Das ist der Founder Mode Friday, die einzige Suchmaschine für Gründer-Learnings, die du nicht erst in den Einstellungen umstellen musst.

In der letzten Woche ging es viel darum, Companies richtig zu bauen:

  • 🌲 Wie aus einem Google-Klon namens „Forestle“ eine Firma wurde, die niemandem mehr gehört.

  • 🔥 Wie ein Impact Start-up auf Founder Mode umgestellt werden kann.

  • 📊 VC Andre Retterath über das VC-optimale Setup für deine nächste Company.

Ab ins Grüne!

BTW: Bäumen gehen bald auch als Defence Tech Pitch durch. 🌲

🌲 Wie Ecosia sich selbst verschenkte

Christian Kroll hat sein Unternehmen juristisch weggegeben, und musste danach härter durchgreifen als je zuvor.

Angefangen hat er als Affiliate. BWL mit Fokus Finanzwesen in Nürnberg, der Plan: Investmentbanker. Nebenbei baut er eine erste Website: ein simpler Finanzvergleich, ein paar Anbieter in einer Tabelle, Kommission bei jeder Registrierung. Reicht, um sich anderthalb Jahre Reise zu finanzieren.

Kroll hat ein einfaches Insight: Die Hälfte seines Umsatzes geht direkt wieder an Google, weil er Traffic braucht. 2005 war das noch neu.

Ein halbes Jahr Nepal. Christian erlebt Leute, die härter arbeiten als er und trotzdem nie auf denselben Lebensstandard kommen werden. Danach ein Jahr Südamerika: abgeholzte Flächen so groß wie deutsche Bundesländer, kein Vogel mehr zu hören. 2007 hört er zum ersten Mal von der Klimakrise und wundert sich, warum ihm davon in der Uni keiner erzählt hat.

Spenden sammeln kam für ihn nie infrage. Nicht aus Ideologie, sondern weil er, wie er sagt, keine Lust hat, Leute anzuquatschen. Also: Wie machen wir da ein Geschäftsmodell draus?

Das MVP war ein Copy-Paste-Job. Er spiegelt die Google Suche auf die eigene Seite und spendet die Werbeerlöse. Google wirft ihn wegen der Programmrichtlinien raus; Anreize für Werbeklicks sind verboten. Also baut er dasselbe auf Yahoo nach. Programmieren kann er dabei kaum. Ein paar Zeilen selbst, den Rest machten Freelancer und alle im Freundeskreis, die nicht schnell genug weglaufen.

Im Dezember 2009 kommt Ecosia. Aus dem Hobbyprojekt wir innerhalb von 17 langen Jahren Europas größte Suchmaschine. Im Juni 2026: 3,5 Mio. € Einnahmen. Ca. 25 % operative Kosten, der Rest geht in Klimaprojekte, Steuern und den eigenen Suchindex.

Schwieriger als das Verdienen ist inzwischen das Ausgeben. Ein Chief Tree Planting Officer managt knapp 100 Partnerorganisationen wie ein Portfolio: Geld rein, Impact messen, nachsteuern. Von allen 250 Millionen Bäumen kennen sie den Standort. Gezählt werden nur die, die überleben. Quote: rund 80 %.

Ein feuchter Traum für alle build-in-public Nerds unter uns! Hier könnt ihr die aktuellen Zahlen von Ecosia einsehen.

Microsoft zeigt Interesse, Kroll verschenkt Firma. Vor Jahren gab es erste Kaufinteressenten, und im Unternehmen die Frage: Was ist das Purpose-Versprechen eigentlich wert, wenn es nirgends steht? Krolls Antwort steht mittlerweile im Handelsregister: 99,6 % der Kapitalanteile liegen bei der Purpose-Stiftung. Er und Investor Tim Schumacher halten je 0,2 % (reine Stimmrechte). Keine Dividenden mehr, kein Verkauf mehr möglich. Die Lösung heißt Verantwortungseigentum.

Schumacher, der auch bereits im Founder Mode Podcast war, verzichtete damit auf Millionen.

🌿 Ecosia im Eco Founder Mode

Suchmaschinen sind kein einfaches Business mehr. LLMs greifen das Geschäftsmodell frontal an, die Firma ist nach über 15 Jahren bequem geworden. Kroll schaltet in den Founder Mode.

Dabei gibt es nur ein Problem: Bei einer Firma für den guten Zweck darf es doch keine 40-Stunden-plus-Kultur geben. Der Kulturumbau war hart, hat sich für Kroll aber gelohnt. Sein Learning: Als „harmoniesuchender, konfliktvermeidender Mensch“ hat er der Firma mehr geschadet als genutzt.

Founder Mode ohne Founder-Mythos.

Und wenn man nicht gleich alles verschenken will? Krolls zeigt eine Reihe von Alternativen auf:

  • Founders Pledge: du verpflichtest dich, einen Teil eines späteren Exits zu spenden. Ein softes, rein verbales Commitment.

  • Purpose-Gesellschafter im Cap Table, sagen wir 20 %, nicht rauskaufbar. Handelsregister statt Absichtserklärung.

  • Purpose im Produkt statt im Vertrag: Share Foods, Viva con Agua, Vitel, Tomorrow Bank, Patagonia. Funktioniert da, wo Kunden sowieso Geld ausgeben. Das Marketingbudget wird durch Glaubwürdigkeit und guten Zweck ersetzt.

Fazit der Woche: Auch im Eco Founder Mode 🌿 lässt sich was reißen!

📊 Die VC-ready Company – Datengetrieben zum Outlier werden

Feliks hat wieder den Drucker heißlaufen lassen und ist mit Andre das perfekte Company Setup Stück für Stück durchgegangen.

André Retterath sucht bei Earlybird Ausreißer. Vorher hat er dasselbe mit Anomalien in Produktionslinien gemacht. Was seine Studien über den Bauplan einer finanzierbaren Firma sagen:

  • Rechne die Fondsmathematik nach, bevor du pitchst. Damit der VC gute Returns sieht, muss deine Company im Best Case 15x des Fonds Volumens wert werden. Packst du das?

  • Gründe zu zweit oder zu dritt. Solo geht heute auch (der Anteil ist in zehn Jahren von 18 auf 36 % gestiegen), aber dann mit Mentoren und einer Peer Group, sonst fehlt dir der Sparringspartner.

  • Nicht mit direkten Arbeitskollegen starten. Der Effekt auf den Erfolg ist messbar negativ. Bei Studienkollegen gibts kein Unterschied.

  • Mach systematisches Co-Founder-Dating. Zehn Kandidaten interviewen, mit dem Finalisten sechs Wochen all-in zusammenarbeiten, und erst danach Kapital aufnehmen. Y Combinators Founder-Dating-Guide ist eine Alternative, wenn’s schnell gehen muss.

  • Steck 100 % deiner Anteile ins Vesting. Über fünf Jahre verlässt mindestens einer von drei Co-Foundern die Firma. Ohne Vesting gibt es viel totes Capital im Cap Table.

  • Regel die Governance, bevor sie dich regelt. Angels poolen, damit du im Gesellschafterkreis schnell entscheiden kannst. Klar trennen, was ins Board gehört und was zu den Shareholdern. Und verteidige deinen Board Seat!

  • Fundraising ist keine Einbahnstraße. Retteraths Bitte an Gründer: Es ist ein beidseitiges Kennenlernen; stell selbst Fragen, statt dich bewerten zu lassen.

  • Mit 30 bist du nicht zu alt. Das Medianalter beim Gründen eines späteren Unicorns liegt bei 35 Jahren.

🎧 Hier gehts direkt zum Gespräch über Co-Founder Konflikte.

🎮 Vom Minecraft-Server zur 17-Mio.-Holding

Mit 16 führte Lucas Bürger zwei Identitäten samt zweitem Vornamen, und ein Team von 2.300 Leuten, anfangs alle unbezahlt. Heute steht in der Bilanz seiner Holding eine 17 vor sechs Nullen, und er verkauft Online-Bootsführerscheine.

Hier gehts zur Folge auf YouTube 🎥

… und hier zum Gespräch auf Spotify 🎧

Das wars für heute!

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