:12 Patrick Andrae: Na, ich glaube, A sind wir mittlerweile ja von der Marktkapitalisierung ein kleines Unternehmen. Das heißt, die Leute müssen auch erstmal das Interesse. finden.
1:27:24 Feliks Eyser: Das ist ein strukturelles Thema. Irgendwann fällst du dann quasi raus, dann bist du nicht mehr auf der Top-Liste sozusagen.
1:27:29 Patrick Andrae: Genau, und bei manchen Investoren fällst du dann vielleicht auch aus dem Scope raus, weil die nur eine gewisse Bewertung investieren dürfen oder auch nur eine gewisse Aktien, die eine gewisse Liquidität, wie man immer so schön sagt, die zum gewissen Grad investiert, also gehandelt werden. Das erhöht sich jetzt bei uns immer. Also, wir haben im Rahmen der Akquisition von Interhome auch darauf Acht gegeben. Also, das war auch Wir sprachen ja über 5D-Schacht. Das war auch so ein Doppelthema, was wir gemacht haben. Also wir haben auf der einen Seite, wollten wir das Geld haben. Gleichzeitig wollten wir das Geld aber haben. Von neuen Investoren, vor allen Dingen institutionellen Investoren, die halt auch an der Börse mehr handeln. Also sowohl kaufen als auch verkaufen, damit diese Liquidität halt hochgeht. Und das haben wir geschafft, weil die Liquidität danach Deutlich höher ist oder deutlich höher seitdem ist. Wie hoch ist die Impfe? Wo war die vorher?
1:28:11 Feliks Eyser: Wo ist sie jetzt? Ja, was ist da viel, was ist da wenig? Ich habe da keine Fehler von.
1:28:16 Patrick Andrae: Wir haben sie so, ich würde sagen, wahrscheinlich versieben oder achtfach dadurch. Und vorher war sie halt eher bei so 25. 000, 30. 000 gehandelten Stück am Tag. Und heute ist sie im Schnitt deutlich höher.
1:28:34 Feliks Eyser: Okay, und das ist eine Frage, die man sich dann stellt: Wie kann ich meinen Shareholder-Kreis so erweitern, dass ich Leute ins Boot hole, die da einfach aktiver sind? Ja, genau, in beide Richtungen.
1:28:42 Patrick Andrae: Weil du hast ja du hast ja Investoren, die sagen, die wollen in die Aktie rein, aber wenn sie die halt nicht schnell genug bekommen, die wollen ja auch den Aktienkurs nicht. Künstlich selber hochtreiben, indem sie halt für 5 Millionen Aktien kaufen. Und deswegen, umso höhere Liquidität du hast, umso höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass du A kaufen kannst und verkaufen kannst. Und das ist natürlich was, was was wir jetzt, wo wir uns glaube ich auf dem richtigen Weg befinden, ja, und gleichzeitig aber auch das Thema, dass wir, dass wir im Endeffekt die, ähm, diese Story Also, dass die Leute auch verstehen, guck mal, HomeToGo ist jetzt eine B2B-Company. Das ist unser Schwerpunkt. Das ist da, wo wir auch hauptsächlich rein investieren. Der Marktplatz ist super gut, ja, weil wir den, das ist trotzdem, muss man sich ja überlegen. Also du hast, du hast irgendwie für Fernhäuser hast du irgendwie Booking und Airbnb und halt so Vrbo FeWo-direkt, ja. Aber HomeToGo ist in vielen Märkten, ja, vor allen Dingen im Dachmarkt, ein super relevanter Player. Es gibt da nicht mehr viel Zeug, was, was, was, was, was, oder mit weitem Abstand dann danach kommt. Und damit hast du Sicherlich ist da ein großer Abstand zu einem Booking oder einem Airbnb, aber trotzdem ist es ein relevanter Marktplatz. Und gleichzeitig sind wir aber im B2B-Bereich einer der großen Fische. Wir sind der zweitgrößte Verwalter mit Interhome in Europa, wahrscheinlich sogar weltweit. Wollen das weiter ausbauen. Und im Softwarebereich sind wir auch sehr. Sehr gut unterwegs.
1:30:05 Feliks Eyser: Aber es ist interessant, dass diese Geschichte auch erstmal einzickern muss zu sagen: so, nee, das ist kein Marktplatz, der jetzt auch angefangen hat, Properties zu betreiben, sondern andersrum, es ist ein B2B-Provider, der die ganze Infrastruktur stellt. Und eins der Kernfeatures, Assets, ist dieser Marktplatz, der nochmal unique ist. Unique Nachfrage sozusagen auf das Angebot bringt. Und diese Geschichte muss erstmal einsehen.
1:30:25 Patrick Andrae: Genau, und die ist ja jetzt in unseren, war jetzt in den Zahlen aus dem letzten Jahr auch noch nicht voll drin. Wir haben zwar Proforma-Zahlen. Das ist aber nicht das, was du nachher auf Bloomberg siehst. Sondern auf Bloomberg siehst du halt die Zahlen, die klassischen, die du halt erlaubt bist zu bilanzieren. Und du darfst ein Unternehmen ja erst teilen, also Interhome durften wir erst als Teil von HomeToGo bilanzieren, in dem Moment, wo der Deal geclosed war. So, und das heißt natürlich, dass Dass wir letztes Jahr haben wir quasi Interhome nur im letzten Quartal in unseren gesetzlichen Zahlen drin. Dieses Jahr werden wir das halt voll haben und das ist sicherlich was, wo man dann auch eher sehen kann, wie das zusammenhängt. Trotzdem muss man sich halt überlegen, ich meine Du kriegst halt im Moment, die HomeToGo-Market Cap ist halt im Moment immer so zwischen 200 und 250 Millionen, wie du ja gesagt hast, von mal über 1,2 Milliarden beim Börsengang. Aber was du dafür bekommst, du kriegst ja quasi Interhome, was 250 Millionen alleine wert, bar, zumindest uns, ja. Gleichzeitig bekommst du halt den Marktplatz de facto For free, ja, du bekommst.
1:31:31 Feliks Eyser: Du bekommst ein Softwarebusiness, was du bist trotzdem nicht, aber es wird auch, sagen wir, achtstellige Umsätze, achtstellige AR machen wahrscheinlich. Äh.
1:31:40 Patrick Andrae: Ja. Und es wächst halt mit 40 Prozent und ist profitabel. Also das Ding alleine wäre als Private.
1:31:48 Feliks Eyser: Wollte ich sagen, also wenn das eine 20 Millionen AR-Company wäre, die 40% wächst und profitabel ist, dann Kannst du eine Finanzierungsrunde machen bei mehreren hundert Millionen im Privatmarkt von einem VC?
1:31:57 Patrick Andrae: Ich habe jetzt nichts zum Umsatz gesagt nur oder zum RA, aber trotzdem, ja, genau. Und das ist sicherlich immer so ein bisschen der Discount, den du sicherlich hast, wenn du halt mehrere Geschäfte hast. Bei uns macht es aber auch Sinn, diese mehreren Geschäfte. Also, wir sind ja nicht eine lose Gruppe. Mit komplett divergierenden Geschäftsbereichen, sondern das ist ja alles fair in Haus zentriert und dadurch entwickelt es ja auch diese, was wir schon so ein bisschen drüber gesprochen haben, wenn Leute aus der Software rausgehen. Der größte Kündigungsgrund ist das, was sie eigentlich brauchen auf der Service-Seite und umgekehrt.
1:32:29 Feliks Eyser: Floh Heinemann hat ein Park 10 gekauft, beziehungsweise Project A. Stand gerade in Trade Republic drin. Wir haben gestern geschaut, mit dem Kumpel, und dann war da hier Anzeige, hier Achtung. Related Party Transaction, Florian Heinemann, Project A kauft, glaube ich, für eine halbe Million oder so Aktien, nicht eher privat, sondern Vehicle von Project A. Was weiß der Flo? Der war gerade auch im Podcast.
1:32:49 Patrick Andrae: Naja, der Floh, den kenne ich ja schon lange, dadurch, dass ich ja früher auch mal bei Rocket war und sonst letztes bei Home24, aber und Project A hat halt im Rahmen unserer Finanzierungsrunde für oder dieser Erweiterung, Kapitalerhöhung für Interhome haben die halt mit ihrem Private Equity Vehicle einen teilgenommen.
1:33:12 Feliks Eyser: Nicht der Venture Capital Fonds Project A, der in Wachstum und quasi private Unternehmen, die wahrscheinlich defizitär sind, investiert, sondern es ist Private Equity Vehicle. Ja, genau.
1:33:20 Patrick Andrae: Und ähm. Und im Rahmen dessen ist Floh auch bei uns zusätzlich in Aufsichtsrat gekommen, ne? Und Das ist ja seine Entscheidung oder der Project A's Entscheidung. Vielleicht glauben Sie, dass es halt ganz gut sein könnte als Invest.
1:33:35 Feliks Eyser: Ich frage Ihnen nächstes Mal. Aber wenn er es nicht glauben würde, ich würde nicht so viele Aktien kaufen. Und Nummer eins Frage, ich habe ein bisschen rumgefragt hier, Patrick, was soll man den Fragen? Und die Nummer 1 Frage, unter anderem von Flo, aber auch anderen Leuten, mit allem, was du heute weißt. Würdest du es wieder tun? Also IPO, SPEC, Deutschland. Lass uns die drei Sachen mal abschichten. So generell an die Börse zu gehen, dann auf diesem speziellen Weg mit einem Spec und dann die Geografie. Mit eurer Frankfurt-Luxemburg-Struktur.
1:34:04 Patrick Andrae: Es gibt ja irgendwo so einen Ausschnitt von Jensen Huang, wo er gefragt wird, ob er das wieder machen würde mit Nvidia oder was er seinem jungen Ich raten würde und dann sagt er, don't do it. Weil man so die Superpower, wir haben ja vorhin so ein bisschen gesprochen über Hartnäckigkeit, er sagt halt, die Superpower ist, dass ein Unternehmer am Ende Ich habe das früher immer unternehmerische Naivität genannt. Er sagt so: how hard can it be? Und das fragt er sich bis heute jeden Tag. Und das ist das, wie aber wenn er es halt wüsste Würde er seinem jüngeren Ich raten, das nicht zu machen. Und das sagt halt der CEO von der Video. Sicherlich auch ein Storytelling-Thema, aber ich glaube schon Dass viele Sachen, wir sprachen ja schon über Aktivität, wir sprachen über Hartnäckigkeit, glaube ich, sind so Sachen, wenn man weiß, wie die am Ende sind oder worauf man, also wenn man sich wüsste, worauf man sich vielleicht einlässt, würde man sie wahrscheinlich vielleicht nicht sagen, okay, ich möchte da gerne durchgehen. Ich glaube aber, so bin ich ja nicht gestrickt. Also ich gehe auch immer davon aus, so ein bisschen, ne, so wird schon, so hart kann es ja nicht sein. Also, wie gesagt, mein Ziel war nie, die Firma an die Börse zu bringen. Ich habe ja auch so ein paar Business-Angel-Invest, mir hat mal so einer meiner Investments gesagt: Jetzt hast du das Foundergame ja durchgespielt, weil du an die Börse gegangen bist. Und dann habe ich gesagt, ja, nee, es war A nicht mein Ziel und B ist das ein Mittel zum Zweck. Also der Börsengang war jetzt nicht das Ziel Börsengang, sondern Ziel halt weitere Finanzierung für HomeToGo, um das, was wir bauen wollen. Finanziert zu bekommen. So, das war ja das Ziel. Deswegen war das nur ein Zwischenschritt. Also du kannst sagen, ich habe sicherlich vielleicht ein anderes Level oder keine Ahnung. Die Fortsetzung in einem zweiten Spiel, oder ich weiß es nicht, wie man es nennen will. Das andere Map geunlockt. Ja, genau.
1:35:57 Feliks Eyser: Das sind noch ein neues Kontinent jetzt.
1:35:59 Patrick Andrae: Ja, oder halt, wie gesagt, ins nächste Level halt hochgekommen, aber es ist ja nicht so, also Ich finde es halt schwierig zu sagen, dass ein IPO oder an die Börse bringen, dass das Ziel ist. Weil du, also mein Ziel zumindest war es nicht, und mein Ziel war ja einfach eine Firma zu bauen. Um ein Problem herum, diesen, also in das Kernproblem fragmentierter, unprofessioneller Markt, was kann man daraus machen? Ganz einfach. Und deswegen, wir waren ja auch nie darauf festgelegt, eine Metasuche zu bleiben oder einen Marktplatz, sondern es geht darum, dieses Problem. zu lösen, den Marktplatz oder den Markt für Fernhäuser besser zu machen. Wenn du jetzt überlegst, ich will jetzt gar nicht um deine Frage rumtanzen, hätte ich das mit dem Spec. Oder dem Börsengang und in Deutschland und in Frankfurt nochmal gemacht, mit der Information, die wir damals hatten, sowieso. Ja, weil wir wussten ja nicht, dass der Private Markt gegebenenfalls wieder zurückkommt. Also kam er ja dann, aber Wir wussten halt, okay, was ist für uns die beste Route, um das Unternehmen auf der einen Seite sicher aufzustellen mit einer Finanzierung und gleichzeitig auch Zukunftssicher zu machen, in der Hinsicht, dass wir auch Zukäufe machen können und weil wir wussten ja schon, was unsere Strategie auswirkt war. Und dafür war das mit dem Spec. Genau die richtige Route. Auf dem Weg natürlich hat man wie bei allen Sachen mal Fragezeichen. Und ich weiß auch noch, wie das halt war, dass wir natürlich. Wir sind dann in eine Phase reingekommen, wir hatten ja vorhin darüber gesprochen, bei dem Spec hat man am Ende so ein Rückgaberecht. Und dann sind wir in eine Phase reingekommen, wo in den USA die Specs schon Probleme hatten mit diesem Rückgaberecht. Das war dann so Mitte 2022. Wir sind ja dann im Herbst 2022 bei unserer Börsengang über den Spec dann fertig. Aber du hast halt gesehen, dass diese Redemption, also diese Rückgabe in den USA teilweise Also im Mittel schon irgendwie bei 50, 60 Prozent lag vom Geld, was wieder rausgegangen ist. Und in den letzten, kurz bevor unsere Redemption-Phase angefangen hat, dann schon teilweise bei manchen Leuten 80, 90 Prozent, also wo die Deals eigentlich in sich zusammengefallen sind. Und das ist natürlich was, was Du trotzdem in so einem internationalen Markt auch bei dir zu spüren bekommst. Bei uns hat das trotzdem gut funktioniert, wahrscheinlich, weil die Leute A, Klaus vertraut haben, aber B natürlich auch gesehen haben, dass wir vielleicht ein ordentliches Unternehmen sind. Und dann sind irgendwie Knapp unter 30 Prozent nur rausgegangen. Wir haben noch in dieser Zusatzinvest nochmal zusätzlich 100 Millionen, sodass wir am Ende denselben Betrag, der ursprünglich im Spec war, ungefähr ein ganz bisschen mehr wiederbekommen haben, also so knapp 250 Millionen. Und insofern, trotzdem zu dem Zeitpunkt, war es natürlich schon so, dass du dann gesehen hast, okay, Private Financing ist wieder da, jetzt gehst du an die Börse. Jetzt weißt du nicht, wie viel Geld du wirklich dann bekommst, weil als wir uns dafür entschieden haben für diese Route, war die Redemption bei 10 Prozent. Ja, krass. Da war es gar kein Risiko. Aber du kannst natürlich, wenn du in so einem Prozess bist, Willst du ja auch nicht wieder rausgehen? Also A, weil du deinen Partner nicht enttäuschen willst und B, wirkt das ja auch komisch, wenn so ein Prozess halt abbricht. Aber da war es natürlich schon so, wenn du dann überlegt hast: boah. Hoffentlich kommen wir da gut durch. Und B, ähm, ja, jetzt sind wir dann ja public und äh, dann sollte es schon, also der Mehrwert sein, weil du hast ja zusätzliche Anforderungen, wenn du public bist, auch vom Reporting und von der Struktur, die du als Firma haben musst, dann musst du natürlich auch ein bisschen mehr Geld haben, als wenn du jetzt nur Private raisen würdest. Und ich glaube, das war insofern schon zwischenzeitlich dann ein Thema. Dann im Nachhinein war es aber trotzdem gut, dass wir es, dass wir es gemacht haben, als dann in 22 natürlich auch die privaten Märkte dann wieder ein Problem bekommen haben. Und Ich glaube, was, ich meine, hast du ja auch eine lustige Begegnung, dann hast du so Leute, die dann zu dir kommen, so, ja, ihr hattet ja, ihr hattet es ja nötig, mit dem Speck an die Börse zu gehen. Und dieselben Leute dann, warum habt ihr nicht private geraced? Und dann dieselben Leute aber kamen dann halt Ein halbes Jahr, dreiviertel Jahr später. Ja, super Timing mit dem Börsengang. Genau, haben wir uns ja so ausgesucht. Also es ist halt schon, auch da siehst du, dass auch so eine Postbewertung sich dann ja auch wieder verändern kann. Also auch Wie externe das wahrnehmen. Und wie gesagt, ich glaube, am Ende, ich glaube, wir haben das Richtige für die Firma gemacht. Sowieso mit den Informationen, die wir zu dem Zeitpunkt hatten. Also da haben wir nichts falsch gemacht. Und ich glaube, man sieht das an der operativen Leistung, die wir hingelegt haben, dass es, glaube ich, das Richtige war. Und ich muss auch sagen. Ich habe mir die Börse schlimmer vorgestellt, als sie ist. Also sicherlich mit dem Aktienkurs stört mich. Ich versuche mich, wie gesagt, nicht da jeden Tag dran zu denken und dadurch irgendwie blockieren zu lassen, sondern die Firma weiterzuentwickeln. Aber. Was sicherlich auch gut ist, also wirklich ein positives Ding, was ich gar nicht so ursprünglich auf dem Schirm hatte, ist eigentlich die Tatsache, dass du natürlich nicht sagen Versprechung, aber dass du sowas wie eine Guidance hast. Dass du nach, also dass du nach außen ja dein Ziel manifestierst. Und Accountability hast. Genau. Und Das macht halt was. So bescheuert das klingt, aber dadurch, dass du diese Ziele halt nach außen auch rausgibst, ist es natürlich auch nach innen viel einfacher, darüber zu reden. Weil du halt den Leuten klar machst, guck mal, wir haben uns darauf committed.
1:41:29 Feliks Eyser: Und ist es für dich anders, als das in einem Boardmeeting mit fünf Investoren zu kommunizieren? Das hast du ja davor auch gemacht.
1:41:36 Patrick Andrae: Ja, genau, genau, aber es ist ja grundsätzlich anders. Und es ist manchmal auch schwieriger, weil so ein, weil wenn ich heute, wir sprachen ja vorhin darüber, dass die Leute verstehen müssen, dass wir jetzt eine B2B-Company sind. Das kannst du natürlich ein Board mit fünf Leuten erklären. Erklärst du es am Nachmittag? Die haben auch die Zeit, also die kennen auch die Historie. Wenn du halt Public Shareholder hast, musst du es jedem immer wieder und oft erklären, was wichtig ist, damit die Leute halt auch verstehen, was. Was dahinter steckt, weil die haben ja am Ende ganz viele Aktien, die sie sich angucken oder die sie, ne, allein die Attention span zu haben. So und Ich glaube aber trotzdem deshalb ist es trotzdem auch gut, die im Endeffekt diese Transparenz zu haben, weil sie auch nochmal. Die Organisation zwingt im Endeffekt auch noch härter daran zu arbeiten. Es ist nicht so, dass wir vorher nicht hart gearbeitet haben, aber du musst halt nochmal klarer auch diese Ziele machen, auch nach innen rein, weil du willst ja eine. Im Endeffekt muss das ja einheitlich sein, was du nach draußen komplizierst und wo du drinnen hast. Also das habe ich vorher gar nicht so auf dem Schirm gehabt. Aber es ist auf jeden Fall etwas, was ein positiver Aspekt ist. Und du wirst natürlich auch dadurch, dass du diese Materialien ja auch produzieren musst, wirst du auch nochmal nach innen besser im Storytelling.
1:42:59 Feliks Eyser: Mhm.
1:43:01 Patrick Andrae: Weil du musst es ja außen jemandem erzählen, der noch nie was davon gehört hat. So. Da kannst natürlich super viel auch wieder nach innen ableiten. Für New Joiner und für.
1:43:10 Feliks Eyser: Also du lernst das schon viel. Dass diese Disziplin, Storytelling und Kommunikation einfach nochmal. Eine andere Anforderungen kriegst du.
1:43:16 Patrick Andrae: Genau, aber wie es halt immer so ist, wenn du halt ein Unternehmen baust, weißt du ja selber, du hast ganz viele Sachen. die irgendwie important sind, aber oft auch Sachen, die important und urgent sind. Und die sind natürlich zuerst da. Und mit dem Börsengang werden plötzlich natürlich andere Sachen urgent oder wichtig auch oder noch wichtiger. Und damit kannst du daraus aber auch wieder was ableiten. Also es ist schon, also wenn man was Positives da da so sehen willst, also hat mich positiv überrascht.
1:43:47 Feliks Eyser: Ja, interessant. Ein bisschen wie so bei Habit Formation, dass einer, der hacks auf und sagst, du willst mit dem Rauchen aufhören, erzähl möglichst vielen Leuten, dass du nicht Raucher bist, dann willst du, dass die Story, die du erzählt hast, auch zur Realität wird.
1:43:57 Patrick Andrae: De facto das, ja, total. Nur, dass du hier sogar auch noch am Ende ja sogar mit der Guidance einen harten Punkt hast. Also, wo du halt sagst, das ist da, wo wir halt rauskommen wollen. Also, mindestens.
1:44:09 Feliks Eyser: Ich teile den Leuten jetzt, dass ich 60 Kilometer pro Woche joggen gehe.
1:44:12 Patrick Andrae: Ja, genau. Und du wirst ja auch dafür bestraft, dazu auch noch, wenn du es halt nicht einhältst. Aus unserer Sicht natürlich ohne Grund, aber bestraft im Aktienkurs, aber wenn du die Giuns nicht einhältst, wirst du natürlich auch bestraft. Und du keine gute Erklärung dafür hast.
1:44:28 Feliks Eyser: Über zwölf Jahre die gleiche Firma. Foundergame zwar nicht durchgespielt, aber auf ein Level gebracht, wo wenige ankommen, wenn sie ein Startup gründen. Was waren für dich Die härtesten Lektionen aus der ganzen Reise, die du mehr als einmal lernen musstest. Na, ich glaube
1:44:49 Patrick Andrae: Wir sprachen so ein bisschen über wie man Leute kennenlernt oder auch nicht. Ich glaube schon. Was mich immer noch ärgert, wenn ich einen Haar mache, der nicht das erfüllt, was ich mir vorgestellt habe, sei es jetzt auf der Performance-Seite, sei es auf der menschlichen Seite. Oder im schlimmsten Fall beides ja, aber das ist was, wo man immer besser wird, aber was man immer, wo man immer wieder mal halt ein Thema hat. Ich glaube, zweitens, Aber wir sind gut darin, das glaube ich auch zu erkennen mittlerweile. Aber die zweite Sache, ich habe ja, also damals, als wir angefangen haben, im Endeffekt HomeToGo zu bauen, war ein Thema. Dieses Problem zu lösen, also diese Fragmentierung in dem Markt. Das zweite Thema war aber für mich selber auch zu wissen, kann ich eigentlich so eine Firma gründen? Weil ich hatte natürlich dadurch, dass ich bei Rocket war und ans Let's bei Home24. viel gesehen, ja, an Themen und dachte auch viele Themen, die man einfacher besser machen kann. Also Rocket Videos ja nicht dafür bekannt, äh Work-Life-Balance oder oder irgendwie super Feedback-Kultur oder irgendwas zu haben, sondern es war eigentlich ein fester Vertrag. Du bist da hingegangen, du wusstest halt Das wird hart, du arbeitest unendlich viel, kriegst aber auch unendlich viel Verantwortung und Geld, mit dem du Sachen machen darfst. Also im Endeffekt so deine zweite Ausbildung bezahlen kannst, sozusagen. Und deswegen war es ein unheimlich cooles Environment, auch mit den Leuten, also gerade damals, mit denen man da zusammen war, aber gleichzeitig sind natürlich viele Sachen für ein nachhaltiges Unternehmen. Oder nachher dem Unternehmensaufbau so ein bisschen auf der Strecke geblieben. Und da waren halt viele Themen, wo ich dachte, die kann man halt einfach besser machen. Und glaube, viele konnte man auch einfach besser machen, aber es sind doch immer andere noch andere Themen, die ich glaube ich erst verstanden habe, wo ich jetzt Irgendwie in dieser Position selber dann war, als der Kopf von so einer Organisation.
1:46:48 Feliks Eyser: Es ist auch einfach zu sagen, dass man das besser machen kann, ohne selber in Charge zu sein.
1:46:51 Patrick Andrae: Ja, ja, naja, und auch Fehler zu. Ich sag mal, Fehler zu machen im Aufbau von einer Organisation, die aus deiner Perspektive, wenn du einen Teilbereich leitest, leicht vermeidbar sind, aber vielleicht Weil es nicht das Wichtigste ist gerade, wenn du alles verantwortest. Oder auch einfach, weil du Sachen halt nicht merkst, vielleicht in der Geschwindigkeit, in der sich so eine Organisation aufbaut. Dass du die halt übersiehst. Was ich meine damit ist, also ich bin meine Mitarbeiternum als 001 bei HomeToGo. Also wirklich. Wir sind jetzt 1500 Mitarbeiter. So, und wenn du. Wenn du halt ein Unternehmen aufbaust, dann hat dein Podcast über dich selber Roast the Host, der auch gehört. Ich glaube, das ist. Das ist ja was, manchmal nicht, also man kriegt ja erst im Nachhinein mit, wenn gewisse Organisationsstrukturen nicht mehr funktionieren. Es gibt dann im Nachhinein, dann sagst du, ja, das war da, als wir mehr als 50 geworden sind. Es war ja nicht genau da, als ihr mehr als 50 geworden seid, sondern irgendwie in dem Bereich. War nicht die eine Person, die das aber so langsam.
1:47:52 Feliks Eyser: Du merkst es ja langsam, wie der Frau schon im Wasser, wenn das Wasser war ist oder so.
1:47:55 Patrick Andrae: Genau, und dann irgendwann merkst du halt, gewisse Sachen funktionieren nicht mehr. So, und das ist halt was, was du natürlich immer wieder reinläufst. Du wirst natürlich besser, das zu antizipieren. Du entwickelst Tools, entwickelst Sachen, manche Sachen musst du halt abändern und so, aber Das sind so Sachen, wo ich früher halt zum Beispiel, als ich dann jetzt bei Rocket irgendwie in der Organisation irgendwo anders saß, gesagt, oh, wieso haben die mir das denn nicht gesagt? Es wäre doch so einfach gewesen, hätte ich den Kontext gehabt. Und heute habe ich mich dann selber teilweise dabei erwischt, also ah, diese Organisationsentwicklung nicht zu machen, und dann gleichzeitig vielleicht Leute, die natürlich ein berechtigtes Interesse gehabt hätten, eine gewisse Information zu bekommen. denen das vielleicht nicht gesagt habe, aber nicht aus böser Absicht, sondern weil ich vielleicht a so vielen Leuten erzählt habe, dass ich aus Versehen jemandem nicht mehr gedacht habe, dass ich der Person nicht erzählt habe. Oder einfach zeitlich nicht geschafft habe und Und dann war schon der Tag da, wo das rauskommt, und dann kommen die natürlich berechtigterweise zu dir und sagen: Sag mal, Patrick, hättest du mich ja auch mal einweihen können? Und dann sagst du, ja klar, fuck. Hätte ich mal machen sollen. Aber. Ich kann es dir nicht mal erklären, wieso. Also ich bin da dann aber ehrlich. Das tut mir dann halt auch wirklich leid. Weil ich mache das ja nicht aus böser Absicht. Aber das ist für mich halt immer so interessant, wo du halt siehst, auch wenn du. Nicht in der und das soll keine Entschuldigung für mich sein, aber so, wenn du aber nicht in der Position bist, ist es einfacher darüber zu judgen, was halt so ein Geschäftsführer oder so ein jemand, der Sehr viele Sachen hat, was dann wirklich wichtig ist.
1:49:18 Feliks Eyser: Was gibst du dir selber mit auf dem Weg, wenn du eine SMS zurückschicken kannst ins Jahr 2014, als du gestartet hast? Don't do it. Nein. Hoffentlich kommt die nicht an.
1:49:28 Patrick Andrae: Nee, nee, nee. Also ähm Ich glaube, das ist eine gute Frage. Also was ich mir, glaube ich, schreiben würde, ist, weil das ist was, weil bei vielen Themen sind wir halt mittlerweile so ein bisschen Full Circle gekommen. Und das liegt auch daran, dass du natürlich, wenn du größer bist, stellst du Leute ein, erfahrene Leute, holst dir irgendwie Advisor und dann reden ja sehr viele Leute auf dich ein. Und am Ende ist so ein Thema, was für mich total klar geworden ist, ist am Ende, und das ist gar nicht böse gemeint, sollte und vorher nicht arrogant klingen, aber tot Also so ein Rat zu erteilen, also dass dir jemand einen Rat erteilt, ist ja, ist ja super einfach. Aber was eigentlich viel interessanter ist, hat jemand relevante Erfahrungen. Also, und das ist so ein Modell, was ich mir glaube ich schreiben würde. Achte darauf, wenn Leute dir Rat geben, also zwei Sachen. Was ist deren Kontext? Also ein VC gibt dir ein Rat, aber der guckt natürlich aus seiner Brille auch. Das ist gar nicht böse gemeint, das muss er ja. Der muss ja gucken, wie ist der Lifetime von dem Unternehmen, wann kann ich das wieder verkaufen? Und die Brille ist geprägt ist sein Incenter für du. Genau, das ist durch seinen Incentive, das ist bei allen Leuten so. Das ist das eine. Und das zweite ist halt, was ist relevante Erfahrung? Und relevante Erfahrung ist halt nicht, dass andere Unternehmen, was ich von außen gesehen habe, das macht das, sondern relevante Erfahrung ist, du hast es halt selber gemacht. Du bist halt selber mal durchgehen, weil es immer was anderes ist. Und selbst dann. Ist es nicht eins zu eins übertragbar. Weil nur weil ein Framework irgendwie für eine Firma funktioniert hat, heißt. Im Kontext deren Zeit und der Branche und Zusammensetzung. Also auch wenn, wir haben zum Beispiel, also Ich hätte ein gutes Beispiel für mich ist OKRs. Das kommt ja ursprünglich von Google. Google ist eine stark engineergetriebene Organisation, wo die OKRs auch persönliche OKRs machen, nicht nur für die Firma. Und alle Leute wollen OKRs einführen. Ich kenne das immer mit den meinen Companys, wo ich investiert bin, die dann zu mir kommen und sagen, irgendwie, Patrick, wir wollen gerne OK-As einführen. Und dann sage ich, okay, aber wie viele Leute seid ihr denn? Hier sind 20 Leute, ja bitte nicht. Wisst ihr überhaupt, warum Google wichtig, also euch hat jemand gesagt, dass OKRs wichtig sind, aber wisst ihr, warum Google das eingeführt hat? Ja, weil, ne, ja, OKRs bei Google sind vor allem ein Alignment-Tool. Weil sie halt wollen, dass die Firma allein ist, ist aber wichtig, erst hat einer bestimmten Größe, wo du das Allein mit Problem hast. Und dann musst du halt auch überlegen, passt das überhaupt, dieses Framework? Also A Wenn du das Framework durchliest, okay, A, garantiere ich dir, dass es bei Google auch nicht so angewandt wird, wie es in der reinen Lehre steht. Und B, musst du immer gucken, was passt für dein Unternehmen. Also wir haben zum Beispiel OKRs für uns abgewandelt, die heißen uns OM-Keys. Also Object Metric Key Initiative. Wir haben es ein bisschen aufgebrochen, weil es für uns so besser funktioniert. Haben wir halt gelernt. Und auch uns, und uns auch zu befreien von, aber OKRs gehen so. Ja, Leute um die Ecke kommen. So, und ich glaube, das ist halt sehr, sehr wichtig. Und das sind Sachen, die würde ich mir halt das würde ich, glaube ich, schreiben. Hey. Sucherfahrungen. Genau. Such relevante Erfahrungen und bewerte sie im Kontext deiner Firma, deiner Firma, deiner Mitarbeiter, deines Themen. Und ich glaube, das weißt ja auch dein Podcast, ne? Ich meine, so ein bisschen natürlich dieses Founder-Mode-Thema. Auf dem Weg sagen mir natürlich auch viele Leute, das ist kein Thema, um das du dich kümmern solltest. Das ist nicht dein Paygrade-Thema oder so. Leute, gerade aus größeren Organisationen. Und am Ende ist das für mich halt auch so ein Full-Circle-Thema. Ich bin halt der festen Überzeugung, dass gründergeführte Unternehmen eigentlich immer besser sind. Und das ist natürlich jetzt, das klingt jetzt irgendwie arrogant, weil der Gründer sagt das und so weiter. Aber das liegt eigentlich vor allen Dingen, glaube ich, daran, dass es jemand, mindestens eine Person, bei uns ja sogar zwei, gibt, die von Anfang an dabei war. Das ist wie wenn so eine, ich sehe HomeToGo mal wie so ein Baum. Wenn du mir ein Blatt gibst, kann ich dir meistens sagen, an welcher Verästelung das von HomeToGo dranhängt. Ich war ja von Anfang an dabei, als diese kleine Pflanze gewachsen ist. Deswegen habe ich gesehen, wie der Ast entstanden ist, wie der Ast entstanden ist. Wie du einen dazugekauft hast. Ja, ja, oder ich einen dran gesetzt habe im Fall, ja, genau. So ein Spezialbaum gebaut. Aber es ist natürlich viel schwieriger, als wenn du heute reinkommst und der Baum steht da schon und hat überall Blätter. Und du siehst ja erstmal die Blätter. Eine Sichtweise ist, das ist ja relevante Erfahrung am Ende. Aber relevante Erfahrung auf dem Spezialkontext, in dem Fall HomeToGo oder jedes andere Unternehmen. Ja, und ich glaube. Das ist was, du musst natürlich gucken, dass du Mitarbeiter. Du sollst kein Micromanager sein, aber du musst immer den relevanten. . . Den relevanten Rahmen geben. Also wie ich das immer sehe, ich kann man so sagen, so situational leadership. Aber was für mich halt wichtig ist, ist, ich schaue mir immer an, Thema und Person in so einer Matrix und sage dann, da hat die Person einen Rahmen. Und innerhalb dieses Rahmens sollte sich frei bewegen und mein Ziel muss sein, diesen Rahmen immer zu vergrößern. Aber ich kann nicht hingehen, alle Mitarbeiter auf allen Themen. Macht, was ihr wollt. Gibt keinen Rahmen mehr. Oder alle Mitarbeiter auf allen Themen Kleinheiten, weil dann hast du am Ende auch nur kleine Mitarbeiter, also in Anführungsstrichen kleine Mitarbeiter, die halt nicht selber wachsen. Und ich glaube, es ist trotzdem sehr, sehr wichtig, In der Lage zu sein, tief reinzugehen, wenn es, wenn es, wenn es wichtig ist.
1:54:47 Feliks Eyser: Ja, und Micromanagement ist negativ konnotiert, Attention to Detail wieder positiv. So kann man es auch umframen und du hilfst ja auch im Zweifel Leuten, weil du halt den ganzen Baum kennst und siehst, einen Überblick hast und auch die Wasserzufuhr kontrollierst und den Dünger und äh auch helfen kannst in den Kindern.
1:55:00 Patrick Andrae: Genau, also du sollst natürlich jetzt nicht am Ende, ich habe ja ganz früher mal Ich habe ja Jura studiert und BWL, habe ja auch in Jura promoviert, aber hab ja eigentlich mit 12 angefangen, Webseiten zu bauen und zu designen.
1:55:14 Feliks Eyser: Richtige Builder-Mode.
1:55:15 Patrick Andrae: Ja, ja, genau. Und aber. Dadurch, ich beschäftige mich, ich baue jetzt natürlich bis vor kurzem jetzt mit, ja, geht es ja wieder, kann es ja am Wochenende machen, aber bis vor kurzem jetzt nicht hingesetzt und in Figma selber die Designs gemacht. Aber ich habe natürlich trotzdem einen Figma-Account, damit ich mir die Sachen angucken kann. Und ich gucke mir auch unsere AB-Tests dauernd an. Hab da einen Slot, aber nervt jetzt die Leute nicht die ganze Zeit damit, sondern guckt mir halt an, was die Sachen da sind, weil es mich halt einfach interessiert und unterhalte mich mit Kunden. Sowohl Marktplatzkunden oder Partnern im Marktplatz als auch Mit anderen. Und ich glaube, das ist am Ende was, was halt wichtig ist. Und es ist halt einfacher, ich würde es mal so formulieren, wenn du von Anfang an dabei gewesen bist, das zu machen.
1:55:53 Feliks Eyser: Als das liegt gar nicht jetzt an mir, sondern es liegt auch an der Tatsache, dass ich am Anfang halt dabei war.
1:55:59 Patrick Andrae: Und ich glaube, da glaube ich halt viele Sachen Habe ich mich auch dann vielleicht reinreden lassen, da brauchst du jetzt noch eine zweite Ebene und eine dritte Ebene, während es halt dann doch manchmal einfach besser ist. Wir haben mittlerweile eine relativ flache Organisation bei HomeToGo. Und lustigerweise kommt das natürlich bei einem Thema VAI wieder sogar nochmal mehr zugute, weil du diese ganzen Zwischenreporting-Layer im Endeffekt ja nicht brauchst.
1:56:22 Feliks Eyser: Hast du euer Aprilscherz mitgestaltet? Ihr habt eine Duftkerze gemeinsam mit Union Berlin entwickelt. Ich bin sofort drauf reingefallen. So habt ihr das Intro in das Podcast-Skript reingenommen. Isabel aus eurem Pair-Team. Hat sich übrigens lustig gemacht. Haha, reingefallen. Nein, so hat sie es nicht formuliert. Sie war sehr nett. Hast du das mitgestaltet?
1:56:39 Patrick Andrae: Die Duftkerze mit Union Berlin? Ja, ehrlich gesagt, das hat das Team gemacht. Sie haben mir die Idee präsentiert, ich fand die ja ganz cool. Aber die gab es nicht die Kerze? Lustigerweise gibt es die Kerze nicht zu kaufen, aber wir haben wirklich drei Modelle, die aber leider nicht so riechen im HomeToGo-Off.
1:56:59 Feliks Eyser: Max haben wir noch für den Patrick noch was dabei? Gucken wir, ob wir das Regie hier nochmal vielleicht was kriegen für deine Sammlung. Guck mal, wir haben hier eine eigene HomeToGo-Union Berlin-Kerze nochmal mitgemacht. Gerussbeschreibung, Kabinenschweiß. Bestehen aus Moschus und ehrlich Arten.
1:57:17 Patrick Andrae: Dürf mir ja leider nicht machen.
1:57:20 Feliks Eyser: Deswegen haben wir es jetzt gemacht. Deswegen haben wir es jetzt für dich gemacht. Haben dir die Kerzen mitgebracht, es gibt schon vier.
1:57:25 Patrick Andrae: Genau. Mega, dankeschön. Nee, aber das war eine Idee vom Team. Ja, aber wir hatten, ähm, das ist aber zum Beispiel was, was, was auch wichtig ist, dass das Team natürlich die Freiheiten hat, solche Sachen zu machen und solche Sachen zu gestalten. Das war im Endeffekt, um unseren weiteren Stadion nach da da anzukündigen und das mit Mapr-Schatz zu verbinden.
1:57:48 Feliks Eyser: Und die Kersterie übrigens. Nach Moschus? Nach Mos, ja, aber auf jeden Fall nicht nach Kabinenschweiß. Aber egal. Aber es ist ein gutes Label. Schön, dass du da warst und dass du auch die Freitag hast so offen darüber zu reden. Ich weiß, dass du Einschränkungen so Public Company CEO, so das ist natürlich auch ein spezieller Gesprächspartner, deswegen vielen Dank, dass du. So ehrlich deinen Weg und deine Erfahrungen teilen konntest. Sehr gerne. Und ja, meine letzte Frage ist, wer soll sich bei dir melden? Wo finden Leute dich online?
1:58:14 Patrick Andrae: Am einfachsten ist, glaube ich, bei mir LinkedIn. Ja, das bediene ich auch selber. Sehr gut. Einfach Patrick André. Bei uns können sich alle melden, die A, ein Ferienhaus vermieten wollen oder Fernhaus Haben und Software oder Service dafür brauchen, aber natürlich auch auf HomeToGo gehen wollen und natürlich gerne Leute, die in einem Unternehmen arbeiten wollen. Da haben wir gar nicht so viel, ja, da haben wir ja gar nicht so viel drüber gesprochen, aber Wir sind schon, ähm, wir haben bei HomeToGo, die HomeToGo, AI University, wir haben so ganz viele Sachen, wo wir sehr dezidiert den Leuten auch Zugang geben. Nicht nur irgendwie jetzt hier erst immer ein Chat-Ding, sondern die Möglichkeit, ein bisschen das auch auf der CLI zu machen und so weiter. Das ist wirklich für uns wichtig, dass die Leute da immer mit dran sind. Wir sind ja auch im Fernhausbereich zum Kunden hin, die die am weitesten vorgeschrittenen sind bei dem Thema und ich glaube, das ist was, was ich persönlich Auch da bin ich ja so full circle gekommen, irgendwie, dass ich ja mal angefangen habe, wie gesagt, Webseiten zu bauen, mit 15, 16 da auch schon gearbeitet habe dann. Und jetzt kann man halt wieder diese Bildersachen machen. Also früher gab es ja keinen Designer, Frontend Engineer, Backend Engineer, sondern Leute, die haben was gebaut. Da kommen wir jetzt ja wieder hin, dass die Leute eigentlich eher Bilder sind. Und das enabelst du bei euch? Ja, also das ist. Wir achten sehr darauf, dass wir versuchen, das jetzt für jeden weiter zu enabeln, egal ob du jetzt eigentlich ursprünglich Engineer, Designer, Produktmanager, Data Scientist. Oder was weiß ich bist. Also, dass wir jedem zumindest die grundsätzliche Infrastruktur bieten, das auch in Bilder zu sein.
1:59:57 Feliks Eyser: Sehr cool. Also, meldet euch bei Patrick. Danke. Schön, dass du da warst.


