Das ist der Founder Mode Friday, der Server, auf dem 100 % der Spieler Gründer sind.

Unser Gast hat sich sein Unternehmen aus Versehen gebaut und dabei mehr über Business gelernt als die meisten im ganzen BWL-Studium:

  • 🧱 Wie aus einem Minecraft-Server eine kleine Volkswirtschaft mit 5 Mio. € Umsatz wurde.

  • 👥 Warum jeder Entwickler, den Lucas Bürger vom normalen Arbeitsmarkt geholt hat, gescheitert ist.

  • ⚓ BootsschuleX: Mit 40.000 € Startkapital zu 18.000 Kunden in zwölf Monaten.

Spitzhacke raus. ⛏️

🛠️ 100 Folgen, alle Transkripte, deine Idee

Eine Sache noch in eigener Sache:

Founder Mode lebt von euch. Wir haben die Transkripte aller Podcast-Folgen gesammelt und geben sie euch einfach so raus.

Baut damit, was ihr wollt: ein Founder-Mode-Orakel, eine Suchmaschine, einen Bot, der euch zu jedem Problem die passende Folge raussucht. Freundliches Vorbild und offizielle Konkurrenz ist das Doppelgänger Orakel.

Die besten Ergebnisse featuren wir.

Und noch was: Teile diesen Newsletter mit 3 Foundern und erhalte Zugang zum internen Founder-Mode-Dashboard. Alle Zahlen und Analytics, live und in Farbe.

Hier ist dein persönlicher Link: {{rp_refer_url}}
Aktuell hast du {{rp_num_referrals}} Referrals.

Blöcke und Boote 🧱

Lucas Bürger hat nie eine Firma gegründet. Er hat einen YouTube-Kanal so lange weitergebaut, bis ein paar hundert Leute für ihn arbeiteten.

Am Anfang standen zwei Personen. Mit 16 lief der Kanal, der groß wurde: Abgegrieft. Online hieß er Nils, offline Lucas, inklusive erfundenem Vornamen, damit niemand aus der Schule das Zeug sieht. Sein Grund: weil er wusste, dass das, was er hochlädt, peinlich ist. Aufgeflogen ist er mit 17 durch seinen Klassenlehrer. Danach wuchs der Kanal schneller, weil eine Person weniger zu pflegen war.

Mit 18 ging er zum Gewerbeamt und stellte auf täglichen Content um. Getrieben hat ihn nicht Ehrgeiz, sondern das Dashboard:

„YouTube ist ja unglaublich gut darin, ihre Creator dazu zu bringen, dass sie eigentlich 80, 100 Stunden die Woche arbeiten.“

Innerhalb von 24 Stunden nach Upload wusste er, ob er besser war als gestern. Der Kniff dahinter ist nicht YouTube-spezifisch: Eine Kennzahl, die dein Team täglich selbst sieht, ersetzt eine Menge Führung.

Der Server war zuerst nur Drehort. Auf fremden Servern flog er raus, also baute er einen eigenen, um in Ruhe Leute veräppeln und daraus Videos machen zu können. Geld war ein Nebeneffekt. Und weil die Zuschauer selbst in den Videos vorkommen wollten, kamen sie auf den Server.

Dann kam Fortnite und räumte 2017/18 die Minigames ab, Bürgers zweites Standbein: Spielerzahlen minus zwei Drittel. Nicht, weil ein anderer Server besser war, sondern weil eine ganze Kategorie verschwand. Er selbst dachte, der Hype halte drei Wochen.

Also zurück zu City Build: einer Welt, in der jeder ein Grundstück hat, Ressourcen braucht und deshalb handelt. Diamanten gegen Schafe, Schafe gegen Heu.

Verkauft wird dort keine Spielstärke, sondern Vertrauenswürdigkeit. Wer Geld ausgibt, kauft Ränge und Cosmetics, nie einen Spielvorteil. Der Punkt: Ein gekaufter Rang ist im Handel ein Bonitätsnachweis. Wer bezahlt hat, gilt als seriöser Handelspartner und bekommt bessere Preise. Einzelne Spieler geben nach Bürgers Schätzung mehr als 10.000 € aus.

Im besten Jahr: rund 5 Mio. € Umsatz. Im Team parallel ein paar hundert Leute, Moderatoren, Kartenbauer, Entwickler.

Möglich durch cleveres Recruiting. Bürger hat versucht, Minecraft-Entwickler klassisch einzustellen, vom normalen Arbeitsmarkt, mit ordentlichem Lebenslauf. Hat nicht funktioniert. Wer das Spiel nicht kennt, versteht die impliziten Normen nicht, und die stehen nirgends geschrieben.

„Die haben meistens sogar in irgendeiner Form ein Ehrenamt übernommen und dann hat man gesagt, du machst es so geil, willst du nicht … bei uns arbeiten?“

Jeder Gute, der heute noch da ist, kam aus der Community. Meist über ein Ehrenamt, das er sich selbst gesucht hat. Bürgers Gegenbegriff für alles andere: Söldner-Modus, Leute, die nur wegen des Geldes kommen. Wer eine Audience hat, hat damit keinen Marketingkanal, sondern einen Talentpool, in dem er Kandidaten monatelang bei der Arbeit zusehen konnte, bevor er sie fragt.

Zusammengehalten wird das Ganze von Geschichten. Sein Highlight: „Admin Evil“, ein erfundener böser Admin. Rein fiktiv, und trotzdem waren Spieler emotional dabei, manche Kinder haben es geglaubt, Eltern haben mitgespielt. Bürgers These: Gehen einer Community die Geschichten aus, über die sie reden und lästern kann, ist sie vorbei.

Zum zehnten Geburtstag hat er dafür rund 100.000 € in Merch gesteckt: 2.000 Mauspads, 2.000 Plüschtiere, kostenlos für aktive Spieler. Auf den Mauspads: die Legenden des Servers, gezeichnet von einer Designerin aus der eigenen Community. Das Trading-Card-Game dazu hängt bis heute beim Zoll fest.

Hier gehts direkt zum Gespräch über den Aufbau von Griefergames als Firma. 📹

Fazit der Woche: Community ist eine Recruiting-Pipeline mit mehrjähriger Probezeit.

⚓ 50 Seiten Abmahnung zur Gründung

Heute steckt in Bürgers persönlicher Holding eine Bilanz von rund 17 Mio. €, ohne einen einzigen Exit. Angelegt: langweilig, MSCI World. Investiert wird nur da, wo er auch mitarbeitet. Aktuell eine Online-Bootsschule. Bürger hat seinen Sportbootführerschein gemacht, mit zwei Freunden, parallel bei mehreren Anbietern, mit ausgedruckten Zetteln am Küchentisch. Danach ein halbes Jahr Vorarbeit und eine eigene App, dann die Gründung von BootsschuleX.de.

Eine fiese Abmahnung ist Marktforschung. Direkt zur Gründung kam der größte Wettbewerber: 50 Seiten, Großkanzlei-Stundensatz. Bürgers Schluss: Wer so eine Kanzlei bezahlt, verdient in diesem Markt offenbar genug. Die drei Gründer haben beschlossen, jede Anwaltsrechnung privat zu decken, und waren danach motivierter als vorher.

Klassisches Unbundling. Statt eines Paketpreises für den Führerschein zahlst du einen Grundbetrag und buchst dazu, was du brauchst. Wer schon Bootserfahrung hat, kauft weniger Fahrstunden. Spanne: 200 € für die Schmalversion, bis 500 € für alles. Nach unten öffnen war der stärkere Hebel, nicht nach oben.

Der Kanal muss zur Kaufentscheidung passen. Google und Meta, sehr viel Performance-Marketing, weil die Zeit zwischen „ich überlege“ und „ich zahle“ kurz ist. Bürgers Beobachtung: Für Creator wie ihn ist das kein neues Handwerk, nur andere Kennzahlen. Drei Monate Einarbeitung.

Und dann ist da der Rest, den keiner sieht: über 100 Ausbilder-Partner vom selbstständigen Rentner bis zur Schule mit 100 Schülern pro Wochenende, dazu ein Willkommenspaket mit Tampen und Übungsknoten. Die Bretter dafür haben sie anfangs bei Obi gekauft und selbst gesägt. Bürger dazu: „Ich würde es auch lügen, wenn ich sagen würde, wir drucken da Geld.“

Wachsen will er über die eigenen Absolventen. Kein Buy-and-Build, sondern Schüler, die er ausgebildet hat, als Ausbilder rekrutieren. Dieselbe Mechanik wie auf dem Server, nur mit Booten.

Beim nächsten Projekt, SendDrop, einer Versand-Software für kleine E-Com-Shops mit 200.000 € Startinvest und rund 30 % Anteil, schaut er zum ersten Mal wirklich strategisch drauf. Seine Frage an jedes gut finanzierte Software-Unternehmen:

„Wie groß ist dieser Burggraben noch? Kann ich das nicht vielleicht mit drei guten Leuten aus meinem Minecraft-Space, also drei guten Leuten und einer Menge Claude-Credits, baue ich dir das nicht innerhalb von drei Monaten nach?“

Hier gehts direkt zur Story der Bootsschule 🚣

🏖️ Ein Achtel zahlen, dreiviertel nutzen

In Europa stehen zwischen 20 und 24 Millionen Ferienimmobilien, und der Großteil davon 80 % des Jahres leer. Nikolaus Thomale verkauft sie deshalb in Achteln: Für ein Achtel der Kosten bekommst du nach seiner Rechnung 75 % dessen, was dir das ganze Haus gebracht hätte. Letztes Jahr hat MYNE Homes so rund 100 Mio. € an Immobilienwerten gehandelt.

Nächste Woche erzählt er, warum ihm in fünf Jahren jeder schwarze Schwan Europas frontal ins Gesicht geflogen ist, und wieso das dem Modell jedes Mal geholfen hat.

Hier gehts zu der Folge auf YouTube 📽️

Und hier findet ihr die Folge auf Spotify 🎧️

Wird das noch was mit uns beiden?!

Wir schreiben diesen Newsletter genau für dich! Mehr Gründer-Storys? Mehr konkrete Insights? 3-Minuten-Masterclasses? Oder eher Investoren-Insights?

Dein Feedback landet direkt bei Feliks in der Inbox!

P.S. Aus gegebenem Anlass…

… müssen wir unsere Entscheidung für den Founder / Investor des Jahres nach der letzten Woche nochmal ändern. Sorry, Andre! Aber das war echt wohl verdient:

P.P.S. Founder Mode Minecraft Server? 👀

Keep Reading