Wie man mit cleveren Ideen gewinnt
mit Fynn Kliemann, Erfinder, Unternehmer und Gründer des Kliemannslands
Zusammenfassung

Fynn Kliemann ist zu Gast bei Feliks und Co-Host Moritz Blees. Er erzählt, wie aus einer Agentur, die die ersten Facebook-Apps und Affiliate-Seiten baute, Heimwerker-Videos wurden, aus denen der NDR die Show Kliemannsland machte. Danach gründete er alles, was er für seinen kreativen Alltag brauchte, selbst: ein Label, eine Produktionsfirma, einen Handwerksbetrieb. Am Ende waren es rund neun Firmen, und Fynn saß ein halbes Jahr bei Steuerberater und Notar, statt in der Garage zu bauen.
Dann geht es um die Zeit nach dem Beitrag von Böhmermann. Fynn war gerade nach Frankreich gegangen, kam zurück und hat zwei Jahre lang aufgeräumt: Firmen geschlossen, einen Partner rausgekauft, das Kliemannsland neu aufgestellt. Den Ursprung sieht er in seiner eigenen intransparenten Kommunikation, in der Krise habe er viele kommunikative Fehler gemacht. Wer heute in einen Shitstorm gerät, ruft ihn manchmal an; seine Tipps sind sehr handfest: Handy weg, rausgehen, nicht alles lesen.
„Das alles hat angefangen bei meiner intransparenten Kommunikation sozusagen …“
Der dritte Teil dreht sich um das Kliemannsland heute. Es ist eine Produktion für Spezialbauten und Prototypen, ein Eventgeschäft für Firmen und am Wochenende ein kostenloser Hof mit Achterbahn, Karussell und Minigolf, alles mit Muskelkraft betrieben. Fynn erklärt, wie Robert von Karls Erdbeerhof Gesellschafter wurde, warum er gerade einen COO eingestellt hat und wie das Team für eine Filmproduktion in drei Wochen einen Cybertruck nachgebaut hat.
Zum Schluss erzählt Fynn vom E-Buggy, der mit Straßenzulassung unter 3.000 Euro kosten sollte und dessen Teile wegen der CE-Zertifizierung zum Zeitpunkt der Aufnahme im Hamburger Hafen feststeckten, und von zweieinhalb Jahren Bebauungsplan für einen Skatepark, der längst steht, aber nicht benutzt werden darf. Außerdem geht es um seinen neuen Podcast mit Startup-Ideen und die Idee, LKW-Planen über Werbung zu finanzieren.
Zahlen aus der Folge
4 weitere Zahlen
Worüber am meisten gesprochen wurde
Kapitel
- 00:00Vom leeren Hof zum KliemannslandIntro
- 03:09Erfinder, Rausfinder oder Unternehmer?Anfänge & Werdegang
- 05:50Erste Agentur & Facebook-HacksAnfänge & Werdegang
- 08:00Heimwerker-Videos & YouTube-DurchbruchAnfänge & Werdegang
- 10:08Neun Companies – und der KontrollverlustFirmen & Führung
- 13:05Der Böhmermann-Moment & Shitstorm-FehlerKrise & Kommunikation
- 15:17Psychologische Tipps in der KriseKrise & Kommunikation
- 22:36Kliemannsland 2.0: Von Spaßprojekt zu ProduktionsfirmaKliemannsland & Events
- 24:28Achterbahn, Erdbeerhof & neue PartnerKliemannsland & Events
- 31:50Warum Unternehmer Manager brauchenFirmen & Führung
- 38:34„Im Kliemannsland schlägt Idee immer Geld“Ideen & Zukunft
- 39:30Cybertruck in 3 Wochen gebautPrototypen & Hardware
- 41:28E-Buggy mit Straßenzulassung – die verrückte StoryPrototypen & Hardware
- 46:13Finanzierung, Prototypen & RückschlägePrototypen & Hardware
- 54:11Bürokratie: Skatepark, Bebauungsplan und BauamtBürokratie & Behörden
- 01:10:12Events, Akademie und Hotel: Wie das Kliemannsland wachsen sollKliemannsland & Events
- 01:21:11Learnings, Mindset & persönliche RoutinenMindset
- 01:24:28Zukunftspläne & Quickfire Founder QuestionsIdeen & Zukunft
Key Learnings
- 1
Zieh Stecker, bevor du dich zurückziehst
Bevor Fynn nach Frankreich ging, hatte er für alle Firmen Leute eingestellt und angelernt, die Unternehmen aber nur in eine Art Kryo-Schlaf gelegt. Rückblickend hätte er vorher viele Stecker ziehen sollen, bei allem, was nur querfinanziert wurde oder keinen Spaß mehr machte. Das Aufräumen hat er danach zwei Jahre lang nachgeholt; von den rund neun Firmen sind heute noch etwa fünf übrig.
10:08 · Neun Companies – und der Kontrollverlust - 2
Volle Verantwortung nur mit voller Kontrolle
Fynn war in allen Firmen Geschäftsführer, aber nicht überall tief genug drin. Seine Konsequenz: Er hat einen Geschäftspartner rausgekauft und will nie wieder mit jemandem zusammenarbeiten, über den er keine volle Handhabe hat. Wenn er die volle Verantwortung trägt, will er alles sehen, verstehen und führen können.
10:08 · Neun Companies – und der Kontrollverlust - 3
Blas kurzfristige Wut nicht ins Internet
Fynn sagt über sich, er sei in der Krise wochenlang mit einem Ölkanister herumgelaufen und habe immer wieder etwas ins Feuer gekippt, statt im Hintergrund in Ruhe aufzuräumen und erst dann wiederzukommen. Seine Lehre: Kurzfristige Wut direkt ins Internet zu tragen ist nie sinnvoll. Vor kommunikativen Fehlern sei man in so einer Lage trotzdem nicht gefeit; verhindern lasse sich so etwas vor allem durch sorgfältigere tägliche Arbeit.
15:17 · Psychologische Tipps in der Krise - 4
Leg im Shitstorm das Handy weg und geh raus
Wenn Leute in einer ähnlichen Lage anrufen, gibt Fynn ihnen zwei, drei handfeste Tipps: kalt duschen, sich ausschütteln, das Handy weglegen, in die Sonne schauen, spazieren gehen und sich nicht alles durchlesen. Er selbst hat damals am Computer alles auf einmal konsumiert, und das könne kein Kopf verarbeiten. Kritik hält er grundsätzlich für wichtig; das Problem sei die geballte Form, in der sie heute ankommt.
15:17 · Psychologische Tipps in der Krise - 5
Nutze die Krise, um alte Probleme endlich anzufassen
Der Wendepunkt kam für Fynn nach ein paar Wochen, als er die Krise als Chance sah, Probleme anzugehen, die er schon vorher hatte. Sein Bild: Die Realität klaut dir Stück für Stück von deinem Plan, am Ende hast du einen löchrigen Käse und verehrst ihn noch wie die ursprüngliche Idee. Er hat alles vom Tisch geräumt, die Beine stabilisiert und neu beladen. Jedes Ding, das nicht mehr da ist, empfand er als befreiend.
15:17 · Psychologische Tipps in der Krise - 6
Baue zwei Geschäfte, die sich gegenseitig absichern
Im Kliemannsland ist das Eventgeschäft der Hedge gegen den Hofbetrieb und umgekehrt. Geht es der Wirtschaft gut, buchen Firmen wie Amazon, Google oder Lufthansa Technik Offsites. Geht es ihr schlecht, kommen Familien, die sich keinen Kinobesuch leisten können, spielen kostenlos auf dem Hof und kaufen dabei ein Stück Kuchen.
01:10:12 · Events, Akademie und Hotel: Wie das Kliemannsland wachsen soll - 7
Hol dir Leute für das, was du nicht kannst
Fynn sieht sich als jemanden, der jeden Tag etwas Neues ausdenkt, nicht als zahlengetriebenen Manager. Nach der Krise war er selbst Geschäftsführer, weil er der günstigste Mitarbeiter für die Rolle war. Seit zwei, drei Monaten hat das Kliemannsland einen COO. Er räumt ein, dass so ein Hire schwer ist, wenn es dem Unternehmen nicht gut geht, aber verstehen musst du trotzdem alles.
31:50 · Warum Unternehmer Manager brauchen - 8
Teste mit einem bestehenden Hersteller, bevor du selbst produzierst
Für den E-Buggy wollte das Team eigentlich in eine eigene Produktion investieren. In einem spontanen Coaching fragte Heiko, ein Gründer, der gerade im Kliemannsland arbeitete, immer wieder nach dem Warum. Ergebnis: Das Investment wäre verfrüht gewesen. Stattdessen sollten sie ein Sample bestellen, das näher am Ziel ist, und mit dem Hersteller in China testen, ob er in Serie fertigen kann. Markus flog nach Shenzhen, das Team bestellte 20 Buggys.
46:13 · Finanzierung, Prototypen & Rückschläge
Zitate

„Ich will in die Garage, ich will was bauen.“„Das alles hat angefangen bei meiner intransparenten Kommunikation sozusagen …“„… ich muss das jetzt tatsächlich irgendwie als Chance verstehen, meine Probleme die ich die ganze Zeit vorher schon hatte, da jetzt endlich mal anzufassen …“„… das Eventgeschäft bei uns ist … der Hedge gegen den Hofbetrieb und der Hofbetrieb ist der Hedge gegen das Eventgeschäft.“„… das Einzige was diesen Hof noch am Leben hält, sind gute Ideen jeden Tag.“Über den Gast

Fynn Kliemann
Fynn Kliemann bezeichnet sich selbst als „Erfinder oder Rausfinder“. Rund 15 Jahre lang führte er eine Agentur, die früh Facebook-Apps, Affiliate-Websites und Projektmanagement-Tools baute; dort hält er heute nur noch Minderheitsanteile. Mit Heimwerker-Videos auf seinem Kanal Heimwerker-King wurde er bekannt, der NDR machte daraus die Show Kliemannsland. Um den Hof herum gründete er ein Label, eine Produktionsfirma und einen Handwerksbetrieb, zeitweise waren es rund neun Firmen. Heute ist das Kliemannsland eine Werkstatt für Spezialbauten und Prototypen, eine Event-Location für Firmen und am Wochenende ein kostenloser Hof für Familien. Mit seinem Freund Nisse macht er außerdem den Podcast „Teenager mit deutschem Akzent“.
Häufige Fragen
Was ist das Kliemannsland?
Das Kliemannsland ist Fynn Kliemanns Hof, der als NDR-Show begann. Heute hat es laut Fynn drei Säulen: eine Produktion für Spezialbauten und Prototypen für Kunden, ein Eventgeschäft mit Teambuildings, Offsites und Festivals für Firmen und den Hof selbst, der am Wochenende kostenlos offen ist. Dort gibt es Skatepark, Minigolf, Karussells und Mini-Achterbahnen, die alle mit Muskelkraft betrieben werden.
Wie ist Fynn Kliemann Unternehmer geworden?
Nach dem Abi lernte Fynn in Brighton Facebook kennen und baute danach mit seiner Agentur einige der ersten Facebook-Apps, dazu SEO- und Affiliate-Seiten und Projektmanagement-Tools, unter anderem für den Bau der Ariane-Rakete. Als ihm das zu langweilig wurde, drehte er Heimwerker-Videos, aus denen die NDR-Show Kliemannsland wurde. Danach gründete er Label, Produktionsfirma und Handwerksbetrieb dazu.
Was sagt Fynn Kliemann in der Folge über den Böhmermann-Beitrag?
Fynn erzählt, dass er gerade für ein Jahr nach Frankreich gegangen war, als der Beitrag erschien, und danach zurückkam, um zwei Jahre lang aufzuräumen. Den Ursprung sieht er in seiner eigenen intransparenten Kommunikation, er habe danach viele kommunikative Fehler gemacht. Betroffen waren auch viele Mitarbeitende. Heute gibt er Leuten in ähnlichen Situationen Tipps, wie sie psychisch durch so eine Phase kommen.
Was ist aus dem E-Buggy geworden?
Ziel war ein Fahrzeug mit Straßenzulassung für unter 3.000 Euro, gebaut mit einem früheren Designer von NIO und Leuten aus der Autobranche. In Europa kam das Team nicht unter 7.000 Euro Produktionskosten, deshalb bestellte es 20 Buggys und ein paar Motorräder bei einem Hersteller in China. Zum Zeitpunkt der Aufnahme steckte die Lieferung seit fast zwei Monaten im Hamburger Hafen fest, weil die Behörden die CE-Zertifizierung nicht anerkannten. Ob das Projekt weitergeht, ließ Fynn offen.
Warum darf der Skatepark im Kliemannsland nicht genutzt werden?
Im Nutzungskonzept des Hofs steht das Wort Skatepark nicht, deshalb ist er nicht genehmigungsfähig. Für die Änderung braucht es einen Bebauungsplan mit Gutachten, Bodenproben und mehreren öffentlichen Beteiligungen, die an wenige Gemeinderatssitzungen im Jahr gebunden sind. Fynn ist damit seit zweieinhalb Jahren beschäftigt. In denselben Plan sollen inzwischen auch ein Hotel mit 50 Zimmern, ein Laden und ein Restaurant.
Was ist der Podcast „Teenager mit deutschem Akzent“?
TMDA ist Fynns Podcast mit seinem Freund Nisse, zum Zeitpunkt der Aufnahme seit vier oder fünf Wochen online. In jeder Folge stellt Fynn eine Startup-Idee von seiner Liste vor, Nisse nimmt sie auseinander und vergibt 0 bis 24 Startup-Punkte. Eine Idee daraus: LKW-Planen, die von Werbepartnern finanziert und bei Schäden kostenlos ersetzt werden.
Erwähnt in der Folge
- Teenager mit deutschem Akzent (TMDA)SendungFynns neuer Podcast mit Nisse, in dem er jede Woche eine Startup-Idee vorstellt.
- NDRFirmaMachte aus Fynns Heimwerker-Videos die Show Kliemannsland.
- Karls ErdbeerhofFirmaGründer Robert übernahm Anteile am Kliemannsland; die Fahrrad-Achterbahn gibt es auch dort.
- OMR PodcastSendungÜber eine Folge mit Robert von Karls kam der Kontakt zu Fynn zustande.
- NIOFirmaChinesische Automarke; ein früherer Chefdesigner stieg ins E-Buggy-Projekt ein.
- Deutsche BahnFirmaFynn versuchte zwei Jahre lang, das Kliemannsland per Bahn anzubinden.
- LiliumFirmaFeliks bringt E-Flugtaxis als Anbindung ins Kliemannsland ins Spiel.
- Viva con AguaFirmaMit der Organisation hat Fynn früher Brunnen gebaut.
- Chaos Computer ClubFirmaVeranstaltete früher Meetups im Kliemannsland, bei denen Mars-Rover programmiert wurden.
- StröerFirmaWerbevermarkter, bei dem Feliks die LKW-Planen-Idee gut aufgehoben sähe.
- MrBeastPersonFeliks' Beispiel für die Erlaubnis, groß zu denken: Er mietete den Eiffelturm für ein Video.
- Tim BengelPersonKünstler, der die Frage beisteuerte, was Fynn macht, wenn AI die Arbeit übernimmt.
- Albert WengerPersonFrüherer Gast, auf dessen Gedanken zur Zeit nach dem Kapital Feliks verweist.
Transkript
00:00 Vom leeren Hof zum Kliemannsland
00:00 Fynn Kliemann: Im Kliemannsland schlägt die Idee immer irgendwie Geld. Jede gute Idee kann es schaffen, Financial Overload auf einer gegenüberliegenden Seite zu schlagen. Das ist der tägliche Anspruch in diesem Haufen, weil der kommt ja daher, dass wir nichts hatten. Wirklich, dieser Ort war leer. Dann habe ich das erste Mal all meine Käsehaufen da betrachtet und habe gesagt, okay, jetzt sehe ich es. Alles angesägte Tische so, weg, weg, weg. Wenn ich jetzt richtig machen will, dann reiße ich alles vom Tisch runter, nehme die Tischdecke weg und dann stabilisiere ich die Beine so, dass ich den wieder sauber beladen kann. Und das war super, super wertvoll. Das Eventgeschäft bei uns ist der Hedge gegen den Hofbetrieb. Und der Hofbetrieb ist der Hedge gegen das Eventgeschäft. Also wenn es der Wirtschaft gut geht, kommen viele Leute, wollen bei uns Offsite-Events machen. Wenn es der Wirtschaft schlecht geht, kommen viele Familien, die kein Geld haben, die bei uns spielen wollen und dabei ein Stück Kuchen kaufen. Ich finde es extrem wichtig in einer Zeit wo Leute sich ein... Mit einer kleinen Familie keinen Kinobesuch leisten können, dass die genau die gleiche Art von Inspiration und tollem Erlebnis haben, ohne Geld dafür ausgeben zu müssen. So ein Scheiße, dass man nicht mit der Bahn ins Kliemannsland fahren kann. Und dann bin ich einfach zum Deutschen Bahngebäude gegangen, reingegangen und meinte so hey, guck mal ich bin für den Kliemann, ich hab diesen Hof und ich möchte den gerne anbinden. Das muss doch irgendwie möglich sein, weil es gibt ja erschienen Trassen von früher, aber die sind nicht mehr aktiv. Was müssen wir machen? Ich kümmere mich um alles. Ihr müsst eigentlich nur mir das geben. Und dann saß ich mit so ein paar Jungs da in so einem Zimmerchen, das war ganz geil, die haben sich sofort mir angenommen. Die haben gesagt, setz dich hin, erzähl was möchtest du. Das war voll krass.
01:28 Feliks Eyser: Da gibt es Leute, die sitzen und die warten auf jemanden wie dich der da reinläuft. Und einen Bahnhof braucht.
01:36 Fynn Kliemann: Ich habe vorher mal so einen Vortrag gehalten bei der ZEIT irgendwie und da habe ich jemanden getroffen, der da arbeitet und ich hatte noch so lose seinen Namen im Kopf und das ist immer natürlich gut, wenn du sagen kannst, guck mal hier, irgendwie so hieß der. Der Thomas
01:48 Feliks Eyser: schickt mich. Ja genau,
01:50 Fynn Kliemann: Thomas, Dennis oder Mike, die Namen kann man sich merken, die sind da irgendwo bestimmt. Und dann haben wir uns hingesetzt und geguckt und dann haben die gesagt, es gibt halt so Programme von der Deutschen Bahn für die Reaktivierung von so lokalen Bahnhöfen und das unterstützen die. Naja, lange Geschichte, ich saß dann hier mit vielen Leuten von der Stadt zusammen über Monate und das hat mir einfach alles viel zu lange gedauert mit dem Endergebnis dass die Bahntrasse damit man schnell reisen könnte, müssten alle Kurven begradigt werden. Das war mein Problem, ich habe gesagt, okay, das können wir schon alles machen. Dann dauert die Reise von Hamburg ins Kliemannsland, aber also nicht direkt, sondern nach Zeven eben, dann dauert das eine Dreiviertelstunde. Ich hab gesagt, ey, das ist ja länger als mit dem Auto. Ja, das liegt halt an den alten Kurven und so. Dann haben gesagt, dann lassen sie doch begradigen, wo ist das Problem? Und dann haben gesagt, ja, da müssen wir alles aufreisen und neue Gelände dazukaufen und so. Und da wurde es dann auf einmal kompliziert. Da hab gesagt, ja, was glaubt, Zeithorizont, diese ja irgendwas fünf bis zehn Jahre. Da hab gesagt, da weiß ich gar nicht, ob es mich dann noch gibt. So, und dann war das Thema beendet. Aber wir haben da zwei Jahre dann rumgefummelt, ja.
02:52 Moritz Blees: Ah,
02:52 Feliks Eyser: geil. Geil. Du brauchst so eine Flugverbindung, oder? Mit so einem E-Hubschrauber oder so. Lilium. Hat auch nicht geklappt. Lilium, wo du Kopf hättest, ist leider alle pleite, gell das ist scheiße.
03:03 Fynn Kliemann: Ja, das hat auch nicht geklappt. Ich setz auf die Chinesen. Dann kann man, ähm Peking Kliemannsland.
03:09 Erfinder, Rausfinder oder Unternehmer?
03:09 Moritz Blees: Ist auch geil. Shanghai, ja. Fynn, ich hab mich gefragt in der Vorbereitung, wenn du im Hotel eincheckst, und da muss man so seinen Beruf angeben, ne, schreibst Du dann Unternehmer? Also, also was bezeichnest du dich?
03:22 Fynn Kliemann: Ach, weiß nicht, immer mal sowas anderes. Manchmal schreibe ich ich Buchhaltung der IHK. Also wenn man das angeben müsste, weißt du, es kommt immer darauf an in welchem Umfeld du bist. Sind das interessante Menschen, mit denen du dich austauschen willst, von denen du auch was lernen kannst? Dann sage ich, wer ich bin, was ich mache. Ist es jemand, wo du denkst, ey, pff, also interessiert mich eigentlich gar nicht, lass mal Gespräch beenden und weiter, keine Ahnung, Tennis spielen? Dann sage ich sowas wie, ja, ich bin beim großen Versicherer oder so. Und dann ist das Gespräch beendet.
03:51 Moritz Blees: Aber als was siehst du dich denn selber? Also wenn du das wahrheitsgemäß beantworten müsstest für dich, was wäre denn die Antwort?
03:58 Fynn Kliemann: Na, ich glaube schon, Erfinder oder Rausfinder. Also ich finde irgendwie spannend, Sachen zu verstehen und daraus dann Rückschlüsse zu ziehen, um etwas Neues zu machen. Und das ist mein ganzer Tag, jeder Tag.
04:15 Feliks Eyser: Der Beruf des Erfinders, der ist ja auch ein bisschen den Bach runtergegangen, oder? Also wer nennt sich noch Erfinder Das ist doch eigentlich der geilste Beruf. Früher als Kind wolltest du doch Erfinder sein. Ich bin Universalgelehrter, gab's früher so. Ja stimmt schon Okay wollte ich nicht werden. Aber Erfinder ist geil.
04:31 Fynn Kliemann: Erfinder ist auch wirklich geil. Es liegt halt daran, dass man das, es gibt so ein paar, die sind dann beim WDR in irgendeiner Dokumentation oder so, die haben dann irgendwie zwei, drei Dinge da patentieren lassen und arbeiten jetzt intensiv an irgendwas. Die sind total spannend. meine, der Typ, der Segway erfunden hat, ist der gleiche der auch das Dialysegerät erfunden hat und so. Das sind ja meistens so Hubs Das ist ein Mensch, der hat dann super, super viele Interessengebiete. Und der interessiert sich einfach ... Wie du sagst universal gelehrt für alle verschiedenen Dinge und ganz oft ist Physik irgendwie im Zentrum davon und daraus resultierend hast du dann so die Randbereiche, wo du sagst, guck mal, das wäre doch cool und guck mal, das geht, das könnten Leute doch gebrauchen oder eben der Ansatz des Problemlösers. Als ich so acht war oder so, so einen Zettel, da habe ich mir draufgeschrieben, welche Ansätze es gäbe um Dinge zu erfinden, also Problemlösen, Kombination von verschiedenen Funktionen und so, was ist eigentlich ein neues, was ist eigentlich neu und seitdem verfolge ich das relativ intensiv halt jeden Tag irgendwas rauszufinden und das kann in jedem Bereich sein, am liebsten so, der freiste davon ist natürlich so Kunst, also wenn du in der Kunst etwas baust, dann hast du gar keine Regeln mehr und das ist sozusagen der freiste Bereich, aber dafür brauchst du auch immer die so Ying-Yang-Kompositionen Du nennst die andere Seite eben unternehmerischer Erfolg, dass du dir die freie Kunstseite finanzieren kannst und zwischen diesen zwei Sachen springe ich immer hin und her.
05:50 Erste Agentur & Facebook-Hacks
05:50 Moritz Blees: Und einmal jetzt historisch, womit hat es jetzt angefangen bei dir? War es jetzt die Musik, war es die Kunst, waren es Websites? Also wie ging es los?
06:00 Fynn Kliemann: Ja, ich hatte schon, ich habe ja 15 Jahre so eine Agentur geführt, die gibt es auch noch, ich bin da jetzt aber raus oder weitgehend raus, ich habe noch so Minderanteile, aber die haben wir initial gegründet einfach nur um Dinge zu bauen, die wir uns ausgedacht haben. Primär so Tools und Apps und so, das ging direkt, das war so der ganz krasse Anfang von, da war Facebook neu. Weißt du, ich war in Brighton für ein paar Monate in England nach dem Abi und da habe ich jemanden kennengelernt, der meinte auch so, hit me up on Facebook und ich so, what's Facebook? Und dann hat er mir das gezeigt, dann bin ich anschließend nach Deutschland und dann war ich da So gefühlt der Erste der das hier kannte. Also da gab natürlich andere, aber ich war der Erste, der sich da aus programmiertechnischer Sicht für interessiert hat. Und dann haben wir halt so die allerersten Facebook-Apps gebaut. Da gab es einfach niemand, der das sonst gemacht hat. Und deswegen haben wir keiner gedacht, dass
06:45 Feliks Eyser: das auch ein Business sein könnte, oder dass Unternehmen da mal irgendwie viel Geld ausgeben oder alle irgendwelche Pages haben und so weiter.
06:51 Fynn Kliemann: Voll genau. Und da ging es los, ich hatte mich so parallel dazu, habe ich mich schon immer für SEO oder da dann halt angefangen für SEO zu interessieren habe ganz viel Suchmaschinenoptimierung gemacht und viele Affiliate-Scheiße und so und haben wir gedacht, ey, wenn wir keinen einzigen Kunden kriegen und nichts von uns funktioniert, machen wir einfach Affiliate-Marketing und fertig. Damals ging das ja so. Und dann haben wir sehr viel so, keine Ahnung, Hausroboter, irgendwelche Reparaturseiten so ein Scheiß, irgendwie Affiliate-Websites gebaut und immer mal so neue Tools entwickelt. Daraus sind dann so Projektmanagement-Tools entstanden, Aganti, das gibt es auch immer noch, so viele kleine so eigentlich eigene Startup-Ideen und um das zu finanzieren haben wir immer für Kunden gearbeitet. Und da waren dann immer auch größere dabei. Da haben wir so Projektmanagement-Tools für den Bau der Ariane-Rakete gebaut und da dann irgendwie. analysiert wie arbeiten die, wo sind da Probleme sozusagen im Im Setup, weil die haben parallel zur Rakete auch die Halle gebaut, wo die Rakete drin gebaut wird. Wenn sich also die Rakete verändert hat, hat sie auch immer die Halle verändert und so, die Anforderungen an die Halle und so. Riesen riesengroßes Milliardengrab für europäische Steuergelder. Und da haben wir ein Projektmanagement-Tool gebaut, ein paar Jahre für. So Zeug haben wir gemacht und irgendwann wurde mir das dann zu langweilig und dann habe ich angefangen so Heimwerker-Videos zu machen zu Hause. Da ich ein Haus gekauft hier und das umgebaut und dann ging es von da aus und so medial einfach weiter.
08:00 Heimwerker-Videos & YouTube-Durchbruch
08:13 Moritz Blees: War das schon das Kliemannsland, das was heute das Kliemannsland ist?
08:16 Fynn Kliemann: Nee nee, das war bei mir zu Hause einfach. Ich habe Sachen gebaut. Ich habe so einen Kanal der heißt Heimwerker-King. Das habe ich wirklich einfach nur aus Gag-Kram hochgeladen Ich hatte ein paar Fotografen Freunde und die haben sich so ganz teure Gimbals gekauft und das war damals so das neue Ding. Gimbal,
08:31 Moritz Blees: ja, ja ich erinnere mich. Das waren doch diese Handy- Halte-Teile Das gibt es jetzt
08:36 Fynn Kliemann: fürs Handy. Früher gab es das dann für eine Sony-Kamera so und die haben halt keine Ahnung, 9000 Euro gekostet. Und ich habe einen Gimbal selber gebaut aus so einem Seitenkantenschneider von einer Säge. Also von so einer, weißt du, womit du halt dein, nicht Säge, sondern so ein Rasenmäher-Ding mit einem Gegengewicht und so ganz einfach. Das habe ich gebaut. Das war eigentlich so mehr oder weniger eins meiner ersten Videos. Und habe das dann Freunden geschickt, die alle Fotografen waren. Da meinten sie, hier, ihr Deppen. Ich hatte hier Wareneinsatz von 6 Euro. Mach doch so. Und so ging das los. Das haben dann halt voll viele Fotografen geteilt. Da war das so ein Ding in dieser Fotografiewelt. Und von da aus ging es dann halt relativ schnell ab. Und dann kam irgendwann der NDR und hat gesagt, willst du nicht eine eigene Show? Und das wurde dann das Kliemannsland. Und genau so habe ich dann ganz viel drum herum gemacht. Viel Musik, Kunst, ein Label gegründet und eine Produktionsfirma Ich muss mir so vorstellen, wie alles, was ich dann so für den kreativen Schaffensprozess pro Tag brauchte wollte ich in-house haben, damit ich nicht mehr irgendwie fragen muss, nicht mehr warten muss und so. Und so habe ich dann ganz viel drumherum gegründet. Dann brauchte ich halt Handwerker damit wir das weiter ausbauen können. Dann habe ich quasi ein Handwerksunternehmen dazu gebaut. Dann wollte ich mehr Mucke machen. Dann gab es dieses Label mit eigenen Künstlern. Dann wollten wir mehr Filme machen und Dokumentation produzieren, also die Alltag einfangen. Und dann habe ich halt eine Produktionsfirma gegründet. Und dann haben wir da dann viel so Dokumentation auch für Netflix und die Öffentlich-Rechtlichen und so produziert. Und so ging es immer weiter. Immer mehr so rund um dieses, was brauche ich eigentlich im Alltag Das brauche ich jetzt hier halt irgendwie als Filmkonstrukt gebaut.
10:08 Neun Companies – und der Kontrollverlust
10:08 Feliks Eyser: Hast du da jeweils Partner oder wie bist du nicht verrückt geworden in diesen ganzen verschiedenen Firmen, Handwerksbetrieb hier, Label da, Kunstverkaufen, Kliemannsland, sehr unterschiedliche Businesses?
10:19 Fynn Kliemann: Ja, es gab hier und da auf jeden Fall, Partner Kliemannsland habe ich auch zusammen mit der Produktionsfirma gegründet zum Beispiel, es gab immer mal so Leute die mit dazugekommen sind, aber so, ich war schon von allen Unternehmen, Geschäftsführung und da auch immer schon auch noch tief drin, in manchen halt nicht tief genug. Ja, daraus habe ich eben auch dann all diese Schlüsse gezogen, weißt du, dass du sagst, das war dann einfach in Summe zu viel, das waren nachher irgendwie neun Companies oder so. Dann mussten wir die zwischendurch Zwischendurch, weil das alles so total wie Kraut und Rüben gewachsen ist, mal sauber in Holdingstrukturen verpacken und alles umziehen, da war ich das erste Mal irgendwie gefühlt ein halbes Jahr beim Steuerberater und beim Notar Und hat dann gemerkt, das ist eigentlich gar nicht, was ich will. Ich will in die Garage, ich will was bauen. Ich bin hier falsch, ich muss nur noch irgendwelche Monatsberichte lesen und wir haben ständig, brauchen wir irgendwie mehr Leute oder mehr Geld? Immer eins von beiden. Und das war einfach voll nervig. Und dann wollte ich mich ja eh, dann habe ich mich ja aus manchen Sachen rausgezogen habe auch Geschäftsführer für das Kliemannsland eingestellt und habe schon entschieden, die Campe nicht mehr weiterzumachen. Und so bin ich dann nach Frankreich und wollte eigentlich so für ein Jahr auswandern und war schon raus und ich habe mir da so eine Bude gekauft und war dann, wollte nur noch malen und Mucke machen und mal kurz klarkommen so für ein halbes Jahr, Jahr.
11:35 Feliks Eyser: Und für alle anderen Companies hattest du Leute in place, die das weiter gemanagt hätten Genau
11:39 Fynn Kliemann: Das war schon so ein Jahr Aufwand, die alle zu finden, einzustellen, irgendwie anzulernen und so. Dann waren die da alle und haben sich ein bisschen um das Alltagsgeschäft gekümmert, ein bisschen mehr so. Und ich habe gesagt, so bitte, ich bin raus. Und als ich dann in Frankreich war, kam ja dieser Beitrag da von Böhmermann und dann wurde ich quasi am Schlawittchen wieder nach Deutschland gezogen. Sagte so hier Kollege, räum das auf. Und das habe ich dann so zwei Jahre gemacht. Das, was ich wahrscheinlich hätte vorher machen sollen, ich habe das so in so eine Art Kryo-Schlaf gelegt und habe gesagt, ich bin weg, ihr kümmert euch drum. Und ich hätte halt vorher schon viele Stecker ziehen sollen und sagen, weißt du was, das macht eigentlich so gar keinen Sinn oder das wird die ganze Zeit nur querfinanziert und macht auch keinen Spaß, weg damit und so. Und das. Das musste ich dann eben machen. Und dann habe ich so zwei Jahre richtig intensiv den ganzen Scheiß aufgeräumt Jetzt sind da von den neuen Companies noch... Weiß nicht, fünf oder so. Ich bin aus manchen Sachen raus, auf jeden Fall operativ raus und aus allen anderen Sachen, wenn ich sie quasi weitergemacht habe, sind alle anderen, die partnerschaftlich da drin waren, operativ raus. Also ich habe dann einen Geschäftspartner rausgekauft und habe gesagt, ey, ich will nie wieder mit irgendwem zusammenarbeiten, über den ich nicht volle Handhabe habe und ich möchte alles kontrollieren können oder muss ich jetzt. Ich muss alles sehen, verstehen und führen. Also wenn ich die volle Verantwortung habe, dann muss ich auch Voller Anteilseigner sein sozusagen Genau, und das hab ich dann jetzt gemacht Und jetzt hab ich wieder Kontrolle
13:05 Der Böhmermann-Moment & Shitstorm-Fehler
13:05 Feliks Eyser: Sag uns mal zu dem Böhmermann-Moment Wir wollen jetzt nicht ewig drauf rumreiten Du hast ja auch schon lange drüber gesprochen Bei Matze Hilscher zum Beispiel im Podcast So kann man sich drei Stunden quasi die ganze Abhandlung nochmal anhören Aber vielleicht nur um den Kontext Nochmal zu verstehen Was passiert, wie hast du dich gefühlt Du standst in der Küche, diese Doku kam Und hast gedacht, okay, holy shit Jetzt muss ich hier doch wieder ran
13:27 Fynn Kliemann: Naja, also Das geht ja nicht so von heute auf morgen Es gibt dann Anzeichen, dann kennst du voll viele Leute aus Redaktionen Die rufen dich an und so Aber ich hab das auf jeden Fall nicht so groß eingeschätzt Und die Story dahinter ist ja auch viel kleiner Als das so In der aufgeblasenen Form jetzt am Ende war. Ich bin dann halt wirklich einfach, weil ich keine Ahnung habe von Kommunikation offensichtlich, wochenlang rumgelaufen und immer mit so einem Ölkanister hat immer wieder was ins Feuer gekippt. So das habe ich ja primär da gemacht, anstatt irgendwie im Hintergrund in Ruhe das irgendwie aufzuräumen und dann wieder zu kommen, wenn es fertig ist. Und deswegen wurde es halt so groß, aber an sich ist die Story gar nicht so wild und das habe ich da halt auch gehört. Und als ich diesen Beitrag gesehen habe dachte ich so, ja, come on, Alter, das weiß ja jeder, das ist eine Satireshow, paar Punkte hat er, korrigiere ich, aber der ganze Rest ist so nie passiert. Weiß ja jeder, das ist ja eine Witzsendung. Und das, weißt du, das war mein Gefühl. Ich dachte so, okay, das wird schon jeder checken und dann hat das aber nicht jeder gecheckt sondern dann wurde das halt eine Riesennummer. Und ja, also muss man auch daraus lernen, glaube ich. Wie gesagt, selbstgemachtes Problem. Das alles hat angefangen bei meiner intransparenten Kommunikation sozusagen und ja, das habe ich dann ausgebadet Das war am Anfang natürlich super, super wild. Auch unternehmerisch, weil daran hängt ja dann schon relativ viel hier so, also hunderte Mitarbeiter und so, also echt Existenzen und davon sind auch viele nicht mehr da. Also das ist schon einmal wie so ein Sturm rüber gemäht und hat viele Leute mitgerissen, das war natürlich super uncool, aber offensichtlich notwendig haben Menschen entschieden. Und ich glaube für mich auch ein krasses Learning und eine Sache, die man sonst niemals in der Geschwindigkeit lernt und umsetzt und korrigiert, weißt du, das muss man schon sehen.
15:17 Psychologische Tipps in der Krise
15:17 Moritz Blees: Ich würde da gerne mal einhaken, so es gab ja zwei Dinge eigentlich im Ganzen, es gab ja einmal diesen Bericht so, der ja zum Teil jetzt im Nachgang als entweder übertrieben oder auch teilweise falsch, gibt es andere Abhandlungen zu, können wir gerne in den Shownotes verlinken. Und dann einmal aber auch quasi wie im Nachgang mit der PR dazu. Ja Umgegangen worden ist. Und mit dem was du jetzt heute weißt, wie würdest du jetzt quasi jemanden der in so einen Shitstorm reinschlittert und so eine Situation zu lösen hat, empfehlen zu reagieren? Was würdest du in welcher Reihenfolge machen
15:55 Fynn Kliemann: Das ist auch einfach so, immer noch so unkontrollierbar. Es gibt halt nicht die, es gibt wirklich nicht diesen Weg. Es gibt natürlich einen falschen so, den habe ich, glaube ich gut aufgezeigt Und viel mehr kann ich auch nicht sagen, als dass, wenn du sehen willst, wie es nicht geht, guck dir an, wie ich das gemacht habe. Und deswegen rufen mich auch Leute an. Guck mal, ich würde jetzt das manchmal so, ey, guck mal in meiner Story, ich habe genau das Gleiche gemacht, das war keine gute Idee.
16:19 Feliks Eyser: Ich rufe die Leute an, die in ähnlichen Situationen sind oder wo sich irgendwie anbahnt, dass sie einen Schützraum kriegen.
16:24 Fynn Kliemann: Klar. Klar also, oder anbahnt gibt es nicht, aber Leute sind dann ja, es passiert in ganz vielen total richtigen Situationen kriegen Leute ein Korrektiv sozusagen auf den Hals und das ist, das meine ich auch, also Kritik ist ja wichtig und Kritik ist auch irgendwie immer gut eigentlich für das, was du machst. Wenn du da bist und alle sagen ja und so, dann wird das nicht richtig gut, du brauchst schon auch Leute, die sagen, guck mal, und daran hapert es und so. Die Art und Weise der Präsentation dieser Kritik das ist halt das große Problem, dass so wie das jetzt so irgendwie serviert wird, kann kein Kopf der Welt damit umgehen, du wirst einfach wirklich bekloppt also das ist so… Overwhelming einfach, dass du das nicht verarbeiten kannst. Und das sind dann Situationen wo Leute anrufen und primär eben aus dieser psychologischen Brille sagen, ey, wie bist du damit klargekommen so ungefähr? Und dann sage ich, ey, guck mal hier sind zwei, drei handfeste Tipps die mir geholfen haben. Mach das mal jetzt. Kaltuschen, schüttel dich aus, leg auf jeden Fall dein Handy weg. Guck wenn es Sonne gibt, guck dahin. So, geh jetzt raus, geh spazieren und Ließ dir den ganzen scheiß nicht durch weil ich habe genau das die ganze zeit gemacht ist das nur am computer kettenrauchend 22 stunden am tag und habe mir angelesen durch gelesen wie leute mich umbringen wollen oder mich scheiße finden oder weißt du und so trollen durch alle unternehmungen von schlechten bewertungen über alles was du dir vorstellen kannst und das konsumiert du halt alles auf einmal und dann Das kannst du halt nicht verarbeiten.
17:57 Feliks Eyser: Zwischendurch hast du noch Video hochgeladen und quasi so eine Mischung aus Rechtfertigung oder Erklärung oder Verteidigung. Ja genau, das war auch,
18:04 Fynn Kliemann: genau, meine ich, also an solchen Sachen kannst du das gut angucken, also da gilt natürlich auch immer zu, ich meine, das sind so Krisensituationen in denen ist es, lernst du echt viel, lernst du halt mehr als bei allen anderen, das ist nun mal so, ne? Und als das irgendwann bei mir eingesetzt hat, dass ich gesagt habe, ey ich muss das jetzt tatsächlich irgendwie als Chance verstehen, meine Probleme die ich die ganze Zeit vorher schon hatte, da jetzt endlich mal anzufassen, weil jetzt muss ich, damals konnte ich, jetzt muss ich. Und als ich das dann gecheckt habe, war das irgendwie, dann wurde es positiver, weil wenn du dann das erste Ding gedreht hast oder auch meinetwegen nur abgesägt, das ist auch schon geil, zu sagen, das ist jetzt einfach nicht mehr da, es ist einfach kein Problem, es ist einfach abgemeldet, die Mitarbeiter sind alle sicher untergebracht, die Uhr tickt nicht mehr jeden Monat und so, für Gehälter für all diesen Scheiß, das ist befreiend. Und dann, wenn das auch noch irgendwie was trifft von dem, von dem du eigentlich unterbewusst die ganze Zeit gewusst hast, das ist es eigentlich nicht, darauf hast du keinen Bock mehr von deiner ursprünglichen Idee, läuft da nicht mehr viel, gibt's ja, gibt's bei jedem Unternehmen. Du startest das und ich hab immer früher gesagt, so die Realität nimmt mir die ganze Zeit Stückchen von meinem unverwechselbar geilen Plan weg, so, ne und dann wird Stück für Stück was geklaut und am Schluss hast du da so einen löchrigen Käse und du vererrst den immer noch genauso wie deine ursprüngliche Idee und da drin steckt das Problem, weil du musst dann realisieren, das ist jetzt wirklich halt ein löchriger Käse, das ist nicht mehr diese Riesenvision von vorher, weil das ging nicht, das ist regulatorisch verboten, hier geht es nicht und so weiter. Und dann hab ich das erste Mal all meine Käsehaufen da betrachtet und hab gesagt, okay, jetzt seh ich's, alles angesägte Tische so, weg, weg, weg oder, wenn ich's jetzt richtig machen will, dann reiß ich alles vom Tisch runter, nehm die Tischdecke weg und dann stabilisier ich die Beine so, dass ich den wieder sauber beladen kann und das war super, super wertvoll. Und ich meine, das stelle ich Leuten, die mich dann anrufen, eben auch in Aussicht und sage, ich weiß, es fühlt sich jetzt nicht so an, aber dieser Moment wird kommen und so. Und dann, ja, ich glaube,
20:01 Feliks Eyser: sowas hilft. Ja das ist immer, ich meine, das klingt weise, das klingt schlau in der Krise kannst du immer lernen, dich weiter, das ist ja wirklich so, gell, aber ich glaube, das ist auch eine Sache, die du erst mit Abstand so richtig realisierst, wenn das ein paar Jahre her ist, wenn du es verarbeitet hast, so in der Situation selber, es ist ja krass schwer, das anzunehmen oder? Wie war das für dich? Oder wann hat es bei dir quasi umgeswitcht zwischen Panikmodus und ich muss kalt duschen um da rauszukommen hin zu, jo, das ist jetzt auch wirklich eine Chance und ich kann es wirklich auch positiv sehen?
20:27 Fynn Kliemann: Ja, schon so ein paar Wochen, also ein paar Wochen war richtig, richtig tot. Die ersten zwei, drei Tage dachte ich, das wird alles easy, dann habe ich gemerkt, oh, oh, das wird doch nicht so easy. Egal, was ich sage, das wird eigentlich immer alles isoliert betrachtet, komplett zerfetzt. Ja und ja, ich bin jetzt auch nicht kommunikativ So vorbereitet wie große Redaktionen und so, die das halt ein Jahr jetzt geplant haben. Das bedeutet, alle meine Schritte sozusagen, die ich zur Aufarbeitung davon geplant habe, wissen die natürlich auch und zersägen die direkt wieder und so. Es geht halt schon um totalitäre Zerstörung dabei. Also das ist wie so ein Modus wo man sagt, was klickt noch gut und was kann man in die zweite Runde schicken und ich hab halt wirklich alle Schritte genau so falsch gemacht, dass Redaktionen daraus immer so die nächste Welle drehen konnten. Und ich hab denen halt wirklich die Geschichte auf dem Silbertablett serviert. Das war nicht besonders smart, aber das würde ich wahrscheinlich, ganz ehrlich, ey, es muss wirklich so ehrlich sein, ich wüsste es jetzt heute immer noch nicht viel besser. Also ich wüsste, dass ich die Schnauze halte und so natürlich und irgendwie... Kurzfristige Wut nicht direkt wieder ins Internet blasen ist einfach nie sinnvoll. Das ist so. Aber ich glaube vor so einer Situation, wenn du da dann drin steckst, bist du nicht davor gefreit kommunikative Fehler zu machen. Das ist so. Ich kann halt verhindern durch eine viel deutlich sorgfältigere tägliche Arbeit, dass sowas nie wieder passiert. Punkt.
21:54 Feliks Eyser: Wo bist du sonst noch stärker geworden dadurch?
21:59 Fynn Kliemann: Ähm na schon so in der Selektion, was ich anfange generell. Das ist auch ein bisschen behindernd natürlich, weil vorher hatte das eine extreme Leichtigkeit Da bin ich immer von einer Sache zur nächsten gesprungen. Das ist auch was Wertvolles glaube ich, in der ich echt massiv eingebüßt habe für sozusagen die Werthaltigkeit. Und das ist natürlich sinnvoll für die Langfristigkeit der Ideen und so. Aber es ist auch was Gutes. Also ich habe mich damals auch wirklich einfach zerrissen. Also jeden Tag Irgendwas Neues angefangen und du kannst die Bälle irgendwann nicht mehr in Luft halten, das ist halt so. Das hab ich jetzt gemerkt und deswegen werfe ich einfach einen weniger als vorher.
22:36 Kliemannsland 2.0: Von Spaßprojekt zu Produktionsfirma
22:36 Feliks Eyser: Was sind die Bälle, die du in der Zeit dann weiter in der Luft gehalten hast? Bevor du jetzt wieder in die Öffentlichkeit zurückgekommen bist, muss man sagen, ich würde sagen, vielleicht seit einem Dreivierteljahr, seit irgendeinem Jahr oder so, trittst du wieder mehr in Erscheinung. Aber im Hintergrund hast du ja trotzdem die ganze Zeit weitergemacht.
22:53 Fynn Kliemann: Genau, genau. Also ich habe ja, also die Sachen, die habe ich gemerkt die mir wirklich am Herzen liegen, sind so, Kliemannsland war eine große Sache, die haben wir komplett umgebaut von so einem Spaß-Videoprojekt zu, wir sind eigentlich eine echte Produktion für Spezialbauten und Prototypenentwicklungen und so, also Erfinder sein. Das aber eben auch für Kunden, das heißt, da mussten wir viel mehr Handwerker viel mehr Machineries blablabla, all diesen Scheiß bauen, das heißt, wir sind irgendwie ein Handwerksunternehmen geworden, ohne eins zu sein. So, dann das ganze Event-Business hängt da drin, Kliemannsland als zweite Säule, wir machen sehr viel Vermietung und so, dafür brauchen wir Infrastruktur auf dem Hof, mehr Locations aber eben auch Feuerwehrzufahrten Gastro Gastro, all so ein Kram, also da dran hängt dann echt viel, das ist sozusagen das zweite Unternehmen in dem Unternehmen also die zweite Säule ist Events, da machen wir große auch so Dreitagesfestivals und so für Kunden und das dritte sozusagen mein Herzensprojekt daran ist eben dieser Hof an sich, dass jedes Wochenende ist das einfach auf, kannst kostenlos vorbeikommen, Samstag, Sonntag, ist ein riesengroßer Spielplatz mit Skatepark Minigolf, keine Ahnung, kannst schweißen Graffiti sprühen, da gibt es verschiedene Karussells und Mini-Achterbahnen, alles selber gebaut, alles alles human powered, also auf dem Hof kriegst du nichts sozusagen mit automatischem Antrieb wenn du die Achterbahn fahren willst, musst du mit dem Fahrrad treten, willst mit dem Karussell fahren, musst du in so einem Laufrad laufen und selbst wenn du Minigolf spielen willst, musst du dir vorher Minigolfschläger schweißen und so, also bei all diesen Sachen bist du sozusagen gefordert etwas zu lernen, etwas auszuprobieren dich zu erfahren sozusagen, deine Stärken zu finden und darum geht es mir prima
24:28 Achterbahn, Erdbeerhof & neue Partner
24:28 Feliks Eyser: Ich glaube, ich bin die Achterbahn gefahren neulich aber nicht bei dir, sondern bei Karls Erdbeerhof. Kann das sein? Ja, das
24:33 Fynn Kliemann: ist die gleiche. Die
24:35 Feliks Eyser: habt ihr gebaut oder wie? Da hab ich meinen Sohn reingesetzt und da muss ich strampeln im Fahrrad, um den da irgendwie hochzukriegen.
24:40 Fynn Kliemann: Ja das ist lustig das macht Bock, oder?
24:42 Feliks Eyser: Der fand's richtig geil, ich fand's auch geil.
24:44 Fynn Kliemann: Ja, die wollen immer nochmal und nochmal und nochmal. Das ist ja voll einfach, aber es ist einfach nur Schwerkraft. Du bringst einen da hoch und dann lässt du den rollen oder über die Schiene fahren. Aber du musst da schon gut
24:55 Feliks Eyser: reintreten. Ich hab mir gedacht, geil, seit Jahren fahr ich Peloton, immer morgens mach ich da meine Einheit. Jetzt weiß ich ja nicht, wofür.
25:02 Moritz Blees: Das war eine Auftragsarbeit oder was? Weil ich hab nämlich dann im Nachgang auch gesehen, dass ja Karls Erdbeerhof dann ja auch irgendwie im Kliemannsland mit investiert hat. Ich geh davon aus, dass da irgendwie der Connect hin kam.
25:13 Fynn Kliemann: Genau, also die Geschichte ist, Robert war bei Philipp Westermeyer im OMR-Podcast und ich hab die Folge gehört und hab so bei der Hälfte Philipp geschrieben. Ich so, ey, wie geil ist dieser Typ Und er meint so, er will dich ja kennenlernen. Und ich so, hä, wann, wieso? Ich so, das sagt er doch im Podcast. Und dann höre ich halt weiter und dann sagt er das so. Dann reden die bei meinen Serienagenten so, eigentlich bist du ein bisschen ähnlich wie bei Fynn Kliemann. Er so, ja den finde ich so geil. Den will ich unbedingt mal kennenlernen. Ich so, oh, was für ein Match, Alter, kannst du mal connecten Und dann hat Philipp eine Nummer geschickt und dann habe ich mich mit ihm, mit Robert getroffen mit den Jungs vom Pangea Festival. Die sind nebenan. Also kennt ihr ... Ja,
25:51 Moritz Blees: das About You Festival.
25:53 Fynn Kliemann: Alex und so sind Freunde von mir und dann habe ich die angerufen, weil die kennen ihn auch gut und dann sind wir zusammen zu ihm zum Erdbeerhof gefahren, das war echt so ein Match made in heaven, wir haben uns halt super, super, super gut verstanden sofort, er ist halt ein, er ist einfach geil, er ist so so schnell im Kopf und kann Dinge realisieren, die sonst keiner irgendwie auf die Straße bringen würde und er hat jetzt auch eben so eine, So eine krasse geile Größe, dass du wirklich fast alles machen kannst, was du willst. Und er schafft irgendwie, natürlich auch dann irgendwie mit finanziellem Background, den er sich in den letzten Jahren erarbeitet hat hat dann wirklich mal echt, okay, das muss halt fertig, ist scheißegal jetzt, wir müssen das jetzt fertig machen. Und bei vielen Leuten geht dann Puste aus und Robert zieht dann durch. Und das finde ich halt voll geil, da war dann schon, fand ich sehr bewundernswert und ich glaube... Weißt du, wenn du in den ersten zehn Minuten irgendwie 500 Ideen hinterher spielst, die sagst, ey das müsstest du machen. Und sagt mir, aber das müsstest du machen. Und ich so, oh, voll geil, gleich notieren. Aber warum machst du nicht das? Er so, oh, wie geil, schreib ich mir auf. Wenn es so ist, dann weißt du, okay, das funktioniert irgendwie gut. Und dann durfte ich, ich weiß nicht, haben wir uns verabredet für ein zweites Mal. Und da bin ich in sein Lager, durfte ich in sein Lager. Der hat mehrere, aber eins davon für so alte Requisiten und so. Und das war natürlich mein Traumland. Und dann durfte ich da so Sachen mitnehmen. Im LKW und gesagt, ey, brauchst du das noch? Er so, ach Gott
27:12 Moritz Blees: ja, nimm mit. Kurz vielleicht Kontext für die, die nicht wissen, was Karls Erdbeerhof eigentlich ist. Also Karls das sind diese großen Erdbeeren die in ganz Norddeutschland überall rumstehen. Ich glaube, einer der größten direct-to-consumer-Erdbeerverkäufer Ich glaube, sogar der Welt. Und dann hat er quasi mehrere, ich würde es Themenparks nennen, um die Erdbeere gebaut, wo du halt so als Familie hinfahren kannst. Ich glaube, jeder, der Kinder unter fünf hat in Norddeutschland, war schon mal in so einem Ding. Und da gibt es dann verschiedenste Fahrgeschäfte und verschiedene andere Aktionen wie du halt Kinder zum Interagieren irgendwie mit diesen Sachen bringen kannst. Und so seid ihr dann wahrscheinlich auch zusammengekommen.
27:49 Fynn Kliemann: Genau, aber primär einfach so, weil wir den Hof hatten wir ja vorher auch schon. er kannte das, er fand das irgendwie cool. Der hatte sogar auch schon am Wochenende auf, der war halt noch nicht so richtig durchstrukturiert. Und wir haben da auch irgendwie, ja, also jedes Wochenende hat nicht sehr viel Geld gekostet wir haben dabei nichts verdient und so. Und das ist dann schwierig, das langfristig auszubauen. Deswegen mussten wir das so ein bisschen switchen und halt drehen und irgendwie dann Dreh reinbekommen, ohne dass es Eintritt kostet. Und das macht Robert ja auch. Apple-Wolfel kosten 0 Euro Eintritt. Und da war auch schon so ein Match, dass ich gesagt habe, okay. Da geht es natürlich, okay, welche Warenwirtschaft benutzt ihr, wie macht ihr das, wie kommt ihr rein, wie kommt ihr raus, trackt ihr die Leute und so weiter. Und ich habe einfach eine Trillionen Fragen. Und er weiß alles. Und das ist halt so krass Die meisten Unternehmer... Die wissen ja überhaupt nicht, wie das unter der Haube aussieht. Keiner kann dir sagen, wie sind irgendwie, keine Ahnung, Renditen bei den Produkten. Du kannst da reingehen in den Laden und sagen, was kostet diese Hundeleine mit einer Erdbeere drauf im Einkauf? Der weiß jeden Artikel. Die haben 10.000 SKUs oder so, ne? Das ist wirklich geisteskrank. Der weiß für alles, alles. Und deswegen ist er halt die krasseste Knowledge Base, die ich jemals gesehen habe. Und die habe ich dann, seit Jahren zapfe ich die an. Und ich glaube, ich kann ihm hoffentlich hier und da mal mit einer guten Idee helfen. Oder sagen, ich bin dann halt super ehrlich und sage, weißt du was, diese Strandmatten die sehen einfach nur billig aus. Alter, lass die weg. Dann macht er das manchmal. Und das finde ich halt auch geil, weißt du, dass man dann hingeht und einfach so hin her spielt und sagt, ey, weißt du, was ich cool finde? Das wäre so krass. Und dann befruchtet sich das ein bisschen gegenseitig Naja, und so hat es dann irgendwie angefangen, dass ich gesagt habe, ich will fürs Kliemannsland Evolutionsstufe 2 quasi zünden so da am Anfang. Und dafür brauchten wir Geld. Und dann hat sich in dem Zuge halt der andere Partner, also die Produktionsfirma, mit der ich das ursprünglich gegründet habe, gesagt, okay, wir sind raus, wir müssen uns um unser Business kümmern. Und dann kam Robert und hat die Anteile übernommen.
29:43 Feliks Eyser: Ist er immer noch Shareholder?
29:45 Fynn Kliemann: Jaja genau.
29:46 Feliks Eyser: Ich habe den einmal getroffen, das war auch faszinierend, der Niki Bolle hat uns connectet der uns auch introduced hat, also Shoutout an Niki und da haben wir den Robert auf seinem App-Beruf, auf einem seiner App-Berufe da besucht und ich fand es so faszinierend, der macht so Management bei Foto-App, das habe ich noch nie gehört, der läuft die ganze Zeit durch diese Parks durch und macht Fotos und verschickt denen WhatsApp, der hat uns seine Camera-Roll gezeigt, der hat da 100.000 Fotos pro Jahr, wo er sagt, hier guck mal das muss angestrichen werden, hier guck mal, das ist nicht gut, guck mal hier, dann macht er eine USA-Reise mit seiner Family, geht da in 20 verschiedene Teamparks wahrscheinlich, macht wieder 50.000 Fotos und sein Team kann da wieder ein Jahr lang irgendwas bauen. Mega faszinierend.
30:23 Fynn Kliemann: Ich glaube, man kann sich da viel von abgucken und auch vieles davon ist für mich immer noch unvorstellbar, wie das geht. Also die haben dann irgendwie quasi vier Assistenten auf 24-7 abgerufen, die kümmern sich halt dann immer sofort um jede Idee. Wünschte ich mir auch, aber unrealistisch. Aber zum Beispiel hat ich gestern mit meiner Assistentin gesprochen, also ich habe, Anja, die arbeitet jetzt seit sieben Jahren bei mir, hat quasi die gesamte Reise mit begleitet. Ich habe irgendwann, als ich den ersten Kontrollverlust hatte, so gemerkt, okay, ich brauche Hilfe und seitdem ist die da. Und mit der habe ich gerade darüber gesprochen, meinte sie, ey, Anja, willst du nicht mal Und du machst auch schon oft das Gleiche du musst mal irgendwas Neues machen, was möchtest du machen? Und sie so, ja ich weiß nicht, ich würde gerne mal hier, hier, hier, hier und hier reingucken. Und eine Station ist halt auch Robert. Und dann halt Team von den Assistenten zu werden für ein, zwei Wochen, einfach mal reinschnuppern. Das finde ich irgendwie geil, auch geil von ihr, dass sie sagt, weißt du, Musikbranche, Tourmanagement, Vergnügungsparkbau, also auch alles, was ich mache, aber dann halt bei zehnmal größeren Kalibern reinzugucken, wie arbeiten denn die, damit sie halt auch vorbereitet ist und irgendwie frischen Wind hat. Ich glaube, das ist eine gute Idee, finde ich super von ihr.
31:34 Moritz Blees: Feliks und ich versuchen mit Founder Mode jede Woche Insights für die Community zu generieren. Wir ernähren uns dabei rein von Zuspruch und Zuneigung, den ihr uns geben könnt, indem ihr jetzt eine Bewertung beim Podcast Player eurer Wahl da lasst Vielen Dank.
31:50 Warum Unternehmer Manager brauchen
31:50 Feliks Eyser: Hast du so einen COO oder so eine Person, die hinter dir die Projekte zusammenkehrt und strukturiert und irgendwie eine Excel-Liste hat und ein Klemmbrett oder was auch immer? Guck dass hinterher mehr Geld da ist als vorher.
32:00 Fynn Kliemann: Ja genau, also nie habe ich jetzt das erste Mal, also wir haben jetzt seit zwei, drei Monaten COO im Kliemannsland eingestellt. Dringend notwendig extrem überfällig. Da bin ich ja dann auch nach dieser Krisenzeit irgendwie so als... Geschäftsführer wieder zurückgekommen, hab die ganze Bude einmal auf links gedreht weil das war dringend notwendig. Genau, und dann ist es ja, wie es immer ist, dann bist du der kostengünstigste Mitarbeiter in der Position gerade, also nimmst du dich und also war ich da jetzt drin. Ich glaube, ich bin da wirklich nicht der Beste für. Das ist so. Also ich bin auch nicht ein absolut zahlengetriebener Mensch. Mich interessiert wie wir gerade schon besprochen haben, die Funktionalität hinter dem Ding. Aber unternehmerisch so auf ... ... financial und operative Level bin ich nicht besonders gut. Ich bin nur gut da drin, halt jeden Tag irgendwas Geiles, Neues ... auszudenken und zu sagen, das wäre krass. Und dabei die große Vision nicht zu vergessen. Aber so micro, den ganzen Tag die Leute irgendwie zusammenzuhalten ... ... auch gute Stimmung ... Das müssen offensichtlich andere machen, habe ich jetzt auch gemerkt.
32:59 Feliks Eyser: Ja, und das ist ja auch so eine Erkenntnis als Unternehmer. Ich glaube, am Anfang denkst du, gründest du irgendeine Firma und dann denkst du, man muss irgendwie jede Rolle gut können und das irgendwie alles vorleben und so weiter bis dann irgendwann die Erkenntnis kommt, nee, es gibt andere, die machen das einfach viel besser. Und was du gerade beschrieben hast diese positive Energie reinbringen, neue Ideen Expansion komm, was kostet die Welt, also was nach vorne zu treiben, diese Energie zu haben, das ist ja schon mal das Allerwichtigste und in der Regel kommt das ja nicht Hand in Hand mit ich bin in der letzten Nachkommastelle in der Excel irgendwie drin und baue den Prozess so, dass er wirklich funktioniert, das sind ja einfach ganz andere Profile. Also bei mir war das meine Reise, habe ich im dritten Jahr einen CEO eingestellt, der wichtigste Hire der ganzen Firma, weil ich dann quasi Außenminister war, eher Innenminister und da quasi das Chaos so eingedämmt hat oder die ganzen neuen Themen, dass es halt auch funktioniert. Und das muss man ja nicht selber machen. Das war für mich dann irgendwann die Erkenntnis, Nee, ich muss überhaupt kein guter Manager sein.
33:50 Fynn Kliemann: Genau, man muss sich das natürlich leisten können, daran scheitert es super oft, dass du sagst, gute Leute sind teuer und dann hast du überhaupt generell jemanden einzustellen in so einer Situation, wo es dir irgendwie nicht gut geht, weil du innerliches Chaos hast sozusagen, also auf unternehmerischer Basis oder Ebene. Ist natürlich dann voll schwer zu sagen, jetzt gebe ich nochmal irgendwie 6.000 Euro im Monat dafür aus, dass jemand jetzt hier irgendwie anfängt oder sowas weißt du? Dann sagst du eher, ich muss das jetzt irgendwie selber lernen, weil ich kann mir das einfach nicht leisten. Und das ist die eine Wahrheit Die andere ist, glaube ich, dass man natürlich eigentlich… Ja, man muss nicht alles können, man muss das natürlich alles in irgendeiner Form verstehen können und sich einfach rausziehen und sagen, ich bin irgendwie absolut majestätischer Spinner den ganzen Tag, ich bin hier Walt Disney und laufe, genau. Und ich finde es halt so krass einfach, wie viele Leute so sind, die sagen halt so, ich bin der Visionär und folgt mir alle und Geld ist egal und so, das ist, also komischerweise sind viele Leute, die ich irgendwie krass finde, sind so und das hat auch irgendwie dann funktioniert und mein, also ich habe viel zu viel Bezug zur Realität, also ich kann auch selbst, wenn ich eine Idee habe, dann denke ich ganz oft so, okay, wie würde man sie denn jetzt umsetzen? Und wenn du das schon überlegst, das interessiert Visionäre Die sagen, weißt du was krass wäre, das muss jetzt einfach so, also ich möchte das irgendwie so. Das muss so und das muss so und dann sagt jemand, wie soll das gehen? Ja, ist mir doch scheißegal, das ist doch dein Job. Ich muss mich jetzt um die nächste Sache kümmern. Und ich glaube, sehe ich halt viel im Alltag, dass auch Companies so funktionieren und finde das voll spannend und irgendwie habe ich das Gefühl, das könnte der Schlüssel sein zu dieses Enablen von unfassbaren Ideen. Das fehlt mir aber, weil ich halt ganz oft dann denke, okay, das wäre so krass, lass uns jetzt hinsetzen und überlegen, wie wir das hinbekommen. Und dann bin ich halt im gesamten Prozess und überlege, okay, wo kriegen wir das Teil her? Sowas. Berechne die Reißfestigkeit von irgendwas und schau ob das dann auch hält und so. Und da ist natürlich extrem viel Zeit drin verloren gegangen. Und dann merkst du richtig oft, das geht gar nicht, so wie du das vorstellst. Und dann machst du Abstriche und das ist auch schlecht. Also, wie ist da euer Take? Sollte man komplett blind rumspinnen Und einfach nur sich in eine Position reinarbeiten, der man sich Leute leisten kann, die das aufräumen oder sollte man halt den Realitätsbezug behalten und versuchen bei allem irgendwie auch Mikro-Management-mäßig weiter dabei zu bleiben?
36:15 Feliks Eyser: Ich glaube, du brauchst schon beides. Ich glaube, du brauchst beides, aber ich glaube, es sind unterschiedliche Fähigkeiten. Ich glaube, du brauchst zwei unterschiedliche Räume im Büro. Der eine ist für Brainstorming und Großdenken und lass mal überlegen wie es in zehn Jahren aussieht. Und dann machst du aber irgendwann die Tür zu, nachdem du groß gedacht hast und gehst einmal nebenan und das ist dann Reality Chamber, wo man überlegen muss, okay, wie kriegen wir es denn jetzt hin und
36:35 Moritz Blees: Ja ich
36:36 Feliks Eyser: glaube, die Disziplinen brauchst du schon bald. Also mir
36:38 Moritz Blees: gefällt diese, so Elon Musk kannst du auch auf viele Weisen kritisch sehen, sollte man auch, aber die eine Sache, die mir wirklich gefällt in seinem Denken, ist dieses First Principle Denken. Also wenn wir alles ganz zurückgehen, was ist quasi die physisch notwendige Bedingung warum etwas scheitern müsste? Und wie finden, wie kriegen wir es hin, dass wir darum rumbauen können? So, also du nimmst die gesamte Komplexität von irgendeinem Problem, was du nicht gelöst bekommst und überlegst, was ist eigentlich die eine Make-or-Break-Sache, dass wenn ich dafür eine Lösung finde, dann wird der Rest irgendwie klappen. Und das ist das, wo ich das Gefühl habe, dass man als Unternehmer sich dann um diese eine Sache kümmern sollte und um die ganzen anderen Unternehmen nicht. Also du hast irgendein Problem, wo du einfach weißt, an dem wird es scheitern, eigentlich bei allem. Und wenn du dafür eine Lösung findest, und da musst du aus meiner Erfahrung schauen Also Problem du an es scheitern Und wenn du dafür eine findest Aber das ist so der Aspekt.
37:33 Feliks Eyser: Und ich finde, man braucht aber auch eine Person, die so der ganzen Gruppe die Erlaubnis gibt, auch groß zu denken. Mir fällt wieder Mr. Beast ein, über den wir neulich mal gesprochen haben. Der hat ein Video den Eiffelturm gemietet und gesagt, ey, wir wollen hier ein Video auf dem Eiffelturm drehen, wir wollen den Eiffelturm mieten. So, besorg mal den Eiffelturm, hat er irgendwie seinem Typen gesagt. Und hat der angerufen, hat gesagt, hier, Eiffelturm kriegen wir nicht. Er hat gesagt, okay, aber das reicht doch jetzt nicht, da einen Anruf zu tätigen, bis mir der französische Präsident verboten hat, den Eiffelturm zu kriegen. Deswegen akzeptiere ich das nicht. Wir rufen jetzt den Kulturminister an oder den Bürgermeister oder wen auch immer, der Eiffelturm steht da, da sind Leute drauf, wir haben Geld, wir werden doch irgendwie in der Lage sein, dieses Ding zu besorgen. Und hat sich quasi nicht erlaubt dieses Nein zu akzeptieren. Und das ist ja auch so eine Unternehmerqualität, zu sagen, nee nee nee wir akzeptieren nicht, wenn uns jemand sagt, wir kriegen diesen Eiffelturm nicht. Und heute gehst du auf YouTube und siehst das Video, wie er dieses Ding gemietet hat. Natürlich geht das. Das ist in dem Fall auch eine Frage von Geld. Ich glaube, er hat irgendwie 100.000 gezahlt oder so für ein paar Stunden. Das ist natürlich dann auch eine Frage von Ressourcen. Aber du musst halt auch diese Erlaubnis haben, groß zu denken.
38:34 „Im Kliemannsland schlägt Idee immer Geld“
38:34 Fynn Kliemann: Voll aber ich glaube auch gleichzeitig, das war auch immer so ein Principle, so im Kliemannsland schlägt die Idee immer irgendwie Geld. So, jede gute Idee kann es schaffen, sozusagen Financial Overload auf einer gegenüberliegenden Seite zu schlagen. Und auch besser zu sein als das. Und schneller zu sein, effektiver zu sein und so. Und das ist der tägliche Anspruch in diesem Haufen, weil der kommt ja daher, dass wir nichts hatten. Wirklich, dieser Ort war leer. Das ist jetzt irgendwie sechs Jahre her, sieben Jahre her oder so. Wir hatten nichts. Wir hatten irgendwie einen Hammer von meinem Vater, Und irgendwie so ein keine Ahnung, ein Inbus-Set. Das war's. Und den ganzen Rest, den haben wir uns dann halt gebaut aus irgendwas. Irgendwie natürlich auch mal geliehen und irgend so ein Scheiß Wir hatten halt einen Riesenhaufen Schrott. Und diesen Schrottplatz, den gibt es bis heute. Das ist sozusagen unser Universallager, aus dem wir alles bauen und entwickeln. Und das ist das, was wir auch verkaufen, wenn jemand zu uns kommt. Wir können dir alles bauen. Wir können dir jede Art von, naja, Entwicklung, außer sie ist irgendwie physikalisch unmöglich, können wir sie errichten, können wir sie erstellen. Wir hatten dann so einen Anruf nur als Beispiel. Ruft jemand an und sagt, wir haben so eine, Produktionsfirma und wir haben einen Film gemacht oder drehen jetzt einen Film, da drin steht im Drehbuch steht drin, dass jemand mit einem Cybertruck durchs Bild fährt. Den gibt es aber in Europa nicht. Wir brauchen in drei Wochen einen. Könnt ihr einen bauen? Ja, klar. Und dann haben wir halt in drei Wochen einen Cybertruck gebaut. Sieht natürlich nur so aus, aber wir haben irgendwie Edelstahlbleche gebogen, wir haben die ganze Form nachgebaut, wir haben irgendwie einen Sack gemacht, was pneumatisch auf und zu fahren kann. Dann hast du irgendwie die Tankklappen die elektronisch auf und zu fahren, das ganze Innenleben neu gebaut, Sitze bezogen, Lenkräder gebaut, das Display eingesetzt, den ganzen Scheiß alles, was du dir vorstellen kannst. Drei Wochen. Und das ist das, was wir tun. Also wir haben nichts... Und wir können alles damit machen und ich finde, dieser Ansatz sozusagen ist unser tägliches Problem, weil wir haben immer große Ideen, Kunden kommen mit großen Plänen, aber kleinen Geldbeuteln und so und das heißt, am Ende hast du immer das gleiche Problem, du hast wenig Kohle und du musst was krasses machen und das schaffst du nur mit der Idee, es gibt sonst nichts anderes, was das ermöglicht. Das heißt, sich hinzusetzen und da zu überlegen, ist ja der Spaß des Alltags und das Einzige was diesen Hof noch am Leben hält, sind gute Ideen jeden Tag. Und dann finde ich natürlich die... Von der Idee zur Umsetzung sozusagen, dass es dann verschmolzen ist. Du sagst, okay, die Idee funktioniert nicht, weil, so, da brauchst du eine andere.
39:30 Cybertruck in 3 Wochen gebaut
41:04 Fynn Kliemann: Und da drin steckt die Kraft. Ich glaube, Moritz hast du voll recht, dass es immer die eine Sache gibt, wo man sagt, okay, wenn das nicht geht, das müssen wir jetzt alles testen, dann können wir direkt absägen und müssen was anderes machen, so. Das ist ein anderer Weg einschlagen.
41:14 Feliks Eyser: Was kostet so ein Cybertruck, wenn ihr einbaut?
41:18 Fynn Kliemann: Ich weiß den Preis gar nicht mehr. Also weniger als der Originale auf jeden Fall. Obwohl es eine Einzelanfertigung war. Ja, vielleicht die Hälfte von Moritz. Erzähl
41:28 E-Buggy mit Straßenzulassung – die verrückte Story
41:28 Feliks Eyser: mal von eurem, du baust ja noch so ein E-Auto, oder? Was so irgendwie mit Straßenzulassung und so weiter Habe ich mitgeschnitten Was ist das für ein Projekt?
41:34 Fynn Kliemann: Ja Mann, ey, das ist auch so eine Scheiße ey. Also, die Idee war ursprünglich nur als Spielzeug gedacht, fürs Kliemannsland ein E-Buggy zu bauen. So ein kleines Fahrzeug was da rumfahren kann.
41:47 Feliks Eyser: Damit die Kids da ein bisschen rumpacen können auf dem Hof quasi.
41:50 Fynn Kliemann: Genau, also haben wir dann auch, ich hab mal so Testdinger bei Alibaba einfach bestellt, hergebracht und dann haben wir da ein bisschen rumgebaut und haben dann irgendwie, keine Ahnung, Anfahrtskurven verändert und all sowas ein bisschen rumgetüdelt, aber scheiß Akkus, kack Antriebsmodule, viel zu viel Plastik dran und Kabelscheiße verlegt und auch zu viel Technik braucht man alles nicht. Dann haben wir das halt schon quasi gestrippt und haben gesagt, okay, was wäre, wenn wir dieses Teil jetzt weiter reduzieren würden und dann sind wir nachher auf so ein Basismodell gekommen, das ist halt super, super super lean, da ist nichts mehr dran und Das war sozusagen der Ausgangspunkt. die witzige Geschichte ist, als wir diesen Cybertruck, von dem ich gerade erzählt habe, gebaut haben, das war natürlich so Tag-und-Nacht-Arbeit. Drei Wochen waren wir immer alle da, haben da gepennt und so. Und dann irgendwann auf dem Samstag war ich da um, keine Ahnung, was weiß ich, 19, 20 Uhr. Da kommt so ein Typ mit so Schlappen in die Werkstatt rein. Und normalerweise ist das zu. Also du kannst da nicht rein. Du kannst auf den Hof, ja, aber du gehst da nicht rein. Kommt so ein Typ rein und wuselt da die ganze Zeit um diesen Cybertruck rum. Und irgendwann meinte ich so ey, du, ich will auch nicht böse sein und so, aber ... Wir müssen hier arbeiten. Er sagt, ey sorry, ich wollte gar nicht stören, ich mache nur auch was mit Autos, deswegen wollte ich mir das mal angucken, es sieht voll spannend aus. Ich sage, okay, beim Rausgehen, ich habe ihn schon quasi so aus der Tür rausgeschoben. Ich sage, was machst du denn? Er sagt ich war Chefdesigner bei NIO und habe jetzt die Schnauze voll von Automotive, ich gehe jetzt irgendwie wandern in Peru und muss jetzt ein halbes Jahr den Kopf freikriegen. Ich sage, ach so krass NIO, okay. NIO ist eine
43:18 Feliks Eyser: chinesische Automarke, oder?
43:20 Fynn Kliemann: Genau. Ja, es sozusagen, also sie sind riesig riesig riesig Es ist in Deutschland auch viel zweiter Player nach BYD, glaube ich. Und der hat das europäische Geschäft mit der Übersetzung sozusagen der Fahrzeuge für den europäischen Markt gemacht. Und Automotive hat so die unangenehme Weiß ich nicht, also offensichtlich Eigenschaft, dass sie jeden Menschen, der da drin tätig ist, für fünf Jahre danach irgendwie in die Klinik bringt. Und gerade jetzt, weil jetzt die Zeit halt gerade so heftig wie noch nie, Preisdruck des Todes und so. Naja, er ist auch ein bisschen unter die Räder gekommen und ist dann halt auch da wandern gegangen und so und hat dann gesagt, ey, ich hab dir nämlich von meinem Buggy erzählt. Wenn du wieder da bist und Kopf frei hast, ich möchte das gerne machen, melde dich mal bei mir. Hat er tatsächlich gemacht, ein halbes Jahr später war er wieder frisch und meinte so, lass machen, ich hab da Bock drauf, das klingt cool. Und dann hatte ich halt ihn an Bord und über ihn dann halt so ein riesen Automotive-Netzwerk. Jungs von BMW und all diese krassen Menschen, die normalerweise 1500 Euro die Stunde nehmen, wenn sich für irgendwen da so ein Design skribbeln Und die hatten alle Bock auf das Thema, weil sie gesagt haben, also das, was ich sozusagen initial klein gedacht habe, haben wir dann alle zusammen sehr groß gedacht und haben gesagt, was ist, wenn wir ein alternatives Fortbewegungsmittel Erschaffen mit Straßenzulassung für unter 3000 Euro. Das war sozusagen Goal. Wie könnte man das machen? Hat natürlich kein Dach, hat natürlich keine Scheibe, aber ist wie ein Mofa, aber du kannst halt mit vier Leuten damit fahren. kannst was transportieren Und darf auf der Straße
44:42 Moritz Blees: fahren, ne? Also es hat eine Straßenzahl, das ist die Aufgabe.
44:44 Fynn Kliemann: Das war Endziel. Ja genau. Und dann hab gesagt, ey, das kann doch nicht so schwer sein. Haben dann irgendwie... Also dann kam natürlich großes... Das war dann geil, weil es gab dann, das war sozusagen frische AI-Zeit da war alles gerade neu so da gab's halt all die Tools. Das heißt, wir haben angefangen irgendwie Rechtsgrundlagen in LLM zu packen und zu gucken, okay, wo gibt's Schlupflöcher, wie wir quasi Straßenzulassung für ein Fahrzeug bekommen, was eigentlich ein Auto ist, aber was eine Mofa-Zulassung bekommen soll. So. Und dann haben wir halt analysieren lassen, okay, was ist, wenn wir halt keinen Stuhl bauen, sondern halt so einen Sitz wie auf einem Mofa so einen Sessel, wie heißt das? Ja doch, so einen Mofasitz nehmen in deinem Auto. Also solche Hacks. Und dann unsere Regelwerk zusammengebaut, nach welchen Kriterien wir quasi einen Mofa bauen, weil das viel einfacher ist. Mit viel Sitzen. Mit viel Sitzen, genau. Und dann haben wir angefangen dann kamen halt diese ganzen geilen Sachen. 2D zu 3D, AI-Tools. Also Sachen, die uns unfassbar unterstützt haben. Normalerweise würde so eine Initialentwicklung, wir haben den komplett from scratch gebaut. Was brauchen wir für Übersetzungen, Antriebe, Batterien? Welche Leistungen müssen Lithium-Akkus haben? Dann komplettes Sourcing, das geht ja primär in China. Also da geguckt halt, wo kommen die Akkus her, wo kommt der ganze Scheiß her? Die haben natürlich alle so semi-Bock auf jemanden der irgendwie erst mal 10 Buggys bauen will. Und dann ging es halt relativ schnell von, okay, wir spielen ein bisschen rum zu, wir brauchen eigentlich eine halbe Million Euro, um irgendwie lose für Lithium-Akkus zu kaufen. Also los kaufst du quasi, um große Mengen zu importieren.
46:13 Finanzierung, Prototypen & Rückschläge
46:13 Moritz Blees: Was machst du dann? So, jetzt du brauchst eine halbe Million Euro, wo gehst du jetzt los und holst dir eine halbe Million Euro? Weil das ist ja Problem, das viele Unternehmer haben. Jetzt hast du die Idee und du glaubst du kriegst es hin. Und du brauchst Geld.
46:24 Fynn Kliemann: Genau, wir wussten nämlich noch nicht ganz genau, ob wir das hinbekommen. Und saßen dann zusammen und ich hatte immer mehr ... Zweifel weil den ersten Prototypen, den wir gebaut haben, wir haben dann einmal wirklich hands-on, das Ding bauen, hinstellen ausprobieren. Und die waren echt scheiße. Also die waren so richtig scheiße. Also optisch cool, aber wir haben schon gemerkt, okay, so in Europa das Ding zu produzieren, also wir wollten ja, mein Traum war, im Kliemannsland ist so eine Glasscheibe an der Seite, da kommt vorne quasi Material raus und hinten, also rein und hinten kommt ein Buggy raus. Und du kannst quasi in die Produktionsstätte einfach Roboter und die bauen das, weil wenn du auf Roboter-Ebene gehst, dann hast du nicht mehr diese Labor-Kost-Geschichte und kannst sagen, kannst du halt auch hier machen. Und die Roboter kosten eigentlich überall mehr oder weniger das gleiche wenn es nicht so viel Terrace gibt. Und dann haben wir gesagt, okay, dann lass uns doch eine Produktionsstätte hier bauen. Das bedeutet, dann haben wir das schon mal runter und können dann hier immer weiter total agil an Sachen rumfummeln Das war so ein bisschen die Idee. Und dann haben wir aber gemerkt, okay Wie wir es drehen und wenden, wir kommen nicht unter 7.000 Euro für die Produktion. Und dann haben wir natürlich, wenn du jetzt irgendwie höher kommst, dann musst du 10, 12, dann bist du schon wieder da, wo alle anderen sind. Das macht irgendwie keinen Sinn. Dann haben uns angeguckt, okay, wir müssten noch weiter reduzieren und so weiter. Lange, lange Geschichte. Dann ging es darum, da haben wir diese halbe Million Euro, was du gerade gesagt hast, reduziert und haben gesagt, wenn wir das jetzt ein bisschen runter machen und ganz viele Sachen, die wir eigentlich prüfen würden, noch nicht prüfen. Dann bräuchten wir so 250. Und die hätte ich irgendwie selber gestemmt. Und bevor wir die dann da wieder reingesteckt haben, saß ich bei uns im Büro mit Heiko zusammen. Das ist der Gründer von CoaWach. Kennst CoaWach?
48:08 Moritz Blees: Ja, kenne ich klar. Ich kenne auch Heiko.
48:11 Fynn Kliemann: Ja ach so, cool. Ja, guck mal, Heiko war da und der hat zufälligerweise einfach im Kliemannsland gearbeitet. Das machen viele einfach so. Die hängen da mal rum und sind einen Tag da und arbeiten von da Homeoffice-mäßig. Und der war da und hat sich das so angehört wie ich mich mit Markus, das ist der Typ von NIO, darüber gestritten habe, wie viel Geld wir investieren müssen, was wir jetzt alles noch machen und worauf wir den Fokus legen. Und der meinte so Jungs, lasst mal eben eine halbe Stunde kleine Sitzungen machen, weil ich glaube, das könnte euch helfen. Und dann hat er uns so ein kostenfreies Coaching gegeben und hat einfach nur gefragt, warum wollt ihr das eigentlich, warum wollt ihr das eigentlich und so weiter. Und dann kam hintenbei raus, was eigentlich die innere Motivation für dieses ganze Projekt war und dass dieses Invest sozusagen extrem verfrüht für eine falsche Sache gewesen wäre. Und er hat gesagt, weißt du was, bestellt euch einfach nochmal ein Sample, was viel näher an dem ist, was ihr haben wollt in China und dann testet ihr mit dem Produzenten ob er das nicht quasi in Serie machen kann, dann kommt ihr in ein ganz anderes Preisniveau. Und das kann man dann immer noch weiter verbessern und halt einfach Anbauteile von uns dran machen. Und unser Design daran , genau genau. Echtes Rapid-Prototyping, was man in Deutschland halt nicht hinkriegt so. Und dann haben gesagt, okay, machen wir so. Dann ist Markus nach Shenzhen geflogen, hat da Produzenten gesourcet und hat dann da jemanden kennengelernt, mit dem wir uns eine tiefere Kooperation vorstellen konnten. Dann haben wir bei dem Kurzfassung 20 Buggys und ein paar Motorräder bestellt und seitdem ärgere ich mich seit fast fucking zwei Monaten mit diesem verschissenen Import-Thema. Die Kacke steckt in Hamburg fest. Und die glauben uns halt seine CE-Zertifizierung nicht. Die gibt's aber. Also die existiert. Dafür gibt's Dokument, wir haben alles, alles eingereicht. Und es gibt eine Konformitäts Vermutung eigentlich in Deutschland. Das bedeutet, normalerweise gucken die sich ein CE-Zeichen an, gucken sich Papiere an und sagen, okay, wenn ihr meint, dass das sauber geprüft wurde, dann ist das in Ordnung. Wurde es ja. In diesem Fall sagen sie, wir lassen keine Ware aus China zu, weil wir denen nicht glauben, dass die CE-Zertifizierung echt ist. Und ohne Ernennung von Gründen, das können die machen. Also sozusagen die letzte Eskalationsstufe davon, da können die sagen, wir glauben dir das nicht, ihr müsst die Compliance-Geschichte neu machen in Deutschland und eine neue CE-Zertifizierung für das Ding machen. Und da war ich schon so, okay, dann machen wir das. Wo fangen wir an? Und dann haben die gesagt, naja, alles halt. Jede Schweißnaht, die Batterie, jedes Kabel, Gaspedal, Lenkrad, Sitz, alles braucht jetzt CE-Zertifizierung, in Deutschland neu geprüft. Und wenn die eine Sache finden, dann ist das Thema vorbei, geht das nicht raus.
50:45 Fynn Kliemann: Und dann habe ich mit sehr vielen Leuten gesprochen, die früher beim Zoll waren, Menschen, die da gearbeitet haben und so. Du kannst ja Dienstleister besorgen, die das machen. Und die haben alle gesagt... So
50:54 Moritz Blees: TÜV Rheinland oder so, macht doch sowas Genau,
50:56 Fynn Kliemann: die können das auch machen, genau. Und die haben gesagt, ey, Tipp, lasst es. Einfach in die Presse schmeißt den Kram in die Presse, ist verloren. Können nicht mehr machen. Der einzige Weg, das zu importieren, jetzt pass auf, ist chinesische Ware über Rotterdam zu importieren, weil der Hafen gehört den Chinesen da geht das durch. Oh wow. Und da war es halt für mich so, okay, Leute, okay, worüber reden wir hier eigentlich gerade? Das hat nichts mit Qualität zu tun, das hat nichts mit irgendwas zu tun, das ist Politics, das ist Bullshit und das macht keinen Spaß. Weil es war wirklich viel Zeit und jetzt habe ich mit dem Produzenten halt irgendwie einen Deal gefunden, wie er das Ding irgendwie nach Marokko ausweist, da geht es natürlich durch, überall geht es durch, nur in Deutschland nicht, hier ist gerade regelt kann ich chinesische Ware importieren, Punkt. Das heißt, der Ansatz ist so ein bisschen, mach das doch einfach selber hier, Haben wir ja schon gesagt, geht irgendwie finanziell nicht so, als dass man dann sich das leisten könnte. Wir müssen eh, also wo willst du Lithium-Akkus herkriegen, außer von da, die musst du sowieso importieren, es geht eh nicht anders. Ja, jetzt ist das ganze Thema halt auch verhaltlich. Und ich weiß nicht, ob das nicht jetzt der Breaker war, weil das war so diese Art und Weise, ich hab gesagt, gib die doch frei, wir benutzen die sozusagen als Veredelungsgrundlage und dann kümmern wir uns um all die Prüfungen im Hintergrund. Aber all das ist so kompliziert, Bürokratie in Deutschland ist, ja, kennen wir alle, ist auch für sicherheitsrelevante Bereiche total notwendig Am Ende sitze ich sowieso, ich hafte eh, diese Buggys fahren im Kliemannsland im Kreis. Wenn da irgendwas passiert, hafte ich sowieso. Das heißt, das ergibt alles keinen Sinn. Wir wollen nicht, dass jemand verletzt wird, kümmern uns logischerweise intensiv um die Sicherheit der ganzen Menschen, die da dann irgendwie bei uns zu Gast sind. Und dazu gehören natürlich auch alle Teilnehmer von diesen Buggys, die da drauf sitzen würden und da im Kreis waren. Aber ey, ja, lange Reise, eins von vielen Problemen
52:51 Feliks Eyser: Ja krass aber irgendwann verlierst du die Motivation, gell? Denkst, okay, scheiße, dann mach ich halt was anderes. Genau, und es gibt dann
52:56 Fynn Kliemann: einfach Sachen, die sind dann einfach schneller und einfacher und machen dann mehr Bock und das ist genau der Grund, wir haben jetzt versucht etwas zu machen, was glaube ich, es gibt ja viele Auswüchse dieses Konzepts wir hatten Solarpanel Ladesäulen, ich habe früher mit Viva Con Agua so Brunnen in den Tübchen gebaut und so und es gibt nicht nur das Problem, Wasser zu erschaffen, sondern es gibt primär das Problem, das Wasser von den bestehenden Quellen dann ins Dorf zu bringen und so. Für sowas wäre so ein Auto halt voll geil. Die Idee war schon, das ist super, super leicht zu reparieren, es ist leicht, es ist einfach zu erweitern. Das war ein Convertible-Konzept du kannst quasi die mittleren Schienen rausziehen aus einem 2er, 4er aus einem 4er 6er machen und so. Der Ersatz fürs Golf-Car, also auch für Festivals. Es ist e-motorisiert, kannst du in Hallen mitfahren, aber eben auch als Taxi benutzen und so. Du kannst aber, weil der Motor so viel Power hatte, damit auch theoretisch auf dem Feld arbeiten und so. Also das hat, das war schon ein großes Konzept und das scheitert jetzt daran, dass wir unsere Bauteile nicht ins Land bekommen zum Beispiel, um daraus dann was Geileres zu machen. Und das scheitert daran, dass man nicht sagen kann, wir testen das jetzt irgendwie, weil wir immer mit dieser Konformität arbeiten müssen, um überhaupt irgendwas ausprobieren zu können. Ja
54:11 Bürokratie: Skatepark, Bebauungsplan und Bauamt
54:11 Moritz Blees: Ja, Fynn, wie weit, weil ich, das, was du gerade erzählst, erinnert mich so ein bisschen, als ich in Vorbereitung irgendwie mir ein paar Sachen angeguckt habe und es gibt so eine Situation, wo du auf deinem Hof stehst mit so einem Absperrband vor der Halfpipe und sagst so, ja die steht jetzt hier zwar, die darf nur keiner benutzen, weil für jedes Foto von jemandem der da drauf ist, zahle ich 8000 Euro, weil das ist amt. Und dann gibt es noch eine andere Situation, wo du in der Küche stehst und sagst, ja, also hier habe ich mich selber beim Bauamt verpfiffen, das war nochmal eine andere blöde Geschichte. Und inwieweit erlebst du so Bürokratie in Deutschland und das, was man da alles an Dokumentation machen muss und so auch einfach als Hindernis für sowohl für das, was du machst, aber auch als Hindernis für das, was Unternehmertum in Deutschland insgesamt ist?
55:01 Fynn Kliemann: Unfassbar anstrengend. Das hat mich früher immer nicht interessiert. Ich habe früher immer gedacht, ich habe auch da Vorträge drüber gehalten, da waren dann viele Politiker und die haben gesagt, ey, was können wir besser machen, damit du hier arbeiten kannst? Dann habe ich gesagt, lass mich einfach in Ruhe. Lass mich einfach mit allem in Ruhe. Je weniger ihr irgendwie nervt desto geiler ist es. Und das ist jetzt ja genau das Gleiche. Und ich verstehe das natürlich immer da, wo du Berührungspunkte mit Sicherheitsrisiken hast, dass man da drauf gucken muss. Total wichtig. Machen wir sowieso. Nur die manchmal ist es halt Willkür. Und da in dem Fall ist es jetzt Willkür, dass jemand sagt, ich glaube dir einfach Zertifizierung nicht oder so. Oder dieser Skatepark. Die Geschichte ist halt, unser Nutzungskonzept im Kliemannsland hat nicht das Wort Skatepark integriert. Das bedeutet... Wenn ich einen Bauantrag dafür stellen wollen würde, würden die reingucken und sagen, okay, was ist die Nutzung von diesem Hof, das steht halt nicht explizit irgendwie drin, dass hier Fun-Sport-Parks erlaubt sind, also ist es verboten. Und dann sagen die, verstehe ich auch, dann sage ich okay, dann ändern wir das. Was muss ich machen, damit ich den beantragen kann? Ja, du musst einen B-Plan, also Bauantrag stellen, also Bebauungsplan für das Ding machen und Nutzungsänderung. Ich sage, ja, let's go. Ja, so, bin ich jetzt seit zweieinhalb Jahren drin. Seit zweieinhalb Jahren. Und das Ding steht da, ne? Der Skatepark steht da die ganze Zeit. Genau, aber unbenutzt. Und das war der Anstoß dafür, zu sagen, okay, ich will das doch hier doch nur genehmigen. Ich will das doch, der ist ja nicht falsch gebaut, der ist auch nicht unsicher oder sowas Der ist einfach nur nicht genehmigungswürdig, weil das ein Bereich ist, wo nicht explizit drinsteht, dass Skateparks erlaubt sind. Bedeutet, ich stelle einen Bauantrag und sage, ich möchte den genehmigen, dann vergleichen die. Die eine Liste, was will ich haben. Die andere, was dürfte ich da bauen. Und sagen, nein. Und um dieses Wort Skatepark, um es jetzt mal richtig blöd runterzubrechen in die Nutzungsbeschreibung reinzuschreiben Das muss da ja nur rein. Dann wäre es ja erlaubt. Dafür muss ich natürlich extrem viele Dinge tun. Naturschutzgutachten, Wasserverdrängung, innere Wasserschutzbehörde und so weiter. Bodenproben nehmen und so. Verstehe ich auch alles. Gib mir all diese Sachen jetzt. Schick mir einfach eine Liste. Ich mach die übermorgen und dann sind wir hier fertig. Und so leicht geht das halt nicht. Dann haben wir das erste halbe Jahr verloren, weil das Planungsbüro, was ich brauchte für diesen Job, durfte ich mir nicht selber aussuchen, sondern das musste mir zugeteilt werden. Das bedeutet, das musste öffentlich ausgeschrieben werden über die Stadt. Hab ich gesagt, ja dann, oh mein Gott, verstehe nicht warum, aber bitte sehr.
57:27 Fynn Kliemann: Dann haben die das aber nicht machen können, weil der Haushalt der Stadt noch nicht beschlossen war. Oh
57:32 Feliks Eyser: Gott.
57:34 Fynn Kliemann: So, und dann hab ich gesagt, okay, was kostet denn dieser Bauantrag? Ja, wissen wir auch nicht, das müssen wir erst ausschreiben. Ich sag, ja keine Ahnung, wahrscheinlich sagen wir mal 40.000 Euro. Ich überweise euch jetzt das Geld, ihr packt das auf euer Konto, dann habt ihr das ja, dann braucht ihr auch den Haushalt nicht, danach gebt ihr mir mein Planungsbüro, überweist denen das Geld und wir sind fertig. Und dann haben alle halt nur gelacht. Und dann hab gesagt, ja, aber wie wollen wir es denn sonst machen? Wenn ihr gerade noch den Haushalt nicht beschlossen habt, könnt ihr ja nun mal nichts freigeben. Ja, exakt. Ich sag, wie lange glaubt ihr, dann braucht ihr noch. Für den Beschluss des Haushaltes. Das kann man nicht sagen. So, und in diesem Modus waren wir halt lange, lange, lange lange. Und da hört's dann auf irgendwann bei mir. Da hab ich dann auch kein Verständnis mehr. Das geht nicht um Sicherheit, sondern das sind bürokratische Irrtümer. Das
58:18 Feliks Eyser: klingt komplett wie Asterix und Obelix in diesem Irrenhaus, wo ihr da von einem... Passierschein A38. Genau.
58:25 Fynn Kliemann: Und weißt du es ist ja so, ich seh das dann immer doppelt kritisch weil wir erschaffen da In diesem Fall... Ein Ort, der ist kostenlos für alle Leute. Und wir schaffen Infrastruktur für Kinder und Familien, die sehnen sich danach und die möchten das haben. Und die Stadt hat das Geld nicht, nicht das Know-how und kann das auch nicht umsetzen, sowas zu bauen. So, und wir machen das kostenlos. Das kostet nichts. Wir pflegen das, wir bauen das, wir kümmern uns um alles, wir betreuen das und so. Und alle Menschen, die vorbeikommen, die profitieren davon, wenn sie vorbeikommen, weil sie das angucken können. Alle wollen das. Und ich darf aber nicht so. Und das ist das, da werde ich dann irgendwann, da hört dann mein Verständnis auf, weil da geht's, wie gesagt, da geht's nicht um Sicherheit und da geht's halt so, seit zwei Jahren fahren wir richtig mit angezogenen Handbremsen Wasserparks bauen, Rennstrecken, Klettersachen. Wir dürfen nichts machen. Und die Leute kommen vorbei und sagen, wo bleibt das Zeug? Ich sage, ja, ich würde, ich darf noch nicht. Ich muss jetzt diesen B-Plan durchbringen. Und
59:20 Moritz Blees: ich gehe davon aus, dass seit diesem Böhmermann-Bericht bist du auch ein bisschen vorsichtiger geworden.
59:26 Fynn Kliemann: Genau, ich habe eben gemerkt, es macht keinen Sinn, sich immer wieder dagegen aufzulehnen. Weil das war ja schon sehr anarchisch, dieser Hof. Das war die ganze Zeit immer Mittelfinger nach außen, fickt euch alle, wir machen, was wir wollen hier und so. Und am Ende ist das halt nicht so. Da kommt das Bauamt eben mit dem Flatterband.
59:42 Feliks Eyser: Erzähl mal, wie du dich selber beim Bauamt angeschmackst hast.
59:48 Fynn Kliemann: Naja, das war schon echt dumm. Also es ist eine, nee, egal. Das war ein Fehler, sollte man nicht nachmachen, was ich da gemacht habe. Du wolltest die Küche irgendwie
59:58 Feliks Eyser: bauen oder sowas.
59:59 Fynn Kliemann: Ja ich habe halt, ja, auch da wieder unternehmerischer Druck. Wir hatten irgendwie große Events. Ab Februar, da musste das fertig sein. Ich habe ja auch nichts Böses im Kopf gehabt, sondern es war so, ich stelle den Bauantrag Aber den stelle ich jetzt und dann fange ich aber schon mal an zu bauen, weil er geht ja eh durch, was sollte den denn daran hindern, irgendwie 20 Quadratmeter eine Küche anzubauen. Du wolltest eine Küche bauen
1:00:22 Feliks Eyser: für dein Restaurant, eigentlich wolltest du nur Bockwurst rausgeben.
1:00:26 Fynn Kliemann: Also ja, ich hatte schon eine Küche, da war schon eine Industrieküche drin, die sollte dann nur größer. Es ging um eine Vergrößerung um 20 Quadratmeter. Nichts nichts Wildes wirklich nichts Wildes. Und dann haben wir den Bauantrag gestellt und parallel hat er angefangen zu arbeiten, also an der Küche, weil ich weiß ja, so ein Bauantrag dauert mindestens drei Monate. Ich musste aber quasi in drei Monaten fertig sein. Das heißt, wir kriegen den Bauantrag rechtzeitig bis dahin hin, aber wenn ich dann erst anfange zu bauen, brauche ich ja sechs. Also mache ich einfach beides gleichzeitig. Und naja, dann habe ich da so ein Avengers-Team zusammengestellt, die sollten sich darum alles kümmern, Brandschutz, keine Ahnung, Elektriker und so. Die habe ich alle in eine E-Mail gehauen und habe gesagt, hier. Und dann habe ich Und Bautrach ist jetzt noch nicht ganz durch, aber gestellt. Hier könnt ihr euch quasi im Verteiler immer alle koordinieren Ich brauche bis dahin alle Daten und so. Naja, und aus Versehen habe ich halt die Chefin vom Bauamt auch ins CC gesetzt bei dieser E-Mail. Du hast transparent gespielt. Ja, und das habe ich natürlich dann auch so verkauft anschließend dass das nur war, um sie zu informieren. Auf jeden Fall da gab es dann schon viele Hiccups und auch viel, ich war dann irgendwann einfach echt wütend, weil das kommt dann von allen Seiten. Der Hof, deine Mitarbeiter und die Kunden, alle beschweren sich bei dir und sagen, warum geht es hier nicht voran? Dann sage ich, ja Leute, ich bin noch dran und so. Und am Schluss entlädt sich das oder hat es sich bei mir entladen in Form von Wut beim Bauamt, weil die für sehr viele meiner Probleme zuständig waren, hatte ich das Gefühl. So weit, dass die irgendwann halt mal durchblicken lassen haben, dass sie halt auch anders können. In dem Fall haben sie dann gesagt, naja, du hast die Küche jetzt ja nicht richtig angemeldet jetzt zeigen wir dir mal kurz, wer hier am längeren Hebel sitzt und haben dann halt Brandschutz fürs gesamte Haus neu geprüft. Zum Beispiel, eins von vielen Sachen, die sie machen können, weil die Küche ist im Verbund mit allen anderen Immobilien, das heißt, die haben den Saal, den Flur, das Café unser Büro, alles neu geprüft und haben dabei auch so ein paar Mängel gefunden, die mich richtig viel Geld kosten und die wir dann halt alle machen mussten. Und dann haben sie gesagt, wenn sie denn wollen, weil das ist ja ein Altbestandgebäude und das hat früher mal, war das okay, jetzt ist das nicht mehr okay. Also mit Brandschutzdecken und Abzüge und alle Fenster austauschen gegen F90-Glas und überall neue Touren rein und Brandschutz-Shutter installieren und neue Feuertreppe und so.
1:02:45 Fynn Kliemann: Dann haben gesagt, ja, okay, okay, okay, machen wir irgendwann. Und die gesagt, nee, nee, das macht ihr jetzt und um dir zu zeigen, dass wir das ernst meinen, dürft ihr nicht mehr in euer Büro. Und dann saßen wir da und haben den ganzen Sommer im Garten gearbeitet. Weil wir das nicht mehr betreten durften. Oh
1:02:58 Feliks Eyser: Gott. So,
1:03:01 Fynn Kliemann: und dann war es irgendwann bei mir so weit, dass ich einen Strauß Blumen gekauft habe und zum Bauamt gefahren bin und gesagt habe, es tut mir wirklich leid, ich habe das verstanden. Ihr habt recht, ich habe Unrecht, ich mache jetzt nur noch, was ihr wollt. Ihr müsst mir einfach bitte nur, lasst uns darauf einigen, ihr sagt mir am Anfang alles, was ihr braucht und dann kriegt ihr das von mir immer alles sofort. Dann würde ich mich voll freuen, wenn ihr das jetzt schnell bearbeitet, aber das habe ich auch nicht in der Hand, habe ich jetzt auch verstanden, ihr macht einfach in eurem Tempo. Ich möchte nur alles wissen und nicht so Häppchen, weil das passiert oft, dass du sagst, das brauche ich, das, hier ist es, ja jetzt brauche ich noch das, okay, hier ist es, gut, jetzt brauche ich noch die zwei Sachen. Ich sage, Leute, wir verlieren hier richtig viel Zeit, wir müssen jetzt mal Gas geben, aber ja, jetzt sind wir wieder aber gut, jetzt sind wir sehr gut, jetzt schreiben wir uns auch manchmal einfach so.
1:03:47 Feliks Eyser: Chixi einen schönen Blumen-Emoji für die Stimmung. Hast du mal überlegt woanders hinzugehen? Also ich meine, das ist wahrscheinlich keine richtige Option, aber das Kliemannsland 2.0 in Texas zu bauen oder so, da kannst du wahrscheinlich einen Skatepark mit einem Flammenwerfer in einem Tag bauen und so viele Lithium-Ionen-Akkus bestellen. Das
1:04:06 Fynn Kliemann: stimmt. Das ist da schon sehr krass. Ich finde Deutschland ja auch cool und ich finde auch irgendwie, ich habe immer das Gefühl, weißt du, mit vielen Sachen, vielleicht ist es auch eine total irrationale Hoffnung, aber dass man sagt, wir versuchen das jetzt mal irgendwie zu machen und alle Beteiligten lernen halt, wie das schneller gehen kann oder effektiver funktionieren kann und für den Nächsten ist es dann besser oder so.
1:04:29 Feliks Eyser: Meinst du es wird für den Nächsten besser oder wird es einfach nur immer schlimmer? Ich
1:04:32 Fynn Kliemann: hab keine Ahnung, also guck mal, ich kenn das ja so von der Musik zum Beispiel, da hab ich dann ja immer so andersartig Releases gemacht, irgendwie, ich hab meine Musik immer nur auf Vorbestellung gemacht und du kannst die halt, die wurden ja nur einmal produziert, dass es nicht so viel Müll gibt und all so Kram, und das sind so Sachen, die hat noch nie jemand offensichtlich in diesem Bereich so gemacht und das hat dazu geführt, weil das sehr erfolgreich war, dass Major Labels dann das auch gemacht haben und haben dann gesagt, okay, das klingt krass das machen wir auch so, guck mal der hat 10 Mal so viel Platten verkauft wie alle unsere Künstler hier, obwohl der niemand ist, keinen Major Power hat, auch keine Kohle für Marketing ausgegeben hat gar nichts, woran liegt das? Offensichtlich an seiner Art und Weise, das zu verkaufen, das machen wir jetzt auch. Und das machen jetzt halt viele, das bedeutet, durch diesen Ansatz, diese Albumsproduktion so umzustellen, bei mir, und dann anschließend der Erfolg bei mir, Haben andere das kopiert und die drehen das große Rad. Die verändern die Welt. Die machen das so, dass bei vielen Leuten, die dadurch dann mehr Erfolg haben als mit ihrem Setup, dann weniger Müll entsteht, weniger Produkte weggeschmissen werden und so weiter. Und dass nur Leute, wirklich auch Fans dafür rewarded werden, dass sie früh genug bestellen und all solche Sachen. Und das hat ja offensichtlich funktioniert und ich versuche die Transferleistung das jetzt auch fürs Bauamt zu machen.
1:05:49 Feliks Eyser: Ich wünsche dir alles Gute dabei.
1:05:52 Fynn Kliemann: Ja ich weiß, ich will das nicht aufgeben. Da sitzen ja auch wirklich nicht blöde Leute. Da sind Leute, die sind jünger als ich und so. Genau
1:05:59 Moritz Blees: ich glaube, Ämter und ich meine das ernst, also auf Behörden zu schimpfen ist ja auch so eine, also die Deutschen sind in zwei Dingen Weltmeister. Erstens in Bürokratie erschaffen und zweitens über Bürokratie schimpfen. So und ähm Und meine These an dem Ganzen ist, das sind ja alles nicht dumme Menschen, sondern wir haben einfach ein krasses Inzentivierungsproblem. Also dieser Mensch bei dem Bauamt, der hat nichts zu gewinnen, wenn er deinen Antrag durchmacht und nur zu verlieren wenn er irgendwas bewilligt wo er im Nachgang für auf die Nase bekommt. Das heißt, der Default-Modus, für den ist immer Nein sagen, weil dann passiert nichts. Zumindest ihm nichts Schlechtes. Und ich glaube, man müsste mal eigentlich die Inzentivierung umbauen. Und auch Leute für Anträge die in der Stadt gegeben worden sind und Vorhaben die irgendwie funktionieren. Oder man müsste sich rechtfertigen dafür, dass man etwas ablehnt. Das sind aus meiner Sicht so Dinge, die man da mal machen könnte.
1:06:53 Fynn Kliemann: Ja oder beziehungsweise einfach, gut, das erhöht potenzielle Bestechlichkeit, aber... Zu sagen, die Leute sind eigenverantwortlich für ihren Bereich. Und das Problem ist, glaube ich... Und natürlich auch Inzidivierung, absolut korrekt, oder eher Strafen auf der Seite, es geht aber auch um diese Hierarchy-Geschichte, du hast halt immer noch einen über dir und der muss immer noch auch Ja sagen und alle zusammen kriegen dann Ärger von dem da drüber und der kriegt wiederum Ärger von dem da drüber oder der da drüber und so und das ist ja das Problem, also ich habe ja mit vielen Leuten von Baum gesprochen und die auch gefragt, warum seid ihr, wie ihr seid und so und da meinten sie, ja, genau wie du sagst, ich kriege den Arsch versohlt, ich habe Sachen durchgebracht, weil ich finde, das muss vorangehen, ich möchte, dass es vorangeht. Und jetzt auch nicht auf Teufel komm raus oder so, sondern so, das ist sinnvoll, das widerspricht nicht extrem vielen Dingen, hier und da ist, sag ich mal, Auslegungssache aber können wir schon machen und diese Person wird dann halt nachher niedergemäht, wenn sie aber Kein Chef, keine Chefin hätte und sagen würde, das ist dein Bereich, mach einfach, bitte sehr. Und morgen sitzt da jemand anders. Dann kannst du nämlich auch, das ist nämlich auch schön, so ein Roulette, du hast einen schlechten Bearbeiter, dann kriegst du einen anderen und der sagt dann ja. Und das gibt es im Bauamt aber nicht, weil die haben immer, oben sitzt immer die gleiche Person. Und schlecht meine ich auch gar nicht schlecht, sondern halt einfach nur jemanden der, da weißt du schon, der hat Bock auf Fortschritt und die andere Person hat halt Bock auf, keine Ahnung, Tradition. Beides total Okay, und dann suchen die sich für bestimmte Bereiche bestimmte Leute raus. Dann können die sich in ihrer Mittagspause natürlich streiten, wenn sie wollen, aber die können sich nicht gegenseitig feuern oder sich irgendwie weinende Smilies in ihr Wochenbuch eintragen oder sowas, weißt du? Sondern irgendwie so. Aber es sollte auch generell einfach per se Bürokratie abgebaut werden. Der Prozess zum Beispiel für diese Genehmigung von dem Bauantrag ist einfach, das kannst du dir nicht vorstellen, also wie viele Gemeinderatssitzungen und öffentliche Beteiligungen es gibt. Es gibt eine vorab, dann gibt es eine echte, dann gibt es eine danach und dann gibt es einen Abschluss. Und das sind immer öffentliche Beteiligungen in dem Sinne, also jetzt einfach vom Zeithorizont, die hängen an Gemeinderatssitzungen. Davon gibt es irgendwie vier im Jahr und wenn einer krank ist, dann fallen die aus. Das bedeutet, verpasst du eine, musst du einfach drei, vier, acht Monate warten und in der Zeit passiert gar nichts.
1:09:12 Fynn Kliemann: Und das finde ich halt krass. Also eigentlich müsste es quasi, ich würde es jetzt mal projizieren Projektzwang ausüben Nennen. Diese Leute in den Positionen sollten für ihre Arbeit bezahlt werden und sobald es jemanden gibt, der irgendwas braucht, sollte eine Sitzung einberufen werden und zwar sofort, innerhalb von spätestens sieben Tagen, egal wo du bist. Und die Leute bei uns im Gemeinderat, die machen das alle ehrenamtlich und da ist das Problem, dass sie sagen, ich sag doch nicht meinen Urlaub ab für die Scheiße. Dadurch vergeht halt unfassbar viel Zeit. Es ist ja nicht, dass so viel gemacht werden muss, sondern es ist dass zwischen den Dingen, die gemacht werden müssen, extrem viel Zeit ist, in der nichts gemacht werden kann. Und das ist unser großes Problem.
1:09:51 Feliks Eyser: Hier ein Hinweis an eigener Sache. Wir sprechen ja immer über spannende Geschäftsmodelle und Business-Ideen, die man umsetzen könnte und haben jetzt alle Ideen über die wir bisher gesprochen haben, Podcast, zusammengefasst in einer Notion-Page also quasi eine Business-Ideen Datenbank und die kannst du abrufen über unsere WhatsApp-Community und zwar unter www.foundermode.show slash WhatsApp. Join the Community. Du kannst dich mit anderen Foundern austauschen über Business-Modelle sprechen. Und auch unsere Notion-Datenbank herunterladen. www.foundermode.show.com Und jetzt zurück zur Episode. Wie wichtig ist für deine ganzen Projekte dein Public Image und deine Reach? Also so wirst du es im Stillen vor dich hinbauen sozusagen. Auf der anderen Seite brauchst du Besucher im Kliemannsland, du brauchst Leute, die dich kennen, die so einen Cybertruck anfragen und so weiter. Wie wichtig ist das gerade?
01:10:12 Events, Akademie und Hotel: Wie das Kliemannsland wachsen soll
1:10:42 Fynn Kliemann: Ja es ist schon so, dass das, es ist schon sehr wichtig, glaube ich, der öffentliche Kontakt. Also da gibt es auch wieder aus verschiedenen Brillen Ich habe manchmal die Künstlerbrille auf, da ist es total wichtig, weil es da um den Rezipienten geht, der irgendwie für mich ein Werk vollendet. Irgendwer, der das dann hört, anguckt oder so. Im Kliemannsland braucht es auch da immer den Nutzen auf der anderen Seite ein Spielgerät, wo keiner drin sitzt, das macht wenig Sinn. Für Projekte genau das Gleiche Also wir brauchen auf jeden Fall Kunden, wir sind da auch abhängig von Kunden, das ist schon so, das ist immer so. Und wir sind vor allem abhängig von Menschen, dass so unsere Hauptgeschichte, auch Haupteinnahmequelle ist Events, also Teambuildings Offsite-Events Leute wollen raus und so. Das heißt, alles geht Hand in Hand. Ich sehe es ein bisschen so, das Eventgeschäft bei uns ist… Der Hedge gegen den Hofbetrieb und der Hofbetrieb ist der Hedge gegen das Eventgeschäft. Also wenn es der Wirtschaft gut geht, kommen viele Leute, die wollen bei uns Offsite-Events machen. Wenn es der Wirtschaft schlecht geht, kommen viele Familien, die kein Geld haben, die bei uns spielen wollen und dabei ein Stück Kuchen kaufen. So und die Kombination sozusagen. War für mich so eine Absicherung, dass ich gesagt habe, okay, ich möchte eigentlich für beide wirtschaftliche Situationen was haben. Ich finde es extrem wichtig in einer Zeit, wo Leute sich mit einer kleinen Familie keinen Kinobesuch leisten können, dass die was Tolles unternehmen können und genau die gleiche Art von Inspiration und tollem Erlebnis haben, ohne Geld dafür ausgeben zu können oder müssen. Und genau, die gleiche Inspiration ist halt so für Unternehmen, dass du sagst, ey, hier kannst du tatsächlich irgendwie Kind sein mit allen Vorteilen des Erwachsenseins. Also, weißt du, Kind sein sagen immer alle. Das ist sozusagen Disneyland oder auch Erdbeerhof oder so. Bei uns kannst du aber auch alles, was geil ist am Erwachsensein gleichzeitig machen, aber trotzdem hast du alle visionären, unfassbar freiheitsliebenden Gedanken wie ein Kind. Du kannst saufen und gleichzeitig mit einem Karussell weißt du, irgendwas rumtütteln. Das klingt nach
1:12:46 Moritz Blees: einer Superkombi.
1:12:47 Fynn Kliemann: Ja, genau.
1:12:48 Moritz Blees: Und ein Schweißgerät bedienen.
1:12:50 Fynn Kliemann: Genau, du kannst schweißen, aber du kannst eben auch einfach mit Bauklötzen spielen, aber auch mit einer Paintballknarre rumballern und so. Also alles, was du kannst unendlich lange wach bleiben. Weißt du, die Vorteile des Erwachsenseins, du kannst dir selbst überlegen, dass du jetzt noch bleibst und nicht nach Hause fährst. Du kannst dir selbst überlegen, jetzt noch ein Stück Kuchen zu kaufen und so. Die riesen Vorteile des Erwachsenseins sozusagen kombiniert mit allen Vorteilen des Kindes Das ist das Kliemannsland. Und das gibt es eben als Inspirationsquelle auch für Unternehmen. Du gehst da durch und du siehst ganz viel, glaube ich, wirklich wow, krass das haben die ja genial gelöst. Oder das ist ja eine einfache Idee für ein komplexes Problem oder so. Und das ist im übertragenen Sinne, glaube ich, extrem wichtig für alle Unternehmer, Unternehmerinnen da draußen und auch Angestellte, Mitarbeitende und so, die das für ihren Alltag brauchen. Du verfällst immer in die gleichen Muster und Zur Lösungsbewältigung oder Problembewältigung. Und wenn du zu uns kommst, soll das so ein Impuls sein, da auszubrechen und dir andersartige Gedanken zu machen. Und das funktioniert seit vielen Jahren sehr gut. Menschen, die bei uns sind, Amazon feiert bei uns, Google, Lufthansa Technik und so, die kommen dann halt mit größeren Gruppen für ein, zwei, drei Tage und machen bei uns halt solche Events. Und dazu wollen wir jetzt halt so Speaker-Netzwerk aufbauen, eine eigene Akademie machen, wo du halt zusätzliche Impulse bekommst für deinen Alltag. Also
1:14:06 Moritz Blees: das Kliemannsland soll in Zukunft quasi das Zentrum von allem, was du quasi so an unternehmerischen Ventures machst, sein.
1:14:14 Fynn Kliemann: Ein bisschen, ja. Und darin sind dann immer viele Partner. Jetzt zum Beispiel, jetzt in dem Moment, wo wir sprechen, ist BTC Eco da mit der ganzen Firma, ne? Kennst du die? Ach die Bitcoin-Leute,
1:14:22 Feliks Eyser: klar.
1:14:23 Fynn Kliemann: Genau. Genau. Und die haben dann auch gesagt Die haben auch was zu feiern
1:14:25 Feliks Eyser: gerade. Ja, ich weiß. Gute Bitcoin-Preise. Haben die auch gesagt. Den kannst du nachher noch ein paar Schweißgeräte oder Minigolfschläger verkaufen.
1:14:33 Fynn Kliemann: Ne die haben, die wollen, das finde ich nämlich dann viel geiler, die kommen dann halt als Kooperationspartner und sagen, ey, der Hof ist so geil, warum machen wir nicht mal Bitcoin-Convention hier oder so, ne? Also so ein Treffen. Und dann meinst du, ja, finde ich super. Ich bin ja auch schon ewig dabei so. Dann aber mit echtem Bezug zur Realität Also praxisnah. Irgendwas müssen wir machen. Wir müssen Dinge tokenisieren und so. Und
1:14:53 Moritz Blees: Dinge mit Bitcoin kaufen.
1:14:55 Fynn Kliemann: Ja, genau. Genau sowas Einfaches. Naja, und dann, und das ist halt cool, dass wir sagen, der Hof ist... Der Inbegriff vom Praxisbezug. Du machst halt was, was theoretisch irgendwie da draußen ist und dann versuchst du das wirklich anzuwenden. Und das ist irgendwie cool. Wir hatten früher mit dem Chaos Computer Club so Meetups, da haben die dann Mars Rover programmiert und so einen Scheiß Da kommt halt ein Schweißer dazu und ein Entwickler und einer, der irgendwie Krypto liebt und so. Und die sind alle da, zufällig treffen sich da und machen was zusammen. Und das ist dieser Ort der Inspiration. Und ich glaube, da lässt sich halt voll viel mehr draus machen im Sinne von echten Kursangeboten Teambuildings die dir wirklich was bringen, dass du nicht hingehst, um dich nur wegzuschallern und dann zu sagen, ja, es war cool, mit den Kollegen zu saufen, sondern dass du wirklich was mitnimmst. Und das glaube ich wertvoll. Darin steckt eine coole Wachstumsmöglichkeit für uns. Und dazu eben auch dieser Bauplan. Da geht es jetzt mittlerweile nicht mehr nur um den Skatepark, sondern eben auch um ein 50-Zimmer-Hotel was auf einer anderen Straßenseite gebaut werden soll. Was
1:15:55 Feliks Eyser: du entwickelst.
1:15:56 Fynn Kliemann: Wow Genau. Das wird da jetzt alles mit entstehen. Das hat halt angefangen mit, ich will diesen scheiß Skatepark legalisieren. Und dann hab gesagt, okay, wenn ich diesen großen Aufwand schon machen muss, weil das ist ja der gleiche Job, B-Plan, ist halt alles immer das Gleiche. Da kann jetzt alles rein, was ich möchte. Und dann haben wir halt so, das ist jetzt auch zweieinhalb Jahre her, daran entwickelt, ein neuer Einkaufsladen Restaurant, kommt dann jetzt relativ viel. Und das ist die Ausbaustufe so für, ich hoffe, dass wir den Bauplan nächstes Jahr im Mai haben. Diese Zeit schätze ich nächstes Jahr. Und dann ist Spatenstich ne? Seid ihr eingeladen?
1:16:31 Feliks Eyser: Geil wir kommen vorbei. Moritz, sollen wir mal so einen Fieldtrip planen? So Founder-Mode fährt ins Kliemannsland zum Busmieten von Berlin, 50 Founder einpacken. Finde ich geil.
1:16:40 Moritz Blees: Ja, also ich stelle mir richtig geil. Also so als Event-Location, weil ich meine, im Kern... Und ich hoffe auch, dass du dir das beibehältst weil so habe ich das Kliemannsland früher immer kennengelernt. Ich habe das Kernprodukt damals, wie ich es kennengelernt habe, war Leichtigkeit im Dingetun. Im einfach so, ey, wir machen das jetzt einfach mal und dann gucken wir mal, was passiert. Und jetzt hast du selber gesagt, meine Außenwahrnehmung war immer, dass da dieser Böhmermann-Beitrag so ein bisschen Leichtigkeit genommen hat. Du sagst, naja, es ist nicht nur das, sondern ich hatte mich auch verhaspelt und es gab zwei, drei andere Sachen, auch bei anderen Behörden, wo ich gemerkt habe, einfach nur machen ist nicht so einfach oder kommt an seine Limitationen.
1:17:22 Fynn Kliemann: Ja, du kannst es da auf jeden Fall, es ist nicht werthaltig Du kannst es dann immer einmal machen und dann musst du es aber auch wieder abreißen weil dazu zwingen die dich dann halt.
1:17:29 Moritz Blees: Ja, und da muss ich sagen, das ist ja eine mega Inspiration für so eine Founder Mode-Community, weil das ist ja auch, Feliks, das, was wir ein Stück weit prägen, dass wir sagen, lieber erstmal Fakten schaffen und im Zweifel musst du nachjustieren, als nicht ins Tun kommen.
1:17:44 Feliks Eyser: Okay, pass auf, wir haben uns schon lange überlegt, so eine Minikonferenz zu hosten, aber du musst eine Location mieten und Catering und das ist alles sehr kompliziert Lass uns das doch im Bus einfach machen, auf dem Weg. Da können die Leute auch nicht weg. Das ist wie so ein Boot. Neulich war ich bei einem Event auf dem Boot. Der Vorteil am Boot ist, da geht keiner von Bord. Geht keiner. Ja, das ist so. Hast du Bock drauf? Wie können wir das machen?
1:18:08 Fynn Kliemann: Ey, lass auf jeden Fall mal quatschen. Ich finde das super. Die Infrastruktur ist eh da. Wir haben drei verschiedene Locations, einen großen Saal Da passen irgendwie 300 Leute bestuhlt rein. Zwei kleinere Sachen für so ... Da kommt dann C-Level O2 mäßig Die sitzen da mit zehn Leuten und besprechen sich ihr nächstes Jahr. Dann grillt man da für die. Draußen ist eh alles fertig. Du kannst den ganzen Spielplatz sowieso die ganze Zeit immer benutzen. Da muss man sich ein bisschen überlegen ... Was willst du da machen? Und pennen war halt bis jetzt immer ein Problem. Also wir shuttlen die dann in ein Hotel um die Ecke. Oder machen ein Tageswerk draus Das ist alles gar kein Stress. Der Vorteil am Kliemannsland ist, es ist alles schon da. Wenn du normale Location mietest, dann brauchst du ganz viel Scheiß. Du willst eine Telefonzelle haben oder irgendeinen neuen Eingang oder ein Display oder Musik oder so. Da musst du alles dazu mieten. Und wir haben schon alles. Von der... Scheiß Hüpfburg über, egal was du willst. Wir haben wirklich alles die letzten Jahre gebaut. Automaten Boxautomaten Fußballsachen. Wie gesagt, der ganze Scheiß ist da eh. Und die Infrastruktur in vor allen Dingen so Locations also so Hallen, Bestuhlung, Präsentationstechnik Audio, Scheiß auch alles da. Alles fertig. Jetzt kannst du nur noch kommen und musst ein Programm da reintun. Und das ist jetzt sozusagen die Aufgabe von verschiedenen Leuten. Dr. Frederik da bin ich gerade dran der berät so NASA, Google und die Bundesregierung und so. Mit dem halt so ein Akademie-Programm zu bauen, wo genau solche Dinge drin sind. Da geht es bei ihm dann halt um Longevity oder keine Ahnung was. Und da macht er verschiedene Pakete draus Und kannst du vorbeikommen für drei Tage und bei uns irgendwas machen. Und wir möchten infrastruktureinig sein. Das ist meine Aufgabe Mein liebstes Ding. Und ich finde, das Befüllen dieses Gefäßes das kann von außen kommen. Das kann Founder Mode sein und sagen, ihr bringt sozusagen das Thema mit und wir sorgen dafür, dass ihr die perfekte Umgebung habt und all das bekommt, was es braucht, um diesen Kern sozusagen zu lernen und irgendwie zu verfestigen und zu echt zu verstehen und so. Und darum entwickeln wir dann Team-Building Maßnahmen oder sagen, ey, cooler Punkt, was wäre, wenn ihr das baut oder so. Was wäre, wenn ihr das macht oder hier sitzt und daran denkt und so. Und ich glaube, die Kombination ist dann cool. Wir haben irgendwie so ein 5-6 köpfiges Event-Team. Die sind richtig krasse Leute, die entwickeln sowas dann mit Leuten zusammen, um da wirklich Veranstaltungen zu machen, die man nicht so schnell vergisst Darum geht's ja.
1:20:27 Moritz Blees: Wir müssten natürlich noch überlegen, Feliks, wie wir diese Busfahrt irgendwie mit Leben füllen. Also wie so eine Kaffeefahrt. Ja das wird die
1:20:33 Feliks Eyser: Konferenz. So ein Bus hat doch vorne immer so ein Mikro mit einem schlechten Sound, aber da stellen sich Leute hin und machen so zehn Minuten so
1:20:39 Moritz Blees: Mini-Ted-Talks. Und das nennen wir dann die Marte-Fahrt weil es dann halt die ganze Zeit eben Club Marte gibt anstatt Kaffee. Jedem das Seine.
1:20:46 Fynn Kliemann: Ich finde es auch so einfach cool, wenn man sagt, ihr geht, wir hatten ja auch dann ein Konzept für eine Raststätte. Dann so, fuck, wir haben Platten, wir müssen runterfahren und so. Und kommt halt jemand, repariert das Auto und der ist dann aber Materia und der steigt dann zu und macht Mucke im Bus und sowas weißt du? Also dass die ganze Fahrt voller Pannen und Probleme sind, aber die sind alle geplant und gehören mit zur Reise. Und die Rückfahrt ist eben egal, da sind alle besoffen
01:21:11 Learnings, Mindset & persönliche Routinen
1:21:11 Feliks Eyser: Wie fühlt sich an, in deinem Kopf zu sein? Für mich wirkt das wie so ein Feuerwerk, wo die ganze Zeit irgendeine Rakete abgeht, irgendwas knallt
1:21:20 Fynn Kliemann: Keine Ahnung. Es ist anstrengend weil die Geschwindigkeit von dem eigenen Kopf und auch vielleicht den eigenen Fähigkeiten und der Realität so krass mismatcht. Und sehr vieles einfach so lange dauert und das führt zu Frust und den musst du halt kontrollieren und das ist anstrengend. Das ist sozusagen mein Leben. Aber es ist ja nicht nur meins sondern von vielen, dass man sagt, ich möchte und ich könnte auch mehr und schneller und weiter und größer und so. Ich darf nur nicht. Es geht nicht. Die Menschen kommen nicht hinterher. Mein Konto kommt nicht hinterher. Die Bürokratie kommt nicht hinterher und so. Es dreht sich alles zu langsam und das ist halt anstrengend und das muss man eben auch… Ich muss das dann lernen, immer wenn es so ein Mismatch gibt, dann zu sagen, okay, hier entsteht der, der entsteht aber theoretisch bei mir, weil die Rotation von all dem anderen hat eine feste Geschwindigkeit und ich versuche jetzt irgendwie mit aller Kraft das schneller zu machen. Und das kostet einfach nur Kraft und wird es niemals schneller machen. Ich stehe alleine vor so einem großen Erdball. Die Masse ist zu groß, ich kann sie nicht bewegen. Das muss ich einfach akzeptieren. Das heißt, das Problem entsteht bei mir und das muss ich bearbeiten, weil das führt eben oft dazu, dass man auch unüberlegte Dinge tut, weil man es nicht mehr aushält. Und das habe ich ja alles schon erlebt, dass man sagt, okay, wir machen jetzt einfach und ob das jetzt wirklich 100% ist oder nicht, wir müssen jetzt einfach jetzt mal machen. Und es gibt da irgendwie so einen Sweet Spot zwischen und den versuche ich immer wieder zu finden, zwischen Vorpreschen. Und aufräumen.
1:22:46 Feliks Eyser: Kannst dir vorstellen, mal gar nicht mehr zu arbeiten? Die Frage kam von Tim Bengel, dem Künstler. Den kennst du ja auch. Was macht der Fynn, wenn die AI die ganze Arbeit übernommen hat? Kann der chillen? Kannst dir das vorstellen?
1:22:58 Fynn Kliemann: Naja, ich glaube, denken ist ja auch schon arbeiten. Wenn du dir Sachen ausdenkst und da drin passieren so viele spannende Sachen. Ich finde immer, das Spannendste von allem ist eben, Sachen Realität werden zu lassen. Und dieses Übersetzen ins echte Leben. Und ich glaube da wird es immer was zu tun geben. Das muss jetzt nicht unternehmerisch sein. Jetzt hat man viel Zeit, verbringt man damit notwendiges Geld zu verdienen, um Gehälter zu bezahlen. Und ich glaube, wenn man das nicht mehr machen müsste, wäre das schon auch super cool. Dann könnte man auch einfach viel Kunst machen. Kann schon sein.
1:23:34 Feliks Eyser: Ich meine, das ist eine der Theorien dass AI immer mehr von der Wertschöpfung übernimmt. Wir hatten Albert Wenger hier neulich, ein US-Investor, der quasi über die Zeit nach dem Kapital nachdenkt, wann quasi von allem genug da ist, vielleicht ein bedingungsloses Grundeinkommen gibt und so weiter und dann jeder machen kann, was er will als Gedankenexperiment. Aber vielleicht ist das gar nicht so weit weg.
1:23:53 Fynn Kliemann: Dann gibt es bestimmt Leute, die gehen ein, kennt man ja auch, 40 Jahre gearbeitet, einen Tag in Rente und dann sterben die. Das würde mir glaube ich ja wirklich, hier im Umkreis ist es schon ein paar Mal passiert von Leuten die halt ihr ganzes Leben darüber mosern, wie kacke ihr Job ist, dann haben sie den nicht mehr und dann sind sie tot. Weil das halt dann schon auch eine große Erfüllung von deinem Leben ist, Sachen zu machen, immer so. Und ich glaube, dieser innere Antrieb den hatte ich irgendwie schon immer, unabhängig davon, dass es jetzt unternehmerisch irgendwie geführt sein muss. Das kann auch einfach sein, irgendwo hinzufahren, sich Quatsch auszusuchen und irgendwelche merkwürdigen Mechaniken zu entwickeln, die kein Mensch braucht, auch mega cool. Mach ich auch.
01:24:28 Zukunftspläne & Quickfire Founder Questions
1:24:28 Moritz Blees: Fynn, wo wir eben bei unternehmerischem Schaffen waren, du hast eben ja so im Grunde gesagt, dass du mehr Ideen hast, die man umsetzen könnte, als du sinnvollerweise umsetzen kannst. Dann teil doch mal ein paar mit unserer Community. Also wenn du jetzt heute quasi der Fynn Mitte 20 wärst und sagst okay, man müsste eigentlich das und das mal machen. Was wären so ein paar Sachen, wo du sagst, okay, eigentlich müsste das längst mal jemand in die Hand nehmen?
1:24:52 Fynn Kliemann: Da kann ich euch jetzt einen richtig geilen Podcast ans Herz legen. Das mache ich nämlich einmal die Woche. Jeden Dienstag kommt eine neue Folge von Teenager mit deutschem Akzent heißt das. Das ist so eine Quatschidee mit einem Kumpel von mir. TMDA. Neuer Podcast mit mir und meinem Kumpel Nisse. Und da stelle ich in jeder Folge eine Startup-Idee von meiner Liste vor, die er dann quasi auseinandernimmt, bewertet und sagt, warum die nicht funktionieren kann oder warum sie sehr gut funktioniert. Von 0 bis 24 Startup-Punkten, wie sich das ergeben hat, weiß ich auch nicht. Und ich versuche sie dann zu verteidigen. Und da gibt es dann halt auch so virtuelle Pitch-Gespräche und keine Ahnung, all so ein Quatsch. Ist eigentlich ein... Ja, Nisse ist ein guter alter Freund von mir, der mich quasi entdeckt hat im Internet. Und der hat mich zur Musik richtig gebracht und so. Und seit zehn Jahren sind wir befreundet. Da gibt's das. Deswegen kann ich euch nicht zu viel verraten. Da drin sind die aber. Eine Idee. Und das sind alles Sachen, die ich wahrscheinlich niemals machen werde und deswegen zur freien Verfügung gebe an andere Menschen. Aber eine Sache habe ich da gerade erzählt. Gib uns
1:25:56 Feliks Eyser: mal ein kleines Appetithäppchen und dann stellen die Leute sich fürs Buffet an.
1:26:01 Fynn Kliemann: Genau, die Sache erzähle ich, weil die witzig ist hinten raus. Das war eine Idee, die ist komplett ausgeufert in unserem Podcast, aber da ging es darum, dass ich mir mal überlegt habe, warum LKWs werden so sehr oft auf Raststätten aufgeschnitten. Da werden die Planen an den Seiten aufgeschnitten und dann wird Sachen rausgeklaut. Das ist so ein common problem. Und Planen für LKWs sind voll teuer. Und da habe gesagt, warum verbindet man nicht LKW-Besitzer und Werbetreibende miteinander und produziert die Planen vor. Die haben alle Standardmaßen alles gedient und ist alles normgerecht. Und man macht diese Planen fertig, da sind Logos drauf, sagen wir mal Kliemannsland, Founders Mode und so weiter. Riesengroße Werbung und sobald eine Plane kaputt ist, schreibst du da hin, sagst Plane kaputt dann schickt Der Dienst leistet dir eine neue zu, die halt von einem Werbepartner finanziert wurde, bedruckt wurde. So, und dann kostet das für den LKW-Fahrer 0 Euro und der Werbetreibende hat seine Plane auf der Strecke. So. Und das habe ich erzählt, dann ging es immer weiter, Nissa hat das ein bisschen, fand das nicht so geil und meinte sie habe Checkt er nicht und Leute wollen das vielleicht nicht, weil das ein fremdes Fahrzeug ist, bla bla bla. Und wie man das Business ankurbeln könnte, dann haben wir darüber geredet dass ich mit einem Schwert in einem Cabrio ja dann einfach über die A1 fahren könnte und so, ne? Weil das früher einer...
1:27:15 Feliks Eyser: Also den Money Shot haben wir schon mal.
1:27:18 Fynn Kliemann: Genau. Also es gab hier bei uns früher so einen Glaser und die Geschichte ist, Urban Myth, dass wenn es bei ihm nicht gut lief dann hat seinen Kindern immer Steine in die Hand gedrückt. Dann sind die durch die Fußgängerzone gelaufen und haben halt Business gemacht oder besorgt. Und daher kam meine Schwertidee. Naja, auf jeden Fall voll abstrus. Wir haben uns totgelacht, wirklich Tränen geheult und so. Und war die Sache für mich abgehakt und vor zwei Tagen hat mir bei LinkedIn jemand geschrieben, der irgendwie 2000 Distributoren verwaltet und halt tausende von LKWs. Und meinte so, ey, das ist ein riesengroßes Problem. Diese scheiß Plankostenvermögen und Preisdruck bei den LKW-Fahrern ist riesig Das heißt, er ist sich sicher es wird funktionieren. Er verwaltet die ja erst dafür zuständig, wo die Planen gekauft werden, ob wir nicht mehr schnacken wollen. Jetzt haben wir heute Nachmittag Termin und reden darüber, ob wir das nicht mal zusammen machen wollen. Also es gibt da schon so blöde Ideen die offensichtlich... Nicht so doof sind und dann halt auch irgendwie Bezug haben von AR-Apps für die Revolution von Immobilien Verkäufen als Scraping-Modell als Affiliate-Modell und so. Ich erzähl das da drin alles, könnt ihr euch da anhören, jede Folge gibt's einen Tipp. Ich hab jede Woche, weiß nicht, zehn Dinger. Und davon sind drei nicht ganz beschissen. Also, und die stelle ich da vor.
1:28:35 Feliks Eyser: Geil. Ich finde es gut. Ich finde auch die Planidee gut. Du musst mit den Jungs von Ströer mal sprechen. Das ist ja auch so eine Werbefirma. Die habe ich mal in der Firma damals verkauft und die haben die Challenge, dass das Inventar an Werbeflächen beschränkt ist Du kannst ja nicht unendlich viele von diesen Werbemitteln aufbauen, von Litfaßsäulen und so weiter. Und die können auch keine Firmen mehr zukaufen, weil die halt zu groß sind in Deutschland. Deswegen überlegen die, was gibt es denn noch für neue Flächen auf denen Werbung sein kann. Also von den Einkaufswägen im Supermarkt über die selbst diese Dinger, weißt du, wie heißen die Diese Warentrenner, die man auf diese Bänder legt Also von einem Kunde zum anderen. Selbst die kannst du vermarkten als Produkt. Oder im Kiosk so Bildschirme aufstellen. Also die gucken immer, was gibt es für neue Werbeflächen.
1:29:13 Fynn Kliemann: Stimmt Das wäre eigentlich ein gutes Ding für Ströer gewesen. Viel klüger für die Weil das Problem ist, die
1:29:18 Feliks Eyser: Werbetreibenden zu finden, ist halt ein krasser Sales-Job Dann rufst du die an und dann bist du halt mit so einer Agency und dann musst du da erstmal reinkommen und dann musst du mit dem erstmal saufen irgendwie drei Jahre und den da irgendwie bestechen und das dauert ewig. Deswegen glaube ich gut auf ein bestehendes Vermarktungsnetzwerk aufzusetzen von Leuten, die eh schon die Budgets haben und die eine neue Story brauchen und sagen, hey, guck mal, jetzt hast du die ganze Zeit die Litfaßsäulen gemacht, aber wie wär's denn mit einem LKW? Außerdem, der Fynn hat da auch sein Schwert. Der
1:29:40 Fynn Kliemann: kümmert sich drum. Wenn's nicht gut läuft, dann könnt ihr den einfach immer anrufen. Der ist da noch so im Aufsichtsrat mit seinem Schwert und dann quittet er nochmal da einmal vorbeifahren. Wenn irgendjemand die
1:29:50 Feliks Eyser: Fischstäbchen auf der Werbung sieht und nicht kauft dann kommt der Fynn mit dem Schwert vorbei und dann werden die schon kaufen.
1:29:58 Moritz Blees: Feliks, hast du noch eine Frage? Ansonsten sind wir durch.
1:30:01 Feliks Eyser: Ja. Wir haben viel besprochen, Fynn. Hast du noch was Spannendes für unsere Kassette? Ich
1:30:07 Fynn Kliemann: hab eigentlich noch ganz viele Fragen an euch beide, aber das schaffen wir jetzt nicht mehr, Weil ich muss jetzt gleich mal arbeiten. Das müssen wir nochmal irgendwann nachholen. Wir machen Nummer zwei. Oder wir kommen
1:30:16 Feliks Eyser: mal in deinen Startup-Ideen-Podcast.
1:30:17 Fynn Kliemann: Das finde ich gut. Ja, das können wir nochmal machen. Können wir nochmal überlegen. Finde ich auch gut. Das finde ich vielleicht eine spannende Idee. Wir haben ja neulich mal
1:30:25 Feliks Eyser: gemacht mit einem anderen Podcast-Couple. Das haben wir von OnlyFans gelernt. Weißt du, dass diese OnlyFans-Couples, um sich gegenseitig zu promoten, machen die dann immer so Vierer. Haben wir neulich mit einem Podcast aus Österreich gemacht. Shoutout an Flo Gschwandner und Martin. Und das machen wir gerne weiter.
1:30:43 Fynn Kliemann: Geil. Ja, ist gut. Wir checken mal. Wir wollen irgendwann auf jeden Fall auch mal Gäste einladen. Das ist jetzt super frisch Wir machen das jetzt seit vier Wochen oder fünf oder so. Aber
1:30:52 Feliks Eyser: auch so ein Ding. Einfach mal loslegen. Lass mal einen Podcast machen. Auch so ein Ding für junge Leute. Wenn man sich für irgendein Thema begeistert und sagt, ich will jetzt hier Robotics irgendwie verstehen, dann macht doch einen Podcast und lad Leute ein. Habt ne Ausrede mit irgendwie coolen Leuten dazu zu sprechen. Genau.
1:31:03 Fynn Kliemann: Wir haben jetzt einfach gestartet, genau wie du sagst und das war wirklich auch so für mich war dieser Podcast wieder voll wichtig, weil davor Kunstausstellung, Album das sind immer zwei Jahre Vorbereitung und so und dann ist dieser große Moment und so und Podcast haben wir gesagt, weißt du was, labern, schneiden, hochladen, wo ist das Problem so, lass das doch jetzt bitte einfach mal machen und ich glaube, das muss man genau wie du sagst, einfach tun, bei so vielen Sachen einfach jetzt hochladen, auf alles scheißen und einfach ausprobieren und dann wird das von Anfang an lenkt sich das ja selber und wird dann automatisch ein bisschen besser immer und so
1:31:36 Moritz Blees: Geil. Das war ein
1:31:38 Feliks Eyser: wunderschönes Schlusswort. Gutes Schlusswort. Dann Call to Action. Die Firmenchefs, die sollen alle ihre Offsites buchen im Kliemannsland, habe ich verstanden.
1:31:46 Fynn Kliemann: Genau, meldet euch sehr gerne, event at kliemannsland.de oder auf der Website gucken. Also wirklich, ich habe das Gefühl, das hat vielen Leuten irgendwie geholfen, das zu machen bei uns. Und das ist ein gutes Gefühl. Und ihr beide seid herzlich eingeladen. Lasst es wirklich mal machen. Also ob es jetzt ein großer Kongress ist oder nicht, aber da mal einen Tag abhängen, einfach labern. Und da sind wirklich oft viele Freunde von mir, das ist eh schon so ein Hub. Die kommen dann vorbei, sind auf der Durchreise fahren nach Dänemark in Urlaub und dann sitzt da Gründer XY-Gründerin von und so. Dann trinken wir alle mal zusammen Kaffee und ballern ein bisschen mit der Bandboard-Knarre und fahren mit einem Minimotorrad im Kreis und danach gehen alle irgendwie sehr beseelt nach Hause.


