Das ist der Founder Mode Friday, das digitale Gym für dein Gründerhirn.

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Jetzt aber zu den Kühen.

LG, Feliks

David Reger hat gerade 1,4 Mrd. € eingesammelt und will Europas größter Steuerzahler werden. Mit Neura Robotics baut er humanoide Roboter, sitzt auf einem Committed Order Book von knapp 1,5 Mrd. € und hat 14 Gebäude in einer Straße. Studiert hat er nie. Er hat sich Robotik nachts auf YouTube beigebracht.

Meine wichtigsten Learnings aus dem Gespräch mit David Reger über Neura Robotics:

  1. Wer Daten will, muss ein Fitnessstudio bauen. 🏋️

  2. Kern-KPI: Time to Skill. ⏱️

  3. Aktueller Purpose: Steuererklärung. 🧾

Rein in die Halle, Ärmel hochkrempeln! 🤖

1. Wer Daten will, muss ein Fitnessstudio bauen. 🏋️

Text gibts im Internet, Videos auch. Haptische Daten gibt es nirgends. Die muss jemand erschaffen. Neuras Antwort heißt Neura Gyms: große Hallen, in denen Menschen in Sensor-Anzügen humanoide Roboter teleoperieren. Dieses Jahr sind 5 operativ, 10 in der Mache, nächstes Jahr geht es weltweit weiter.

Wozu das ganze? Anzug an, Zelle buchen, Record drücken, die Aufgabe ein paar Dutzend Mal ausführen, Train drücken. Die Daten feintunen das multimodale Foundation Model auf genau diesen Use Case, und du kannst sofort deployen und zuschauen. Kippt das Bauteil ständig um, trainierst du eben das Umkippen nach. Dazu laufen Trainer durch die Halle wie im echten Gym, nur dass sie nicht deinen Rücken retten, sondern dein Modell.

Auch im Neura Gym wird geschwitzt.

Kunden zahlen für ihre eigenen Gehirne. Jeder bekommt einen Brain Account, und alles Wissen, das dort entsteht, gehört ihm.

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Kunden zahlen dafür, dass sie ihre Daten exklusiv behalten können.

David Reger

Sie zahlen also dafür, dass ihre Daten nicht in Davids Foundation Model wandern. Wer teilt, zahlt weniger. Das ist das exakte Gegenteil dessen, was OpenAI und Anthropic mit dem Internet gemacht haben, und offenbar ein gutes Geschäft: Die Jahresabos fürs Gym waren nach einem Monat ausverkauft.

Wer will, kann seinen Skill lizenzieren. Du bist der Beste darin, dem Roboter das Ausspülen von Biergläsern beizubringen? Dann kostet der Skill für den Nächsten nicht 2.000 €, sondern 20 Cent, dafür auf jedem Bierfest der Welt. Darüber liegt „Aura" im Neuraverse, ein Layer, der die trainierten Modelle als Nodes verbindet und vorher durch die Kamera im Kühlschrank schaut. Ein intelligenter Roboter, der die Treppe hochsteigt, um in einen leeren Kühlschrank zu gucken, ist eben nur teure Bewegung.

Sein aktueller Lieblings-Use-Case: Kuh melken. In einer Zelle steht eine Kuh-Attrappe mit verstellbaren Beinwinkeln. Der Roboter lernt, sich ans Euter heranzuarbeiten — und zwar mit erstaunlich wenig Trainingsdaten. Auf die Ziege überträgt sich das noch nicht sauber. Beim Schaf, sagt David, hätte er schon mehr Hoffnung.

2. Kern-KPI: Time to Skill ⏱️

Die entscheidende KPI ist Lerngeschwindigkeit. Time to Skill: Wie lange dauert es, bis ein Roboter eine neue Aufgabe autonom kann? Der Benchmark ist der Mensch, und der liegt laut David bei mindestens 3 Stunden. Unter diese Einarbeitungszeit kommt keine Tätigkeit der Welt, egal wie simpel. Sobald richtige Qualitätsansprüche dazukommen, reden wir über Tage, Wochen, Monate.

Vor drei bis vier Monaten brauchte Neura 60 bis 70 Stunden pro Skill. Jetzt sind es 14. Mit dem neuen Foundation Model, das gerade released wird, und das bei noch dünner Datenlage und wenigen Gyms. Sein Ziel für die nächsten drei bis vier Monate: den Menschen überholen

Hier bricht die Analogie zum Mitarbeiter zusammen. Brauchst du eine Fähigkeit tausendmal, musst du erst 1.000 Leute finden und dann 1.000-mal von vorne anfangen — mindestens 3.000 Stunden. Der Skill des Roboters geht per Klick auf 1.000 andere Maschinen. Geht eine kaputt, klickst du nochmal.

Daraus wird seine steilste These: in ein bis zwei Jahren macht menschliche physische Arbeit keinen Sinn mehr. Nicht „ist unmöglich", sondern „rechnet sich nicht". Der Markt dahinter: Rund 65 % des globalen BIP entstehen laut David über physische Arbeit. Deshalb fokussiert Neura auf Industrie statt Consumer. Wäsche falten ist das Gimmick fürs Video, die ersten echten Aufträge sind Logistik — Bauteil einlegen, Knopf drücken, Tür zu, Bauteil raus.

In diesem Abschnitt rechnet David euch die Time to Skill einmal komplett vor. ⏱️

3. Aktueller Purpose: Steuererklärung 🧾

David hat ab 2009 zwei Jahre lang Obdachlose von den Straßen San Franciscos aufgesammelt. Nicht aus Idealismus: Seine Eltern hatten ihm nach der Ausbildung gesagt, er solle vor dem Berufsleben was Soziales machen, und er hat das mit seinem Auswanderer-Traum kombiniert. Dort hat er nach der Lehman-Krise gesehen, was passiert, wenn es kein soziales Auffangnetz gibt. Er kam zurück mit einer eher ungewöhnlichen Idee unter Gründern:

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ich will der größte Steuerzahler Deutschlands werden.

David Reger

Inzwischen ist daraus Europa geworden. Die Rechnung dahinter: Ein sehr großer Teil der deutschen Steuereinnahmen hängt an Automotive, und von den fünf großen Playern werden laut David in den nächsten Jahren vermutlich vier keine Steuern mehr zahlen, weil es keine Gewinne gibt. Wenn der Pfeiler wegbricht, braucht es einen neuen. Der Physical AI Kuchen ist groß genug, um ein Stück abzugeben.

Der Preis dafür ist hoch. Nächte ohne Schlaf, gesundheitliche Opfer, Familie, Kinder, Frau und Eltern, die er vernachlässigt hat. Sein Punkt ist nicht, dass sich das gut anfühlt, sondern dass es keinen Ausweg mehr gibt; wenn er aufgibt, waren die Opfer umsonst.

Fazit der Woche: Der teuerste Teil am Vollgasgeben ist, dass du danach nicht mehr aufhören darfst. 🏁

🥨 Behind the Scenes: Bits & Pretzels 2026

Puh, das war nen ganz schön wilder Ritt. Am Montag zusammen mit Paula die Main Stage zu moderieren war schon nervenaufreibend genug. Aber in der Nacht auf Dienstag vor dem Founder Mode Livestream von der BnP konnte ich kein Auge zubekommen. Trotz (für mich ungewöhnlicher) Schlafprobleme lief alles rund und nach den ersten paar Anmoderationen war ich wieder voll im Business-Nerd-Modus.

FM T-Shirt Kanone ist schon bestellt…

Zu 2 im Podcast Studio ist’s doch was anderes als live und uncut vor der ganzen Welt. Vielen Dank an alle, die auf einer der 6 Platformen den Stream verfolgt haben!

Hast du etwa gearbeitet anstatt uns im Livestream den ganzen Tag lang zu verfolgen? Es sei dir verziehn, die Insights gehen dir ja glücklicherweise nicht verloren. In den nächsten Tagen gibts ein Best-of der Gespräche auf YouTube zu sehen! 🤳

🎢 15 Mio. € verbrannt, Obama gebucht

Heute ist Alexander Müller da, Gründer von Greator. Er holt Barack Obama und Tony Robbins nach Deutschland, füllt die Lanxess Arena in Köln mit 16.000 Menschen und hat für seine erste Masterclass eine Insel gemietet. Angefangen hat er mit 17 als Azubi, Mitarbeiter Nummer zwei, frisch raus aus der Berufsschule. Seitdem gebootstrapped.

In der Pandemie brach die Firma ein: rund 15 Mio. € Verlust, ein Team von 150 auf 50 Menschen beschnitten, ein Telefonat mit dem Insolvenzanwalt. Wir reden darüber, warum ausgerechnet dieser Anruf für ihn auch der leichteste Moment war, wie ein Event mit 6 Mio. € Produktionskosten und 700€-Tickets aufgehen soll, und was passiert, wenn dich ein Freund fragt, wer du eigentlich bist, wenn alles wegbricht.

Hier gehts zur Folge in Bewegtbild. 🎭️

… und hier gibts sie in Old-School Audio-Format. 🎧️

GaLiGrü

Feliks

Das war's für heute!

David hat die Time to Skill von 70 auf 14 Stunden gedrückt. Wie lange hat diese Ausgabe gebraucht, bis sie saß? Gib mir Seifen. 🧼

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